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Die Welt besser machen.
Wie? Steht im Greenpeace Magazin!

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Di, 2016-06-28 09:03
Wiesbaden (dpa)

Einfuhrpreise fallen im Mai weniger stark

Wiesbaden (dpa) - Die Preise von nach Deutschland eingeführten Gütern sind im Mai etwas weniger stark gefallen als im Monat zuvor. Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte, lagen die Einfuhrpreise um 5,5 Prozent niedriger als im Mai 2015. Im April des laufenden Jahres waren sie noch um 6,6 Prozent gefallen. Binnen Jahresfrist sanken im Mai vor allem die Importpreise für Mineralölerzeugnisse (minus 29,8 Prozent) und Rohöl (minus 28,6 Prozent). Von April auf Mai 2016 stiegen die Preise für importierte Waren um 0,9 Prozent. Energieimporte verteuerten sich um 7,0 Prozent. Insgesamt dämpfen im Jahresvergleich fallende Energie- und Rohstoffpreise nach wie vor die Preisentwicklung.

Di, 2016-06-28 09:44
Fessenheim (dpa)

«Es lebe die Schließung» - Ein einsamer Ruf am Akw Fessenheim Von Claudia Kornmeier, dpa

Atomkraftwerke treiben in Deutschland viele Menschen auf die Barrikaden. In Frankreich ist das anders - ein Pannen-Akw in Fessenheim nahe der Grenze läuft und läuft. Wie lange noch?

Fessenheim (dpa) - Es ist die perfekte Gelegenheit. Die Überwachungskommission für Frankreichs ältestes Atomkraftwerk trifft sich vor Ort in Fessenheim - also dort, wo das Atomkraftwerk in der Nähe von Freiburg unmittelbar an der Grenze zu Baden-Württemberg steht. Außerdem ist zum ersten Mal die Bevölkerung eingeladen. Jeder kann in den dorfeigenen Festsaal kommen und die Vertreter von Politik, Atomaufsicht und Betreiber mit Fragen zu Störfällen und der geplanten Schließung konfrontieren. Voilà, die perfekte Bühne für eine Aktion von Atomkraftgegnern.

Der Haken: Fessenheim liegt in Frankreich. Und die Franzosen teilen die Angst der Deutschen vor der Atomkraft nicht. Statt «Atomkraft - Nein, danke» steht hier «Nein zur Schließung» auf einem Transparent. Ein paar Dutzend Demonstranten tragen es zum Festsaal. Eine richtige Demo ist das nicht. Da macht der spätere Autokorso nach dem Fußballspiel Italien gegen Spanien mehr her. Die Gendarmerie vor dem Gebäude und die Taschenkontrolle beim Einlass hätte es nicht gebraucht. Viel los ist nicht. Gekommen sind vielleicht 200 Menschen.

Unter den Atomkraft-Gegnern hört man viele deutsche Stimmen. Ihre Ängste: ein Erdbeben, Hochwasser, Terroristen. Man denke nur an die unbekannten Drohnen, die 2014 über das Atomkraftwerk flogen. Ein Alptraum. Den Franzosen geht es um ihren Arbeitsplatz: «Ich bin eine der 2200 geopferten Stellen», steht auf manchen T-Shirts.

Aneinander geraten beide Seiten am Montagabend kaum. Die Kulisse bleibt vor allem das, was sie auch ist: ein Dorf. Hellbraune Ziegeldächer, mittendrin ein Kirchturm, rundherum Felder. Gerade mal 2000 Menschen leben hier.

In Fessenheim, dem Dorf, sieht man von Fessenheim, dem Atomkraftwerk, nichts. Die störanfälligen Reaktoren liegen vor den Toren der Stadt am Rhein. Seit 1977. Aus deutscher Perspektive sollten sie längst abgeschaltet sein. Mittlerweile hat auch der französische Präsident, François Hollande, die Schließung versprochen. Geworden ist daraus bisher nichts. Stattdessen berichten die Medien - vor allem in Deutschland - über eine Panne nach der anderen.

Um die soll es auch bei der öffentlichen Sitzung der deutsch-französischen Überwachungskommission gehen, der Lokal- und Regionalpolitiker sowie Umweltorganisationen angehören. Bericht erstatten müssen der Betreiber und die Atomaufsicht. Bevor unangenehme Fragen aufkommen können, wird aber erstmal die Geschichte der Kommission und die Arbeit der Atomaufsicht referiert. Eine Einschläferungstaktik? Nach einer Stunde gehen jedenfalls die ersten.

Sie verpassen den Image-Film des Betreibers mit Bildern vom Atomkraftwerk im Gegenlicht, zahlreichen Rohren und Kurbeln, glücklichen Mitarbeitern - mit Musik unterlegt. Noch Fragen?

Ja. Eine hätte die Freiburger Lokalpolitikerin Gerda Stuchlik dann doch noch: «Wir sind ausschließlich mit der Frage hergekommen, wird am Donnerstag dieser Antrag gestellt?» Sie meint den Antrag, der für eine Schließung notwendig ist und der bis Ende des Monats gestellt werden sollte. Fast wäre die Veranstaltung ohne diese doch eigentlich zentrale Frage zu Ende gegangen.

Nun, damit steht sie zumindest im Raum, bleibt jedoch unbeantwortet. «Die Antwort wird es am Donnerstag geben», kündigt Christophe Marx an, der Generalsekretär der Präfektur für die Region Bas-Rhin. Auf den letzten Drücker also, am Donnerstag ist der 30.

Der Ruf einer Frau vor dem Festsaal bleibt damit am Montagabend ein einsamer: «Vive la fermeture!» - es lebe die Schließung.

Di, 2016-06-28 10:15
Berlin (foodwatch)

Foodwatch und Deutsche Diabetes Gesellschaft fordern Stopp von Coca-Cola EM-Kampagne

Die Verbraucherorganisation foodwatch und die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) fordern den sofortigen Stopp der Werbekampagne von Coca-Cola zur Fußball-Europameisterschaft 2016. Wegen des Verstoßes gegen drei grundlegende Verhaltensregeln für Lebensmittelwerbung reichten die Organisationen am Montag Beschwerde beim Deutschen Werberat ein – dem Selbstkontrollorgan der Werbewirtschaft. Mit den Gesichtern der deutschen Nationalelf verlocke Coca-Cola Kinder zum Kaufen ungesunder Zuckergetränke und trage damit zum Anstieg von Übergewicht, Typ-2-Diabetes und anderen chronischen Krankheiten bei.

„Coca-Cola betreibt knallhartes Marketing auf Kosten der Kindergesundheit. Der Konzern wirbt mit den Idolen Müller, Schweinsteiger und Co. für seine zuckrigen Cola-Getränke und torpediert damit die Bemühungen zahlreicher Eltern und Lehrer, Kinder für eine gesunde Ernährung zu gewinnen. Wenn es der Deutsche Werberat mit seinen selbst gesetzten Verhaltensregeln ernst meint, muss er dem Treiben von Coca-Cola ein Ende setzen“, sagte Oliver Huizinga, Experte für Lebensmittelmarketing bei foodwatch.
 
Zur Fußball-EM prangen die Gesichter der deutschen Nationalspieler auf Cola-Dosen nach dem Motto: „Hol Dir das Team auf 24 Sammeldosen“. Die Aktion verstößt laut foodwatch und der Deutschen Diabetes Gesellschaft gegen drei Verhaltensregeln des Deutschen Werberats über die „kommerzielle Kommunikation für Lebensmittel“: Erstens sei die Kampagne eine „direkte Aufforderung zum Kauf oder Konsum an Kinder“. Zweitens nutze Coca-Cola das besondere Vertrauen aus, das Kinder Vertrauenspersonen wie den deutschen Fußball-Nationalspielern entgegenbringen. Drittens erschwere die Kampagne das „Erlernen einer ausgewogenen, gesunden Ernährung“. Zuckergetränke wie Coca-Cola gelten nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als unausgewogene Lebensmittel, für deren Absatz Hersteller kein Kindermarketing betreiben sollten.
 
„Flüssiger Zucker in Form von Cola und Limonaden ist besonders gefährlich. Schon eine Dose am Tag erhöht das Risiko für Übergewicht und Typ-2-Diabetes“, sagte DDG-Präsident Professor Baptist Gallwitz. Und die Getränke sind geradezu Zuckerbomben. Die WHO empfiehlt, im Idealfall nur fünf Prozent des täglichen Energiebedarfs durch Zucker aufzunehmen. Das entspricht bei einer erwachsenen Frau 25 Gramm Zucker am Tag. Eine 0,5 Liter Flasche Cola enthält mit 52 Gramm Zucker mehr als das Doppelte.
 
Der Deutsche Werberat besteht aus Akteuren der Werbewirtschaft. Er entscheidet über Verstöße gegen seinen eigens formulierten Verhaltenskodex, dazu gehören Regeln zu Kinder- und Alkoholwerbung oder sexistischer Werbung. 2015 kritisierte der Deutsche Werberat 114 Werbemaßnahmen. 97 Unternehmen beendeten ihre Werbung, sechs Firmen änderten sie, elf Hersteller wurden für ihre Werbung öffentlich gerügt.
 
