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e-autos / 12.Feb 2016

Deutsche kaufen mehr Teslas als Porsche Panamera

Gut fürs Klima, schlecht für die deutsche Konkurrenz: Das strombetriebene Model S von Tesla aus Kalifornien verkauft sich inzwischen auf einigen Märkten besser als herkömmliche Luxusautos. Tesla-Chef Elon Musk verspricht erstmals schwarze Zahlen – und ein E-Auto für die Massen.

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archiv

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Fr, 2016-02-12 12:18
München (dpa)

Die 52. Münchner Sicherheitskonferenz: Themen und Teilnehmer

München (dpa) - Die Münchner Sicherheitskonferenz gilt als weltweit wichtigstes informelles Treffen zur Außen- und Sicherheitspolitik. Ein Überblick über Teilnehmer und Themen der 52. Konferenz:

TEILNEHMER:

30 Staats- und Regierungschefs wurden diesmal in München erwartet, zudem mehr als 60 Außen- und Verteidigungsminister aus aller Welt. Die prominentesten bzw. wichtigsten Teilnehmer sind:

- US-Außenminister John Kerry

- der russische Regierungschef Dmitri Medwedew und Außenminister Sergej Lawrow

- der ukrainische Präsident Petro Poroschenko

- der französischen Premierminister Manuel Valls, der langjährige Außenminister Laurent Fabius und Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian

- aus Berlin unter anderem Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU)

- Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg

- Jordaniens König Abdullah II., der irakische Premierminister Haider al-Abadi, der afghanische Präsident Aschraf Ghani sowie die Außenminister aus Saudi-Arabien und dem Iran

THEMEN

Das beherrschende Thema ist der Syrienkrieg. Es geht in München aber auch um den Ukrainekonflikt, den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat oder die europäische Flüchtlingskrise. Weitere Themen sind - fast schon traditionell - die Zukunft der Nato und der transatlantischen Zusammenarbeit, die Energie- und Klimapolitik.

Fr, 2016-02-12 13:01
Düsseldorf (dpa)

Warum heißen Kängurus in Deutschland eigentlich immer Skippy?

Düsseldorf (dpa) - Ausgebüxte Kängurus werden von Polizisten oder Journalisten sehr oft und schnell auf den Namen Skippy getauft. Der Name für die exotischen Beuteltiere erinnert an die Kinderserie «Skippy, das Buschkänguruh» aus den 1960er Jahren. In den 91 Folgen war damals Mark Hammond, der Sohn eines australischen Wildhüters, mit dem Känguru Skippy befreundet. Charakteristisch für das graue Tier war eine Baseball-Kappe. Gemeinsam retteten die Freunde Menschen und Tiere vor Buschfeuern und Verbrechern. Die ARD sendete von 1969 bis 1975 insgesamt 48 Folgen der Abenteuerserie, die als australische Antwort auf «Lassie» gilt.

Fr, 2016-02-12 12:16
Berlin (dpa)

Merkel und Netanjahu holen abgesagte Regierungskonsultation nun nach

Berlin (dpa) - Deutschland und Israel kommen zum sechsten Mal zu Regierungskonsultationen zusammen. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu treffen sich am Dienstag in Berlin zunächst im kleinen Kreis. Danach leiten sie die Sitzung der Fachminister. Das teilte Vize-Regierungssprecherin Christiane Wirtz am Freitag in Berlin mit. Ursprünglich war das Treffen bereits für vorigen Oktober geplant. Netanjahu hatte aber mit Verweis auf eine angespannte Sicherheitslage in Israel kurzfristig abgesagt. Damals häuften sich Angriffe militanter Palästinenser auf israelische Siedler.

Das deutsch-israelische Verhältnis ist nicht frei von Spannungen. Zwar ist für Merkel die historische Verantwortung Deutschlands für die Sicherheit Israels Teil deutscher Staatsräson. Merkel plädiert aber seit Jahren dafür, dass im Nahen Osten neben Israel ein eigener Palästinenserstaat entsteht. Netanjahu rückt immer mehr von einer solchen «Zwei-Staaten-Lösung» ab. Kritik aus Deutschland gibt es vor allem auch am völkerrechtlich illegalen israelischen Siedlungsbau in den 1967 besetzten Gebieten. 

Deutsch-israelische Regierungskonsultationen gibt es seit 2008. 2015 feierten der Staat der Holocaust-Überlebenden und die Bundesrepublik, die auf den Trümmern des Nazi-Reichs entstand, das 50-jährige Bestehen ihrer diplomatischen Beziehungen.

Fr, 2016-02-12 12:52
Berlin (dpa)

Musik aus Elektroschrott: Böhmermann und Fettes Brot spielen «Jein»

Berlin (dpa) - Auch ausrangierte Computerteile können als Musikinstrumente genutzt werden. Das hat sich zumindest Jan Böhmermann (34) gedacht und eine Band der besonderen Art gegründet. «Elektroschrott muss nicht weggeschmissen werden, nein, man kann ihn auch benutzen, um damit Musik zu machen», sagte der Moderator. Sein «Geekchester» feierte am Donnerstagabend in der Sendung «Neo Magazin Royal» Premiere. Gemeinsam mit der Band Fettes Brot gaben sie deren 20 Jahre alten Hit «Jein» zum Besten. Der Sound kam dabei von mechanischen Schreibmaschinen, alten Druckern, Scannern oder Laufwerken - Modemsolo inklusive.

Als «analoger Fels in der digitalen Brandung» wurde das Projekt präsentiert, für mehr ein Jahr Planung erforderlich gewesen sei. «180 Kilo Elektronikschrott und ein Lötkolben sind nötig, um den feuchten Traum jedes pickligen 15-Jährigen zu erfüllen. Nein, keine lebensgroße Lara Croft, sondern das Geekchester», hieß es.

Fr, 2016-02-12 12:21
Berlin (dpa)

Welthungerhilfe: Kampfpause wäre «ein Hoffnungsschimmer» für Syrien

Berlin (dpa) - Die Welthungerhilfe hat das Ziel einer Kampfpause im syrischen Bürgerkrieg als positives Signal begrüßt, dem nun dringend weitere folgen müssten. «Dies ist ein erster Hoffnungsschimmer nach den wochenlangen Bombenangriffen», erklärte die Präsidentin der Hilfsorganisation, Bärbel Dieckmann, am Freitag.

Jetzt müssten dringend benötigte humanitäre Hilfslieferungen in eingeschlossene Städte gebracht werden, in denen die Menschen seit Monaten ohne ausreichend Nahrung, Wasser und medizinische Hilfe ausharrten. sagte sie weiter. Alle Konfliktparteien seien aufgefordert, «ernsthaft nach einer politischen Lösung zu suchen und eine dauerhafte Waffenruhe einzuhalten».

