Di, 2015-07-07 14:21
Berlin (dpa)

Leute kompakt

Schweighöfer will Boris Beckers Leben auf die Leinwand bringen (Foto - Archiv) =

Berlin (dpa) - 30 Jahre nach seinem ersten Wimbledon-Sieg soll das sportliche Leben von Tennis-Legende Boris Becker (47) verfilmt werden. Der Schauspieler und Produzent Matthias Schweighöfer (34) sicherte sich mit seiner Produktionsfirma «Pantaleon» die Rechte, wie die «Bild»-Zeitung berichtete. «Boris Becker ist einer der geachtetsten Deutschen weltweit. Wo man hinkommt, kennen und bewundern die Leute Boris Becker», sagte Schweighöfer dem Blatt. «Wir wollen erzählen, wie alles begann - die Entstehungsgeschichte eines Idols.»

Justin Bieber macht Furore mit nacktem Hintern =

Berlin (dpa) - Popstar Justin Bieber (21) sorgt mit einem Nacktfoto im Internet für Furore. Der kanadische Teenie-Schwarm veröffentlichte das Bild, auf dem eine Rückansicht mit bloßem Hintern zu sehen ist, in der Nacht zum Dienstag auf der Foto-Plattform Instagram - und erntete dafür innerhalb weniger Stunden knapp 900 000 Likes und fast 300 000 Kommentare. Der Nackte steht offenbar auf einem Boot und zeigt über ein blaues Meer hinaus auf eine gebirgige Landmasse. «Dreh dich um», schrieb etwa eine Userin. Ein anderer kommentierte: «Zieh dir die verdammte Hose an.»

Trotz Erfolgs mit Album: Straßenmusikerin Elen erhält Platzverweise (Foto - aktuell - Die Meldung lief auch im Ressort Kultur) =

Berlin (dpa) - Die Berliner Straßenmusikerin Elen Wendt ist nach der Veröffentlichung ihres Debütalbums für einen «Indie Award» als bester Newcomer nominiert worden - bei Auftritten auf der Straße wird sie aber bisweilen des Platzes verwiesen. «Das passiert öfter», erzählte die 25-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Seit acht Jahren singt sie regelmäßig für Passanten und spielt dazu Gitarre. Elen darf dabei nach eigener Auffassung auch ihren kleinen Verstärker benutzen. Mitarbeiter des Ordnungsamtes seien jedoch häufig anderer Meinung. «Sie sagen: 'bitte einpacken und gehen', und dann mache ich das und diskutiere nicht lange rum», sagte die junge Frau aus Marzahn. Vom Musikmachen lasse sie sich so allerdings nicht abhalten: «Dann stelle ich mich halt irgendwo anders hin.»

Udo Lindenberg macht sich fit für Stadiontour (Foto - Archiv - Die Meldung lief auch im Ressort Kultur) =

Hamburg (dpa) - Früher floss bei Udo Lindenberg vor Konzerten der Alkohol, heute fließt der Schweiß. «So 'ne Stunde Joggen muss schon sein», sagt der 69-Jährige. Derzeit dreht er seine Runde stets mit etwa 20 Leuten aus seiner Crew um den Maschsee in Hannover. Dorthin hat er seine «Panikzentrale», wie der Rockstar sein Zuhause im Hamburger Hotel «Atlantic» bezeichnet, vorübergehend verlegt - zum Start seiner Stadiontour, die am Donnerstag mit einer großen öffentlichen Generalprobe am Vorabend des Tourauftakts beginnt. «Panikparty» nennt Lindenberg die Shows, die sein Lebenswerk krönen sollen.