Coca-Cola ist Hauptsponsor der EM 2016 und Premium-Partner des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Sowohl foodwatch und die Deutsche Diabetes Gesellschaft als auch der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) hatten den DFB kürzlich aufgefordert, die Werbeverträge mit den Junkfood-Konzernen Coca-Cola, Ferrero und McDonald‘s zu kündigen. „Der DFB sollte sein Sponsoring-Konzept überdenken, um seiner Vorbildfunktion und gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden“, forderte DDG-Präsident Professor Gallwitz. Damit würde der DFB auch nicht weiter gegen seine eigene Satzung verstoßen. Darin verpflichtet sich der DFB zur „Förderung gesunder Ernährung (…) als gesundheitliche Prävention.“

Di, 2016-06-28 10:00
Hamburg (Greenpeace)

Wechsel in der Geschäftsführung von Greenpeace Deutschland

Der bisherige Kampagnengeschäftsführer von Greenpeace Deutschland, Roland Hipp, übernimmt zum 1. Juli die erste Geschäftsführung der unabhängigen Umweltschutzorganisation in Hamburg. Er folgt auf Brigitte Behrens, die nach 17 Jahren erfolgreicher Geschäftsführung in den Ruhestand wechselt.

Der gebürtige Baden-Württemberger Roland Hipp begann 1983 als Ehrenamtlicher in der Greenpeace-Gruppe Stuttgart. Ab 1991 setzte er sich als Kampaigner und Bereichsleiter Energie für das Ende der Atomkraft ein. So untersuchte er an den atomaren Wiederaufarbeitungsanlagen im französischen La Hague und britischen Sellafield die Strahlung im Meer, in Böden, Pflanzen und in den Häusern der Anwohner. „Wir haben giftiges Plutonium im Staubsaugerbeutel gefunden und auf dem Teller“, sagt Hipp. „Es war überall, und wir bekamen das Leid von schwer kranken Menschen hautnah mit.“ Er leitete unter anderem die erfolgreiche Kampagne gegen die ausgediente Ölplattform Brent Spar in der Nordsee. Die Greenpeace-Aktivisten erkletterten sie 1995, um zu verhindern, dass der Ölkonzern Shell sie als erste von mehreren hundert Plattformen im Nordost-Atlantik versenkte. Seit 2002 lenkt Hipp als Kampagnengeschäftsführer die inhaltliche Ausrichtung von Greenpeace Deutschland. Ein besonderes Augenmerk hatte er dabei auf die Energiewende, für die Greenpeace unter anderem das Konzept „Plan B“ erstellte.

Brigitte Behrens arbeitete seit 1986 für das deutsche Büro der Umweltschutzorganisation. 1989 bestellte sie der Aufsichtsrat als stellvertretende Geschäftsführerin, 1999 als erste Geschäftsführerin. „Greenpeace kann viel erreichen für den Schutz unserer Lebensgrundlagen. Es bewegt mich immer noch, wenn jahrelange harte Kampagnenarbeit in Erfolge mündet.“ Während ihrer Geschäftsführung erreichte die unabhängige Organisation, dass in Deutschland Landwirtschaft und Lebensmittelregale frei blieben von Gentechnik. Behrens unterstützte die Gründung der Energiegenossenschaft Greenpeace Energy, die sich durch Handel mit Ökostrom aktiv in den Energiemarkt einmischt. Von der Gründung 1999 bis 2013 war sie Aufsichtsratsvorsitzende der Genossenschaft. Behrens förderte auch den Aufbau der Kinder- und Jugendprojekte von Greenpeace, die 1990 starteten.

Greenpeace Deutschland beteiligte sich in ihrer Zeit stark an internationalen Kampagnen, die dazu führten, dass große Urwaldgebiete in Finnland und der kanadischen Westküste unter Schutz gestellt wurden. Um die letzten Urwälder Indonesiens zu retten – Heimat der bedrohten Orang-Utans – überzeugte Greenpeace den Lebensmittelkonzern Nestlé, kein Palmöl aus Urwaldzerstörung zu verarbeiten. Große Fortschritte erzielt derzeit das Projekt „Detox“ für giftfreie Kleidung, mit dem Greenpeace große Unternehmen dazu bringt, bis zum Jahr 2020 giftige Chemikalien in ihrer Produktion aufzugeben.

Die Herausforderungen zum Schutz der Umwelt wachsen

Klimawandel, Ausbeutung von Ressourcen, Patente auf Leben, Konsumverhalten oder folgenschwere Handelsabkommen: Behrens erkannte früh, dass Umweltprobleme und ihre Ursachen komplizierter und weniger fassbar werden. „Umweltzerstörung hat viele Facetten. Dagegen müssen zahlreiche Hebel dagegen möglichst früh bewegt werden. Aber Umweltprobleme sind menschengemacht – also haben auch wir Menschen es in der Hand, sie zu lösen.“

In den 17 Jahren, in denen Brigitte Behrens die Geschäftsführerin von Greenpeace war, stieg die Zahl der Fördermitglieder von 510.000 auf 580.000, die Spendeneinnahmen von 32 auf 58 Millionen Euro.

Tobias Ott, Sprecher des Greenpeace-Aufsichtsrats, dankt Brigitte Behrens für den Verein: „Sie hat die Organisation mit viel Feingefühl und strategischem Weitblick durch alle Turbulenzen geführt und immer wieder erfolgreich neu aufgestellt. Und das nicht nur in Deutschland: Brigitte Behrens hat maßgeblich zur Entwicklung unserer globalen Organisation beigetragen und dafür gesorgt, dass Greenpeace weltweit durchsetzungsstark bleibt. Sie genießt höchstes Vertrauen und Ansehen bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und in den zahlreichen Gremien, in denen sie sich unbeirrbar für den Schutz der Erde einsetzt. Mit Brigitte Behrens verlässt eine der wichtigsten Umweltschützerinnen Deutschlands die Brücke. Umso mehr freuen wir uns, dass wir mit Roland Hipp, unserem bisherigen Kampagnengeschäftsführer, einen so profilierten Nachfolger gefunden haben. Er beherrscht die Greenpeace-Klaviatur wie kaum ein zweiter und tritt nun an, den neuen Herausforderungen der nächsten Dekade zu begegnen und Greenpeace und unsere Ziele weiter voran zu bringen.“

Der Aufsichtsrat hat entschieden, wegen der steigenden Anforderungen die Geschäftsführung von zwei auf drei Positionen auszubauen. Die beiden weiteren Positionen will das Kontrollgremium im Spätsommer besetzen.

Energie wird auch mit Hipp eine zentrale Aufgabe bleiben: „Bei der Energiewende wird Greenpeace am Ball bleiben. Das letzte Atomkraftwerk in Deutschland soll so schnell wie möglich, und danach das letzte Kohlekraftwerk rechtzeitig abgeschaltet werden“, sagt Hipp. Die Aufgaben reichen von Klimaschutz und Gentechnik bis hin zu Wälder und Meere. Auch die umstrittenen Handelsabkommen CETA und TTIP sind für den Umweltschutz relevant. „Die Umwelt kommt immer mehr unter Druck, in vielen Ländern auch Umweltschützer. Dem müssen wir etwas entgegen setzen: Mit unseren Kampagnen, und mit einer Vorstellung von einem modernen, zeitgemäßen und nachhaltigen Leben, ohne massive Zerstörung und Ausbeutung. Davon wollen wir viele Menschen überzeugen, damit wir gemeinsam eine noch größere Wirkung entfalten. Das ist meine Aufgabe und es ist die beste, die ich mir vorstellen kann.“

Di, 2016-06-28 09:00
Hannover/Kiel (dpa)

Grüne Umweltminister sehen großen Erfolg bei Endlagersuche

Berlin/Hannover/Kiel (dpa) - Nach der Einigung auf Empfehlungen für die Suche nach einem Atommüll-Endlagerstandort haben die grünen Umweltminister aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein das Ergebnis der Endlagerkommission als großen Erfolg gewertet. «Die Kommission hat trotz einer sehr kontroversen Interessenlage der unterschiedlichen Beteiligten insgesamt sehr konstruktiv und fair gearbeitet», sagte Niedersachsens Ressortchef Stefan Wenzel am Dienstag. Der Weg sei frei für einen Neubeginn bei der Suche nach einem Dauerendlager für hoch radioaktiven Atommüll.

«Es wurden echt ein paar dicke Brocken weggeräumt», sagte Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck über den 600 Seiten starken Abschlussbericht. Hier werde Gesamtverantwortung übernommen, anstatt auf Einzelinteressen zu schauen. Es werde nicht nur in Salz- und Tongestein, sondern auch in Granit nach einem Standort gesucht. Auch das Zwischenlager in Gorleben werde nicht explizit als Endlager ausgeschlossen.

Die Endlagerkommission des Bundestages hatte sich in der Nacht zum Dienstag auf die Empfehlungen geeinigt. Der Abschlussbericht wurde mit großer Mehrheit angenommen. Die Kriterien, die Gremium vorlegte, sind so formuliert, dass völlig offen ist, in welchem Bundesland die abgebrannten Brennelemente letztlich gelagert werden sollen.

Di, 2016-06-28 08:14
Kabul (dpa)

USA prüfen Bericht über getötete Zivilisten bei Luftangriff in Kundus

Kabul (dpa) - Die USA untersuchen, ob bei einem Luftangriff auf ein Talibangefängnis in der afghanischen Nordprovinz Kundus auch von den Islamisten festgehaltene Zivilisten ums Leben gekommen sind. Ein Sprecher der US-Streitkräfte in Afghanistan sagte der Deutschen Presse-Agentur am Dienstagmorgen: «Wir bestätigen, dass Berichte oder Beschuldigungen über getötete Zivilisten geprüft werden.»

