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Schöner schreiben: Das 3er-Set (blanko, kariert, liniert) wurde umweltgerecht und fair für das Greenpeace Magazin in Deutschland gefertigt.

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Sa, 2015-08-01 09:59
Delhi (dpa)

Zwei der vier in Libyen entführten Inder wieder frei

Neu Delhi (dpa) - Zwei von vier in Libyen verschleppten indischen Wissenschaftlern sind wieder frei. Die beiden seien zur Universität der Stadt Sirte gebracht worden, teilte das Außenministerium in Neu Delhi am Samstag mit. Indien bemühe sich um die Freilassung der beiden anderen Dozenten. Die vier Akademiker waren am Mittwoch an einem Kontrollpunkt rund 50 Kilometer vor der Küstenstadt Sirte entführt worden. Als Täter werden Islamisten vermutet.

In Libyen sind neben anderen Milizen sowohl die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) als auch Al-Kaida aktiv. Drei der vier Inder arbeiteten an der Universität Sirte, einer in Al-Dschufra. Sie wollten über Tripolis und Tunesien zurück nach Indien fliegen, als sie verschleppt wurden. Erst in der vergangenen Woche waren vier Italiener in Libyen entführt worden. Im Irak werden seit Juni 2014 zudem 39 Inder vermisst, die vermutlich vom IS verschleppt wurden.

Sa, 2015-08-01 10:24
Istanbul (dpa)

Opfer bei türkischen Luftangriffen im Nordirak

Istanbul (dpa) - Die türkische Luftwaffe hat am Samstagmorgen erneut vermutete Einrichtungen der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) im Nordirak angegriffen. Dabei seien mindestens acht Zivilisten getötet worden, berichteten Anwohner der Deutschen Presse-Agentur. Zudem seien sieben Menschen bei dem Bombardement kurz vor Sonnenaufgang verletzt worden.

Die der PKK nahestehende Nachrichtenagentur Firat veröffentlichte Fotos von Opfern des Angriffs in den Kandil-Bergen. Die Echtheit der Aufnahmen konnte nicht überprüft werden.

Vergangene Woche hatte die Türkei einen ausgedehnten Luftkrieg gegen die PKK im irakischen Kurdistan begonnen und den Friedensprozess mit der Organisation aufgekündigt. Die PKK hat mehrfach Polizisten in der Türkei angegriffen.

Die Regierung des autonomen irakischen Kurdistans und die irakische Regierung haben die Türkei aufgerufen, die Luftangriffe einzustellen. Beide Seiten sollten wieder über einen Frieden verhandeln, hieß es. Im türkischen Kurdenkonflikt sind in den vergangenen drei Jahrzehnten mehr als 40 000 Menschen umgekommen.

Sa, 2015-08-01 09:56
Schwerin (dpa)

Sellering fordert schnellere Bearbeitung von Asylanträgen

Schwerin (dpa) - Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) hat eine schnellere Bearbeitung von Asylanträgen gefordert. Es könne nicht sein, dass es drei Jahre dauere, bis Asylbewerber Gewissheit hätten, sagte Sellering dem Radiosender NDR Info (Samstag). «Insgesamt müssen wir möglichst schnell Klarheit schaffen, wenn Menschen hierherkommen.» Vor allem die Politik müsse vorangehen und ganz klar sagen: «Menschen die verfolgt sind, dass ist ein Gebot der Menschlichkeit, sie hier aufzunehmen und ihnen Schutz zu geben.» Gleichzeitig müssten Zuwanderer, die einen solchen Schutz nicht bräuchten, schnell wieder in ihre Heimat zurückkehren, sagte Sellering.

Mit Blick auf die Unterbringung von Flüchtlingen in den Kommunen sieht Sellering eine große Akzeptanz in der Bevölkerung. «Wir haben im Vergleich - wenn man an den Beginn der 1990er Jahre denkt - eine Stimmung in Mecklenburg-Vorpommern, dass die Menschen sagen: «Ja, Flüchtlinge, die wirklich verfolgt sind, die müssen wir aufnehmen, denen müssen wir Schutz gewähren».»

À la Saison

Königliche Karotte

(Daucus carota subsp. sativus)
Viele Kinder glauben ja, dass Kühe lila sind und Möhren orange. Stimmt aber nicht. Wie ein ehedem unscheinbares Wurzelgemüse zu seinem knalligen Äußeren kam, erzählen wir hier.


 

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Früher war mehr Natur! Alles wuchs wild und frei, wie der Genpool es vorgesehen hatte. Es gab keine Bayers, Syngentas und Monsantos, die Ferkel oder Brokkoli patentieren ließen. Und Kinder glaubten noch nicht, dass Kühe lila sind. So weit, so wahr. Allerdings dachten Kinder auch zu Großmutters Zeiten schon, Möhren seien orange. Ein Irrtum! Karotten gibt es auch in den Farben weiß, gelb, rot und violett,
wie wir vom Wochenmarkt wissen, seit alte Sorten wieder modern sind.

Wilde Vorfahren der Gartenmöhre wurden möglicherweise schon vor 5000 Jahren in Asien kultiviert. Manche Forscher vermuten den Ursprung in Afghanistan, dem Iran, Irak oder Anatolien. Über Spanien und Italien soll die Doldenblütlerin nach Mittel- und Westeuropa gelangt sein. Eine Möhre in Orange wird erstmals 1721 schriftlich erwähnt – und zwar von niederländischen Gartenbauern, die große Karottenzüchter waren. In den Sandböden ihrer Heimat liegen die Wurzeln der orangen Rübe, die von gelben Sorten abstammen soll. Der Legende nach experimentierten königstreue Gärtner aus politischen Gründen mit der Farbskala: Sie wollten Wilhelm von Oranien (französisch: orange, niederländisch: oranje) für den Unabhängigkeitskampf gegen Spanien danken.

Bewiesen ist das ebenso wenig wie die Geschichte, dass Niederländer im Zweiten Weltkrieg zum Ehrentag der Königin mit royalen Rüben um die Häuser zogen. Vermutlich wäre es keinem Besatzer aufgefallen. Schließlich hatten die niederländischen Sorten „Horn“ und „Long Orange“ schon Jahrhunderte zuvor die Rübenzucht der Deutschen unterwandert. Der Name der Möhre geht auf althochdeutsche und slawische Ausdrücke für Wurzel zurück. Mit mehr als 600.000 Tonnen Erntemenge im Jahr ist sie in Deutschland Volksgemüse. Gut so. Denn sie ist die wichtigste heimische Karotinquelle. Der Farbstoff sorgt für einen gesunden Hautton, der Sonnencremes jedoch keineswegs überflüssig macht. Aus Beta-Karotin stellt der Körper Vitamin A her, das für das Sehvermögen wichtig ist. Außerdem enthalten Mohrrüben viele B-Vitamine, Vitamin C, Kalium, Kalzium und Eisen. Sie sind gut für das Immunsystem, wirken harntreibend und blutreinigend. Ihren milden Geschmack verdanken sie ihrem für ein Gemüse recht hohen Zuckergehalt, ätherischen Ölen und Fruchtsäuren.

Die zarten Möhrchen, die jetzt vom Feld kommen, haben eine so dünne Haut, dass man sie nicht schälen muss und roh knabbern kann. Der Körper kann Karotinoide allerdings besser verwerten, wenn Mohrrüben mit etwas Fett gegart werden. Sie sind eine der süßen, erdigen Grundlagen feiner Schmorküche und helfen, schwere Rotweinsoßen zu verfeinern. Die meisten Kinder lieben Möhrengemüse. Erwachsenen ist die Zuckerwurzel solo oft zu monoton.

„Karotten schätzen es, wenn man sie mit Familienmitgliedern zusammenbringt“, empfiehlt der britische Koch Nigel Slater – also mit anderen Doldenblütlern wie Kerbel, Koriander, Kreuzkümmel, Petersilie und Dill. Konsequent als Süßspeise behandeln die Schweizer Rübchen, wenn sie daraus schwere Torten (Rüeblichueche) zaubern – in der Tradition der Römer, die eine carota ebenfalls gerne mal als Dessert verzehrten.

Carota heißt „die Gebrannte“ und deutet auf ein ursprünglich feuerrotes Äußeres hin. Allerdings waren einige der in Asien kultivierten Karotten auch schon blau-blütig, bevor sie auf Holländer trafen, genauer gesagt – lila. Liebe Kinder, die Schokoladenonkels haben sich in der Spezies geirrt. Nicht die Kühe sind lila: It’s the carrot, stupid!

