Di, 2015-05-05 08:02
dpa - Deutsche Presseagentur GmbH

Tabellen für die Wahl zur Bürgerschaft in Bremen am 10. Mai

Am Wahlabend wird es kein vorläufiges amtliches Endergebnis für das Gesamtland Bremen geben. Mit diesem wird laut Landeswahlleiter erst am Freitag (15.2.) gerechnet. Für den Wahlbereich Bremen veröffentlicht der Landeswahlleiter am Wahlabend voraussichtlich eine Hochrechnung, für den Wahlbereich Bremerhaven ein vorläufiges amtliches Teilergebnis (ab 21.00 Uhr).

 

Wahlen/Bürgerschaft/Bremen/Ergebnisse/

Wahlbereich 1 - Bremen: Hochrechnung auf Basis von 70 Stimmbezirken =

 

Bürgerschaft      %2015  (%2011)  (%Diff.)

Abgegeben          ----   (57,0)   (-----)

SPD                ----   (39,3)   (-----)

Grüne              ----   (22,6)   (-----)

CDU                ----   (20,4)   (-----)

Linke              ----   ( 5,8)   (-----)

BIW                ----   ( 3,1)   (-----)

FDP                ----   ( 2,3)   (-----)

Piraten            ----   ( 1,9)   (-----)

AfD                ----   (----)   (-----)

Die Partei         ----   (----)   (-----)

Tierschutzpartei   ----   (----)   (-----)

 

dpa inc yy s5

 

 

Wahlen/Bürgerschaft/Bremen/Ergebnisse/

Wahlbereich 2 - Bremerhaven: Vorläufiges amtliches Teilergebnis =

 

Bürgerschaft      %2015  (%2011)  (%Diff.)

Abgegeben          ----   (48,1)   (-----)

SPD                ----   (34,3)   (-----)

Grüne              ----   (21,8)   (-----)

CDU                ----   (20,1)   (-----)

Linke              ----   ( 4,6)   (-----)

BIW                ----   ( 7,1)   (-----)

FDP                ----   ( 3,1)   (-----)

Piraten            ----   ( 2,0)   (-----)

AfD                ----   (----)   (-----)

Die Partei         ----   (----)   (-----)

Tierschutzpartei   ----   (----)   (-----)

 

dpa inc yy s5

 

 

Für Freitag, den 15. Mai, wird das vorläufige amtliche Endergebnis erwartet:

 

Wahlen/Bürgerschaft/Bremen/Ergebnisse/

Vorläufiges amtliches Endergebnis Bürgerschaft Bremen (Kurzfass.) =

 

Bürgerschaft      %2015  (%2011)  (%Diff.)  

Abgegeben          ----   (55,5)   (-----)

SPD                ----   (38,6)   (-----)   

Grüne              ----   (22,5)   (-----)   

CDU                ----   (20,4)   (-----)   

Linke              ----   ( 5,6)   (-----)   

BIW                ----   ( 3,7)   (-----)   

FDP                ----   ( 2,4)   (-----)   

Piraten            ----   ( 1,9)   (-----)   

AfD                ----   (----)   (-----)   

Die Partei         ----   (----)   (-----)   

Tierschutzpartei   ----   (----)   (-----)   

 

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Di, 2015-05-05 07:58
Singapur (dpa)

Ölpreise geben leicht nach

Singapur (dpa) - Die Ölpreise sind am Dienstag leicht gefallen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni kostete am Morgen 66,35 US-Dollar und damit 10 Cent weniger als am Montag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 11 Cent auf 58,82 Dollar.

Nach ihrem Einbruch im vergangenen Jahr haben sich die Ölpreise seit Beginn 2015 spürbar erholt. Viele Investoren rechnen mit weiteren Preiszuwächsen, wie die hohe Anzahl entsprechender Terminkontrakte am Rohölmarkt zeigt.

Nicht alle Beobachter teilen allerdings diese Einschätzung: Obwohl die US-Schieferölindustrie immer mehr Bohrlöcher schließe, lasse ein Rückgang der Ölproduktion auf sich warten, argumentieren Rohstoffanalysten der Commerzbank. Zudem fördere das Ölkartell Opec immer noch deutlich mehr Erdöl als nachgefragt werde.

Di, 2015-05-05 08:44
York (dpa)

UN fordern Feuerpause im Jemen - Beschuss behindert Nothilfe

New York (dpa) - Die Vereinten Nationen haben die von Saudi-Arabien geführte Koalition zu einer Feuerpause im Jemen aufgerufen, damit dringend benötigte Hilfsgüter an die Bevölkerung ausgeliefert werden können. «Ich fordere die Koalition nachdrücklich dazu auf, den Beschuss des Flughafens in Sanaa einzustellen und diese wichtige Versorgungsader - ebenso wie alle anderen Flughäfen und Häfen - zu erhalten», sagte UN-Koordinator für humanitäre Hilfe, Johannes Van der Klaauw, am Montag (Ortszeit) in New York. Zudem forderte er einen «sicheren und zuverlässigen Zugang» für Hilfsorganisationen.

Die instabile Lage erschwere die Nothilfe in den vom bewaffneten Konflikt betroffenen Gebieten, sagte Klaauws. Zudem fehle in einigen Provinzen das Benzin für den Transport von Nahrungsmitteln. Nach Angaben der UN starben als Folge des bewaffneten Konflikts bislang mehr als 1200 Menschen, rund 300 000 sind auf der Flucht.

Der Flughafen in Sanaa wurde durch den Beschuss der Koalition schwer beschädigt, wie die UN mitteilten. Während der Reparaturarbeiten an Start- und Landebahnen müsse der Flugverkehr eingestellt werden.

Im Jemen kämpfen die schiitischen Huthi-Rebellen gegen Anhänger des aus dem Land geflohenen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi. Eine von Saudi-Arabien geführte Militärallianz bombardiert seit Wochen Stellungen und Waffenlager der Huthis.

À la Saison

Krautiger Kohlrabi

(Brassica oleracea var. gongylodes)
Ob das deutscheste aller Gemüse wirklich aus Deutschland kommt, liegt – ehrlich gesagt – im Dunkeln. Erfahren Sie mehr über dieses und weitere Geheimnisse aus der Kulturgeschichte des Kohlrabi.

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Es ist ein Irrtum, dass es sich beim deutschesten aller Gemüse um Weißkohl alias Sauerkraut handelt. Zwar hat die vergorene Spezialität den Deutschen in England den Spottnamen Krauts eingetragen, aber fragen Sie mal einen Russen, Ungarn, Japaner, Niederländer, Dänen, Schweden, Franzosen oder Briten, was Kohlrabi in seiner Sprache heißt. Die Antwort mag ka, karalábé, koolrabi, kaalrabi, kålrabbi, colrave oder kohlrabi lauten, phonetisch ist das Ergebnis das gleiche: Die Welt spricht Kohlrabi. Krautiger wird’s nimmer.

