Aktuell

Bio-Skandal / 10.Feb 2016

So gehen Bio-Höfe mit Antibiotika um

Nach den Enthüllungen der „Soko Tierschutz“ auf dem Pionier-Biobetrieb der Hermannsdorfer Landwerkstätten steht die Branche unter Druck. Werden Antibiotika auf Öko-Höfen ebenso maßlos eingesetzt wie in konventionellen Betrieben? Wir sind den wichtigsten Fragen dazu nachgegangen.

Nachrichten-
archiv

Nachrichten-
archiv

Do, 2016-02-11 04:55
Wien/München (dpa)

Syrien-Diplomatie im «Wiener Format»

Wien/München (dpa) - Eine Syrien-Konferenz in München soll am Donnerstag den festgefahrenen Friedensprozess in Syrien wieder in Gang bringen. Es trifft sich die «International Syria Support Group» (Internationale Syrien-Unterstützergruppe), die erstmals im November 2015 in Wien zusammenkam. Neben der Arabischen Liga, der Europäischen Union und den Vereinten Nationen sind 17 Länder beteiligt: Ägypten, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, der Irak, der Iran, Italien, Jordanien, Katar, der Libanon, Oman, Russland, Saudi-Arabien, die Türkei, die USA sowie die Vereinigten Arabischen Emirate.

Nicht zu verwechseln sind die Verhandlungen im «Wiener Format» mit den Genfer Friedensgesprächen zwischen dem syrischen Regime und der Opposition, die Anfang Februar vertagt wurden. In Syrien tobt seit fast fünf Jahren ein von außen befeuerter Bürgerkrieg zwischen der Regierung von Präsident Baschar al-Assad und aufständischen Gruppen.

Do, 2016-02-11 05:22
Berlin (dpa)

H1N1: wesentlich harmloser als zunächst angenommen

Berlin (dpa) - Die vor allem 2008 fast schon panisch gefürchtete Schweinegrippe erwies sich letztlich als weit harmloser als zunächst angenommen. Anfang 2011 teilte der Gesundheitsausschuss des Europäischen Parlaments mit, dass die Schweinegrippe in der Saison 2009/2010 europaweit rund 2900 Tote gefordert habe. Bei einer moderaten Saison der normalen Influenza seien es 40 000 Tote.

Das H1N1-Virus hatte sich 2008 zunächst in Mexiko und in den USA rasant ausgebreitet. Im Juni 2009 folgte eine Einstufung durch die Weltgesundheitsorganisation als globale Pandemie mit dem höchsten Gefahrenniveau sechs. Im Nachhinein wurde dies von vielen Experten als voreilige Überreaktion kritisiert.

Nach der ersten großen Welle wurde es still um die Schweinegrippe. Dabei grassiert die Influenzaform, inzwischen auch Neue Grippe genannt, weiter. Die Grippeimpfstoffe der vergangenen Jahre enthielten in Deutschland immer auch eine Komponente gegen H1N1. 

Do, 2016-02-11 04:46
Washington/München (dpa)

Russland: Diskutieren Waffenruhe in Syrien mit USA

In Syrien sind die Regierungstruppen auf dem Vormarsch. Russland gibt vor, konkret über ein Ende der Kämpfe zu sprechen, fliegt aber weiter Luftangriffe. Was will Moskau erreichen?

New York/Washington/München (dpa) - Kurz vor der Syrien-Konferenz in München diskutieren Russland und die USA nach Aussage Moskaus über eine mögliche Waffenruhe. Man führe «sehr wichtige» Gespräche mit Washington, sagte der russische UN-Botschafter Witali Tschurkin in New York. Darunter seien auch Schritte zur Verbesserung der humanitären Notlage in dem Bürgerkriegsland.

US-Außenamtssprecher Mark Toner sagte in Washington, vor dem Treffen in München werde man den Inhalt jeglicher Vorschläge nicht analysieren oder diskutieren. Das Treffen in München sei die Gelegenheit andere Mitglieder der Internationalen Syrien-Unterstützergruppe zu beteiligen. US-Außenminister John Kerry und und der russische Außenminister Sergej Lawrow hätten in der vergangenen Woche zahlreiche Gespräche geführt.

Man habe mehrfach zu einer Waffenruhe aufgerufen, sagte Ned Price, Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates der USA, auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur. Zu konkreten Vorschlägen äußerte er sich jedoch nicht.

Russland sei bereit, über alle «sinnvollen Vorschläge» für eine Feuerpause nachzudenken. Die einfache Ankündigung einer «humanitären Pause» sei angesichts anhaltender Kämpfe von Terroristen und anderen radikalen Gruppen aber unrealistisch. Forderungen, die russischen Luftangriffe in Syrien zu beenden, wies er zurück. «Wir sind nicht kurz davor, unser Verhalten zu rechtfertigen», sagte Tschurkin, und bezeichnete die Militäreinsätze als «transparent».

Mehrere Mitglieder des UN-Sicherheitsrats drängten Russland, die Luftangriffe einzustellen. Sie seien «direkte Ursache für die Krise um Aleppo», sagte Neuseelands UN-Botschafter Gerard van Bohemen. Die Kämpfe in der Region haben nach Schätzungen des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) rund 50 000 Menschen in die Flucht getrieben. «Der Krieg am Boden hat einen direkten Einfluss auf die politischen Gespräche und damit die humanitäre Situation», sagte Van Bohemen. Das Rote Kreuz versucht nach eigenen Angaben, medizinische Hilfe, Wasser und Essen zu den Menschen zu bringen. UN-Organisationen hatten am Dienstag davor gewarnt, dass bis zu 300 000 Menschen in Aleppo von Hilfslieferungen abgeschnitten werden könnten.

Die internationale Gemeinschaft lotet am Donnerstag in München die Chancen für eine Wiederaufnahme der Syrien-Friedensgespräche aus. An der Konferenz nehmen Außenminister und andere hochrangige Vertreter aus 17 Staaten teil, darunter die USA, Russland, Saudi-Arabien, Iran und die Türkei. Diese fünf Länder haben eine Schlüsselrolle bei den Bemühungen um ein Ende des Bürgerkriegs. Deutschland wird von Außenminister Frank-Walter Steinmeier vertreten.

Steinmeier warnte vor einer weiteren Eskalation der Gewalt in dem seit fünf Jahren andauernden Konflikt. «Unsere Bemühungen für einen Friedensprozess für Syrien stehen wieder einmal an einem Scheideweg», sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. «Wie soll es möglich sein, am Verhandlungstisch nach Kompromissen zu suchen, während gleichzeitig bei Aleppo und anderswo mit immer größerer Brutalität Krieg geführt wird?» Steinmeier erwartet konkrete Vereinbarungen, um so schnell wie möglich zumindest eine Verringerung der Gewalt und eine Verbesserung der humanitären Zugänge zu erreichen.

Russland hatte mit Luftangriffen auf die Opposition in der Region Aleppo die Kämpfe wieder intensiviert. Im syrischen Bürgerkrieg sind bislang 250 000 Menschen ums Leben gekommen.

Do, 2016-02-11 05:00
York (dpa)

Billigöl: Fluch oder Segen für die Weltwirtschaft? Von Hannes Breustedt, dpa

Öl gilt als Schmierstoff der Wirtschaft. Niedrige Preise kurbeln die Konjunktur an. Doch die Zweifel an dieser Faustregel nehmen zu. Ob die Vor- oder die Nachteile des Ölpreisverfalls für das globale Wachstum überwiegen, ist mittlerweile schwer zu sagen.

New York (dpa) - Für den Fracking-Riesen Chesapeake begann die Woche mit einem Schock. Pleitegerüchte um den Erdgas-Produzenten ließen den Aktienkurs zeitweise um über 40 Prozent abstürzen. Erst nachdem der US-Konzern in einer Mitteilung versicherte, keine Insolvenzpläne zu haben, ließ die Panik nach. Die heftigen Reaktionen zeigen aber, wie kritisch die Lage im Energiegeschäft derzeit ist.

Der Ausnahmezustand am Ölmarkt betrifft jedoch nicht nur Unternehmen, sondern die ganze Weltwirtschaft. «Das große Problem bleibt weiterhin das Überangebot», sagt Rohstoffanalyst Ole Hansen von der Saxo Bank. Weil die großen Fördernationen im Kampf um Marktanteile um die Wette pumpen, wird die Welt mit billigem Öl überflutet. Die Nachfrage reicht nicht aus, darum fallen die Preise in den Keller.

Eigentlich sagen Ökonomen, dass die Konjunktur davon profitiert. «Vor nicht allzu langer Zeit hätte ein derartiger Preiseinbruch größtenteils Jubel ausgelöst», meint Experte Stefan Kreuzkamp von der Vermögensverwaltung der Deutschen Bank. Eine Faustregel unter Volkswirten lautet: Ein zehnprozentiger Rückgang der Rohölpreise erhöht das Wachstum um 0,1 bis 0,5 Prozentpunkte.

Je günstiger das Öl, desto geringer die Produktionskosten für die meisten Unternehmen. Verbraucher haben mehr Geld übrig, weil sie weniger für Benzin und Heizen ausgeben. Ein Ölpreisrutsch wirke deshalb wie eine Steuersenkung und schiebe die Wirtschaft an, so die gängige Annahme. Aber die Zweifel daran nehmen zu.

In den letzten 18 Monaten ist der Ölpreis um über 70 Prozent gefallen - doch wie ein Konjunkturprogramm hat das nicht gewirkt. Stattdessen warnt mittlerweile der Internationale Währungsfonds vor den Risiken des niedrigen Ölpreises. Der IWF senkte nicht zuletzt deshalb im Januar seine globale Wachstumsprognose für 2016. «Wir haben wohl einen holprigen Weg vor uns», sagte IWF-Chefökonom Maurice Obstfeld.

