Und jetzt alle! Sie halten beeindruckende Reden, erfinden klimafreundliche Technik, kämpfen gegen Naturzerstörung, Plastikmüll oder Tierquälerei – und sind nicht mal 15 Jahre alt. In Ausgabe 1.22 des Greenpeace Magazins stellen wir engagierte Kinder aus aller Welt vor. Hier geht es zu den weiteren Mädchen und Jungen, mit denen wir gesprochen haben.

© Patrick Cho / Greenpeace© Patrick Cho / Greenpeace

Lance Lau, 12,

aus Hongkong organisierte dort den ersten Klima-Schulstreik – und war der einzige Teilnehmer. Inzwischen engagiert er sich in einem jungen Netzwerk für Klima- und Umweltschutz

„Meine Mutter hat mir ein Tik-Tok-Video mit Greta gezeigt. Was sie sagte, hat mich sehr beeindruckt. So einen Schulstreik für das Klima, das wollte ich auch. Ich bastelte aus Pappe ein Protestschild und habe das auf dem Schulhof vor den Klassenfenstern geschwenkt. Die anderen hielten mich für verrückt und ich setzte meinen Streik allein in einem Raum fort, um niemanden zu stören. Ich habe schnell gemerkt, dass es nicht sinnvoll ist, so den Unterricht zu versäumen. Es geht ja darum, Aufmerksamkeit für die Klimakrise zu wecken und darüber zu informieren. Ich bin dann jeden Freitag eine Stunde früher zur Schule gegangen und habe mit meinen Mitschülern vor dem Schultor darüber gesprochen. Wir wurden immer mehr und machen auch viele andere Sachen zusammen, zum Beispiel räumen wir ein mal im Monat Strände auf, weil da so viel Müll herumliegt. Und an unserer Schule nehmen wir jetzt Pappboxen für unser Essen statt welche aus Plastik. Später würde ich gern Architekt werden und grüne Häuser bauen, also nicht nur solche, an denen Pflanzen herunterhängen, sondern welche, die Wasser, Energie und Ressourcen sparen. Die müssten richtig toll aussehen, damit sie die neue Norm für das Bauen werden können. Ich würde auch Greta sehr gerne mal treffen, aber ich glaube, ich wäre furchtbar aufgeregt, wenn sie vor mir stünde.“

© Judith Jockel/laif© Judith Jockel/laif

Lilly Platt, 13,

aus Huis ter Heide in den Niederlanden fing an, in ihrer Nachbarschaft Plastikmüll zu sammeln. In wenigen Jahren wurde daraus eine weltweite Initiative – und Lilly ein Vorbild

„Als ich sieben Jahre alt war, zog meine Familie von Großbritannien nach Holland. Um die Sprache zu lernen, zählte ich bei Spaziergängen mit meinem Großvater die Plastikteile, die überall herum lagen. In zehn Minuten war ich schon bei 91. Opa bringt mir viel über die Natur bei und erzählte mir, dass all das früher oder später im Ozean landet, eine Riesenplastiksuppe. Also fingen wir an zu sammeln, im Alltag und bei Spaziergängen am Strand und im Wald. Unsere Ausbeute posten wir in den sozialen Medien: Bierdosen, einen alten Motor, Corona- Masken – auch Müll ist eine Pandemie! Ich bin mir sicher, dass wir schon Hunderttausende Gegenstände aufgehoben haben. Meine Mitschüler fanden das erst eklig, dann wurde ein Wettbewerb, dann eine globale Bewegung draus – „Lillys Plastic Pickup“. Und nun kann ich kaum glauben, dass wegen mir weltweit Menschen Plastikmüll sammeln. Manchmal fühle ich mich  ohnmächtig, aber dann denke ich an die guten Sachen im Leben. Mein schönstes Gefühl ist es, die  Weltsicht von jemandem an nur einem Tag geändert zu haben. Umweltschutz muss mehr an den Schulen unterrichtet werden, damit junge Leute Plastik direkt vermeiden. Man muss nicht erwachsen sein, um etwas zu verändern. Auch Kinder gehören zur Gesellschaft, und ihr Handeln hat genauso Auswirkung auf Tiere, Pflanzen und Menschen.“

© The Earthshot Prize 2021 / The Royal Foundation© The Earthshot Prize 2021 / The Royal Foundation

Vinisha Umashankar, 14,

aus Thiruvannamalai in Indien erfand ein Solarfahrrad für mobile Bügelstationen, mit dem sich im Land täglich 50.000 Tonnen Holzkohle einsparen lassen

„Ich bin sehr neugierig und es macht mich sehr zufrieden, wenn ich für ein Problem eine Lösung gefunden habe, die funktioniert. In Indien gibt es  zehn Millionen mobile Bügelstationen, für deren Betrieb täglich je fünf Kilogramm Holzkohle verbrannt werden. Mit meiner Erfindung könnten CO2-Emissionen gesenkt und die Gesundheit der Bügler geschützt werden, weil die nicht mehr so schlechte Luft einatmen müssten. Ich arbeite mit  einem Unternehmen daran, dass die Idee auch verwirklicht wird. Später möchte ich Wissenschaftlerin werden. Die Konkurrenz bei den  Uni-Bewerbungen ist in Indien riesig. Inzwischen werden mehr Mädchen als Jungen angenommen, das ist sehr ermutigend. Seit ich meine Idee mit  zwölf erstmals vorgestellt und Preise dafür gewonnen habe, halte ich Vorträge zu Innovation und bin auch in den sozialen Medien aktiv. Für viele Menschen, vor allem für Mädchen, scheine ich eine Inspiration zu sein, das ist sehr schön. Der größte Moment war, als ich von Prinz William für den Earthshot Prize nominiert wurde. Es hätte eine Million britische Pfund Preisgeld gegeben, aber ich habe nicht gewonnen. Ich mag es, dass ich bei meinen Forschungen so viel lerne – über die Umwelt, Technik, indische Kultur, das Leben anderer Menschen. Im Kopf habe ich schon fünf,  sechs neue Projekte, aber die behalte ich noch für mich.“

Protokolle: Fred Grimm, Thomas Merten

Weitere Geschichten zum Thema lesen Sie in unserer Ausgabe 1.22 „Und jetzt alle“. In diesem Schwerpunkt dreht sich alles um Kinder und wie wir ihre Zukunft schützen. Das Greenpeace Magazin erhalten Sie als Einzelheft in unserem Warenhaus oder im Bahnhofsbuchhandel, alles über unsere vielfältigen Abonnements inklusive Prämienangeboten erfahren Sie in unserem Abo-Shop. Sie können alle Inhalte auch in digitaler Form lesen, optimiert für Tablet und Smartphone. Viel Inspiration beim Schmökern, Schauen und Teilen!

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