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So, 2016-07-31 01:10
Berlin (dpa)

Schweriner Innenminister für Kontrollen in Flüchtlingsheimen

Berlin (dpa) - Angesichts der Terroranschläge in Bayern mit vielen Verletzten verlangt Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier schärfere Kontrollen von Flüchtlingen. «Ich denke an regelmäßige Sicherheitsüberprüfungen in Flüchtlingsunterkünften», sagte der CDU-Politiker dem «Tagesspiegel». Er sprach sich zudem für eine Sensibilisierung des Betreuungs- und Sicherheitspersonals aus, «wenn es Hinweise auf psychische Erkrankungen bei Flüchtlingen gibt, damit dann Gefahren geklärt werden können». Einer Radikalisierung könne nur entgegengewirkt werden, «wenn wir frühzeitig Anzeichen dafür erkennen».

Zugleich warb Caffier für einen Einsatz der Bundeswehr bei Terrorgefahr. «Die Bundeswehr verfügt über Fähigkeiten und über eine technische Ausstattung, über die die Bundespolizei und die Landespolizeien nicht verfügen.» Er könne keinem Bürger erklären, «warum wir Sanitäter oder andere Einheiten der Bundeswehr nicht generell in einer Situation in Alarmbereitschaft versetzen können, wo wie in der Frühphase des Münchner Amoklaufs nicht klar ist, ob es sich um einen Terroranschlag mehrerer Angreifer handelt».

So, 2016-07-31 01:10
Berlin (dpa)

Oppermann kritisiert Seehofer: «völlig deplatziert»

Berlin (dpa) - SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann hat den CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer scharf kritisiert, weil dieser in der Flüchtlingspolitik erneut deutlich auf Distanz zur Kanzlerin Angela Merkel (CDU) gegangen ist. «Ich finde es völlig deplatziert, den alten Streit aus der Flüchtlingskrise wieder aufzuwärmen», sagte Oppermann der «Bild am Sonntag». «Jeder muss aufpassen, dass er dem IS nicht auf den Leim geht und Muslime, Flüchtlinge und Terroristen in einen Topf wirft.»

Seehofer hatte sich am Samstag deutlich von der zuversichtlichen Formulierung «Wir schaffen das» distanziert, die Merkel zuvor mit Blick auf die Bewältigung des Flüchtlingszustroms bekräftigt hatte. «Ich kann mir diesen Satz auch beim besten Willen nicht zu eigen machen. Dafür ist die Problemlage zu groß», sagte Seehofer.

In der «Bild am Sonntag» legte der bayerische Ministerpräsident nach. Er habe während der Klausur seines Kabinetts von den Sicherheitsbehörden viele Analysen bekommen. «Das bringt mich zum Urteil, dass die Problemlage ernst ist und wir in puncto Sicherheit besser werden müssen. So wie bisher schaffen wir das nicht.»

Eine Emnid-Umfrage für die Zeitung ergab, dass eine Mehrheit von 53 Prozent der Bürger glaubt, dass Deutschland die Flüchtlingskrise «schafft». 44 Prozent sagten, «Deutschland schafft das nicht».

So, 2016-07-31 00:10
dpa - Deutsche Presseagentur GmbH

De Maizière ruft Parteien angesichts des Terrors zu Einigkeit auf

Berlin (dpa) Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat die Parteien angesichts der terroristischen Bedrohung zur Einigkeit aufgerufen. «Die Lage ist ernst», schrieb der CDU-Politiker in einem Gastbeitrag für die «Bild am Sonntag». «Die Politik ist gefordert, ohne kleinkarierten Parteienstreit.» De Maizière kündigte an, er werde schon bald Vorschläge für weitere Sicherheitsmaßnahmen «im Rahmen unseres Rechtsstaats» machen. «Wir bekämpfen den Terror - hart, entschlossen und besonnen. Alle gemeinsam», schrieb der Innenminister weiter.

In der Diskussion über die Konsequenzen aus den Terroranschlägen von Würzburg und Ansbach und den Amoklauf von München lehnte Hamburgs Regierungschef Olaf Scholz einen Einsatz der Bundeswehr im Inneren ab. Die Polizei sei gut aufgestellt. «In München und Ansbach haben sie gezeigt: Die können das», sagte der SPD-Politiker der «Bild am Sonntag». «Der Ruf nach der Bundeswehr ist deshalb respektlos gegenüber der Polizei.» Die Sorge vor einem permanenten Ausnahmezustand angesichts der Terrorbedrohung sei unbegründet.

So, 2016-07-31 00:05
Berlin (dpa)

Vater des Amokläufers: «Unser Leben in München ist erledigt»

Berlin (dpa) - Gut eine Woche nach dem Amoklauf von München hat sich der Vater des Täters erstmals zu Wort gemeldet und über Morddrohungen gegen ihn berichtet. «Mir geht es schlecht. Wir bekommen Morddrohungen. Meine Frau weint seit einer Woche. Unser Leben in München ist erledigt», sagte Masoud Sonboly der «Bild am Sonntag.

Sonboly gab an, dass er von den Plänen seines Sohnes keine Ahnung hatte. «Von einer Waffe habe ich nichts gewusst.» Der 18-Jährige Deutsch-Iraner hatte am 22. Juli neun Menschen und sich selbst erschossen. Die Pistole hatte er sich offenbar heimlich im Internet besorgt.

Sonboly berichtete weiter, dass sein Sohn ihm nie erzählt habe, wie er in der Schule gemobbt wurde. Vor vier Jahren erfuhr er jedoch über einen Mitschüler davon, wie er berichtete. «Ich habe Ali von der Schule genommen und mit der Lehrerin gesprochen», sagte er der «BamS». «Einige der mobbenden Mitschüler habe ich angezeigt.» Doch seien die Ermittlungen eingestellt worden.

Der Schüler war nach den bisherigen Ermittlungen von dem rechtsextremen Attentäter Anders Behring Breivik aus Norwegen fasziniert. Seine meist muslimischen Opfer hatten Migrationshintergrund mit Wurzeln etwa in der Türkei oder dem Kosovo. Die Ermittler hatten zunächst aber vor allem auf psychische Probleme des Schülers verwiesen.

Sa, 2016-07-30 23:24
Istanbul (dpa)

Erdogan will Militär und Geheimdienst unter seien Kontrolle bringen

Istanbul (dpa) - Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan schlägt vor, den Generalstab der Streitkräfte und den Geheimdienst MIT künftig seinem Befehl zu unterstellen. Dies erfordere eine Verfassungsänderung, sagte der islamisch-konservative Politiker am Samstag nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Anadolu einem lokalen Fernsehsender. Der Geheimdienst wird momentan vom Ministerpräsidenten gesteuert, die Armee genießt traditionell seit jeher große Unabhängigkeit im Verfassungsgefüge.

An dem gescheiterten Putschversuch vor zwei Wochen hatten sich auch viele Militärangehörige beteiligt. Erdogan hat einen 90-tägigen Ausnahmezustand verhängt, seit Tagen läuft eine «Säuberungswelle» in Militär, Medien und Justiz. Erdogan macht Anhänger des in den USA lebenden Predigers Fetullah Gülen für den Umsturzversuch verantwortlich.

Knapp 18 700 Menschen sind in den vergangenen zwei Wochen festgenommen worden. Inzwischen sind gegen 10 137 von ihnen Haftbefehle ergangen, wie Erdogan am Abend sagte.

