Reports / Meinungen / Interviews

Grün: In Frankreich en vogue

Grün: In Frankreich en vogue

Im wöchentlichen Newsletter wirft unsere Autorin Kerstin Eitner einen persönlichen Blick auf aktuelle Umweltthemen, Ereignisse und Entwicklungen in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft oder Wissenschaft. Diesmal fällt ihr zuerst Frankreich ins Auge.

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Montag, 6. Juli 2020

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In­nen­mi­nis­te­ri­um sagt Rassismus-Studie bei der Polizei ab, E-Fuels belasten die Umwelt und „Land­schafts­fraß“

Liebe Leserinnen und Leser,

wer bisher dachte, Dialekte seien eine Schrulligkeit der menschlichen Sprache, irrt. Auch Vögel können regional ganz unterschiedlich singen – und unter den Piepmatzen gibt es sogar so etwas wie Sprachtrends, die langsam in die restliche Vogelschar diffundieren. Wie Biolo­gen der kanadischen University of Northern British Columbia herausfanden, bestand das Fi­nale des Weißkehlammer-Gesangs in den 1960er Jahren in ganz Kanada noch aus einem Trip­lett, also einer Einheit aus drei Noten. Innerhalb der folgenden 40 Jahre setzte sich ein neuer Dialekt im äußersten Westen des Landes durch: Am Ende ihres Gesangs wiederholten die Vögel nun zwei Töne statt des traditionellen Tripletts. 2019 hatte der Trend dann schon die Ostküste des Landes erreicht – der traditionsreiche Triplett-Gesang ertönt nun kaum noch, wie die SZ schreibt. Die neue Art zu zwitschern setzte sich also in wenigen Jahrzehn­ten und über eine Distanz von 3.000 Kilometern durch. 

Ein bisschen erinnert uns das an Jugendsprache, die erst belächelt und kurz darauf inflationär verwendet wird. In diesem Sinne sagen wir: Eine schöne neue Woche – yolo!

Das Team vom Navigator

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Innenministerium sagt Studie zu Rassismus bei der Polizei ab

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CSU-Innenminister Horst Seehofer hat eine zuvor von der Regierung angekündigte Studie zu rassistischer Diskriminierung durch Polizeibehörden abgesagt. Auf Anfrage von Zeit Online be­stätigte ein Sprecher, dass es nach Ansicht des Ressortchefs „kei­nen Bedarf“ für eine sol­che Studie gebe. Das Innenministerium begründete die Ent­scheidung unter anderem damit, dass sich das sogenannte Racial Profiling in der polizei­li­chen Praxis ver­biete. Daher müsse es nicht gesondert untersucht werden. Die Forderung nach einer Un­tersuchung war nach Pro­testen gegen rassistische Polizeigewalt in den USA aufgekom­men. Dem Innenminis­terium zu­folge seien entsprechende Vorkommnisse „absolute Ausnah­me­fälle“, die „schonungs­los aufgeklärt und zeitnah sanktioniert“ würden. Auch interessant: Der Poli­tikwissenschaftler Daniel Gyamerah will herauszufinden, wie viele Schwarze in Deutsch­land leben – das Ergeb­nis des „Afrozensus“ soll im Kampf gegen Rassismus helfen. Mehr bei Bento.

Bericht, 3 Minuten Lesezeit
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Scheuer will Fahrverbote für Raser rückgängig machen

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CSU-Verkehrsminister Andreas Scheuer will einen formellen Fehler nutzen, um härtere Sank­tionen für Raser wieder abzumildern. Dabei hat sein Ministerium den Fehler selbst verur­sacht. Hintergrund ist die Neuregelung der Straßenverkehrsordnung (StVO), die vor allem den Straßenverkehr fahrradfreundlicher machen sollte. Der Bun­des­rat hatte der Novelle nur unter der Bedingung zugestimmt, dass auch Sanktionen ge­gen Raser erhöht würden. So soll­te ein Fahrverbot von einem Monat verhängt werden, wenn ein Autofahrer innerorts 21 km/h zu schnell fährt (außerorts 26 km/h). Da­gegen regt sich aller­dings Protest – und Scheu­er versucht nun, einen selbst verschul­de­ten, kleinen Form­fehler in der StVO-Novelle zu nut­zen, um von den Ländern eine Abmilde­rung der Fahr­verbotsregeln zu fordern. Dazu sind die nach wie vor mehrheitlich nicht be­reit. Über die Gemengelage berichtet die taz.

Bericht, 2 Minuten Lesezeit
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Biker protestieren gegen Anti-Lärm-Initiative

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Mehrere tausend Motorradfahrer haben gegen mögliche Fahrverbote an Sonn- und Feier­ta­gen demonstriert. In Friedrichshafen kamen etwa 5.000 Motorradfans zu einem Korso ent­lang des Bodensees zusammen. In Stuttgart trafen sich bis zu 8.000 Motorradfahrer, was zu erheblichen Verkehrsbehinderungen führte. Der Protest richtete sich gegen eine Initiative des Bun­des­rats zur Reduzierung von Motorradlärm. So sollen die zulässigen Geräusch­emis­sio­nen auf einen Wert begrenzt werden, der in etwa der Lautstärke eines vorbeifahrenden LKW oder Rasenmähers ent­spricht. Der Bundesrat will zudem beschränkte Motorrad-Fahr­verbote an Sonn- und Feier­tagen ermöglichen. Die Meldung hat Zeit Online.

