Aktuell

Nachrichten-
archiv

Nachrichten-
archiv

Fr, 2016-05-27 08:56
Ise-Shima (dpa)

Krisen, Klima, Konjunktur - große Worte, kleine Taten Von Andreas Landwehr, dpa

Vielleicht war die Liste der Probleme zu lang - oder zwei Tage reichen den G7-Chefs eben nicht. Auf jeden Fall fehlt das Geld. Oder manchmal auch der politische Wille. Was wurde in Ise-Shima erreicht?

Ise-Shima (dpa) - Die Bilanz des G7-Gipfels im japanischen Ise-Shima ist durchwachsen. Dabei waren die Erwartungen an die sieben großen Industrienationen nicht einmal hoch. Die Initiative zur Ankurbelung der Weltwirtschaft bleibt schwach, konkrete Zusagen zur Bewältigung der Flüchtlingskrise fehlen - und auch sonst gibt es meist nur vollmundige Bekundungen. Hier die Gipfelergebnisse:

KRISEN: Die G7 verurteilt scharf die Verletzung der Waffenruhe durch das syrische Regime und fordert ein Ende der Angriffe auf Zivilisten. Da Russland im Ukraine-Konflikt das Abkommen von Minsk nicht erfüllt, ist mit einer Verlängerung der Ende Juli auslaufenden europäischen Sanktionen zu rechnen. Dem Irak wird eine Finanzspritze in Höhe von 3,2 Milliarden Euro zur Stabilisierung der Lage in dem Bürgerkriegsland zugesagt.

FLÜCHTLINGE: Die Flüchtlingskrise wird als globale Herausforderung anerkannt, die eine weltweite Antwort erfordert. Trotz des Aufrufs der EU zu mehr Solidarität bei der Bewältigung bleiben aber neue Finanzzusagen aus. Vielmehr werden internationale Finanzinstitutionen aufgefordert, ihre Unterstützung auszuweiten. Die legale Zuwanderung soll verbessert und Menschenschmuggel bekämpft werden.

TERRORISMUS: Die G7 verabschieden einen Aktionsplan gegen Terrorismus und gewaltsamen Extremismus. Nach den blutigen Anschlägen von Paris und Brüssel sollen den Terroristen die Finanzströme gekappt werden. Der Zustrom terroristischer Kämpfer und ihr Zugriff auf Waffen und Ausrüstung soll unterbrochen werden. Die Geheimdienste wollen Informationen austauschen und enger kooperieren.

KONJUNKTUR: Die G7-Chefs demonstrieren zwar Einigkeit bei der Ankurbelung der schwachen Weltwirtschaft, doch gibt es große Gegensätze. Japans Premier Shinzo Abe setzt auf schuldenfinanzierte Ausgabenprogramme, während Kanzlerin Angela Merkel solide haushalten will. So wird ein Dreiklang von Geldpolitik, Haushaltspolitik und Strukturreformen beschworen. Ein koordiniertes Vorgehen fehlt. Jedes Land soll nach seinen eigenen Bedingungen vorgehen.

KLIMA: Nach dem Klimaabkommen von Paris will die G7 die Ratifizierung und Umsetzung der Beschlüsse voranbringen. Auch sollen die Bemühungen fortgesetzt werden, bis 2020 jährlich etwa 90 Milliarden Euro zur Minderung der Treibhausgase und zur Anpassung an den Klimawandel zusammenzubringen, auf die besonders die Entwicklungsländer hoffen. Hoffnungen auf weitergehende Zusagen werden enttäuscht.

MARITIME SICHERHEIT: Mit einer Erklärung zur «friedlichen» Beilegung der Inselstreitigkeiten im Süd- und Ostchinesischen Meer zieht sich die Siebener-Gruppe den Zorn Chinas zu. Aus chinesischer Sicht soll sich die G7 völlig aus dem Konflikt heraushalten. China streitet mit Japan und anderen Nachbarn über seine Territorialansprüche auf weite Meeresgebiete mit reichen Fisch- und Rohstoffvorkommen, durch die auch wichtige Schifffahrtsstraßen gehen. Die Spannungen steigen.

INTERNET: Mit «robusten Maßnahmen» will die G7 gegen Cyberangriffe durch Staaten, unabhängige Hacker oder Terroristen vorgehen. Dafür soll das Völkerrecht auch im Internet gelten. So haben Staaten das Recht auf Selbstverteidigung mit Waffengewalt. Von dem Appell, den freien Fluss von Informationen zu sichern, werden sich Länder wie China und Russland, die unliebsame Inhalte oder soziale Medien zensieren und blockieren, aber nicht beeindrucken lassen.  

STEUERN: Nach Enthüllungen der «Panama Papers» über Steueroasen treibt die Gruppe der Sieben die Bemühungen für Steuergerechtigkeit und Transparenz voran. Das eigentliche Forum dafür ist aber der G20-Prozess mit den 20 Industrie- und Schwellenländern. Die G20 hat im November auf ihrem Gipfel in der Türkei einen Aktionsplan gegen Steuertricks und Gewinnverlagerung angenommen, der von der Organisation für wirtschaftliche Entwicklung (OECD) entwickelt wurde.

BREXIT: Großbritanniens Premier David Cameron kann mit Rückendeckung der G7 zurückkehren, um vor dem EU-Referendum nächsten Monat für den Verbleib seines Landes in der Europäischen Union zu werben. Ein Brexit wäre eine «ernste Gefahr» für das wirtschaftliche Wachstum, heißt es in einem Satz im Abschlusskommuniqué, den die Staats- und Regierungschefs überraschend aufgenommen haben.

GESUNDHEIT: Erstmals enthält ein G7-Kommuniqué die Forderung nach allgemeinem Zugang zu Gesundheitsversorgung. Nach der schlechten Reaktion auf den Ausbruch des Ebola-Virus in Afrika will die G7 auch die Vorkehrungen für künftige grenzüberschreitende Epidemien verbessern. Konkrete Finanzzusagen werden aber nicht gemacht.

ENTWICKLUNG: Nach der Zusage vor einem Jahr beim Gipfel im bayerischen Elmau, bis 2030 rund 500 Millionen Menschen von Hunger und Mangelernährung befreien zu wollen, lässt ein Umsetzungsplan auf sich warten. Mehr Entwicklungshilfe und eine Stabilisierung der Lage in armen Ländern könnte aber Krisen verhindern und Fluchtursachen bekämpfen. Kritiker werfen der G7 hier «Versagen» vor.

Fr, 2016-05-27 07:42
Ise-Shima (dpa)

Kritik an G7: Im Kampf gegen Armut und Hunger «erbärmlich versagt»

Ise-Shima (dpa) - Entwicklungsorganisationen haben scharfe Kritik an den sieben reichen Industrienationen geübt. Trotz vollmundiger Bekundungen habe ihr Gipfel im japanischen Ise-Shima keine konkreten Finanzzusagen zur Bewältigung von Hunger und Armut gebracht. Solche Hilfe verhindere aber auch Krisen und mögliche künftige Flüchtlingsströme. «Die G7-Staaten haben erbärmlich versagt, die Entwicklungshilfe zu erhöhen, um auf den dringenden und langfristigen Bedarf durch humanitäre Krisen und für Entwicklung zu antworten», kritisierte Ian Koski von der Organisation One.

Als Fortschritt wurde zumindest gewertet, dass die G7 in ihrem Kommuniqué erstmals ausdrücklich die Forderung nach allgemeinem Zugang zu Gesundheitsversorgung (UHC) erwähnt haben. Nach der langsamen und unkoordinierten Reaktion auf den Ausbruch des Ebola-Virus in Afrika will die G7 auch die Vorkehrungen für künftige grenzüberschreitende Epidemien verbessern und dafür geplante Fonds und Reformen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterstützen.

Zunächst im Entwurf des Kommuniqués geplante Geldzusagen fehlten am Ende aber. G7-Mitglieder wurden nur allgemein aufgefordert, technische und finanzielle Hilfe zu leisten. «Das ist schwach», sagte der Gesundheitsexperte Marwin Meier vom Kinderhilfswerk World Vision. «Die Bekundungen sind vollmundig, aber es fehlen konkrete, zeitgebundene Pläne und finanzielle Zusagen.» Eine Beendigung aller vermeidbarer Mütter- und Kindertode bis 2030 sei so nicht möglich.

Es fehle auch ein Plan zur Umsetzung des vor einem Jahr im bayrischen Elmau verkündeten Ziels, 500 Millionen Menschen bis zum Jahr 2030 von Hunger und Nahrungsmangel zu befreien, sagte Meier. «Angesichts der traurigen Tatsache dass Mangelernährung immer noch Grundursache für etwa 40 Prozent aller Kindertode unter 5 Jahren darstellt, ist dies ein besonders trauriges Versagen der sieben reichsten Länder der Erde.»

Fr, 2016-05-27 07:42
Singapur (dpa)

Ölpreise gesunken - wieder unter 50 US-Dollar

Singapur (dpa) - Die Ölpreise sind am Freitag gesunken. Ein Barrel (159 Liter) zur Lieferung im Juli kostete am Morgen 49,17 US-Dollar. Das waren 38 Cent weniger als am Donnerstag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 43 Cent auf 49,05 Dollar.