Sa, 2016-07-30 22:41
Köln/Karlsruhe (dpa)

Urteil: Keine Live-Zuschaltung türkischer Politiker nach Köln

Köln/Karlsruhe (dpa) - Die Veranstalter der Pro-Erdogan-Demonstration in Köln dürfen keine Politiker aus der Türkei wie Präsident Recep Tayyip Erdogan live auf einer Großleinwand zuschalten. Das hat das Bundesverfassungsgericht am Samstagabend einstimmig beschlossen. Der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung wurde aus formalen Gründen abgelehnt. Die Vollmacht der Rechtsvertreter der Veranstalter entspreche nicht den gesetzlichen Erfordernissen, hieß es. Im übrigen hätte eine Verfassungsbeschwerde offensichtlich keine Aussicht auf Erfolg. Es sei nicht ersichtlich, dass die Entscheidungen der Vorinstanzen Grundrechte der Demo-Veranstalter verletzt hätten. (Az.: 1 BvQ 29/16)

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Sa, 2016-07-30 22:49
Köln (dpa)

Köln in angespannter Erwartung vor Pro-Erdogan-Demonstration

Bis zu 30 000 Erdogan-Demonstranten, dazu ein Marsch von Rechten durch die Innenstadt - es wird kein ganz ruhiger Sonntag in Köln. Gestritten wird noch um eine Live-Schalte zu Präsident Erdogan.

Köln (dpa) - In angespannter Atmosphäre erwartet Köln eine für Sonntagnachmittag angekündigte Pro-Erdogan-Demonstration mit bis zu 30 000 Teilnehmern. Die Polizei ist nach eigenen Angaben auf gewalttätige Auseinandersetzungen vorbereitet: Sie hat die Zahl der Beamten nochmals aufgestockt - von 2300 auf 2700.

Als Redner bei der Kundgebung wird unter anderem der türkische Sportminister erwartet. Einen geplanten Auftritt des türkischen Außenministers habe er verhindern können, sagte der Kölner Polizeipräsident Jürgen Mathies am Samstag. Gestritten wird noch um eine Live-Zuschaltung von Präsident Recep Tayyip Erdogan.

Die Veranstalter wollten eine Rede Erdogans aus der Türkei übertragen, doch der Polizeipräsident verbot dies. Dieses Verbot wurde am Abend letztinstanzlich vom Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe bestätigt. Die dritte Kammer des Ersten Senats wies den Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung einstimmig ab. Zum einen entspreche die Vollmacht der Rechtsvertreter der Veranstalter nicht den gesetzlichen Erfordernissen, hieß es. Zum anderen hätte eine Verfassungsbeschwerde offensichtlich keine Aussicht auf Erfolg. Es sei nicht ersichtlich, dass die Entscheidungen der gerichtlchen Vorinstanzen Grundrechte der Demo-Veranstalter verletzt hätten. (Az.: 1 BvQ 29/16)

Polizeipräsident Mathies hatte zuvor erklärt, er wolle eine Zuschaltung Erdogans unbedingt verhindern, «um zu vermeiden, dass es zu einer hochemotionalisierten Lage kommt».

Nach Angaben der Veranstalter kommen zu der Kundgebung nicht nur Anhänger Erdogans, sondern auch Gegner. Denn das eigentliche Thema sei nicht Erdogan, sondern der vereitelte Militärputsch, betonte der Generalsekretär der mitorganisierenden Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD), Bülent Bilgi.

Ein zeitgleich geplanter Demonstrationszug von Rechten quer durch die Kölner Innenstadt darf endgültig stattfinden. Das Oberverwaltungsgericht in Münster wies eine Beschwerde der Polizei dagegen zurück. Hinter dem Demonstrationszug steht unter anderem die rechtsextremistische Splitterpartei Pro NRW. Die Polizei befürchtet Ausschreitungen, doch die Richter sahen dafür keine ausreichenden Anhaltspunkte.

Eine erste Gegendemo in der Kölner Innenstadt mit etwa 150 Teilnehmern verlief am Samstag friedlich. Redner verurteilten sowohl den Militärputsch als auch Erdogan, der den Umsturzversuch für «antidemokratische Maßnahmen» missbrauche.

Deutsche Politiker äußerten sich kritisch über einen eventuellen Auftritt türkischer Minister oder gar von Erdogan persönlich in Köln. «Es kann nicht sein, dass unsere Parlamentarier die Bundeswehrtruppen in der Türkei nicht besuchen dürfen, aber Erdogan seine Minister zur Demonstration nach Köln schicken will», sagte der saarländische Innenminister Klaus Bouillon (CDU) der «Bild»-Zeitung. FDP-Chef Christian Lindner forderte die Bundesregierung auf, «alle rechtlichen und diplomatischen Möglichkeiten zu nutzen, um die Einreise dieser Politiker zu unterbinden».

Erdogan wiederum kritisierte am Freitagabend in Ankara, den Türken in Deutschland und Österreich werde das Recht zu Protesten verwehrt. Polizeipräsident Mathies wies diesen Vorwurf zurück: «Ich kann mir nicht vorstellen, dass Herr Erdogan hier auch nur ansatzweise Recht hat.»

Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Gökay Sofuoglu, wies darauf hin, dass Erdogans Medienpräsenz immer mehr zunehme. «Erdogan ist eigentlich in der deutschen Öffentlichkeit inzwischen präsenter als Merkel und Gauck», sagte er dem rbb-Inforadio.

Sa, 2016-07-30 21:14
Eriwan (dpa)

Regierungsgegner in Eriwan erschießen erneut Polizisten

Schusswechsel und Demonstrationen, wieder ein Toter - die Lage in Armeniens Hauptstadt bleibt gespannt. Auch die EU schaut besorgt in Richtung Eriwan.

Eriwan (dpa) - Bewaffnete Regierungsgegner haben in der armenischen Hauptstadt Eriwan erneut einen Polizisten erschossen. Der Beamte sei aus der Polizeistation heraus, in der sich die Oppositionellen seit fast zwei Wochen verschanzt halten, mit einem Scharfschützengewehr getötet worden, sagte der Sprecher der Polizei in dem Südkaukasusstaat, Aschot Agaronjan, am Samstag russischen Agenturen zufolge.

Zuvor hatten die Sicherheitsbehörden die Bewaffneten ultimativ aufgefordert, die Waffen niederzulegen. Das Gebäude werde aber noch nicht gestürmt, hieß es. Abends waren in der Nähe der Polizeikaserne Schüsse und Explosionen zu hören, während sich im Stadtzentrum erneut Anhänger der Opposition versammelten und eine friedliche Lösung des Konflikts forderten.

Die Europäische Union äußerte sich besorgt über die angespannte Lage in der Ex-Sowjetrepublik. Die Besatzer sollten mehrere als Geiseln gehaltene Notärzte freilassen, forderte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini. Zugleich mahnte sie die Sicherheitskräfte zu einem maßvollen Vorgehen.

Schon bei der Besetzung der Station am 17. Juli waren ein Polizist erschossen und mehrere verletzt worden. Politisch fordern die Männer die Freilassung eines inhaftierten Gesinnungsgenossen und den Rücktritt des Präsidenten der Ex-Sowjetrepublik, Sersch Sargsjan.

Ihre Unterstützer haben mehrfach in Eriwan demonstriert. Am Freitagabend löste die Polizei gewaltsam eine solche Kundgebung auf und nahm mehr als 160 Menschen vorläufig fest. Gegen 26 von ihnen wurde Haftbefehl erlassen.

Sa, 2016-07-30 19:29
Berlin (dpa)

Tauber: Türkei-Konflikt darf nicht in Deutschland ausgetragen werden

Berlin (dpa) - CDU-Generalsekretär Peter Tauber hat die Demonstration für den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan mit bis zu 30 000 Teilnehmern an diesem Sonntag in Köln kritisiert. «Wer der Abwicklung der türkischen Demokratie applaudiert, steht nicht auf dem Boden unseres Grundgesetzes», sagte er der «Welt am Sonntag». Konflikte in anderen Regionen oder Ländern dürften nicht in Deutschland ausgetragen werden.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan setzt seit dem gescheiterten Putschversuch von türkischen Militäreinheiten vor rund zwei Wochen seine Ankündigung einer «Säuberung» bei Militär, Justiz und Medien radikal um. Es gab tausende Festnahmen und Entlassungen. Bei der Demonstration von Erdogan-Unterstützern werden 2700 Polizisten im Einsatz sein.

