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Vorreiter Freiburg: Coffee-to-go bald nur noch in Mehrweg-Bechern
Slowenien nimmt das Recht auf sauberes Trinkwasser in die Verfassung auf
Schlechte Nachrichen fürs Klima: Der Öl-Boom in Texas geht weiter
Zwerggans in Gefahr: In Westeuropa gibt es gerade noch 50 Paare
Migrantensohn Van der Bellen ist besonnener Europa-Anhänger
Wien (dpa) - Er ist ein Migranten-Kind. Als Sohn einer Familie mit estnischen und russischen Wurzeln, die im Zweiten Weltkrieg vor den Russen ins Deutsche Reich flüchtete, wuchs Alexander Van der Bellen in Wien und Tirol auf. In Österreich machte der Mann, der sehr bedächtig spricht und sehr besonnen wirkt, Karriere als Wirtschaftswissenschaftler an der Universität Innsbruck.
Der zweifache Vater entschied sich erst spät für eine Laufbahn in der Politik. Die Besetzung der Hainburger Au von linken Aktivisten, die ein Wasserkraftwerk an der Donau verhindern wollten, wurde 1984 zum politischen Wendepunkt für Van der Bellen. Zu dem Zeitpunkt noch Mitglied der Sozialdemokraten, entschied er sich, zu den Grünen zu wechseln. 1994 zog er schließlich ins Parlament ein und wurde bald danach für elf Jahre Parteichef. Er schaffte es, die zerrissenen Grünen zu einen und zu ersten Erfolgen zu führen.
Zur Bundespräsidentenwahl tritt der 72-Jährige als Unabhängiger an, wird aber von den Grünen unterstützt. Van der Bellen ist glühender Anhänger eines multikulturellen, toleranten Europas. Seine Botschaft kommt vor allem in den großen Städten an, auf dem Land ist er eher unbeliebt. Daher versuchte er zuletzt, volkstümlicher zu erscheinen und hat sich ein neues Trachten-Sakko gekauft.
Freie Bahn für die EU? Trumps TPP-Rückzug birgt Chancen für Europa Von Alkimos Sartoros und André Stahl, dpa
TPP sollte den Handel zwischen den USA und der Asien-Pazifik-Region massiv ankurbeln. Donald Trump schiebt dem wohl einen Riegel vor. Für Europa entstehen dadurch Möglichkeiten - und Unwägbarkeiten.
Brüssel/Berlin (dpa) - Des einen Freud des anderen Leid? Donald Trump will zum Start seiner Amtszeit als US-Präsident im Januar das transpazifische Handelsabkommen TPP aufkündigen. Der Pakt sollte eine riesige Freihandelszone zwischen den USA und Ländern der Asien-Pazifik-Region schaffen. Nun gibt es Hoffnungen, dass die EU in die Lücke stoßen könnte. Angesichts des wachsenden Widerstands gegen Freihandelsabkommen in Europa ist das aber fraglich.
Wie sieht die EU-Kommission Freihandelsabkommen generell?
Für die Brüsseler Behörde und ihren Chef Jean-Claude Juncker ist die Sache klar: Handelsabkommen stärken die europäische Wirtschaft, schaffen Wachstum und neue Jobs. Durch den Wegfall von Zöllen und anderen Handelshemmnissen können europäische Firmen gewinnbringender in die weite Welt exportieren. Außerdem bietet sich demnach die Chance, andere Staaten zur Einhaltung von Mindeststandards etwa im Arbeitsrecht oder beim Umweltschutz zu verpflichten.
Welche Möglichkeiten bieten sich speziell in der Asien-Pazifik-Region?
Die EU-Kommission sieht hier besondere Chancen. Bis 2050 wachse dort die Mittelklasse um Millionen Menschen an, sagte jüngst etwa EU-Agrarkommissar Phil Hogan. Die Nachfrage nach hochwertigen Produkten werde in Ländern wie etwa Vietnam oder Malaysia erheblich steigen. Und daraus könne die EU Vorteile ziehen.
Welche Rolle spielt der Handel mit asiatischen Ländern für die EU heute?
Eine bedeutsame. Das an TPP beteiligte Japan etwa ist nach China der wichtigste EU-Handelspartner in Asien. Bei den Importen sind die Auto- und Elektronikindustrie herausragend, die EU exportiert - allerdings in geringerem Umfang - vor allem etwa Medikamente und medizinische Instrumente. In Japan und in anderen TPP-Ländern sieht Brüssel aber noch deutliches Steigerungspotenzial.
Existieren bereits EU-Freihandelsabkommen mit TPP-Ländern?
Die EU-Kommission verhandelt derzeit mit der Rückendeckung der Regierungen der EU-Staaten rund 20 Freihandelsabkommen weltweit - darunter auch mit den TPP-Staaten Japan, Malaysia, Mexiko, Chile, Australien und Neuseeland. Zuletzt schloss die EU zudem mit Kanada, Singapur und Vietnam Verträge ab.
Wie schätzen Wirtschaftsverbände die Chancen ein?
«Die USA berauben sich selbst der Möglichkeit, gestalterisch auf die Regeln für den Handel mit Asien einzuwirken», sagt der Präsident des deutschen Außenhandelsverbands (BGA) Anton Börner. Umso wichtiger sei es nun, dass die EU als Fürsprecher des freien Handels in der Welt Verantwortung übernehme.
Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) fordert, die EU solle nun selbst vor allem in Asien eine Führungsrolle einnehmen. «Das EU-Vietnam-Abkommen sollte bald in Kraft gesetzt werden, die Verhandlungen mit Japan sollten rasch abgeschlossen werden und die Verhandlungen mit den Philippinen und Indonesien zielorientiert vorangetrieben werden, damit die deutsche Wirtschaft neue Marktchancen nutzen kann», sagt DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier.
Was sagen Kritiker?
Im US-Wahlkampf waren Handelsabkommen wie etwa TPP ein wichtiges Thema. Viele Menschen machen sie etwa für den Verlust von Arbeitsplätzen verantwortlich. Auch in Europa formiert sich zunehmend Widerstand - zuletzt etwa gegen den mit Kanada ausgehandelten Ceta-Pakt. Kritiker - wie etwa Nichtregierungsorganisationen - fürchten, dass Mindeststandards ausgehöhlt werden. Die Abkommen seien oftmals auf Profitmaximierung multinationaler Unternehmen ausgelegt, während Arme auf der Strecke blieben.
Welche Risiken gibt es außerdem?
Eine isolationistisch ausgerichtete Handelspolitik der USA bietet für die EU zwar etwa in den TPP-Ländern Chancen. Indirekt könnte aber auch Europa leiden. Fraglich ist vor allem die Zukunft des EU-US-Handelsabkommens TTIP. Sollte Trump zudem seine Wahlkampf-Ankündigung wahr machen und Schutzzölle gegen Produkte aus China erheben, könnte ein Großteil der Waren möglicherweise auf den europäischen Markt gelangen. «Die EU wäre geneigt, dann ebenfalls Schutzmaßnahmen zu ergreifen», sagt der Politikwissenschaftler Sinan Ülgen von der Denkfabrik Carnegie Europe. Die Gefahr für Handelskriege würde erheblich steigen - mit teils unabwägbaren Folgen.
Vogelgrippe-Experte: «Sehr dynamisches Geschehen» Von Martina Rathke, dpa
Die Wissenschaftler des Friedrich-Loeffler-Instituts gehen von einer hohen Belastung der Umwelt mit dem Vogelgrippe-Erreger H5N8 aus. Dafür sorgen auch infizierte Wildvögel ohne Krankheitssymptome.
Greifswald-Riems (dpa) - Die Vogelgrippe verbreitet sich weiter - über weite Strecken wahrscheinlich auch durch Wildvögel ohne Symptome. «Wir beobachten derzeit ein sehr dynamisches Geschehen mit starken Ausbreitungstendenzen», sagte der Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts, Thomas C. Mettenleiter. Der Infektionsdruck aus der Natur in die Ställe sei sehr hoch.
Das Institut sieht Indizien für eine «beträchtliche Kontamination» der Umwelt mit dem H5N8-Erreger. Die Rate der positiv getesteten toten Wildvögel sei im Vergleich zur Vogelgrippe H5N1 vor zehn Jahren sehr hoch, sagte Mettenleiter. Tote, infizierte Wasservögel würden in der Natur von Räubern wie Füchsen, Mardern oder auch Greifvögeln geöffnet. Damit könnten Innereien, die hohe Viruslasten tragen, verschleppt und der Erreger weiter verbreitet werden.
Bislang gibt es laut Mettenleiter keinen Nachweis, dass Säugetiere an H5N8 erkranken, das gelte auch für Hunde und Katzen. Dennoch haben einige Bundesländer verfügt, dass diese Haustiere in begrenzten Bereichen, insbesondere in den nach Vogelgrippe-Funden verhängten Sperrgebieten, derzeit nicht frei herumlaufen dürfen. Das Verbot zielt nach Auskunft des Agrarministeriums von Mecklenburg-Vorpommern darauf ab, dass die Vierbeiner die Vogelgrippe-Viren nicht verbreiten, etwa weil der Kot infizierter Tiere an den Pfoten oder im Fell haftet oder weil sie sich an toten Vögeln zu schaffen machten.
Mettenleiter zufolge muss davon ausgegangen werden, dass infizierte Wildvögel in der Inkubationszeit oder solche, die gar keine Krankheitssymptome bekommen, als «mobile Virusträger» die Ausbreitung forcieren. So war der hochpathogene Erreger H5N8, der derzeit deutschen Geflügelhaltern Sorge bereitet, bereits im Juni 2016 im russisch-mongolischen Grenzgebiet bei gesund erlegten Graureihern, Haubentauchern, Kormoranen und Möwen nachgewiesen worden. Dies könnte auch der Grund sein, warum der Erreger über lange Distanzen nach Mitteleuropa getragen wurde, sagte Mettenleiter.
Der Nachweis in Russland war offenbar ein Zufallsfund. Die erlegten Vögel waren im Rahmen eines aktiven Wildvogelmonitorings getestet worden. Dass ein Teil der infizierten Wildvögel nicht oder nicht schwer erkrankt, sei auch schon bei früheren Geflügelpest-Epidemien beobachtet worden. Der H5N8-Erreger ist aktuell nicht nur in Europa verbreitet, es gibt mittlerweile auch Nachweise in Israel und dem Iran.
Das FLI spricht von einer «Epidemie unter Wildvögeln mit gelegentlichen Einträgen in Nutzgeflügelbestände». Angesichts des hohen Infektionsdruckes von außen müsse mit weiteren Eintragungen in Nutzgeflügelbestände gerechnet werden, sagte Mettenleiter
Die Welt besser machen.
Wie? Steht im Greenpeace Magazin!
Umfrage: Krebs bleibt die am meisten gefürchtete Krankheit
Trotz aller medizinischen Fortschritte hat die Diagnose Krebs nichts von ihrem Schrecken verloren. Die Furcht vor Demenz oder einem Schlaganfall ist weit weniger verbreitet, wie eine neue Umfrage zeigt.
Hamburg (dpa) - Vor keiner Krankheit fürchten sich die Deutschen so sehr wie vor Krebs. Wie eine repräsentative Umfrage im Auftrag der DAK-Gesundheit ergab, haben 69 Prozent der Befragten Angst, an einem bösartigen Tumor zu erkranken. 50 Prozent äußerten die Sorge, eines Tages an Alzheimer oder Demenz zu leiden. Einen Schlaganfall fürchten 47 Prozent. Ein Unfall mit schweren Verletzungen (43 Prozent), ein Herzinfarkt (40) oder eine schwere Augenerkrankung (34) folgen auf der Liste der am meisten gefürchteten Gesundheitsrisiken, wie aus den am Mittwoch in Hamburg veröffentlichten Ergebnissen der Forsa-Umfrage weiter hervorgeht.
Bereits bei den Befragungen in den Vorjahren seit 2010 hatten jeweils um die 70 Prozent der Teilnehmer angegeben, sie fürchteten sich am meisten vor Krebs. Überdurchschnittlich groß ist diese Besorgnis in der Altersgruppe der 30- bis 44-Jährigen. Frauen (72) ängstigen sich häufiger vor einer Tumorerkrankung als Männer (69). Allerdings schätzen laut Umfrage 88 Prozent der Deutschen ihren Gesundheitszustand als gut (57) oder gar sehr gut (31) ein. Das sind zwei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Eher schlecht (10) oder sehr schlecht (2) fühlen sich nur 12 Prozent der Befragten.
Das Forsa-Institut befragte im Auftrag der DAK-Gesundheit zwischen dem 17. und 18. Oktober 2016 bundesweit 1004 Männer und Frauen.
Generaldebatte im Bundestag - Höhepunkt der Haushaltswoche
Bei den Haushaltsberatungen im Bundestag wird Stunde für Stunde über viele Details debattiert. Am Mittwoch geht es aber traditionell immer ums große Ganze. Kurz vor Beginn des Bundestags-Wahljahres verspricht die Generaldebatte diesmal besondere Spannung.
Berlin (dpa) - Die Haushaltsdebatte des Bundestags erlebt an diesem Mittwoch mit der Generaldebatte über die Politik der Bundesregierung ihren Höhepunkt. Der traditionelle Schlagabtausch zwischen Regierung und Opposition könnte bereits einen Vorgeschmack auf den bald beginnenden Bundestagswahlkampf liefern. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) wird erstmals seit ihrer Ankündigung, wieder für ihr Amt zu kandidieren, ans Rednerpult treten und ihre Politik verteidigen.
Erwartet wird, dass sich Merkel nach der Wahl von Donald Trump zum neuen US-Präsidenten auch zu den künftigen transatlantischen Beziehungen äußert. Die Lage in Europa nach der britischen Brexit-Entscheidung dürfte ebenfalls zur Sprache kommen.
Anlass für die Generaldebatte ist die Beratung des Einzeletats für das Kanzleramt, der im 329-Milliarden-Gesamthaushalt nur ein vergleichsweise kleiner Posten ist. Der Etat für 2017 ist der letzte Haushalt der amtierenden großen Koalition. Er wird an diesem Freitag endgültig vom Bundestag verabschiedet.
Zum Auftakt der viertägigen Etatberatungen hatte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble vor wachsenden Risiken für die Haushaltspolitik in den kommenden Jahren gewarnt und einen ehrlichen Wahlkampf angemahnt. «Die Lage wird in den kommenden Jahren nicht einfacher, sondern sie wird eher herausfordernder werden», sagte der CDU-Politiker am Dienstag im Parlament. Die finanziellen Spielräume bei den Einnahmen würden nicht größer, die Aufgaben aber mit Sicherheit schon - und damit auch die Ausgaben.
Im Kampf gegen den Terror und zur Bewältigung der Flüchtlingskrise hatte die Koalition die Mittel für Sicherheitsbehörden und Verteidigung sowie für humanitäre Hilfe zuletzt nochmals deutlich aufgestockt. Trotz der Milliarden-Mehrausgaben im Wahljahr will der Bund auch 2017 keine neuen Schulden machen. Schäuble peilt damit das vierte Jahr in Folge die «Schwarze Null» in seinem Etat an. Die Opposition sprach erneut von einem Haushalt der verpassten Chancen und der sozialen Härte.
Trump rudert zurück - hat der Wolf Kreide gefressen? Von Maren Hennemuth
Donald Trump hat seine Meinungen schon im Wahlkampf immer wieder angepasst, wenn er sich davon einen Gewinn versprach. Aber was der künftige Präsident nun von sich gibt, klingt nochmal ganz anders als vor dem 8. November. Nur bei einem Thema bleibt er hart.
New York (dpa) - Klimawandel, Folter, E-Mail-Affäre - müsste man die politische Wandlung nachzeichnen, die Donald Trump seit seinem Wahlsieg vollzogen hat, käme man wohl bei vielen Themen auf eine Kehrtwende von 180 Grad. In einem langen Interview hat sich der künftige US-Präsident den Fragen der «New York Times» gestellt - und mit sehr zahmen Antworten überrascht. Trump schien stark darum bemüht zu sein, umstrittene Aussagen aus dem Wahlkampf abzumildern. Die Journalisten der Zeitung bescheinigten dem 70-jährigen einen erkennbaren Eifer, seinem Publikum zu gefallen.
Inhaltlich äußerte sich Trump einmal mehr sehr vage. Wie bei all seinen Ankündigungen bleibt abzuwarten, was nach Trumps Amtsantritt am 20. Januar 2017 tatsächlich davon übrig bleibt - und was auch machbar ist. Eine Übersicht über seine jüngsten Äußerungen und was er zuvor versprochen hat:
FOLTER
Trump hat in diesem Jahr mehrmals erklärt, er werde das - international geächtete - Waterboarding zurückbringen und «noch viel schlimmere Dinge» einführen. Folter funktioniere als Verhörmethode, sagte er etwa im Februar. Waterboarding - also simuliertes Ertränken - war nach den Anschlägen vom 11. September eine umstrittene Praxis der CIA, um Terrorverdächtige zu verhören. Mittlerweile ist es verboten.
Trump deutete in dem Interview an, dass er seine Position zum Thema Folter nach einem Gespräch mit dem pensionierten Vier-Sterne-General James Mattis geändert hat. Dieser ist als neuer Verteidigungsminister im Gespräch. Mattis habe ihm gesagt, dass er derartige Methoden nie für sinnvoll gehalten habe, erklärte Trump. Folter mache nicht die Art von Unterschied, die manche Menschen erwarteten.
KLIMA
Der Unternehmer hat die Existenz eines von Menschen verursachten Klimawandels sehr oft angezweifelt. 2012 behauptete er, das Konzept der globalen Erwärmung sei von den Chinesen erfunden worden, um der Wettbewerbsfähigkeit der amerikanischen Industrie zu schaden. Im Wahlkampf versprach er den Ausstieg aus dem Pariser Klimavertrag.
Nun ist Trump deutlich zurückhaltender. Auf die Frage, ob sich die USA unter seiner Führung aus internationalen Klimaabkommen zurückziehen würden, sagte er: «Ich werde das sehr genau prüfen. Ich stehe dem Ganzen offen gegenüber.» Er räumte auch ein, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Klimawandel und menschlichem Einfluss geben könnte. «Irgendwie, es hängt davon ab, wie viel.»
SEINE EINSTIGEN KONKURRENTEN
Unzählige Male hat der Kandidat Trump erklärt, seine Konkurrentin Hillary Clinton hätte gar nicht für die Präsidentschaftskandidatur antreten dürfen. Unzählige Male nannte er sie «betrügerische» Hillary. Ließ er während einer Rede ihren Namen fallen, skandierte die Menge fast immer: «Sperrt sie ein!». In einer Fernsehdebatte versprach Trump, er werde als Präsident einen Sonderermittler einsetzen, der Clintons E-Mail-Affäre neu untersuchen solle.
Nun will er davon aber anscheinend nichts mehr wissen. Er habe kein Interesse mehr daran, die Ermittlungen gegen Clinton voranzutreiben, wolle lieber vorwärts blicken. «Ich will die Clintons nicht verletzen. Das will ich wirklich nicht», sagte der 70-Jährige. «Sie hat viel durchgemacht und auf sehr unterschiedliche Weise stark gelitten.»
Auch über den scheidenden Präsidenten Barack Obama verlor Trump nur gute Worte. Das Treffen mit ihm nach der Wahl sei großartig gewesen, erklärte er. «Ich mochte ihn wirklich sehr.» Vor dem 8. November hatte er Obama in Reden wiederholt als schwachen Präsidenten bezeichnet und seine Politik verhöhnt.
HANDEL
Trump hat sehr stark Stimmung geschürt gegen internationale Handelsverträge. Das brachte ihm großen Rückhalt im industriell geprägten Nordosten der USA ein, dem einst florierenden und inzwischen vom wirtschaftlichen Abschwung gebeutelten «Rostgürtel».
In einer Videobotschaft kündigte er nun an, sofort aus dem transpazifischen Handelsabkommen TPP aussteigen zu wollen - und zwar im Rahmen einer präsidentiellen Anordnung. Das TPP-Abkommen ist von zwölf Staaten einschließlich den USA unterzeichnet worden, aber noch nicht in Kraft. Der Abschluss war ein Herzstück der Agenda von Obama, der damit die wirtschaftlichen Verbindungen der USA zu Asien stärken wollte.


