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Mi, 2016-02-10 13:13
Islamabad (dpa)

Pakistan gibt 19 von mehr als 100 NGO Arbeitslizenz zurück

Islamabad (dpa) - Nach Monaten der Zwangspause für internationale Nichtregierungsorganisationen in Pakistan sollen 19 von mehr als 100 bald wieder arbeiten dürfen. Laut einer Mitteilung des Innenministeriums sei die Entscheidung am Dienstag gefallen. Welche Organisationen auf der Liste stehen, blieb zunächst unklar. Alle Nichtregierungsorganisationen (NGO) hatten im Juni ihre Aktivitäten stoppen müssen, bis sie sich unter neuen Richtlinien wieder registrieren konnten. Nach Medienangaben bewarben sich rund 130 NGO um die neue Lizenz. Zwei von ihnen, Qatar Charity und Ärzte ohne Grenzen Belgien, hatten sie bereits Mitte Januar zurückerhalten.

Die Maßnahme war von internationaler Seite scharf kritisiert worden. Pakistan begründete sie mit der Notwendigkeit, die Funktionsweisen der NGO zu verbessern. Im Juni hatte die pakistanische Regierung die Büros von Save the Children geschlossen, weil die NGO angeblich «gegen pakistanische Interessen» arbeitete. Sie war unter Spionageverdacht geraten, nachdem bekannt geworden war, dass ein angeblich von ihr ausgebildeter Arzt an der CIA-Suche nach Al-Kaida-Chef Osama bin Laden in Pakistan beteiligt war.

Mi, 2016-02-10 14:00
Premnitz (dpa)

Vermeintlicher Diebstahl eines Waldstücks aufgeklärt: Der Sohn war's

Premnitz (dpa) - Erst dachte die Eigentümerin eines privaten Waldstücks, Diebe hätten quasi den gesamten Baumbestand mitgehen lassen. Jetzt stellt sich heraus: Der Sohn der Besitzerin des etwa acht Hektar großen Waldstücks im Havelland ließ die Bäume fällen - wohl ohne seine Familie zu informieren, wie ein Polizeisprecher am Mittwoch sagte. Der Mann meldete sich nun nach einem Zeugenaufruf bei der Polizei: Er habe seiner Mutter bei der Bewirtschaftung des Waldes helfen wollen. Die Waldbesitzerin zog ihre Strafanzeige zurück.

Am Dienstag hatte die Polizei mitgeteilt, über mehrere Wochen hinweg seien Bäume verschwunden. Bis zu acht Hektar Kiefernwald sei gerodet worden. Mit schweren Arbeitsmaschinen seien bis zu 2000 Bäume gefällt und mit Schwerlasttransportern aus dem Wald gefahren worden. Die Bäume waren zwischen 100 und 120 Jahre alt und um die 30 Meter hoch.

Mi, 2016-02-10 14:28
Washington (dpa)

Notenbankchefin Yellen warnt vor Risiken: Ölpreise und China

Washington (dpa) - US-Notenbankchefin Janet Yellen will an ihrer Politik der moderaten Zinserhöhungen festhalten, sieht aber Risiken durch eine schwächer gewordene US-Konjunktur und das Stottern des Wachstums in China. «Wirtschaftliche Entwicklungen im Ausland bedeuten im Besonderen ein Risiko für das Wachstum in den USA», sagte Yellen am Mittwoch in einer Rede vor dem Finanzausschuss des Parlaments in Washington laut vorab verbreitetem Redemanuskript.

Besonders die niedrigen Öl- und Rohstoffpreise könnten zum Problem für die Weltwirtschaft werden. «Niedrige Rohstoffpreise können finanziellen Druck in Exportländern erhöhen, besonders in den anfälligen Schwellenländern, und in rohstoffnahen Industrien in aller Welt», sagte Yellen. «Sollten sich einige dieser Risiken bewahrheiten, könnte sich die Wirtschaftstätigkeit im Ausland abschwächen genauso wie die Nachfrage nach Exporten aus den USA und die Situation an den Finanzmärkten würde sich weiter verschärfen», betonte die Notenbankchefin.

Die Abwertung des chinesischen Yuan habe jüngst zu Unsicherheiten geführt, wenngleich die US-Notenbank nicht von einem starken Abwärtstrend in China ausgehe. Fortschritte auf dem Arbeitsmarkt in den USA und schnelleres Wachstums bei den Einkommen lösten auch positive Signale aus und erhöhten den privaten Konsum. «Das Gremium geht davon aus, dass mit graduellen Justierungen bei der Geldpolitik die wirtschaftliche Aktivität langsam größer werden wird und dass die Signale vom Arbeitsmarkt stärker werden», sagte Yellen.

Mi, 2016-02-10 14:59
Jaunde (dpa)

Mindestens elf Tote bei Selbstmordanschlägen in Kamerun

Jaunde (dpa) - Bei zwei Selbstmordanschlägen der islamistischen Terrormiliz Boko Haram im Norden Kameruns sind nach Militärangaben elf Menschen getötet worden. Bei den Attentaten in Nguetchewe nahe der nigerianischen Grenze wurden auch rund 20 Menschen verletzt, wie ein Militärangehöriger am Mittwoch sagte. Die zwei Attentäterinnen hatten sich demnach bei einer Totenwache als Angehörige ausgegeben und unter die Trauernden gemischt, bevor sie ihre Sprengsätze zündeten. Kamerun ist immer häufiger Ziel von Angriffen der sunnitischen Terrorgruppe aus dem benachbarten Nigeria. Knapp 1200 Menschen wurden nach Angaben der Regierung seit 2013 in Kamerun bei Attentaten und Angriffen der Boko Haram getötet. 

Mi, 2016-02-10 14:03
Stralsund (dpa)

Bakterien leisten bei Pottwal-Skeletten Knochenjob für Wissenschaft Von Martina Rathke, dpa

28 Pottwale strandeten seit Anfang Januar in der Nordsee. Die genauen Ursachen dieser Massenstrandung sind noch unklar. Nun werden die Skelette für Wissenschaft und Museen präpariert.

Stralsund (dpa) - Strenger Verwesungsgeruch steigt aus dem Container, als Mitarbeiter des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund am Mittwoch die Plane auf dem Transportbehälter mit den Überresten von drei Pottwalen zurückrollen. Die Zuschauer rümpfen bei dem beißenden Gestank die Nasen. Chefpräparator Uwe Beese zeigt sich ungerührt und richtet den Blick auf die mit Fleischresten behangenen Riesenknochen. «Der Zustand der Knochen ist gut. Die Jungs haben super vorgearbeitet.»

Seit dem 8. Januar strandeten nach Angaben der Schutzstation Wattenmeer insgesamt 28 junge Pottwale in der südlichen Nordsee: 16 davon in Deutschland, je 6 in den Niederlanden und in Großbritannien. Am Strand von Sylt wurde zudem ein toter Schwertwal gefunden. Er steht aber nicht im Zusammenhang mit der Strandung der Pottwale.

Drei der Skelette werden nun von den Walexperten des Meeresmuseums für Ausstellungen und die Wissenschaft vorbereitet. Abnehmer sind die Tierärztliche Hochschule Hannover und die Universität Rostock. Ein Skelett bleibt in Stralsund. «Es ist ein trauriger Anlass, dass wir die Wale bekommen», sagt der Kurator für Meeressäuger, Michael Dähne. Als Mensch berühre ihn das Schicksal, als Wissenschaftler sehe er in den Pottwalen jedoch ein interessantes Forschungsobjekt.

