Aktuell

Do, 2017-01-19 23:07
Berlin (dpa)

Fräulein Menke muss das RTL-Dschungelcamp verlassen

Berlin (dpa) - Fräulein Menke ist raus: Die 56-jährige Sängerin der Neuen Welle («Tretboot in Seenot») muss als erste das RTL-Dschungelcamp «Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!» verlassen. Die Hamburgerin bekam am Donnerstagabend die wenigsten Stimmen der RTL-Zuschauer. «Ich find' das nicht schlimm, einer ist immer der erste», kommentierte Fräulein Menke ihr Ausscheiden.

Elf Teilnehmer sind jetzt noch im Urwaldlager in Ost-Australien. Sie spielen noch bis zum 28. Januar um den Titel des «Dschungelkönigs». In die sogenannte Dschungelprüfung musste am Donnerstag die 27-jährige Sängerin Sarah Joelle Jahnel. Im Urwald-Schlachthof sammelte sie aus ekligen Abfällen und wildem Getier beachtliche sieben Sterne.

Do, 2017-01-19 22:02
Berlin (dpa)

Winterkorn bleibt dabei: Von Betrug bei VW nichts gewusst Von Jan Petermann und Teresa Dapp, dpa

Er hatte das Image, als VW-Chef alle Strippen in der Hand zu halten. Über den Betrug bei Abgaswerten will Martin Winterkorn aber nichts gewusst haben - mit ihm habe keiner gesprochen. Auch der wichtigste Vertreter der Autobranche gibt an, der Skandal habe ihn überrascht.

Berlin (dpa) - Der ehemalige VW-Chef Martin Winterkorn streitet ab, bis zum Bekanntwerden des Diesel-Skandals von illegalen Abgas-Manipulationen bei dem Autobauer gewusst haben. «Es ist nicht zu verstehen, warum ich nicht frühzeitig und eindeutig über die Messprobleme aufgeklärt worden bin», sagte der Ex-Manager am Donnerstag vor dem Abgas-Untersuchungsausschuss des Bundestags in Berlin. Dieser soll klären, ob die Bundesregierung für die späte Aufdeckung gefälschter Abgaswerte von Millionen Dieselwagen mitverantwortlich ist. Der Chef des Branchenverbands VDA gab an, es habe keinerlei Gespräche darüber mit der Regierung gegeben.

Konkrete Fragen der Abgeordneten zu Informationsflüssen beantwortete Winterkorn nicht - er verwies dabei auf laufende Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Braunschweig. Nach offiziellen Angaben hat der VW-Vorstand erst Anfang September 2015 von den Manipulationen erfahren, die zuerst in den USA entdeckt worden waren. VW hat Software verbaut, die erkennt, wenn die Abgas-Werte auf dem Prüfstand gemessen werden. Dadurch waren die Abgase bei Tests viel sauberer als ohne diese Prüfstand-Erkennung. 

Berichten zufolge soll ein Manager-Treffen aber schon Ende Juli 2015 die Strategie gegenüber ermittelnden US-Behörden besprochen haben. Winterkorn soll bei dem sogenannten «Schadenstisch» anwesend gewesen sein. Doch ob er schon dort von den Problemen erfuhr und wie er damit möglicherweise umging, ist unklar.

Der Ex-VW-Chef betonte, die Geschehnisse täten ihm leid: «Das was passiert ist, macht die Menschen wütend - mich auch.» Er selbst habe durch seinen Rücktritt Ende September 2015 Verantwortung übernommen. Winterkorn nannte dies den «schwersten Schritt meines Lebens». Nun sei «lückenlose Aufklärung das Gebot der Stunde».

Der Auftritt vor dem Untersuchungsausschuss war Winterkorns erste öffentliche Aussage zum Diesel-Skandal seit seinem Rücktritt. Er habe Bundesregierung und Behörden rasch informiert, sagte er. Drei Tage, nachdem die US-Umweltbehörden verletzte Grenzwerte gemeldet hätten, habe er sich bereits mit Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) getroffen. Am folgenden Tag sei Kanzlerin Angela Merkel (CDU) telefonisch informiert worden.

Die Mitglieder des Untersuchungsausschusses zeigten sich nach der knapp zweistündigen Befragung insgesamt nicht überzeugt. «Ich glaube, in weiten Teilen ist er hinter dem zurückgeblieben, was er wirklich weiß», sagte der Vorsitzende Herbert Behrens (Linke). Wenn Winterkorn so wenig gewusst habe, wie er angebe, dann sei er als Vorstandschef «seinen Aufgaben nicht nachgekommen». Neue Erkenntnisse in der Sache habe der Ausschuss nicht gewonnen.

«Die dramatischen Ereignisse rund um den Einsatz verbotener Software von Dieselmotoren haben unser Unternehmen in eine schwere Krise gestürzt», sagte Winterkorn vor den Parlamentariern. «Das endgültige Ausmaß des Schadens ist bis heute nicht vollständig absehbar.» Der Skandal führte zu milliardenteuren Rückstellungen, brachte VW im Jahr 2015 einen Rekordverlust, ließ neben Winterkorn zahlreiche weitere Manager zurücktreten und verschärfte den ohnehin hohen Spardruck bei Europas größtem Autohersteller.

Auch der frühere Bundesverkehrsminister und heutige Automobil-Verbandschef Matthias Wissmann sagte vor dem Ausschuss aus. In der deutschen Autobranche habe es bis zur Aufdeckung des VW-Skandals keinerlei Austausch zum Thema Abgastricks mit der Bundesregierung gegeben, sagte er. Bis September 2015 habe er nichts von den Manipulationen gewusst: «Ich selbst war genauso geschockt wie die Allermeisten in der Automobilindustrie. Das kam für mich absolut überraschend und ohne jede Vorwarnung.»

In die Arbeit der Untersuchungskommission von Verkehrsminister Dobrindt, die nach dem Auffliegen der Diesel-Affäre auch zahlreiche weitere Modelle verschiedener Hersteller auf Abgas-Auffälligkeiten prüfte, sei sein Verband nicht eingebunden gewesen, sagte Wissmann.

Der Sachverständige dieser Prüfkommission, Georg Wachtmeister, kritisierte im Untersuchungsausschuss die Methoden bei den Nachtests. Die Verfahren seien zu eng auf das Manipulationssystem von Volkswagen ausgerichtet gewesen, sagte der Professor für Verbrennungsmotoren; «Man hätte etwas weiter denken können.»

Do, 2017-01-19 21:40
Berlin (dpa)

VDA: Keine Gespräche mit Regierung über Abgastricks vor VW-Skandal

Berlin (dpa) - In der deutschen Autoindustrie hat es nach Darstellung von Verbandschef Matthias Wissmann bis zur Aufdeckung des VW-Skandals keinerlei Austausch zum Thema Abgastricks mit der Bundesregierung gegeben. «Manipulationen mittels eines «defeat device» waren mir nicht bekannt», sagte der Präsident des Branchenverbands VDA am Donnerstagabend im Berliner Bundestags-Untersuchungsausschuss. Mit solchen Programmen hatte Volkswagen Emissionswerte von Stickoxiden im Testmodus künstlich gedrückt, während sie im Normalbetrieb auf der Straße bei verminderter Abgasreinigung um ein Vielfaches höher waren. «Sie waren niemals Gegenstand von Gesprächen im VDA (...). Ich habe auch nicht mit der Bundesregierung darüber gesprochen», so Wissmann.

