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Di, 2016-05-03 12:29
Offenbach (dpa)

Seltenes Himmelsereignis: Merkur vor der Sonne zu sehen

Anfang nächster Woche wandert ein kleiner Punkt über die Sonnenscheibe. Es ist der Merkur. Das seltene Ereignisse kann am besten in Sternwarten beobachtet werden.

Offenbach (dpa) - Kosmisches Schauspiel: Der Merkur wandert am kommenden Montag (9. Mai) vor der Sonne vorbei. Der sogenannte Merkurtransit beginnt um 13.12 Uhr mit dem Eintritt des kleinsten Planeten am Ostrand der Sonne und endet um 20.41 Uhr. Wolken erschweren voraussichtlich im Süden, Westen und Osten die Sicht. «Die Chancen stehen im Norden besser als im Süden», sagte Meteorologin Sabine Krüger vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach am Dienstag.

Das Ereignis ist nur mit speziellen Fernrohren zu sehen. Experten warnen aber: Niemals ohne Filter in die Sonne schauen.

Merkurtransite sind noch seltener als Sonnen- und Mondfinsternisse. Im 21. Jahrhundert tritt der sonnennächste Planet nur 14 Mal vor die Sonne. Nicht alle Merkurtransite sind von Mitteleuropa aus zu sehen. Zuletzt konnte das Schauspiel von Deutschland aus 2003 beobachtet werden, das nächste Mal ist es 2019 möglich.

Merkur ist der kleinste Planet unseres Sonnensystems und hat einen Durchmesser von fast 4900 Kilometern. Er erscheint am Montag als winziger dunkler Punkt vor der Sonne. Mit bloßen Augen ist das Ereignis nicht zu sehen. Dafür ist ein Fernrohr mit stabilem Stativ und mindestens 50-facher Vergrößerung notwendig. Das Himmelsereignis kann auch in vielen Sternwarten beobachtet werden.

Nur ein extrem dünnes Gasgemisch, die Exosphäre, umhüllt den Merkur. Diese Exosphäre besteht vor allem aus Sauerstoff, Natrium und Wasserstoff. Forscher des Leibniz-Instituts für Astrophysik Potsdam wollen das Himmelsschauspiel nutzen, um mit Hilfe von Teleskopen Natrium in der Exosphäre von Merkur aufzuspüren und die Messgenauigkeit von Instrumenten zu testen. Dies sei wegen der dünnen Gasschicht nur durch Raumsonden oder während eines solchen Transits möglich. Die Europäische Weltraumagentur Esa will während des Merkurtransits Bilder ihrer Raumsonde «BepiColombo» übertragen.

Di, 2016-05-03 12:50
Wolfsburg (dpa)

Trotz Golf-Start: VW kommt beim Diesel-Rückruf weiter kaum voran Von Marco Hadem, dpa

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen: Gerade einmal einige Tausend VW-Diesel konnten bislang von der Betrugssoftware befreit werden. Daran ändert auch der Rückruf der ersten Golf-Modelle noch nichts.

Wolfsburg (dpa) - Nach einer mehr als zweimonatigen Hängepartie im Diesel-Skandal von Volkswagen hat am Dienstag der Rückruf für rund 15 000 Golf-Modelle begonnen. Zunächst sollen die Besitzer der Fahrzeuge vom Typ TDI Blue Motion in ganz Europa per Post über die vorgezogene Software-Umrüstung informiert werden. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur gilt der Rückruf in Deutschland damit für knapp 4000 Golf der sechsten Generation. Genaue Zahlen und Angaben zu den Modellen wollte VW zunächst nicht veröffentlichen.

Der Konzern hatte sich mit dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) auf die neue Planung geeinigt, weil es beim ursprünglichen Zeitplan massive Probleme gibt. Für den eigentlich bereits ab Ende Februar vorgesehenen Start der Werkstattbesuche für rund 160 000 Passat-Modelle fehlt trotz umfangreicher Tests nach wie vor eine Freigabe durch das KBA.

Zeitgleich zu den Briefen an die Kunden schaltete VW am Dienstag auch das für die Software-Umrüstung benötigte Update für die etwa 2000 Vertragswerkstätten frei. «Grundsätzlich sind sie dann ab sofort in der Lage, die Aktion bei den Modellen durchzuführen», sagte ein VW-Sprecher. Das Update gilt aber nur für ausgewählte Modelle des Golfs mit 2,0 Liter-Motor und Schaltgetriebe. Die große Masse des weltweit meistverkauften VW-Modells mit der Betrugssoftware muss damit weiter auf den Rückruf warten.

Nachdem im vergangenen September der weltweite Abgas-Skandal bei Volkswagen bekannt geworden war, hatten die Wolfsburger 2016 zum «Jahr des Rückrufs» ausgerufen. Doch der Rückrufplan ist in den ersten vier Monaten alles andere als glatt verlaufen.

Nachdem im Januar der Pick-up Amarok - rund 8500 Modelle sind hier betroffen - noch planmäßig startete, muss das anschließend angesetzte Volumenmodell Passat bis heute auf die KBA-Freigabe warten. Offizielle Begründungen gibt es keine. Nach dpa-Informationen sind unter anderem erhöhte Kraftstoff-Verbrauchswerte nach dem Update dafür verantwortlich.

Nach Angaben eines Sprechers der VW-Nutzfahrzeuge wurden bis Anfang Mai rund 6300 Amarok mit einer neuen Software ausgestattet. Anfang April erteilte das KBA zudem für rund 90 000 betroffene Fahrzeuge der VW-Töchter Audi und Seat die Genehmigung für den Rückruf.

Die große Masse der weltweit mehr als elf Millionen Diesel-Fahrzeuge - davon rund 2,5 Millionen in Deutschland - muss damit weiter auf eine Freigabe warten. In der vergangenen Woche hatte auch VW-Chef Matthias Müller erstmals offiziell Probleme beim Rückruf eingeräumt: «Wir sind damit noch nicht so weit, wie wir es gerne wären.»

Zahlen nannte Müller aber nicht. Nach Informationen aus Konzernkreisen bezifferte VW intern den Verzug zwischenzeitlich bereits auf rund 250 000 Fahrzeuge. Müller schloss deshalb auch nicht aus, dass der Rückruf nicht wie angekündigt im laufenden Jahr abgeschlossen werden kann.

In Europa dauert die Software-Umrüstung für die 2,0- und 1,2-Liter-Maschinen laut VW rund 30 Minuten. Bei den 1,6-Liter-Motoren muss zudem ein neues Bauteil eingesetzt werden, weshalb die Umrüstung hier rund eine Stunde in Anspruch nehmen soll. Für die Kunden ist der Werkstattbesuch kostenlos, anders als in den USA sollen sie aber keine Entschädigungen erhalten.

Di, 2016-05-03 12:30
Stuttgart (dpa)

US-Soldat im Anti-IS-Einsatz im Nordirak getötet

Stuttgart (dpa) - Ein US-Soldat ist im Einsatz gegen die Terrormiliz Islamischer Staat in Nordirak getötet worden. Das sagte Verteidigungsminister Ashton Carter am Dienstag während seines Deutschlandbesuchs in Stuttgart.

Der Soldat sei in der Nähe der Kurden-Hauptstadt Erbil gefallen. «Die genauen Umstände kenne ich noch nicht», sagte Carter. Am Rande Erbils sind auch 130 Bundeswehrsoldaten stationiert. Sie bilden kurdische Soldaten aus, sind aber nicht an Kämpfen beteiligt.

Di, 2016-05-03 12:27
Braunschweig (dpa)

VW bringt deutlich mehr Autos über Leasingverträge auf den Markt

Braunschweig (dpa) - Volkswagen hat im ersten Quartal deutlich mehr Autos mit Leasingverträgen auf den Markt gebracht. Insgesamt kamen bei VW Financial Services (VWFS) 305 000 neue Leasingverträge dazu und damit knapp 19 Prozent mehr als vor einem Jahr, wie die VW-Finanzdienstleistungs-Sparte aus Braunschweig am Dienstag mitteilte. Verrechnet mit ausgelaufenen Kontrakten wuchs der Vertragsbestand beim Leasing um 10,5 Prozent auf gut 2,6 Millionen. Der Bestand der laufenden Verträge für eine Autofinanzierung wuchs um 4,6 Prozent auf 6,2 Millionen.

«VW gewährt über Finanzierungs- und Leasingverträge, aber auch bei direkter Zahlung derzeit hohe Rabatte», sagte NordLB-Analyst Frank Schwope. Volkswagen kämpft weiter gegen die Folgen des Abgas-Skandals. Insgesamt hatte der Konzern im ersten Quartal 0,8 Prozent mehr Autos verkauft als ein Jahr zuvor.

