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ratgeber / 03.Sep 2015

So retten wir die gute Milch

Für einen Liter Milch bezahlen Molkereien derzeit im Schnitt nur noch 26 Cent. Das treibt kleine Betriebe in den Ruin und führt dazu, dass die Kühe noch gnadenloser ausgepresst werden. Beim Einkauf können Sie gegensteuern – wir zeigen wie.

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Gebänderter Diademseeigel, Augenfleck-Seewalze oder Seestachelbeere – den wenigsten Menschen dürften die Namen dieser unter Wasser lebenden Wirbellosen etwas sagen. Die US-Fotografin Susan Middleton hat atemberaubende Porträts dieser erstaunlichen Tiere geschaffen.

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Do, 2015-09-03 18:25
Berlin (dpa)

Ostdeutsche haben besonders große Angst vor Flüchtlingszustrom

Berlin (dpa) - Menschen in Ostdeutschland bereitet die wachsende Zahl von Flüchtlingen einer Umfrage zufolge größere Sorgen als denen im Westen. Fast jeder zweite Befragte aus dem Osten (46 Prozent) gab im ARD-Deutschlandtrend an, dass ihm der Zustrom Angst macht. In Westdeutschland sagten das nur 36 Prozent. Das Institut Infratest dimap hatte im Auftrag des Senders Anfang dieser Woche 1001 Menschen befragt. Insgesamt gaben dabei 95 Prozent der Deutschen an, das Engagement von Privatleuten für Flüchtlinge zu begrüßen. Jeder Zweite war der Meinung, dass Behörden nicht genug tun, um Ausländer und Flüchtlinge vor fremdenfeindlichen Übergriffen zu schützen.

Zuletzt hatten unter anderem rechte Krawalle vor einem Flüchtlingsheim im sächsischen Heidenau für Aufsehen gesorgt. Immer wieder gab es in Teilen Deutschlands auch Brandanschläge auf geplante Unterkünfte. 87 Prozent der Befragten gaben an, sich für die gewalttätigen Proteste gegen Flüchtlinge zu schämen.

Do, 2015-09-03 17:17
Francisco (dpa)

Studie: HIV-Präventionsmittel kann vor Infektionen schützen

Eine Pille gegen HIV-Infektionen? Eine Untersuchung in den USA stimmt hoffnungsvoll. Oder könnte Truvada Menschen mit hohem Risiko zu sorglos machen?

San Francisco (dpa) - Die ebenso hoffnungsvoll wie skeptisch beäugte Präventionspille Truvada kann einer Studie zufolge besonders gefährdete Menschen vor einer HIV-Infektion schützen. Von den 657 Teilnehmern, die das Präparat seit mindestens zwei Jahren nahmen, haber sich niemand mit dem Aids-Erreger infiziert, berichten Mitarbeiter der privaten Krankenkasse Kaiser Permanente in der Zeitschrift «Clinical Infectious Diseases». «Das sind sehr zuverlässige Daten», sagte der Epidemiologe Jonathan Volk, der die Untersuchung leitete. «Das zeigt uns, dass die Medikamente selbst in Gruppen mit hohem Risiko wirken.»

Truvada wird zur HIV-Therapie eingesetzt, kann aber auch dafür sorgen, dass man sich erst gar nicht mit dem Erreger infiziert. Das Mittel wird Menschen mit einem besonders hohen Risiko gegeben - zum Beispiel Partnern von HIV-Infizierten. Allerdings gab es bislang viele Kritiker. Die einen bezweifelten die Wirksamkeit von Truvada zur Prävention, die anderen befürchteten, das Mittel könne zu Sorglosigkeit im Umgang mit HIV und auch anderen sexuell übertragenen Erkrankungen führen.

Der «New York Times» zufolgen widerlegen die Untersuchungen von San Francisco diese Befürchtung. Dabei sei durchaus richtig, dass die Teilnehmer, fast ausschließlich homosexuelle Männer, weniger Kondome benutzt hätten. Es gebe in der Gruppe auch tatsächlich mehr Geschlechtskrankheiten, berichtet die Zeitung weiter, aber eben keine HIV-Infektion.

Von den 657 Kunden, die die Tabletten bekamen, waren nur vier keine homosexuellen Männer. 84 Prozent von ihnen hätten wechselnde Geschlechtspartner angegeben, berichtet die «New York Times». Etwa die Hälfte von ihnen habe sich im Zeitraum der Untersuchung mit Geschlechtskrankheiten infiziert - aber nicht mit HIV. 40 Prozent von 143 befragten Teilnehmern räumten demnach an, dass sie weniger Kondome benutzen würden.

Ähnliche Ergebnisse hatte bereits eine britische Studie. Die war abgebrochen wurde, weil man der Kontrollgruppe, die ein Placebo bekommen hatte, aus ethischen Gründen nicht das Medikament vorenthalten wollte - weil die Wirkung offensichtlich sei. Allerdings ist Truvada teuer: 30 Tabletten, also eine Monatsdosis, kosten in den USA mehr als 1400 Dollar (1250 Euro).

Do, 2015-09-03 17:30
Berlin/Stuttgart (dpa) 

Grüne legen Forderungen für Flüchtlingsgipfel vor - «riesige Chance»

Vor einem Jahr hat es wegen der Flüchtlingspolitik heftig geknallt bei den Grünen. Damals stimmte der einzige grüne Ministerpräsident im Alleingang der Linie der schwarz-roten Koalition im Bund zu. Diesmal soll ein Konflikt mit Kretschmann vermieden werden.

Berlin/Stuttgart (dpa) - Mit einem Fünf-Punkte-Plan zur Bewältigung des Zuzugs der vielen hunderttausend Asylsuchenden gehen die Grünen in den Flüchtlingsgipfel am 24. September. Die Partei plädiert dafür, Länder und Kommunen finanziell zu entlasten, die Bearbeitung von Asylverfahren und die Rückkehr von Menschen ohne Bleibeperspektive in ihre Heimat zu beschleunigen. Zudem müssten neue Wege der legalen Arbeitsmigration geöffnet werden.

Das Papier, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, ist vom baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann, den Vizeregierungschefs der anderen grün-mitregierten Länder und dem Bundes- und dem Fraktionsvorstand unterzeichnet. Das umstrittene Thema der Definition sicherer Herkunftsländer kommt in dem Fünf-Punkte-Plan nicht explizit vor.

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt nannte den Zuzug von Flüchtlingen nach Deutschland eine «riesige Chance für unsere Zukunft». Ein friedliches Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft, Sprache und Generationen werde Deutschland verändern, sagte Göring-Eckardt am Donnerstag in Berlin zum Beginn einer zweitägigen Fraktionsklausur.

