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Rechtsaußen in Europa: Warum die Wahl über den Klimaschutz entscheidet

Rechtsaußen in Europa: Warum die Wahl über den Klimaschutz entscheidet

Es gibt viele Probleme in der EU, der Klimawandel ist eines der drängendsten. Bei der Wahl zum Europaparlament wird sich zeigen, ob die Zukunft Europas von Klima-Leugnern und Reform-Bremsern bestimmt wird – oder ob die nächste Generation eine Chance bekommt.

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Donnerstag, 23. Mai 2019

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Wirtschaft un­ter­stützt „Fridays for Future“, Airbus forscht am grünen Flugzeug und der Kampf einer Mutter gegen Monsanto

Liebe Leserinnen und Leser,

im besten Fall ist Ironie fein – im vorliegenden allerdings eher brachial. Es geht um Porsche. Und einen Umwelt-Preis. Wahrscheinlich denken Sie an dieser Stelle das Gleiche wie die Redaktion von MDR Sachsen, nämlich: „Den VW-Konzern mit grüner Unternehmensphiloso­phie zu verbinden, fällt nach Dieselaffäre und Klimasünden schwer.“ Aber doch, es ist passiert: Das Leipziger Porsche-Werk bekam in dieser Woche von der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen, einer Non-Profit-Organisation, die Platin-Plakette für seine besonders umweltfreundliche und energieeffiziente Produktion verliehen. Gleich in 28 Kategorien (!) erzielte das schwäbische Unternehmen Bestnoten, von Biodiversität über Ökobilanz, vom Umgang mit Ressourcen bis hin zu Klimaschutz.

Nun leben wir natürlich in einer Welt, die kompliziert ist – und dazu gehört offenbar auch, dass ein Unternehmen, das mit seinen Produkten die Umwelt belastet, bei der Herstellung eben dieser Produkte nachhaltig arbeiten kann. Aber muss man dem Bolidenbauer schlechthin dafür gleich eine Plakette verleihen? Manchmal ist der Übergang zwischen Ironie und Zynismus fließend.

Wir erfinden an dieser Stelle keinen Fantasiepreis für Sie, sondern sagen einfach: Danke, dass Sie uns jeden Tag lesen! Hoffentlich auch morgen wieder. 

Das Team vom Navigator 

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Mehr als 1.000 Unternehmen stellen sich hinter „Fridays for Future“

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Die jungen Klimaschützer von „Fridays for Future“ bekommen Unterstützung aus der Wirt­schaft: Mehr als 1.000 Unternehmer haben die Forderungen der Initiative „Entrepreneurs for Futu­re“ unter­schrieben. Dazu gehört unter anderem eine „wirksame und planbar steigende CO2-Bepreisung für alle Sek­to­ren“, um die Energie- und Mobilitätswende zu beschleunigen. Zudem rufen die Unterneh­men ihre Mitarbeiter dazu auf, sich an diesem Freitag am Klimastreik zu beteiligen. Vie­le Unter­zeich­ner vertreten eher kleine Be­triebe aus dem Umweltsektor. Doch auch Großunterneh­men wie die Recyclingfirmen Veolia und Re­mon­dis oder Mittelständler wie die Babymarke Hipp ge­hö­ren dazu. Insgesamt stehen sie für 100.000 Arbeitsplätze und einen Umsatz von mehr als 20 Milli­ar­den Euro. Die taz berichtet. Einen Blick über den Atlantik wirft Klimareporter°: In den USA hat es die Jugendbe­wegung „Sunrise Move­ment“ geschafft, den Dialog über Klima- und Umwelt­schutz mit zu prägen – sie scheut sich auch nicht, politische Schwergewichte wie Ex-Vizepräsident Joe Biden einzunorden.

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Chinas Industrie produziert illegale Ozonkiller

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Es passiert selten, dass Forscher per Zufall einem Umweltskandal auf die Spur kommen, der die gesamte Welt betrifft. Vor ziemlich genau einem Jahr geschah jedoch genau das. Während einer Routinemessung war der Chemiker Stephen Montzka von der amerikanischen NOAA-Behörde in Boulder, Colorado, auf weit größere Mengen des Ozonkillers Trichlorfluormethan in der Atmosphäre gestoßen, als er und sein Team erwartet hatten. Jetzt hat eine weitere Forschergruppe den Ursprung der Chemikalie aufgespürt, die den Ozonschutzschild der Erde zerstört. Im Wissenschaftsjournal Nature schreibt die Gruppe um den Chemiker Sunyoung Park von der Kyungpook National University in Südkorea, dass mindestens 40 bis 60 Prozent der Trichlorfluormethan-Emissionen aus einer Region im Nordosten Chinas stammen. Trichlorfluormethan gehört zu den seit 1987 verbotenen Fluorchlorkohlenwasserstoffen, bekannter als FCKW. Die Messkurve, die den Trichlorfluormethan-Gehalt in der Atmosphäre über die Jahre anzeigt, fällt seit Mitte der 1990er-Jahre wie mit dem Lineal gezogen ab – doch um das Jahr 2012 herum hat sie einen Knick, seither sinkt die Konzentration langsamer als im Zeitraum davor. Jetzt glauben die Forscher, die Ursache für diesen Knick gefunden zu haben: Er sei „wahrscheinlich“ das Resultat neuer Produktion in China. Mehr dazu bei der SZ.

