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Sa, 2016-06-25 20:36
Brüssel (dpa)

Wieder Anti-Terroraktionen in Belgien

Belgien kommt nicht zur Ruhe. Bei erneuten Anti-Terror-Razzien gibt es Festnahmen.

Brüssel (dpa) - In Belgien hat es wieder Anti-Terroraktionen gegeben. Nach Razzien in Tournai im Süden des Landes und im ostbelgischen Verviers wurden zwei Männer in Haft genommen. Sie sollen laut Staatsanwaltschaft einer terroristischen Gruppe angehören.

Nähere Angaben zu möglichen Anschlagsplänen machten die Ermittler nicht. Bei den Razzien in der Nacht zum Samstag seien weder Waffen noch Explosivstoffe gefunden worden. In Medienberichten war zunächst von drei Festnahmen in Tournai die Rede gewesen, die Staatsanwaltschaft bestätigte dies nicht.

Laut Nachrichtenagentur Belga gab es keine Hinweise darauf, dass ein Anschlag auf eine öffentliche Übertragung des EM-Spiels Belgien gegen Ungarn am Sonntagabend geplant war.

Bereits am vergangenen Wochenende war die Polizei massiv gegen Terror-Verdächtige vorgegangen. Zwölf Menschen wurden bei Durchsuchungen festgenommen.

In Belgien gilt Terrorwarnstufe 3 von insgesamt 4. Das bedeutet, dass eine Terrorattacke möglich und wahrscheinlich ist. Bei Anschlägen am Brüsseler Flughafen sowie in einer Metrostation in der Innenstadt hatten Selbstmordattentäter am 22. März 32 Menschen mit in den Tod gerissen.

Sa, 2016-06-25 19:12
Mogadischu (dpa) 

Tote bei Bombenanschlag auf Hotel in Mogadischu

Wieder trifft es ein Hotel in Mogadischu. Der Anschlag trägt den Schriftzug der Terrororganisation Al-Shabaab. Die Islamisten wollen ihnen verhasste Ausländer und Regierungsvertreter töten.

Mogadischu (dpa) - Bei einem Selbstmordanschlag auf ein Hotel in der somalischen Hauptstadt Mogadischu sind mindestens sechs Menschen getötet worden. Zunächst zündeten islamistische Angreifer am Samstag vor dem Eingang eine Autobombe, dann stürmten Bewaffnete das bei Geschäftsleuten und Ausländern beliebte Hotel, wie Polizeivertreter Abdullahi Barise berichtete. Mindestens 20 Menschen wurden teils schwer verletzt und in einem nahen Krankenhaus behandelt. 

Es wurde befürchtet, dass die Zahl der Opfer weiter steigen könnte. Ob und wie viele Menschen noch im Hotel Nasa-Hablood waren, blieb zunächst unklar. Hinter dem Anschlag nahe der sogenannten Kreuzung Kilometer vier in Mogadischu wurde die radikalislamistische Terrororganisation Al-Shabaab vermutet.

Nach der Detonation am Eingang des Hotels stürmten drei bis vier bewaffnete Islamisten das Gebäude, wie ein ranghoher Sicherheitsbeamter erklärte. Es gab nach der Stürmung des Gebäudes demnach noch mindestens zwei kleinere Explosionen, vermutlich von Handgranaten. Es kam zu heftigen Schusswechseln, als Sicherheitskräfte sich bemühten, das Hotel unter Kontrolle zu bekommen. 

Al-Shabaab hat in der Vergangenheit bereits mehrere Hotels in Mogadischu angegriffen, bekannte sich am Samstag jedoch zunächst nicht zu der Bluttat. Die Extremisten wollen seit Jahren einen sogenannten Gottesstaat in dem Land am Horn von Afrika errichten.

Die sunnitischen Fundamentalisten greifen immer wieder Hotels in der Hauptstadt an, um die ihnen verhasste Ausländer und Regierungsvertreter zu treffen. Zuletzt waren bei einem Angriff auf das Hotel Ambassador Anfang Juni mindestens 20 Menschen getötet und 60 weitere verletzt worden. Im Februar waren bei einem Anschlag auf das Hotel Syl ebenfalls mehr als 20 Menschen getötet worden. 

Sa, 2016-06-25 19:34
Mallorca (dpa)

Brexit und Ökotaxe sorgen auf Mallorca für Aufruhr Von Emilio Rappold, dpa

Mallorca-Urlauber müssen bald tiefer in die Tasche greifen. Die linke Regierung der Balearen führt eine Touristen-Abgabe ein. Die «Ecotasa» lässt bei Hotel- und Restaurantbetreibern die Alarmglocken schrillen.

Palma de Mallorca (dpa) - Mallorca steht vor einem Rekordsommer mit einem nie da gewesenen Touristenansturm. Schon dieser Tage trampeln sich die vor allem aus Deutschland und England kommenden Besucher am Flughafen Son Sant Joan, auf Palmas Flaniermeile Passeig del Born und am Ballermann auf den Füße herum. Die Kassen klingeln wie noch nie. Richtig freuen wollen sich die Hotel- und Gaststättenbetreiber der spanischen Ferieninsel dennoch nicht. Die Nachricht vom Brexit verunsicherte viele. Zu allem Übel läuft nun auch der Countdown zur Einführung einer umstrittenen Touristenabgabe ab.

Am kommenden Freitag (1. Juli) ist es soweit. An der Hotelrezeption müssen dann Besucher pro Person und Nacht eine Übernachtungssteuer von 0,25 bis 2,00 Euro zahlen. Wie das seit Mitte 2015 von linken Parteien beherrschte Parlament der Balearen in Palma de Mallorca im Frühjahr beschloss, richtet sich die Höhe der Abgabe nach der Art der Unterkunft. In der Nebensaison wird der Betrag halbiert. Zusätzlich werden zehn Prozent Mehrwertsteuer erhoben. Kinder und Jugendliche unter 17 Jahren sind von der Abgabe aber befreit.

Der Verband der Hoteliers auf Mallorca (FEHM) versuchte monatelang die Einführung der Abgabe mit allen Mitteln zu verhindern - ohne Erfolg. Man werde an Wettbewerbsfähigkeit verlieren, ein Rückgang der Investitionen drohe, klagt FEHM-Präsidentin Inmaculada Benito. «Wir werden zur einzigen Sonne- und Strand-Destination im Mittelmeerraum, die eine derartige Steuer besitzt», sagte sie im Interview der Wochenzeitung «Mallorca Magazin».

Kritik kommt von überall: Von einem «Schuss ins eigene Bein» sprach Gabriel Escarrer Julià, Präsident der Hotelkette Meliá, die ihren Hauptsitz auf Mallorca hat. Angst herrscht vor allem in der bei Briten beliebten Urlauberhochburg Magaluf westlich von Palma. Hier könnten sich Abgabe und Brexit zum einem besonders gefährlichen Cocktail mischen.

Obwohl andere spanische Regionen wie Katalonien mit Touristen-Abgaben ähnlich der deutschen Kurtaxe gute Erfahrungen machen, haben viele Mallorquiner die Zeit zwischen 2001 und 2003 in Erinnerung. Dank einer Sondersteuer waren damals zwar 160 Millionen Euro in die Insel-Kassen flossen - unterm Strich blieb aber wegen des Einbruchs der Buchungen ein großes Minus. 

Man hat nun Angst, dass sich die Abgabe erneut als Boomerang erweist und vor allem die Billigtouristen unter den 12,5 Millionen Gästen (darunter mehr als 3,2 Mio Deutsche) verschreckt, die 2015 die Inseln besuchten. Ohne Ökotaxe - und dank unsicherer Lage in anderen Tourismusregionen - schoss dieses Jahr die Zahl der Balearen-Besucher bis zum 30. April im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 21,94 Prozent auf 1,45 Millionen in die Höhe. 