Zum Abbau des Berges an unbearbeiteten Asylverfahren fordern die Grünen eine Altfallregelung. Asylsuchende, die länger als ein Jahr im Verfahren seien, müssten die Möglichkeit auf eine Aufenthaltserlaubnis in Deutschland erhalten und ihren Asylantrag dafür zurückziehen können.

Beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge warten derzeit fast 250 000 Asylanträge auf Bearbeitung. Der Stau sei nicht mehr zu bewältigen, es sei ein «klarer Schnitt» nötig, fordern die Grünen. Bis Ende des Jahres rechnet die Bundesregierung mit 800 000 Asylsuchenden - viermal so viele wie im vergangenen Jahr.

Die Union fordert, weitere Balkanländer zu sicheren Herkunftsländern zu erklären, um abgelehnte Asylbewerber von dort leichter abschieben zu können. Kretschmann hat wiederholt betont, bei dem Thema gesprächsbereit zu sein.

Im vergangenen Herbst hatte Kretschmann im Alleingang im Bundesrat der Einstufung von Serbien, Bosnien-Herzegowina und Montenegro als sichere Herkunftsländer zugestimmt und dafür viel innerparteiliche Kritik geerntet. Mit dem Fünf-Punkte-Papier versuchen die Grünen nun, eine gemeinsame Verhandlungsstrategie zu fahren.

Geht doch!

Hoffnung für Hähnchen

Biobrütereien in der Alpenrepublik beenden ab 2017 das massenhafte Kükentöten
 

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Da männliche Küken später keine Eier legen, werden sie direkt nach dem Schlupf getötet. Damit wollen österreichische Biobrütereien spätestens ab 2017 Schluss machen: Im Nachbarland einigten sie sich mit dem Biodachverband und dem Lebensmitteleinzelhandel darauf, in Zukunft Bioeier nur noch dann als „bio“ zu kennzeichnen, wenn Henne und Hahn aufgezogen werden. Gelingen soll das mit einer robusten Legerasse, deren Brudertiere bei der Mast Fleisch ansetzen, wenn auch langsamer und weniger als sonst üblich. Die Branche rechnet mit Mehrkosten von zwei bis drei Cent pro Ei. Die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ hat die landesweite Lösung mit auf den Weg gebracht und hofft nun, dass diese wegweisend für ganz Europa sein wird. In Deutschland gibt es bislang nur kleine Projekte wie etwa die „Bruderhahn-Initiative“ oder „Ei-Care“. Doch auch hierzulande bewegt sich etwas: Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) will das Kükensterben mithilfe der Geschlechtsbestimmung im Ei beenden. Noch ist diese Technik nicht marktreif – und laut Deutschem Tierschutzbund auch nicht ausreichend: „Wir müssen das System ändern, dafür brauchen wir andere Zuchtlinien und andere Haltungssysteme.“
 

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New York: Essen als Chance
Frisch aus dem Knast entlassenen Jugendlichen gibt das Sozialprojekt „Drive Change“ in New York City eine Perspektive: Im Team des mobilen „Snowday Food Truck“ schnippeln sie Gemüse, braten Hühnchen und bieten verschiedene Mittagessen an. Die jungen Menschen verdienen ihr eigenes Geld – für manche ist es der erste legale Job. Vor allem soll ihnen die Arbeit bei der Integration helfen, denn bisher werden zwei von drei jugendlichen Straftätern innerhalb von drei Jahren rückfällig.
snowdayfoodtruck.com

Italien: Soli-Kaffee
Von Neapel aus geht eine solidarische Idee um die Welt: Gäste können einen Kaffee bestellen – und zwei zahlen. Den Gratiskaffee bekommt irgendwann ein Obdachloser, der sich ein Heißgetränk nicht leisten kann. In Neapel wird diese Tradition schon seit mehr als hundert Jahren in der Weihnachtszeit gepflegt. Inzwischen gibt es die Geste der Nächstenliebe in fast 20 Ländern. Auch in Deutschland besteht in einigen Lokalen die Möglichkeit, einen Kaffee zu spenden.
coffeesharing.com

San Francisco: Warnung vor Limo
Werbeanzeigen für Softdrinks müssen laut Beschluss des Stadtrats von San Fransisco künftig mit Warnhinweisen versehen werden. So soll der Verbraucher erfahren, dass der zugesetzte Zucker Fettleibigkeit, Diabetes und Karies verursachen kann. Ein solches Warnlabel könnte es auch landesweit geben, die Demokraten haben einen entsprechenden Gesetzentwurf für den US-Staat Kalifornien eingereicht. Schon im vergangenen Jahr hatte Berkeley dem hohen Zuckerkonsum den Kampf angesagt. Als erste US-Stadt besteuerte die Nachbarin San Franciscos im November 2014 zuckerhaltige Getränke.
 

Geht doch!

Drohnen als Förster

Unbemannte Flugkörper sollen pro Jahr weltweit eine Milliarde Bäume pflanzen

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Jährlich werden auf der Erde rund 26 Milliarden Bäume gefällt. Der ehemalige Nasa-Ingenieur Lauren Fletcher nimmt den Kampf gegen die globale Entwaldung auf. Um den Schwund wettzumachen, entwickelte seine in Oxford ansässige, gemeinnützige Firma Bio Carbon Engineering eine innovative Drohne. Diese scannt auch unzugängliche Gegenden, kartografiert baumlose Regionen und bestimmt die Bodenart. Zusammen mit Ökologen entscheidet das Unternehmen, welche Bäume wo gepflanzt werden. Dann wird der Flugkörper ein zweites Mal losgeschickt. Per Druckluft schießt er kleine Saatgut-Kapseln in den Boden. Die Kapseln sind biologisch abbaubar und schützen das keimende Saatgut in der ersten Zeit. „Der industriellen Waldvernichtung können wir nur mit industrieller Aufforstung begegnen“, ist Fletcher überzeugt. Das Projekt befindet sich in der Entwicklungsphase, erste Tests sind im Laufe des Jahres geplant. Obwohl dem britischen Start-up noch Investoren fehlen, hofft Fletcher, dass die Firma schon bald Regierungen für Aufforstungsprojekte begeistern und jedes Jahr eine Milliarde Bäume pflanzen kann.
biocarbonengineering.com

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Frankreich: Wegwerfverbot für Essbares
Mit einem Ende Mai verabschiedeten Gesetz will die französische Nationalversammlung die Verschwendung von Lebensmitteln eindämmen: Große Supermärkte werden verpflichtet, überschüssige Produkte künftig an gemeinnützige Einrichtungen zu spenden. Für Menschen ungeeignete Reste können laut Beschluss des Parlaments auch kompostiert oder als Tierfutter verwendet werden. Dabei wandern in Frankreich pro Person und Jahr „nur“
bis zu 30 Kilogramm ungenutzt in den Müll. Hierzulande fallen pro Kopf und Jahr rund 82 Kilo Essensabfälle an.
 