«Homeland»-Darsteller plädiert für mehr offene Castings (Foto - aktuell) =

Berlin (dpa) - Der deutsche Darsteller Numan Acar aus der Agentenserie «Homeland» wünscht sich mehr Chancen für unbekanntere Schauspieler in Deutschland. Er sei bei der US-Produktion gelandet, weil er das Casting machen konnte und eine Chance bekommen habe, sagte der Berliner der Deutschen Presse-Agentur. Schauspieler sollten die Möglichkeit erhalten, sich vorzustellen und gesehen zu werden. «Wenn es die nicht gibt, passiert auch nichts. Das vermisse ich in Deutschland: Es sollte viel mehr offene Castings geben. Dadurch könnten auch viel mehr unbekannte Darsteller eine Chance bekommen, auch für größere Rollen vorzusprechen. Nicht nur bekannte Schauspieler sind gute Schauspieler», betonte er.

Warren Buffett spendet 2,8 Milliarden Dollar für wohltätige Zwecke (Die Meldung lief auch im Ressort Wirtschaft) 

Omaha (dpa) - US-Starinvestor Warren Buffett gibt einen weiteren Teil seines Vermögens für den guten Zweck her. Der 84-Jährige spendete 2,8 Milliarden Dollar (2,5 Mrd Euro) in Form von Aktien seiner Investmentholding Berkshire Hathaway, wie aus einer Mitteilung vom Montag (Ortszeit) hervorgeht. Insgesamt 20,64 Millionen sogenannte B-Aktien gingen an gemeinnützige Stiftungen. Die größte Spende erhielt die Stiftung seines Freundes und Microsoft-Gründers Bill Gates und dessen Frau Melinda. Buffett verschenkt regelmäßig große Summen für wohltätige Zwecke. Leisten kann er es sich: Das US-Magazin «Forbes» schätzt sein Vermögen auf 67,2 Milliarden Dollar.

Clooney: «Hatte immer zu viel Angst vor einem Korb» (Foto - Archiv) =

Hamburg (dpa) - George Clooney (54) war nach eigenen Worten alles andere als ein draufgängerischer Junggeselle. «Ich war noch nie der Typ Mann, der eine Frau in der Bar anspricht oder sie zum Tanzen auffordert», sagte der mittlerweile verheiratete Hollywood-Star dem Magazin «Myway». «Ich hatte immer viel zu viel Angst vor einem Korb.» Sein Status als Frauenschwarm sei eher ein Problem als eine Hilfe gewesen: «Es ist schwer zu erklären, aber wie hätte ich mit jemandem zusammen sein können, der ein Poster von mir an der Wand kleben hat oder mich um ein Autogramm bittet? Das kam für mich nicht infrage.»

Michael Bublé wird zum zweiten Mal Vater (Foto - Archiv) =

Los Angeles (dpa) - Der kanadische Jazzsänger Michael Bublé (39, «Home») freut sich auf Nachwuchs. Der Musiker verkündete die Botschaft mit einem kurzen, selbst gedrehten Video, das er am Montag (Ortszeit) auf seiner Facebook-Seite veröffentlichte. Darin fragt er seinen Sohn Noah, wer «da drin» sei. Daraufhin zeigt der Kleine auf den Bauch seiner Mutter und sagt: «Baby». Im Hintergrund läuft Britney Spears' Song «Oops!...I did it again» («Ups, ich habe es wieder getan»). Bublé und seine Frau, die argentinische Schauspielerin Luisana Lopilato (28), wurden vor zwei Jahren zum ersten Mal Eltern.

Niedersachsens Ministerpräsident will öfter «Tatort» mit Furtwängler (Foto - Archiv) =

Hannover (dpa) - Der ARD-«Tatort» sollte nach Ansicht von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (56) häufiger in Niedersachsen gedreht werden. «Ich würde mir wünschen, wenn wir mehr «Tatort»-Folgen mit Hauptkommissarin Charlotte Lindholm hätten», sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Hannover. Nach Angaben des Norddeutschen Rundfunks wird einmal pro Jahr ein «Tatort» mit Maria Furtwängler in der Hauptrolle in der Landeshauptstadt gedreht. Sie ist damit seltener als andere «Tatort»-Kommissare im Einsatz.