Die Skelette seien ein «Archiv der Natur», repräsentierten die biologische Vielfalt.  An ihnen können künftig Studenten lernen. Gewebeproben werden an den Knochen nicht mehr genommen. Die Proben sind bereits in Forschungseinrichtungen und werden dort ausgewertet.

Über die Ursachen für das Massensterben der Pottwale liegen bislang nur Vermutungen vor. Die Forscher gehen davon aus, dass die Jungbullen bei ihrer jährlichen Reise in südliche Gefilde des Atlantiks bei Schottland nach Osten abgebogen und in der Nordsee gelandet sind. Dort strandeten sie in flachen Gewässern. Eine Verschiebung der Nahrungsgründe, Störungen im Erdmagnetfeld, zunehmender Lärm oder auch Infektionen, die den Orientierungssinn der Wale beeinflussen, könnten die Ursachen dafür sein, dass die Tiere den falschen Weg nach Süden wählten, sagt Dähne. Dass die Tiere verhungert seien, schließt der Experte angesichts des Nahrungszustandes aus. «In einigen Mägen fanden sich Reste von Tintenfischen, auch ist die Speckdicke in Ordnung.»

Ein Kran hievt die großen Skelettstücke, darunter die mehr als vier Meter großen Schädel, aus dem Container. Zwei Mitarbeiter des Museums stehen in Watthosen und Gummijacken im Transportbehälter, mitten in Fleisch, geronnenem Blut und Knochenresten. Sie packen die «kleineren» Knochen - etwa die immer noch Pizzagroßen Wirbel - in große Kunststoffsäcke, die dann per Kran herausgehoben werden.

Bevor die jeweils 140 Einzelknochen zu einem Skelett zusammengesetzt werden können, müssen die Knochen in einem aufwendigen Verfahren entblutet und entfettet werden. «Das Fett macht rund ein Drittel des Knochengewichtes aus», erklärt Chefpräparator Beese. Vor rund 15 Jahren baute das Meeresmuseum für die Reinigung von Knochen eine so genannte Mazerationsanlage, nachdem die natürliche Verwesung im Wasser oder in einer Kiesgrube nicht den gewünschten Erfolg gebracht hatte. «Das Museum hat mit der beheizbaren Containeranlage  gute Erfahrungen gemacht», sagt Beese. Die Skelette von dreizehn Walen, darunter neun Pottwale, wurden bislang in der Anlage bearbeitet.

Damit das Blut in den Knochen nicht gerinnt, werden die Skelettteile zunächst über acht bis zehn Wochen in kaltem Wasser gelagert und gewaschen, wie der Chefpräparator berichtet. Nachdem das Blut ausgewaschen ist, übernehmen Fäulnisbakterien die Arbeit. Die Mikroben befreien bei 40 Grad Wassertemperatur die Knochen von kleinsten Fleischresten. Dem schließt sich die dritte Stufe, die Entfettung an. «Die Fettsäuren würden die Struktur der Knochen zerstören», sagt Beese. Der gesamte Prozess wird rund ein halbes Jahr dauern.

Die Tierärztliche Hochschule Hannover und die Universität Rostock erhalten danach die gereinigten Knochen, wo Präparatoren die Skelette wieder zusammensetzen. Wo im Meeresmuseum das Skelett ausgestellt werden soll, ist bislang noch nicht geklärt.

Massenverendungen wie diese sind selten, kommen aber immer wieder vor, sagt Dähne und erinnert an Strandungen von 21 Walen im Winter 1994/1995 und von 20 Walen im Jahr 1997 in der Nordsee. Möglicherweise könnte die Strandung auch Ausdruck einer positiven Entwicklung sein: Mit dem Ende der Bejagung gehe man davon aus, dass sich die Bestände stabilisiert haben und wieder im Steigen begriffen sind, wie Dähne erläutert. Weltweit wird der Pottwalbestand laut einer aus dem Jahr 2002 stammenden Studie des amerikanischen Walforschers Hal Whitehead auf 360 000 Tiere geschätzt - aber noch immer weit unter dem Niveau von einst 1,1 Millionen Tieren aus der Zeit vor den Massenbejagungen im 19. und 20. Jahrhundert.

Mi, 2016-02-10 13:18
Abeba (dpa)

Helfer: Zeit sehr knapp zur Vermeidung von Hungersnot in Äthiopien

Addis Abeba (dpa) - Die internationale Gemeinschaft hat einer Hilfsorganisation zufolge nur noch wenige Wochen, um eine dramatische Hungersnot in Äthiopien abzuwenden. Millionen Kinder und Familien werden in den Dürregebieten ab Ende April an Mangelernährung leiden, wenn nicht rasch Nahrungsmittelhilfe im Wert von knapp 220 Millionen Euro bereitgestellt werde, warnte Save the Children am Mittwoch.

Um ausreichend Vorräte zu kaufen und sie vom Hafen in Dschibuti bis in die betroffenen Regionen Äthiopiens zu bringen, seien bis zu vier Monate nötig. «Deshalb müssen wir jetzt sofort handeln», warnte John Graham, der Äthiopien-Direktor von Save the Children. In seinen 19 Jahren in dem ostafrikanischen Land habe er noch keine so dramatische Situation erlebt. Den Vereinten Nationen zufolge sind für die Äthiopien-Hilfe umgerechnet 1,2 Milliarden Euro nötig, doch mehr als die Hälfte fehlt noch.

Wegen einer hauptsächlich vom Klimaphänomen El Niño ausgelösten Dürre sind in Äthiopien dieses Jahr UN-Angaben zufolge mehr als 18 Millionen Menschen von Hunger bedroht. Mehr als 10 Millionen Menschen, darunter bis zu sechs Millionen Kinder, werden demnach auf internationale Hilfe angewiesen sein. Über 400 000 Kinder sind Save the Children zufolge von Unterernährung bedroht.

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Mi, 2016-02-10 13:44
Berlin (dpa)

Bundesregierung: Klimawandel bedroht Deutschlands Skigebiete

Berlin (dpa) - Der Klimawandel bedroht Deutschlands Skigebiete. «Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Wintersportsaison sich deutlich verkürzen beziehungsweise in höhere Lagen verschieben wird», heißt es in einer Antwort des Bundesumweltministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion. Die Bundesregierung nimmt dabei Bezug auf eine OECD-Studie aus dem Jahr 2007, die ein Szenario einer Temperaturerhöhung von zwei Grad betrachtet. Über die Antwort hatte zuerst die «Passauer Neue Presse» berichtet.

«Bei einem Temperaturanstieg von 2°C kann von einer Verschiebung der Höhengrenze für die natürliche Schneesicherheit um 300 Höhenmeter ausgegangen werden.» Die Anzahl der Tage mit einer Schneehöhe von mindestens 30 Zentimetern werde in den meisten Skigebieten stark zurückgehen. Weiterhin kommt die OECD zu dem Ergebnis, dass bei einer Erwärmung von zwei Grad die Anzahl der schneesicheren Gebiete in Oberbayern auf 15 Prozent und im Allgäu auf 11 Prozent sinkt.

