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Di, 2016-09-27 12:34
Berlin (dpa)

Ausstellung zeigt «Holocaust zwischen Ostsee und Schwarzen Meer»

Berlin (dpa) - Rund 75 Jahre nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion erinnert eine Ausstellung in Berlin an die Massenerschießungen von Juden zwischen der Ostsee und dem Schwarzen Meer. Die Ausstellung leiste Aufklärungsarbeit, betonte Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) in einem Grußwort. «Dass zwei Millionen Juden durch Massenerschießungen getötet wurden, ist auch 71 Jahre nach Kriegsende noch nicht allgemein bekannt.»

Zur Präsentation gehören Aufnahmen, die ein deutscher Gendarm in Mizocz in der heutigen Ukraine festhielt. Sie dokumentieren den Massenmord an der dortigen jüdischen Gemeinde. Die Ausstellung «Massenerschießungen. Der Holocaust zwischen Ostsee und Schwarzem Meer 1941-1944» ist bis zum 19. März 2017 in der Topographie des Terrors zu sehen, die mit der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas zusammenarbeitete. Sie soll nach Berlin auch in anderen Städten gezeigt werden.

Di, 2016-09-27 12:41
dpa - Deutsche Presseagentur GmbH

Zitat: Özdemir bescheinigt Clinton Triumph der Seriosität

«Hillary Clintons souveräner Auftritt gestern Abend war ein Triumph der Seriosität über gefährliches Halbwissen und Arroganz.»

(Grünen-Chef Cem Özdemir in der «Rheinischen Post» (Mittwoch) zum TV-Duell der Präsidentschaftskandidaten in den USA.)

Di, 2016-09-27 12:18
Brüssel (dpa)

U-Ausschuss des Europaparlaments zu «Panama Papers» beginnt Arbeit

Brüssel (dpa) - Der Untersuchungsausschuss des Europaparlaments zu den «Panama Papers» hat seine Arbeit aufgenommen. Bei der ersten Sitzung des Gremiums traten am Dienstag in Brüssel unter anderem an den Enthüllungen beteiligte Journalisten auf.

Im Frühjahr hatten internationale Medien die «Panama Papers» öffentlich gemacht - Unterlagen der panamaischen Anwaltskanzlei Mossack Fonseca. Aus ihnen geht hervor, dass zahlreiche Politiker, Sportler und andere Prominente Vermögen in Offshore-Firmen hielten. Ob damit Straftaten verbunden waren, ist jedoch noch unklar.

«Wir hoffen, dass das Europaparlament mehr Licht in diese Welt bringen kann», sagte ein beteiligter Journalist der «Süddeutschen Zeitung», Bastian Obermayer.

Aufgabe des Ausschusses ist es nun, zu klären, wie Firmen und Bürger der EU jahrelang mit Briefkastenfirmen in Panama und anderswo Steuerzahlungen in der EU vermeiden konnten. Konkret geht es darum, mutmaßliche Verstöße gegen europäisches Recht zu untersuchen. Das Gremium soll im kommenden Jahr einen Abschlussbericht vorlegen.

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Di, 2016-09-27 12:13
Berlin (dpa)

Tafeln versorgen 280 000 Flüchtlinge mit Lebensmitteln

Berlin (dpa) - Fast 1,8 Millionen Menschen in Deutschland holen sich regelmäßig Lebensmittelspenden bei Tafeln ab. Zu den Nutzern zählten auch rund 280 000 Flüchtlinge, sagte der Vorsitzende des Bundesverbands Deutsche Tafel, Jochen Brühl, am Dienstag in Berlin. Die Zahl der Tafelkunden sei 2015/16 im Vergleich zu 2014 um 18 Prozent gestiegen. Dem stand ein Spendenzuwachs von 10 Prozent gegenüber. «Trotz angestiegener Spendenmenge bekommt jeder Einzelne im Durchschnitt etwas weniger Lebensmittel», sagte Brühl. Mit Flüchtlingen als Nutzer habe es zum Teil Anlaufschwierigkeiten gegeben, bedingt durch kulturelle Unterschiede und Sprachprobleme.

Der Bundesverband vertritt die mehr als 900 lokalen Tafeln in Deutschland. Diese sammeln Lebensmittel, die nicht mehr verkauft werden, und verteilen sie kostenlos oder gegen einen symbolischen Betrag an sozial und wirtschaftlich benachteiligte Menschen.

Di, 2016-09-27 12:48
London (dpa)

Londoner Denkfabrik IISS sieht Weltordnung in Gefahr

In ihrem jährlichen Bericht warnt die angesehene Denkfabrik vor einer Schwächung internationaler Organisationen wie etwa der EU durch populistische und nationalistische Tendenzen.

London (dpa) - Das Internationale Institut für Strategische Studien (IISS) in London hält die bisherige Weltordnung für gefährdet. Das geht aus dem Jahresbericht zur strategischen Weltlage der Denkfabrik hervor, die am Dienstag veröffentlich wurde.

Demnach untergraben populistische und nationalistische Entwicklungen die internationalen Mechanismen zur Konfliktlösung. «Die Fundamente der Weltordnung erscheinen besorgniserregend schwach», sagte IISS-Direktor John Chipman einer Pressemitteilung zufolge.

Gründe dafür seien unter anderem der geplante Austritt der Briten aus der Europäischen Union (Brexit) und die Schwächung von Organisationen wie dem Golf-Kooperationsrat (GCC) und dem Verband Südostasiatischer Staaten (ASEAN).

Gleichzeitig habe es im vergangenen Jahr einen Trend zu Versuchen gegeben, Konflikte im nationalen Alleingang zu lösen. Dazu zählen die Experten das Eingreifen Russlands in Syrien, die Expansion Chinas im südchinesischen Meer und die Intervention Saudi-Arabiens und der Vereinigten Arabischen Emirate in den jemenitischen Bürgerkrieg. «Die Institutionen, die geschaffen wurden, um Krisen einzudämmen, werden umgangen oder erweisen sich als unzulänglich, mit dem Resultat, das Konfliktmanagement renationalisiert wird», sagte Chipman.

Kritisch sehen die Experten auch die wachsenden Spannungen zwischen Großmächten wie Russland und der Nato im Baltikum oder den USA und China im Pazifik. Es habe im vergangenen Jahr eine Phase der Spannungen, ähnlich wie im Kalten Krieg, gegeben.

Auch die globale Wirtschaftsordnung steht an einem Scheideweg, so die Forscher. Der geplante EU-Austritt Großbritanniens, Versuche, den US-Dollar als wichtigste Reservewährung abzulösen und der Abschluss weitreichender Freihandelsabkommen stellten die bisherige Ordnung infrage.

Verantwortliche in Politik und Wirtschaft müssten wieder Vertrauen in die internationalen Institutionen herstellen, fordern die IISS-Experten. Ansonsten setzte sich der besorgniserregende Trend zur Veränderung fort.

Di, 2016-09-27 12:27
Haag (dpa)

Neun Jahre Haft für Zerstörung von Weltkulturerbe Malis

Den Haag (dpa) -Der Internationale Strafgerichtshof hat den Dschihadisten Ahmad Al Faqi al Mahdi für die Zerstörung von Unesco-Weltkulturerbe in Mali zu neun Jahren Gefängnis verurteilt. Das Gericht sprach ihn am Dienstag in Den Haag der Kriegsverbrechen schuldig. Al Mahdi hatte 2012 die Attacken auf die Monumente geleitet und war selbst aktiv daran beteiligt, urteilten die Richter.