Am Vortag war der Brent-Preis zeitweise bis auf 50,51 Dollar gestiegen und damit erstmals seit sechs Monaten über 50 Dollar geklettert. Der WTI-Preis hatte zwischenzeitlich 50,21 Dollar erreicht. Händler begründeten den Höhenflug mit den jüngsten Lagerdaten aus den USA vom Mittwoch. Die Rohöllagerbestände waren in der vergangenen Woche stärker als erwartet gefallen.

Einige Experten sehen bei dem zwischenzeitlichen Preisanstieg aber eher kurzfristige Effekte am Werk und halten den aktuellen Rückgang daher für folgerichtig. «Ein großer Teil der jüngsten Rally wurde durch Störungen aufgrund der Waldbrände in Kanada und aufgrund von Problemen in Nigeria unterstützt», sagte Angus Nicholson, Analyst beim britischen Finanzdienstleister IG. Eine Gegenbewegung sei daher ab einem gewissen Punkt unvermeidlich.

1 2 3
Fr, 2016-05-27 05:57
Schönefeld (dpa)

Das ILA-Programm kompakt

Schönefeld (dpa) - Die Luftfahrtmesse ILA zeigt vom 1. bis 4. Juni auf 250 000 Quadratmetern Fluggeräte aller Art - in fünf Hallen und im Freien. Auf Konferenzen werden Themen wie Klimaschutz, Einsatz von 3D-Druckern für Flugzeugteile und angenehme Kabinenbeleuchtung diskutiert. Astronauten geben Auskunft über den Nutzen ihrer Arbeit im All. Höhepunkte sind die Flugvorführungen.

Der 1. und 2. Juni ist für Fachbesucher vorgesehen, der 3. und 4. Juni auch für Privatleute. Für sie ist das ein Tag weniger als bisher. Dafür bleibt die Messe am Freitag zwei Stunden länger geöffnet, bis 20 Uhr. Auch die Flugschau dauert bis in die Abendstunden. Das Programm unter anderem mit der Schweizer Nationalstaffel und Kunstflügen fällt insgesamt kleiner aus. An den beiden Publikumstagen wird jeweils dreieinhalb Stunden geflogen, an den beiden Fachbesuchertagen zuvor jeweils eineinhalb Stunden.

Zur Messe gehört auch die Raumfahrt, die sich mit vielen Facetten vom europäische Navigationssatellitensystem Galileo bis zum Plan einer bemannten Mars-Mission präsentiert. In einer Sonderausstellung über «125 Jahre Menschenflug» wird der Luftfahrtpionier Otto Lilienthal gewürdigt. Ihm gelangen im Jahr 1891 als erstem Gleitflüge mit einem selbstgebauten Flugzeug.

Fr, 2016-05-27 06:00
Paderborn (dpa)

«Jugend forscht»: Fontäne aus der Pipette und virtuelle Berühr-Bilder Von Beate Depping, dpa

Die eine entlockt einem kleinen Glasröhrchen im Handumdrehen eine meterhohe Wasserfontäne. Der andere verarbeitet alte Zeitungen zu feuerfesten Bauplatten. Beim Bundesfinale «Jugend forscht» zeigen junge Menschen, was sie wissenschaftlich draufhaben.

Paderborn (dpa) - Konzentriert füllt Carina Kanitz heißes Wasser in eine Pipette und dreht das Glasröhrchen dann schnell auf den Kopf. Schon schießt eine rund vier Meter hohe Wasserfontäne in die Luft. «Das kann jeder ganz einfach zuhause nachmachen», sagt die Jung-Forscherin aus Erlangen. Doch längst nicht jeder hätte daraus die Formel entwickeln können, mit der die 18-Jährige die Höhe der Fontäne exakt voraussagen kann - und die sie ins Bundesfinale des Wettbewerbs «Jugend forscht» gebracht hat.

191 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet präsentieren seit Donnerstag im Paderborner Heinz Nixdorf MuseumsForum 110 Forschungsprojekte zu den Fachgebieten Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik, Physik und Technik. Eine Jury begutachtet die Arbeiten und will am Sonntag die Sieger küren.

In allen Fachbereichen seien Fragestellungen zu Umwelt- und Naturschutz besonders beliebt, sagt Sven Baszio, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung «Jugend forscht». So präsentiert eine Gruppe aus Baden-Württemberg ein biologisch abbaubares Klebeband auf Gelatinebasis, und Janno Schade aus Fuldatal hat aus alten Zeitungen Dämmplatten für energiebewusste Häuslebauer entwickelt.

«Dämmstoffe aus Altpapier sind bislang nur als Füllung von Hohlräumen auf dem Markt. Als Dämmplatten gibt es vor allem Material auf Styroporbasis, das als Sondermüll entsorgt werden muss», erklärt der 16-Jährige, der seine Erfindung bereits zum Patent angemeldet hat und mit einer Firma über die Vermarktung verhandelt.

Beim Rundgang durch die Reihen der Jung-Forscher fällt auf, dass zahlreiche Projekte auf professionellem Niveau präsentiert und teilweise auch bereits von Unternehmen unterstützt werden. Ein Trend, den Sven Baszio auf die Vernetzung der Nachwuchs-Forscher mit Wissenschaft und Wirtschaft zurückführt.

«In Deutschland ist es selbstverständlich, dass sport- oder musikbegeisterte Jugendliche in Vereinen oder Musikschulen gefördert werden. Wer aber Spaß an Physik oder Chemie hat, der muss warten, bis die Schule Montagmorgen wieder öffnet. Deshalb schaffen wir Orte, an denen Jugendliche ihre wissenschaftlichen Projekte verwirklichen können - etwa in Schülerforschungszentren.»

Dort können sie auch mit universitären Einrichtungen und Wirtschaftsunternehmen Kontakt aufnehmen, um beispielsweise teure Geräte für ihre Untersuchungen zu nutzen.

Davon berichten gleich mehrere Final-Teilnehmer, so wie Tobias Gerbracht (18) aus Wuppertal. Er habe die ideale Umgebung gefunden, um einen Projektor zu entwickeln, mit dem virtuelle Bilder als dreidimensionale Hologramme im Raum erscheinen. Der Betrachter glaubt, sie tatsächlich anfassen zu können. Das ermögliche nicht nur verblüffende Produktpräsentationen etwa bei Messeauftritten, sondern auch die Entwicklung neuer Produkte ohne teure Prototypen.

Den Final-Teilnehmern winken Geld- und Sachpreise im Wert von rund einer Million Euro. Jeweils 3000 Euro erhalten die Bundessieger in den Kategorien «außergewöhnliche Arbeit», «originellste Arbeit» und «beste interdisziplinäre Arbeit». Zudem werden die besten fünf Projekte jedes Fachgebiets mit Geldpreisen prämiert.

Fr, 2016-05-27 05:16
Berlin (dpa)

Historischer Händedruck von Verdun: «Es war keine geplante Geste» Interview: Michael Fischer, dpa

Es ist eines der bekanntesten Bilder der deutschen Nachkriegsgeschichte: Bundeskanzler Kohl und der französische Präsident Mitterrand Hand in Hand an den Gräbern von Verdun. Einer, der 1984 dabei war, erinnert sich.

Berlin (dpa) - Ein Beitrag für die «Tagesschau» darf normalerweise nicht länger als eine Minute und 30 Sekunden sein. Das Stück, das der damalige Frankreich-Korrespondent Ulrich Wickert der Redaktion in Hamburg am 22. September 1984 lieferte, war fünf Mal so lang - und wurde ungekürzt gesendet.

Der Grund für die Überlänge war eine Versöhnungsgeste, die in die Geschichtsbücher eingehen sollte. Bundeskanzler Helmut Kohl und der französische Präsident François Mitterrand gedachten auf einem Soldatenfriedhof in Verdun Hand in Hand der hunderttausenden Toten einer der grausamsten Schlachten der Kriegsgeschichte. Der 73-jährige Wickert erinnert sich heute noch genau daran.

Frage: Haben sie gesehen, wer wem die Hand gereicht hat?

Antwort: Das Merkwürdige ist, dass kein Mensch gesehen hat, wie der eine dem anderen die Hand reicht. Es war ein sehr emotionaler Moment, weil der Trompeter gerade die Totenklage blies. Ich habe sowohl mit Francois Mitterrand als auch mit Helmut Kohl später darüber gesprochen, wie es eigentlich zu diesem symbolträchtigen Moment gekommen ist. Mitterrand sagte zu mir: «Ich habe einen Moment der Vereinsamung gefühlt und da habe ich ihm die Hand gereicht.» Und Kohl wiederum hat mir dazu gesagt: «Als er mir die Hand entgegenstreckte, war ich sehr dankbar dafür und habe sie sehr gerne ergriffen.» Nach allem was ich weiß, war es keine geplante Geste, sondern es passierte tatsächlich aus der Emotion heraus.

Frage: Haben Sie sofort gespürt, dass das ein historischer Moment ist?

Antwort: Ich glaube, das haben wir gleich alle sofort erfasst. Mein «Tagesschau»-Bericht dazu war der längste, den ich je gemacht habe. Er war siebeneinhalb Minuten lang. Normal sind eine Minute dreißig.

Frage: Wie waren die Reaktionen in Frankreich und Deutschland?