Neu frisch vom Feld gibt's die Karotte ab Juni, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

 

À la Saison

Schlangenmordende Schwarzwurzel

(Scorzonera hispanica)
Die Schwarzwurzel hieß noch im 17. Jahrhundert „Schlangenmord“ oder „Vipergras“. Tatsächlich ist sie eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel

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„Die Wurtzel“ sei „fleischig, saftig und voll Milch“ sowie „süß von Geschmacke, wann sie gesotten worden“, schrieb der französische Chemiker und Arzt Nicolas Lémery 1698 in ein Lexikon. Den Zeitgenossen mochte das gewagt erscheinen. War die Schwarzwurzel doch erst seit kurzem etwas zu Essen. Im Deutschen trug das neue Gemüse die Beinamen „Schlangenmord“ und „Vipergras“, die eher nach Hexenkessel als nach Eintopf klangen.

Schuld war der italienische Botaniker und Mediziner Pietro Andrea Mattioli, der die antike Heilpflanze 1544 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Der kaiserliche Leibarzt verwandte die Wurzel des Korbblütlers nicht nur gegen Wundfieber und Knochenbrüche, sondern auch „wider den Natterbiß“. Er taufte sie Scorzonera hispanica nach ihrem Herkunftsland Spanien und dem Namen einer schwarzen Giftschlange. Außerdem setzte er das Gewächs auch „wider die fallende Seuche, zu den Pocken und für die Pest“ ein, wie Lémery 150 Jahre
später notierte. Sie ist, kurzum, eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel.

„Proletenspargel“ oder „Spargel des armen Mannes“ heißt Mattiolis Zaubergemüse im Volksmund heute. Eine Delikatesse, die hierzulande – außer in Bayern – kaum groß--flächig angebaut wird. Wir importieren sie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, wo man offenbar weiß, was gut ist. In Wahrheit ist der im Inneren elfenbeinfarbene „Winterspargel“ dem Original überlegen, nicht nur was seine Länge von bis zu einem halben Meter angeht. Die kalzium-, eisen-, magnesium- und vitaminreiche Schwarzwurzel gibt es nicht nur mitten in der kalten Jahreszeit, sie ist auch robust, lagerfähig und wird nicht holzig.

Es ist richtig, dass ihre korkige Rinde beim Schälen ohne Handschuhe hässliche Flecken von großer Haltbarkeit in die Haut gerbt. Und es stimmt, dass ihr milchiger Saft klebt wie Pattex, wenn man sie – Tipp aus dem Kochbuch – erst nach dem Garen häutet. Und damit sie nicht braun anläuft, gehören etwas Zitrone und Milch ins Kochwasser. Ja, die Zubereitung der Scorzonera ist eine Zumutung. Genau das macht sie zur „alten Sorte“ und – einige Jahre nach ihrer nordamerikanischen Schwester Topinambur – zur zumindest unter Spitzenköchen wiederentdeckten Rarität.

Sei es, dass der Kopenhagener René Redzepi sie im Restaurant Noma mit Gotland-Trüffeln als Hors d’œuvre anrichtet, der spanische Molekularkoch Ferran Adrià sie zu Steinbutt serviert oder in einem Berner Grandhotel das Steak auf „seinem Bett von Schwarzwurzelragout“ kommt – sie harmoniert. Anders als der geltungssüchtige Spargel kann, aber muss sie kein Solo auf dem Teller spielen. Ganz gleich ob die Sorte „Hoffmanns Schwarzer Pfahl“, „Schwarzer Peter“ oder „Russischer Riese“ heißt – in der Schwarzwurzel verbindet sich das Beste (unbittere) des Spargels mit zarten Nussaromen und winterlicher Erdigkeit. Besonders gut schmeckt sie zu zerlassener Butter und gerösteten Semmelbröseln. Aber auch mit Béchamelsoße oder im Soufflé und selbst roh in den Salat geraspelt ist sie ein Genuss.

In Sachen Pest hat Mattioli die Wunderwurzel aber zweifellos überschätzt. Der Gelehrte starb 1577 am „Schwarzen Tod“ – und das vermutlich nicht, weil gerade keine Schwarzwurzel zur Hand war.

Neu frisch vom Feld gibt's die Schwarzwurzel ab Oktober, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Krautiger Kohlrabi

(Brassica oleracea var. gongylodes)
Ob das deutscheste aller Gemüse wirklich aus Deutschland kommt, liegt – ehrlich gesagt – im Dunkeln. Erfahren Sie mehr über dieses und weitere Geheimnisse aus der Kulturgeschichte des Kohlrabi.

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Es ist ein Irrtum, dass es sich beim deutschesten aller Gemüse um Weißkohl alias Sauerkraut handelt. Zwar hat die vergorene Spezialität den Deutschen in England den Spottnamen Krauts eingetragen, aber fragen Sie mal einen Russen, Ungarn, Japaner, Niederländer, Dänen, Schweden, Franzosen oder Briten, was Kohlrabi in seiner Sprache heißt. Die Antwort mag ka, karalábé, koolrabi, kaalrabi, kålrabbi, colrave oder kohlrabi lauten, phonetisch ist das Ergebnis das gleiche: Die Welt spricht Kohlrabi. Krautiger wird’s nimmer.

Ist es Begeisterung über den süßen, leicht nussigen, dezenten Kohlgeschmack, die Menschen zwischen Washington und Tokio veranlasst, die komisch klingende Knolle im Munde zu führen? Mitnichten. Nur das Wort, nicht das Gemüse kommt ihnen über die Lippen. Kohlrabi ist so deutsch, dass vor allem die Deutschen ihn essen. 40.000 Tonnen im Jahr wachsen hier, und weil das noch zu wenig ist, bauen auch die Niederlande, Polen und Frankreich den Kreuzblütler an – für den Export.

Im Gegensatz zu Weiß- oder Blumenkohl, bei denen Blätter oder Blütenstand verzehrt werden, verdickt sich beim Kohlrabi der untere Teil der oberirdischen Sprossachse und liegt grünweiß oder blauviolett auf der Erdkrume. Innen sind alle Kohlrabis hell. Die größte Sorte heißt „Superschmelz“ und kann – ohne holzig zu werden – zur Größe eines Kohlkopfs anwachsen. Und der einzige Speck, der auch Vegetariern schmeckt, dürfte „Blauer Speck“ sein.

In Wirklichkeit enthält Kohlrabi neben viel Wasser, etwas Zucker und Eiweiß nur 0,1 Prozent Fett. In Deutschland wurde die Knolle im 16. Jahrhundert erstmals erwähnt. Sie war ein Star der Barockküche – beispielsweise in Leipzig, wo sie dem Allerlei den letzten Schliff gab. Das Original hat übrigens nichts mit Erbsen-Möhren-Spargel-Dosenmatsch zu tun, sondern ist ein knackiger Genuss, der – serviert mit heller Soße und luftigen Semmelklößchen – auch Blumenkohl, Morcheln und Flusskrebsschwänze vereint.

Ein Festmahl, das noch nicht ganz vergessen war, als Kurt Tucholskys Alter Ego Peter Panter sich 1928 in einem Speiselokal über breiiges Gemüse beschwerte und die Bedienung antwortete: „Da müssen Sie mal zu meiner Mutter kommen, Herr Panter, die kocht Ihnen ein Leipziger Allerlei ...“ – „Liebe gnädige Frau, es ist so nett von Ihnen ... Aber alle Leute können doch nicht bei Ihrer Mama essen!“

Kohlrabi passt gut zu Rahmsoßen, die auch mal mit Safran oder Chili gewürzt sein dürfen. Am besten gart man ihn im Ganzen und schält und teilt ihn hinterher, damit Aroma und Nährstoffe besser erhalten bleiben: Selen, Senföle und viel Vitamin C stärken das Immunsystem. Roh harmoniert Kohlrabi mit Nüssen, Ziegenkäse, Lachs und Äpfeln. Sein Kraut gehört nicht in den Kompost, denn es enthält viele Mineralien, Karotin, B-Vitamine und Eiweiß. Die zarten Herzblätter schmecken gut in Salat und Suppe oder als Hauptgericht: In Südeuropa bereitet man aus ihrem Grün vegetarische Rouladen oder „Spinat“ zu.

