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Sa, 2016-07-23 17:52
Kabul (dpa)

Mindestens 80 Tote bei IS-Doppelanschlag auf Demonstration in Kabul

Wieder trifft es die afghanische Hauptstadt Kabul: Zwei Selbstmordattentäter sprengen sich inmitten einer Demonstration in die Luft. Die Terrormiliz IS bekennt sich zu dem Doppelanschlag.

Kabul (dpa) - Zwei Selbstmordattentäter haben sich in der afghanischen Hauptstadt Kabul bei einer Demonstration von Schiiten in die Luft gesprengt und dabei mindestens 80 Menschen getötet. Wie das afghanische Innenministerium am Samstag weiter bekanntgab, wurden außerdem weitere 231 Menschen verletzt.

Nach Angaben des IS-Sprachrohrs Amak bekannte sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu der Tat. Laut der Organisatoren der Demonstration hatten sich mehr als 10 000 Menschen auf einem zentralen Platz versammelt, um gegen die Verlegung einer geplanten Hochspannungsleitung zu demonstrieren.

Zwei Attentäter zündeten nach Behördenangaben ihre Sprengstoffgürtel inmitten der Demonstration. Laut einem Geheimdienstmitarbeiter habe es noch einen dritten Selbstmordattentäter in der Menschenmenge gegeben, er gab aber keine Informationen über dessen Verbleib. Ein Demonstrant sagte, dass seiner Beobachtung nach ein dritter Täter von Sicherheitskräften getötet worden sei, als dieser auf eine Gruppe Frauen zu rannte.

Der Demonstrant, der sich zum Anschlagszeitpunkt nahe des Platzes aufgehalten hatte, veröffentlichte auch ein Video auf Facebook, das den Platz mit zahlreichen Opfern zeigte.

Der Anschlag mache ihn «tieftraurig», erklärte Afghanistans Präsident Ashraf Ghani am Samstag. Unter den Opfern seien auch afghanische Sicherheitskräfte, fügte er hinzu. Regierungsgeschäftsführer Abdullah Abdullah verurteilte den Anschlag auf Twitter: «Es zeigt, dass Terroristen und ihre Verbündeten keinen Respekt vor Menschenleben haben.» Die US-Botschaft in Afghanistan nannte die Attacke «hinterhältig». Unschuldige seien ums Leben gekommen, die mit einer friedlichen Demonstration ihre Grundrechte ausgeübt hätten. EU-Vertreter drückten den Familien und Freunden der Opfer ihr Mitgefühl und ihre Solidarität mit dem afghanischen Volk aus. «Wir rufen alle Afghanen auf, geeint zu bleiben, um die Bemühungen im Kampf gegen diese globale Bedrohung zu unterstützen», teilte ein Sprecher der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini mit.

Die Demonstration in Kabul hatte sich gegen die Verlegung der Route eines wichtigen Stromprojekts gerichtet. Ursprünglich hatte die geplante Überland-Stromtrasse über die zentralafghanische Provinz Bamian verlaufen sollen. Nach einem späteren Gutachten wurde die Route aus Sicherheits- und technischen Gründen aber verlegt. Viele Demonstranten waren Mitglieder der Hasara, die größte ethnische Minderheit des Landes, die mehrheitlich die Bevölkerung von Bamian ausmacht. Sie protestierten gegen die wirtschaftliche Benachteiligung und fortgesetzte Diskriminierung ihrer schiitischen Ethnie.

Die sunnitische Terrormiliz IS hat wiederholt brutale Anschläge auf Schiiten in Syrien und im Irak verübt. Die Attacke am Samstag ist die erste gegen eine ethnische Minderheit in Kabul.

Sa, 2016-07-23 17:41
Kabul (dpa)

Mindestens 80 Tote bei Doppelanschlag in Kabul

Kabul (dpa) - Bei zwei Explosionen in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind mindestens 80 Menschen getötet und weitere 231 verletzt worden. Das teilte das Innenministerium in Kabul am Samstag mit. Die Detonationen ereigneten sich während einer Demonstration auf einem zentralen Platz. Nach Angaben des IS-Sprachrohrs Amak bekannte sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu dem Anschlag.

Sa, 2016-07-23 17:28
Kabul (dpa)

Mehr als 60 Tote bei IS-Doppelanschlag auf Demonstration in Kabul

Wieder trifft es die afghanische Hauptstadt Kabul: Zwei Selbstmordattentäter sprengen sich inmitten einer Demonstration in die Luft. Die Terrormiliz IS bekennt sich zu dem Doppelanschlag.

Kabul (dpa) - Zwei Selbstmordattentäter haben sich in der afghanischen Hauptstadt Kabul bei einer Demonstration von Schiiten in die Luft gesprengt und dabei mindestens 64 Menschen getötet. Wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Samstag weiter bekanntgab, wurden außerdem mindestens 265 Menschen verletzt.

Nach Angaben des IS-Sprachrohrs Amak bekannte sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu der Tat. Laut der Organisatoren der Demonstration hatten sich mehr als 10 000 Menschen auf einem zentralen Platz versammelt, um gegen die Verlegung einer geplanten Hochspannungsleitung zu demonstrieren.

Zwei Attentäter zündeten nach Behördenangaben ihre Sprengstoffgürtel inmitten der Demonstration. Laut einem Geheimdienstmitarbeiter habe es noch einen dritten Selbstmordattentäter in der Menschenmenge gegeben, er gab aber keine Informationen über dessen Verbleib. Ein Demonstrant sagte, dass seiner Beobachtung nach ein dritter Täter von Sicherheitskräften getötet worden sei, als dieser auf eine Gruppe Frauen zu rannte.

Der Demonstrant, der sich zum Anschlagszeitpunkt nahe des Platzes aufgehalten hatte, veröffentlichte auch ein Video auf Facebook, das den Platz mit zahlreichen Opfern zeigte.

Der Anschlag mache ihn «tieftraurig», erklärte Afghanistans Präsident Ashraf Ghani am Samstag. Unter den Opfern seien auch afghanische Sicherheitskräfte, fügte er hinzu. Regierungsgeschäftsführer Abdullah Abdullah verurteilte den Anschlag auf Twitter: «Es zeigt, dass Terroristen und ihre Verbündeten keinen Respekt vor Menschenleben haben.» Die US-Botschaft in Afghanistan nannte die Attacke «hinterhältig». Unschuldige seien ums Leben gekommen, die mit einer friedlichen Demonstration ihre Grundrechte ausgeübt hätten. EU-Vertreter drückten den Familien und Freunden der Opfer ihr Mitgefühl und ihre Solidarität mit dem afghanischen Volk aus. «Wir rufen alle Afghanen auf, geeint zu bleiben, um die Bemühungen im Kampf gegen diese globale Bedrohung zu unterstützen», teilte ein Sprecher der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini mit.

Die Demonstration in Kabul hatte sich gegen die Verlegung der Route eines wichtigen Stromprojekts gerichtet. Ursprünglich hatte die geplante Überland-Stromtrasse über die zentralafghanische Provinz Bamian verlaufen sollen. Nach einem späteren Gutachten wurde die Route aus Sicherheits- und technischen Gründen aber verlegt. Viele Demonstranten waren Mitglieder der Hasara, die größte ethnische Minderheit des Landes, die mehrheitlich die Bevölkerung von Bamian ausmacht. Sie protestierten gegen die wirtschaftliche Benachteiligung und fortgesetzte Diskriminierung ihrer schiitischen Ethnie.

Die sunnitische Terrormiliz IS hat wiederholt brutale Anschläge auf Schiiten in Syrien und im Irak verübt. Die Attacke am Samstag ist die erste gegen eine ethnische Minderheit in Kabul.

Sa, 2016-07-23 17:15
Chengdu/Berlin (dpa)

Erdogan verschärft Kurs gegen Kritiker - Gülen-Neffe festgenommen

Die Vorgänge in der Türkei beunruhigen Deutschland, Europa und auch die G20-Gruppe der Top-Wirtschaftsmächte. Im Machtkampf Erdogans mit seinem einstigen Verbündeten Gülen macht eine Festnahme Schlagzeilen.