Angelina Jolie genießt die Zeit allein im Bad (Foto - Archiv) =

Hamburg (dpa) - US-Schauspielerin Angelina Jolie genießt in ihrer Großfamilie die Zeit allein im Bad. «Ich glaube, jede Mutter kann bestätigen, dass die einzige Zeit, die man für sich selbst hat, ist, wenn man duscht oder ein Schaumbad nimmt. Aber auch dann klopft es meistens an der Badezimmertür und jemand will reinkommen», sagte die 40-Jährige dem Magazin «Myway». Mit ihrem Mann Brad Pitt (51) hat Jolie sechs Kinder, drei davon adoptiert. Auf der Suche nach Entspannung gehe sie als Mutter eben andere Wege: «Ich finde meinen Ausgleich darin, mit meinen Kindern am Boden zu sitzen und Malbücher auszumalen oder mit ihnen auf dem Trampolin zu springen.»

Ältester Mann der Welt stirbt im Alter von 112 Jahren in Japan (Foto - Archiv) =

Tokio (dpa) - Der älteste Mann der Welt ist in Japan im Alter von 112 Jahren gestorben. Sakari Momoi starb am Sonntag in einem Krankenhaus in Tokio, wie japanische Medien am Dienstag unter Berufung auf örtliche Behörden berichteten. Der pensionierte Lehrer für Agrarchemie war im vergangenen Jahr in das Guinness Buch der Rekorde aufgenommen worden. Der weltweit älteste Mensch ist nach Angaben von Guinness die US-Amerikanerin Susannah Mushatt Jones: Die New Yorkerin ist 116 Jahre alt.

Becker: Keine Feier zum Jahrestag des ersten Wimbledonsiegs geplant (Foto - Archiv vom 5.7. - Die Meldung lief auch im Ressort Sport) =

London (dpa) - Boris Becker hat zum 30. Jahrestag seines ersten Wimbledonsieges am Dienstag nach eigenen Worten keine Feier geplant und will sich voll auf seinen Schützling Novak Djokovic konzentrieren. Der serbische Tennis-Weltranglisten-Erste muss sein Achtelfinale gegen den Südafrikaner Kevin Anderson beenden, das am Montag beim Stand von 2:2-Sätzen wegen Dunkelheit abgebrochen wurde. «Außerdem bin ich kein nostalgischer Mensch, der die Vergangenheit zelebriert», sagte Becker der «Bild»-Zeitung (Dienstag-Ausgabe). Becker hatte 1985 im Alter von 17 Jahren seinen ersten von drei Triumphen in London gefeiert und ist nach wie vor der jüngste Wimbledonsieger.

Di, 2015-07-07 14:12
Washington (dpa)

Wie kann der US-Kongress ein iranisches Atomabkommen kippen?

Washington (dpa) - Der US-Kongress hat ein gesetzliches Mitspracherecht zu einem Atomabkommen mit dem Iran. Im Fall einer Einigung muss Präsident Barack Obama den Text des Abkommens an den Kongress übermitteln. Kommt eine Einigung bis Donnerstag (9. Juli) zustande, hat der Kongress 30 Tage Zeit, um es zu überprüfen. Zwischen dem 10. Juli und dem 7. September steigt diese Frist wegen der vielen Pausen und sitzungsfreien Wochen in den Sommermonaten auf 60 Tage. Anschließend sinkt die Frist wieder auf 30 Tage.

Während der Überprüfungsfrist darf Obama keine Sanktionen gegen den Iran aussetzen, aufheben oder verringern. Deren Aufhebung ist ein wichtiges Versprechen, um Teheran am Verhandlungstisch zu halten. Spricht sich der Kongress mit einer entsprechenden Resolution gegen ein mit dem Iran erzieltes Abkommen aus, wird die internationale Vereinbarung mit Teheran zwar nicht ungültig. Faktisch sind die Verhandlungen dann aber dennoch geplatzt, da Obama die Strafmaßnahmen auch weiterhin nicht lockern und damit eine Kernzusage gegenüber den Iranern nicht einhalten könnte.