Münster: Pestizidfreie Kommune
Seit 1989 dürfen in Münster auf kommunalen Flächen der westfälischen Stadt keine Pestizide mehr eingesetzt werden. Sprießendes Unkraut wird mit Heißluftwalzen oder Wildkrautbürsten entfernt. Diese Verfahren sind zwar aufwendiger und teurer, aber giftfrei. Dank einer Beratung durch den BUND verzichten inzwischen etliche Kommunen auf Pestizide. Dem Vorreiter Münster folgten zum Beispiel Saarbrücken, Tübingen und Bielefeld.
bund.net/pestizidfrei

Berlin: „Berliner Pflanze“
Heimischen Dünger stellen die Berliner Wasserwerke her, indem sie Phosphat aus Klärschlamm zurückgewinnen. Der Wasserversorger verkauft das recycelte Düngemittel unter dem Namen „Berliner Pflanze“ an Landwirte. Das Verfahren haben sich die Ingenieure patentieren lassen. Es dürfte weltweit auf Nachfrage stoßen, denn die globalen Phosphatvorräte gehen zur Neige.
bwb.de/berlinerpflanze
 

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

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Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

Außerdem Interessant

Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

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Do, 2015-09-03 17:05
Passau (dpa)

Mehr als 180 Flüchtlinge in Bayern aus mehreren Transportern gerettet

Passau (dpa) - Die verstärkten Fahrzeugkontrollen der Polizei im Raum Passau zeigen Wirkung: Innerhalb von 24 Stunden befreiten Beamte mehr als 180 Flüchtlinge aus Schleuserfahrzeugen. Elf Männer wurden festgenommen, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Allein in einem Kleintransporter waren 39 Asylbewerber auf der Ladefläche zusammengepfercht, darunter 12 unbegleitete Jugendliche. Die Kontrollen finden an der Autobahn 3 - eine der Hauptschleuserstrecken - sowie auf sogenannten Ausweichrouten statt.

Do, 2015-09-03 16:53
Paris (dpa)

Frankreich verspricht seinen Bauern Millionenhilfen

Im Juli legten sie den Verkehr auf den Autobahnen im ganzen Land lahm, nun stürmen Frankreichs Bauern die Hauptstadt: Mit mehr als 1500 Traktoren demonstrieren sie in Paris. Aus ihrer Sicht geht es ums Überleben.

Paris (dpa) - Frankreich hat seinen wütenden Bauern neue Millionenhilfen versprochen. Vorausgegangen waren massive Proteste, am Donnerstag führen mehr als 1500 Traktoren durch Paris.

«Frankreich wird seine Landwirte nicht fallenlassen», sagte Premierminister Manuel Valls. Die Bauern fühlen sich in ihrer Existenz bedroht und drückten am Donnerstag ihre Wut über niedrige Preise und zu viel Bürokratie aus: «Hilfe, wir sterben», stand auf einem der Schilder. Valls kündigte mehr Notkredite, Zahlungsaufschübe und Investitionshilfen an.

Die Demo war der vorläufige Höhepunkt monatelanger Proteste von Frankreichs Viehzüchtern. Die Marktpreise für Rind- und Schweinefleisch decken aus ihrer Sicht nicht die Kosten. Ein Preissturz bei der Milch sorgt ebenfalls für Ärger, auch in Deutschland gingen schon Tausende Bauern auf die Straße. Am Montag befassen sich die EU-Agrarminister in Brüssel mit der Krise.

Die Pariser Polizei zählte 1580 Traktoren, die in die Hauptstadt rollten. Der Bauernverband FNSEA sprach von mehr als 1700 Traktoren und Tausenden Demonstranten. Das befürchtete Verkehrschaos blieb aus. Die Behörden hatten zu öffentlichen Verkehrsmitteln geraten.

Schon im Juli hatte Frankreichs Regierung den Viehzüchtern Nothilfe im Umfang von 600 Millionen Euro zugesagt, den Bauern ging das aber nicht weit genug. Nun sollen Sozialabgaben gesenkt werden und die Investitionshilfen von Staat, Regionen und EU für drei Jahre auf 350 Millionen Euro jährlich angehoben werden. Verschuldete Landwirte können ein Jahr Zahlungsaufschub für ihre Bankkredite bekommen.

Die Regierung habe die Botschaft der Landwirte verstanden, sagte der Chef des wichtigsten Bauernverbands FNSEA, Xavier Beulin. Ein Teil der Demonstranten auf dem Platz der Nation buhte ihn dafür allerdings aus, gegenüber französischen Medien äußerten sie sich skeptisch.

Die Gründe für die Probleme der Bauern sind vielfältig: Nach der Abschaffung der EU-Milchquote gibt es ein Überangebot, Russland hat infolge der Ukraine-Krise zudem Einfuhrverbote für europäische Produkte verhängt. In Frankreich kommt hinzu, dass Schweine- und Rinderzüchter teurer produzieren als ihre europäische Konkurrenz.

Die EU-Kommission hat ein ganzes Bündel an Maßnahmen angekündigt, um notleidenden Bauern unter die Arme zu greifen. Angedacht sind laut EU-Diplomaten etwa Subventionen, um Magermilchpulver und Butter einzulagern, eine vorgezogene Auszahlung geplanter Fördergelder oder die unkomplizierte Ausgabe von Krediten an Landwirte. Die EU-Kommission plant demnach auch Marketingkampagnen für den Export.

Umstritten sind nach wie vor Eingriffe in den Milchmarkt. Während Frankreich sie befürwortet, lehnte der deutsche Ressortchef Christian Schmidt (CSU) dies Anfang der Woche ab. Experten erwarten bei dem Krisentreffen der Minister am Montag daher nur einen Minimalkompromiss. Am Rande soll es wieder Proteste geben: Der europäische Dachverband Copa-Cogeca erwartet 4000 Landwirte mit 1000 Traktoren. Auch Hunderte Milchbauern aus Deutschland wollen sich am Wochenende mit ihren Traktoren auf den Weg nach Brüssel machen.

Do, 2015-09-03 17:06
Berlin (dpa)

Er hieß Aylan: Foto eines toten Kindes schockt die Welt

Mitten in der Zuspitzung der Flüchtlingskrise setzt ein totes dreijähriges Kind die Europäische Union zusätzlich unter Druck. Sogar David Cameron sagt, er könne gar nicht anders, als bewegt zu sein.

