Und jetzt alle! Sie halten beeindruckende Reden, erfinden klimafreundliche Technik, kämpfen gegen Naturzerstörung, Plastikmüll oder Tierquälerei – und sind nicht mal 15 Jahre alt. In Ausgabe 1.22 des Greenpeace Magazins stellen wir engagierte Kinder aus aller Welt vor. Hier geht es zu den weiteren Mädchen und Jungen, mit denen wir gesprochen haben.

© China Hopson© China Hopson

Desmond Pluszcyk, 9,

aus Hannover hat auf einer Black-Lives-Matter-Demo vor mehr als tausend Menschen eine Rede gegen Rassismus gehalten – und von seinen eigenen Erfahrungen berichtet

„Ich gehe in die vierte Klasse, Schule macht mir viel Spaß. Am besten gefällt mir der Sportunterricht, bald gibt es auch Schwimmen, nachmittags lerne ich Klavier. Ich möchte mich wohlfühlen in der Schule, mit anderen Kindern spielen können, ohne dass ich geschlagen oder ausgeschimpft werde. Schon seit dem Kindergarten beleidigen mich andere wegen meiner Hautfarbe und wollen deswegen nicht mit mir spielen, sagen „Affe“ oder noch schlimmere Worte zu mir und rennen schnell weg. Dann sage ich, dass ich doch auch nur einer von ihnen bin, dass wir alle Menschen sind. Bisher habe ich mich dann weggesetzt und gewartet, bis die Pause vorbei ist. Die Lehrer haben auch nichts gemacht. Einmal hat mich ein Junge mit einem Gummiseil geschlagen, sodass meine Lippe blutete. Doch die Schuld bekam am Ende ich. So etwas erleben viele aus meiner Familie, die aus Ghana kommt. Auf der ersten Black-Lives-Matter-Demo in Hannover wurde ich gefragt, ob ich auf einer Bühne darüber sprechen möchte. Also habe ich eine ganze Seite vollgeschrieben und sprach ins Mikrofon. Das war aufregend und hat sich gut angefühlt! Seitdem sprechen wir in der Schule über Rassismus, die Lehrer sind fairer und hören mir und anderen Kindern mehr zu. Ich werde weiter gegen Rassismus kämpfen, man darf nicht einfach zuschauen.“

© Lêmrich© Lêmrich

Lasse Wenzel, 14

aus Marburg ist Mitglied im Kinder- und Jugendparlament der hessischen Stadt und setzt sich dafür ein, dass sie auch für ihre Jüngsten da sein soll

„2017 wurde ich von meiner Schule in das Kinder- und Jugendparlament gewählt, damals war ich in der fünften Klasse und einer der jüngsten Delegierten. 2019 wurde ich wiedergewählt und bin jetzt im Vorstand. Wir dürfen auch Anträge im Stadtrat stellen und dort Reden halten. Unser Bürgermeister kam sogar zu unseren Sitzungen. Am coolsten fand ich bis jetzt, dass wir ein Spielplatzkarussell für Rollstuhl fahrer durchsetzen konnten. An vielen Schulen gibt es nicht genug Räume, wo die Schüler in den Pausen zusammen Spaß haben können, damit nicht immer alle nur an ihren Handys sind. Unseren Schulhof hätte ich gern in eine Parklandschaft umgewandelt, aber leider darf die Schule die Fläche nicht bebauen. Jetzt ist da nur roter Sand. Wir haben in Marburg auch ein Problem mit den ungesicherten Fahrradwegen, ich habe ziemliche Angst vor den Lkws. Klima- und Umweltschutz sind ebenfalls ein großes Thema. Zum Beispiel trennen wir den Müll an unserer Schule in unterschied liche Behälter, aber die Reinigungskraft hat nur einen einzigen Sack, in den sie alles reinkippt. Das macht keinen Sinn.“

© Molly Haas and Kindred Spirits Care Farm© Molly Haas and Kindred Spirits Care Farm

Genesis Butler, 14,

aus Longbeach in den USA streitet seit vielen Jahren als vegane Aktivistin für mehr Tierwohl und gegen die industrielle Landwirtschaft

„Als ich drei Jahre alt war, wollte ich wissen, wie Chicken Nuggets gemacht werden und was drin ist. Danach wollte ich sie nicht mehr essen. Ich würde ja auch meinen Hund nicht töten und dann aufessen. Kinder haben viel Mitgefühl für andere Lebewesen, denke ich, sie sind auch leichter davon zu überzeugen, vegan zu leben, aber viele Eltern entmutigen sie, weil ihnen das zu aufwendig ist. In meiner Familie – ich habe zwei  Schwestern und zwei Brüder – sind alle mindestens Vegetarier. Ich habe mexikanische Wurzeln und stamme auch von den Apachen ab. Wir essen viele traditionelle Gerichte. Meine Oma hat versucht, die klassischen Zutaten durch vegane zu ersetzen. Jetzt schmeckt ihr das genauso gut. Meine Stiftung „Genesis for Animals“ unterstützt Tierheime, wir hatten nach den Waldbränden in Kalifornien viel zu tun, als die Tiere ihr Zuhause verloren. Später möchte ich Tierärztin werden, um ihnen ganz direkt helfen zu können. Vegan zu leben, ist nicht nur gut für die Tiere, sondern auch die beste Möglichkeit, seinen CO2-Fußabdruck zu verkleinern. Die Tierhaltung und die industrielle Landwirtschaft schaden dem Planeten. Ich spreche regelmäßig auch auf Klimademos dazu. Besonders stolz macht mich, dass Marvel eine kleine Figur nach meinem Vorbild gestaltet hat, die erste vegane Superheldin überhaupt.“

Protokolle: Fred Grimm, Thomas Merten

Weitere Geschichten zum Thema lesen Sie in unserer Ausgabe 1.22 „Und jetzt alle“. In diesem Schwerpunkt dreht sich alles um Kinder und wie wir ihre Zukunft schützen. Das Greenpeace Magazin erhalten Sie als Einzelheft in unserem Warenhaus oder im Bahnhofsbuchhandel, alles über unsere vielfältigen Abonnements inklusive Prämienangeboten erfahren Sie in unserem Abo-Shop. Sie können alle Inhalte auch in digitaler Form lesen, optimiert für Tablet und Smartphone. Viel Inspiration beim Schmökern, Schauen und Teilen!

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