Es ist das erste Urteil des Weltstrafgerichtes zur Zerstörung von Kulturgütern. Nach internationalem Strafrecht ist das ein Kriegsverbrechen. Al Mahdi hatte die Tat gestanden.

Im Sommer 2012 hatte die Dschihadisten-Miliz Ansar Dine, die mit Al-Kaida verbündet ist, die Wüstenstadt Timbuktu im westafrikanischen Mali überrannt und neun mittelalterliche Heiligengräber und eine Moschee zerstört. Weltweit war das Entsetzen groß.

À la Saison

Verehrte Vogelbeere

(Sorbus aucuparia)

Kann denn wirklich giftig sein, was die Vögel lieben? Na, also. Ganz im Gegenteil! Unsere Vorfahren hatten gute Gründe, die knallroten Früchtchen zu besingen. Und doch haben sie neben der leuchtenden auch eine dunkle Vergangenheit.

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Verehrte Vogelbeere

Die Sachsen sind empört, wenn Restdeutschland über ihren Dialekt lacht. Zu Recht. Wozu gibt es denn das Vogtland? Politisch mag es zum Freistaat gehören, mundartlich ist es Autonomiegebiet. „Kann schinn’rn Baam gippt’s, wie dann Vuglbärbaam. As wärd a su lächt nett ann schinn’rn Baam gahm...“, trällert man dort etwa. Trotz Sprachbarriere war diese Ode an den Vogelbeerbaum, alias Eberesche, vor hundert Jahren überregional ein Gassenhauer. Vornehmer formulierten die Lyriker, meinten aber dasselbe: Ein Wäldchen zu besitzen, „von flammenden Bäumen, an denen die Koralle wächst“, wünschte sich Else Lasker-Schüler. Und Gottfried Benn sinnierte von „Ebereschen – noch nicht ganz rot, von jenem Farbton, wo sie sich entwickeln, zu Nachglut, Vogelbeere, Herbst und Tod“. Mehr als 150 Kosenamen hat die Vogelbeere – von Aberesche bis Zappiepenboom.

Aberesche klingt wohl nicht ganz zufällig nach Aberglaube. Bauern „quickten“ (peitschten) zur Walpurgisnacht ihre Kälber mit Ruten der Eberesche. Das sollte ungebetene Geister bannen. Vor Blitzeinschlag oder Drachenanflug schützten ihre Zweige das Haus. Und von Kinder segen über Freude bis Schönheit gab es im Volksglauben fast nichts Gutes, wofür die Vogelbeere nicht stand. Das Kernobstgewächs mit den winzigen, scharlachroten Apfelfrüchten ist ein mythologischer Tiefwurzler. Bereits in der Bronzezeit legte man Toten seine Äste ins Grab. Keltische Druiden schnitzten Zauberstäbe aus seinem Holz. Und die Nordgermanen weihten die Eberesche Thor. Sie soll dem Donnergott ihre Zweige gereicht haben, als ein Fluss ihn fortriss.

Aus der Luft gegriffen ist die heidnische Verehrung der Vogelbeere ganz und gar nicht. Rettete sie doch oft genug nicht nur Göttern, sondern auch Menschen das Leben. In Notzeiten dämpften ihre Früchte – in den Wäldern gepflückt – den Hunger der Elenden, weshalb Karl der Große und fast tausend Jahre später auch Maria Theresia ihre Anpflanzung per Dekret anwiesen. Auch für ihre Heilkraft war die Vogelbeere berühmt. Ihres Vitamin-C-Gehalts wegen war sie ein probates Mittel etwa gegen Skorbut und trug noch im Zweiten Weltkrieg den Beinamen Zitrone des Nordens.

Was ihrem Ruf seither widerfahren ist, lässt sich nur vermuten. Ist das Wirtschaftswunder mit seiner Füülle leibhaftiger Zitrusfrüchte in den Obstauslagen schuld? Die Angst um Kleinkinder auf kulinarischer Spielplatzsafari? Festgehalten sei, dass die Vogelbeere im Gegensatz zur Tollkirsche harmlos ist, sofern man sie nicht eimerweise roh verspeist. Und dies dürfte kaum gelingen, weil ihre leicht giftige Parasorbinsäure bitter schmeckt. Der erste Frost und die Hitze des Herds verwandeln sie in süßliche Sorbinsäure und geben ihr ein Aroma, das an Preiselbeeren erinnert. Herbstkonfitüren mit milden Früchten verleiht sie Charakter. Im Chutney mit Zwiebeln und Chili ergänzt sie reifen Weichkäse. Und als Digestif mundet ein sorgsam destillierter Vogelbeergeist mit dem beglückenden Aroma von Marzipan.

Zugegeben, die Eberesche hat eine tödliche Seite. Viele Vogelarten teilen die Leidenschaft der Schnapsbrenner für die leuchtende Frucht. Ihr lateinischer Namenszusatz aucuparia setzt sich aus Vogel (avis) und fangen (capere) zusammen – Souvenir einer Zeit, als Amsel und Drossel fliegende Delikatessen waren und die Vogelbeere als Köder fungierte. Heute schätzt man sie für andere Qualitäten: Im Erzgebirge, unweit des Vogtlands, trotzt sie dem Dreck der böhmischen Industrie wie kein zweiter Baum. Und sie versüßt die Völkerverständigung in Gestalt des Jarcebinka. Der tschechische Ebereschenlikör ölt die Stimmbänder: Singeklub statt Sing vogelragout. Prost und na zdraví auf den Vuglbärbaam!

À la Saison

Woher nimmt der Apfel seine Zauberkraft?

(Malus domestica)

Ohne ihn säßen wir noch im Paradies. Doch wir sollten Eva nicht gram sein. Den Apfel durften wir beim Auszug ja mitnehmen. Und der schmeckt einfach paradiesisch.

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Woher nimmt der Apfel seine Zauberkraft?

Beginnen wir ausnahmsweise bei Adam, Eva und dem Baum der Erkenntnis. Dass dieser ein Apfelbaum gewesen sein soll, steht in der Bibel nirgends. Doch die Selbstverständlichkeit, mit der aus dem Wort „Frucht“ im Lauf der Jahrtausende „Apfel“ wurde, zeigt, dass dieser die Frucht schlechthin ist. Es gibt kein wichtigeres Kulturobst. Vom goldenen Zankapfel in Homers Ilias bis zum Reichsapfel als Emblem kaiserlicher Macht, von Martin Luthers Versprechen, im Angesicht des Weltuntergangs ein Apfelbäumchen zu pflanzen bis zu Schneewittchens Biss in ein vergiftetes Exemplar, von Wilhelm Tells Armbrustakrobatik bis zu Isaac Newtons von Fallobst inspiriertem Schwerkraft-gesetz, von René Magrittes Granny Smiths bis zu den Apple Records der Beatles und schließlich zum globalen Siegeszug als Firmenlogo einer kalifornischen Computermarke – ist die abendländische Geschichte ein gewaltiger Apfelstrudel. Unmöglich, sie ganz zu erzählen.

Dabei ist die Paradiesfrucht noch weit älter als das Alte Testament. Lange ging man davon aus, dass die ersten Äpfel um 3000 vor Christus im Baltikum wuchsen. Mithilfe von DNA-Analysen fanden Oxford-Forscher vor zehn Jahren jedoch heraus, dass Malus domestica seinen Ursprung wohl in Zentralasien hat. Sie fanden seinen Vorfahren, den Asiatischen Wildapfel, an den Hängen des Tienschan im Norden Chinas. Vielleicht schmecken Äpfel aus kühlerem Klima deshalb so gut.