Südeuropa?! Ob das vermeintlich deutsche Gemüse auch aus der Region stammt, in der es so gerne verspeist wird, liegt – um ehrlich zu sein – im Dunkeln. Es könnte genausogut ein Nachfahre des pompejanischen Kohls sein, den der Römer Plinius kurz nach der Zeitenwende beschrieb. Grimms Wörterbuch vermerkte im 19.Jahrhundert, der Begriff Kohlrabi sei „merkwürdig durch seine Gestalt, halb deutsch halb italienisch“. Klar ist: Italien spricht nicht kohlrabisch. Der inoffizielle Kulturbotschafter der Krauts heißt dort cavolo rapa, Kohlrübe.

Neu frisch aus dem Gewächshaus gibt's Kohlrabi ab April, frisch vom Feld im Mai.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen


In jeder Ausagebe des Greenpeace Magazins berichten wir über die Kulturgeschichte von Obst und Gemüse. Unsere neue Ausgabe erhalten Sie am Bahnhofskiosk, in unserem Warenhaus und für nur 33,50€ im Jahresabo

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Sa, 2015-08-01 09:19
Stuttgart (dpa)

Die Internationale Raumstation ISS

Stuttgart (dpa) - Die Internationale Raumstation ISS dient seit mehr als 15 Jahren als Außenposten der Menschheit. Gut ein Dutzend Staaten beteiligt sich an dem Projekt, neben Ländern der Europäischen Union auch Kanada, Japan, die USA und Russland. Doch Moskau will sein Engagement in absehbarer Zeit beenden.

Seit dem Jahr 2000 sind ständig Menschen auf der ISS. 2014 arbeitete auch der Schwabe Alexander Gerst für fast ein halbes Jahr in dem Labor etwa 400 Kilometer über der Erde.

Bei einem Tempo von 28 000 Stundenkilometern erlebt die Mannschaft alle 90 Minuten einen Sonnenaufgang. Ihre Energie bezieht die Station über Solarzellen.

Die 450 Tonnen schwere ISS hat eine Spannweite von 109 Metern und ist 45 Meter hoch. Den Astronauten bleiben 1200 Kubikmeter Wohn- und Arbeitsraum.

Sa, 2015-08-01 09:27
Ramallah/Gaza (dpa)

Zwei Palästinenser durch Schüsse israelischer Soldaten getötet

Ramallah/Gaza (dpa) - Ein palästinensischer Jugendlicher, der bei Protesten im Westjordanland am Freitag durch Schüsse verwundet wurde, ist seinen Verletzungen erlegen. Palästinensischen Ärzten zufolge starb der 17-Jährige am frühen Samstagmorgen.

Am Freitag war es vielerorts im Westjordanland und in Ost-Jerusalem zu Ausschreitungen zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften gekommen. Auslöser war ein Anschlag auf ein palästinensisches Wohnhaus, das mutmaßlich von jüdischen Extremisten in Brand gesteckt wurde. Dabei starb ein Kleinkind; mindestens drei weitere Familienmitglieder wurden schwer verletzt.

Die Proteste, bei denen der Teenager verwundet wurde, ereigneten sich am Freitag nahe Birseit nördlich von Ramallah. Palästinensischen Angaben zufolge hatten Jugendliche an einem Militärposten israelische Soldaten mit Steinen beworfen. Die israelische Armee hingegen erklärte, der Jugendliche habe mit einer Brandflasche auf die Soldaten gezielt. Daraufhin hätten die Soldaten auf ihn geschossen.

Palästinensischen Angaben zufolge wurde am Freitag auch in Gaza ein Jugendlicher durch israelische Schüsse getötet. Ein weiterer wurde verletzt. Eine Armeesprecherin sagte, die Jugendlichen hätten sich den Grenzzaun zwischen Gaza und Israel genähert. Einer der beiden Verdächtigen habe auf Aufforderung und Warnschüsse nicht reagiert. Daraufhin hätten die Soldaten auf seine Beine gezielt.

Sa, 2015-08-01 09:24
Washington (dpa)

Hillary Clinton veröffentlicht Steuer- und Gesundheitsdaten

Für Europäer undenkbar, für Amerikaner ganz normal: Wer Staatschef werden will, legt erst mal offen, wie viel er verdient und Steuern zahlt. Und er zeigt, wie fit er ist. Das gilt auch für die frühere Außenministerin Hillary Clinton.

Washington (dpa) - Die US-Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton und ihr Mann Bill haben von 2007 bis 2014 knapp 141 Millionen Dollar (etwa 128 Millionen Euro) verdient. Sie zahlten darauf im Schnitt rund 40 Prozent Steuern. Dies geht aus Steuerunterlagen hervor, die Hillary Clintons Wahlkampfbüro am Freitag (Ortszeit) veröffentlichte.

Die demokratische ehemalige Außenministerin und «First Lady» will Präsidentin der USA werden. Der Nachfolger Barack Obamas wird im November 2016 gewählt.

Den Angaben zufolge zahlte das Paar in dem Zeitraum mehr als 43,8 Millionen Dollar Bundessteuern sowie weitere gut 13,6 Millionen Dollar Einkommensteuern auf den Ebenen der Gemeinden und US-Staaten. Zudem spendeten sie seit 2007 fast 15 Millionen Dollar für wohltätige Zwecke, also mehr als zehn Prozent ihres Einkommens.

Hillary Clinton sprach sich bei der Veröffentlichung der Steuerdaten für eine Steuerreform aus. Als erstes müsse der Mittelstand entlastet werden, erklärte sie. «Zweitens müssen diejenigen an der Spitze ihren gerechten Anteil zahlen.» Es dürfe keine Schlupflöcher geben, die es Millionären erlaube, weniger Steuern zu zahlen als ihre Sekretäre. Drittens dürfe das Steuerrecht nicht schnelle Börsengewinne zu Lasten langfristiger Investitionen ermutigen oder Unternehmen belohnen, die Gewinne und Arbeitsplätze nach Übersee verlagerten.

Über ein Jahr vor der Wahl veröffentlichte Hillary Clinton zugleich Angaben über ihre Gesundheit. Ihre Ärztin bescheinigte der 67-Jährigen, sie sei gesund und fit. Sie leide lediglich an einer Schilddrüsenunterfunktion und Pollenallergie. «Sie ist in exzellenter gesundheitlicher Verfassung und fit, als Präsident der Vereinigten Staaten zu dienen», urteilte die Internistin Lisa Bardack.

Ende 2012 habe die damalige Außenministerin nach einem Sturz zeitweise an Gehirnerschütterung und Thrombose gelitten. Zeitweise habe sie doppelt gesehen und eine Spezialbrille getragen. Sie sei aber vollständig genesen, erklärte die Ärztin.

Sa, 2015-08-01 08:58
Washington (dpa)

Clintons verdienen 2007-2014 knapp 141 Millionen Dollar

Washington (dpa) - Die US-Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton und ihr Mann Bill haben von 2007 bis 2014 knapp 141 Millionen Dollar (etwa 128 Millionen Euro) verdient. Dies geht aus Steuerunterlagen hervor, die Hillary Clintons Wahlkampfbüro am Freitag (Ortszeit) veröffentlichte.

Den Angaben zufolge zahlte das Paar in dem Zeitraum mehr als 43,8 Millionen Dollar Bundessteuern sowie weitere gut 13,6 Millionen Dollar Einkommensteuern auf den Ebenen der Gemeinden und US-Staaten. Zudem spendeten sie seit 2007 fast 15 Millionen Dollar für wohltätige Zwecke. Sie spendeten damit in den vergangenen beiden Jahren jeweils mehr als zehn Prozent ihres Einkommens.

Hillary Clinton sprach sich bei der Veröffentlichung der Steuerdaten für eine Steuerreform aus. Als erstes müsse der Mittelstand entlastet werden, erklärte sie. «Zweitens müssen diejenigen an der Spitze ihren gerechten Anteil zahlen.» Es dürfe keine Schlupflöcher geben, die es Millionären erlaube, weniger Steuern zu zahlen als ihre Sekretäre. Drittens dürfe das Steuerrecht nicht schnelle Börsengewinne auf Kosten langfristiger Investitionen ermutigen oder Unternehmen dafür belohnen, dass sie Gewinne und Arbeitsplätze nach Übersee verlagerten.

Sa, 2015-08-01 09:16
Stuttgart/Moksau (dpa)

Tüfteln am ISS-Nachfolger - Quo vadis, bemannte Raumfahrt? Von Marco Krefting und Wolfgang Jung, dpa

Die Zukunft der bemannten Raumfahrt steht in den Sternen. Russland will eigene Wege gehen, der Westen bastelt noch an Plänen für einen Nachfolger der ISS. Bei einem Uni-Workshop lösen sich Nachwuchswissenschaftler von den politischen Umständen - zu recht?