Nach Angaben einer Quelle aus der afghanischen Armee waren bei dem Raketenbeschuss des Hauses im von Taliban beherrschten Viertel Tschardara der Provinzhauptstadt Kundus in der Nacht zum Sonntag der hochrangige Taliban-Kommandeur Mullah Janat, einige seiner Männer, aber auch mindestens drei Geiseln der Taliban getötet worden. Die Taliban hatten jüngst in Kundus mehrfach Reisebusse angehalten und Zivilisten, Regierungsmitarbeiter, Soldaten und Polizisten entführt. Mindestens acht Menschen waren noch in ihrer Gewalt.

Der Sprecher des Gouverneurspalasts, Hamdullah Danisch, sagte allerdings, die Taliban hätten die Geiseln nach dem Luftschlag selber getötet. Die Taliban wiesen das in einer E-Mail von Montagabend zurück. Die «barbarischen Amerikaner» hätten das Haus bombardiert und «sechs gefangengehaltene Soldaten» getötet, obwohl sie gewusst hätten, dass dort Menschen gefangen gehalten würden.

Präsident Barack Obama hatte den US-Streitkräften vor zwei Wochen erweiterte Befugnisse im Kampf gegen die Taliban gegeben. In Kundus war bis Oktober 2013 die Bundeswehr stationiert.

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Di, 2016-06-28 08:35
Belgrad (dpa)

Die Westbalkankonferenz

Belgrad (dpa) - Jährliche Konferenzen (2014-2018) der Staats- und Regierungsspitzen von Serbien, Bosnien-Herzegowina, Albanien, Montenegro, Mazedonien und des Kosovos mit führenden Politikern der EU, Deutschlands, Österreichs und Frankreichs zur schnelleren Annäherung dieser Länder an Brüssel. Die beiden ersten Treffen fanden in Berlin und Wien statt. Die dritte Konferenzrunde wird am 4. Juli in Paris organisiert. Die wichtigsten Themen:

- Lösung bilateraler Streitigkeiten und regionale Kooperation

- Gemeinsame Straßen- und Eisenbahnprojekte

- Ausbau der regionalen Energieversorgung

- Abbau von Handelsbarrieren

- Regionales Jugendwerk nach deutsch-französischem Vorbild

Di, 2016-06-28 09:01
Hamburg (dpa)

Sylvie Meis und die Krebsdiagnose: Reden und Beten halfen bei Angst

Hamburg (dpa) - Während ihrer Brustkrebserkrankung hat die niederländische Fernsehmoderatorin Sylvie Meis (38) Trost darin gefunden, über die Krankheit zu sprechen. «Ich habe viel gesprochen - mit Familie, Freunden, A?rzten. A?ngste sollte man nicht in sich hineinfressen», sagt Meis in einem Interview der Zeitschrift «Closer». «Aber natu?rlich ist es auch ein Thema, mit dem man manchmal alleine sein mo?chte, um es fu?r sich selbst auch richtig zu verarbeiten.» Außerdem habe sie damals gebetet - und mache das auch heute noch.

Ärzte hatten 2009 bei der damals 31-Jährigen Brustkrebs diagnostiziert. Das habe sie in einen Schockzustand versetzt. «Ich dachte: «Warum ich, so jung?»», erinnert sich Meis. «Jeder muss natürlich seinen Weg finden, um mit einer solchen Diagnose und Krankheit umzugehen«, so Meis. «Aber ich kann nur raten, die Hoffnung nie aufzugeben und zu kämpfen.»

Di, 2016-06-28 08:30
Belgrad (dpa)

Westbalkankonferenz, die dritte

Die Spitzenpolitiker des Westbalkans treffen sich zum dritten Mal mit ihren EU-Kollegen. Was hat die Konferenzserie bisher gebracht?

Belgrad (dpa) - An politischen Konferenzen besteht auf der Balkanhalbinsel kein Mangel. Vor vier Wochen feierten Spitzenpolitiker der Region in der bulgarischen Hauptstadt Sofia den vor 20 Jahren ins Leben gerufenen «Prozess für Zusammenarbeit in Südosteuropa (SOE)». Seit über acht Jahren treffen sich die Staaten der Region im Rahmen des Regionalen Kooperationsrates (RCC). Ende Mai tauschten sich die SOE-Staatsoberhäupter Südosteuropas bei ihrem jährlichen Gipfel in Sarajevo im Rahmen des «Brdo-Brioni-Prozesses» aus.

Trotzdem hat Deutschland vor zwei Jahren als neues Format die Westbalkan-Konferenz initiiert. Nach Berlin (2014) und Wien (2015) findet sie jetzt in Paris statt. Die Staats- und Regierungsspitzen von Serbien, Albanien, Mazedonien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro und dem Kosovo treffen sich mit den wichtigsten Politikern der EU, Deutschlands, Frankreichs, Österreichs und noch einiger anderer Unionsländer. Offizielles Ziel: Die Balkanländer sollen schneller an Brüssel herangeführt werden.

Nur: Auf absehbare Zeit wird die Union keine neuen Mitglieder mehr aufnehmen, sagen zum Beispiel EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker oder Bundestagspräsident Norbert Lammert. Nach dem Brexit-Votum der Briten dürfte die Bereitschaft, neue Mitglieder an die Union heranzuführen, gegen null sinken. Konsolidierung gehe vor Erweiterung, sagen führende EU-Politiker.

Und doch gibt es eine ganze Politiker-, Diplomaten- und Expertenschar in Brüssel, die die Balkanstaaten auf eine Mitgliedschaft vorbereiten. Angeführt wird diese Riege vom EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn oder den für die Balkanländer zuständigen Europaparlamentariern wie dem Deutschen David McAllister. Das «Versprechen» der Europäer bei der ersten großen Konferenz über Südosteuropa 2003 im griechischen Thessaloniki bestehe weiter.

Diese Fachleute reisen regelmäßig in die Balkanländer und versichern dort, «die Beitrittsperspektive ist intakt». Manchmal werden sogar schon ganz konkrete Beitrittsjahre genannt. So jubelten die bosnischen Medien im letzten Mai, weil der Leiter der dortigen großen EU-Vertretung, Lars-Gunnar Wigemark, das kleine Land in zehn Jahren als EU-Mitglied sah.

Diesen Widerspruch zwischen Aufnahmestopp und immer neuen Beitrittsversprechen sollen offensichtlich die Westbalkan-Konferenzen aufheben. Die EU will Südosteuropa mit zwölf Milliarden Euro Finanzhilfen für den Zeitraum 2014-2020 bei Laune halten. Da geht es zum Beispiel um eine Autobahn entlang der Adria und vom serbischen Nis in die Kosovo-Hauptstadt Pristina oder die Modernisierung der maroden Eisenbahnstrecke Belgrad-Sarajevo. Oder die Gründung eines Jugendwerks der Balkanländer nach deutsch-französischem Vorbild.

Doch die milliardenschwere EU-Politik auf dem Balkan zeigt in der Bilanz nach eineinhalb Jahrzehnten mehr Probleme als Lösungen. Obwohl Brüssel vor drei Jahren ein Abkommen zwischen den traditionell verfeindeten Nachbarn Serbien und Kosovo durchsetzte, sind diese Absprachen fast alle noch nicht umgesetzt. In Mazedonien gelingt der EU nach weit über einem Jahr keine Vermittlung im innenpolitischen Chaos. Auch im jahrzehntelangen Streit Skopjes und Athens um den Staatsnamen Mazedoniens schaffte Brüssel bisher kein Ergebnis.

Das EU-Mitglied Kroatien und der EU-Kandidat Serbien lieferten sich im letzten Jahr einen wochenlangen Handelskrieg. Die tief verfeindeten Völker Bosniens sind in dieser Woche über das EU-Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen in Streit geraten, das damit nicht in Kraft treten kann. Auch mehr als drei Jahre nach der letzten Volkszählung liegen die Ergebnisse immer noch nicht vor, weil sich die drei Nationen über die Methoden in die Haare geraten sind. Und über die Unterdrückung der Medien, die manipulierte Justiz, die grassierende Korruption in all diesen Staaten spricht fast niemand mehr. Die Bürger reagieren mit Massenabwanderung - in Richtung EU.
 

Geht doch!

Konfliktfrei surfen

Konzerne müssen Rohstoffe aus Krisengebieten offenlegen – Europa ringt um eine verpflichtende Regelung

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Ausgerechnet die USA machen vor, wie man große Firmen an die kurze Leine nimmt – zumindest in punkto Konfliktrohstoffe. Der „Dodd-Frank Act“ verpflichtet börsennotierte Unternehmen, offenzulegen, ob Handys, Laptops oder Autos Mineralien enthalten deren Verkauf Kriege oder bewaffnete Kämpfe in der DR Kongo und deren Nachbarländern finanziert. Dass das seit 2010 geltende Transparenzgesetz für Gold, Tantal, Wolfram und Zinn Wirkung zeigt, belegt nun ein Report des „Enough Project“: Inzwischen gebe es im Kongo mehr als 160 Minen, die als „konfliktfrei“ gelten, ermittelte die US-Organisation. Auch EU-Bürger wollen keine „blutigen“ Produkte. Deshalb verhandeln EU-Kommission, -Parlament und -Rat derzeit über eine Sorgfaltsregelung. Wie verbindlich diese sein wird, ist bislang offen. „Die EU-Regeln dürfen nicht hinter die US-Standards zurückfallen, das wäre ein Armutszeugnis“, sagt Christian Wimberger von der Christlichen Initiative Romero. Selbst eine verpflichtende Regelung für Konfliktmineralien könne nur ein erster Schritt sein. Als nächstes müsse der verbindliche Schutz von Menschenrechten und Umwelt auf alle industriellen Bergbauprojekte wie die Förderung von Coltan, Kupfer und Kohle ausgeweitet werden.
ci-romero.de (Rohstoffkampagne)
stop-mad-mining.org

Außerdem Interessant

Mailand: Cash fürs Radeln
Seit Jahren leiden die Mailänder unter Staus und schlechter Luft. Nun ergreift die Verwaltung der norditalienischen Metropole eine ungewöhnliche Maßnahme: Sie will jedem Pendler, der künftig mit dem Rad zur Arbeit fährt, eine Pauschale von 25 Cent pro gefahrenem Kilometer zahlen. Für das Anreizprogramm stehen insgesamt 35 Millionen Euro bereit. Die Fahrten sollen per App dokumentiert werden.