Russland, die USA und wichtige Regionalmächte wie Iran, die Türkei und Saudi-Arabien hatten sich in der Nacht zum Freitag nach stundenlangen Gesprächen in München auf eine Eindämmung der Gewalt verständigt, die nach einer Woche in einer Feuerpause münden soll. Die Islamistenmilizen Islamischer Staat (IS) und Al-Nusra-Front sollen jedoch weiter bekämpft werden können. Al-Nusra ist gerade Ziel russischer Bombenangriffe im Raum Aleppo.

Fr, 2016-02-12 12:51
Detmold (dpa)

Zeugen im Auschwitz-Prozess: Hinrichtungen und Erschießungen der SS

Auschwitz hat mehr als sieben Jahrzehnte nach der Befreiung seinen Schrecken nicht verloren - vor allem in den Köpfen der Überlebenden. Ihre Erinnerungen kommen im Zeugenstand wieder hoch.

Detmold (dpa) - Im Auschwitz-Prozess am Detmolder Landgericht haben Überlebende am Freitag über willkürliche Erschießungen, Hinrichtungen am Galgen und Schikanen der SS in dem Vernichtungslager berichtet. Eine Zeugin sprach von Leichenbergen, die sie gesehen habe, wenn sie auf dem Weg zur Lagerarbeit an den Krematorien vorbeigegangen sei. Die drei  ehemaligen Gefangenen im Alter zwischen 90 und 94 Jahren schilderten ihren persönlichen Leidensweg vor dem Hintergrund ständigen Terrors und dem drohenden Tod in den Gaskammern.

Angeklagt ist ein 94 Jahre alter ehemaliger Wachmann der SS. Ihm wirft die Staatsanwaltschaft Beihilfe zum Mord in mindestens 170 000 Fällen vor. Reinhold Hanning soll als Angehöriger des SS-Totenkopfsturmbanns Auschwitz im Stammlager eingesetzt gewesen sein. Damit habe er die Tötungsmaschinerie unterstützt, wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor.

Hanning schwieg nach dem Auftakt am Donnerstag auch am zweiten Prozesstag. Er verfolgte die Zeugenaussagen am Freitag aber mit offensichtlichem Interesse. Seine Verteidiger kündigten für einen späteren Zeitpunkt Erklärungen zu den Aussagen an. Möglicherweise werde sich auch Hanning selbst äußern.

Die Vorsitzende Richterin Anke Grudda richtete nach der Ankündigung das Wort direkt an ihn: «Es wäre schön, wenn Sie den Mut fassten, hier etwas zu sagen.» Bislang hatte sich Hanning nur in seiner Vernehmung vor dem Prozess ansatzweise geäußert. Er bestreitet, an den Tötungen beteiligt gewesen zu sein.

Am Freitag hatte das Gericht zunächst weitere Fragen an den Berliner Auschwitz-Überlebenden Leon Schwarzbaum gestellt. Er berichtete unter anderem, wie geflüchtete Häftlinge von Hunden aufgespürt worden und ihre Leichen zur Abschreckung zur Schau gestellt worden seien. Anschließend rief das Gericht den 90-jährigen Justin Sonder in den Zeugenstand. Angst vor dem SS-Wachpersonal sei allgegenwärtig gewesen: «Ich habe erlebt, wie Häftlinge erschossen wurden, weil sie aus der Reihe gelaufen sind», sagte er.

Sonder schilderte auch Hinrichtungen. Ein 16-Jähriger aus Saloniki sei aufgehängt worden, weil er während eines Fliegeralarms ein Stück Brot gestohlen habe. «Mama» sei sein letztes Wort gewesen.

Die 92-jährige Erna de Vries entkam ihrer Schilderung zufolge als 19-Jährige nur knapp der Gaskammer. Sie sei kurzfristig von einem SS-Mann im Todesblock 25 für einen Transport ins Lager Ravensbrück ausgewählt worden. «Wenn er zehn Minuten später gekommen wäre, wäre ich ins Gas gekommen.» Die Mutter, mit der sie im Vernichtungslager gewesen sei, sei froh gewesen. Alles andere als Auschwitz könne nur besser sein, habe sie gesagt.

In der kommenden Woche (18. und 19. Februar) wird der Prozess mit weiteren Zeitzeugen fortgesetzt. Erwartet wird auch die Aussage eines Kriminalisten, der an den Ermittlungen gegen Hanning beteiligt war.

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der Woche
Fr, 2016-02-12 12:49
München (dpa)

Außenministertreffen zur Ukraine-Krise nach einem Jahr Friedensplan

München (dpa) - Ein Jahr nach der Einigung auf den Minsker Friedensplan für die Ostukraine treffen sich die Außenminister der vier beteiligten Länder am Samstag in München. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus dem Auswärtigen Amt. Das Gespräch der Ressortchefs aus Russland, der Ukraine, Deutschland und Frankreich findet am Samstagmorgen am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz statt. Die Staats- und Regierungschefs der vier Länder hatten sich am 12. Februar 2015 auf eine Feuerpause und einen Waffenabzug aus den umkämpften Gebieten in der Ostukraine geeinigt. Ein Jahr danach gibt es dort aber weiterhin Kämpfe zwischen Regierungstruppen und prorussischen Rebellen.

Fr, 2016-02-12 12:36
München (dpa)

Nato-Generalsekretär begrüßt Syrien-Vereinbarung

München (dpa) - Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat die Vereinbarung für eine weitreichende Waffenruhe in Syrien begrüßt. Der Norweger warnte allerdings vor allzu großem Optimismus. «Wir haben in der Vergangenheit gesehen, dass Waffenruhen nicht immer eingehalten werden», sagte er am Freitag zum Auftakt von Gesprächen bei der Münchner Sicherheitskonferenz. «Entscheidend ist jetzt die Umsetzung, dass wir sehen, dass diese Vereinbarung vor Ort zur Realität wird.» Stoltenberg machte zugleich deutlich, dass eine Feuerpause in Syrien auch positive Folgen für die EU haben könnte. «Die Migrations- und Flüchtlingskrise in Europa wird maßgeblich vom Krieg in Syrien angeheizt», sagte er.

Die sogenannte Syrien-Unterstützergruppe, zu der neben Russland und den USA auch wichtige Regionalmächte wie Iran und Saudi-Arabien gehören, hatte sich in der Nacht zu Freitag in München auf eine Feuerpause binnen einer Woche verständigt.