An den Finanzmärkten wird das Billigöl inzwischen als Gefahr gehandelt. Das hat verschiedene Gründe. Die Energiebranche gerät durch die niedrigen Preise immer stärker unter Druck. Weltweit haben Ölfirmen 2015 laut dem Finanzdienst Bloomberg über 250 000 Stellen gestrichen. Vielfach sind das hochbezahlte Jobs. Deren Verlust trifft die Volkswirtschaften - ebenso wie die starken Investitionskürzungen.

Auch die Insolvenzen nehmen zu, wenngleich die große Pleitewelle bislang ausblieb, weil sich die US-Fracker noch erstaunlich robust zeigen. Aber viele Firmen halten sich mit immer teureren Krediten über Wasser, so dass das dicke Ende noch kommen könnte. Die Ratingagentur Standard & Poor's stufte jüngst die Bonitätsnoten einer ganzen Reihe großer Energiekonzerne ab.

Zudem leiden Fördernationen unter dem Ölpreisverfall. Russland oder Venezuela, aber auch andere Länder, deren Volkswirtschaften stark von der Ölproduktion abhängig sind, stehen mit dem Rücken zur Wand. Die kritische Lage veranlasste IWF-Chefin Christine Lagarde jüngst bereits zu einem Hilfsangebot: «Der IWF steht offen für alle Mitglieder», sagte sie vergangene Woche in Washington.

Der Absturz einzelner Förderländer könnte die Weltwirtschaft insgesamt runterziehen. Der Gefahr ist sich auch die US-Notenbank bewusst. Ihre Chefin Janet Yellen warnte am Mittwoch: «Sollten sich einige dieser Risiken bewahrheiten, könnte sich die Wirtschaftstätigkeit im Ausland abschwächen genauso wie die Nachfrage nach Exporten aus den USA und die Situation an den Finanzmärkten würde sich weiter verschärfen».

Ist das Billigöl tatsächlich also eher ein Fluch als ein Segen? «Die kurze Antwort hierauf lautet nein», sagt Experte Kreuzkamp. Die Vorteile in Form von Entlastungen für Verbraucher würden letztlich die Nachteile überwiegen. «Wir alle konsumieren Öl in der einen oder anderen Form, aber vergleichsweise wenige Menschen, Unternehmen und Länder produzieren es.»

Letztlich hängt es stark von den einzelnen Ländern und ihren Volkswirtschaften ab, wie sich der Ölpreis bemerkbar macht. So ist der Energiesektor in den USA, wo das Wachstum zuletzt deutlich zurückging, von großer Bedeutung. In Deutschland, das seinen Energiebedarf überwiegend durch Importe stillt, trieben die Verbraucherausgaben die Wirtschaft kräftig an.

Do, 2016-02-11 04:30
München (dpa)

Zschäpe schickt neuen Befangenheitsantrag aus dem Gefängnis

München (dpa) - Die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe hat erneut einen Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Richter im Münchner NSU-Prozess, Manfred Götzl, gestellt. In ihrem am Mittwoch verfassten dreiseitigen handgeschriebenen Brief hält sie Götzl vor, er verweigere ihr «faktisch den Anwalt meines Vertrauens». Daraus könne sie nur folgern, dass Götzl ihr gegenüber «nicht mehr unparteiisch» sei. Das Schreiben liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Zschäpe sitzt in der JVA München-Stadelheim in Untersuchungshaft.

Das Oberlandesgericht (OLG) München hatte Ende vergangener Woche einen Antrag Zschäpes abgelehnt, in dem sie die Berufung des Rechtsanwalts Hermann Borchert als Pflichtverteidiger verlangt. Borchert ist derzeit als Wahlverteidiger tätig und wird nicht vom Staat bezahlt. Borcherts Kanzleipartner Mathias Grasel ist seit Sommer 2015 vierter Pflichtverteidiger Zschäpes. Mit ihren drei anderen Pflichtverteidigern Wolfgang Heer, Wolfgang Stahl und Anja Sturm hat sich Zschäpe über die Frage ihres Aussageverhaltens zerstritten.

Das Gericht forderte die Prozessparteien auf, zu Zschäpes neuem Befangenheitsantrag bis Freitag Stellung zu nehmen. Damit kann der NSU-Prozess voraussichtlich planmäßig kommende Woche weitergehen. Zschäpe muss sich für die Serie von zehn Morden und zwei Sprengstoffanschlägen verantworten, die dem NSU zugeschrieben werden. Opfer waren fast durchweg griechisch- und türkischstämmige Gewerbetreibende. Als Motiv nimmt die Bundesanwaltschaft Rassenhass an.

Do, 2016-02-11 04:30
Bonn (dpa)

Zehn Jahre offener Gasmarkt - aber nur wenige Kunden wechseln Von Rolf Schraa, dpa

Vor 10 Jahren zwang das Bundeskartellamt die großen Gaskonzerne zur Öffnung ihrer Netze. Seitdem ist der Wechsel des Anbieters wesentlich leichter geworden. Aber die Kunden nutzen die Chance zum Geldsparen noch immer relativ selten.

Bonn (dpa) - Vor zehn Jahren packte das Bundeskartellamt die Keule gegen die deutschen Gasversorger aus: Nach drastischen Preiserhöhungen bestehe der Verdacht des Marktmissbrauchs, schrieb die Behörde im Februar 2006 an sieben Große der Branche.

Die Unternehmen mussten den Verbrauchern zum 1. April 2006 die Möglichkeit zum Anbieterwechsel einräumen, die bis dahin außer bei Umzügen praktisch nicht bestanden hatte. Die Liberalisierung des deutschen Gasmarktes hatte begonnen.

Zehn Jahre danach ist der Markt deutlich gewachsen, es gibt inzwischen über 900 Gasanbieter. Doch am Problem des geringen Wettbewerbsdrucks hat sich eher wenig geändert.

Nicht einmal jeder zehnte Gaskunde nutzte nach der jüngsten Erhebung von Bundeskartellamt und Bundesnetzagentur 2014 die Möglichkeit zum Anbieterwechsel - und damit in vielen Fällen eine Chance zum Geldsparen. Rechnet man die Umzüge heraus, ist die Netto-Zahl der Anbieterwechsel mit rund 805 000 im Vorjahresvergleich sogar rückläufig.

Fast jeder vierte deutsche Gaskunde ist laut der Erhebung nach wie vor im besonders teuren Grundversorgungsvertrag, weniger als ein Fünftel werden von einem anderen als dem örtlichen Grundversorger beliefert - und das, obwohl sich in den zehn Jahren die Preisunterschiede vervielfacht haben.

Lag der Unterschied zwischen dem teuersten und dem günstigsten Gasversorgungsangebot 2006 noch bei nur rund 60 Euro für den Durchschnittshaushalt, so beträgt er aktuell laut dem Preisvergleichsportal Verivox in der Spitze mehr als 600 Euro im Jahr. Bis zu 1468 Euro sind 2016 im Grundversorgungstarif zu zahlen, 849 Euro verlangt der günstigste Anbieter inklusive Wechselbonus.

Heute sind laut Bundeskartellamt in den meisten Gebieten inzwischen mehr als 50 konkurrierende Gasanbieter aktiv. Das könnte deutlich mehr Druck auf die Preise ausüben - wenn die Verbraucher ihn nur nutzen würden. «Wir haben auf anderen Märkten gesehen, dass der Preisdruck auf Anbieter wächst, wenn viele Verbraucher bewusst von ihren Auswahlmöglichkeiten Gebrauch machen», sagt Kartellamtschef Andreas Mundt auf Anfrage. «Die örtlichen Grundversorger senken selten ihre Preise, weil immer noch verhältnismäßig wenig Kunden wechseln», kritisiert die Grünen-Umweltpolitikerin Bärbel Höhn.

Trägheit oder irrationale Angst vor einer - gesetzlich ausgeschlossenen - Gas-Abschaltung und damit kalter Wohnung? Die Branche rätselt selbst, woher die Wechsel-Unwilligkeit der Gaskunden kommt.

Die Anbieter profitieren jedenfalls. 1,3 Milliarden Euro hätten die Gasversorger 2015 zusätzlich eingenommen, weil sie stark gesunkene Beschaffungskosten nicht an die Haushaltskunden weitergegeben hätten, stellte der Hamburger Energieexperte Steffen Bukold Ende 2015 in einer Studie im Auftrag der Grünen-Bundestagsfraktion fest. Im Mittel seien jedem Haushalt damit 132 Euro Ersparnis entgangen.

Der Stadtwerke-Verband VKU wehrt sich vor allem gegen die Kritik an den Grundversorgungstarifen. Sie seien mit einer kurzen Kündigungsfrist von 14 Tagen verbunden, daher müssten die Versorger ihr Gas auch kurzfristig und damit oft teurer beschaffen, erklärt ein Sprecher. An der großen Auswahl für den Verbraucher hätten gerade die Stadtwerke mit ihren Angeboten einen erheblichen Anteil. Der Gaspreis an der Börse habe einen relativ geringen Einfluss auf den Endkundentarif - zahlreiche Abgaben und Steuern kämen hinzu.

Verbraucherschützer überzeugen diese bekannten Argumente nicht. «Viele Gasversorger setzen auf die Unwissenheit oder Trägheit ihrer Kunden», kritisiert Udo Sieverding von der Verbraucherzentrale NRW. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) forderte Ende 2015 sogar einen kritischen Blick der Bundesbehörden auf die Gaspreisgestaltung.