Ist es Begeisterung über den süßen, leicht nussigen, dezenten Kohlgeschmack, die Menschen zwischen Washington und Tokio veranlasst, die komisch klingende Knolle im Munde zu führen? Mitnichten. Nur das Wort, nicht das Gemüse kommt ihnen über die Lippen. Kohlrabi ist so deutsch, dass vor allem die Deutschen ihn essen. 40.000 Tonnen im Jahr wachsen hier, und weil das noch zu wenig ist, bauen auch die Niederlande, Polen und Frankreich den Kreuzblütler an – für den Export.

Im Gegensatz zu Weiß- oder Blumenkohl, bei denen Blätter oder Blütenstand verzehrt werden, verdickt sich beim Kohlrabi der untere Teil der oberirdischen Sprossachse und liegt grünweiß oder blauviolett auf der Erdkrume. Innen sind alle Kohlrabis hell. Die größte Sorte heißt „Superschmelz“ und kann – ohne holzig zu werden – zur Größe eines Kohlkopfs anwachsen. Und der einzige Speck, der auch Vegetariern schmeckt, dürfte „Blauer Speck“ sein.

In Wirklichkeit enthält Kohlrabi neben viel Wasser, etwas Zucker und Eiweiß nur 0,1 Prozent Fett. In Deutschland wurde die Knolle im 16. Jahrhundert erstmals erwähnt. Sie war ein Star der Barockküche – beispielsweise in Leipzig, wo sie dem Allerlei den letzten Schliff gab. Das Original hat übrigens nichts mit Erbsen-Möhren-Spargel-Dosenmatsch zu tun, sondern ist ein knackiger Genuss, der – serviert mit heller Soße und luftigen Semmelklößchen – auch Blumenkohl, Morcheln und Flusskrebsschwänze vereint.

Ein Festmahl, das noch nicht ganz vergessen war, als Kurt Tucholskys Alter Ego Peter Panter sich 1928 in einem Speiselokal über breiiges Gemüse beschwerte und die Bedienung antwortete: „Da müssen Sie mal zu meiner Mutter kommen, Herr Panter, die kocht Ihnen ein Leipziger Allerlei ...“ – „Liebe gnädige Frau, es ist so nett von Ihnen ... Aber alle Leute können doch nicht bei Ihrer Mama essen!“

Kohlrabi passt gut zu Rahmsoßen, die auch mal mit Safran oder Chili gewürzt sein dürfen. Am besten gart man ihn im Ganzen und schält und teilt ihn hinterher, damit Aroma und Nährstoffe besser erhalten bleiben: Selen, Senföle und viel Vitamin C stärken das Immunsystem. Roh harmoniert Kohlrabi mit Nüssen, Ziegenkäse, Lachs und Äpfeln. Sein Kraut gehört nicht in den Kompost, denn es enthält viele Mineralien, Karotin, B-Vitamine und Eiweiß. Die zarten Herzblätter schmecken gut in Salat und Suppe oder als Hauptgericht: In Südeuropa bereitet man aus ihrem Grün vegetarische Rouladen oder „Spinat“ zu.

Südeuropa?! Ob das vermeintlich deutsche Gemüse auch aus der Region stammt, in der es so gerne verspeist wird, liegt – um ehrlich zu sein – im Dunkeln. Es könnte genausogut ein Nachfahre des pompejanischen Kohls sein, den der Römer Plinius kurz nach der Zeitenwende beschrieb. Grimms Wörterbuch vermerkte im 19.Jahrhundert, der Begriff Kohlrabi sei „merkwürdig durch seine Gestalt, halb deutsch halb italienisch“. Klar ist: Italien spricht nicht kohlrabisch. Der inoffizielle Kulturbotschafter der Krauts heißt dort cavolo rapa, Kohlrübe.

Neu frisch aus dem Gewächshaus gibt's Kohlrabi ab April, frisch vom Feld im Mai.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen


In jeder Ausagebe des Greenpeace Magazins berichten wir über die Kulturgeschichte von Obst und Gemüse. Unsere neue Ausgabe erhalten Sie am Bahnhofskiosk, in unserem Warenhaus und für nur 33,50€ im Jahresabo

À la Saison

Schlangenmordende Schwarzwurzel

(Scorzonera hispanica)
Die Schwarzwurzel hieß noch im 17. Jahrhundert „Schlangenmord“ oder „Vipergras“. Tatsächlich ist sie eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel

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„Die Wurtzel“ sei „fleischig, saftig und voll Milch“ sowie „süß von Geschmacke, wann sie gesotten worden“, schrieb der französische Chemiker und Arzt Nicolas Lémery 1698 in ein Lexikon. Den Zeitgenossen mochte das gewagt erscheinen. War die Schwarzwurzel doch erst seit kurzem etwas zu Essen. Im Deutschen trug das neue Gemüse die Beinamen „Schlangenmord“ und „Vipergras“, die eher nach Hexenkessel als nach Eintopf klangen.

Schuld war der italienische Botaniker und Mediziner Pietro Andrea Mattioli, der die antike Heilpflanze 1544 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Der kaiserliche Leibarzt verwandte die Wurzel des Korbblütlers nicht nur gegen Wundfieber und Knochenbrüche, sondern auch „wider den Natterbiß“. Er taufte sie Scorzonera hispanica nach ihrem Herkunftsland Spanien und dem Namen einer schwarzen Giftschlange. Außerdem setzte er das Gewächs auch „wider die fallende Seuche, zu den Pocken und für die Pest“ ein, wie Lémery 150 Jahre
später notierte. Sie ist, kurzum, eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel.

„Proletenspargel“ oder „Spargel des armen Mannes“ heißt Mattiolis Zaubergemüse im Volksmund heute. Eine Delikatesse, die hierzulande – außer in Bayern – kaum groß--flächig angebaut wird. Wir importieren sie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, wo man offenbar weiß, was gut ist. In Wahrheit ist der im Inneren elfenbeinfarbene „Winterspargel“ dem Original überlegen, nicht nur was seine Länge von bis zu einem halben Meter angeht. Die kalzium-, eisen-, magnesium- und vitaminreiche Schwarzwurzel gibt es nicht nur mitten in der kalten Jahreszeit, sie ist auch robust, lagerfähig und wird nicht holzig.

Es ist richtig, dass ihre korkige Rinde beim Schälen ohne Handschuhe hässliche Flecken von großer Haltbarkeit in die Haut gerbt. Und es stimmt, dass ihr milchiger Saft klebt wie Pattex, wenn man sie – Tipp aus dem Kochbuch – erst nach dem Garen häutet. Und damit sie nicht braun anläuft, gehören etwas Zitrone und Milch ins Kochwasser. Ja, die Zubereitung der Scorzonera ist eine Zumutung. Genau das macht sie zur „alten Sorte“ und – einige Jahre nach ihrer nordamerikanischen Schwester Topinambur – zur zumindest unter Spitzenköchen wiederentdeckten Rarität.