Der frühere Bundesverkehrsminister fügte hinzu, vor dem Bekanntwerden des Abgasbetrugs bei VW in den USA Mitte September 2015 nichts von ähnlichen Manipulationen gewusst zu haben: «Ich selbst war genauso geschockt wie die Allermeisten in der Automobilindustrie. Das kam für mich absolut überraschend und ohne jede Vorwarnung.» In die Arbeit der Untersuchungskommission von Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU), die nach dem Auffliegen der Diesel-Affäre auch zahlreiche weitere Modelle verschiedener Hersteller auf Abgas-Auffälligkeiten prüfte, sei sein Verband nicht eingebunden gewesen.

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Do, 2017-01-19 21:20
Belfast (dpa)

Nordirischer Politiker McGuinness schwer krank

Belfast (dpa) - Der vor kurzem zurückgetretene nordirische Vize-Regierungschef Martin McGuinness zieht sich wegen einer «sehr schweren Erkrankung» weitgehend aus der Politik zurück. Er stehe bei den Neuwahlen für das Regionalparlament nicht zur Verfügung, sagte der 66-Jährige von der katholisch-republikanischen Partei Sinn Fein am Donnerstag in Belfast. Dazu sei er körperlich nicht in der Lage.

Seine Partei hatte die Regierungskoalition mit der pro-britischen und protestantischen DUP (Democratic Unionist Party) kürzlich aufgekündigt. Für McGuinness nominierte Sinn Fein keinen Nachfolger. Die Nordiren müssen am 2. März ein neues Regionalparlament wählen.

Auslöser der Krise war der Streit über ein misslungenes Förderprogramm für erneuerbare Energien in Heizanlagen. Es soll den Steuerzahler Hunderte Millionen britische Pfund gekostet haben. Das alte Parlament soll am 25. Januar zum letzten Mal zusammenkommen.

Tausende Menschen hatten in einem Bürgerkrieg in Nordirland ihr Leben verloren. McGuinness gehörte einst dem Führungskreis der Untergrundorganisation IRA an und war Chefunterhändler seiner Partei bei den Friedensverhandlungen. Dem Karfreitagsabkommen von 1998 zufolge muss die nordirische Regierung aus einer Koalition von Katholiken und Protestanten gebildet werden. Eine andere Koalition als Sinn Fein und die DUP ist nicht in Sicht.

Do, 2017-01-19 20:05
Mexiko-Stadt (dpa)

Mexiko will Heimkehrern aus USA die Rückkehr erleichtern

Mexiko-Stadt (dpa) - Kurz vor dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump bereitet sich Mexiko auf die Rückkehr zahlreicher Landsleute aus dem Nachbarland vor. Die Anerkennung der im Ausland erworbenen Bildungs- und Berufsabschlüsse werde vereinfacht, kündigte der mexikanische Präsident Enrique Peña Nieto am Donnerstag an. Trump hatte angekündigt, mindestens zwei Millionen illegale Einwanderer abzuschieben.

Zudem dürfte das politische Klima für Latinos in der Ära Trump ungemütlich werden. Trump hatte Mexikaner im Wahlkampf als Vergewaltiger und Drogenhändler diffamiert. An der Grenze zu Mexiko will er eine Mauer errichten, um die illegale Einwanderung zu stoppen.

In den USA leben rund elf Millionen Mexikaner, rund die Hälfte von ihnen ohne Aufenthaltsberechtigung. Sie schicken pro Jahr etwa 25 Milliarden US-Dollar (23,4 Mrd. Euro) in die Heimat. Damit spülen die sogenannten Remesas mehr Devisen in das Land als die Einnahmen aus dem Erdölgeschäft.

Do, 2017-01-19 20:00
Oberviechtach/Berlin (dpa)

Abschreckung im Osten: Bundeswehrsoldaten brechen nach Litauen auf

Die Nato rüstet im Baltikum massiv auf. Die Bundeswehr ist ganz vorne mit dabei. Hunderte deutsche Soldaten sollen in Litauen Stärke demonstrieren - nicht weit von der russischen Grenze.

Oberviechtach/Berlin (dpa) - Zur militärischen Abschreckung Russlands brechen die ersten Bundeswehrsoldaten im Rahmen der Nato-Aufrüstung nach Litauen auf. 500 Soldaten wurden am Donnerstag im bayerischen Oberviechtach mit einem feierlichen Appell verabschiedet - 450 von der Bundeswehr, 50 aus Belgien und den Niederlanden. Die Panzergrenadiere werden in den nächsten Wochen in die frühere Sowjetrepublik verlegt, um Russland militärisch abzuschrecken.

«In den vergangenen Monaten haben wir eine hochintensive Ausbildung durchlaufen», sagte Oberstleutnant Christoph Huber, der Kommandeur der Panzergrenadiere. Die Soldaten freuten sich nun auf die «große Aufgabe». Huber sagte, er sei zuversichtlich, dass bis Ende Februar alle deutschen Kräfte in Litauen seien.

Im Auftrag der Nato sollen bis Ende Februar neben den Soldaten auch 26 Panzer und 170 weitere militärische Fahrzeuge nur 100 Kilometer entfernt von der russischen Exklave Kaliningrad, dem Gebiet um das einstige Königsberg, stationiert werden.

Die Nato hatte bei ihrem Gipfel im Sommer die Entsendung von je etwa 1000 Soldaten nach Polen, Lettland, Estland und Litauen beschlossen. Denn die östlichen Bündnispartner fühlen sich seit Beginn des Ukraine-Konflikts massiv von Russland bedroht.

Deutschland wird den Truppenverband in der ehemaligen Sowjetrepublik Litauen anführen. Dazu gehören auch Soldaten aus Belgien, den Niederlanden und Norwegen. Die Panzer sollen mit der Bahn durch Polen nach Litauen gebracht werden.

Die Linke warf der Nato aggressives Verhalten und eine «Eskalation mit Russland» vor. Vertreter von Union, SPD und Grünen verteidigten die Stationierung von Nato-Truppen im östlichen Bündnisgebiet dagegen in einer Bundestagsdebatte.

Im Bundestag wurde der Nato-Einsatz nicht nur von Koalitionspolitikern, sondern auch von den Grünen unterstützt. «Es geht darum, den Zusammenhalt dieses gemeinsamen Europas innerhalb der Nato zu sichern», sagte Grünen-Außenpolitiker Jürgen Trittin. «An dieser Stelle über Aufrüstung zu reden heißt doch wirklich, aus einer Mücke einen Elefanten zu machen.»

Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Wolfgang Hellmich (SPD), hält die Unterstützung für die östlichen Bündnispartner für «dringend notwendig». Der CDU-Verteidigungsexperte Henning Otte warf Russland «Einschüchterungspolitik» vor.

Hochrangige Militärs in der Nato rechnen damit, dass Moskau auf die Truppenverlegung reagieren wird. Möglich ist aus ihrer Sicht, dass die Streitkräfte «Iskander»-Mittelstreckenraketen in Kalingrad einsatzbereit melden werden. Die Geschosse können jedes Ziel und Polen treffen und selbst Berlin erreichen. Die Militärs gehen aber davon aus, dass sie längst einsatzbereit sind.

Do, 2017-01-19 19:24
Mexiko-Stadt (dpa)

UN verurteilen Mord an mexikanischem Umweltschützer

Mexiko-Stadt (dpa) - Die Vereinten Nationen haben den Mord an dem mexikanischen Umweltschützer Isidro Baldenegro López scharf verurteilt. «Der kaltblütige Mord an Isidro bewegt mich sehr. Er wollte nur die Wälder in der Sierra Tarahumara schützen», sagte der UN-Sonderberichterstatter über die Lage von Menschenrechtsaktivisten, Michel Forst, am Donnerstag in Mexiko. «Sein Tod hinterlässt eine schmerzende Lücke nicht nur in seiner Gemeinschaft, sondern in der weltweiten Bewegung für die Menschenrechte.»