Die Bundesregierung zitiert außerdem eine Studie des Deutschen Alpenvereins aus dem Jahr 2013, die die Auswirkungen auf Skigebiete im bayerischen Alpenraum untersucht hat. «Bei einer Erhöhung der mittleren Lufttemperatur um 2°C sind noch 9 Prozent natürlich schneesicher, 30 Prozent mit künstlicher Beschneiung schneesicher, 61 Prozent nicht mehr schneesicher», heißt es. Die Temperaturen seien im Alpenraum in den letzten Jahren doppelt so stark angestiegen wie im globalen Durchschnitt, heißt es in der Antwort der Bundesregierung weiter mit Verweis auf Angaben der bayerischen Landesregierung.

Mi, 2016-02-10 13:08
Berlin (dpa)

Streit um Beobachtung von «Wehrsport»-Hoffmann beendet

Berlin (dpa) - Der Streit um die zeitweilige Beobachtung des Gründers der verbotenen «Wehrsportgruppe Hoffmann» durch den Verfassungsschutz ist zu Ende. Das Berliner Verwaltungsgericht stellte das Verfahren am Mittwoch nach mehrstündiger Verhandlung ein. Der 78-jährige Karl-Heinz Hoffmann hatte zuvor einen Teil seiner Klage zurückgezogen. Er vertrat sich vor Gericht selbst. Der andere Teil war bereits vor der mündlichen Verhandlung geklärt worden.

Hoffmann hatte gegen das Bundesinnenministerium geklagt, seine Überwachung sei rechtswidrig gewesen. Das Ministerium hatte Hinweise zum Aufbau einer Organisation erhalten, die mit Anschlägen gegen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und andere Politiker den Umsturz des Staates geplant haben soll. Auf Antrag des Bundesamtes für Verfassungsschutz ordnete das Ministerium die Beobachtung an.

Von April 2012 bis Januar 2013 wurden Telefone abgehört, Mails heimlich gelesen und Post kontrolliert. Die Überwachung wurde beendet, weil laut Gericht keine relevanten Erkenntnisse gewonnen wurden. Die Wehrsportgruppe war 1980 als verfassungsfeindlich verboten worden.

Mi, 2016-02-10 14:20
Moskau (dpa) 

Russland nennt Vorwürfe wegen Syrien-Luftangriffen «Unsinn»

Moskau (dpa) - Als «Unsinn» hat Russlands Vizeaußenminister Alexej Meschkow Vorwürfe zurückgewiesen, Russland verstärke mit Luftangriffen in Syrien den Flüchtlingsstrom nach Europa. «Es ist umgekehrt - unsere Luftkräfte und die syrische Armee schaffen die Voraussetzung dafür, dass viele Flüchtlinge nach Syrien zurückkehren können», sagte Meschkow am Mittwoch nach Angaben der Agentur Interfax.

Westliche Länder werfen Russland vor, mit seinen Bombardements das Regime in Damaskus zu stützen sowie Zivilisten zu treffen und Zehntausende in die Flucht zu treiben.

Auch Außenamtssprecherin Maria Sacharowa wies dies zurück. Russlands Luftangriffe würden eine «perfekte und konstruktive Atmosphäre» für den Kampf gegen den Terrorismus schaffen. Sie warf erneut der Türkei vor, mit Terroristen in Syrien zusammenzuarbeiten. Leider interessiere sich der Westen nicht dafür, behauptete Sacharowa.

Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde
Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

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Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

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Großbritannien: Schlafende Konten
Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

Geht doch!

Es muss nicht immer das Auto sein


Ein innovatives Mobilitätskonzept für Helsinki soll Mensch und Umwelt zugute kommen.

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Finnlands Hauptstadt will die Blechlawinen eindämmen. Aber nicht mit Verboten, sondern mit einer attraktiven Mobilitäts-App: Mit einem Klick verrät diese das optimale Verkehrsmittel für die jeweilige Route. Die Kunden können flexibel Carsharing, Leihräder, Busse, Bahnen oder auch Kleinbusse nutzen. Diese holen Passagiere nach Bedarf ab und bieten Gratis-Wi-Fi. Bezahlt werden muss nicht jeder Fahrschein einzeln, das System rechnet die Fahrten zentral ab. Bis 2025 will die Stadtverwaltung Helsinkis das innovative Konzept einführen und dadurch den öffentlichen Nahverkehr so einfach und günstig machen, dass private Autos überflüssig werden. Stadtentwickler und Verkehrsplaner schwärmen schon heute von den neuen Perspektiven für die Bewohner: Aus Parkplätzen werden Radwege, Alleen oder Fußgängerzonen und aus Parkhäusern Wohnraum. Die kommunale Verkehrsexpertin Sonja Heikkilä ist überzeugt, dass sich diese Vision realisieren lässt, zumal die junge Generation Autos nicht mehr als Statussymbol betrachte. Ein Wermutstropfen bleibt allerdings: An Konzernen wie Google führt bei dieser Mobilitätsnutzung kein Weg vorbei. Der Fahrgast wird gläsern.
hsl.fi/en/strategy

 

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Hamburg/Dortmund: Draht nach Hause
Angeblich um eine illegale Nutzung zu verhindern, stellen die Behörden in Flüchtlingsheimen oft keinen Internetzugang bereit. Private Initiativen wie die Freifunker wollen das ändern: Sie stellen WLAN-Router zur Verfügung und ermöglichen Hunderten von Flüchtlingen, mit ihren Familien in Kontakt zu bleiben, online Deutsch zu lernen oder sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden.
freifunk.net

USA: Ölfressende Pflanzen
Biologisch abbaubare Substanzen sollen in Zukunft Ölteppiche beseitigen. Aus Pflanzen entwickelten US-Wissenschaftler einen als Phytol bezeichneten Alkohol, der den Ölfilm zusammendrängt. Die organischen Moleküle werden im Wasser gespalten und abgebaut. Aufgelegt wurde das Forschungsprogramm nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko im Jahr 2010. Finanziert hat es ausgerechnet der Mineralölkonzern BP.

Kopenhagen: Reste à la carte
Im dänischen Restaurant „Rub & Stub“ kommt seit Herbst 2014 auf den Tisch, was sonst im Müll gelandet wäre. Das nachhaltige Konzept kommt gut an – die Gäste stehen Schlange und sind gespannt darauf, welches Menü die Küchencrew aus den gelieferten Zutaten zaubert. In Amsterdam und Berlin macht das Experiment Schule. „Restlos glücklich“ heißt der deutsche Ableger. Das deutsche Start-up rief Mitte August eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben. Die Macher wollen nicht nur Lebensmittel retten, sondern auch ihre Gäste zum Nachdenken über ihren Umgang mit Nahrungsmitteln anregen.

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Mi, 2016-02-10 13:10
Wismar/Schwerin (dpa)

Brennstoffhersteller German Pellets stellt Insolvenzantrag

Wismar/Schwerin (dpa) - Der Wismarer Brennstoff-Hersteller German Pellets hat am Mittwoch einen Insolvenzantrag gestellt. Das Insolvenzgericht prüfe den Antrag jetzt, teilte das Amtsgericht Schwerin mit. Über den Inhalt des Antrags wurden keine Angaben gemacht.

Das Unternehmen hatte seine für Mittwoch anberaumte Gläubigerversammlung in Wismar kurzfristig abgesagt. Auf der Versammlung sollte es um eine Anleihe mit einem Volumen von 52,4 Millionen Euro gehen, die zum 1. April hätte zurückgezahlt werden müssen.