Die Taxe gilt nicht nur für Mallorca, sondern auch für Menorca, Ibiza und Formentera. Auch Passagiere von Kreuzfahrtschiffen müssen Portemonnaie oder Kreditkarte zücken. Sie werden zwischen 0,50 und einem Euro zahlen. Theoretisch müssen auch Urlauber blechen, die private Ferienwohnungen mieten. Die meisten dieser Wohnungen sind allerdings offiziell als solche nicht angemeldet.

Insgesamt erhofft sich die Balearenregierung zusätzliche Einnahmen von bis zu 80 Millionen Euro im Jahr. Das Geld soll vor allem für Umwelt- und Landschaftsschutz und zur Förderung des nachhaltigen Tourismus verwendet werden. Daher der Name «Ecotasa» - Ökotaxe. Umweltminister Biel Barceló beteuert, der Besucher werde dazu beitragen, «das Paradies der Balearen zu erhalten». 

Die Kritiker überzeugen solche Worte nicht. Eine Touristenabgabe sei nicht nötig, ist FEHM-Präsidentin Benito überzeugt. Die Balearen-Regierung müsse vielmehr ihre bisherigen Einnahmen besser verwalten. «Der Tourismus erbringt mit mehr als zwei Milliarden Euro bereits über 40 Prozent der Einnahmen.» Die Regierung bestrafe durch die Abgabe ihre wichtigste Industrie.

Sa, 2016-06-25 19:22
Mogadischu (dpa) 

Tote bei Bombenanschlag auf Hotel in Mogadischu

Wieder trifft es ein Hotel in Mogadischu. Der Anschlag trägt den Schriftzug der Terrororganisation Al-Shabaab. Die Islamisten wollen ihnen verhasste Ausländer und Regierungsvertreter töten.

Mogadischu (dpa) - Bei einem Selbstmordanschlag auf ein Hotel in der somalischen Hauptstadt Mogadischu sind mindestens 17 Menschen getötet worden. Zunächst zündeten islamistische Angreifer am Samstag vor dem Eingang eine Autobombe, dann stürmten Bewaffnete das bei Geschäftsleuten und Ausländern beliebte Hotel, wie die Polizei berichtete. Mindestens 20 Menschen wurden teils schwer verletzt und in einem nahen Krankenhaus behandelt. 

Es wurde befürchtet, dass die Zahl der Opfer weiter steigen könnte. Ob und wie viele Menschen noch im Hotel Nasa-Hablood waren, blieb zunächst unklar. Hinter dem Anschlag nahe der sogenannten Kreuzung Kilometer vier in Mogadischu wurde die radikalislamistische Terrororganisation Al-Shabaab vermutet.

Nach der Detonation am Eingang des Hotels stürmten drei bis vier bewaffnete Islamisten das Gebäude, wie ein ranghoher Sicherheitsbeamter erklärte. Es gab nach der Stürmung des Gebäudes demnach noch mindestens zwei kleinere Explosionen, vermutlich von Handgranaten. Es kam zu heftigen Schusswechseln, als Sicherheitskräfte sich bemühten, das Hotel unter Kontrolle zu bekommen. 

Al-Shabaab hat in der Vergangenheit bereits mehrere Hotels in Mogadischu angegriffen, bekannte sich am Samstag jedoch zunächst nicht zu der Bluttat. Die Extremisten wollen seit Jahren einen sogenannten Gottesstaat in dem Land am Horn von Afrika errichten.

Die sunnitischen Fundamentalisten greifen immer wieder Hotels in der Hauptstadt an, um die ihnen verhasste Ausländer und Regierungsvertreter zu treffen. Zuletzt waren bei einem Angriff auf das Hotel Ambassador Anfang Juni mindestens 20 Menschen getötet und 60 weitere verletzt worden. Im Februar waren bei einem Anschlag auf das Hotel Syl ebenfalls mehr als 20 Menschen getötet worden. 

Sa, 2016-06-25 19:37
Freital (dpa)

Dutzende demonstrieren in Freital gegen Rechtsextremismus

Freital (dpa) - Mehrere Dutzend Menschen haben in Freital bei Dresden am Samstag gegen einen Aufmarsch von Rechtsextremisten demonstriert. Unterstützt wurden sie von Sachsens Grünen und Linken. Anlass war der Jahrestag fremdenfeindlicher Ausschreitungen vor einer Flüchtlingsunterkunft in der Stadt im Sommer 2015. In einiger Entfernung von den Demonstranten hatten sich am Abend mehr als 30 Neonazis zu einer Kundgebung eingefunden. Starke Polizeikräfte hielten beide Lager auseinander.

In Freital waren erst im April fünf Menschen festgenommen worden, denen vorgeworfen wird, die rechtsterroristische «Gruppe Freital» mitgegründet zu haben. In den vergangenen Wochen war es in der Stadt immer wieder zu Farbbeutelwürfen und anderen Störaktionen gegen Parteibüros der Linken gekommen.

Sa, 2016-06-25 17:45
Damaskus (dpa)

47 Tote bei Angriff auf IS-Stadt in Syrien - Kurden rücken vor

Die Terrormiliz Islamischer Staat gerät militärisch immer weiter unter Druck. Sowohl Russen als auch Amerikaner weiten ihre Luftangriffe aus. Leidtragende sind aber die Zivilisten.

Damaskus (dpa) - Bei einem Luftangriff auf eine von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) belagerte Stadt im Osten Syriens sind mindestens 47 Menschen getötet worden. Wie die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, sind darunter 31 Zivilisten.

Die Angriffe sind den Aktivisten zufolge am Samstag von syrischen und russischen Flugzeugen geflogen worden und trafen die Stadt Kuria in der Provinz Dair as-Saur, die zum Kerngebiet der Dschihadisten gehört. In der Vergangenheit hat das syrische Militär immer wieder Ziele in der Gegend attackiert, weil die Terrormiliz dort ein Ausbildungslager hat.

Auch in anderen Teilen Syriens sieht sich der IS derzeit schweren Angriffen ausgesetzt. Im Norden des Landes sind kurdische Truppen am Samstag mit Hilfe amerikanischer Luftangriffe tiefer in die Stadt Manbidsch vorgerückt, wie die Internationale Koalition mitteilte. Die Stadt wird seit 2014 von den Dschihadisten kontrolliert und spielt eine wichtige Rolle für deren Versorgung. Sie liegt in der Nähe der türkischen Grenze und ist ein wichtiger Knotenpunkt, über den die Nachschubrouten des IS laufen.

Während der IS militärisch immer stärker unter Druck gerät, geht er verstärkt gegen die Zivilbevölkerung vor. Zahlreiche Menschen, die aus der umkämpften Stadt fliehen wollten, seien erschossen worden, sagten oppositionsnahe Beobachter. Immer häufiger entführt die Terrormiliz auch Bewohner der Gegend. Allein in den vergangenen Tagen seien mehr als 1000 Menschen entführt worden.

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Sa, 2016-06-25 17:04
Mogadischu (dpa) 

Tote bei Bombenanschlag auf Hotel in Mogadischu

Wieder trifft es ein Hotel in Mogadischu. Der Anschlag trägt den Schriftzug der radikalislamischen Terrororganisation Al-Shabaab. Die sunnitischen Extremisten trachten danach, ihnen verhasste Ausländer und Regierungsvertreter zu töten.

Mogadischu (dpa) - Bei einem Selbstmordanschlag auf ein Hotel in der somalischen Hauptstadt Mogadischu sind mindestens sechs Menschen getötet worden. Zunächst zündeten islamistische Angreifer am Samstag vor dem Eingang eine Autobombe, dann stürmten Bewaffnete das bei Geschäftsleuten und Ausländern beliebte Hotel Nasa-Nablood an, wie Polizeivertreter Abdullahi Barise berichtete.

Es wurde befürchtet, dass die Zahl der Opfer weiter steigt, weil Augenzeugen zufolge am Nachmittag im Gebäude noch gekämpft wurde. Ein Mitarbeiter der Deutschen Presse-Agentur hörte nahe der sogenannten Kreuzung Kilometer vier heftige Schusswechsel. Ob und wie viele Menschen noch in dem Hotel waren, blieb zunächst unklar.