Baldenegro war am Sonntag im Bundesstaat Chihuahua im Norden des Landes erschossen worden. Der Umweltschützer vom indigenen Volk der Tarahumara setzte sich gegen die illegale Abholzung der Wälder in seiner Heimat ein. In der Region operieren kriminelle Organisationen. Für sein Engagement war Baldenegro 2005 mit dem renommierten Goldman-Preis ausgezeichnet worden. Baldenegro hatte in der Vergangenheit bereits Morddrohungen erhalten. Auch sein Vater kämpfte gegen illegale Holzfäller und wurde 1986 getötet.

Do, 2017-01-19 19:57
Oberviechtach/Berlin (dpa)

Abschreckung im Osten: Bundeswehr verabschiedet Panzertruppe

Die Nato rüstet im östlichen Bündnisgebiet massiv auf. Die Bundeswehr ist ganz vorne mit dabei. Deutsche Soldaten sollen in Litauen Stärke demonstrieren - nicht weit von der russischen Grenze.

Oberviechtach/Berlin (dpa) - Zur militärischen Abschreckung Russlands brechen die ersten Bundeswehrsoldaten im Rahmen der Nato-Aufrüstung nach Litauen auf. Insgesamt 500 Soldaten wurden am Donnerstag im bayerischen Oberviechtach mit einem feierlichen Appell verabschiedet. Die Panzergrenadiere werden in den nächsten Wochen in die frühere Sowjetrepublik verlegt, um Russland militärisch abzuschrecken.

Die Bundeswehr stellt 450 Soldaten, dazu kommen 50 aus Belgien und den Niederlanden. Im Auftrag der Nato sollen bis Ende Februar zudem 26 Panzer sowie 170 weitere militärische Fahrzeuge nur 100 Kilometer von der russischen Exklave Kaliningrad entfernt stationiert werden.

Die Nato hatte bei ihrem Gipfel im Sommer die Entsendung von je etwa 1000 Soldaten nach Polen, Lettland, Estland und Litauen beschlossen. Denn die östlichen Bündnispartner fühlen sich seit Beginn des Ukraine-Konflikts massiv von Russland bedroht.

Deutschland wird den Truppenverband in der ehemaligen Sowjetrepublik Litauen anführen. Dazu gehören auch Soldaten aus Belgien, den Niederlanden und Norwegen. Die Panzer sollen mit der Bahn durch Polen nach Litauen gebracht werden.

Die Linke warf der Nato aggressives Verhalten und eine «Eskalation mit Russland» vor. Vertreter von Union, SPD und Grünen verteidigten die Stationierung von Nato-Truppen im östlichen Bündnisgebiet dagegen in einer Bundestagsdebatte.

Im Bundestag wurde der Nato-Einsatz nicht nur von Koalitionspolitikern, sondern auch von den Grünen unterstützt. «Es geht darum, den Zusammenhalt dieses gemeinsamen Europas innerhalb der Nato zu sichern», sagte Grünen-Außenpolitiker Jürgen Trittin. «An dieser Stelle über Aufrüstung zu reden heißt doch wirklich, aus einer Mücke einen Elefanten zu machen.»

Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Wolfgang Hellmich (SPD), hält die Unterstützung für die östlichen Bündnispartner für «dringend notwendig». Der CDU-Verteidigungsexperte Henning Otte warf Russland «Einschüchterungspolitik» vor.

Hochrangige Militärs in der Nato rechnen damit, dass Moskau auf die Truppenverlegung reagieren wird. Möglich ist aus ihrer Sicht, dass die Streitkräfte «Iskander»-Mittelstreckenraketen in Kalingrad einsatzbereit melden werden. Die Geschosse können jedes Ziel und Polen treffen und selbst Berlin erreichen. Die Militärs gehen aber davon aus, dass sie längst einsatzbereit sind.

Do, 2017-01-19 19:19
Berlin (dpa)

Minister: Neues Tierwohl-Siegel nicht zum Nulltarif zu haben

Agrarminister Schmidt nutzt die Bühne der Grünen Woche, um sein Tierwohl-Label vorzustellen. Es soll den Tieren, aber auch Bauern und Fleischkonsumenten helfen. Doch noch fehlen einige Voraussetzungen.

Berlin (dpa) - Ein neues staatliches Siegel soll Supermarktkunden zum Kauf von Fleisch aus besserer Tierhaltung animieren - die Einführung dauert aber noch. Es gehe nicht um ein «Nischen-Luxus-Label», sagte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) am Donnerstag vor Beginn der Agrarmesse Grüne Woche in Berlin. Er gehe davon aus, dass die neue Kennzeichnung «im nächsten, übernächsten Jahr» in den Ladentheken sein könne. Sein Ziel sei, bis Ostern Klarheit über die Grundstrukturen zu schaffen. Bauern und die Verbraucherzentralen unterstützen die Pläne, Kritikern reichen sie bei weitem nicht aus.

Schmidt bekannte sich zu einer weiteren Förderung des umstrittenen Exports von Agrarprodukten. Dies sei eine der notwendigen Grundlagen für den Erfolg der Landwirtschaft in Deutschland, sagte er bei der Eröffnungsfeier der Messe am Donnerstagabend. Mit dem künftigen US-Präsidenten Donald Trump und einem EU-Austritt Großbritanniens könnten sich Handelsbeziehungen neu ausgestalten. Dabei gebe es eine «Pflicht zum überlegten Handeln».

Für Besucher öffnet die Grüne Woche an diesem Freitag. Bis 29. Januar präsentieren sich 1650 Aussteller aus 66 Ländern. Erwartet werden mehr als 400 000 Besucher. Diesjähriges Partnerland ist Ungarn.

Mit dem neuen Label soll Fleisch von Tieren gekennzeichnet werden können, deren Haltungsbedingungen über dem gesetzlichen Standard liegen - etwa beim Platz im Stall oder Stroh am Boden. Starten soll das Siegel mit Schweinen und voraussichtlich mit zwei Stufen. Dabei sollten Bauern für höheren Aufwand auch mehr Geld bekommen. «Tierwohl zum Nulltarif kann und wird es nicht geben», sagte Schmidt. Um das Label bekannt zu machen, will das Ministerium 70 Millionen Euro bereitstellen. Schmidt stellte auch eine Förderung für Landwirte beim Wandel zu Ställen mit besseren Haltungsbedingungen in Aussicht.

Grünen-Agrarexperte Friedrich Ostendorff kritisierte das Label als Schönfärberei. «Alle Tiere sollen bessere Lebensbedingungen haben - nicht nur einige wenige.» SPD-Fraktionsvize Ute Voigt sagte: «Die Existenz eines freiwilligen Tierschutzlabels darf kein Alibi für die zu niedrigen gesetzlichen Tierschutzstandards in unserem Land sein.»

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sprach von einem Spannungsfeld zwischen dem Anspruch der Verbraucher auf gesunde Ernährung und dem Wunsch nach günstigen Preisen. Dabei sei klar: «Gute Qualität kann nicht jeden Tag billiger werden.» Wer nur dem Motto «Geiz ist geil» folge, werde das am Ende mit seiner Gesundheit bezahlen.