Geht doch!

Konfliktfrei surfen

Konzerne müssen Rohstoffe aus Krisengebieten offenlegen – Europa ringt um eine verpflichtende Regelung

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Konfliktfrei surfen

Ausgerechnet die USA machen vor, wie man große Firmen an die kurze Leine nimmt – zumindest in punkto Konfliktrohstoffe. Der „Dodd-Frank Act“ verpflichtet börsennotierte Unternehmen, offenzulegen, ob Handys, Laptops oder Autos Mineralien enthalten deren Verkauf Kriege oder bewaffnete Kämpfe in der DR Kongo und deren Nachbarländern finanziert. Dass das seit 2010 geltende Transparenzgesetz für Gold, Tantal, Wolfram und Zinn Wirkung zeigt, belegt nun ein Report des „Enough Project“: Inzwischen gebe es im Kongo mehr als 160 Minen, die als „konfliktfrei“ gelten, ermittelte die US-Organisation. Auch EU-Bürger wollen keine „blutigen“ Produkte. Deshalb verhandeln EU-Kommission, -Parlament und -Rat derzeit über eine Sorgfaltsregelung. Wie verbindlich diese sein wird, ist bislang offen. „Die EU-Regeln dürfen nicht hinter die US-Standards zurückfallen, das wäre ein Armutszeugnis“, sagt Christian Wimberger von der Christlichen Initiative Romero. Selbst eine verpflichtende Regelung für Konfliktmineralien könne nur ein erster Schritt sein. Als nächstes müsse der verbindliche Schutz von Menschenrechten und Umwelt auf alle industriellen Bergbauprojekte wie die Förderung von Coltan, Kupfer und Kohle ausgeweitet werden.
ci-romero.de (Rohstoffkampagne)
stop-mad-mining.org

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Mailand: Cash fürs Radeln
Seit Jahren leiden die Mailänder unter Staus und schlechter Luft. Nun ergreift die Verwaltung der norditalienischen Metropole eine ungewöhnliche Maßnahme: Sie will jedem Pendler, der künftig mit dem Rad zur Arbeit fährt, eine Pauschale von 25 Cent pro gefahrenem Kilometer zahlen. Für das Anreizprogramm stehen insgesamt 35 Millionen Euro bereit. Die Fahrten sollen per App dokumentiert werden.

London: Strom von der Themse
Im Mai hat die britische Hauptstadt den größten schwimmenden Solarpark der Welt in Betrieb genommen. Für 7,3 Millionen Euro wurden in der Themse 23.000 Paneele mit einer Kapazität von 6,3 Megawatt verankert. Der produzierte Strom soll die Wasseraufbereitungsanlagen in und um London versorgen. Der Vorteil der schwimmenden Sonnenkraftwerke: Sie sind leichter und billiger herzustellen als Anlagen an Land, werden durch das fließende Wasser konstant gekühlt und nehmen keinen Platz weg.

Frankreich: Palmöl – teurer durch Steuer
Um den Konsum zu drosseln und so die verheerenden Umweltschäden des Plantagenanbaus zu mindern, will die französische Regierung Palmöl besteuern: Ab 2017 sollen 30 Euro pro Tonne fällig werden, bis 2020 wird sich die Abgabe verdreifachen. In Deutschland ist bislang keine Palmölsteuer geplant. Der „Save Wildlife Conservation Fund“ drängt die Politik hierzulande schon länger zu diesem Schritt. Anders als in Frankreich dürfte sogenanntes „nachhaltiges Palmöl“ allerdings nicht ausgenommen werden, sagt eine Sprecherin der Stiftung, da es dafür noch immer keine verlässlichen Zertifizierungen gebe.
zeropalmoel.de

Geht doch!

Saubere Profite

Als erste deutsche Stadt investiert die westfälische Kommune nur noch in ethisch-ökologische Anlagen

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Saubere Profite

Dem Stadtkämmerer von Münster bereiten die RWE-Verluste keine schlaflosen Nächte: Als erste deutsche Stadt hat die westfälische Grünen-Hochburg zum Jahresbeginn alle Geldgeschäfte mit Klimasündern eingestellt. Rückstellungen für die Beamtenpensionen – das sind immerhin 460 Millionen Euro – dürfen nicht mehr in Fonds angelegt werden, die Aktien von Öl- und Kohleunternehmen beinhalten. Mehr noch: Auch Atomenergiekonzerne, Gentechnikfirmen und Rüstungsindustrie sind tabu. Drahtzieher dieser „Divestment“-Premiere waren die örtliche Fossil-Free-Gruppe und die Grünen. Seit Sommer 2013 machten die Klima-Aktivisten Druck auf der Straße, und die Partei überzeugte schließlich den Stadtrat. „Jeder, der nicht will, dass seine Stadt durch ihre Geldgeschäfte den Klimawandel befeuert, kann eine solche Kampagne starten“, sagt Tine Langenkamp von der Klimaschutzorganisation 350.org. „Dafür muss man kein Finanzexperte sein.“ Vom Ausstieg profitiere nicht nur das Klima, er rechne sich auch noch. „Ethisch-ökologische Geldanlagen können sogar mehr Renditen abwerfen als konventionelle“, sagt der grüne Fraktionsvorsitzende Otto Reiners, „deshalb erwarten wir einen Domino-Effekt.“
gofossilfree.wordpress.com
gofossilfree.org/de

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Frankreich: La vie est belle
Eben noch hat Frankreich Schlagzeilen gemacht, weil Supermärkte keine Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen und in Restaurants „Doggy Bags“ eingeführt werden. Nun gibt das Nachbarland in anderen Bereichen Gas: In den nächsten fünf Jahren sollen tausend Kilometer Straßenbelag mit neuartigen Solarpaneelen ausgerüstet werden – bereits zwanzig Quadratmeter könnten den Strombedarf eines Single-Haushalts decken. Und schon in diesem Sommer werden in Paris tausend E-Roller stehen, die jeder mieten kann – sie sollen für bessere Luft sorgen.

Thailand: Autarke Solarschule
In der Sisaengtham-Schule im Nordosten Thailands lernen schon kleine Kinder, nachhaltig zu leben: Sie pflanzen nicht nur ihr eigenes Gemüse an, sondern installieren und reparieren auch Solarzellen. Ziel des als „Solar-Mönch“ bekannten Gründers Phra Khru Wimon Panyakhun ist es, dass sich die Schule in allen Bereichen selbst versorgt. Die Energieernte deckt bereits den Bedarf. Außerdem entwickelten die Kinder mobile Ladestationen, mit denen Bauern die Bewässerungspumpen für ihre Reisfelder mit der Kraft der Sonne statt mit Dieselgeneratoren betreiben können.

Kamerun: Häuser aus Plastikmüll
Roger Milla, die afrikanische Fußball-Legende aus Kamerun, betreibt in seinem Heimatland eine Recyclinganlage. Aus Plastikmüll werden dort Bausteine gepresst: „Wir wollen die Umweltverschmutzung verringern und Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen“, sagt Milla. Ein ähnliches Projekt verfolgt die dänische Ingenieurstudentin Lise Fuglsang Vestergard in Indien: Sie lässt zerkleinerten Plastikmüll im „Solargrill“ zu Ziegelsteinen einschmelzen. 

Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Richter als Klimaschützer

Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

 

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Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

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Sa, 2016-07-30 19:13
Brüssel (dpa)

Mann soll Terroranschlag in Belgien geplant haben

Auch Belgien scheint weiter im Visier von Terroristen zu stehen. Nach mehreren Razzien sitzt ein 33-Jähriger in Haft. Die Vorwürfe gegen ihn wiegen schwer.

Brüssel (dpa) - In Belgien ist nach Erkenntnissen von Terrorfahndern ein neuer islamistischer Anschlag vorbereitet worden. Die Justiz erließ am Samstag nach mehreren Razzien Haftbefehl gegen einen 33 Jahre alten Mann. Nourredine H. werde die Vorbereitung eines Tötungsdelikts und die Mitgliedschaft in einer Terrorgruppe vorgeworfen, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Nach Informationen des belgischen Rundfunksenders RTBF unterstützte Nourredine H. in der Vergangenheit unter anderem junge Dschihadisten bei der Planung von Syrien-Reisen. Zudem soll er zuletzt versucht haben, Waffen zu organisieren. Die Staatsanwaltschaft bestätigte diese Informationen zunächst nicht. Aus ermittlungstaktischen Gründen könnten vorerst keine weiteren Auskünfte gegeben werden, hieß es.

Die Festnahme des Mannes erfolgte bereits am Freitag im Zuge von insgesamt acht Durchsuchungen. Sieben davon wurden in der Region Mons und eine in der nahe der deutsch-belgischen Grenze gelegenen Stadt Lüttich durchgeführt. Waffen oder Sprengstoff wurden dabei nach Angaben der Ermittler nicht gefunden. Der zunächst ebenfalls festgenommene Bruder des Terrorverdächtigen kam am Samstag wieder auf freien Fuß.

Die Ermittler betonten, dass es keine Anzeichen gebe, dass die Verdächtigen auch in die Anschläge vom 22. März verwickelt waren. Bei den Attacken in Brüssel hatten sich islamistische Terroristen in der Abflughalle des Flughafens und in der U-Bahn im Zentrum in die Luft gesprengt und 32 Menschen mit in den Tod gerissen.

In Belgien gilt derzeit die zweithöchste Terror-Alarmstufe. Das bedeutet, dass die Behörden die terroristische Bedrohung als «ernst, möglich und wahrscheinlich» einschätzen.

Sa, 2016-07-30 19:13
Köln (dpa)

Köln in angespannter Erwartung vor Pro-Erdogan-Demonstration

Bis zu 30 000 Erdogan-Demonstranten, dazu ein Marsch von Rechten durch die Innenstadt - es wird kein ganz ruhiger Sonntag in Köln. Gestritten wird noch um eine Live-Schalte zu Präsident Erdogan.

Köln (dpa) - In angespannter Atmosphäre erwartet Köln eine für Sonntagnachmittag angekündigte Pro-Erdogan-Demonstration mit bis zu 30 000 Teilnehmern. Die Polizei ist nach eigenen Angaben auf gewalttätige Auseinandersetzungen vorbereitet: Sie hat die Zahl der Beamten nochmals aufgestockt - von 2300 auf 2700.

Als Redner bei der Kundgebung wird unter anderem der türkische Sportminister erwartet. Einen geplanten Auftritt des türkischen Außenministers habe er verhindern können, sagte der Kölner Polizeipräsident Jürgen Mathies am Samstag. Gestritten wird noch um eine Live-Zuschaltung von Präsident Recep Tayyip Erdogan.

Die Veranstalter wollen eine Rede Erdogans aus der Türkei übertragen, doch der Polizeipräsident hat dies verboten. Das Verwaltungsgericht Köln und das Oberverwaltungsgericht in Münster bestätigten dies, doch die Anmelder der Kundgebung schalteten am Samstag auch noch das Bundesverfassungsgericht ein. Mathies sagte, er wolle eine Zuschaltung Erdogans unbedingt verhindern, «um zu vermeiden, dass es zu einer hochemotionalisierten Lage kommt».

Nach Angaben der Veranstalter kommen zu der Kundgebung nicht nur Anhänger Erdogans, sondern auch Gegner. Denn das eigentliche Thema sei nicht Erdogan, sondern der vereitelte Militärputsch, betonte der Generalsekretär der mitorganisierenden Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD), Bülent Bilgi.

Ein zeitgleich geplanter Demonstrationszug von Rechten quer durch die Kölner Innenstadt darf endgültig stattfinden. Das Oberverwaltungsgericht in Münster wies eine Beschwerde der Polizei dagegen zurück. Hinter dem Demonstrationszug steht unter anderem die rechtsextremistische Splitterpartei Pro NRW. Die Polizei befürchtet Ausschreitungen, doch die Richter sahen dafür keine ausreichenden Anhaltspunkte.

Eine erste Gegendemo in der Kölner Innenstadt mit etwa 150 Teilnehmern verlief am Samstag friedlich. Redner verurteilten sowohl den Militärputsch als auch Erdogan, der den Umsturzversuch für «antidemokratische Maßnahmen» missbrauche.

Deutsche Politiker äußerten sich kritisch über einen eventuellen Auftritt türkischer Minister oder gar von Erdogan persönlich in Köln. «Es kann nicht sein, dass unsere Parlamentarier die Bundeswehrtruppen in der Türkei nicht besuchen dürfen, aber Erdogan seine Minister zur Demonstration nach Köln schicken will», sagte der saarländische Innenminister Klaus Bouillon (CDU) der «Bild»-Zeitung. FDP-Chef Christian Lindner forderte die Bundesregierung auf, «alle rechtlichen und diplomatischen Möglichkeiten zu nutzen, um die Einreise dieser Politiker zu unterbinden».

Erdogan wiederum kritisierte am Freitagabend in Ankara, den Türken in Deutschland und Österreich werde das Recht zu Protesten verwehrt. Polizeipräsident Mathies wies diesen Vorwurf zurück: «Ich kann mir nicht vorstellen, dass Herr Erdogan hier auch nur ansatzweise Recht hat.»

Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Gökay Sofuoglu, wies darauf hin, dass Erdogans Medienpräsenz immer mehr zunehme. «Erdogan ist eigentlich in der deutschen Öffentlichkeit inzwischen präsenter als Merkel und Gauck», sagte er dem rbb-Inforadio.

Sa, 2016-07-30 18:34
Rostock (dpa)

Hessen erfolgreichstes Bundesland bei Feuerwehrmeisterschaften

Rostock (dpa) - Hessen war der dominierende Landesverband bei den deutschen Feuerwehrmeisterschaften, die am Samstag in Rostock zu Ende gegangen sind. Beim traditionellen Löschangriff sicherten sich Mannschaften aus dem Bundesland die Hälfte der Siege. Damit wird Hessen auch das Gros der deutschen Teilnehmer bei der Feuerwehrolympiade 2017 stellen. Wie eine Sprecherin des Deutschen Feuerwehrverbandes sagte, qualifizierten sich insgesamt 21 Mannschaften für die internationalen Wettkämpfe im nächsten Jahr im österreichischen Villach.

Rostock hatte erstmals die Deutschen Feuerwehrmeisterschaften ausgetragen. Insgesamt 186 Mannschaften, darunter elf Frauenteams, waren zu dem dreitägigen Wettbewerb angetreten. In Deutschland sind nach Verbandsangaben rund 1,3 Millionen Feuerwehrleute aktiv. Die überwiegende Mehrzahl engagiert sich in Freiwilligen Feuerwehren ehrenamtlich im Brand- und Katastrophenschutz. Etwa 245 000 Mädchen und Jungen trainieren in Jugendfeuerwehren. Allerdings klagen Wehren vor allem in ländlichen Regionen über Nachwuchssorgen.