Ein deutliches Wachstum gab es auch bei der Zahl der sogenannten Dienstleistungsverträge. Darunter fallen Vereinbarungen für die Wartung und Inspektion. Der Bestand solcher Verträge wuchs im Jahresvergleich um gut 21 Prozent auf 2,9 Millionen. Sie seien im Zuge einer «Vertrauensoffensive» zu besonders günstigen Konditionen angeboten worden, erklärte ein VWFS-Sprecher. Bei der Premium-Tochter Audi gab es außerdem bis Ende März eine Aktion, bei der Käufer von Autos mit Motoren, die von Abgas-Manipulationen betroffen sind, unter anderem zwei Jahre lang kostenlos zur Inspektion kommen können.

Di, 2016-05-03 12:57
Berlin (dpa)

Organisation: Jeder Dritte in der arabischen Welt Korruptionsopfer

Berlin (dpa) - Fast jeder Dritte im Nahen Osten und Nordafrika musste der Organisation Transparency International (TI) zufolge im vergangenen Jahr für öffentliche Dienstleistungen Schmiergelder zahlen. Dies entspreche rund 50 Millionen Menschen in der arabischen Welt, teilte die Anti-Korruptions-Organisation am Dienstag bei der Veröffentlichung einer Studie mit.

Der Umfrage zufolge musste jeder Dritte Schmiergelder an ein Gericht zahlen, jeder Vierte an die Polizei. Im Bürgerkriegsland Jemen sei die Korruption besonders hoch: Rund 77 Prozent der Bürger hätten Schmiergelder für öffentliche Dienstleistungen zahlen müssen. Zudem glaubten demnach 61 Prozent der Befragten, die Korruption sei im vergangenen Jahr gestiegen. Für die Studie haben TI und dem Umfrageinstitut Afrobarometer nach eigenen Angaben 10 797 Erwachsene in neun Ländern befragt.

«Es ist, als wäre der Arabische Frühling nie passiert», teilte der Präsident von TI, José Ugaz, mit. Die Unzufriedenheit mit korrupten Regimen sei ein wichtiger Katalysator für die Aufstände in der Region in 2011 gewesen. Fünf Jahre später hätten Regierungen wenig getan, um gegen Korruption vorzugehen und größere Transparenz zu schaffen.

Di, 2016-05-03 12:35
Rodaborn (dpa)

Imbissbetreiber verlieren kuriosen Bratwurststreit an der A9

Seit Jahren tobt ein kurioser Streit um den Verkauf von Bratwürsten auf einem Parkplatz an der A9 in Thüringen. Nun hat ein Gericht entschieden: Der Verkauf über einen Zaun an Autofahrer ist nicht rechtens. Dennoch wollen die Betreiber vorerst weitermachen.

Rodaborn (dpa) - Der Bratwurstverkauf an der Autobahn 9 (Berlin-München) in Thüringen ist einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts Gera zufolge rechtswidrig. Für den Verkauf an Deutschlands erster Raststätte über einen Zaun hinweg sei eine Konzession oder Sondernutzungsgenehmigung nötig - beides fehle, entschied das Gericht am Dienstag bei einer Verhandlung im thüringischen Rodaborn. Dass die Behörden in vergangenen Jahren den Verkauf geduldet haben, schaffe keinen Rechtstitel, sagte der Vorsitzende Richter Bengt Fuchs in der Urteilsbegründung (Az: 3 K 649/14 Ge).

Weil ein Zaun den regulären Autobahnparkplatz von dem historischen Rasthaus Rodaborn trennt, hatten die Imbissbetreiber seit Jahren Würste und Getränke auf Zuruf darüber hinweg verkauft. Das hatte der Freistaat Thüringen auf Druck des Bundes 2013 untersagt und ein Zwangsgeld von 2000 Euro angedroht. Dagegen waren die Betreiber in Widerspruch gegangen und der Fall landete vor Gericht.

Da das Urteil noch nicht rechtskräftig ist, kann der Verkauf an Autofahrer auf dem Parkplatz vorerst weitergehen. Betreiberin Christina Wagner gab sich nach der Entscheidung kämpferisch. «Auf alle Fälle» werde sie weiter Bratwürste verkaufen, sagte sie. Sie wolle das Urteil prüfen und dann Antrag auf Zulassung der Berufung beim Oberverwaltungsgericht stellen.

Die Konzession für die historische Raststätte war 2004 erloschen. Das Ehepaar hatte die Immobilie 2009 vom Bund gekauft und ein Jahr später mit dem Verkauf von Speisen und Getränken begonnen.

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Di, 2016-05-03 12:59
Stuttgart (dpa)

US-Soldat im Anti-IS-Einsatz im Nordirak getötet

Stuttgart (dpa) - Ein US-Soldat ist im Einsatz gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Nordirak getötet worden. Das sagte Verteidigungsminister Ashton Carter am Dienstag während seines Deutschland-Besuchs in Stuttgart.

Der Soldat sei in der Nähe der Kurden-Hauptstadt Erbil gefallen. «Die genauen Umstände kenne ich noch nicht», sagte Carter. Am Rande Erbils sind auch 130 Bundeswehrsoldaten stationiert. Sie bilden kurdische Soldaten aus, sind aber nicht an Kämpfen beteiligt.

Di, 2016-05-03 12:58
Düsseldorf (dpa)

Anklage wegen «Scharia-Polizei» nach Beschwerde zugelassen

Düsseldorf (dpa) - Der Auftritt von Islamisten als «Scharia-Polizei» in Wuppertal vor zwei Jahren wird nun doch noch in einem Strafprozess behandelt. Nach einer Beschwerde der Staatsanwaltschaft ließt das Oberlandesgericht Düsseldorf die Anklage gegen acht von neun Angeschuldigten zur Hauptverhandlung zu. Der 3. Senat halte eine Verurteilung wegen Verstoßes gegen das im Versammlungsgesetz vorgegebene Uniformverbot für wahrscheinlich, teilte das Gericht am Dienstag mit.

Im September 2014 waren Islamisten als selbst ernannte Sittenwächter durch Wuppertal patrouilliert. Sie trugen Westen mit dem Aufdruck «Shariah Police». Dabei war Sven Lau, einer der bekanntesten Köpfe der Salafisten-Szene. Die Scharia ist das islamische Recht.

Das Landgericht Wuppertal hatte im Dezember 2015 die Eröffnung eines Strafprozesses noch abgelehnt, lediglich gegen Lau war ein Teil der Anklage zugelassen worden. Die OLG-Entscheidung kann nicht angefochten werden.

Di, 2016-05-03 12:59
Algarrobo/Hamburg (dpa)

«Uns hat der Blitz getroffen» - Was von der Ehec-Krise bleibt J. Vogelsänger, P. Kaminsky; P. Körner, B. Sprengel , C. Charisius, D. González , dpa

Erst bekommen spanische Gurken die Schuld, dann sind es Sprossen. Im Mai 2011 sorgt ein aggressiver Darmkeim für überfüllte Krankenhäuser. Mehr als 50 Menschen sterben. Und heute? Sind unsere Lebensmittel fünf Jahre danach sicherer?

Algarrobo/Hamburg (dpa) - Manche Ereignisse zerschneiden das ganze Leben in vorher und nachher. Sie fressen sich tief in die Erinnerung der Betroffenen ein. Bei anderen Menschen bleibt eine vage Angst: die Angst vor etwas, was keiner im Griff hat. So ein Ereignis war die Ehec-Epidemie vor fünf Jahren in Deutschland. Der Darmkeim machte aus Tausenden Menschen über Nacht sterbenskranke Patienten. Der Erreger schürte die Furcht vor gesunder Rohkost: vor Salat, Gurken, Sprossen. Und er zog weltweit Kreise.

«An jenem Tag hat uns der Blitz getroffen», sagt Antonio Lavao. Der spanische Unternehmer und Gemüse-Exporteur denkt ungern an den 26. Mai 2011 zurück. Der aggressive Ehec-Keim grassiert seit Anfang Mai besonders in Norddeutschland. Er sorgt für blutige Durchfälle und Nierenversagen. Die Krankenhäuser sind voll.

Behörden und Forscher suchen nach verseuchtem Gemüse als Quelle. Ende Mai nennen die Behörden in Hamburg dann den Namen seines Unternehmens: Auf Gurken, die die Firma Frunet geliefert hatte, seien Ehec-Erreger gefunden worden. Das Kürzel steht für «enterohämorrhagische Escherichia coli».

Wenige Tage später sollte sich die Schuldzuweisung als falsch herausstellen. Die Ehec-Bakterien an den Gurken auf dem Hamburger Großmarkt haben nichts mit der Epidemie zu tun. Wo sie genau herkamen, bleibt ungeklärt. Der schlimme Keim gehört zu einem anderen Stamm: Ehec O104:H4, so der Fachname.

Für Lavaos Betrieb kommt der entlastende Befund zu spät. «Wir waren tot», beschreibt Vertriebschef Richard Soepenberg (51) die Situation. Um 17 Uhr habe der erste Kunde angerufen, um seine Bestellung zu stornieren. «Um 20 Uhr hatten wir keine Kunden mehr», erinnert sich der Niederländer. Bald stehen TV-Teams auf dem Hof. Die Firma, rund 40 Kilometer östlich von Málaga, ist weltweit in den Schlagzeilen.