London: Strom von der Themse
Im Mai hat die britische Hauptstadt den größten schwimmenden Solarpark der Welt in Betrieb genommen. Für 7,3 Millionen Euro wurden in der Themse 23.000 Paneele mit einer Kapazität von 6,3 Megawatt verankert. Der produzierte Strom soll die Wasseraufbereitungsanlagen in und um London versorgen. Der Vorteil der schwimmenden Sonnenkraftwerke: Sie sind leichter und billiger herzustellen als Anlagen an Land, werden durch das fließende Wasser konstant gekühlt und nehmen keinen Platz weg.

Frankreich: Palmöl – teurer durch Steuer
Um den Konsum zu drosseln und so die verheerenden Umweltschäden des Plantagenanbaus zu mindern, will die französische Regierung Palmöl besteuern: Ab 2017 sollen 30 Euro pro Tonne fällig werden, bis 2020 wird sich die Abgabe verdreifachen. In Deutschland ist bislang keine Palmölsteuer geplant. Der „Save Wildlife Conservation Fund“ drängt die Politik hierzulande schon länger zu diesem Schritt. Anders als in Frankreich dürfte sogenanntes „nachhaltiges Palmöl“ allerdings nicht ausgenommen werden, sagt eine Sprecherin der Stiftung, da es dafür noch immer keine verlässlichen Zertifizierungen gebe.
zeropalmoel.de

Geht doch!

Saubere Profite

Als erste deutsche Stadt investiert die westfälische Kommune nur noch in ethisch-ökologische Anlagen

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Dem Stadtkämmerer von Münster bereiten die RWE-Verluste keine schlaflosen Nächte: Als erste deutsche Stadt hat die westfälische Grünen-Hochburg zum Jahresbeginn alle Geldgeschäfte mit Klimasündern eingestellt. Rückstellungen für die Beamtenpensionen – das sind immerhin 460 Millionen Euro – dürfen nicht mehr in Fonds angelegt werden, die Aktien von Öl- und Kohleunternehmen beinhalten. Mehr noch: Auch Atomenergiekonzerne, Gentechnikfirmen und Rüstungsindustrie sind tabu. Drahtzieher dieser „Divestment“-Premiere waren die örtliche Fossil-Free-Gruppe und die Grünen. Seit Sommer 2013 machten die Klima-Aktivisten Druck auf der Straße, und die Partei überzeugte schließlich den Stadtrat. „Jeder, der nicht will, dass seine Stadt durch ihre Geldgeschäfte den Klimawandel befeuert, kann eine solche Kampagne starten“, sagt Tine Langenkamp von der Klimaschutzorganisation 350.org. „Dafür muss man kein Finanzexperte sein.“ Vom Ausstieg profitiere nicht nur das Klima, er rechne sich auch noch. „Ethisch-ökologische Geldanlagen können sogar mehr Renditen abwerfen als konventionelle“, sagt der grüne Fraktionsvorsitzende Otto Reiners, „deshalb erwarten wir einen Domino-Effekt.“
gofossilfree.wordpress.com
gofossilfree.org/de

Außerdem Interessant

Frankreich: La vie est belle
Eben noch hat Frankreich Schlagzeilen gemacht, weil Supermärkte keine Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen und in Restaurants „Doggy Bags“ eingeführt werden. Nun gibt das Nachbarland in anderen Bereichen Gas: In den nächsten fünf Jahren sollen tausend Kilometer Straßenbelag mit neuartigen Solarpaneelen ausgerüstet werden – bereits zwanzig Quadratmeter könnten den Strombedarf eines Single-Haushalts decken. Und schon in diesem Sommer werden in Paris tausend E-Roller stehen, die jeder mieten kann – sie sollen für bessere Luft sorgen.

Thailand: Autarke Solarschule
In der Sisaengtham-Schule im Nordosten Thailands lernen schon kleine Kinder, nachhaltig zu leben: Sie pflanzen nicht nur ihr eigenes Gemüse an, sondern installieren und reparieren auch Solarzellen. Ziel des als „Solar-Mönch“ bekannten Gründers Phra Khru Wimon Panyakhun ist es, dass sich die Schule in allen Bereichen selbst versorgt. Die Energieernte deckt bereits den Bedarf. Außerdem entwickelten die Kinder mobile Ladestationen, mit denen Bauern die Bewässerungspumpen für ihre Reisfelder mit der Kraft der Sonne statt mit Dieselgeneratoren betreiben können.

Kamerun: Häuser aus Plastikmüll
Roger Milla, die afrikanische Fußball-Legende aus Kamerun, betreibt in seinem Heimatland eine Recyclinganlage. Aus Plastikmüll werden dort Bausteine gepresst: „Wir wollen die Umweltverschmutzung verringern und Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen“, sagt Milla. Ein ähnliches Projekt verfolgt die dänische Ingenieurstudentin Lise Fuglsang Vestergard in Indien: Sie lässt zerkleinerten Plastikmüll im „Solargrill“ zu Ziegelsteinen einschmelzen. 

Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

 

Außerdem Interessant

Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

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Di, 2016-06-28 07:30
Francisco (dpa)

Milliardenvergleich in USA: VWs teure Quittung für den Dieselskandal

Wie schwer trifft das US-Abgas-Debakel Volkswagen wirklich ins Mark? Am Dienstag soll es einen konkreten Vorschlag für den Vergleich mit Kunden und Behörden in den Vereinigten Staaten geben. Es geht wohl in die Milliarden.

San Francisco (dpa) - Experten rechnen mit dem größten Vergleich in der Geschichte der Autoindustrie: Im Skandal um manipulierte Abgaswerte steht Volkswagen nach monatelangem Ringen vor einer verbindlichen Einigung mit US-Behörden und Klägeranwälten. Der Konzern würde nichts lieber tun, als die Affäre abzuhaken und sich endlich wieder aufs eigentliche Autogeschäft zu konzentrieren. Aber die Wolfsburger werden einen hohen Preis zahlen - und sich noch etwas gedulden müssen.

Was passiert am Dienstag in den USA?

In den Vereinigten Staaten steht der Konzern kurz vor einer Einigung mit Behörden und Anwälten über Strafen und Entschädigungen für amerikanische Kunden. Am Dienstag (28. Juni/21.00 Uhr MESZ) soll dem zuständigen US-Richter Charles Breyer ein Vergleichsvorschlag vorgelegt werden. Eine Grundsatzeinigung gibt es bereits, jetzt geht es um die Details. Und die entscheiden darüber, wie teuer es letztlich für den Konzern wird.

Warum ist der Termin so wichtig für Volkswagen?

Die USA sind das Land, in dem der Abgas-Skandal das größte finanzielle Risiko für VW birgt. Das Unternehmen hat dort eindeutig gegen Abgas-Vorschriften verstoßen und das auch eingeräumt, Behörden haben Milliardenstrafen angedroht, Kunden haben zahlreiche Sammelklagen eingereicht. Es steht viel auf dem Spiel. Andererseits wäre auch eine wichtige Baustelle für VW im Abgas-Skandal geschlossen, eine Einigung in den USA gelingt. Der Konzern könnte sich in dem für ihn schwierigen Markt endlich wieder auf sein eigentliches Problem konzentrieren: mehr Autos verkaufen.

Wie teuer wird es für den Konzern?

Darüber gibt es zahlreiche Spekulationen. Zuletzt gab es verschiedene Berichte, in denen die Kosten für Volkswagen auf mindestens als zehn Milliarden Dollar beziffert werden. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg könnten es sogar rund 15 Milliarden Dollar werden. Allerdings gibt es noch viele Ungewissheiten. Es ist zum Beispiel wahrscheinlich, dass VW einen Teil der manipulierten Autos in den USA zurückkaufen muss. Wie groß dieser Teil wird und ob das die Kosten noch einmal aufpumpt, war zunächst noch offen. Ohnehin wäre der US-Vergleich nur so etwas wie die erste große Rechnung im Diesel-Skandal. Weitere Strafen und Entschädigungen dürften folgen. VW äußert sich nicht zu den Spekulationen.

Was bedeutet eine Entscheidung in den USA für deutsche Kunden?

Wahrscheinlich nicht viel. Volkswagen hat wiederholt deutlich gemacht, dass eine Entschädigung wie in den USA in Europa und damit auch in Deutschland nicht infrage komme. Vorstandschef Matthias Müller selbst hat das Ende April ausgeschlossen. Verbraucherschützer kritisieren, dass Kunden in den USA mehr bekommen sollen. Einige Anwaltskanzleien haben sich zum Ziel gesetzt, auch für betroffene Autobesitzer in Europa Schadenersatz zu erstreiten. Die Erfolgsaussichten sind aber aufgrund der unterschiedlichen Rechtssysteme ungewiss.

