Di, 2015-06-30 18:40
Saarbrücken/Paris (dpa)

Deutsche und Franzosen uneins bei Themen für Zusammenarbeit

Saarbrücken/Paris (dpa) - Deutsche und Franzosen beurteilen die Wichtigkeit von Themen bei der Zusammenarbeit beider Länder unterschiedlich. Während 59 Prozent der Franzosen Bedarf für intensive Kooperation bei der Schaffung von Arbeitsplätzen sehen, schätzen dies in der Bundesrepublik nur 34 Prozent der Befragten so ein. Das ergab eine am Mittwoch veröffentlichte Umfrage für den Saarländischen Rundfunk.

Für die Deutschen ist die Flüchtlingspolitik mit 57 Prozent ein Thema für intensive Zusammenarbeit, in Frankreich wird das nur von 24 Prozent so bewertet. Beim Klimaschutz nähern sich die Werte mit 43 Prozent für Deutschland und 32 Prozent für Frankreich bereits an, während bei innerer Sicherheit und Bekämpfung des Terrorismus mit 58 Prozent der Deutschen und 57 Prozent der Franzosen fast gleiche Anteile der Befragten Bedarf für intensive Zusammenarbeit sehen.

Eine von der Bundesregierung mehrfach kritisierte Reform des französischen Schulsystems, die eine spezielle Förderung des Deutsch-Unterrichts in zweisprachigen Klassen zugunsten von früherem Zweitsprachenerwerb für alle streicht, wird von 59 Prozent der Befragten in Deutschland begrüßt. Derselbe Anteil von Franzosen findet die Änderung dagegen «nicht so gut».

Infratest dimap befragte bei der repräsentativen Erhebung in Deutschland 1017 Menschen zwischen dem 22. und 24. Juni. In Frankreich antworteten am 16. und 17. Juni 953 Menschen auf die Fragen von TNS Sofres.

Di, 2015-06-30 18:30
York (dpa)

UN-Bericht: Jeder dritte Mensch ohne Zugang zu Toilette

New York (dpa) - Jeder dritte Mensch auf der Erde hat keinen Zugang zu vernünftigen Toiletten. Das fördere die Verbreitung von Krankheiten und steigere die Kindersterblichkeit, bemängelt ein am Dienstag veröffentlichter Bericht des UN-Kinderhilfswerks Unicef und der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Demnach verfügen 2,4 Milliarden Menschen nicht über ausreichende sanitäre Anlagen. Fast eine Milliarde Menschen, genau 946 Millionen, verrichte die Notdurft im Freien. Gerade in ländlichen Regionen habe sich die Situation zu wenig verbessert, heißt es weiter.

Ursprünglich hatten die Vereinten Nationen in ihren im Jahr 2000 festgelegten Millenniumszielen angestrebt, die Zahl der Menschen mit Zugang zu sanitären Anlagen bis 2015 deutlich zu steigern. Seit 1990 hat sich die Situation dem Bericht zufolge zwar für etwa 2,1 Milliarden Menschen verbessert, anvisiert waren allerdings etwa 2,8 Milliarden Menschen. Heute würden 68 Prozent der Weltbevölkerung über vernünftige Toiletten verfügen, stellt der Bericht fest.

Di, 2015-06-30 18:11
Istanbul (dpa)

Armee: Zusammenstöße zwischen PKK und türkischem Militär

Istanbul (dpa) - In der osttürkischen Provinz Hakkari ist es nach Angaben der Armee zu Gefechten mit der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK gekommen. Das teilten die Streitkräfte am Dienstag auf ihrer Website mit. Die PKK wiederum warf der Armee nach Angaben der kurdischen Nachrichtenagentur Firat vor, das PKK-Hauptquartier in den irakischen Kandil-Bergen angegriffen zu haben. Damit sei die von der PKK im Jahr 2013 ausgerufene Waffenruhe beendet. Nach Angaben des Senders CNN Türk dementierte das Militär einen Angriff auf Kandil.

Der Konflikt zwischen der PKK und der türkischen Regierung dauert seit über 30 Jahren an. Dabei kamen mehr als 40 000 Menschen ums Leben. Seit 2012 bemühen sich beide Seiten um einen Friedensprozess. Der von dem seit 1999 inhaftierten PKK-Chef Abdullah Öcalan ausgerufener Waffenstillstand war brüchig, hielt jedoch zuletzt.

À la Saison

Königliche Karotte

(Daucus carota subsp. sativus)
Viele Kinder glauben ja, dass Kühe lila sind und Möhren orange. Stimmt aber nicht. Wie ein ehedem unscheinbares Wurzelgemüse zu seinem knalligen Äußeren kam, erzählen wir hier.


 

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Früher war mehr Natur! Alles wuchs wild und frei, wie der Genpool es vorgesehen hatte. Es gab keine Bayers, Syngentas und Monsantos, die Ferkel oder Brokkoli patentieren ließen. Und Kinder glaubten noch nicht, dass Kühe lila sind. So weit, so wahr. Allerdings dachten Kinder auch zu Großmutters Zeiten schon, Möhren seien orange. Ein Irrtum! Karotten gibt es auch in den Farben weiß, gelb, rot und violett,
wie wir vom Wochenmarkt wissen, seit alte Sorten wieder modern sind.

Wilde Vorfahren der Gartenmöhre wurden möglicherweise schon vor 5000 Jahren in Asien kultiviert. Manche Forscher vermuten den Ursprung in Afghanistan, dem Iran, Irak oder Anatolien. Über Spanien und Italien soll die Doldenblütlerin nach Mittel- und Westeuropa gelangt sein. Eine Möhre in Orange wird erstmals 1721 schriftlich erwähnt – und zwar von niederländischen Gartenbauern, die große Karottenzüchter waren. In den Sandböden ihrer Heimat liegen die Wurzeln der orangen Rübe, die von gelben Sorten abstammen soll. Der Legende nach experimentierten königstreue Gärtner aus politischen Gründen mit der Farbskala: Sie wollten Wilhelm von Oranien (französisch: orange, niederländisch: oranje) für den Unabhängigkeitskampf gegen Spanien danken.

Bewiesen ist das ebenso wenig wie die Geschichte, dass Niederländer im Zweiten Weltkrieg zum Ehrentag der Königin mit royalen Rüben um die Häuser zogen. Vermutlich wäre es keinem Besatzer aufgefallen. Schließlich hatten die niederländischen Sorten „Horn“ und „Long Orange“ schon Jahrhunderte zuvor die Rübenzucht der Deutschen unterwandert. Der Name der Möhre geht auf althochdeutsche und slawische Ausdrücke für Wurzel zurück. Mit mehr als 600.000 Tonnen Erntemenge im Jahr ist sie in Deutschland Volksgemüse. Gut so. Denn sie ist die wichtigste heimische Karotinquelle. Der Farbstoff sorgt für einen gesunden Hautton, der Sonnencremes jedoch keineswegs überflüssig macht. Aus Beta-Karotin stellt der Körper Vitamin A her, das für das Sehvermögen wichtig ist. Außerdem enthalten Mohrrüben viele B-Vitamine, Vitamin C, Kalium, Kalzium und Eisen. Sie sind gut für das Immunsystem, wirken harntreibend und blutreinigend. Ihren milden Geschmack verdanken sie ihrem für ein Gemüse recht hohen Zuckergehalt, ätherischen Ölen und Fruchtsäuren.

