Eine große Mehrheit der Menschen in Deutschland wäre bereit, den eigenen Konsum zugunsten von Umwelt und Klima freiwillig zu reduzieren und Verhaltensweisen zu ändern. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage von Kantar Emnid im Auftrag des Greenpeace Magazins. Die meisten Deutschen würden auch entsprechende staatliche Eingriffe und verpflichtende Abgaben akzeptieren. So finden 70 Prozent der Befragten, dass die Politik den Verkauf besonders klimaschädlicher Produkte verbieten sollte.

Freiwillig weniger Auto fahren, fliegen und konsumieren
Insbesondere beim alltäglichen Konsum können sich große Teile der Bevölkerung  vorstellen, künftig öfter zu verzichten, wenn dies dazu beiträgt, Umwelt und Klima zu schützen. 73 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich beim Kauf von Fleisch- und Wurstwaren einschränken würden. 78 Prozent könnten sich vorstellen, nur noch halb so viele neue Kleidungsstücke zu kaufen.

Weniger Auto fahren würden 61 Prozent der Befragten, etwa ebenso viele wären bereit, in der Stadt ihr Auto ganz stehen zu lassen. Auch beim Thema Fernreisen mit dem Flugzeug waren die Zustimmungswerte hoch: Mehr als zwei Drittel (71 Prozent) der Menschen in Deutschland würden sich einschränken, 64 Prozent wären bereit, für ihre Urlaubsreise nur noch alle drei Jahre ein Flugzeug zu besteigen.

Überraschend auch das Ergebnis bei der Smartphone-Nutzung: 78 Prozent der Menschen in Deutschland sind laut der Umfrage bereit, sich zugunsten von Umwelt und Klima frühestens nach drei Jahren ein neues Smartphone anzuschaffen. Erst im vergangenen Jahr hatte eine Studie des Branchenverbandes Bitkom ergeben, dass knapp zwei Drittel der Smartphone-Besitzerinnen und -Besitzer ein Gerät haben, das maximal ein Jahr alt ist.

Keine Scheu vor Verboten
Bemerkenswert ist auch die hohe Akzeptanz für staatliche Eingriffe. So findet eine große Mehrheit (70 Prozent) der Deutschen, dass die Politik den Verkauf besonders klimaschädlicher Produkte verbieten sollte.

Auch sind knapp zwei Drittel der Menschen (65 Prozent) dafür, dass Produkte entsprechend der bei ihrer Herstellung angefallenen CO2-Emissionen besteuert werden sollen. 53 Prozent sind konkret der Meinung, dass Fleisch- und Wurstwaren durch eine spezielle Steuer oder Abgabe deutlich teurer werden sollten.

„Beim Thema Flugreisen wollten wir wissen, ob die Menschen sogar eine Art verordnete Obergrenze für Flugmeilen akzeptieren würden“, sagt Michael Pauli, Chefredakteur des Greenpeace Magazins.Das Ergebnis ist erstaunlich. Deutlich mehr als die Hälfte der Befragten wäre tatsächlich damit einverstanden, wenn sie nicht mehr unbegrenzt fliegen dürfte.“ 59 Prozent der Deutschen sprachen sich in der Umfrage dafür aus, dass Flugreisen auf ein jährliches Kilometerbudget beschränkt werden, wobei ungenutzte Kilometer für das nächste Jahr angespart werden könnten. Michael Pauli: „Es stimmt optimistisch, dass immer mehr Menschen ihren persönlichen Beitrag zu einer besseren und gesünderen Umwelt leisten wollen. Nehmen wir sie beim Wort! Davon profitieren dann nicht nur Klima und Umwelt, sondern letztlich wir alle.“

Die Umfrage von Kantar Emnid für das Greenpeace Magazin fand vom 27. bis 29. Oktober 2020 mit 1001 Beteiligten statt. Die Fallzahlen bei den kleinen Parteien sind so niedrig, dass sie nicht repräsentativ sind.

Die vollständigen Umfrageergebnisse von Kantar Emnid finden Sie hier.

Pressekontakt:
Karin Midwer
Leiterin Öffentlichkeitsarbeit Greenpeace Media GmbH
Telefon 040 808128070
karin.midwer@greenpeace-magazin.de

Illustrationen: Lisa Bucher

Hinweis: Bei der Darstellung der Ergebnisse im Greenpeace Magazin (Print, Seite 23) wurden leider zwei Zahlen vertauscht: 53 Prozent (nicht 59) der Befragten sind der Meinung, Fleisch- und Wurstwaren sollten durch eine spezielle Steuer oder Abgabe deutlich teurer werden. Mit einem jährlichen Kilometerbudget für Flugreisen wären 59 Prozent (nicht 53) einverstanden. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen!

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