Schon die Germanen machten daraus Mus und Met. Wie die Frucht nach Europa gekommen war, ist unklar. Der Ruf eines wundervollen Heilmittels eilte ihr voraus. Das englische Sprichwort An apple a day keeps the doctor away ist so berühmt, dass es sogar jenseits der anglophonen Welt oft unübersetzt zur Anwendung kommt. In vielen Fällen notgedrungen – wie Max Goldt einst mit dem Versuch deutlich machte, die Sentenz ins Deutsche zu übertragen. Das Resultat „Ein Apfel am Tag und der Arzt fährt nach Prag“ entschuldigte er mit der Bemerkung, es sei erstaunlich, wie wenige Wörter sich auf Tag reimten. Immerhin erlaube das dem Mediziner eine sicher wohlverdiente Städtereise. Experten sagen übrigens, dass ein Apfel am Tag zwar keine Garantie ist, den Arzt dauerhaft an die Moldau zu verabschieden. Doch die Chancen stehen nicht schlecht –
so viel Gutes enthält die Frucht, vor allem Pektin, Vitamin C und Flavonoide.

Der wichtigste Grund für die Aura des Apfels, der schon Eva verfiel, ist natürlich sein Geschmack. Er hat eine aromatische Bandbreite von Zitronen- über Erdbeer- bis hin zu Walnussnoten. Abseits der fünf, sechs globalen Handelsmarken sorgen alte würzige Varietäten für Küchenglück. Interessanter als in Klassikern mit Kuchenteig, Zimt und Nelken verhält der Apfel sich zu den erdigen Komponenten von Wildbret, Blutwurst oder Roter Bete. Apfelsoße kontrastiert auf der Zunge perfekt zum Fett gegrillter Makrele. Und was wären Kohlsalat oder Rotkohl ohne die süße Säure? Zu Hartkäse mit roher Zwiebel passt das Kernobst ebenso wie zu Nüssen und dunklen Beeren. Unschlagbar ist es in Kombination mit Beifuß als Füllung der Weihnachtsgans.

Aber noch ist Sommer, die Ernte beginnt gerade erst. Bis der letzte Cox gepflückt ist, vergehen noch Monate. Die Frucht schlechtin ist – streng botanisch gesehen – übrigens eine Scheinfrucht! Niemand entlarvt das Blendwerk eleganter als die 2004 in Leipzig gegründete Satire-Organisation Front Deutscher Äpfel. Die FDÄ parodiert rechtsextreme Parteien und spielte mit der Wahl ihres Namens auf den damaligen NPD-Vorsitzenden Holger Apfel an. Die Künstler und Aktivisten agitieren gegen eine Überfremdung des deutschen Obstbestands und fordern: „Südfrüchte raus!“ Jemand sollte ihnen sagen, dass auch der Apfel ein Ausländer ist. 

Frisch vom Baum gibt's Äpfel ab Septemberl

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Himmlische Himbeere

(Rubus idaeus)

Was haben glühende RAF-Terroristinnen und eiskalte Banker gemeinsam? Sie machen zu oft Ferien im Himbeerreich. Da wollen Sie auch hin? Ein Wegweiser.

 

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Himmlische Himbeere

Schokolade, Zigaretten, Marshmallows – für diese Schätze aus dem „Himbeerreich“ bedankt sich Gudrun Ensslin 1968 per Gefängnispost bei ihrem Verlobten und bestellt noch eine luxuriöse Feuchtigkeitscreme hinterher. Die üppige BRD-Warenwelt versüßt der Pfarrerstochter, die kurz darauf die RAF mitgründen wird, ihr Zellenleben. Das Dialektische daran ist Ensslins Haftgrund: Brandanschläge auf zwei Kaufhäuser. „Wer Himbeerreiche anzündet, kann nicht erwarten, deren Früchte zu ernten“, sinniert 2013 der Chauffeur Hans Helmut Hinz. Er meint aber keine konsumaffinen Linksterroristinnen, sondern bonusgetriebene Bankvorstände, deren Limousinen er durch die Finanzkrise kutschiert. Hinz ist eine Figur aus dem Theaterstück „Das Himbeerreich“. Dessen Autor Andres Veiel will uns ausdrücklich nicht sagen, dass Banker Terroristen sind. Aber eines wissen sie wohl so gut wie Bombenleger (und wir alle): Wo Himbeeren wachsen, wartet das Paradies.

Rubingleich funkeln die fragilen Früchte am stacheligen Strauch. Sie duften betörend, netzen die Fingerspitzen purpurn wie Theaterblut und zergehen sonnenwarm auf der Zunge – seit Jahrtausenden. Samenfunde in Steinzeitsiedlungen belegen, dass es sich um eine der ältesten Naschereien der Welt handelt. Die Himbeere ist echt „paläo“. Kultiviert wurde sie schon im alten Rom, wo sie als Heilpflanze auch gegen Schlangenbisse und Skorpionstiche helfen sollte. Der Erfolg ist fraglich. Gesund ist die Himbeere aber durchaus. Sie enthält enorme Mengen Vitamin C, viel Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen. Das stärkt den Kreislauf, das Immunsystem und wirkt entgiftend sowie entzündungshemmend.

Die Römer nannten die Beere, die eigentlich eine Sammelsteinfrucht ist, Rubus idaeus – nach der Nymphe Ida. Einst soll die Tochter des kretischen Königs ein weinendes Kind in den Bergen gefunden haben, den jungen Göttervater Jupiter. Als sie ihm eine Himbeere pflückte, stach sie sich an den Dornen. Blut tropfte auf die ehedem weißen Früchte und färbte sie rot. Toll, diese antiken Sagen. Diese aber hat der französische Arzt Henri Leclerc 1925 für sein Buch „Les fruits de France“ dreist erfunden. Es ist auch eher öde, dass wohl der türkische Berg Ida Namenspate des Obstes war. Und „Himbeere“ kommt vom althochdeutschen Wort hintperi – Beere der Hirschkuh, vielleicht weil sie sich in lichten Wäldern so wohlfühlt.

In der Küche ist diese Frucht ein Naturtalent: Sie ist vollkommen, so wie sie ist. Ein paar gute Begleiter gibt es aber doch. Alles Cremige unterstreicht ihren Wohlgeschmack, Ziegenkäse steht im würzigen Kontrast dazu. Mit Pfirsich (Melba!), Mandel und Rosenwasser verträgt sie sich schwesterlich. Immerhin stammen sie alle aus der Großfamilie der Rosengewächse. Haselnüsse stehen ihr – traditionell in Linzertorte – ebenfalls gut. Auch dunkle Schokolade, Minze und – ja – Zucker, etwa in Marmelade, kann sie aushalten. Die Kerne mögen stören, sorgen aber auch für feine Holznoten. Nicht zuletzt harmoniert das berauschende Aroma reifer Himbeeren ausgezeichnet mit Alkohol, in Sekt etwa oder köstlichem Himbeergeist.

Es gibt auch schwarze, weiße, rosa und gelbe Sorten. Sobald Himbeeren zu sehr glänzen, ist aber Vorsicht geboten. Etwa in Hollywood. Seit 1981 verleihen Cineasten am Vorabend der Oscars den Antipreis „Goldene Himbeere“. Der Name der Plastiktrophäe spielt auf die Redewendung to blow a raspberry an: laut losprusten. Die so geehrten Schauspieler erscheinen selten persönlich. Im Jahr 2005 stellte sich Halle Berry aka Catwoman der Schmach und sprach die wahren Worte: „Wer kein guter Verlierer ist, kann kein guter Gewinner sein.“ So golden munden Niederlagen nur mit Himbeere. Liebe Banker, es ist nie zu spät, die eigene Leistung infrage zu stellen. Möge der Sommer himbeerreich sein.