Istanbul/Chengdu/Berlin (dpa) - Die türkische Führung geht nach dem Putschversuch und der Ausrufung des Ausnahmezustands immer rigoroser gegen Widersacher vor. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan ordnete nach Angaben vom Samstag die Schließung von 2341 Einrichtungen im Land an, darunter Schulen sowie gemeinnützige, gewerkschaftliche und medizinische Institutionen. Im Machtkampf Erdogans mit seinem einstigen Verbündeten und heutigen Erzfeind Fethullah Gülen sorgt eine Festnahme für Aufsehen: Sait Gülen, ein Neffe des islamischen Predigers, wurde im osttürkischen Erzurum in Gewahrsam genommen.

Erdogan beschuldigt den einflussreichen Geistlichen und seine Anhänger, den gescheiterten Militärputsch am vergangenen Wochenende angezettelt zu haben. Der 75-jährige Gülen selbst lebt in den USA. Die Türkei verlangt von den USA seine Auslieferung.

Nach dem Putschversuch erklärte die türkische Regierung die Reisepässe von fast 11 000 Verdächtigen, vor allem Staatsbediensteten, für ungültig. Aus Regierungskreisen hieß es, die Inhaber der Pässe seien untergetaucht oder bereits in Gewahrsam. Außerdem seien knapp 300 Soldaten der Präsidentengarde festgenommen worden.

Nach Angaben türkischer Regierungsvertreter haben alle von der Schließung betroffenen Einrichtungen Verbindungen zur Gülen-Bewegung. Die türkische Führung hatte angekündigt, den öffentlichen Dienst von Gülen-Anhängern zu «säubern». Die Entwicklung in der Türkei löste international Besorgnis aus, deutsche Politiker forderten Konsequenzen.

Seit Donnerstag gilt in der Türkei ein 90-tägiger Ausnahmezustand. 37 500 Polizisten und zivile Angestellte wurden seither entlassen, darunter viele Mitarbeiter des Bildungsministeriums. 21 000 Lehrern wurde die Arbeitserlaubnis entzogen. 600 weitere Schulen sollten geschlossen werden, hieß es vom Bildungsministerium. Nach dem gescheiterten Putsch ließ die Führung mehr als 10 000 Menschen festnehmen. Per Dekret ordnete Erdogan jetzt an, dass Festgenommene bis zu 30 Tage ohne Vorführung vor einen Richter festgehalten werden können.

Erstmals seit dem gescheiterten Putsch in der Nacht zum 16. Juli traf Erdogan mit dem Chef des Geheimdienstes MIT, Hakan Fidan, zu einer Unterredung zusammen. Erdogan sagte, es habe Versäumnisse des Geheimdienstes vor dem Umsturzversuch gegeben. Fidan und Armeechef Hulusi Akar sollen aber vorerst auf ihren Posten bleiben, wie Erdogan im französischen Sender France 24 erklärte.

Die führenden Industrie- und Schwellenländer forderten von ihrem G20-Partner Türkei die Einhaltung rechtsstaatlicher Regeln. Die G20-Finanzminister und -Notenbankchefs wollten bei ihrem Treffen im chinesischen Chengdu betonen, dass die Stabilität der Türkei wichtig sei, hieß es aus G20-Kreisen. Eine entsprechende Formulierung sollte es in der G20-Erklärung geben.

Der stellvertretende türkische Ministerpräsident Mehmet Simsek hatte zuvor bei einem Symposium in Chengdu den G20-Partnern zugesichert, die demokratischen Regeln einzuhalten. Auch andere G20-Staaten hätten in Bedrohungslagen den Ausnahmezustand verhängt. Die Türkei gehört als aufstrebende Volkswirtschaft zur Gruppe der G20-Länder. 

Schäuble wollte am Rande des G20-Treffens in der Millionen-Metropole noch einmal länger mit seinem türkischen Amtskollegen sprechen. «Ich werde ihm natürlich ... schon die große Besorgnis in Deutschland und überall in Europa ... erklären.» Er werde ihm sagen, dass das, was in der Türkei stattfinde, nicht dem entspreche, «was wir unter Demokratie und Herrschaft des Rechts verstehen», sagte Schäuble. 

Der Deutsche Richterbund hält die Reaktionen der Bundesregierung und der EU auf die Massenfestnahmen von Richtern und Staatsanwälten in der Türkei für zu lasch. Der Vorsitzende des Richterbundes, Jens Gnisa, sagte der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Samstag): «Die Bundesregierung erweckt bislang nicht den Eindruck, dass sie sich mit letzter Konsequenz für den Erhalt des Rechtsstaates und einer unabhängigen Justiz in der Türkei einsetzen will.»

CSU-Chef Horst Seehofer sprach sich für einen Abbruch der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei aus. «Wenn man sieht, wie die Türkei nach dem gescheiterten Militärputsch den Rechtsstaat abbaut, müssen diese Verhandlungen sofort gestoppt werden», sagte Seehofer den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth von den Grünen warf Erdogan im SWR vor, die Demokratie in der Türkei «totgesäubert» zu haben. Als Konsequenz forderte sie die Aufkündigung des EU-Flüchtlingsabkommens mit der Türkei. Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir warf Erdogan vor, gewaltsam die Alleinherrschaft anzustreben. «Erst haben wir einen dilettantisch ausgeführten Putsch des Militärs erlebt. Jetzt folgt offensichtlich ein von langer Hand geplanter Staatsputsch», sagte Özdemir der «Passauer Neuen Presse» (Samstag).

Sa, 2016-07-23 17:11
Damaskus (dpa)

IS lässt Ultimatum von Kurden verstreichen

Damaskus (dpa) - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat das Ultimatum kurdischer Kämpfer, eine belagerte Stadt in Nordsyrien zu verlassen, verstreichen lassen. Die kurdisch geführten und von den USA unterstützten Demokratischen Kräfte Syriens (DFS) hatten den Dschihadisten am Donnerstag die Möglichkeit gegeben, sich innerhalb von 48 Stunden aus der Stadt Manbidsch zurückzuziehen. Ein Sprecher der DFS berichtete am Samstag von heftigen Kämpfen in der Stadt.

Das Ultimatum sollte das Leben von Zivilisten in der Stadt schützen, die bei Kämpfen einer großen Gefahr ausgesetzt sind. Erst am Dienstag waren Aktivisten zufolge 56 Unbeteiligte bei einem Luftangriff der US-geführten Militärkoalition nahe Manbidsch ums Leben gekommen. Unter den Opfern sollen auch elf Kinder gewesen sein. Das US-Militär hatte eine Untersuchung des Falls angekündigt.

Manbidsch ist für den IS strategisch wichtig, weil über die Stadt eine wichtige Nachschubroute aus der Türkei verlief. Dem Zentralkommando der USA zufolge sei ein «bedeutender Teil» der Stadt unter kurdischer Kontrolle, darunter auch das Hauptquartier des IS.

Sa, 2016-07-23 16:23
Lumpur (dpa)

Mutmaßlicher IS-Bombenbauer in Malaysia festgenommen

Kuala Lumpur (dpa) - Unter 14 Verdächtigen, die Malaysias Polizei jüngst bei Anti-Terror-Razzien festgenommen hat, ist ein mutmaßlicher Bombenbauer der Terrororganisation Islamischer Staat (IS). Der Malaysier habe als Bombenexperte für den IS gearbeitet, sagte der Polizeichef des Landes, Khalid Abu Bakar, am Samstag. Die Polizei habe bei ihm ein Kilo Sprengstoff gefunden, der vermutlich gegen Polizeieinrichtungen eingesetzt werden sollte, wie es hieß. Der Verdächtige habe zugegeben, Anweisungen vom IS erhalten zu haben.

Sicherheitskräfte hatten in mehreren Anti-Terror-Razzien vom 10. bis 20. Juli Verdächtige in fünf malaysischen Bundesstaaten festgenommen. Einen ersten Anschlag, den der IS für sich beanspruchte, erlebte das Land Ende Juni, als Terroristen eine Handgranate in eine Bar nahe der Hauptstadt Kuala Lumpur warfen und acht Menschen verletzten. Das Innenministerium geht von knapp 100 Bürgern aus, die nach Syrien oder in den Irak gereist sind, um sich dem IS als Kämpfer anzuschließen.