Mehr Tierschutz ist eines der großen Themen auf der Grünen Woche. Umwelt- und Tierschützer, Klein- und Biobauern verlangten in einem «Kritischen Agrarbericht» eine Abkehr von der Massentierhaltung. Sie gefährde mit Düngereinsatz das Trinkwasser und treibe Bodenpreise nach oben. Der Präsident des Tierschutzbunds, Thomas Schröder, mahnte: «Fleisch ist zu billig.» Jeder Landwirt sollte nur so viele Tiere halten, wie er mit selbst erzeugtem Futter ernähren könne, sagte der Präsident der Umweltschutzorganisation BUND, Hubert Weiger.

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Experten für steile Anstiege


Rekordverdächtig: In Österreich und in der Schweiz boomt "bio"

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Experten für steile Anstiege

Eine radikale Agrarwende mit 20 Prozent Bioanbaufläche hat Renate Künast als erste grüne Bundeslandwirtschaftsministerin in Berlin vor 15 Jahren versprochen. Daraus wurde bekanntlich nichts. Österreich hingegen hat diese Messlatte jetzt gerissen: 20,3 Prozent seiner landwirtschaftlichen Fläche werden biologisch bewirtschaftet. Damit ist die Alpenrepublik amtierender Europameister im Bioanbau. Schon lange werden Ökobauern im Nachbarland besser gefördert als die konventionelle Landwirtschaft. Zudem liegen viele Flächen in schwer zu bewirtschaftenden Höhenlagen, die sich für den Ökoanbau anbieten. Auf ein anderes Siegertreppchen schafft es die Schweiz. Beim Kauf von Biolebensmitteln bleiben die Eidgenossen Weltspitze. Wie aus dem jährlichen Bericht „The World of Organic Agriculture“ hervorgeht, der im Februar 2017 zur Biofach-Messe in Nürnberg erscheinen wird, berappen die Schweizer durchschnittlich 262 Euro pro Kopf und Jahr. Zum Vergleich: Die Österreicher gaben im Jahr der Erhebung 127 und die Deutschen 97 Euro aus.
fibl.org (Suchworte: organic agriculture 2016)

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Schweiz: Die Letzten ihrer Art
Um die gefährdete Alpenflora zu retten, haben sich in der Schweiz zwanzig Botanische Gärten zusammengefunden. Sie vermehren Samen von bedrohten Wildpflanzen, um diese in ihren natürlichen Habitaten wieder anzusiedeln. Mit dem Projekt „Die Letzten ihrer Art“ helfen die Botanischen Gärten, die alpine Biodiversität zu erhalten.
botanica-suisse.org

Alpen: Ein Spiel für gutes Klima
Die Alpen sind besonders vom Klimawandel betroffen – doch was können ihre Bewohner für den Klimaschutz tun? Das sollen Familien und  Wohngemeinschaften in sieben Alpenländern spielerisch herausfinden. Die Alpenorganisation Cipra hat dafür das Spiel 100max entwickelt, bei dem die Teilnehmer zwei Wochen im Jahr ihren Fußabdruck mit Punkten bewerten sollen. Wer nicht auf Anhieb das 100-Punkte-Ziel für einen „guten Tag“ schafft, darf sich auf viele Anregungen freuen, wie sich das familiäre CO2-Konto reduzieren lässt. Mitspielen kann jeder – mit einem Klick auf 100max.org

Schweiz: Nah am Berg
Wenn der Postbus nicht ganz bis zum Startpunkt von Bergtouren fährt, könnten gutwillige Wanderer die geplante ökologische Anreise mit dem Zug wieder abblasen. Um das zu verhindern, hat die Umweltorganisation Mountain Wilderness das Alpen-Taxi ins Leben gerufen. In der Schweiz überbrücken mehr als 300 lokale Taxis, Rufbusse oder auch Seilbahnen das letzte Stück zum Berg – da kann das eigene Auto getrost in der Garage bleiben.
alpentaxi.ch

Geht doch!

Abgasfrei unterwegs

Konsequenter Klimaschutz: Diesel und Benziner sollen von der Straße verschwinden

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Abgasfrei unterwegs

Ausgerechnet ein Land, das seinen Reichtum Öl und Gas zu verdanken hat, will den Benzinhahn zuerst zudrehen. Ab 2025 sollen in Norwegen keine Autos mit Verbrennungsmotor mehr zugelassen werden. Fünf Jahre später müssen laut dem Gesetzentwurf auch neue Schiffe und Fähren abgasfrei fahren. Mit dem Bann der fossilen Antriebe verfolgt die norwegische Regierung eine konsequente Klimapolitik. Denn der Transportsektor ist für rund ein Drittel des CO2-Ausstoßes in dem skandinavischen Land verantwortlich. Bereits heute ist Norwegen Vorreiter in Sachen Elektromobilität. 15 Prozent aller neu zugelassenen PKWs fahren mit Strom, der nahezu vollständig aus Wasser- und Windkraft gewonnen wird. In Deutschland liegt der Elektroauto-Anteil noch immer im Promillebereich. Während Umweltschützer das Ende für Verbrennungsmotoren begrüßen, reagiert die Autolobby erbost. Norwegen befinde sich auf dem Weg in eine „ökologische Planwirtschaft“, empörte sich Matthias Wissmann, der Präsident des deutschen Verbandes der Automobilindustrie. Im kommenden Jahr soll der viel diskutierte Nationale Transportplan in Norwegen verabschiedet werden. Ähnliche Pläne verfolgen auch Indien, Österreich und die Niederlande.

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Österreich: Sonnenstrom vom Balkon
Seit Juli dürfen Mieter in Österreich an ihrem Balkon oder auf ihrer Terrasse Mini-Solarmodule bis maximal 600 Watt installieren und den Strom direkt nutzen. In der Schweiz und den Niederlanden gibt es ähnliche Regelungen. In Deutschland bewegen sich die mehreren Tausend angeschlossenen „Guerilla“-Fotovoltaikanlagen noch immer in einem juristischen Graubereich. Obwohl bislang keine Zwischenfälle bekannt sind, streiten Verbände und Hersteller über mögliche Sicherheitsrisiken. Greenpeace Energy bietet die mobilen Solarpaneele bereits an. „Ärgerliche Hürden, die ihren Sinn verloren haben und der Energiewende schaden, gehören abgeschafft“, sagt Nils Müller vom Ökostromanbieter.

Berlin: Saubere Geldanlagen
Der Berliner Senat hat beschlossen, seine Geldanlagen künftig klimaneutral und nachhaltig zu investieren. Dafür wird ein sogenannter Ökoindex entwickelt, der keine Firmen beinhalten darf, die Geschäfte mit Waffen, Atomenergie oder fossilen Brennstoffen machen. Soziale und andere Nachhaltigkeitskriterien sollen später noch folgen. Die Fossil-Free-Bewegung feiert den Pionierschritt der Berliner  Finanzbehörde und hofft, dass andere Bundesländer nachziehen werden.

Italien: Weniger Essen im Müll
Nach Frankreich macht nun auch Italien Ernst mit dem Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung: Von fünf Millionen Tonnen weggeworfenem Essen soll jedes Jahr eine Million Tonnen gerettet werden. Supermärkte, die – auch abgelaufene – Waren spenden, müssen weniger Abfallgebühren zahlen. Außerdem sollen Italiener ermutigt werden, ihre Pizza- und anderen Reste im Restaurant in bislang verpönten „Doggy Bags“ mitzunehmen. In Italien sind rund sechs Millionen Menschen auf Lebensmittelspenden angewiesen.

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Können Regierungen Unsinn einfach verbieten?

Saures für Süßes – ein Pioniergesetz verbietet Naschereien, die Kinder mit Spielzeug locken

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Können Regierungen Unsinn einfach verbieten?