Das wäre aber ein Bärendienst für die Verbraucher, sagt der Kartellamtschef: «Eine Deckelung der Gaspreise über die Missbrauchsaufsicht würde die Bemühungen von alternativen Gaslieferanten, Kunden über günstigere Preise zum Wechsel zu bewegen, wieder erlahmen lassen», sagt Mundt.

Bei uns geht's um die Welt.
Kommen Sie doch mit!

6 Ausgaben
im Jahr für nur 33,50 Euro

- 60 %

PRODUKT
der Woche

Kalender 2016 Seltene Haustierrassen

29,50 €
12,00 €

Es ist mal wieder so weit: neues Jahr, neuer Kalender – mit 27 zauberhaften Porträts seltener, bedrohter Haustierrassen wie Poitou-Esel, Vorwerkhuhn, Burenziege, Angler Sattelschwein, Schleswiger Kaltblut und vielen anderen.

Jetzt bestellen
Do, 2016-02-11 06:00
Moskau (dpa)

Mülltonnen auf der Elchinsel: Russland lernt Umweltschutz Von Eva Steinlein, dpa

Viele Russen lieben und verehren die Natur. Aber ihr Alltagsverhalten trägt zu schlimmen Schäden bei. Langsam jedoch setzt ein Umdenken ein.

Moskau (dpa) - Wilde Elche streifen durch den ursprünglichen Mischwald von «Lossiny Ostrow» im Norden Moskaus. Deshalb heißt der Nationalpark übersetzt auch «Elchinsel». Er ist vom Roten Platz in der russischen Hauptstadt gerade einmal zehn Kilometer entfernt. An den Wochenenden kommen die Moskowiter in Scharen zum Skilaufen, Radfahren oder Wandern hierher. Doch immer wieder fahren Autos an den Spaziergängern vorbei - und ist der Schnee erst geschmolzen, kommen weggeworfene Plastiktüten und Wasserflaschen zum Vorschein.

Jetzt stehen da aber auch verschiedenfarbige Container - für Papier, Metall, Plastik und Glas. Ein Zeichen für langsames Umdenken. Der Stolz der Russen auf ihre Naturlandschaften und ihre mehr als 40 Nationalparks ist groß. Doch ihr Alltagsleben trägt zur Zerstörung der Umwelt bei. In den meisten Wohnungen lässt sich die Temperatur der Heizung nicht regulieren. Sie ist entweder ein- oder ausgeschaltet - wer es kühler mag, öffnet das Fenster. Im Supermarkt wird an Plastiktüten und Verpackung nicht gespart, Geschirr zu Hause oft unter aufgedrehtem Wasserhahn abgewaschen.

Russlands Regierung hat inzwischen Umweltschäden als Bedrohung erkannt. Ein Bericht des Umweltministeriums von 2015 legt die wichtigsten Ziele fest: Abfallentsorgung weiter regulieren, Luftqualität verbessern, Industrieanlagen modernisieren. Erste Schritte sind getan. Präsident Wladimir Putin hat das Jahr 2017 zum «Jahr der Ökologie» erklärt, das mit Veranstaltungen die Bevölkerung über Umweltfragen aufklären soll. Seit Anfang Januar diskutiert das Parlament darüber, Ökologie zum Schulfach zu machen.

Denn noch fehlt wohl den meisten Russen die Einsicht, dass Klima, Umwelt und menschliches Verhalten zusammenspielen. Im rohstoffreichen Land sehen Bürger natürliche Ressourcen wie Energieträger und Wasser als nahezu unbegrenzt vorhanden an. Zur Zeit der Sowjetunion hatte die Planwirtschaft durch Subventionen niedrige Preise für Wasser, Strom und Gas gewährleistet. Zugleich begannen die Umweltprobleme: Jahrzehntelang blieb industrielle Produktivität das wichtigste Ziel - Natur- und Klimaschutz mussten zurückstehen.

Noch heute ist Russlands wirtschaftlicher Erfolg weitgehend an die Rohstoffindustrie gekoppelt. Energieträger machen mehr als 60 Prozent der Exporte aus, rund die Hälfte der Staatseinnahmen stammt aus der Energiewirtschaft. Die Kehrseite des Wohlstands zeigt sich in den Großstädten: Mit dem Konsum ist dort auch die Abfallmenge gestiegen. Allein die Zwölf-Millionen-Hauptstadt Moskau ist für ein Fünftel des gesamten Mülls in Russland verantwortlich. Aus Verbrennungsanlagen und Autos quillt Feinstaub, der Medizinern zufolge jährlich mehr Todesopfer fordert als der Straßenverkehr der Metropole.

Sogar Russlands riesige Wälder in Sibirien können die Luftverschmutzung der Großstädte kaum auffangen. Derzeit stößt das größte Land der Erde rund fünf Prozent der weltweiten Treibhausgase aus. Auch die Klimaerwärmung schreitet schneller voran als andernorts, besagt ein Bericht des zentralen Planungsamtes. Im vergangenen Jahrhundert sei die Durchschnittstemperatur in Russland um 1,3 Grad gestiegen, während es im Weltmittel 0,8 Grad waren.

Auf der Weltklimakonferenz in Paris von 2015 nannte Putin den Klimawandel «eine der ernstesten Herausforderungen, mit denen die Menschheit ringt». Doch sein Beitrag ist nicht mehr als geschickte Fassadenmalerei: Im Schlussabkommen verpflichtet sich Russland, seine Treibhausgase auf drei Viertel des Wertes von 1991 zu reduzieren - dem letzten Jahr der Sowjetunion. Derzeit liegt Russlands Ausstoß jedoch ohnehin nur knapp über dieser Grenze.

Im Kleinen zeigt das staatlich verordnete Umdenken aber Wirkung. So müssen seit einigen Jahren Wasserzähler in Wohnungen eingebaut sein - wer keinen hat, zahlt eine hohe Pauschale. Auch Umweltverschmutzer sollen mit dem Geldbeutel erzogen werden: Die Staatsduma diskutiert darüber, ein Bußgeld für chemische Enteisungsmittel einzuführen.

Außerdem tun sich in der Abfallentsorgung umweltgerechte Alternativen auf. Damit die Müllberge nicht weiter wachsen, hat das Umweltkomitee des Moskauer Stadtrats unlängst die Einführung biologisch abbaubarer Kunststofftüten angeregt. Und wie im Nationalpark «Lossiny Ostrow» üben auch einige Kommunen Mülltrennung mit den bunten Containern. Die auf der «Elchinsel» aber sind noch leer.

Do, 2016-02-11 05:12
Berlin (dpa)

Grippewelle trifft bisher eher Erwachsene stark

Ziemlich heftig fiel die Grippesaison im Vorjahr aus. Typisch für die Jahreszeit häufen sich die Fälle jetzt wieder. Untypisch ist dagegen die Patientengruppe, die jetzt mit schwerer Grippe flach liegt.

Berlin (dpa) - Die aktuelle Grippewelle trifft nach ersten Erkenntnissen Menschen mittlerer Altersgruppen häufiger und schwerer als in den Vorjahren. Ursache sei wohl die aktuelle deutliche Dominanz des erst seit 2009 zirkulierenden Virus A(H1N1)pdm09, sagte die Influenzaexpertin des Robert Koch-Instituts (RKI), Silke Buda, der Deutschen Presse-Agentur. «Das Virus scheint auch bei jüngeren Erwachsenen und Personen ohne chronische Vorerkrankung mehr schwere Krankheitsverläufe zu verursachen als das A(H3N2)-Virus, das im Vorjahr verbreitet war.» Schwere Verläufe seien dennoch relativ selten und der Impfstoff passe bisher, so Buda. Ärzte müssten Patienten zwischen 15 und 59 nun verstärkt im Fokus haben.

Auch international sei vermehrt von schweren Influenza-Fällen auf Intensivstationen berichtet worden, sagte Buda. In den näher bestimmten Fällen habe es sich vor allem um das H1N1-Virus gehandelt, das vielen noch unter dem Namen Schweinegrippe bekannt sein dürfte. Fachleute halten den Begriff jedoch für irreführend: «Es hört sich so an, als handle es sich um ein Virus, das auch bei Schweinen zirkuliert», sagte Buda. Das sei aber nicht der Fall bei der Kombination, die beim Menschen 2009 die Pandemie auslöste. H1N1 wird genauso übertragen wie andere Viren: durch Tröpfchen beim Niesen oder Sprechen zum Beispiel.

Auch wenn das H1N1-Virus für das Immunsystem des Menschen noch relativ neu ist, so betonte Buda, dass es auch in den Vorjahren stets kursierte. In der Saison 2014/2015 etwa lag der Anteil an den Influenza-Infektionen bei 15 Prozent. In dieser Saison sind es bisher 70 Prozent. Das muss aber nicht so bleiben, wie Buda erläuterte. Möglicherweise verbreite sich die Influenza vom Typ B noch stärker, die bisher etwa 23 Prozent der Fälle ausmacht. «Bei Influenza B ist es häufig so, dass der Anteil im Verlauf der Saison noch ansteigt.»

Ob das so ist, wollen Experten auch wegen der Passgenauigkeit der Grippe-Impfstoffe im Auge behalten: Denn die aktuell zirkulierende B-Linie ist in den am weitesten verbreiteten Dreifachimpfstoffen nicht enthalten. Diese B-Linie sei aber auch «nicht brandneu» für die Bevölkerung, sagte Buda. Um etwas über die Wirksamkeit des Impfstoffs zu sagen, müssten Studien abgewartet werden.

