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„Von einem Räumungsstopp kann keine Rede sein“

„Von einem Räumungsstopp kann keine Rede sein“

Im Hambacher Forst ist am vergangenen Mittwoch ein 27-jähriger Journalist aus großer Höhe in die Tiefe gestürzt und verstorben. Die Räumung sei bis auf weiteres unterbrochen, teilte eine Polizeisprecherin am Freitagmorgen mit. Wir haben mit einem Aktivisten gesprochen, dessen Baumhaus in den letzten Tagen geräumt wurde. Er widerspricht der Darstellung der Polizei.

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Freitag, 21. September 2018

Daily Navigator: Nach­rüs­tung von Dieseln er­folg­reich, Mehrheit gegen Rodung des Hambacher Forsts und verstörend schöne Fotos

wir lassen Zahlen sprechen heute im Navigator. Um bis zu 70 Prozent kann der Ausstoß von Stickoxiden gesenkt werden, wenn in Diesel-Fahrzeugen nachträglich ein Filtersystem installiert wird. Das ist – allen Unkenrufen aus dem Verkehrsministerium zum Trotz – das Ergebnis einer ADAC-Langzeitstudie. Beeindruckende Zahlen gibt es auch zum Dauerthema Hambacher Forst: Einer aktuellen Umfrage zufolge sind drei Viertel der Bundesbürger gegen eine weitere Abholzung des Waldes – zumindest bis klar ist, wie es mit der Kohleenergie in Deutschland überhaupt weitergeht.

Auf verstörende Art schön sind die Fotos am Freitag. Es geht um Aufnahmen, die einfangen, wie sehr der Mensch der Natur zusetzt. Passend dazu ein Musiktipp zum Wochenende: Beatles-Legende Paul McCartney hat einen Song über den Klimawandel geschrieben. Titel: „Despite Repeated Warnings“

Wir hören rein und melden uns am Montag zurück. Bis dahin!

Das Team vom Navigator

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ADAC-Test: Nachrüstung von Dieseln erfolgreich

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Bislang sperrt sich Verkehrsminister Scheuer dagegen, dass die Autoindustrie die Kosten für die Nachrüstung von Diesel-Fahrzeugen übernimmt. Eine Langzeitstudie des ADAC könnte ihn jetzt jedoch unter Druck setzen. Denn der Automobilklub kommt Spiegel Online zufolge nach den ersten 10.000 Testkilometern zu dem Ergebnis: Die Nachrüstung mit sogenannten AdBlue-Systemen kann den Ausstoß von Stickoxiden deutlich verringern. Selbst unter ungünstigen Bedingungen sinkt mit der Technik, bei der Harnstoff eingespritzt wird, der Ausstoß von Stickoxiden um 50 Prozent – im Idealfall sogar um bis zu 70 Prozent. Kanzlerin Merkel will noch im September eine endgültige Entscheidung über Nachrüstungen verkünden.

Bericht, 2 Minuten Lesezeit
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Mehrheit gegen Rodung des Hambacher Forsts

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Wenn die Bevölkerung entscheiden dürfte, wäre die Sache klar: Der Hambacher Forst bleibt – zumindest bis die Kohlekommission ihre Arbeit abgeschlossen hat. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid im Auftrag des Kampagnennetzwerks Avaaz. Die Ergebnisse liegen klimareporter° in Auszügen vor. Drei Viertel der Befragten wollen demnach, dass während der laufenden Gespräche über den Kohleausstieg keine weiteren Bäume im Forst gefällt werden. Etwa genauso viele Bundesbürger sprechen sich für einen raschen Ausstieg aus der Kohleenergie aus. Nach dem Unfalltod eines jungen Journalisten am Mittwoch – wir haben berichtet – ist die Räumung des besetzten Waldstücks vorerst ausgesetzt. Der Abbau der verbliebenen Baumhäuser könnte kompliziert werden: Die Firma Gerken, die bislang die Hebebühnen für die Räumung gestellt hat, ist von dem Auftrag zurückgetreten. Man könne den Einsatz im Hambacher Forst „nicht weiter rechtfertigen“, heißt es von Unternehmensseite. Laut der SZ meinte der RWE-Chef Rolf Martin Schmitz am späten Donnerstagabend in der Talkshow von Maybrit Illner derweil: „Die Annahme, dass der Forst gerettet werden kann, ist eine Illusion.“

Bericht, 3 Minuten Lesezeit
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Weltweiter Müllberg könnte dramatisch wachsen