Mit einem strengen Gesetz will Chile seine Kinder und Jugendlichen vor ungesunder Nahrung schützen: Seit Anfang Juli dürfen Süßigkeiten mit einer Spielzeug-Beigabe im ganzen Land nicht mehr verkauft werden. Überraschungseier von Ferrero und Kindermenüs von McDonald’s sind jetzt also illegal. Die Neuregelung legt außerdem fest, welche Lebensmittel als gesundheitsschädlich gelten. Alle, die pro 100 Gramm mehr als 400 Milligramm Salz, vier Gramm gesättigter Fettsäuren, 275 Kalorien oder zehn Gramm Zucker enthalten, müssen gut sichtbar mit Warnhinweisen gekennzeichnet sein. An Schulen dürfen sie nicht verkauft oder beworben werden. Der Grund für das Gesetz: In Chile ist inzwischen jedes dritte Kind unter sechs Jahren übergewichtig. Hersteller und auch einige Kritiker der Süßigkeitenindustrie bezweifeln aber, dass ein Verbot die richtige Maßnahme ist, um eine gesündere Ernährung zu erreichen. Entscheidend sei die konsumierte Menge, eine bessere Aufklärung der Kinder und vor allem gute Vorbilder – zum Beispiel gesünderes Schulessen.

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San Francisco: Styropor gebannt
Konsequent verfolgt San Francisco seine „Zero Waste“- Strategie: Die kalifornische Stadt verbietet ab Juli 2017 Kaffeebecher, Einweggeschirr und Lebensmittelverpackungen aus Styropor. Mit dem Bann dieser  Wegwerfprodukte will sie ihrem Ziel,  bis 2020 müllfrei zu sein, einen großen Schritt näherkommen. Inzwischen machen rund 100 US-Städte gegen Waren aus Schaumkunststoff mobil.

Russland: Gentechnik unerwünscht
Gentechnisch modifizierte Organismen dürfen in Russland künftig weder angebaut noch importiert werden. Einzige Ausnahme: Zu Forschungszwecken sind gentechnisch veränderte Pflanzen und Tiere erlaubt. Bei Verstößen drohen Geldstrafen von bis zu 6500 Euro. Das beschloss die Staatsduma in dritter und abschließender Lesung.

Marokko: Plastiktüten ade
Mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von jährlich 900 Plastiktüten zählt das nordafrikanische Land zu den Negativ-Spitzenreitern. Doch seit Juli sind dort Kunststofftüten verboten – mit Ausnahme von Gefrier- und Müllbeuteln. Hierzulande soll eine Anfang Juli eingeführte Gebühr den Verbrauch drosseln.

 

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Do, 2017-01-19 18:51
Washington (dpa)

Künftiger Finanzminister unter Beschuss - Anteile im Steuerparadies

Washington (dpa) - Der künftige US-Finanzminister Steven Mnuchin hat nach Informationen der «Washington Post» Anteile an Firmen auf der als Steuerparadies bekannten Inselgruppe Cayman Islands. Dies habe er dem Senat, der über seine Nominierung als Finanzminister entscheiden muss, zunächst verschwiegen. Ferner habe er Vermögenswerte in Höhe von 100 Millionen Dollar zunächst nicht angegeben, später aber den beim Senat einzureichenden Unterlagen beigelegt. Der frühere Goldman-Sachs-Investmentbanker hatte am Donnerstag dem Finanzausschuss des Senats Rede und Antwort gestanden.

Mnuchin erklärte, er habe von den Anteilen in Offshore-Firmen nicht persönlich profitiert. Er werde mit dem Kongress zusammenarbeiten, um solche Probleme zu beseitigen. Mnuchin war bereits zuvor unter Beschuss geraten, weil er in einer früheren Rolle bei einer kalifornischen Bank als «König der Zwangsversteigerung» bekannt geworden war.

Mnuchin gehört zur Riege der ultrareichen Finanzjongleure, die Trump in sein Kabinett holen will. Kritiker befürchten, dass ein wirksamer Kampf gegen Steueroasen mit den künftigen Regierungen in den USA und Großbritannien nicht möglich sein wird. Die Cayman Inseln sind britisches Überseegebiet.

Do, 2017-01-19 18:32
Prag (dpa)

Blick nach vorn statt zurück: 20 Jahre deutsch-tschechische Erklärung Von Michael Heitmann, dpa

Die am 21. Januar 1997 unterzeichnete Erklärung gilt als Meilenstein der Aussöhnung, war seinerzeit aber nicht unumstritten. Heute sorgen unterschiedliche Ansichten in der Flüchtlingsfrage für neue Differenzen zwischen Tschechen und Deutschen.

Prag (dpa) - Knapp zwei Millionen Deutsche besuchen jedes Jahr Tschechien. Auch der Handel boomt: Ein Drittel aller tschechischen Exporte geht in die Bundesrepublik. Die Nachbarn arbeiten in EU und Nato eng zusammen. Aus heutiger Sicht ist es daher kaum mehr vorstellbar, dass langwierige Geheimverhandlungen erforderlich waren, um in den 90er Jahren die deutsch-tschechische Aussöhnungserklärung auf den Weg zu bringen. Vor 20 Jahren, am 21. Januar 1997, konnte das Dokument endlich unterzeichnet werden.

Die Schrecken der Nazi-Herrschaft hatten bei den Tschechen tiefe Narben hinterlassen. In Deutschland trauerten viele vertriebene Sudetendeutsche ihrer alten Heimat nach. «Die Erklärung machte den Weg frei für einen offeneren Umgang mit der Geschichte», erinnerte sich der damalige Bundesaußenminister Klaus Kinkel am Donnerstag in Prag. «Die Gespräche und Verhandlungen im Vorfeld waren alles andere als einfach», sagte der heute 80-jährige FDP-Politiker.

Die Initiative war vom tschechischen Dichterpräsidenten Vaclav Havel (1936-2011) ausgegangen, der die Vertriebenen später im Bundestag als «unsere einstigen Mitbürger» ansprach. Kinkel und CDU-Bundeskanzler Helmut Kohl mussten innenpolitische Widerstände überwinden. Teile der CSU lehnten die Erklärung ebenso ab wie die Sudetendeutsche Landsmannschaft unter ihrem Sprecher Franz Neubauer. Dessen Nachfolger Bernd Posselt sagt heute im tschechischen Radio: «Auch ich sehe die Erklärung jetzt positiv.»

Geändert hat sich auch die Einstellung der tschechischen Öffentlichkeit zur Vertreibung der knapp drei Millionen Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg. Gaben Mitte der 90er Jahre noch mehr als die Hälfte der Befragten an, die Benes-Vertreibungsdekrete seien gerecht gewesen, sind es heute nur noch 37 Prozent. Eine Entschuldigung halten immerhin 13 Prozent für angebracht (1995: 4 Prozent), wie eine aktuelle Umfrage der Agentur CVVM zeigt.

Der wohl wichtigste Satz der Erklärung besagt, dass «Unrecht der Vergangenheit angehört» und beide Staaten «ihre Beziehungen auf die Zukunft ausrichten». Wie diese Zukunft aussehen soll, darüber herrscht heute aus anderen Gründen Uneinigkeit. Zuerst war es die deutsche Energiewende, die bei den Atomkraft-begeisterten Tschechen auf Unverständnis stieß. Dann sorgte die Flüchtlingskrise für eine Polarisierung. Prag stellte sich an die Seite von Hardlinern wie Viktor Orban und lehnte Solidarität in Form von Quoten ab.