Knapp 2400 labordiagnostisch bestätigte Fälle von Influenza sind dem RKI in der ersten Februarwoche übermittelt worden, rund 7300 sind es seit Oktober 2015. Die Meldedaten spiegeln nur einen Bruchteil des tatsächlichen Geschehens wieder, weil nicht alle Patienten mit Grippesymptomen auf Influenza getestet werden. Influenza beginnt meist abrupt mit Kopf- und Gliederschmerzen oder Fieber, bevor Halsschmerzen oder Husten einsetzen. Die Viren, die Influenza beim Menschen auslösen, verändern sich genetisch von Saison zu Saison.

Do, 2016-02-11 05:45
Warschau (dpa)

Deutschland und Polen: Zwischen Schmusekurs und Entfremdung Von Eva Krafczyk, dpa

Eigentlich sollte 2016 das Jahr sein, in dem die deutsch-polnische Nachbarschaft gefeiert wird. Doch es knirscht seit Wochen im deutsch-polnischen Getriebe. Wie geht es weiter?

Warschau (dpa) - Beata Szydlo hat sich Zeit gelassen. Eigentlich steht das jeweilige Nachbarland seit Jahren ganz oben auf der Liste der ersten Dienstreisen neuer Berliner oder Warschauer Politiker, zusammen mit Paris und Brüssel. Doch die nationalkonservative Regierungschefin, seit fast drei Monaten im Amt, kommt erst an diesem Freitag zum Antrittsbesuch nach Berlin. «Das ist die erste Gelegenheit zu einem wirklich intensiven und ausführlichen Meinungsaustausch. Darauf freut sich die Bundeskanzlerin», sagte der Berliner Regierungssprecher Steffen Seibert über Szydlos Besuch.

Allein am ehrgeizigen Programm der nationalkonservativen polnischen Regierung, die auch auf Nachtsitzungen und am Silvestertag umstrittene Gesetzesvorhaben beschloss, kann der späte Berlin-Besuch nicht gelegen haben. Szydlo hatte gleich mehrfach Zeit für den ungarischen Amtskollegen Viktor Orban, auch beim britischen Premierminister David Cameron war sie zu Gast und als sie in der vergangenen Woche besonders häufig auf Dienstreisen war, scherzte sie: «Manchmal weiß ich nicht, ob wir Premier Polens oder Premier Europas sind.»

Gewiss, der polnische Außenminister Witold Waszczykowski hat wiederholt betont, Deutschland sei der wichtigste Nachbar Polens und gute deutsch-polnische Zusammenarbeit sei eines der Ziele polnischer Außenpolitik. Doch ausgerechnet in dem Jahr, in dem viele deutsch-polnische Initiativen 25 Jahre des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrags feiern wollen, knirscht es im Getriebe.

Die Kritik deutscher EU-Politiker an den Gesetzesreformen der Nationalkonservativen kam in Polen nicht gut an. Für Warschauer Politiker und die ihnen nahe stehenden Medien spielte dabei kaum eine Rolle, dass die kritischen Worte vor allem aus Brüssel und nicht so sehr aus Berlin kamen.

Plötzlich war es wieder da, das hässliche Bild der besserwisserischen Deutschen, die den Polen sagen wollen, wo es lang geht - eine Rolle, zu der sie aus polnischer Sicht auch moralisch kein Recht haben, gerade mit Blick auf deutsche Verbrechen in Polen während des Zweiten Weltkrieges. Auf den Titelseiten polnischer Magazine tauchten einmal mehr Fotomontagen deutscher Politiker in Nazi-Uniformen auf. Hinzu kommen etwa im Zusammenhang mit dem Bau der Pipeline Nord-Stream 2 Ängste, polnische Interessen könnten übergangen werden.

Gleich mehrfach warben deutsche Regierungspolitiker in den vergangenen Wochen darum, deutsch-polnischer Freundschaft eine Chance zu geben. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier erinnerte bei seinem Besuch in Warschau an den jahrzehntelangen Versöhnungsprozess, für den sich so viele Menschen auf beiden Seiten engagierten. «Viele von uns haben viel Herzblut in den Prozess des Wiederaufbaus des Vertrauens gesteckt», versicherte er. Da dürfe das deutsch-polnische Verhältnis nicht zum «Spielball der Tagespolitik» werden.

«Polen muss man umarmen, nicht verstoßen», betonte auch Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel und erinnerte während seines Polen-Besuchs an den Mut des Breslauer Kardinals Boleslaw Kominek, der der Autor des berühmten Versöhnungsbriefes der polnischen Bischöfe war: «Angesichts des Mutes dieses Kardinals müssten wir Politiker uns heute schämen über unsere Kleinmütigkeit, wenn wir uns auseinandertreiben lassen.»

Das Liebesbekenntnis kommt von einem, der nicht erst als Bundesminister Polen entdeckt hat: Bei Warschau-Besuchen erinnert sich Gabriel gerne an Treffen mit polnischen Intellektuellen in den 80-er Jahren im geschützten Raum einer Warschauer Kirche, als eine Wiedervereinigung Deutschlands und eine EU-Mitgliedschaft Polens noch völlig utopisch erschienen.

Doch derzeit reicht schon eine Kleinigkeit, um in Warschau Verstimmung über den westlichen Nachbarn auszulösen, wie zuletzt der rheinische Frohsinn. Einen Düsseldorfer Motivwagen, der Polen als misshandelte Frau unter dem Stiefel des nationalkonservativen Parteichefs Jaroslaw Kaczynski fand Außenminister Waszczykowski überhaupt nicht jeck. In einem Interview kündigte er prompt eine diplomatische Intervention an - Polen wolle von den deutschen Partnern wissen, wie es zu solcher «Verachtung der Polen und polnischer Politiker» kommen könne. Ob das Thema bereits bei Szydlos Berlin-Besuch zur Sprache kommen soll, blieb offen.

Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

weiterlesen

Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde
Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

Außerdem Interessant

Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

weiterlesen

Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

Außerdem Interessant

Großbritannien: Schlafende Konten
Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

Geht doch!

Es muss nicht immer das Auto sein


Ein innovatives Mobilitätskonzept für Helsinki soll Mensch und Umwelt zugute kommen.

weiterlesen

Finnlands Hauptstadt will die Blechlawinen eindämmen. Aber nicht mit Verboten, sondern mit einer attraktiven Mobilitäts-App: Mit einem Klick verrät diese das optimale Verkehrsmittel für die jeweilige Route. Die Kunden können flexibel Carsharing, Leihräder, Busse, Bahnen oder auch Kleinbusse nutzen. Diese holen Passagiere nach Bedarf ab und bieten Gratis-Wi-Fi. Bezahlt werden muss nicht jeder Fahrschein einzeln, das System rechnet die Fahrten zentral ab. Bis 2025 will die Stadtverwaltung Helsinkis das innovative Konzept einführen und dadurch den öffentlichen Nahverkehr so einfach und günstig machen, dass private Autos überflüssig werden. Stadtentwickler und Verkehrsplaner schwärmen schon heute von den neuen Perspektiven für die Bewohner: Aus Parkplätzen werden Radwege, Alleen oder Fußgängerzonen und aus Parkhäusern Wohnraum. Die kommunale Verkehrsexpertin Sonja Heikkilä ist überzeugt, dass sich diese Vision realisieren lässt, zumal die junge Generation Autos nicht mehr als Statussymbol betrachte. Ein Wermutstropfen bleibt allerdings: An Konzernen wie Google führt bei dieser Mobilitätsnutzung kein Weg vorbei. Der Fahrgast wird gläsern.
hsl.fi/en/strategy

 

Außerdem Interessant

Hamburg/Dortmund: Draht nach Hause
Angeblich um eine illegale Nutzung zu verhindern, stellen die Behörden in Flüchtlingsheimen oft keinen Internetzugang bereit. Private Initiativen wie die Freifunker wollen das ändern: Sie stellen WLAN-Router zur Verfügung und ermöglichen Hunderten von Flüchtlingen, mit ihren Familien in Kontakt zu bleiben, online Deutsch zu lernen oder sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden.
freifunk.net

USA: Ölfressende Pflanzen
Biologisch abbaubare Substanzen sollen in Zukunft Ölteppiche beseitigen. Aus Pflanzen entwickelten US-Wissenschaftler einen als Phytol bezeichneten Alkohol, der den Ölfilm zusammendrängt. Die organischen Moleküle werden im Wasser gespalten und abgebaut. Aufgelegt wurde das Forschungsprogramm nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko im Jahr 2010. Finanziert hat es ausgerechnet der Mineralölkonzern BP.

Kopenhagen: Reste à la carte
Im dänischen Restaurant „Rub & Stub“ kommt seit Herbst 2014 auf den Tisch, was sonst im Müll gelandet wäre. Das nachhaltige Konzept kommt gut an – die Gäste stehen Schlange und sind gespannt darauf, welches Menü die Küchencrew aus den gelieferten Zutaten zaubert. In Amsterdam und Berlin macht das Experiment Schule. „Restlos glücklich“ heißt der deutsche Ableger. Das deutsche Start-up rief Mitte August eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben. Die Macher wollen nicht nur Lebensmittel retten, sondern auch ihre Gäste zum Nachdenken über ihren Umgang mit Nahrungsmitteln anregen.