Seit Jahren ist Frunet auf Bioware spezialisiert, vertreibt Gurken, Zucchini, Auberginen und Paprika aus der Region. Der Betrieb baut außerdem selbst Tomaten sowie Avocados und Mangos an. Der 45-jährige Lavao lacht oft, wenn er von der Gründungszeit vor 20 Jahren erzählt. Der dreifache Familienvater, dunkelhaarig und mit Bart, ist jovial und offen. Der Andalusier ist mit Leidenschaft bei der Sache. Sein Motto: Es ist besser, in einem kleinen Bereich groß zu sein, als in einem großen Geschäftsbereich klein. 2011 läuft das Geschäft für Lavao gut, Deutschland ist der wichtigste Markt.

Dann steht sein Betrieb plötzlich am Pranger. Rund 50 Arbeitsplätze, fast die Hälfte der Stellen, habe er streichen müssen. Sein Lächeln ist verschwunden. «Es gab eine Zeit, da habe ich Angst gehabt, dass sie mich ins Gefängnis stecken», erzählt er. «Für etwas, was ich nicht getan hatte und von dem ich keine Ahnung hatte.» Der Stress setzt ihm zu, zwei Nierenkoliken bringen ihn ins Krankenhaus.

Betroffen von der Ehec-Krise ist aber nicht nur Lavaos Unternehmen. Gemüsebauern vielerorts in Europa erleiden Verluste. Verbraucher meiden frische Ware. Schließlich weiß noch keiner, ob der unsichtbare Feind nicht in Tomaten, Spinat oder Blattsalaten steckt. Die Europäische Union (EU) springt mit Millionenhilfen ein.

Antonio Lavaos Firma ist bald wieder aus den Medien raus. Dafür richtet sich der Blick auf einen kleinen Biohof in Niedersachsen. Er liegt südlich von Lüneburg. In kriminalistischer Kleinarbeit, mit Befragung von Kranken und dem Nachzeichnen von Lieferwegen, findet eine sogenannte Task Force Ehec eine Spur. Die Indizien deuten auf diesen Sprossen-Anbieter als einen Ausbruchsort.

Heute - fünf Jahre nach ihrer existenzgefährdenden Krise - wollen die Betreiber nicht mehr darüber sprechen. Das grüne Metalltor am Ende der Dorfstraße bleibt verschlossen. Wenn man anruft, läuft nur der Anrufbeantworter. Ähnlich wie damals.

Vor dem Hof am Ortsrand stehen an einem warmen Junitag 2011 plötzlich die TV-Übertragungswagen. Sie senden live in die USA und nach Großbritannien, nach Frankreich oder Russland. Mehrere Sender sind aus Lavaos Heimat Spanien angereist.

Heute sieht die Straße so ruhig aus wie vorher. Der Hof hat auf dem Marktplatz von Lüneburg seinen kleinen Stand. Mittwochs und samstags. Doch damals hat es den Betrieb schwer getroffen.

Von einst 15 Mitarbeitern seien nur wenige übrig geblieben, hat einer der Geschäftsführer ein Jahr nach der Krise gesagt. Nach sechs Wochen hätten er und seine Partnerin einen Nervenzusammenbruch erlitten. Auf dem Biohof nahmen Experten in Schutzanzügen Proben. Rund tausend Stück. «Obwohl bei uns nichts gefunden wurde, sind wir in der Öffentlichkeit immer noch der Ehec-Hof», so der Betreiber damals. Die Behörden gehen davon aus, dass Sprossensamen aus Ägypten, die dort angezogen wurden, viele der Krankheitsfälle auslösten.

Eine der rund 4000 Kranken ist Brigitte Weden. «Das war das totale Chaos», erinnert sich die 76-Jährige an die Situation, als sie im Mai das erste Mal ins Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) kommt. Am Morgen nach dem Duschen hat sie Blut im Handtuch bemerkt. «Ich dachte sofort: Das ist Ehec.» Die ehemalige Sekretärin fährt in die Klinik. Dort wartet sie mit rund 100 mutmaßlichen Ehec-Patienten. Nach mehreren Stunden wird sie untersucht - und nach Hause geschickt.

Daheim sei die Durchfall-Krankheit erst richtig losgegangen. «Das Blut wurde immer mehr. Ich habe zwei Nächte auf dem Klo verbracht. Es war furchtbar.» Auch beim zweiten Klinik-Besuch sei sie weggeschickt worden. «Ich hab' mich verpackt wie ein Baby», sagt sie beschämt. Irgendwann entscheidet die Tochter, den Notruf zu verständigen.

Nach der Klinik-Aufnahme änderte sich die Behandlung. «Man hat sich sehr um mich gekümmert», sagt die weißhaarige Frau anerkennend. Sie sei am Herzen operiert worden. Die Herzkranzgefäße hätten an drei Stellen «rebelliert». Der Erreger, der einen Gift-Cocktail abgibt, habe aber vor allem in ihrem Kopf sein Unwesen getrieben. Irgendwann werden ihre Blutwerte besser. Nach zwei Wochen kehrt sie - noch schwach - nach Hause zurück.

Rolf Stahl, Professor für Innere Medizin und Nierenheilkunde am UKE, urteilt heute, dass die Klinik insgesamt einen «exzellenten Job» gemacht habe. Die hohe Zahl der Patienten war für viele Häuser damals eine Herausforderung. Dass im UKE alles perfekt gelaufen sei, behauptet der Ehec-Experte nicht. Aber: «Wir haben gelernt, wie man mit solchen Ausbrüchen umgehen kann.» Bei einer ähnlichen Epidemie wäre das Klinikum noch besser aufgestellt, ist sich Stahl sicher.

Brigitte Weden fühlt sich weiter nicht völlig gesund. Auch wenn sie wieder ehrenamtlich in einem Bürgercafé arbeitet. «Ich habe durch die Krankheit einen Schlag mitgekriegt.» Zwei Jahre danach sei Bluthochdruck dazugekommen. Manchmal könne sie nicht gut sprechen.

Worum sie heute beim Essen einen Bogen macht? Die Salattheke im Supermarkt um die Ecke. Sie glaubt, dass die Erreger in einer Portion versteckt waren, die sie sich mit Sprossen zusammengestellt hatte.

Anders als Brigitte Weden denken viele Verbraucher am Gemüsestand kaum noch an das Schreckgespenst Ehec. Zumal die Politik angesichts von mehr als 50 Ehec-Toten 2011 versprach, Gesetze und Kontrollen bei Lebensmitteln zu prüfen. Mit welchem Ergebnis? Sind Sprossen heute entspannt genießbar? Sind Salate und anderes Grünzeug unbedenklich?

Unser Essen sei nach der Ehec-Krise sicherer geworden, stellt das Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft in Berlin fest. Viele Experten stimmen zu.

«Die Lebensmittel in Deutschland sind sicher. Aber: Krankheitserreger in Lebensmitteln lassen sich nicht zu 100 Prozent vermeiden», sagt etwa Juliane Bräunig, Fachgruppen-Leiterin beim Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR).

In der gesamten EU gucken die Behörden den Sprossen-Produzenten seit 2013 genauer auf die Finger. Hersteller müssen selbst regelmäßige Ehec-Tests machen. Denn von dem gefährlichen Erreger O104:H4 reichen schon wenige Exemplare, um gesunde Erwachsene aus der Bahn zu werfen.

Verbraucherschützer, etwa von Foodwatch, beklagen allerdings, dass viele Regel-Verschärfungen nur Sprossen betreffen. Und nicht auch andere Frischwaren wie in Tüten verpackte Salate oder Gurken.

Als Erfolg werten alle, dass die Meldung des Arztes - Achtung, Ehec-Patient - heute schneller beim Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin eintreffen muss. Dort führen Experten Buch über gefährliche Infektionen. Drei bis fünf Tage sind für den Weg vorgesehen. 2011 dauerte es oft mehr als 14 Tage. So war ein Großteil der kontaminierten Ware vor fünf Jahren schon gegessen, als im Juni die Warnung vor verseuchten Bockshornklee-Sprossen rausging. Also Fortschritt? Ja. Hundertprozentiger Schutz beim Essen: nicht machbar.

So ähnlich sieht es bei der Forschung aus: «Es gab erstaunlich viele wissenschaftliche Publikationen als Folge des Ausbruchs zu vielen Themenbereichen: 133 Arbeiten in 4 Jahren danach», fasst Prof. Gerard Krause, Mediziner vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig, zusammen. Er war 2011 noch selbst beim RKI und bei der Fahndung nach dem Auslöser dabei gewesen.

Trotzdem klaffen Lücken. Eines der größten Rätsel ist, wie Ehec O104:H4 denn genau in die Samen aus Ägypten oder in die Sprossen kam. Ein Verdacht: Das Bakterium ist in der Lage, lange, vielleicht Jahre, in einem «Schlafzustand» auszuharren. Dann wird es durch irgendetwas geweckt. Es vermehrt sich und schüttet sein Gift im Menschen aus.