Frisch vom Feld gibt's Himbeeren ab Juni.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Di, 2016-09-27 12:40
Koblenz (dpa)

«Rock am Ring» ist kein Fall für den Staatsanwalt

Bei Blitzeinschlägen auf dem Gelände von «Rock am Ring» wurden Anfang Juni 71 Menschen verletzt. Das Sicherheitskonzept und der «Alarmplan Unwetter» waren aber in Ordnung, befindet die Staatsanwaltschaft Koblenz. Auch 2017 wird es das Festival geben.

Koblenz (dpa) - Das Verhalten von Veranstaltern und Behörden nach den Blitzeinschlägen beim «Rock am Ring» ist kein Fall für den Staatsanwalt. Zu diesem Ergebnis kam die Staatsanwaltschaft Koblenz am Dienstag, die nach einer anonymen Strafanzeige geprüft hatte, ob Ermittlungen aufgenommen werden müssen. Bei dem Unwetter auf dem Gelände des Rockfestivals in Mendig bei Koblenz wurden Anfang Juni 71 Menschen verletzt, mehrere von ihnen schwer. Auch im kommenden Jahr wird es nach Angaben einer Sprecherin des Veranstalters Marek Lieberberg wieder einen «Rock am Ring» geben; Details soll es Anfang Oktober geben.

Nach den bisher bekannten Umständen gebe es keine Anhaltspunkte für den Verdacht der fahrlässigen Körperverletzung seitens der Veranstalter oder der Genehmigungsbehörde, teilte die Anklagebehörde am Dienstag mit. Zu den geprüften Unterlagen gehörten das Sicherheitskonzept und ein «Alarmplan Unwetter». Es könne nicht davon gesprochen werden, dass das Sicherheitskonzept unzulänglich gewesen sei oder dass die Verantwortlichen Warnungen des Deutschen Wetterdienstes nicht ausreichend beachtet oder die deswegen erforderlichen Maßnahmen nicht getroffen hätten.

«Zu berücksichtigen ist in diesem Zusammenhang, dass Veranstaltungsbesucher im Fall einer Warnung vor einem drohenden Unwetter auch selbst eine Verantwortung dafür tragen, sich drohenden Gefahren zu entziehen, soweit dies nach den Umständen der Veranstaltung möglich ist», erklärte die Staatsanwaltschaft. Die Blitze schlugen gleich am ersten Abend des Festivals ein. Starkregen zerstörte viele Zelte. Auch am zweiten Tag war das Musikprogramm stundenlang unterbrochen. Am Abend konnten dann doch noch Zehntausende Rockfans den «Red Hot Chili Peppers» zujubeln, ehe das Festival danach vorzeitig abgebrochen wurde.

Konzertveranstalter Marek Lieberberg sprach von einem Fall «höherer Gewalt». Er beugte sich schließlich den Behörden, die wegen fortgesetzter weiterer Gewitterfronten auf einen Abbruch gedrängt hatten.

Di, 2016-09-27 12:55
Taipeh (dpa)

Taifun «Megi» legt Teile Taiwans lahm

Mehr als eine Millionen Menschen ohne Strom, Tausende evakuiert, Flüge und Zugverbindungen gestrichen: Schon wieder wütet ein schwerer Taifun über Taiwan. Die Inselrepublik kommt nicht zur Ruhe.

Taipeh (dpa) - In Taiwan hat der bereits dritte Taifun binnen zwei Wochen das öffentliche Leben teilweise zum Erliegen gebracht. Nach «Meranti» und «Malakas» erreichte am Dienstag «Megi» dem taiwanesischen Wetterdienst zufolge mit einer Windgeschwindigkeit von bis zu 149 Kilometern pro Stunde die asiatische Inselrepublik.

Fernsehsender aus der Region berichteten von Überschwemmungen und Erdrutschen in verschiedenen Teilen des Landes. TV-Bilder zeigten auch Motorradfahrer und Fußgänger, die wegen des starken Windes gestürzt waren.

Todesfälle oder Vermisste wurden zunächst nicht gemeldet. 38 Menschen wurden laut Angaben lokaler Behörden verletzt. Mehr als 5300 Menschen mussten vor «Megi» in Sicherheit gebracht werden. In 1,6 Millionen Haushalten fiel der Strom aus, als der Taifun am Morgen auf Land traf. Knapp 600 Flüge wurden gestrichen, zahlreiche weitere waren verspätet. Auch der Zugverkehr war gestört.

Schon am Montagabend war das westliche Ende von «Megi» über die Ostküste der Insel hinweggefegt. Der tropische Sturm brachte heftige Regenfälle mit sich, die laut Meteorologen besonders hart die Inseln Lü Dao und Lan Yu vor der Ostküste Taiwans trafen. 

Auch in China warnten Behörden vor dem heranrückenden Taifun, der die Ostküste der Volksrepublik am Mittwoch erreichen soll. Bei zahlreichen Unwettern sind in diesem Sommer in China nach Überschwemmungen und Erdrutschen bereits Hunderte Menschen gestorben.

Di, 2016-09-27 12:20
Haag (dpa)

Weltstrafgericht: Neun Jahre Haft für Zerstörung von Kulturerbe Malis

Den Haag (dpa) - Der Internationale Strafgerichtshof hat den Dschihadisten Ahmad Al Faqi al Mahdi für die Zerstörung von Unesco- Weltkulturerbe in Mali zu neun Jahren Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte wurde am Dienstag in Den Haag der Kriegsverbrechen schuldig befunden.

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Di, 2016-09-27 12:25
Haag (dpa)

Neun Jahre Haft für Zerstörung von Weltkulturerbe alis

Den Haag (dpa) -Der Internationale Strafgerichtshof hat den Dschihadisten Ahmad Al Faqi al Mahdi für die Zerstörung von Unesco-Weltkulturerbe in Mali zu neun Jahren Gefängnis verurteilt. Das Gericht sprach ihn am Dienstag in Den Haag der Kriegsverbrechen schuldig. Al Mahdi hatte 2012 die Attacken auf die Monumente geleitet und war selbst aktiv daran beteiligt, urteilten die Richter.

Es ist das erste Urteil des Weltstrafgerichtes zur Zerstörung von Kulturgütern. Nach internationalem Strafrecht ist das ein Kriegsverbrechen. Al Mahdi hatte die Tat gestanden.

Im Sommer 2012 hatte die Dschihadisten-Miliz Ansar Dine, die mit Al-Kaida verbündet ist, die Wüstenstadt Timbuktu im westafrikanischen Mali überrannt und neun mittelalterliche Heiligengräber und eine Moschee zerstört. Weltweit war das Entsetzen groß.

Di, 2016-09-27 12:35
Tokio (dpa)

Mehr Besucher besteigen Japans höchsten Berg Fuji

Tokio (dpa) - Er gehört zu den beliebtesten Touristenzielen in Japan: der heilige Berg Fuji. Während der zwei Monate dauernden Klettersaison sind in diesem Jahr fast 250 000 Menschen auf dem mit 3776 Metern höchsten Berg des asiatischen Landes gezählt worden. Das seien rund sechs Prozent mehr als im Vorjahr, wie das Umweltministerium in Tokio am Dienstag bekanntgab. Damit tummelten sich im Schnitt rund 4000 Menschen pro Tag an dem Berg.