1 2 3
Do, 2016-02-11 05:30
Concord (dpa)

Sanders sammelt Spenden in Millionenhöhe

Sanders im Spenden-Hoch

Concord (dpa) - Nach seinem Sieg in New Hampshire hat Bernie Sanders innerhalb eines Tages mehrere Millionen an Spenden eingesammelt. Seitdem die Wahllokale am Dienstag schlossen, kamen nach Angaben seiner Kampagne mehr als sechs Millionen US-Dollar (etwa 5,3 Millionen Euro) zusammen. Sanders holte bei der Vorwahl in dem nordöstlichen Bundesstaat 60 Prozent der Stimmen und hatte satte 22 Punkte Abstand auf Clinton (38 Prozent).

Es hängt auch vom Geld ab, wie lange der 74-Jährige noch gegen seine Konkurrentin durchhält. 75,1 Millionen US-Dollar hatte der Senator von Vermont laut «New York Times» bis Ende Januar zusammen, 46,7 Millionen hat er davon schon ausgegeben.

Städte-Orakel prophezeit Finale zwischen Trump und Sanders

Concord (dpa) - In New Hampshire gibt es mehrere Städte, die den Ausgang der Kandidatenkür bei den Republikanern und Demokraten in der Vergangenheit bislang immer richtig vorhergesagt haben. Bei den Vorwahlen gewannen dort seit 1952 immer diejenigen Bewerber, die am Ende auch zu Präsidentschaftskandidaten ihrer Partei nominiert wurden, wie die Zeitung «Union Leader» berichtete.

Geht es nach diesem Städte-Orakel, wird die Präsidentschaftswahl im November 2016 zwischen Donald Trump und Bernie Sanders entschieden. Die Orte East Kingston, Lancaster, Newmarket, Pembroke, Rochester, Sanbornton und Washington sind die zuverlässigen Quellen für den Kandidaten der Republikaner. Für die Demokraten sind es Epping, Hudson, Kingston, Laconia, Merrimack und Rollinsford. In diesem Jahr waren sich sogar alle Städte bei beiden Bewerbern einig.

«Politics and Eggs» - Bewerber signieren Eier

Manchester (dpa) - In New Hampshire stand ein ungewöhnlicher Wahlkampftermin im Terminplan der Bewerber: «Politics and Eggs» («Politik und Eier»). Am Saint Anselm College in Manchester signierten sie Eier aus Holz. Hillary Clinton, Jeb Bush, John Kasich und Donald Trump hinterließen ihre Unterschriften. Die Tradition gibt es seit 20 Jahren. Ursprünglich waren die Eier nur als Dekoration für die Tische bei einem Wahlkampf-Frühstück gedacht, bis einer der Teilnehmer auf die Idee kam, ein Ei signieren zu lassen.

Do, 2016-02-11 05:00
Philadelphia (dpa)

70 Jahre ENIAC: 17 468 Röhren im ersten Universalcomputer der Welt Von Christoph Dernbach, dpa

Wer hat den Computer erfunden? Eine Antwort auf diese Frage fällt nicht leicht. Neben dem Deutschen Konrad Zuse kann ein Team aus den USA eine Pionierrolle beanspruchen: Vor 70 Jahren präsentierten die Forscher den ENIAC I, den ersten elektronischen Universalcomputer.

Philadelphia (dpa) - Mitten im Zweiten Weltkrieg machten sich zwei US-Wissenschaftler auf den Weg, der Artillerie der US-Army bei der komplizierten Berechnung von Flugbahnen helfen. Der Physiker John William Mauchly und der Ingenieur John Presper Eckert starten 1942 mit ihren Entwürfen für eine gewaltige Maschine, die unter dem Namen ENIAC I («Electronical Numerical Integrator and Computer») in die Technikgeschichte eingehen sollte.

Die konkrete Entwicklung des ENIAC I begann allerdings erst ein Jahr vor der Landung der Alliierten in der Normandie. Und als der ENIAC I schließlich am 15. Februar 1946 in einem Artikel der «New York Times» der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, hatten die Alliierten ihre Gegner Deutschland und Japan bereits niedergerungen. Mit dem aufziehenden Kalten Krieg änderte sich dann der Verwendungszweck des Rechenmonstrums: Der ENIAC I wurde von US-Wissenschaftlern in Los Alamos verwendet, um die Zerstörungskraft der ersten Wasserstoffbombe zu berechnen.

Der ENIAC I war groß wie eine Wohnung, 27 Tonnen schwer und verfügte dabei noch nicht einmal über einen Bildschirm. Für den Betrieb waren 17 468 Elektronenröhren und 7200 Dioden notwendig, die 150 Kilowatt elektrischer Leistung verschlangen. Da beinahe ständig einzelne Röhren ausfielen, war der Rechner ziemlich unzuverlässig. Allerdings arbeitete der ENIAC I im Vergleich zu seinen mechanischen Vorgängern seine Rechenschritte deutlich schneller ab. So konnte die Riesenmaschine rund 5000 Rechenoperationen pro Sekunde bewältigen, etwa 1000 Mal schneller als mechanische Rechner. Im Vergleich: Ein aktuelles Smartphone kann in einer Sekunde über 30 Milliarden Instruktionen stemmen.

Die Programmierung ENIAC I war äußerst kompliziert, denn für jede Programmänderung mussten die technischen Komponenten neu verkabelt werden. «Das war eine anstrengende und anspruchsvolle Tätigkeit, die von den sogenannten ENIAC-Frauen erledigt wurde», erläutert Andreas Stolte vom Heinz Nixdorf MuseumsForum (HNF) in Paderborn. Die ENIAC-Frauen Francis Betty Snyder Holberton, Betty Jean Jennings Bartik, Kathleen McNulty Mauchly Antonelli, Marlyn Wescoff Meltzer, Ruth Lichterman Teitelbaum und Frances Bilas Spence mussten sich lange Zeit gegen das Image von «Refrigerator Ladies» wehren. So wurden die jungen Damen auf Werbefotos bezeichnet, die vor Kühlschränken posierten, um die Maschine gut aussehen zu lassen. Inzwischen weisen Technik-Historiker den ENIAC-Frauen eine Pionierrolle zu.

Die führenden ENIAC-Entwickler Eckert und Mauchly wurden 1947 von der Universität im Streit um die Verwertungsrechte an dem Computer entlassen. Sie versuchten später, sich offiziell ein Patent für die Erfindung des Computers eintragen zu lassen. Der US Federal Patent Court lehnte 1973 diesen Anspruch allerdings ab und verwies dabei auf Konzepte von John Vincent Atanasoff und Cliffort Berry, die ebenfalls in dieser Zeit an der Entwicklung eines Computers gearbeitet hatten. Der Atanasoff-Berry-Computer war bereits einige Jahre vor dem ENIAC I entwickelt worden, konnte allerdings nicht programmiert werden, sondern nur lineare Gleichungen lösen.

Als «Erfinder des modernen Computers» sehen viele Technik-Historiker aber weder Eckert und Mauchly noch Atanasoff und Berry, sondern den Deutschen Konrad Zuse. Der Bauingenieur entwickelte zwischen 1935 und 1938 seine mechanische Rechenmaschine «Z1», die ihm monotone Statik-Kalkulationen abnehmen sollte. Das Nachfolgegerät «Z3» arbeitete bereits mit Elektrorelais und war der erste vollautomatische, programmgesteuerte und frei programmierbare Rechner der Welt. Der «Z3» dürfte sich damit den Titel des ersten funktionstüchtigen Computers der Welt verdient haben.

Zuse wurde zwar während des Krieges auch finanziell von der Rüstungsindustrie gefördert, doch spielten die Zuse-Rechner militärisch keine Rolle mehr. Nach dem Kriegsende versuchte auch Zuse, sich ein Patent für die Erfindung des Computers erteilen zu lassen, doch auch er scheiterte 1967 beim Bundespatentgericht. Während Zuse quasi als Alleinkämpfer in Deutschland agierte, löste der im Vergleich zu den Zuse-Rechnern konzeptionell unterlegene ENIAC I in den USA ein stürmische Entwicklung aus, die letztlich zur Geburt des Silicon Valley in Kalifornien führte, weil das US-Militär Firmen wie Hewlett-Packard mit Großaufträgen versorgte.

Der ENIAC I war noch bis 1955 in Betrieb. Danach wurde er auseinandergenommen und die Einzelteile («Racks») auf verschiedene Institutionen verteilt. Etliche ENIAC-Racks sind in Washington im American History Museum des Smithsonian Institute zu finden. Aber auch in Deutschland kann man sich einen Eindruck vom ENIAC I machen: Im HNF in Paderborn befindet sich seit 1996 ein Original-Rack mit ENIAC-Röhren, das die Dimensionen des ersten elektronischen Universalcomputers der Welt erahnen lässt.

Do, 2016-02-11 03:30
Berlin (dpa)

Neues aus der Szene

«Alles komplett» - Döner-Song eines Berliners wird Youtube-Hit

Berlin (dpa) - Mit Berlin verbindet man Currywurst und Elektronische Musik - mit Kreuzberg vor allem Döner. Nun hat der Stadtteil einen eigenen Döner-Song bekommen - von dem Rapper Drob Dynamic. Auf Youtube wurde das Video zu «Alles komplett» schon tausendfach geklickt. Es beginnt in einer Dönerbude, in der sich ein Gast nicht entscheiden kann. Bis der Rapper seine eigene Bestellung aufgibt - natürlich «alles komplett». Dann legt er los und rechnet mit Hipstern ab, die zu lange über das vermeintlich richtige Essen grübeln.

«Komm mir nicht an, mit sehr tighten Röhrenjeans», singt er. ««Was soll ich bestellen?» Was für 'ne Frage, du Ei. Einmal Döner komplett mit Ayran und Chai.» Der Song ist auch eine Hymne an sein Zuhause, wie Drob Dynamic der «Berliner Morgenpost» sagte. «Ich komme aus Kreuzberg, das ja auch Klein-Istanbul genannt wird, und ich mag gern Döner. Deshalb hatte ich schon länger die Idee, einen Döner-Song zu schreiben.»