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Die Weltbank hat vor einer drastischen Zunahme des weltweiten Müllberges gewarnt. Die globale Müllmenge werde bis zum Jahr 2050 um 70 Prozent steigen, wenn nicht einschneidende Schritte unternommen würden, schreibt die Organisation in ihrem Bericht „What a Waste 2.0“, in dem es um das Müllmanagement bis 2050 geht – n-tv/dpa berichtet. Derzeit würden weltweit pro Jahr 2,01 Milliarden Tonnen Müll produziert. Dieser Wert werde durch Bevölkerungswachstum und zunehmende Urbanisierung auf 3,4 Milliarden Tonnen steigen. Es mache daher wirtschaftlich Sinn, in Recycling- und Müllmanagementsysteme zu investieren. Mehr als ein Drittel des Mülls kommt der Weltbank zufolge aus hoch entwickelten Ländern – obwohl in diesen Nationen nur 16 Prozent der Weltbevölkerung leben. Allerdings liegt die Recyclingrate in Hochlohnländern mit 30 Prozent ungleich höher als in Entwicklungsländern: Dort beträgt sie lediglich vier Prozent.

Bericht, 2 Minuten Lesezeit
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Bund will wegen steigender Mieten Wohngeld erhöhen

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Die Mieten in Deutschland steigen – das belastet vor allem die Geringverdiener. Um diese zu entlasten, will der Bund das Wohngeld ab dem Jahr 2020 aufstocken und mehr Sozialwohnungen bauen. Das berichtet die Tagesschau im Vorfeld des Wohngipfels unter Berufung auf das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Dem Statistischen Bundesamt zufolge bezogen Ende 2017 knapp 600.000 einkommensschwache Haushalte die staatliche Leistung. Am Freitag kommen im Kanzleramt Länder und Kommunen, die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, der Mieterbund, Gewerkschaften und die Bauwirtschaft zusammen. In der Beschlussvorlage zu diesem Gipfel geht es demnach auch darum, das Mietrecht mieterfreundlicher zu machen und die Wohnungsbauprämie für Bausparer attraktiver zu gestalten.

Bericht, 2 Minuten Lesezeit
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Ein Viertel der Wälder ist für immer verloren

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Der Hambacher Forst ist nur eines von vielen Beispielen: Wo sich einst 30 Quadratkilometer Wald erstreckten, sind heute gerade einmal 550 Hektar übrig. Weltweit wurden zwischen 2001 und 2015 mehr als drei Millionen Quadratkilometer Wald gerodet – das entspricht einer Fläche, die mehr als achtmal so groß ist wie Deutschland. Ein Viertel davon ist unwiederbringlich verloren, da die Flächen dauerhaft für Plantagen, Minen oder Energie-Infrastruktur genutzt werden. Eine neue Studie amerikanischer Forscher, über die die SZ berichtet (hier zum Original im Fachmagazin Science), gibt aber auch Grund zur Hoffnung: Demnach könnte der Rest theoretisch wieder nachwachsen.

Bericht mit Grafiken, 4 Minuten Lesezeit

Fotos am Freitag: Schiff auf Salz

Einmal jährlich zeichnet die „Chartered Institution of Water and Environmental Management“, eine britische Organisation zum Schutz von Wasser und anderen Ressourcen, den Umweltfotografen des Jahres aus. Gewinner in diesem Jahr: der Iraner Saeed Mohammadzadeh. Mit seiner Aufnahme eines Schiffes auf einem Salzfeld dokumentiert er das langsame Austrocknen des Urmiasees in seiner Heimat.

Ebenfalls unter den Preisträgern: Tapan Karmaker mit seinem Foto eines Wassermelonen-Verkäufers in Bangladesch, der mit seinem Boot auf einem total vermüllten Fluss treibt. Und Calvin Ke, dessen preisgekrönte Aufnahme einen Makaken in Malaysia in enger Umarmung mit einer Plastikflasche zeigt. Der Guardian dokumentiert die Bilder, die auf eine verstörende Art schön sind – und zum Nachdenken anregen.

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Neueste Ausgabe: Greenpeace Magazin 5.18 Artenvielfalt

Neueste Ausgabe: Greenpeace Magazin 5.18 Artenvielfalt

Die Lage ist ernst: Die Insekten verschwinden aus unserer Umwelt und mit ihnen viele Vögel, Fische und Pflanzen. Warum auch wir die Artenvielfalt zum Überleben brauchen, zeigen wir in unserer neuen Ausgabe: Ein Jahr nach der Krefelder Studie über den drastischen Insektenschwund in Deutschland gehen wir der Frage nach, was wahrer Reichtum ist – und wie wir ihn erhalten können.