Die radikalislamistische Terrororganisation Al-Shabaab hat in der Vergangenheit bereits mehrere Hotels in Mogadischu angegriffen, bekannte sich am Samstag jedoch zunächst nicht zu der Tat. Die Extremisten wollen seit Jahren einen sogenannten Gottesstaat in dem Land am Horn von Afrika errichten.

Die sunnitischen Fundamentalisten greifen immer wieder Hotels in der Hauptstadt an, um die ihnen verhasste Ausländer und Regierungsvertreter zu treffen. Zuletzt waren bei einem Angriff auf das Hotel Ambassador Anfang Juni mindestens 20 Menschen getötet und 60 weitere verletzt worden. Im Februar waren bei einem Anschlag auf das Hotel Syl ebenfalls mehr als 20 Menschen getötet worden. 

Sa, 2016-06-25 16:55
Damaskus (dpa)

47 Tote bei Angriff auf IS-Stadt in Syrien

Damaskus (dpa) - Bei einem Luftangriff auf eine von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) belagerte Stadt im Osten Syriens sind mindestens 47 Menschen getötet worden. Wie die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte sagte, sind darunter 31 Zivilisten. Die Luftangriffe sind den Angaben zufolge von syrischen und russischen Flugzeugen ausgeführt worden und trafen die Stadt Kuria, nahe der IS-Hochburg Al-Rakka.

Auch in anderen Teilen des Landes sieht sich die Terrormiliz schweren Angriffen ausgesetzt. Im Norden Syriens sind kurdische Truppen mit Hilfe amerikanischer Luftangriffe in die Stadt Manbidsch vorgerückt. Die Stadt liegt nahe der türkischen Grenze und ist ein wichtiger Knotenpunkt, über den die Nachschubrouten des IS laufen. Aktivisten zufolge geht die Terrormiliz mittlerweile verstärkt gegen die Bevölkerung in der Region vor. Allein in den vergangenen neun Tagen seien mehr als 1000 überwiegend kurdische Zivilisten entführt worden.

Sa, 2016-06-25 16:11
Brüssel (dpa)

Wieder Anti-Terroraktionen in Belgien

Brüssel (dpa) - Bei Anti-Terroraktionen hat es in Belgien wieder Festnahmen gegeben. Nahe der Stadt Tournai im Süden des Landes nahm die Polizei bei einer Razzia in der Nacht zum Samstag drei Verdächtige fest, berichtete die Nachrichtenagentur Belga. Details zu möglichen Anschlagsplänen oder Hintergründen blieben zunächst offen.

Im ostbelgischen Verviers nahmen Ermittler einen jungen Mann unter Terrorverdacht fest. Nach unbestätigten Angaben des belgischen Senders RTL wird ihm vorgeworfen, einen Angriff bei einer öffentlichen Übertragung eines EM-Fußballspiels geplant zu haben.

Bereits am vergangenen Wochenende war die Polizei massiv gegen Terror-Verdächtige vorgegangen. Zwölf Menschen wurden bei Razzien festgenommen.

In Belgien gilt Terrorwarnstufe 3 (von insgesamt 4). Das bedeutet, dass eine Terrorattacke möglich und wahrscheinlich ist. Bei Anschlägen am Brüsseler Flughafen sowie in einer Metrostation in der Innenstadt hatten Selbstmordattentäter am 22. März 32 Menschen mit in den Tod gerissen.

Geht doch!

Konfliktfrei surfen

Konzerne müssen Rohstoffe aus Krisengebieten offenlegen – Europa ringt um eine verpflichtende Regelung

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Ausgerechnet die USA machen vor, wie man große Firmen an die kurze Leine nimmt – zumindest in punkto Konfliktrohstoffe. Der „Dodd-Frank Act“ verpflichtet börsennotierte Unternehmen, offenzulegen, ob Handys, Laptops oder Autos Mineralien enthalten deren Verkauf Kriege oder bewaffnete Kämpfe in der DR Kongo und deren Nachbarländern finanziert. Dass das seit 2010 geltende Transparenzgesetz für Gold, Tantal, Wolfram und Zinn Wirkung zeigt, belegt nun ein Report des „Enough Project“: Inzwischen gebe es im Kongo mehr als 160 Minen, die als „konfliktfrei“ gelten, ermittelte die US-Organisation. Auch EU-Bürger wollen keine „blutigen“ Produkte. Deshalb verhandeln EU-Kommission, -Parlament und -Rat derzeit über eine Sorgfaltsregelung. Wie verbindlich diese sein wird, ist bislang offen. „Die EU-Regeln dürfen nicht hinter die US-Standards zurückfallen, das wäre ein Armutszeugnis“, sagt Christian Wimberger von der Christlichen Initiative Romero. Selbst eine verpflichtende Regelung für Konfliktmineralien könne nur ein erster Schritt sein. Als nächstes müsse der verbindliche Schutz von Menschenrechten und Umwelt auf alle industriellen Bergbauprojekte wie die Förderung von Coltan, Kupfer und Kohle ausgeweitet werden.
ci-romero.de (Rohstoffkampagne)
stop-mad-mining.org

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Mailand: Cash fürs Radeln
Seit Jahren leiden die Mailänder unter Staus und schlechter Luft. Nun ergreift die Verwaltung der norditalienischen Metropole eine ungewöhnliche Maßnahme: Sie will jedem Pendler, der künftig mit dem Rad zur Arbeit fährt, eine Pauschale von 25 Cent pro gefahrenem Kilometer zahlen. Für das Anreizprogramm stehen insgesamt 35 Millionen Euro bereit. Die Fahrten sollen per App dokumentiert werden.

London: Strom von der Themse
Im Mai hat die britische Hauptstadt den größten schwimmenden Solarpark der Welt in Betrieb genommen. Für 7,3 Millionen Euro wurden in der Themse 23.000 Paneele mit einer Kapazität von 6,3 Megawatt verankert. Der produzierte Strom soll die Wasseraufbereitungsanlagen in und um London versorgen. Der Vorteil der schwimmenden Sonnenkraftwerke: Sie sind leichter und billiger herzustellen als Anlagen an Land, werden durch das fließende Wasser konstant gekühlt und nehmen keinen Platz weg.

Frankreich: Palmöl – teurer durch Steuer
Um den Konsum zu drosseln und so die verheerenden Umweltschäden des Plantagenanbaus zu mindern, will die französische Regierung Palmöl besteuern: Ab 2017 sollen 30 Euro pro Tonne fällig werden, bis 2020 wird sich die Abgabe verdreifachen. In Deutschland ist bislang keine Palmölsteuer geplant. Der „Save Wildlife Conservation Fund“ drängt die Politik hierzulande schon länger zu diesem Schritt. Anders als in Frankreich dürfte sogenanntes „nachhaltiges Palmöl“ allerdings nicht ausgenommen werden, sagt eine Sprecherin der Stiftung, da es dafür noch immer keine verlässlichen Zertifizierungen gebe.
zeropalmoel.de

Geht doch!