Fr, 2016-02-12 12:14
Aleppo (dpa)

Kämpfe im Norden Syriens gehen weiter - Russische Luftangriffe

Aleppo (dpa) - Im Norden Syriens sind die Kämpfe auch am Freitag weitergegangen. Russische Jets hätten Luftangriffe auf den Ort Tel Rifaat nördlich der umkämpften Metropole Aleppo geflogen, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Freitag.

Zuvor hatten sich Russland, die USA und wichtige Regionalmächte wie die Türkei und Saudi-Arabien in München auf eine Feuerpause binnen einer Woche geeinigt. Die Islamistenmilizen Islamischer Staat und Al-Nusra-Front sollen jedoch weiter bekämpft werden können.

Zudem habe es in der Region schwere Gefechte zwischen Anhängern des syrischen Regimes und islamistischen Rebellen sowie Kämpfern der radikalen Nusra-Front gegeben, hieß es. Dabei handelt es sich um den syrischen Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida. Zwölf Nusra-Dschihadisten seien getötet worden. Auch in den Reihen des Regime habe es Opfer gegeben.

Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde
Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

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Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

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Großbritannien: Schlafende Konten
Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

Geht doch!

Es muss nicht immer das Auto sein


Ein innovatives Mobilitätskonzept für Helsinki soll Mensch und Umwelt zugute kommen.

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Finnlands Hauptstadt will die Blechlawinen eindämmen. Aber nicht mit Verboten, sondern mit einer attraktiven Mobilitäts-App: Mit einem Klick verrät diese das optimale Verkehrsmittel für die jeweilige Route. Die Kunden können flexibel Carsharing, Leihräder, Busse, Bahnen oder auch Kleinbusse nutzen. Diese holen Passagiere nach Bedarf ab und bieten Gratis-Wi-Fi. Bezahlt werden muss nicht jeder Fahrschein einzeln, das System rechnet die Fahrten zentral ab. Bis 2025 will die Stadtverwaltung Helsinkis das innovative Konzept einführen und dadurch den öffentlichen Nahverkehr so einfach und günstig machen, dass private Autos überflüssig werden. Stadtentwickler und Verkehrsplaner schwärmen schon heute von den neuen Perspektiven für die Bewohner: Aus Parkplätzen werden Radwege, Alleen oder Fußgängerzonen und aus Parkhäusern Wohnraum. Die kommunale Verkehrsexpertin Sonja Heikkilä ist überzeugt, dass sich diese Vision realisieren lässt, zumal die junge Generation Autos nicht mehr als Statussymbol betrachte. Ein Wermutstropfen bleibt allerdings: An Konzernen wie Google führt bei dieser Mobilitätsnutzung kein Weg vorbei. Der Fahrgast wird gläsern.
hsl.fi/en/strategy

 

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Hamburg/Dortmund: Draht nach Hause
Angeblich um eine illegale Nutzung zu verhindern, stellen die Behörden in Flüchtlingsheimen oft keinen Internetzugang bereit. Private Initiativen wie die Freifunker wollen das ändern: Sie stellen WLAN-Router zur Verfügung und ermöglichen Hunderten von Flüchtlingen, mit ihren Familien in Kontakt zu bleiben, online Deutsch zu lernen oder sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden.
freifunk.net

USA: Ölfressende Pflanzen
Biologisch abbaubare Substanzen sollen in Zukunft Ölteppiche beseitigen. Aus Pflanzen entwickelten US-Wissenschaftler einen als Phytol bezeichneten Alkohol, der den Ölfilm zusammendrängt. Die organischen Moleküle werden im Wasser gespalten und abgebaut. Aufgelegt wurde das Forschungsprogramm nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko im Jahr 2010. Finanziert hat es ausgerechnet der Mineralölkonzern BP.

Kopenhagen: Reste à la carte
Im dänischen Restaurant „Rub & Stub“ kommt seit Herbst 2014 auf den Tisch, was sonst im Müll gelandet wäre. Das nachhaltige Konzept kommt gut an – die Gäste stehen Schlange und sind gespannt darauf, welches Menü die Küchencrew aus den gelieferten Zutaten zaubert. In Amsterdam und Berlin macht das Experiment Schule. „Restlos glücklich“ heißt der deutsche Ableger. Das deutsche Start-up rief Mitte August eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben. Die Macher wollen nicht nur Lebensmittel retten, sondern auch ihre Gäste zum Nachdenken über ihren Umgang mit Nahrungsmitteln anregen.

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Fr, 2016-02-12 12:42
Istanbul (dpa)

Türkei: Feuerpause in Syrien «wichtiger Schritt» zur Lösung

Istanbul (dpa) - Die Türkei hat die in München verabredete Feuerpause für das Bürgerkriegsland Syrien als «wichtigen Schritt» auf der Suche nach einer Lösung für den Konflikt im Nachbarland begrüßt. «Jetzt ist es wichtig, diese Gelegenheit zu ergreifen», teilte Außenminister Mevlüt Cavusoglu über Twitter mit. Die russischen Luftangriffe müssten gestoppt und humanitäre Hilfe ermöglicht werden.

Cavusoglu hatte die Türkei bei den Gesprächen in München vertreten, in denen sich Russland, die USA und wichtige Regionalmächte in der Nacht zu Freitag auf eine Feuerpause in Syrien binnen einer Woche geeinigt hatten.

Alleine in dieser Woche seien 35 000 bis 40 000 Syrer vor russischen Luftangriffen in der Region Aleppo an die türkische Grenze geflohen, sagte Vize-Ministerpräsident Yalcin Akdogan bei einem Besuch an der Grenze. Die Regierung in Ankara hält die Grenze geschlossen, versorgt die Flüchtlinge aber auf der syrischen Seite.

Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu warnte die kurdischen YPG-Milizen in Syrien vor einem Vormarsch. «Wenn die YPG unsere Sicherheit bedroht, wird das Notwendige unternommen werden», sagte er nach Angaben der Zeitung «Hürriyet» auf der Rückreise aus den Niederlanden. «Die Verbindungen der PKK mit der YPG sind offensichtlich.» Gegen die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK geht die Armee in der Türkei mit einer Offensive vor.

Fr, 2016-02-12 12:53
Olsberg (dpa)

Und hüpft und hüpft und hüpft - wieder: Känguru unterwegs Von Jörg Taron, dpa

Ein Känguru im Sauerland? Schon zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate hüpft ein herrenloses Skippy durch die Wälder. Vermisst wird das Tier nicht. Aber wo kommt es dann her? Will jemand die Exoten heimisch machen?