Bericht, 1 Minute Lesezeit
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E-Fuels belasten die Umwelt

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E-Fuels spielen als Alternative zu Erdöl, Erdgas und Kohle eine wichtige Rolle. Doch wie um­welt­freundlich ist die Herstellung von synthetischen Kraftstoffen wirk­lich? Das hat das Insti­tut für Energie- und Umweltforschung (ifeu) im Auftrag des Umwelt­bun­des­am­tes unter­sucht – mit überraschenden Ergebnissen. Die Herstellung ist mit erheblichen Umweltfolgen ver­bun­den: Luft, Gewässer und Böden werden stark belas­tet. In der Studie wurden circa 60 ver­schiedene Herstellungs- und Transportpfade nach Deutsch­land analysiert. So wurde in ei­nem Modell etwa Diesel mit Strom aus Photovoltaik­an­la­gen in Saudi-Arabien und CO2 aus dor­ti­gen Zementwerken hergestellt und per Tank­schiff nach Deutschland transportiert. Eine Er­kenntnis: Die Herstellung der Stromerzeu­gungs­an­la­gen steuert einen erheblichen Beitrag zur Umweltwirkung bei. Jedoch heißt das nicht, dass E-Fuels pauschal schlechter sind und weg­ge­lassen werden müssen, betonen die Autoren. Hintergründe bei der WirtschaftsWoche.

Bericht, 2 Minuten Lesezeit
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Neubau contra Nachverdichtung: Deutschland baut sich zu

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Immer wieder erklären Städte und Gemeinden, sie müssten Wohnraum schaffen – und haben sich dabei geradezu in einen Wettbewerb um immer mehr Neubaugebiete begeben. Dabei soll der Flächenverbrauch in Deutschland eigentlich gesenkt werden: Bis Ende 2020 auf durchschnitt­lich 30 Hektar pro Tag. Großstädte planen ungeachtet der Nachhaltigkeitsziele ganze Stadt­tei­le auf der grünen Wiese. Ein Beispiel ist das Großprojekt „Oberbillwerder“ in Hamburg. Zwischen Stadtgrenze und dem Ortsteil Bergedorf soll ein neuer Stadtteil für etwa 15.000 Menschen mit circa 7.000 Wohneinheiten gebaut werden. Dabei sollen 124 Hektar Fläche der Natur und dem Ackerbau entzogen werden. Über den „Landschaftsfraß“ in Deutschland berichtet planet e (Video) – einen Einstieg ins Thema gibt ZDF-heute.

Video, 28 Minuten Laufzeit; Bericht, 2 Minuten Lesezeit

Menschen am Montag: Nico Rosberg fordert einen nachhaltigen Motorsport

Nico Rosberg war zehn Jahre lang Formel-1-Pilot. 2016 holte er sich den Weltmeistertitel und trat auf dem Höhepunkt seiner Karriere zurück. Heute bastelt der ehemalige Rennfahrer als Investor in der Formel E auch an der Zukunft des Motorsports mit.

Im Gespräch mit dem Deutschlandfunk sagt er: „Die Elektromotoren für die Straßenautos wurden von den Herstellern in der Formel E entwickelt.“

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Neueste Ausgabe: Greenpeace Magazin 4.20 Zukunft Wirtschaft

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Reports / Meinungen / Interviews

Rezension
/
30.Jun 2020

Von der Macht, Welten zu zerstören

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Vor 75 Jahren warfen die Amerikaner ihre Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki ab. Die neue Graphic Novel „Die Bombe“ erzählt, wie eine Verkettung von Zufällen, Intrigen und Machtspielen dazu führte

Engagement
/
25.Jun 2020

Wie ras­sis­tisch ist die Um­welt­be­we­gung?

Wie rassistisch ist die Umweltbewegung?

Black Lives Matter – auch im Umweltschutz. Die aktuelle Mobilisierung für von Rassismus betroffenen Menschen nehmen Aktivisten nun zum Anlass, um die Umweltbewegung zu kritisieren. Sie sagen: Sie muss den Rassismus in den eigenen Reihen überwinden

Newsletter
/
26.Jun 2020

Bericht aus Hamburg

Bericht aus Hamburg

Im wöchentlichen Newsletter wirft unsere Autorin Kerstin Eitner einen persönlichen Blick auf aktuelle Umweltthemen, Ereignisse und Entwicklungen in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft oder Wissenschaft. Diesmal spitzt sie die Ohren, hört aber keinen Motorradlärm.

Newsletter
/
22.Jun 2020

Sehr zum Wohl! Zum Gemeinwohl!

Sehr zum Wohl! Zum Gemeinwohl!

Im wöchentlichen Newsletter wirft unsere Autorin Kerstin Eitner einen persönlichen Blick auf aktuelle Umweltthemen, Ereignisse und Entwicklungen in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft oder Wissenschaft. Diesmal gibt sie einen Vorgeschmack auf das neue Greenpeace Magazin.

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Platz da!

Warum ist sich auf den Straßen
jede selbst die Nächste!
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Ge­heim­nis­se aus eisigen Tiefen

Was Forscher in Eishöhlen am Ende der Welt herausfinden: ein Bericht aus unserer Arktis-Ausgabe

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