Südkorea und Japan unterzeichnen Militärabkommen zu Nordkorea
Seoul (dpa) - Südkorea und Japan haben im zweiten Anlauf ein umstrittenes Militärabkommen unterzeichnet. Dank des Pakts kann Südkorea direkt mit Japan geheimdienstliche Informationen über Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm austauschen, ohne dafür über seinen Bündnispartner USA zu gehen. Das Abkommen wurde am Mittwoch von Verteidigungsminister Han Min Koo und dem japanischen Botschafter in Seoul, Yasumasa Nagamine, unterzeichnet, wie das südkoreanische Verteidigungsministerium mitteilte.
Beide Länder wollten bereits vor vier Jahren das Abkommen zur Allgemeinen Sicherheit militärischer Informationen (GSOMIA) schließen. Das Vorhaben wurde jedoch auf Wunsch Seouls verschoben, weil es im eigenen Land ernste Bedenken dagegen gab. Die japanische Kolonialherrschaft über die koreanische Halbinsel von 1910 bis 1945 wird von den Koreanern noch heute als tiefe Schmach empfunden.
Auch diesmal gab es in Südkorea Widerstand gegen das Abkommen. Die Oppositionsparteien warfen der Regierung der wegen eines Korruptionsskandals politisch angeschlagenen Präsidentin Park Geun Hye vor, GSOMIA ohne Rücksprache mit den Parteien bewilligt zu haben. Die Regierung argumentierte, der Zugriff auf Informationen von japanischen Satelliten und anderen Beobachtungssystemen sei notwendig, um sich besser gegen Bedrohungen durch Nordkorea schützen zu können.
Vogelgrippe-Experte: Hohe Rate infizierter Wildvögel
Greifswald-Riems (dpa) - Die Vogelgrippe verbreitet sich rasch weiter. «Wir beobachten derzeit ein sehr dynamisches Geschehen mit starken Ausbreitungstendenzen», sagte der Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts, Thomas C. Mettenleiter. Der Infektionsdruck aus der Natur in die Ställe sei sehr hoch. Das Institut sieht Indizien für eine «beträchtliche Kontamination» der Umwelt mit dem H5N8-Virus. Die Rate der positiv getesteten toten Wildvögel sei im Gegensatz zur Vogelgrippe H5N1 vor zehn Jahren sehr hoch, sagte Mettenleiter.
Chance oder «enormes Problem»? - IG Metall ringt mit der E-Mobilität
Die Autoindustrie zählt neben Maschinenbau und Chemie zu den größten deutschen Wirtschaftsbranchen. Was bedeutet die E-Mobilität für die traditionellen Jobs in den Werken? Die IG-Metall-Spitze und wichtige Betriebsräte schwanken zwischen Alarmstimmung und Zuversicht.
Berlin (dpa) - Die Beschäftigten der Autoindustrie müssen sich nach Einschätzung der IG Metall wegen der E-Mobilität und Digitalisierung auf massive Umwälzungen bei den Anforderungen im Job gefasst machen. Dabei dürfte es laut Gewerkschaftschef Jörg Hofmann schwierig werden, die Chancen neuer Aufgaben mit der wohl sinkenden Zahl an klassischen Tätigkeiten im Bau von Verbrennungsmotoren auszubalancieren.
«Wir brauchen die Elektrifizierung des Antriebsstrangs hier in Deutschland, um Rationalisierungseffekte zumindest teilweise auszugleichen», sagte Hofmann in Berlin. Die IG Metall will das Thema zusammen mit den Betriebsräten der großen Auto- und Zulieferkonzerne stärker angehen. Der Gewerkschaft zufolge arbeiten etwa 250 000 der 880 000 im Fahrzeugbau beschäftigten Menschen in der Antriebstechnik.
«Jede Menge Beschäftigte müssen umqualifiziert werden», erklärte der Betriebsratschef von Daimler, Michael Brecht. Man versuche, so viele Mitarbeiter wie möglich in die neue Zeit mitzunehmen. Es gebe aber Grenzen. «Nicht jeder, der Ingenieur ist, kann auch Apps schreiben.»
Der Vize-Betriebsratschef von Bosch, Hartwig Geisel, ist skeptisch, ob sich der Trend weg vom Verbrennungsmotor ohne personellen Aderlass vollziehen lässt: «25 000 Arbeitsplätze bei Bosch in Deutschland hängen am Verbrennungsmotor. (...) Wir werden da ein enormes Problem bekommen.» Zulieferer gerieten unter Druck, weil Autobauer einen Teil der neuen Themen an sich zögen. «Der Kuchen wird neu verteilt.»
Bei Volkswagen hat der Umbruch in der Branche den «Zukunftspakt» mit ausgelöst. Dieser soll die internen Sparzwänge nach der Diesel-Krise und die Neuorientierung unter einen Hut bringen. Dazu sei schon ein «größerer dreistelliger Millionenbetrag» für Qualifikationsmaßnahmen eingeplant, berichtete Betriebsratschef Bernd Osterloh. Von den 9000 Jobs, die neu geschaffen werden sollen - bei gleichzeitiger Kürzung von weltweit 30 000 Stellen -, kämen 6000 aus Umqualifizierung. «Die anderen 3000 müssen wir vom Arbeitsmarkt holen», sagte Osterloh.
Für Hofmann hat die Elektromobilität großes Potenzial - aber die Bundesregierung müsse realistisch bleiben. «Das Ziel, bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf die deutschen Straßen zu bringen, ist faktisch kaum mehr erreichbar», meinte er mit Blick auf Engpässe bei der Infrastruktur und die relativ hohen Autopreise. «Aber wer heute am grünen Tisch das Ziel von null Verbrennern bis 2030 vorgibt, wird ebenfalls scheitern.» Die Grünen hatten einen Zulassungsstopp für neue Benzin- oder Dieselautos ab 2030 vorgeschlagen.
Eine weitere Verschärfung der CO2-Ziele in der EU ist aus Sicht der IG Metall richtig. Ein Papier nennt als Ziel, nach 2020 durch eine weitere Optimierung des Verbrennungsmotors jährlich 1,5 Prozent weniger des Treibhausgases auszustoßen. Bis 2030 könnte der Grenzwert so auf 70 Gramm je Kilometer sinken. Der Umweltforscher-Verbund ICCT glaubt, dass die Branche diesen Wert schon bis 2025 umsetzen kann.
À la Saison
Verehrte Vogelbeere
(Sorbus aucuparia)
Kann denn wirklich giftig sein, was die Vögel so lieben? Na, also. Und ganz im Gegenteil! Unsere Vorfahren hatten gute Gründe, die knallroten Früchtchen zu besingen. Und doch haben sie neben der leuchtenden auch eine dunkle Vergangenheit.