Kinkel diagnostiziert eine «Eintrübung» der Beziehungen: «Die Deutschen haben Probleme damit, dass von den Ländern, die mit am meisten von Europa profitiert haben, in der Flüchtlingsfrage - in der wir zweifellos auch Fehler gemacht haben - nicht so gemeinsame Solidarität gezeigt wird, wie es erwartet wird.» Aus tschechischer Sicht wiederum sei Deutschland Schuld am Flüchtlingsstrom. «Hier gibt es beiderseitige Vorurteile», betont Kinkel. Er hebt die Brückenfunktion hervor, die Tschechien in Richtung Ungarn, Polen und Slowakei spielt.

Gelungene Beispiele für die Integration von Ausländern sind kaum Thema in tschechischen Medien. Eher wird zum Beispiel  Bundespräsident Joachim Gauck dafür kritisiert, dass er Hilfsbereitschaft für Flüchtlinge als Beispiel für ein «helles Deutschland» hervorgehoben hat. Er ignoriere damit die Argumente der Gegenseite, schrieb die konservative Zeitung «Lidove noviny». Da scheint es passend, dass der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds - selbst ein Kind der Erklärung von 1997 - in diesem Jahr gezielt Projekte zur Medienkompetenz fördert.

Detmar Doering, Leiter des Prager Büros der liberalen Friedrich-Naumann-Stiftung, ist zuversichtlich, dass die deutsch-tschechischen Beziehungen auch diese Belastungsprobe überstehen. Ein wachsender Nationalpopulismus sei zudem nicht nur in Mittelosteuropa zu verzeichnen, sondern auch in den USA oder in Frankreich. Doering mahnt daher: «In Westeuropa sollte man den herablassenden Blick auf die Region vermeiden.»

Do, 2017-01-19 18:52
Berlin (dpa)

Grüne Woche eröffnet - Schmidt wirbt für Agrarexporte

Berlin (dpa) - Die Agrarmesse Grüne Woche in Berlin ist eröffnet. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt sprach sich bei der Auftaktfeier am Donnerstagabend für eine weitere Förderung von Agrarexporten aus. Dies sei eine der notwendigen Grundlagen für den Erfolg der Landwirtschaft in Deutschland, sagte der CSU-Politiker. Mit dem künftigen US-Präsidenten Donald Trump und einem EU-Austritt Großbritanniens könnten sich Handelsbeziehungen neu ausgestalten. Dabei gebe es eine «Pflicht zum überlegten Handeln». Für die Besucher öffnet die Messe an diesem Freitag. Bis 29. Januar präsentieren sich 1650 Aussteller aus 66 Ländern. Diesjähriges Partnerland ist Ungarn.

À la Saison

Magische Marone

(Castanea sativa)

Im Mittelalter galt die Esskastanie als Grundnahrungsmittel von den Alpen bis in den Balkan. Heute erzählt die „magische Marone“ uns Geschichten aus tausendundeiner Nacht.

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Magische Marone

Der Baum vorm Klosterportal fror. War er doch „ein vereinzelter Sohn des Südens, von einem Rompilger vor Zeiten mitgebracht, eine Edelkastanie“. Im Württembergischen aber blühte er spät und ließ erst „im Oktober, wenn Obst und Wein schon geerntet waren, die stacheligen Früchte fallen“. Der „Gast aus einer anderen Zone“ ward „geliebt von den Welschen“ und „von den Einheimischen als Fremdling begafft“. So beginnt – eines schönen Tages im Mittelalter – Hermann Hesses Erzählung „Narziss und Goldmund“.

Klosterschüler Goldmund findet in dem stummen Pförtner einen Seelenverwandten. Auch er fremdelt mit der Atmosphäre im Kloster, obgleich sein Vater wünscht, dass er Mönch werde – oder Höheres. Goldmund heißt auf Griechisch Chrysostomos. Der spätantike Bischof mit diesem Beinamen gilt als einer der größten Prediger des Christentums. Er stammte aus Antiochia im Süden der heutigen Türkei. In dieser Gegend liegt die ursprüngliche Heimat der Kastanie, deren Name vom persischen „Kasutah“, trockene Frucht, herrührt. Goldmunds „schöner, merkwürdiger“ Freund, der Baum, ist kein Sohn des Südens, sondern des Orients.

Ob die Edelkastanie Mitteleuropa im Gepäck der Römer oder viel früher erreichte, ist umstritten. Kein Zweifel besteht an ihrer überragenden Bedeutung im Mittelalter. Für die Menschen der Bergwelt – von den Pyrenäen über die Alpen bis zum Balkan – waren castañas, châtaignes, castagne, Cheschtene, Kästen oder kesteni das Grundnahrungsmittel schlechthin. Die Kartoffel wuchs noch unentdeckt in den Anden.

Das Mehl aus den Früchten des „Brotbaums“, der übrigens nicht mit der ungenießbaren Rosskastanie verwandt ist, brachte arme Leute oft übers ganze Jahr. Schon 641 führte der Langobardenkönig Rothari ihn deshalb in einer Liste geschützter Bäume. Ortsnamen wie Châtenois (Keschtaholz) im Elsass erinnern an einstmals ausgedehnte Kastanienhaine.

Das italienische Wort marroni kam im zwölften Jahrhundert auf – für Kastanien von bester Qualität. Heute überwintert die Maronitradition vor allem auf Weihnachtsmärkten. Lebendig ist sie in Frankreich und auf der Alpensüdseite. Im Tessin etwa, Hermann Hesses Wahlheimat, holen die „Maronatt“ genannten Profiröster die Kastanien aus den Flammen.

Auch wenn manch einer mittlerweile lieber die Kartoffeln aus dem Feuer holt, lohnt sich das Original. Die üppige Nuss bespielt ein Menü von der Suppe bis zum Nachtisch ebenso mühelos wie die dezente Knolle. Ihre sonnige Süße und ihre Erdigkeit passen zu anderen Herbstaromen wie denen von Wild, Pilzen und Birnen. Sie ergänzt Rotkohl aufs Gehaltvollste und füllt die Weihnachtsgans. Sie verträgt starke Kräuter wie Rosmarin und koaliert mit dem Kürbis gegen kalte Tage. Zum Dessert lieben die Franzosen marrons glacés – kandierte Maronen. Die Schweizer pressen blassbraunes Püree zu vermicelles – „Nudeln“. Ein Nachtisch, der erst mit Schlagrahmkrönchen vollkommen ist. Ohne Zuckerzusatz ist die Kastanie überdies gesund. Für eine Nuss enthält sie erstaunlich wenig Fett, dafür aber eine große Portion Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente.