Sei es, dass der Kopenhagener René Redzepi sie im Restaurant Noma mit Gotland-Trüffeln als Hors d’œuvre anrichtet, der spanische Molekularkoch Ferran Adrià sie zu Steinbutt serviert oder in einem Berner Grandhotel das Steak auf „seinem Bett von Schwarzwurzelragout“ kommt – sie harmoniert. Anders als der geltungssüchtige Spargel kann, aber muss sie kein Solo auf dem Teller spielen. Ganz gleich ob die Sorte „Hoffmanns Schwarzer Pfahl“, „Schwarzer Peter“ oder „Russischer Riese“ heißt – in der Schwarzwurzel verbindet sich das Beste (unbittere) des Spargels mit zarten Nussaromen und winterlicher Erdigkeit. Besonders gut schmeckt sie zu zerlassener Butter und gerösteten Semmelbröseln. Aber auch mit Béchamelsoße oder im Soufflé und selbst roh in den Salat geraspelt ist sie ein Genuss.

In Sachen Pest hat Mattioli die Wunderwurzel aber zweifellos überschätzt. Der Gelehrte starb 1577 am „Schwarzen Tod“ – und das vermutlich nicht, weil gerade keine Schwarzwurzel zur Hand war.

Neu frisch vom Feld gibt's die Schwarzwurzel ab Oktober, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Querulante Quitte

(Cydonia oblonga)
Die Quitte ist ein vergessenes Obst wie viele andere: Wiedersehen macht Mühe. Aber die Mühe lohnt sich. Quitten enthalten mehr Vitamin C als die meisten Äpfel, viele Mineralstoffe und Spurenelemente.

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„Wenn Krieg kommt und ich hätte nichts zu essen, dann ess’ ich die auch“, sagt eine Dame und hält den Quittenschnitz mit spitzen Fingern. „Hässlicher Apfel“, kommentiert ein anderer Teilnehmer. Und eine Oma schüttelt den Kopf: „Würde ich mir nicht kaufen.“ Der Mann von der Marktforschung nickt. Verstanden. Dann fliegt eine Schrift ins Bild. „Wir machen es trotzdem.“ „Quitteschön!“, plakatierte Bionade im Frühjahr 2009 frech. Aber Frechheit siegte nicht. Letzten Sommer musste der Limobrauer die Sorte unter regem Desinteresse der Öffentlichkeit wieder vom Markt nehmen. Was ist das für ein Land, in dem die Leute zwar so etwas Exotisches wie Holundersprudel bechern, aber Quittenbrause boykottieren?

Vor 154 Jahren reimte Wilhelm Busch: „Das Quarz sitzt tief im Bergesschacht, die Quitte stiehlt man bei der Nacht“. Seither hat die Wertschätzung der „Schönen aus dem Morgenland“ rapide abgenommen. In Deutschland liegt der kommerzielle Anbau so am Boden, dass praktisch jede Quitte ein Bio-Liebhaberstück ist. „Quitten für die Menschen zwischen Emden und Zittau“, forderte Max Goldt schon vor 20 Jahren in einem Plädoyer für das „unbeliebteste heimische Obst“. Aber auch er konnte die „Unverzehrbarkeit der Quitte im rohen Zustand“ nicht wegargumentieren: „Zum Zerteilen und Schälen bediene man sich der Erzeugnisse der Firma Black & Decker.“ Es hilft nichts. Die Quitte ist ein vergessenes Obst wie viele andere: Wiedersehen macht Mühe. (Aber die Mühe lohnt sich.)

Das Wort Quitte kommt vom lateinischen malum cidonium – Apfel aus Kydonia. Dort, im heutigen Chania auf Kreta, entdeckten die Römer einst das holzige Obst. Ursprünglich stammt es aus Vorderasien und ist viel älter als seine Kernobstgeschwister Apfel und Birne. Der „Zankapfel“ des Paris ist wohl eigentlich eine Quitte. Die goldene Frucht der Liebesgöttin Aphrodite galt in Griechenland als Symbol von Glück und Fruchtbarkeit. Bräute knabberten daran, um dem Atem Süße zu verleihen.

Quitten helfen aber nicht nur gegen Mundgeruch, sie sind auch gesund. Schon Hippokrates nutzte die rohe Frucht zum Blutstillen. Quitten enthalten mehr Vitamin C als die meisten Äpfel, viele Mineralstoffe und Spurenelemente. Das Wichtigste aber: Sie sind die letzten Sommerfrüchte und bringen, kühl und luftig gelagert, bis nach Weihnachten Sonne auf den Teller. Manch erdigem Herbstmahl verleihen ihre Rosen-, Honig- oder Birnennoten Leichtigkeit. Nuancen von Ananas und Mango wärmen mit tropischer Intensität aus der Region knurrende Wintermägen.

Das sture Obst fördert außerdem die Geduld. Quittengelee braucht zwei, Quittenbrot gar bis zu vier meditative Herbsttage. Noch in den Fünfzigerjahren war Quittenbrot das Konfekt des kleinen Mannes. Doch mit dem Aufstieg der Tafelschokolade begann sein Fall und damit auch der Niedergang der Quitte. Dabei schmeckt sie auch zu Fleisch oder im Apfelkuchen. Und Quittenchutney passt hervorragend zu Jakobsmuscheln. Alles ist erlaubt – außer Quittenmarmelade. Laut einer EG-Verordnung von 1982 darf Marmelade nämlich nur Zitrusfrüchte enthalten. Sonst muss sie Konfitüre heißen. Das ist natürlich grober Unsinn. Schließlich ist die Quitte die Mutter aller Marmeladen. Marmelade kommt von marmelo – Portugiesisch für Quitte.

Neu frisch vom Feld gibt's die Quitte ab Oktober.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Beschwippste Johannisbeere

(Ribes)
Dank ihres fast schon übelriechenden Moschusdufts verliebt man sich in die Johannisbeere eher auf den zweiten Blick. Aber diese Liebe kann umso länger dauern.

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Aus Mario Adorf spricht schiere Verzweiflung: „Isch scheiß dich so was von zu mit meinem Jeld, dass du keine ruhje Minute mehr hast!“, droht er in der Rolle des rheinischen Klebstofffabrikanten Heinrich Haffenloher dem Klatschreporter Baby Schimmerlos. Denn der will ihn partout nicht in seiner Society-Kolumne erwähnen. Die Szene stammt aus der Fernsehserie „Kir Royal“. Mitte der Achtziger ausgestrahlt, heißt die bitterböse Persiflage der Münchner Schickeria nach dem Trendgetränk der Zeit: nicht zu verwechseln mit „Kir“, der nur Sekt enthält. In der königlichen Variante gehört der Johannisbeerlikör bitteschön mit Champagner aufgegossen!