Obama könnte einen solchen Schritt des Kongresses innerhalb von zehn Tagen mit einem Veto zurückweisen. In diesem Fall wäre innerhalb weiterer zehn Tage eine Zweidrittelmehrheit in Abgeordnetenhaus und Senat nötig, um das Veto zu übergehen, was als kaum erreichbar gilt.

Wird das Atomabkommen - auf welchem Weg auch immer - angenommen, muss Obama dem Kongress alle 90 Tage bescheinigen, dass der Iran keine Terrororganisationen unterstützt. Sonst dürfte der Kongress schnell neue Sanktionen erlassen. Der Iran gilt für das US-Außenministerium aber als Sponsor der Terrorgruppen Hamas und Hisbollah.

Di, 2015-07-07 14:30
Tunis (dpa)

1000 Verhaftungen im Anti-Terror-Kampf - Tunis hofft auf mehr Hilfe

Nach zwei Anschlägen auf Urlauber mit rund 60 Toten greift Tunesiens Regierung durch: 1000 Menschen wurden festgenommen, 120 stehen unter Terrorverdacht. Aus den USA und Europa erhofft sie sich Hilfe.

Tunis (dpa) - Mit Massenfestnahmen, Razzien und mehr Polizei in Urlaubsgebieten will die tunesische Regierung nach den bislang blutigsten Anschlägen auf Touristen die Sicherheit wiederherstellen. Seit März nahmen die Behörden mehr als 1000 Menschen fest, wie der für die Beziehungen mit den Verfassungsorganen und der Zivilgesellschaft zuständige Minister Kamel Jendoubi am Dienstag in Tunis sagte.

Nach dem bewaffneten Überfall auf das berühmte Bardo-Museum in der Hauptstadt mit mehr als 20 Toten habe es fast 8000 Hausdurchsuchungen gegeben. 120 der Festgenommenen stünden unter Terrorismusverdacht. Seit dem tödlichen Angriff auf ein Touristenhotel im südlichen Badeort Sousse seien acht Verdächtige festgenommen worden.

Ein tunesischer Student hatte vor eineinhalb Wochen in einem Hotel im Badeort Sousse 38 Menschen erschossen, bevor er selbst getötet wurde. Die meisten Opfer waren Briten, zwei Deutsche kamen ebenfalls ums Leben. Es war bereits das zweite Mal, dass mutmaßliche islamische Extremisten in diesem Jahr einen tödlichen Angriff auf Touristen verübten. Bei der Attacke am 18. März auf das Bardo-Museum hatten Bewaffnete ebenfalls überwiegend ausländische Urlauber erschossen.

Um Touristen künftig besser zu schützen, hat die Regierung nach eigenen Angaben nun 600 zusätzliche Sicherheitskräfte bei der Küstenwache im Einsatz sowie weitere 1400 in Hotelanlagen und touristischen Gebieten. Wegen des «Versagens» der Sicherheitskräfte bei dem Anschlag in Sousse wurden demnach der Gouverneur sowie hochrangige Polizeifunktionäre sowohl in Sousse als auch in der Stadt Kairouan entlassen. In der Ortschaft, in der islamistische Kräfte stark sind, hatte der Attentäter, der nach ersten Erkenntnissen in Libyen an der Waffe ausgebildet worden ist, gewohnt.

Am Samstag hatte Präsident Béji Caïd Essebsi für 30 Tage den Ausnahmezustand über das Land verhängt. In der neuen Verfassung ist diese Möglichkeit bei großer Gefahr zwar vorgesehen, es gibt jedoch noch kein Gesetz, das die genaue Umsetzung regelt. Die Regierung greift daher auf ein Dekret von 1978 zurück, das unter gewissen Umständen auch Ausgangssperren möglich macht, Streikverbote und Hausdurchsuchungen erleichtert. Da ein Verfassungsgericht erst in diesem Jahr entstehen soll, wird laut Regierung das Verwaltungsgericht mit der Prüfung der verhängten Maßnahmen beauftragt.