Die zarten Möhrchen, die jetzt vom Feld kommen, haben eine so dünne Haut, dass man sie nicht schälen muss und roh knabbern kann. Der Körper kann Karotinoide allerdings besser verwerten, wenn Mohrrüben mit etwas Fett gegart werden. Sie sind eine der süßen, erdigen Grundlagen feiner Schmorküche und helfen, schwere Rotweinsoßen zu verfeinern. Die meisten Kinder lieben Möhrengemüse. Erwachsenen ist die Zuckerwurzel solo oft zu monoton.

„Karotten schätzen es, wenn man sie mit Familienmitgliedern zusammenbringt“, empfiehlt der britische Koch Nigel Slater – also mit anderen Doldenblütlern wie Kerbel, Koriander, Kreuzkümmel, Petersilie und Dill. Konsequent als Süßspeise behandeln die Schweizer Rübchen, wenn sie daraus schwere Torten (Rüeblichueche) zaubern – in der Tradition der Römer, die eine carota ebenfalls gerne mal als Dessert verzehrten.

Carota heißt „die Gebrannte“ und deutet auf ein ursprünglich feuerrotes Äußeres hin. Allerdings waren einige der in Asien kultivierten Karotten auch schon blau-blütig, bevor sie auf Holländer trafen, genauer gesagt – lila. Liebe Kinder, die Schokoladenonkels haben sich in der Spezies geirrt. Nicht die Kühe sind lila: It’s the carrot, stupid!

Neu frisch vom Feld gibt's die Karotte ab Juni, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

 

À la Saison

Schlangenmordende Schwarzwurzel

(Scorzonera hispanica)
Die Schwarzwurzel hieß noch im 17. Jahrhundert „Schlangenmord“ oder „Vipergras“. Tatsächlich ist sie eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel

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„Die Wurtzel“ sei „fleischig, saftig und voll Milch“ sowie „süß von Geschmacke, wann sie gesotten worden“, schrieb der französische Chemiker und Arzt Nicolas Lémery 1698 in ein Lexikon. Den Zeitgenossen mochte das gewagt erscheinen. War die Schwarzwurzel doch erst seit kurzem etwas zu Essen. Im Deutschen trug das neue Gemüse die Beinamen „Schlangenmord“ und „Vipergras“, die eher nach Hexenkessel als nach Eintopf klangen.

Schuld war der italienische Botaniker und Mediziner Pietro Andrea Mattioli, der die antike Heilpflanze 1544 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Der kaiserliche Leibarzt verwandte die Wurzel des Korbblütlers nicht nur gegen Wundfieber und Knochenbrüche, sondern auch „wider den Natterbiß“. Er taufte sie Scorzonera hispanica nach ihrem Herkunftsland Spanien und dem Namen einer schwarzen Giftschlange. Außerdem setzte er das Gewächs auch „wider die fallende Seuche, zu den Pocken und für die Pest“ ein, wie Lémery 150 Jahre
später notierte. Sie ist, kurzum, eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel.

„Proletenspargel“ oder „Spargel des armen Mannes“ heißt Mattiolis Zaubergemüse im Volksmund heute. Eine Delikatesse, die hierzulande – außer in Bayern – kaum groß--flächig angebaut wird. Wir importieren sie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, wo man offenbar weiß, was gut ist. In Wahrheit ist der im Inneren elfenbeinfarbene „Winterspargel“ dem Original überlegen, nicht nur was seine Länge von bis zu einem halben Meter angeht. Die kalzium-, eisen-, magnesium- und vitaminreiche Schwarzwurzel gibt es nicht nur mitten in der kalten Jahreszeit, sie ist auch robust, lagerfähig und wird nicht holzig.

Es ist richtig, dass ihre korkige Rinde beim Schälen ohne Handschuhe hässliche Flecken von großer Haltbarkeit in die Haut gerbt. Und es stimmt, dass ihr milchiger Saft klebt wie Pattex, wenn man sie – Tipp aus dem Kochbuch – erst nach dem Garen häutet. Und damit sie nicht braun anläuft, gehören etwas Zitrone und Milch ins Kochwasser. Ja, die Zubereitung der Scorzonera ist eine Zumutung. Genau das macht sie zur „alten Sorte“ und – einige Jahre nach ihrer nordamerikanischen Schwester Topinambur – zur zumindest unter Spitzenköchen wiederentdeckten Rarität.

Sei es, dass der Kopenhagener René Redzepi sie im Restaurant Noma mit Gotland-Trüffeln als Hors d’œuvre anrichtet, der spanische Molekularkoch Ferran Adrià sie zu Steinbutt serviert oder in einem Berner Grandhotel das Steak auf „seinem Bett von Schwarzwurzelragout“ kommt – sie harmoniert. Anders als der geltungssüchtige Spargel kann, aber muss sie kein Solo auf dem Teller spielen. Ganz gleich ob die Sorte „Hoffmanns Schwarzer Pfahl“, „Schwarzer Peter“ oder „Russischer Riese“ heißt – in der Schwarzwurzel verbindet sich das Beste (unbittere) des Spargels mit zarten Nussaromen und winterlicher Erdigkeit. Besonders gut schmeckt sie zu zerlassener Butter und gerösteten Semmelbröseln. Aber auch mit Béchamelsoße oder im Soufflé und selbst roh in den Salat geraspelt ist sie ein Genuss.

In Sachen Pest hat Mattioli die Wunderwurzel aber zweifellos überschätzt. Der Gelehrte starb 1577 am „Schwarzen Tod“ – und das vermutlich nicht, weil gerade keine Schwarzwurzel zur Hand war.

Neu frisch vom Feld gibt's die Schwarzwurzel ab Oktober, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Krautiger Kohlrabi

(Brassica oleracea var. gongylodes)
Ob das deutscheste aller Gemüse wirklich aus Deutschland kommt, liegt – ehrlich gesagt – im Dunkeln. Erfahren Sie mehr über dieses und weitere Geheimnisse aus der Kulturgeschichte des Kohlrabi.