Berlin (dpa) - Das Foto eines toten Kindes am Strand gibt dem Flüchtlingselend auf einmal einen Namen: Aylan, drei Jahre alt, geflohen aus dem syrischen Kobane, ertrunken im Mittelmeer, angespült an einem Strand in der Türkei. Die internationale Öffentlichkeit reagierte am Donnerstag mit Entsetzen auf die Aufnahmen, die am Mittwoch in Bodrum entstanden waren. «Jeder, der letzte Nacht diese Bilder gesehen hat, konnte gar nicht anders, als bewegt zu sein», sagte Großbritanniens Premierminister David Cameron. Großbritannien nimmt innerhalb der EU derzeit vergleichsweise wenige Flüchtlinge auf. Cameron sagte der BBC zwar, das Land werde «mehr tun» - Einzelheiten nannte er jedoch nicht. Das Echo auf das Bild von Aylan könnte den Druck auf Europas Regierungen aber verstärken.

In den sozialen Netzwerken empörten sich viele Menschen über die Tatenlosigkeit der westlichen Staaten. «Ich möchte nur noch weinen», war ein typischer Kommentar bei Twitter. «Wenn dieses Bild die Welt nicht verändert, haben wir alle versagt», schrieb eine Nutzerin.

Die türkische Fotografin Nilüfer Demir hat das Bild gemacht: «Als ich den dreijährigen Aylan Kurdi gesehen habe, gefror mir wirklich das Blut in den Adern. In dem Moment war nichts mehr zu machen.» Sie habe nichts mehr für ihn tun können. «Das einzige, was ich tun konnte, war, seinem Schrei - dem Schrei seines am Boden liegenden Körpers - Gehör zu verschaffen. Ich dachte, das könnte ich nur schaffen, indem ich den Abzug betätigte. Und in diesem Moment habe ich das Foto geschossen. Hundert Meter weiter lag sein Bruder Galip am Boden.»

Auch Aylans Bruder Galip, fünf Jahre alt, und die Mutter der Jungen, Rehan Kurdi, sind tot. Vater Abdullah Kurdi erzählte unter Tränen von seinem Kampf, seine Familie vor dem Ertrinken zu retten. Hohe Wellen hätten das Boot zum Kentern gebracht. «Ich half meinen beiden Söhnen und meiner Frau und versuchte mehr als eine Stunde lang, mich am gekenterten Boot festzuhalten.» Als er nach drei Stunden von der Küstenwache gerettet worden sei, seien alle drei tot gewesen.

Die Medien gingen unterschiedlich mit der Aufnahme um. Einige zeigten das Kind mit abgewandtem Kopf, andere frontal mit verpixeltem Gesicht. Wieder andere Zeitungen und Portale zeigten es gar nicht.

«So ein Bild trifft direkt ins Herz und direkt in unsere Psyche», sagte Psychologe Michael Thiel. «Das sagt viel mehr über das Elend von Flüchtlingen aus als jedes Gefasel von Politikern und anderen Leuten. Es macht deutlich: Es sind nicht nur irgendwelche abstrakten Flüchtlingskrisen.» Ein unschuldiges Kind habe aufgrund der Zustände sterben müssen. «Und das ist etwas, was keinen Menschen kaltlässt.»

Den Deutschen Presserat in Berlin erreichten am Donnerstag zunächst zehn Beschwerden. «Und wir erwarten noch mehr in dem Zusammenhang», sagte die Pressesprecherin des Selbstkontrollorgans der Printmedien, Edda Eick. In erster Linie gehe es bei diesen Beanstandungen um die Achtung der Menschenwürde und Sensationsberichterstattung.

Medienethiker Prof. Alexander Filipovic sprach sich gegen Forderungen aus, das Bild generell zu bannen. Es zeige in einzigartiger Weise die Dramatik der Krise und die Unmenschlichkeit, die damit verbunden sei. «Die Realität ist komplex und die Leiden sind vielfältig. Und wenn es tatsächlich so ein Bild gibt, in dem das aufgefangen werden kann, dann kann es angezeigt sein, das Bild zu verwenden.»

Fotos von entsetzlichen Folgen des Krieges waren in der Vergangenheit nicht selten ein Politikum. Die Bilder der neunjährigen Vietnamesin Kim Phúc, die splitternackt vor Napalm flieht, wurden 1972 Symbol für die Kämpfe in Vietnam. «Ich glaube, dass diese Fotos einen enormen Beitrag dazu leisteten, den Krieg in Vietnam zu beenden», hatte der vietnamesische Staatspräsident Truong Tan Sang kürzlich gesagt.

Do, 2015-09-03 17:05
Peking (dpa)

Russland plant dritte Gaspipeline nach China

Peking (dpa) - Die Rohstoffmacht Russland will ihre strategische Energiepartnerschaft mit China mit einer dritten Gasleitung aus dem Fernen Osten in das Nachbarland ausweiten. Eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichneten der Energieriese Gazprom und die China National Petroleum Corporation (CNPC) am Donnerstag in Peking im Beisein der Staatschefs Wladimir Putin und Xi Jinping. Die Leitung solle mit Gas aus der Pipeline Sachalin-Chabarowsk-Wladiwostok gespeist werden, sagte Gazpromchef Alexej Miller der Agentur Interfax zufolge. Bauzeitraum und Kapazität müssten noch definiert werden. Bislang waren zwei Gasleitungen nach China geplant.

Do, 2015-09-03 17:02
Birkenfeld (dpa)

Etwa 80 Menschen an Magen-Darm-Infektion erkrankt

Wegen einer Serie von Magen-Darm-Infektionen in einer Einrichtung des Roten Kreuzes löst ein Landkreis in Rheinland-Pfalz Katastrophenalarm aus. Was ist die Ursache der Massenerkrankung?

Birkenfeld (dpa) - Etwa 80 Menschen sind im rheinland-pfälzischen Birkenfeld an einer Magen-Darm-Infektion erkrankt. Vor allem seien Menschen betroffen, die einem Berufsförderungswerk des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) einen Ausbildungslehrgang absolvierten, teilte die Kreisverwaltung am Donnerstag mit. Auch etliche Patienten aus dem dazugehörigen DRK-Krankenhaus seien erkrankt. Die Ursache für den Brechdurchfall sei noch unklar. Die Kreisverwaltung löste Katastrophenalarm aus und entschied, das gesamte Gelände abzuriegeln.

Die Symptome seien seit Mittwochabend vor allem bei Personen aufgetreten, die Mahlzeiten in der Mensa eingenommen hatten, hieß es in einer Mitteilung der Verwaltung. Die Betroffenen klagten über Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Am späten Nachmittag berichtete die Kreisverwaltung von 79 Erkrankten, davon 50 Schüler der Ausbildungseinrichtung, 17 Mitarbeiter und 12 Patienten.

An der Zentralpforte wurde eine Schleuse eingerichtet, an der alle Menschen registriert werden, die das Gelände verließen. Feuerwehr und Polizei dürften nur noch Notfallpatienten aufs Gelände lassen, hieß es.