In Wirklichkeit war diese neue Mode mit mindestens 30 Jahren Verspätung über den Rhein geschwappt. Benannt ist der Aperitif nach Félix Kir, dem Bürgermeister von Dijon. Der Legende nach war dem katholischen Geistlichen der Wein in seiner Stammkneipe zu sauer, weshalb er Crème de Cassis vom Nachbartisch hineingoss. Dieser Cocktail mit dem Likör der Schwarzen Johannisbeere soll ihm derart gemundet haben, dass er fortan beim Wirt nur noch „Kir“ bestellte. Im November 1951 erlaubte er einem Cassis-Produzenten, mit seinem Namen zu werben.

Ihren hochdeutschen Namen haben die Früchte, die in Österreich nach ihrem lateinischen Namen Ribiseln und in der Schweiz aus ungeklärten Gründen Meertrübeli heißen, vom traditionellen Erntebeginn am Johannistag: Um den 24. Juni herum reifen zuerst die weißen, dann die roten Rispen. Diese leichtlebigeren Schwestern der bittersüßen Schwarzen Johannisbeere müssen nicht erst verbacken, verkocht oder vergoren werden, um ihr Aroma ganz zu entfalten. Die lieblich-süßen Weißen Johannisbeeren (Ribes album) schmecken zwar zu allem, sogar zu Linsen. Am besten sind sie aber frisch vom Strauch, wo Sonnenlicht ihre Haut durchschimmert. Die delikate Säure Roter Johannisbeeren (Ribes rubrum) bereichert roh zum Beispiel Obstsalate aus süßeren Früchten und harmoniert mit Quark, Vanilleeis und gezuckertem Eischnee.

Die komplexeste der drei Ribiseln aus der Familie der Stachelbeergewächse ist jedoch die Schwarze (Ribes nigrum), die im Juli reift. Dank ihres fast schon übelriechenden Moschusdufts verliebt man sich in sie eher auf den zweiten Blick. Aber diese Liebe kann umso länger dauern: Denn die „Gichtbeere“ ist nicht nur ein Rheumamittel, sie hat auch den höchsten Eisengehalt aller Beeren und mehr als dreimal so viel Vitamin C wie Zitronen. Zudem wirkt diese volksmedizinische Wunderwaffe blutdrucksenkend, entzündungshemmend und vieles mehr. Verständlich, dass ihr Most in Kriegszeiten für Krankenhäuser reserviert war. Prosit ist übrigens auch Latein – und heißt: Es möge nützen!

Neu frisch vom Feld gibt's die Johannisbeere ab Juni.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Di, 2015-05-05 07:08
Sydney (dpa)

Nächtlicher Besucher: Koala wandert in Krankenhaus

Sydney (dpa) - Nachts um drei erwartet die Notaufnahme im Krankenhaus nur Notfälle, wenn die Tür aufgeht. In Australien spazierte dagegen ein ungewöhnlicher Besucher herein: ein Koala. Das Beuteltier schien völlig cool, schaute sich drei Minuten lang um und marschierte kurze Zeit später wieder auf die Straße, wie die Überwachungskamera des Hamilton-Krankenhauses im Bundesstaat Victoria zeigt.

«Es sah so aus, als wüsste er genau, was er tat», zitierte der Sender ABC am Dienstag Manager Rohan Fitzgerald. Der Koala nahm auf dem Rückweg ruhig vor der geschlossenen Glastür Platz. Er wartete, bis der Bewegungsmelder erkannte, das jemand hinauswollte und die Tür sich öffnete.

Di, 2015-05-05 05:15
Genf (dpa)

UN-Ausschuss für die Beseitigung der Rassendiskriminierung

Genf (dpa) - Die Umsetzung der 1969 in Kraft getreten UN-Konvention zur Beseitigung aller Formen von Rassendiskriminierung wird durch den eigens dafür geschaffenen UN-Ausschuss überprüft. Dem Gremium gehören für jeweils vier Jahre 18 unabhängige Experten aus ebenso vielen Ländern an. Nach der Prüfung von Staatenberichten sowie der Berichte von nichtstaatlichen Menschenrechtsgruppen gibt der Anti-Rassismus- Ausschuss Empfehlungen zur Beseitigung eventueller Missstände.

Diesem Überprüfungsverfahren muss sich jeder der 177 Mitgliedstaaten der Konvention turnusgemäß alle zwei Jahre stellen. Es bleibt aber beim «erhobenen Zeigefinger», da der Ausschuss keine Sanktionen verhängen kann. Seine Empfehlungen haben allerdings hohen politisch-moralischen Stellenwert. Die Mitglieder werden in geheimer Wahl ermittelt. Sie kommen zweimal im Jahr für drei Wochen am Sitz des UN-Hochkommissars für Menschenrechte in Genf zusammen.

Di, 2015-05-05 05:15
Genf (dpa)

Menschenrechtler: Deutschland muss mehr gegen Rassismus tun

Unterschätzen Politiker rassistische Tendenzen in Deutschland? Menschenrechtler fordern im zuständigen UN-Ausschuss mehr Einsatz von Parteien, Regierung und Justiz.

Genf (dpa) - Die Bundesregierung stellt sich am Dienstag (ab 15.00 Uhr) in Genf kritischen Fragen unabhängiger Experten zu Fremdenfeindlichkeit und Rassismus in Deutschland. Im Vorfeld der turnusmäßigen Anhörung zur Umsetzung der 1969 in Kraft getreten UN-Konvention zur Beseitigung der Rassendiskriminierung riefen Menschenrechtsaktivisten die Bundesrepublik zu einem entschlosseneren Vorgehen auf.

Unter anderem die Pegida-Demonstrationen hätten deutlich gemacht, dass «Rassismus sich nicht nur in rechtsextremen Milieus, sondern in der gesamten Gesellschaft findet», erklärte das Deutsche Institut für Menschenrechte. Man hoffe, dass die Anhörung im Anti- Rassismus-Ausschuss der UN klar dazu beiträgt, dass «die Bekämpfung von Rassismus in Deutschland endlich zu einem wichtigen Politikfeld wird», sagte Petra Follmar-Otto, Abteilungsleiterin des Instituts.

Selmin Çaliskan, Generalsekretärin von Amnesty International in Deutschland, erklärte: «Viele Politiker und Parteien grenzen sich nicht konsequent von rassistischen Ressentiments, Stereotypen und Vorurteilen ab.» Das trage zur «Stigmatisierung von Minderheiten» bei, wie sie unter anderem von der Pegida betrieben werde.