Die Sachsen sind empört, wenn Restdeutschland über ihren Dialekt lacht. Zu Recht. Wozu gibt es denn das Vogtland? Politisch mag es zum Freistaat gehören, mundartlich ist es Autonomiegebiet. „Kann schinn’rn Baam gippt’s, wie dann Vuglbärbaam. As wärd a su lächt nett ann schinn’rn Baam gahm...“, trällert man dort etwa. Trotz Sprachbarriere war diese Ode an den Vogelbeerbaum, alias Eberesche, vor hundert Jahren überregional ein Gassenhauer. Vornehmer formulierten die Lyriker, meinten aber dasselbe: Ein Wäldchen zu besitzen, „von flammenden Bäumen, an denen die Koralle wächst“, wünschte sich Else Lasker-Schüler. Und Gottfried Benn sinnierte von „Ebereschen – noch nicht ganz rot, von jenem Farbton, wo sie sich entwickeln, zu Nachglut, Vogelbeere, Herbst und Tod“. Mehr als 150 Kosenamen hat die Vogelbeere – von Aberesche bis Zappiepenboom.
Aberesche klingt wohl nicht ganz zufällig nach Aberglaube. Bauern „quickten“ (peitschten) zur Walpurgisnacht ihre Kälber mit Ruten der Eberesche. Das sollte ungebetene Geister bannen. Vor Blitzeinschlag oder Drachenanflug schützten ihre Zweige das Haus. Und von Kinder segen über Freude bis Schönheit gab es im Volksglauben fast nichts Gutes, wofür die Vogelbeere nicht stand. Das Kernobstgewächs mit den winzigen, scharlachroten Apfelfrüchten ist ein mythologischer Tiefwurzler. Bereits in der Bronzezeit legte man Toten seine Äste ins Grab. Keltische Druiden schnitzten Zauberstäbe aus seinem Holz. Und die Nordgermanen weihten die Eberesche Thor. Sie soll dem Donnergott ihre Zweige gereicht haben, als ein Fluss ihn fortriss.
Aus der Luft gegriffen ist die heidnische Verehrung der Vogelbeere ganz und gar nicht. Rettete sie doch oft genug nicht nur Göttern, sondern auch Menschen das Leben. In Notzeiten dämpften ihre Früchte – in den Wäldern gepflückt – den Hunger der Elenden, weshalb Karl der Große und fast tausend Jahre später auch Maria Theresia ihre Anpflanzung per Dekret anwiesen. Auch für ihre Heilkraft war die Vogelbeere berühmt. Ihres Vitamin-C-Gehalts wegen war sie ein probates Mittel etwa gegen Skorbut und trug noch im Zweiten Weltkrieg den Beinamen Zitrone des Nordens.
Was ihrem Ruf seither widerfahren ist, lässt sich nur vermuten. Ist das Wirtschaftswunder mit seiner Fülle leibhaftiger Zitrusfrüchte in den Obstauslagen schuld? Die Angst um Kleinkinder auf kulinarischer Spielplatzsafari? Festgehalten sei, dass die Vogelbeere im Gegensatz zur Tollkirsche harmlos ist, sofern man sie nicht eimerweise roh verspeist. Und dies dürfte kaum gelingen, weil ihre leicht giftige Parasorbinsäure bitter schmeckt. Der erste Frost und die Hitze des Herds verwandeln sie in süßliche Sorbinsäure und geben ihr ein Aroma, das an Preiselbeeren erinnert. Herbstkonfitüren mit milden Früchten verleiht sie Charakter. Im Chutney mit Zwiebeln und Chili ergänzt sie reifen Weichkäse. Und als Digestif mundet ein sorgsam destillierter Vogelbeergeist mit dem beglückenden Aroma von Marzipan.
Zugegeben, die Eberesche hat eine tödliche Seite. Viele Vogelarten teilen die Leidenschaft der Schnapsbrenner für die leuchtende Frucht. Ihr lateinischer Namenszusatz aucuparia setzt sich aus Vogel (avis) und fangen (capere) zusammen – Souvenir einer Zeit, als Amsel und Drossel fliegende Delikatessen waren und die Vogelbeere als Köder fungierte. Heute schätzt man sie für andere Qualitäten: Im Erzgebirge, unweit des Vogtlands, trotzt sie dem Dreck der böhmischen Industrie wie kein zweiter Baum. Und sie versüßt die Völkerverständigung in Gestalt des Jarcebinka. Der tschechische Ebereschenlikör ölt die Stimmbänder: Singeklub statt Singvogelragout. Prost und na zdraví auf den Vuglbärbaam!
HELLES VOGELBEER-CHUTNEY VON HENNE & OTTO
ZUTATEN FÜR ETWA ZWEI LITER
1 kg Stücke von säuerlichen Äpfeln, mit Schale
500 g Zwiebeln
500 g Staudensellerie mit Grün
250 g Vogelbeeren
½ l Apfelessig
1 Stück frischer Ingwer, ca. 3 cm lang
1 frische rote Chilischote
3 EL Senfsamen
ca. 500 g brauner Zucker
ca. 1 EL Salz
ZUBEREITUNG
1. Zwiebeln und Sellerie putzen und in Stücke schneiden. Selleriegrün extra fein hacken und beiseitestellen.
2. Apfel-, Zwiebel- und Selleriestuücke sowie 150 g Vogelbeeren in einem Kochtopf mit dem Essig übergießen.
3. Ingwer schälen und fein hacken, Chili sehr fein hacken, ggf. mit Handschuhen.
4. Ingwer, Chili und Senfsamen in den Topf geben. Mit Deckel ca. 20 Min. kochen, bis der Sellerie bissfest ist.
5. Zucker, Selleriegrün und 100 g Vogelbeeren zugeben. Ohne Deckel unter Rühren ½ bis 1 Stunde köcheln lassen, bis der Zucker aufgelöst und ein Großteil der Flüssigkeit
verdampft ist.
6. Mit Salz abschmecken.
7. Sofort in saubere Schraubgläser füllen und mind. 5 Min. kopfüber stehen lassen.
TIPP
Mindestens drei Wochen ziehen lassen, damit die Gewürze den vollen Geschmack entfalten. Zu fruchtig-pikantem Chutney empfehlen Katharina Henne und Lore Otto Baguette
À la Saison
Woher nimmt der Apfel seine Zauberkraft?
(Malus domestica)
Ohne ihn säßen wir noch im Paradies. Doch wir sollten Eva nicht gram sein. Den Apfel durften wir beim Auszug ja mitnehmen. Und der schmeckt einfach paradiesisch.