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Es ist ein Irrtum, dass es sich beim deutschesten aller Gemüse um Weißkohl alias Sauerkraut handelt. Zwar hat die vergorene Spezialität den Deutschen in England den Spottnamen Krauts eingetragen, aber fragen Sie mal einen Russen, Ungarn, Japaner, Niederländer, Dänen, Schweden, Franzosen oder Briten, was Kohlrabi in seiner Sprache heißt. Die Antwort mag ka, karalábé, koolrabi, kaalrabi, kålrabbi, colrave oder kohlrabi lauten, phonetisch ist das Ergebnis das gleiche: Die Welt spricht Kohlrabi. Krautiger wird’s nimmer.

Ist es Begeisterung über den süßen, leicht nussigen, dezenten Kohlgeschmack, die Menschen zwischen Washington und Tokio veranlasst, die komisch klingende Knolle im Munde zu führen? Mitnichten. Nur das Wort, nicht das Gemüse kommt ihnen über die Lippen. Kohlrabi ist so deutsch, dass vor allem die Deutschen ihn essen. 40.000 Tonnen im Jahr wachsen hier, und weil das noch zu wenig ist, bauen auch die Niederlande, Polen und Frankreich den Kreuzblütler an – für den Export.

Im Gegensatz zu Weiß- oder Blumenkohl, bei denen Blätter oder Blütenstand verzehrt werden, verdickt sich beim Kohlrabi der untere Teil der oberirdischen Sprossachse und liegt grünweiß oder blauviolett auf der Erdkrume. Innen sind alle Kohlrabis hell. Die größte Sorte heißt „Superschmelz“ und kann – ohne holzig zu werden – zur Größe eines Kohlkopfs anwachsen. Und der einzige Speck, der auch Vegetariern schmeckt, dürfte „Blauer Speck“ sein.

In Wirklichkeit enthält Kohlrabi neben viel Wasser, etwas Zucker und Eiweiß nur 0,1 Prozent Fett. In Deutschland wurde die Knolle im 16. Jahrhundert erstmals erwähnt. Sie war ein Star der Barockküche – beispielsweise in Leipzig, wo sie dem Allerlei den letzten Schliff gab. Das Original hat übrigens nichts mit Erbsen-Möhren-Spargel-Dosenmatsch zu tun, sondern ist ein knackiger Genuss, der – serviert mit heller Soße und luftigen Semmelklößchen – auch Blumenkohl, Morcheln und Flusskrebsschwänze vereint.

Ein Festmahl, das noch nicht ganz vergessen war, als Kurt Tucholskys Alter Ego Peter Panter sich 1928 in einem Speiselokal über breiiges Gemüse beschwerte und die Bedienung antwortete: „Da müssen Sie mal zu meiner Mutter kommen, Herr Panter, die kocht Ihnen ein Leipziger Allerlei ...“ – „Liebe gnädige Frau, es ist so nett von Ihnen ... Aber alle Leute können doch nicht bei Ihrer Mama essen!“

Kohlrabi passt gut zu Rahmsoßen, die auch mal mit Safran oder Chili gewürzt sein dürfen. Am besten gart man ihn im Ganzen und schält und teilt ihn hinterher, damit Aroma und Nährstoffe besser erhalten bleiben: Selen, Senföle und viel Vitamin C stärken das Immunsystem. Roh harmoniert Kohlrabi mit Nüssen, Ziegenkäse, Lachs und Äpfeln. Sein Kraut gehört nicht in den Kompost, denn es enthält viele Mineralien, Karotin, B-Vitamine und Eiweiß. Die zarten Herzblätter schmecken gut in Salat und Suppe oder als Hauptgericht: In Südeuropa bereitet man aus ihrem Grün vegetarische Rouladen oder „Spinat“ zu.

Südeuropa?! Ob das vermeintlich deutsche Gemüse auch aus der Region stammt, in der es so gerne verspeist wird, liegt – um ehrlich zu sein – im Dunkeln. Es könnte genausogut ein Nachfahre des pompejanischen Kohls sein, den der Römer Plinius kurz nach der Zeitenwende beschrieb. Grimms Wörterbuch vermerkte im 19.Jahrhundert, der Begriff Kohlrabi sei „merkwürdig durch seine Gestalt, halb deutsch halb italienisch“. Klar ist: Italien spricht nicht kohlrabisch. Der inoffizielle Kulturbotschafter der Krauts heißt dort cavolo rapa, Kohlrübe.

Neu frisch aus dem Gewächshaus gibt's Kohlrabi ab April, frisch vom Feld im Mai.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen


In jeder Ausagebe des Greenpeace Magazins berichten wir über die Kulturgeschichte von Obst und Gemüse. Unsere neue Ausgabe erhalten Sie am Bahnhofskiosk, in unserem Warenhaus und für nur 33,50€ im Jahresabo

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Di, 2015-06-30 11:15
Berlin (dpa)

Verfassungsschutz: Erfolge des IS sind Bedrohung für Europa

Berlin (dpa) - Die Terrorgefahr in Europa wächst nach Einschätzung des Verfassungsschutzes desto mehr, je länger die Terrormiliz IS in Syrien und im Irak ein staatsähnliches Gebiet beherrschen kann. «Die militärischen Erfolge des IS und die Ausrufung des «Kalifats» haben zu einer neuen Dimension terroristischer Bedrohung geführt», heißt es im Verfassungsschutzbericht 2014, der am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde. Sollte sich die Miliz Islamischer Staat (IS) auf längere Sicht in einem größeren Gebiet etablieren, hätte der «transnationale» Dschihad mehr noch als seinerzeit in Afghanistan ein «logistisches Zentrum». Dadurch würden die Terroristen in die Lage versetzt, auch komplexe Attentate zu koordinieren. 

Die Proklamation des sogenannten Kalifats und die militärischen Erfolge sorgten für eine euphorische Stimmung bei Dschihadisten auch in Europa, heißt es in dem Bericht. Die Folge sei eine ständig steigende Reisewelle zur Unterstützung des IS. 

Die Zahl der Rechtsextremisten ist in Deutschland im vergangenen Jahr zwar zurückgegangen. Die Zahl der rechtsextremistischen Attacken und Propagandaaktionen gegen Asylbewerberunterkünfte hat sich jedoch laut Verfassungsschutz gegenüber dem Vorjahr mehr als verdreifacht: auf 170.

Di, 2015-06-30 16:38
Berlin (dpa)

Mehr Angriffe auf Asylbewerberheime - Angst vor Veränderung im Osten Von Anne-Beatrice Clasmann, dpa

Häuser werden in Brand gesetzt, damit Asylbewerber nicht einziehen können. Pflastersteine fliegen gegen Polizeiwachen. Am linken und rechten Rand des politischen Spektrum geht es immer brutaler zu.