Zu der zweitägigen Anhörung vor dem UN-Ausschuss hat die Bundesregierung Vertreter der Ministerien für Justiz und Inneres sowie der Polizei und weiterer Behörden nach Genf entsandt. Sie wird geführt von Almut Wittling-Vogel, Leiterin der Unterabteilung für Menschenrechte im Justizministerium.

Die 18 unabhängigen Experten des UN-Ausschusses wollen später Empfehlungen für die Bundesregierung zur weiteren Umsetzung der Konvention gegen Rassismus veröffentlichen. Ihnen liegen der Staatenbericht der Bundesregierung über die Verwirklichung der Anti-Rassismus-Konvention sowie Parallelberichte verschiedener Menschenrechtsorganisationen vor. Diese weisen vor allem auf aus ihrer Sicht weiter existierende Defizite hin.

Unter anderem erheben sie Vorwürfe hinsichtlich eines angeblichen «Racial Profiling» bei der Polizei. So würde die Bundespolizei bei Kontrollen in Zügen verstärkt Menschen allein wegen ihrer Hautfarbe herausgreifen und damit gegen das Diskriminierungsverbot der UN-Konvention verstoßen.

Soche Praktiken würden das Vertrauen ethnischer Minderheiten in die deutsche Polizei untergraben, warnte Amnesty International. Zudem würde es bei denjenigen, die solche Kontrollen beobachten, oft Vorurteile gegen Minderheiten verstärken. Im Staatenbericht der Bundesregierung wird jedoch bestritten, dass es bei der deutschen Polizei ein systematisches «Racial Profiling» gebe.

Menschenrechtsgruppen bemängeln auch, dass in einigen deutschen Kommunen Flüchtlinge vom Zugang zum Wohnungsmarkt ausgeschlossen seien. Zudem sei es für Opfer von rassistischer Diskriminierung noch vergleichsweise schwierig, juristische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

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Di, 2015-05-05 04:00
Walldorf/Moskau (dpa)

In Putins Gunst - ein deutscher Unternehmer in Russland Von Christine Cornelius und Thomas Körbel, dpa

Die Eiszeit zwischen Deutschland und Russland belastet den Unternehmer Stefan Dürr - der Milchproduzent ist in beiden Ländern zu Hause. Doch die Verwerfungen bieten für ihn auch Vorteile.

Walldorf/Moskau (dpa) - Mit einem halbjährigen Agrarpraktikum in der damaligen Sowjetunion fing Ende der 1980er Jahre für Stefan Dürr alles an. Damals erwachte die Leidenschaft des Unternehmers aus Walldorf in Baden-Württemberg für das Land, seine Weite und seine Menschen. «Wenn man hier zehn Hektar dazupachten will, ist es schon ein Riesenaufwand», sagt der 51-Jährige mit den rötlichen Locken. «Dort kann man so viel Land haben, wie man möchte.» Heute ist er mit einer Russin verheiratet, verbringt die meiste Zeit des Jahres nahe Moskau - und ist mit seinem Unternehmen Ekosem Agrar und rund 21 500 Milchkühen der größte Milchproduzent des Landes.

Dürr gründete das Agrarunternehmen Ekosem mit Sitz in Walldorf 1993. Heute ist es in die beiden Holdinggesellschaften Ekosem Agrar und Ekotechnika (Landmaschinenhandel) unterteilt. Die Spannungen zwischen Deutschland und Russland empfindet er als belastend. «Die Situation ist nicht gut», sagt Dürr, der für seine Verdienste für die dortige Landwirtschaft auch die russische Staatsbürgerschaft verliehen bekam. «Die Sanktionen des Westens sind mir absolut unverständlich: Wie man soviel kaputt schlagen kann, was aufgebaut worden ist.»

Der russische Präsident Wladimir Putin reagiert seit August 2014 mit einem Importstopp für Lebensmittel aus dem Westen auf die Sanktionen in der Ukraine-Krise. Ein baldiges Ende des Embargos halten Beobachter für unwahrscheinlich, solange der Konflikt zwischen Russland und dem Westen nicht beigelegt ist. Selbstversorgung ist generell ein zentrales Ziel der Wirtschaftspolitik Putins. Der Importstopp soll aus Sicht des Kremlchefs die heimische Produktion stärken.

Auch Dürr merkt mit seiner Milchproduktion diesen Effekt. Zum Teil profitiert er davon. «Es kommt jetzt nur noch ganz wenig Käse nach Russland rein, weil vorher viel aus den EU-Ländern gekommen ist», sagt er. «Unsere Milch geht nun mehr in russischen Käse, es kommt aber auch viel Milchpulver aus Nicht-EU-Ländern rein. Die Warenströme haben sich verschoben.» Die Agrarbetriebe bekämen auch mehr Zuschüsse vom Staat. «Ich denke, es ist gut, dass russische Produkte jetzt wieder mehr Chancen haben. Als russischer Verarbeiter kommt man jetzt leichter in die Supermarktketten.»

Der deutsche Unternehmer hält das Importverbot für richtig. «Für die russische Landwirtschaft ist es positiv.» In einem persönlichen Gespräch habe er Putin sogar darin bestärkt, erzählt er. «Man musste ja schon aus innenpolitischen Gründen irgendetwas tun um zu zeigen: Es geht nicht nur in eine Richtung.» In Deutschland würden ihm wohl nur wenige Landwirte zustimmen. Ein Sprecher des Deutschen Bauernverbands erklärt dazu: Von Dürrs Warte aus sei es verständlich, dass dieser die russische Politik verteidige.

Russische Bauern produzierten 2014 Berichten zufolge rund 30 Millionen Tonnen Rohmilch. Doch für die Versorgung des Riesenreichs sei das nur etwa drei Viertel des Bedarfs, heißt es im Landwirtschaftsministerium. Seine Milch ist Dürr daher auch schon vor dem Importverbot gut losgeworden.

Die Folgen des Embargos müssen seit Monaten vor allem die russischen Verbraucher ausbaden: Allein 2014 legten die Lebensmittelpreise nach Angaben der russischen Statistikbehörde im Vergleich zum Vorjahr durchschnittlich um 17 Prozent zu. Tendenz weiter steigend. Manche Produkte verteuerten sich um ein Vielfaches.

Äußerst negativ wirkt sich die Ost-West-Eiszeit allerdings auf Dürrs Landmaschinenhandel aus. «Es kauft keiner Maschinen im Moment, Kredite sind extrem teuer und dann kommt noch die Rubelschwäche dazu - die Landmaschinen kommen ja in der Regel aus dem dollar- oder eurobasierten Ausland.» Er habe deshalb einen starken Absatzeinbruch zu verkraften.