Bericht, 3 Minuten Lesezeit
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Kabinett bringt erst Maßnahmen für den Kohleausstieg auf den Weg

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Die Bundesregierung hat milliardenschwere Hilfen für die vom Kohleausstieg betroffenen Re­­gio­nen beschlossen. Damit die Kohlereviere den Strukturwandel hinbekommen und neue Jobs entstehen, unterstützt der Bund Nordrhein-Westfalen, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt bis 2038 mit insge­samt etwa 40 Milliarden Euro – in einem Sofortprogramm gibt es 240 Millionen Euro. Neben den Gesetzen zum Strukturwandel soll es auch noch eines zum eigentlichen Kohleaus­stieg geben, also zum Abschalten der Kraftwerke und Stilllegen der Tagebaue. Der Entwurf soll bis zum Sommer vorliegen. Gleichzeitig sollen andere Wege der Stromerzeugung gestärkt werden, zum Beispiel Gas­kraftwerke. Die produzieren auch CO2, aber deutlich weniger als Kohlekraftwerke. Der Ausbau der erneuerbaren Energien soll ebenfalls vorangehen. Außer­dem sollen Hilfen für Kohle-Kumpel kommen, die früher aus dem Job ausscheiden – dieses sogenannte Anpassungsgeld hatte auch die Kohlekommission vorgeschlagen. Die Meldung hat ZDF-heute.

Bericht, 3 Minuten Lesezeit
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Emissionsfreies Fliegen: Airbus forscht am grünen Flugzeug

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Fliegen wird immer lauter als Klimakiller angeprangert – denn kein Verkehrsträger belastet das Klima mehr. Der neue Airbus-Chef Guillaume Faury hat jetzt medienwirksam die Verringerung des CO2-Aus­stoßes ganz oben auf die Prioritätenliste gesetzt. Erst einmal wird es darum gehen, alte durch moder­ne Flugzeuge zu ersetzen. Darüber hinaus könnten durch verbessertes Luftverkehrs­manage­ment bis zu 15 Prozent des Treibstoffverbrauchs und entsprechend auch CO2-Emissionen eingespart werden. Klar ist dem Franzosen aber auch: All das wird allein nicht ausreichen, um das emissionsfreie Fliegen zu erreichen. Faury will ab dem kommenden Jahrzehnt elektrische Antriebe einführen. Mit dem so­ge­nannten E-Fan hat Airbus vor fünf Jahren bereits einen Prototyp an den Start gebracht. Der E-Fan kann 45 Minuten in der Luft bleiben. Den Strom liefern Lithium-Polymer-Batterien. Faurys Ziel des grünen Fliegens wird mit den heutigen Batterien allerdings nicht funktionieren – das wissen die Flug­zeugbauer. Daher muss die Entwicklung in puncto Wasserstoff, Bio- und synthetische Treibstoffe gepusht werden. Die Tagesschau stellt die Pläne vor.

Bericht, 3 Minuten Lesezeit
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Wie eine Mutter in Argentinien gegen Monsanto kämpft

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Zuerst juckte die Haut, brannten die Augen, entzündeten sich die Nasenschleimhäute. Immer dann, wenn nebenan auf den Feldern die Sprühflugzeuge kamen und sich die Giftwolken langsam über die Häuser und Gärten von Pergamino legten – dort wo Sabrina Ortiz mit ihrer Familie lebt. „Meine bei­den Kinder sind krank, (...) und ich hatte bereits den zweiten Schlaganfall“, erzählt sie. Pergamino liegt inmitten der Sojaprovinz Buenos Aires. Hier wird ein Großteil der 400 Millionen Liter Chemika­lien versprüht, die in Argentiniens Landwirtschaft jährlich eingesetzt werden. Marktführer unter den Pflanzengiften ist das von der Bayer-Tochter Monsanto vertriebene Roundup – mit dem Wirkstoff Glyphosat. Als Sabrina Ortiz forderte, zumindest Schutzzonen um die Wohngebiete einzurichten, wurde sie erst ignoriert, dann bedroht – auch von Nachbarn, denn fast alle in Pergamino leben von der Landwirtschaft. Um ihren Fall verteidigen zu können, studierte sie schließlich Jura. Ihre Geschichte erzählt die Tagesschau. Wie eine Firma im Auftrag von Monsanto im Weißen Haus Informationen zur Position der US-Regierung zu Glyphosat sammelte, lesen Sie hier.

Bericht, 2 Minuten Lesezeit

Denkzettel am Donnerstag: Mächtige müssen bedrohte Natur erleben

Thomas Lovejoy ist einer der renommiertesten Ökologen weltweit, die Yale-Schule für Forstwirt­schaft und Umweltwissenschaften nannte ihn einst den „Godfather of Biodiversity“. Seit Jahrzehnten untersucht Lovejoy im Amazonasgebiet die Abholzung des Regenwaldes. Zur Rettung des Waldes setzt er aber nicht auf seine eigene Forschung – sondern Leute wie Tom Cruise.

Regelmäßig bringt Lovejoy Prominente in den Dschungel, um sie die Schönheit der Natur erleben zu lassen. Und ihnen die Dringlichkeit von Schutzmaßnahmen zu verdeutlichen. Brand eins hat den Wissenschaftler besucht.

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Neueste Ausgabe: Greenpeace Magazin 3.19 Grüne Innovationen

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Schluss mit dem großen Ast­ab­sä­gen­mas­sa­ker

Die Kunst des Artenschutzes

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„Weg von dauerhaftem Wachstum, Ressourcenverbrauch und Wohlstand“

Der Mensch droht rund eine Million Tier- und Pflanzenarten auszurotten – mit dieser Zahl schockte der neue Bericht des Weltbiodiversitätsrats IPBES am Montag die globale Öffentlichkeit. Ralf Seppelt, Landschaftsökologe am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung, ist einer der Autoren. Er findet, dass in der Dystopie auch eine Utopie verborgen liegt – wir müssen uns nur für sie entscheiden.

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