Do, 2015-09-03 17:36
Mainz (dpa)

Flüchtlingshilfen: SPD-Spitze setzt auf Einigung mit Union

Noch hakt es in der Flüchtlingspolitik zwischen Union und SPD. Die SPD macht ihre Skepsis bei einer Klausur in Mainz deutlich - beim Koalitionsgipfel am Wochenende soll aber ein starkes Paket geschnürt werden.

Mainz (dpa) - Die SPD sendet trotz einiger Vorbehalte vor dem Koalitionsgipfel zu Flüchtlingshilfen Einigungssignale an die Union. Die Sozialdemokraten sehen Vorschläge von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) zu Grundgesetzänderungen und Sachleistungen statt Geld äußerst kritisch. SPD-Chef Sigmar Gabriel verbreitete zum Auftakt einer Klausur der Bundestagsfraktion in Mainz aber die Zuversicht, dass sich Schwarz-Rot auf schnellere Asylverfahren und mehr Erstaufnahme-Plätze verständigen kann. Offen ist, wie viele Milliarden zusätzlich Länder und Kommunen bekommen, um die Flüchtlingszahlen zu bewältigen.

Die SPD geht mit der Formel «Drei Milliarden plus X» in das Treffen der Parteispitzen am Sonntagabend im Kanzleramt. Die Menschen erwarteten von der Koalition, dass sie die Probleme anpacke und löse. SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann betonte am Donnerstag in Mainz: «Wir werden zu einer Einigung kommen.»

Änderungen am Asylrecht schloss Gabriel strikt aus. Die Artikel 16 und 16a dürften nicht angetastet werden: «Es gibt Dinge, die sind mit der SPD nicht zu machen», sagte er nach Teilnehmerangaben unter viel Applaus mit Blick auf Überlegungen aus der Union, Asylbewerber aus sicheren Herkunftsländern wegen ihrer geringen Chancen auf Anerkennung generell abzulehnen.

Der Vizekanzler warnte, die offenen Schengen-Grenzen seien nicht zu halten, wenn die EU nicht aufwache: «Das wäre politisch und mental ein riesiger Schaden», sagte Gabriel.

Oppermann attackierte den ungarischen Regierungschef Viktor Orban, der den Flüchtlingszustrom als «deutsches Problem» bewertet hatte: «Wenn Herr Orban sagt, Flüchtlinge seien ein deutsches Problem, weil die Flüchtlinge in Deutschland anständig behandelt werden, dann ist das eine zynische Betrachtungsweise.»

Die SPD-geführten Länder zeigen keine Neigung, dem Drängen aus der Union nachzugeben, dem Bund über eine Verfassungsänderung die direkte Zahlung von Geld an Kommunen zu erlauben. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) meinte: «Wir haben im Moment nicht den Zeitpunkt und auch nicht den Bedarf einer Grundgesetzänderung.»

Der Vorschlag von de Maizière, Flüchtlingen mehr Sachleistungen statt Bargeld zu geben, stößt in der SPD ebenfalls auf Kritik: «Das würde vor allen Dingen ganz viel Bürokratie produzieren», sagte Oppermann. SPD-Vize Ralf Stegner kritisierte, die Union sei gegen eine Gesundheitskarte für Flüchtlinge, wolle das Taschengeld streichen, aber Hand ans Grundgesetz legen: «So wird das mit der SPD nichts!»

Unterdessen bleibt die SPD-Fraktion dabei, dass bis zur Bundestagswahl 2017 ein Einwanderungsgesetz kommen sollte. In einem Entwurf heißt es: «Wir fordern unseren Koalitionspartner auf, mit uns noch in dieser Legislaturperiode einen Gesetzentwurf auf den Weg zu bringen.» Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) erteilte dem Wunsch aber erneut eine Absage.

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À la Saison

Royale Reneklode

(Prunus domestica subsp. italica)
Sie ist die wenig bekannte Königin der Hauspflaumen – oder zumindest eine ziemliche Prinzessin auf der Erbse. Und sie hat ihren hässlichen Namen auf keinen Fall verdient. Warum, erfahren Sie hier

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Das Deutsche verdankt dem Französischen wohlklingende Worte wie Aubergine, Bonbon und Croûton. Auch Éclair und Filet sind Einwanderer, die nicht zur Überintegration gezwungen wurden, ganz anders als die Kuvertüre und die Reneklode. Ein Wort, das sich im Mund nicht wie Steinobst, sondern wie ein Stein anfühlt und nur entfernt an seine Herkunft erinnert. Können Sie das Original aus dem Ärmel schütteln, aus der Lamäng (la main), wie der Deutsche sagt? Reine-Claude, Königin Claudia, nennen unsere Nachbarn die rare Süße. Ränklod müssten wir schreiben, wenn wir – wie im Fall der Kuvertüre – wenigstens den Klang des Wortes nachahmen wollten. Aber das wäre noch hässlicher.

Claudia von Frankreich war eine Renaissance-Dame, die Franz dem Ersten zwischen 1515 und 1524 acht Kinder gebar, jung starb und wenn vielleicht nicht den König, so doch Renekloden über alles geliebt haben soll. Es ist nicht klar, ob die Früchte möglicherweise auch nach dem Obstkundler René Claude heißen könnten. Auf jeden Fall dürften sie zu Reine Claudes Zeit der Dernier Cri (letzte Schrei) gewesen sein. Kam das aus Armenien stammende Rosengewächs – anders als das Gros der Pflaumenarten – doch nicht schon in der Antike, sondern erst im Spätmittelalter nach Europa.

Zart (délicate) wie ihre Namenspatronin und damit im Wortsinn eine Delikatesse ist die Reneklode. In der weitverzweigten Pflaumenfamilie ist sie die Prinzessin auf der Erbse: Sie ist schwer zu finden, und man erkennt sie an ihrer empfindlichen Haut. Weil sie behandelt werden will wie ein rohes Ei und schnell verdirbt, drückt sich der Handel vor ihr. Liebhaber pflanzen sie am besten im eigenen Obstgarten oder finden sie mit Glück auf dem Wochenmarkt – und auch dort nur selten. Von allen Vertreterinnen ihres Klans hat sie die kürzeste Ernteperiode. Renekloden reifen nur im Juli und August.