Antwort: Die Reaktionen in Frankreich waren eigentlich sehr positiv, weil die Franzosen einen Sinn für Symbolik haben. Aus Deutschland habe ich erst einmal die skeptische Reaktion gehört: «Ach, wieder so eine symbolträchtige Handlung.» Das ist aber glaube ich etwas, das aus unserer Identität herauskommt. Aufgrund unserer Nazi-Vergangenheit gehen wir mit Symbolen kritisch um.

Frage: Nächsten Sonntag treffen sich Kanzlerin Merkel und Präsident Hollande in Verdun. Was erwarten Sie?

Antwort: Ich habe mit dem Regisseur Volker Schlöndorff länger darüber gesprochen. Er ist von Präsident Hollande gebeten worden, da etwas zu inszenieren. Wir haben lange darüber diskutiert, welchen Sinn eine solche Veranstaltung macht. Wir kamen überein, dass es wichtig ist, das historische Gedächtnis immer wieder zu beleben. Volker Schlöndorff hat sich für eine Inszenierung mit Jugendlichen entschieden - also ganz bewusst mit denen, die das Bewusstsein für die Geschehnisse nicht mehr haben. Ich glaube, das ist das Wichtige. Der Besuch wird aber nicht mehr den Rahmen haben können, den das Treffen von Kohl und Mitterrand hatte.

Frage: Wird es wieder eine besondere Geste geben?

Antwort: Ich glaube, dass man nicht mit einer Geste rechnen sollte. Der Händedruck von Verdun und der Kniefall Willy Brandts in Warschau waren Gesten, die nicht geplant waren, sondern aus der Emotion herauskamen. In dem Moment, in dem es zu einer geplanten Geste kommt, merkt man das und das wirkt dann unecht.

Frage: Am kommenden Freitag besucht Barack Obama als erster US-Präsident Hiroshima - 71 Jahre nach dem ersten Atombombenabwurf auf die japanische Großstadt. Ist dort eine Geste zu erwarten, die mit dem Händedruck von Verdun oder dem Kniefall von Warschau vergleichbar sein wird?

Antwort: Es ist noch nie ein amerikanischer Präsident dorthin gereist. Insofern ist der Besuch selbst schon eine historische Geste. Man weiß heute schon, dass Obama sich nicht entschuldigen wird. Aber, dass er hinfährt zeigt ja doch, dass er sich der historischen Tat stellt. Und das bedeutet, dass er die Verantwortung übernimmt: «Wir Amerikaner haben dies getan.» Das ist für mich ein erster Schritt. Diesen Schritt halte ich für eine ähnlich wichtige historische Geste wie Verdun oder Warschau - für die Japaner insbesondere.

Zur Person: Ulrich Wickert zählt zu den bekanntesten Fernsehjournalisten Deutschlands. Zwischen 1991 und 2006 moderierte er die «Tagesthemen». Davor war er ARD-Korrespondent in Paris, Washington und New York. Heute ist «Mr. Tagesthemen» Gastprofessor an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf und doziert dort über die Rolle der Medien. Außerdem schreibt der 73-Jährige Kriminalromane.

Die Welt besser machen.
Wie? Steht im Greenpeace Magazin!

6 Ausgaben im Jahr
gedruckt oder als App
ab 29,50 Euro

Produkt der Woche Button

Pflanzkelle

24,50 €
19,60 €

Diese Pflanzkelle hilft Ihnen beim An- und Umpflanzen in Beeten oder Blumenkästen. Sie wird in einem traditionsreichen Familienbetrieb im Frankenwald handwerklich gefertigt.

Jetzt bestellen
Fr, 2016-05-27 05:30
Washington (dpa)

Sanders will TV-Debatte gegen Trump

Washington (dpa) - Bernie Sanders, verzweifelt kämpfender Präsidentschaftsbewerber bei den Demokraten, hat von Hillary Clinton hinsichtlich einer weiteren Fernsehdebatte einen Korb bekommen - jetzt will er gegen Donald Trump antreten. Trump willigte ein - aber nicht kostenlos. «Ich würde es lieben, mit Bernie zu debattieren», sagte er. «Aber das würde eine Menge Geld kosten, zehn bis 15 Millionen Dollar.» Das Geld solle für wohltätige Zwecke gespendet werden. Sanders erklärte bei einer Wahlkampfveranstaltung: «Es scheint so, als sei Donald Trump bereit, mit mir zu debattieren. Ich bin begeistert. Ich glaube, wir müssten dafür das größte Stadium hier in Kalifornien mieten.»

Trump überschreitet wichtige Schwelle

Bismarck (dpa) - Trump hat genügend Delegierte für die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner zusammen. «Ich bin geehrt», sagte er. Nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AP kommt Trump nun auf 1238 Delegierte. Der Fernsehsender CNN zählte 1237 - das wäre exakt die Nominierungsschwelle. Der Sender ABC berichtete von 1239.

Schwere Machtkämpfe in Trumps Kampagnenteam

New York (dpa) - Im Wahlkampfteam Donald Trumps fliegen die Fetzen. Es geht um Macht, politische Ausrichtung, Strategien, Botschaften und nicht zuletzt um die Nähe zu Trump selbst. Kampagnenmanager Corey Lewandowski ringt mit dem sinistren Paul Manafort, dem im Zusammenhang mit der Beratung von Regierungen dunkle Geschäfte nachgesagt werden. Nun hat es Rick Wiley erwischt, den hoch angesiedelten nationalen politischen Direktor. Er sollte helfen, Trumps Wahlkampf in den Bundesstaaten zu professionalisieren. «Politico» schreibt, Trump habe Wiley gefeuert. Das Trump-Team sagt, die Stelle sei nie auf Dauer angelegt gewesen.

Trump und sein Herz für Adler

Bismarck (dpa) - Donald Trump hat sein Herz für den Vogelschutz entdeckt. Die in Kalifornien installierten Windkraftturbinen töteten Hunderte Adler, sagte Trump am Donnerstag in Bismarck (Bundesstaat North Dakota). Deswegen sei Windkraft keine gute Alternative zu fossilen Energieträgern. Sein Ziel sei es, die USA unabhängig von Energieimporten zu machen. Dazu werde er Bergleute im Kohleabbau wieder Lohn und Brot verschaffen, kündigte er an.

Clinton gewinnt Vorwahl in Kentucky

Frankfort (dpa) - Hillary Clinton darf sich endgültig über den Sieg bei den Vorwahlen der Demokraten in Kentucky freuen. Ihr innerparteilicher Kontrahent Bernie Sanders werde die Wahl nicht anfechten, teilte der Staat nach einer Überprüfung eines Teils der Ergebnisse am Donnerstag mit. Clinton hatte nach der Auszählung mit weniger als 2000 Stimmen und weniger als einem halben Prozentpunkt Vorsprung nur ganz knapp vor Sanders gelegen.

Fr, 2016-05-27 05:17
Berlin (dpa)

Große Gesten und Worte der Nachkriegsgeschichte

Berlin (dpa) - Das Gedenken an die Schlacht von Verdun vor 100 Jahren am nächsten Sonntag wird auch die Erinnerung an eine historische Versöhnungsgeste wecken: Am 22. September 1984 reichten sich der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl und der französische Präsident François Mitterrand über den Gräbern von Verdun die Hand. Nur wenige andere Gesten oder Worte der Nachkriegsgeschichte sind so tief im kollektiven Gedächtnis der Deutschen verankert wie diese. Hier einige Beispiele:

- 26. Juni 1963: «Ich bin ein Berliner»

Mit diesen Worten versichert US-Präsident John F. Kennedy den West-Berlinern zwei Jahre nach dem Mauerbau der Solidarität der USA. Vor dem Schöneberger Rathaus wird er dafür von Hundertausenden bejubelt.

- 7. Dezember 1970: Kniefall von Warschau

Bundeskanzler Willy Brandt kniet am Ehrenmal für die Toten des Warschauer Ghettos nieder und verneigt sich damit tief vor allen Opfern des Nazi-Regimes. Im Jahr 2000 wird dieser Geste nur 150 Meter von dem Ehrenmal entfernt selbst ein Denkmal gesetzt.

- 7. Oktober 1979: Sozialistischer Bruderkuss

Leonid Breschnew und Erich Honecker, die Staats- und Parteichefs der Sowjetunion und der DDR, demonstrieren anlässlich des 30. Geburtstags der DDR bei den Feierlichkeiten in Ost-Berlin Einigkeit. Der Bruderkuss landet nach dem Zusammenbruch der DDR als Kunstwerk und Touristenattraktion auf dem bekanntesten Mauerrest Berlins, der sogenannten «East Side Galery».

- 22. September 1984: Händedruck von Verdun

Bundeskanzler Helmut Kohl und der französische Präsident François Mitterrand besuchen gemeinsam den Ort einer der grausamsten Schlachten der Kriegsgeschichte und reichen sich über den Gräbern die Hand. Es ist die bedeutendste Versöhnungsgeste zwischen den einstigen Erzfeinden Deutschland und Frankreich überhaupt.

- 12. Juni 1987: «Mr. Gorbatschow, reißen Sie diese Mauer nieder!»

US-Präsident Ronald Reagan hält an der West-Seite des Brandenburger Tores, nur wenige Meter von der Berliner Mauer entfernt, seine bedeutendste Rede: «Mr. Gorbatschow, öffnen Sie dieses Tor. Mr. Gorbatschow, reißen Sie diese Mauer nieder!», ruft er dem damaligen sowjetischen Staatschef Michail Gorbatschow zu. Zweieinhalb Jahre später fällt die Mauer.