Mi, 2016-02-10 13:30
Hannover (dpa)

Brandanschlag auf Flüchtlingsheim: Angeklagte gestehen

Warum haben junge Menschen in Salzhemmendorf mit einem selbst gebastelten Molotowcocktail einen Anschlag auf ein Flüchtlingsheim verübt? Aus Langeweile? Aus Dummheit? Ausländerfeindlich jedenfalls seien sie nicht, beteuern sie. Ihre einzige Erklärung: Alkohol.

Hannover (dpa) - Drei junge Menschen haben den Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft im niedersächsischen Salzhemmendorf im vergangenen Sommer gestanden. Vor der Tat tranken sie große Mengen Alkohol und hörten Rechtsrock, wie sie beim Prozessauftakt am Mittwoch im Landgericht Hannover berichteten. Ein 31-Jähriger räumte ein, eine Brandflasche in die Wohnung einer Mutter und ihrer drei kleinen Kinder aus Simbabwe geworfen zu haben. Ein 25-jähriger Kumpel gestand, ihm beim Basteln des Brandsatzes in der heimischen Garage geholfen zu haben - sie benutzen eine leere Weinbrandflasche, Holzspäne und Benzin. Eine 24 Jahre alte Ex-Freundin, als einzige nüchtern, chauffierte das Trio mitten in der Nacht zum Tatort.

Der sogenannte Molotowcocktail landete unter dem Bett eines elfjährigen Jungen, der in dieser Nacht ausnahmeweise bei seiner Mutter im Nachbarzimmer schlief - nur deswegen wurde bei dem Anschlag niemand verletzt. Die Tat in der kleinen Gemeinde bei Hameln hatte im vergangenen Sommer bundesweit für Entsetzen gesorgt.

Hauptauslöser sei Alkohol gewesen, erklärten die drei Angeklagten zum Prozessauftakt. Alle baten für die Tat um Entschuldigung und betonten, sie bereuten den Anschlag zutiefst. Sie seien aber nicht grundsätzlich fremdenfeindlich, betonten sie in getrennten Erklärungen, die ihre Verteidiger verlasen.

Das Trio muss sich unter anderem wegen gemeinschaftlichen versuchten Mordes verantworten. Staatsanwältin Katharina Sprave warf ihnen eine Tat auf «unterster sittlicher Stufe» vor.

Der 31-Jährige wurde von den beiden anderen als Haupttäter beschrieben. Er sagte, er könne sich nur noch an Bruchstücke aus der Nacht erinnern. «Ohne eine derart erhebliche Alkoholisierung hätte ich niemals eine solche Tat begehen können.» Ihm sei damals nicht bewusst gewesen, dass die Wohnung bewohnt gewesen sei. «Ich sehe mich nicht als rechtsextrem an und auch nicht als rassistisch», ließ er seinen Verteidiger verlesen. Sein bester Freund komme aus Armenien.

Der 25-Jährige beschrieb sich als klassischen Mitläufer. «Ich bin mir sicher, dass ich mich nüchtern nie an der Tat beteiligt hätte», ließ er in seiner Erklärung verlesen. Der 25-Jährige war auch Mitglied in der Freiwilligen Feuerwehr in seinem Heimatort.

Die junge Frau, die die beiden Männer zum Tatort fuhr, beschrieb sich vor allem als passive und unpolitische alleinerziehende Mutter zweier kleiner Kinder. Sie habe erst nicht gewusst, was ein Molotowcocktail sei, sagte sie. «Ich habe bis zuletzt nicht gelaubt, dass er Ernst machen würde», hieß es in ihrer Erklärung über den 31-Jährigen. Sie habe aber den Jüngeren, mit dem sie kurz liiert war, nicht im Stich lassen wollen.

Die Opfer leiden noch immer unter den Folgen der Tat, das wurde bei der Aussage der 34 Jahre alten Frau aus Simbabwe deutlich. Ihre Kinder hätten Angst und würden sich seitdem nicht mehr trauen, allein zu schlafen, sagte die Frau. Auch spielten sie nicht mehr draußen vor dem Haus. Sie selbst sei in Therapie und leide unter Schlaflosigkeit. Beim Anblick der Fotos vom Tatort schossen ihr die Tränen in die Augen.

Mi, 2016-02-10 13:50
Lagos/Abuja (dpa)

Gauck in Nigeria: Kampf gegen Terror und Dunkelheit Von Thomas Lanig, dpa

Terrorismus und Flucht sind die großen Themen des Bundespräsidenten in Nigeria. Er bietet Deutschlands und Europas Unterstützung an. Aber daneben wird auch über Gaucks persönliche Zukunft spekuliert.

Lagos/Abuja (dpa) - Der spektakulärste Tag der Reise steht noch bevor - am Freitag fliegt Bundespräsident Joachim Gauck zu deutschen Soldaten in den Krisenstaat Mali. Aber an diesem Mittwoch, in der nigerianischen Hauptstadt Abuja, kann er fast alles, was er zur Lage in Deutschland und der Welt zu sagen hat, in einer Rede bündeln. Nur Rechtsstaat, Bürgerrechte und Menschlichkeit können dem Terrorismus das Wasser abgraben und Fluchtursachen bekämpfen, betont er in der nigerianischen Hauptstadt Abuja.

Seltsame zeitliche Koinzidenz: Vor ziemlich genau zwei Jahren hat er auf der Münchner Sicherheitskonferenz seine Vorstellung von Deutschlands internationalen Aufgaben formuliert - und in genau einem Jahr, am 12. Februar, wird die Bundesversammlung zur Wahl des Staatsoberhaupts zusammenkommen. 

Gauck erwäge eine zweite Amtszeit, berichtet die «Bild»-Zeitung, nicht zuletzt wegen der Flüchtlingskrise. Auf der Reise gibt es dafür keine Bestätigung, auch nicht für das Gegenteil, auch wenn Gauck (76) sich an entsprechende Nachfragen gewöhnen muss.

Schon vor dem Besuch der Bundeswehr in Mali bestimmt das Thema Terrorismus auch in Nigeria seine Agenda. Kein Statement des Bundespräsidenten, ohne die islamistische Terrormiliz Boko Haram zu verurteilen. Ein Abstecher in den gefährlichen Norden des Landes, der einmal im Gespräch war, wurde aus Sicherheitsgründen nicht realisiert.

Aber auch so sind die Sorgen um das Wohlergehen des Präsidenten und der Delegation überall spürbar. Die Zahl der mitreisenden Personenschützer ist höher als sonst, eine Sondertruppe des Bundeskriminalamts BKA in erdfarbenen Kampfanzügen ist immer mit dabei, auch am Mittwoch beim Besuch eines Flüchtlingslagers in der Hauptstadt Abuja. Mehr als zwei Millionen Nigerianer sind auf der Flucht vor dem islamistischen Terror. 

Am Vormittag war Gauck von Lagos kommend in Abuja eingeflogen. Eine weitläufige Stadt aus der Retorte, krasser Gegensatz zur Moloch- Metropole Lagos. Dort konnte Gauck extreme Armut ebenso beobachten wie wirtschaftlichen Aufbruch. In der Lagune hausen Menschen in rostenden Schiffswracks, gleich daneben grüßt eine riesige Champagner-Werbung. An der Atlantikküste wird neues Land für Industrieflächen gewonnen, auch wenn der Verfall des Ölpreises viele Projekte bremst.