Doch der Beschaffungsaufwand lohnt sich. Das aprikosengroße, runde Obst, das je nach Sorte grasgrün, gelblich grün oder rötlich violett leuchtet, ist nicht nur erfrischender und saftiger als Hauspflaumen, Mirabellen und Zwetschgen, es hat dank seines würzigen Spiels von Süße und Säure auch ein intensiveres Aroma als die bürgerliche Verwandtschaft. Frisch vom Baum schmecken die im süddeutschen Raum auch Reinklaue, Ringlo oder Renglotta genannten Früchte am besten. Ihr üppiges grünweißes Fruchtfleisch ist meist fest mit dem Kern verwachsen, sodass die Verarbeitung – außer im Rezept rechts – mühsam ist. Für unverdrossene Fruchtpuler eignen sich Konfitüre (confiture) und Mus hervorragend zum Transport eines Stückchens Sommer in die kalte Jahreszeit. Renekloden passen aber auch zu Deftigem wie Wild und dunklen Soßen. Und falls es danach ein Digestif (Verdauungsschnaps) sein darf: Reneklodenbrände sind rar, aber umwerfend.

Gesund ist Ihre Majestät sowieso. Sie enthält mehr Eisen als andere Arten und viel weniger Zucker als ihr Geschmack vermuten lässt. Außerdem ist sie reich an Kalium, Vitamin A und hilft gegen Vitamin-B-Mangelsymptome wie eingerissene Mundwinkel. Und eben diese sollten wir nicht hängen lassen. Es muss doch möglich sein, eine Frucht von solcher Qualität formschön ins Deutsche zu übertragen. Die Schweizer nennen sie Edel-, die Österreicher Zuckerpflaume. Die Norweger und Italiener übersetzen unfrei: Reine-Claude und regina claudia. Und wir? Finden im Duden doch noch die alternative Schreibweise Reineclaude. Es ist nicht die empfohlene, aber bitte greifen Sie zu! Und genießen Sie den Augenschmaus. Wir schreiben doch hier auch nicht Allasäsong drüber.

Frisch vom Baum gibt's die Reneklode ab August.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen
 

À la Saison

Königliche Karotte

(Daucus carota subsp. sativus)
Viele Kinder glauben ja, dass Kühe lila sind und Möhren orange. Stimmt aber nicht. Wie ein ehedem unscheinbares Wurzelgemüse zu seinem knalligen Äußeren kam, erzählen wir hier.


 

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Früher war mehr Natur! Alles wuchs wild und frei, wie der Genpool es vorgesehen hatte. Es gab keine Bayers, Syngentas und Monsantos, die Ferkel oder Brokkoli patentieren ließen. Und Kinder glaubten noch nicht, dass Kühe lila sind. So weit, so wahr. Allerdings dachten Kinder auch zu Großmutters Zeiten schon, Möhren seien orange. Ein Irrtum! Karotten gibt es auch in den Farben weiß, gelb, rot und violett,
wie wir vom Wochenmarkt wissen, seit alte Sorten wieder modern sind.

Wilde Vorfahren der Gartenmöhre wurden möglicherweise schon vor 5000 Jahren in Asien kultiviert. Manche Forscher vermuten den Ursprung in Afghanistan, dem Iran, Irak oder Anatolien. Über Spanien und Italien soll die Doldenblütlerin nach Mittel- und Westeuropa gelangt sein. Eine Möhre in Orange wird erstmals 1721 schriftlich erwähnt – und zwar von niederländischen Gartenbauern, die große Karottenzüchter waren. In den Sandböden ihrer Heimat liegen die Wurzeln der orangen Rübe, die von gelben Sorten abstammen soll. Der Legende nach experimentierten königstreue Gärtner aus politischen Gründen mit der Farbskala: Sie wollten Wilhelm von Oranien (französisch: orange, niederländisch: oranje) für den Unabhängigkeitskampf gegen Spanien danken.

Bewiesen ist das ebenso wenig wie die Geschichte, dass Niederländer im Zweiten Weltkrieg zum Ehrentag der Königin mit royalen Rüben um die Häuser zogen. Vermutlich wäre es keinem Besatzer aufgefallen. Schließlich hatten die niederländischen Sorten „Horn“ und „Long Orange“ schon Jahrhunderte zuvor die Rübenzucht der Deutschen unterwandert. Der Name der Möhre geht auf althochdeutsche und slawische Ausdrücke für Wurzel zurück. Mit mehr als 600.000 Tonnen Erntemenge im Jahr ist sie in Deutschland Volksgemüse. Gut so. Denn sie ist die wichtigste heimische Karotinquelle. Der Farbstoff sorgt für einen gesunden Hautton, der Sonnencremes jedoch keineswegs überflüssig macht. Aus Beta-Karotin stellt der Körper Vitamin A her, das für das Sehvermögen wichtig ist. Außerdem enthalten Mohrrüben viele B-Vitamine, Vitamin C, Kalium, Kalzium und Eisen. Sie sind gut für das Immunsystem, wirken harntreibend und blutreinigend. Ihren milden Geschmack verdanken sie ihrem für ein Gemüse recht hohen Zuckergehalt, ätherischen Ölen und Fruchtsäuren.

Die zarten Möhrchen, die jetzt vom Feld kommen, haben eine so dünne Haut, dass man sie nicht schälen muss und roh knabbern kann. Der Körper kann Karotinoide allerdings besser verwerten, wenn Mohrrüben mit etwas Fett gegart werden. Sie sind eine der süßen, erdigen Grundlagen feiner Schmorküche und helfen, schwere Rotweinsoßen zu verfeinern. Die meisten Kinder lieben Möhrengemüse. Erwachsenen ist die Zuckerwurzel solo oft zu monoton.

„Karotten schätzen es, wenn man sie mit Familienmitgliedern zusammenbringt“, empfiehlt der britische Koch Nigel Slater – also mit anderen Doldenblütlern wie Kerbel, Koriander, Kreuzkümmel, Petersilie und Dill. Konsequent als Süßspeise behandeln die Schweizer Rübchen, wenn sie daraus schwere Torten (Rüeblichueche) zaubern – in der Tradition der Römer, die eine carota ebenfalls gerne mal als Dessert verzehrten.

Carota heißt „die Gebrannte“ und deutet auf ein ursprünglich feuerrotes Äußeres hin. Allerdings waren einige der in Asien kultivierten Karotten auch schon blau-blütig, bevor sie auf Holländer trafen, genauer gesagt – lila. Liebe Kinder, die Schokoladenonkels haben sich in der Spezies geirrt. Nicht die Kühe sind lila: It’s the carrot, stupid!

Neu frisch vom Feld gibt's die Karotte ab Juni, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

 

À la Saison

Schlangenmordende Schwarzwurzel

(Scorzonera hispanica)
Die Schwarzwurzel hieß noch im 17. Jahrhundert „Schlangenmord“ oder „Vipergras“. Tatsächlich ist sie eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel

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„Die Wurtzel“ sei „fleischig, saftig und voll Milch“ sowie „süß von Geschmacke, wann sie gesotten worden“, schrieb der französische Chemiker und Arzt Nicolas Lémery 1698 in ein Lexikon. Den Zeitgenossen mochte das gewagt erscheinen. War die Schwarzwurzel doch erst seit kurzem etwas zu Essen. Im Deutschen trug das neue Gemüse die Beinamen „Schlangenmord“ und „Vipergras“, die eher nach Hexenkessel als nach Eintopf klangen.