Fr, 2016-05-27 05:45
Wolfsburg (dpa)

VW kämpft mit den Folgen der Dieselkrise Von Felix Frieler, dpa-AFX

«Dieselgate» belastet Volkswagen weiterhin. Zugleich sucht der Konzern den Weg in die Zukunft. An der Börse scheinen Anleger wieder Vertrauen zu Volkswagen zu fassen.

Wolfsburg (dpa) - Der Abgas-Skandal dürfte auch im neuen Jahr seine Spuren in der Bilanz von Volkswagen hinterlassen haben. Zwar stehen Insidern zufolge vorerst keine neuen Rückstellungen für die Folgen der Krise an. Erwartet wird aber, dass etwa Kosten für Rabattaktionen auf das Ergebnis gedrückt haben. Am Dienstag (31. Mai) legt der Konzern seine Zahlen für das erste Quartal vor und wird damit weiter Aufschluss darüber geben, wie sehr das Kerngeschäft noch im Bann der Dieselkrise steht.

Bereits im vergangenen Jahr hatte der Konzern als einen Grund für Verluste bei der Hauptmarke VW höhere Kosten für die «Verkaufsförderung» genannt, dazu gehören Rabatte und Werbung. Die sogenannten Vertriebskosten stiegen im Vergleich zum Vorjahr um fast 16 Prozent. Damit soll ein Absatzeinbruch vermieden werden. Die Marke VW mit Modellen wie dem Golf und Passat muss den Großteil des Abgas-Skandals mit Milliarden-Rückstellungen unter anderem für Rückruf-Kosten schultern.

Analysten rechnen bei Volkswagen für das erste Quartal 2016 mit einem leicht geringeren Umsatz sowie einem deutlich gesunkenen Ergebnis vor Zinsen und Steuern.

Im vergangenen Jahr musste Europas größter Autobauer infolge des Diesel-Skandals den höchsten Verlust in seiner Geschichte verkraften. Hauptgrund waren rund 16 Milliarden Euro an Rückstellungen. Dies riss das Unternehmen tief in die roten Zahlen, unterm Strich stand ein Verlust von rund 1,6 Milliarden Euro.

Anleger scheinen aber wieder Vertrauen zu Volkswagen zu fassen: Die VW-Aktie hat sich zuletzt wieder spürbar erholt von ihrem tiefen Fall nach dem Bekanntwerden der Manipulationen an weltweit 11 Millionen Dieselautos. Die Vorzugsaktie kostete zuletzt wieder rund 135 Euro. Der bisherige Tiefstand im Abgas-Skandal war im Oktober bei rund 92 Euro erreicht.

Im operativen Geschäft sehen Analysten bereits im zweiten Quartal wieder Besserung. Die Nachfrage in Europa und China sei robuster als gedacht, schrieb Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler. Davon profitiere nicht nur VW, sondern die gesamte deutsche Autobranche.

Gleichzeitig müssen gerade die europäischen Hersteller aber massiv umsteuern. Weil die Abgasgrenzwerte und deren Kontrolle anspruchsvoller werden, sind die Tests mit den in Europa bislang sehr beliebten Dieselantrieben auf legalem Weg nur noch schwer zu schaffen. Die Konzerne müssen also viel Geld in die Motorenentwicklung investieren. Vor allem der Weg in die Elektromobilität will finanziert sein.

VW hatte zuletzt das durchaus machbare Ziel ausgegeben, im Jahr 2025 jährlich eine Million Elektroautos und Plug-In-Hybride zu verkaufen. Weitere Eckpunkte der Strategie 2025 von Konzernchef Matthias Müller werden bis zur Sommerpause erwartet.

Geht doch!

Saubere Profite

Als erste deutsche Stadt investiert die westfälische Kommune nur noch in ethisch-ökologische Anlagen

weiterlesen

Dem Stadtkämmerer von Münster bereiten die RWE-Verluste keine schlaflosen Nächte: Als erste deutsche Stadt hat die westfälische Grünen-Hochburg zum Jahresbeginn alle Geldgeschäfte mit Klimasündern eingestellt. Rückstellungen für die Beamtenpensionen – das sind immerhin 460 Millionen Euro – dürfen nicht mehr in Fonds angelegt werden, die Aktien von Öl- und Kohleunternehmen beinhalten. Mehr noch: Auch Atomenergiekonzerne, Gentechnikfirmen und Rüstungsindustrie sind tabu. Drahtzieher dieser „Divestment“-Premiere waren die örtliche Fossil-Free-Gruppe und die Grünen. Seit Sommer 2013 machten die Klima-Aktivisten Druck auf der Straße, und die Partei überzeugte schließlich den Stadtrat. „Jeder, der nicht will, dass seine Stadt durch ihre Geldgeschäfte den Klimawandel befeuert, kann eine solche Kampagne starten“, sagt Tine Langenkamp von der Klimaschutzorganisation 350.org. „Dafür muss man kein Finanzexperte sein.“ Vom Ausstieg profitiere nicht nur das Klima, er rechne sich auch noch. „Ethisch-ökologische Geldanlagen können sogar mehr Renditen abwerfen als konventionelle“, sagt der grüne Fraktionsvorsitzende Otto Reiners, „deshalb erwarten wir einen Domino-Effekt.“
gofossilfree.wordpress.com
gofossilfree.org/de

Frankreich: La vie est belle
Eben noch hat Frankreich Schlagzeilen gemacht, weil Supermärkte keine Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen und in Restaurants „Doggy Bags“ eingeführt werden. Nun gibt das Nachbarland in anderen Bereichen Gas: In den nächsten fünf Jahren sollen tausend Kilometer Straßenbelag mit neuartigen Solarpaneelen ausgerüstet werden – bereits zwanzig Quadratmeter könnten den Strombedarf eines Single-Haushalts decken. Und schon in diesem Sommer werden in Paris tausend E-Roller stehen, die jeder mieten kann – sie sollen für bessere Luft sorgen.

Thailand: Autarke Solarschule
In der Sisaengtham-Schule im Nordosten Thailands lernen schon kleine Kinder, nachhaltig zu leben: Sie pflanzen nicht nur ihr eigenes Gemüse an, sondern installieren und reparieren auch Solarzellen. Ziel des als „Solar-Mönch“ bekannten Gründers Phra Khru Wimon Panyakhun ist es, dass sich die Schule in allen Bereichen selbst versorgt. Die Energieernte deckt bereits den Bedarf. Außerdem entwickelten die Kinder mobile Ladestationen, mit denen Bauern die Bewässerungspumpen für ihre Reisfelder mit der Kraft der Sonne statt mit Dieselgeneratoren betreiben können.

Kamerun: Häuser aus Plastikmüll
Roger Milla, die afrikanische Fußball-Legende aus Kamerun, betreibt in seinem Heimatland eine Recyclinganlage. Aus Plastikmüll werden dort Bausteine gepresst: „Wir wollen die Umweltverschmutzung verringern und Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen“, sagt Milla. Ein ähnliches Projekt verfolgt die dänische Ingenieurstudentin Lise Fuglsang Vestergard in Indien: Sie lässt zerkleinerten Plastikmüll im „Solargrill“ zu Ziegelsteinen einschmelzen. 

Außerdem Interessant

Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

weiterlesen

Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

 

Außerdem Interessant

Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

weiterlesen

Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

Außerdem Interessant

Großbritannien: Schlafende Konten
Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

1 2 3
Fr, 2016-05-27 05:31
Berlin (dpa)

Die ICE-Generationen

Berlin (dpa) - Mit den Intercity-Express-Zügen (ICE) begann 1991 die Ära des Hochgeschwindigkeitsverkehrs in Deutschland. Mittlerweile hat die Bahn 271 der Züge in ihrer Flotte. Im Jahr 2015 waren Fahrgäste 80 Millionen Mal mit dem ICE unterwegs und reisten durchschnittlich 318 Kilometer weit. Die ICE-Familie besteht bislang aus vier Generationen - im Herbst kommt eine neue auf die Schiene.

- Die ICE 1 der ersten Generation fahren maximal 280 Kilometer pro Stunde. Die 59 Züge haben jeweils zwei Triebköpfe sowie zwölf Mittelwagen und sind 358 Meter lang.

- Die ICE 2 sind seit 1996 in Betrieb und ebenfalls für Tempo 280 zugelassen. Im Fuhrpark sind 44 Züge, von denen sich je zwei zusammenkuppeln lassen. Alle wurden nach Angaben der Bahn bis zum Jahr 2013 modernisiert. Zuglänge: 205 Meter.

- ICE mit Neigetechnik sind seit 1999 in Betrieb und erreichen Tempo 230. Der Mechanismus, der die Triebfahrzeuge bei Kurvenfahrten in Schräglage bringt, ist aber mittlerweile in allen Zügen abgeschaltet - wegen technischer Probleme. In der Flotte sind 70 Züge mit Elektroantrieb (ICE T) und 19 mit Dieselantrieb (ICE TD). Sie erreichen eine Länge von bis zu 185 Metern.

- Die ICE 3 kamen zur Weltausstellung Expo 2000 in Hannover in die Flotte. Die schnellsten Züge der Republik sind auf eine Höchstgeschwindigkeit von 330 Kilometern pro Stunde zugelassen. In Deutschland brettern sie mit bis zu Tempo 300 über die Gleise. Die Bahn hat inzwischen 79 dieser Züge. Zuglänge: 200 Meter.