Berlin (dpa) - Das Jahr ist erst sechs Monate alt und trotzdem sieht man schon jetzt: 2015 werden die Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte einen Höchststand erreichen. Das Bundesinnenministerium hat seit Anfang Januar schon 175 Straftaten gegen Asylbewerberunterkünfte registriert. Im gesamten Vorjahr hatte es bundesweit 198 Attacken auf Unterkünfte für Asylbewerber gegeben.

Auffällig ist, dass diese Straftaten immer häufiger von Bürgern ohne Kontakte ins rechtsextreme Milieu verübt werden. In der Statistik der Behörde stehen sie dann unter «Sonstige».

Von den insgesamt 175 Angriffen in diesem Jahr gehen immerhin 25 auf das Konto von Menschen, die keiner Neonazi-Gruppe oder einer rechtsextremen Vereinigung angehören. Das können Anwohner mit einer fremdenfeindlichen Einstellung sein oder Immobilienbesitzer, die befürchten, dass ihr Haus an Wert verliert, wenn nebenan Flüchtlinge einziehen. 2014 zählte die Polizei bundesweit 198 Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte. Bei 175 dieser Straftaten wurde ein rechtsextremistischer Hintergrund festgestellt. Das waren schon dreimal so viel wie im Jahr zuvor (55). «Wir dürfen die Menschen, die von rechtsextremer Gewalt bedroht sind, nicht alleine lassen», kommentiert die Grünen-Innenpolitikerin Irene Mihalic den aktuellen Verfassungsschutzbericht.

Besonders häufig gibt es in den östlichen Bundesländern Angriffe auf Asylbewerberheime und Drohungen gegen Politiker, die sich für Flüchtlinge einsetzen. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU), der selbst in Dresden wohnt, hat dafür eine eigene Theorie. Er sagt, viele Menschen im Osten hätten eine negative Einstellung zu Asylbewerbern, weil sie deren Ankunft als eine weitere Veränderung ihres Umfeldes empfänden, in dem sich seit der Wiedervereinigung ohnehin schon sehr viel verändert habe. Er sagt: «Viele dieser Menschen sind veränderungsmüde.»

De Maizière und der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, können bei der Vorstellung des Verfassungsschutzberichts 2014 diesmal auch gute Nachrichten vortragen. Die NPD verliert immer mehr an Bedeutung. Die Zahl der Rechtsextremisten im im vergangenen Jahr gesunken. Bei den Autonomen und anderen linksextremistischen Gruppen haben die Mitgliederzahlen zumindest nicht zugenommen. Sie blieben im vergangenen Jahr konstant. Allerdings steigt bei den Extremisten an beiden Rändern der Gesellschaft die Bereitschaft, brutale Gewalt anzuwenden.

Bei den Linken trifft diese Gewalt vor allem Polizeibeamte. Im vergangenen Jahr zählte der Verfassungsschutz sieben versuchte Tötungsdelikte von Linksextremisten. Sechs davon richteten sich gegen Polizisten. Im Jahr zuvor hatte es drei derartige Fälle gegeben. Der Verfassungsschutz schätzt inzwischen jeden zweiten Rechtsextremisten als «gewaltorientiert» ein. De Maizière spricht von einer «Verrohung», die ihm große Sorgen bereite. Als Beispiel nennt er eine Polizeidienststelle im Leipziger Stadtteil Connewitz, auf die seit ihrer Eröffnung im Februar bereits 16 Angriffe verübt wurden. In einem Bekennerschreiben hieß es: «Bulle dein Duldungsstatus ist aufgehoben.»

Di, 2015-06-30 14:50
Juba (dpa)

Vergewaltigt und verbrannt - Gnadenlose Gewalt erschüttert Südsudan Von Sinikka Tarvainen, dpa

Vier Jahre nach Erlangung der Unabhängigkeit greift der Bürgerkrieg im Südsudan immer weiter um sich. Die Gewalt gegen Zivilisten kennt keine Grenzen.

Juba (dpa) - Es sind Bilder des Horrors, die Simon K. auf seinem Handy gespeichert hat. Zu sehen ist ein Mob, der einen älteren Mann packt und in einen Graben stößt, anschließend Treibstoff über ihm ausgießt und ihn anzündet. Ein Anderer greift ein junges Mädchen an und verprügelt es mit einem Stock.

Simon, der seinen Nachnamen nicht gedruckt sehen möchte, hat die Bilder in seinem Viertel Mia Saba in Südsudans Hauptstadt Juba aufgenommen. Entstanden sind die Aufnahmen bereits wenige Tage nachdem im Dezember 2013 ein Machtkampf zwischen Präsident Salva Kiir und seinem Widersacher Riek Machar offen ausgebrochen war. Doch gebessert hat sich die Lage seitdem nicht. Von Beginn an spielten bei manchen blutigen Übergriffen im Land auch ethnische Hintergründe eine Rolle: Kiir ist ein Dinka, Machar ein Nuer. Da in Mia Saba viele Nuer lebten, macht der 40-jährige Simon Soldaten aus der Gruppe der Dinka für die Taten verantwortlich. Innerhalb von drei Tagen wurden damals in Juba mehrere hundert Nuer getötet.

Bei einem der Zwischenfälle seien Nuer in einem Verwaltungsgebäude zusammengetrieben und erschossen worden, berichtet Betty Thomas von der Organisation End Impunity, die sich zivilgesellschaftlich in dem erst 2011 unabhängig gewordenen Land engagiert. «Ich sah, wie Leichen herausgetragen und in einen Container verfrachtet wurden, aus dem das Blut floss», sagt Thomas. Doch wer gab den Befehl? Dazu kann niemand etwas sagen. Später kam es an anderen Orten im Land zu Racheakten der Nuer.

Im ölreichen Norden tobt derzeit ein militärischer Konflikt. Doch im ganzen Land werde der Konflikt «erschütternd gewalttätig» geführt, sagt Jonathan Veitch vom Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Unicef).

Nun wurde bekannt, dass Soldaten nach Aussagen von Zeugen zahlreiche Frauen und Mädchen entführt, mehrfach vergewaltigt und einige von ihnen anschließend lebendig verbrannt haben. «Das Ausmaß der Grausamkeit zeigt, wie tief der Hass sitzt, der über politische Differenzen weit hinausgeht», heißt es in einem Bericht der UN-Friedensmission UNMISS, der am Dienstag veröffentlicht wurde. Für den Report hatten UNMISS-Mitarbeiter 115 Überlebende und Augenzeugen interviewt.

Zwei Millionen Menschen wurden bereits vertrieben, etwa eine halbe Million von ihnen hat UN-Schätzungen zufolge Zuflucht in Nachbarländern gesucht, vor allem in Äthiopien, im Sudan und in Uganda.