Stuttgart/Moksau (dpa) - Die eine besticht durch eine überdimensionale Scheibe aus Solarmodulen. An der anderen fallen die orange-weißen Module auf, die an längliche XXL-Luftballons erinnern: Eine Woche lang haben Studenten beim «Space Station Design Workshop» an der Universität Stuttgart zwei Konzepte für künftige Raumstationen ertüftelt. Ein Detail dabei: In beiden Plänen taucht Roskosmos auf, die russische Raumfahrtbehörde. Plausibel findet das der Leiter des Instituts für Raumfahrtsysteme, Stefanos Fasoulas: «Solche Unternehmungen werden auch künftig nur international finanzierbar sein.» Dabei klingen die offiziellen Töne aus Moskau eher anders.

Ein Vierteljahrhundert nach dem kontrollierten Absturz der Raumstation Mir plant Russland bei der Erforschung des Alls eine neue Ära. An der Internationalen Raumstation ISS arbeitet Moskau seit 1998 etwa mit den USA und Europa eng zusammen. Von 2024 an will die stolze Raumfahrtnation aber ihre ehrgeizigen Weltraumpläne wieder solo durchsetzen. Geht es nach Plänen des russischen Vizeregierungschefs Dmitri Rogosin, könnten die ISS zerlegt und russische Teile danach zum Bau eines eigenen Außenpostens der Menschheit verwendet werden.

Kremlchef Wladimir Putin kündigte den Bau einer russischen Station in der Erdumlaufbahn bereits an. Von der ISS seien nur fünf Prozent des Staatsgebiets einzusehen. «Wir brauchen eine Station, von der wir die ganze Fläche unseres Landes kontrollieren», meinte der Präsident.

Die Lage zum Westen gilt unter anderem wegen der Ukrainekrise als sehr angespannt. Daher ist auch hierzulande die Zukunft der bemannten Raumfahrt noch offen. Für Hansjörg Dittus, im Vorstand des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) für Raumfahrtforschung und -technologie zuständig, hängt sie vor allem vom Geld ab.

Die reinen Betriebskosten für die ISS betragen nach seinen Angaben jährlich 2,2 Milliarden Euro, wovon rund 280 Millionen auf die europäischen Partner entfallen. Deutschland trage gut 100 Millionen Euro. «Will man mit Astronauten zu Mond oder Mars in den nächsten 30 bis 50 Jahren oder Raumstationen fern der Erde, etwa im Langrange-Orbit, betreiben, braucht man dazu einen Raumfahrt-Etat in Europa, der das zwei- bis dreifache von heute beträgt.»

Das entspräche in etwa den Vorschlägen der Nachwuchsforscher: Ihre Raumstationen sollten an Lagrange-Punkten stationiert werden, wo sich die Gravitationsfelder von Mond und Erde aufheben. Von dort aus seien andere Punkte im All leichter erreichbar, erklärt Professor Fasoulas. Die Raumstationen sollen den Plänen der Studenten zufolge dabei als Zwischenlager und Tankstelle für Mars- und Mondmissionen dienen.

Damit dieses Ziel verfolgt werden kann, ist eine ISS-Nachfolge aus Dittus' Sicht zwingend notwendig. «Nur wenn wir Menschen in niedrigen Laufbahnen haben, können wir auch Mehrgenerationenprojekte wie Marsmissionen angehen. Wir wollen eine Ära ohne bemannte Raumfahrt vermeiden.» Für wahrscheinlich hält er eine Station in etwa im selben Orbit wie die ISS - also rund 400 Kilometer von der Erde entfernt.

Auch der Einstieg privater Anbieter sei Teil der Überlegungen, sagt der DLR-Vorstand. Staatliche Bedürfnisse könnten so durch gemietete Forschungsmodule erfüllt werden. «Da sehe ich einen großen Bedarf.» Zentrale Fragestellungen sollten solche sein, die für viele Menschen von Belang sind wie Klimawandel und Ernährungslage. «Das lässt sich gut vom Weltall aus beobachten - aber eben nicht nur von Satelliten.»

Russland plant eine Station aus fünf Segmenten: ein Labormodul, ein Energiemodul, ein Verbindungsmodul sowie ein Transformations- und ein Wissenschaftlich-Energetisches Modul. Ob das alles umsetzbar ist, steht aber in den Sternen. Eine Wirtschaftskrise macht der Rohstoffmacht Russland zu schaffen. Zudem fallen beim laufenden Bau eines Weltraumbahnhofs nahe der chinesischen Grenze hohe Kosten an.

Dittus ist mit Blick auf den Westen guter Dinge: Die Planungen seien weit gediehen. «Man muss nun gucken, was realisierbar ist.» 2016 bei der Ministerkonferenz der Europäischen Weltraumbehörde ESA müsse es eine generelle Entscheidung über die Zukunft der Raumfahrt geben.

Entscheidend sei, dass sich die Gesellschaft wieder dafür begeistere. «Das Thema Raumfahrt ist wieder salonfähig.» Das sei in den vergangenen 20 bis 30 Jahren anders gewesen, mit dem Start der ISS sei eigentlich nur noch über deren Ende gesprochen worden. «Wichtig ist Begeisterung zu schüren», so Dittus. «Das schafft auch Geld ran.»

Sa, 2015-08-01 08:00
Frankfurt/Main (dpa)

Deutschlands Topkonzerne auf Rekordkurs - Sorgen wegen China Von Friederike Marx, dpa

Griechenland-Drama, Bremsspuren in China: Die meisten deutschen Börsenschwergewichte haben die jüngsten Turbulenzen gut weggesteckt. Doch ganz ungetrübt ist das Bild nicht.

Frankfurt/Main (dpa) - Die Zahlen sind eindrucksvoll: Deutschlands Topkonzerne scheinen allen Turbulenzen zum Trotz ungebremst auf Rekordkurs. Der Gesamtumsatz der Dax-Unternehmen, die bisher Bilanzen für April bis Juni vorgelegt haben, stieg um 12 Prozent auf 174,4 Milliarden Euro. Der operative Gewinn der 14 Konzerne legte um 11 Prozent auf 17,5 Milliarden Euro zu, wie aus einer Zwischenbilanz des Beratungsunternehmens EY hervorgeht. «Es ist allerdings vor allem der schwache Euro, der die Umsatzentwicklung antreibt und so den deutschen Top-Konzernen die Bilanzen rettet», sagt EY-Partner Thomas Harms.

Von der Schwäche der Gemeinschaftswährung profitieren vor allem Unternehmen, die viel exportieren. Ihr Waren werden auf dem Weltmarkt günstiger. Zugleich nehmen sie für Produkte, die beispielsweise in Dollar bezahlt werden, umgerechnet mehr ein. So legte der Umsatz des Elektrokonzerns Siemens von April bis Juni um acht Prozent auf 18,8 Milliarden Euro zu. Bereinigt um Währungseffekte sank er dagegen um 3 Prozent. Auch andere Börsenschwergewichte profitierten von der Schwäche der Gemeinschaftswährung - darunter Lufthansa, der Chemieriese BASF und der Autobauer Daimler.

Im zweiten Quartal verlor der Euro etwa gegenüber dem Dollar binnen Jahresfrist knapp 20 Prozent an Wert. Nach EY-Berechnungen brachte die Schwäche den Konzernen insgesamt einen Umsatzschub von mindestens zehn Milliarden Euro - bei einem Plus von insgesamt 19 Milliarden Euro.

Ein weiteres kleines Konjunkturprogramm sind für einige Unternehmen die niedrigen Rohstoffpreise. So wird die Lufthansa in diesem Jahr mit 6 Milliarden Euro voraussichtlich rund 200 Millionen Euro weniger für Kerosin ausgeben als bislang geplant. BASF leidet hingegen unter dem Ölpreisverfall. Er drückt die Erzeugerpreise für chemische Produkte.

Trotz insgesamt guter Quartalszahlen ist vielfach Sparen angesagt. Der seit Juli amtierende Deutsche Bank-Chef John Cryan sprach von «inakzeptabel hohen» Kosten bei dem deutschen Branchenprimus. In einer E-Mail an die Mitarbeiter des Finanzriesen deutete er schmerzhafte Einschnitte an: «Veränderungen können belastend sein, aber den Status quo beizubehalten, ist keine Option.»