Sie stärkt das Immunsystem und fördert als leicht verdauliche Energiebombe starke Nerven. Wohl mit Bedacht empfahl die Äbtissin Hildegard von Bingen jedem, „dem das Gehirn durch Trockenheit leer ist und der davon im Kopf schwach wird“, die „Fruchtkerne“ zu kochen und sie „nüchtern und nach dem Essen“ zu nehmen, damit das Hirn wachse und sich wieder fülle. Im Mittelalter mussten die Bauern ihren Zehnten an Klöster oft in Kastanien entrichten. Herr Baum, wirf Hirn vom Himmel.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

CHICORÉE-MARONENSUPPE VON ANNA SCHWARZMANN

ZUTATEN FÜR 6 PORTIONEN
600 g Maronen
1 Scheibe Speck
50 g Butter
4 klein gewürfelte Schalotten
1 Scheibe Knoblauch
50 g gewürfelter Knollensellerie
Zucker, Salz, weißer Pfeffer, Balsamico, Sherry medium
750 ml Gemüsebrühe
1 Rosmarin- und 1 Thymianzweig
2 EL Trüffeljus
200 ml Sahne
Orangensaft
Chicorée

ZUBEREITUNG
1. Maronen einritzen und im Ofen bei 220 °C Ober- und Unterhitze 10 Minuten rösten, bis sie platzen, dann schälen.
2. Speck, Butter, Schalotten, Knoblauch im Topf erhitzen und den Sellerie mit einer Prise Zucker darin andünsten.
3. Alle Maronen bis auf ein paar hinzugeben und mit Sherry ablöschen, dann reduzieren. Fond mit Gemüsebrühe aufgießen, Thymian und Rosmarin hinzufügen und 15–20 Minuten köcheln lassen, bis die Maronen gar sind.
4. Mit Pfeffer, Salz und Trüffeljus abschmecken. Anschließend pürieren und passieren. Halbfest geschlagene Sahne unterheben und mit einem Spritzer Balsamico würzen.
5. Den in Streifen geschnittenen Chicorée mit Butter und Zucker andünsten. Mit Orangensaft ablöschen, reduzieren und anschließend salzen.
6. Die Suppe mit einem Pürierstab aufschäumen und mit Chicoréestreifen und Maronen servieren.

À la Saison

Verehrte Vogelbeere

(Sorbus aucuparia)

Kann denn wirklich giftig sein, was die Vögel so lieben? Na, also. Und ganz im Gegenteil! Unsere Vorfahren hatten gute Gründe, die knallroten Früchtchen zu besingen. Und doch haben sie neben der leuchtenden auch eine dunkle Vergangenheit.

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Verehrte Vogelbeere

Die Sachsen sind empört, wenn Restdeutschland über ihren Dialekt lacht. Zu Recht. Wozu gibt es denn das Vogtland? Politisch mag es zum Freistaat gehören, mundartlich ist es Autonomiegebiet. „Kann schinn’rn Baam gippt’s, wie dann Vuglbärbaam. As wärd a su lächt nett ann schinn’rn Baam gahm...“, trällert man dort etwa. Trotz Sprachbarriere war diese Ode an den Vogelbeerbaum, alias Eberesche, vor hundert Jahren überregional ein Gassenhauer. Vornehmer formulierten die Lyriker, meinten aber dasselbe: Ein Wäldchen zu besitzen, „von flammenden Bäumen, an denen die Koralle wächst“, wünschte sich Else Lasker-Schüler. Und Gottfried Benn sinnierte von „Ebereschen – noch nicht ganz rot, von jenem Farbton, wo sie sich entwickeln, zu Nachglut, Vogelbeere, Herbst und Tod“. Mehr als 150 Kosenamen hat die Vogelbeere – von Aberesche bis Zappiepenboom.

Aberesche klingt wohl nicht ganz zufällig nach Aberglaube. Bauern „quickten“ (peitschten) zur Walpurgisnacht ihre Kälber mit Ruten der Eberesche. Das sollte ungebetene Geister bannen. Vor Blitzeinschlag oder Drachenanflug schützten ihre Zweige das Haus. Und von Kinder segen über Freude bis Schönheit gab es im Volksglauben fast nichts Gutes, wofür die Vogelbeere nicht stand. Das Kernobstgewächs mit den winzigen, scharlachroten Apfelfrüchten ist ein mythologischer Tiefwurzler. Bereits in der Bronzezeit legte man Toten seine Äste ins Grab. Keltische Druiden schnitzten Zauberstäbe aus seinem Holz. Und die Nordgermanen weihten die Eberesche Thor. Sie soll dem Donnergott ihre Zweige gereicht haben, als ein Fluss ihn fortriss.

Aus der Luft gegriffen ist die heidnische Verehrung der Vogelbeere ganz und gar nicht. Rettete sie doch oft genug nicht nur Göttern, sondern auch Menschen das Leben. In Notzeiten dämpften ihre Früchte – in den Wäldern gepflückt – den Hunger der Elenden, weshalb Karl der Große und fast tausend Jahre später auch Maria Theresia ihre Anpflanzung per Dekret anwiesen. Auch für ihre Heilkraft war die Vogelbeere berühmt. Ihres Vitamin-C-Gehalts wegen war sie ein probates Mittel etwa gegen Skorbut und trug noch im Zweiten Weltkrieg den Beinamen Zitrone des Nordens.

Was ihrem Ruf seither widerfahren ist, lässt sich nur vermuten. Ist das Wirtschaftswunder mit seiner Fülle leibhaftiger Zitrusfrüchte in den Obstauslagen schuld? Die Angst um Kleinkinder auf kulinarischer Spielplatzsafari? Festgehalten sei, dass die Vogelbeere im Gegensatz zur Tollkirsche harmlos ist, sofern man sie nicht eimerweise roh verspeist. Und dies dürfte kaum gelingen, weil ihre leicht giftige Parasorbinsäure bitter schmeckt. Der erste Frost und die Hitze des Herds verwandeln sie in süßliche Sorbinsäure und geben ihr ein Aroma, das an Preiselbeeren erinnert. Herbstkonfitüren mit milden Früchten verleiht sie Charakter. Im Chutney mit Zwiebeln und Chili ergänzt sie reifen Weichkäse. Und als Digestif mundet ein sorgsam destillierter Vogelbeergeist mit dem beglückenden Aroma von Marzipan.

Zugegeben, die Eberesche hat eine tödliche Seite. Viele Vogelarten teilen die Leidenschaft der Schnapsbrenner für die leuchtende Frucht. Ihr lateinischer Namenszusatz aucuparia setzt sich aus Vogel (avis) und fangen (capere) zusammen – Souvenir einer Zeit, als Amsel und Drossel fliegende Delikatessen waren und die Vogelbeere als Köder fungierte. Heute schätzt man sie für andere Qualitäten: Im Erzgebirge, unweit des Vogtlands, trotzt sie dem Dreck der böhmischen Industrie wie kein zweiter Baum. Und sie versüßt die Völkerverständigung in Gestalt des Jarcebinka. Der tschechische Ebereschenlikör ölt die Stimmbänder: Singeklub statt Singvogelragout. Prost und na zdraví auf den Vuglbärbaam!

HELLES VOGELBEER-CHUTNEY VON HENNE & OTTO

ZUTATEN FÜR ETWA ZWEI LITER
1 kg Stücke von säuerlichen Äpfeln, mit Schale
500 g Zwiebeln
500 g Staudensellerie mit Grün
250 g Vogelbeeren
½ l Apfelessig
1 Stück frischer Ingwer, ca. 3 cm lang
1 frische rote Chilischote
3 EL Senfsamen
ca. 500 g brauner Zucker
ca. 1 EL Salz

ZUBEREITUNG
1. Zwiebeln und Sellerie putzen und in Stücke schneiden. Selleriegrün extra fein hacken und beiseitestellen.
2. Apfel-, Zwiebel- und Selleriestuücke sowie 150 g Vogelbeeren in einem Kochtopf mit dem Essig übergießen.
3. Ingwer schälen und fein hacken, Chili sehr fein hacken, ggf. mit Handschuhen.
4. Ingwer, Chili und Senfsamen in den Topf geben. Mit Deckel ca. 20 Min. kochen, bis der Sellerie bissfest ist.
5. Zucker, Selleriegrün und 100 g Vogelbeeren zugeben. Ohne Deckel unter Rühren ½ bis 1 Stunde köcheln lassen, bis der Zucker aufgelöst und ein Großteil der Flüssigkeit
verdampft ist.
6. Mit Salz abschmecken.
7. Sofort in saubere Schraubgläser füllen und mind. 5 Min. kopfüber stehen lassen.