À la Saison

Himmlische Himbeere

(Rubus idaeus)

Was haben glühende RAF-Terroristinnen und eiskalte Banker gemeinsam? Sie machen zu oft Ferien im Himbeerreich. Da wollen Sie auch hin? Ein Wegweiser.

 

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Himmlische Himbeere

Schokolade, Zigaretten, Marshmallows – für diese Schätze aus dem „Himbeerreich“ bedankt sich Gudrun Ensslin 1968 per Gefängnispost bei ihrem Verlobten und bestellt noch eine luxuriöse Feuchtigkeitscreme hinterher. Die üppige BRD-Warenwelt versüßt der Pfarrerstochter, die kurz darauf die RAF mitgründen wird, ihr Zellenleben. Das Dialektische daran ist Ensslins Haftgrund: Brandanschläge auf zwei Kaufhäuser. „Wer Himbeerreiche anzündet, kann nicht erwarten, deren Früchte zu ernten“, sinniert 2013 der Chauffeur Hans Helmut Hinz. Er meint aber keine konsumaffinen Linksterroristinnen, sondern bonusgetriebene Bankvorstände, deren Limousinen er durch die Finanzkrise kutschiert. Hinz ist eine Figur aus dem Theaterstück „Das Himbeerreich“. Dessen Autor Andres Veiel will uns ausdrücklich nicht sagen, dass Banker Terroristen sind. Aber eines wissen sie wohl so gut wie Bombenleger (und wir alle): Wo Himbeeren wachsen, wartet das Paradies.

Rubingleich funkeln die fragilen Früchte am stacheligen Strauch. Sie duften betörend, netzen die Fingerspitzen purpurn wie Theaterblut und zergehen sonnenwarm auf der Zunge – seit Jahrtausenden. Samenfunde in Steinzeitsiedlungen belegen, dass es sich um eine der ältesten Naschereien der Welt handelt. Die Himbeere ist echt „paläo“. Kultiviert wurde sie schon im alten Rom, wo sie als Heilpflanze auch gegen Schlangenbisse und Skorpionstiche helfen sollte. Der Erfolg ist fraglich. Gesund ist die Himbeere aber durchaus. Sie enthält enorme Mengen Vitamin C, viel Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen. Das stärkt den Kreislauf, das Immunsystem und wirkt entgiftend sowie entzündungshemmend.

Die Römer nannten die Beere, die eigentlich eine Sammelsteinfrucht ist, Rubus idaeus – nach der Nymphe Ida. Einst soll die Tochter des kretischen Königs ein weinendes Kind in den Bergen gefunden haben, den jungen Göttervater Jupiter. Als sie ihm eine Himbeere pflückte, stach sie sich an den Dornen. Blut tropfte auf die ehedem weißen Früchte und färbte sie rot. Toll, diese antiken Sagen. Diese aber hat der französische Arzt Henri Leclerc 1925 für sein Buch „Les fruits de France“ dreist erfunden. Es ist auch eher öde, dass wohl der türkische Berg Ida Namenspate des Obstes war. Und „Himbeere“ kommt vom althochdeutschen Wort hintperi – Beere der Hirschkuh, vielleicht weil sie sich in lichten Wäldern so wohlfühlt.

In der Küche ist diese Frucht ein Naturtalent: Sie ist vollkommen, so wie sie ist. Ein paar gute Begleiter gibt es aber doch. Alles Cremige unterstreicht ihren Wohlgeschmack, Ziegenkäse steht im würzigen Kontrast dazu. Mit Pfirsich (Melba!), Mandel und Rosenwasser verträgt sie sich schwesterlich. Immerhin stammen sie alle aus der Großfamilie der Rosengewächse. Haselnüsse stehen ihr – traditionell in Linzertorte – ebenfalls gut. Auch dunkle Schokolade, Minze und – ja – Zucker, etwa in Marmelade, kann sie aushalten. Die Kerne mögen stören, sorgen aber auch für feine Holznoten. Nicht zuletzt harmoniert das berauschende Aroma reifer Himbeeren ausgezeichnet mit Alkohol, in Sekt etwa oder köstlichem Himbeergeist.

Es gibt auch schwarze, weiße, rosa und gelbe Sorten. Sobald Himbeeren zu sehr glänzen, ist aber Vorsicht geboten. Etwa in Hollywood. Seit 1981 verleihen Cineasten am Vorabend der Oscars den Antipreis „Goldene Himbeere“. Der Name der Plastiktrophäe spielt auf die Redewendung to blow a raspberry an: laut losprusten. Die so geehrten Schauspieler erscheinen selten persönlich. Im Jahr 2005 stellte sich Halle Berry aka Catwoman der Schmach und sprach die wahren Worte: „Wer kein guter Verlierer ist, kann kein guter Gewinner sein.“ So golden munden Niederlagen nur mit Himbeere. Liebe Banker, es ist nie zu spät, die eigene Leistung infrage zu stellen. Möge der Sommer himbeerreich sein.

Frisch vom Feld gibt's Himbeeren ab Juni.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Sagenhafter Spinat

(Spinacia oleracea)

Damit du groß und stark wirst? Von wegen! Spinat enthält gar nicht besonders viel Eisen. Weiß leider jedes Kind. Doch woher nimmt Popeye dann seine stahlharten Fäuste? Es ist... Ein Küchenkrimi.

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Sagenhafter Spinat

„Ich hab’ es geschafft. Der Spinat gab mir Kraft!“, singt ein Zeichentrickmann mit ballongroßen Unterarmen zu Militärmusik. „Ich bin Popeye der Seeheemann!“ Wir schreiben den 13. März 1942, und der Spinatmatrose hat irgendwo im Pazifik eine japanische Flotte zerlegt – im Alleingang, versteht sich. Alles, was er dafür braucht, ist eine Dose Spinat auf ex. Schon kommen die Superkräfte. Es ist die Zeit, in der selbst Comic-Helden im Dienst der US-Kriegspropaganda stehen. Die Botschaft „Der Spinat gab mir Kraft“ (im englischen Original: Strong to the finish, ’cos he eats his spinach) geht nicht nur an die Soldaten da draußen, sondern mindestens ebenso an deren Kinder daheim.

„Iss deinen Spinat!“ Wie viele Generationen hat dieser Befehl wohl gequält. Wie viel Leid war in der Welt, seit ein obskurer Chemiker im 19. Jahrhundert ein Komma falsch gesetzt und den Eisengehalt auf das Zehnfache potenziert hatte? Das Fuchsschwanzgewächs enthält gar nicht mehr von dem Spurenelement als andere Gemüse, enthüllte der Krebsexperte Terence Hamblin 1981 im British Medical Journal und folgerte spitz: „Als Eisenquelle hätte Popeye besser die Dosen verzehren sollen.“ Gute Pointe? Hier ist eine bessere: Den Rechenfehler hat es nie gegeben. Der Volksglaube, mit dem Hamblin ausgerechnet unter der Überschrift Fake! (Schwindel) aufräumte, ist selbst eine Sage. Ein „Supermythos“, wie Mike Sutton sagt. Der Kriminologe machte sich 2010 auf Spurensuche und fand: keine Quelle, nirgends. Als er Hamblin damit konfrontierte, mailte der zurück, er könne sich nicht recht erinnern. Er sei sich aber sicher, die Geschichte nicht erfunden zu haben.