Bei VW soll das vor einem Jahr gestartete Milliarden-Sparprogramm den Puffer bringen für teure Zukunftsaufgaben - auch dann, wenn sich künftig die Dämpfer häufen sollten. Bei Siemens kostet der Konzernumbau tausende Jobs. Zusammen mit geplanten Stellenstreichungen in der Stromerzeugungssparte (Power and Gas), über die noch mit Arbeitnehmervertretern verhandelt wird, planen die Münchner den Abbau von mehr als 13 000 Jobs.

Noch steigt die Zahl der Mitarbeiter aber: Im zweiten Quartal beschäftigten die 14 Dax-Konzerne EY zufolge gut 2 Millionen Menschen, das waren 2,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Weniger Mitarbeiter gab es danach lediglich bei HeidelbergCement.

Mit Sorge betrachten manche Manager - vor allem in der Autobranche - die Entwicklung in China. Deutlich zu spüren bekam VW die jüngste Flaute auf dem wichtigen Markt, wo der Konzern ein Drittel aller Fahrzeuge losschlägt. Vorstandschef Martin Winterkorn sprach von «einem immer härteren Marktumfeld». Der Stuttgarter Autobauer Daimler sieht dagegen keinen Anlass zur Sorge. «Auch in China hat Mercedes-Benz allen Grund zur Zuversicht», sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche bei der Vorstellung der Quartalszahlen.

In den Auftragsbüchern der meisten Unternehmen spiegeln sich die Bremsspuren in China nach Angaben des Ifo-Institutes noch nicht wider. Nach Einschätzung von Harms sind die mittel- und langfristigen Perspektiven im Reich der Mitte weiter gut. Aber: «Die Goldgräberstimmung ist vorüber, der Wettbewerb wird härter, die Risiken steigen».

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Sa, 2015-08-01 08:31
Berlin (dpa)

«Spiegel»: Merkel will offenbar vierte Amtszeit

Berlin (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich offenbar entschieden, bei der Bundestagswahl 2017 noch einmal anzutreten. Bei einem Strategietreffen mit ihrem Generalsekretär Peter Tauber und CDU-Bundesgeschäftsführer Klaus Schüler habe sie bereits besprochen, wer für die Kampagne der Union in gut eineinhalb Jahren zuständig sein soll, berichtete der «Spiegel» (Samstag).

Es solle keine externe Kampagne für die Wahlkampfführung geben, wie sie einst der frühere SPD-Bundesgeschäftsführer Franz Müntefering für Gerhard Schröder gegründet hatte. Stattdessen solle die Kampagne vom Konrad-Adenauer-Haus aus geführt werden. Als Ergebnis der Unterredung seien schon erste Helfer angesprochen worden.

Mit CSU-Chef Horst Seehofer habe die CDU-Vorsitzende vor einigen Wochen strategische Fragen des Wahlkampfs erörtert. Seehofer sei dafür, dass die Union eine absolute Mehrheit als Wahlziel ausgebe. Merkel habe sich skeptisch gezeigt, schrieb der «Spiegel». Intern habe sie erklärt, sie werde die Entscheidung über eine erneute Kandidatur offiziell erst Anfang 2016 bekannt geben. Unklar sei offenbar noch, ob Merkel eine Kandidatur für die gesamte Legislaturperiode anstrebe.

Sa, 2015-08-01 07:00
Berlin (dpa)

Städte- und Gemeindebund für Flüchtlings-Task-Force

Berlin (dpa) - Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hat sich für eine Task Force ausgesprochen, die auf Bundesebene die Flüchtlingspolitik in Deutschland steuert. «Das wäre ein wirksames Mittel, um die Reaktionszeiten zu verkürzen und die Koordination zu verbessern», sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Samstag). In einer solchen Arbeitsgruppe müsse allerdings der Sachverstand der Kommunen Gehör finden, Bund und Länder müssten die Situation vor Ort stärker als bisher in den Blick nehmen. Angesichts steigender Flüchtlingszahlen hatte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) vor kurzem in der «Bild»-Zeitung eine Flüchtlings-Task-Force ins Spiel gebracht.

Sa, 2015-08-01 07:01
Rom (dpa)

Weniger Pasta, mehr Bio: Italiener ändern ihre Essgewohnheiten Von Miriam Schmidt, dpa

Nationalstolz und Kulturgut: Für viele Italiener ist die Esskultur mit typischen Produkten wie Pasta, Olivenöl und Käse wichtiger Teil ihrer Identität. Doch die Gewohnheiten ändern sich - besonders betroffen ist ausgerechnet das italienische Lebensmittel schlechthin.

Rom (dpa) - Ob Penne all'Arrabbiata oder Spaghetti Carbonara - kaum ein Nahrungsmittel steht so sehr für die italienische Identität wie Pasta. Die Liebe der Italiener zu Farfalle, Fusilli und Co. ist tief verwurzelt, für viele sind Nudeln Teil ihrer Kultur und Identität. Doch die Gewohnheiten ändern sich, der Pasta-Konsum der Italiener nimmt seit einigen Jahren enorm ab: Aß der durchschnittliche Italiener einer Studie zufolge 2004 noch 28 Kilogramm Nudeln pro Jahr, waren es 2013 nur noch 25,3 Kilogramm.

Doch die italienische Lust auf Pasta ist nicht das einzige, was sich verändert. «In den vergangenen 50 Jahren gab es substanzielle Veränderungen beim Lebensmittelkonsum in Italien, besonders vom Konsum typischer Produkte hin zu einer Fast-Food-Kultur», sagt Gabriele Riccardi, Professor für Ernährung an der Universität Neapel, der Deutschen Presse-Agentur. «Der Konsum von Pasta, Brot und Reis hat sich schrittweise reduziert.» Aber auch in anderen Bereichen, etwa bei Fleisch oder Gemüse, gibt es Veränderungen, sagt Riccardi.

Hatte die klassische römische Trattoria vor allem traditionelle Gerichte wie Pasta oder Pizza auf der Speisekarte, findet man heute immer mehr Alternativen. Viele Restaurants vor allem in den Städten bieten inzwischen vegane oder vegetarische Gerichte an, auch Bio-Produkte, Vollkorn- oder Kamut-Nudeln, Quinoa und Couscous werden beliebter. Dazu kommt die wachsende Zahl ausländischer Restaurants: Chinesische Imbisse, Sushi-Bars und Fast-Food-Ketten stellen die Menschen vor die Wahl zwischen Pasta und Co. sowie neuen Gerichten.

«Die Veränderungen hängen mit mehreren Faktoren zusammen», erklärt Riccardi. «Zuallererst der demografische Faktor, der sich in unserem Land dadurch äußert, dass die Bevölkerung immer älter wird, es weniger Familien und mehr Singles gibt und nicht zuletzt durch den Zustrom von Migranten, die ganz andere Ernährungsgewohnheiten, Traditionen und Bedürfnisse haben.» Zudem ernähren sich vor allem jüngere Leute oft bewusster. Unter ihnen gilt Pasta häufig als Dickmacher, weshalb sie den Anteil auf ihrem Speiseplan reduzieren.

«Die veränderten Lebens- und Arbeitsgewohnheiten wie das Essen außer Haus, neue Arbeitszeiten und Freizeitgestaltung spielen auch eine Rolle», ergänzt Riccardi. «Aber auch die kulturellen Veränderungen in der Bevölkerung sind ein wichtiger Faktor.» So ändert sich zum Beispiel auch die Rolle der Frau in Italien: Während Frauen früher oft Zeit zum Kochen üppiger Mahlzeiten hatten, setzen viele junge Mütter entweder auf schnelle Gerichte oder auf leichtere Kost.

Auch ein Report der UN-Welternährungsorganisation FAO zeigt, dass immer weniger Italiener auf die sogenannte mediterrane Ernährung setzen. Als Gründe nennt er die Globalisierung und einen veränderten Lebensstil. Zudem trügen das breite Angebot und der Verlust von traditionellem Wissen dazu bei.

Das sieht auch Pasta-Produzent Paolo Barilla so: «Als ich ein Kind war, hatten wir nicht viel anderes», sagte der heute 54-Jährige der Mailänder Zeitung «Corriere della Sera». «Das hat sich geändert. Das Angebot an Produkten hat sich verdreifacht, das gilt auch für Pasta.»