TIPP
Mindestens drei Wochen ziehen lassen, damit die Gewürze den vollen Geschmack entfalten. Zu fruchtig-pikantem Chutney empfehlen Katharina Henne und Lore Otto Baguette

À la Saison

Woher nimmt der Apfel seine Zauberkraft?

(Malus domestica)

Ohne ihn säßen wir noch im Paradies. Doch wir sollten Eva nicht gram sein. Den Apfel durften wir beim Auszug ja mitnehmen. Und der schmeckt einfach paradiesisch.

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Woher nimmt der Apfel seine Zauberkraft?

Beginnen wir ausnahmsweise bei Adam, Eva und dem Baum der Erkenntnis. Dass dieser ein Apfelbaum gewesen sein soll, steht in der Bibel nirgends. Doch die Selbstverständlichkeit, mit der aus dem Wort „Frucht“ im Lauf der Jahrtausende „Apfel“ wurde, zeigt, dass dieser die Frucht schlechthin ist. Es gibt kein wichtigeres Kulturobst. Vom goldenen Zankapfel in Homers Ilias bis zum Reichsapfel als Emblem kaiserlicher Macht, von Martin Luthers Versprechen, im Angesicht des Weltuntergangs ein Apfelbäumchen zu pflanzen bis zu Schneewittchens Biss in ein vergiftetes Exemplar, von Wilhelm Tells Armbrustakrobatik bis zu Isaac Newtons von Fallobst inspiriertem Schwerkraft-gesetz, von René Magrittes Granny Smiths bis zu den Apple Records der Beatles und schließlich zum globalen Siegeszug als Firmenlogo einer kalifornischen Computermarke – ist die abendländische Geschichte ein gewaltiger Apfelstrudel. Unmöglich, sie ganz zu erzählen.

Dabei ist die Paradiesfrucht noch weit älter als das Alte Testament. Lange ging man davon aus, dass die ersten Äpfel um 3000 vor Christus im Baltikum wuchsen. Mithilfe von DNA-Analysen fanden Oxford-Forscher vor zehn Jahren jedoch heraus, dass Malus domestica seinen Ursprung wohl in Zentralasien hat. Sie fanden seinen Vorfahren, den Asiatischen Wildapfel, an den Hängen des Tienschan im Norden Chinas. Vielleicht schmecken Äpfel aus kühlerem Klima deshalb so gut.

Schon die Germanen machten daraus Mus und Met. Wie die Frucht nach Europa gekommen war, ist unklar. Der Ruf eines wundervollen Heilmittels eilte ihr voraus. Das englische Sprichwort An apple a day keeps the doctor away ist so berühmt, dass es sogar jenseits der anglophonen Welt oft unübersetzt zur Anwendung kommt. In vielen Fällen notgedrungen – wie Max Goldt einst mit dem Versuch deutlich machte, die Sentenz ins Deutsche zu übertragen. Das Resultat „Ein Apfel am Tag und der Arzt fährt nach Prag“ entschuldigte er mit der Bemerkung, es sei erstaunlich, wie wenige Wörter sich auf Tag reimten. Immerhin erlaube das dem Mediziner eine sicher wohlverdiente Städtereise. Experten sagen übrigens, dass ein Apfel am Tag zwar keine Garantie ist, den Arzt dauerhaft an die Moldau zu verabschieden. Doch die Chancen stehen nicht schlecht –
so viel Gutes enthält die Frucht, vor allem Pektin, Vitamin C und Flavonoide.

Der wichtigste Grund für die Aura des Apfels, der schon Eva verfiel, ist natürlich sein Geschmack. Er hat eine aromatische Bandbreite von Zitronen- über Erdbeer- bis hin zu Walnussnoten. Abseits der fünf, sechs globalen Handelsmarken sorgen alte würzige Varietäten für Küchenglück. Interessanter als in Klassikern mit Kuchenteig, Zimt und Nelken verhält der Apfel sich zu den erdigen Komponenten von Wildbret, Blutwurst oder Roter Bete. Apfelsoße kontrastiert auf der Zunge perfekt zum Fett gegrillter Makrele. Und was wären Kohlsalat oder Rotkohl ohne die süße Säure? Zu Hartkäse mit roher Zwiebel passt das Kernobst ebenso wie zu Nüssen und dunklen Beeren. Unschlagbar ist es in Kombination mit Beifuß als Füllung der Weihnachtsgans.

Aber noch ist Sommer, die Ernte beginnt gerade erst. Bis der letzte Cox gepflückt ist, vergehen noch Monate. Die Frucht schlechtin ist – streng botanisch gesehen – übrigens eine Scheinfrucht! Niemand entlarvt das Blendwerk eleganter als die 2004 in Leipzig gegründete Satire-Organisation Front Deutscher Äpfel. Die FDÄ parodiert rechtsextreme Parteien und spielte mit der Wahl ihres Namens auf den damaligen NPD-Vorsitzenden Holger Apfel an. Die Künstler und Aktivisten agitieren gegen eine Überfremdung des deutschen Obstbestands und fordern: „Südfrüchte raus!“ Jemand sollte ihnen sagen, dass auch der Apfel ein Ausländer ist. 

Frisch vom Baum gibt's Äpfel ab Septemberl

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

APFEL-KARTOFFEL-PUFFER MIT SAUERRAHM UND ZIMT VON MELISSA CLARK

ZUTATEN FÜR 18 PUFFER
6 EL Sauerrahm oder griechischer Joghurt
¼ TL gemahlener Zimt
¼ TL Ahornsirup
2 Äpfel, geschält und entkernt
1 große mehlig kochende Kartoffel
1 mittelgroße geschälte Zwiebel
75 g Mehl
3 große Eier
2 TL grobkörniges Natursalz
1 ¼ TL Backpulver
½ TL schwarzer Pfeffer
Olivenöl zum Braten

ZUBEREITUNG
1. Sauerrahm oder Joghurt mit Zimt und Sirup in einem Schälchen verquirlen. Abdecken und kalt stellen.
2. Äpfel, Kartoffel und Zwiebel grob reiben. Die Masse in einem sauberen Geschirrtuch auswringen. Je weniger Flüssigkeit übrig bleibt, desto krosser werden die Puffer.
3. Die Masse in eine große Schüssel geben. Mehl, Eier, Salz, Backpulver und Pfeffer untermischen, bis das Mehl im Pufferteig gebunden ist.
4. Öl in einer Pfanne mit schwerem Boden erhitzen und 3-4 gehäufte EL der Apfel-Kartoffel-Masse hineinsetzen. Mit dem Pfannenwender flach drücken.
5. Wenden, wenn die Ränder der Puffer braun und kross gebraten sind. Dann die andere Seite tiefbraun rösten. Zum Abtropfen auf einen Teller mit Küchenpapier legen.
6. So lange wiederholen, bis der Teig alle ist. Und die Puffer mit je einem Klecks Zimt-Sauerrahm servieren.

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DES BISSL KLIMAWANDEL ISS UNS WUASCHT: MIA MACHEN WINTER!

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- 5 km2 beschneite Pisten
- Lifte für 300.000 Touristen/Stunde
- Flughafenshuttle

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Ich bin verwirrt. Klimawandel? Saure Meere? Sterbende Riffe? Nie gehört. Und was um Himmels Willen haben Flugzeuge damit zu tun? Die Antwort findet Dorie auf greenpeace-magazin.de/dorie

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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb, selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

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ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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