Dienstag, 21. November 2017

Daily Navigator: Groß­bri­tan­ni­en will EU-Emis­si­ons­re­form verhindern, Keystone-Pipeline und Plas­tik­müll im Ma­ria­nen­gra­ben

am Tag nach dem Ende der Sondierungsgespräche im Bund war aus den Parteien wenig zu hören, woran es denn nun konkret gelegen habe. FDP-Chef Christian Lindner nannte zwar in mehreren Interviews den Streit um den Solidaritätszuschlag als Beispiel, aber dabei blieb es dann auch im Wesentlichen. Möglicherweise kommen wir bei umweltrelevanten Konfliktpunkten in den nächsten Tagen noch einmal darauf zurück – so bleibt uns vorerst nur, ins allgemeine Staunen und die umfassende Ratlosigkeit allenthalben einzustimmen. 

Handfester sind die Themen in unserem Navigator: Wir haben einen kleinen Zwist zum Brexit dabei, genauso wie zwei neue Kartenprojekte zur Luftqualität und zum Klimawandel. Hoffnung schöpfen zudem die US-Umweltschutz-Aktivisten, die für ein Aus der Keystone-Pipeline kämpfen. 

Vielleicht gibt es ja morgen neue Details aus Berlin – bis dahin!

Das Team vom Navigator

PS: Empfehlen wollen wir auf unserer Seite noch eine Bilanz zum Klimagipfel COP23. Wir sprachen mit Jan Kowalzig, Referent für Klimawandel und Klimapolitik bei Oxfam. Er war zwei Wochen lang in Bonn dabei und zieht ein durchwachsenes Fazit. Seiner Meinung nach drücken sich die reichen Länder um die nötige Verantwortung.

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Briten drohen, EU-Emissionsreform zu verschleppen

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Großbritannien schlägt sich beim Votum zur Reform von EU-Emissionsregeln vermutlich auf die Seite von Kohleländern wie Polen. Der Hintergrund: In den Entwurf der neuen Regeln war ein Passus eingefügt worden, wonach Großbritannien im Fall eines “Brexit ohne Deal” keine Emissionsrechte weiterverkaufen darf. Die Briten sind über diese Klausel verärgert; für sie ist sie ein Zeichen, dass die EU bereits von einem Scheitern der Brexit-Verhandlungen ausgeht, berichtet der Telegraph, auf Deutsch zusammengefasst bei klimaretter.info.

Zusammenfassung, 2 Minuten Lesezeit
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Tiere im Marianengraben haben Plastikmüll im Körper

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Es ist der tiefste Ozeangraben auf unserem Planeten und trotzdem finden sich dort nun Spuren der Menschen – und zwar keine Guten. Wissenschaftler der Universität Newcastle haben in Krustentieren, die in den Untiefen des Marianengrabens wohnen, Reste von menschlichem Plastikmüll gefunden. Auch Stoffe wie Nylon und Polyäthylen waren darunter, berichtet der Telegraph.

Bericht mit Karten, 5 Minuten Lesezeit
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Wie Wirtschaftsinteressen das Aus für die Keystone-Pipeline bringen könnten

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Neun Jahre dauert nun schon der Streit zwischen Umweltschützern und den Firmen, die in den USA die Keystone-XL-Pipeline bauen wollen. Nachdem Barack Obama sich kritisch gezeigt hatte, steht Donald Trump dem Projekt deutlich offener gegenüber. Mother Jones beschreibt es in einer ausführlichen Analyse und zeigt auch auf, warum die Leitung möglicherweise nun doch nicht kommen könnte: Der Energiemarkt hat sich schlicht zu sehr verändert, möglicherweise lohnt sich die Leitung einfach nicht mehr.

Analyse, 3 Minuten Lesezeit
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EU veröffentlicht aktuelle Daten zur Luftqualität online

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Ein neuer Service der Europäischen Umweltagentur (EUA) und der Europäischen Kommission zeigt Nutzern live die aktuelle Luftqualität in vielen Städten und Regionen des Kontinents. Air Quality Index heißt das Kartenprojekt und eine deutsche Erläuterung dazu gibt es bei der Sonnenseite

Erläuterung, 2 Minuten Lesezeit
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Neue Karte zu Extremwetter und Klimawandel

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Und noch eine Datenbank wollen wir empfehlen: Die Vereinten Nationen geben darin Aufschluss darüber, ob extreme Wetterereignisse wie Regenschauer und Stürme mit dem Klimawandel im Zusammenhang stehen. Auf Carbon Brief sind 144 solcher Wetterereignisse aus aller Welt mit Studien zu ihren möglichen Ursachen aufgeführt – für Deutschland geht es beispielsweise um Stürme im Norden und Hitze im Süden.