Saubere Profite

Als erste deutsche Stadt investiert die westfälische Kommune nur noch in ethisch-ökologische Anlagen

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Dem Stadtkämmerer von Münster bereiten die RWE-Verluste keine schlaflosen Nächte: Als erste deutsche Stadt hat die westfälische Grünen-Hochburg zum Jahresbeginn alle Geldgeschäfte mit Klimasündern eingestellt. Rückstellungen für die Beamtenpensionen – das sind immerhin 460 Millionen Euro – dürfen nicht mehr in Fonds angelegt werden, die Aktien von Öl- und Kohleunternehmen beinhalten. Mehr noch: Auch Atomenergiekonzerne, Gentechnikfirmen und Rüstungsindustrie sind tabu. Drahtzieher dieser „Divestment“-Premiere waren die örtliche Fossil-Free-Gruppe und die Grünen. Seit Sommer 2013 machten die Klima-Aktivisten Druck auf der Straße, und die Partei überzeugte schließlich den Stadtrat. „Jeder, der nicht will, dass seine Stadt durch ihre Geldgeschäfte den Klimawandel befeuert, kann eine solche Kampagne starten“, sagt Tine Langenkamp von der Klimaschutzorganisation 350.org. „Dafür muss man kein Finanzexperte sein.“ Vom Ausstieg profitiere nicht nur das Klima, er rechne sich auch noch. „Ethisch-ökologische Geldanlagen können sogar mehr Renditen abwerfen als konventionelle“, sagt der grüne Fraktionsvorsitzende Otto Reiners, „deshalb erwarten wir einen Domino-Effekt.“
gofossilfree.wordpress.com
gofossilfree.org/de

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Frankreich: La vie est belle
Eben noch hat Frankreich Schlagzeilen gemacht, weil Supermärkte keine Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen und in Restaurants „Doggy Bags“ eingeführt werden. Nun gibt das Nachbarland in anderen Bereichen Gas: In den nächsten fünf Jahren sollen tausend Kilometer Straßenbelag mit neuartigen Solarpaneelen ausgerüstet werden – bereits zwanzig Quadratmeter könnten den Strombedarf eines Single-Haushalts decken. Und schon in diesem Sommer werden in Paris tausend E-Roller stehen, die jeder mieten kann – sie sollen für bessere Luft sorgen.

Thailand: Autarke Solarschule
In der Sisaengtham-Schule im Nordosten Thailands lernen schon kleine Kinder, nachhaltig zu leben: Sie pflanzen nicht nur ihr eigenes Gemüse an, sondern installieren und reparieren auch Solarzellen. Ziel des als „Solar-Mönch“ bekannten Gründers Phra Khru Wimon Panyakhun ist es, dass sich die Schule in allen Bereichen selbst versorgt. Die Energieernte deckt bereits den Bedarf. Außerdem entwickelten die Kinder mobile Ladestationen, mit denen Bauern die Bewässerungspumpen für ihre Reisfelder mit der Kraft der Sonne statt mit Dieselgeneratoren betreiben können.

Kamerun: Häuser aus Plastikmüll
Roger Milla, die afrikanische Fußball-Legende aus Kamerun, betreibt in seinem Heimatland eine Recyclinganlage. Aus Plastikmüll werden dort Bausteine gepresst: „Wir wollen die Umweltverschmutzung verringern und Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen“, sagt Milla. Ein ähnliches Projekt verfolgt die dänische Ingenieurstudentin Lise Fuglsang Vestergard in Indien: Sie lässt zerkleinerten Plastikmüll im „Solargrill“ zu Ziegelsteinen einschmelzen. 

Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

 

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Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

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Sa, 2016-06-25 16:50
Srinagar (dpa)

Acht indische Polizisten von Kaschmir-Rebellen getötet

Srinagar (dpa) - Bei einem Überfall mutmaßlicher Separatisten auf eine Polizeieinheit im indischen Teil Kaschmirs sind am Samstag acht Sicherheitskräfte und zwei Angreifer getötet worden. Die Kämpfer hätten einen Bus der paramilitärischen Polizeieinheit CRPF unter Feuer genommen, teilte ein indischer Offizier mit. 21 Polizisten wurden verletzt, einige von ihnen schwer.

In den vergangenen Tagen hatte die Gewalt in der Region wieder zugenommen. Zwischen Mittwoch und Freitag wurden mindestens zehn Separatisten bei Feuergefechten getötet.

Indien wirft dem Nachbarn Pakistan vor, die Aufständischen zu unterstützen und sie ungehindert die Grenze überqueren zu lassen. Pakistan weist das zurück. Zwischen beiden Atommächten hat es in der Vergangenheit zwei Kriege um die Himalaya-Region gegeben, die beide Länder für sich beanspruchen. Militante Gruppen kämpfen für eine Unabhängigkeit Kaschmirs.

Sa, 2016-06-25 16:56
Juba (dpa)

Tausende fliehen vor neuen Kämpfen im Südsudan

Juba (dpa) - Tausende Menschen sind im Südsudan in Todesangst vor neuen Kämpfen geflohen. Die Lage nahe der nordwestlichen Stadt Wau sei besorgniserregend, erklärte das Rote Kreuz am Samstag. Der stellvertretende Delegationsleiter im Südsudan, Gregor Mueller, appellierte an die Konfliktparteien, weder Zivilbevölkerung noch medizinische Einrichtungen anzugreifen.

Zunächst blieb unklar, wer in Wau gegen wen kämpfte. Die verfeindeten Parteien unter ihren Anführern Riek Machar und Salva Kiir hatten zuletzt ein Friedensabkommen unterzeichnet. Im April bildeten sie in der Hauptstadt Juba eine Einheitsregierung.

Zuvor hatten sich Machars Rebellen und die Truppen von Präsident Salva Kiir zweieinhalb Jahre lang bekämpft; Zehntausende wurden getötet. Mehr als 2,3 Millionen Menschen befinden sich auf der Flucht.

Sa, 2016-06-25 16:38
Juba (dpa)

Tausende fliehen vor neuen Kämpfen im Südsudan

Juba (dpa) - Tausende Menschen sind im Südsudan in Todesangst vor neuen Kämpfen geflohen. Die Lage nahe der nordwestlichen Stadt Wau sei besorgniserregend, erklärte das Rote Kreuz am Samstag. Der stellvertretende Delegationsleiter im Südsudan, Gregor Mueller, appellierte an die Konfliktparteien, weder Zivilbevölkerung noch medizinische Einrichtungen anzugreifen.

Zunächst blieb unklar, wer in Wau gegen wen kämpfte. Die verfeindeten Parteien unter ihren Anführern Riek Machar und Salva Kiir hatten zuletzt ein Friedensabkommen unterzeichnet. Im April bildeten sie in der Hauptstadt Juba eine Einheitsregierung.

Zuvor hatten sich Machars Rebellen und die Truppen von Präsident Salva Kiir zweieinhalb Jahre lang bekämpft. Mindestens Zehntausende Menschenleben wurden . Mehr als 2,3 Millionen Menschen befinden sich auf der Flucht.

À la Saison

Himmlische Himbeere

(Rubus idaeus)

Was haben glühende RAF-Terroristinnen und eiskalte Banker gemeinsam? Sie machen zu oft Ferien im Himbeerreich. Da wollen Sie auch hin? Ein Wegweiser.

 

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Schokolade, Zigaretten, Marshmallows – für diese Schätze aus dem „Himbeerreich“ bedankt sich Gudrun Ensslin 1968 per Gefängnispost bei ihrem Verlobten und bestellt noch eine luxuriöse Feuchtigkeitscreme hinterher. Die üppige BRD-Warenwelt versüßt der Pfarrerstochter, die kurz darauf die RAF mitgründen wird, ihr Zellenleben. Das Dialektische daran ist Ensslins Haftgrund: Brandanschläge auf zwei Kaufhäuser. „Wer Himbeerreiche anzündet, kann nicht erwarten, deren Früchte zu ernten“, sinniert 2013 der Chauffeur Hans Helmut Hinz. Er meint aber keine konsumaffinen Linksterroristinnen, sondern bonusgetriebene Bankvorstände, deren Limousinen er durch die Finanzkrise kutschiert. Hinz ist eine Figur aus dem Theaterstück „Das Himbeerreich“. Dessen Autor Andres Veiel will uns ausdrücklich nicht sagen, dass Banker Terroristen sind. Aber eines wissen sie wohl so gut wie Bombenleger (und wir alle): Wo Himbeeren wachsen, wartet das Paradies.

