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Georgien erinnert an die Opfer des Südkaukasuskriegs vor zwölf Jahren

Tiflis (dpa) - Zum Jahrestag des kurzen Südkaukasuskriegs mit Russland 2008 hat Georgien der Opfer der blutigen Auseinandersetzung gedacht. «Der Krieg hat uns nicht gebrochen», sagte die georgische Präsidentin Salome Surabischwili bei einer Gedenkfeier am Samstag. Georgien sei weiterhin ein starkes und unabhängiges Land. «Wir werden Russland nicht nachgeben.» Vor zwölf Jahren verlor die Ex-Sowjetrepublik am Schwarzen Meer die Kontrolle über zwei ihrer Gebiete, Südossetien und Abchasien. Russland tritt seitdem als deren militärische und finanzielle Schutzmacht auf. Auch in Abchasien gab es Gedenkveranstaltungen.

Georgische Truppen hatten in der Nacht zum 8. August 2008 den abtrünnigen Landesteil Südossetien angegriffen. Daraufhin marschierte die russische Armee ins Nachbarland ein. Der Krieg endete nach fünf Tagen. Hunderte Menschen wurden getötet, mehr als 130 000 flohen nach UN-Schätzungen aus ihren Heimatorten. Die EU vermittelten schließlich einen Waffenstillstand. Moskau erkannte später die beiden abtrünnigen Regionen gegen internationalen Protest als unabhängig an. Die meisten Länder, auch Deutschland, sehen die Gebiete weiter als Teile Georgiens an.

Russland betonte, dass das Vorgehen Georgiens damals eine «grobe Verletzung internationaler Vereinbarungen» gewesen sei. Die wichtigste Lektion aus den Ereignissen sei, «dass es sinnlos und kontraproduktiv ist, Machtmethoden zur Konfliktlösung» einzusetzen, schrieb das russische Außenministerium zum Jahrestag. Wichtig sei auch, die Beziehungen zwischen Moskau und Tiflis zu verbessern.

Das Verhältnis zwischen Russland und Georgien ist nämlich seitdem zerrüttet. Beide Länder pflegen keine diplomatischen Beziehungen. Georgien strebt zum eigenen Schutz den Beitritt zu EU und Nato an. Der georgische Verteidigungsminister betonte zum 12. Jahrestag, dass sein Land bereit für einen Nato-Beitritt sei. Der ungelöste Konflikt ist aber eines der Hindernisse für einen Beitritt Georgiens.

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