Mi, 2015-05-06 15:37
Holte-Stukenbrock (dpa)

«Erinnerungsschatten» - Gauck-Worte zum Ende des Zweiten Weltkrieges

Schloß Holte-Stukenbrock (dpa) - Bundespräsident Joachim Gauck hat bei einer Gedenkfeier zum Ende des Zweiten Weltkrieges in Schloß Holte-Stukenbrock (Nordrhein-Westfalen) an das Leid der Opfer erinnert. Worte des Gedenkens (laut Redemanuskript):

«Dieser Krieg endete erst, als die westlichen Alliierten und die Sowjetunion gemeinsam Deutschland zur Kapitulation gezwungen hatten und damit auch von der Nazi-Diktatur befreiten. Wir Nachgeborenen in Deutschland haben allen Grund, für diesen aufopferungsvollen Kampf der ehemaligen Gegner in Ost und West dankbar zu sein. Er hat es möglich gemacht, dass wir in Deutschland heute in Freiheit und Würde leben können.»

«Anders als im Westen war der Krieg im Osten vom nationalsozialistischen Regime von Anfang an als ein Weltanschauungskrieg, ein Vernichtungs- und Ausrottungskrieg geplant - und so wurde er auch geführt. (...) Denken wir an die Brutalität gegenüber der Zivilbevölkerung in allen besetzten Ländern, ganz besonders aber in Russland. Das geschah bewusst und vorsätzlich und auf ausdrücklichen Befehl Adolf Hitlers. Die Wehrmacht setzte diese Befehle bereitwillig um.»

«Für uns bleibt festzuhalten, dass der millionenfache Tod derer, die unter der Verantwortung der Deutschen Wehrmacht starben, «eines der größten deutschen Verbrechen des Zweiten Weltkriegs» gewesen ist. Viele wollten das nach dem Krieg noch sehr lange Zeit nicht wahrhaben. Aber spätestens heute wissen wir: Auch die Wehrmacht hat sich schwerer und schwerster Verbrechen schuldig gemacht. Aus mancherlei Gründen ist dieses grauenhafte Schicksal der sowjetischen Kriegsgefangenen in Deutschland nie angemessen ins Bewusstsein gekommen - es liegt bis heute in einem Erinnerungsschatten.»

«Wir stehen hier und erinnern an dieses barbarische Unrecht und die Verletzung aller zivilisatorischen Regeln. Wir erinnern daran im Namen der Humanität, im Namen der Gleichheit und der Würde, die unterschiedslos allem zukommt, das Menschenantlitz trägt. Im Namen der Menschenrechte, für deren Geltung wir einzutreten uns verpflichten.»

«Dies ist einer der Orte, an denen wir schmerzhaft intensiv empfinden, dass die Toten für die Lebenden eine Verpflichtung sind. Sagen wir also heute, siebzig Jahre nach dem Ende des Krieges, «Ja» zu dieser Verpflichtung. Versprechen wir uns gegenseitig, dass wir, was an uns ist, tun, um ein menschenwürdiges und friedliches Leben für alle zu ermöglichen und zu beschützen.»

Mi, 2015-05-06 15:10
Damaskus (dpa)

Syriens Präsident Assad gibt Verluste im Kampf mit Rebellen zu

Damaskus (dpa) - Bei einem seiner selten öffentlichen Auftritte hat Syriens Präsident Baschar al-Assad Verluste seiner Truppen in Gefechten mit Regimegegnern eingeräumt. «Wir kämpfen einen Krieg und nicht nur eine Schlacht», sagte Assad am Mittwoch laut der staatlichen Nachrichtenagentur Sana in einer Schule in Damaskus. Dabei sei es normal, dass der Kampf hin und her gehe und «dass es Gewinne und Verluste» gibt.

Assad sprach in der syrischen Hauptstadt bei eine Feier zum Gedenken an die syrischen «Märtyrer». Weiter erklärte der Präsident: «Alles kann sich ändern außer einer Sache, und das ist der Glaube an unsere Kämpfer und der Glaube an die Unausweichlichkeit unseres Sieges.»

Die syrische Armee hatte in den vergangenen Wochen im Nordwesten Syriens schwere Verluste erlitten. Unter anderem verloren Regierungskräfte die Städte Idlib und Dschisr al-Schogur an islamistische Rebellen. Dort sind noch immer syrische Soldaten in einer Klinik eingeschlossen. Assad kündigte an, dass bald Verstärkungen in Dschisr al-Schogur eintreffen sollten.

Mi, 2015-05-06 15:28
Saada/Nadschran (dpa)

Nach Raketen auf Grenzstadt: Saudische Jets bombardieren im Nordjemen

Saada/Nadschran (dpa) - Saudi-Arabien hat mit neuen Bombardements auf einen Artillerieangriff von Huthi-Rebellen aus dem Nachbarland Jemen reagiert. Aufständische Huthis hatten die Grenzstadt Nadschran mit Rakteten und Mörsern beschossen. Als Reaktion bombardierten saudische Kampfflugzeuge am Mittwoch Ziele in der nordjemenitischen Provinz Saada, dem Kernland der Huthis.

Nach örtlichen Angaben starben dabei mindestens 34 Zivilisten, unter ihnen 27 Angehörige ein- und derselben Familie in der Provinzhauptstadt Saada. Beim Raketen- und Mörserbeschuss von Nadschran waren am Vortag nach amtlichen saudischen Angaben vier Menschen getötet worden, unter ihnen ein Armeeoffizier. 

Im Jemen kämpfen die schiitischen Huthi-Rebellen gegen Anhänger des aus dem Land geflohenen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi. Eine von Saudi-Arabien geführte Militärallianz bombardiert seit Ende März Stellungen und Waffenlager der Huthis.

Die Aufständischen kontrollieren inzwischen weite Teile des Landes, darunter die Hauptstadt Sanaa. Bei den Kämpfen und Luftangriffen wurden seitdem nach UN-Angaben vom Dienstag 646 Zivilisten getötet und 1364 weitere verletzt.

Die Angaben über die Opfer in Saada ließen sich aus unabhängiger Quelle zunächst nicht bestätigen. Der grenzüberschreitende Artillerieangriff der Huthis auf die südsaudische Stadt Nadschran traf allerdings die islamische Monarchie an einer verwundbaren Stelle. Noch dazu erfolgte er an einem Tag, als König Salman in der Hauptstadt Riad als Gastgeber seines ersten Gipfeltreffens des Golfstaaten-Kooperationsrates (GCC) fungierte. Nach dem Tod von König Abdullah hatte Salman im letzten Januar das Zepter übernommen.  

À la Saison

Krautiger Kohlrabi

(Brassica oleracea var. gongylodes)
Ob das deutscheste aller Gemüse wirklich aus Deutschland kommt, liegt – ehrlich gesagt – im Dunkeln. Erfahren Sie mehr über dieses und weitere Geheimnisse aus der Kulturgeschichte des Kohlrabi.

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Es ist ein Irrtum, dass es sich beim deutschesten aller Gemüse um Weißkohl alias Sauerkraut handelt. Zwar hat die vergorene Spezialität den Deutschen in England den Spottnamen Krauts eingetragen, aber fragen Sie mal einen Russen, Ungarn, Japaner, Niederländer, Dänen, Schweden, Franzosen oder Briten, was Kohlrabi in seiner Sprache heißt. Die Antwort mag ka, karalábé, koolrabi, kaalrabi, kålrabbi, colrave oder kohlrabi lauten, phonetisch ist das Ergebnis das gleiche: Die Welt spricht Kohlrabi. Krautiger wird’s nimmer.

Ist es Begeisterung über den süßen, leicht nussigen, dezenten Kohlgeschmack, die Menschen zwischen Washington und Tokio veranlasst, die komisch klingende Knolle im Munde zu führen? Mitnichten. Nur das Wort, nicht das Gemüse kommt ihnen über die Lippen. Kohlrabi ist so deutsch, dass vor allem die Deutschen ihn essen. 40.000 Tonnen im Jahr wachsen hier, und weil das noch zu wenig ist, bauen auch die Niederlande, Polen und Frankreich den Kreuzblütler an – für den Export.