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Sa, 2016-07-23 16:36
Offenbach (dpa)

Nach Unwettern folgen weitere Gewitter im Süden

In der Nacht zum Samstag haben Unwetter in zahlreichen Regionen Deutschlands Feuerwehr und Polizei in Atem gehalten. Das Dach des Kasseler Hauptbahnhofs wurde beschädigt. Und das Wetter bleibt wechselhaft.

Offenbach (dpa) - Das Wetter in Deutschland bleibt schweißtreibend und unbeständig. Vor allem in der Südhälfte des Landes rechnete der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach für Sonntag erneut mit schweren Gewittern, Starkregen und Hagel. Es werde schwül-heiß. Im Norden und Osten sorge Hoch «Burkhard» dagegen für heiteres und trockenes Badewetter mit Höchstwerten bis zu 30 Grad, sagten die DWD-Meteorologen voraus.

Von Freitag auf Samstag hatten Unwetter in vielen Regionen Deutschlands Schäden angerichtet: Ein Sturm deckte am Freitagabend Teile des Daches des Kasseler Hauptbahnhofs ab. Auch am Samstag gab es noch Beeinträchtigungen im Regionalverkehr. Züge wurden über den Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe umgeleitet. Nach Angaben eines Polizeisprechers wurde niemand verletzt. Der Schaden sei allerdings immens. Der Hauptbahnhof wird in Kassel nur von Regionalzügen genutzt, der Fernverkehr läuft über den Bahnhof Wilhelmshöhe.

In Baden-Württemberg waren in der Nacht zum Samstag teils heftige Unwetter mit Starkregen vor allem über die Regionen Mannheim und Ludwigsburg gezogen. Es seien ungefähr 200 Notrufe eingegangen, sagte ein Mannheimer Polizeisprecher. Im Kreis Ludwigsburg wurden Straßen geflutet und Keller liefen voll.

Auch in Rheinland-Pfalz haben Hagel, Sturm und kräftiger Regen Feuerwehr und Polizei in der Nacht zum Samstag beschäftigt. Bei den Einsatzkräften in Ludwigshafen gingen am Freitagabend knapp 100 Notrufe ein. 98 Feuerwehrleute waren stundenlang im Einsatz, um Keller auszupumpen und umgestürzte Bäume wegzuräumen. Der Zollhoftunnel wurde für etwa 40 Minuten für den Verkehr gesperrt und das Internationale Straßenfestival in Ludwigshafen abgesagt.

Auch in Worms mussten Einsatzkräfte wegen umgestürzter Bäume mehrfach ausrücken. Die Vorstellung der Nibelungenfestspiele wurde aus Sicherheitsgründen abgebrochen. In Frankenthal deckte der Sturm das Dach eines Hauses ab. Im Westen von Thüringen hatten starke Regenfälle bereits am Freitagabend zu vollgelaufenen Kellern und überspülten Straßen im Wartburgkreis geführt.

Anfang der neuen Woche geht es laut DWD im Südosten wahrscheinlich mit Gewittern, unwetterartigem Starkregen und Hagel weiter. Die Temperaturen rangieren meist zwischen 27 und 31 Grad. Im Norden und in weiten Teilen des Ostens scheint demnach die Sonne. Am Dienstag bilden sich erneut Quellwolken. Gebietsweise muss mit heftigen Schauern und Gewittern gerechnet werden. Unwettergefahr ist möglich. Einzig im Nordwesten und äußersten Westen regnet es etwas weniger. Die Temperaturen bleiben sommerlich mit Höchstwerten von 25 bis 29 Grad.

Sa, 2016-07-23 16:52
Görlitz/Niesky (dpa)

Unbekannte schießen auf Asylbewerberheim in Niesky

Görlitz/Niesky (dpa) - Unbekannte haben aus einem vorbeifahrenden Auto auf ein Asylbewerberheim im sächsischen Niesky (Kreis Görlitz) geschossen. Menschen wurden bei dem Vorfall in der Nacht zum Samstag nicht verletzt, wie die Polizei in Görlitz mitteilte. In der Glasscheibe eines Fensters im ersten Stock gebe es ein etwa vier Millimeter großes Loch. Womit geschossen wurde, war zunächst unklar. Das betroffene Zimmer war zur Tatzeit hell erleuchtet. Die Polizei sucht Zeugen.

Sa, 2016-07-23 15:59
Istanbul (dpa)

Neffe von Fethullah Gülen in der Türkei festgenommen

Istanbul (dpa) - Türkische Sicherheitskräfte haben einen Neffen des islamischen Predigers Fethullah Gülen festgenommen. Muhammet Sait Gülen sei im osttürkischen Erzurum, der Heimatgegend der Familie Gülens, in Gewahrsam genommen worden, berichtete der staatliche Sender TRT am Samstag. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan beschuldigt den einflussreichen Geistlichen und seine Anhänger, den gescheiterten Militärputsch am vergangenen Wochenende angezettelt zu haben. Der 75-jährige Gülen selbst lebt in den USA. Die Türkei verlangt von den USA seine Auslieferung.

Geht doch!

Konfliktfrei surfen

Konzerne müssen Rohstoffe aus Krisengebieten offenlegen – Europa ringt um eine verpflichtende Regelung

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Ausgerechnet die USA machen vor, wie man große Firmen an die kurze Leine nimmt – zumindest in punkto Konfliktrohstoffe. Der „Dodd-Frank Act“ verpflichtet börsennotierte Unternehmen, offenzulegen, ob Handys, Laptops oder Autos Mineralien enthalten deren Verkauf Kriege oder bewaffnete Kämpfe in der DR Kongo und deren Nachbarländern finanziert. Dass das seit 2010 geltende Transparenzgesetz für Gold, Tantal, Wolfram und Zinn Wirkung zeigt, belegt nun ein Report des „Enough Project“: Inzwischen gebe es im Kongo mehr als 160 Minen, die als „konfliktfrei“ gelten, ermittelte die US-Organisation. Auch EU-Bürger wollen keine „blutigen“ Produkte. Deshalb verhandeln EU-Kommission, -Parlament und -Rat derzeit über eine Sorgfaltsregelung. Wie verbindlich diese sein wird, ist bislang offen. „Die EU-Regeln dürfen nicht hinter die US-Standards zurückfallen, das wäre ein Armutszeugnis“, sagt Christian Wimberger von der Christlichen Initiative Romero. Selbst eine verpflichtende Regelung für Konfliktmineralien könne nur ein erster Schritt sein. Als nächstes müsse der verbindliche Schutz von Menschenrechten und Umwelt auf alle industriellen Bergbauprojekte wie die Förderung von Coltan, Kupfer und Kohle ausgeweitet werden.
ci-romero.de (Rohstoffkampagne)
stop-mad-mining.org

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Mailand: Cash fürs Radeln
Seit Jahren leiden die Mailänder unter Staus und schlechter Luft. Nun ergreift die Verwaltung der norditalienischen Metropole eine ungewöhnliche Maßnahme: Sie will jedem Pendler, der künftig mit dem Rad zur Arbeit fährt, eine Pauschale von 25 Cent pro gefahrenem Kilometer zahlen. Für das Anreizprogramm stehen insgesamt 35 Millionen Euro bereit. Die Fahrten sollen per App dokumentiert werden.

London: Strom von der Themse
Im Mai hat die britische Hauptstadt den größten schwimmenden Solarpark der Welt in Betrieb genommen. Für 7,3 Millionen Euro wurden in der Themse 23.000 Paneele mit einer Kapazität von 6,3 Megawatt verankert. Der produzierte Strom soll die Wasseraufbereitungsanlagen in und um London versorgen. Der Vorteil der schwimmenden Sonnenkraftwerke: Sie sind leichter und billiger herzustellen als Anlagen an Land, werden durch das fließende Wasser konstant gekühlt und nehmen keinen Platz weg.