Die jüngsten Grausamkeiten seien im Zuge einer neuen Eskalation der Kämpfe im ölreichen Bundesstaat Unity im April und Mai verübt worden, heißt es im UN-Bericht weiter. Verantwortlich seien vor allem Soldaten der «Sudan People's Liberation Army» (SPLA) und Mitglieder anderer bewaffneter Gruppen, die mit der Armee verbündet sind. 

«Missbrauch und Gewalt werden als Teil des Erfolgs gesehen, weil die Machthaber oftmals selbst durch Gewalt erst in ihre Position gekommen sind», sagt Skye Wheeler von Human Rights Watch (HRW). Vonseiten der Regierung heißt es hierzu, die Behörden duldeten keine Misshandlungen. «Wenn jemand Selbstjustiz betreibt, leitet die Regierung eine Untersuchung ein», sagt Präsidentensprecher Ateny Wek Ateny. Öffentlich bekanntgeworden ist über solche Untersuchungen allerdings bislang noch nichts.

Die Vereinten Nationen stützten seinerzeit Berichte über Massaker in Simons Viertel Mia Saba. Er ist einer der wenigen, der überhaupt bereit ist, mit einer Journalistin über die Ereignisse zu reden. «Als die Gewalt begann, warnte mich ein Nachbar und ich lief davon.» Nur knapp entkam er zwei Soldaten, die schon das Feuer auf ihn eröffnet hatten. Insgesamt 13 seiner Angehörigen seien bei Massakern ums Leben gekommen, sagt Simon. Einst führte er einen Handwerksbetrieb mit vier Angestellten. Doch er hat alles verloren. Eine Rückkehr nach Mia Saba sei unmöglich, seit dort die Dinkas das Sagen hätten.

Heute lebt Simon in einem Flüchtlingslager der UN, in dem tausende andere Nuer Zuflucht gefunden haben. Im April traute er sich erstmals, das Lager zu verlassen. Mittlerweile erledigt er hin und wieder Tischlerarbeiten in einem Theater, doch die Angst sitzt ihm im Nacken. «Erst kürzlich wurden vier Menschen direkt vor dem Lager umgebracht», sagt Simon hörbar beunruhigt.

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Di, 2015-06-30 15:59
Berlin (dpa)

Bommel und Muschel - Tierpark präsentiert Mini-Moschusochsen

Berlin (dpa) - Noch fehlen ihnen die Hörner und das zottelige Fell ihrer Eltern: Im Berliner Tierpark erkunden derzeit zwei kleine Moschusochsen die Außenanlage. Bommel und Muschel - so heißen die Kälber - sind Nummer acht und neun ihrer Herde. Damit beheimatet der Tierpark die größte Moschusochsen-Herde Mitteleuropas, wie dieser am Dienstag mitteilte. Die Kleinen sind Bestandteil des Europäischen Erhaltungszuchtprogrammes. Da Neugeborene noch kein Deckhaar haben, mussten die beiden ein und zwei Monate alten Tierkinder eine Weile auf ihren Ausflug nach draußen warten.

Ihren Namen haben Moschusochsen übrigens nicht von Ungefähr: Bei Bullen wird während der Paarungszeit der Urin mit einer moschusartig riechenden Substanz angereichert.

Di, 2015-06-30 15:31
Berlin (dpa)

Verfassungsschutz: IS-Pseudostaat ist Bedrohung für Deutschland

Das Zentrum des «Kalifats» von Abu Bakr al-Baghdadi liegt 3000 Kilometer von Berlin entfernt. Trotzdem warnt der Verfassungsschutz, dass das staatsähnliche Gebilde der Terrormiliz IS langfristig auch für Deutschland eine Bedrohung sei.

Berlin (dpa) - Rechtsextremisten haben 2014 so viele Gewalttaten verübt wie seit sechs Jahren nicht mehr. Trotzdem hält der Verfassungsschutz islamistischen Terrorismus aktuell für die größte Bedrohung in Deutschland.

Im Verfassungsschutzbericht 2014, der am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde, heißt es, je länger der Pseudostaat der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) existiere, desto größer werde die Terrorgefahr in Europa. «Die militärischen Erfolge des IS und die Ausrufung des «Kalifats» haben zu einer neuen Dimension terroristischer Bedrohung geführt», stellte der Inlandsgeheimdienst fest. Die IS-Miliz verfüge im Irak und in Syrien inzwischen über ein «logistisches Zentrum», um auch komplexe Attentate in anderen Staaten zu koordinieren. Die Proklamation des sogenannten Kalifats und die militärischen Erfolge der Gruppe sorgten bei Dschihadisten in Europa zudem für eine euphorische Stimmung.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte, die EU-Staaten bemühten sich derzeit unter Führung Belgiens, eine umfassende Strategie zu entwickeln, um die von einer «extremen Sucht nach Gewalt» gekennzeichnete Internet-Propaganda des IS zu kontern. Die Experten wüssten aber noch nicht, wie das am besten zu bewerkstelligen sei. «Mit klassischen Sozialarbeiter-Methoden kommt man da nicht weiter», betonte de Maizière.

Wie der Verfassungsschutzbericht feststellt, hat die Zahl der deutschen Rechtsextremisten im vergangenen Jahr von 7400 auf 7200 abgenommen. Allerdings zeigten sich die Neonazis und andere Rechtsextremisten zunehmend gewalttätig. Die Zahl der Gewalttaten von Rechten stieg im vergangenen Jahr um 24 Prozent auf 990. Sie lag damit ungefähr genauso hoch wie die Zahl der linksextremen Gewalttaten (995).

Auf die Frage nach möglichen Spionage-Aktivitäten der USA in Deutschland, sagte der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen: «Wir haben bisher keine Anhaltspunkte dafür, dass die NSA in Deutschland spioniert.» Alleine auf die IT-Infrastruktur des Bundes würden jeden Tag mehrere Tausend Cyberangriffe verübt. Davon seien jeweils etwa zwei bis fünf von ausländischen Nachrichtendiensten gesteuert. Besonders aktiv seien derzeit Russland, China und der Iran. Die Chinesen seien besonders interessiert an der illegalen Beschaffung von Forschungsergebnissen. Sie versuchten inzwischen auch zunehmend «Personen aus westlichen Ländern als Informanten oder Agenten zu werben».

Di, 2015-06-30 13:51
Soest (dpa)

«Wir müssen draußen bleiben»: Keine Pinguine im Spaßbad Soest

Soest (dpa) - Das Spaßbad «Aqua Fun» in Soest verzichtet auf Pinguine im Schwimmbecken. Die Stadtwerke Soest (Nordrhein-Westfalen) als Betreiber sind nach Angaben vom Dienstag von der Idee abgerückt, das defizitäre Bad mit Hilfe der Pinguine beliebter zu machen. Die kontrovers geführte Debatte vor allem mit Tierschützern zeige, dass es «im Kern eine nicht aufzulösende Kontroverse innerhalb der Bevölkerung» gebe, sagte Hans-Ulrich Koch, der Aufsichtsratschef der Stadtwerke, nach der Entscheidung vom Montagabend.