Im Ölstaat Nigeria wollen auch deutsche Unternehmen von der Entwicklung profitieren, etwa im Energiesektor. Die Hälfte der Bevölkerung hat keinen Zugang zu elektrischem Strom, selbst in Lagos bleibt die Nacht auffällig dunkel. «Erneuerbare Energien allein werden es nicht richten», sagt Uwe Lauber, Vorstandsvorsitzender von MAN Diesel&Turbo, der Tageszeitung «Business Day». Er begleitet den Bundespräsidenten in der Wirtschaftsdelegation. 

Keine Frage: Soziale Marktwirtschaft nach deutschem Vorbild ist hier ganz weit weg, aber Gauck mahnt doch, dass der Reichtum der Wenigen auch durchdringen müsse zu den ärmeren Schichten. Denn er ist überzeugt: Soziale und wirtschaftliche Entwicklung ist nicht nur ein Rezept gegen globale Fluchtbewegungen, sondern auch gegen den Zulauf für Terrorgruppen und Extremisten.

Das deutsche und weltweite Problem von Flucht und Vertreibung will Gauck auf dieser Reise nicht in den Mittelpunkt stellen. Aber vor der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas in Abuja hat er doch ein paar Sätze auch für das heimische Publikum parat. «Chancen eröffnet Einwanderung nur, wenn sie sich gut geregelt vollzieht», sagt er. Und: «Wir können nicht alle aufnehmen, die zu uns kommen wollen.»

Die Flüchtlingskrise und ihre Folgen werden auch das nächste und vielleicht letzte Jahr der Amtszeit Gaucks prägen. Die unvermeidlichen Fragen nach seiner persönlichen Zukunft beantwortet er erwartungsgemäß nicht. Bald muss er erklären, ob er noch einmal antritt für eine zweite Amtszeit - oder eben nicht. Vor den wichtigen Landtagswahlen am 13. März ist damit nicht zu rechnen. Und auf einer Auslandsreise wohl auch nicht.  

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Royale Reneklode

(Prunus domestica subsp. italica)
Sie ist die wenig bekannte Königin der Hauspflaumen – oder zumindest eine ziemliche Prinzessin auf der Erbse. Und sie hat ihren hässlichen Namen auf keinen Fall verdient. Warum, erfahren Sie hier

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Das Deutsche verdankt dem Französischen wohlklingende Worte wie Aubergine, Bonbon und Croûton. Auch Éclair und Filet sind Einwanderer, die nicht zur Überintegration gezwungen wurden, ganz anders als die Kuvertüre und die Reneklode. Ein Wort, das sich im Mund nicht wie Steinobst, sondern wie ein Stein anfühlt und nur entfernt an seine Herkunft erinnert. Können Sie das Original aus dem Ärmel schütteln, aus der Lamäng (la main), wie der Deutsche sagt? Reine-Claude, Königin Claudia, nennen unsere Nachbarn die rare Süße. Ränklod müssten wir schreiben, wenn wir – wie im Fall der Kuvertüre – wenigstens den Klang des Wortes nachahmen wollten. Aber das wäre noch hässlicher.

Claudia von Frankreich war eine Renaissance-Dame, die Franz dem Ersten zwischen 1515 und 1524 acht Kinder gebar, jung starb und wenn vielleicht nicht den König, so doch Renekloden über alles geliebt haben soll. Es ist nicht klar, ob die Früchte möglicherweise auch nach dem Obstkundler René Claude heißen könnten. Auf jeden Fall dürften sie zu Reine Claudes Zeit der Dernier Cri (letzte Schrei) gewesen sein. Kam das aus Armenien stammende Rosengewächs – anders als das Gros der Pflaumenarten – doch nicht schon in der Antike, sondern erst im Spätmittelalter nach Europa.

Zart (délicate) wie ihre Namenspatronin und damit im Wortsinn eine Delikatesse ist die Reneklode. In der weitverzweigten Pflaumenfamilie ist sie die Prinzessin auf der Erbse: Sie ist schwer zu finden, und man erkennt sie an ihrer empfindlichen Haut. Weil sie behandelt werden will wie ein rohes Ei und schnell verdirbt, drückt sich der Handel vor ihr. Liebhaber pflanzen sie am besten im eigenen Obstgarten oder finden sie mit Glück auf dem Wochenmarkt – und auch dort nur selten. Von allen Vertreterinnen ihres Klans hat sie die kürzeste Ernteperiode. Renekloden reifen nur im Juli und August.

Doch der Beschaffungsaufwand lohnt sich. Das aprikosengroße, runde Obst, das je nach Sorte grasgrün, gelblich grün oder rötlich violett leuchtet, ist nicht nur erfrischender und saftiger als Hauspflaumen, Mirabellen und Zwetschgen, es hat dank seines würzigen Spiels von Süße und Säure auch ein intensiveres Aroma als die bürgerliche Verwandtschaft. Frisch vom Baum schmecken die im süddeutschen Raum auch Reinklaue, Ringlo oder Renglotta genannten Früchte am besten. Ihr üppiges grünweißes Fruchtfleisch ist meist fest mit dem Kern verwachsen, sodass die Verarbeitung – außer im Rezept rechts – mühsam ist. Für unverdrossene Fruchtpuler eignen sich Konfitüre (confiture) und Mus hervorragend zum Transport eines Stückchens Sommer in die kalte Jahreszeit. Renekloden passen aber auch zu Deftigem wie Wild und dunklen Soßen. Und falls es danach ein Digestif (Verdauungsschnaps) sein darf: Reneklodenbrände sind rar, aber umwerfend.

Gesund ist Ihre Majestät sowieso. Sie enthält mehr Eisen als andere Arten und viel weniger Zucker als ihr Geschmack vermuten lässt. Außerdem ist sie reich an Kalium, Vitamin A und hilft gegen Vitamin-B-Mangelsymptome wie eingerissene Mundwinkel. Und eben diese sollten wir nicht hängen lassen. Es muss doch möglich sein, eine Frucht von solcher Qualität formschön ins Deutsche zu übertragen. Die Schweizer nennen sie Edel-, die Österreicher Zuckerpflaume. Die Norweger und Italiener übersetzen unfrei: Reine-Claude und regina claudia. Und wir? Finden im Duden doch noch die alternative Schreibweise Reineclaude. Es ist nicht die empfohlene, aber bitte greifen Sie zu! Und genießen Sie den Augenschmaus. Wir schreiben doch hier auch nicht Allasäsong drüber.

Frisch vom Baum gibt's die Reneklode ab August.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen
 

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Mi, 2016-02-10 13:23
Abuja (dpa)

Gauck: Gemeinsam gegen Terror und Fluchtursachen

Der Kampf gegen den Terror und die Furcht vor Anschlägen verbinden Europa und Afrika. Deshalb gibt keine Alternative zur Zusammenarbeit zwischen den Kontinenten, sagt Bundespräsident Gauck in Nigeria.

Abuja (dpa) - Bundespräsident Joachim Gauck hat in der nigerianischen Hauptstadt Abuja zum gemeinsamen Kampf gegen den Terrorismus und gegen die Ursachen globaler Flüchtlingsbewegungen aufgerufen.