Ist die Abgas-Affäre für VW nach einer US-Lösung ausgestanden?

Nein. Zum einen müssen sich nicht alle Kläger in den USA einem Vergleichsvorschlag anschließen und können individuell weiter klagen. Zum anderen muss VW auch außerhalb der USA viele Verfahren bewältigen. In Deutschland fordern ebenfalls Kunden Entschädigungen oder Rückkäufe. Gerichte haben hier in ersten Instanzen unterschiedlich geurteilt. Zudem fühlen sich zahlreiche VW-Aktionäre von dem Konzern zu spät über die Manipulationen informiert. Sie wollen sich Kursverluste erstatten lassen.
 

Di, 2016-06-28 07:50
Limassol/Plymouth (dpa)

Exotische Rotfeuerfische breiten sich im Mittelmeer aus

Der Klimawandel macht sich nicht nur auf dem Land bemerkbar. Forscher konnten zeigen, dass sich ein giftiger Exot im Mittelmeer ausbreitet.

Limassol/Plymouth (dpa) - Die exotischen und giftigen Rotfeuerfische fühlen sich wegen der steigenden Wassertemperaturen im Mittelmeer immer wohler. Die Art Pterois miles habe innerhalb eines Jahres fast die gesamte Südostküste von Zypern besiedelt, schreiben Forscher der Mittelmeerinsel und der britischen Universität Plymouth im Fachmagazin «Marine Biodiversity Records».

Zuvor hat es den Angaben zufolge nur wenige Sichtungen im Mittelmeer gegeben. Die Wissenschaftler stützen sich unter anderem auf Angaben von Tauchern und Fischern. Die gefräßigen Rotfeuerfische, die normalerweise im Roten Meer und im Indischen Ozean vorkommen, können sich sehr schnell vermehren und dann die Artenvielfalt gefährden.

Die bis zu etwa 35 Zentimeter großen Rotfeuerfische ernähren sich von Fisch und Krustentieren. Sie sind nachtaktiv und verstecken sich tagsüber. Die Strahlen der Rückenflosse enthalten ein Gift, das auch Menschen gefährlich werden kann.

Besonders mit Blick auf den erst kürzlich erweiterten Suez-Kanal, der das Rote Meer mit dem Mittelmeer verbindet, sollten Maßnahmen ergriffen werden. Eine weitere Invasion der Tiere müsse vermieden werden, sagte Meeresbiologe Jason Hall Spencer in einer Mitteilung der Universität Plymouth.

Di, 2016-06-28 07:42
Singapur (dpa)

Ölpreise legen moderat zu

Singapur (dpa) - Die Ölpreise haben sich am Dienstag etwas von ihren starken Verlusten an den beiden vorherigen Handelstagen erholt. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August 47,88 US-Dollar. Das waren 72 Cent mehr als am Montag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 75 Cent auf 47,08 Dollar.

Etwas Entlastung erhielten die Ölpreise von der Währungsseite. Der amerikanische Dollar, die Handelswährung am Rohölmarkt, tendierte etwas weniger stark als an den Vortagen. Dies sorgte dafür, dass Erdöl für Anleger außerhalb des Dollarraums etwas günstiger wurde, was die Nachfrage belebte. Nach dem Brexit-Votum waren die Ölpreise am Freitag und Montag um insgesamt rund neun Prozent gefallen.

À la Saison

Himmlische Himbeere

(Rubus idaeus)

Was haben glühende RAF-Terroristinnen und eiskalte Banker gemeinsam? Sie machen zu oft Ferien im Himbeerreich. Da wollen Sie auch hin? Ein Wegweiser.

 

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Schokolade, Zigaretten, Marshmallows – für diese Schätze aus dem „Himbeerreich“ bedankt sich Gudrun Ensslin 1968 per Gefängnispost bei ihrem Verlobten und bestellt noch eine luxuriöse Feuchtigkeitscreme hinterher. Die üppige BRD-Warenwelt versüßt der Pfarrerstochter, die kurz darauf die RAF mitgründen wird, ihr Zellenleben. Das Dialektische daran ist Ensslins Haftgrund: Brandanschläge auf zwei Kaufhäuser. „Wer Himbeerreiche anzündet, kann nicht erwarten, deren Früchte zu ernten“, sinniert 2013 der Chauffeur Hans Helmut Hinz. Er meint aber keine konsumaffinen Linksterroristinnen, sondern bonusgetriebene Bankvorstände, deren Limousinen er durch die Finanzkrise kutschiert. Hinz ist eine Figur aus dem Theaterstück „Das Himbeerreich“. Dessen Autor Andres Veiel will uns ausdrücklich nicht sagen, dass Banker Terroristen sind. Aber eines wissen sie wohl so gut wie Bombenleger (und wir alle): Wo Himbeeren wachsen, wartet das Paradies.

Rubingleich funkeln die fragilen Früchte am stacheligen Strauch. Sie duften betörend, netzen die Fingerspitzen purpurn wie Theaterblut und zergehen sonnenwarm auf der Zunge – seit Jahrtausenden. Samenfunde in Steinzeitsiedlungen belegen, dass es sich um eine der ältesten Naschereien der Welt handelt. Die Himbeere ist echt „paläo“. Kultiviert wurde sie schon im alten Rom, wo sie als Heilpflanze auch gegen Schlangenbisse und Skorpionstiche helfen sollte. Der Erfolg ist fraglich. Gesund ist die Himbeere aber durchaus. Sie enthält enorme Mengen Vitamin C, viel Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen. Das stärkt den Kreislauf, das Immunsystem und wirkt entgiftend sowie entzündungshemmend.

Die Römer nannten die Beere, die eigentlich eine Sammelsteinfrucht ist, Rubus idaeus – nach der Nymphe Ida. Einst soll die Tochter des kretischen Königs ein weinendes Kind in den Bergen gefunden haben, den jungen Göttervater Jupiter. Als sie ihm eine Himbeere pflückte, stach sie sich an den Dornen. Blut tropfte auf die ehedem weißen Früchte und färbte sie rot. Toll, diese antiken Sagen. Diese aber hat der französische Arzt Henri Leclerc 1925 für sein Buch „Les fruits de France“ dreist erfunden. Es ist auch eher öde, dass wohl der türkische Berg Ida Namenspate des Obstes war. Und „Himbeere“ kommt vom althochdeutschen Wort hintperi – Beere der Hirschkuh, vielleicht weil sie sich in lichten Wäldern so wohlfühlt.

In der Küche ist diese Frucht ein Naturtalent: Sie ist vollkommen, so wie sie ist. Ein paar gute Begleiter gibt es aber doch. Alles Cremige unterstreicht ihren Wohlgeschmack, Ziegenkäse steht im würzigen Kontrast dazu. Mit Pfirsich (Melba!), Mandel und Rosenwasser verträgt sie sich schwesterlich. Immerhin stammen sie alle aus der Großfamilie der Rosengewächse. Haselnüsse stehen ihr – traditionell in Linzertorte – ebenfalls gut. Auch dunkle Schokolade, Minze und – ja – Zucker, etwa in Marmelade, kann sie aushalten. Die Kerne mögen stören, sorgen aber auch für feine Holznoten. Nicht zuletzt harmoniert das berauschende Aroma reifer Himbeeren ausgezeichnet mit Alkohol, in Sekt etwa oder köstlichem Himbeergeist.

Es gibt auch schwarze, weiße, rosa und gelbe Sorten. Sobald Himbeeren zu sehr glänzen, ist aber Vorsicht geboten. Etwa in Hollywood. Seit 1981 verleihen Cineasten am Vorabend der Oscars den Antipreis „Goldene Himbeere“. Der Name der Plastiktrophäe spielt auf die Redewendung to blow a raspberry an: laut losprusten. Die so geehrten Schauspieler erscheinen selten persönlich. Im Jahr 2005 stellte sich Halle Berry aka Catwoman der Schmach und sprach die wahren Worte: „Wer kein guter Verlierer ist, kann kein guter Gewinner sein.“ So golden munden Niederlagen nur mit Himbeere. Liebe Banker, es ist nie zu spät, die eigene Leistung infrage zu stellen. Möge der Sommer himbeerreich sein.

Frisch vom Feld gibt's Himbeeren ab Juni.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Sagenhafter Spinat

(Spinacia oleracea)

Damit du groß und stark wirst? Von wegen! Spinat enthält gar nicht besonders viel Eisen. Weiß leider jedes Kind. Doch woher nimmt Popeye dann seine stahlharten Fäuste? Es ist... Ein Küchenkrimi.

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„Ich hab’ es geschafft. Der Spinat gab mir Kraft!“, singt ein Zeichentrickmann mit ballongroßen Unterarmen zu Militärmusik. „Ich bin Popeye der Seeheemann!“ Wir schreiben den 13. März 1942, und der Spinatmatrose hat irgendwo im Pazifik eine japanische Flotte zerlegt – im Alleingang, versteht sich. Alles, was er dafür braucht, ist eine Dose Spinat auf ex. Schon kommen die Superkräfte. Es ist die Zeit, in der selbst Comic-Helden im Dienst der US-Kriegspropaganda stehen. Die Botschaft „Der Spinat gab mir Kraft“ (im englischen Original: Strong to the finish, ’cos he eats his spinach) geht nicht nur an die Soldaten da draußen, sondern mindestens ebenso an deren Kinder daheim.