Im Kampf gegen Terroristen hofft die Regierung auf weitere Hilfe aus dem Ausland vor allem beim Grenzschutz. Bis Ende 2016 soll Tunesien aus den USA acht Black-Hawk-Hubschrauber bekommen, die erste Charge von insgesamt zwölf, die das Land bestellt hat. Tunis strebt nun an, dass Lieferungen von technischen Hilfsmitteln zur Kontrolle der Grenze zum Krisenland Libyen, wo Milizen und schwer bewaffnete Dschihadisten aktiv sind, beschleunigt werden können.

In Tunesien wurde 2011 der autoritäre Langzeitmachthaber Zine el Abidine Ben Ali gestürzt. Seitdem schaffte das Land den Übergang in die Demokratie. Doch durch die Unruhen in der Region nehmen islamistische Übergriffe immer weiter zu. Vom Tourismus sind in dem Land mit elf Millionen Einwohnern etwa 400 000 Menschen abhängig.

À la Saison

Königliche Karotte

(Daucus carota subsp. sativus)
Viele Kinder glauben ja, dass Kühe lila sind und Möhren orange. Stimmt aber nicht. Wie ein ehedem unscheinbares Wurzelgemüse zu seinem knalligen Äußeren kam, erzählen wir hier.


 

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Früher war mehr Natur! Alles wuchs wild und frei, wie der Genpool es vorgesehen hatte. Es gab keine Bayers, Syngentas und Monsantos, die Ferkel oder Brokkoli patentieren ließen. Und Kinder glaubten noch nicht, dass Kühe lila sind. So weit, so wahr. Allerdings dachten Kinder auch zu Großmutters Zeiten schon, Möhren seien orange. Ein Irrtum! Karotten gibt es auch in den Farben weiß, gelb, rot und violett,
wie wir vom Wochenmarkt wissen, seit alte Sorten wieder modern sind.

Wilde Vorfahren der Gartenmöhre wurden möglicherweise schon vor 5000 Jahren in Asien kultiviert. Manche Forscher vermuten den Ursprung in Afghanistan, dem Iran, Irak oder Anatolien. Über Spanien und Italien soll die Doldenblütlerin nach Mittel- und Westeuropa gelangt sein. Eine Möhre in Orange wird erstmals 1721 schriftlich erwähnt – und zwar von niederländischen Gartenbauern, die große Karottenzüchter waren. In den Sandböden ihrer Heimat liegen die Wurzeln der orangen Rübe, die von gelben Sorten abstammen soll. Der Legende nach experimentierten königstreue Gärtner aus politischen Gründen mit der Farbskala: Sie wollten Wilhelm von Oranien (französisch: orange, niederländisch: oranje) für den Unabhängigkeitskampf gegen Spanien danken.

Bewiesen ist das ebenso wenig wie die Geschichte, dass Niederländer im Zweiten Weltkrieg zum Ehrentag der Königin mit royalen Rüben um die Häuser zogen. Vermutlich wäre es keinem Besatzer aufgefallen. Schließlich hatten die niederländischen Sorten „Horn“ und „Long Orange“ schon Jahrhunderte zuvor die Rübenzucht der Deutschen unterwandert. Der Name der Möhre geht auf althochdeutsche und slawische Ausdrücke für Wurzel zurück. Mit mehr als 600.000 Tonnen Erntemenge im Jahr ist sie in Deutschland Volksgemüse. Gut so. Denn sie ist die wichtigste heimische Karotinquelle. Der Farbstoff sorgt für einen gesunden Hautton, der Sonnencremes jedoch keineswegs überflüssig macht. Aus Beta-Karotin stellt der Körper Vitamin A her, das für das Sehvermögen wichtig ist. Außerdem enthalten Mohrrüben viele B-Vitamine, Vitamin C, Kalium, Kalzium und Eisen. Sie sind gut für das Immunsystem, wirken harntreibend und blutreinigend. Ihren milden Geschmack verdanken sie ihrem für ein Gemüse recht hohen Zuckergehalt, ätherischen Ölen und Fruchtsäuren.