Gegner der Pläne hatten vor allem Zweifel an einer artgerechten Haltung und der Sicherheit für die Humboldt-Pinguine. Unter anderem hatten sie mehr als 1900 Unterschriften auf einer Online-Petition gesammelt, es hatte Mahnwachen und eine Demonstration gegeben, eine Facebook-Seite hatte weit mehr als 3500 «Freunde».

Neu wäre die Soester Pinguin-Idee auch nicht gewesen: Das Spreewelten-Bad im brandenburgischen Lübbenau hat bereits seit 2008 Pinguine im Becken, von den Schwimmern getrennt durch eine Glaswand. «Problemlos und ohne Protest», wie eine Sprecherin am Dienstag sagte.

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Drohnen als Förster

Unbemannte Flugkörper sollen pro Jahr weltweit eine Milliarde Bäume pflanzen

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Jährlich werden auf der Erde rund 26 Milliarden Bäume gefällt. Der ehemalige Nasa-Ingenieur Lauren Fletcher nimmt den Kampf gegen die globale Entwaldung auf. Um den Schwund wettzumachen, entwickelte seine in Oxford ansässige, gemeinnützige Firma Bio Carbon Engineering eine innovative Drohne. Diese scannt auch unzugängliche Gegenden, kartografiert baumlose Regionen und bestimmt die Bodenart. Zusammen mit Ökologen entscheidet das Unternehmen, welche Bäume wo gepflanzt werden. Dann wird der Flugkörper ein zweites Mal losgeschickt. Per Druckluft schießt er kleine Saatgut-Kapseln in den Boden. Die Kapseln sind biologisch abbaubar und schützen das keimende Saatgut in der ersten Zeit. „Der industriellen Waldvernichtung können wir nur mit industrieller Aufforstung begegnen“, ist Fletcher überzeugt. Das Projekt befindet sich in der Entwicklungsphase, erste Tests sind im Laufe des Jahres geplant. Obwohl dem britischen Start-up noch Investoren fehlen, hofft Fletcher, dass die Firma schon bald Regierungen für Aufforstungsprojekte begeistern und jedes Jahr eine Milliarde Bäume pflanzen kann.
biocarbonengineering.com

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Mit einem Ende Mai verabschiedeten Gesetz will die französische Nationalversammlung die Verschwendung von Lebensmitteln eindämmen: Große Supermärkte werden verpflichtet, überschüssige Produkte künftig an gemeinnützige Einrichtungen zu spenden. Für Menschen ungeeignete Reste können laut Beschluss des Parlaments auch kompostiert oder als Tierfutter verwendet werden. Dabei wandern in Frankreich pro Person und Jahr „nur“
bis zu 30 Kilogramm ungenutzt in den Müll. Hierzulande fallen pro Kopf und Jahr rund 82 Kilo Essensabfälle an.
 

Münster
Seit 1989 dürfen in Münster auf kommunalen Flächen der westfälischen Stadt keine Pestizide mehr eingesetzt werden. Sprießendes Unkraut wird mit Heißluftwalzen oder Wildkrautbürsten entfernt. Diese Verfahren sind zwar aufwendiger und teurer, aber giftfrei. Dank einer Beratung durch den BUND verzichten inzwischen etliche Kommunen auf Pestizide. Dem Vorreiter Münster folgten zum Beispiel Saarbrücken, Tübingen und Bielefeld.
bund.net/pestizidfrei

Berlin
Heimischen Dünger stellen die Berliner Wasserwerke her, indem sie Phosphat aus Klärschlamm zurückgewinnen. Der Wasserversorger verkauft das recycelte Düngemittel unter dem Namen „Berliner Pflanze“ an Landwirte. Das Verfahren haben sich die Ingenieure patentieren lassen. Es dürfte weltweit auf Nachfrage stoßen, denn die globalen Phosphatvorräte gehen zur Neige.
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Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

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Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

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Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

Geht doch!

Styropor „To Go“

USA Mehr als 70 Städte verbieten aufgeschäumtes Plastik. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt den Kampf mit dem Müll auf.

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Ab Juli verbannt er Einwegbecher, -teller und andere Behältnisse aus Styropor. Auch Verpackungsfüllmaterial aus Schaumstoff darf dann nicht mehr verwendet werden. Laut Abfallbehörde hat sich eine Wiederverwertung ökologisch und ökonomisch als nicht sinnvoll erwiesen. Jedes Jahr hat die Müllabfuhr in der Metropole fast 30.000 Tonnen Abfall aus aufgeschäumtem Polystyrol eingesammelt, der Großteil stammt aus der Gastronomie. „Diese Produkte verursachen reale Umweltschäden“, sagt de Blasio. Sein Appell fruchtet auch bei Behörden: Ab Sommer sollen Styroporbehälter aus Schulkantinen verschwinden. Warum das Essen künftig auf kompostierbaren statt auf Keramiktellern serviert wird, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Schon mehr als 70 US-Städte, darunter Washington, San Francisco, Oakland und Seattle, haben sich vom Einwegplastik losgesagt. In Deutschland dagegen wird der biologisch nicht abbaubare Schaumstoff weiterhin großflächig eingesetzt: nicht nur für Fastfood-Verpackungen, sondern auch für die Wärmedämmung von Gebäuden.
Illustration: Christoph Niemann

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Grenoble: Bäume statt Werbung
Die französische Alpenstadt will die erste werbefreie Stadt Europas werden: Der grüne Bürgermeister Éric Piolle hat alle Reklameverträge gekündigt. Wo bisher freie Sicht auf riesige Plakate herrschen musste, will er Bäume pflanzen lassen. Den Verzicht auf die optische Umweltverschmutzung lässt sich die Stadt jährlich 150.000 Euro kosten – so viel hat Grenoble bisher durch vermietete Werbeflächen pro Jahr eingenommen. Bislang verbietet nur eine Stadt Werbung im öffentlichen Raum: São Paulo in Brasilien, und das schon seit 2010.

Frankreich: Zu schnell kaputt
Mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe will Frankreich eingebaute Fehler, die zum vorzeitigen Verschleiß von langlebigen Verbrauchsgütern führen, als Betrug ahnden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist auf dem Weg. Niedersachsen will solche Art der Verbrauchertäuschung auch nicht hinnehmen. Landesverbraucherschutzminister Christian Meyer erwägt eine Verlängerung der Garantie bei bestimmten Produkten.

Hamburg: Steckdose für Cruiser
Die Bewohner des Elbufers können ein wenig aufatmen: Im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe werden ab diesem Sommer mit erneuerbarem Landstrom versorgt und können die luftverpestenden Dieselmotoren abstellen. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern, dass in Zukunft auch Containerschiffe zum Anschluss an den sauberen Landstrom verpflichtet werden.
 