Frankreich: Palmöl – teurer durch Steuer
Um den Konsum zu drosseln und so die verheerenden Umweltschäden des Plantagenanbaus zu mindern, will die französische Regierung Palmöl besteuern: Ab 2017 sollen 30 Euro pro Tonne fällig werden, bis 2020 wird sich die Abgabe verdreifachen. In Deutschland ist bislang keine Palmölsteuer geplant. Der „Save Wildlife Conservation Fund“ drängt die Politik hierzulande schon länger zu diesem Schritt. Anders als in Frankreich dürfte sogenanntes „nachhaltiges Palmöl“ allerdings nicht ausgenommen werden, sagt eine Sprecherin der Stiftung, da es dafür noch immer keine verlässlichen Zertifizierungen gebe.
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Saubere Profite

Als erste deutsche Stadt investiert die westfälische Kommune nur noch in ethisch-ökologische Anlagen

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Dem Stadtkämmerer von Münster bereiten die RWE-Verluste keine schlaflosen Nächte: Als erste deutsche Stadt hat die westfälische Grünen-Hochburg zum Jahresbeginn alle Geldgeschäfte mit Klimasündern eingestellt. Rückstellungen für die Beamtenpensionen – das sind immerhin 460 Millionen Euro – dürfen nicht mehr in Fonds angelegt werden, die Aktien von Öl- und Kohleunternehmen beinhalten. Mehr noch: Auch Atomenergiekonzerne, Gentechnikfirmen und Rüstungsindustrie sind tabu. Drahtzieher dieser „Divestment“-Premiere waren die örtliche Fossil-Free-Gruppe und die Grünen. Seit Sommer 2013 machten die Klima-Aktivisten Druck auf der Straße, und die Partei überzeugte schließlich den Stadtrat. „Jeder, der nicht will, dass seine Stadt durch ihre Geldgeschäfte den Klimawandel befeuert, kann eine solche Kampagne starten“, sagt Tine Langenkamp von der Klimaschutzorganisation 350.org. „Dafür muss man kein Finanzexperte sein.“ Vom Ausstieg profitiere nicht nur das Klima, er rechne sich auch noch. „Ethisch-ökologische Geldanlagen können sogar mehr Renditen abwerfen als konventionelle“, sagt der grüne Fraktionsvorsitzende Otto Reiners, „deshalb erwarten wir einen Domino-Effekt.“
gofossilfree.wordpress.com
gofossilfree.org/de

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Frankreich: La vie est belle
Eben noch hat Frankreich Schlagzeilen gemacht, weil Supermärkte keine Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen und in Restaurants „Doggy Bags“ eingeführt werden. Nun gibt das Nachbarland in anderen Bereichen Gas: In den nächsten fünf Jahren sollen tausend Kilometer Straßenbelag mit neuartigen Solarpaneelen ausgerüstet werden – bereits zwanzig Quadratmeter könnten den Strombedarf eines Single-Haushalts decken. Und schon in diesem Sommer werden in Paris tausend E-Roller stehen, die jeder mieten kann – sie sollen für bessere Luft sorgen.

Thailand: Autarke Solarschule
In der Sisaengtham-Schule im Nordosten Thailands lernen schon kleine Kinder, nachhaltig zu leben: Sie pflanzen nicht nur ihr eigenes Gemüse an, sondern installieren und reparieren auch Solarzellen. Ziel des als „Solar-Mönch“ bekannten Gründers Phra Khru Wimon Panyakhun ist es, dass sich die Schule in allen Bereichen selbst versorgt. Die Energieernte deckt bereits den Bedarf. Außerdem entwickelten die Kinder mobile Ladestationen, mit denen Bauern die Bewässerungspumpen für ihre Reisfelder mit der Kraft der Sonne statt mit Dieselgeneratoren betreiben können.

Kamerun: Häuser aus Plastikmüll
Roger Milla, die afrikanische Fußball-Legende aus Kamerun, betreibt in seinem Heimatland eine Recyclinganlage. Aus Plastikmüll werden dort Bausteine gepresst: „Wir wollen die Umweltverschmutzung verringern und Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen“, sagt Milla. Ein ähnliches Projekt verfolgt die dänische Ingenieurstudentin Lise Fuglsang Vestergard in Indien: Sie lässt zerkleinerten Plastikmüll im „Solargrill“ zu Ziegelsteinen einschmelzen. 

Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

 

Außerdem Interessant

Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

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Sa, 2016-07-23 15:39
Pampau (dpa)

Ergiebige Kiesgrube: Uralte Robbe bei Hamburg ausgegraben Von Eva-Maria Mester, dpa

Die Kiesgrube von Groß Pampau nördlich von Hamburg ist für Fossiliensammler im wahrsten Sinne des Wortes eine Fundgrube. Jüngster Fund ist ein etwa elf Millionen Jahre altes Robben-Skelett. Ermöglicht werden die Funde durch eine geologische Besonderheit.

Groß Pampau (dpa) - Eine Gruppe von Hobby-Paläontologen hat ein schätzungsweise elf Millionen Jahre altes Robben-Skelett in einer Kiesgrube nördlich von Hamburg ausgegraben. Der Fund in Groß Pampau sei eine kleine Sensation, sagte Grabungsleiter Gerhard Höpfner am Samstag bei der Vorstellung des Fundes. Weltweit gebe es bisher kaum vergleichbare Funde aus dieser Zeit. Seit 1984 haben die engagierten Freizeit-Forscher in der Grube bereits zehn Skelette von Walen und Haien gefunden. Die Tiere schwammen nach ihren Erkenntnisse vor rund elf Millionen Jahren in der Ur-Nordsee, die damals weite Teile Norddeutschlands bedeckte.

Stolz präsentierte das Grabungsteam um Höpfner eine nahezu komplette Hinterflosse, Wirbel, Rippen, Schädelteile, dazu Zähne und einen Oberarmknochen der Robbe, die im mittleren Miozän in der Ur-Nordsee gelebt hat. «Das Tier war etwa 1,70 Meter lang und dürfte zu einer Art gehört haben, die den heute lebenden Robben ähnelt, so aber nicht mehr vorkommt», sagte Uwe Havekost. Er hatte die ersten Knochen im Januar in der Kiesgrube entdeckt.

«Ich war wie elektrisiert, als mich da aus dem Glimmerton plötzlich ein Knochen anguckte. Beim zweiten Knochen wusste ich, dass der nicht von einem Wal stammen konnte und als ich schließlich einen Zahn fand, wusste ich, dass ich auf eine Robbe gestoßen war», schilderte Havekost den Moment der Entdeckung. Der Industriemeister für Metallbearbeitung aus Langwedel in Niedersachsen ist seit Jahren Mitglied im ehrenamtlichen Grabungsteam um Höpfner. «Ein Robbenskelett aus dem Miozän ist hundertmal seltener als ein Walskelett», sagte der pensionierte Berufsschullehrer Höpfner. 

Es ist eine geologische Besonderheit, die die Grube von Groß Pampau zur Fundgrube für Paläontologen macht. Statt in 150 Metern Tiefe liegt der ehemalige Meeresboden samt der darin eingeschlossenen Fossilien hier nur etwa 30 bis 40 Meter unter der Oberfläche. Woran das liegt, erläutert Oliver Hampe vom Berliner Museum für Naturkunde, der die Pampauer Walfunde wissenschaftlich betreut. «Unter der Tonschicht, in die die Tiere nach ihrem Tod eingesunken sind, liegt ein Salzstock. Der drückt die darüber liegenden Bodenschichten ganz langsam nach oben», sagte Hampe. Durch den Kiesabbau werden die über dem Ton liegenden Bodenschichten abgetragen und die Skelette werden sichtbar.

Auch Hampe bestätigt die Bedeutung der Pampauer Kiesgrube. «Groß Pampau ist eine sehr ergiebige und wissenschaftlich bedeutende Lagerstätte, die in Mitteleuropa ziemlich einmalig ist», sagte er. Wie die Funde zuvor soll auch das Robbenskelett im Lübecker Museum für Natur und Umwelt ausgestellt werden. Die Gemeinnützige Sparkassenstiftung zu Lübeck hat finanzielle Unterstützung zugesagt.

Sa, 2016-07-23 15:35
Kabul (dpa)

Mehr als 60 Tote bei IS-Doppelanschlag auf Demonstration in Kabul

Wieder einmal trifft es die afghanische Hauptstadt Kabul: Zwei Selbstmordattentäter sprengen sich inmitten einer Demonstration in die Luft. Die Terrormiliz IS bekennt sich zu dem Doppelschlag.