(Youtube: http://dpaq.de/zd8Dm - «Berliner Morgenpost»: http://dpaq.de/Ao1He)

Inder testen Glück-in-der-Liebe-Sprichwort am Valentinstag

Neu Delhi (dpa) - Ausgerechnet zum Valentinstag stellt eine Gruppe junger Inder das Sprichwort «Pech im Spiel, Glück in der Liebe» auf die Probe. Die Brettspiel-Gruppe aus der Hauptstadt Neu Delhi lädt Pärchen zum gemeinsamen Liebestest ein. «Du denkst, Du weißt schon alles über Deine bessere Hälfte?», fragt die Gruppe in der Facebook-Einladung. Mit Hilfe von Gesellschaftsspielen wie Tabu, dem Rate-Kartenspiel Dixit oder dem Zeichen-Ratespiel Die Montagsmaler könne der Partner ergründet werden, berichtet das Online-Stadtmagazin «Little Black Book». Auch Singles sind eingeladen - und können nicht nur Preise, sondern auch einen möglichen Partner für sich gewinnen.

(Facebook: http://dpaq.de/jWKj2 - «Little Black Book»: http://dpaq.de/Ee1Kv)

Pariser können nun auch Elektro-Scooter leihen

Paris (dpa) - Nach einer erfolgreichen Testphase können sich Pariser, ihre Gäste und die allgegenwärtigen Touristen künftig mit 1000 Elektro-Motorrollern durch den Verkehr der französischen Hauptstadt wühlen. Vom Sommer an will das Unternehmen Cityscoot die motorisierten Zweiräder im Auftrag der Stadt zur Verfügung stellen. Paris verfolgt bereits mit den Verleihsystemen Vélib' für Fahrräder und Autolib' für Fahrzeuge Konzepte für eine Entzerrung des extrem dichten Stadtverkehrs. Auch von der neuen Initiative verspricht sich der Verkehrsbeauftragte der Stadtverwaltung, Christophe Nadjovski, «einen Beitrag im Kampf gegen die Luftverschmutzung».

(Pressemitteilung Pariser Rathaus, Frz.: http://dpaq.de/mMG2M)

Toronto spielt

Toronto (dpa) - Die Einwohner Torontos haben eine neue Leidenschaft, und sie hat nichts mit Social Media zu tun. Im Gegenteil: altmodische Brettspiele. Die «New York Times» berichtet, quer durch die Stadt träfen sich immer mehr Menschen zum Essen und Trinken beim Spielen - und umgekehrt - in eigens dafür eingerichteten Cafés. Die neue Spielkultur breitet sich angeblich auch in den USA aus. In New York, Boston und Los Angeles hätten Dutzende solcher Spiele-Cafés eröffnet. Bemerkenswert sei der Trend, dass dort echte Menschen echte Spiele spielten - und ihre Smartphones dabei ausdrücklich beiseite ließen.

(New York Times: http://dpaq.de/OdnlA)

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

weiterlesen

 

„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

weiterlesen

Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Royale Reneklode

(Prunus domestica subsp. italica)
Sie ist die wenig bekannte Königin der Hauspflaumen – oder zumindest eine ziemliche Prinzessin auf der Erbse. Und sie hat ihren hässlichen Namen auf keinen Fall verdient. Warum, erfahren Sie hier

weiterlesen

Das Deutsche verdankt dem Französischen wohlklingende Worte wie Aubergine, Bonbon und Croûton. Auch Éclair und Filet sind Einwanderer, die nicht zur Überintegration gezwungen wurden, ganz anders als die Kuvertüre und die Reneklode. Ein Wort, das sich im Mund nicht wie Steinobst, sondern wie ein Stein anfühlt und nur entfernt an seine Herkunft erinnert. Können Sie das Original aus dem Ärmel schütteln, aus der Lamäng (la main), wie der Deutsche sagt? Reine-Claude, Königin Claudia, nennen unsere Nachbarn die rare Süße. Ränklod müssten wir schreiben, wenn wir – wie im Fall der Kuvertüre – wenigstens den Klang des Wortes nachahmen wollten. Aber das wäre noch hässlicher.

Claudia von Frankreich war eine Renaissance-Dame, die Franz dem Ersten zwischen 1515 und 1524 acht Kinder gebar, jung starb und wenn vielleicht nicht den König, so doch Renekloden über alles geliebt haben soll. Es ist nicht klar, ob die Früchte möglicherweise auch nach dem Obstkundler René Claude heißen könnten. Auf jeden Fall dürften sie zu Reine Claudes Zeit der Dernier Cri (letzte Schrei) gewesen sein. Kam das aus Armenien stammende Rosengewächs – anders als das Gros der Pflaumenarten – doch nicht schon in der Antike, sondern erst im Spätmittelalter nach Europa.

Zart (délicate) wie ihre Namenspatronin und damit im Wortsinn eine Delikatesse ist die Reneklode. In der weitverzweigten Pflaumenfamilie ist sie die Prinzessin auf der Erbse: Sie ist schwer zu finden, und man erkennt sie an ihrer empfindlichen Haut. Weil sie behandelt werden will wie ein rohes Ei und schnell verdirbt, drückt sich der Handel vor ihr. Liebhaber pflanzen sie am besten im eigenen Obstgarten oder finden sie mit Glück auf dem Wochenmarkt – und auch dort nur selten. Von allen Vertreterinnen ihres Klans hat sie die kürzeste Ernteperiode. Renekloden reifen nur im Juli und August.

Doch der Beschaffungsaufwand lohnt sich. Das aprikosengroße, runde Obst, das je nach Sorte grasgrün, gelblich grün oder rötlich violett leuchtet, ist nicht nur erfrischender und saftiger als Hauspflaumen, Mirabellen und Zwetschgen, es hat dank seines würzigen Spiels von Süße und Säure auch ein intensiveres Aroma als die bürgerliche Verwandtschaft. Frisch vom Baum schmecken die im süddeutschen Raum auch Reinklaue, Ringlo oder Renglotta genannten Früchte am besten. Ihr üppiges grünweißes Fruchtfleisch ist meist fest mit dem Kern verwachsen, sodass die Verarbeitung – außer im Rezept rechts – mühsam ist. Für unverdrossene Fruchtpuler eignen sich Konfitüre (confiture) und Mus hervorragend zum Transport eines Stückchens Sommer in die kalte Jahreszeit. Renekloden passen aber auch zu Deftigem wie Wild und dunklen Soßen. Und falls es danach ein Digestif (Verdauungsschnaps) sein darf: Reneklodenbrände sind rar, aber umwerfend.

Gesund ist Ihre Majestät sowieso. Sie enthält mehr Eisen als andere Arten und viel weniger Zucker als ihr Geschmack vermuten lässt. Außerdem ist sie reich an Kalium, Vitamin A und hilft gegen Vitamin-B-Mangelsymptome wie eingerissene Mundwinkel. Und eben diese sollten wir nicht hängen lassen. Es muss doch möglich sein, eine Frucht von solcher Qualität formschön ins Deutsche zu übertragen. Die Schweizer nennen sie Edel-, die Österreicher Zuckerpflaume. Die Norweger und Italiener übersetzen unfrei: Reine-Claude und regina claudia. Und wir? Finden im Duden doch noch die alternative Schreibweise Reineclaude. Es ist nicht die empfohlene, aber bitte greifen Sie zu! Und genießen Sie den Augenschmaus. Wir schreiben doch hier auch nicht Allasäsong drüber.

Frisch vom Baum gibt's die Reneklode ab August.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen
 

1 2 3
Do, 2016-02-11 03:23
York (dpa) 

Bescheidene Ursprünge, laute Kritik: Donald Trump und New York Von Christina Horsten, dpa

Seine Heimatstadt New York hat Donald Trump geformt. Vater Fred, Sohn deutscher Einwanderer, war ebenfalls Immobilien-Mogul, allerdings deutlich bescheidener. Heute tragen dutzende Luxustürme der Stadt Donald Trumps Namen - und viele Einwohner hadern damit.

New York (dpa) - Mehr als 20 Etagen hoch ragen die sieben braunroten Wohntürme in den Himmel von New York. Direkt daneben rattert ein Zug über die Hochgleise, dahinter glitzert der Atlantik. Vor den Eingängen der Häuser sitzen zahlreiche Menschen dick eingepackt in der Wintersonne, viele sind älter und haben ihre Rollatoren dabei. Ein Plakat an einer Häuserwand wirbt für «schöne Ein-, Zwei-, und Dreizimmer-Eigentumswohnungen», ein eingedelltes Schild weist den Weg zum Verwaltungsbüro.

«Ich lebe gerne hier», erzählt ein älterer Mann. «Aus meinem Fenster kann ich auf das Meer schauen, meine Nachbarn kommen aus der ganzen Welt und wir verstehen uns gut - auch wenn wir neuerdings alle ständig über den Namen unseres Wohnkomplexes diskutieren.»

Der lautet: «Trump Village». Gebaut hat den Wohnturm-Komplex am südlichen Ende der Millionenmetropole New York allerdings nicht der derzeit allgegenwärtige und umstrittene republikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump, sondern sein 1999 gestorbener Vater Fred - und das wird schon auf den ersten Blick deutlich: Coney Island statt Manhattan, Backstein statt glänzender Glasfassaden und als Zielgruppe die hart arbeitende Mittelschicht anstelle von Millionären.

