Liebe Leserinnen und Leser,

in Indien leben 1,4 Milliarden Menschen – und die verursachen eine Menge Plastikmüll: Pro Jahr handelt es sich der dortigen Umweltbehörde zufolge um 3,5 Millionen Tonnen. Experten glauben aber, dass die tatsächliche Menge weitaus größer ist. So oder so belegt das südasiatische Land laut Our World in Data den weltweit ersten Platz in Sachen fehlendes Abfallmanagement. Und das soll sich nun ändern.

Wie Spiegel Online berichtet, beschloss die indische Regierung am vergangenen Freitag ein Verbot verschiedener Einwegprodukte, um der Flut an Plastikmüll entgegenzuwirken. Dazu identifizierte man 19 Plastikartikel, die künftig nicht mehr hergestellt, eingeführt, gelagert, verteilt oder verkauft werden dürfen. Aus dem Verkehr gezogen werden unter anderem Plastikbecher, Strohhalme und Eisstiele sowie einige Einweg-Plastiktüten.

Auch die Deutsche Welle hat sich näher mit dem Thema befasst. Wir starten in die neue Woche – doch natürlich nicht ohne unsere (garantiert unverpackte) Presseschau zum Montag. Angenehme Lektüre!

Energie-Showdown im Bundestag

Hintergrund, 3 Minuten Lesezeit

Eigentlich will die Ampel-Regierung die Energiewende beschleunigen. Anfang April hatte Wirtschafts- und Klimaminister Robert Habeck (Grüne) dazu das sogenannte „Osterpaket“ vorgelegt, ein mehrere hundert Seiten dickes Konvolut. Es sollte eigentlich bis zur Sommerpause vom Bundestag fertig verschnürt und beschlossen werden – doch die Stichworte Windkraft, Naturschutz oder EEG sucht man bisher vergebens auf der Tagesordnung. Hinter den Kulissen soll es heftig rumoren, heißt es – besonders die FDP soll teils immer noch blockieren. Nach dem Eindruck von Constantin Zerger, Energie- und Klimaexperte bei der Deutschen Umwelthilfe (DUH), tritt die FDP beim EEG nach wie vor auf die Bremse – aus ideologischen Gründen, wie Zerger meint. „Es ist erschütternd, dass innerhalb der Ampel-Koalition offenbar um Klimapolitik geschachert wird, als ob es sich um Klientelpolitik für eine einzelne Partei handeln würde.“ Die klimareporter° wissen mehr

Extreme Hitze in Italien

Bericht, 3 Minuten Lesezeit

Zwei italienische Städte schränken aufgrund der anhaltenden Hitzewelle den Wasserverbrauch ein. Wie die italienische Zeitung Il messaggero berichtete, begrenzen Verona und Pisa bis zunächst Ende August den Trinkwasserverbrauch auf „häusliche Zwecke, persönliche Reinigung und Hygiene“. In Pisa greift das Dekret demnach ab dem 11. Juli, in Verona offenbar umgehend. Italien leidet aktuell unter extremer Trockenheit. Wegen der außergewöhnlichen Hitze ereignete sich in den Dolomiten zudem ein massiver Gletscherbruch. Bei dem Unglück auf der Marmolata wurden mehrere Menschen getötet, sagte eine Sprecherin der Rettungsleitstelle der Region Venetien. Von der Lawine aus Eis, Schnee und Fels wurden außerdem acht Menschen verletzt. Rund ein Dutzend wird noch vermisst. Es berichtet Zeit Online

Wie Pandabären zu Vegetariern wurden

Hintergrund, 2 Minuten Lesezeit

Für ihr schwarz-weißes Fell sind Pandas bekannt – und für ihre Spezial-Diät aus Bambus: Ein ausgewachsenes Exemplar verzehrt davon bis zu 45 Kilogramm pro Tag. Hochinteressant ist dabei, wie sich die beliebten Bären aus der Ordnung der Carnivoren zu Vegetariern mit einer ziemlich einseitigen Ernährung wandelten. Im Gegensatz zu ihrer omnivoren Verwandtschaft verzichten sie auf einen Winterschlaf, und ihren Pranken wuchsen falsche Daumen. Dieses sechste Handglied hilft einem Panda, besser nach Bambushalmen und -rohren zu greifen. In den „Scientific Reports“ präsentieren Paläontologen aus den USA und China jetzt den frühesten Nachweis für das besondere Greifwerkzeug. Demnach verfügte der Ur-Panda Ailurarctos im späten Miozän über eine entsprechend veränderte Anatomie und Morphologie. Denn nicht nur der Knochenbau ist betroffen, sondern auch die daran ansetzende Muskulatur. Hintergründe gibt es bei faz.net