Verbürgt sind Popeyes Verdienste um den Spinatabsatz in den USA. Dort hat der Matrose seine eigene Marke. Mehrere Gemeinden widmeten ihm Denkmäler. Crystal, Texas, und Alma, Alabama, konkurrieren sogar um den selbst erdachten Titel „Welthauptstadt des Spinats“. Er ist ein globales Gemüse. Im Fernen Osten zum ersten Mal kultiviert, verdankt er seinen Namen dem persischen aspanakh oder einem arabischen Poeten, der ihn als isfanatsch, Prinz aller Gemüse, pries. Im frühen Mittelalter erreichte er Spanien und verdrängte ein paar Jahrhunderte später auch seine Verwandte, die Gartenmelde, aus der deutschen Küche.

Frühjahrsspinat taugt zu mehr als grüner Pampe in Rahm. Zitrusfrüchte, auch Zitronengras stehen in frischem Kontrast zu den erdigeren Noten seiner Blätter. Als Salat oder gedünstet verträgt er sich mit gerösteten Pinienkernen, gebratenem Speck, salzigen Anchovis und beliebigen Mengen Knoblauch. Auch Joghurt schmeichelt ihm, wie die indische Küche beweist. Und Eiergerichte wie Soufflé ergänzt Spinat aufs Feinste. Aber natürlich: An kalten Apriltagen hat auch der durchpürierte Klassiker mit Muskat und „Blubb“ seine tröstende Berechtigung. Nur ein halber Mythos ist, dass man Spinat nicht wieder aufwärmen darf. Er enthält zwar Nitrat, das Bakterien in krebserregendes Nitrit umwandeln. Stellt man Reste aber rasch in den Kühlschrank, kann man die Entstehung giftiger Substanzen verzögern. Spinat à la Saison, frisch vom Feld und in Bioqualität, enthält übrigens am wenigsten Nitrat.

Und Superkräfte setzt der zarte Grüne wirklich frei. Forscher haben Eiweiße aus seinen Blättern isoliert und tüfteln damit an „Spinatzellen“ für künstliche Fotosynthese, die einst mehr leisten sollen als Solarzellen. Popeyes spinach power speist sich allerdings aus einer anderen Quelle: Im Juli 1932 isst der Matrose zum ersten Mal Spinat – frisch vom Beet. Seine Freundin Olivia ruft: „Lieber Himmel, bist du ein Pferd?“ Popeye spricht mit Pfeife im Mund: „Spinat ist voller Vitamin A. Das macht Menschen stark und gesund.“ Wie wahr. Und hoffentlich gilt das auch für Kettenraucher.

Frisch vom Feld gibt's Spinat ab März.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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Geselliger Grünkohl

„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Sa, 2016-07-30 18:10
Köln (dpa)

Polizeipräsident: Türkischer Sportminister spricht bei Demo in Köln

Köln (dpa) - Bei der Demonstration von Anhängern des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan an diesem Sonntag wird ein Mitglied der Regierung in Ankara auftreten. Der türkische Sportminister werde sprechen, sagte Kölns Polizeipräsident Jürgen Mathies am Samstag. Einen Auftritt des türkischen Außenministers habe er verhindern können. Die Polizeikräfte würden noch einmal aufgestockt: von 2300 auf nunmehr 2700. Er sei «zuversichtlich, dass Köln morgen einen friedlichen Tag erlebt», sagte Mathies mit Blick auf diese massive Präsenz.

Zugleich wies er Erdogans Kritik zurück, türkischstämmige Bürger würden in Deutschland in ihrem Demonstrationsrecht eingeschränkt. «Ich kann mir nicht vorstellen, dass Herr Erdogan hier auch nur ansatzweise Recht hat.» Erdogan hatte am Freitagabend in Ankara kritisiert, den Türken in Deutschland und Österreich werde das Recht zu Protesten verwehrt.

Für diesen Sonntag ist in Köln eine Pro-Erdogan-Demo angemeldet, zu der die Polizei bis zu 30 000 Teilnehmer erwartet. Außerdem wurden vier Gegendemonstrationen angemeldet.

Sa, 2016-07-30 19:00
Brüssel (dpa)

Mann soll Terroranschlag in Belgien geplant haben

Auch Belgien scheint weiter im Visier von Terroristen zu stehen. Nach mehreren Razzien sitzt ein 33-Jähriger in Haft. Die Vorwürfe gegen ihn wiegen schwer.

Brüssel (dpa) - In Belgien ist nach Erkenntnissen von Terrorfahndern ein neuer islamistischer Anschlag vorbereitet worden. Die Justiz erließ am Samstag nach mehreren Razzien Haftbefehl gegen einen 33 Jahre alten Mann. Nourredine H. werde die Vorbereitung eines Tötungsdelikts und die Mitgliedschaft in einer Terrorgruppe vorgeworfen, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Nach Informationen des belgischen Rundfunksenders RTBF unterstützte Nourredine H. in der Vergangenheit unter anderem junge Dschihadisten bei der Planung von Syrien-Reisen. Zudem soll er zuletzt versucht haben, Waffen zu organisieren. Die Staatsanwaltschaft bestätigte diese Informationen zunächst nicht. Aus ermittlungstaktischen Gründen könnten vorerst keine weiteren Auskünfte gegeben werden, hieß es.

Die Festnahme des Mannes erfolgte bereits am Freitag im Zuge von insgesamt acht Durchsuchungen. Sieben davon wurden in der Region Mons und eine in der nahe der deutsch-belgischen Grenze gelegenen Stadt Lüttich durchgeführt. Waffen oder Sprengstoff wurden dabei nach Angaben der Ermittler nicht gefunden. Der zunächst ebenfalls festgenommene Bruder des Terrorverdächtigen kam am Samstag wieder auf freien Fuß.

Die Ermittler betonten, dass es keine Anzeichen gebe, dass die Verdächtigen auch in die Anschläge vom 22. März verwickelt waren. Bei den Attacken in Brüssel hatten sich islamistische Terroristen in der Abflughalle des Flughafens und in der U-Bahn im Zentrum in die Luft gesprengt und 32 Menschen mit in den Tod gerissen.

In Belgien gilt derzeit die zweithöchste Terror-Alarmstufe. Das bedeutet, dass die Behörden die terroristische Bedrohung als «ernst, möglich und wahrscheinlich» einschätzen.

Die belgische Polizei hat bei Razzien zwei terrorverdächtige Brüder festgenommen. Nach ersten Ermittlungen könnten die beiden Männer Anschläge geplant haben, teilte die Staatsanwaltschaft in Brüssel am Samstag mit. Sie sollten noch am Samstag einem Haftrichter vorgeführt werden.

Sa, 2016-07-30 18:28
Berlin (dpa)

Raver tanzen beim «Zug der Liebe» durch Berlin

Peace-Zeichen, laute Bässe und strahlende Gesichter: Der zweite «Zug der Liebe» hat Tausende Technofans auf die Straße gelockt. Sie demonstrierten für mehr Toleranz und «Liebe für Alle» - und wollen keine zweite «Loveparade» sein.

Berlin (dpa) - Rund zehntausend Menschen haben am Samstag am Technofest «Zug der Liebe» teilgenommen und sind bei Sonnenschein und warmen Temperaturen durch Berlin gezogen. Gestartet war der Zug zunächst mit rund 1100 Teilnehmern. Nach und nach seien immer mehr Menschen dazugekommen, sagte ein Polizeisprecher. Am späten Nachmittag seien es etwa 10 000 Technofans gewesen.

Die Teilnehmer tanzten zu wummernden Bässen elektronischer Musik. Manche waren fantasievoll verkleidet, viele hielten Schilder mit aufgemalten Herzen und der Aufschrift «Liebe für Alle» hoch. Der Veranstalter hatte 50 000 Teilnehmer angemeldet.

Die Teilnehmer wollten für mehr Toleranz und Miteinander in der Gesellschaft werben. Der Zug sollte ein Zeichen gegen Rechtspopulismus setzen und für ein tolerantes Miteinander ohne Rassismus und Rechtsextremismus werben.

