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Weniger Plastik bei Rewe: Prahlen auf tiefem Niveau

Weniger Plastik bei Rewe: Prahlen auf tiefem Niveau

Alle wollen mitschwimmen auf der großen Ökowelle. Nun schaltet Rewe, Deutschlands zweitgrößter Lebensmitteleinzelhändler, Anzeigen mit dem Slogan „Endlich unverpackt“. Zu früh geworben, finden wir, und kontern mit einer Gegenanzeige.

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Freitag, 14. Juni 2019

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Kü­ken­schred­dern bleibt erlaubt, Groß­bri­tan­ni­en will bis 2050 kli­ma­neu­tral werden und ein kranker See

Liebe Leserinnen und Leser,

der Klimawandel führt zu mehr Dürren, Überschwemmungen und Extremsituationen im Allgemei­nen. Aber bedeutet das auch, dass die Erderwärmung für Konflikte und gar Bürgerkrie­ge mitverantwortlich ist? Dieser interessanten Frage sind Forscher der amerikanischen Stanford Universität nachgegangen. Sie befragten elf der „erfahrensten und meist zitierten“ Klimaexperten und Konfliktforscher weltweit. Ergebnis: Die Gesprächspartner stimmten überein, dass Klimaveränderungen tatsächlich organisierte bewaffnete Konflikte beeinflussen oder „formen“. Allerdings sei dieser Einfluss im Vergleich zu anderen Faktoren „sehr viel“ geringer – bedeutsamer seien die sozioökonomische Entwicklung des Landes, die staatliche Leistungsfähigkeit, die Gleichberechtigung verschiedener Gesellschaftsgruppen und die Gewalthistorie des Landes. Darüber hinaus seien die Auswirkungen des Klimawandels auf Konflikte schwer einzuschätzen: So könne Nahrungsmittelmangel nach Dürren Konflikte befördern – aber auch die Versorgung bewaffneter Gruppen behindern. Mehr dazu beim Tagesspiegel.

Auf unserer eigenen Seite widmen wir uns der neuen REWE-Reklame: Deutschlands zweitgrößter Lebensmitteleinzelhändler wirbt mit dem Slogan „Endlich unverpackt“. Zu früh geworben, finden wir – und kontern mit einer Gegenanzeige.

Damit wünschen wir Ihnen ein schönes Wochenende. Am Montag landen wir wieder in Ihrem digitalen Postfach. Wie immer komplett werbefrei.

Das Team vom Navigator 

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Bundesverwaltungsgericht: Kükenschreddern bleibt übergangsweise erlaubt

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Stehen die wirtschaftlichen Interessen der Geflügelwirtschaft über dem Tierschutz? Das Bundesver­wal­tungs­gericht sagt nein. Trotzdem wird das Töten männlicher Küken erst einmal weitergehen, wie ZDF-heute schreibt. Das Urteil wertet den Tierschutz zwar erstmals gegenüber wirtschaftlichen Inte­ressen auf. Aber es schützt die Erzeugerbetriebe auch für eine Übergangszeit vor einer so­fortigen Umstellung ihrer Praxis. Ihnen kommt zu Gute, dass schonende Verfahren zur Bestimmung der Geschlechter im nicht ausgebrüteten Ei kurz vor der Entwicklungsreife stehen und wohl in abseh­barer Zeit flächendeckend zum Einsatz kommen dürften. Die Erzeuger jetzt zu zwingen, mit hohem Aufwand die männlichen Küken aufzuziehen und schon bald auf die neuen Verfahren umzustellen, würde zu einer unzumutbaren doppelten Belastung führen, so das Gericht. Die Tagesschau gibt einen Überblick, welche Techniken zur Geschlechtsbestimmung es gibt und wie einsatzbereit diese jeweils sind. Die SZ kommentiert: Auch wenn sich Tierschützer ein entschiedeneres Urteil gewünscht hätten – es ist ein wichtiger Schritt: Erstmals wird dem Leben des Tieres ein „Eigenwert“ zuerkannt.

Bericht, 2 Minuten Lesezeit
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Großbritannien will bis 2050 klimaneutral werden

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Die scheidende Premierministerin Theresa May hat den Weg dafür geebnet, dass Großbritannien als erster G-7-Staat im Jahr 2050 klimaneutral ist. Dieses Regierungsziel soll dem gegenwärtigen Klima­wan­delgesetz beigefügt werden – bislang sah es nur eine 80-prozentige Reduk­tion der CO2-Emissionen vor. Das Unterhaus kann den Entwurf entweder annehmen oder ablehnen, aber nicht verändern. Klimapolitisch ist Großbritannien längst ambitionierter als Deutschland: Der An­teil der Kohle an der Strom­erzeugung liegt hier schon heute im einstelligen Prozentbereich; der Aus­stieg soll bis 2030 beendet sein. Bereits ab 2030 sollen keine Autos mit Verbrennungsmotor mehr zugelassen werden. Hintergründe bei der taz. Deprimierend sind dagegen die Aussichten jenseits des Atlantiks: Wie der Guardian unter Berufung auf die re­nommierte Brown Universität berichtet, war 2017 allein das amerikanische Verteidigungsministerium für 59 Millionen Tonnen Treibhausgase verantwortlich – damit produziert das Pentagon so viel COund andere Klimatreiber wie Portugal oder Schweden.