Menschen in Afrika wie in Europa würden von menschenverachtendem Terror erschüttert, sagte Gauck am Mittwoch. In Nigeria seien mehr als zwei Millionen Menschen geflohen, um den «mörderischen Anschlägen» der islamistischen Terrormiliz Boko Haram zu entkommen. «Flucht und Vertreibung sind zu einer Herausforderung geworden, die unsere beiden Kontinente ganz unmittelbar verbindet.»

Der Bundespräsident sprach vor der Wirtschaftsgemeinschaft westafrikanischer Staaten (Ecowas). Afrika und Europa hätten gemeinsame Interessen und Ziele, sagte er. «Entwicklungsländer, Schwellenländer und Industrieländer können die vielen Probleme, die keine nationalen Grenzen kennen, nur gemeinsam lösen. Das gilt für die Bewältigung des Klimawandels und den Erhalt der biologischen Vielfalt ebenso wie für die Schaffung von Frieden und Sicherheit.»

In Deutschland und Europa werde immer mehr Menschen bewusst, dass Afrika keine ferne Welt sei, sondern unser Nachbarkontinent. «Vielen, die bislang die Augen vor den wechselseitigen Abhängigkeiten verschließen konnten, wird gerade angesichts der jüngsten regionalen und globalen Krisen klar, dass wir gemeinsam handeln müssen. Was wir brauchen, sind regionale und globale Solidarität.» 

In Deutschland werde den Menschen klar, vor welche Herausforderungen die Integration so vieler Flüchtlinge die Gesellschaft stellen werde. «Ja, wir wollen ein offenes Land bleiben», sagte Gauck. «Aber wir erkennen auch, dass unsere Aufnahmefähigkeit begrenzt ist. Wir können nicht alle aufnehmen, die zu uns kommen wollen. Die Begrenzung des Zuzugs ist eine Notwendigkeit, wenn die Bereitschaft der Bevölkerung zur Aufnahme von Neuankömmlingen erhalten werden soll.»

Auf lange Sicht müsse es gemeinsam gelingen, die Ursachen von Flucht und Vertreibung zu beseitigen. «Die Menschen in ganz Afrika brauchen eine Perspektive, auch die kommenden Generationen. Nur so können wir verhindern, dass immer mehr Hoffnungslose sich den Terroristen anschließen. Und nur so kann es uns gelingen, das große Potenzial, das in Ihren jungen Gesellschaften steckt, Afrika selbst zugutekommen zu lassen.»

Die Aktivitäten der islamistischen Terrororganisation Boko Haram sind eines der wichtigsten Themen des Gauck-Besuchs in Nigeria. Mehrfach lobte er die forcierten Anstrengungen des neuen Staatschefs Muhammadu Buhari, gegen die Terroristen vorzugehen. Am Mittwoch wurde bekannt, dass die nigerianischen Streitkräfte nach eigenen Angaben bei zwei Einsätzen 284 Menschen aus der Gewalt der Boko Haram befreit haben. Dabei seien 25 Kämpfer der Extremisten getötet worden.

Mi, 2016-02-10 14:08
Istanbul (dpa)

Erdogan kritisiert US-Bündnis mit Kurden im syrischen Bürgerkrieg

Die USA unterstützt kurdische Milizen im syrischen Bürgerkrieg. Der Türkei ist das ein Dorn im Auge. Nun findet Präsident Erdogan klare Worte.

Istanbul (dpa) - Der Streit um die Rolle der Kurden im syrischen Bürgerkrieg sorgt für Unmut zwischen den USA und der Türkei. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan kritisierte am Mittwoch die Zusammenarbeit der USA mit der syrischen Kurden-Partei PYD und deren militärischen Arm YPG in Syrien. Zuvor hatte die Türkei wegen des Themas den US-Botschafter John Bass einbestellt. Erdogan sagte vor Bezirksvorstehern in Ankara: «Ey Amerika, seid ihr auf unserer Seite oder auf der Seite der Terrororganisation PYD und YPG?»

Die Kurden-Partei PYD ist der syrische Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK in der Türkei. Die USA, Europa und die Türkei stufen die PKK als Terrororganisation ein. Die PYD jedoch wird von den USA in Syrien unterstützt und nicht als Terrororganisation angesehen, wie der Sprecher des US-Außenministers, John Kirby, am Montag erneut deutlich gemacht hatte. Kurdische Milizen gingen am effektivsten gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien vor, so Kirby zur Begründung. Wegen der Äußerungen Kirbys hatte die Türkei am Dienstag den US-Botschafter einbestellt.

In der Südosttürkei geht die türkische Armee seit Wochen in einer Militäroffensive gegen die PKK vor. Das Land sieht auch den PKK-Ableger auf der syrischen Seite der Grenze als Bedrohung an, genau so wie die Terrormiliz IS. Ein zusammenhängendes Kurdengebiet in Syrien würde Unabhängigkeitsbestrebungen der Kurden in der Türkei befeuern, so die Befürchtung Ankaras.

Erdogan machte die Syrien-Politik der USA mitverantwortlich für das «Blutvergießen in der Region». Das Syrien-Problem betreffe inzwischen die innere Sicherheit der Türkei, sagte er weiter. Ziel der Türkei ist der Sturz des syrischen Machthabers Baschar al-Assad.

Dessen Truppen rücken jedoch mit russischer Hilfe seit Anfang Februar gegen die Rebellen in Nordsyrien vor. Zehntausende Bewohner der Region Aleppo flüchteten seitdem in Richtung Türkei. Trotz internationaler Appelle lässt das Land die Grenze bislang geschlossen. Lediglich Verwundete dürfen passieren.

Erdogan kritisierte die Forderung nach einer Grenzöffnung und warf den Vereinten Nationen Untätigkeit in der Flüchtlingshilfe vor. Die Türkei hat nach eigenen Angaben 2,5 Millionen Flüchtlinge alleine aus Syrien aufgenommen.

Mi, 2016-02-10 13:58
Harare (dpa)

Hunger bedroht drei Millionen: Simbabwe sucht internationale Hilfe

Harare (dpa) - Um drei Millionen Menschen vor Hunger und Mangelernährung zu bewahren, hat Simbabwe die internationale Gemeinschaft in einem dringenden Appell um Hilfe gebeten. Das Land brauche knapp 1,6 Milliarden Dollar (1,4 Milliarden Euro), um die Versorgung der Bevölkerung bei anhaltender Dürre zu gewährleisten, erklärte Vizepräsident Emmerson Mnangagwa am Mittwoch. Das Land brauche allein 720 Millionen Dollar, um rund 1,4 Millionen Tonnen des Grundnahrungsmittels Mais zu importieren, sagte er.

Simbabwe leidet wie der Rest des südlichen Afrikas unter einer schweren Dürre, die Experten zufolge vom globalen Klimaphänomen El Niño verursacht wird. Die Regierung hob am Mittwoch auch ihre Schätzung der von Hunger bedrohten Menschen von zuletzt 2,5 Millionen auf 3 Millionen an - damit ist etwa jeder fünfte Simbabwer betroffen.

Der 91-jährige Präsident Robert Mugabe hatte wegen der Dürre erst vergangene Woche den Notstand für die meisten ländlichen Gegenden des Landes verhängt. EU-Staaten und andere Geberländer hatten sich mit Hilfe für Simbabwe zuletzt zurückgehalten. Das Land wird seit drei Jahrzehnten mit harter Hand von Präsident Robert Mugabe regiert.