Kabul (dpa) - Zwei Selbstmordattentäter haben sich in der afghanischen Hauptstadt Kabul bei einer Demonstration von Schiiten in die Luft gesprengt und dabei mindestens 61 Menschen getötet. Wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Samstag weiter bekanntgab, wurden außerdem mindestens 207 Menschen verletzt. Nach Angaben des IS-Sprachrohrs Amak bekannte sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu der Tat. Nach Angaben der Organisatoren hatten sich mehr als 10 000 Menschen auf einem zentralen Platz versammelt, um gegen die Verlegung einer geplanten Hochspannungsleitung zu demonstrieren.

Die beiden Attentäter zündeten nach Angaben der Behörde ihre Sprengstoffgürtel inmitten einer Demonstration. Ein Demonstrant, der sich in der Nähe aufgehalten hatte, sagte: «Erst dachten wir, das sei eine Minen-Explosion, aber als ich das Areal erreichte, wurde mir klar, dass es eine Selbstmordattacke war.» Er veröffentlichte ein Video auf Facebook, das den Platz mit zahlreichen blutüberströmten Opfern zeigte. Der Leiter des Isteqlal-Krankenhauses, Mohammad Sabir Nasib, sagte: «Viele der Verletzten, die zum Krankenhaus gebracht wurden, sind in schlechter Verfassung.»

Der Anschlag mache ihn «tieftraurig», erklärte Afghanistans Präsident Ashraf Ghani am Samstag. Unter den Opfern seien auch afghanische Sicherheitskräfte, fügte er hinzu.

Afghanistans Regierungsgeschäftsführer Abdullah Abdullah verurteilte den Anschlag auf Twitter: «Es zeigt, dass Terroristen und ihre Verbündeten keinen Respekt vor Menschenleben haben.»

Die Demonstration in Kabul richtete sich gegen die Verlegung der Route eines wichtigen Stromprojekts. Urspünglich hatte die Überland-Stromtrasse über die zentralafghanische Provinz Bamian verlaufen sollen. Nach einem späteren Gutachten wurde die Route aus Sicherheits- und technischen Gründen aber verlegt. Die Demonstranten beklagten die wirtschaftliche Benachteiligung und fortgesetzte Diskriminierung der Hasara, der größten ethnischen Minderheit des Landes. Bamian ist eine der ärmsten Provinzen des Landes und wird hauptsächlich von Hasara bewohnt.

Sa, 2016-07-23 15:59
Washington (dpa)

Clinton will mit Kaine als Vize Weißes Haus erobern

Das Demokraten-Duo für den Kampf ums Weiße Haus ist komplett: Hillary Clinton sucht sich Tim Kaine als ihre Nummer 2 aus. Damit setzt sie auf einen gemäßigten politischen Vollprofi.

Washington (dpa) - Hillary Clinton will mit Ex-Gouverneur Tim Kaine als Vize-Kandidaten an ihrer Seite im November das Weiße Haus erobern. Die ehemalige US-Außenministerin gab ihre Entscheidung am Freitag via Twitter bekannt, drei Tage vor Beginn des Parteitages der Demokraten in Philadelphia. Dort soll sie offiziell zur Präsidentschaftskandidatin gekürt werden.

Mit Kaine wählte sie keine «Wahlkampfkanone», sondern einen ruhigen ausgeglichenen Politprofi. Der 58-Jährige war Stadtrat, Bürgermeister, Vize-Gouverneur sowie Gouverneur und ist derzeit Senator.

«Er ist ein Mann, der sein Leben dem Kampf für andere gewidmet hat», schrieb Clinton. «Er ist ein unverbesserlicher Optimist, der glaubt, dass kein Problem unlösbar ist, wenn man nur die nötige Arbeit darauf verwendet, es zu lösen.»

Kaine twitterte zurück: «Ich fühle mich geehrt, ihr Vize zu sein.» Am Samstag wollten beide in Miami erstmals als Bewerber-Duo an die Öffentlichkeit treten.

Der Nominierungsparteitag der Demokraten mit mehr als 4000 Delegierten und Zehntausenden Gästen beginnt am Montag. Zu den Rednern zählt auch US-Präsident Barack Obama.

Nach ihrer offiziellen Bestätigung werden Clinton und Kaine gegen das republikanische Gespann Donald Trump und «Vize» Mike Pence antreten. Trump, der keinerlei politische Erfahrung hat, setzt im Wahlkampf auf verbreitete Unzufriedenheit der Wähler mit dem politischen Establishment.

Entsprechend bezeichnete er Clinton und Kaine am Freitag auch als ein Duo von Insidern und rief die Wähler auf: «Lasst keine dritte Amtszeit von Obama zu.»

Kaine war Gouverneur von Virginia und vertritt den Bundesstaat seit 2013 als Senator in Washington. Er gilt als gemäßigt und hat selber eingeräumt, dass Charisma nicht seine Stärke ist: Er sei eher langweilig, sagte er scherzend.

Clinton entschied sich nach Einschätzung von Experten für ihn, weil sie meint, dass Erfahrung und Zuverlässigkeit die attraktivste Alternative zu Trump darstellen. Außerdem zählt Virginia zu den möglicherweise wahlentscheidenden Swing States.

Clinton hatte ein halbes Dutzend möglicher Kandidaten in die engere Auswahl genommen. Dazu zählten der aufstrebende afroamerikanische Senator von New Jersey, Cory Booker, und die kämpferische linksliberale Senatorin Elizabeth Warren.

Kaine galt aber von Anfang an als Favorit. Die frühere Außenministerin hatte stets betont, der Vizepräsident müsse vom ersten Tag an in der Lage sein, notfalls auch das Weiße Haus übernehmen können. Dazu sei unter anderem außenpolitische Erfahrung notwendig.

Die kann Kaine nachweisen. Dem Ex-Gouverneur, der fließend Spanisch spricht, wird auch ein guter Draht zur Latino-Minderheit in den USA nachgesagt. Das Wahlverhalten dieser Bevölkerungsgruppe gilt als möglicherweise entscheidend.

À la Saison

Himmlische Himbeere

(Rubus idaeus)

Was haben glühende RAF-Terroristinnen und eiskalte Banker gemeinsam? Sie machen zu oft Ferien im Himbeerreich. Da wollen Sie auch hin? Ein Wegweiser.

 

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Schokolade, Zigaretten, Marshmallows – für diese Schätze aus dem „Himbeerreich“ bedankt sich Gudrun Ensslin 1968 per Gefängnispost bei ihrem Verlobten und bestellt noch eine luxuriöse Feuchtigkeitscreme hinterher. Die üppige BRD-Warenwelt versüßt der Pfarrerstochter, die kurz darauf die RAF mitgründen wird, ihr Zellenleben. Das Dialektische daran ist Ensslins Haftgrund: Brandanschläge auf zwei Kaufhäuser. „Wer Himbeerreiche anzündet, kann nicht erwarten, deren Früchte zu ernten“, sinniert 2013 der Chauffeur Hans Helmut Hinz. Er meint aber keine konsumaffinen Linksterroristinnen, sondern bonusgetriebene Bankvorstände, deren Limousinen er durch die Finanzkrise kutschiert. Hinz ist eine Figur aus dem Theaterstück „Das Himbeerreich“. Dessen Autor Andres Veiel will uns ausdrücklich nicht sagen, dass Banker Terroristen sind. Aber eines wissen sie wohl so gut wie Bombenleger (und wir alle): Wo Himbeeren wachsen, wartet das Paradies.

Rubingleich funkeln die fragilen Früchte am stacheligen Strauch. Sie duften betörend, netzen die Fingerspitzen purpurn wie Theaterblut und zergehen sonnenwarm auf der Zunge – seit Jahrtausenden. Samenfunde in Steinzeitsiedlungen belegen, dass es sich um eine der ältesten Naschereien der Welt handelt. Die Himbeere ist echt „paläo“. Kultiviert wurde sie schon im alten Rom, wo sie als Heilpflanze auch gegen Schlangenbisse und Skorpionstiche helfen sollte. Der Erfolg ist fraglich. Gesund ist die Himbeere aber durchaus. Sie enthält enorme Mengen Vitamin C, viel Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen. Das stärkt den Kreislauf, das Immunsystem und wirkt entgiftend sowie entzündungshemmend.