Artenvielfalt – 5.18

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Nachrichten

Artenvielfalt
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21.Sep 2018

Wie Schüler in Kolumbien lernen, die Ar­ten­viel­falt zu schützen

Wie Schüler in Kolumbien lernen, die Artenvielfalt zu schützen

Im größten Kaffeeanbaugebiet Kolumbiens lernen Kinder, wie wichtig Insekten für die Pflanzenbestäubung sind – sodass sie vielleicht sogar ihre Eltern dazu bringen, weniger Pestizide zu spritzen. Unser Autor hat das pädagogische Artenvielfaltsprojekt besucht.

Verkehrswende
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15.Sep 2018

Europa auf dem Sprung: eine Woche Zukunfts-Mobilität

Europa auf dem Sprung: eine Woche Zukunfts-Mobilität

Für sieben Tage legen sich Städte und Gemeinden in Europa ins Zeug, um zu zeigen, wie man Verkehr alternativ gestalten kann: Neben kreativen Aktionen für eine Umnutzung des öffentlichen Raums geht es dabei vor allem um Werbung fürs Radfahren, für Elektromobilität und digitale Verkehrsvernetzung.

Wackersdorf-Film
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19.Sep 2018

„Wie eine grie­chi­sche Tragödie“

„Wie eine griechische Tragödie“

In der Oberpfalz spielten sich in den Achtzigerjahren bürgerkriegsähnliche Szenen ab: Die Proteste am Bauzaun der geplanten atomaren Wiederaufarbeitungsanlage in Wackersdorf veränderten die Bundesrepublik. Nun startet der Spielfilm „Wackersdorf“ in den Kinos, der die Geschichte des Widerstands aus Sicht eines Landrats erzählt. Im Interview mit dem Greenpeace Magazin spricht Regisseur Oliver Haffner darüber, warum es heute so schwer ist, Menschen zum Protest zu mobilisieren.

Interview mit Thomas Kuczynski
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14.Sep 2018

„Marx beschrieb die zer­stö­re­ri­sche Kraft des Kapitals – für Mensch und Natur“

„Marx beschrieb die zerstörerische Kraft des Kapitals – für Mensch und Natur“

Ein Marx-Jahr geht zu Ende. Am 5. Mai dieses Jahres hätte Karl Marx seinen 200. Geburtstag gefeiert, am 14. September vor einem Jahr ist sein Hauptwerk „Das Kapital“ 150 Jahre alt geworden. Marx-Experte Thomas Kuczynski zieht ein Resümee des Hypes und erklärt, warum wir Marx‘ Ideen brauchen, um die ökologische Krise unseres Planeten zu bekämpfen.

Mehr davon? Schauen Sie in unserem Nachrichten-Archiv vorbei.
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Ihr Fleisch und
sein Gemüse

Eine Köchin, die Biofleisch produziert. Ein Veganer, der Fertigprodukte verkauft. Zwei Leute, ein Ziel: die Menschen besser zu ernähren. Über den richtigen Weg streiten Sarah Wiener und Jan Bredack

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Um­welt­zer­stö­rung
in der Kunst

Das Kunstfestival „Triennale der Photographie Hamburg“ greift die zentralen Fragen unserer Zeit auf: Wann ist die Belastungsgrenze für Natur und Gesellschaft erreicht? Was müssen wir ändern?

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À la Saison

Greenpeace Magazin - Saison: Wundersame Weinbeere

Wundersame Weinbeere

Die Tafeltrauben hängen zu hoch? Egal. Trinken Sie Wein! So wie Jesus. Oder Baudelaire. Oder alle anderen. Wo wir da hinkommen? In die künstlichen Paradiese.

Greenpeace Magazin - Saison: À la Saison – Heldenhafte Heidelbeere

À la Saison – Heldenhafte Heidelbeere

Im Märchenwald nervt sie kleine Menschen und andere Zwerge. Im echten Leben aber hat sie Superkräfte, die sogar essbar sind. Auf, auf und davon!

Greenpeace Magazin - Saison: À la Saison – Ehrwürdige Erdbeere

À la Saison – Ehrwürdige Erdbeere

Von Asterix bis '68 probt diese Rote die Revolte – und hat ein saftiges Geheimnis. Welches? Merken Sie sich erstmal die Parole der Saison: Erdbeerfelder für immer!

Das Monster
im Meer

Wie U-Boote mit Nuklearwaffen den
Westen Schottlands prägen

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Geht doch!

Greenpeace Magazin - Geht doch: An die große Glocke damit

An die große Glocke damit

Deutschland: Aldi Süd nimmt Ausbeuter-Erdbeere aus dem Regal

Greenpeace Magazin - Geht doch: Zurück für die Zukunft

Zurück für die Zukunft

Bayern: Gelungenes Comeback der Wildkatze

Greenpeace Magazin - Geht doch: Gutes statt Plastik

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Großbritannien: Queen Elisabeth geht mit gutem Beispiel voran