Der Aufstieg ist alljährlich von Anfang Juli bis Anfang September freigegeben. Dank seiner Form mit langen, ebenmäßigen Hängen ist der Vulkan im Vergleich zu anderen Dreitausendern relativ leicht zu ersteigen.

Seit 2013 ist der Fuji oder Fuji-san, der im Westen wegen einer falschen Lesung des Schriftzeichens für Berg auch unter dem Namen «Fujiyama» bekannt ist, ein Teil des Weltkulturerbes. Um die Umwelt vor dem alljährlichen Massenandrang zu schützen und Erste-Hilfe-Stationen sowie Toiletten entlang der Aufstiegsrouten zu unterhalten, wurde 2014 eine freiwillige Gebühr von 1000 Yen (rund neun Euro) eingeführt. Sie wurde in der diesjährigen Klettersaison von 64,5 Prozent der Besucher des Berges entrichtet, hieß es. Das sei immerhin ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahr von 11,6 Prozent.

Di, 2016-09-27 12:58
Dresden (dpa)

Fremdenfeindliche Anschläge in Deutschland

Dresden (dpa) - Schüsse, Sprengsätze, Brandanschläge - mit Sorge beobachten Politik und Polizei die zunehmende fremdenfeindliche Gewalt in Deutschland. Mal trifft es islamische Gotteshäuser, mal Asylunterkünfte. Beispiele:

LEIPZIG, Februar 2016: Ein Schweinekadaver auf dem Baugelände für eine Moschee in Leipzig wird zum Fall für den Staatsschutz. Schon nach dem Bekanntwerden der Pläne für das islamische Gotteshaus waren 2013 auf dem Gelände blutige Schweineköpfe aufgespießt worden. Muslime betrachten Schweine als unrein.

NEUNKIRCHEN (Saarland), Februar 2016: Unbekannte schleudern Molotow-Cocktails in den Innenhof einer Moschee. Niemand wird verletzt, die Polizei geht von fremdenfeindlichen Motiven aus.

ENSE (NRW), Januar 2016: Schüsse auf eine Unterkunft für Flüchtlinge sorgen für Angst und Unsicherheit, niemand wird verletzt. Der Staatsschutz ermittelt und stellt mehrere Projektile sicher. Zuvor waren Hakenkreuze an das Haus geschmiert worden.

VILLINGEN-SCHWENNINGEN (Baden-Württemberg), Januar 2016: Eine scharfe Handgranate wird auf das Gelände einer Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge geworfen, explodiert jedoch nicht.

NAUEN (Brandenburg), August 2015: Ein Feuer zerstört eine als Notunterkunft für Flüchtlinge vorgesehene Sporthalle. Nach Erkenntnissen von Polizei und Staatsanwaltschaft steckt eine rechtsradikale Gruppierung dahinter.

SALZHEMMENDORF (Niedersachsen), August 2015: Zwei Rechtsextreme schleudern einen Brandsatz in eine Flüchtlingsunterkunft. Ein Teppich und eine Matratze geraten in Flammen. Eine Frau aus Simbabwe und ihre drei kleinen Kinder bleiben unverletzt.

Geht doch!

Können Regierungen Unsinn einfach verbieten?

Saures für Süßes – ein Pioniergesetz verbietet Naschereien, die Kinder mit Spielzeug locken

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Können Regierungen Unsinn einfach verbieten?

Mit einem strengen Gesetz will Chile seine Kinder und Jugendlichen vor ungesunder Nahrung schützen: Seit Anfang Juli dürfen Süßigkeiten mit einer Spielzeug-Beigabe im ganzen Land nicht mehr verkauft werden. Überraschungseier von Ferrero und Kindermenüs von McDonald’s sind jetzt also illegal. Die Neuregelung legt außerdem fest, welche Lebensmittel als gesundheitsschädlich gelten. Alle, die pro 100 Gramm mehr als 400 Milligramm Salz, vier Gramm gesättigter Fettsäuren, 275 Kalorien oder zehn Gramm Zucker enthalten, müssen gut sichtbar mit Warnhinweisen gekennzeichnet sein. An Schulen dürfen sie nicht verkauft oder beworben werden. Der Grund für das Gesetz: In Chile ist inzwischen jedes dritte Kind unter sechs Jahren übergewichtig. Hersteller und auch einige Kritiker der Süßigkeitenindustrie bezweifeln aber, dass ein Verbot die richtige Maßnahme ist, um eine gesündere Ernährung zu erreichen. Entscheidend sei die konsumierte Menge, eine bessere Aufklärung der Kinder und vor allem gute Vorbilder – zum Beispiel gesünderes Schulessen.

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Konsequent verfolgt San Francisco seine „Zero Waste“- Strategie: Die kalifornische Stadt verbietet ab Juli 2017 Kaffeebecher, Einweggeschirr und Lebensmittelverpackungen aus Styropor. Mit dem Bann dieser  Wegwerfprodukte will sie ihrem Ziel,  bis 2020 müllfrei zu sein, einen großen Schritt näherkommen. Inzwischen machen rund 100 US-Städte gegen Waren aus Schaumkunststoff mobil.

Russland: Gentechnik unerwünscht
Gentechnisch modifizierte Organismen dürfen in Russland künftig weder angebaut noch importiert werden. Einzige Ausnahme: Zu Forschungszwecken sind gentechnisch veränderte Pflanzen und Tiere erlaubt. Bei Verstößen drohen Geldstrafen von bis zu 6500 Euro. Das beschloss die Staatsduma in dritter und abschließender Lesung.

Marokko: Plastiktüten ade
Mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von jährlich 900 Plastiktüten zählt das nordafrikanische Land zu den Negativ-Spitzenreitern. Doch seit Juli sind dort Kunststofftüten verboten – mit Ausnahme von Gefrier- und Müllbeuteln. Hierzulande soll eine Anfang Juli eingeführte Gebühr den Verbrauch drosseln.

 

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Konfliktfrei surfen

Konzerne müssen Rohstoffe aus Krisengebieten offenlegen – Europa ringt um eine verpflichtende Regelung

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Ausgerechnet die USA machen vor, wie man große Firmen an die kurze Leine nimmt – zumindest in punkto Konfliktrohstoffe. Der „Dodd-Frank Act“ verpflichtet börsennotierte Unternehmen, offenzulegen, ob Handys, Laptops oder Autos Mineralien enthalten deren Verkauf Kriege oder bewaffnete Kämpfe in der DR Kongo und deren Nachbarländern finanziert. Dass das seit 2010 geltende Transparenzgesetz für Gold, Tantal, Wolfram und Zinn Wirkung zeigt, belegt nun ein Report des „Enough Project“: Inzwischen gebe es im Kongo mehr als 160 Minen, die als „konfliktfrei“ gelten, ermittelte die US-Organisation. Auch EU-Bürger wollen keine „blutigen“ Produkte. Deshalb verhandeln EU-Kommission, -Parlament und -Rat derzeit über eine Sorgfaltsregelung. Wie verbindlich diese sein wird, ist bislang offen. „Die EU-Regeln dürfen nicht hinter die US-Standards zurückfallen, das wäre ein Armutszeugnis“, sagt Christian Wimberger von der Christlichen Initiative Romero. Selbst eine verpflichtende Regelung für Konfliktmineralien könne nur ein erster Schritt sein. Als nächstes müsse der verbindliche Schutz von Menschenrechten und Umwelt auf alle industriellen Bergbauprojekte wie die Förderung von Coltan, Kupfer und Kohle ausgeweitet werden.
ci-romero.de (Rohstoffkampagne)
stop-mad-mining.org

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Im Mai hat die britische Hauptstadt den größten schwimmenden Solarpark der Welt in Betrieb genommen. Für 7,3 Millionen Euro wurden in der Themse 23.000 Paneele mit einer Kapazität von 6,3 Megawatt verankert. Der produzierte Strom soll die Wasseraufbereitungsanlagen in und um London versorgen. Der Vorteil der schwimmenden Sonnenkraftwerke: Sie sind leichter und billiger herzustellen als Anlagen an Land, werden durch das fließende Wasser konstant gekühlt und nehmen keinen Platz weg.