Im Gegensatz zu Weiß- oder Blumenkohl, bei denen Blätter oder Blütenstand verzehrt werden, verdickt sich beim Kohlrabi der untere Teil der oberirdischen Sprossachse und liegt grünweiß oder blauviolett auf der Erdkrume. Innen sind alle Kohlrabis hell. Die größte Sorte heißt „Superschmelz“ und kann – ohne holzig zu werden – zur Größe eines Kohlkopfs anwachsen. Und der einzige Speck, der auch Vegetariern schmeckt, dürfte „Blauer Speck“ sein.

In Wirklichkeit enthält Kohlrabi neben viel Wasser, etwas Zucker und Eiweiß nur 0,1 Prozent Fett. In Deutschland wurde die Knolle im 16. Jahrhundert erstmals erwähnt. Sie war ein Star der Barockküche – beispielsweise in Leipzig, wo sie dem Allerlei den letzten Schliff gab. Das Original hat übrigens nichts mit Erbsen-Möhren-Spargel-Dosenmatsch zu tun, sondern ist ein knackiger Genuss, der – serviert mit heller Soße und luftigen Semmelklößchen – auch Blumenkohl, Morcheln und Flusskrebsschwänze vereint.

Ein Festmahl, das noch nicht ganz vergessen war, als Kurt Tucholskys Alter Ego Peter Panter sich 1928 in einem Speiselokal über breiiges Gemüse beschwerte und die Bedienung antwortete: „Da müssen Sie mal zu meiner Mutter kommen, Herr Panter, die kocht Ihnen ein Leipziger Allerlei ...“ – „Liebe gnädige Frau, es ist so nett von Ihnen ... Aber alle Leute können doch nicht bei Ihrer Mama essen!“

Kohlrabi passt gut zu Rahmsoßen, die auch mal mit Safran oder Chili gewürzt sein dürfen. Am besten gart man ihn im Ganzen und schält und teilt ihn hinterher, damit Aroma und Nährstoffe besser erhalten bleiben: Selen, Senföle und viel Vitamin C stärken das Immunsystem. Roh harmoniert Kohlrabi mit Nüssen, Ziegenkäse, Lachs und Äpfeln. Sein Kraut gehört nicht in den Kompost, denn es enthält viele Mineralien, Karotin, B-Vitamine und Eiweiß. Die zarten Herzblätter schmecken gut in Salat und Suppe oder als Hauptgericht: In Südeuropa bereitet man aus ihrem Grün vegetarische Rouladen oder „Spinat“ zu.

Südeuropa?! Ob das vermeintlich deutsche Gemüse auch aus der Region stammt, in der es so gerne verspeist wird, liegt – um ehrlich zu sein – im Dunkeln. Es könnte genausogut ein Nachfahre des pompejanischen Kohls sein, den der Römer Plinius kurz nach der Zeitenwende beschrieb. Grimms Wörterbuch vermerkte im 19.Jahrhundert, der Begriff Kohlrabi sei „merkwürdig durch seine Gestalt, halb deutsch halb italienisch“. Klar ist: Italien spricht nicht kohlrabisch. Der inoffizielle Kulturbotschafter der Krauts heißt dort cavolo rapa, Kohlrübe.

Neu frisch aus dem Gewächshaus gibt's Kohlrabi ab April, frisch vom Feld im Mai.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen


In jeder Ausagebe des Greenpeace Magazins berichten wir über die Kulturgeschichte von Obst und Gemüse. Unsere neue Ausgabe erhalten Sie am Bahnhofskiosk, in unserem Warenhaus und für nur 33,50€ im Jahresabo

À la Saison

Schlangenmordende Schwarzwurzel

(Scorzonera hispanica)
Die Schwarzwurzel hieß noch im 17. Jahrhundert „Schlangenmord“ oder „Vipergras“. Tatsächlich ist sie eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel

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„Die Wurtzel“ sei „fleischig, saftig und voll Milch“ sowie „süß von Geschmacke, wann sie gesotten worden“, schrieb der französische Chemiker und Arzt Nicolas Lémery 1698 in ein Lexikon. Den Zeitgenossen mochte das gewagt erscheinen. War die Schwarzwurzel doch erst seit kurzem etwas zu Essen. Im Deutschen trug das neue Gemüse die Beinamen „Schlangenmord“ und „Vipergras“, die eher nach Hexenkessel als nach Eintopf klangen.

Schuld war der italienische Botaniker und Mediziner Pietro Andrea Mattioli, der die antike Heilpflanze 1544 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Der kaiserliche Leibarzt verwandte die Wurzel des Korbblütlers nicht nur gegen Wundfieber und Knochenbrüche, sondern auch „wider den Natterbiß“. Er taufte sie Scorzonera hispanica nach ihrem Herkunftsland Spanien und dem Namen einer schwarzen Giftschlange. Außerdem setzte er das Gewächs auch „wider die fallende Seuche, zu den Pocken und für die Pest“ ein, wie Lémery 150 Jahre
später notierte. Sie ist, kurzum, eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel.

„Proletenspargel“ oder „Spargel des armen Mannes“ heißt Mattiolis Zaubergemüse im Volksmund heute. Eine Delikatesse, die hierzulande – außer in Bayern – kaum groß--flächig angebaut wird. Wir importieren sie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, wo man offenbar weiß, was gut ist. In Wahrheit ist der im Inneren elfenbeinfarbene „Winterspargel“ dem Original überlegen, nicht nur was seine Länge von bis zu einem halben Meter angeht. Die kalzium-, eisen-, magnesium- und vitaminreiche Schwarzwurzel gibt es nicht nur mitten in der kalten Jahreszeit, sie ist auch robust, lagerfähig und wird nicht holzig.

Es ist richtig, dass ihre korkige Rinde beim Schälen ohne Handschuhe hässliche Flecken von großer Haltbarkeit in die Haut gerbt. Und es stimmt, dass ihr milchiger Saft klebt wie Pattex, wenn man sie – Tipp aus dem Kochbuch – erst nach dem Garen häutet. Und damit sie nicht braun anläuft, gehören etwas Zitrone und Milch ins Kochwasser. Ja, die Zubereitung der Scorzonera ist eine Zumutung. Genau das macht sie zur „alten Sorte“ und – einige Jahre nach ihrer nordamerikanischen Schwester Topinambur – zur zumindest unter Spitzenköchen wiederentdeckten Rarität.

Sei es, dass der Kopenhagener René Redzepi sie im Restaurant Noma mit Gotland-Trüffeln als Hors d’œuvre anrichtet, der spanische Molekularkoch Ferran Adrià sie zu Steinbutt serviert oder in einem Berner Grandhotel das Steak auf „seinem Bett von Schwarzwurzelragout“ kommt – sie harmoniert. Anders als der geltungssüchtige Spargel kann, aber muss sie kein Solo auf dem Teller spielen. Ganz gleich ob die Sorte „Hoffmanns Schwarzer Pfahl“, „Schwarzer Peter“ oder „Russischer Riese“ heißt – in der Schwarzwurzel verbindet sich das Beste (unbittere) des Spargels mit zarten Nussaromen und winterlicher Erdigkeit. Besonders gut schmeckt sie zu zerlassener Butter und gerösteten Semmelbröseln. Aber auch mit Béchamelsoße oder im Soufflé und selbst roh in den Salat geraspelt ist sie ein Genuss.

In Sachen Pest hat Mattioli die Wunderwurzel aber zweifellos überschätzt. Der Gelehrte starb 1577 am „Schwarzen Tod“ – und das vermutlich nicht, weil gerade keine Schwarzwurzel zur Hand war.

Neu frisch vom Feld gibt's die Schwarzwurzel ab Oktober, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Querulante Quitte

(Cydonia oblonga)
Die Quitte ist ein vergessenes Obst wie viele andere: Wiedersehen macht Mühe. Aber die Mühe lohnt sich. Quitten enthalten mehr Vitamin C als die meisten Äpfel, viele Mineralstoffe und Spurenelemente.