Olsberg (dpa) - «Down Under» im Sauerland. Ausgerechnet. Statt in seiner angestammten Heimat Australien hüpft schon wieder ein Känguru durch die kalte, bergige Region in Nordrhein-Westfalen. Erst vor ein paar Monaten setzte erst ein Weidezaun der Flucht von Skippy ein Ende. Jetzt macht eines der exotischen Beuteltiere schon wieder der Polizei zu schaffen. Dreimal war das Tier in den vergangenen Wochen gesehen worden. Nun gibt es sogar ein Video, auf dem Skippy 2 im Scheinwerferlicht vor einem Auto am Straßenrand entlang hüpft.

«Ich habe zunächst gedacht, dass das ein Waschbär ist», erinnert sich Helmut Kreutzmann, der das Känguru in der Stadt Olsberg in der Dunkelheit entdeckt hatte. «Aber es war größer. Und als es dann weghüpfte, war klar: Das ist ein Känguru.» Sein Sohn hatte die Begegnung vom Beifahrersitz aus mit seinem Handy gefilmt. Der Video-Beweis dürfte auch den Ex-Landtagsabgeordneten Hubert Kleff freuen. Der hatte das Tier bereits am 22. Januar bei einem Spaziergang im Schnee gesehen, wie er sagt. «Als ich mit meinem Handy ein Foto machen wollte, war es schon weg.».

Woher das Tier stammt, ist völlig unklar. Sicher ist nur, dass es sich nicht um das Känguru handelt, dass im vergangenen Sommer Schlagzeilen machte. Denn Skippy wurde damals eingefangen und zu einem Züchter nach Medebach gebracht. Dort ist es immer noch.

Dass ein Känguru auch bei zum Teil zweistelligen Minusgraden in den Nächten in freier Wildbahn im «Outback» des Sauerlands überleben kann, steht für Lange außer Frage: «Die stammen ursprünglich aus Süd-Australien. Das ist eine Gebirgsregion, wo es auch Schnee gibt.»

Irritiert ist Polizeisprecher Rath, weil wie bei Skippy 1 auch diesmal kein Känguru vermisst wird. Das fördere Spekulationen. Es könne ja sein, dass jemand die Tiere auf nicht artgerechte Art halte und ihm nun schon das zweite ausgebüxt sei. Absurder ist die Idee: Jemand versuche gezielt, die Exoten im Sauerland auszuwildern.

Fr, 2016-02-12 12:43
Wismar (dpa)

IG Metall will German-Pellets-Beschäftigten nach Insolvenz beistehen

Wismar (dpa) - Die Insolvenz von German Pellets hat die IG Metall auf den Plan gerufen. In dem Unternehmen gebe es keinen Betriebsrat, der sich jetzt um die Belange der betroffenen Mitarbeiter kümmern könnte, sagte Gewerkschaftssekretär Maik Schwaß am Freitag. Die IG Metall, die auch die Arbeitnehmer der Branche Holzverarbeitung vertritt, lädt die etwa 150 Beschäftigten von German Pellets in Wismar am 18. Februar zu einer Informationsveranstaltung ein. Ein Fachanwalt für Arbeitsrecht werde den Mitarbeitern ihre Rechte und Pflichten im Insolvenzfall erläutern. Möglicherweise könne in dem Unternehmen auch noch ein Betriebsrat gewählt werden, sagte Schwaß.

Insolvenzverwalterin Bettina Schmudde hat nach den Worten ihres Sprechers die Belegschaft bereits über die Situation in dem Unternehmen informiert. Die Löhne und Gehältern der Mitarbeiter sind für die nächsten drei Monate durch das Insolvenzgeld gesichert.

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Royale Reneklode

(Prunus domestica subsp. italica)
Sie ist die wenig bekannte Königin der Hauspflaumen – oder zumindest eine ziemliche Prinzessin auf der Erbse. Und sie hat ihren hässlichen Namen auf keinen Fall verdient. Warum, erfahren Sie hier

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Das Deutsche verdankt dem Französischen wohlklingende Worte wie Aubergine, Bonbon und Croûton. Auch Éclair und Filet sind Einwanderer, die nicht zur Überintegration gezwungen wurden, ganz anders als die Kuvertüre und die Reneklode. Ein Wort, das sich im Mund nicht wie Steinobst, sondern wie ein Stein anfühlt und nur entfernt an seine Herkunft erinnert. Können Sie das Original aus dem Ärmel schütteln, aus der Lamäng (la main), wie der Deutsche sagt? Reine-Claude, Königin Claudia, nennen unsere Nachbarn die rare Süße. Ränklod müssten wir schreiben, wenn wir – wie im Fall der Kuvertüre – wenigstens den Klang des Wortes nachahmen wollten. Aber das wäre noch hässlicher.

Claudia von Frankreich war eine Renaissance-Dame, die Franz dem Ersten zwischen 1515 und 1524 acht Kinder gebar, jung starb und wenn vielleicht nicht den König, so doch Renekloden über alles geliebt haben soll. Es ist nicht klar, ob die Früchte möglicherweise auch nach dem Obstkundler René Claude heißen könnten. Auf jeden Fall dürften sie zu Reine Claudes Zeit der Dernier Cri (letzte Schrei) gewesen sein. Kam das aus Armenien stammende Rosengewächs – anders als das Gros der Pflaumenarten – doch nicht schon in der Antike, sondern erst im Spätmittelalter nach Europa.

Zart (délicate) wie ihre Namenspatronin und damit im Wortsinn eine Delikatesse ist die Reneklode. In der weitverzweigten Pflaumenfamilie ist sie die Prinzessin auf der Erbse: Sie ist schwer zu finden, und man erkennt sie an ihrer empfindlichen Haut. Weil sie behandelt werden will wie ein rohes Ei und schnell verdirbt, drückt sich der Handel vor ihr. Liebhaber pflanzen sie am besten im eigenen Obstgarten oder finden sie mit Glück auf dem Wochenmarkt – und auch dort nur selten. Von allen Vertreterinnen ihres Klans hat sie die kürzeste Ernteperiode. Renekloden reifen nur im Juli und August.

Doch der Beschaffungsaufwand lohnt sich. Das aprikosengroße, runde Obst, das je nach Sorte grasgrün, gelblich grün oder rötlich violett leuchtet, ist nicht nur erfrischender und saftiger als Hauspflaumen, Mirabellen und Zwetschgen, es hat dank seines würzigen Spiels von Süße und Säure auch ein intensiveres Aroma als die bürgerliche Verwandtschaft. Frisch vom Baum schmecken die im süddeutschen Raum auch Reinklaue, Ringlo oder Renglotta genannten Früchte am besten. Ihr üppiges grünweißes Fruchtfleisch ist meist fest mit dem Kern verwachsen, sodass die Verarbeitung – außer im Rezept rechts – mühsam ist. Für unverdrossene Fruchtpuler eignen sich Konfitüre (confiture) und Mus hervorragend zum Transport eines Stückchens Sommer in die kalte Jahreszeit. Renekloden passen aber auch zu Deftigem wie Wild und dunklen Soßen. Und falls es danach ein Digestif (Verdauungsschnaps) sein darf: Reneklodenbrände sind rar, aber umwerfend.