Laut Veranstalter handelt es sich beim «Zug der Liebe» nicht um eine Neuauflage der Loveparade, sondern um eine politische Demonstration. Man wolle für Themen einstehen. Weder Parteien noch Religionen wolle man eine Plattform bieten, es gebe ein Werbe- und Sponsorenverbot. Daher sei der Zug auch ausschließlich durch private Spenden finanziert.

Mehr als 35 Vereine und Wagen, darunter der Verein «Technotürken» und das Label «Großstadtvögel» hatten ihre Teilnahme angekündigt, um die Stadt mit Elektro-Musik zu beschallen.

Die Loveparade - einst von DJ Dr. Motte (Matthias Roeingh) gegründet - hatte ihre Hochzeiten in den 90er Jahren. 1999 zählten die Veranstalter 1,5 Millionen Besucher in Berlin. Später wanderte das Technofest ins Ruhrgebiet ab, wo es 2010 in Duisburg zu einer Massenpanik mit vielen Toten und Verletzten kam - die Katastrophe markierte das Aus für die Loveparade.

Sa, 2016-07-30 19:00
Verl (dpa)

Deutschland sucht den schönsten Dackel

Kurze Beine, kesser Blick: Bereits zum siebten Mal wird ein kleines Örtchen für einen Tag zur Dackelhauptstadt: In Verl-Kaunitz sucht ein traditionsreicher Zuchtclub Deutschlands schönsten Dackel.

Verl (dpa) - Auf einer großen Hundeausstellung im ostwestfälischen Verl kürt der Deutsche Teckelclub an diesem Sonntag den schönsten Dackel. Zu der Schau (ab 9.00 Uhr) werden mehr als 300 Exemplare der kurzbeinigen Rassehunde erwartet.

Das Treffen der Dackel mit ihren Herrchen und Züchtern sowie großer Clubsieger-Ausstellung findet bereits zum siebten Mal in der Ostwestfalenhalle von Verl-Kaunitz statt. Während der Dackel in Deutschland in den 1970er und 80er Jahre Modehund Nummer eins war, hat er heute deutlich mehr Konkurrenz. Beliebt ist der für seinen Eigensinn bekannte Jagd- und Familienhund noch immer.

In der Welpenstatistik vom Verband für das Deutsche Hundewesen ist der Teckel mit mehr als 5800 geborenen Babydackeln 2015 der zweithäufigste Hund nach dem Schäferhund. Da jedoch längst nicht alle Hundebesitzer und Züchter ihre Welpen dort melden, sehen andere Rankings den Dackel deutlich weiter abgeschlagen hinter dem beliebten Labrador, kleineren Terriern und einer Vielzahl weiterer Moderassen.

Sa, 2016-07-30 19:01
Köln (dpa)

Pro-Erdogan-Demo in Köln - Bis zu 30 000 Teilnehmer erwartet

Köln (dpa) - Köln ist an diesem Sonntag Schauplatz einer Kundgebung für den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Erwartet werden bis zu 30 000 Teilnehmern. Außerdem sind vier Gegendemonstrationen angemeldet, unter anderem von Rechtsextremisten. 2700 Polizisten sollen sicherstellen, dass es nicht zu Ausschreitungen kommt.

Thema der Kundgebung ist der vereitelte Militärputsch in der Türkei. Die Veranstalter sind der Ansicht, dass die Rolle der türkischen Bevölkerung dabei von den deutschen Medien nicht ausreichend gewürdigt werde. Kritiker sagen dagegen, einziger Zweck der Kundgebung sei es, der deutschen Öffentlichkeit vorzuführen, wie entschlossen die Mehrheit der Deutschtürken hinter der Politik Erdogans stehe. Bei der Kundgebung soll auch der türkische Sportminister sprechen.

In der Türkei gilt nach dem gescheiterten Putschversuch ein Ausnahmezustand. Nach offiziellen Angaben wurden zudem rund 18 000 Menschen festgenommen und Zehntausende Staatsbedienstete suspendiert.

Sa, 2016-07-30 17:06
Köln/Karlsruhe (dpa)

Video bei Pro-Erdogan-Demo: Fall für Bundesverfassungsgericht

Köln/Karlsruhe (dpa) - Der Anmelder der Pro-Erdogan-Demonstration am Sonntag in Köln hat das Bundesverfassungsgericht eingeschaltet. Dabei geht es offenbar darum, doch noch Politiker aus der Türkei per Video zuschalten zu können. Ein Sprecher des Karlsruher Gerichts bestätigte am Samstag, es sei ein Antrag in Bezug auf die am Sonntag in Köln geplante Versammlung eingegangen. Darüber hatte das ZDF zuerst berichtet. Zuvor hatte das Oberverwaltungsgericht (OVG) in Nordrhein-Westfalen entschieden, dass keine Politiker aus der Türkei bei der Demonstration auf eine Großleinwand zugeschaltet werden dürfen.

Ein Karlsruher Gerichtssprecher sagte, der Antrag betreffe eine Entscheidung des OVG in Münster. Es gehe um eine Videoleinwand. Die Eilsache sei in Bearbeitung. Zugrunde liege die Aussage, der Antragsteller fühle sich in seinen Grundrechten verletzt.

Sa, 2016-07-30 17:26
Waldleiningen (dpa)

Der Luchs soll wieder Pfälzer werden Von Stephen Wolf, dpa

Seit Jahrhunderten gilt der Luchs in Rheinland-Pfalz als ausgestorben. Das soll sich nun ändern.

Waldleiningen (dpa) - Die erste Erkenntnis hat das Auswilderungs-Projekt bereits nach wenigen Sekunden gebracht: Kaja, Luna und Lucky sind extrem flink. Kaum in der neuen Heimat angekommen, sind die drei Luchse schon zwischen den Bäumen des Pfälzerwalds verschwunden. 

Kurz zuvor hatten Vertreter der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz die beiden Weibchen und das Männchen aus der Slowakei nach Rheinland-Pfalz gebracht. Nach der Ausrottung durch den Menschen seien die Tiere nun eine Bereicherung für die Natur, sagte die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne).

Dass es sich bei den scheuen Tieren nicht etwa um Schmusekatzen handelt, wurde durch das laute Knurren deutlich, das aus den drei Käfigen drang. Die Katzen sind sozusagen Pioniere, die in den kommenden Jahren für Nachwuchs sorgen sollen.

Insgesamt gibt es in Deutschland etwa 70 Luchse, schätzt der Naturschutzbund (Nabu). Das jüngste Auswilderungs-Projekt im Harz liegt schon 14 Jahre zurück. 

Ministerin Höfken wieß darauf hin, dass die Luchse sehr empfindliche Tiere sind. So sterben etwa 50 Prozent schon bei der Geburt. Von den überlebenden Tieren gehen wiederum 50 Prozent in jungen Jahren zugrunde. Der Mensch müsse die extrem scheuen Tiere nicht fürchten.

In den kommenden sechs Jahren sollen insgesamt 20 Luchse aus den Karpaten und der Schweiz gefangen und im Pfälzerwald ausgewildert werden, sagte Stiftungs-Geschäftsführer Jochen Krebühl. Wenn alles klappt und sich die anmutigen Tiere fortpflanzen, werde sich das auch auf das ökologische Gleichgewicht auswirken.

Vor allem Schalenwild stehe auf dem Speiseplan der Katzen, die so groß wie ein Schäferhund werden können. «Die Rehe dürften in unserer Region einen Beuteanteil von etwa 90 Prozent ausmachen», sagt Krebühl. Insofern sorge der Luchs dafür, dass sich schwache Tiere nicht weiter vermehren. 