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„Wenn Krieg kommt und ich hätte nichts zu essen, dann ess’ ich die auch“, sagt eine Dame und hält den Quittenschnitz mit spitzen Fingern. „Hässlicher Apfel“, kommentiert ein anderer Teilnehmer. Und eine Oma schüttelt den Kopf: „Würde ich mir nicht kaufen.“ Der Mann von der Marktforschung nickt. Verstanden. Dann fliegt eine Schrift ins Bild. „Wir machen es trotzdem.“ „Quitteschön!“, plakatierte Bionade im Frühjahr 2009 frech. Aber Frechheit siegte nicht. Letzten Sommer musste der Limobrauer die Sorte unter regem Desinteresse der Öffentlichkeit wieder vom Markt nehmen. Was ist das für ein Land, in dem die Leute zwar so etwas Exotisches wie Holundersprudel bechern, aber Quittenbrause boykottieren?

Vor 154 Jahren reimte Wilhelm Busch: „Das Quarz sitzt tief im Bergesschacht, die Quitte stiehlt man bei der Nacht“. Seither hat die Wertschätzung der „Schönen aus dem Morgenland“ rapide abgenommen. In Deutschland liegt der kommerzielle Anbau so am Boden, dass praktisch jede Quitte ein Bio-Liebhaberstück ist. „Quitten für die Menschen zwischen Emden und Zittau“, forderte Max Goldt schon vor 20 Jahren in einem Plädoyer für das „unbeliebteste heimische Obst“. Aber auch er konnte die „Unverzehrbarkeit der Quitte im rohen Zustand“ nicht wegargumentieren: „Zum Zerteilen und Schälen bediene man sich der Erzeugnisse der Firma Black & Decker.“ Es hilft nichts. Die Quitte ist ein vergessenes Obst wie viele andere: Wiedersehen macht Mühe. (Aber die Mühe lohnt sich.)

Das Wort Quitte kommt vom lateinischen malum cidonium – Apfel aus Kydonia. Dort, im heutigen Chania auf Kreta, entdeckten die Römer einst das holzige Obst. Ursprünglich stammt es aus Vorderasien und ist viel älter als seine Kernobstgeschwister Apfel und Birne. Der „Zankapfel“ des Paris ist wohl eigentlich eine Quitte. Die goldene Frucht der Liebesgöttin Aphrodite galt in Griechenland als Symbol von Glück und Fruchtbarkeit. Bräute knabberten daran, um dem Atem Süße zu verleihen.

Quitten helfen aber nicht nur gegen Mundgeruch, sie sind auch gesund. Schon Hippokrates nutzte die rohe Frucht zum Blutstillen. Quitten enthalten mehr Vitamin C als die meisten Äpfel, viele Mineralstoffe und Spurenelemente. Das Wichtigste aber: Sie sind die letzten Sommerfrüchte und bringen, kühl und luftig gelagert, bis nach Weihnachten Sonne auf den Teller. Manch erdigem Herbstmahl verleihen ihre Rosen-, Honig- oder Birnennoten Leichtigkeit. Nuancen von Ananas und Mango wärmen mit tropischer Intensität aus der Region knurrende Wintermägen.

Das sture Obst fördert außerdem die Geduld. Quittengelee braucht zwei, Quittenbrot gar bis zu vier meditative Herbsttage. Noch in den Fünfzigerjahren war Quittenbrot das Konfekt des kleinen Mannes. Doch mit dem Aufstieg der Tafelschokolade begann sein Fall und damit auch der Niedergang der Quitte. Dabei schmeckt sie auch zu Fleisch oder im Apfelkuchen. Und Quittenchutney passt hervorragend zu Jakobsmuscheln. Alles ist erlaubt – außer Quittenmarmelade. Laut einer EG-Verordnung von 1982 darf Marmelade nämlich nur Zitrusfrüchte enthalten. Sonst muss sie Konfitüre heißen. Das ist natürlich grober Unsinn. Schließlich ist die Quitte die Mutter aller Marmeladen. Marmelade kommt von marmelo – Portugiesisch für Quitte.

Neu frisch vom Feld gibt's die Quitte ab Oktober.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Beschwippste Johannisbeere

(Ribes)
Dank ihres fast schon übelriechenden Moschusdufts verliebt man sich in die Johannisbeere eher auf den zweiten Blick. Aber diese Liebe kann umso länger dauern.

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Aus Mario Adorf spricht schiere Verzweiflung: „Isch scheiß dich so was von zu mit meinem Jeld, dass du keine ruhje Minute mehr hast!“, droht er in der Rolle des rheinischen Klebstofffabrikanten Heinrich Haffenloher dem Klatschreporter Baby Schimmerlos. Denn der will ihn partout nicht in seiner Society-Kolumne erwähnen. Die Szene stammt aus der Fernsehserie „Kir Royal“. Mitte der Achtziger ausgestrahlt, heißt die bitterböse Persiflage der Münchner Schickeria nach dem Trendgetränk der Zeit: nicht zu verwechseln mit „Kir“, der nur Sekt enthält. In der königlichen Variante gehört der Johannisbeerlikör bitteschön mit Champagner aufgegossen!

In Wirklichkeit war diese neue Mode mit mindestens 30 Jahren Verspätung über den Rhein geschwappt. Benannt ist der Aperitif nach Félix Kir, dem Bürgermeister von Dijon. Der Legende nach war dem katholischen Geistlichen der Wein in seiner Stammkneipe zu sauer, weshalb er Crème de Cassis vom Nachbartisch hineingoss. Dieser Cocktail mit dem Likör der Schwarzen Johannisbeere soll ihm derart gemundet haben, dass er fortan beim Wirt nur noch „Kir“ bestellte. Im November 1951 erlaubte er einem Cassis-Produzenten, mit seinem Namen zu werben.

Ihren hochdeutschen Namen haben die Früchte, die in Österreich nach ihrem lateinischen Namen Ribiseln und in der Schweiz aus ungeklärten Gründen Meertrübeli heißen, vom traditionellen Erntebeginn am Johannistag: Um den 24. Juni herum reifen zuerst die weißen, dann die roten Rispen. Diese leichtlebigeren Schwestern der bittersüßen Schwarzen Johannisbeere müssen nicht erst verbacken, verkocht oder vergoren werden, um ihr Aroma ganz zu entfalten. Die lieblich-süßen Weißen Johannisbeeren (Ribes album) schmecken zwar zu allem, sogar zu Linsen. Am besten sind sie aber frisch vom Strauch, wo Sonnenlicht ihre Haut durchschimmert. Die delikate Säure Roter Johannisbeeren (Ribes rubrum) bereichert roh zum Beispiel Obstsalate aus süßeren Früchten und harmoniert mit Quark, Vanilleeis und gezuckertem Eischnee.

Die komplexeste der drei Ribiseln aus der Familie der Stachelbeergewächse ist jedoch die Schwarze (Ribes nigrum), die im Juli reift. Dank ihres fast schon übelriechenden Moschusdufts verliebt man sich in sie eher auf den zweiten Blick. Aber diese Liebe kann umso länger dauern: Denn die „Gichtbeere“ ist nicht nur ein Rheumamittel, sie hat auch den höchsten Eisengehalt aller Beeren und mehr als dreimal so viel Vitamin C wie Zitronen. Zudem wirkt diese volksmedizinische Wunderwaffe blutdrucksenkend, entzündungshemmend und vieles mehr. Verständlich, dass ihr Most in Kriegszeiten für Krankenhäuser reserviert war. Prosit ist übrigens auch Latein – und heißt: Es möge nützen!

Neu frisch vom Feld gibt's die Johannisbeere ab Juni.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Mi, 2015-05-06 15:23
Berlin (dpa)

Nahles will mehr Geld für arbeitsuchende Flüchtlinge

Berlin (dpa) - Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) verlangt mehr Geld, um Flüchtlingen hierzulande zu Jobs zu verhelfen. Viele Flüchtlinge seien sehr gut qualifiziert. Mit etwas Starthilfe könnten sie zu einem großen Gewinn für den Arbeitsmarkt werden, sagte Nahles am Mittwoch in Berlin bei einer Veranstaltung der Bertelsmann-Stiftung. Angesichts der steigenden Flüchtlingszahlen verlangte sie mehr Mittel im Bundeshaushalt zur Integration.