Frankreich: Palmöl – teurer durch Steuer
Um den Konsum zu drosseln und so die verheerenden Umweltschäden des Plantagenanbaus zu mindern, will die französische Regierung Palmöl besteuern: Ab 2017 sollen 30 Euro pro Tonne fällig werden, bis 2020 wird sich die Abgabe verdreifachen. In Deutschland ist bislang keine Palmölsteuer geplant. Der „Save Wildlife Conservation Fund“ drängt die Politik hierzulande schon länger zu diesem Schritt. Anders als in Frankreich dürfte sogenanntes „nachhaltiges Palmöl“ allerdings nicht ausgenommen werden, sagt eine Sprecherin der Stiftung, da es dafür noch immer keine verlässlichen Zertifizierungen gebe.
zeropalmoel.de

Geht doch!

Saubere Profite

Als erste deutsche Stadt investiert die westfälische Kommune nur noch in ethisch-ökologische Anlagen

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Saubere Profite

Dem Stadtkämmerer von Münster bereiten die RWE-Verluste keine schlaflosen Nächte: Als erste deutsche Stadt hat die westfälische Grünen-Hochburg zum Jahresbeginn alle Geldgeschäfte mit Klimasündern eingestellt. Rückstellungen für die Beamtenpensionen – das sind immerhin 460 Millionen Euro – dürfen nicht mehr in Fonds angelegt werden, die Aktien von Öl- und Kohleunternehmen beinhalten. Mehr noch: Auch Atomenergiekonzerne, Gentechnikfirmen und Rüstungsindustrie sind tabu. Drahtzieher dieser „Divestment“-Premiere waren die örtliche Fossil-Free-Gruppe und die Grünen. Seit Sommer 2013 machten die Klima-Aktivisten Druck auf der Straße, und die Partei überzeugte schließlich den Stadtrat. „Jeder, der nicht will, dass seine Stadt durch ihre Geldgeschäfte den Klimawandel befeuert, kann eine solche Kampagne starten“, sagt Tine Langenkamp von der Klimaschutzorganisation 350.org. „Dafür muss man kein Finanzexperte sein.“ Vom Ausstieg profitiere nicht nur das Klima, er rechne sich auch noch. „Ethisch-ökologische Geldanlagen können sogar mehr Renditen abwerfen als konventionelle“, sagt der grüne Fraktionsvorsitzende Otto Reiners, „deshalb erwarten wir einen Domino-Effekt.“
gofossilfree.wordpress.com
gofossilfree.org/de

Außerdem Interessant

Frankreich: La vie est belle
Eben noch hat Frankreich Schlagzeilen gemacht, weil Supermärkte keine Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen und in Restaurants „Doggy Bags“ eingeführt werden. Nun gibt das Nachbarland in anderen Bereichen Gas: In den nächsten fünf Jahren sollen tausend Kilometer Straßenbelag mit neuartigen Solarpaneelen ausgerüstet werden – bereits zwanzig Quadratmeter könnten den Strombedarf eines Single-Haushalts decken. Und schon in diesem Sommer werden in Paris tausend E-Roller stehen, die jeder mieten kann – sie sollen für bessere Luft sorgen.

Thailand: Autarke Solarschule
In der Sisaengtham-Schule im Nordosten Thailands lernen schon kleine Kinder, nachhaltig zu leben: Sie pflanzen nicht nur ihr eigenes Gemüse an, sondern installieren und reparieren auch Solarzellen. Ziel des als „Solar-Mönch“ bekannten Gründers Phra Khru Wimon Panyakhun ist es, dass sich die Schule in allen Bereichen selbst versorgt. Die Energieernte deckt bereits den Bedarf. Außerdem entwickelten die Kinder mobile Ladestationen, mit denen Bauern die Bewässerungspumpen für ihre Reisfelder mit der Kraft der Sonne statt mit Dieselgeneratoren betreiben können.

Kamerun: Häuser aus Plastikmüll
Roger Milla, die afrikanische Fußball-Legende aus Kamerun, betreibt in seinem Heimatland eine Recyclinganlage. Aus Plastikmüll werden dort Bausteine gepresst: „Wir wollen die Umweltverschmutzung verringern und Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen“, sagt Milla. Ein ähnliches Projekt verfolgt die dänische Ingenieurstudentin Lise Fuglsang Vestergard in Indien: Sie lässt zerkleinerten Plastikmüll im „Solargrill“ zu Ziegelsteinen einschmelzen. 

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Di, 2016-09-27 12:46
Hamburg (dpa)

Gabriel: Windenergie muss sich dem Markt stellen

Hamburg (dpa) - Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hat die Bedeutung der Windenergie für die Energiewende unterstrichen, gleichzeitig aber die gedrosselten Ausbauziele der Bundesregierung verteidigt. «Die Windenergie braucht keinen Welpenschutz mehr», sagte Gabriel bei der Eröffnung der Messe WindEnergy am Dienstag in Hamburg. «Sie muss sich den Herausforderungen des Marktes stellen.» Der erneuerbaren Energien leisteten mittlerweile den größten Beitrag zur deutschen Stromversorgung und die Windenergie habe daran den wesentlichen Anteil. Nun komme es darauf an, mit dem Netzausbau nachzuziehen, damit alle Rädchen ineinander greifen könnten. Für die Investoren in die Windenergie gebe es klare Rahmenbedingungen und eine gute Investitionsgrundlage.

Di, 2016-09-27 12:15
Dresden (dpa)

Sprengstoffanschläge versetzen Dresden in Krisenmodus

Inmitten der Vorbereitungen auf die Feier zum Einheitstag in Dresden explodieren Sprengsätze in der Stadt - an einer Moschee und am Kongresszentrum. Die Polizei geht von fremdenfeindlichen Taten aus.

Dresden (dpa) - Kurz vor der Einheitsfeier in Dresden haben zwei Anschläge in der sächsischen Stadt Befürchtungen vor rechtsextremen Übergriffen geschürt. An der Tür einer Moschee der Türkisch-Islamischen Gemeinde und am Kongresszentrum in Dresden explodierten Sprengsätze. Die Polizei geht von extremistischen Taten aus. Sie informierte erst am Dienstagmorgen über die Attacken am Montagabend.

«Auch wenn uns bislang kein Bekennerschreiben vorliegt, müssen wir von einem fremdenfeindlichen Motiv ausgehen», sagte Polizeipräsident Horst Kretzschmar. Zugleich wird eine Verbindung zu den geplanten Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit am Wochenende gesehen.

Die Beamten in Dresden waren von einer Rettungsleitstelle über die Detonationen informiert worden - 21.53 Uhr über die an der Moschee und 22.19 Uhr über die auf der Terrasse des Kongressgebäudes. Dort soll am 3. Oktober der Empfang des Bundespräsidenten zum Tag der Deutschen Einheit stattfinden.

Die Polizei fand an beiden Tatorten die Reste selbstgebauter Sprengsätze. «Ab sofort arbeiten wir im Krisenmodus», sagte Polizeipräsident Kretzschmar. Die Polizei bewacht die betroffene und eine weitere Moschee in der Stadt sowie das islamische Zentrum in der Nähe des Bahnhofs Cotta intensiv.