„Iss deinen Spinat!“ Wie viele Generationen hat dieser Befehl wohl gequält. Wie viel Leid war in der Welt, seit ein obskurer Chemiker im 19. Jahrhundert ein Komma falsch gesetzt und den Eisengehalt auf das Zehnfache potenziert hatte? Das Fuchsschwanzgewächs enthält gar nicht mehr von dem Spurenelement als andere Gemüse, enthüllte der Krebsexperte Terence Hamblin 1981 im British Medical Journal und folgerte spitz: „Als Eisenquelle hätte Popeye besser die Dosen verzehren sollen.“ Gute Pointe? Hier ist eine bessere: Den Rechenfehler hat es nie gegeben. Der Volksglaube, mit dem Hamblin ausgerechnet unter der Überschrift Fake! (Schwindel) aufräumte, ist selbst eine Sage. Ein „Supermythos“, wie Mike Sutton sagt. Der Kriminologe machte sich 2010 auf Spurensuche und fand: keine Quelle, nirgends. Als er Hamblin damit konfrontierte, mailte der zurück, er könne sich nicht recht erinnern. Er sei sich aber sicher, die Geschichte nicht erfunden zu haben.

Verbürgt sind Popeyes Verdienste um den Spinatabsatz in den USA. Dort hat der Matrose seine eigene Marke. Mehrere Gemeinden widmeten ihm Denkmäler. Crystal, Texas, und Alma, Alabama, konkurrieren sogar um den selbst erdachten Titel „Welthauptstadt des Spinats“. Er ist ein globales Gemüse. Im Fernen Osten zum ersten Mal kultiviert, verdankt er seinen Namen dem persischen aspanakh oder einem arabischen Poeten, der ihn als isfanatsch, Prinz aller Gemüse, pries. Im frühen Mittelalter erreichte er Spanien und verdrängte ein paar Jahrhunderte später auch seine Verwandte, die Gartenmelde, aus der deutschen Küche.

Frühjahrsspinat taugt zu mehr als grüner Pampe in Rahm. Zitrusfrüchte, auch Zitronengras stehen in frischem Kontrast zu den erdigeren Noten seiner Blätter. Als Salat oder gedünstet verträgt er sich mit gerösteten Pinienkernen, gebratenem Speck, salzigen Anchovis und beliebigen Mengen Knoblauch. Auch Joghurt schmeichelt ihm, wie die indische Küche beweist. Und Eiergerichte wie Soufflé ergänzt Spinat aufs Feinste. Aber natürlich: An kalten Apriltagen hat auch der durchpürierte Klassiker mit Muskat und „Blubb“ seine tröstende Berechtigung. Nur ein halber Mythos ist, dass man Spinat nicht wieder aufwärmen darf. Er enthält zwar Nitrat, das Bakterien in krebserregendes Nitrit umwandeln. Stellt man Reste aber rasch in den Kühlschrank, kann man die Entstehung giftiger Substanzen verzögern. Spinat à la Saison, frisch vom Feld und in Bioqualität, enthält übrigens am wenigsten Nitrat.

Und Superkräfte setzt der zarte Grüne wirklich frei. Forscher haben Eiweiße aus seinen Blättern isoliert und tüfteln damit an „Spinatzellen“ für künstliche Fotosynthese, die einst mehr leisten sollen als Solarzellen. Popeyes spinach power speist sich allerdings aus einer anderen Quelle: Im Juli 1932 isst der Matrose zum ersten Mal Spinat – frisch vom Beet. Seine Freundin Olivia ruft: „Lieber Himmel, bist du ein Pferd?“ Popeye spricht mit Pfeife im Mund: „Spinat ist voller Vitamin A. Das macht Menschen stark und gesund.“ Wie wahr. Und hoffentlich gilt das auch für Kettenraucher.

Frisch vom Feld gibt's Spinat ab März.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Di, 2016-06-28 07:10
Limassol/Plymouth (dpa)

Exotische Rotfeuerfische breiten sich im Mittelmeer aus

Limassol/Plymouth (dpa) - Die exotischen und giftigen Rotfeuerfische fühlen sich wegen der steigenden Wassertemperaturen im Mittelmeer immer wohler. Die Art Pterois miles habe innerhalb eines Jahres fast die gesamte Südostküste von Zypern besiedelt, schreiben Forscher der Mittelmeerinsel und der britischen Universität Plymouth im Fachmagazin «Marine Biodiversity Records». Zuvor habe es nur wenige Sichtungen im Mittelmeer gegeben. Die Wissenschaftler stützen sich unter anderem auf Angaben von Tauchern und Fischern. Feuerfische ernähren sich von Fisch und Krustentieren. Sie können sich sehr schnell vermehren und dann die Artenvielfalt gefährden.

Di, 2016-06-28 06:15
Bator/Berlin (dpa)

Rohstoffmacht in Wartestellung: Deutsche Ernüchterung in der Mongolei

Eingebettet zwischen den Rohstoff-Giganten Russland und China galt die Mongolei lange selbst als Eldorado für Bodenschätze - auch bei deutschen Investoren. Nun scheint die Luft raus zu sein. Kann dem armen Land ein Comeback bei Hightech-Metallen gelingen?

Ulan Bator/Berlin (dpa) - Deutschland und die Mongolei - das sollte in Zeiten steigender Rohstoff-Abhängigkeit der Bundesrepublik einmal eine starke wirtschaftliche Partnerschaft werden. Doch die Hoffnungen sind verflogen, auch als Lieferant wichtiger Hightech-Metalle ist das Land im Fernen Osten nicht mehr so interessant wie noch vor einigen Jahren. Ein Grund neben der Entspannung an der Preisfront bei den Seltenen Erden: die teils hausgemachte mongolische Wirtschaftskrise.

Eine achtköpfige Familie, deren Mitglieder einst als Nomaden lebten, erzählt in der Provinzstadt Bayankhongor vom Niedergang. «Wir wussten nicht, wovon wir Leben sollten», sagt die 54 Jahre alte Mutter Ariunaa Zinameder. Also grub die Familie in kleinen illegalen Minen nach Gold - ohne Erfolg. Nun muss sie jeden Monat mit Essensmarken im Wert von 32 Euro auskommen.

In dem zentralasiatischen Staat leiden immer mehr Menschen an Armut. Positive Auswirkungen durch den Bodenschatzreichtum ihrer Heimat bekommen sie angesichts fallender Rohstoffpreise, stockender Bergbauprojekte und innenpolitischer Streitigkeiten nicht zu spüren.

Dabei ist es nur wenige Jahre her, dass die Mongolei die weltweit am schnellsten wachsende Wirtschaft war. Angekurbelt von ausländischen Direktinvestitionen erreichte der Boom 2011 mit Anlagen im Gesamtwert von umgerechnet rund 4,5 Milliarden Euro seine Spitze. Vergangenes Jahr sanken die Investitionen wieder gen null.

Deutschland war zur Jahrtausendwende der wichtigste westeuropäische Handelspartner der Mongolei. Vor allem die Vorkommen an Seltenen Erden - die Metalle stecken etwa in Elektromotoren, Smartphones oder LED-Lampen - hatten die Mongolei auch für deutsche Investoren interessant gemacht. Es hakt aber heute.

«Wir sind wieder auf Preise wie vor dem Hype vor 2011 zurückgefallen - Gerüchte über ein weiteres Anziehen haben sich nicht bestätigt», sagt Wirtschaftsgeologe Harald Elsner von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) der Deutschen Presse-Agentur.

Drei große Vorkommen gibt es nach BGR-Angaben in dem zentralasiatischen Land. «Im weltweiten Vergleich gelten diese Vorkommen aber nicht als besonders bedeutend», erklärt Elsner. Deswegen habe das Geschäft zwischen Deutschland und der Mongolei wieder abgenommen. «Doch die mongolische Seite hofft, dass Deutschland als wichtiger Markt für Seltene Erden reaktiviert wird», fügt er hinzu.

Mittlerweile hätten nur noch wenige deutsche Firmen Vertretungen in der Mongolei, erzählt der Direktor des Deutsch-Mongolischen Unternehmensverbands Marcel Venhofen in Ulan Bator. «Der Markt hier ist zu klein und viele Unternehmen ziehen es vor, für die Geschäfte ein- und auszufliegen», sagt er der dpa.

Bis die Förderung von Seltenen Erden in der Mongolei verbessert wird, ist es noch ein langer Weg. Bis zu fünf Jahre könne es dauern, sagt Stefan Hanselmann von der Integrierten Rohstoffinitiative.

Dabei waren Experten zufolge große Hoffnungen in die Bergbauindustrie gesetzt worden. «Deutschland ist unter den wenigen Ländern, die über die fortgeschrittene Technologie verfügen, Kohle in Gas umzuwandeln und Deutschland war sehr daran interessiert, diese Technologie an die Mongolei zu verkaufen», sagt Robert Schölhammer, bis Ende Juni Landesdirektor der Asiatischen Entwicklungsbank. «Doch der Bergbau in der Mongolei steckt in einer Krise.»

Die mongolische Regierung hatte in den vergangenen Jahren verstärkt auf den Ausbau der Kohleförderung gesetzt. Eine Fehlentscheidung, wie sich herausstellt. Als Folge des Klimawandels und einer gesunkenen Nachfrage aus China ist der Bedarf an Kohle gesunken. Damit hätte die Mongolei nach Expertenmeinung rechnen müssen. Stattdessen hätten politische Streitigkeiten ausländische Investoren abgeschreckt und die Situation sogar verschlimmert, sagt Mongolei-Experte Julian Dierkes von der Universität British Columbia in Kanada.