Die Asylbewerberzahlen steigen seit Monaten. Zuletzt war bekanntgeworden, dass das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge seine bisherige Schätzung von mindestens 300 000 Antragstellern für 2015 nach oben korrigieren muss - auf voraussichtlich 400 000 Asylbewerber. Die Quote derer, die in Deutschland Schutz bekommen, liegt den Angaben zufolge derzeit bei etwa 37 Prozent. Der Gesetzgeber hatte vor kurzem den Zugang von Asylbewerbern zum Arbeitsmarkt erleichtert.

Mi, 2015-05-06 15:23
Düsseldorf (dpa) 

Waigel weist Vorwürfe im U-Ausschuss zu WestLB-Desaster zurück

Düsseldorf (dpa) - Ex-Bundesfinanzminister Theo Waigel hat im Untersuchungsausschuss zum WestLB-Niedergang Vorwürfe im Zusammenhang mit einem Konzernverkauf zurückgewiesen. Der Verkauf des damals bundeseigenen Stahlkonzerns Salzgitter 1989 an die Preussag AG sei korrekt gelaufen, sagte der CSU-Politiker am Mittwoch im Ausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags. Das gelte auch für den Verkaufspreis. Vorwürfen zufolge soll Salzgitter zu niedrig bewertet worden sein, es habe sich um einen «politischen Preis» gehandelt. Die WestLB - inzwischen nach Milliardenverlusten zerschlagen - war einst Mehrheitsgesellschafterin der Preussag.

Waigel betonte, sein Ziel als Finanzminister ab 1989 sei es gewesen, für Salzgitter einen möglichst hohen Verkaufspreis zu erzielen. Mit dem Erlös von rund 2,45 Milliarden D-Mark sei die Deutsche Bundesstiftung Umwelt gegründet worden. Weder Rechnungshof noch Europäische Kommission hätten gegen «Kaufpreis oder die Art der Abwicklung» bei späteren Prüfungen Bedenken erhoben.

Mi, 2015-05-06 15:01
Genf (dpa)

Menschenrechtler: Deutschland muss Kampf gegen Rassismus verstärken

Genf (dpa) - Die Bundesregierung unternimmt nach Ansicht von Menschenrechtsaktivisten noch immer nicht genug, um den Rassismus in Deutschland wirklich umfassend zu bekämpfen. Nach Anschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte und angesichts der Pegida-Demonstrationen gehe sie zwar stärker gegen Fremdenfeindlichkeit vor, notwendige strukturelle Reformen seien aber ausgeblieben, kritisierte das Deutsche Institut für Menschenrechte am Mittwoch in Genf.

So müssten nach dem Skandal um die Ermittlungen zu den NSU-Morden Polizei, Behörden und Justiz besser in die Lage versetzt werden, rassistische Motive von Straftaten zu erkennen, sagte die Abteilungsleiterin des Instituts Petra Follmar-Otto. Bei einer Anhörung zu Deutschland vor dem Anti-Rassismus-Ausschuss der UN begrüßte sie aber zugleich das Versprechen der Bundesregierung, künftig umfangreicher gegen rassistische Diskriminierung und Vorurteile in allen Teilen der Gesellschaft vorzugehen.

Der UN-Ausschuss erörterte am Dienstag und Mittwoch turnusgemäß mit Regierungsvertretern und Menschenrechtlern, ob und wie die 1969 in Kraft getretene UN-Konvention gegen Rassismus in Deutschland umgesetzt wird. Am 15. Mai will das Gremium seine Schlussfolgerungen sowie Empfehlungen für Deutschland veröffentlichen.

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Mi, 2015-05-06 15:43
Berlin (dpa)

Gröhe: Ausbreitung von Antibiotika-Resistenzen stoppen

Berlin (dpa) - Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) ruft zum weltweiten Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen auf. «Wenn Antibiotika nicht mehr wirken, drohen die Behandlungsmöglichkeiten in ein Vor-Penizillin-Zeitalter zurückzufallen», sagte Gröhe am Mittwoch in Berlin. Das Antibiotikum Penizillin hatte in den 1920er Jahren einen Durchbruch bei der Behandlung von Infektionen gebracht.

Gröhe will eine neue Antibiotika-Resistenzstrategie am kommenden Mittwoch im Bundeskabinett beschließen lassen. Diese soll den Einsatz von Antibiotika in der Medizin und in der Tierhaltung klar regeln. «Aber auch die Forschung und Entwicklung neuer Antibiotika, alternativer Therapiemethoden und Tests zur Schnelldiagnostik muss vorangetrieben werden», sagte Gröhe.

Ursache für die zunehmenden Resistanzen von Bakterien sind laut dem Gesetzentwurf der «unsachgemäße und übermäßige Gebrauch von Antibiotika sowie Hygienemängel in der Human- und Veterinärmedizin.» So wird von Ärzten häufig ein Antibiotika bei Erkältungen verschrieben, obwohl die Ursache davon in der Regel ein Virus ist. Jährlich sterben mehrere tausend Menschen wegen dieser Antibiotika-Resistenz.

Bei der Versammlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in der übernächsten Woche solle ein gemeinsamer Fahrplan verabschiedet werden, kündigte der Minister an. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will das Thema auch beim G7-Treffen der Staats- und Regierungschefs im Juni behandeln.

Im März hatte Gröhe einen Zehn-Punkte-Plan gegen gefährliche Krankenhauskeime vorgestellt, der die Meldepflichten für Kliniken bei besonders gefährlichen Keimen verschärfen soll.

Mi, 2015-05-06 15:39
Tübingen (dpa)

Wissenschaftler stellen sich hinter Tübinger Hirnforscher

Tübingen (dpa) - Im Streit um Affenversuche haben sich Hunderte Wissenschaftler solidarisch mit dem Tübinger Hirnforscher Nikos Logothetis gezeigt. Der Tübinger Neurowissenschaftler Peter Thier habe eine Unterschriftenaktion im Netz gestartet, teilte die Uni Tübingen am Mittwoch mit. «Ich bin sehr froh über dieses breite Echo aus der internationalen Wissenschaft», betonte Thier. «Nach den Vorgängen in Tübingen muss jedem Wissenschaftler, der mit Tiermodellen forscht, klar sein, dass er zum Angriffsziel von Tierversuchsgegnern werden kann.»

Logothetis, der Direktor des Tübinger Max-Planck-Instituts für biologische Kybernetik, hatte nach monatelangen Anfeindungen und Bedrohungen von Tierschutzaktivisten kürzlich erklärt, nach 18 Jahren die Versuche an Primaten in Tübingen auslaufen zu lassen.

Mi, 2015-05-06 15:36
Düsseldorf/Paris (dpa)

Fakten und Fragen - sechs Wochen nach der Germanwings-Katastrophe Von Martin Oversohl, dpa

Seit dem Germanwings-Absturz suchen die Ermittler nach einer Erklärung für die Katastrophe. Was ist bislang deutlich geworden? Und was nicht? Der Zwischenbericht gibt Antworten, doch nach wie vor bleiben einige Fragen ungeklärt.

Düsseldorf/Paris (dpa) - Gut sechs Wochen nach dem Absturz des Germanwings-Flugzeugs in den Alpen sind viele Fragen beantwortet, andere offen. Einige davon werden es auch nach dem Bericht bleiben, den die französische Untersuchungsbehörde Bea am Mittwoch vorgelegt hat.

Die wichtigsten Fakten, soweit sie bisher bekannt sind:

DER ABLAUF: Der Airbus der Lufthansa-Tochter Germanwings hebt am 24. März in Barcelona ab, Flug 4U9525, Ziel ist Düsseldorf. Die übliche Route. Der Kapitän verlässt kurz nach Erreichen der Reisehöhe das Cockpit, vermutlich, um auf die Toilette zu gehen. Nun übernimmt der Copilot Andreas Lubitz Kommando und Steuer - und versperrt die Türe. Er leitet ohne Notsignal den Sinkflug ein. Die Maschine sinkt schnell und gleichmäßig, kein Sturzflug, und zerschellt. Laut Zwischenbericht stoppen die Aufzeichnungen des Flugschreibers um exakt 10.41 Uhr und sechs Sekunden. Die Germanwings-Angaben weichen ab: Demnach verschwindet der Airbus um etwa 10.53 Uhr vom Radar.