- Der ICE 4 soll im Dezember 2017 erstmals planmäßig eingesetzt werden. Mit 250 km/h Spitzengeschwindigkeit ist die neueste Generation langsamer als ihr Vorgänger, verbraucht aber weniger Energie. Gründe sind eine verbesserte Aerodynamik und ein geringeres Gewicht. Der Antrieb ist auf sechs Wagen verteilt. Fällt eines der sechs Systeme aus, kann der Zug trotzdem weiterfahren. Im Herbst 2016 sollen die ersten zwei ICE 4 in den Probebetrieb gehen. Zuglänge: 346 Meter.

Fr, 2016-05-27 04:30
Hindelang (dpa)

Mächtige Greifvögel im Anflug: Steinadler und Bartgeier im Allgäu Von Birgit Ellinger, dpa

In den bayerischen Alpen können wieder mehr Steinadler beobachtet werden. Deutschlands fruchtbarstes Paar hat sein Revier im Allgäu. Eine Wanderung.

Bad Hindelang (dpa) - Als der Steinadler über dem Gipfel des fast 2000 Meter hohen Giebels in den Allgäuer Alpen erscheint, ist unten im Tal die Freude groß. Schnell werden Ferngläser gezückt, um den mächtigen Greifvogel beim Anflug auf seinen Horst zu beobachten. «Er hat Futter für die Jungen dabei», ruft ein Mädchen, das den Adler durch ein großes Fernrohr im Visier hat.

Henning Werth vom Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) freut sich über die Begeisterung - und darüber, dass das Adlermännchen fast pünktlich zum Start der Exkursion im Hintersteiner Tal im Oberallgäu auftaucht. «Eine Garantie gibt es natürlich nicht. Aber wir haben bei unseren Steinadler-Wanderungen meistens Glück, dass sich die Vögel sehen lassen», sagt der Gebietsbetreuer des Naturschutzgebietes Allgäuer Hochalpen.

Der Bruterfolg des Steinadlers in Bayern hat laut LBV seit Beginn eines Artenhilfsprogramms im Jahr 1997 zugenommen. Dennoch sei der Bestand noch nicht stabil. «Einzelne Reviere haben weiterhin nur einen sehr geringen Bruterfolg. So brütete zum Beispiel ein Steinadlerpaar das vorletzte Mal 1997 und das letzte Mal 2015», sagt LBV-Artenschutzreferent Andreas von Lindeiner.

Etwa 45 Adlerreviere gibt es derzeit im bayerischen Alpenraum, elf davon liegen im Allgäu. Das Adlerpaar am Giebel ist nach Werths Angaben das fruchtbarste in Deutschland. Sechs Jungvögel hat es allein in den vergangenen zehn Jahren aufgezogen. «Wenn man bedenkt, dass das Adlerpaar nur alle zwei Jahre brütet, ist das eine hohe Quote», sagt der Biologe aus Sonthofen. Steinadler legen in der Regel zwei Eier. Doch meist überlebt nur das stärkere Jungtier, das von den Eltern bevorzugt versorgt wird. «Das Kleine wird nur dann gefüttert, wenn Futter übrig ist.» Nicht selten werde das schwächere vom stärkeren Jungtier getötet. Das Adlerpaar am Giebel hat in der Vergangenheit schon fünfmal zwei Jungvögel großgezogen.

Doch nicht nur die Chance, Steinadler zu sehen, ist im Hintersteiner Tal groß. Immer häufiger ziehen dort auch Bartgeier ihre Kreise am Himmel. Für Werth eine Sensation. Schließlich galt der Greifvogel in den Alpen einst als ausgerottet.

Der Bartgeier zählt zu den seltensten Vögeln in Europa - und mit knapp drei Metern Spannweite zu den größten flugfähigen Vögeln der Welt. Durchziehende Bartgeier werden im Allgäu inzwischen fast wöchentlich beobachtet, sagt der Experte. Noch halten sich die Tiere nur zur Nahrungssuche in der Region auf. «Aber ich denke, es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis sich der Bartgeier hier als Brutvogel ansiedelt.» Entscheidend sei die Akzeptanz durch die Menschen.

Bis Anfang des 20. Jahrhunderts waren Geier im Alpenraum heimisch. Aus Unwissen und Furcht habe der Mensch die großen Vögel jedoch Zug um Zug ausgerottet, erklärt Werth. In einem internationalen Gemeinschaftsprojekt werde seit 30 Jahren mit Erfolg daran gearbeitet, den Bartgeier wieder einzubürgern. Im gesamten Alpenraum gebe es derzeit knapp 150 Exemplare. Fünf bis sechs Bartgeier seien im letzten Jahr im Allgäu gesichtet worden.

Den Teilnehmern der Steinadler-Führung zeigt sich der Bartgeier an diesem Tag nicht. Dafür bekommen sie viele andere Wildtiere zu sehen: Gämsen, Murmeltiere, einen Mäusebussard, einen Schwarzspecht und ein Rudel Hirsche. Auch die älteste Fichte des Allgäus liegt auf dem Weg. Experten schätzen den Baum auf 250 bis 300 Jahre. «Wir sind hergekommen, um den Steinadler einmal live zu erleben. Aber es ist beeindruckend, was es hier sonst noch alles zu sehen gibt», schwärmt Stephan Dorenkamp aus Ludwigsburg, der mit seiner Frau und zwei Kindern im Allgäu Urlaub macht.

Aktuell brüten im Allgäu fünf Steinadler-Paare. Um mehr Kenntnisse über den Bestand der Bartgeier zu bekommen, setzen die Artenschützer auf die Hilfe von Wanderern, Hüttenwirten und allen anderen, die in den Bergen unterwegs sind. Sie sollen nach Möglichkeit Bartgeier fotografieren und die Bilder an den LBV senden. «Jede einzelne Sichtung kann dabei helfen, das Wissen über die Ausbreitung dieser Vögel zu verbessern», sagt Werth.

Fr, 2016-05-27 04:15
Ise-Shima (dpa)

Ost- und Südchinesisches Meer: Gefahr der Konfrontation wächst

Ise-Shima (dpa) - Die Territorialstreitigkeiten zwischen China und seinen Nachbarn um Inseln und Riffe machen das Süd- und Ostchinesische Meer zu einem der gefährlichsten Krisenherde der Welt. China beansprucht große Seegebiete mit bedeutenden Fischgründen, Rohstoffvorkommen und Schifffahrtsstraßen. Ein Drittel des weltweiten Schiffsverkehrs wird dort abgewickelt. In dem Meeresgebiet reibt sich auch die aufstrebende Militärmacht China mit der alten Pazifikmacht USA. Die Gefahr einer Konfrontation wächst.

Südchinesisches Meer: China beansprucht 80 Prozent des 3,5 Millionen Quadratmeter großen Gebietes. Die Inseln und Riffe liegen teils mehr als 800 Kilometer von China, aber nur etwa 220 Kilometer von den Philippinen entfernt. Im Norden geht es um die Paracel genannten 130 Korallen-Inseln, die auch Vietnam beansprucht. Südlich liegen die Spratlys genannten 200 Korallenriffe und Sandbänke, die ganz oder teilweise von Vietnam, Taiwan, den Philippinen, Malaysia und Brunei beansprucht werden. Einige von ihnen haben Inseln ausgebaut, doch hat besonders China massiv Land gewonnen und Militäranlagen errichtet.

Ostchinesisches Meer: Mit Japan streitet China um die chinesisch Diaoyu oder japanisch Senkaku genannten Inseln 200 Kilometer nordöstlich von Taiwan. China macht historische Ansprüche auf das heute von Japan verwaltete Territorium geltend. Der Streit um die strategisch wichtigen, aber unbewohnten Felseninseln flammte 2012 neu auf, als Japans Regierung drei Inseln von privater Hand kaufte. Es kam zu massiven anti-japanischen Protesten in China.

À la Saison

Sagenhafter Spinat

(Spinacia oleracea)

Damit du groß und stark wirst? Von wegen! Spinat enthält gar nicht besonders viel Eisen. Weiß leider jedes Kind. Doch woher nimmt Popeye dann seine stahlharten Fäuste? Es ist... Ein Küchenkrimi.

weiterlesen

„Ich hab’ es geschafft. Der Spinat gab mir Kraft!“, singt ein Zeichentrickmann mit ballongroßen Unterarmen zu Militärmusik. „Ich bin Popeye der Seeheemann!“ Wir schreiben den 13. März 1942, und der Spinatmatrose hat irgendwo im Pazifik eine japanische Flotte zerlegt – im Alleingang, versteht sich. Alles, was er dafür braucht, ist eine Dose Spinat auf ex. Schon kommen die Superkräfte. Es ist die Zeit, in der selbst Comic-Helden im Dienst der US-Kriegspropaganda stehen. Die Botschaft „Der Spinat gab mir Kraft“ (im englischen Original: Strong to the finish, ’cos he eats his spinach) geht nicht nur an die Soldaten da draußen, sondern mindestens ebenso an deren Kinder daheim.