Ursache des Blobs scheint geklärt

Bericht, 2 Minuten Lesezeit

Seit der Jahrtausendwende treten immer wieder verheerende Hitzewellen – Blob genannt – im nordöstlichen Pazifik vor der nordamerikanischen Westküste auf. Das bislang letzte Ereignis dauerte drei Jahre von 2019 bis 2021 und kostete zehntausende Meerestiere das Leben. Ein Team um Armineh Barkhordarian von der Universität Hamburg hat dieses Phänomen untersucht. In „Nature Communications Earth and Environment“ stellt es die Ursache für die sich häufenden Warmwasserblasen in der Region vor: Der bis zu drei Millionen Quadratkilometer große Blob sei auf den vom Menschen verursachten Anstieg von Treibhausgasen in der Atmosphäre zurückzuführen, was extreme Hitzewellen in diesem Teil des Meeres begünstige, schreibt die Arbeitsgruppe. Bis zu sechs Grad Celsius liegen die Wassertemperaturen dann über dem langjährigen Durchschnitt, was für viele Kälte liebende Tierarten tödlich ist oder sie zur Abwanderung zwingt. Details gibt es bei Spektrum

Warum Vögel im Schwarm nicht kollidieren

Hintergrund, 3 Minuten Lesezeit

Vögel müssen sich beim gemeinsamen Flug abstimmen, um Kollisionen zu vermeiden. Wie sie dies tun, war jedoch bisher unklar. Forscher vom Max-Planck-Institut für biologische Intelligenz haben deshalb eine Gruppe Zebrafinken beim Flug im Windkanal genau beobachtet und belauscht. Es zeigte sich: Vor allem bei seitlichen Positionsänderungen orientieren sich die Vögel durch Blicke, beim Wechsel der Flughöhe nutzen sie hingegen oft spezielle Rufe. Ergänzende Experimente zeigten zudem, dass die Warnrufe verstärkt zum Einsatz kommen, wenn die Sicht der Zebrafinken behindert ist – beispielsweise nachts oder in einem abgedunkelten Windkanal. Unter solchen Bedingungen nahm die Häufigkeit der im Flug ausgestoßenen Rufe zu. Dies trug dazu bei, die Vögel trotz der schlechten Sicht und der dadurch eingeschränkten visuellen Abstimmung vor Zusammenstößen zu bewahren, heißt es bei wissenschaft.de

Unterirdische Lebenswelt ist überraschend produktiv

Hintergrund, 3 Minuten Lesezeit

Aktiv trotz Dauerdunkel und Nährstoffarmut: Mikroben in unterirdischen Wasserreservoiren sind weit produktiver als bisher angenommen. Ihre Primärproduktion pro Zelle liegt ähnlich hoch wie die von Planktonalgen im Ozean, wie Forscher von der Universität Jena ermittelt haben. Demnach binden die Bakterien im Grundwasser von Carbonat- und Silikatgesteinen insgesamt rund 260 Millionen Tonnen Kohlenstoff pro Jahr. Eine besonders große Rolle spielt dabei offenbar eine Gruppe noch nicht genauer bestimmter Mikroorganismen aus der Ordnung der Nitrospiria. Sie könnten ähnlich wie die Mikroalgen der Meere die Basis der Nahrungsnetze im Grundwasserökosystem bilden, vermutet das Forschungsteam. „Unsere Ergebnisse bieten neue Einblicke in die Funktionsweise dieser unterirdischen Ökosysteme und geben Hinweise darauf, wie Grundwasserquellen überwacht oder saniert werden können”, erklärt Seniorautorin Kirsten Küsel bei scinexx

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