Gesund ist Ihre Majestät sowieso. Sie enthält mehr Eisen als andere Arten und viel weniger Zucker als ihr Geschmack vermuten lässt. Außerdem ist sie reich an Kalium, Vitamin A und hilft gegen Vitamin-B-Mangelsymptome wie eingerissene Mundwinkel. Und eben diese sollten wir nicht hängen lassen. Es muss doch möglich sein, eine Frucht von solcher Qualität formschön ins Deutsche zu übertragen. Die Schweizer nennen sie Edel-, die Österreicher Zuckerpflaume. Die Norweger und Italiener übersetzen unfrei: Reine-Claude und regina claudia. Und wir? Finden im Duden doch noch die alternative Schreibweise Reineclaude. Es ist nicht die empfohlene, aber bitte greifen Sie zu! Und genießen Sie den Augenschmaus. Wir schreiben doch hier auch nicht Allasäsong drüber.

Frisch vom Baum gibt's die Reneklode ab August.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen
 

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Fr, 2016-02-12 12:06
London (dpa)

Briten: Für Waffenruhe muss Russland Verhalten in Syrien ändern

London (dpa) - Die Münchener Vereinbarung über eine Waffenruhe in Syrien kann der britischen Regierung zufolge nur Erfolg haben, wenn Russland seine Angriffe auf gemäßigte Oppositionelle und Zivilisten in dem Bürgerkriegsland beendet. «Wenn die Vereinbarung funktionieren soll, wird dieses Bombardieren enden müssen: Kein Stillstand der Kriegshandlungen wird von Dauer sein, wenn moderate oppositionelle Gruppen weiterhin angegriffen werden», teilte Großbritanniens Außenminister Philip Hammond am Freitag mit. Wenn der Plan in vollen Umfang durchgesetzt werde, sei er ein «wichtiger Schritt, um das Töten und Leiden in Syrien zu lindern.»

In der Nacht zum Freitag hatten sich die USA, Russland und wichtige Regionalmächte in München auf eine Waffenruhe binnen einer Woche geeinigt. Ausgenommen sind Angriffe auf die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Großbritannien beteiligt sich in Syrien mit Luftangriffen am Kampf gegen den IS. Moskau bestreitet Angriffe auf Zivilisten in Gebieten, die von Oppositionellen kontrolliert werden.

Fr, 2016-02-12 12:49
Genf (dpa)

Humanitäre Task Force für Syrien kommt in Genf zusammen

Genf (dpa) - Bereits einen Tag nach den Münchner Vereinbarungen zu Syrien ist bei den Vereinten Nationen in Genf die neue Task Force für humanitäre Hilfe zusammengerufen worden. Ihre Mitglieder würden am Freitag Gespräche über Hilfsoperationen für die notleidende Bevölkerung in Syrien aufnehmen, sagte UN-Sprecher Ahmad Fawzi. Die Aktionen sollen mit dem UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Nothilfe (OCHA) abgestimmt werden.

Die Bildung der Task Force war am Donnerstag vor Beginn der Münchner Sicherheitskonferenz von der Syrien-Kontaktgruppe beschlossen worden, der Russland, die USA und wichtige Regionalmächte wie die Türkei und Saudi-Arabien angehören.

Sie hatten sich darauf verständigt, dass binnen einer Woche eine Feuerpause beginnen und die humanitäre Hilfe verstärkt werden soll. Eingeschlossene Gebiete in Syrien sollen möglichst rasch mit Lebensmitteln, Medikamenten und anderen notwendigen Dingen versorgt werden.

Die Bildung der Task Force, an der sich auch Vertreter der Assad-Regierung in Damaskus beteiligen sollen, werde zudem als Test für die Möglichkeit einer baldigen Wiederaufnahme der Gespräche über eine Friedenslösung für Syrien gesehen, sagte Fawzi. Sie waren vor einer Woche nach nur fünf Tagen unterbrochen worden und sollen möglichst noch vor dem 25. Februar weitergehen.

Fr, 2016-02-12 12:46
Brüssel (dpa)

EU-Finanzminister forcieren Kampf gegen Terrorismus-Finanzierung

Brüssel (dpa) - Die Finanzminister der Europäischen Union drücken bei der Bekämpfung der Terrorfinanzierung aufs Tempo. Die Minister der 28 EU-Staaten begrüßten am Freitag in Brüssel einen zuvor von der EU-Kommission eingebrachten Aktionsplan. Darin macht sie Vorschläge, wie Terroristen der Geldhahn zugedreht werden könnte. Enthalten sind in dem Plan unter anderem Maßnahmen zur besseren Kontrolle virtueller Währungen und zu mehr Transparenz bei Prepaidkarten. Die EU-Kommission solle nun spätestens im zweiten Quartal 2016 konkrete Ergänzungen zur im vergangenen Mai verabschiedeten EU-Richtlinie zu schärferen Anti-Geldwäsche-Regeln vorlegen.

Fr, 2016-02-12 11:38
Genf (dpa)

WHO: Zika-Impfstoff trotz intensiver Forschung noch weit entfernt

Genf (dpa) - Die Weltgesundheitsorganisation hat Hoffnungen auf eine rasche Verfügbarkeit von Impfstoffen gegen das Zika-Virus gedämpft. Mit ersten größeren Testreihen sei frühestens in 18 Monaten zu rechnen, erklärte die für Impfstoffe zuständige stellvertretende WHO-Generaldirektorin Marie-Paule Kieny am Freitag in Genf.

Mittlerweile werde in rund 15 pharmazeutischen Unternehmen und Gruppierungen nach einem Impfstoff gesucht. Fortgeschritten seien Forschungen in den USA und bei einer indischen Firma.

Das Zika-Virus steht im Verdacht, bei Schwangeren im Falle einer Infektion Schädelfehlbildungen ihrer Babys zu bewirken. Einen eindeutigen Beweis dafür gibt es aber noch nicht.