„Iss deinen Spinat!“ Wie viele Generationen hat dieser Befehl wohl gequält. Wie viel Leid war in der Welt, seit ein obskurer Chemiker im 19. Jahrhundert ein Komma falsch gesetzt und den Eisengehalt auf das Zehnfache potenziert hatte? Das Fuchsschwanzgewächs enthält gar nicht mehr von dem Spurenelement als andere Gemüse, enthüllte der Krebsexperte Terence Hamblin 1981 im British Medical Journal und folgerte spitz: „Als Eisenquelle hätte Popeye besser die Dosen verzehren sollen.“ Gute Pointe? Hier ist eine bessere: Den Rechenfehler hat es nie gegeben. Der Volksglaube, mit dem Hamblin ausgerechnet unter der Überschrift Fake! (Schwindel) aufräumte, ist selbst eine Sage. Ein „Supermythos“, wie Mike Sutton sagt. Der Kriminologe machte sich 2010 auf Spurensuche und fand: keine Quelle, nirgends. Als er Hamblin damit konfrontierte, mailte der zurück, er könne sich nicht recht erinnern. Er sei sich aber sicher, die Geschichte nicht erfunden zu haben.

Verbürgt sind Popeyes Verdienste um den Spinatabsatz in den USA. Dort hat der Matrose seine eigene Marke. Mehrere Gemeinden widmeten ihm Denkmäler. Crystal, Texas, und Alma, Alabama, konkurrieren sogar um den selbst erdachten Titel „Welthauptstadt des Spinats“. Er ist ein globales Gemüse. Im Fernen Osten zum ersten Mal kultiviert, verdankt er seinen Namen dem persischen aspanakh oder einem arabischen Poeten, der ihn als isfanatsch, Prinz aller Gemüse, pries. Im frühen Mittelalter erreichte er Spanien und verdrängte ein paar Jahrhunderte später auch seine Verwandte, die Gartenmelde, aus der deutschen Küche.

Frühjahrsspinat taugt zu mehr als grüner Pampe in Rahm. Zitrusfrüchte, auch Zitronengras stehen in frischem Kontrast zu den erdigeren Noten seiner Blätter. Als Salat oder gedünstet verträgt er sich mit gerösteten Pinienkernen, gebratenem Speck, salzigen Anchovis und beliebigen Mengen Knoblauch. Auch Joghurt schmeichelt ihm, wie die indische Küche beweist. Und Eiergerichte wie Soufflé ergänzt Spinat aufs Feinste. Aber natürlich: An kalten Apriltagen hat auch der durchpürierte Klassiker mit Muskat und „Blubb“ seine tröstende Berechtigung. Nur ein halber Mythos ist, dass man Spinat nicht wieder aufwärmen darf. Er enthält zwar Nitrat, das Bakterien in krebserregendes Nitrit umwandeln. Stellt man Reste aber rasch in den Kühlschrank, kann man die Entstehung giftiger Substanzen verzögern. Spinat à la Saison, frisch vom Feld und in Bioqualität, enthält übrigens am wenigsten Nitrat.

Und Superkräfte setzt der zarte Grüne wirklich frei. Forscher haben Eiweiße aus seinen Blättern isoliert und tüfteln damit an „Spinatzellen“ für künstliche Fotosynthese, die einst mehr leisten sollen als Solarzellen. Popeyes spinach power speist sich allerdings aus einer anderen Quelle: Im Juli 1932 isst der Matrose zum ersten Mal Spinat – frisch vom Beet. Seine Freundin Olivia ruft: „Lieber Himmel, bist du ein Pferd?“ Popeye spricht mit Pfeife im Mund: „Spinat ist voller Vitamin A. Das macht Menschen stark und gesund.“ Wie wahr. Und hoffentlich gilt das auch für Kettenraucher.

Frisch vom Feld gibt's Spinat ab März.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

weiterlesen

 

„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

weiterlesen

Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

1 2 3
Fr, 2016-05-27 04:30
Berlin (dpa)

Großangelegte Mobilitäts-Befragung startet

Berlin (dpa) - Als Datenbasis für Verkehrsplanungen in ganz Deutschland startet am kommenden Mittwoch (1. Juni) eine groß angelegte Mobilitäts-Befragung. Binnen zwölf Monaten werden dafür laut Bundesverkehrsministerium bundesweit 135 000 zufällig ausgewählte Haushalte freiwillig um Auskunft gebeten.

Gefragt werden soll unter anderem, wie man an einem «Berichtstag» unterwegs war - zu Fuß, mit Auto, Fahrrad, Bussen und Bahnen oder vielleicht auch gar nicht. Die Ergebnisse der Studie «Mobilität in Deutschland» (MiD 2016) sollen ab 2018 zur Verfügung stehen.

Ermittelt werden soll auch, wie verbreitet neue Mobilitätsformen wie Carsharing, Elektroautos und E-Fahrräder oder Fernbusreisen im Alltag sind. Dabei sollen in einer «Bundesstichprobe» 30 000 Haushalte um Informationen gebeten werden und weitere 105 000 in Befragungen, die mehrere Länder, Verkehrsverbünde, Landkreise und Städte für ihre jeweilige Region organisieren.

«Die Ergebnisse geben wertvolle Orientierung für Planungs- und Entscheidungsprozesse der Verkehrspolitik», sagte Bundesminister Alexander Dobrindt (CSU). Die erste Erhebung dieser Art gab es 1976 in der Bundesrepublik, die jüngste Studie stammt von 2008. Daneben gibt es andere Datenerfassungen für Planungen - etwa die nur alle fünf Jahre vorgenommene große Straßenverkehrszählung. Die Ergebnisse der jüngsten Auflage von 2015 sollen bis Ende dieses Jahres veröffentlicht werden.

Fr, 2016-05-27 04:44
Berlin (dpa)

Linke will bessere Alternative sein - «Nicht saft- und kraftlos» Von Basil Wegener, dpa

Die AfD macht der Linken zu schaffen. Gregor Gysi hat es nicht mehr ausgehalten - und das Erscheinungsbild seiner Partei kritisiert. Sahra Wagenknecht verwahrt sich gegen «ständige Querschüsse aus dem Off».

Berlin (dpa) - Die Linke-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht hat die Kritik ihres Vorgängers Gregor Gysi am Zustand der Partei mit deutlichen Worten zurückgewiesen. Wagenknecht sagte der Deutschen Presse-Agentur in Berlin: «Konkrete Vorschläge, die die Partei weiterbringen, sind immer willkommen. Ständige Querschüsse aus dem Off helfen dagegen niemandem.» Gysi hatte die Linke als «saft- und kraftlos» bezeichnet. Auch Co-Fraktionschef Dietmar Bartsch wandte sich gegen Gysi.

Die Linke will sich nach ihren jüngsten Wahlschlappen nun verstärkt als bessere Alternative zu den etablierten Parteien in Stellung bringen. Dazu soll ein Parteitag an diesem Wochenende in Magdeburg dienen.

Gysi hatte bemängelt, die Wähler sprächen der Linken Gestaltungskraft ab. Denn im Bund vermittele die Partei den Eindruck, nicht in die Regierung zu wollen. In Ostdeutschland müsse die Linke die Konkurrenz der AfD fürchten.

Wagenknecht entgegnete: «Dass ausgerechnet die xte Offerte an SPD und Grüne unser Profil schärfen und verlorene Wähler zurückgewinnen soll, ist eine seltsame Idee.»  Bartsch sagte der «Thüringer Allgemeinen» (Freitag): «Die Partei ist nicht saft- und kraftlos.» Bartsch sprach sich dafür aus, Regierungsbeteiligungen anzustreben.

Wagenknecht sagte, auch als Lehre aus den schlechten Landtagswahlergebnissen im März müsse die Linke ihr Profil als «soziale Opposition zum neoliberalen Parteienkartell» wieder in den Mittelpunkt rücken. «Es ist ganz wichtig, dass wir die soziale Frage, die Frage des sozialen Zerfalls unserer Gesellschaft und unsere Alternativen dazu ganz nach vorn stellen.»

Wagenknecht sieht im Erfolg der AfD soziale Ursachen. «Der Zulauf für rechtsdemagogische Parteien ist auch ein Ergebnis der immer größeren sozialen Spaltung der Gesellschaft und der damit verbundenen wachsenden Unsicherheit und Angst», sagte sie. Verantwortlich dafür sei eine Politik, die die gesellschaftliche Mitte zerstöre und wachsende Armut sowie extremen Reichtum Weniger für alternativlos erkläre. «In Deutschland stehen dafür leider alle Parteien außer der Linken.»  

Gysi übersehe, «dass die Linke aktuell in den meisten Umfragen oberhalb ihres letzten Bundestagswahlergebnisses liegt, obwohl die AfD seither fast 10 Prozent zugelegt hat». Wagenknecht bezeichnete die AfD als «Teil des neoliberalen Parteienkartells». Sie habe sozial nichts im Angebot als weiteren Sozialabbau, weiter sinkende Reichensteuern und noch mehr Privatisierungen.

Die Opposition gegen miese Löhne, prekäre Jobs und die Zerstörung sozialer Sicherheit sei immer der Markenkern der Linken gewesen, sagte Wagenknecht. «Aber diese Themen wurden zwischenzeitlich zu sehr von anderen überlagert.» Nun gehörten Themen wie die Wiederherstellung einer den Lebensstandard im Alter sichernden gesetzlichen Rente umso dringender auf die Tagesordnung. Nötig seien auch wirkungsvolle Schritte gegen Lohndumping mittels Leiharbeit und Werkverträgen. 