Mi, 2016-02-10 14:17
Moskau (dpa)

Syrische Kurden eröffnen Büro in Moskau

Moskau (dpa) - Die syrischen Kurden haben ein ständiges Büro in Moskau eröffnet. Die Vertretung im Osten der russischen Hauptstadt wird als Nichtregierungsorganisation gewertet, wie die Agentur Tass am Mittwoch meldete. «De facto ist das aber wie eine Botschaft», meinte der Kurdenvertreter Farchat Patijew. Ähnliche Büros seien in Deutschland und Frankreich geplant.

Die Kurden sind eine der Konfliktparteien im syrischen Bürgerkrieg. Politisch sind sie in der Partei PYD organisiert. Sie kämpfen im Norden des Landes nach eigener Darstellung vor allem gegen die Terrorgruppe Islamischer Staat. Kurden und Regimetruppen bekämpfen sich Beobachtern zufolge normalerweise aber nicht.

Russland besteht darauf, dass die PYD an den Friedensverhandlungen in der Schweiz teilnimmt. Gegner der syrischen Regierung, darunter auch die Türkei, lehnen dies ab. Sie sehen in der Gruppe keine Opposition zum syrischen Machthaber Baschar al-Assad.

Die Kurden nicht nach Genf einzuladen, könne die Verhandlungen scheitern lassen, warnte ein Kurdenvertreter bei der Eröffnung des Moskauer Büros. Die vergangene Woche ausgesetzten Gespräche sollen voraussichtlich am 25. Februar weitergehen. Die Kurden machen nach Behördenangaben gut 15 Prozent der syrischen Bevölkerung aus.

Mi, 2016-02-10 14:15
Leipzig (dpa)

Zukunft des Ritterguts von Neonazi Hoffmann in der Schwebe

Leipzig (dpa) - Die Zukunft des Ritterguts des Neonazis Karl-Heinz Hoffmann ist wieder offen. Zwar hatte ein Bieter aus Nordrhein-Westfalen vor 14 Tagen bei einer Zwangsversteigerung am Amtsgericht Leipzig den Zuschlag für das 60-Hektar-Anwesen unweit der Stadt bekommen. Gegen diese Entscheidung wurden jedoch zwei Beschwerden eingelegt, wie der Sprecher des Gerichts am Mittwoch sagte.

Einer der Beschwerdeführer ist nach Angaben des Sprechers Hoffmann selbst. Der mehrfach vorbestrafte Rechtsextremist und Gründer der 1980 verbotenen «Wehrsportgruppe Hoffmann» hatte die Einstellung des Zwangsversteigerungsverfahrens beantragt, war damit aber bei Gericht nicht durchgekommen. Er hat hohe Schulden beim Abwasserzweckverband Wyhratal. Dieser setzte die Zwangsversteigerung durch, legte nun aber ebenfalls Beschwerde gegen den Zuschlag ein.

Mi, 2016-02-10 13:44
Nürnberg (dpa)

Naturkost-Boom verstärkt Ruf nach mehr Förderung für Öko-Bauern

Ob Salat, Gemüse oder Fleisch - immer mehr Verbraucher greifen zu Naturkost. Ein wachsender Anteil davon kommt inzwischen aus dem Ausland. Denn deutsche Ökobauern können den Bedarf schon länger nicht mehr decken. Die Branche sieht nun den Staat in der Pflicht.

Nürnberg (dpa) - Der Boom bei Naturkost verstärkt den Ruf von Landwirten nach staatlichen Fördermitteln. Neben dem Bund Ökologischer Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) forderten zum Auftakt der Naturkostmesse Biofach in Nürnberg auch mehrere Umweltorganisationen bessere Rahmenbedingungen für Bauern, die ihre Betriebe auf die Erzeugung höher dotierter Bio-Produkte umstellen wollen.

Unter den gegenwärtigen Bedingungen werde die Bundesregierung deutlich hinter ihrem selbst gesteckten Ziel zurückbleiben, 20 Prozent der Anbaufläche bis 2020 auf Ökolandbau umzustellen, kritisierte etwa Greenpeace. «Wir brauchen einen klaren Wechsel von Billigerzeugung hin zu Qualitätsproduktion. Der Ökolandbau zeigt, wie dies gelingen kann», teilte die Umweltorganisation am Mittwoch mit.

Nach Branchenangaben war 2015 der Umsatz mit Naturkost in Deutschland um 11 Prozent auf 8,62 Milliarden Euro gewachsen. Erstmals seit 2008 verzeichne der Markt damit wieder ein zweistelliges Wachstum. Stark gefragt gewesen bei den Verbrauchern seien im Vorjahr vor allem Bio-Eier sowie Mehl, Speiseöl und Milch aus ökologischer Erzeugung. Ähnlich stark wuchs 2015 die Nachfrage nach Naturkosmetik.

Nach Angaben von BÖLW-Chef Felix Prinz zu Löwenstein ist die ökologisch bewirtschaftete Agrarfläche in Deutschland im Vorjahr zwar um 2,9 Prozent auf 1,077 Millionen Hektar gewachsen. «Das reicht aber nicht, um auf das starke Wachstum des Naturkost-Marktes aufzuschließen», unterstrich er. Notwendig seien neben einer gesicherten staatlichen Förderung auch mehr Mittel für die Forschung auf dem Gebiet des Ökolandbaus. Erste Bundesländer kürzten ihre Fördermittel bereits.

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) betonte am Rande der Biofach zwar: «Mein Ziel ist, den Anteil der deutschen Bio-Produkte weiter zu steigern.» Bei der großen Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln werde der Markt aber nicht ohne Importe auskommen.

Die Bundesregierung ist der Auffassung, mit der jüngsten Anhebung der Umstellungsförderung um 20 Prozent einen ausreichend großen Beitrag zum Wachstum der Öko-Landwirtschaft zu leisten, wie Ministerialrat Clemens Neumann vom Bundeslandwirtschaftsministerium betonte. «Wir haben gute Rahmenbedingungen und die müssen nun weiter entwickelt werden», betonte er. Dazu gehöre auch die derzeit beratene EU-Verordnung für Bio-Lebensmittel. An den in Deutschland üblichen Kontrollen sollte dabei aber nicht gerüttelt werden.

Mi, 2016-02-10 14:02
Washington (dpa)

USA tief besorgt über nukleare Bedrohung durch Nordkorea

Washington (dpa) - Nach Berichten über eine Wiederaufnahme der Plutonium-Produktion in Nordkorea zeigt sich die US-Regierung tief besorgt über die Bedrohung durch das kommunistische Land. US-Geheimdienstkoordinator James Clapper hatte am Dienstag gesagt, aus dem nordkoreanischen Reaktor Yongbyon könne binnen weniger Wochen oder Monate Plutonium verfügbar sein. Gestützt auf Erkenntnisse der Geheimdienste, sei das Material atomwaffenfähig.

Die US-Regierung betrachte nun Nordkorea und nicht mehr Iran als die größte potenziell nukleare Bedrohung, sagte Clapper. Satellitenfotos hatten 2013 ein Wiederanfahren des Reaktors gezeigt. Clapper sagte, für die Produktion von Plutonium laufe der Reaktor nun lang genug.

Mi, 2016-02-10 13:50
Seibersdorf (dpa)

Atomenergiebehörde sterilisiert Mücken im Kampf gegen Zika Von Matthias Röder, dpa

Die Forscher nennen es martialisch: Selbstvernichtungsverfahren. Dahinter verbirgt sich eine Technik, die im Kampf gegen das Zika-Virus, aber auch gegen andere Tropenkrankheiten helfen könnte.