Rubingleich funkeln die fragilen Früchte am stacheligen Strauch. Sie duften betörend, netzen die Fingerspitzen purpurn wie Theaterblut und zergehen sonnenwarm auf der Zunge – seit Jahrtausenden. Samenfunde in Steinzeitsiedlungen belegen, dass es sich um eine der ältesten Naschereien der Welt handelt. Die Himbeere ist echt „paläo“. Kultiviert wurde sie schon im alten Rom, wo sie als Heilpflanze auch gegen Schlangenbisse und Skorpionstiche helfen sollte. Der Erfolg ist fraglich. Gesund ist die Himbeere aber durchaus. Sie enthält enorme Mengen Vitamin C, viel Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen. Das stärkt den Kreislauf, das Immunsystem und wirkt entgiftend sowie entzündungshemmend.

Die Römer nannten die Beere, die eigentlich eine Sammelsteinfrucht ist, Rubus idaeus – nach der Nymphe Ida. Einst soll die Tochter des kretischen Königs ein weinendes Kind in den Bergen gefunden haben, den jungen Göttervater Jupiter. Als sie ihm eine Himbeere pflückte, stach sie sich an den Dornen. Blut tropfte auf die ehedem weißen Früchte und färbte sie rot. Toll, diese antiken Sagen. Diese aber hat der französische Arzt Henri Leclerc 1925 für sein Buch „Les fruits de France“ dreist erfunden. Es ist auch eher öde, dass wohl der türkische Berg Ida Namenspate des Obstes war. Und „Himbeere“ kommt vom althochdeutschen Wort hintperi – Beere der Hirschkuh, vielleicht weil sie sich in lichten Wäldern so wohlfühlt.

In der Küche ist diese Frucht ein Naturtalent: Sie ist vollkommen, so wie sie ist. Ein paar gute Begleiter gibt es aber doch. Alles Cremige unterstreicht ihren Wohlgeschmack, Ziegenkäse steht im würzigen Kontrast dazu. Mit Pfirsich (Melba!), Mandel und Rosenwasser verträgt sie sich schwesterlich. Immerhin stammen sie alle aus der Großfamilie der Rosengewächse. Haselnüsse stehen ihr – traditionell in Linzertorte – ebenfalls gut. Auch dunkle Schokolade, Minze und – ja – Zucker, etwa in Marmelade, kann sie aushalten. Die Kerne mögen stören, sorgen aber auch für feine Holznoten. Nicht zuletzt harmoniert das berauschende Aroma reifer Himbeeren ausgezeichnet mit Alkohol, in Sekt etwa oder köstlichem Himbeergeist.

Es gibt auch schwarze, weiße, rosa und gelbe Sorten. Sobald Himbeeren zu sehr glänzen, ist aber Vorsicht geboten. Etwa in Hollywood. Seit 1981 verleihen Cineasten am Vorabend der Oscars den Antipreis „Goldene Himbeere“. Der Name der Plastiktrophäe spielt auf die Redewendung to blow a raspberry an: laut losprusten. Die so geehrten Schauspieler erscheinen selten persönlich. Im Jahr 2005 stellte sich Halle Berry aka Catwoman der Schmach und sprach die wahren Worte: „Wer kein guter Verlierer ist, kann kein guter Gewinner sein.“ So golden munden Niederlagen nur mit Himbeere. Liebe Banker, es ist nie zu spät, die eigene Leistung infrage zu stellen. Möge der Sommer himbeerreich sein.

Frisch vom Feld gibt's Himbeeren ab Juni.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Sagenhafter Spinat

(Spinacia oleracea)

Damit du groß und stark wirst? Von wegen! Spinat enthält gar nicht besonders viel Eisen. Weiß leider jedes Kind. Doch woher nimmt Popeye dann seine stahlharten Fäuste? Es ist... Ein Küchenkrimi.

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„Ich hab’ es geschafft. Der Spinat gab mir Kraft!“, singt ein Zeichentrickmann mit ballongroßen Unterarmen zu Militärmusik. „Ich bin Popeye der Seeheemann!“ Wir schreiben den 13. März 1942, und der Spinatmatrose hat irgendwo im Pazifik eine japanische Flotte zerlegt – im Alleingang, versteht sich. Alles, was er dafür braucht, ist eine Dose Spinat auf ex. Schon kommen die Superkräfte. Es ist die Zeit, in der selbst Comic-Helden im Dienst der US-Kriegspropaganda stehen. Die Botschaft „Der Spinat gab mir Kraft“ (im englischen Original: Strong to the finish, ’cos he eats his spinach) geht nicht nur an die Soldaten da draußen, sondern mindestens ebenso an deren Kinder daheim.

„Iss deinen Spinat!“ Wie viele Generationen hat dieser Befehl wohl gequält. Wie viel Leid war in der Welt, seit ein obskurer Chemiker im 19. Jahrhundert ein Komma falsch gesetzt und den Eisengehalt auf das Zehnfache potenziert hatte? Das Fuchsschwanzgewächs enthält gar nicht mehr von dem Spurenelement als andere Gemüse, enthüllte der Krebsexperte Terence Hamblin 1981 im British Medical Journal und folgerte spitz: „Als Eisenquelle hätte Popeye besser die Dosen verzehren sollen.“ Gute Pointe? Hier ist eine bessere: Den Rechenfehler hat es nie gegeben. Der Volksglaube, mit dem Hamblin ausgerechnet unter der Überschrift Fake! (Schwindel) aufräumte, ist selbst eine Sage. Ein „Supermythos“, wie Mike Sutton sagt. Der Kriminologe machte sich 2010 auf Spurensuche und fand: keine Quelle, nirgends. Als er Hamblin damit konfrontierte, mailte der zurück, er könne sich nicht recht erinnern. Er sei sich aber sicher, die Geschichte nicht erfunden zu haben.

Verbürgt sind Popeyes Verdienste um den Spinatabsatz in den USA. Dort hat der Matrose seine eigene Marke. Mehrere Gemeinden widmeten ihm Denkmäler. Crystal, Texas, und Alma, Alabama, konkurrieren sogar um den selbst erdachten Titel „Welthauptstadt des Spinats“. Er ist ein globales Gemüse. Im Fernen Osten zum ersten Mal kultiviert, verdankt er seinen Namen dem persischen aspanakh oder einem arabischen Poeten, der ihn als isfanatsch, Prinz aller Gemüse, pries. Im frühen Mittelalter erreichte er Spanien und verdrängte ein paar Jahrhunderte später auch seine Verwandte, die Gartenmelde, aus der deutschen Küche.

Frühjahrsspinat taugt zu mehr als grüner Pampe in Rahm. Zitrusfrüchte, auch Zitronengras stehen in frischem Kontrast zu den erdigeren Noten seiner Blätter. Als Salat oder gedünstet verträgt er sich mit gerösteten Pinienkernen, gebratenem Speck, salzigen Anchovis und beliebigen Mengen Knoblauch. Auch Joghurt schmeichelt ihm, wie die indische Küche beweist. Und Eiergerichte wie Soufflé ergänzt Spinat aufs Feinste. Aber natürlich: An kalten Apriltagen hat auch der durchpürierte Klassiker mit Muskat und „Blubb“ seine tröstende Berechtigung. Nur ein halber Mythos ist, dass man Spinat nicht wieder aufwärmen darf. Er enthält zwar Nitrat, das Bakterien in krebserregendes Nitrit umwandeln. Stellt man Reste aber rasch in den Kühlschrank, kann man die Entstehung giftiger Substanzen verzögern. Spinat à la Saison, frisch vom Feld und in Bioqualität, enthält übrigens am wenigsten Nitrat.

Und Superkräfte setzt der zarte Grüne wirklich frei. Forscher haben Eiweiße aus seinen Blättern isoliert und tüfteln damit an „Spinatzellen“ für künstliche Fotosynthese, die einst mehr leisten sollen als Solarzellen. Popeyes spinach power speist sich allerdings aus einer anderen Quelle: Im Juli 1932 isst der Matrose zum ersten Mal Spinat – frisch vom Beet. Seine Freundin Olivia ruft: „Lieber Himmel, bist du ein Pferd?“ Popeye spricht mit Pfeife im Mund: „Spinat ist voller Vitamin A. Das macht Menschen stark und gesund.“ Wie wahr. Und hoffentlich gilt das auch für Kettenraucher.