Eine mögliche Rettung kann es Dürrs Sicht aber geben: An diesem Mittwoch sollen Gläubiger zustimmen, dass 60 Millionen Euro Anleihemittel in Eigenkapital umgewandelt werden, die Geldgeber also zu Aktionären werden. «Wenn es keine Zustimmung gibt, wovon wir derzeit nicht ausgehen, könnte das die Insolvenz für unseren Landmaschinenhandel bedeuten», sagt Dürr.

Russlands Landwirtschaftsminister musste kürzlich seinen Hut nehmen - aus Putins Sicht nutzte Nikolai Fjodorow die Chance des Importverbots nicht. «Wir brauchen mehr einheimische Produkte, um die Spannungen auf dem Lebensmittelmarkt und auch die Preise zu senken», kritisierte der Kremlchef.

Nun leitet der frühere Gouverneur der Region Krasnodar, Alexander Tkatschow, das Agrarministerium. Er scheint die Botschaft seines Dienstherrn verstanden zu haben. Bei seinem Amtsantritt sagte er: «Meine wichtigste Aufgabe ist es, dass künftig mindestens 90 Prozent der Lebensmittel in den Supermarktregalen russische Produkte sind.» Stefan Dürr wird seinen Teil dazu beitragen.

Di, 2015-05-05 02:30
Berlin (dpa)

Zwischen Fett und Fasten - die Suche nach dem gesunden Gewicht Von Friedhelm Schachtschneider, dpa

Zum Beginn der Strandsaison sollen die Pfunde purzeln. Viele haben mit ihrem Gewicht ein dickes Problem - allerdings auch mit Diäten.

Berlin (dpa) - Nicht nur zu viel Gewicht kann krank machen. Zum Anti-Diät-Tag am 6. Mai weisen Betroffene darauf hin, dass auch falsches Abnehmen Gesundheitsrisiken birgt. Ein Glossar rund um den Kampf gegen die Pfunde:

BODY-MASS-INDEX: Der BMI erfasst das Verhältnis von Gewicht zu Größe. Dazu wird das Körpergewicht (in Kilo) durch die Quadratzahl der Körpergröße (in Metern) geteilt. Bei 75 Kilogramm auf 1,80 Meter liegt der BMI also bei rund 23. Bei Erwachsenen wird bei einem Wert von 25 bis 30 von Übergewicht gesprochen, darüber von Fettleibigkeit (Adipositas).

FETTLEIBIGKEIT: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht das krankhafte Übergewicht Adipositas als weltweite Epidemie. 1,4 Milliarden Erwachsene gelten als übergewichtig, ein Drittel davon als fettleibig. Betroffene leiden oft an Diabetes, Bluthochdruck und Gelenkproblemen. Der Anteil der krankhaft Übergewichtigen liegt einer Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zufolge in den USA bei 34 Prozent aller Erwachsenen, in Deutschland bei 15 und in Japan bei 4.

SCHLANKHEITSMITTEL: Eingerührte Pülverchen als Ersatzmahlzeit allein verhelfen nicht automatisch zu dauerhaft weniger Gewicht. Sogenannte Formula-Diäten können zwar unter ärztlicher Kontrolle für stark Übergewichtige ein guter Einstieg zum Abnehmen sein. Eine auf Dauer erfolgreiche Gewichtsreduzierung hängt aber von vielen Faktoren ab. Neben den Essgewohnheiten gehört auch körperliche Aktivität dazu.

TRENNKOST: Auf dem Teller ist alles erlaubt - nur nicht gleichzeitig. Die Idee: Eiweißhaltiges wie Fleisch, Fisch und Käse benötigt saure Verdauungssäfte - Kartoffeln, Nudeln und Brot brauchen basische. Neutrale Lebensmittel harmonieren mit den beiden anderen Gruppen. Das bedeutet etwa: Zum Schnitzel (Eiweiß) passen weder Nudeln noch Kartoffeln (Kohlenhydrate), dafür geht aber Gemüse (neutral). Eine Alternative wäre, Nudeln mit Gemüse zu essen und Fleisch zu streichen.

LOW-CARB-DIÄT: Ein Weg im Kampf gegen die Pfunde ist das Senken des Kohlenhydrat- und das Erhöhen des Eiweißanteils in der Ernährung. Ein so veränderter Speiseplan kann zu einem besseren Sättigungsgefühl beitragen und den Abbau von Muskelmasse verhindern. Bei solchen Low-Carb-Diäten schwankt auch der Blutzuckerspiegel weniger stark, es gibt weniger Heißhungerattacken. Zugleich wird der Fettstoffwechsel angekurbelt, was ebenfalls die Pfunde schmelzen lässt.

CRASH-DIÄTEN: Dabei schrauben Verbraucher ihre Energiezufuhr auf etwa 500 bis 800 Kalorien täglich herunter - der Energiebedarf eines Erwachsenen liegt im Schnitt bei 2000 Kalorien. Crash-Diäten eignen sich nicht für eine langfristige Gewichtsabnahme. Sie führen erst einmal dazu, dass der körpereigene Kohlenhydrat-Speicher entleert wird, womit Wasserverluste einhergehen. So nimmt man zwar schnell ab - bei der Rückkehr zu alten Essgewohnheiten kommt es aber zum bekannten Jo-Jo-Effekt und man nimmt genauso schnell wieder zu, meist sogar über das Ausgangsgewicht hinaus.

ESSSTÖRUNGEN: Bei der Magersucht Anorexia nervosa essen Betroffene wenig oder gar nichts. Laut einer Studie des Bundesbildungsministeriums leiden 0,5 bis 1 Prozent der Mädchen im Alter von 15 bis 25 Jahren in Deutschland darunter. Patienten mit der Ess- oder Brechsucht Bulimie essen oft normal oder auch sehr viel - und übergeben sich dann. Das betrifft 1 bis 1,5 Prozent der Mädchen.

ANTI-DIÄT-TAG: Viele Menschen liefen einem Schönheitsideal hinterher, das sich mit einem gesunden Lebensstil nicht vereinbaren lasse, warnen Vereine. Sie weisen auf falsches Abnehmen hin und werben für den Kampf gegen Essstörungen. Die britische Feministin Mary Evans Young initiierte den Tag nach einer überstandenen Magersucht.

Di, 2015-05-05 02:31
Berlin (dpa)

Am 6. Mai: Anti-Diät-Tag

Berlin (dpa) - Am internationalen Anti-Diät-Tag weisen Betroffene auf Gesundheitsrisiken durch falsches Abnehmen hin und rufen zum Kampf gegen Essstörungen auf. Viele Menschen liefen einem Schönheitsideal hinterher, das sich mit einem gesunden Lebensstil nicht vereinbaren lasse, warnen Vereine. Besonders die sogenannten Jo-Jo-Diäten könnten zu gesundheitlichen Schäden führen, wenn das Gewicht nach einer Hungerkur umso schneller wieder steigt. Die britische Feministin Mary Evans Young initiierte den Tag nach einer überstandenen Magersucht. Seit 1992 wird der No-Diet-Day in vielen Ländern am 6. Mai begangen.