Auf dem Parteitag will die Linke am Wochenende in Magdeburg ihren Kurs Richtung Bundestagswahl bestimmen. Die beiden Vorsitzenden Katja Kipping und Bernd Riexinger stellen sich zur Wiederwahl. 

Fr, 2016-05-27 04:30
Washington (dpa)

Warum die Umfragen im US-Wahlkampf trügerisch sind Von Maren Hennemuth

Immer neue Umfragen sagen den Ausgang der US-Präsidentschaftswahl im November vorher. Aber an ihrer Zuverlässigkeit gibt es Zweifel. Denn eine Größe haben die Meinungsforscher noch gar nicht auf dem Schirm.

Washington (dpa) - Was wäre, wenn die Präsidentschaftswahl schon morgen wäre? Würden die Amerikaner Donald Trump wählen? Oder Hillary Clinton? Die Antwort hängt davon ab, wo man sucht. Welches Ergebnis man auch haben will, es gibt eine Umfrage dafür. «Trump überholt Clinton», prangt in großen Lettern beim Sender Fox News. Beim Konkurrenten NBC liegt Clinton vorne, bei ABC wieder Trump.

Der tatsächliche Informationsgehalt dieser Umfragen ist gering. Und das hat mit verschiedenen Dingen zu tun.

Noch läuft der Vorwahlkampf, die eigentliche Präsidentschaftswahl ist erst am 8. November. Umfragen zum jetzigen Zeitpunkt sind nicht mehr als eine Momentaufnahme. «Sie sind keine Kristallkugeln, sie sagen nicht die Zukunft voraus, sie geben nur den gegenwärtigen Stand wieder», sagt der Meinungsforscher Patrick Murray von der Monmouth University.

In den Umfragen spiegele sich auch die ungleiche Ausgangsposition beider Bewerber, meint er. Trump steht als Kandidat seiner Partei so gut wie fest. Das Rennen bei den Demokraten ist dagegen noch gar nicht entschieden, auch wenn Clinton am Ende mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit als dessen Siegerin hervorgehen wird.

«Wenn man sich anschaut, wie es in der Vergangenheit aussah, wenn ein Bewerber sich schon die Kandidatur sichern konnte, und der andere noch darum kämpfte, dann sieht man, dass das der unberechenbarste Zeitpunkt für Umfragen ist», erklärt der Meinungsforscher.

Als Barack Obama 2008 um die Kandidatur der Demokraten kämpfte, hatte er im direkten Vergleich mit John McCain lange einen Vorsprung vor dem Republikaner. Als dieser aber als Sieger aus dem Rennen bei den Konservativen hervorging, führte er plötzlich in den Umfragen. Als Obama als Kandidat feststand, holte er wieder auf.

Bis zum 8. November stehen noch zahlreiche Ereignisse an, die Wähler in ihrer Entscheidung beeinflussen könnten: Parteitage, direkte Duelle zwischen beiden Kandidaten, große Reden.

Vor allem eine Sache bereitet Demoskopen seit langem Kopfzerbrechen. «Wenn es Meinungsforschern gelingt, eine repräsentative Stichprobe von Erwachsenen oder sogar registrierten Wählern zu bekommen, müssen sie hinterher ein Modell entwickeln, wie die Wählerschaft aussehen könnte», sagt Courtney Kennedy vom Meinungsforschungsinstitut Pew Research Center.

Diese Gruppe existiert zu dem Zeitpunkt aber noch gar nicht. Nicht alle, die sagen, dass sie wählen gehen, tun es am Ende auch. Umgekehrt geben manche ihre Stimme ab, die sich vorher nicht für die Wahl interessiert haben. «Den wahrscheinlichen Wähler zu identifizieren, ist eine fundamentale Herausforderung», sagt Kennedy.

In diesem Jahr macht eine Komponente es besonders schwer, wie Patrick Murray erklärt. Clinton und Trump haben beide historisch schlechte Beliebtheitswerte. «Es gibt eine ganze Reihe von Menschen, die normalerweise wählen gehen, aber in diesem Jahr für keinen der beiden stimmen würden. Was machen die? Lassen sie die Wahl aus?»

Weil Trump und Clinton so unbeliebt sind, bringen Kommentatoren immer wieder einen dritten Kandidaten ins Spiel. Einige Meinungsforschungsinstitute fragen mittlerweile die Chancen des libertären Gary Johnson ab, obwohl dieser noch gar nicht offiziell als Kandidat seiner Partei nominiert wurde. Die libertäre Partei ist die größte unter den übrigen Parteien der USA, spielt in der öffentlichen Wahrnehmung aber faktisch keine Rolle. In einer Umfragen kommt Johnson auf zehn Prozent, während Clinton bei 38 liegt und Trump bei 35.

Darin liege eine weitere Unwägbarkeit, meint Murray. «Wähler sagen, dass sie für den Kandidaten einer dritten Partei stimmen und dann stehen sie in der Wahlkabine und kommen zu dem Entschluss, dass sie ihre Stimme nicht verschwenden können, weil sonst jemand ins Weiße Haus kommt, den sie dort nicht sehen wollen.»

Es gibt noch einen weiteren Grund, warum die Umfragen mit Vorsicht zu genießen sind. Sie bilden das landesweite Bild ab und haben deshalb bedingt Aussagekraft über die tatsächlichen Chancen. Denn bei der Wahl kommt es auf jene Bundesstaaten an, in denen die Mehrheiten zwischen Republikanern und Demokraten traditionell hin und her wechseln, die sogenannten Swing States. «Diese Wahl wird US-weit in bis zu zehn Staaten entschieden», sagt Murray.

Es ist also völlig egal, wie hoch Clinton in Kalifornien führt, wenn es für sie in Florida knapp ist. Aus den Swing States gibt es aber bislang nur sehr wenige Umfragen. Und in denen, die es gibt, liegen Trump und Clinton nahezu gleich auf. Peter A. Brown von der Quinnipiac University meinte deshalb vor einigen Tagen: «Sechs Monate vor der Präsidentschaftswahl sind die Rennen in den wichtigsten Staaten so eng, dass man keine Vorhersage machen kann.»

Fr, 2016-05-27 04:34
Bismarck (dpa)

Trump überschreitet wichtige Schwelle für Präsidentschaftskandidatur

Lange wurde Donald Trump als chancenlos eingeschätzt, dann ließ er all seine Konkurrenten hinter sich. Nun erreicht er eine wichtige Schwelle. Und teilt wieder mal fleißig aus.

Bismarck (dpa) - Donald Trump hat genügend Delegierte für die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner zusammen. Er selbst bestätigte Medienberichte, wonach er die Schwelle von 1237 überschritten hat. «Ich bin geehrt», erklärte er bei einer Pressekonferenz im Bundesstaat North Dakota. Den Auftritt nutzte er anschließend, um wieder einmal kräftig gegen seine politischen Gegner auszuteilen.

Nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AP kommt Trump nun auf 1238 Delegierte. Der Fernsehsender CNN zählte 1237 - das wäre exakt die Nominierungsschwelle. Der Sender ABC berichtete von 1239.

Es handelt sich allerdings nicht um offizielle Zahlen, sondern um das Ergebnis von Umfragen bei ungebundenen Delegierten. Diese können sich unabhängig von den Ergebnissen der Vorwahlen hinter einen Bewerber stellen.

Gekürt wird der Kandidat der Republikaner bei einem Parteitag im Juli in Cleveland. Offizielle Angaben, wie die ungebundenen Delegierten dort abstimmen werden, gibt es nicht. Die 50 Bundesstaaten, der Hauptstadt-District of Columbia (Washington DC) und fünf US-Außengebiete bestimmen jeweils selbst, ob die in ihrem Vorwahlprozess bestimmten Delegierten an das Wahlergebnis gebunden sind oder nicht.

Trump hatte nach der jüngsten Abstimmung im Bundesstaat Washington nur noch wenige Delegierte Abstand zu der Schwelle. Er wird sie am 7. Juni ohnehin überschreiten, selbst wenn er einige der noch ausstehenden Vorwahlen in Kalifornien, New Jersey, New Mexico, North Dakota und South Dakota verlieren sollte. Da er keinen Gegenkandidaten mehr hat, ist das unrealistisch.

Trump, dem es nie an genug Selbstbewusstsein mangelt, nutzte seinen Auftritt in der Stadt Bismarck, um sich über eine Aussage von Präsident Barack Obama lustig zu machen.

Dieser hatte ihn beim G7-Gipfel in Japan die außenpolitische Kompetenz abgesprochen. «Viele seiner Vorschläge zeigen entweder Unkenntnis des Weltgeschehens, eine anmaßende Haltung oder ein Interesse an Tweets oder Schlagzeilen», sagte Obama. Im Ausland sei man «erschüttert» über Trump, auch wenn man nicht so genau wisse, wie ernst man seine Aussagen nehmen könne.

Trump erklärte, es sei gut, dass andere Länder erschüttert seien. «Viele Länder auf unserer schönen Welt haben uns schändlich behandelt», sagte er. «Wenn sie auf eine freundliche Art erschüttert werden, ist das eine gute Sache, keine schlechte.»