Frisch vom Feld gibt's Spinat ab März.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Sa, 2016-06-25 16:08
Potsdam (dpa)

Seehofer und die «perfekte» Merkel Von Kristina Dunz, dpa

Das Fundament ist wieder intakt, sagt der eine. Von interessanten Debatten spricht die andere. Doch die Kanzlerin und der CSU-Chef haben weiter einen «langen und nicht immer einfachen Weg» vor sich. Es bleibt offen, ob sie ihn bis zur Wahl 2017 gemeinsam gehen.

Potsdam (dpa) - Horst Seehofer hat jetzt eine perfekte Angela Merkel. Er hatte sie schon in zweifacher Ausfertigung, aber nun hat der CSU-Chef ein drittes Exemplar. Maßstabsgetreu, nicht mehr so überdimensional. Das gefällt dem bayerischen Ministerpräsidenten. Es geht um seine mittlerweile berühmte Modelleisenbahn-Anlage, in der Merkel als Figur eine tragende Rolle spielt.

Bei der Arbeitstagung der Unionsspitze in Potsdam - angesetzt als Blick nach vorn nach erbittertem Hickhack zwischen ihm und Merkel in der Flüchtlingspolitik - berichtet Seehofer über seine neue Errungenschaft. «Jetzt habe ich sogar eine dritte.» Seine bisherige Merkel sei «größer als es dem Maßstab der Anlage entspricht». Das solle so sein. Denn: «Sie ist die Chefin der Anlage.»

Aber inzwischen habe ein Bürger aus Bayern in einem Geschäft in einem anderen Bundesland quasi die richtige Kanzlerin gefunden. «Dieser Bürger hat mir eine maßstabsgetreue und perfekte Angela Merkel zugesandt. Die behalte ich auch.» Die perfekte Merkel. Das wird die CDU-Vorsitzende für ihn im wirklichen Leben vermutlich nie sein.

Merkel wirkt an diesem heißen Samstag am schönen Templiner See in Brandenburg ernst und distanziert. Sie scherzt nicht, sie lacht nicht. Vermutlich hat das vor allem mit dem Austritt der Briten aus der Europäischen Union zu tun. Der Brexit erhöht den Druck auf sie noch einmal enorm. Es richten sich wieder alle Augen auf die Kanzlerin, die vor allem gemeinsam mit Frankreich für Stabilität und eine Weiterentwicklung der EU zu einer besseren Union sorgen soll.

Sollte sie je vorgehabt haben, bei der Bundestagswahl 2017 nicht wieder anzutreten - jetzt wäre ein Verzicht noch schwieriger. Müsste Seehofer nun nicht sagen, dass Merkel weitermachen muss, um Deutschland und die EU zu stabilisieren? Er sagt dazu nur dies: «Wir befinden uns über ein Jahr vor der Bundestagswahl.» Deshalb könne er die Frage nicht beantworten. Er nimmt Anleihen beim Fußball: «Eine Europameisterschaft beginnt nicht mit dem Finale. Wir sind jetzt in der Gruppenphase und dann sehen wir weiter.»

Aus dem CSU-Führungszirkel verlautet dagegen: Alles andere als eine Kandidatur Merkels wäre eine Katastrophe. Es gebe niemanden, der auch nur annähernd das Format für eine Kanzlerschaft hätte wie sie. «Wir müssen uns in der Alternativlosigkeit zusammenraufen», sagte einer, der Merkel und Seehofer für das ideale Paar an der Spitze der Schwesterparteien hält: Merkel als die besonnene Staatsfrau mit hoher internationaler Anerkennung und Seehofer als der Querdenker, der den Finger in die Wunde legt und viele Wähler bei der Stange hält.

Dafür müsse er so bleiben wie er ist: unberechenbar. Letztlich profitiere die CDU davon. In dem Moment, da Seehofer aufhörte, abweichende Positionen zu bringen, wäre er bundespolitisch uninteressant und damit so gut wie erledigt und die CSU gleich mit - was die CDU dramatisch schwächen würde.

Merkel sagt, die Unionsklausur zu den künftigen sechs Leitthemen Europa, Migration, Terrorbekämpfung, Digitalisierung, Umwelt und Zusammenhalt der Gesellschaft sei sehr ernsthaft, konstruktiv und wirklich interessant gewesen. Ihre Begeisterung scheint sich dafür trotzdem in Grenzen zu halten. Sie hat viele andere Sorgen.

Seehofer tut kund: «Ich bin rundum zufrieden. Wir haben jetzt eine gute Basis. Wir wissen beide, (...) dass wir eine ganze Menge zu bewegen haben. Und normalerweise wird es schwieriger je konkreter Politik wird. Da sind wir uns beide bewusst, dass wir noch einen langen und nicht immer einfachen Weg zu gehen haben.» So dürfte es noch so manches Mal Misstrauen, Verärgerung, vielleicht sogar wieder ein Zerwürfnis zwischen ihnen geben.

Aber Seehofer betont, das Fundament sei wieder intakt. Sie hätten auch «keinen Satz» zum Flüchtlingsstreit gesagt. Ob der Zwist angesichts des Brexits nicht geradezu kleingeistig anmute, wird Seehofer noch gefragt. Nein, lautet seine Antwort. Er ärgert sich darüber, dass es immer heiße, an Merkel sei seine Kritik abgeperlt. «Die Politik hat sich verändert», betont er. Es kämen weniger Flüchtlinge nach Deutschland und es bestehe nicht mehr der Eindruck, dass Deutschland alle Flüchtlinge haben wolle. Er betont es noch einmal: «Die Politik hat sich verändert. Das ist das Entscheidende.»

Zum Schluss werden beide noch einmal zum Brexit gefragt. Merkel antwortet und sagt auf Wiedersehen, bevor Seehofer etwas sagen kann. Der mahnt: «Wenn Du noch kurz warten willst ....» Die Situation ist nicht zu vergleichen mit seinem Affront gegen Merkel beim CSU-Parteitag im vorigen Jahr, als er die Kanzlerin eine Viertelstunde auf der Bühne stehen ließ, während er dozierte. Und man darf annehmen, dass Merkel nicht richtig mitbekommen hat, dass auch Seehofer nach seiner Meinung gefragt worden war. Aber man merkt, dass sie los will. Vermutlich ist sie in Gedanken in London, Brüssel, Paris, Berlin. Als dann auch Seehofer fertig ist, gibt sie ihm kurz die Hand und sagt nur «Tschüss». Dann ist sie weg.

Sa, 2016-06-25 16:58
Berlin (dpa)

Erhebliche Schäden nach Gewittern - Dutzende Verletzte bei Festival

Wieder Unwetter über Deutschland: In Rheinland-Pfalz entgleist ein Regionalzug, in Baden-Württemberg fällt ein Musikfestival ins Wasser.

Berlin (dpa) - Schwere Gewitter mit Hagel, Sturm und heftigen Regenfällen haben in Deutschland erneut erhebliche Schäden angerichtet. Mehr als 90 Menschen wurden verletzt. Besonders betroffen waren der Südwesten sowie Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Das «Southside Festival» in Baden-Württemberg wurde wegen der Unwetter abgebrochen. Vorerst neigt sich das tropische Wetter dem Ende zu.