Fr, 2016-02-12 11:45
Detmold (dpa)

Zeugen schildern im Auschwitzprozess Grausamkeit des Lagerpersonals

Detmold (dpa) - Am zweiten Prozesstag gegen einen Ex-Wachmann von Auschwitz haben weitere Überlebende das Grauen des Vernichtungslagers geschildert. Drei Zeugen im Alter von 90 bis 94 Jahren berichteten am Freitag vor dem Landgericht Detmold von willkürlichen Erschießungen, dem Tode geweihten Mithäftlingen auf dem Weg in die Gaskammern, Hinrichtungen und der brutalen Schikane der SS-Leute. Die Verteidigung kündigte Erklärungen zu einem späteren Zeitpunkt an. Möglicherweise werde sich auch der Angeklagte selbst äußern. Bislang schwieg er im Prozess zu den Vorwürfen.

Das Gericht hatte zunächst weitere Fragen an den Berliner Auschwitz-Überlebenden Leon Schwarzbaum gestellt, der auch schon am Donnerstag befragt wurde. Er berichtete unter anderem, wie Flüchtige von Hunden aufgespürt worden und ihre Leichen zur Abschreckung zur Schau gestellt worden seien. Anschließend rief das Gericht den 90-jährigen Justin Sonder in den Zeugenstand. Angst vor dem SS-Wachpersonal sei allgegenwärtig gewesen: «Ich habe erlebt, wie Häftlinge erschossen wurden, weil sie aus der Reihe gelaufen sind», sagte er.

Die Staatsanwaltschaft legt dem 94-jährigen Angeklagten Reinhold Hanning zur Last, in seiner Rolle als SS-Wachmann im Konzentrationslager Auschwitz Beihilfe zum Mord in 170 000 Fällen verübt zu haben.

Fr, 2016-02-12 11:50
München (dpa)

Die zehn gefährlichsten Konflikte der Welt

München (dpa) - Eine friedliche Welt ist der Traum eines Großteils der Erdbevölkerung. Bei der Münchner Sicherheitskonferenz suchen bis Sonntag 30 Staats- und Regierungschefs sowie rund 60 Außen- und Verteidigungsminister nach Lösungen für Kriege und Konflikte. Welche gehören zu den gefährlichsten? Ein Überblick:

SYRIEN/IRAK: In den Konflikten in Syrien und im Irak gehört die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu den stärksten Kriegsparteien. Sie beherrscht in beiden Ländern große Gebiete, in denen sie ein «Kalifat» errichtet hat. Im syrischen Bürgerkrieg bekämpfen sich zudem das Regime und seine Gegner. Die Armee ist mit starker Hilfe von Kämpfern aus dem Iran, von der libanesischen Schiiten-Miliz Hisbollah sowie von der russischen Luftwaffe auf dem Vormarsch. Die moderate Opposition wird vom Westen unterstützt.

UKRAINE

Bei den Kämpfen zwischen ukrainischen Regierungseinheiten und prorussischen Separatisten im Unruhegebiet Donbass starben seit April 2014 mehr als 9000 Menschen. Unter Vermittlung von Kanzlerin Angela Merkel und Kremlchef Wladimir Putin entstand im Februar 2015 in Minsk ein Friedensplan, der etwa eine Waffenruhe und politische Schritte vorsieht. Keiner der 13 Punkte wurde bisher vollständig umgesetzt. Beobachter fürchten, dass aus dem Krieg ein «eingefrorener» Konflikt werden könnte. Wegen der russischen Ukraine-Politik und der Annexion der Krim hat der Westen Wirtschaftssanktionen verhängt.

NIGERIA

Die islamistische Terrorgruppe Boko Haram will in Nigeria und angrenzenden Gebieten der Nachbarländer Kamerun, Tschad und Niger einen «Gottesstaat» errichten, mit strengster Auslegung des islamischen Rechts, der Scharia. Im Nordosten Nigerias verübt die Gruppe fast wöchentlich blutige Anschläge und Angriffe. Seitdem die sunnitischen Fundamentalisten im März der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) einen Treuschwur leisteten, firmiert Boko Haram als deren westafrikanischer Ableger. Im April 2014 wurde der Name Boko Haram mit der Entführung von mehr als 200 überwiegend christlichen Schülerinnen aus dem Ort Chibok weltweit bekannt. Die Gruppe hat seit 2009 Schätzungen zufolge 14 000 Menschen getötet. Rund 2,5 Millionen Menschen sind vor ihrer Gewalt geflohen.

LIBYEN

Fünf Jahre nach den ersten Protesten gegen den später gestürzten und getöteten Diktator Muammar al-Gaddafi ist Libyen ein sogenannter «failed state» (gescheiterter Staat). Es stehen sich eine islamistische und eine weltliche Führung gegenüber. Die Einsetzung einer von den UN vermittelten Einheitsregierung ist bislang am Widerstand beider Seiten gescheitert. Das lässt Platz für Dschihadisten. Der Ableger der Terrormiliz IS in dem Land wird immer stärker. Libyen gilt als Rückzugsgebiet für IS-Kader aus Syrien und dem Irak.

SÜDCHINESISCHES MEER

Im Südchinesische Meer streitet sich China mit einer ganzen Reihe seiner Nachbarn um Territorien: Die Volksrepublik beansprucht 90 Prozent des 3,5 Millionen Quadratmeter großen Gebietes, darunter Inseln und Riffe, die teils mehr als 800 Kilometer von der chinesischen Küste entfernt liegen. Dagegen protestieren unter anderem Vietnam und die Philippinen. Zusätzliches Konfliktpotenzial birgt die Einmischung der USA, die vergangenes Jahr mit der Durchfahrt eines Kriegsschiffes und Überflügen von B52-Bombern chinesischen Unmut provozierten. Washington will damit unterstreichen, dass sie das Seegebiet für international hält.

NORDKOREA

Nordkoreas Raketen- und Atomprogramm wird in der Region, aber auch darüber hinaus als Bedrohung angesehen. Sollte die als unberechnbar geltende Diktatur in den Besitz atomarer Mittelstreckenraketen kommen, wäre nicht nur Südkorea unmittelbar bedroht. Auch ist Nordkorea dabei, Interkontinentalraketen zu entwickeln. Als das Land zuletzt mit einer Rakete einen Satelliten in den Orbit schoss, löste das weltweit Empörung aus. Die internationale Gemeinschaft sieht in solchen Raketenstarts verdeckte Tests für das Atomwaffenprogramm.