Mindestens genauso spannend ist die Frage, wo der aggressive Angreifer nach dem Ende der Epidemie hin ist. «Nach wie vor kennen wir nicht das Reservoir, also den Ort, wo der Erreger sich aufhält bis zu einem Ausbruch», sagt einer der besten Ehec-Kenner, Professor Helge Karch aus dem westfälischen Münster. Er vertritt die These: Es gibt hierzulande Menschen, die, ohne erkrankt zu sein, mit diesem Keim besiedelt sind. Und die ihn auch ausscheiden.

Noch im September 2015 hat sein Labor am Institut für Hygiene den Ehec-Keim aus einer Stuhlprobe in Nordrhein-Westfalen isoliert. «Der Stamm O104:H4 kommt noch vor, aber er hat keine Ausbrüche mehr verursacht und ist selten, eine Rarität», sagt Karch. Das heißt: kein Grund zur Angst, aber zur Vorsicht.

Auch in Spanien hat die Firma Frunet die Vorsichtsmaßnahmen noch mal erhöht. Bevor Besucher die Halle betreten, müssen sie, ähnlich wie in einer Arztpraxis, einen Fragebogen ausfüllen: «Waren Sie in der letzten Woche krank? Hatten Sie eine Durchfall- oder Magenerkrankung?» Unternehmer Antonio Lavao erläutert: «Von jeder Lieferung behalten wir zur Kontrolle eine Probe hier.» Die Firma achte noch stärker auf Lebensmittelsicherheit. «Wir machen noch mehr Kontrollen und noch mehr Laboranalysen.»

In der großen Krise kommt damals auch der Vorschlag, die Firma zu schließen. Oder den Namen zu ändern. Betriebswirt Lavao rückt seine Brille zurecht und ballt die Faust: «Aber diesen Gedanken fand ich unwürdig, ich hätte das als persönliche Niederlage empfunden.»

Also geht er in die Offensive. Das Unternehmen aus Algarrobo engagiert eine internationale Beraterfirma und eine Anwaltskanzlei in Deutschland, Lavao gibt eine Pressekonferenz in Hamburg, auf der er sich gegen die Vorwürfe zur Wehr setzt.

Im September 2011 kommt die Wende - auch emotional. Und dies hat der Spanier ausgerechnet einem Großkunden aus Deutschland zu verdanken. Dieser wollte bei ihm Mangos bestellen. «Ich fragte ihn, ob wir unseren Firmennamen von den Etiketten entfernen sollten», erzählt Lavao. «Aber warum denn, ihr habt ja nichts falsch gemacht», habe der Kunde erwidert. «Das hat uns sehr viel Kraft gegeben.»

Ende 2011 verklagt das Unternehmen die Stadt Hamburg auf 2,3 Millionen Euro Schadenersatz. Weil Ende Mai bei der Warnung vor dem Verzehr spanischer Gurken auch der Firmenname genannt wurde. Im Oktober 2015 gibt das Landgericht der Klage zum Teil statt. Die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz geht in Berufung: Sie sieht die Art und Weise der Warnung weiter als rechtens an.

Die meisten Kunden, berichtet Lavao, seien im Laufe der Jahre zurückgeholt worden (Umsatz 2015: rund 29 Millionen Euro). Deutschland sei aber nicht mehr der Hauptabnehmer.

«Es gibt zweifellos ein Vorher und ein Nachher», sagt Lavao. Auch privat. Als alles soweit im Lot war, zog er mit seiner Frau und den drei Kindern für ein Jahr nach England. Er habe Abstand gebraucht. Die Firma bleibe ein wichtiger Teil seines Lebens, «aber die Familie kommt nun an erster Stelle».

Und die Gurken? Damals machten sie nur einen kleinen Teil der Exporte aus. «Eigentlich waren wir uns einig, sie nach alledem aus dem Sortiment zu nehmen.» Doch Kunden in Schweden hätten sie unbedingt gewollt. So sind Gurken inzwischen zu einem wichtigen Geschäftsfeld geworden - und werden auch wieder nach Deutschland verkauft. «Unglaublich, nicht wahr?», sagt Lavao und lacht.

Geht doch!

Saubere Profite

Als erste deutsche Stadt investiert die westfälische Kommune nur noch in ethisch-ökologische Anlagen

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Dem Stadtkämmerer von Münster bereiten die RWE-Verluste keine schlaflosen Nächte: Als erste deutsche Stadt hat die westfälische Grünen-Hochburg zum Jahresbeginn alle Geldgeschäfte mit Klimasündern eingestellt. Rückstellungen für die Beamtenpensionen – das sind immerhin 460 Millionen Euro – dürfen nicht mehr in Fonds angelegt werden, die Aktien von Öl- und Kohleunternehmen beinhalten. Mehr noch: Auch Atomenergiekonzerne, Gentechnikfirmen und Rüstungsindustrie sind tabu. Drahtzieher dieser „Divestment“-Premiere waren die örtliche Fossil-Free-Gruppe und die Grünen. Seit Sommer 2013 machten die Klima-Aktivisten Druck auf der Straße, und die Partei überzeugte schließlich den Stadtrat. „Jeder, der nicht will, dass seine Stadt durch ihre Geldgeschäfte den Klimawandel befeuert, kann eine solche Kampagne starten“, sagt Tine Langenkamp von der Klimaschutzorganisation 350.org. „Dafür muss man kein Finanzexperte sein.“ Vom Ausstieg profitiere nicht nur das Klima, er rechne sich auch noch. „Ethisch-ökologische Geldanlagen können sogar mehr Renditen abwerfen als konventionelle“, sagt der grüne Fraktionsvorsitzende Otto Reiners, „deshalb erwarten wir einen Domino-Effekt.“
gofossilfree.wordpress.com
gofossilfree.org/de

Frankreich: La vie est belle
Eben noch hat Frankreich Schlagzeilen gemacht, weil Supermärkte keine Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen und in Restaurants „Doggy Bags“ eingeführt werden. Nun gibt das Nachbarland in anderen Bereichen Gas: In den nächsten fünf Jahren sollen tausend Kilometer Straßenbelag mit neuartigen Solarpaneelen ausgerüstet werden – bereits zwanzig Quadratmeter könnten den Strombedarf eines Single-Haushalts decken. Und schon in diesem Sommer werden in Paris tausend E-Roller stehen, die jeder mieten kann – sie sollen für bessere Luft sorgen.

Thailand: Autarke Solarschule
In der Sisaengtham-Schule im Nordosten Thailands lernen schon kleine Kinder, nachhaltig zu leben: Sie pflanzen nicht nur ihr eigenes Gemüse an, sondern installieren und reparieren auch Solarzellen. Ziel des als „Solar-Mönch“ bekannten Gründers Phra Khru Wimon Panyakhun ist es, dass sich die Schule in allen Bereichen selbst versorgt. Die Energieernte deckt bereits den Bedarf. Außerdem entwickelten die Kinder mobile Ladestationen, mit denen Bauern die Bewässerungspumpen für ihre Reisfelder mit der Kraft der Sonne statt mit Dieselgeneratoren betreiben können.

Kamerun: Häuser aus Plastikmüll
Roger Milla, die afrikanische Fußball-Legende aus Kamerun, betreibt in seinem Heimatland eine Recyclinganlage. Aus Plastikmüll werden dort Bausteine gepresst: „Wir wollen die Umweltverschmutzung verringern und Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen“, sagt Milla. Ein ähnliches Projekt verfolgt die dänische Ingenieurstudentin Lise Fuglsang Vestergard in Indien: Sie lässt zerkleinerten Plastikmüll im „Solargrill“ zu Ziegelsteinen einschmelzen. 

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Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

 

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Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
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Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

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Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Vollgeld-initiative.ch

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Großbritannien: Schlafende Konten
Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

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Di, 2016-05-03 12:09
Caracas (dpa)

Rund 1,8 Millionen Unterschriften gegen Präsident Maduro überreicht

Gegen Präsident Chávez scheiterte Venezuelas Opposition mit einem Referendum. In einem neuen Anlauf versucht sie nun, dessen Nachfolger Maduro abzusetzen. Die Aussichten stehen gar nicht so schlecht.

Caracas (dpa) - Venezuelas Opposition hat nach eigenen Angaben rund 1,85 Millionen Unterschriften eingereicht, um ein Referendum zur Absetzung von Präsident Nicolás Maduro auf den Weg zu bringen. Dem Nationalen Wahlrat (CNE) in der Hauptstadt Caracas seien 80 Kisten mit Unterschriftenlisten zur Prüfung übergeben worden, teilte der Chef des Oppositionsbündnisses MUD, Jesús Torrealba, am Montagabend (Ortszeit) auf Twitter mit. Der politische Wandel sei somit ein Stück nähergerückt.

Das südamerikanische Land steckt in einer schweren Energie- und Versorgungskrise. Venezuela verfügt zwar über die größten Erdölreserven der Welt, steht nach 16 Jahren sozialistischer Regierung aber vor dem Ruin. Im Dezember hatte die Opposition die Parlamentswahl mit großer Mehrheit gewonnen.