Beginnen wir ausnahmsweise bei Adam, Eva und dem Baum der Erkenntnis. Dass dieser ein Apfelbaum gewesen sein soll, steht in der Bibel nirgends. Doch die Selbstverständlichkeit, mit der aus dem Wort „Frucht“ im Lauf der Jahrtausende „Apfel“ wurde, zeigt, dass dieser die Frucht schlechthin ist. Es gibt kein wichtigeres Kulturobst. Vom goldenen Zankapfel in Homers Ilias bis zum Reichsapfel als Emblem kaiserlicher Macht, von Martin Luthers Versprechen, im Angesicht des Weltuntergangs ein Apfelbäumchen zu pflanzen bis zu Schneewittchens Biss in ein vergiftetes Exemplar, von Wilhelm Tells Armbrustakrobatik bis zu Isaac Newtons von Fallobst inspiriertem Schwerkraft-gesetz, von René Magrittes Granny Smiths bis zu den Apple Records der Beatles und schließlich zum globalen Siegeszug als Firmenlogo einer kalifornischen Computermarke – ist die abendländische Geschichte ein gewaltiger Apfelstrudel. Unmöglich, sie ganz zu erzählen.
Dabei ist die Paradiesfrucht noch weit älter als das Alte Testament. Lange ging man davon aus, dass die ersten Äpfel um 3000 vor Christus im Baltikum wuchsen. Mithilfe von DNA-Analysen fanden Oxford-Forscher vor zehn Jahren jedoch heraus, dass Malus domestica seinen Ursprung wohl in Zentralasien hat. Sie fanden seinen Vorfahren, den Asiatischen Wildapfel, an den Hängen des Tienschan im Norden Chinas. Vielleicht schmecken Äpfel aus kühlerem Klima deshalb so gut.
Schon die Germanen machten daraus Mus und Met. Wie die Frucht nach Europa gekommen war, ist unklar. Der Ruf eines wundervollen Heilmittels eilte ihr voraus. Das englische Sprichwort An apple a day keeps the doctor away ist so berühmt, dass es sogar jenseits der anglophonen Welt oft unübersetzt zur Anwendung kommt. In vielen Fällen notgedrungen – wie Max Goldt einst mit dem Versuch deutlich machte, die Sentenz ins Deutsche zu übertragen. Das Resultat „Ein Apfel am Tag und der Arzt fährt nach Prag“ entschuldigte er mit der Bemerkung, es sei erstaunlich, wie wenige Wörter sich auf Tag reimten. Immerhin erlaube das dem Mediziner eine sicher wohlverdiente Städtereise. Experten sagen übrigens, dass ein Apfel am Tag zwar keine Garantie ist, den Arzt dauerhaft an die Moldau zu verabschieden. Doch die Chancen stehen nicht schlecht –
so viel Gutes enthält die Frucht, vor allem Pektin, Vitamin C und Flavonoide.
Der wichtigste Grund für die Aura des Apfels, der schon Eva verfiel, ist natürlich sein Geschmack. Er hat eine aromatische Bandbreite von Zitronen- über Erdbeer- bis hin zu Walnussnoten. Abseits der fünf, sechs globalen Handelsmarken sorgen alte würzige Varietäten für Küchenglück. Interessanter als in Klassikern mit Kuchenteig, Zimt und Nelken verhält der Apfel sich zu den erdigen Komponenten von Wildbret, Blutwurst oder Roter Bete. Apfelsoße kontrastiert auf der Zunge perfekt zum Fett gegrillter Makrele. Und was wären Kohlsalat oder Rotkohl ohne die süße Säure? Zu Hartkäse mit roher Zwiebel passt das Kernobst ebenso wie zu Nüssen und dunklen Beeren. Unschlagbar ist es in Kombination mit Beifuß als Füllung der Weihnachtsgans.
Aber noch ist Sommer, die Ernte beginnt gerade erst. Bis der letzte Cox gepflückt ist, vergehen noch Monate. Die Frucht schlechtin ist – streng botanisch gesehen – übrigens eine Scheinfrucht! Niemand entlarvt das Blendwerk eleganter als die 2004 in Leipzig gegründete Satire-Organisation Front Deutscher Äpfel. Die FDÄ parodiert rechtsextreme Parteien und spielte mit der Wahl ihres Namens auf den damaligen NPD-Vorsitzenden Holger Apfel an. Die Künstler und Aktivisten agitieren gegen eine Überfremdung des deutschen Obstbestands und fordern: „Südfrüchte raus!“ Jemand sollte ihnen sagen, dass auch der Apfel ein Ausländer ist.
Frisch vom Baum gibt's Äpfel ab Septemberl
Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen
APFEL-KARTOFFEL-PUFFER MIT SAUERRAHM UND ZIMT VON MELISSA CLARK
ZUTATEN FÜR 18 PUFFER
6 EL Sauerrahm oder griechischer Joghurt
¼ TL gemahlener Zimt
¼ TL Ahornsirup
2 Äpfel, geschält und entkernt
1 große mehlig kochende Kartoffel
1 mittelgroße geschälte Zwiebel
75 g Mehl
3 große Eier
2 TL grobkörniges Natursalz
1 ¼ TL Backpulver
½ TL schwarzer Pfeffer
Olivenöl zum Braten
ZUBEREITUNG
1. Sauerrahm oder Joghurt mit Zimt und Sirup in einem Schälchen verquirlen. Abdecken und kalt stellen.
2. Äpfel, Kartoffel und Zwiebel grob reiben. Die Masse in einem sauberen Geschirrtuch auswringen. Je weniger Flüssigkeit übrig bleibt, desto krosser werden die Puffer.
3. Die Masse in eine große Schüssel geben. Mehl, Eier, Salz, Backpulver und Pfeffer untermischen, bis das Mehl im Pufferteig gebunden ist.
4. Öl in einer Pfanne mit schwerem Boden erhitzen und 3-4 gehäufte EL der Apfel-Kartoffel-Masse hineinsetzen. Mit dem Pfannenwender flach drücken.
5. Wenden, wenn die Ränder der Puffer braun und kross gebraten sind. Dann die andere Seite tiefbraun rösten. Zum Abtropfen auf einen Teller mit Küchenpapier legen.
6. So lange wiederholen, bis der Teig alle ist. Und die Puffer mit je einem Klecks Zimt-Sauerrahm servieren.
À la Saison
Himmlische Himbeere
(Rubus idaeus)
Was haben glühende RAF-Terroristinnen und eiskalte Banker gemeinsam? Sie machen zu oft Ferien im Himbeerreich. Da wollen Sie auch hin? Ein Wegweiser.