Als Fred Trump, dessen Eltern aus Kallstadt in Rheinland-Pfalz einwanderten, das «Trump Village» Anfang der 60er Jahre baute, half ihm sein Teenager-Sohn Donald. Hier liegen die vergleichsweise bescheidenen New Yorker Ursprünge des Präsidentschaftsbewerbers und Immobilien-Moguls.

Vater Fred baute dutzende Häuser und Wohnkomplexe in New York, allerdings immer in den Arbeiterklasse-Gegenden der Viertel Brooklyn und Queens. Sein berühmtester Mieter war der «This Land is Your Land»-Sänger Woody Guthrie, der ihn in angetrunkenem Zustand einmal in einem seiner Lieder verewigte: «Ich mag es nicht, wie Mr. Trump mich behandelt.»

Nur dem riesigen «Trump Village» gab Fred Trump seinen Namen, ansonsten hielt er sich im Hintergrund - anders als heute sein Sohn, der mit einem Darlehen seines Vaters über eine Million Dollar sein eigenes Immobilien-Imperium aufbaute und alleine im schicken Manhattan gleich mehrere Luxustürme nach sich benannte. «Mein Vater war sehr sparsam, aber ich baue die luxuriösesten Gebäude auf der ganzen Welt.»

Die Bewohner dieser Gebäude in der traditionell eher demokratisch wählenden Metropole New York sind allerdings nicht alle glücklich über die neuen Ambitionen ihres Vermieters. «Ich würde doch mal hoffen, dass die meisten Menschen in diesem Gebäude verstehen, dass er niemand ist, den man als Präsident haben will», sagte Alex Padom, der seit mehr als zehn Jahren in einer kleinen Wohnung im «Trump Place» an der Westseite Manhattans lebt, der «New York Times».

Der aus dem Senegal stammende Ebu Mubaye, der auf der anderen Seite des Hudson Rivers in Jersey City im «Trump Plaza» wohnt, schämt sich inzwischen dafür. «Ich erzähle niemandem mehr, dass ich in einem Trump-Gebäude wohne, ich gebe nur noch die Adresse an.»

Donald Trump selbst wohnt meist in seinem Penthouse-Apartment im «Trump Tower» an der noblen Fifth Avenue. «Viele Menschen schreien mich an, weil ich vor einem Gebäude mit dem Namen Trump darauf stehe», erzählt ein Wachmann davor. «Manche sagen auch, der Name sollte heruntergenommen werden, aber denen sage ich, dass das hier doch ein freies Land ist. Trump kann sagen, was er will.» Der Milliardär kümmere sich gut um seine Gebäude und sei bei zufälligen Treffen im Aufzug immer freundlich, sagen andere Bewohner des Gebäudes.

Einige Kilometer weiter südlich ist die Stimmung gegenüber Trump deutlich frostiger. Mit einem Graffiti an einer Hauswand in Chinatown hat der New Yorker Künstler Hanksy deutlich gemacht, was er von dem polternden Präsidentschaftsbewerber hält: Mannshoch hat er Trump - deutlich erkennbar an der blonden Haartolle - als braunen Hundehaufen gemalt. Drum herum schwirren die Schmeißfliegen.

Do, 2016-02-11 03:30
Washington (dpa)

US-Wahlkampf: Christie und Fiorina sind raus

Das Feld bei den US-Republikanern lichtet sich. Mit Chris Christie und Carly Fiorina schmeißen zwei weitere Bewerber hin. Damit sind noch fünf übrig, die es mit Donald Trump aufnehmen wollen.

Washington (dpa) - Nach ihrem schlechten Abschneiden bei der Vorwahl im US-Bundesstaat New Hampshire steigen zwei weitere Republikaner aus dem Rennen um das Weiße Haus aus. Chris Christie und Carly Fiorina beendeten am Mittwoch ihre Kampagnen. Christie erklärte, er verabschiede sich ohne einen Funken des Bedauerns. Er sei stolz auf sein Team und die Kampagne.

Dem 53 Jahre alten Gouverneur von New Jersey wurden zu Beginn des Wahlkampfs einige Chancen eingeräumt. Anhänger loben seine volkstümliche Art, Kritiker werfen ihm dagegen Grobschlächtigkeit und ein loses Mundwerk vor. Im republikanischen Feld dieses Jahres galt Christie als vergleichsweise moderat. Er hatte viel Zeit in den Wahlkampf in New Hampshire investiert, holte dort aber nur sieben Prozent der Stimmen und landete auf dem sechsten Platz.

Fiorina erklärte: «Ich werde weiterhin durch dieses Land reisen und für die Amerikaner kämpfen, die sich nicht damit abfinden, wie die Dinge gerade sind.» Die 61-Jährige bekam in dem nordöstlichen Bundesstaat vier Prozent und landete damit auf dem siebten Platz. Die Ex-Chefin von Hewlett-Packard war die einzige Frau im Bewerberfeld der Republikaner. Bei der zweiten TV-Debatte in diesem Wahlkampf hatte sie überzeugen können, ansonsten aber nicht mehr viel von sich Reden gemacht.

Damit sind bei den Konservativen noch sechs Männer im Rennen: Jeb Bush, Ben Carson, Ted Cruz, Marco Rubio, John Kasich und Donald Trump. Auf den Wahlzetteln steht weiter Jim Gilmore, er ist irrelevant. Die Republikaner waren in den Kampf für die Nachfolge Barack Obamas mit einem Rekordfeld von 17 Bewerbern gestartet. Schon nach der ersten Vorwahl in Iowa in der vergangenen Woche hatten Rand Paul und Rick Santorum hingeschmissen.

Der umstrittene Multimilliardär Trump gewann die Vorwahl am Dienstagabend. Bei den Demokraten fügte Partei-Linksaußen Bernie Sanders der etablierten Ex-Außenministerin Hillary Clinton eine krachende Niederlage zu.

Do, 2016-02-11 03:24
Berlin (dpa)

Starker Anstieg rechtsextremer Gewalt in Deutschland

Brennende Asylbewerberheime, rechte Hassparolen - die Zahl rechtsextremer Straftaten in Deutschland wächst rasant. Die meisten Gewalttaten haben einen fremdenfeindlichen Hintergrund.

Berlin (dpa) - Rechtsextreme Straftaten haben in Deutschland stark zugenommen. Nach vorläufigen Zahlen registrierten die Sicherheitsbehörden im vergangenen Jahr 13 846 einschlägige Delikte - das entspricht einer Steigerung um mehr als 30 Prozent im Vergleich zu 2014. Das ergibt sich aus Zahlen, die die Linke-Politikerin Petra Pau regelmäßig beim Bundesinnenministerium abfragt.

Da nun auch die Angaben für Dezember vorliegen, veröffentlichte Pau am Mittwochabend die Jahresübersicht für 2015. Es handelt sich jedoch lediglich um vorläufige Zahlen, da die Polizei erfahrungsgemäß viele Fälle nachmeldet. 2014 hatten die Sicherheitsbehörden in ihrer vorläufigen Statistik 10 541 rechtsextreme Straftaten festgestellt.

Auch die Gewaltbereitschaft steigt: So wurden vergangenes Jahr 921 rechtsextreme Gewalttaten (2014: 496) mit 691 Verletzten (2014: 431) registriert. Die meisten dieser Gewalttaten, insgesamt 612, waren fremdenfeindlich motiviert. Damit hat sich diese Zahl im Vergleich zu 2014 (316) fast verdoppelt. Die Zahl der Menschen, die bei diesen Übergriffen verletzt wurden, erhöhte sich auf 459 (2014: 272).

Pau bezeichnete die Entwicklung als alarmierend. Die tatsächlichen Zahlen dürften überdies weitaus höher liegen: «Erfahrungsgemäß verdoppeln sich die Zahlen nach der Nachmeldung der Polizeibehörden von Bund und Ländern noch einmal», sagte die Linke-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. «Das heißt, wir haben täglich drei bis vier rechtsextrem motivierte Gewalttaten.» Dies zeige, dass der Rechtsextremismus «längst wieder eine Gefahr für Leib und Leben von Menschen ist, die nicht in das menschenfeindliche Muster der Nazis passen».

Dabei gehe die Gefahr keineswegs nur von organisierten Neonazis aus, sondern auch von freien Gruppen, die zunehmend gegen Flüchtlinge und deren Unterstützer mobilisierten. Die Probleme bei der Aufnahme von Flüchtlingen wirkten dabei wie ein Katalysator: «Staatliche Institutionen und Zivilgesellschaft zeigen sich überfordert, und dort, wo Lücken gelassen werden, stoßen Nazis hinein und instrumentalisieren das.»

Do, 2016-02-11 03:13
München (dpa)

Steinmeier: Syrien-Friedensprozess an einem Scheideweg

Seit einer Woche liegt der Syrien-Friedensprozess auf Eis. Ob er wieder in Gang kommen kann, dürfte sich am Donnerstag bei einem Treffen der wichtigsten Regionalmächte in München zeigen. Steinmeier richtet einen eindringlichen Appell in die Teilnehmer.

München (dpa) - Vor der Syrien-Konferenz in München hat Außenminister Frank-Walter Steinmeier vor einer weiteren Eskalation der Gewalt in dem seit fünf Jahren andauernden Bürgerkrieg gewarnt. «Unsere Bemühungen für einen Friedensprozess für Syrien stehen wieder einmal an einem Scheideweg», sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. «Wie soll es möglich sein, am Verhandlungstisch nach Kompromissen zu suchen, während gleichzeitig bei Aleppo und anderswo mit immer größerer Brutalität Krieg geführt wird?»