Um Zwischenfälle mit gewaltbereiten Anhängern der sozialistischen Regierung zu vermeiden, seien die Kisten in der Nacht überreicht worden. Das Regierungslager warf der Opposition vor, einen Putsch vorzubereiten, und beantragte, bei der Prüfung der Listen seitens der Wahlbehörde anwesend zu sein. Caracas' Bürgermeister Jorge Rodríguez sagte, die Opposition habe in der Vergangenheit versucht, Unterschriften zu fälschen.

Die Unterschriftenaktion hatte am 27. April begonnen. Seither hätten bereits etwa 2,5 Millionen Menschen unterzeichnet, teilte die Opposition mit. Zur Einleitung des Referendums sind in einem ersten Schritt rund 195 000 Unterschriften nötig - das entspricht einem Prozent der wahlberechtigten Bevölkerung. Um das Referendum durchzusetzen, müssen in einem zweiten Schritt knapp vier Millionen Unterschriften gesammelt werden, was einem Fünftel der Wahlberechtigten gleichkommt.

Die Opposition hatte bereits 2004 versucht, per Referendum Maduros Vorgänger Hugo Chávez abzusetzen. Dieser gewann die Volksabstimmung aber und regierte bis zu seinem Tod 2013.

Di, 2016-05-03 11:12
Berlin (dpa)

Arbeitsplätze und Chlorhühnchen - TTIP im Spiegel von Zitaten

Berlin (dpa) - Befürworter und Gegner des EU-USA-Freihandelsabkommens TTIP haben in deutlichen Worten ihre Positionen dargestellt. Einige Zitate:

«Es ist ein großartiges Projekt, für das es sich zu kämpfen lohnt.» (Bundeskanzlerin Angela Merkel, CDU, im Juli 2014.)

«Es bleibt bei unseren sehr hohen europäischen Standards für Verbraucher und Umwelt. Dafür stehe ich ein.» (Merkel am 7. Dezember 2014 in der «Welt am Sonntag».)

«Grundsätzlich bietet das Freihandelsabkommen große Chancen für die europäische Wirtschaft und damit auch für die Arbeitsplätze in Deutschland.» (Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel, SPD, am 21. Januar 2014.)

«Vielleicht ist die Debatte in Deutschland manchmal schwieriger als in anderen Ländern, weil wir ein Land sind, das reich und hysterisch ist.» (Gabriel beim Weltwirtschaftsforum in Davos im Januar 2015.)

«Handel, der frei und fair über den Atlantik verläuft, unterstützt Millionen gut bezahlter amerikanischer Arbeitsplätze.» (US-Präsident Barack Obama in seiner Rede zur Lage der Nation am 12. Februar 2013.)

«Ich habe mein ganzes politisches Leben für mehr Verbraucherschutz gekämpft. Ich habe nicht die Absicht, ein Gesetz zu unterzeichnen, das den Verbraucherschutz oder den Umweltschutz verringert.» (Obama am 26. März 2014.)

«Wir halten eine Reihe von Punkten für extrem problematisch. Dazu gehören die Schiedsgerichtsverfahren, mit denen multinationale Konzerne demokratische Gesetze aushebeln können, die angestrebte Senkung vieler Ökostandards und natürlich auch die Chlorhühnchen.» Der Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Anton Hofreiter, am 23. Mai 2015 in der «Welt».)

«Wir können uns über Chlorhühnchen aufamseln - die Amis amseln sich über unsere Antibiotika-Hühnchen auf. Das ist nicht immer rational.» (Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Grüne, am 15. Mai 2015 im «Handelsblatt».)

«Ehrlich gesagt finde ich es ein wenig seltsam, dass der größte Widerstand gegen das TTIP-Abkommen ausgerechnet aus Deutschland kommt, einem wirtschaftlich sehr erfolgreichen Staat. (...) Ich hoffe, dass Obama und Kanzlerin Angela Merkel der deutschen Öffentlichkeit erläutern, warum dieses Abkommen so wichtig ist und es keinen Anlass zur Furcht gibt.» (EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström am 23. April 2016.)

«TTIP wird nur erfolgreich, wenn es von der Bevölkerung akzeptiert wird, wenn Vertrauen geschaffen wird. Das erreichen wir nur, wenn wir miteinander reden.(...) Die Fangemeinde für TTIP muss deutlich wachsen.» (Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie BDI, Ulrich Grillo, am 23. Februar 2015 in Berlin.)

«Es gibt keinen Grund, der dagegen spricht, es in der vorgesehenen Zeit (während Obamas Amtszeit bis Januar 2017) zu schaffen. Aber ehrlich gesagt, müssen wir schneller und härter arbeiten, um dieses Ziel zu erreichen. Alle müssen jetzt den nötigen Willen zeigen, echte Fortschritte erzielen zu wollen. Vorbedingungen und Einschränkungen machen die Dinge nicht einfacher.» (US-Chefverhandler Michael Froman am 5. Juni 2015 im Interview der Deutschen Presse-Agentur.)

Di, 2016-05-03 11:41
Niamey (dpa)

Wüstenstaat Niger: Bittere Armut und Drehscheibe für Flüchtlinge

Niamey (dpa) - Der Sahara-Staat Niger ist einem UN-Entwicklungsindex zufolge das ärmste Land der Welt. Die durchschnittliche Lebenserwartung der rund 18 Millionen Einwohner liegt bei nur 61 Jahren (Deutschland: 81). Der westafrikanische Staat ist eine der wichtigsten Drehscheiben des Flüchtlingsstroms von Afrika über die libysche Küste nach Europa. Terroristen und militante Gruppen bedrohen die innere Sicherheit.

Neun Zehntel der überwiegend muslimischen Bevölkerung leben von der Landwirtschaft. Präsident Mahamadou Issoufou will den Sektor weniger krisenanfällig machen, um die Nahrungsmittelversorgung zu sichern und den wichtigsten Wirtschaftszweig des Nigers zu stärken. Der Energie- und Rohstoffsektor trägt etwa 40 Prozent zur Wirtschaftsleistung bei und erzielt den Löwenanteil der Exporterlöse. Das Land ist reich an Bodenschätzen, es verfügt über große Vorkommen an Uran.

À la Saison

Sagenhafter Spinat

(Spinacia oleracea)

Damit du groß und stark wirst? Von wegen! Spinat enthält gar nicht besonders viel Eisen. Weiß leider jedes Kind. Doch woher nimmt Popeye dann seine stahlharten Fäuste? Es ist... Ein Küchenkrimi.

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„Ich hab’ es geschafft. Der Spinat gab mir Kraft!“, singt ein Zeichentrickmann mit ballongroßen Unterarmen zu Militärmusik. „Ich bin Popeye der Seeheemann!“ Wir schreiben den 13. März 1942, und der Spinatmatrose hat irgendwo im Pazifik eine japanische Flotte zerlegt – im Alleingang, versteht sich. Alles, was er dafür braucht, ist eine Dose Spinat auf ex. Schon kommen die Superkräfte. Es ist die Zeit, in der selbst Comic-Helden im Dienst der US-Kriegspropaganda stehen. Die Botschaft „Der Spinat gab mir Kraft“ (im englischen Original: Strong to the finish, ’cos he eats his spinach) geht nicht nur an die Soldaten da draußen, sondern mindestens ebenso an deren Kinder daheim.

„Iss deinen Spinat!“ Wie viele Generationen hat dieser Befehl wohl gequält. Wie viel Leid war in der Welt, seit ein obskurer Chemiker im 19. Jahrhundert ein Komma falsch gesetzt und den Eisengehalt auf das Zehnfache potenziert hatte? Das Fuchsschwanzgewächs enthält gar nicht mehr von dem Spurenelement als andere Gemüse, enthüllte der Krebsexperte Terence Hamblin 1981 im British Medical Journal und folgerte spitz: „Als Eisenquelle hätte Popeye besser die Dosen verzehren sollen.“ Gute Pointe? Hier ist eine bessere: Den Rechenfehler hat es nie gegeben. Der Volksglaube, mit dem Hamblin ausgerechnet unter der Überschrift Fake! (Schwindel) aufräumte, ist selbst eine Sage. Ein „Supermythos“, wie Mike Sutton sagt. Der Kriminologe machte sich 2010 auf Spurensuche und fand: keine Quelle, nirgends. Als er Hamblin damit konfrontierte, mailte der zurück, er könne sich nicht recht erinnern. Er sei sich aber sicher, die Geschichte nicht erfunden zu haben.

Verbürgt sind Popeyes Verdienste um den Spinatabsatz in den USA. Dort hat der Matrose seine eigene Marke. Mehrere Gemeinden widmeten ihm Denkmäler. Crystal, Texas, und Alma, Alabama, konkurrieren sogar um den selbst erdachten Titel „Welthauptstadt des Spinats“. Er ist ein globales Gemüse. Im Fernen Osten zum ersten Mal kultiviert, verdankt er seinen Namen dem persischen aspanakh oder einem arabischen Poeten, der ihn als isfanatsch, Prinz aller Gemüse, pries. Im frühen Mittelalter erreichte er Spanien und verdrängte ein paar Jahrhunderte später auch seine Verwandte, die Gartenmelde, aus der deutschen Küche.