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

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Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

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Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

Geht doch!

Styropor „To Go“

USA Mehr als 70 Städte verbieten aufgeschäumtes Plastik. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt den Kampf mit dem Müll auf.

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Ab Juli verbannt er Einwegbecher, -teller und andere Behältnisse aus Styropor. Auch Verpackungsfüllmaterial aus Schaumstoff darf dann nicht mehr verwendet werden. Laut Abfallbehörde hat sich eine Wiederverwertung ökologisch und ökonomisch als nicht sinnvoll erwiesen. Jedes Jahr hat die Müllabfuhr in der Metropole fast 30.000 Tonnen Abfall aus aufgeschäumtem Polystyrol eingesammelt, der Großteil stammt aus der Gastronomie. „Diese Produkte verursachen reale Umweltschäden“, sagt de Blasio. Sein Appell fruchtet auch bei Behörden: Ab Sommer sollen Styroporbehälter aus Schulkantinen verschwinden. Warum das Essen künftig auf kompostierbaren statt auf Keramiktellern serviert wird, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Schon mehr als 70 US-Städte, darunter Washington, San Francisco, Oakland und Seattle, haben sich vom Einwegplastik losgesagt. In Deutschland dagegen wird der biologisch nicht abbaubare Schaumstoff weiterhin großflächig eingesetzt: nicht nur für Fastfood-Verpackungen, sondern auch für die Wärmedämmung von Gebäuden.
Illustration: Christoph Niemann

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Grenoble: Bäume statt Werbung
Die französische Alpenstadt will die erste werbefreie Stadt Europas werden: Der grüne Bürgermeister Éric Piolle hat alle Reklameverträge gekündigt. Wo bisher freie Sicht auf riesige Plakate herrschen musste, will er Bäume pflanzen lassen. Den Verzicht auf die optische Umweltverschmutzung lässt sich die Stadt jährlich 150.000 Euro kosten – so viel hat Grenoble bisher durch vermietete Werbeflächen pro Jahr eingenommen. Bislang verbietet nur eine Stadt Werbung im öffentlichen Raum: São Paulo in Brasilien, und das schon seit 2010.

Frankreich: Zu schnell kaputt
Mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe will Frankreich eingebaute Fehler, die zum vorzeitigen Verschleiß von langlebigen Verbrauchsgütern führen, als Betrug ahnden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist auf dem Weg. Niedersachsen will solche Art der Verbrauchertäuschung auch nicht hinnehmen. Landesverbraucherschutzminister Christian Meyer erwägt eine Verlängerung der Garantie bei bestimmten Produkten.

Hamburg: Steckdose für Cruiser
Die Bewohner des Elbufers können ein wenig aufatmen: Im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe werden ab diesem Sommer mit erneuerbarem Landstrom versorgt und können die luftverpestenden Dieselmotoren abstellen. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern, dass in Zukunft auch Containerschiffe zum Anschluss an den sauberen Landstrom verpflichtet werden.
 

Geht doch!

Fit für Krisen

Weltweit wollen „Transition Town“-Initiativen einen Kultur- und Energiewandel bewirken. Inzwischen gibt es mehr als 4000 in etwa 50 Ländern.

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England: Es begann in der britischen Stadt Totens
Genug geredet, jetzt wird gehandelt! Nach diesem Motto agieren inzwischen mehr als 4000 „Transition Town“-Initiativen in etwa 50 Ländern. Sie alle wollen in ihren Städten den „Übergang“ (Transition) zu einem nachhaltigen Lebensstil einleiten. Gemeinsam bauen sie Solaranlagen auf Hausdächer, führen Regio-Währungen ein, teilen Maschinen, Werkzeug und Besitztümer, reparieren Elektrogeräte, gärtnern auf öffentlichen Plätzen oder gründen Gemeinwohlunternehmen. Dass sich die Erde erwärmt, das Öl zur Neige geht und der Ressourcenverbrauch unsere Lebensgrundlagen zerstört, war längst bekannt, als der britische Umweltaktivist Rob Hopkins im Jahr 2006 in seiner Heimatstadt Totens die erste „Transition Town“-Initiative startete. Ein Weiter-so-wie-bisher kam für ihn und die wachsende Übergangsbewegung nicht in Frage. Gerd Wessling, Netzwerksprecher für die rund 120 Initiativen im deutschsprachigen Raum, begreift das Ganze als langfristiges Experiment. Ihm ist klar, dass Lastenfahrräder und Blumenkübel allein die Welt nicht retten können. Die Summe aller Aktivitäten könnte aber einen Wandel bewirken, hofft er. Wessling fühlt sich bestärkt durch das kontinuierliche Anwachsen der Bewegung. Es zeige, dass die Idee viele anstecke und jeder Einzelne in seinem Umfeld sehr wohl etwas ändern könne.
transition-initiativen.de
Illustration: Christoph Niemann

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Bodensee: Wild und bunt
Auf rund 65 Hektar blühen in den Landkreisen Schwarzwald-Baar und Konstanz Malven, Steinklee und zwei Dutzend weitere Wildpflanzen. Die bunte Vielfalt erfreut Imker, Jäger, Touristen – und Bauern. Denn sie gewinnen aus der Ernte Biogas. Allerdings liegt der Ertrag dieser Biomasse etwa ein Drittel unter dem von Mais, berichtet die Bodensee-Stiftung. Sie fördert den Wildpflanzenanbau und will so die Monokulturen der Energiepflanzen eindämmen. Dafür müssen weniger Pestizide gespritzt werden.
bioenergie-region-bodensee.de

Steiermark: Laubbläser verboten
Sie stinken, lärmen und verpesten die Luft – deshalb ist der Einsatz von Laubbläsern seit dem 1. Oktober im österreichischen Bundesland Steiermark verboten. Verstöße sollen mit Geldstrafen bis zu 7250 Euro geahndet werden. Ausschlaggebend war eine Studie der Universität Graz: Laubbläser wirbelten am Boden abgelagerte Ruß- und Staubpartikel auf, stellten die Forscher fest. Im Vergleich zur Besenreinigung gelange so zehnmal mehr Feinstaub in die Luft.

Südtirol: Pestizidfreie Gemeinden
Die Gemeinde Malosco in der italienischen Provinz Trentino ist Vorreiter im Kampf gegen Pestizide: Trotz heftigen Widerstands der Bauernlobby hat der Bürgermeister den Einsatz vieler Agrargifte verboten. Er will die Gesundheit seiner Bürger schützen. Auf diesen Präzedenzfall beruft sich die Kommune Mals im benachbarten Vinschgau. Anfang September hat das Dorf abgestimmt: 76 Prozent votierten für ein Verbot aller giftigen, gesundheits- und umweltschädlichen Pestizide auf dem Gemeindegebiet.