Die zarten Möhrchen, die jetzt vom Feld kommen, haben eine so dünne Haut, dass man sie nicht schälen muss und roh knabbern kann. Der Körper kann Karotinoide allerdings besser verwerten, wenn Mohrrüben mit etwas Fett gegart werden. Sie sind eine der süßen, erdigen Grundlagen feiner Schmorküche und helfen, schwere Rotweinsoßen zu verfeinern. Die meisten Kinder lieben Möhrengemüse. Erwachsenen ist die Zuckerwurzel solo oft zu monoton.

„Karotten schätzen es, wenn man sie mit Familienmitgliedern zusammenbringt“, empfiehlt der britische Koch Nigel Slater – also mit anderen Doldenblütlern wie Kerbel, Koriander, Kreuzkümmel, Petersilie und Dill. Konsequent als Süßspeise behandeln die Schweizer Rübchen, wenn sie daraus schwere Torten (Rüeblichueche) zaubern – in der Tradition der Römer, die eine carota ebenfalls gerne mal als Dessert verzehrten.

Carota heißt „die Gebrannte“ und deutet auf ein ursprünglich feuerrotes Äußeres hin. Allerdings waren einige der in Asien kultivierten Karotten auch schon blau-blütig, bevor sie auf Holländer trafen, genauer gesagt – lila. Liebe Kinder, die Schokoladenonkels haben sich in der Spezies geirrt. Nicht die Kühe sind lila: It’s the carrot, stupid!

Neu frisch vom Feld gibt's die Karotte ab Juni, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

 

À la Saison

Schlangenmordende Schwarzwurzel

(Scorzonera hispanica)
Die Schwarzwurzel hieß noch im 17. Jahrhundert „Schlangenmord“ oder „Vipergras“. Tatsächlich ist sie eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel

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„Die Wurtzel“ sei „fleischig, saftig und voll Milch“ sowie „süß von Geschmacke, wann sie gesotten worden“, schrieb der französische Chemiker und Arzt Nicolas Lémery 1698 in ein Lexikon. Den Zeitgenossen mochte das gewagt erscheinen. War die Schwarzwurzel doch erst seit kurzem etwas zu Essen. Im Deutschen trug das neue Gemüse die Beinamen „Schlangenmord“ und „Vipergras“, die eher nach Hexenkessel als nach Eintopf klangen.

Schuld war der italienische Botaniker und Mediziner Pietro Andrea Mattioli, der die antike Heilpflanze 1544 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Der kaiserliche Leibarzt verwandte die Wurzel des Korbblütlers nicht nur gegen Wundfieber und Knochenbrüche, sondern auch „wider den Natterbiß“. Er taufte sie Scorzonera hispanica nach ihrem Herkunftsland Spanien und dem Namen einer schwarzen Giftschlange. Außerdem setzte er das Gewächs auch „wider die fallende Seuche, zu den Pocken und für die Pest“ ein, wie Lémery 150 Jahre
später notierte. Sie ist, kurzum, eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel.

„Proletenspargel“ oder „Spargel des armen Mannes“ heißt Mattiolis Zaubergemüse im Volksmund heute. Eine Delikatesse, die hierzulande – außer in Bayern – kaum groß--flächig angebaut wird. Wir importieren sie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, wo man offenbar weiß, was gut ist. In Wahrheit ist der im Inneren elfenbeinfarbene „Winterspargel“ dem Original überlegen, nicht nur was seine Länge von bis zu einem halben Meter angeht. Die kalzium-, eisen-, magnesium- und vitaminreiche Schwarzwurzel gibt es nicht nur mitten in der kalten Jahreszeit, sie ist auch robust, lagerfähig und wird nicht holzig.