DIE FLUGSCHREIBER: Datenschreiber und Voicerekorder bringen Licht ins Dunkel der Katastrophe an Bord des Airbus A320, weil sie relevante Daten wie Kurs, Geschwindigkeit, Flughöhe oder Neigungswinkel der Maschine ebenso aufzeichnen wie die Kommunikation. Auf der einen Blackbox sind unter anderem das ruhige Atmen des Copiloten zu hören und die verzweifelten Versuche der Crew, die Tür zum Cockpit aufzuschlagen. Die andere Box belegt, dass Lubitz beim Sinkflug sowohl die Höhe als auch die Geschwindigkeit des Flugzeugs nachsteuerte und aktiv das Steuer betätigte. «Man kann daraus schließen, dass er handlungsfähig war und dass alle seine Handlungen den gleichen Sinn hatten, nämlich das Flugzeug auf den Boden stürzen zu lassen», ist Bea-Direktor Rémi Jouty überzeugt.

DAS WRACK: An der Unglücksstelle in den Alpen ist die Bergung der Opfer und der Unglücksmaschine vom Typ Airbus A320 abgeschlossen. Alle großen Wrackteile des Flugzeugs sind geborgen. Der Boden muss noch von möglichen Schadstoffen gesäubert werden. Die Überreste des Flugzeugs lagern vorerst in einem Hangar in der nahe gelegenen 1400-Einwohner-Gemeinde Seyne-les-Alpes.

DER TÄTER: Ein Alleintäter, da sind sich die Ermittler sicher. Aufgewachsen in der Westerwald-Kommune Montabaur wohnte Lubitz bis zuletzt dort, ebenso in Düsseldorf. Seit September 2013 arbeitete er als Copilot bei Germanwings, vorher war er nach Lufthansa-Angaben während einer Wartezeit Flugbegleiter. Als Absolvent kam Lubitz frisch von der Verkehrsflieger-Schule der Lufthansa in Bremen zum Kölner Unternehmen.

DAS MOTIV: Kein Abschiedsbrief, kein Bekennerschreiben, aber deutliche Hinweise: Der Copilot litt 2009 unter einer schweren Depression, war suizidgefährdet. Die unterbrochene Pilotenausbildung setzte er fort, nachdem die Depression als abgeklungen galt. Volle Flugtauglichkeit wurde ihm damals mehrfach attestiert. Dennoch: Am Absturztag war der 27-Jährige krankgeschrieben - nur wusste das niemand. Zudem informierte er sich im Internet über Suizid und Behandlungsmethoden sowie über die Sicherheitsmechanismen von Cockpittüren. Und er testete sogar seine unfassbare spätere Tat: Schon auf dem Hinflug nach Spanien manipulierte Lubitz den Autopiloten der Unglücksmaschine. Aber handelte es sich um eine Verzweiflungstat? Und wenn ja, gab es dafür einen aktuellen Auslöser? Das bleibt ungeklärt.

DIE OPFER: Beim Absturz der Maschine kamen alle 144 Passagiere, 2 Piloten und 4 Crew-Mitglieder ums Leben. Darunter waren nach Angaben des Auswärtigen Amts 72 Deutsche und 51 Spanier, aber auch Menschen aus den USA, aus Argentinien und der Elfenbeinküste. Allein 65 Opfer stammten aus Nordrhein-Westfalen, darunter 16 Schüler und 2 Lehrerinnen eines Gymnasiums in Haltern. Sie waren auf einem Austausch in Spanien gewesen.

DIE TECHNISCHEN FOLGEN: Verkehrsexperten haben nach der Germanwings-Katastrophe zahlreiche Forderungen gestellt, einige wurden verworfen, mindestens eine dagegen umgesetzt: So haben sich alle deutschen und viele internationalen Fluglinien darauf verständigt, dass nun ein Cockpit zu jedem Zeitpunkt immer mit zwei Crewmitgliedern besetzt sein muss. Piloten warnen indes vor weiteren voreiligen Schlüssen aus dem Absturz.

DIE FINANZIELLEN FOLGEN: Das Unternehmen sagte den Hinterbliebenen eine Soforthilfe von jeweils bis zu 50 000 Euro zu. Hart dürften die Verhandlungen der Anwälte mit der Lufthansa um Schmerzensgeld werden. Ein Versicherungskonsortium hat 278 Millionen Euro bereitgestellt, die Summe ist für die Entschädigungszahlungen an die Hinterbliebenen und die Arbeit der Betreuungsteams sowie für den zerstörten Airbus A320 gedacht. Die Schuldfrage ist zumindest nach Ansicht von Opferanwalt Christof Wellens «eindeutig geklärt». Bei einem vorsätzlichen Absturz, herbeigeführt durch den Copiloten, sei die Sachlage klar, sagte er dem Fernsehsender Phoenix: «Lufthansa ist für von ihr eingesetztes Personal in voller Weise verantwortlich». Das Unternehmen hat sein Schreckensquartal zum Jahresbeginn mit deutlich verbesserten Ergebnissen überstanden.

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

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Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

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Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

Geht doch!

Styropor „To Go“

USA Mehr als 70 Städte verbieten aufgeschäumtes Plastik. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt den Kampf mit dem Müll auf.

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Ab Juli verbannt er Einwegbecher, -teller und andere Behältnisse aus Styropor. Auch Verpackungsfüllmaterial aus Schaumstoff darf dann nicht mehr verwendet werden. Laut Abfallbehörde hat sich eine Wiederverwertung ökologisch und ökonomisch als nicht sinnvoll erwiesen. Jedes Jahr hat die Müllabfuhr in der Metropole fast 30.000 Tonnen Abfall aus aufgeschäumtem Polystyrol eingesammelt, der Großteil stammt aus der Gastronomie. „Diese Produkte verursachen reale Umweltschäden“, sagt de Blasio. Sein Appell fruchtet auch bei Behörden: Ab Sommer sollen Styroporbehälter aus Schulkantinen verschwinden. Warum das Essen künftig auf kompostierbaren statt auf Keramiktellern serviert wird, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Schon mehr als 70 US-Städte, darunter Washington, San Francisco, Oakland und Seattle, haben sich vom Einwegplastik losgesagt. In Deutschland dagegen wird der biologisch nicht abbaubare Schaumstoff weiterhin großflächig eingesetzt: nicht nur für Fastfood-Verpackungen, sondern auch für die Wärmedämmung von Gebäuden.
Illustration: Christoph Niemann

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Grenoble: Bäume statt Werbung
Die französische Alpenstadt will die erste werbefreie Stadt Europas werden: Der grüne Bürgermeister Éric Piolle hat alle Reklameverträge gekündigt. Wo bisher freie Sicht auf riesige Plakate herrschen musste, will er Bäume pflanzen lassen. Den Verzicht auf die optische Umweltverschmutzung lässt sich die Stadt jährlich 150.000 Euro kosten – so viel hat Grenoble bisher durch vermietete Werbeflächen pro Jahr eingenommen. Bislang verbietet nur eine Stadt Werbung im öffentlichen Raum: São Paulo in Brasilien, und das schon seit 2010.

Frankreich: Zu schnell kaputt
Mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe will Frankreich eingebaute Fehler, die zum vorzeitigen Verschleiß von langlebigen Verbrauchsgütern führen, als Betrug ahnden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist auf dem Weg. Niedersachsen will solche Art der Verbrauchertäuschung auch nicht hinnehmen. Landesverbraucherschutzminister Christian Meyer erwägt eine Verlängerung der Garantie bei bestimmten Produkten.

Hamburg: Steckdose für Cruiser
Die Bewohner des Elbufers können ein wenig aufatmen: Im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe werden ab diesem Sommer mit erneuerbarem Landstrom versorgt und können die luftverpestenden Dieselmotoren abstellen. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern, dass in Zukunft auch Containerschiffe zum Anschluss an den sauberen Landstrom verpflichtet werden.
 