Frühjahrsspinat taugt zu mehr als grüner Pampe in Rahm. Zitrusfrüchte, auch Zitronengras stehen in frischem Kontrast zu den erdigeren Noten seiner Blätter. Als Salat oder gedünstet verträgt er sich mit gerösteten Pinienkernen, gebratenem Speck, salzigen Anchovis und beliebigen Mengen Knoblauch. Auch Joghurt schmeichelt ihm, wie die indische Küche beweist. Und Eiergerichte wie Soufflé ergänzt Spinat aufs Feinste. Aber natürlich: An kalten Apriltagen hat auch der durchpürierte Klassiker mit Muskat und „Blubb“ seine tröstende Berechtigung. Nur ein halber Mythos ist, dass man Spinat nicht wieder aufwärmen darf. Er enthält zwar Nitrat, das Bakterien in krebserregendes Nitrit umwandeln. Stellt man Reste aber rasch in den Kühlschrank, kann man die Entstehung giftiger Substanzen verzögern. Spinat à la Saison, frisch vom Feld und in Bioqualität, enthält übrigens am wenigsten Nitrat.

Und Superkräfte setzt der zarte Grüne wirklich frei. Forscher haben Eiweiße aus seinen Blättern isoliert und tüfteln damit an „Spinatzellen“ für künstliche Fotosynthese, die einst mehr leisten sollen als Solarzellen. Popeyes spinach power speist sich allerdings aus einer anderen Quelle: Im Juli 1932 isst der Matrose zum ersten Mal Spinat – frisch vom Beet. Seine Freundin Olivia ruft: „Lieber Himmel, bist du ein Pferd?“ Popeye spricht mit Pfeife im Mund: „Spinat ist voller Vitamin A. Das macht Menschen stark und gesund.“ Wie wahr. Und hoffentlich gilt das auch für Kettenraucher.

Frisch vom Feld gibt's Spinat ab März.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Di, 2016-05-03 11:44
Nairobi (dpa)

Bericht: Medien in Somalia von Regierung und Terrormiliz bedroht

Nairobi (dpa) - Zum internationalen Tag der Pressefreiheit hat eine Menschenrechtsorganisation die vermehrten Angriffe auf Journalisten in Somalia angeprangert. Die Einschüchterung von Journalisten und Gewalt gegen Pressevertreter seien in dem Land am Horn von Afrika keine Seltenheit, erklärte Human Rights Watch (HRW) am Dienstag. Sowohl die islamistische Terrormiliz Al-Shabaab als auch die Regierung seien für Angriffe auf die Pressefreiheit verantwortlich. 

«Wir sind wie Fische in vergiftetem Wasser», wird ein somalischer Journalist in dem Bericht zitiert. Für den Bericht führte HRW Gespräche mit rund 50 Medienschaffenden. Demnach wurden seit 2014 zehn Journalisten in Somalia getötet.

Seit dem Sturz der Regierung von Siad Barre 1991 hat Somalia keine starke Zentralregierung mehr. Die sunnitischen Extremisten der Al-Shabaab kämpfen in dem Land um die Vorherrschaft, um dort einen sogenannten Gottesstaat zu errichten.

Di, 2016-05-03 11:48
Athen (dpa)

Zahl der in Griechenland ankommenden Flüchtlinge stark gesunken

Immer weniger Schutzsuchende kommen aus der Türkei nach Griechenland. Die Probleme scheinen unter Kontrolle. Aber nicht ganz. Und die Migranten suchen neue Routen Richtung Zentraleuropa.

Athen (dpa) - Im April sind deutlich weniger Schutzsuchende aus der Türkei nach Griechenland angekommen als ein Jahr zuvor. Insgesamt kamen 3469 Menschen. Im April 2015 waren es noch 13 556. Das teilten das UN-Hilfswerk UNHCR und der griechische Stab für die Flüchtlingskrise am Dienstag mit. Das Problem scheint damit unter Kontrolle zu sein. Vorerst: Noch sind nicht alle zugesagten Asylexperten und Sicherheitskräfte aus anderen EU-Ländern auf den Inseln angekommen.

Im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Jahres ist der Rückgang der Flüchtlingszahlen im April noch deutlicher. Im Januar waren 67 415, im Februar 57 066 und im März 26 971 Migranten und Flüchtlinge angekommen. In den ersten Maitagen blieb die Zahl der Migranten niedrig, wie der griechische Krisenstab am Dienstag weiter mitteilte. Am Wochenende hätten nur 112 Menschen aus der Türkei zu den griechischen Inseln übergesetzt. Am Montag und bis Dienstagfrüh kamen nur 61 Schutzsuchende alle auf der Insel Samos an. Auf den anderen Inseln kam kein Flüchtling an.

Der deutliche Rückgang wird auf den EU-Türkei-Flüchtlingspakt zurückgeführt. Seit seinem Inkrafttreten am 20. März können die illegalen Neuankömmlinge in die Türkei zurückgeschickt werden; zuvor aber dürfen sie einen Asylantrag stellen.

Es gibt aber auch Probleme: Bisher ist nach offiziellen Angaben kein einziger Asylexperte aus der EU angekommen. Von den insgesamt 2300 Sicherheitsleuten, die die EU-Staaten versprochen hatten, sei nur die Hälfte vor Ort. In den Aufnahmelagern der Inseln Lesbos und Chios ist die Lage explosiv. Kaum ein Migrant will in die Türkei zurück.

Wegen der langsamen Bearbeitung ihrer Asylanträge können Migranten auf den griechischen Ägäisinseln die Aufnahmelager tagsüber verlassen. Dies gelte dann, wenn der Bescheid länger als 25 Tage auf sich warten lässt. Das sieht ein im März im Zusammenhang mit dem EU-Türkei-Flüchtlingspakt gebilligtes Gesetz vor. Viele, deren Anträge nicht bearbeitet worden sind, bewegen sich nun frei auf den Inseln. Sie müssen sich nur Abends wieder im Aufnahmelager melden. Örtliche Medien berichteten von einigen Diebstählen.

Bislang sind knapp 400 Migranten in die Türkei zurückgeschickt worden. «Mit diesem Rhythmus wird  man nie die Migrantenzahl auf den Inseln reduzieren», sagte ein Offizier der Küstenwache der Deutschen Presse-Agentur. Dort befinden sich zurzeit mehr als 8000 Flüchtlinge und andere Schutzsuchende.

Schwierig bliebt die Lage auch an der mazedonisch-griechischen Grenze im improvisierten Lager von Idomeni. Dort harren weiterhin mehr als 10 000 Migranten in Zelten und alten Eisenbahnwaggons aus. Sie hoffen weiterhin an eine Öffnung des mazedonischen Zauns und ihrer Weiterreise nach Zentraleuropa und weigern sich, in offizielle, weiter von der Grenze entfernte Lager umzuziehen.

Migranten suchen wegen der Schließung der Balkanroute nun andere Wege nach Europa. Immer mehr Schutzsuchende versuchen, von Nordafrika aus nach Italien zu gelangen. Nach Angaben der Internationalen Organisation für die Migration (IOM) sind dieses Jahr im Mittelmeer bereits 1343 Menschen ums Leben gekommen oder werden vermisst.

Di, 2016-05-03 11:57
Singapur (dpa)

Bangladescher unter Terrorverdacht in Singapur festgenommen

Singapur (dpa) - Acht Wanderarbeiter aus dem muslimischen Bangladesch sind im Stadtstaat Singapur unter Terrorverdacht festgenommen worden. Sie sollen der Gruppe «Islamischer Staat in Bangladesch» angehören und hätten ursprünglich vorgehabt, sich dem Kampf der Terrormiliz in Syrien anzuschließen, teilte das Innenministerium am Dienstag mit. Weil es ihnen zu schwierig erschien, nach Syrien zu gelangen, hätten sie ihre Pläne geändert und stattdessen den Umsturz der Regierung in ihrer Heimat geplant.

Die Männer zwischen 26 und 34 Jahren sollen Listen mit Politikern und Militärvertretern als Anschlagsziele und mit Gebrauchsanweisungen zur Herstellung von Bomben gehabt haben. Bei weitere fünf Bangladeschern seien radikale Schriften entdeckt worden. Sie wurden ausgewiesen. Im Januar waren bereits 27 Männer aus Bangladesch wegen «Unterstützung einer Dschihad-Ideologie» abgeschoben worden. Mehr als 60 000 Bangladescher arbeiten nach Schätzungen in Singapur, überwiegend auf Baustellen.

Di, 2016-05-03 11:32
Madrid (dpa)

Vier mutmaßliche Dschihadisten in Madrid festgenommen

Madrid (dpa) - Die spanische Polizei hat in Madrid vier mutmaßliche Dschihadisten gefasst. Die Festnahmen seien in den Morgenstunden in den Vororten Pinto und Ciempozuelos im Süden Madrids erfolgt, teilte das Madrider Innenministerium am Dienstag mit. Die festgenommenen Männer - drei Marokkaner und ein Spanier - hätten eine Gruppe angeführt, die sich im Internet und persönlich der Anwerbung, der Indoktrinierung und der Radikalisierung junger Menschen für dschihadistische Terrorgruppen gewidmet habe, hieß es.