Und auch Trends wie fleisch- oder tierproduktefreie Ernährung, Bio, Vollkorn oder Glutenfrei nehmen langsam zu. «In den vergangenen Jahren gab es einen Anstieg bei der Zahl der Menschen, die sich vegan oder vegetarisch ernähren», sagt Riccardi. «Auffallend ist auch der Boom bei Diät- und Bio-Produkten.» Hinzu kommt, dass viele Familien wegen der Krise in dem Land weniger Geld zur Verfügung haben. Eine Analyse des Bauernverbands Coldiretti hat ergeben, dass die Italiener im Jahr 2014 fünf Prozent weniger für Pasta, sieben Prozent weniger für Fisch und vier Prozent weniger für Olivenöl ausgegeben haben.

Doch der Wandel der Gewohnheiten ändert kaum etwas an der Bedeutung, die Italiener dem Essen beimessen. Für 17,9 Prozent von ihnen hat Essen auch etwas mit Stolz und Identität zu tun, ergab eine Studie des Institutes Censis. Die Autoren schrieben: «Für die Italiener hilft Essen dabei, gesund zu leben, gesellig Zeit mit anderen zu verbringen und sich als Teil einer Gemeinschaft zu fühlen.»

Geht doch!

Drohnen als Förster

Unbemannte Flugkörper sollen pro Jahr weltweit eine Milliarde Bäume pflanzen

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Jährlich werden auf der Erde rund 26 Milliarden Bäume gefällt. Der ehemalige Nasa-Ingenieur Lauren Fletcher nimmt den Kampf gegen die globale Entwaldung auf. Um den Schwund wettzumachen, entwickelte seine in Oxford ansässige, gemeinnützige Firma Bio Carbon Engineering eine innovative Drohne. Diese scannt auch unzugängliche Gegenden, kartografiert baumlose Regionen und bestimmt die Bodenart. Zusammen mit Ökologen entscheidet das Unternehmen, welche Bäume wo gepflanzt werden. Dann wird der Flugkörper ein zweites Mal losgeschickt. Per Druckluft schießt er kleine Saatgut-Kapseln in den Boden. Die Kapseln sind biologisch abbaubar und schützen das keimende Saatgut in der ersten Zeit. „Der industriellen Waldvernichtung können wir nur mit industrieller Aufforstung begegnen“, ist Fletcher überzeugt. Das Projekt befindet sich in der Entwicklungsphase, erste Tests sind im Laufe des Jahres geplant. Obwohl dem britischen Start-up noch Investoren fehlen, hofft Fletcher, dass die Firma schon bald Regierungen für Aufforstungsprojekte begeistern und jedes Jahr eine Milliarde Bäume pflanzen kann.
biocarbonengineering.com

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Frankreich
Mit einem Ende Mai verabschiedeten Gesetz will die französische Nationalversammlung die Verschwendung von Lebensmitteln eindämmen: Große Supermärkte werden verpflichtet, überschüssige Produkte künftig an gemeinnützige Einrichtungen zu spenden. Für Menschen ungeeignete Reste können laut Beschluss des Parlaments auch kompostiert oder als Tierfutter verwendet werden. Dabei wandern in Frankreich pro Person und Jahr „nur“
bis zu 30 Kilogramm ungenutzt in den Müll. Hierzulande fallen pro Kopf und Jahr rund 82 Kilo Essensabfälle an.
 

Münster
Seit 1989 dürfen in Münster auf kommunalen Flächen der westfälischen Stadt keine Pestizide mehr eingesetzt werden. Sprießendes Unkraut wird mit Heißluftwalzen oder Wildkrautbürsten entfernt. Diese Verfahren sind zwar aufwendiger und teurer, aber giftfrei. Dank einer Beratung durch den BUND verzichten inzwischen etliche Kommunen auf Pestizide. Dem Vorreiter Münster folgten zum Beispiel Saarbrücken, Tübingen und Bielefeld.
bund.net/pestizidfrei

Berlin
Heimischen Dünger stellen die Berliner Wasserwerke her, indem sie Phosphat aus Klärschlamm zurückgewinnen. Der Wasserversorger verkauft das recycelte Düngemittel unter dem Namen „Berliner Pflanze“ an Landwirte. Das Verfahren haben sich die Ingenieure patentieren lassen. Es dürfte weltweit auf Nachfrage stoßen, denn die globalen Phosphatvorräte gehen zur Neige.
bwb.de/berlinerpflanze
 

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

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Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

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Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

Geht doch!

Styropor „To Go“

USA Mehr als 70 Städte verbieten aufgeschäumtes Plastik. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt den Kampf mit dem Müll auf.

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Ab Juli verbannt er Einwegbecher, -teller und andere Behältnisse aus Styropor. Auch Verpackungsfüllmaterial aus Schaumstoff darf dann nicht mehr verwendet werden. Laut Abfallbehörde hat sich eine Wiederverwertung ökologisch und ökonomisch als nicht sinnvoll erwiesen. Jedes Jahr hat die Müllabfuhr in der Metropole fast 30.000 Tonnen Abfall aus aufgeschäumtem Polystyrol eingesammelt, der Großteil stammt aus der Gastronomie. „Diese Produkte verursachen reale Umweltschäden“, sagt de Blasio. Sein Appell fruchtet auch bei Behörden: Ab Sommer sollen Styroporbehälter aus Schulkantinen verschwinden. Warum das Essen künftig auf kompostierbaren statt auf Keramiktellern serviert wird, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Schon mehr als 70 US-Städte, darunter Washington, San Francisco, Oakland und Seattle, haben sich vom Einwegplastik losgesagt. In Deutschland dagegen wird der biologisch nicht abbaubare Schaumstoff weiterhin großflächig eingesetzt: nicht nur für Fastfood-Verpackungen, sondern auch für die Wärmedämmung von Gebäuden.
Illustration: Christoph Niemann

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Grenoble: Bäume statt Werbung
Die französische Alpenstadt will die erste werbefreie Stadt Europas werden: Der grüne Bürgermeister Éric Piolle hat alle Reklameverträge gekündigt. Wo bisher freie Sicht auf riesige Plakate herrschen musste, will er Bäume pflanzen lassen. Den Verzicht auf die optische Umweltverschmutzung lässt sich die Stadt jährlich 150.000 Euro kosten – so viel hat Grenoble bisher durch vermietete Werbeflächen pro Jahr eingenommen. Bislang verbietet nur eine Stadt Werbung im öffentlichen Raum: São Paulo in Brasilien, und das schon seit 2010.

Frankreich: Zu schnell kaputt
Mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe will Frankreich eingebaute Fehler, die zum vorzeitigen Verschleiß von langlebigen Verbrauchsgütern führen, als Betrug ahnden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist auf dem Weg. Niedersachsen will solche Art der Verbrauchertäuschung auch nicht hinnehmen. Landesverbraucherschutzminister Christian Meyer erwägt eine Verlängerung der Garantie bei bestimmten Produkten.

Hamburg: Steckdose für Cruiser
Die Bewohner des Elbufers können ein wenig aufatmen: Im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe werden ab diesem Sommer mit erneuerbarem Landstrom versorgt und können die luftverpestenden Dieselmotoren abstellen. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern, dass in Zukunft auch Containerschiffe zum Anschluss an den sauberen Landstrom verpflichtet werden.
 

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Sa, 2015-08-01 07:17
Kandahar (dpa)

Mit Spitzeln und Gewalt - ein Polizeichef kämpft gegen die Taliban Von Subel Bhandari, dpa

Mit fragwürdigen Methoden geht der Polizeichef von Kandahar gegen die Taliban in seiner Provinz vor. Abdul Rasik ist hoch umstritten - viele Afghanen unterstützen ihn dennoch, weil er Sicherheit bringt.

Kandahar (dpa) - Die südafghanische Provinz Kandahar war einst die unbestrittene Hochburg der Taliban. Dass dies heute nicht mehr so ist, liegt vor allem an Polizeichef Abdul Rasik, der von der Provinzhauptstadt Kandahar aus herrscht. Er hält die Gegend mit einem Netzwerk von Spitzeln und Stammeskontakten, mit fragwürdigen Geldquellen und brutalen Methoden unter Kontrolle. Sogar die Taliban erkennen widerwillig seine Macht an. «Wenn Rasik tot ist, brennen wir die Stadt nieder», sagt ein Taliban-Anführer namens Abdullah Rasak. Schon 19 Mal seien die Taliban dabei gescheitert, Rasik zu töten.

Der Polizeichef hat sogar in dem Dorf für Sicherheit gesorgt, in dem der inzwischen verstorbene Taliban-Gründer Mullah Mohammad Omar einst als Madrasa-Lehrer arbeitete. «Die Sicherheitslage hier ist gut. Es gibt keine Taliban. Die afghanische Polizei hat ihnen im letzen Jahr das Rückgrat gebrochen», sagt Mohammad Haschem (44), der schon in dem Dorf lebte, als Mullah Omar dort Mitte der 1990er Jahre unterrichtete.