Zum Zeitpunkt der Detonation befanden sich der Imam mit seiner Frau und den beiden Söhnen in der Moschee. Alle blieben unverletzt. Ob er mit seiner Familie bleibt oder geht, ließ er offen. «Das bestimmt die Gemeinde», sagte er.

Durch die Druckwelle der Explosion wurde die Eingangstür laut Polizei nach innen gedrückt. Sie ist wie die Fassade verrußt. Die Moschee hatte noch in der Nacht Fotos von den Spuren der Attacke auf Facebook und Twitter gepostet - sechs Stunden vor der ersten Information durch die Polizei.

Am Internationalen Congress Center Dresden zerstörte die Hitze der Explosion die Seite eines Glasquaders auf der Freiterrasse zur Elbe. Eine Hotelbar wurde evakuiert. Die Polizei forderte Gäste mit Zimmer in Richtung Terrasse auf, von den Fenstern wegzubleiben. Auch hier wurde niemand verletzt. In der Nacht waren rund 50 Beamte im Einsatz, inzwischen hat das Operative Abwehrzentrum der sächsischen Polizei die Ermittlungen übernommen.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) verurteilte die Anschläge scharf. Es sei «umso empörender», da der Angriff auf eine Moschee einen Tag vor dem Festakt zum zehnjährigen Bestehen der Deutschen Islamkonferenz (DIK) verübt worden sei, sagte er beim DIK-Jubiläum in Berlin. Die DIK ist ein Gesprächsforum der Islamverbände mit Bund, Ländern und Kommunen. Der Grünen-Politiker Volker Beck zeigte sich schockiert und forderte Solidarität. «Anschläge auf Gotteshäuser sind Anschläge auf die Demokratie und die Freiheit von uns allen.»

Auch Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) verurteilte den «feigen Anschlag» auf die Moschee. «Dies ist nicht nur ein Anschlag auf die Religionsfreiheit und die Werte einer aufgeklärten Gesellschaft, sondern hier wurde auch bewusst der Tod von den in der Moschee lebenden Menschen in Kauf genommen», sagte er. Die Polizei arbeite mit Hochdruck seit der Nacht an der Aufklärung, «um auch die öffentliche Sicherheit noch weiter zu verbessern».

Der sächsische CDU-Innenexperte Christian Hartmann warnte vor Panik und rief mit Blick auf den Einheitstag zur Besonnenheit auf. «Die Sicherheitsbehörden sind auf das Großereignis in unserer Stadt bestens vorbereitet und werden die Sicherheitsvorkehrungen nach den jüngsten Ereignissen noch einmal neu bewerten und falls notwendig anpassen.» Innenminister Markus Ulbig (CDU) wollte am Mittag über das Sicherheitskonzept für den Tag der Deutschen Einheit informieren.

2013 hatten Unbekannte auf dem Gelände der geplanten Moschee in Leipzig fünf blutige Schweineköpfe auf Holzpflöcke gespießt. Die Täter wurden bisher nicht ermittelt. Im November 2009 wurde eine Mauer an der Dresdner Synagoge unter anderem mit Hakenkreuzen beschmiert. Verdächtigt wurde damals ein in Dresden lebender Algerier.

Nach Angaben des Landeskriminalamtes ist die Zahl der Anschläge auf Asylbewerberunterkünfte mit rechtem Hintergrund 2015 stark auf 106 angestiegen. Im ersten Halbjahr 2016 waren es knapp 50.

Di, 2016-09-27 13:01
München (dpa)

Siemens streicht 1700 Jobs in Deutschland - Interessenausgleich steht

Der Stellenabbau war angekündigt, jetzt sind die Details festgezurrt: In der Siemens-Antriebssparte fallen 1700 Jobs weg. Sorgen gibt es vor allem um den bayerischen Standort Ruhstorf.

München (dpa) - Der Elektrokonzern Siemens hat sich auf die Streichung von insgesamt 1700 Arbeitsplätzen in seiner Sparte Prozessindustrie und Antriebe festgelegt. Nach wochenlangen Verhandlungen einigte sich das Unternehmen mit Arbeitnehmervertretern auf einen entsprechenden Interessenausgleich für die deutschen Standorte, wie ein Siemens-Sprecher am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur sagte. Der Abbau fällt damit nur etwas geringer aus als ursprünglich geplant: Zunächst war von rund 2000 Stellen in Deutschland und 2500 Jobs weltweit die Rede gewesen, die gestrichen oder verlagert werden sollten.

Betroffen sind vor allem vier Standorte in Bayern: In Nürnberg geht es um 590 statt wie ursprünglich geplant um 730 Jobs und in Ruhstorf nahe Passau um 600 statt 710 Arbeitsplätze. In Bad Neustadt/Saale sollen nun 330 Stellen gestrichen werden statt der zuvor geplanten 370 Stellen und an zwei Erlanger Standorten 130 Jobs statt 160 wie in den ersten Planungen vorgesehen. Der Abbau soll bis spätestens Ende September 2020 umgesetzt sein.

Bei den betroffenen Beschäftigten sorgen die Pläne nach den Worten von Bayerns IG-Metall-Chef Jürgen Wechsler für Enttäuschung. Zwar habe Siemens zugesagt, alle Produktionsstandorte zu erhalten, doch gebe es große Sorgen vor allem um Ruhstorf, sagte er. Dort sollten lediglich Teile der Elektromotorenfertigung erhalten bleiben. «Es gibt große Sorgen, ob das, was hier vereinbart ist, nach vier Jahren noch leben wird», sagte Wechsler. Angedacht ist dem Vernehmen nach auch, ein Gewerbecenter auf dem bisherigen Siemens-Gelände anzusiedeln. Einzig beruhigend sei, dass sich der Stellenabbau über vier Jahre bis 2020 hinziehen werde, sagte Wechsler.

Er hatte Siemens aufgefordert, die Verlagerung von Produktionsarbeitsplätzen nach Osteuropa zu stoppen. In begrenztem Umfang hätten die Arbeitnehmervertreter dies bei den Verhandlungen auch erreicht, «aber Siemens hält an seiner Verlagerungsstrategie fest». Deshalb erneuere er auch seine Forderung nach einem Verlagerungsstopp bei dem Unternehmen.

Siemens hatte die Einschnitte vor allem mit der Nachfrageflaute in der Öl- und Gasbranche begründet, die Preisdruck und eine mangelnde Auslastung der Werke mit sich bringe. Das Geschäftsfeld mit zuletzt weltweit rund 45 000 Beschäftigten bietet etwa Getriebe, Motoren, Antriebe und Kupplungen für die Öl-, Gas- und Bergbauindustrie. Damit ist es auch stark von der Rohstoffpreisentwicklung abhängig.

Den betroffenen Mitarbeitern will der Elektrokonzern möglichst alternative Jobs an anderen Stellen im Unternehmen bieten und sie dafür falls nötig auch entsprechend qualifizieren. Außerdem sind Abfindungen, Altersteilzeit oder Möglichkeiten zum Übergang in Auffanggesellschaften vorgesehen. Derzeit sei noch offen, wie viele Mitarbeiter innerhalb des Konzerns auf andere Arbeitsplätze wechseln könnten, sagte der Sprecher. Siemens hatte die Kosten für die Maßnahmen auf rund 200 bis 300 Millionen Euro eingeschätzt.