Geht doch!

Fit für Krisen

Weltweit wollen „Transition Town“-Initiativen einen Kultur- und Energiewandel bewirken. Inzwischen gibt es mehr als 4000 in etwa 50 Ländern.

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England: Es begann in der britischen Stadt Totens
Genug geredet, jetzt wird gehandelt! Nach diesem Motto agieren inzwischen mehr als 4000 „Transition Town“-Initiativen in etwa 50 Ländern. Sie alle wollen in ihren Städten den „Übergang“ (Transition) zu einem nachhaltigen Lebensstil einleiten. Gemeinsam bauen sie Solaranlagen auf Hausdächer, führen Regio-Währungen ein, teilen Maschinen, Werkzeug und Besitztümer, reparieren Elektrogeräte, gärtnern auf öffentlichen Plätzen oder gründen Gemeinwohlunternehmen. Dass sich die Erde erwärmt, das Öl zur Neige geht und der Ressourcenverbrauch unsere Lebensgrundlagen zerstört, war längst bekannt, als der britische Umweltaktivist Rob Hopkins im Jahr 2006 in seiner Heimatstadt Totens die erste „Transition Town“-Initiative startete. Ein Weiter-so-wie-bisher kam für ihn und die wachsende Übergangsbewegung nicht in Frage. Gerd Wessling, Netzwerksprecher für die rund 120 Initiativen im deutschsprachigen Raum, begreift das Ganze als langfristiges Experiment. Ihm ist klar, dass Lastenfahrräder und Blumenkübel allein die Welt nicht retten können. Die Summe aller Aktivitäten könnte aber einen Wandel bewirken, hofft er. Wessling fühlt sich bestärkt durch das kontinuierliche Anwachsen der Bewegung. Es zeige, dass die Idee viele anstecke und jeder Einzelne in seinem Umfeld sehr wohl etwas ändern könne.
transition-initiativen.de
Illustration: Christoph Niemann

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Bodensee: Wild und bunt
Auf rund 65 Hektar blühen in den Landkreisen Schwarzwald-Baar und Konstanz Malven, Steinklee und zwei Dutzend weitere Wildpflanzen. Die bunte Vielfalt erfreut Imker, Jäger, Touristen – und Bauern. Denn sie gewinnen aus der Ernte Biogas. Allerdings liegt der Ertrag dieser Biomasse etwa ein Drittel unter dem von Mais, berichtet die Bodensee-Stiftung. Sie fördert den Wildpflanzenanbau und will so die Monokulturen der Energiepflanzen eindämmen. Dafür müssen weniger Pestizide gespritzt werden.
bioenergie-region-bodensee.de

Steiermark: Laubbläser verboten
Sie stinken, lärmen und verpesten die Luft – deshalb ist der Einsatz von Laubbläsern seit dem 1. Oktober im österreichischen Bundesland Steiermark verboten. Verstöße sollen mit Geldstrafen bis zu 7250 Euro geahndet werden. Ausschlaggebend war eine Studie der Universität Graz: Laubbläser wirbelten am Boden abgelagerte Ruß- und Staubpartikel auf, stellten die Forscher fest. Im Vergleich zur Besenreinigung gelange so zehnmal mehr Feinstaub in die Luft.

Südtirol: Pestizidfreie Gemeinden
Die Gemeinde Malosco in der italienischen Provinz Trentino ist Vorreiter im Kampf gegen Pestizide: Trotz heftigen Widerstands der Bauernlobby hat der Bürgermeister den Einsatz vieler Agrargifte verboten. Er will die Gesundheit seiner Bürger schützen. Auf diesen Präzedenzfall beruft sich die Kommune Mals im benachbarten Vinschgau. Anfang September hat das Dorf abgestimmt: 76 Prozent votierten für ein Verbot aller giftigen, gesundheits- und umweltschädlichen Pestizide auf dem Gemeindegebiet.

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Mi, 2015-05-06 15:14
Holte-Stukenbrock (dpa)

«Barbarisches Unrecht»: Gauck erinnert an sowjetische Kriegsgefangene

Bundespräsident Gauck macht das grauenhafte Schicksal der sowjetischen Kriegsgefangenen zum zentralen Punkt seines Weltkriegs-Gedenkens. Er dankt auch der Sowjetunion für ihren Anteil an der Befreiung von der Nazi-Herrschaft.

Schloß Holte-Stukenbrock (dpa) - 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs hat Bundespräsident Joachim Gauck den Tod von mehreren Millionen sowjetischen Kriegsgefangenen als eines der größten Verbrechen der Nazizeit verurteilt. Bei einer Gedenkfeier im westfälischen Schloß Holte-Stukenbrock sagte Gauck am Mittwoch: «Millionen von Soldaten der Roten Armee sind in deutscher Kriegsgefangenschaft ums Leben gebracht worden - sie gingen an Krankheiten elendig zugrunde, sie verhungerten, sie wurden ermordet.»

In dem Kriegsgefangenenlager «Stalag 326 Senne» waren mehr als 300 000 Gefangene inhaftiert, etwa 65 000 von ihnen kamen ums Leben. Durch die unbarmherzige Behandlung, die die insgesamt 5,3 Millionen Sowjetsoldaten in deutscher Gefangenschaft erlitten, sei deutlich mehr als die Hälfte von ihnen ums Leben gekommen, sagte Gauck.

Gauck erinnerte an die Verbrechen der Nazis und der Wehrmacht, aber auch an den stalinistischen Terror. Wenn ein sowjetischer Soldat gefangen wurde, habe er als Deserteur und Verräter gegolten, beschrieb der Bundespräsident die Haltung der Sowjet-Führung. «Deswegen erwartete bei Kriegsende viele in die Heimat entlassene sowjetische Kriegsgefangene erneute Lagerhaft - oder sogar Tod», sagte Gauck.

Zugleich dankte er den Westalliierten und der Sowjetunion, dass sie vor 70 Jahren gemeinsam Deutschland zur Kapitulation gezwungen und von der Nazi-Diktatur befreit hätten. «Wir Nachgeborenen in Deutschland haben allen Grund, für diesen aufopferungsvollen Kampf der ehemaligen Gegner in Ost und West dankbar zu sein. Er hat es möglich gemacht, dass wir in Deutschland heute in Freiheit und Würde leben können.»

Der Bundespräsident hatte zu der Gedenkfeier auch Diplomaten aus Ländern eingeladen, die Teil der ehemaligen Sowjetunion waren. Auch ein Überlebender des Lagers, Leo Frankfurt (93) und Angehörige eines gestorbenen Lagerhäftlings nahmen teil. Frankfurt zeigte sich tief berührt von der Geste, dass ein deutsches Staatsoberhaupt «meine in Gefangenschaft umgekommenen Leidensgenossen würdigt». An Gauck gerichtet sagte er: «Im Namen aller meiner Kameraden danke ich Ihnen von Herzen dafür.»

Der 93-Jährige hatte während des Zweiten Weltkriegs acht Lager und zwei Gefängnisaufenthalte überlebt. Als Soldat der Roten Armee arbeitete er später in der DDR als Dolmetscher in Erfurt.

«Wir stehen hier und erinnern an dieses barbarische Unrecht und die Verletzung aller zivilisatorischen Regeln», sagte Gauck. Anders als im Westen sei der Krieg im Osten von Anfang an als Vernichtungs- und Ausrottungskrieg geführt worden. Die entsprechenden Befehle Adolf Hitlers habe die Wehrmacht bereitwillig umgesetzt. «Auch die Wehrmacht hat sich schwerer und schwerster Verbrechen schuldig gemacht», sagte Gauck.

Das grauenhafte Schicksal der sowjetischen Kriegsgefangenen in Deutschland liege bis heute in einem «Erinnerungsschatten». Durch die Besatzungs- und Expansionspolitik der Sowjetunion sowie die Errichtung einer kommunistischen Diktatur im Osten Deutschlands hätten sich diejenigen bestätigt gesehen, «die wegschauen und sich nicht erinnern wollten». Auch die Erinnerung an den Völkermord an den Juden habe die Auseinandersetzung mit den anderen Verbrechen überlagert.