Die Veränderungen in der Provinz sind auch der engen Zusammenarbeit von Stammesältesten und Klan-Chefs zu verdanken - eine Initiative, die auf Rasik zurückgeht. Der Bezirk Sari war noch im vergangenen Jahr unter Taliban-Kontrolle, sagt der örtliche Polizeikommandeur Sadikulla. «Heute haben wir Informanten im gesamten Bezirk. Sie sagen uns, wenn sie Taliban oder einen Fremden in ihrem Dorf sehen.»

Sadikulla sagt, acht der 17 Bezirke in der Provinz seien sicher, in acht weiteren sei die Sicherheitslage noch problematisch. Ein Bezirk, Gorak, werde von den Taliban kontrolliert. Taliban-Anführer Rasak räumt ein, seine Kämpfer operierten lieber in den Nachbarprovinzen Helmand und Urusgan, weil Kandahar für viele als verloren gelte.

«Rasik befiehlt seinen Leuten, Taliban zu töten und ihre Sympathisanten festzunehmen», sagt der Taliban-Anführer. «Er ist (vom Unterstamm der) Adosai, ich bin Gabisai. Rasik ist gut darin, diese Stammeskontakte auszunutzen. Viele Adosai-Geschäftsleute liefern ihm Informationen. Dafür schützt er ihre wirtschaftlichen Interessen.»

Bis 2011 war Rasik Kommandeur der Grenzpolizei im Bezirk Spin Boldak. Aus seinem Umfeld heißt es, er habe in der Region an der Grenze zu Pakistan immer noch viel Einfluss - und erhalte täglich tausende Dollar für seine Kriegskasse, mit der er sein Spitzelnetz finanzieren soll. Rasik stieg zum Polizeichef der Provinz auf, als sein Vorgänger bei einem Selbstmordanschlag getötet wurde. Seit auch Rasiks Förderer Ahmad Wali Karsai - Bruder des damaligen Präsidenten Hamid Karsai - 2012 getötet wurde, ist Rasik der mächtigste Mann in Kandahar.

Von Skrupeln ließ sich Rasik bei seinem Aufstieg nicht behindern. Die Organisation Human Rights Watch wirft ihm Menschenrechtsverletzungen wie Folter und illegale Tötungen vor. In einem Bericht der Vereinten Nationen heißt es, zwischen September 2011 und Oktober 2012 seien 81 Menschen in Polizeigewahrsam verschwunden. «Die afghanischen Gerichte sind korrupt. Ich werde sie (die Taliban) direkt ins Grab schicken», soll Rasik nach Aussage eines Stammesältesten bei einem Treffen im August gesagt haben. Rasik hat die Behauptung zurückgewiesen. Zu einem Treffen mit einem dpa-Reporter war er nicht bereit.

Der 30-jährige Klanchef Dadgul wurde nach seiner Erfahrung mit der afghanischen Justiz zu einem von Rasiks Spitzeln. «Ich habe den Taliban-Kämpfer festgenommen, der meinen Onkel getötet hat», sagt er. «Ich habe ihn an die Polizei übergeben, weil ich dachte, dass der Gerechtigkeit genüge getan würde. Später fand ich heraus, dass der Richter ihn für 10 000 Dollar Schmiergeld freigelassen hat.»

Trotz seiner fragwürdigen Taktiken unterstützen viele Menschen in Kandahar Rasik - aus dem einfachen Grund, dass er ihnen Sicherheit vor der Gewalt der Taliban gebracht hat. Stammesanführer zeigen sich erleichtert, dass sie sich jetzt um Landwirtschaft, Bildung und Jobs kümmern können statt um die Sicherheitslage.

«Auch wenn er Menschen umbringt, mögen wir ihn, weil er der einzige ist, der die Sprache der Taliban spricht», sagt der Stammesälteste Tadsch Mohammad mit Blick auf das brutale Vorgehen der Aufständischen. Mohammad ist aus dem Bezirk Argandab, sein Dorf wurde von den Taliban kontrolliert, heute treffen sich Menschen dort zum Picknick. «Es gibt hier keine Taliban mehr», sagt Mohammad. «Möge Allah Sicherheit wie in Argandab nach ganz Afghanistan bringen.»

Sa, 2015-08-01 05:55
Kathmandu (dpa)

100 Tage nach Erdbeben: Zahl der Touristen in Nepal eingebrochen

Millionen Menschen sind nach dem Himalaya-Erdbeben obdachlos. Der Aufbau wird noch Jahre dauern. Dabei könnte das Geld von Touristen helfen. Doch diese bleiben oft fern.

Kathmandu (dpa) - 100 Tage nach dem schweren Erdbeben in Nepal ist die Zahl der Touristen in dem Himalaya-Land dramatisch zurückgegangen. «Langsam nimmt es jetzt wieder Fahrt auf. Wir erwarten im Herbst etwa 60 Prozent der Touristenzahlen im Vergleich zum vergangenen Jahr», erklärte Sarad Pradhan von der Tourismusbehörde in Kathmandu der Deutschen Presse-Agentur. Viele Tempelanlangen und Wanderrouten sind wieder geöffnet.

Bei dem Erdbeben waren Ende April rund 9000 Menschen getötet worden; mehrere Million Menschen wurden obdachlos.

Zwei der beliebtesten Trekking-Gebiete wurden von den Erdbeben-Experten der Agentur Miyamoto unter die Lupe genommen. Rund um das Annapurna-Massiv seien nur drei Prozent der Häuser und keine der begutachteten Brücken beschädigt gewesen, heißt es in dem Bericht. Auch der Weg sei kaum von Erdrutschen bedroht; nur an wenigen Stellen wurden Umwege empfohlen.

Die Trekking-Routen in Langtang und Manaslu sind nach Regierungsangaben derzeit nicht begehbar. Im Mount-Everest-Gebiet machte Miyamoto größere Schäden und Gefahren aus. Doch könne dort mit einiger Vorsicht gewandert werden. Der DAV Summit Club, kommerzielle Tochter des Deutschen Alpenvereins, bietet in diesem Herbst Touren zum Mount-Everest-Basislager und am Annapurna an. «Das kann man machen, das haben wir uns vor Ort angesehen», sagte ein Sprecher.

Alle bis auf eine der Unesco-Weltkulturerbestätten sind seit Mitte Juni wieder für Besucher zugänglich. «Der Wiederaufbau dieser historischen Stätten hat schon begonnen», erklärte Pradhan. Chitwan, Pokhara oder der Geburtsort von Buddha, Lumbini, seien kaum beschädigt worden. Das Geld der Touristen sei nötig für Nepal, um wieder auf die Füße zu kommen, heißt es in einer Mitteilung der Behörde.

Hilfsorganisationen weisen darauf hin, dass in den betroffenen Gebieten noch immer die Mehrheit der Menschen in provisorischen Unterkünften lebt. Viele hausen in Zelten - die kaum gegen den Monsunregen oder Kälte schützen. «Aktuell brauchen die Menschen einen trockenen Platz zum Leben. Darauf konzentrieren wir uns», erklärte Shankar Pradhananga, Nepal-Direktor von SOS-Kinderdörfer. Außerdem bestehe die Gefahr, von Schlammlawinen verschüttet zu werden.

«Die größten Herausforderungen sind das schiere Ausmaß der Katastrophe und die schwierige Erreichbarkeit vieler Standorte», meint Jörg Denker, Leiter des Asienreferats der Kindernothilfe. Viele Dörfer seien nur zu Fuß erreichbar. Der Großteil des Wiederaufbaus könne erst ab Oktober nach dem Monsun beginnen.

Die Welthungerhilfe und das Deutsche Rote Kreuz wiesen darauf hin, dass die Menschen noch viel Unterstützung brauchen - und die Helfer einen langen Atem.

Sa, 2015-08-01 06:00
Berlin (dpa)

Boot oder Bischofswohnung - Wo Flüchtlinge wohnen Von Julia Kilian, dpa

Wo finden Flüchtlinge vorübergehend ein Zuhause? Deutschland sucht nach Lösungen - und bringt Asylbewerber auch an ungewöhnlichen Orten unter. Darunter: Eissporthallen, Büros und ein Schiff.

