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In «Leben» bedroht eine Pandemie die ganze Menschheit - und mehr Von Axel Knönagel, dpa

Eine Krankheit, die weltweit Tausende Menschen tötet und gegen die es kein Mittel zu geben scheint, steht im Mittelpunkt von Uwe Laubs Thriller «Leben». Schlimmer als bei Corona geht es zu. Durch die Thrillerhandlung wird aus Grauen auch spannende Unterhaltung. Berlin (dpa) - Mit einem Artensterben im südafrikanischen Krüger-Nationalpark lässt Thrillerautor Uwe Laub seinen Roman «Leben» beginnen. Antilopen, Elefanten und viele andere Wildtiere sterben zu Tausenden, ohne dass es einen sichtbaren Grund dafür gäbe. Aber dabei bleibt es nicht. Auch der Münchner Pharmareferent Fabian Nowack erlebt auf einmal seltsame körperliche Probleme. Er wird kraftlos, seine Gelenke schmerzen, er bekommt schlecht Luft und seine Augen sind gelb geworden. Im Glauben an eine Grippe oder etwas Ähnliches geht er zu seinem Hausarzt, wird aber zu einem Spezialisten weitergeschickt. Die folgende Diagnose schockiert ihn. Er leidet an einem seltenen Gendefekt, der dazu führt, dass er unnatürlich schnell altert. Auch in der Klinik, in der Fabian bald darauf behandelt wird, kann ihm niemand sagen, wie viele Wochen oder Monate er noch zu leben hat. Aber er nimmt an einem Experiment teil, das zu einem rettenden Medikament führen soll. Denn längst leiden überall Menschen unter diesen unerklärlichen Symptomen. Auf einer Konferenz äußert einer der Mediziner eine beängstigende Sorge: «Wenn nicht rasch ein Wunder geschieht, droht der Homa sapiens auszusterben. Und zwar schneller, als wir es uns vorstellen können.» Zu einem solchen medizinischen Wunder soll auch die Botanikerin Davina beitragen, die im Auftrag eines großen Pharmaunternehmens im brasilianischen Urwald eine geheimnisvolle Pflanze finden soll. Laub macht die Expedition zum spannungsgeladenen Drama, das besondere Dynamik gewinnt, als der Firmenchef persönlich im Amazonas-Dschungel auftaucht und Druck auf Davina ausübt, ihr Ziel ohne Skrupel zu erreichen. Dann kehrt die Erzählung nach Deutschland zurück, wo mittlerweile an ein normales Leben nicht mehr zu denken ist. Millionen Menschen sind erkrankt, tausende gestorben, und die Gesellschaft steht vor dem Zusammenbruch. Auch Fabian Nowack, der nun wieder in den Mittelpunkt der Handlung rückt, hat keine Hoffnung mehr. Dann taucht auf einmal ein Medikament auf, das Heilung verspricht. Entwickelt hat es die Firma eines Unternehmers, der bis dahin eher am Rande der Erzählung auftauchte, aber einen zwielichtigen Eindruck erweckte. Und ein Bekannter aus der Klinik, der auf einmal bei Fabian auftaucht, hat offenbar weit reichende Einblicke in die Tätigkeiten des Unternehmers und nimmt Fabian mit, um die Machenschaften des Mannes zu beenden. So wird «Leben» in seinem dritten Teil zum Actionthriller. Die beiden Männer dringen in das Schloss des Unternehmens ein, stehlen einige Substanzen und liefern sich eine Verfolgungsjagd mit den Leibwächtern. Hier taucht auch Davina wieder auf, die Informationen beisteuert, die das Bild einer menschenverachtenden Verschwörung vervollständigen. Der Roman bietet mehr als nur Spannung und Action. Die mysteriöse Pandemie ist Anlass für verwerfliches Verhalten mancher Menschen, aber die Krankheit selbst steht in ganz anderen Zusammenhängen. Immer wieder flicht Laub die Themen Klimawandel und Raubbau an der Natur in die Erzählung ein als Probleme, die allen anderen zu Grunde liegen. In seinem Thriller «Sturm» hatte Laub 2018 gezeigt, welch böse Folgen es haben kann, wenn Menschen versuchen, die Natur für ihre Zwecke zu manipulieren. «Leben» dreht dieses Thema noch ein Stück weiter und zeigt die Folgen, wenn die Menschen ohne Rücksicht auf die Natur handeln. Dass der Roman mitten in der Corona-Krise erschienen ist, ist sicherlich ein Zufall, aber die bedrückende Atmosphäre, die durch eine solche Pandemie ausgelöst wird, ist nun umso glaubhafter.

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