Trump hatte im Juni 2015 seine Kandidatur bekanntgeben. Zunächst als chancenlos eingeschätzt, setzte sich der Immobilien-Milliardär im Laufe des Vorwahlkampfes gegen 16 Mitbewerber durch. Nach der von Trump mit deutlichem Vorsprung gewonnenen Vorwahl im Bundesstaat Indiana am 3. Mai gaben die letzten beiden Kontrahenten Ted Cruz und John Kasich auf.

Bis dahin hatten sich Spekulationen gehalten, dass Teile der Partei, die einem Kandidaten skeptisch gegenüberstehen, eine Revolte auf dem Parteitag in Cleveland anzetteln könnten und am Ende doch noch einen anderen Kandidaten auf den Schild heben könnten. Dies gilt inzwischen als höchst unwahrscheinlich.

Bei den Demokraten hat die Favoritin Hillary Clinton die notwendige Zahl der Delegierten noch nicht zusammen, sie führt aber praktisch uneinholbar vor ihrem Konkurrenten Bernie Sanders.

Fr, 2016-05-27 05:00
Hindelang (dpa)

Steinadler und Bartgeier

Bad Hindelang (dpa) - Im Allgäu sind mehrere Steinadler zu Hause, auch Bartgeier lassen sich inzwischen hin und wieder blicken. Beide Arten sind imposant:

STEINADLER: Wegen seiner besonderen Geschicklichkeit beim Fliegen wird er auch als «König der Lüfte» bezeichnet. Seine Schwingen haben eine Spannweite von rund zwei Metern. Adlerpaare bleiben ihr Leben lang zusammen und nutzen ihren Horst mehrere Jahre. Die Vögel, die bis zu 30 Jahre alt werden können, ernähren sich überwiegend von jungen oder verendeten Gämsen und Murmeltieren. Früher war der Steinadler in Europa weit verbreitet. In Deutschland brütet er nur noch in den Alpen. Weil er zu den stark gefährdeten Arten gehört, steht der Steinadler unter strengem Schutz.

BARTGEIER: Er gehört zu den eindrucksvollsten Greifvögeln in Europa. Mit einer Flügelspannweite von fast drei Metern waren Bartgeier jedoch einst - völlig zu Unrecht - als Lämmer- und Kinderdiebe verschrien und wurden verfolgt. In den Alpen galt der Vogel Anfang des 20. Jahrhunderts als ausgerottet. Durch Artenschutzprogramme und aufwendige Auswilderungen konnte er mittlerweile wieder angesiedelt werden. Doch die Bestände breiten sich nur langsam aus. Bartgeier sind reine Aasfresser.

Fr, 2016-05-27 03:58
Seoul (dpa)

Südkoreas Marine feuert Warnschüsse auf nordkoreanische Boote ab

Seoul (dpa) - Südkoreas Streitkräfte haben nach eigenen Angaben mit Warnschüssen ein Militärboot aus Nordkorea aus südkoreanischen Gewässern vertrieben. Ein nordkoreanisches Patrouillenboot habe zusammen mit einem Fischerboot die Grenzlinie im Gelben Meer überquert, teilte der Generalstab der südkoreanischen Armee am Freitag mit. Nach den Schüssen seien die beiden Boote aus Nordkorea wieder abgedreht.      Der Grund für die angebliche Grenzverletzung blieb unklar. An der umstrittenen Grenzlinie kommt es immer wieder zu Zwischenfällen. Nicht selten überqueren dabei Patrouillenboote des Nordens auch bei der Kontrolle von Fischkuttern die Grenze. 

Nordkorea erkennt die sogenannte Nördliche Grenzlinie vor der Westküste nicht an. Diese Linie wurde zum Ende des dreijährigen Korea-Kriegs 1953 einseitig von einem UN-Kommando gezogen.        Die Lage auf der koreanischen Halbinsel ist nach einem neuen Atomtest Nordkoreas im Januar und einem umstrittenen Raketentest sehr angespannt. Der UN-Sicherheitsrat hatte die Sanktionen gegen das kommunistische Regime in Pjöngjang Anfang März verschärft. 

Fr, 2016-05-27 03:01
Ise-Shima (dpa)

Die «Gs» dieser Welt

Ise-Shima (dpa) - Seit mehr als 40 Jahren gibt es G-Spitzentreffen. Hier eine Übersicht:

- G6: Die Mutter aller Gs. Erfunden wurde die Gruppe der sechs größten Wirtschaftsmächte von Bundeskanzler Helmut Schmidt und dem französischen Präsidenten Valéry Giscard d'Estaing 1975 im Zuge der Weltwirtschaftskrise. Mitglieder: Deutschland, Frankreich, Großbritannien, USA, Japan, Italien.

- G7: Schon 1976 kam Kanada beim «Weltwirtschaftsgipfel» als Nummer sieben hinzu - auf Wunsch der USA.

- G8: Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurde Russland Schritt für Schritt in die Staatengruppe integriert - bis zur Vollmitgliedschaft 2002.

- G8 plus 5: 2005 lud die G8 erstmals die aufstrebenden Wirtschaftsmächte China, Indien, Brasilien, Mexiko und Südafrika zum Gipfeltreffen nach Schottland ein, um bei Themen wie Klimaschutz besser voran zu kommen. Das Format gab es aber nur drei Jahre.

- G20: Abgelöst wurde die G8 plus 5 dann 2008 durch ein erstes Gipfeltreffen der G20, die es bis zu diesem Zeitpunkt nur auf Ebene der Finanzminister gab. In dieser Gruppe sind zusätzlich Länder wie Saudi-Arabien, Australien und Indonesien.

- G7 neu: 2014 wurde aus der G8 wieder die G7. Russland muss wegen der Annexion der Krim draußen bleiben.

- G193: Ob G7, G8 oder G20 - viele Kritiker halten diese Staatengruppen für elitär und verzichtbar. In ihren Augen sollte nur eine Organisation über globale Fragen entscheiden: die Vereinten Nationen, zu denen 193 Staaten gehören. G7-Kritiker bezeichnen die UN deswegen auch als G193.

Fr, 2016-05-27 02:41
Ise-Shima (dpa)

G7 setzt Gipfel in Japan fort

Ise-Shima (dpa) - Die Staats- und Regierungschefs sieben führender Industrienationen (G7) haben am zweiten Tag ihres Gipfels im japanischen Ise-Shima die Beratungen fortgesetzt. Im Mittelpunkt standen am Freitag zunächst der Klimawandel und Energiefragen, bevor ein erweitertes Treffen mit geladenen Spitzenpolitikern aus afrikanischen und asiatischen Ländern auf dem Programm stand.

Zu den Gastländern zählten in diesem Jahr der Tschad als Vertreter der Afrikanischen Union sowie Indonesien, Sri Lanka, Vietnam, Bangladesch, Papua-Neuguinea und Laos. In dem Treffen geht es um die Lage in Asien, aber auch um Entwicklungsthemen. Der Gipfel wird am Mittag Ortszeit mit einem Abschlusskommuniqué zu Ende gehen.

Fr, 2016-05-27 01:11
Berlin (dpa)

«Saft- und kraftlos»? Wagenknecht und Bartsch kontern Gysi-Kritik

Berlin (dpa) - Die Linken-Fraktionsvorsitzenden Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch haben die Kritik ihres Vorgängers Gregor Gysi am Zustand der Partei zurückgewiesen. «Konkrete Vorschläge, die die Partei weiterbringen, sind immer willkommen», sagte Wagenknecht der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. «Ständige Querschüsse aus dem Off helfen dagegen niemandem.»

Gysi hatte die Linke als «saft- und kraftlos» bezeichnet. Die Wähler sprächen der Linken Gestaltungskraft ab, denn im Bund vermittele die Partei den Eindruck, nicht in die Regierung zu wollen. In Ostdeutschland müsse die Linke zunehmend die Konkurrenz der AfD fürchten.

Wagenknecht entgegnete: «Dass ausgerechnet die xte Offerte an SPD und Grüne unser Profil schärfen und verlorene Wähler zurückgewinnen soll, ist eine seltsame Idee.» Gysi übersehe auch, «dass die Linke aktuell in den meisten Umfragen oberhalb ihres letzten Bundestagswahlergebnisses liegt, obwohl die AfD seither fast 10 Prozent zugelegt hat».

Bartsch sagte der «Thüringer Allgemeinen» (Freitag): «Die Partei ist nicht saft- und kraftlos.» Die Fraktion nehme ihre Aufgabe als Oppositionsführerin entschlossen wahr - mit Gysi in ihren Reihen. Am Samstag beginnt ein Linke-Parteitag in Magdeburg.

Als falsch bezeichnete Bartsch Gysis Analyse, dass die Linke im Osten ihre Status als Protestpartei eingebüßt habe. Bartsch sprach sich trotz der jüngsten Niederlagen bei mehreren Landtagswahlen dafür aus, Regierungsbeteiligungen anzustreben. 

Keine Anzeige

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

STUPID.T ist die erste und einzige Maschine, die auf Knopfdruck Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der menschlichen Zivilisation erzeugt. Man stecke eine überteuerte Einwegkapsel mit etwas 08/15-Tee ins Gerät, betätige die Taste – und schon gibt’s jede Menge bunten Alu- und Plastikabfall.

Entdecken Sie die neue, besonders überflüssige Art der Müllerzeugung.
Mehr auf greenpeace-magazin.de/special-t.

 

 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

 

Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

Seiten