Schokolade, Zigaretten, Marshmallows – für diese Schätze aus dem „Himbeerreich“ bedankt sich Gudrun Ensslin 1968 per Gefängnispost bei ihrem Verlobten und bestellt noch eine luxuriöse Feuchtigkeitscreme hinterher. Die üppige BRD-Warenwelt versüßt der Pfarrerstochter, die kurz darauf die RAF mitgründen wird, ihr Zellenleben. Das Dialektische daran ist Ensslins Haftgrund: Brandanschläge auf zwei Kaufhäuser. „Wer Himbeerreiche anzündet, kann nicht erwarten, deren Früchte zu ernten“, sinniert 2013 der Chauffeur Hans Helmut Hinz. Er meint aber keine konsumaffinen Linksterroristinnen, sondern bonusgetriebene Bankvorstände, deren Limousinen er durch die Finanzkrise kutschiert. Hinz ist eine Figur aus dem Theaterstück „Das Himbeerreich“. Dessen Autor Andres Veiel will uns ausdrücklich nicht sagen, dass Banker Terroristen sind. Aber eines wissen sie wohl so gut wie Bombenleger (und wir alle): Wo Himbeeren wachsen, wartet das Paradies.
Rubingleich funkeln die fragilen Früchte am stacheligen Strauch. Sie duften betörend, netzen die Fingerspitzen purpurn wie Theaterblut und zergehen sonnenwarm auf der Zunge – seit Jahrtausenden. Samenfunde in Steinzeitsiedlungen belegen, dass es sich um eine der ältesten Naschereien der Welt handelt. Die Himbeere ist echt „paläo“. Kultiviert wurde sie schon im alten Rom, wo sie als Heilpflanze auch gegen Schlangenbisse und Skorpionstiche helfen sollte. Der Erfolg ist fraglich. Gesund ist die Himbeere aber durchaus. Sie enthält enorme Mengen Vitamin C, viel Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen. Das stärkt den Kreislauf, das Immunsystem und wirkt entgiftend sowie entzündungshemmend.
Die Römer nannten die Beere, die eigentlich eine Sammelsteinfrucht ist, Rubus idaeus – nach der Nymphe Ida. Einst soll die Tochter des kretischen Königs ein weinendes Kind in den Bergen gefunden haben, den jungen Göttervater Jupiter. Als sie ihm eine Himbeere pflückte, stach sie sich an den Dornen. Blut tropfte auf die ehedem weißen Früchte und färbte sie rot. Toll, diese antiken Sagen. Diese aber hat der französische Arzt Henri Leclerc 1925 für sein Buch „Les fruits de France“ dreist erfunden. Es ist auch eher öde, dass wohl der türkische Berg Ida Namenspate des Obstes war. Und „Himbeere“ kommt vom althochdeutschen Wort hintperi – Beere der Hirschkuh, vielleicht weil sie sich in lichten Wäldern so wohlfühlt.
In der Küche ist diese Frucht ein Naturtalent: Sie ist vollkommen, so wie sie ist. Ein paar gute Begleiter gibt es aber doch. Alles Cremige unterstreicht ihren Wohlgeschmack, Ziegenkäse steht im würzigen Kontrast dazu. Mit Pfirsich (Melba!), Mandel und Rosenwasser verträgt sie sich schwesterlich. Immerhin stammen sie alle aus der Großfamilie der Rosengewächse. Haselnüsse stehen ihr – traditionell in Linzertorte – ebenfalls gut. Auch dunkle Schokolade, Minze und – ja – Zucker, etwa in Marmelade, kann sie aushalten. Die Kerne mögen stören, sorgen aber auch für feine Holznoten. Nicht zuletzt harmoniert das berauschende Aroma reifer Himbeeren ausgezeichnet mit Alkohol, in Sekt etwa oder köstlichem Himbeergeist.
Es gibt auch schwarze, weiße, rosa und gelbe Sorten. Sobald Himbeeren zu sehr glänzen, ist aber Vorsicht geboten. Etwa in Hollywood. Seit 1981 verleihen Cineasten am Vorabend der Oscars den Antipreis „Goldene Himbeere“. Der Name der Plastiktrophäe spielt auf die Redewendung to blow a raspberry an: laut losprusten. Die so geehrten Schauspieler erscheinen selten persönlich. Im Jahr 2005 stellte sich Halle Berry aka Catwoman der Schmach und sprach die wahren Worte: „Wer kein guter Verlierer ist, kann kein guter Gewinner sein.“ So golden munden Niederlagen nur mit Himbeere. Liebe Banker, es ist nie zu spät, die eigene Leistung infrage zu stellen. Möge der Sommer himbeerreich sein.
Frisch vom Feld gibt's Himbeeren ab Juni.
Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen
BOHNEN-HIMBEER-SALAT VON THOMASINA MIERS
ZUTATEN FÜR 4-6 PORTIONEN
300 g grüne Bohnen, geputzt
4 kleine Römersalate
ein paar Zweige Estragon
eine kleine Handvoll gehackte Minze
2 Vollkornpitas
120 g Ziegenkäse
Meersalz, frisch gemahlener Pfeffer
200 g Himbeeren
100 g geröstete Haselnüsse, grob gehackt
Sumach zum Garnieren
FÜR DAS DRESSING
1 kleine Knoblauchzehe, geschält und zerdrückt
2 TL Dijon-Senf
1 TL Honig
1 kleine Schalotte, geschält und fein gehackt
1 EL Weißweinessig
6 EL Buttermilch
4 EL Olivenöl
ZUBEREITUNG
1. Bohnen 4-5 Minuten blanchieren, abschrecken und auf einem Tuch abtropfen lassen.
2. Knoblauch, Senf und Honig in einem Marmeladenglas vermengen. Schalotten, Essig und Buttermilch untermischen. Olivenöl zugeben, schließen und kräftig schütteln.
3. Salat waschen und trocknen. Mit Bohnen und Kräutern auf einer Platte anrichten.
4. Pitas toasten, öffnen und in grobe Stücke schneiden. Mit Ziegenkäse bestreichen, etwas salzen und bei starker Hitze im Ofen rösten, bis der Käse sich braun färbt.
5. Etwas Dressing entnehmen. Salat im Rest schwenken und würzen. Mit Himbeeren und Nüssen bestreuen, mit restlichem Dressing übergießen, mit Pitas bedecken und großzügig mit Sumach besprengen.
Wichtige Erfindungen und Entwicklungen von Werner von Siemens
München (dpa) - Mit der Konstruktion des Zeigertelegrafen legte Werner von Siemens in den Jahren 1846 und 1847 den Grundstein seiner technisch-wissenschaftlichen, aber auch unternehmerischen Laufbahn. Das Gerät arbeitete zuverlässig und war den damals bereits existierenden Apparaten der Nachrichtenübertragung überlegen. Um es in Serie herstellen zu können, gründete der Erfinder zusammen mit dem Feinmechaniker Johann Georg Halske im Oktober 1847 die «Telegraphen-Bauanstalt von Siemens & Halske». Im gleichen Jahr entwickelte Werner von Siemens zudem ein Verfahren, um Drähte mit einer nahtlosen Umhüllung aus Guttapercha zu versehen, einem dem Kautschuk ähnliches Material.
Auf dem Gebiet der Elektrotechnik gilt die Entdeckung des elektrodynamischen Prinzips und die Entwicklung des ersten Generators im Jahr 1866 als Werner von Siemens' bedeutendste Leistung. Damit schuf er die Voraussetzung, Elektrizität in größerem Umfang zu erzeugen und zur Energieversorgung nutzbar zu machen.
Mit der Zeit erschloss das Unternehmen immer neue Anwendungsfelder der Elektrizität: 1879 präsentierte Siemens & Halske auf der Berliner Gewerbeausstellung die erste elektrische Eisenbahn der Welt mit Fremdstromversorgung. Auch die neu entwickelte Differential-Bogenlampe wurde anlässlich der Ausstellung in einer Berliner Ladenpassage installiert, auf die drei Jahre später die erste ständige elektrische Straßenbeleuchtung Berlins folgte.
1880 konstruierte Werner von Siemens den ersten elektrischen Personenaufzug der Welt. Ein Jahr später wurde die weltweit erste elektrische Straßenbahn im heutigen Berliner Stadtteil Lichterfelde in Betrieb genommen.
Vogelgrippe als «höhere Gewalt» - wirtschaftliche Folgen noch gering Von Birgit Sander, dpa
Die Vogelgrippe breitet sich unter Wildvögeln rasch aus. Nutzgeflügel ist bisher nur in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern betroffen. Die Geflügelbranche bundesweit ist besorgt, auch wenn die wirtschaftlichen Auswirkungen noch relativ gering sind.
Schwerin/Berlin (dpa) - Die Geflügelpest mit ihrem aggressiven Virus H5N8 ist bislang bei Vögeln in elf Bundesländern nachgewiesen. In den Küstenländern Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern verendete auch Hausgeflügel an der Vogelgrippe. Mehrere Länder verbieten inzwischen die Einfuhr von deutschen Hühnern, Enten, Gänsen und Puten. Die Geflügelwirtschaft ist beunruhigt.
Wie groß ist der Schaden bisher?
Das ist schwer zu beziffern. Für die betroffenen Geflügelbetriebe, die Zehntausende Tiere verloren, ist der Schaden natürlich immens - auch wenn sie von den Tierseuchenkassen entschädigt werden. Hinzu kommen für die gesamte Branche Einbußen durch das Wegbrechen von Exportmärkten. Bisher haben Israel, Japan, Südafrika und Südkorea Einfuhren von Geflügel und Geflügelprodukten aus Deutschland verboten.
Welchen Umfang haben die Exporte in diese Länder?
Nach Angaben des Zentralverbandes der Geflügelwirtschaft (ZDG) ist der Anteil der Exporte in Drittländer außerhalb der EU sehr gering. Hauptsächlich produziert Deutschland Geflügelfleisch und Eier für den eigenen Bedarf. Bei Eiern wird der Bedarf nur zu 70 Prozent gedeckt. Von den Ausfuhren entfallen mehr als 90 Prozent auf EU-Länder. Nur der Rest geht an Nicht-EU-Länder, von denen vier jetzt Einfuhren verboten haben. Zwölf weitere können Geflügelprodukte nicht mehr einführen, weil in den nötigen Dokumenten die Freiheit Deutschlands von der Vogelgrippe nicht bescheinigt werden kann.
Dann tun die Exporteinschränkungen tatsächlich nicht sehr weh?
Das ist unterschiedlich. Mecklenburg-Vorpommern zum Beispiel versucht, neue Absatzmärkte zu erschließen und hatte in jüngster Zeit Interessenten aus Südkorea und Kuba zu Gast, die sich Betriebe und Geflügelschlachthöfe ansahen. Für diese Geschäfte sieht es nun schlecht aus. Außerdem gibt es noch den Zuchtsektor. Der Handel mit Bruteiern und Eintagsküken ist international. Für den Sektor ist es dem ZDG zufolge sehr schmerzhaft, dass Deutschland den Status «Frei von Vogelgrippe» verloren hat. Jedes Exportland entscheidet für sich, ob es weiter Eier und Küken einführt. Der ZDG hofft, dass die Einfuhrsperren relativiert werden und nur auf die von Vogelgrippe betroffenen Regionen in Deutschland bezogen werden.
Kaufen Kunden in Deutschland jetzt weniger Geflügelfleisch?
Das ist nach Angaben der Branche nicht zu spüren. Die Kunden geben den Tierhaltern keine Schuld an der Geflügelpest, sondern sehen sie als «höhere Gewalt» an.
Dürfen Eier und Geflügelfleisch weiter mit dem Etikett «Freiland» verkauft werden, wenn die Stallpflicht gilt?
Ja, bis zu zwölf Wochen lang. Bei Bio-Geflügelfleisch und Bio-Eiern gilt diese zeitliche Begrenzung nach Angaben des bundesweit tätigen Ökolandbauverbandes Biopark nicht. Konventionelle Freiland-Eier dürfen nach einem Vierteljahr nur noch als billigere Eier aus Bodenhaltung angeboten werden, das bedeutet Einbußen für die Betriebe. Der ZDG setzt sich nach eigenen Angaben dafür ein, dass eine Stallpflicht nicht länger als zwölf Wochen gelten darf.
Verringert sich die Legeleistung, wenn ans Freiland gewöhnte Hennen in den Ställen bleiben müssen?
Vorübergehend passiert das durchaus, einen signifikanten Rückgang gibt es nach Angaben von Praktikern jedoch nicht. Im günstigsten Fall haben die Hennen auch weiterhin die Möglichkeit, ans Tageslicht zu kommen - in sogenannten Wintergärten, die überdacht sind. Dann fehlt ihnen nur der Auslauf und frisches Grün.
Stimmt es, dass Freiland-Hühner im Stall aggressiv werden?
Ja, ihr Tagesrhythmus ist erst einmal gestört. Um zu verhindern, dass sich die Tiere gegenseitig attackieren, brauchen sie im Stall mehr Beschäftigungsmaterial wie Einstreugetreide, Grünfutter oder Behälter mit Löchern, aus denen sie Körner picken können.
OVG Schleswig entscheidet über Schutzstatus syrischer Flüchtlinge
«Subsidiärer Schutz» - dieser Status zerschlägt für syrische Flüchtlinge alle Hoffnungen auf einen schnellen Nachzug ihrer Familie nach Deutschland. Doch ist das rechtens? Viele Verwaltungsgerichte sehen das anders. Nun geht die Frage eine rechtliche Ebene höher.
Schleswig (dpa) - Das Oberverwaltungsgericht Schleswig entscheidet an diesem Mittwoch über die Praxis der Asylbehörde BAMF, syrischen Kriegsflüchtlingen nur eingeschränkten Schutz zu gewähren. In dem Berufungsverfahren wehre sich das BAMF gegen eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Schleswig, das einer jungen Syrerin den vollen Schutzstatus zuerkannt hatte, sagte eine Gerichtssprecherin. In der aktuellen Flüchtlingssituation werde bundesweit erstmals ein Obergericht nach mündlicher Verhandlung in dieser Frage entscheiden.
Zuvor hatten laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) rund 32 000 der insgesamt 113 000 Flüchtlinge mit «subsidiärem Schutz» gegen die seit März bestehende Regel geklagt. Unter ihr dürfen sie Familienmitglieder erst nach Jahren nachholen. Die große Koalition hatte dies im Asylpaket II beschlossen. Deutsche Verwaltungsgerichte urteilen jedoch meist anders: Von den 3490 in erster Instanz bereits entschiedenen Fällen bekamen 2665 (76 Prozent) der Kläger Recht - und somit die volle Anerkennung als Asylberechtigte.
In den Verfahren ist häufig strittig, ob Flüchtlinge aus Syrien bei einer Rückkehr grundsätzlich mit politischer Verfolgung, Festnahme oder Folter rechnen müssen. «Aus Sicht des Bundesamts erfordert die Lage in Syrien eine differenzierte Bescheidungspraxis», teilte eine Sprecherin des BAMF mit. Denn die Flüchtlinge schilderten in der Anhörung seltener individuelle Verfolgung, sondern bezögen sich oft auf die Lage im Land im Allgemeinen.
Vielen Verwaltungsgerichten zufolge kommt es darauf aber nicht an. Im Fall, der nun vor dem OVG Schleswig verhandelt wird, entschied das Verwaltungsgericht in erster Instanz: Ohne näher auf die Lage in Syrien einzugehen, könne die Einteilung in «subsidiären Schutz» und vollen Flüchtlingsstatus nicht erfolgen. Und: «Eine Auseinandersetzung mit der aktuellen Situation in Syrien» lasse das BAMF «gänzlich vermissen». Dabei könne bereits die Flucht an sich eine Rückkehr gefährlich machen - und somit als Asylgrund gelten.
Die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Ulla Jelpke, rechnet angesichts der Gerichtsentscheidungen damit, dass Syrer schon bald das Recht auf den vollen Flüchtlingsstatus zurückerhalten werden. «Ich gehe davon aus, dass die Aussetzung des Familiennachzugs für Flüchtlinge noch dieses Jahr Geschichte sein wird», sagte sie der «Huffington Post».
Geht doch!
Abgasfrei unterwegs
Konsequenter Klimaschutz: Diesel und Benziner sollen von der Straße verschwinden