Am Samstag entgleiste ein Regionalzug nach einem Unwetter nahe Bacharach in Rheinland-Pfalz. Zehn Menschen wurden verletzt, einer von ihnen - der Lokführer - schwer. Der Zug fuhr am Morgen in eine Geröllhalde, nachdem infolge von Starkregen Erde von einem Steilhang direkt auf die Gleise gerutscht war.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte für Samstag schwere Gewitter im Osten, Norden und Süden vorausgesagt. Betroffen seien Teile der Bundesländer Sachsen, Brandenburg, Bayern und Mecklenburg-Vorpommern. Die Meteorologen warnten vor entwurzelten Bäumen, herabfallenden Dachziegeln, überfluteten Straßen und Kellern sowie vor Hagel, Blitzen und orkanartigen Böen. Örtlich könne es Starkregen mit 25 bis 40 Liter pro Quadratmeter geben. «Vor allem in einem Bereich vom südlichen Niedersachsen bis zur westlichen Ostsee ist auch ein Tornado nicht ausgeschlossen», hieß es weiter auf der DWD-Internetseite.

Beim «Southside Festival» in Baden-Württemberg mit Zehntausenden Besuchern wurden am Freitagabend 82 Musikfans verletzt, davon kamen 25 laut Veranstaltern leicht verletzt ins Krankenhaus. Das Festival wurde abgebrochen. Die Sicherheit auf dem Gelände mit 60 000 Besuchern habe nicht mehr gewährleistet werden können. Der Campingplatz war verwüstet. Das Gelände sehe «zermalmt» aus, so als sei jemand «mit einem Bagger darin rum gefahren - fürchterlich», sagte ein Festivalgast.

Das «Southside» findet traditionell gleichzeitig mit dem «Hurricane Festival» in Niedersachsen statt. Dort wurde die Veranstaltung am Freitagabend wegen eines Unwetters unterbrochen. Trotz erneuter Gewitter und Regen über Scheeßel sollte das «Hurricane» dem Veranstalter zufolge weiterlaufen. Anfang Juni hatten Unwetter beim Festival «Rock am Ring» in der Eifel 71 Menschen verletzt.

Auch im Landkreis Biberach (Baden-Württemberg) richteten die Unwetter in der Nacht zu Samstag schwere Schäden an. In einem Ortsteil der Gemeinde Mietingen seien rund 100 Keller vollgelaufen.

Auch in vielen Teilen Nordrhein-Westfalens hatte es eine turbulente Nacht mit Unwettern und Starkregen gegeben. Inzwischen konnten die vielen Einsatzkräfte, die in der Nacht zu Samstag vielerorts mobilisiert worden waren, nach und nach wieder abrücken. Überflutete Straßen und aufgeweichte Deiche blieben dennoch unter Beobachtung.

Im rheinland-pfälzischen Stromberg im Hunsrück waren am Freitag etwa 60 Gebäude überflutet worden. Einer ersten Schätzung zufolge sind mehrere Menschen vorerst obdachlos. Sie kamen bei Freunden oder Verwandten unter. Blitz und Donner tobten am Freitagabend und in der Nacht zu Samstag auch in Bayern, betroffen war vor allem Schwaben.

Am Freitag schwitzten die Berliner noch bei 36,4 Grad. Laut DWD war es der bislang heißeste Tag des Jahres in Deutschland.

Beim Public Viewing des deutschen EM-Spiels gegen die Slowakei am Sonntagabend wird es dem DWD zufolge kühl, trübe und verbreitet regnerisch sein. Eine leichte Jacke und einen Regenschirm sollten Fußballfans bei Temperaturen um die 20 Grad folglich dabei haben. Auf Deutschlands größter Fanmeile in Berlin und in den östlichen Bundesländern werde es wohl trocken bleiben.

Sa, 2016-06-25 16:17
Mogadischu (dpa) 

Bombenanschlag erschüttert somalische Hauptstadt Mogadischu

Mogadischu (dpa) - Die somalische Hauptstadt Mogadischu ist von einem Bombenanschlag erschüttert worden. Es handelte sich wahrscheinlich um ein Selbstmordattentat auf das bei Geschäftsleuten und Ausländern beliebte Hotel Nasa-Nablood, wie am Samstag Polizeivertreter Abdullahi Barise erklärte. Ein Mitarbeiter der Deutschen Presse-Agentur hörte nahe der sogenannten Kreuzung Kilometer vier auch heftige Schusswechsel. Zunächst gab es keine Informationen zu möglichen Opfern. Die radikalislamistische Terrororganisation Al-Shabaab hat in der Vergangenheit bereits mehrere Hotels in Mogadischu angegriffen.

Sa, 2016-06-25 16:00
Potsdam (dpa)

Merkel und Seehofer: Nach Flüchtlingsstreit zurück zur Sacharbeit

Nach allem Streit über die Flüchtlingspolitik wollen sich die Kanzlerin und der CSU-Chef wieder zusammenraufen. Ob das klappt, ist offen.

Potsdam (dpa) - CDU-Chefin Angela Merkel und der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer demonstrieren nach monatelangem Flüchtlingsstreit mit Blick auf die Bundestagswahl Einigkeit. Beide Parteien wollten bei den wichtigsten aktuellen Themen gemeinsam «daran arbeiten, dass wir Lösungen für die Menschen in Deutschland finden, die auch in Zukunft Wohlstand und Sicherheit garantieren», sagte Merkel am Samstag nach einer Strategieklausur beider Parteien in Potsdam. Man wolle den Menschen das Gefühl geben, «dass die Politik ihre Sorgen, ihre Ängste und ihre Erwartungen ernst nimmt». Seehofer wollte sich allerdings nicht auf Merkel als gemeinsame Kanzlerkandidatin festlegen.

Die Themen der Klausur sollen in den kommenden Monaten auf sechs Kongressen mit gesellschaftlichen Gruppen diskutiert werden, kündigte die Kanzlerin an. Bei diesen «Megatrends» (Merkel) geht es etwa um Europas Rolle in der Welt unter dem Eindruck des EU-Austritts der Briten sowie um Migration, Terrorbekämpfung, Digitalisierung und Zusammenhalt der Gesellschaft. Beschlüsse wurden nicht gefasst.

Merkel und Seehofer sprachen auch angesichts der britischen Entscheidung für einen EU-Austritt von ernsthaften und konstruktiven Diskussionen. Beide hatten schon vorher vereinbart, ihr Zerwürfnis über die Flüchtlingspolitik bei dem Treffen auszuklammern. CDU und CSU wollen verlorenes Vertrauen zurückgewinnen. Die Union ist im Vergleich zu ihrem Wahlergebnis von 2013 (41,5 Prozent) seit Beginn der Flüchtlingskrise in der Wählergunst stark gesunken.

Merkel sagte, eine der großen Aufgaben der Union sei es, die Menschen durch eine Zeit schneller und gravierender Veränderungen zu lotsen. CDU und CSU hätten mit der Klausur eine Basis für konkrete Entscheidungen geschaffen. Merkel betonte offensichtlich mit Blick auf entsprechende Befürchtungen von konservativen Unionsvertretern, in der Diskussion gehe es «nicht darum, die Wertebasis zu verändern. Sondern es geht darum, sie mit Leben in einer sich schnell verändernden Welt zu füllen».

Auch Seehofer unterstrich die gemeinsamen Wertegrundlagen der Unionsschwestern. «Am Ende soll ein Angebot für das bürgerliche Lager in der Bundesrepublik Deutschland stehen», sagte er.

Seehofer wollte sich aber nicht darauf festlegen, dass Merkel 2017 ein viertes Mal als Kanzlerkandidatin der Union antreten soll. Auf die Frage, ob der Austritt Großbritanniens aus der EU für ihn Merkels Kandidatur zur Stabilisierung Deutschlands und der EU zwingend notwendig mache, sagte er: «Wir befinden uns über ein Jahr vor der Bundestagswahl.» Deshalb könne er die Frage nicht beantworten. Mit Anleihen beim Fußball beschrieb er die Lage so: «Eine Europameisterschaft beginnt nicht mit dem Finale. Wir sind jetzt in der Gruppenphase und dann sehen wir weiter.»