Die Islamisten hätten durch ihre «intensive Arbeit Hunderte Menschen» kontaktiert, so das Ministerium. Der Einsatz der paramilitärischen Polizeieinheit Guardia Civil (Zivilgarde) war den Angaben zufolge am Dienstag kurz vor Mittag unter anderem mit Durchsuchungen auch im Zentrum von Madrid noch «voll im Gange».

Mit dieser jüngsten Aktion kletterte die Zahl der seit Jahresanfang in Spanien festgenommenen mutmaßlichen Dschihadisten nach amtlichen Angaben auf insgesamt 22. Der Antiterror-Alarm war in Spanien im vorigen Juni auf die zweithöchste Stufe vier angehoben worden.

Di, 2016-05-03 11:38
Rodaborn (dpa)

Imbissbetreiber verlieren kuriosen Bratwurststreit an A9

Rodaborn (dpa) - Im Streit um den Bratwurstverkauf an der Autobahn 9 (Berlin-München) haben die Imbissbetreiber eine Niederlage erlitten. Der Verkauf an Deutschlands erster Raststätte über einen Zaun hinweg sei rechtswidrig, entschied das Verwaltungsgericht Gera am Dienstag. Es sei eine Konzession oder Sondernutzungsgenehmigung nötig - beides fehle. Weil der Zaun den regulären Autobahnparkplatz von dem historischen Rasthaus Rodaborn trennt, hatten die Betreiber seit Jahren Würste und Getränke auf Zuruf darüber hinweg verkauft. Dies hatte das Landesamt für Bau und Verkehr untersagt und ein Zwangsgeld angedroht. Vorerst kann der Wurstverkauf aber weitergehen - das Urteil ist noch nicht rechtskräftig (Az: 3 K 649/14 Ge).

Di, 2016-05-03 10:54
Damaskus (dpa)

Was steht einer Waffenruhe in Syrien entgegen?

Damaskus (dpa) - Eigentlich gilt in Syrien seit Ende Februar eine von den USA und Russland ausgehandelte Waffenruhe. In den ersten Wochen kam es immer wieder zu Verstößen gegen die Feuerpause, im Großen und Ganzen hielt sie allerdings.

Vor allem in der nordsyrischen Aleppo hat die Gewalt in den vergangenen Tagen jedoch massiv zugenommen. Die Opposition und Regierungen im Westen machen dafür die Regierung in Damaskus verantwortlich, die die Vorwürfe zurückweist. Viele Beobachter sehen derzeit kein Interesse der Führung in Damaskus an einer Feuerpause, da sie dank Hilfe ihrer Verbündeten Russland und Iran zuletzt einige Erfolge erzielen und die Rebellen unter Druck setzen konnte.

Die frühere Handelsmetropole Aleppo gilt nicht nur strategisch, sondern auch symbolisch als wichtigstes Schlachtfeld in Syrien. Wer die Stadt beherrscht, wird den Bürgerkrieg nicht zwangsläufig gewinnen, kann dem Gegner aber einen massiven Schlag versetzen.

Bislang ist die Stadt geteilt. Das Regime und seine Verbündeten versuchen seit langem, die Rebellen im Osten der Stadt von der Außenwelt abzuschneiden. Militäranalysten rechnen damit, dass die Armee mit russischer Luftunterstützung eine neue Offensive plant. Sollte diese erfolgreich sein, wäre die Regierung bei neuen Friedensgesprächen in einer deutlich stärkeren Verhandlungsposition.

Ausgenommen von der Waffenruhe ist zudem neben der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) die Al-Nusra-Front, Ableger von Al-Kaida. Die radikale Miliz kämpft jedoch oft Seite an Seite mit moderateren Kräften, weshalb auch dieser immer wieder unter Feuer geraten. Zudem betrachten das Regime und Russland auch die radikalen Gruppen Dschaisch al-Islam und Ahrar al-Scham als Terrororganisationen, die bekämpft werden müssen. Regimegegner und die USA sehen diese Islamistentruppen hingegen als legitimen Teil der Opposition.

Di, 2016-05-03 10:32
Berlin (dpa)

EU-Ausschussvorsitzender Lange zweifelt an TTIP

Berlin (dpa) - Der Vorsitzende des Handelsausschusses im Europaparlament, Bernd Lange, zweifelt am Zustandekommen des Freihandelsabkommens TTIP der EU mit den USA. «Obwohl wir jetzt drei Jahre miteinander reden, stehen immer noch die Maximalpositionen gegenüber. Die Amerikaner bewegen sich null komma null», sagte er am Dienstag im rbb-Inforadio.

«Ich hatte gehofft, dass mit dem Besuch von (US-Präsident Barack) Obama das Barometer etwas ansteigt und er etwas im Rucksack hat. Hatte er aber nicht. Fromme Worte sind genug gewechselt», sagte Lange.

Es gebe eine Reihe ungelöster Fragen wie die gegenseitige Anerkennung von Standards, Arbeitnehmerrechte, geistiges Eigentum, sagte Lange. «Deswegen ist es rein zeitlich dieses Jahr gar nicht mehr möglich, ein vernünftiges Ergebnis hinzukriegen.» Über die amerikanische Blockadehaltung sei breite Frustration zu spüren.

Greenpeace hatte am Montag bislang unter Verschluss gehaltene Dokumente mit US-Forderungen veröffentlicht und Washington vorgeworfen, im Interesse amerikanischer Konzerne europäische Umwelt- und Verbraucherschutzstandards aushöhlen zu wollen.

Di, 2016-05-03 10:47
Münster (dpa)

Rätselraten um das Versteck des tödlichen Ehec-Keims Interview: Petra Kaminsky, dpa

Fünf Jahre nach der großen Ehec-Epidemie wissen Forscher viel mehr über das gefährliche Bakterium als damals. Aber längst nicht alles.

Münster (dpa) - Vor fünf Jahren stand Professor Helge Karch plötzlich mitten in einem Sturm: Eine mysteriöse Darmkeim-Epidemie griff im Frühjahr 2011 um sich. Tausende erkrankten, viele starben. Karch gilt als einer der besten Kenner von Ehec-Erregern. Eine aggressive Variante des Bakteriums war damals die Ursache - und das Team des Wissenschaftlers aus Münster sollte helfen, die unheimliche Welle zu stoppen. Heute wissen die Forscher viel mehr über Ehec O104:H4 - so der Fachname des Keims. Einige große Rätsel sind aber ungelöst, wie Karch der Deutschen Presse-Agentur sagte.

Frage: War das der Grund, warum dieser Ehec-Erreger so viele Menschen so schwer krank machte?

Antwort: Unsere Forschungsarbeiten der letzten fünf Jahre haben gezeigt, dass es drei Gründe gibt: Ein Grund ist, dass er ein Arsenal verschiedener Giftstoffe produziert. Der Gift-Cocktail ist in dieser Kombination einzigartig. Und die Kombination ist möglicherweise auch für die Schwere der Erkrankungen verantwortlich. Der zweite Punkt ist das feste Anheften an Oberflächen - auch an die Darmwand. Den dritten Grund haben wir erst im letzten Jahr entdeckt: Der Erreger sondert seine Giftstoffe in kleinen Bläschen ab. Wir sprechen von Vesikeln. Diese Vesikel, die im Mikroskop ausschauen wie kleine Luftballons, werden von menschlichen Zellen besonders leicht aufgenommen.

Frage: Welche Forschungsfragen sind noch offen?

Antwort: Es gibt eine Reihe von offenen Fragen: Nach wie vor kennen wir nicht das Reservoir, also den Ort, wo der Erreger sich aufhält bis zu einem Ausbruch. Meines Wissens wurde er seither in Tieren und Lebensmitteln nicht nachgewiesen. Wir wissen sehr wenig über sein Verhalten in der Umwelt. Auch nicht, wo der Ausbruchsstamm von Ehec O104:H4 womöglich überlebt.

Frage: Es soll der Mensch sein?

Antwort: Ja, das ist unsere Hypothese, dass es Menschen gibt, die ohne erkrankt zu sein, mit diesem Keim besiedelt sind. Und dass sie diesen Keim auch ausscheiden.

Frage: Also auch Sie und ich könnten theoretisch den Keim in uns tragen?

Antwort: Das wäre theoretisch möglich. Denn wenn man keine Symptome und keinen Durchfall hat, lässt man ja keine mikrobiologischen Tests durchführen. Und auch viele Patienten mit Durchfall gehen nicht zum Arzt. Und selbst wenn man Durchfall hat und beim Arzt ist, führt das nicht immer dazu, dass der Arzt eine Stuhlprobe auf Ehec untersuchen lässt.

Frage: Dieser Keim könnte wieder einen Ausbruch hervorrufen?