In einem internen Interview, das dpa vorliegt, erklärte Siemens-Personalchefin Janina Kugel, die Gespräche seien nicht leicht gewesen, immerhin gehe es «um schmerzhafte Einschnitte». «Aber letztlich haben wir alle ein Interesse daran, das Geschäft wieder nachhaltig wettbewerbsfähig aufzustellen und die Standorte langfristig zu erhalten.» Mit den Vereinbarungen habe man «einen Schritt in die richtige Richtung» gemacht. Das Ergebnis biete die Chance, die Sparte zu stabilisieren und den Blick nach vorne zu richten, so Kugel.

Di, 2016-09-27 12:54
Haag (dpa)

Weltstrafgericht ahndet Zerstörung von Weltkulturerbe in Mali

Die Bilder schocken die Welt: Mit Hacken und Äxten zerschlagen Dschihadisten jahrhundertealte religiöse Bauwerke in Timbuktu. Ein Kriegsverbrechen. Dafür muss der Verantwortliche ins Gefängnis.

Den Haag (dpa) - Zum ersten Mal hat der internationale Strafgerichtshof einen Dschihadisten für die Zerstörung von Weltkulturerbe schuldig gesprochen und zu einer Haftstrafe verurteilt. Vier Jahre nach der Zerstörung von Jahrhunderte alten religiösen Bauwerken in Timbuktu verurteilte das Gericht den Dschihadisten Ahmad Al Faqi al Mahdi am Dienstag in Den Haag zu neun Jahren Haft. Er hatte nach Ansicht der Richter die Attacken geleitet und war selbst an der Zerstörung von fünf Monumenten beteiligt.

Der etwa 40 Jahre alte Islamist hatte die Tat gestanden. Das bewertete das Gericht als mildernden Umstand und verhängte eine verhältnismäßig milde Strafe. Die Zerstörung von Weltkulturerbe ist ein Kriegsverbrechen, das mit bis zu 30 Jahren Haft bestraft werden kann. Es war das erste Mal, dass ein Angeklagter vor dem Weltstrafgericht seine Schuld zugab.

Im Sommer 2012 hatte die Dschihadisten-Miliz Ansar Dine, die mit Al-Kaida verbündet ist, die Wüstenstadt Timbuktu im westafrikanischen Mali überrannt und in Timbuktu neun mittelalterliche Heiligengräber und eine Moschee zerstört. Weltweit war das Entsetzen groß.

Der auch als Abu Tourab bekannte Angeklagte war Leiter der Moralpolizei der Dschihadisten und hatte die Zerstörung geleitet. Mit Videos hatte die Anklage im Gerichtssaal bewiesen, dass Al Mahdi selbst auch mit der Axt auf die alten Mauern aus Lehm und Steinen eingeschlagen hatte. Damals hatte er die Tat als «Verteidigung des wahren Islam» gegen falsche Heiligenverehrung gerechtfertigt.

Di, 2016-09-27 12:09
Manila (dpa)

Asien muss jedes Jahr 267 Milliarden Euro in Klimaschutz investieren

Manila (dpa) - Asien muss jährlich 267 Milliarden Euro investieren, um die Ende 2015 in Paris international vereinbarten Klimaziele zu erreichen. Bis zum Jahr 2050 soll der Kontinent damit etwa erneuerbare Energien und Technologien zur Kohlenstoff-Abscheidung und -speicherung sowie intelligente Stromnetze fördern, teilte die Asiatische Entwicklungsbank (ADB) mit Sitz in der philippinischen Hauptstadt Manila am Dienstag mit.

Die Folgen des Klimawandels, wie etwa Dürren oder Überschwemmungen, gelten als große Bedrohung für die 4 Milliarden Einwohner Asiens. Sollte der jetzige Trend nicht gestoppt werden, könnte dies laut ADB das Wirtschaftswachstum bis 2100 um mehr als zehn Prozent reduzieren.

In Paris hatten sich 195 Länder auf die Klimaziele geeinigt. Sie sehen vor, die Erderwärmung auf klar unter zwei Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen.

Di, 2016-09-27 11:53
Johannesburg (dpa)

Gegner von Elfenbeinhandel feiern Erfolg bei Artenschutzkonferenz

Johannesburg (dpa) - Gegner der Legalisierung des Elfenbeinhandels haben bei der Welt-Artenschutzkonferenz (Cites) einen Erfolg gefeiert. Auf dem Treffen im südafrikanischen Johannesburg wurde am Montag ein Antrag von Simbabwe und Namibia abgelehnt, ihre Lagerbestände an Elfenbein verkaufen zu dürfen. Vertreter aus 183 Ländern tagen noch bis 5. Oktober, um neue Regeln für den weltweiten Handel mit gefährdeten Tieren und Pflanzen aufzustellen.

Namibia und Simbabwe hatten argumentiert, den Erwerb durch den Verkauf ihrer Lagerbestände in den Schutz von Wildtieren investieren zu wollen. Naturschützer gehen jedoch davon aus, dass dadurch die Wilderei und der illegale Handel befeuert werden könnten. Die Artenschutzkonferenz beschloss 1989, den internationalen Handel mit Elfenbein zu verbieten. 2008 gab es eine Ausnahme für vier afrikanische Länder, die Lagerbestände verkaufen durften. Das hat nach Angaben von Tierschützern den Schmuggel beflügelt.

Die USA und mehrere afrikanische Länder machten Druck, um den Handel mit Elfenbein auch von Binnenmärkten zu bannen. Der Binnenhandel stelle oft ein Schlupfloch für Elfenbeinhändler dar, um das Elfenbein «reinzuwaschen», sagte Satyen Sinha vom Internationalen Tierschutz-Fonds (IFAW).

Die Europäische Union jedoch will den Handel mit antikem Elfenbein innerhalb der EU weiterhin erlauben. «Wir stimmen zu, dass der Binnenhandel beobachtet werden soll, aber nur, wenn es eine Verbindung mit dem internationalen Handel gibt», sagte der Leiter der EU-Delegation Gael de Rotalier.

Nach dem jüngsten Bericht der Weltnaturschutzunion IUCN ist die Zahl der Elefanten in Afrika seit 2006 um 111 000 Tiere auf 415 000 gesunken.

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Presto, presto statt Buon appetito – jetzt gibt’s Pasta als Prodotto finito!
So lernen schon die Bambini, wie man Bio-Nudeln zubereitet: Folie einstechen und ab in die Mikrowelle.

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Das Wissen zu den Anlagetricks von morgen.

Und die Skrupellosigkeit meines Beraters. 
Unsere Experten analysieren globale Trends im Geldwäschesektor. Panama war gestern, morgen finden wir anderswo ein trockenes Plätzchen für Ihr Schwarzgeld. Vertrauen Sie uns: Wir mischen aus Tradition in jedem Finanzskandal mit. Und ob Waffenfabriken, Atom- oder Kohlekraftwerke – wir stecken Ihr Geld in jede tödliche Industrie.
Mehr Infos: greenpeace-magazin.de/deutschebank

Unser Wissen für Ihr schmutziges Geld.
Gewissenlos aus Gewinnsucht

Kohleschlote? Atomwaffensilos? Keine Ahnung. Wir lassen Gras über die Sachen wachsen.

 

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STUPID.T ist die erste und einzige Maschine, die auf Knopfdruck Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der menschlichen Zivilisation erzeugt. Man stecke eine überteuerte Einwegkapsel mit etwas 08/15-Tee ins Gerät, betätige die Taste – und schon gibt’s jede Menge bunten Alu- und Plastikabfall.

Entdecken Sie die neue, besonders überflüssige Art der Müllerzeugung.
Mehr auf greenpeace-magazin.de/special-t.

 

 

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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb, selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

Keine Anzeige!

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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