Datenbank-Überblick, 5 Minuten Lesezeit

Debatte am Dienstag: Hass auf oBikes

Die Mieträder von oBike gibt es von München bis Melbourne – und vielerorts sind sie zum echten Hassobjekt geworden. Das liegt auch daran, dass der chinesische Betreiber die Städte mit Fahrrädern regelrecht flutet – doch das Internet wehrt sich.

Zahlreiche Accounts bei Instagram dokumentieren den Widerstand gegen die Bikesharing-Firma. Die Bilder zeigen beispielsweise „entführte“ und zweckentfremdete Fahrräder. Eine Zusammenstellung einiger Accounts und besonders schöner Bilder gibt es beim Süddeutsche Zeitung Magazin.

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Wie High-Tech
den Biolandbau
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Ein Besuch in einem der größten
ökologischen Betriebe Deutschlands

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Nachrichten

Klimaschutz – eine Frage der globalen Gerechtigkeit

Klimaschutz – eine Frage der globalen Gerechtigkeit

Zum Abschluss der Klimakonferenz in Bonn steht die Frage im Raum, welche Kompensationen Entwicklungsländern zustehen und welche Rolle Menschenrechte in der Umsetzung des Pariser Abkommens spielen sollen. Abseits der Konferenz arbeiten bereits Wissenschaftler und Juristen daran, zu klären, wer in Zukunft Verantwortung für Klimaschäden übernehmen muss.

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Nachrichten

Weltklimakonferenz
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17.Nov 2017

„Die reichen Länder drücken sich vor ihrer Ver­ant­wor­tung“

„Die reichen Länder drücken sich vor ihrer Verantwortung“
Jan Kowalzig, Referent für Klimawandel und Klimapolitik bei Oxfam, war zwei Wochen lang auf der COP23 in Bonn. Seine Bilanz ist durchwachsen: Insbesondere bei der Erstellung eines Regelbuchs für die Umsetzung des Pariser Abkommens seien die Verhandlungen gut vorangekommen. Von Deutschland sei ein positives Signal ausgegangen – und ein fatales.
UN-Klimakonferenz
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13.Nov 2017

Eine Öko-Vision als Staatsziel? Was hinter den deutschen Kli­ma­schutz­zie­len steckt

Eine Öko-Vision als Staatsziel? Was hinter den deutschen Klimaschutzzielen steckt
Diese Woche entscheidet sich in Bonn, wie das Pariser Abkommen mit Leben gefüllt wird. Dabei stehen auch die nationalen Langfriststrategien im Mittelpunkt. Deutschland rühmt sich, dabei Vorreiter zu sein. Schaut man auf den Klimaschutzplan 2050, sieht das jedoch anders aus. Eine Analyse.
UN-Klimakonferenz COP23
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15.Nov 2017

Afrika: Un­ter­stüt­zung beim Ausbau von er­neu­er­ba­ren Energien lohnt sich

Afrika: Unterstützung beim Ausbau von erneuerbaren Energien lohnt sich
Der Tag, an dem 30 Staats- und Regierungschefs sowie über 100 Minister in Bonn erwartet werden, gilt gleichzeitig als Afrika-Tag der Klimakonferenz. Der heißeste aller Kontinente benötigt Unterstützung, um die Lebensbedingungen trotz Klimawandel zu verbessern. Dass sich Afrika aber bereits auf den Weg gemacht hat und vor allem die Solarenergie boomt, zeigt eine Reportage im aktuellen Greenpeace-Magazin. 
Weltklimarat
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10.Nov 2017

IPCC-Forscherin: „Kli­maskep­ti­ker versuchen, Wis­sen­schaft­ler persönlich zu dis­kre­di­tie­ren“

IPCC-Forscherin: „Klimaskeptiker versuchen, Wissenschaftler persönlich zu diskreditieren“
Was hier drin steht, hat Gewicht: Die Berichte des Weltklimarats IPCC sind oft die wichtigste Referenz für die Beschreibung des Klimawandels. 2018 soll der nächste erscheinen. Daniela Jacob ist eine von fast 1000 Autoren. Im Interview beschreibt die Forscherin, wie sie die Mammutaufgabe bewältigt – und was sie auf Kritik erwidert.
Mehr davon? Schauen Sie in unserem Nachrichten-Archiv vorbei.
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„Wir
müssen mehr reden
und zuhören“

Nazhat Shameem Khan, Chefunterhändlerin beim Klimagipfel, über ihre Verhandlungsstrategie

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Jeder Gang ein Experiment

Das Berliner Sterne-Restaurant „einsunternull“
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Dafür mutet es seinen Gästen einiges zu

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Europa:
Kontinent Utopia

Wovor müssen wir uns fürchten?
Worauf dürfen wir hoffen?
Die Reporterin Lena Niethammer, 27, ist in die Zukunft gereist: zur Jugend, die Europa gestalten wird

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