Bericht, 3 Minuten Lesezeit
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Klöckner und Schulze einigen sich auf schärfere Düngeregeln

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Der Schutz des Grundwassers sei ein zentrales Anliegen der Bundesregierung, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung von Bundeslandwirtschafts- und Bundesumweltministerium. Nach Beratungen mit Ländern, Verbänden und Abgeordneten habe man sich auf Vorschläge verständigt, wie das Düngen der Felder weiter beschränkt werden soll. CDU-Agrarministerin Julia Klöckner sprach von einem fairen Ausgleich zwischen den strengen Grenzwerten der Nitratrichtlinie und den Anfor­de­run­gen an eine nachhaltige Pflanzenproduktion. Grundsätzlicher Konsens ist der Tagesschau zufol­ge nun die Reduzierung der Düngung in sogenannten roten Gebieten mit besonders hohen Nitrat­werten um 20 Pro­zent pro Betrieb. Zuvor gab es zwischen den beiden Ressorts eine monatelange Debatte über die Um­setzung der von der EU-Kommission eingeforderten Maßnahmen. Brüssel hatte gegen Deutsch­land wegen zu hoher Nitratwerte im Grundwasser Klage eingereicht und 2018 vor dem EuGH Recht bekommen. Brüssel wird die neuen Vorschläge nun prüfen – sollten sie erneut von der EU-Kommission abgelehnt werden, drohen hohe Strafzahlungen.

Bericht, 1 Minute Lesezeit
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„Fridays for Future“: Aachener Polizei kündigt Großeinsatz an

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Die Aachener Polizei hat ihr Einsatzkonzept für die geplante Großdemo von „Fridays for Future“ am 21. Juni vorgestellt. Demnach sollen weitere Einsatzkräfte aus Nordrhein-Westfalen und anderen Bun­desländern die Aachener Beamten bei den angekündigten Großdemonstrationen für den Klima­schutz am Wochenende nach Fronleichnam unterstützen. Grund für den umfangreichen Polizeiein­satz in dem Zeitraum sind mehrere Protestaktionen für Klima- und Umweltschutz, die in und um Aachen stattfinden sollen. Den Protestaufrufen von „Fridays for Future“ und den Anti-Braunkohle-Aktivisten von „Ende Gelände“ hatten sich zahlreiche weitere Gruppen angeschlossen. Die Poli­zei Aachen hatte im Vorfeld mit einem Brief an die Schulen in der Region für Aufsehen gesorgt: Darin wurden die Teilnehmer der „Fridays for Future“-Demos aufgefordert, zu „gewaltbereiten Gruppie­run­gen“ von „Ende Gelände“ Abstand zu halten. Die Meldung gibt es nachzulesen bei Spiegel Online.

Bericht, 3 Minuten Lesezeit
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Ist das „Ohne Gentechnik“-Label auf Lebensmitteln Verbrauchertäuschung?

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Zwei Drittel der Deutschen möchten ungern gentechnisch veränderte Lebensmittel essen. Was vielen Menschen nicht klar ist: Ein Großteil unserer Nahrungsmittel basiert schon lange auf Nutzpflanzen, deren Erbgut mithilfe von Röntgenstrahlung oder Chemikalien genetisch verändert wurde. Laut dem Verband „Forum grüne Vernunft“ enthalten mehr als 90 Prozent aller Lebensmittel Genmanipulatio­nen. In der EU müssen die Produkte aufgrund einer Sonderregelung nicht als gentechnisch verändert gekennzeichnet werden. Hersteller in Deutschland gehen aber noch einen Schritt weiter: Sie bewer­ben die Produkte immer häufiger mit dem „Ohne Gentechnik“-Label. Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs streiten Forscher nun, ob das erlaubt ist – oder aber als Verbrauchertäuschung zu werten ist. Eine rechts­wissen­schaftliche Analyse der gesetzlichen Grundlagen, die am Freitag vorgestellt wird, kommt zu dem Schluss, dass der „Ohne Gentechnik“-Slogan Verbraucher in die Irre führt. Mehr dazu bei Spiegel Online. Auch interessant: Zeit Online hat sich den Markt für Fleischersatzprodukte angeschaut und geht der Frage nach, wer hier mit wem Geschäfte macht.

Bericht, 8 Minuten Lesezeit

Fotos am Freitag: Krankes Wasser

Der Atitlánsee ist für Hunderttausende Menschen in Guatemala die einzige Frischwasserquelle – aber er droht wegen Pestiziden und Algen zu kippen. Warum wehrt sich die Bevölkerung gegen Pläne für eine Kläranlage?

Unsere „Fotos am Freitag“ sind heute bewegt: Spiegel Online hat vor Ort recherchiert – und präsentiert die Ergebnisse in einer Digitalreportage.

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Neueste Ausgabe: Greenpeace Magazin 4.19 Neues Essen

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Von Mücken und Menschen

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Achtung, die Mücken kommen – am Oberrhein droht gar eine Plage. Ein Verein bekämpft die Tiere dort mit dem Insektizid Bti. Es soll nur die Stechmücken töten, doch es mehren sich Untersuchungen, die das Gegenteil beweisen. 

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07.Jun 2019

Letzter Aufruf für Reisen zu bedrohten Paradiesen

Last Minute noch schnell ans Ende der Welt // Unsere Leseempfehlungen zum Wochenende

Im wöchentlichen Newsletter wirft unsere Autorin Kerstin Eitner einen persönlichen Blick auf aktuelle Umweltthemen, Ereignisse und Entwicklungen in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft oder Wissenschaft. Wenn es sein muss, auch bis ans Ende der Welt und darüber hinaus.

Europawahl
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28.Mai 2019

„Wir brauchen ein Mi­nis­te­ri­um zur Rettung der Welt“

„Wir brauchen ein Ministerium zur Rettung der Welt“

Die Grünen haben bei der Europawahl das beste Ergebnis ihrer Geschichte eingefahren. Wie könnte sich das auf den Klimaschutz auswirken? Ein Interview mit Volker Quaschning, Mitinitiator der „Scientists for Future“ und Professor für Regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin.

Mehr davon? Schauen Sie in unserem Nachrichten-Archiv vorbei.
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