Ausgerechnet ein Land, das seinen Reichtum Öl und Gas zu verdanken hat, will den Benzinhahn zuerst zudrehen. Ab 2025 sollen in Norwegen keine Autos mit Verbrennungsmotor mehr zugelassen werden. Fünf Jahre später müssen laut dem Gesetzentwurf auch neue Schiffe und Fähren abgasfrei fahren. Mit dem Bann der fossilen Antriebe verfolgt die norwegische Regierung eine konsequente Klimapolitik. Denn der Transportsektor ist für rund ein Drittel des CO2-Ausstoßes in dem skandinavischen Land verantwortlich. Bereits heute ist Norwegen Vorreiter in Sachen Elektromobilität. 15 Prozent aller neu zugelassenen PKWs fahren mit Strom, der nahezu vollständig aus Wasser- und Windkraft gewonnen wird. In Deutschland liegt der Elektroauto-Anteil noch immer im Promillebereich. Während Umweltschützer das Ende für Verbrennungsmotoren begrüßen, reagiert die Autolobby erbost. Norwegen befinde sich auf dem Weg in eine „ökologische Planwirtschaft“, empörte sich Matthias Wissmann, der Präsident des deutschen Verbandes der Automobilindustrie. Im kommenden Jahr soll der viel diskutierte Nationale Transportplan in Norwegen verabschiedet werden. Ähnliche Pläne verfolgen auch Indien, Österreich und die Niederlande.
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Österreich: Sonnenstrom vom Balkon
Seit Juli dürfen Mieter in Österreich an ihrem Balkon oder auf ihrer Terrasse Mini-Solarmodule bis maximal 600 Watt installieren und den Strom direkt nutzen. In der Schweiz und den Niederlanden gibt es ähnliche Regelungen. In Deutschland bewegen sich die mehreren Tausend angeschlossenen „Guerilla“-Fotovoltaikanlagen noch immer in einem juristischen Graubereich. Obwohl bislang keine Zwischenfälle bekannt sind, streiten Verbände und Hersteller über mögliche Sicherheitsrisiken. Greenpeace Energy bietet die mobilen Solarpaneele bereits an. „Ärgerliche Hürden, die ihren Sinn verloren haben und der Energiewende schaden, gehören abgeschafft“, sagt Nils Müller vom Ökostromanbieter.
Berlin: Saubere Geldanlagen
Der Berliner Senat hat beschlossen, seine Geldanlagen künftig klimaneutral und nachhaltig zu investieren. Dafür wird ein sogenannter Ökoindex entwickelt, der keine Firmen beinhalten darf, die Geschäfte mit Waffen, Atomenergie oder fossilen Brennstoffen machen. Soziale und andere Nachhaltigkeitskriterien sollen später noch folgen. Die Fossil-Free-Bewegung feiert den Pionierschritt der Berliner Finanzbehörde und hofft, dass andere Bundesländer nachziehen werden.
Italien: Weniger Essen im Müll
Nach Frankreich macht nun auch Italien Ernst mit dem Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung: Von fünf Millionen Tonnen weggeworfenem Essen soll jedes Jahr eine Million Tonnen gerettet werden. Supermärkte, die – auch abgelaufene – Waren spenden, müssen weniger Abfallgebühren zahlen. Außerdem sollen Italiener ermutigt werden, ihre Pizza- und anderen Reste im Restaurant in bislang verpönten „Doggy Bags“ mitzunehmen. In Italien sind rund sechs Millionen Menschen auf Lebensmittelspenden angewiesen.
Geht doch!
Können Regierungen Unsinn einfach verbieten?
Saures für Süßes – ein Pioniergesetz verbietet Naschereien, die Kinder mit Spielzeug locken