Die Römer nannten die Beere, die eigentlich eine Sammelsteinfrucht ist, Rubus idaeus – nach der Nymphe Ida. Einst soll die Tochter des kretischen Königs ein weinendes Kind in den Bergen gefunden haben, den jungen Göttervater Jupiter. Als sie ihm eine Himbeere pflückte, stach sie sich an den Dornen. Blut tropfte auf die ehedem weißen Früchte und färbte sie rot. Toll, diese antiken Sagen. Diese aber hat der französische Arzt Henri Leclerc 1925 für sein Buch „Les fruits de France“ dreist erfunden. Es ist auch eher öde, dass wohl der türkische Berg Ida Namenspate des Obstes war. Und „Himbeere“ kommt vom althochdeutschen Wort hintperi – Beere der Hirschkuh, vielleicht weil sie sich in lichten Wäldern so wohlfühlt.

In der Küche ist diese Frucht ein Naturtalent: Sie ist vollkommen, so wie sie ist. Ein paar gute Begleiter gibt es aber doch. Alles Cremige unterstreicht ihren Wohlgeschmack, Ziegenkäse steht im würzigen Kontrast dazu. Mit Pfirsich (Melba!), Mandel und Rosenwasser verträgt sie sich schwesterlich. Immerhin stammen sie alle aus der Großfamilie der Rosengewächse. Haselnüsse stehen ihr – traditionell in Linzertorte – ebenfalls gut. Auch dunkle Schokolade, Minze und – ja – Zucker, etwa in Marmelade, kann sie aushalten. Die Kerne mögen stören, sorgen aber auch für feine Holznoten. Nicht zuletzt harmoniert das berauschende Aroma reifer Himbeeren ausgezeichnet mit Alkohol, in Sekt etwa oder köstlichem Himbeergeist.

Es gibt auch schwarze, weiße, rosa und gelbe Sorten. Sobald Himbeeren zu sehr glänzen, ist aber Vorsicht geboten. Etwa in Hollywood. Seit 1981 verleihen Cineasten am Vorabend der Oscars den Antipreis „Goldene Himbeere“. Der Name der Plastiktrophäe spielt auf die Redewendung to blow a raspberry an: laut losprusten. Die so geehrten Schauspieler erscheinen selten persönlich. Im Jahr 2005 stellte sich Halle Berry aka Catwoman der Schmach und sprach die wahren Worte: „Wer kein guter Verlierer ist, kann kein guter Gewinner sein.“ So golden munden Niederlagen nur mit Himbeere. Liebe Banker, es ist nie zu spät, die eigene Leistung infrage zu stellen. Möge der Sommer himbeerreich sein.

Frisch vom Feld gibt's Himbeeren ab Juni.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Sagenhafter Spinat

(Spinacia oleracea)

Damit du groß und stark wirst? Von wegen! Spinat enthält gar nicht besonders viel Eisen. Weiß leider jedes Kind. Doch woher nimmt Popeye dann seine stahlharten Fäuste? Es ist... Ein Küchenkrimi.

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„Ich hab’ es geschafft. Der Spinat gab mir Kraft!“, singt ein Zeichentrickmann mit ballongroßen Unterarmen zu Militärmusik. „Ich bin Popeye der Seeheemann!“ Wir schreiben den 13. März 1942, und der Spinatmatrose hat irgendwo im Pazifik eine japanische Flotte zerlegt – im Alleingang, versteht sich. Alles, was er dafür braucht, ist eine Dose Spinat auf ex. Schon kommen die Superkräfte. Es ist die Zeit, in der selbst Comic-Helden im Dienst der US-Kriegspropaganda stehen. Die Botschaft „Der Spinat gab mir Kraft“ (im englischen Original: Strong to the finish, ’cos he eats his spinach) geht nicht nur an die Soldaten da draußen, sondern mindestens ebenso an deren Kinder daheim.

„Iss deinen Spinat!“ Wie viele Generationen hat dieser Befehl wohl gequält. Wie viel Leid war in der Welt, seit ein obskurer Chemiker im 19. Jahrhundert ein Komma falsch gesetzt und den Eisengehalt auf das Zehnfache potenziert hatte? Das Fuchsschwanzgewächs enthält gar nicht mehr von dem Spurenelement als andere Gemüse, enthüllte der Krebsexperte Terence Hamblin 1981 im British Medical Journal und folgerte spitz: „Als Eisenquelle hätte Popeye besser die Dosen verzehren sollen.“ Gute Pointe? Hier ist eine bessere: Den Rechenfehler hat es nie gegeben. Der Volksglaube, mit dem Hamblin ausgerechnet unter der Überschrift Fake! (Schwindel) aufräumte, ist selbst eine Sage. Ein „Supermythos“, wie Mike Sutton sagt. Der Kriminologe machte sich 2010 auf Spurensuche und fand: keine Quelle, nirgends. Als er Hamblin damit konfrontierte, mailte der zurück, er könne sich nicht recht erinnern. Er sei sich aber sicher, die Geschichte nicht erfunden zu haben.

Verbürgt sind Popeyes Verdienste um den Spinatabsatz in den USA. Dort hat der Matrose seine eigene Marke. Mehrere Gemeinden widmeten ihm Denkmäler. Crystal, Texas, und Alma, Alabama, konkurrieren sogar um den selbst erdachten Titel „Welthauptstadt des Spinats“. Er ist ein globales Gemüse. Im Fernen Osten zum ersten Mal kultiviert, verdankt er seinen Namen dem persischen aspanakh oder einem arabischen Poeten, der ihn als isfanatsch, Prinz aller Gemüse, pries. Im frühen Mittelalter erreichte er Spanien und verdrängte ein paar Jahrhunderte später auch seine Verwandte, die Gartenmelde, aus der deutschen Küche.

Frühjahrsspinat taugt zu mehr als grüner Pampe in Rahm. Zitrusfrüchte, auch Zitronengras stehen in frischem Kontrast zu den erdigeren Noten seiner Blätter. Als Salat oder gedünstet verträgt er sich mit gerösteten Pinienkernen, gebratenem Speck, salzigen Anchovis und beliebigen Mengen Knoblauch. Auch Joghurt schmeichelt ihm, wie die indische Küche beweist. Und Eiergerichte wie Soufflé ergänzt Spinat aufs Feinste. Aber natürlich: An kalten Apriltagen hat auch der durchpürierte Klassiker mit Muskat und „Blubb“ seine tröstende Berechtigung. Nur ein halber Mythos ist, dass man Spinat nicht wieder aufwärmen darf. Er enthält zwar Nitrat, das Bakterien in krebserregendes Nitrit umwandeln. Stellt man Reste aber rasch in den Kühlschrank, kann man die Entstehung giftiger Substanzen verzögern. Spinat à la Saison, frisch vom Feld und in Bioqualität, enthält übrigens am wenigsten Nitrat.

Und Superkräfte setzt der zarte Grüne wirklich frei. Forscher haben Eiweiße aus seinen Blättern isoliert und tüfteln damit an „Spinatzellen“ für künstliche Fotosynthese, die einst mehr leisten sollen als Solarzellen. Popeyes spinach power speist sich allerdings aus einer anderen Quelle: Im Juli 1932 isst der Matrose zum ersten Mal Spinat – frisch vom Beet. Seine Freundin Olivia ruft: „Lieber Himmel, bist du ein Pferd?“ Popeye spricht mit Pfeife im Mund: „Spinat ist voller Vitamin A. Das macht Menschen stark und gesund.“ Wie wahr. Und hoffentlich gilt das auch für Kettenraucher.

Frisch vom Feld gibt's Spinat ab März.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Sa, 2016-07-23 16:02
Bagdad (dpa)

Anschlag auf Flüchtlinge im Irak kostet viele Menschenleben

Bagdad (dpa) - Bei Anschlägen auf Flüchtlinge im Norden des Iraks sind 14 Menschen getötet worden. Elf Zivilisten seien gestorben, als sich ein Selbstmordattentäter am Samstag in einer Gruppe von Menschen in die Luft gesprengt habe. Sie waren zuvor aus der von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) kontrollierten Stadt Scharkat geflohen, wie ein Sprecher der Sicherheitskräfte mitteilte.

Die Detonation einer weiteren Bombe tötete demnach zudem zwei Kinder und verletzte zehn Personen. Regierungstruppen haben Scharkat, das nahe der IS-Hochburg Mossul liegt, belagert. Die Terrormiliz IS bekennt sich immer wieder zu Anschlägen im Irak, wo die Dschihadisten nicht erst seit dem Verlust der wichtigen Stadt Falludscha im Juni in der Defensive sind. Erst Anfang Juli hatte ein Anschlag des IS in Bagdad knapp 300 Menschen in den Tod gerissen.