Schuld war der italienische Botaniker und Mediziner Pietro Andrea Mattioli, der die antike Heilpflanze 1544 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Der kaiserliche Leibarzt verwandte die Wurzel des Korbblütlers nicht nur gegen Wundfieber und Knochenbrüche, sondern auch „wider den Natterbiß“. Er taufte sie Scorzonera hispanica nach ihrem Herkunftsland Spanien und dem Namen einer schwarzen Giftschlange. Außerdem setzte er das Gewächs auch „wider die fallende Seuche, zu den Pocken und für die Pest“ ein, wie Lémery 150 Jahre
später notierte. Sie ist, kurzum, eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel.

„Proletenspargel“ oder „Spargel des armen Mannes“ heißt Mattiolis Zaubergemüse im Volksmund heute. Eine Delikatesse, die hierzulande – außer in Bayern – kaum groß--flächig angebaut wird. Wir importieren sie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, wo man offenbar weiß, was gut ist. In Wahrheit ist der im Inneren elfenbeinfarbene „Winterspargel“ dem Original überlegen, nicht nur was seine Länge von bis zu einem halben Meter angeht. Die kalzium-, eisen-, magnesium- und vitaminreiche Schwarzwurzel gibt es nicht nur mitten in der kalten Jahreszeit, sie ist auch robust, lagerfähig und wird nicht holzig.

Es ist richtig, dass ihre korkige Rinde beim Schälen ohne Handschuhe hässliche Flecken von großer Haltbarkeit in die Haut gerbt. Und es stimmt, dass ihr milchiger Saft klebt wie Pattex, wenn man sie – Tipp aus dem Kochbuch – erst nach dem Garen häutet. Und damit sie nicht braun anläuft, gehören etwas Zitrone und Milch ins Kochwasser. Ja, die Zubereitung der Scorzonera ist eine Zumutung. Genau das macht sie zur „alten Sorte“ und – einige Jahre nach ihrer nordamerikanischen Schwester Topinambur – zur zumindest unter Spitzenköchen wiederentdeckten Rarität.

Sei es, dass der Kopenhagener René Redzepi sie im Restaurant Noma mit Gotland-Trüffeln als Hors d’œuvre anrichtet, der spanische Molekularkoch Ferran Adrià sie zu Steinbutt serviert oder in einem Berner Grandhotel das Steak auf „seinem Bett von Schwarzwurzelragout“ kommt – sie harmoniert. Anders als der geltungssüchtige Spargel kann, aber muss sie kein Solo auf dem Teller spielen. Ganz gleich ob die Sorte „Hoffmanns Schwarzer Pfahl“, „Schwarzer Peter“ oder „Russischer Riese“ heißt – in der Schwarzwurzel verbindet sich das Beste (unbittere) des Spargels mit zarten Nussaromen und winterlicher Erdigkeit. Besonders gut schmeckt sie zu zerlassener Butter und gerösteten Semmelbröseln. Aber auch mit Béchamelsoße oder im Soufflé und selbst roh in den Salat geraspelt ist sie ein Genuss.

In Sachen Pest hat Mattioli die Wunderwurzel aber zweifellos überschätzt. Der Gelehrte starb 1577 am „Schwarzen Tod“ – und das vermutlich nicht, weil gerade keine Schwarzwurzel zur Hand war.

Neu frisch vom Feld gibt's die Schwarzwurzel ab Oktober, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Do, 2015-09-03 17:18
Mainz (dpa)

Flüchtlingshilfen: SPD-Spitze setzt auf Einigung mit Union

Noch hakt es in der Flüchtlingspolitik zwischen Union und SPD. Die SPD macht ihre Skepsis bei einer Klausur in Mainz deutlich - beim Koalitionsgipfel am Wochenende soll aber ein starkes Paket geschnürt werden.

Mainz (dpa) - Die SPD sendet trotz einiger Vorbehalte vor dem Koalitionsgipfel zu Flüchtlingshilfen Einigungssignale an die Union. Die Sozialdemokraten sehen Vorschläge von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) zu Grundgesetzänderungen und Sachleistungen statt Geld äußerst kritisch. SPD-Chef Sigmar Gabriel verbreitete zum Auftakt einer Klausur der Bundestagsfraktion in Mainz aber die Zuversicht, dass sich Schwarz-Rot auf schnellere Asylverfahren und mehr Erstaufnahme-Plätze verständigen kann. Offen ist, wie viele Milliarden zusätzlich Länder und Kommunen bekommen, um die Flüchtlingszahlen zu bewältigen.

Die SPD geht mit der Formel «Drei Milliarden plus X» in das Treffen der Parteispitzen am Sonntagabend im Kanzleramt. Die Menschen erwarteten von der Koalition, dass sie die Probleme anpacke und löse. SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann betonte am Donnerstag in Mainz: «Wir werden zu einer Einigung kommen.»

Änderungen am Asylrecht schloss Gabriel strikt aus. Die Artikel 16 und 16a dürften nicht angetastet werden: «Es gibt Dinge, die sind mit der SPD nicht zu machen», sagte er nach Teilnehmerangaben unter viel Applaus mit Blick auf Überlegungen aus der Union, Asylbewerber aus sicheren Herkunftsländern wegen ihrer geringen Chancen auf Anerkennung generell abzulehnen.

Der Vizekanzler warnte, die offenen Schengen-Grenzen seien nicht zu halten, wenn die EU nicht aufwache: «Das wäre politisch und mental ein riesiger Schaden», sagte Gabriel.

Oppermann attackierte den ungarischen Regierungschef Viktor Orban, der den Flüchtlingszustrom als «deutsches Problem» bewertet hatte: «Wenn Herr Orban sagt, Flüchtlinge seien ein deutsches Problem, weil die Flüchtlinge in Deutschland anständig behandelt werden, dann ist das eine zynische Betrachtungsweise.»

Die SPD-geführten Ländern zeigen keine Neigung, dem Drängen aus der Union nachzugeben, dem Bund über eine Verfassungsänderung zu erlauben, Kommunen künftig direkt Geld zu zahlen. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) meinte: «Wir haben im Moment nicht den Zeitpunkt und auch nicht den Bedarf einer Grundgesetzänderung.»

Der Vorschlag von de Maizière, Flüchtlingen mehr Sachleistungen statt Bargeld zu geben, stößt in der SPD ebenfalls auf Kritik: «Das würde vor allen Dingen ganz viel Bürokratie produzieren», sagte Oppermann. SPD-Vize Ralf Stegner kritisierte, die Union sei gegen eine Gesundheitskarte für Flüchtlinge, wolle das Taschengeld streichen, aber Hand ans Grundgesetz legen: «So wird das mit der SPD nichts!»