Mit einem strengen Gesetz will Chile seine Kinder und Jugendlichen vor ungesunder Nahrung schützen: Seit Anfang Juli dürfen Süßigkeiten mit einer Spielzeug-Beigabe im ganzen Land nicht mehr verkauft werden. Überraschungseier von Ferrero und Kindermenüs von McDonald’s sind jetzt also illegal. Die Neuregelung legt außerdem fest, welche Lebensmittel als gesundheitsschädlich gelten. Alle, die pro 100 Gramm mehr als 400 Milligramm Salz, vier Gramm gesättigter Fettsäuren, 275 Kalorien oder zehn Gramm Zucker enthalten, müssen gut sichtbar mit Warnhinweisen gekennzeichnet sein. An Schulen dürfen sie nicht verkauft oder beworben werden. Der Grund für das Gesetz: In Chile ist inzwischen jedes dritte Kind unter sechs Jahren übergewichtig. Hersteller und auch einige Kritiker der Süßigkeitenindustrie bezweifeln aber, dass ein Verbot die richtige Maßnahme ist, um eine gesündere Ernährung zu erreichen. Entscheidend sei die konsumierte Menge, eine bessere Aufklärung der Kinder und vor allem gute Vorbilder – zum Beispiel gesünderes Schulessen.
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San Francisco: Styropor gebannt
Konsequent verfolgt San Francisco seine „Zero Waste“- Strategie: Die kalifornische Stadt verbietet ab Juli 2017 Kaffeebecher, Einweggeschirr und Lebensmittelverpackungen aus Styropor. Mit dem Bann dieser Wegwerfprodukte will sie ihrem Ziel, bis 2020 müllfrei zu sein, einen großen Schritt näherkommen. Inzwischen machen rund 100 US-Städte gegen Waren aus Schaumkunststoff mobil.
Russland: Gentechnik unerwünscht
Gentechnisch modifizierte Organismen dürfen in Russland künftig weder angebaut noch importiert werden. Einzige Ausnahme: Zu Forschungszwecken sind gentechnisch veränderte Pflanzen und Tiere erlaubt. Bei Verstößen drohen Geldstrafen von bis zu 6500 Euro. Das beschloss die Staatsduma in dritter und abschließender Lesung.
Marokko: Plastiktüten ade
Mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von jährlich 900 Plastiktüten zählt das nordafrikanische Land zu den Negativ-Spitzenreitern. Doch seit Juli sind dort Kunststofftüten verboten – mit Ausnahme von Gefrier- und Müllbeuteln. Hierzulande soll eine Anfang Juli eingeführte Gebühr den Verbrauch drosseln.
Geht doch!
Konfliktfrei surfen
Konzerne müssen Rohstoffe aus Krisengebieten offenlegen – Europa ringt um eine verpflichtende Regelung

Ausgerechnet die USA machen vor, wie man große Firmen an die kurze Leine nimmt – zumindest in punkto Konfliktrohstoffe. Der „Dodd-Frank Act“ verpflichtet börsennotierte Unternehmen, offenzulegen, ob Handys, Laptops oder Autos Mineralien enthalten deren Verkauf Kriege oder bewaffnete Kämpfe in der DR Kongo und deren Nachbarländern finanziert. Dass das seit 2010 geltende Transparenzgesetz für Gold, Tantal, Wolfram und Zinn Wirkung zeigt, belegt nun ein Report des „Enough Project“: Inzwischen gebe es im Kongo mehr als 160 Minen, die als „konfliktfrei“ gelten, ermittelte die US-Organisation. Auch EU-Bürger wollen keine „blutigen“ Produkte. Deshalb verhandeln EU-Kommission, -Parlament und -Rat derzeit über eine Sorgfaltsregelung. Wie verbindlich diese sein wird, ist bislang offen. „Die EU-Regeln dürfen nicht hinter die US-Standards zurückfallen, das wäre ein Armutszeugnis“, sagt Christian Wimberger von der Christlichen Initiative Romero. Selbst eine verpflichtende Regelung für Konfliktmineralien könne nur ein erster Schritt sein. Als nächstes müsse der verbindliche Schutz von Menschenrechten und Umwelt auf alle industriellen Bergbauprojekte wie die Förderung von Coltan, Kupfer und Kohle ausgeweitet werden.
ci-romero.de (Rohstoffkampagne)
stop-mad-mining.org
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Mailand: Cash fürs Radeln
Seit Jahren leiden die Mailänder unter Staus und schlechter Luft. Nun ergreift die Verwaltung der norditalienischen Metropole eine ungewöhnliche Maßnahme: Sie will jedem Pendler, der künftig mit dem Rad zur Arbeit fährt, eine Pauschale von 25 Cent pro gefahrenem Kilometer zahlen. Für das Anreizprogramm stehen insgesamt 35 Millionen Euro bereit. Die Fahrten sollen per App dokumentiert werden.
London: Strom von der Themse
Im Mai hat die britische Hauptstadt den größten schwimmenden Solarpark der Welt in Betrieb genommen. Für 7,3 Millionen Euro wurden in der Themse 23.000 Paneele mit einer Kapazität von 6,3 Megawatt verankert. Der produzierte Strom soll die Wasseraufbereitungsanlagen in und um London versorgen. Der Vorteil der schwimmenden Sonnenkraftwerke: Sie sind leichter und billiger herzustellen als Anlagen an Land, werden durch das fließende Wasser konstant gekühlt und nehmen keinen Platz weg.
Frankreich: Palmöl – teurer durch Steuer
Um den Konsum zu drosseln und so die verheerenden Umweltschäden des Plantagenanbaus zu mindern, will die französische Regierung Palmöl besteuern: Ab 2017 sollen 30 Euro pro Tonne fällig werden, bis 2020 wird sich die Abgabe verdreifachen. In Deutschland ist bislang keine Palmölsteuer geplant. Der „Save Wildlife Conservation Fund“ drängt die Politik hierzulande schon länger zu diesem Schritt. Anders als in Frankreich dürfte sogenanntes „nachhaltiges Palmöl“ allerdings nicht ausgenommen werden, sagt eine Sprecherin der Stiftung, da es dafür noch immer keine verlässlichen Zertifizierungen gebe.
zeropalmoel.de
An mehreren Fronten: Wie schnell wandelt sich die Autobranche? Von Annika Grah, dpa
Die Autobranche wandelt sich: Das zeigt schon die Rednerliste beim Tag der Automobilwirtschaft. Doch wie schnell müssen sich die Hersteller auf die neue Konkurrenz einstellen?
Nürtingen (dpa) - Acht Jahre ist es her, dass Tesla sein Model S ankündigte. Dass der kleine E-Auto-Pionier einmal die gesamte Branche unter Druck setzen würde, hätte sich damals niemand träumen lassen. In einem Zeitraum von wenigen Jahren, den Autohersteller üblicherweise für die Entwicklung eines neuen Modells benötigen, haben sich die Rahmenbedingungen der Branche rapide gewandelt - und Schuld daran ist nicht nur die Elektromobilität. Doch wie hoch ist der Druck auf die Hersteller wirklich? Das wird Thema des Tags der Automobilwirtschaft in Nürtingen am Mittwoch, bei dem neben Daimler-Vorstand Ola Källenius und VW-Chefstratege Thomas Sedran auch Manager von Google, Tesla und Uber auf dem Podium sitzen.
Geht es um ELEKTROMOBILITÄT, wurde der kalifornische Elektropionier Tesla in den vergangenen Jahren gern als leuchtendes Beispiel und Konkurrenz vorgeführt. «Das Thema gewinnt eine unheimliche Geschwindigkeit durch Dieselgate», sagt Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Institut an der Universität Duisburg-Essen. Vor allem der politische Druck wächst mit Diskussionen um Verbote von Verbrennungsmotoren und Umweltplaketten. Doch am Ende, ist sich Peter Fuß von der Unternehmensberatung Ernst & Young sicher, entscheide der Verbraucher. «Fragen wie der hohe Preis von Elektroautos oder der niedrige Restwert von Autos der ersten Generation sind dadurch nicht vom Tisch.»
Ob Konkurrent Tesla, der sich im Gegensatz zu den alteingesessenen Herstellern vor Vorbestellungen für das angekündigte «Modell 3» nicht retten konnte, allerdings nachhaltig erfolgreich sein wird, steht auf einem anderen Blatt. Bei einem geschätzten Autoabsatz von weltweit 80,4 Millionen Autos in diesem Jahr machen Teslas geplante 80 000 bis 90 000 verkaufte Elektroflitzer nur einen Bruchteil aus. Und nach wie vor schreibt der Börsenliebling rote Zahlen - denn er kann die teure neue Technologie nicht aus Verkäufen herkömmlicher Autos quersubventionieren. Doch auch der Vorteil der Verbrennungsmotoren läuft auf Zeit. «Bis spätestens 2020 werden wir bei Elektromobilität Kostengleichheit sehen», sagt Willi Diez vom Institut für Automobilwirtschaft der Hochschule für Wirtschaft in Nürtingen-Geislingen.
Auch beim Thema AUTONOMES FAHREN hält sich die reale Konkurrenz noch in Grenzen. Zwar schockte Google die Autobauer 2014 mit seinem kugeligen Google Car und Tesla lässt trotz schwerer Unfälle Autos in den USA mit Hilfe von Computerprogrammen steuern. Doch die Bedrohung scheint - zumindest für die deutschen Hersteller - noch weit weg. Denn auf dem europäischen Markt laufe - auch den rechtlichen Rahmenbedingungen geschuldet - alles in gewohnten Bahnen, sagt Dudenhöffer. «In China und den USA entwickelt sich das schneller.»
«Autonomes Fahren steht für ein neues Mobilitätserlebnis, für den Kampf um ein neues Innenleben und die Frage, was ist dann noch die Marke?», sagt Peter Fuß. «Wenn das Auto zur reinen Transportkabine wird, wird das zum Problem», ist sich Willi Diez sicher. Denn die Autohersteller würden damit zum reinen Hardware-Hersteller - ähnlich wie einst die Computerhersteller. «Wenn Apple seine Smartphones nicht selber baut, dann werden sie auch keine Autos selber bauen», sagt Diez.
Die Welt, die sich am schnellsten drehe, sei jedoch der Markt mit MOBILITÄTSDIENSTLEISTUNGEN, ist sich Experte Fuß sicher. «Die Nachfrage nach Diensten wie dem Mitfahrdienst Uber ist in anderen Ländern immens.» In Deutschland hält die Lobby der Taxibranche den neuen Konkurrenten noch auf Abstand. Doch die Geschwindigkeit, in der sich diese Märkte entwickelten, sei für die traditionellen Autobauer rasend schnell. «Das mit den langen Entwicklungszyklen für Autos zu synchronisieren, ist unglaublich schwer», sagt Fuß. Diez ist sich allerdings sicher, dass sich das Tempo bis 2025 beschleunigen wird. «An allen drei Fronten (...) wächst der Druck.»
Friedensvertrag 2.0: Kolumbiens Kongress soll neues Abkommen billigen
Den Nobelpreis hat Präsident Santos schon, jetzt soll auch der Frieden kommen. Nachdem das Abkommen mit den Farc bei einem Referendum abgelehnt wurde, haben die Unterhändler nachverhandelt. Jetzt soll der neue Vertrag rasch umgesetzt werden.
Bogotá (dpa) - Der überarbeitete Friedensvertrag zwischen der kolumbianischen Regierung und der linken Guerillaorganisation Farc soll am kommenden Donnerstag unterzeichnet werden. Präsident Juan Manuel Santos und Farc-Chef Rodrigo «Timochenko» Londoño wollen das neue Abkommen im Theater Colón in der Hauptstadt Bogotá unterschreiben, wie die Verhandlungsdelegationen beider Konfliktparteien am Dienstag mitteilten.
Danach soll der Kongress den Friedensvertrag billigen. «Das ist der beste Weg, das Abkommen zu verabschieden», sagte Santos in einer Fernsehansprache. «Im Kongress sind alle politischen Meinungen vertreten - von der extremen Linken bis zu der extremen Rechten.»
Bereits Ende September war ein Friedensabkommen unterzeichnet worden. Allerdings lehnten die Kolumbianer den Vertrag in einer Volksabstimmung ab. Die Kritiker bemängelten vor allem die relativ milden Strafen für die Rebellen und die künftige politische Beteiligung der Guerillaorganisation.
Nun wurde das Abkommen in einigen Punkten geändert. So sollen die Strafen härter ausfallen und die Rebellen sich mit ihrem Vermögen an der Entschädigung der Opfer beteiligen. Der schärfste Kritiker des Friedensabkommens, Kolumbiens Ex-Präsident Álvaro Uribe, lehnt den Vertrag allerdings weiterhin ab.
«Es ist meine Verpflichtung gegenüber den Opfern, gegenüber den jungen Leuten, gegenüber den Bauern, das Leben zu schützen, den bewaffneten Konflikt zu beenden sowie Hoffnung zu schaffen auf Frieden und Versöhnung in unserem Land», sagte Santos.
Für seine Initiative zur Beilegung des seit Jahrzehnten andauernden Konflikts war Santos in diesem Jahr der Friedensnobelpreis zuerkannt worden. Bei den Auseinandersetzungen zwischen staatlichen Sicherheitskräften, linken Guerillagruppen und rechten Paramilitärs kamen über 220 000 Menschen ums Leben. Zudem wurden Millionen Kolumbianer aus ihren Heimatorten vertrieben. Nach Afghanistan ist Kolumbien das Land mit den meisten Landminen-Opfern.
Tierisches vor Gericht
München (dpa) - Zu laut, zu lebhaft, manchmal gar bedrohlich - geht es um Tiere und ihre Hinterlassenschaften, ist der Streit oft erst vor Gericht zu klären. Einige Fälle:
Es ist als freudige Begrüßung gemeint. Doch weil Schäferhund Camillo zu stürmisch ist, geht eine ZAHNBRÜCKE ZU BRUCH. 7000 Euro fordert der betroffene Rentner von Camillos Besitzerin, doch deren Versicherung will zunächst nicht zahlen. Beim Oberlandesgericht München kommt es im Juni 2016 zum Vergleich: Die Versicherer müssen 3250 Euro überweisen.
Laut quiekende MEERSCHWEINCHEN in einer Zuchtanlage der Universität Münster treiben eine Anwohnerin zur Verzweiflung. Das Verwaltungsgericht gibt ihr 2013 recht: Zwei Meter Abstand zwischen ihrer Grundstücksgrenze und den Käfigen seien zu wenig - die Nager sollen umziehen.
Das Düsseldorfer Arbeitsgericht verbannt 2013 die DREIBEINIGE HÜNDIN Kaya aus einer Werbeagentur. Mitarbeiter fühlten sich belästigt und bedroht, die Arbeitsabläufe seien durch das Tier gestört, befindet die Richterin. Der Arbeitgeber hatte die Hündin nach Hause geschickt, ihr Frauchen erfolglos dagegen geklagt.
Richter verbieten 2012 einem Mann aus Germersheim (Rheinland-Pfalz), mehrere Dutzend BRIEFTAUBEN in einer Wohngegend zu halten. Die dortigen Bewohner hätten einen Anspruch darauf, von Störungen wie Lärm und Taubenkot nicht belästigt zu werden.
Eine Vermieterin wirft einem Mieter im Jahr 2009 vor, trotz Verbots einen Hund zu halten. Der Mann beteuert, BULLDOGGE Clyde lebe bei seiner Mutter auf derselben Etage. Dort erlaube ein älterer Mietvertrag das Tier. Clyde wurde in den Zeugenstand des Amtsgerichts Köln geladen. Dort wird klar: Die Seniorin wird mit dem großen Tier gar nicht fertig. Das Gericht gibt der Vermieterin Recht.
MINI-SCHWEINE dürfen nach einem Urteil des Amtsgerichts München von 2005 nur dann in einer Wohnung gehalten werden, wenn sie die Mitbewohner des Hauses nicht gefährden. Das schwarze Hausschwein einer Münchnerin hatte beim Spaziergang in einer Panikattacke zwei Menschen verletzt. Das Tier muss ausziehen.
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WeiterlesenIch bin verwirrt. Klimawandel? Saure Meere? Sterbende Riffe? Nie gehört. Und was um Himmels Willen haben Flugzeuge damit zu tun? Die Antwort findet Dorie auf greenpeace-magazin.de/dorie