Seehofer sprach von einer ertragreichen Klausur mit anspruchsvollen Diskussionen und sagte: «Ich bin damit sehr zufrieden.» Auf der Grundlage der sechs Themenplattformen könnten CDU und CSU gut zusammen weiterarbeiten. Nach den geplanten Kongressen werde «mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit» entschieden, wie CDU und CSU in den Bundestagswahlkampf ziehen würden. Im Zusammenhang mit dem Flüchtlingsstreit war in den vergangenen Monaten auch darüber diskutiert worden, ob die CSU mit einem eigenen Wahlprogramm bei der Bundestagswahl in gut einem Jahr antritt.

Sa, 2016-06-25 15:11
Kabul (dpa)

Unbekannte ermorden und hängen Richter in Afghanistan

Kabul (dpa) - Unbekannte Täter haben im Westen Afghanistans einen Richter entführt, erschossen und seinen Leichnam aufgehängt. Der Mann sei am Donnerstagabend von den Bewaffneten auf der Straße zwischen Herat und Farah aus einem Bus gezerrt worden, teilte ein Sprecher des Gouverneurs der Provinz Farah am Samstag mit.

Die Gegend gilt als Einflussgebiet der radikalislamischen Taliban, doch hatten sich diese bis Samstag nicht zu der Tat bekannt. Die Taliban hatten angedroht, sich an den Justizbehörden zu rächen, nachdem die afghanische Regierung im Mai sechs Aufständische hatte hinrichten lassen.

Sa, 2016-06-25 15:45
Damaskus (dpa)

Kurdische Truppen übernehmen Teile von nordsyrischer IS-Hochburg

Damaskus (dpa) - Im Kampf um die von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) beherrschte syrische Stadt Manbidsch sind kurdische Truppen am Samstag weiter in Richtung Stadtzentrum vorgedrungen. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, versuchten zahlreiche Zivilisten, vor den heftigen Kämpfen zu fliehen. Die Islamisten hätten das Feuer auf die Flüchtenden eröffnet. Dabei seien mehrere Zivilisten getötet worden.

Während der IS militärisch in der strategisch wichtigen Gegend im Norden Syriens immer weiter zurückgedrängt wird, geht er vermehrt gegen die Bevölkerung vor. Nach Angaben von Aktivisten wurden am Wochenende erneut 120 Bewohner aus der Umgebung gefangen genommen. Damit erhöhe sich die Zahl der Entführten auf mehr als 1000 in den vergangenen neun Tagen. Größtenteils handele es sich um Kurden, sagten die Aktivisten.

Die vom IS gehaltene Stadt Manbidsch liegt nahe der Grenze zur Türkei und ist strategisch bedeutend, weil über sie eine wichtige Nachschubroute der Extremisten aus dem Nachbarland läuft. Der Feldzug der kurdischen Truppen wird von Luftangriffen der US-Streitkräfte unterstützt. Mit der Eroberung soll auch der Zustrom ausländischer Kämpfer nach Syrien gestoppt werden.

Sa, 2016-06-25 15:32
Koblenz (dpa)

Bahnstrecke am rechten Rheinufer ist wieder frei

Koblenz (dpa) - Die Zugverkehr am rechten Rheinufer rollt wieder. Die Strecke zwischen Kaub und Koblenz in Rheinland-Pfalz wurde am Samstagnachmittag wieder freigegeben, wie die Bahn mitteilte. Der Zugverkehr zwischen Mainz und Koblenz war nach starken Regenfällen stundenlang unterbrochen gewesen. Wasser hatte Gleise unterspült und Geröll auf die Schienen rutschen lassen.

Auf der anderen Rheinseite bleibt die Bahnstrecke zwischen Oberwesel und Bacharach weiterhin zu. Dort war am Samstagmorgen ein Regionalzug entgleist. Betroffen ist auch die Bundesstraße 9. Sie sollte nach Angaben der Polizei zwischen Boppard und Bingen mindestens bis Samstagabend gesperrt bleiben.

Sa, 2016-06-25 15:02
Potsdam (dpa)

Merkel und Seehofer betonen nach Flüchtlingsstreit Einigkeit

Potsdam (dpa) - CDU-Chefin Angela Merkel und der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer wollen den Bundestagswahlkampf nach ihrem monatelangen Flüchtlingsstreit mit demonstrativer Einigkeit vorbereiten. Beide Parteien wollten bei den wichtigsten aktuellen Themen gemeinsam «daran arbeiten, dass wir Lösungen für die Menschen in Deutschland finden, die auch in Zukunft Wohlstand und Sicherheit garantieren», sagte Merkel am Samstag nach einer Strategieklausur beider Parteien in Potsdam. Merkel und Seehofer sprachen von ernsthaften und konstruktiven Diskussionen. Beide hatten schon vorher vereinbart, ihr Zerwürfnis über die Flüchtlingspolitik bei dem Treffen auszuklammern.

Sa, 2016-06-25 15:34
Petaluma (dpa)

Schaulaufen der «Ugly Dogs»: Sweepee Rambo ist hässlichster Hund Von Johannes Schmitt-Tegge, dpa

Krause Haare, schlaffe Zungen, irre Blicke: Beim «Ugliest Dog Contest» werben besonders hässliche Hunde um die Gunst des Publikums. Das Fell eines der Tiere erinnert manche Betrachter entfernt an die Frisur von Donald Trump.

Petaluma (dpa) - Die blinden Augen starren seitwärts ins Nichts, aus der teerfarbenen Haut stehen dornige weiße Haare ab, die Zunge hängt zur Seite raus: Schön anzusehen ist Sweepee Rambo wirklich nicht. Doch gerade das zeichnet die Mischung aus einem chinesischen Schopfhund und einem Chihuahua aus. Nun hat der 17 Jahre alte Sweepee Rambo den Titel als «hässlichster Hund der Welt» abgeräumt.

Wie jedes Jahr sind es äußerst zwielichtig aussehende Vierbeiner, die im skurrilen Hässlichkeitswettbewerb im kalifornischen Petaluma gegeneinander antreten. Scamp mit den krausen Rasta-Haaren etwa, oder Rascal Deux, ein nacktes, teils zahnloses Vieh mit schiefem Gesicht und ziemlich irrem Blick. Oder Zsa-Zsa, eine Englische Bulldogge mit zu hoch gewachsenem Kiefer, stark abstehenden Zähnen und schlaffer, seitlich hängender Zunge.

Besonderen Wirbel macht dieses Jahr Himisaboo, dessen karge Haarpracht so manchen Betrachter an die Föhnfrisur des US-Präsidentschaftsbewerbers Donald Trump erinnert: Die schräge Mischung aus Dackel und Mexikanischem Nackthund hat kaum Haare am wurstigen Körper, dafür aber eine wehende blonde Mähne auf dem Kopf.

Persönlichkeit, Auftritt und die Reaktion des Publikums sind in der seit 28 Jahren ausgetragenen Veranstaltung auf einem Jahrmarkt entscheidend. Die Tiere dürfen für den Wettbewerb äußerlich in keiner Weise verändert werden. Sie laufen auf einem roten Teppich vor und werden auf der Bühne dem Publikum vorgestellt, Juroren vergeben Punkte. Auf Profilen im Internet stellen sich die Hunde auch «selbst» vor.

«Er liebt meine weiche, sommersprossige Babyhaut und meinen legendären blonden Irokesenschnitt», heißt es in Sweepee Rambos Beschreibung mit Blick auf Besitzer Jason Wurtz aus dem kalifornischen Encino nahe Los Angeles. «Seit 15 Jahren durchgehend fahre ich beim Anbruch der Dämmerung mit ihm zur Arbeit.» Wurtz und sein hässlicher Hund können sich nun über ein Preisgeld von 1500 Dollar (1350 Euro) und eine große Trophäe freuen.

Sweepee Rambo tritt in die Fußstapfen von Quasi Modo: Der Pitbull-Schäferhund-Mix hatte vergangenes Jahr den «Ugliest Dog Contest» gewonnen und erinnerte mit seinem verformten Rücken eher an eine Hyäne.

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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