Dabei seien die Verbrechen der Nationalsozialisten an verschiedenen Gruppen zutiefst miteinander verbunden: «So wurden die Juden, die Sinti und Roma ausgesondert, gedemütigt und ermordet, die Behinderten, die Homosexuellen.» Völker im Osten seien als «minderwertig» diffamiert worden, betonte Gauck. Auf dem ehemaligen Lagergelände enthüllte er eine Gedenktafel mit 900 Namen.

Mi, 2015-05-06 14:30
Hannover (dpa)

Leute kompakt

Christian und Bettina Wulff sind wieder ein Paar (Foto - Archiv) =

Hannover (dpa) - Ex-Bundespräsident Christian Wulff (55) und seine Frau Bettina (41) leben wieder zusammen. Das teilte der Anwalt von Christian Wulff am Mittwoch mit. Mehr Details wollte er aber nicht bekanntgeben und verwies auf die Privatsphäre der Familie. Die Zeitschrift «Bunte» hatte zuvor berichtet, dass das seit Anfang 2013 getrennt lebende Paar seine Ehe fortführen wolle. Zuletzt hatten Medien darüber geschrieben, dass die Wulffs beim Familiengericht in Hannover die Scheidung eingereicht hätten. Das Paar hatte 2008 geheiratet.

Ryan Gosling isst Cornflakes - und das Netz schaut zu (Foto - Archiv) =

Los Angeles (dpa) - Eine Schüssel, ein Löffel, eine Portion Cornflakes: Millionen von Internetnutzern amüsieren sich seit Montag über ein kurzes Video von Schauspieler Ryan Gosling (34). Zu sehen ist lediglich, wie der Kanadier seine Cornflakes isst. Hintergrund ist eine witzige Idee des Schotten Ryan McHenry. Der montierte seit 2013 in diverse Filmszenen mit Gosling einen Löffel mit Cornflakes und stellte die kurzen Videos online - unter dem Motto «Ryan Gosling won't eat his cereal» («Ryan Gosling wird seine Cornflakes nicht essen»). McHenry starb vor kurzem mit nur 27 Jahren. In Gedenken an ihn postete Gosling das Video. 

Boris Becker sieht sich auf gutem Weg (Foto - Archiv) =

Hamburg (dpa) - Tennislegende Boris Becker (47) glaubt, dass sich sein Image in Deutschland wieder bessert. «Das Schlimmste ist vorbei», sagte er dem Magazin «Gala». Gleichzeitig räumte er ein: «Ich bin durch einige Täler gegangen.» Der dreifache Wimbledon-Gewinner hatte in den vergangenen Jahren immer wieder Häme über sich ergehen lassen müssen. Viel Spott gab es etwa für ein Fernsehduell mit Oliver Pocher (37). Die RTL-Show endete im Jahr 2013 mit einer Niederlage für Becker. Becker - inzwischen Trainer von Tennisstar Novak Djokovic (27) - geht es nach eigenen Angaben auch gesundheitlich wieder besser. 

Jane Fonda findet hohes Alter befreiend (Foto - Archiv) =

Los Angeles (dpa) - Die US-Schauspielerin Jane Fonda kann ihren 77 Lebensjahren viel Gutes abgewinnen. «Ich finde es befreiend, alt zu sein», sagte sie vor Journalisten in Los Angeles. «Du bist nicht mehr unterwegs, um einen Mann abzubekommen. Die Kinder sind weg. Du kannst mutig sein, unerhört, du kannst sein, wie du willst.» Die zweifache Oscar-Preisträgerin gibt sich auch in Bezug auf gescheiterte Ehen mittlerweile locker. «Schreibe böse Briefe, aber schicke sie nicht ab. Denn es könnte eine Zeit kommen, in der du dich wieder anfreundest», sagte Fonda in Bezug auf ihre drei Ehen.

U2 spielen in New Yorker U-Bahn-Station (Foto - Archiv) =

New York (dpa) - Die irische Rockband U2 hat U-Bahn-Gäste in New York mit einem Konzert überrascht. Die Musiker spielten am Montagabend mehrere Songs in der Station Grand Central, wie US-Medien am Dienstag berichteten. Videos des ungewöhnlichen Gigs verbreiteten sich schnell über Twitter und Instagram. Frontmann Bono (54) ist dabei mit Sonnenbrille und blauem Hut zu sehen, wie er den Song «Angel of Harlem» singt. Begleitet wurde die Gruppe von US-Moderator Jimmy Fallon (40). Der Auftritt soll den Berichten zufolge Teil der «Tonight Show» sein.

Tiger Woods nach Trennung von Lindsey Vonn: «Es war hart» (Foto - aktuell) =

Ponte Vedra Beach (dpa) - Golf-Legende Tiger Woods (39) zeigt sich nach der Trennung von Skistar Lindsey Vonn (30) mitgenommen. «Das trifft mich sehr. Es ist hart für mich», sagte der Sportler am Dienstag vor Journalisten in Ponte Vedra Beach im US-Bundesstaat Florida, wo er sich auf ein Turnier vorbereitet. «Ich habe nicht geschlafen. Die letzten Tage waren brutal», sagte Woods. Woods und Vonn hatten am Sonntag im Internet bekanntgegeben, dass sie sich nach fast drei Jahren getrennt haben. Die Rekord-Weltcup-Siegerin wollte auf einer Pressekonferenz nicht über ihr Privatleben sprechen.

Courteney Cox hat Regie-Arbeit mit Ex-Mann genossen (Foto - Archiv) =

Los Angeles (dpa) - Von der Ex zum Boss: US-Schauspielerin Courteney Cox (50) hat es gefallen, bei ihrem Regiedebüt mit Ex-Ehemann David Arquette (43) zusammenzuarbeiten. «Es ist toll, jemanden zu leiten, den man so gut kennt. Du kennst seine Stärken und Schwächen», sagte der ehemalige Star der Erfolgsserie «Friends» dem Online-Portal «Us Weekly» über den US-Schauspieler. Das Drama «Just Before I Go» ist seit Ende April in den USA zu sehen. «Ich liebe es über alles», sagte die Schauspielerin über ihr Debüt hinter der Kamera. Sie und Arquette waren 14 Jahre lang verheiratet und zusammen in der Gruselfilmreihe «Scream» zu sehen.

«Grüße aus Fukushima» - Doris Dörrie dreht Film in Japan (Foto - Archiv) =

Berlin (dpa) - Nach ihrem Erfolgsfilm «Kirschblüten - Hanami» dreht Regisseurin Doris Dörrie (59) jetzt erneut in Japan. Gerade haben die Dreharbeiten zu «Grüße aus Fukushima» begonnen, wie die Filmagentur Limelight PR am Mittwoch in Berlin mitteilte. In dem Film erzählt Dörrie («Glück», «Erleuchtung garantiert») von der jungen Deutschen Marie (Rosalie Thomass) und der alten Japanerin Satomi (Kaori Momoi. Nach dem Verlust ihrer großen Liebe beschließt Marie, mit der Organisation Clowns4Help in die von der Reaktorkatastrophe betroffene Präfektur Fukushima zu reisen und den Menschen dort zu helfen. Dort trifft Marie die eigenwillige Satomi. Sie ist die letzte Geisha Fukushimas - und sie will auf eigene Faust in ihr zerstörtes Haus in der Sperrzone zurückkehren.

Tanzende Polizistin vom 1. Mai bleibt anonym

Berlin (dpa) - Die tanzende Polizistin vom 1. Mai in Berlin-Kreuzberg, die im Internet für Furore sorgt, soll anonym bleiben. «Wir müssen sie auch etwas vor Interviewanfragen schützen», sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. Die junge Frau, ausgerüstet mit Funkgerät und Pistole, hatte am Nachmittag des 1. Mai in der Menschenmenge erst alleine und dann recht eng mit einem Mann getanzt. Sie forderte die umstehenden Festbesucher zum Mittanzen auf. Ein Video der Szene verbreitete sich rasch im Netz und wurde inzwischen 350 000 Mal aufgerufen. Die meisten Kommentare waren positiv. Von der Polizeiführung sei der spontane Tanz auf dem großen Straßenfest in Kreuzberg aber positiv aufgenommen worden.