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WeiterlesenPresto, presto statt Buon appetito – jetzt gibt’s Pasta als Prodotto finito!
So lernen schon die Bambini, wie man Bio-Nudeln zubereitet: Folie einstechen und ab in die Mikrowelle.

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WeiterlesenDas Wissen zu den Anlagetricks von morgen.
Und die Skrupellosigkeit meines Beraters.
Unsere Experten analysieren globale Trends im Geldwäschesektor. Panama war gestern, morgen finden wir anderswo ein trockenes Plätzchen für Ihr Schwarzgeld. Vertrauen Sie uns: Wir mischen aus Tradition in jedem Finanzskandal mit. Und ob Waffenfabriken, Atom- oder Kohlekraftwerke – wir stecken Ihr Geld in jede tödliche Industrie.
Mehr Infos:
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Gewissenlos aus Gewinnsucht
Kohleschlote? Atomwaffensilos? Keine Ahnung. Wir lassen Gras über die Sachen wachsen.

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WeiterlesenSTUPID.T ist die erste und einzige Maschine, die auf Knopfdruck Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der menschlichen Zivilisation erzeugt. Man stecke eine überteuerte Einwegkapsel mit etwas 08/15-Tee ins Gerät, betätige die Taste – und schon gibt’s jede Menge bunten Alu- und Plastikabfall.
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WeiterlesenDer Marktführer bei Industriewurst*
*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt
Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

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WeiterlesenKomplett neben der Spur.
Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.
Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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WeiterlesenAUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**
Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter
greenpeace-magazin.de/coke
* MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT

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WeiterlesenDeutsche See – Wir schalten auf stur
HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.
Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.
Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch
greenpeace-magazin.de/deutschesee

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WeiterlesenWie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf
www.greenpeace-magazin.de/lidl

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Weiterlesen„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)
Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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WeiterlesenDie Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos
hier

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WeiterlesenWir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.
Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt
Mehr Informationen:
amnesty.de/laenderbericht/australien;
sorryasylumseekers.com
Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra

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WeiterlesenIst es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.
Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de
VeRWEgen werben

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WeiterlesenJedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste
Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.
Erschienen in Ausgabe 5.14

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WeiterlesenWasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.
Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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WeiterlesenFrüher gehörten zum Picknick: Ein Korb, selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.
*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

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WeiterlesenBorn to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

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WeiterlesenDatensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.
iSpy5s
Erschienen in Ausgabe 1.14

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WeiterlesenDer neue Range Rover Superstupid
VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.
Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.
Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)
Land Unter
ABSURD AND BEHIND
Erschienen in Ausgabe 6.13

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WeiterlesenManche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.
BMW
GANG
Erschienen in Ausgabe 5.13

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WeiterlesenAntithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.
Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.
Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de
Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.
Erschienen in Ausgabe 4.13

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WeiterlesenMit Klimaschutz Reibach machen.
222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!
Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!
Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.
Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.
Erschienen in Ausgabe 3.13

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WeiterlesenNichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.
Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.
MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten
Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.
Mehr unter
www.russfrei-fuers-klima.de
Erschienen in Ausgabe 2.13

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WeiterlesenNichts Neues.
Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.
iSlave 5
Erschienen in Ausgabe 1.13

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WeiterlesenDie harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.
Erschienen in Ausgabe 6.12

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WeiterlesenGestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.
Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.
Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.

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WeiterlesenLanges Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.
Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten
z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.
Erschienen in Ausgabe 4.12

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Weiterlesen„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“
Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*
*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“

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WeiterlesenJa, aaaber...
9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*
Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!
*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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WeiterlesenEr grinst noch immer.
Nur schamloser. Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

