AFGHANISTAN

Der Konflikt, von dem die Welt gehofft hatte, sie könne ihn nun der afghanischen Regierung überlassen, flammt wieder voll auf. Die Taliban kontrollierten jetzt so viel Territorium wie seit 2001 nicht mehr, hieß es jüngst in einem US-Bericht. Dutzende Bezirke sind umkämpft. Opferzahlen schießen in die Höhe. In 2015 starben allein mehr als 7000 Polizisten und Soldaten - Tausende Zivilisten wurden getötet oder verwundet. Ein instabiles Afghanistan ist umso gefährlicher, als auch der IS nun versucht, sich dort auszubreiten. Nach Schätzungen haben sie bisher 1000 bis 3000 Kämpfer.

ISRAEL/PALÄSTINENSER

Der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern schwelt schon seit Jahrzehnten. 1993 hatten beide Seiten einen Friedensprozess begonnen, doch einen Palästinenserstaat gibt es bis heute nicht. Friedensverhandlungen liegen seit zwei Jahren brach. Angesichts der israelischen Besatzung macht sich in den Palästinensergebieten Hoffnungslosigkeit breit. Seit Oktober gibt es eine neue Serie palästinensischer Anschläge. Als gefährliches Pulverfass und möglicher Auslöser eines größeren Konflikts gilt der Tempelberg in Jerusalem, um den Juden und Muslime sich streiten.

JEMEN

Im jemenitischen Bürgerkrieg sind bereits mehr als 5800 Menschen gestorben. Die schiitischen Huthi-Rebellen kontrollieren weite Teile vor allem im Norden des Landes, unter anderem die Hauptstadt Sanaa. Die regimetreuen Truppen werden seit März 2015 von Luftschlägen einer saudisch geführten, sunnitischen Militärkoalition unterstützt. Durch die international kritisierten Bombenangriffe wurden auch Tausende Zivilisten getötet.

TÜRKEI

Die Türkei ist der einzige Nato-Partner, bei dem in Teilen des Landes bürgerkriegsähnliche Zustände herrschen: In kurdischen Städten im Südosten geht das Militär seit Mitte Dezember gegen Kämpfer der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK vor. Die zweitgrößte Armee der Nato setzt dabei Kampfpanzer in Wohngebieten ein. Der Konflikt spaltet die polarisierte Gesellschaft weiter. Viele Kurden sehen in der Offensive einen Angriff auf die Minderheit insgesamt. Experten rechnen nicht damit, dass die PKK militärisch besiegt werden kann. Sie befürchten, dass der Konflikt auch den Westen des Landes erfasst.

Fr, 2016-02-12 11:14
Damaskus (dpa)

Syrien: Keine Feuerpause im Kampf gegen IS und Al-Nusra

Damaskus (dpa) - Die anvisierte Feuerpause im Syrienkrieg soll nicht für die Bekämpfung der radikalsunnitischen Organisationen Islamischer Staat (IS) und Al-Nusra-Front gelten. IS und Al-Nusra haben vieles gemein: Sie sind aus dem Terrornetzwerk Al-Kaida hervorgegangen, sie streben einen Gottesstaat mit radikaler Auslegung der Scharia an - und sie stellen die stärksten Milizen im Kampf gegen die syrische Regierung. Was sie trennt, ist vor allem die Strategie.

- Der IS beherrscht im Norden und Osten Syriens sowie im Irak riesige Gebiete und hat dort auf derzeit 78 000 Quadratkilometern ein Kalifat ausgerufen. Er ging aus der Gruppe Tawhid und Dschihad hervor, die im Widerstand gegen die US-Invasion im Irak entstand. Ihrem «Kalifen Ibrahim» alias Abu Bakr al-Bagdadi haben auch Dschihad-Truppen in anderen Staaten Afrikas und Vorderasiens die Treue geschworen. Der IS hat einen totalitären Weltmachtanspruch und lässt auch Anschläge in Europa organisieren. Er geht brutal gegen Andersgläubige wie Schiiten oder Christen vor, zerstört Denkmäler anderer Kulturen und hat in seinem Kalifat die Sklaverei wieder eingeführt.

- Al-Nusra-Front: Der Ableger des Terrornetzwerkes Al-Kaida vertritt eine ähnliche Ideologie wie IS, beide Gruppen sind aber miteinander verfeindet. Die Nusra-Front ist vor allem im Nordwesten und Süden Syriens stark. In Aleppo ist sie gerade heftigen russischen Bombardements ausgesetzt. Auch die Nusra-Front will ein Weltkalifat, hält die Zeit dafür aber noch nicht für gekommen. Anders als der IS geht sie Bündnisse mit anderen syrischen Rebellengruppen gegen die Regierung in Damaskus ein. Außerdem verzichtet sie auf Anschläge im Ausland. Den USA zufolge gibt es allerdings eine Nusra-Untergruppe Khorasan, die Anschläge im Westen planen soll.

- Ahrar al-Scham: Ein wichtiger Nusra-Verbündeter ist die Islamistenmiliz Ahrar al-Scham; beide sind im Rebellenbündnis Dschaisch al-Fatah. Ahrar al-Scham gibt sich pragmatischer als der Al-Kaida-Ableger und soll vor allem von der Türkei unterstützt werden. Die Organisation wurde zu den Friedensgesprächen eingeladen.

Fr, 2016-02-12 11:58
Berlin (dpa)

Valls findet Merkels Flüchtlingspolitik «auf Dauer nicht tragbar»

Berlin (dpa) - Frankreichs Premierminister Manuel Valls hält die von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verfolgte Flüchtlingspolitik der offenen Grenzen für langfristig unvertretbar. «Diese zeitweise durchaus gerechtfertigte Politik ist auf Dauer nicht tragbar», sagte der sozialistische Regierungschef den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag).

«Unsere begrenzten Aufnahmekapazitäten, die Spannungen der vergangenen Wochen - in Deutschland, aber auch anderswo in Europa - verpflichten uns, die Dinge klar auszusprechen: Europa kann nicht alle Migranten aus Syrien, Irak oder aus Afrika aufnehmen. Es muss die Kontrolle über seine Grenzen, über seine Migrations- und über seine Asylpolitik wieder erlangen», fügte Valls hinzu.

Während Deutschland im vergangenen Jahr mehr als eine Million Flüchtlinge aufgenommen hat, ist Frankreich von dem Zustrom über die sogenannte Balkanroute kaum betroffen.

Merkels Kurs ist in Europa und selbst innerhalb der großen Koalition heftig umstritten. Frankreichs Regierung wiederum steht unter besonderem Druck wegen des Höhenflugs der rechtsextremen Front National: Die Partei von Marine Le Pen punktet bei ihren Anhängern mit fremdenfeindlichen Parolen und ist in Umfragen zur zweitstärksten Kraft hinter den Konservativen aufgestiegen, noch vor den Sozialisten von Präsident François Hollande. Im kommenden Jahr stehen in Frankreich Präsidentschaftswahlen an.