Sa, 2016-07-23 15:40
Düsseldorf/Berlin (dpa)

Albig und Habeck äußern Vorbehalte zu Rot-Rot-Grün

Bis zur nächsten Bundestagswahl ist es zwar noch mehr als ein Jahr hin. Doch die Gedankenspiele über R2G - also Rot-Rot-Grün - sind schon munter im Gang.

Düsseldorf/Berlin (dpa) - Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) hat sich gegen eine Koalition mit Grünen und Linken im Bund ausgesprochen. «Derzeit würde es ja bei Weitem nicht für dieses Dreierbündnis reichen. Und ehrlich gesagt passt das inhaltlich auch nicht wirklich», sagte er der «Rheinischen Post» (Samstag).

Der schleswig-holsteinische Umweltminister Robert Habeck, der ein Spitzenkandidat der Grünen für die Bundestagswahl 2017 werden will, äußerte sich ebenso skeptisch zu Rot-Rot-Grün. «Sahra Wagenknecht ist in der Flüchtlingspolitik weiter von den Grünen entfernt als Angela Merkel. Sie beweist nahezu täglich, dass die Linke nicht regieren will», sagte er dem «Tagesspiegel» (Sonntag).

Gleichzeitig äußerte sich der Grünen-Politiker auch ablehnend zu Schwarz-Grün. «Ich rate meiner Partei ab, sich auf ein solches Bündnis einzuschwören», sagte Habeck. Es könne zwar sein, dass die Grünen nach der Wahl mit der Union verhandeln müssten. «Dann aber nicht im Gestus der Unterwerfung.»

Ministerpräsident Albig geht angesichts der Umfragewerte nicht davon aus, dass die SPD nach der Bundestagswahl 2017 den Kanzler stellen kann. «Erstes Ziel muss eine Regierungsbeteiligung sein, nicht eine Fixierung auf das Kanzleramt», sagte er: «Wer jetzt lang und breit über den SPD-Kanzler philosophiert, macht sich doch unglaubwürdig.»

Über die Frage, wer Kanzlerkandidat seiner Partei werden soll, äußerte sich Albig nur indirekt. «Wir gehen nicht in einen Beauty-Contest mit der Kanzlerin. Es werden Parteien gewählt, keine Personen.» Die SPD habe alle Wahlversprechen umgesetzt und Parteichef und Vizekanzler Sigmar Gabriel mache «einen ausgezeichneten Job».

Die SPD liegt mit Werten um 25 Prozent weit hinter der Union, die auf etwa 35 Prozent kommt. Albig hatte schon vor einem Jahr in seiner Partei für Furore gesorgt, als er angesichts der Popularität Merkels einen Sieg der SPD bei der Bundestagswahl 2017 offen infrage stellte. Er sinnierte sogar darüber, ob die SPD überhaupt noch einen Kanzlerkandidaten aufstellen soll.

Sa, 2016-07-23 15:32
Kabul (dpa)

Mehr als 60 Tote bei IS-Doppelanschlag auf Demonstration in Kabul

Wieder einmal trifft es die afghanische Hauptstadt Kabul: Zwei Selbstmordattentäter sprengen sich inmitten einer Demonstration in die Luft. Die Terrormiliz IS bekennt sich zu dem Doppelschlag.

Kabul (dpa) - Zwei Selbstmordattentäter haben sich in der afghanischen Hauptstadt Kabul bei einer Demonstration von Schiiten in die Luft gesprengt und dabei mindestens 61 Menschen getötet. Wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Samstag weiter bekanntgab, wurden außerdem mindestens 207 Menschen verletzt. Nach Angaben des IS-Sprachrohrs bekannte sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu der Tat. Nach Angaben der Organisatoren hatten sich mehr als 10 000 Menschen auf einem zentralen Platz versammelt, um gegen die Verlegung einer geplanten Hochspannungsleitung zu demonstrieren.

Die beiden Attentäter zündeten nach Angaben der Behörde ihre Sprengstoffgürtel inmitten einer Demonstration. Ein Demonstrant, der sich in der Nähe aufgehalten hatte, sagte: «Erst dachten wir, das sei eine Minen-Explosion, aber als ich das Areal erreichte, wurde mir klar, dass es eine Selbstmordattacke war.» Er veröffentlichte ein Video auf Facebook, das den Platz mit zahlreichen blutüberströmten Opfern zeigte. Der Leiter des Isteqlal-Krankenhauses, Mohammad Sabir Nasib, sagte: «Viele der Verletzten, die zum Krankenhaus gebracht wurden, sind in schlechter Verfassung.»

Der Anschlag mache ihn «tieftraurig», erklärte Afghanistans Präsident Ashraf Ghani am Samstag. Unter den Opfern seien auch afghanische Sicherheitskräfte, fügte er hinzu.

Afghanistans Regierungsgeschäftsführer Abdullah Abdullah verurteilte den Anschlag auf Twitter: «Es zeigt, dass Terroristen und ihre Verbündeten keinen Respekt vor Menschenleben haben.»

Die Demonstration in Kabul richtete sich gegen die Verlegung der Route eines wichtigen Stromprojekts. Urspünglich hatte die Überland-Stromtrasse über die zentralafghanische Provinz Bamian verlaufen sollen. Nach einem späteren Gutachten wurde die Route aus Sicherheits- und technischen Gründen aber verlegt. Die Demonstranten beklagten die wirtschaftliche Benachteiligung und fortgesetzte Diskriminierung der Hasara, der größten ethnischen Minderheit des Landes. Bamian ist eine der ärmsten Provinzen des Landes und wird hauptsächlich von Hasara bewohnt.

Sa, 2016-07-23 14:35
Kabul (dpa)

61 Tote und 207 Verletzte bei Explosionen in Kabul

Kabul (dpa) - Bei zwei Explosionen während einer Demonstration in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind mindestens 61 Menschen ums Leben gekommen. Weitere 207 Menschen seien verletzt worden, teilte ein Sprecher des afghanischen Gesundheitsministeriums am Samstag mit, der eine weitere Erhöhung der Opferzahlen nicht ausschloss.

Sa, 2016-07-23 14:41
Sydney (dpa)

Australien hetzt Hunde als lebende «Zeitbombe» auf Ziegen

Sydney (dpa) - Drastische Maßnahme für den Naturschutz: Australien setzt auf einer Insel Dingos zur Tötung von 300 Ziegen aus. Die gefräßigen Huftiere bedrohen das Ökosystem des vier Quadratmeter kleinen Eilands Pelorus im Great Barrier Reef (Queensland), indem sie dort wachsende seltene Regenwaldpflanzen fressen. Man müsse etwas unternehmen, sonst werde die Insel von den Ziegen zerstört, sagte der Bürgermeister des Hinchinbrook Shire, Ramon Jayo, dem Sender ABC.

Die Wildhund-Rüden werden dem Sender zufolge mit Ortungshalsbändern ausgestattet und kastriert. Zudem werden ihnen Giftkapseln implantiert, welche die Tiere innerhalb von zwei Jahren töten sollen - eine Art eingebauter Selbstzerstörung, damit die Hunde nicht selbst zur Bedrohung für die Insel würden, wie Ben Allen, Wildtier-Ökologe an der Universität von Southern Queensland ausführt: Die Kapseln seien der Plan, falls es nicht gelinge, die Dingos nach getaner Arbeit zu finden und zu erschießen. «Dann gehen diese kleinen Zeitbomben hoch.»

Zwei der in Australien heimischen Wildhunde wurden bereits auf dem Festland gefangen und auf Pelorus ausgesetzt. Zwei weitere sollen folgen. Zuvor hätten Ranger versucht, die Ziegen zu erschießen. Aber in dem unwegsamen Gelände vermehrten sich die Tiere zu schnell, die einst als Futter für den Leuchtturmwärter angesiedelt wurden. Dingos haben sich schon früher bei der Jagd auf Ziegen bewährt.