Der Pfälzerwald gilt aber nicht nur wegen seines Reichtums an Beutetieren als gut geeignet für die Wiederansiedlung der Luchse. Dort dürften auch wichtige Wanderkorridore entstehen, die wiederum ins Nachbarland Frankreich führen. Um diese Wege zu erforschen, haben die Katzen auch jeweils Halsbänder angelegt bekommen, die via GPS-Ortung Aufschluss über ihr Bewegungsprofil geben sollen. Ausgewertet werden die Daten von Wissenschaftlern. 

Gefördert wird das 2,7 Millionen teure Projekt vor allem von der Europäischen Union aber auch vom Land. Auch bei der Namensfindung für die drei ausgewilderten Luchse wurde länderübergreifend gearbeitet: Grundschulkinder aus Rheinland-Pfalz und Lothringen hatten die Namen ausgesucht. 

Sa, 2016-07-30 17:08
Gmund (dpa)

Merkels Credo, Seehofers Dilemma Von Christoph Trost und Kristina Dunz, dpa

Drei Bluttaten in Bayern wühlen die Menschen auf. Merkels «Wir schaffen das» will der CSU-Chef da einfach nicht mehr hören. Können sie überhaupt noch zusammenfinden - zumindest in Zeiten des Terrors?

Gmund (dpa) - Nein, Horst Seehofer will sich gar nicht groß dazu äußern. Aber das Wenige, was er sagt, sagt auch alles. «Ich kann mir diesen Satz auch beim besten Willen nicht zu eigen machen», erklärt der CSU-Chef zum wiederholten «Wir schaffen das»-Appell von Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Er bemüht sogar seinen Amtseid, seinen Schwur, Verantwortung für die Menschen in seinem Bundesland zu übernehmen. Mit dem Merkel-Satz würde er dem nicht gerecht. Zu groß die Probleme, zu unbefriedigend die bisherigen Lösungsansätze.

Der Schock über drei Gewaltakte in Bayern innerhalb einer Woche ist dem Ministerpräsidenten zwar inzwischen einigermaßen aus dem Gesicht gewichen. Aber er betont am Samstag gleich zu Anfang, dass diese längste Kabinettsklausur in der Geschichte der bayerischen Staatsregierung (fünf Tage) geprägt war von den «brutalen Bluttaten». «Deshalb wird sie für alle Kabinettsmitglieder unvergesslich bleiben», sagt er zum Abschluss in St. Quirin am Tegernsee.

Das Bayern von heute ist nicht mehr das Bayern von vor zwei Wochen: Die Axt-Attacke von Würzburg, der Amoklauf von München und der Bombenanschlag von Ansbach haben den Freistaat, wie Seehofer sagt, «ins Mark getroffen». Er hatte schon im Laufe der Woche angekündigt, dass er nicht mehr bereit sei, «nur um des Friedens willen einfach die Dinge nicht so zu behandeln, wie sie behandelt werden müssen in einem Rechtsstaat». Seehofer will jetzt Taten statt Worte.

Aber er ist in einem Dilemma. «Wir schaffen das» war in seinen Ohren von Beginn an eine hohle Phrase. Wie denn, wollte er von Merkel hören, und Unterstützung bekommen. Doch zu stark kann er gegen diesen Satz nicht ankämpfen, denn der Umkehrschluss wäre: «Wir schaffen es nicht.» Das wäre für einen Regierungschef eine Bankrotterklärung und ein Rücktrittsgrund. Genau deshalb hält Merkel ja auch daran fest. Die CSU aber will verbindlich wissen: Wie, bitte, schaffen wir es?

Deshalb geht Seehofer wiederum so deutlich wie möglich auf Distanz zu diesem prägenden Satz von Merkels Kanzlerschaft - versucht aber, den Streit mit der CDU-Chefin nicht von Neuem zu entfachen. Mühselig hatten sie vereinbart, mit ihrem «Dissens zu leben». Eine ganze Klausur der CDU- und CSU-Spitzen in Potsdam im Juni diente dazu, den Blick gemeinsam nach vorn zu richten - und das Zerwürfnis um den Kern der Flüchtlingspolitik einfach ruhen zu lassen.

Aber nach den mutmaßlich islamistisch motivierten Anschlägen zweier Flüchtlinge in Würzburg und Ansbach kann Seehofer der Kanzlerin nicht entgegenkommen. Zu aufgewühlt sind viele Bürger, zu kritisch wird Merkels «Wir schaffen das» seit langem an der CSU-Basis gesehen - und die Kanzlerin insgesamt. Er kann seine Forderung nach begrenzter Zuwanderung nicht einfach aufgeben - auch, wenn die Zahlen schon deutlich sinken.

Seehofer will mit einer Obergrenze von 200 000 Flüchtlingen pro Jahr sicherstellen, dass der Zuzug auf Dauer gedeckelt wird. Doch Merkel wird darauf niemals eingehen. Da hat sie sich im vorigen September aus humanitären und rechtlichen Gründen festgelegt.

Am Freitag hatte Seehofer noch Finanzminister Markus Söder (CSU) vorgeschickt, der Merkel indirekt «Blauäugigkeit» vorwarf. Seehofer weiß aber auch: In Zeiten von Terror wollen die Bürger kein Parteiengezänk - noch dazu zwischen Kanzlerin und CSU-Chef. Nicht jetzt, da - das sagt auch Merkel - der islamistische Terror in Deutschland angekommen ist. So betont er, die Union sei nach Potsdam «gut unterwegs», er wolle keinen Streit und keine politische Auseinandersetzung. Merkel und er wollten fair miteinander umgehen.

«Aber ich will der Öffentlichkeit auch nicht die Unwahrheit sagen.» Da ist es dann wieder - Seehofer kann nicht anders. So wenig wie Merkel, die auch auf eine für die Bürger ganz deutliche Geste verzichtete. Das wäre vielleicht ein gemeinsamer Auftritt mit Seehofer gewesen an einem der Tatorte, wo Blumen liegen für die Opfer, Menschen weinen und Angst und Wut zeigen.

Und wenn Merkel Bedenken vor einem - ihr zutiefst zuwideren - «Katastrophen-Tourismus» hat, hätte sie Seehofer vielleicht persönlich besucht, als gemeinsames Zeichen gegen Terror und die um sich greifende Furcht im Land. Nun werden beide an diesem Sonntag an dem Trauerakt für die neun Toten des Münchner Amoklaufs teilnehmen. Ein persönliches Gespräch der beiden Parteichefs ist nicht geplant.

Sa, 2016-07-30 17:19
Bielefeld (dpa)

1600 Demonstranten gedenken in Bielefeld jesidischer Terroropfer

Bielefeld (dpa) - Etwa 1600 Menschen haben am Samstag in Bielefeld an jesidische Terroropfer im Nordirak erinnert. Die Demonstranten seien friedlich quer durch die Innenstadt gezogen, teilte die Polizei in Bielefeld in einer ersten Bilanz mit. Zahlreiche Exil-Jesiden waren unter den Teilnehmern. Sie zeigten Transparente wie «Frauenrechte sind Menschenrechte» und trugen T-Shirts mit der Aufschrift «Völkermord an Yeziden».

Vor zwei Jahren hatte die Terrormiliz Islamischer Staat im Nordirak Tausende Jesiden aus ihren Siedlungsgebieten im irakischen Sindschar-Gebirge nach Syrien verschleppt und Gewaltverbrechen an ihnen verübt. Nach Einschätzung der Vereinten Nationen hat die Verfolgung das Ausmaß von Völkermord erreicht. Ursprünglich waren 5000 Teilnehmer zu der Kundgebung in Bielefeld erwartet worden. Sie sollte bis 20 Uhr dauern.

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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

Keine Anzeige!

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

Keine Anzeige!

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

Keine Anzeige!

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb, selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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