Antwort: Es gibt keine Garantie, dass Ehec O104:H4 oder andere hochpathogene Erreger-Stämme keinen Ausbruch bei uns mehr verursachen. O104:H4 ist nur einer von 42 Ehec-Stämmen, die sehr schwere Krankheitsbilder - HUS genannt - erzeugen können. Und von denen wir - bis auf die fünf häufigsten - nicht wissen, wo sie eigentlich leben und wie sie verbreitet werden. (...) Wir haben ihn zuletzt im September 2015 aus einer Stuhlprobe von einem HUS-Patienten in Nordrhein-Westfalen isoliert - mit einigen Mutationen. Das heißt, er hat fast viereinhalb Jahre in Deutschland überlebt. Ohne dass wir wissen, wo.

ZUR PERSON: Helge Karch, Jahrgang 1953, ist ein international renommierter Mikrobiologie und gilt in Deutschland als «Ehec-Papst». Er kam 2001 an die Westfälische Wilhelms-Universität und wurde Direktor des Instituts für Hygiene am Universitätsklinikum Münster. Zu den Hauptforschungsgebieten Karchs gehören die Analyse von gefährlichen Keimen und Ansteckungsketten etwa bei Lebensmittelinfektionen. Ihm gelang die erste zentrale Beschreibung von Ehec O104:H4.

Di, 2016-05-03 10:36
Münster (dpa)

Rätselraten um das Versteck des tödlichen Ehec-Keims Interview: Petra Kaminsky, dpa

Fünf Jahre nach der großen Ehec-Epidemie wissen Forscher viel mehr über das gefährliche Bakterium als damals. Aber längst nicht alles.

Münster (dpa) - Vor fünf Jahren stand Professor Helge Karch plötzlich mitten in einem Sturm: Eine mysteriöse Darmkeim-Epidemie griff im Frühjahr 2011 um sich. Tausende erkrankten, viele starben. Karch gilt als einer der besten Kenner von Ehec-Erregern. Eine aggressive Variante des Bakteriums war damals die Ursache - und das Team des Wissenschaftlers aus Münster sollte helfen, die unheimliche Welle zu stoppen. Heute wissen die Forscher viel mehr über Ehec O104:H4 - so der Fachname des Keims. Einige große Rätsel sind aber ungelöst, wie Karch der Deutschen Presse-Agentur sagte.

Frage: Wie erinnern Sie den Anfang der Ehec-Epidemie?

Antwort: Wir haben die ersten Proben im Mai 2011 bekommen. Auffällig war, dass in mehreren Städten Patienten schwer erkrankt waren an einem hämolytisch-urämischen Syndrom, so heißt die sehr schwere Ehec-Form. Das ist ungewöhnlich, weil das hämolytisch-urämische Syndrom - kurz HUS - eine sehr seltene Krankheit ist mit 50 bis 100 Fällen pro Jahr in Deutschland.

Frage: War noch etwas 2011 seltsam?

Antwort: Wir haben auch relativ schnell gesehen, dass es sich um einen ungewöhnlichen Ehec-Stamm handelte. Und haben durch molekularbiologische Techniken zeigen können, dass er einem Fund sehr ähnlich ist, den wir 2001 bei zwei Geschwisterkindern mit diesem Krankheitsbild isoliert hatten. Also: Es war für uns kein neuer Keim, sondern einer, der sich in unserer Stammsammlung befand und dessen genetisches Profil wir kannten.

Frage: War er komplett identisch?

Antwort: Er hatte sich verändert, das ist normal bei Bakterien. Sie durchlaufen eine sehr schnelle Evolution. Ehec-Bakterien können sich an veränderte Umweltbedingungen sehr gut anpassen. Und innerhalb weniger Tage können neue Varianten entstehen. Von daher ist es nicht erstaunlich, dass dieser Stamm neue Eigenschaften besitzt. So hat er unter anderem Elemente, die ihm eine einzigartige Fähigkeit verleihen, sich sehr fest an Oberflächen anzuheften - auch an menschliche Zellen.

Frage: War das der Grund, warum dieser Ehec-Erreger so viele Menschen so schwer krank machte?

Antwort: Unsere Forschungsarbeiten der letzten fünf Jahre haben gezeigt, dass es drei Gründe gibt: Ein Grund ist, dass er ein Arsenal verschiedener Giftstoffe produziert. Der Gift-Cocktail ist in dieser Kombination einzigartig. Und die Kombination ist möglicherweise auch für die Schwere der Erkrankungen verantwortlich. Der zweite Punkt ist das feste Anheften an Oberflächen - auch an die Darmwand. Den dritten Grund haben wir erst im letzten Jahr entdeckt: Der Erreger sondert seine Giftstoffe in kleinen Bläschen ab. Wir sprechen von Vesikeln. Diese Vesikel, die im Mikroskop ausschauen wie kleine Luftballons, werden von menschlichen Zellen besonders leicht aufgenommen.

Frage: Welche Forschungsfragen sind noch offen?

Antwort: Es gibt eine Reihe von offenen Fragen: Nach wie vor kennen wir nicht das Reservoir, also den Ort, wo der Erreger sich aufhält bis zu einem Ausbruch. Meines Wissens wurde er seither in Tieren und Lebensmitteln nicht nachgewiesen. Wir wissen sehr wenig über sein Verhalten in der Umwelt. Auch nicht, wo der Ausbruchsstamm von Ehec O104:H4 womöglich überlebt.

Frage: Es soll der Mensch sein?

Antwort: Ja, das ist unsere Hypothese, dass es Menschen gibt, die ohne erkrankt zu sein, mit diesem Keim besiedelt sind. Und dass sie diesen Keim auch ausscheiden.

Frage: Also auch Sie und ich könnten theoretisch den Keim in uns tragen?

Antwort: Das wäre theoretisch möglich. Denn wenn man keine Symptome und keinen Durchfall hat, lässt man ja keine mikrobiologischen Tests durchführen. Und auch viele Patienten mit Durchfall gehen nicht zum Arzt. Und selbst wenn man Durchfall hat und beim Arzt ist, führt das nicht immer dazu, dass der Arzt eine Stuhlprobe auf Ehec untersuchen lässt.

Frage: Dieser Keim könnte wieder einen Ausbruch hervorrufen?

Antwort: Es gibt keine Garantie, dass Ehec O104:H4 oder andere hochpathogene Erreger-Stämme keinen Ausbruch bei uns mehr verursachen. O104:H4 ist nur einer von 42 Ehec-Stämmen, die sehr schwere Krankheitsbilder - HUS genannt - erzeugen können. Und von denen wir - bis auf die fünf häufigsten - nicht wissen, wo sie eigentlich leben und wie sie verbreitet werden. Also: Der Stamm O104:H4 kommt noch vor, aber er hat keine Ausbrüche mehr verursacht und ist selten, eine Rarität. Trotzdem: Wir haben ihn zuletzt im September 2015 aus einer Stuhlprobe von einem HUS-Patienten in Nordrhein-Westfalen isoliert - mit einigen Mutationen. Das heißt, er hat fast viereinhalb Jahre in Deutschland überlebt. Ohne dass wir wissen, wo.

Frage: Sind wir besser vorbereitet, falls es eine neue Welle geben sollte?

Antwort: Ich denke, die Ehec-Epidemie hat dazu geführt, dass unsere Lebensmittel sicherer geworden sind. Wir haben erkannt, dass nicht nur rohe, tierische Lebensmittel, sondern auch pflanzliche Lebensmittel Ehec-Ausbrüche hervorrufen können. Und es hat Maßnahmen gegeben, um auch pflanzliche Lebensmittel sicherer zu machen. Da hat sich viel verändert. Trotzdem gibt es viele Wege, auf denen Ehec verbreitet wird. Die rund 1600 Ehec-Erkrankungen, die jährlich gemeldet werden, sind nur die Spitze des Eisbergs. Deshalb sollte jeder von uns durch Hygiene zu Hause seinen Teil beitragen im Kampf gegen Ehec: Dazu gehört rohe tierische und pflanzliche Lebensmittel zu trennen - auch im Kühlschrank. Und Händewaschen.

ZUR PERSON: Helge Karch, Jahrgang 1953, ist ein international renommierter Mikrobiologie und gilt in Deutschland als «Ehec-Papst». Er kam 2001 an die Westfälische Wilhelms-Universität und wurde Direktor des Instituts für Hygiene am Universitätsklinikum Münster. Zu den Hauptforschungsgebieten Karchs gehören die Analyse von gefährlichen Keimen und Ansteckungsketten etwa bei Lebensmittelinfektionen. Ihm gelang die erste zentrale Beschreibung von Ehec O104:H4.

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STUPID.T ist die erste und einzige Maschine, die auf Knopfdruck Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der menschlichen Zivilisation erzeugt. Man stecke eine überteuerte Einwegkapsel mit etwas 08/15-Tee ins Gerät, betätige die Taste – und schon gibt’s jede Menge bunten Alu- und Plastikabfall.

Entdecken Sie die neue, besonders überflüssige Art der Müllerzeugung.
Mehr auf greenpeace-magazin.de/special-t.

 

 

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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

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greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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