Liebe Leserinnen und Leser,

alle Jahre wieder… kommt ein Globaler Klimastreik auch in Ihre Nähe. Bereits zum elften Mal ruft Fridays for Future heute unter anderem mit der Unterstützung von Greenpeace die Menschen in aller Welt dazu auf, für das Klima auf die Straße zu gehen. In Deutschland sind Demonstrationen in rund 260 Städten geplant. Die zentrale Forderung stellte Sprecherin Luisa Neubauer bereits vergangene Woche: 100 Milliarden Euro Sondervermögen für den Klimaschutz.

Nicht ums Geld, sondern um Utopien geht es derweil in Neubauers Interview mit den Machern der Treibhauspost. Darin spricht die Aktivistin über ihre Vorstellung von Klimagerechtigkeit: Die sei für sie erreicht, „wenn wir Menschen auf anderen Kontinenten in die Augen gucken können und wissen, dass ihre Lebensgrundlagen nicht zugrunde gehen, nur weil wir die Kohlekraftwerke nicht unter Kontrolle kriegen.“ Wir finden: Für diese Utopie darf die Bundesregierung gern ein wenig mehr Geld in die Hand nehmen – denn was in Sachen Verteidigung gilt, sollte schließlich auch für die Zukunft unseres Planeten gelten. Oder?

Wir starten in die Presseschau zum Wochenende, wünschen angenehme Lektüre und hoffentlich einen schönen Tag im Freien mit gleichgesinnten Utopisten. Bis Montag!

Neuer Supercomputer für die Klimaforschung

Hintergrund, 3 Minuten Lesezeit

Er besteht aus 2.832 eng vernetzten Computern mit zwei Prozessoren. Zusammen können sie eine unvorstellbare Anzahl von 14 Billiarden mathematischer Operationen durchführen – pro Sekunde. Nun ist am Deutschen Klimarechenzentrum (DKRZ) der neue Supercomputer eingeweiht worden: „Levante“. Er ist der bislang einzige Supercomputer in Deutschland, der ausschließlich für die Klimaforschung genutzt wird. Damit ermöglicht der Computer neue Perspektiven für die computergestützte Klimawissenschaft. Mit dem neuen Höchstleistungsrechner könnten künftig „noch umfassendere, höher aufgelöste und somit bessere Klimaprojektionen“ möglich sein, die aktuelle Simulationen noch nicht bieten könnten, sagte Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger in einer Mitteilung. Details hat Spiegel Online

Tesla soll Batteriefabrik nun doch in Brandenburg bauen wollen

Bericht, 2 Minuten Lesezeit

Der US-Elektroautohersteller Tesla plant nach Angaben der brandenburgischen Landesregierung entgegen früheren Berichten weiterhin, in dem Bundesland eine Batteriefabrik zu bauen. „Die Batteriefabrik wird fertiggestellt“, schrieb Wirtschaftsminister Jörg Steinbach auf Twitter. Es könne demnach lediglich zu „internen Prozessmodifikationen“ kommen. „Doch die Fabrik kommt.“ Auch eine Sprecherin seines Ministeriums bestätigte den Bau. Die US-Zeitung Wall Street Journal hatte vergangene Woche unter Berufung auf Insider berichtet, Elon Musks Unternehmen habe das Bauvorhaben ausgesetzt, um mögliche steuerliche Vorteile bei der Wahl eines alternativen Standorts in den USA zu prüfen. Es berichtet Zeit Online

Was Frösche mit Malaria zu tun haben

Hintergrund, 3 Minuten Lesezeit

Vom aktuellen globalen Massenaussterben sind Frösche, Molche und Salamander besonders betroffen. Lebensraumverlust, Klimawandel, vor allem aber eine verheerende Pilzepidemie haben vielen Amphibienpopulationen auf der ganzen Welt den Garaus gemacht. Häufig wird dieser fortdauernde Artenschwund zunächst kaum bemerkt – und doch leidet letztlich auch der Mensch unter den Folgen. Eine von einem Team der University of California, Davis, in Costa Rica und Panama durchgeführte Untersuchung konnte einen direkten Zusammenhang zwischen dem Amphibiensterben und einem Anstieg der Malariafälle in der Region feststellen. Wie die Gruppe um Michael Springborn in den „Environmental Research Letters“ berichtet, seien durch den Artenverlust unter den Lurchen bis zu 0,1 Prozent mehr Malariafälle aufgetreten. Hintergründe liefert der Standard

Die Autos aus den Köpfen kriegen

Bericht, 2 Minuten Lesezeit

Die Diskussion um eine Mobilität ohne Auto wird oft als Stadt-Land-Konflikt geführt. In Metropolen leben etwa 40 Prozent der Haushalte ohne eigenes Auto, in dörflichen Regionen nur etwa 10 Prozent. Aber was ist eigentlich mit dem Dazwischen? Wie steht es um die Verkehrswende in den vielen Städten mit 50.000, 100.000 oder 200.000 Einwohnern in Deutschland? Zu diesem Thema lud die taz diese Woche zum klimaland Talk nach Oldenburg ein. Eine Stadt auf flachem Land müsste fürs Fahrradfahren wie gemacht sein. „Ich muss sagen, Berlin-Kreuzberg ist da fahrradfreundlicher“, sagt taz-Redakteur Felix Zimmermann. Mit Lokalpolitikern und Aktivisten diskutierte er unter dem Titel „Die Stadt, das Rad und das Klima“

Mikroskopische Vielfalt im Schwarzwald

Reportage, 5 Minuten Lesezeit

Gesunde Waldböden beherbergen eine faszinierende und kaum gesehene Vielfalt an Lebensformen – tief unter den Laubdächern verbinden Geflechte aus hauchdünnen Pilzfäden die Baumwurzeln zu Mykorrhiza-Netzwerken, mit deren Hilfe die Bäume Wasser, Nährstoffe und Informationen austauschen. Amöboid bewegliche Zellen verschmelzen zu sogenannten Schleimpilzen, die, im oder am Boden wabernd, zur Falle für Bakterien und Pilze werden. Winzige Gliederfüßer, die Springschwänze, huschen umher und katapultieren sich in Sekundenbruchteilen um mehr als das Zwanzigfache ihrer Körperlänge vorwärts. Hornmilben, groß wie ein Zehntel einer Linse, schieben sich schwerfällig über das – aus ihrer Perspektive zerklüftete – Gelände. Im Namen dieser Vielfalt hat National Geographic eine mikroskopische Expedition in den Schwarzwald unternommen

Die raffinierte Jagdtechnik der Australischen Kugelspinne

Hintergrund, 2 Minuten Lesezeit

Klein, aber oho: Wie Kampfkunst aus einem Fantasyfilm wirkt das Verhalten einer winzigen Spinne namens Euryopis umbilicata, das Biologen um Alfonso Aceves-Aparicio von der Macquarie Universität in Sydney nun durch Hochgeschwindigkeitsaufnahmen aufgedeckt haben. Die Jagdtechnik besteht aus einer akrobatischen Schleuder-Attacke, bei der blitzartig ein Seidenfaden an dem verdutzten Opfer befestigt wird. Danach umtanzt die Räuberin ihre Beute und spinnt sie dabei ein, sodass sie gefahrlos zum Todesbiss ansetzen kann. Wie die Forscher hervorheben, schafft die „Ant-Slayerin“ mit ihrem Konzept, was andere Spinnen in der Regel nicht können: Sie überwältigt wehrhafte Ameisen. Mehr zum Thema gibt es bei wissenschaft.de

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