Berlin (dpa) - Tausende Menschen fliehen nach Deutschland, um Krieg und Armut zu entgehen. Im Juli sind so viele Aylbewerber wie noch nie zuvor in einem Monat angekommen. Länder und Kommunen müssen Unterkünfte für die Flüchtlinge finden - und funktionieren Immobilien, Zelte und andere ungewöhnliche Behausungen um.

AUTOBAHNMEISTEREI: Zelte für rund 200 Menschen wurden im baden-württembergischen Neuenstadt auf dem Gelände einer früheren Autobahnmeisterei aufgestellt. Im Südwesten sind auch mehrere hundert Flüchtlinge in der Landesfeuerwehrschule in Bruchsal untergebracht.

BERG: Deutschlands höchstgelegene Flüchtlingsunterkunft befindet sich im Alpenvorland auf dem 1071 Meter hohen Auerberg. Das Panorama reicht an schönen Tagen von den Schweizer Alpen bis nach Tirol - doch bis zur nächsten Ortschaft ist es eine Dreiviertelstunde Fußmarsch.

CONTAINER: Seit Frühjahr baut Berlin auf eigenen Grundstücken sechs Wohncontainerdörfer mit insgesamt 2200 Plätzen auf. Drei davon sind schon bezogen. Auch in Bochum ist ein Containerdorf auf einer Friedhofswiese geplant, die allerdings als Bauland ausgewiesen ist.

DIENSTWOHNUNG: In Hannover hat der evangelische Landesbischof Ralf Meister einen Teil seiner Dienstwohnung für zwei Flüchtlinge abgetreten. Das katholische Bistum Osnabrück lässt zwei pakistanische Asylbewerber in seinem Priesterseminar wohnen.

EISSPORTHALLE: Noch bis September wird in Bremen die Eissporthalle «Paradice» zur Unterbringung jugendlicher Asylbewerber genutzt, mit bis zu 80 Plätzen. Die Hansestadt funktionierte auch einen ehemaligen Supermarkt und einen Teil der Messehallen um. In Paderborn werden 200 Flüchtlinge ebenfalls in einer Eissporthalle untergebracht. Im September könnte Schluss sein. Dann kommt das Eis.

EROTIKHOTEL: Die Stadt Ronnenberg bei Hannover will ab Herbst ein nicht mehr benutztes Erotikhotel als Flüchtlingsunterkunft für 25 Menschen nutzen.

JUGENDHERBERGE: Immer mehr Jugendherbergen in Deutschland öffnen ihre Türen für Flüchtlinge. In Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen haben die Herbergswerke etwa vereinbart, in der kälteren Jahreszeit mindestens acht Häuser als Flüchtlingsunterkunft zu nutzen, wie Knut Dinter, Sprecher des Deutschen Jugendherbergswerks, berichtet. Mehr als 1000 Menschen werden dort untergebracht.

KASERNE: In Südbrandenburg wird eine seit 2007 verlassene Bundeswehrkaserne in Doberlug-Kirchhain für neue Bewohner hergerichtet. Statt Fallschirmjägern oder Beamten nun Asylbewerber. Auch in Kiel-Holtenau leben mehrere hundert Flüchtlinge in umgebauten Kasernengebäuden des ehemaligen Marinefliegergeschwaders 5.

KONZERTHALLE: Erfurt überlegt, die Thüringenhalle als Notunterkunft für Flüchtlinge zu nutzen. In der Konzerthalle könnten sie solange untergebracht werden, bis andere Unterkünfte gefunden sind. Und die werden in der Landeshauptstadt spätestens im September knapp. Deshalb sollen in den nächsten Wochen Container aufgestellt werden. Zelte als Notlösung schlossen mehrere Städte in Thüringen aus.

LEERE HÄUSER IM BRAUNKOHLEREVIER: In Manheim im rheinischen Braunkohlerevier sind 70 Flüchtlinge in leeren Häusern untergebracht. Die Einwohner ziehen weg, weil das Dorf in Nordrhein-Westfalen dem Tagebau in den kommenden Jahren weichen muss.

MIETWOHNUNGEN: In Mecklenburg-Vorpommern wird es in den gut 20 Sammelunterkünften laut Innenministerium inzwischen sehr eng. In manchen Orten wurden zusätzliche Wohnungen angemietet. Im Nordosten musste man bislang aber weder Zelte errichten, noch Turnhallen mit Betten vollstellen. Nach Mecklenburg-Vorpommern kommen allerdings auch nur zwei Prozent aller Asylbewerber in Deutschland.

RATHAUS: Im schleswig-holsteinischen Reinbek wurde im Rathaus eine Wohnung für Flüchtlinge eingerichtet. Im münsterländischen Coesfeld wohnen Flüchtlinge in Büros der Bezirksregierung. Andere Gebäude, die früher mal öffentlich zugänglich waren und nun von Flüchtlingen bewohnt werden: ein ehemaliges Krankenhaus in Hechingen in Baden-Württemberg und die ehemalige Hauptpost in Kaiserslautern.

SCHIFF: In Hamburg wohnen Flüchtlinge seit fünf Monaten auf einem Wohnschiff. Die «Transit» hat 216 Plätze. Aber während woanders aus blanker Not Zeltstädte entstehen, bleiben auf der «Transit» meist einige Plätze frei. Die Treppen sind steil, die Feuerschutztüren zu schwer für Kinder, und es herrscht absolutes Rauchverbot. Zudem will mancher, der unter Lebensgefahr mit einem Boot übers Mittelmeer gekommen ist, nicht auf einem Schiff leben. In Mainz wurde die Idee eines Schiffs aus diesem Grund verworfen.

SPORTHALLE: Zurzeit dient eine Sporthalle in Neumünster für 350 Asylbewerber als Notunterkunft. Auch in Oldenburg wird auf dem ehemaligen Fliegerhorst unter anderem eine umgebaute Sporthalle genutzt, wo 100 Plätze für Flüchtlinge zur Verfügung stehen. Berlin hatte bis Ostern acht Turn- und Sporthallen in Notunterkünfte umfunktioniert. Die sind jedoch an ihre Nutzer zurückgegeben worden.

TRAGLUFTHALLE: Seit vergangenen Herbst leben in Berlin immer bis zu 300 Flüchtlinge in zwei Traglufthallen auf einem ehemaligen Fußballplatz in Mitte. In Düsseldorf sollen 600 Menschen in vier aufblasbaren, beheizbaren Traglufthallen mit festem Boden unterkommen. Mietkosten: 250 000 Euro monatlich.

ZELTSTÄDTE: In Sachsen-Anhalt reichen die 1000 regulären Plätze der Erstaufnahmeeinrichtung in Halberstadt nicht mehr. Nach kurzen Provisorien in Turnhallen entschied das Innenministerium, mit einer Zeltstadt Hunderte zusätzliche Schlafplätze zu schaffen. In Köln wird auf einer Bezirkssportanlage eine Zeltstadt aufgebaut. In Gießen und Wetzlar in Hessen gibt es bereits Zeltlager. An einer Zeltstadt für mehr als 1000 Menschen in Dresden kam es zwischen Rechten und Unterstützern der Flüchtlinge schon mehrfach zu Auseinandersetzungen.

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
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*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Erschienen in Ausgabe 2.14

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Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

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Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

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ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 5.12

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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"Ich hab's nicht so mit Broteschmieren."

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“

Erschienen in Ausgabe 3.12

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Erschienen in Ausgabe 2.12

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Erschienen in Ausgabe 1.12

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

Erschienen in Ausgabe 6.11

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Immer noch - umweltschädlicher Becher Becher wird künftig vielleicht recycelt. ActiIrreführus - bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

Erschienen in Ausgabe 5.11

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Tödlich.  Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord. Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

Erschienen in Ausgabe 4.11
 

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate "ausgesetzt". Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit "ausgesetzter" Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

Erschienen in Ausgabe 3.11
 

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU.  Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen.  Erpresso Die Leere des Portemonnaies

Erschienen in Ausgabe 2.11
 

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Schaurige Leistung. Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten. Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich. VW Das Böse.

Erschienen in Ausgabe 1.11

 

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Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

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Wir fördern Gier und Pfusch. Statt Alternativen. Seit Jahren basteln wir fleißig an unserem grünen Image. Doch anstatt konsequent auf erneuerbare Energien zu setzen, plündern wir die letzten Ölreserven unseres Planeten – zum Beispiel im Golf von Mexiko. Ohne Skrupel. Ohne Rücksicht auf Verluste. Und ohne Plan B, falls was schiefgeht – wie jetzt. bp big problems

Erschienen in Ausgabe 4.10

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