Der mongolische Regierungschef Chimed Saikhanbileg hatte der von Inflation, Arbeitslosigkeit und Armut gebeutelten Bevölkerung versprochen, die Wirtschaft durch ausländische Investitionen im Bergbau wieder in Schwung zu bringen. Nun droht seiner Demokratischen Partei bei den Parlamentswahlen am 29. Juni wegen ausbleibender Erfolge eine Niederlage.
 

Di, 2016-06-28 07:00
Sehlde (dpa)

Seit 54 Jahren allein im Wald Von Christina Sticht, dpa

Das Leben in einer abgelegenen Hütte hat seinen Blick in mehr als fünf Jahrzehnten auf die Dinge verändert: Günther Hamker versteht den heutigen Konsumterror und die Ausbeutung der Natur nicht. Der Rentner wohnt inmitten von Dingen, die andere nicht mehr gebrauchen konnten.

Sehlde (dpa) - Wenn Günther Hamker beim Kochen merkt, dass ihm ein Ei fehlt, kann er nicht schnell in den nächsten Supermarkt laufen. Der 75-Jährige lebt seit mehr als 50 Jahren in einer Waldhütte an den Bodensteiner Klippen im Harz. Sein Wasser stammt aus einem selbst angelegten Brunnen, Strom erzeugt er mit Windkraft und Solarenergie, für seine Öfen hackt er selber Holz. Telefonieren klappt, wenn nicht gerade ein Baum auf die Freileitung gefallen ist. Auch der Handyempfang ist schwach. 15 Minuten fährt er über holprige Forstwege ins nächste Dorf, bei Eis und Schnee ist das gar nicht möglich.

Als Einsiedler sieht sich Hamker aber nicht. «Ich habe viele Freunde und Bekannte, auch wenn nur ein bis zwei Mal pro Woche jemand zu mir hoch kommt», erzählt er an einem schönen Sommertag bei einer Tasse Tee aus selbstangebauter Minze. Die Bezeichnung Aussteiger mag der weißhaarige Mann mit dem wettergegerbten Gesicht ebenso wenig.

«Als ich 1962 hierherzog, wusste man noch gar nicht, was das ist.» Bis 2003 bewirtschaftete Hamker seinen 80 Hektar großen Wald, den er wie die Holzhütte als 13-Jähriger von seinem Großvater geerbt hatte. Inzwischen hat der Waldbauer seinen Forst verkauft, besitzt aber noch ein Wohnrecht auf Lebenszeit.

In seiner urigen Hütte scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Der Herd wird mit Holz befeuert, das schwarze Telefon hat noch eine Wählscheibe. Vieles stammt aus Haushaltsauflösungen und vom Trödelmarkt. An den Wänden hängen historische Karten und Familienfotos vom Anfang des 20. Jahrhunderts.

«Ich habe ein Leben lang von Abgelegtem gelebt», sagt Hamker. Freunde schenkten ihm ihren ausrangierten Fernseher oder ihr altes Laptop. Ein Smartphone wurde ihm auch schon angeboten, aber das will Hamker nicht.

Der Waldbewohner geht sparsam mit Ressourcen um und lebt den Minimalismus, den manche als Mode-Bewegung entdecken. «Es gibt den Trend zu Öko-Produkten und zur Selbstversorgung, auch in der Stadt etwa mit einem Gemeinschaftsgarten», sagt Niko Paech. Der Oldenburger Nachhaltigkeitsforscher hält dies aber in vielen Fällen für rein symbolische Handlungen. «Der Konsum von fairem Kaffee und Bionade kann eben nicht den CO2-Ausstoß einer Flugreise nach New York kompensieren.»

Die Entschleunigung, von der so viele träumen, hat Hamker längst erreicht. Am Vormittag geht er mit seinem Pflegehund Remo in den umliegenden Höhenzügen spazieren. Um Fitnesstraining muss er sich wegen der regelmäßigen körperlichen Arbeit nicht kümmern. Zur Entspannung hört er klassische Musik - «Am liebsten Chopins Klavierkonzerte» - und liest.

Einsam fühlt sich der Aussteiger nicht. «Während meines Studiums in Göttingen in einem Mehrfamilienhaus war ich isolierter», erzählt er. Wochenlanges Schmuddelwetter schlage ihm allerdings aufs Gemüt.

Doch an diesem Tag scheint die Sonne, und der Wald wirkt idyllisch, nicht bedrohlich. Hamker sitzt vor dem Eingang seiner Hütte unter der mehr als 30 Meter hohen Kastanie, die er selbst als Kind gepflanzt hat. Die Vögel zwitschern. Ein kleiner Siebenschläfer taucht plötzlich auf und schnappt sich eine Aprikose vom Obstteller. Schon nach einer halben Stunde wirkt die Umgebung auf Besucher entspannend.

Erst am Abend setzt sich Günther Hamker wieder in sein altes Auto, um den Berner Sennenhund Remo seinem Besitzer Hansjörg Spörri zurückzubringen. Der Gartenbauunternehmer aus Bockenem kennt den Einsiedler seit fast 35 Jahren. «Er ist ein besonderer Mensch und braucht diese Abgeschiedenheit», sagt Spörri. «Es ist nicht vorstellbar, ihn in eine Stadtwohnung zu verpflanzen.»

Di, 2016-06-28 06:32
Frankfurt/Main (dpa)

Kreise: US-Diesel-Vergleich wird für VW wesentlich teurer

Frankfurt/Main (dpa) - Die Aufarbeitung des Diesel-Skandals in den USA könnte für Volkswagen laut Kreisen deutlich teurer werden als bisher erwartet. Die Gesamtsumme eines anstehenden Vergleichs mit privaten Klägern und Behörden belaufe sich mittlerweile auf mehr als 15 Milliarden US-Dollar und damit 5 Milliarden Dollar mehr als zuletzt erwartet, schrieb die Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg am späten Montagabend unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Weder VW noch die zuständigen Behörden wollten sich gegenüber Bloomberg dazu äußern.

VW hatte im April eine Grundsatzeinigung mit Klägern in den USA erzielt. An diesem Dienstag müssen der Konzern und die Gegenseite dem zuständigen US-Richter Charles Breyer nun einen Vergleichsvorschlag vorlegen. Laut Bloomberg sollen alleine an Entschädigungen für Käufer mehr als 10 Milliarden Dollar fließen - bis zu 10 000 Dollar pro Autobesitzer. Hinzu kämen 2,7 Milliarden Dollar an Strafen der US-Umweltbehörden EPA und CARB sowie weitere 2 Milliarden Dollar, die VW in Technologien zur Abgasreduzierung stecken müsse. Ein weiterer Vergleich mit mehreren US-Bundesstaaten koste zusätzliche 400 Millionen Dollar.

Volkswagen hatte im September 2015 nach Vorwürfen des US-Umweltamtes EPA zugegeben, in großem Stil bei Abgastests getrickst zu haben. Insgesamt hat VW gut 16 Milliarden Euro (aktuell 17,6 Milliarden US-Dollar) für die Folgekosten der Abgas-Manipulationen zurückgelegt - dabei geht es aber nicht nur um die Probleme in den USA, weltweit sind elf Millionen Wagen betroffen.

Di, 2016-06-28 06:59
Sehlde (dpa)

Waldbewohner seit 54 Jahren sieht sich nicht als Aussteiger

Sehlde (dpa) - Günther Hamker (75) lebt seit mehr als 50 Jahren in einer Waldhütte im Harz, die er als Jugendlicher von seinem Großvater geerbt hat. Als Aussteiger sieht er sich aber nicht. «Als ich 1962 hierherzog, wusste man noch gar nicht, was das ist», sagt der Einsiedler aus Sehlde. Das langjährige Leben in der Natur hat seine Sicht auf die Dinge verändert. «Die intensive Land- und Fortwirtschaft ist für mich schwer erträglich», sagt der Waldbauer in Rente. Er ist in vielen Bereichen Selbstversorger. Sein Wasser stammt aus einem selbstangelegten Brunnen, Strom erzeugt er mit Windkraft und Solarenergie. Für seine Öfen hackt er im Sommer Holz.

Di, 2016-06-28 05:30
Braunsbach (dpa)

Braunsbacher hoffen nach der Flut auf raschen Wiederaufbau

Einen Monat nach der verheerenden Flut ist Braunsbach immer noch im Katastrophenmodus. Betroffene Straßenzüge gleichen einer Geisterstadt, viele Häuser sind unbewohnbar. Für die Braunsbacher muss es weitergehen. Sie haben klare Ziele vor Augen.

Braunsbach (dpa) - Staub liegt über der Dorfstraße von Braunsbach, aufgewirbelt von Lastwagen. Sie bringen Teer, um die größten Löcher in den Straßen zu stopfen. Ein Mann kratzt mit einer Schaufel getrockneten Schlamm von seinem Hof. Sein Nachbar mauert ein Loch in der Hauswand zu. Ansonsten liegt die Straße, die vor vier Wochen unter Geröll begraben worden ist, verlassen in der Morgensonne. So gut wie alle Häuser sind hier unbewohnbar geworden. «Betreten verboten» steht manchmal mit roter Sprühfarbe neben dem Eingang. «Das ist eine Geisterstadt im Augenblick», sagt ein erschöpfter Bürgermeister Frank Harsch über diesen Teil von Braunsbach.