Die internationale Gemeinschaft lotet am Donnerstag in München die Chancen für eine Wiederaufnahme der Syrien-Friedensgespräche aus, die Anfang Februar nach nur wenigen Tagen abgebrochen wurden. Auslöser waren massive Angriffe des syrischen Regimes und der russischen Luftwaffe in der Region Aleppo.

An der Münchner Konferenz nehmen Außenminister und andere hochrangige Vertreter von 17 Staaten teil, darunter die USA, Russland, Saudi-Arabien, Iran und die Türkei. Diese fünf Länder haben eine Schlüsselrolle bei den Bemühungen um eine Lösung des Konflikts.

Steinmeier erwartet konkrete Vereinbarungen, um so schnell wie möglich zumindest eine Verringerung der Gewalt und eine Verbesserung der humanitären Zugänge zu erreichen. «Wir müssen verhindern, dass alles, was wir in den letzten Monaten erreicht haben, zunichte gemacht wird und wir ungebremst in eine neue Runde der Eskalation steuern», sagte der SPD-Politiker. «Allen muss klar sein, welche Folgen das für Millionen Menschen in Syrien haben würde.»

Der Außenminister appellierte an die Verantwortung aller an den Verhandlungen beteiligten Akteure. «Ohne den Druck und die tatkräftige Mithilfe der regionalen und internationalen Mächte wird es in Genf keinen Zentimeter vorangehen», sagte er.

Die bevorstehende Konferenz hat Russland bisher nicht von den Luftangriffen abgehalten. Am Mittwoch hielten die Bombardements unvermindert an. Bei den Kämpfen nördlich der Großstadt Aleppo kamen in den vergangenen Tagen nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mehr als 500 Menschen ums Leben.

Seit Anfang Februar rücken die Einheiten von Machthaber Baschar al-Assad in der Schlüsselregion mit russischer Hilfe gegen Rebellen vor. Die massiven Bombardements Russlands zwangen Zehntausende Bewohner zur Flucht in Richtung Türkei. Trotz internationaler Appelle verweigert die Türkei ihnen an der Grenze aber bislang die Einreise.

Do, 2016-02-11 04:00
Berlin (dpa)

Schwere Grippe bisher vor allem bei Erwachsenen

Berlin (dpa) - Die aktuelle Grippewelle trifft nach ersten Erkenntnissen gesunde Menschen zwischen 15 und 59 Jahren häufiger und schwerer als in den Vorjahren. Ursache sei wohl die aktuelle deutliche Dominanz des erst seit 2009 zirkulierenden Virus A(H1N1)pdm09, sagte die Influenzaexpertin des Robert Koch-Instituts (RKI), Silke Buda, der Deutschen Presse-Agentur. Schwere Verläufe seien dennoch relativ selten und der Impfstoff passe bisher. Auch international ist der Expertin zufolge vermehrt von schweren Influenza-Fällen auf Intensivstationen berichtet worden.

H1N1 wurde vor einigen Jahren als Schweinegrippe-Virus bekannt und erwies sich später harmloser als zunächst erwartet. RKI-Fachleute halten den Begriff für irreführend.

Do, 2016-02-11 03:24
Kairo (dpa)

Lochbihler: Ägyptens Regierung trotz Entwicklung nicht isolieren

Kairo (dpa) - Die Vize-Chefin des Menschenrechtsausschusses im Europaparlament, Barbara Lochbihler (Grüne), setzt trotz der in vielen Bereichen undemokratischen Entwicklung Ägyptens fünf Jahre nach dem Sturz Mubaraks auf Dialog. «Ich bin nicht für die Isolation der Regierung, sondern für eine stete Forderung von Verbesserungen», sagte Lochbihler nach einer Delegationsreise des Auswärtigen Ausschusses des Europäischen Parlaments in Kairo der Deutschen Presse-Agentur.

Zu den Verbesserungen, die die Europäische Union konkret von der autoritären Regierung Abdel Fattah al-Sisis einfordern müsse, gehörten Gerichtsprozesse nach internationalem Standard und bessere Haftbedingungen. Lochbihler kritisierte zudem die «weit verbreitete» Folter, von der ihr Gesprächspartner im Land berichtet hätten. Auch dürfe der Staat nicht den Fehler machen, alle seine Kritiker über einen Kamm zu scheren und gleichsam zu bekämpfen. Insgesamt sei das Land noch willkürlicher geworden als unter Langzeitmachthaber Husni Mubarak.

Mubarak wurde am 11. Februar 2011 nach Massenprotesten gegen seine Regierung gestürzt. Nach der Absetzung des demokratisch gewählten islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi 2013 ebenfalls nach landesweiten Protesten kam die neue Regierung Al-Sisis an die Macht. Sie wird international kritisiert wegen Menschenrechtsverletzungen und der Unterdrückung von Regimegegnern.

Do, 2016-02-11 02:15
Kapstadt (dpa)

Sambias Oppositionsführer fordert vor Wahl Reformen im Energiesektor

Kapstadt (dpa) - Sambia kann nach Ansicht des Oppositionsführers seine Wirtschaftskrise nur mit Hilfe drastischer Energie-Reformen und einem Ausbau der Stromversorgung bewältigen. Die gegenwärtige Situation mit bis zu 14 Stunden langen Stromausfällen sei nicht haltbar, sagte Hakainde Hichilema der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. Der Binnenstaat im Süden Afrikas müsse auch verstärkt in erneuerbare Energien investieren, forderte er.

Hichilema unterlag bei der außerordentlichen Präsidentschaftswahl im vergangenen Jahr nur äußerst knapp dem jetzigen Staatschef Edgar Lungu. Im August wird er Lungu erneut herausfordern. Beobachter räumen ihm wegen der gegenwärtig schwachen Wirtschaftslage gute Chancen ein. Im vergangenen Jahr wuchs Sambias Wirtschaft nur 3,5 Prozent, nachdem Afrikas zweitgrößter Kupferproduzent über mehrere Jahre ein durchschnittliches Wachstum von 7 Prozent verbucht hatte.

«Der staatliche Stromversorger betreibt Misswirtschaft. Das muss sich ändern», sagte Hichilema im südafrikanischen Kapstadt am Rande der «Mining Indaba», der mit 7000 Teilnehmern weltweit größten Konferenz der Bergbauindustrie. Elektrizitätspreise seien in die Höhe geschossen, während Unternehmen große Verluste erlitten. Zur Sicherung der Energieversorgung müsse Sambia daher auch in alternative Energien wie Solar und Wind investieren, sagte Hichilema.

Do, 2016-02-11 02:30
Berlin (dpa)

Zahl rechtsextremer Straftaten 2015 massiv gestiegen

Berlin (dpa) - Rechtsextreme Straftaten haben in Deutschland stark zugenommen. Nach vorläufigen Zahlen registrierten die Sicherheitsbehörden im vergangenen Jahr 13 846 einschlägige Delikte - und damit eine Steigerung um mehr als 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das ergibt sich aus Zahlen, die die Linke-Politikerin Petra Pau regelmäßig beim Bundesinnenministerium abfragt.

Da nun auch die Angaben für Dezember vorliegen, veröffentlichte Pau am Mittwochabend die Jahresübersicht für 2015. Es handelt sich jedoch lediglich um vorläufige Zahlen, da die Polizei erfahrungsgemäß viele Fälle nachmeldet. 2014 hatten die Sicherheitsbehörden in ihrer vorläufigen Statistik 10 541 rechtsextreme Straftaten festgestellt.

Auch die Gewaltbereitschaft steigt: So wurden vergangenes Jahr insgesamt 921 rechtsextreme Gewalttaten registriert (2014: 496). Dabei wurden 691 Menschen verletzt (2014: 431). Die meisten Gewalttaten, insgesamt 612, waren fremdenfeindlich motiviert. Damit hat sich diese Zahl im Vergleich zu 2014 fast verdoppelt.

Do, 2016-02-11 02:14
München (dpa)

Steinmeier: Syrien-Friedensprozess steht an einem Scheideweg

München (dpa) - Vor der Syrien-Konferenz in München hat Außenminister Frank-Walter Steinmeier vor einer weiteren Eskalation der Gewalt in dem seit fünf Jahren andauernden Bürgerkrieg gewarnt. «Unsere Bemühungen für einen Friedensprozess für Syrien stehen wieder einmal an einem Scheideweg», sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. «Wie soll es möglich sein, am Verhandlungstisch nach Kompromissen zu suchen, während gleichzeitig bei Aleppo und anderswo mit immer größerer Brutalität Krieg geführt wird?»

Die internationale Gemeinschaft lotet am Donnerstag in München die Chancen für eine Wiederaufnahme der Syrien-Friedensgespräche aus, die Anfang Februar nach nur wenigen Tagen abgebrochen wurden. Auslöser waren massive Angriffe des syrischen Regimes und der russischen Luftwaffe in der Region Aleppo.

An der Münchner Konferenz nehmen Außenminister und andere hochrangige Vertreter von 17 Staaten teil, darunter die USA, Russland, Saudi-Arabien, Iran und die Türkei. Steinmeier erwartet konkrete Vereinbarungen, um so schnell wie möglich zumindest eine Verringerung der Gewalt und eine Verbesserung der humanitären Zugänge zu erreichen. «Wir müssen verhindern, dass alles, was wir in den letzten Monaten erreicht haben, zunichte gemacht wird und wir ungebremst in eine neue Runde der Eskalation steuern», sagte er. «Allen muss klar sein, welche Folgen das für Millionen Menschen in Syrien haben würde.»

Keine Anzeige

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

 

Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate „ausgesetzt“. Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit „ausgesetzter“ Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

Seiten