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Di, 2015-06-30 10:35
Wien (dpa)

Steinmeier kommt erneut zu Atomverhandlungen mit dem Iran

Wien (dpa) - Die Bemühungen um ein Atomabkommen mit dem Iran gehen auf Ministerebene in Wien weiter. US-Außenminister John Kerry und sein iranischer Amtskollege Mohammed Dschawad Sarif wollten sich am späten Dienstagvormittag zu erneuten Gesprächen treffen. Sarif war in Begleitung des iranischen Atomchefs Ali Akbar Salehi am Morgen nach Wien zurückgekehrt.

Auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier und der russische Chefdiplomat Sergej Lawrow wollen am Dienstag zu den Verhandlungen stoßen. Um Mitternacht läuft die ursprünglich vereinbarte Frist für ein Abkommen aus. Alle Seiten sind sich aber einig, dass noch mehrere Tage an einem Vertragstext gefeilt werden muss.

Die 5+1-Gruppe (USA, Russland, China, Großbritannien, Frankreich und Deutschland) will mit Teheran einen Vertrag schließen, der die ausschließlich friedliche Nutzung der Atomkraft sichert. Im Gegenzug sollen die Wirtschaftssanktionen aufgehoben werden.

Di, 2015-06-30 16:43
Wien (dpa)

Positive Signale bei Atomverhandlungen mit dem Iran

Die Atomgespräche mit dem Iran könnten auf einen Abschluss zusteuern. Zumindest ist der Optimismus ungebrochen. Eine große Runde der Außenminister bahnt sich an.

Wien (dpa) - Bei den Atomverhandlungen mit dem Iran mehren sich die Anzeichen für Fortschritte. Für den 2. Juli werde in Wien eine große Runde aller beteiligten Außenminister angestrebt, berichteten iranische Medien am Dienstag. Teherans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif zeigte sich nach einem Gespräch mit US-Außenminister John Kerry optimistisch: «Wir sind alle hier, um ein Abkommen zu erzielen, und ich glaube, dass wir es auch schaffen werden.» Bei den Gesprächen geht es um die Gewissheit, dass der Iran keine Atombombe baut.

Sarif wollte sich am Dienstag auch mit dem Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) Yukiya Amano treffen. Amano hatte in der aktuelle Runde der 5+1-Gruppe (USA, Russland, China, Großbritannien, Frankreich und Deutschland) mit dem Iran mehrere Gespräche. Dies gilt als bedeutsam, da die IAEA eine entscheidende Rolle bei der Überprüfung des Abkommens spielen wird. Erst wenn sie die Vertragstreue des Irans überprüft und grünes Licht gegeben hat, können die gegen den Iran verhängten Wirtschaftssanktionen aufgehoben werden.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier griff am Dienstag erneut in die Verhandlungen ein. Um Mitternacht läuft die ursprünglich vereinbarte Frist für ein Abkommen ab. Alle Seiten sind sich aber einig, dass noch länger an einem Vertragstext gefeilt werden muss.

Die 5+1-Gruppe will mit Teheran einen Vertrag schließen, der die ausschließlich friedliche Nutzung der Atomkraft sichert. Dazu müsste der Iran sein Atomprogramm deutlich reduzieren und unter anderem seine Fähigkeit begrenzen, Uran anzureichern. Im Gegenzug sollen Sanktionen wie das Öl-Embargo der EU aufgehoben werden.

Di, 2015-06-30 13:21
Bonn (dpa)

Kartellamt: Erfolg für Benzinpreisstelle - 2013/2014 Rekordstrafen

Die Wettbewerbshüter werten «Bestpreisangebote» von Tankstellenketten als Beleg für mehr Wettbewerb durch die Benzinpreisstelle. 2013/2014 verhängte das Bundeskartellamt insgesamt Strafen in Rekordhöhe.

Bonn (dpa) - Zum Start der Urlaubs- und Sommerreise-Saison 2015 sehen Deutschlands Wettbewerbshüter einen Erfolg der vor knapp zwei Jahren gestarteten Benzinpreis-Meldestelle. Die verbesserte Möglichkeit zum Preisvergleich stärke den Wettbewerb. Das zeigten nicht zuletzt neue Angebote wie etwa «Bestpreisgarantien», mit denen inzwischen einzelne Tankstellenketten um Kunden werben, sagte Kartellamtschef Andreas Mundt am Dienstag in Bonn.

Auch was die Benzinpreise angeht, glaubt Mundt zumindest an eine «gewisse Wirkung» der sogenannten Markttransparenzstelle - selbst wenn es wohl vermessen sei zu sagen, dass durch ihre Arbeit die Preise dramatisch nach unten gegangen seien. Dafür werde der Benzinpreis einfach von zu vielen Faktoren beeinflusst.

Die «Markttransparenzstelle für Kraftstoffe» soll Deutschlands Autofahrern bei der Suche nach der jeweils günstigsten Tankstelle helfen. Rund 14 500 Tankstellen übermitteln dafür ihre Preise für die gängigsten Kraftstoffarten Super E5, E10 und Diesel an das Bundeskartellamt, das sie kostenlos an Verbraucherportale und Anbieter wie den ADAC weiterleitet.

Im Internet, über Smartphone-Apps und Navigationsgeräte können Verbraucher so auch auf Reisen die billigste Zapfsäule finden. Bis zu 20 Cent pro Liter Ersparnis sind nach früheren Angaben des Bundeskartellamtes dabei möglich.

In den vergangenen beiden Jahren verhängte das Bundeskartellamt laut der am Dienstag vorgelegten Bilanz Bußgelder in Rekordhöhe. Insgesamt seien 2013 und 2014 gegen 137 Unternehmen und 133 Privatpersonen Strafen von rund 1,36 Milliarden Euro ausgesprochen worden, berichtete Mundt. Im ersten Halbjahr 2015 summierten sich die verhängten Bußgelder bisher auf etwa 132 Millionen Euro.

Vor allem 2014 sei mit Strafen von über 1,1 Milliarden Euro ein außergewöhnliches Jahr gewesen. Ausschlaggebend dafür seien drei sehr große Kartellverfahren bei Bier, Wurst und Zucker gewesen.

Sorgen bereiteten Mundt Regelungslücken im Kartellrecht, die es Unternehmen derzeit noch ermöglichen, sich durch geschickte Umstrukturierungen nachträglich ihrer Haftung zu entziehen. Diese Schlupflöcher müssten dringend geschlossen werden, verlangte Mundt.

Bußgelder von mehr als 80 Millionen Euro seien bereits unwiderruflich verloren gegangen. Ohne eine gesetzliche Neuregelung fürchte die Behörde, Hunderte Millionen Euro an verhängten Strafen nicht vollstrecken zu können.