Vor einem Monat (Nacht 29./30.5.) ist der 900-Einwohner Ort in Baden-Württemberg von einer Flutwelle getroffen worden, die neben Unmengen an Wasser auch Felsbrocken, Geröll, Baumstämme in den Ort geschwemmt und ganze Hauswände eingedrückt hat. Seither haben die Braunsbacher in einem Kraftakt nach Angaben des Bürgermeisters mindestens 50 000 Tonnen Schutt aus dem Ort transportiert, acht Häuser abgerissen, die Abwassersysteme, die Wasser- und Stromversorgung wiederhergestellt.

Anpacken, aufräumen, alles so schnell wie möglich wieder herrichten - das ist der Plan vieler Betroffener. Aber die Schäden, die erst im Laufe des Monats sichtbar geworden sind, und die Summen, die der ganze Wiederaufbau kosten wird, drücken bisweilen aufs Gemüt.

Beim Braunsbacher Löwen-Wirt Thomas Hopf schwankt die Stimmung. Er hatte den Gasthof vor drei Jahren mit seiner Partnerin Heike Philipp von deren Eltern übernommen und sich eine eigene Existenz aufgebaut. «Jetzt fängst wieder von vorne an. Das kommt einem jetzt», sagt er. Von den alten Möbeln und der Gemütlichkeit ist nichts mehr übrig, Hopf steht auf dem blanken Betonboden. Aufgeben? «Da denk ich keine Minute dran», sagt er. Der Betrieb sei gut versichert gewesen. Im nächsten Frühling will er wieder Gäste bewirten können. Hopf ist überzeugt: «Wir kriegen das hin.»

Einen genauen Zeitplan hat auch der Braunsbacher Hugo Lechner (69), der seinen Hof reinigt, im Kopf. «Den Christbaum möcht ich wieder hier aufstellen», sagt er und deutet auf sein Haus, das bei der Flut bis zum ersten Stock von Geröll verschüttet worden war. Lechner lebt mit seiner Familie vorübergehend in einem zuletzt leerstehenden Haus, das ihnen Bekannte vermittelt haben. Die meisten Betroffenen haben nach Angaben der Gemeinde über private Kontakte vorübergehend eine Bleibe gefunden.

Bei heftigem Regen wie am vergangenen Wochenende ist den Braunsbachern mulmig zumute. Die Gemeinde hat mit einigen Sofortmaßnahmen versucht, die Hochwassergefahr zu entschärfen. Wo das Oberflächenwasser den Hang herunter in Richtung Dorf fließt, wurden nach Angaben des Bürgermeisters einige Plateaus planiert, damit dort mitgeschwemmtes Material liegen bleibt. Gastwirt Hopf hat wie viele im Ort eine große Hoffnung: Dass ein Hochwasser mit diesem Ausmaß zu seinen Lebzeiten nicht mehr über Braunsbach kommt.
 

Di, 2016-06-28 05:15
Francisco (dpa)

Milliardenvergleich in USA: VWs teure Quittung für den Dieselskandal

Wie schwer trifft das US-Abgas-Debakel Volkswagen wirklich ins Mark? Am Dienstag soll es einen konkreten Vorschlag für den Vergleich mit Kunden und Behörden in den Vereinigten Staaten geben. Es geht wohl in die Milliarden.

San Francisco (dpa) - Experten rechnen mit dem größten Vergleich in der Geschichte der Autoindustrie: Im Skandal um manipulierte Abgaswerte steht Volkswagen nach monatelangem Ringen vor einer verbindlichen Einigung mit US-Behörden und Klägeranwälten. Der Konzern würde nichts lieber tun, als die Affäre abzuhaken und sich endlich wieder aufs eigentliche Autogeschäft zu konzentrieren. Aber die Wolfsburger werden einen hohen Preis zahlen - und sich noch etwas gedulden müssen.

Was passiert am Dienstag in den USA?

In den Vereinigten Staaten steht der Konzern kurz vor einer Einigung mit Behörden und Anwälten über Strafen und Entschädigungen für amerikanische Kunden. Am Dienstag (28. Juni/21.00 Uhr MESZ) soll dem zuständigen US-Richter Charles Breyer ein Vergleichsvorschlag vorgelegt werden. Eine Grundsatzeinigung gibt es bereits, jetzt geht es um die Details. Und die entscheiden darüber, wie teuer es letztlich für den Konzern wird.

Warum ist der Termin so wichtig für Volkswagen?

Die USA sind das Land, in dem der Abgas-Skandal das größte finanzielle Risiko für VW birgt. Das Unternehmen hat dort eindeutig gegen Abgas-Vorschriften verstoßen und das auch eingeräumt, Behörden haben Milliardenstrafen angedroht, Kunden haben zahlreiche Sammelklagen eingereicht. Es steht viel auf dem Spiel. Andererseits wäre auch eine wichtige Baustelle für VW im Abgas-Skandal geschlossen, eine Einigung in den USA gelingt. Der Konzern könnte sich in dem für ihn schwierigen Markt endlich wieder auf sein eigentliches Problem konzentrieren: mehr Autos verkaufen.

Wie teuer wird es für den Konzern?

Darüber gibt es zahlreiche Spekulationen. Zuletzt gab es verschiedene Berichte, in denen die Kosten für Volkswagen auf mehr als zehn Milliarden Euro beziffert werden. Allerdings gibt es noch viele Ungewissheiten. Es ist zum Beispiel wahrscheinlich, dass VW einen Teil der manipulierten Autos in den USA zurückkaufen muss. Wie groß dieser Teil wird und ob das die Kosten noch einmal aufpumpt, war zunächst noch offen. Ohnehin wäre der US-Vergleich nur so etwas wie die erste große Rechnung im Diesel-Skandal. Weitere Strafen und Entschädigungen dürften folgen. VW äußert sich nicht zu den Spekulationen.

Was bedeutet eine Entscheidung in den USA für deutsche Kunden?

Wahrscheinlich nicht viel. Volkswagen hat wiederholt deutlich gemacht, dass eine Entschädigung wie in den USA in Europa und damit auch in Deutschland nicht infrage komme. Vorstandschef Matthias Müller selbst hat das Ende April ausgeschlossen. Verbraucherschützer kritisieren, dass Kunden in den USA mehr bekommen sollen. Einige Anwaltskanzleien haben sich zum Ziel gesetzt, auch für betroffene Autobesitzer in Europa Schadenersatz zu erstreiten. Die Erfolgsaussichten sind aber aufgrund der unterschiedlichen Rechtssysteme ungewiss.

Ist die Abgas-Affäre für VW nach einer US-Lösung ausgestanden?

Nein. Zum einen müssen sich nicht alle Kläger in den USA einem Vergleichsvorschlag anschließen und können individuell weiter klagen. Zum anderen muss VW auch außerhalb der USA viele Verfahren bewältigen. In Deutschland fordern ebenfalls Kunden Entschädigungen oder Rückkäufe. Gerichte haben hier in ersten Instanzen unterschiedlich geurteilt. Zudem fühlen sich zahlreiche VW-Aktionäre von dem Konzern zu spät über die Manipulationen informiert. Sie wollen sich Kursverluste erstatten lassen.
 

Di, 2016-06-28 05:37
Ludwigshafen (dpa)

Träger fordern Gleichbehandlung von BFD und FSJ

Ludwigshafen (dpa) - Bundesfreiwilligendienst (BFD) oder Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ)? Fünf Jahr nach dem Start des BFD fordern große Träger eine Gleichbehandlung der beiden Freiwilligendienste. Es sei bedauerlich, dass mit dem BFD ein Parallelsystem zum seit 50 Jahren etablierten FSJ geschaffen wurde, sagte Wolfgang Stadler, Bundesvorsitzender der Arbeiterwohlfahrt (AWO), der Deutschen Presse-Agentur. Auch für das Deutsche Rote Kreuz (DRK) wäre nach eigenen Angaben eine Aufstockung des FSJ sinnvoller gewesen. Die beiden Formate seien «fast identisch».

Nach der Abschaffung der Wehrpflicht und dem Aus für deren Ersatz - des Zivildienstes - rief das Bundesfamilienministerium 2011 den BFD ins Leben. Vom FSJ unterscheidet sich das neue Format vor allem durch die bundespolitische Steuerung. Das FSJ ist hingegen Ländersache.

Di, 2016-06-28 05:50
Berlin (dpa)

Strom bleibt auch in der zweiten Jahreshälfte teuer

Berlin (dpa) - Trotz niedriger Beschaffungspreise an den Energiebörsen bleibt Strom in Deutschlands teuer. Die Haushaltskunden müssten weiter um die 30 Cent für die Kilowattstunde zahlen - das sei einer der höchsten Preise in ganz Europa, erklärte Jan Lengerke vom Vergleichsportal Verivox. Entlastung für private Verbraucher sei nicht in Sicht.

Unter anderem bringe der Ausbau der Stromnetze neue Kostensteigerungen. Laut Bundesnetzagentur fielen auch hohe Summen von zuletzt einer Milliarde Euro für Unterbrechungen und Abschaltungen von Wind- und Solarparks an, wenn die Stromnetze überlastet sind.

Im ersten Halbjahr stieg der Strompreis laut Verivox im Schnitt um knapp ein Prozent auf gut 1100 Euro für eine vierköpfige Familie. Etwa ein Drittel der Haushaltskunden sind noch in alten Grundversorgungstarifen.

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STUPID.T ist die erste und einzige Maschine, die auf Knopfdruck Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der menschlichen Zivilisation erzeugt. Man stecke eine überteuerte Einwegkapsel mit etwas 08/15-Tee ins Gerät, betätige die Taste – und schon gibt’s jede Menge bunten Alu- und Plastikabfall.

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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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