Unterdessen bleibt die SPD-Fraktion dabei, dass bis zur Bundestagswahl 2017 ein Einwanderungsgesetz kommen sollte. In einem Entwurf heißt es: «Wir fordern unseren Koalitionspartner auf, mit uns noch in dieser Legislaturperiode einen Gesetzentwurf auf den Weg zu bringen.» Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) erteilte dem Wunsch aber erneut eine Absage.

Do, 2015-09-03 17:19
Berlin (dpa)

IFA im Zeichen des vernetzten Haushalts

Ein Wasserkocher mit Smartphone-Verbindung und ein Sensor unter der Matratze: Der digitale Haushalt ist auf der IFA angekommen. Bei Samsung sollen in fünf Jahren alle Geräte vernetzt sein. Auch andere Hersteller machen Tempo.

Berlin (dpa) - Die Vision vom vernetzten Zuhause nimmt auf der IFA in Berlin immer mehr Gestalt an. Samsung stellte auf der Technik-Messe sein aktuelles Smarthome-Konzept vor, zu dem auch ein Sensor im Bett gehört. Das flache Gerät mit dem Namen «SleepSense» soll den Schlaf des Besitzers überwachen und die Haus-Technik an seine Bedürfnisse anpassen. Die Idee ist etwa, dass das Licht ausgeht, wenn man einschläft, zum Aufwachen von allein die Kaffeemaschine anspringt - oder nachts die Klimaanlage startet, wenn der Schlaf unruhig wird.

Damit das reibungslos funktioniert, sollen in spätestens fünf Jahren alle Hausgeräte von Samsung vernetzt sein. Die Kommunikation zwischen Geräten verschiedener Hersteller ist hingegen nicht selbstverständlich. Mehrere Lager wetteifern darum, eine einheitliche Plattform anzubieten. Dazu gehören die Smartphone-Schwergewichte Google und Apple sowie Unternehmen der Hausgeräte-Branche.

Unterdessen werden auf der IFA immer mehr Smarthome-Neuheiten vorgestellt. Der Münchner Anbieter vernetzter Thermostate Tado, der Heizungen per Smartphone steuern lässt, baut sein Angebot aus und macht den Service jetzt auch für Haushalte mit Fernwärme und Zentralheizung aus. Zu sehen ist sogar ein Wasserkocher, der sich über WLAN steuern lässt und unter anderem Wasserstand und Temperatur an eine Smartphone-App melden kann.

Futuristisch ging es am Donnerstag bei der IT-Sicherheitsfirma Kaspersky Lab zu. Der russische Anbieter demonstrierte Chips, die unter die Haut kommen und den Träger identifizieren sollen. Denkbar sind auch Bezahlfunktionen. Nach den Wearables, am Körper tragbarer Technik, sei es «der nächste logische Schritt», sagte der Leiter des Kaspersky-Forschungsteams in Europa, Marco Preuß.

Bei dem Projekt steckt der Mikroprozessor in einem zwölf Millimeter langen Glaszylinder, der zwei Millimeter Durchmesser hat. Er wird wie bei einem Piercing unter die Haut des Handrückens implantiert. Der Kaspersky-Manager Jewgeni Tschereschnew, der seit einem halben Jahr einen Chip in sich trägt, berichtete über erste Anwendungen: So strecke er einfach nur die Hand aus und seine Bürotür öffne sich ohne Schlüssel. Noch seien zahlreiche Fragen zu klären, dazu gehörten der Nutzen und die Akzeptanz von Anwendungen, die Datensicherheit, aber auch die Stromversorgung der Chips.

Computer-Hersteller zeigen auf der IFA diverse neue Geräte mit dem neuen Microsoft-System Windows 10. Beim PC-Marktführer Lenovo glaubt Topmanager Gianfranco Lanci allerdings nicht, dass das neue Windows allein das aktuell sehr schwache Geschäft beleben kann. Für einen Umschwung sei eine Verbesserung der weltweiten ökonomischen Rahmenbedingungen nötig, sagte er. «Die Verbraucher müssen wieder mehr Geld ausgeben.» Lanci widersprach zugleich der These, dass der PC am Ende seines Lebenszyklus' sei und künftig durch Smartphones und Tablet Computer ersetzt werde. Er meint aber, dass sich nur wenige große Hersteller langfristig behaupten können, die breit aufgestellt sind.

Sony will sich mit den in Berlin vorgestellten Smartphones der Serie Xperia Z5 als technologischer Vorreiter zurückmelden. Das Premium-Modell der Reihe kommt als erstes Smartphone mit einem 4K-Display für gestochen scharfe Bilder auf den Markt. Wie lange Sony dies als Alleinstellungsmerkmal für sich reklamieren kann, ist ungewiss. «Wenn wir vier oder fünf Monate den Vorsprung halten können, wäre das schon ok», sagte Hiroki Totoki, Chef der Mobil-Sparte von Sony der Deutschen Presse-Agentur. Es sei aber wichtig, neue Märkte zu kreieren. Und 4K-Smartphones hätten das Potenzial dazu.

Do, 2015-09-03 17:26
York (dpa) 

US-Medien: Trump will sich Republikanern verpflichten

New York (dpa) - Der republikanische US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump hat sich von der Idee einer möglichen unabhängigen Kandidatur offenbar verabschiedet. Trump werde sich verpflichten, nicht als Unabhängiger anzutreten, sofern er die republikanischen Vorwahlen nicht gewinnen sollte, berichteten US-Medien unter Berufung auf einen ehemaligen Top-Berater.

Trump wollte sich am Donnerstag mit dem Parteivorsitzenden Reince Priebus in New York treffen und danach (20.00 MESZ) eine Stellungnahme abgeben. Am Mittwoch hatte die «Grand Old Party» die Präsidentschaftsbewerber um einen entsprechenden Treue-Eid gebeten, der nach Einschätzung von Beobachtern klar auf Trump abzielt.

Unter den republikanischen Bewerbern führt der milliardenschwere Unternehmer derzeit die Umfragen an. Parteistrategen fürchten, dass eine unabhängige Kandidatur Trumps einem republikanischen Kandidaten bei den Wahlen im November 2016 die notwendigen Stimmen zum Sieg nehmen und letztlich zum Wahlerfolg der Demokraten führen könnte. Bei der ersten TV-Debatte der zehn Spitzenkandidaten hatte sich Trump ein unabhängiges Rennen ums Weiße Haus als einziger noch offen gehalten.

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate „ausgesetzt“. Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit „ausgesetzter“ Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU. 
Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen. 

ERPRESSO
Die Leere des Portemonnaies
 

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Schaurige Leistung.
Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten.

Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich.

VW. Das Böse.
 

 

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Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

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