Seibersdorf (dpa) - Es riecht streng im Labor - eine malzig, metallene, modrige Note liegt in der Luft. In großen Schalen liegt das Futter für die Mücken, bestehend aus Fischmehl, Hefe, Rinderleber in Pulverform und Kuhblut. Auch die Larven der Gelbfiebermücke (Aedes aegypti), die das Zika-Virus überträgt, gedeihen so prächtig.

In den vielfach gesicherten Räumen der «Insect Pest Control» der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) im österreichischen Seibersdorf wachsen Zehntausende von Fruchtfliegen, Tsetse-Fliegen und Mücken heran. Das Ziel: Die Männchen unter ihnen mit radioaktiver Strahlung zu sterilisieren und so Plagen wie Zika, Dengue und Gelbfieber einzudämmen.  

«Es ist eine Umkehrung des Ansatzes, die Moskitos mit Insektiziden zu töten. Es geht vielmehr darum, die Fortpflanzung zu unterbrechen», sagt der Leiter des IAEA-Labors, Marc Vreysen. Die IAEA, besser bekannt als Überwachungsbehörde für alle zivilen atomaren Anlagen, nutzt ihr Atomkraft-Know-How seit vielen Jahren auch zur Insektenbekämpfung. Auf dem etwa einwöchigen Weg vom Ei, über die Larve und Puppe hin zum Insekt wartet die Bestrahlungsbox. Im Puppenstadium werden die männlichen Exemplare einer Strahlung von 120 Gray ausgesetzt. «Das wäre für einen Menschen tödlich», sagt Vreysen. 

Die etwa 45 Experten in Seibersdorf wollen mit ihrer Arbeit die Grundlage schaffen, damit die von Tropenkrankheiten und Schadinsekten betroffenen Länder in eigener Regie erfolgreich die Methode anwenden können. Das größte der etwa 20 bis 30 Projekte weltweit läuft laut IAEA derzeit in Guatemala. Dort werden etwa eine Milliarde bestrahlte und damit unfruchtbare Fruchtfliegen pro Woche freigesetzt, um die Obstplantagen in der Region vor Schäden zu schützen. Auch in den USA läuft ein Projekt mit bestimmten Fruchtfliegen, die Pflanzen schädigen. «Die USA und Mexiko sind frei von diesen Fruchtfliegen, und sie wollen, dass das so bleibt.» meint Vreysen. Das Projekt wirke wie eine biologische Hürde gegen eine Verbreitung dieser Schädlinge. 

«Das sind die Jungs», Rosemary Lees, Moskito-Expertin der IAEA, zeigt auf Hunderte von Larven und Puppen von Aedis aegypti, die sich in einer mit Wasser gefüllten Schale tummeln. Im Fall der Gelbfiebermücke ist die wichtige und aufwendigen Trennung von Männchen und Weibchen leichter, denn die Herren dieser Art sind kleiner. Das Sortieren nach Geschlecht ist eine Voraussetzung für die Wirksamkeit der Methode. «Würden wir einfach alle bestrahlen, würden sich Männchen mit unfruchtbaren Weibchen paaren. Sie sollen sich aber mit fruchtbaren Weibchen vereinen, die dann Eier legen, die sich nicht mehr entwickeln», sagte Lees. 

Die Forscher arbeiten unter anderem an der optimalen und möglichst billigen Rezeptur für die Fliegennahrung. «In Guatemala werden 30 Tonnen Futter pro Tag gebraucht», sagt Vreysen. Aber auch die stets beste und der Art angepasste Bestrahlungs-Dosis bleibt eine Aufgabe, um das Selbstvernichtungsverfahren besonders wirkungsvoll zu gestalten. «Wir wollen immer den Punkt finden, an dem die Männchen steril, aber noch fit sind», so Lees.

Zum Fitness-Test sind in einem Treibhaus Orangenbäume aufgestellt, damit sich die Fruchtfliegen besser tummeln und beobachtet werden können. Die Mücken dagegen brauchen keinen Pflanzen-Schnickschnack, um sich wohlzufühlen und haben daher nur eine schmucklose von Netzen geschützte Zone zum Austoben. 

Mit dem Rat aus Seibersdorf ist es schon in diversen Weltgegenden gelungen, die von Insekten übertragenen Krankheiten für Mensch und Tier einzudämmen oder gar auszurotten. So ist die Insel Sansibar vor Ostafrika seit 20 Jahren dank dieser Methode frei von der Tsetse-Fliege, die Viehherden schädigt und Menschen krank macht. Im Senegal läuft laut IAEA ein ähnliches Projekt.  

Die Sterilisation ist nicht die einzige Methode, ohne Einsatz von Insektiziden auszukommen. Die britische Firma Oxitec hat sich darauf spezialisiert, die Moskitos genetisch zu verändern und so die Ausbreitung von Krankheiten besser zu kontrollieren. «Unser Ansatz ist eine Ergänzung», heißt es auch bei der Atomenergiebehörde. Welche Menge an sterilisierten Gelbfiebermücken in Brasilien zur Bekämpfung von Zika nötig wäre, wagen die Experten der IAEA zur Zeit nicht zu schätzen. «Eine Insel wie Sansibar ist natürlich einfacher anzugehen», sagt Vreysen. 

Einige Unternehmen infizieren beispielsweise Gelbfiebermücken mit dem Bakterium Wolbachia pipientis, das bei den Männchen die Spermien verändert. Paaren sie sich mit nichtinfizierten Weibchen, so stirbt der Nachwuchs in einer frühen Entwicklungsphase. Im März plant China einen entsprechenden Feldversuch im Süden des Landes, um die Dengue- und Zika-Viren übertragenden Mücken zu reduzieren.

Mi, 2016-02-10 14:36
Mexiko-Stadt (dpa)

43 vermisste Studenten: Zweifel an Müllkippen-Theorie

Mexiko-Stadt (dpa) - Argentinische Forensik-Experten haben die Theorie der mexikanischen Regierung zurückgewiesen, dass 43 vermisste Studenten ermordet und auf einer Müllkippe verbrannt worden seien. «Die Bewertung der biologischen und nicht-biologischen Spuren auf der Müllkippe von Cocula und die zusätzlichen Informationen stützen nicht diese Hypothese», sagte die Anthropologe Mercedes Doretti. Die Forensiker waren von Angehörigen der Studenten beauftragt worden.

Eine Gruppe von Experten der Interamerikanischen Kommission für Menschenrechte war im September 2015 zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen. Am 26. September 2014 hatten Polizisten in der Stadt Iguala eine Gruppe von Studenten attackiert. Die Studenten eines als politisch links geltenden Lehrerseminars hatten Busse gekapert und wollten zu einer politischen Kundgebung in die Hauptstadt fahren.

Bei der Attacke starben sechs Menschen, 43 Studenten verschwanden. Die Polizei soll sie der kriminellen Organisation Guerreros Unidos übergeben haben. Mehrere Bandenmitglieder räumten ein, die jungen Leute getötet und ihre Leichen angezündet zu haben. Der Fall rückte die engen Verbindungen zwischen Politikern, Polizisten und kriminellen Banden in Mexiko in den internationalen Fokus.

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate „ausgesetzt“. Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit „ausgesetzter“ Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

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