Sa, 2016-07-23 14:58
Chengdu/Berlin (dpa)

Erdogan lässt Tausende Einrichtungen in der Türkei schließen

Die Vorgänge in der Türkei beunruhigen Deutschland, Europa und auch die G20-Gruppe der Top-Wirtschaftsmächte. Das hält den türkischen Präsidenten Erdogan aber nicht auf - die «Säuberung» geht weiter.

Istanbul/Chengdu/Berlin (dpa) - Die türkische Führung geht nach dem Putschversuch und der Ausrufung des Ausnahmezustands immer rigoroser gegen angeblich Verdächtige vor. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan ordnete nach Angaben vom Samstag die Schließung von 2341 Einrichtungen im Land an, darunter Schulen sowie gemeinnützige, gewerkschaftliche und medizinische Institutionen. Zugleich verschärfte die Regierung die Ausreisekontrollen, um vor allem Staatsbedienstete an einer Flucht ins Ausland zu hindern. Die Entwicklung löste international Besorgnis aus, deutsche Politiker forderten Konsequenzen.

Rund 11 000 Reisepässe vor allem von Staatsbediensteten wurden nach offiziellen Angaben für ungültig erklärt. An den Flughäfen müssen Staatsbedienstete nun eine Bescheinigung ihrer Behörde vorlegen, in der ausdrücklich steht, dass ihrer Ausreise nichts im Wege steht. Das gelte auch für Ehepartner und Kinder, hieß es.

Seit Donnerstag gilt in der Türkei ein 90-tägiger Ausnahmezustand. 37 500 Polizisten und zivile Angestellte wurden seither entlassen, darunter viele Mitarbeiter des Bildungsministeriums. 21 000 Lehrern wurde die Arbeitserlaubnis entzogen. 600 weitere Schulen sollten geschlossen werden, hieß es vom Bildungsministerium. Nach dem Putschversuch ließ die Führung mehr als 10 000 Menschen festnehmen.

Ziel ist es nach den Worten Erdogans, gegen Anhänger der Bewegung des Predigers Fethullah Gülen vorzugehen. Erdogan macht den in den USA lebenden Gülen für den Umsturzversuch aus den Reihen der Streitkräfte verantwortlich. Mehr als 260 Menschen wurden getötet. Die Türkei fordert von den USA Gülens Auslieferung.

Nach Angaben türkischer Regierungsvertreter haben alle von der Schließung betroffenen Einrichtungen Verbindungen zur Gülen-Bewegung. Die türkische Führung hat angekündigt, den öffentlichen Dienst von Gülen-Anhängern zu «säubern».

Erstmals seit dem gescheiterten Putsch in der Nacht zum 16. Juli traf Erdogan mit dem Chef des Geheimdienstes MIT, Hakan Fidan, zu einer Unterredung zusammen. Erdogan sagte, es habe Versäumnisse des Geheimdienstes vor dem Umsturzversuch gegeben. Fidan und Armeechef Hulusi Akar sollen aber vorerst auf ihren Posten bleiben, wie Erdogan im französischen Sender France 24 erklärte.

Die führenden Industrie- und Schwellenländer forderten von ihrem G20-Partner Türkei die Einhaltung rechtsstaatlicher Regeln. Die G20-Finanzminister und -Notenbankchefs wollten bei ihrem Treffen im chinesischen Chengdu betonen, dass die Stabilität der Türkei wichtig sei, hieß es aus G20-Kreisen. Eine entsprechende Formulierung sollte es in der G20-Erklärung geben.

Der stellvertretende türkische Ministerpräsident Mehmet Simsek hatte zuvor bei einem Symposium in Chengdu den G20-Partnern zugesichert, die demokratischen Regeln einzuhalten. Auch andere G20-Staaten hätten in Bedrohungslagen den Ausnahmezustand verhängt. Die Türkei gehört als aufstrebende Volkswirtschaft zur Gruppe der G20-Länder. 

Schäuble wollte am Rande des G20-Treffens in der Millionen-Metropole noch einmal länger mit seinem türkischen Amtskollegen sprechen. «Ich werde ihm natürlich ... schon die große Besorgnis in Deutschland und überall in Europa ... erklären.» Er werde ihm sagen, dass das, was in der Türkei stattfinde, nicht dem entspreche, «was wir unter Demokratie und Herrschaft des Rechts verstehen», sagte Schäuble. 

Der Deutsche Richterbund hält die Reaktionen der Bundesregierung und der EU auf die Massenfestnahmen von Richtern und Staatsanwälten in der Türkei für zu lasch. Der Vorsitzende des Richterbundes, Jens Gnisa, sagte der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Samstag): «Die Bundesregierung erweckt bislang nicht den Eindruck, dass sie sich mit letzter Konsequenz für den Erhalt des Rechtsstaates und einer unabhängigen Justiz in der Türkei einsetzen will.»

CSU-Chef Horst Seehofer sprach sich für einen Abbruch der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei aus. «Wenn man sieht, wie die Türkei nach dem gescheiterten Militärputsch den Rechtsstaat abbaut, müssen diese Verhandlungen sofort gestoppt werden», sagte Seehofer den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth von den Grünen warf Erdogan im SWR vor, die Demokratie in der Türkei «totgesäubert» zu haben. Als Konsequenz forderte sie die Aufkündigung des EU-Flüchtlingsabkommens mit der Türkei. Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir warf Erdogan vor, gewaltsam die Alleinherrschaft anzustreben. «Erst haben wir einen dilettantisch ausgeführten Putsch des Militärs erlebt. Jetzt folgt offensichtlich ein von langer Hand geplanter Staatsputsch», sagte Özdemir der «Passauer Neuen Presse» (Samstag).

Sa, 2016-07-23 14:28
Berlin (dpa)

An Zivilstreife vorbeigerast - 105 Stundenkilometer zu schnell

Berlin (dpa) - Das wird teuer: Mit 105 Stundenkilometern über der erlaubten Geschwindigkeit ist ein Motorradfahrer in Berlin erwischt worden. Der 27-Jährige war am Freitagabend mit 145 Stundenkilometern an einer Zivilstreife in einem Baustellenbereich mit Tempolimit 40 auf der Autobahn A113 vorbeigerast, wie die Polizei am Samstag mitteilte. Der 27-Jährige konnte dann gestoppt werden. Dem Raser droht jetzt ein Bußgeld von 1360 Euro und ein Fahrverbot für drei Monate. «Auch seinen Führerschein wird er wohl für drei Monate abgeben dürfen», teilte die Polizei mit.

Sa, 2016-07-23 14:29
Pampau (dpa)

Spektakulärer Fund: Eine Robbe aus dem Urmeer

Groß Pampau (dpa) - Freizeit-Paläontologen haben in einer Kiesgrube in Schleswig-Holstein Skelettteile einer nach ihren Schätzungen elf Millionen Jahre alten Robbe ausgegraben. Der Fund in Groß Pampau sei eine kleine Sensation, sagte Grabungsleiter Gerhard Höpfner am Sonnabend bei der Vorstellung des Fundes. Weltweit gebe es bisher kaum vergleichbare Funde aus dieser Zeit. Die Grube nordöstlich von Schwarzenbek gilt unter Experten als ungewöhnlich ergiebige Lagerstätte für Großfossilien aus der Zeit des Miozäns (vor etwa 23 bis 5 Millionen Jahren). Seit 1984 wurden dort zehn fast vollständige Skelette von Walen und Haien ausgegraben. Die Robbe soll jetzt präpariert und wie auch die früheren Funde im Lübecker Museum für Natur und Umwelt ausgestellt werden.

Sa, 2016-07-23 14:49
Kabul (dpa)

IS-Sprachrohr: Terrormiliz für Anschlag in Kabul verantwortlich

Kabul (dpa) - Der schwere Anschlag in der afghanischen Hauptstadt Kabul wurde nach Angaben des IS-Sprachrohrs Amak von der Terrormiliz Islamischer Staat ausgeführt. Zwei Selbstmordattentäter hätten sich mit Sprengstoffgürteln in einer Menge von Schiiten in die Luft gesprengt, teilte Amak am Samstag mit. Bei den beiden Explosionen während einer Demonstration kamen mindestens 61 Menschen ums Leben gekommen. Weitere 207 Menschen seien verletzt worden, teilte ein Sprecher des afghanischen Gesundheitsministeriums am Samstag mit, der eine weitere Erhöhung der Opferzahlen nicht ausschloss.

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb, selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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