Fr, 2016-02-12 12:02
Moskau (dpa)

Mythos «Mir»: Vor 30 Jahren begann Moskau mit Bau einer Raumstation Von Wolfgang Jung, dpa

Mit einem ständig bewohnten Außenposten im All reagiert der Kreml 1986 auf den verlorenen Wettlauf zum Mond. Die Raumstation «Mir» liefert wichtiges Wissen für den Nachfolger ISS. Unter den mehr als 100 Besuchern des Himmelslabors sind auch vier Deutsche.

Moskau (dpa) - Tragik und Triumph lagen in der Raumfahrt wohl nie so nahe beieinander wie vor 30 Jahren. Nur drei Wochen nach der «Challenger»-Katastrophe, als sieben US-Astronauten bei der Explosion ihres Space Shuttles starben, schoss die Sowjetunion am 19. Februar 1986 die Basis für die Raumstation «Mir» ins All. Heute gilt der Forschungskomplex als technische Großtat - trotz erheblicher Mängel.

Von Baikonur aus startet zunächst eine Proton-Rakete mit dem mehr als 20 Tonnen schweren Modul in die Umlaufbahn. Die Betriebsdauer des «Nationalen Orbital-Komplexes», wie das Himmelslabor im Jargon der Kommunistischen Partei heißt, ist auf sieben Jahre angelegt. Doch die «Mir» bleibt 15 Jahre im All - und wird zum Mythos. «Wir stünden ohne diese Erfahrung noch am Anfang», sagt der Astronaut Thomas Reiter.

Zwar leisten die sowjetische «Saljut» (1971) und das US-amerikanische Skylab (1973) als Arbeitsplätze im All wichtige Pionierarbeit. Die Mir ist aber eine galaktische Premiere: Ein solch komplexes, für den Betrieb in der Schwerelosigkeit geschaffenes Gebilde hat es noch nicht gegeben. Die Idee von einem ständig bewohnten Koloss im Kosmos setzt sich in Moskau in den 1970er Jahren durch. Ansporn ist das Trauma, den Wettlauf zum Mond gegen die USA verloren zu haben.

Von nun an setzt die UdSSR verstärkt auf Vorposten im All, und die Mir wird zum Flaggschiff der sowjetischen Raumfahrt, zum «Roten Stern» am Technikhimmel. Das Basismodul dient dabei als «fliegender Bauwagen», von dem aus Kosmonauten die Mir erweitern. Bis 1996 folgen vier Module, ein Labor und vier Solar-Panels. Die Inneneinrichtung stammt aber gleichermaßen aus der Steinzeit der Raumfahrt, wie Reiter 1995 als einer von vier deutschen «Mir»-Besuchern feststellt.

Pumpen und Ventilatoren verursachen Lärm wie im Inneren eines Staubsaugers. Dusche und Toilette entpuppen sich als fehleranfällig. Schläuche durchziehen kreuz und quer die Station, Schraubzwingen halten eine Luke dicht. «Viele Russen basteln am Wochenende an ihrem Lada herum - mit dieser Einstellung sind auch die Kosmonauten auf der Mir am Werk», schildert der deutsche Astronaut Reinhold Ewald launig die Lage auf dem 136 Tonnen schweren Weltraum-Fossil. Eine Raumstation sei eben «keine Vielfliegerlounge» mit Plüschsesseln.

Ewald ist 1997 kaum eine Woche auf dem Außenposten rund 350 Kilometer über der Erde, als der schlimmste Fall eintritt: Feuer auf der «Mir». Mit Mühe löscht die dreiköpfige Besatzung die halbmeterlange Stichflamme aus einem Sauerstoffgenerator. Doch die Materialermüdung auf dem robusten Orbit-Oldtimer ist unübersehbar. Mal tritt Chemie aus der Kühlung aus, dann kommt es beim Bordcomputer zum Blackout, schließlich schlägt ein Frachter ein Leck in die Schutzhülle.

Eigentlich soll die Raumstation von Nachfolger «Mir-2» ersetzt werden. Doch mit der Sowjetunion geht 1991 auch die Raumfahrtindustrie des Riesenreichs unter. In Moskau fehlen die Mittel und im All die Ersatzteile. «Mit mehr als 1600 Defekten stellt die Mir einen uneinholbaren Pannenrekord auf», ätzt die Zeitung «Segodnja». Von «Russisch Roulette im All» schreibt das Blatt «Iswestija».

Zwar stemmt sich die Besatzung mit Bravour und hohem Einsatz gegen die Rückschläge, aber zum Forschen kommen die Astronauten kaum. Dabei gleicht die «Mir» mittlerweile mit Pflanzen und Kleintieren einem botanischen Garten mit Mini-Zoo. Ihrem Namen, der übersetzt «Frieden» oder «Welt» bedeutet, macht die Station alle Ehre: Um den Betrieb zu finanzieren, lässt Russland 1995 US-Astronauten an Bord - ein Höhepunkt in der Zusammenarbeit der einstigen Konkurrenten.

Doch die USA drängen auf eine gemeinsame neue Basis. Mit dem Aufbau der Internationalen Raumstation ISS ab 1998 beginnt das Abwracken der mittlerweile zum technischen Denkmal gewordenen «Mir». Ein letzter Versuch, das marode Sowjet-Erbe mit Hilfe eines Investors zum Weltraum-Hotel umzubauen, schlägt fehl. In ihren letzten Monaten kreist die Mir unbemannt um die Erde - wie ein Geisterschiff. Außen prangt die Kennung eines längst untergegangenen Landes: CCCP (UdSSR).

Am 23. März 2001 leitet Moskau den Sturz zur Erde und damit das flammende Finale ein. Was nicht in der Atmosphäre verglüht, geht als Trümmerhagel im Südpazifik östlich von Neuseeland nieder. Nach etwa 86 300 Erdumrundungen ruht die «Mir» in Frieden auf dem Meeresgrund.

Rund 15 Jahre nach dieser Seebestattung zeichnet sich erneut eine richtungsweisende Entscheidung ab. Die «Mir» gilt als Meilenstein der bemannten Raumfahrt und der internationalen Zusammenarbeit im All und die Raumstation ISS profitiert massiv von diesen Erfahrungen. Allerdings hat Russland angekündigt, die Zusammenarbeit etwa 2024 zu beenden: Moskau will künftig wieder einen eigenen Außenposten im Kosmos betreiben, von dem militärische Aufklärung möglich sein soll.

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

Keine Anzeige!

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate „ausgesetzt“. Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit „ausgesetzter“ Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

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