Di, 2015-06-30 12:15
Kabul (dpa)

Mindestens 17 Verletzte bei Anschlag in afghanischer Hauptstadt Kabul

Kabul (dpa) - Bei einem Selbstmordanschlag in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind mindestens 17 Menschen verletzt worden. Augenzeugen berichteten, der Attentäter habe sich am Dienstag neben einem Konvoi ausländischer Truppen in die Luft gesprengt.

Nach Angaben des Kabuler Krankenhauses sind unter den Verletzten drei Frauen und drei Kinder. Der Anschlag habe sich auf einem belebten Platz in der Nähe des Obersten Gerichts und der US-Botschaft ereignet, teilte das Innenministerium mit. Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag.

Di, 2015-06-30 14:29
Berlin (dpa)

Merkel fordert Serbien und Kosovo zu Kompromissen auf

Auch ein 17 Stunden langer Verhandlungsmarathon bringt zwischen Serbien und Kosovo keinen Erfolg. Jetzt drängt Kanzlerin Merkel auf einen Kompromiss.

Berlin (dpa) - Im Dauerstreit zwischen Serbien und seiner ehemaligen Provinz Kosovo hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beide Seiten zum Nachgeben aufgefordert. Nach einem Treffen mit Kosovos Ministerpräsidenten Isa Mustafa am Dienstag in Berlin sagte Merkel: «Es ist die Zeit, auch Kompromisse zu machen.» Ausdrücklich erwähnte sie dabei auch Serbien. Zuvor war eine neue Verhandlungsrunde in Brüssel trotz 17 Stunden langer Gespräche gescheitert. Beide Seiten beschuldigen sich gegenseitig, Maximalforderungen zu erheben.

Die Kanzlerin machte auch eine weitere Annäherung der beiden Staaten an die Europäische Union (EU) vom Fortgang der Gespräche zwischen Belgrad und Pristina abhängig. «Nur wenn es hier Fortschritte gibt, gibt es auch Fortschritte in Zusammenhang mit der Annäherung an die Europäische Union.» Serbien ist bereits EU-Kandidat. Das Kosovo bemüht sich um ein Assoziierungsabkommen. Mustafa sagte, er sei zu Kompromissen bereit.

Weiteres Thema des Treffens im Kanzleramt war auch die hohe Zahl an Flüchtlingen aus dem Kosovo, die in den ersten Monaten des Jahres nach Deutschland kamen. Merkel verwies darauf, dass nur jeder hundertste Asylbewerber aus dem Kosovo in der Bundesrepublik anerkannt werde. «Es gibt so gut wie keine Chance, eine Anerkennung als Asylbewerber zu bekommen.» Inzwischen sind die Flüchtlingszahlen wieder gesunken. Die Kanzlerin reist nächste Woche auf den Balkan.

Der kosovarische Regierungschef hatte zuvor in Brüssel mit dem serbischen Ministerpräsidenten Aleksandar Vucic beraten. Eigentlich war bei der Runde unter Vorsitz der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini ein Durchbruch erwartet worden. Dabei ging es insbesondere um die Integration der serbischen Minderheit in den fast nur noch von Albanern bewohnten Kosovo-Staat.

Di, 2015-06-30 15:13
Berlin (dpa)

Stärkere Förderung für Austausch von Heizungspumpen

Berlin (dpa) - Haus- und Wohnungsbesitzer können auf mehr Geld vom Staat hoffen, wenn sie alte Heizungspumpen austauschen. Für den Klimaschutz ist im Gespräch, die jährliche Förderung von Wärmepumpen und Heizungsanlagen um 520 Millionen Euro zu erhöhen. Das geht aus internen Papieren der Bundesregierung für den Energie-Gipfel hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. Auch die «Süddeutsche Zeitung» berichtete darüber.

Die Kommunen könnten insgesamt 340 Millionen Euro für den Neubau umweltfreundlicher Solarthermie-Anlagen und moderne LED-Straßenlaternen bekommen. Noch offen ist, ob Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) dafür Geld aus dem Haushalt zur Verfügung stellt.

Am Mittwochabend wollen sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU), Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) und CSU-Chef Horst Seehofer im Kanzleramt treffen. Eigentlich soll der monatelange Streit um Klimaschutz, Kohle-Abgabe, Stromnetze und die künftige Gestaltung des Strommarktes abgeräumt werden. Allerdings ist nun denkbar, dass die Griechenland-Krise das Treffen überlagert.

Um die gefährdeten deutschen Klimaschutzziele bis 2020 noch zu schaffen, sollen zusätzlich 22 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2) bei der Stromerzeugung eingespart werden. Gabriel wollte ursprünglich eine Strafabgabe für alte Kohle-Kraftwerke einführen. Die Stromkonzerne hätten die meisten Kosten tragen müssen, die Steuerzahler etwa 420 Millionen Euro pro Jahr für weitere Klimaschutz-Anreize.

Doch die Regierung favorisiert einen Alternativvorschlag von Gewerkschaften und Bundesländern mit Kohle-Revieren, der alles in allem Stromkunden und Steuerzahler etwa 1,4 Milliarden Euro kosten könnte. Braunkohle-Kraftwerke sollen auf die Ersatzbank geschickt und schrittweise stillgelegt werden. Dafür bekommen die Konzerne RWE, Vattenfall & Co. Prämien.

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 5.12

Keine Anzeige!

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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"Ich hab's nicht so mit Broteschmieren."

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“

Erschienen in Ausgabe 3.12

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Erschienen in Ausgabe 2.12

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Erschienen in Ausgabe 1.12

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

Erschienen in Ausgabe 6.11

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Immer noch - umweltschädlicher Becher Becher wird künftig vielleicht recycelt. ActiIrreführus - bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

Erschienen in Ausgabe 5.11

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Tödlich.  Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord. Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

Erschienen in Ausgabe 4.11
 

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate "ausgesetzt". Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit "ausgesetzter" Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

Erschienen in Ausgabe 3.11
 

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU.  Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen.  Erpresso Die Leere des Portemonnaies

Erschienen in Ausgabe 2.11
 

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Schaurige Leistung. Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten. Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich. VW Das Böse.

Erschienen in Ausgabe 1.11

 

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Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

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Wir fördern Gier und Pfusch. Statt Alternativen. Seit Jahren basteln wir fleißig an unserem grünen Image. Doch anstatt konsequent auf erneuerbare Energien zu setzen, plündern wir die letzten Ölreserven unseres Planeten – zum Beispiel im Golf von Mexiko. Ohne Skrupel. Ohne Rücksicht auf Verluste. Und ohne Plan B, falls was schiefgeht – wie jetzt. bp big problems

Erschienen in Ausgabe 4.10

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