Heinz Hoenig steht für guten Zweck am Amboss (Foto - Archiv) =

Friesoythe (dpa) - Schauspieler Heinz Hoenig («Der große Bellheim», «Der Schattenmann») schwingt den Hammer bei einer Benefizaktion. Zusammen mit dem Schmied Alfred Bullermann hat er das Projekt «Schmieden für den Frieden» ins Leben gerufen. Auftakt ist an diesem Freitag in Bullermanns Schmiedeatelier in der niedersächsischen Stadt Friesoythe - an einem historischen Tag: 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Angefertigt werden dort die ersten von etwa 25 Zentimeter langen Nägeln mit einer eingestanzten Friedenstaube am Kopf. «Wir wollen mit der Aktion ein Zeichen gegen Krieg und für Frieden auf der Welt setzen», sagte der 63-Jährige der Deutschen Presse-Agentur.

Bollywood-Superstar Salman Khan wegen Totschlags verurteilt (Foto - Archiv) =

Mumbai (dpa) - Der indische Filmstar Salman Khan (49) ist wegen Totschlags zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Der Bollywood-Superstar soll mit seinem Auto nachts in eine Bäckerei gerast sein und dabei mehrere Obdachlose überfahren haben, die auf dem Bürgersteig davor schliefen. Eines der Opfer starb, vier wurden verletzt. Das Gericht in Mumbai sei anhand der vorliegenden Beweise zu dem Schluss gekommen, dass Khan selbst am Steuer saß, sagte einer der Staatsanwälte am Mittwoch vor dem Gerichtssaal. Der Schauspieler bestritt dies stets. Khan ist einer der bekanntesten und am besten bezahlten Schauspieler Indiens - und eine der großen Macho-Figuren des Bollywood-Kinos.

Britney Spears verlängert nach Bühnensturz ihre Vegas-Show = (Foto - Archiv) =

Las Vegas (dpa) - Die US-Sängerin Britney Spears (33) will nach einem «ziemlich peinlichen» Sturz ihre Bühnenshow in Las Vegas um drei Monate verlängern. Im schwarzen Minikleid und mit einer schwarzen Schiene an ihren linken Knöchel zeigte sich die Pop-Prinzessin am Dienstag in der Ellen DeGeneres-Talkshow. Bei ihrem Sturz vorige Woche habe sie einige Bänder verletzt, aber «die Show muss weitergehen», sagte Spears. Die Sängerin war mitten in einer Tanznummer umgeknickt und zu Boden gefallen. Das sei ihr recht peinlich gewesen, räumte Spears ein. In acht Jahren mit zahlreichen Shows sei ihr so etwas noch nie passiert.

Lady Gaga verteidigt Justin Bieber: «Er hat etwas Süßes» (Foto - aktuell vom 5.5.) =

New York (dpa) - Auch nach zahlreichen Negativ-Schlagzeilen kann Justin Bieber (21) auf prominente Schützenhilfe zählen. «Er hat wirklich etwas Süßes», schrieb Sängerin Lady Gaga (29) auf Instagram über den kanadischen Teeniestar. «Am Ende des Tages ist er der Chef. Und das Leben besteht nicht nur aus Rosen.» Dazu postete die Musikerin ein Selfie von sich und ihrem Kollegen. Bieber war bereits als Kind berühmt geworden. In den vergangenen Jahren geriet er aber vor allem mit seinem Privatleben in die Schlagzeilen: Er wurde im vergangenen Jahr wegen Vandalismus verurteilt. Auch ein internationaler Haftbefehl wurde ausgestellt, weil ein Begleiter Biebers verdächtigt wird, im November 2013 einen Fotografen geschlagen zu haben.

Künftiger 65-jähriger Vierlingsmutter geht es gut (Foto - Archiv) =

Berlin (dpa) - Die ultraspäte Vierlings-Schwangerschaft der 65-jährigen Berlinerin Annegret R. verläuft unerwartet gut. Auch in der 25. Woche ist die alleinerziehende Lehrerin, die bereits 13 Kinder und sieben Enkel hat, noch wohlauf. «Sie wird engmaschig von diversen Ärzten überwacht und die jüngsten Befunde sind überaus erfreulich. Alle Kinder sind sehr gut entwickelt», sagte RTL-Sprecherin Heike Speda. Der Kölner Privatsender hat die Exklusivrechte für die Berichterstattung. Annegret R. hatte sich die aus Eizell- und Samenspenden im Labor gezeugten Embryonen in der Ukraine einpflanzen lassen.

Mi, 2015-05-06 14:09
Berlin (dpa)

BND-Affäre: Generalbundesanwalt will Informationen vom Kanzleramt

Berlin (dpa) - In der BND-Affäre will Generalbundesanwalt Harald Range Informationen vom Bundeskanzleramt. Er habe ein Erkenntnisersuchen ans Kanzleramt gestellt, sagte Range nach Teilnehmerangaben am Mittwoch im Rechtsausschuss des Bundestags. Dabei gehe es um die Listen aussortierter Suchkriterien des US-Geheimdienstes NSA für Datenausspähungen des Bundesnachrichtendienstes (BND). Der BND soll der NSA auch bei Wirtschaftsspionage geholfen haben. Als möglicher Straftatbestand komme staatlich gelenkte Wirtschaftsspionage infrage, sagte Range den Angaben nach. Die oberste deutsche Ermittlungsbehörde prüft den Fall demnach also. Zudem wolle er permanent eine Vertreterin in den NSA-Untersuchungsausschuss des Bundestags schicken, sagte Range den Teilnehmern zufolge.

Die Ausschuss-Vorsitzende Renate Künast (Grüne) begrüßte, «dass der Generalbundesanwalt jetzt Erkenntnissicherungen beim Kanzleramt betreibt». Das Kanzleramt müsse gewährleisten, dass nichts gelöscht oder vernichtet werde.

Zugleich kritisierte Künast Range für sein Agieren gegenüber Foltervorwürfen gegen die USA. «Es mutet kurios an, dass der Generalbundesanwalt im Verfahren wegen Folter und der Herausgabe des ungeschwärzten CIA-Folterberichtes keine offizielle Anforderung stellt, weil er davon ausgeht, dass dies ohnehin abgelehnt würde.» Auch dies war im Rechtsausschuss Thema. 

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

Erschienen in Ausgabe 3.15

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
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Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 5.12

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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"Ich hab's nicht so mit Broteschmieren."

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“

Erschienen in Ausgabe 3.12

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Erschienen in Ausgabe 2.12

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Erschienen in Ausgabe 1.12

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

Erschienen in Ausgabe 6.11

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Immer noch - umweltschädlicher Becher Becher wird künftig vielleicht recycelt. ActiIrreführus - bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

Erschienen in Ausgabe 5.11

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Tödlich.  Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord. Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

Erschienen in Ausgabe 4.11
 

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate "ausgesetzt". Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit "ausgesetzter" Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

Erschienen in Ausgabe 3.11
 

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU.  Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen.  Erpresso Die Leere des Portemonnaies

Erschienen in Ausgabe 2.11
 

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Schaurige Leistung. Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten. Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich. VW Das Böse.

Erschienen in Ausgabe 1.11

 

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Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

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Wir fördern Gier und Pfusch. Statt Alternativen. Seit Jahren basteln wir fleißig an unserem grünen Image. Doch anstatt konsequent auf erneuerbare Energien zu setzen, plündern wir die letzten Ölreserven unseres Planeten – zum Beispiel im Golf von Mexiko. Ohne Skrupel. Ohne Rücksicht auf Verluste. Und ohne Plan B, falls was schiefgeht – wie jetzt. bp big problems

Erschienen in Ausgabe 4.10

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Ohne Garantie: Palmöl und Urwald in Harmonie Terror Activ. Unser neuer Reiniger glänzt mit einem zweifelhaften Siegel. Damit putzen wir alles weg. Sogar den Regenwald.

 

www.regenwald.org/rspo-siegel

Erschienen in Ausgabe 3.10

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