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Di, 2015-05-05 01:30
Berlin (dpa)

Schmidt will Veröffentlichung von Hygiene-Sündern voranbringen

Berlin (dpa) - Verbraucher sollen nach dem Willen von Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) künftig besser über Täuschungen und Gesundheitsrisiken bei Lebensmitteln informiert werden. Das gehe aus einem Gesetzentwurf hervor, der ihr vorliege, berichtet die «Welt» (Dienstag). Schon seit 2012 sind die Behörden eigentlich verpflichtet, schwere Verstöße zum Beispiel gegen Hygienevorschriften zu veröffentlichen. So sollten Verbraucher schneller die Namen verantwortlicher Unternehmen erfahren. In der Praxis hakte es jedoch bei der Umsetzung, Gerichte stoppten Veröffentlichungen per Eilverfahren.

Nach dem Entwurf solle auch auf die betroffenen Unternehmen Rücksicht genommen werden, heißt es in dem Bericht weiter. So sollen im Internet veröffentlichte Informationen über Verstöße nach sechs Monaten gelöscht werden. Zudem sei eine Härtefallklausel vorgesehen, die Unternehmen im Einzelfall vor einer Veröffentlichung bewahren kann.

«Die Verbraucher haben einen Anspruch auf verlässliche Informationen über das, was in Lebensmitteln steckt, und ob die Unternehmen sich an die rechtlichen Vorgaben halten», sagte Schmidt der Zeitung. Er sei zuversichtlich, dass der jetzt vorgelegte Gesetzentwurf «einen rechtssicheren Vollzug» ermögliche.

Di, 2015-05-05 00:19
Panama-Stadt (dpa)

Panama hält an umstrittenem Staudamm-Projekt fest

Panama-Stadt (dpa) - Trotz heftiger Kritik von Umweltschutzverbänden und Indios will Panamas Regierung das umstrittene Wasserkraftwerk «Barro Blanco» im Westen des Landes weiterbauen lassen. Allerdings werde geprüft, ob für die weiteren Arbeiten eine andere Firma beauftragt werden könnte, sagte Außenministerin Isabel Saint Malo am Montag. Wegen Verstößen gegen das Umweltrecht waren die Bauarbeiten im Februar vorerst gestoppt worden. Das Kraftwerk ist bereits zu 95 Prozent fertiggestellt.

Die Indios vom Stamm der Ngöbe-Buglé kritisieren, dass der Staudamm von Flüssen gespeist wird, die durch ihr Land fließen. In den vergangenen Jahren kam es an der Baustelle immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Indios und der Polizei. «Barro Blanco» soll die Bergbauunternehmen der Region mit Energie versorgen. Das Projekt wird unter anderem von der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) finanziert.

Mo, 2015-05-04 21:23
Bujumbura (dpa)

Tote und Verletzte bei neuen Protesten in Burundi

Die Lage in Burundi spitzt sich zu. Die Opposition will keine dritte Amtszeit des Präsidenten hinnehmen. Wieder gibt es bei Protesten Tote - und der zweithöchste Richter flieht außer Landes.

Bujumbura (dpa) - Sicherheitskräfte in Burundi haben bei einem Einsatz gegen Proteste gegen Präsident Pierre Nkurunziza mindestens zwei Demonstranten erschossen. Zudem seien 45 Menschen verletzt worden, sagte ein Sprecher des Roten Kreuzes am Montag.

In der Hauptstadt Bujumbura und anderen Orten des ostafrikanischen Landes protestierten erneut Tausende Menschen gegen eine dritte Amtszeit des Präsidenten Nkurunziza. Polizisten schossen Augenzeugen zufolge auf Demonstranten und setzten auch Tränengas ein. Vergangene Woche waren bei Protesten laut Rotem Kreuz bereits sechs Menschen getötet worden.

Die Demonstrationen begannen, als Nkurunziza vor rund zehn Tagen bekanntgab, bei der Präsidentenwahl im Juni eine dritte Amtszeit anzustreben. Die Opposition sieht dies als verfassungswidrig und als Verstoß gegen das Friedensabkommen von Arusha an.

Der Vizepräsident des Verfassungsgerichts, Sylvère Nimpagaritse, floh unterdessen mit seiner Familie ins Nachbarland Ruanda, wie ein hoher Beamter dort sagte. Das Gericht sollte schon bald über die Verfassungsmäßigkeit der Wahlpläne Nkurunzizas befinden und steht Berichten zufolge unter starkem Druck der Regierung.

Mehr als 15 000 Menschen sind laut UN-Angaben in den vergangenen Wochen bereits aus Angst vor neuer Gewalt nach Ruanda geflohen. Mit dem Abkommen von Arusha wurde 2005 der langjährige Bürgerkrieg zwischen den Volksgruppen der Hutus und Tutsis in Burundi beendet, in dem nach Schätzungen 300 000 Menschen getötet worden waren. Burundi gehört einem UN-Entwicklungsindex zufolge zu den zehn ärmsten Ländern der Welt.

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

Erschienen in Ausgabe 3.15

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 5.12

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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"Ich hab's nicht so mit Broteschmieren."

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“

Erschienen in Ausgabe 3.12

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Erschienen in Ausgabe 2.12

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Erschienen in Ausgabe 1.12

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

Erschienen in Ausgabe 6.11

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Immer noch - umweltschädlicher Becher Becher wird künftig vielleicht recycelt. ActiIrreführus - bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

Erschienen in Ausgabe 5.11

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Tödlich.  Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord. Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

Erschienen in Ausgabe 4.11
 

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate "ausgesetzt". Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit "ausgesetzter" Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

Erschienen in Ausgabe 3.11
 

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU.  Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen.  Erpresso Die Leere des Portemonnaies

Erschienen in Ausgabe 2.11
 

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Schaurige Leistung. Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten. Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich. VW Das Böse.

Erschienen in Ausgabe 1.11

 

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Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

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Wir fördern Gier und Pfusch. Statt Alternativen. Seit Jahren basteln wir fleißig an unserem grünen Image. Doch anstatt konsequent auf erneuerbare Energien zu setzen, plündern wir die letzten Ölreserven unseres Planeten – zum Beispiel im Golf von Mexiko. Ohne Skrupel. Ohne Rücksicht auf Verluste. Und ohne Plan B, falls was schiefgeht – wie jetzt. bp big problems

Erschienen in Ausgabe 4.10

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Ohne Garantie: Palmöl und Urwald in Harmonie Terror Activ. Unser neuer Reiniger glänzt mit einem zweifelhaften Siegel. Damit putzen wir alles weg. Sogar den Regenwald.

 

www.regenwald.org/rspo-siegel

Erschienen in Ausgabe 3.10

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