Es ist richtig, dass ihre korkige Rinde beim Schälen ohne Handschuhe hässliche Flecken von großer Haltbarkeit in die Haut gerbt. Und es stimmt, dass ihr milchiger Saft klebt wie Pattex, wenn man sie – Tipp aus dem Kochbuch – erst nach dem Garen häutet. Und damit sie nicht braun anläuft, gehören etwas Zitrone und Milch ins Kochwasser. Ja, die Zubereitung der Scorzonera ist eine Zumutung. Genau das macht sie zur „alten Sorte“ und – einige Jahre nach ihrer nordamerikanischen Schwester Topinambur – zur zumindest unter Spitzenköchen wiederentdeckten Rarität.

Sei es, dass der Kopenhagener René Redzepi sie im Restaurant Noma mit Gotland-Trüffeln als Hors d’œuvre anrichtet, der spanische Molekularkoch Ferran Adrià sie zu Steinbutt serviert oder in einem Berner Grandhotel das Steak auf „seinem Bett von Schwarzwurzelragout“ kommt – sie harmoniert. Anders als der geltungssüchtige Spargel kann, aber muss sie kein Solo auf dem Teller spielen. Ganz gleich ob die Sorte „Hoffmanns Schwarzer Pfahl“, „Schwarzer Peter“ oder „Russischer Riese“ heißt – in der Schwarzwurzel verbindet sich das Beste (unbittere) des Spargels mit zarten Nussaromen und winterlicher Erdigkeit. Besonders gut schmeckt sie zu zerlassener Butter und gerösteten Semmelbröseln. Aber auch mit Béchamelsoße oder im Soufflé und selbst roh in den Salat geraspelt ist sie ein Genuss.

In Sachen Pest hat Mattioli die Wunderwurzel aber zweifellos überschätzt. Der Gelehrte starb 1577 am „Schwarzen Tod“ – und das vermutlich nicht, weil gerade keine Schwarzwurzel zur Hand war.

Neu frisch vom Feld gibt's die Schwarzwurzel ab Oktober, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Krautiger Kohlrabi

(Brassica oleracea var. gongylodes)
Ob das deutscheste aller Gemüse wirklich aus Deutschland kommt, liegt – ehrlich gesagt – im Dunkeln. Erfahren Sie mehr über dieses und weitere Geheimnisse aus der Kulturgeschichte des Kohlrabi.

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Es ist ein Irrtum, dass es sich beim deutschesten aller Gemüse um Weißkohl alias Sauerkraut handelt. Zwar hat die vergorene Spezialität den Deutschen in England den Spottnamen Krauts eingetragen, aber fragen Sie mal einen Russen, Ungarn, Japaner, Niederländer, Dänen, Schweden, Franzosen oder Briten, was Kohlrabi in seiner Sprache heißt. Die Antwort mag ka, karalábé, koolrabi, kaalrabi, kålrabbi, colrave oder kohlrabi lauten, phonetisch ist das Ergebnis das gleiche: Die Welt spricht Kohlrabi. Krautiger wird’s nimmer.

Ist es Begeisterung über den süßen, leicht nussigen, dezenten Kohlgeschmack, die Menschen zwischen Washington und Tokio veranlasst, die komisch klingende Knolle im Munde zu führen? Mitnichten. Nur das Wort, nicht das Gemüse kommt ihnen über die Lippen. Kohlrabi ist so deutsch, dass vor allem die Deutschen ihn essen. 40.000 Tonnen im Jahr wachsen hier, und weil das noch zu wenig ist, bauen auch die Niederlande, Polen und Frankreich den Kreuzblütler an – für den Export.

Im Gegensatz zu Weiß- oder Blumenkohl, bei denen Blätter oder Blütenstand verzehrt werden, verdickt sich beim Kohlrabi der untere Teil der oberirdischen Sprossachse und liegt grünweiß oder blauviolett auf der Erdkrume. Innen sind alle Kohlrabis hell. Die größte Sorte heißt „Superschmelz“ und kann – ohne holzig zu werden – zur Größe eines Kohlkopfs anwachsen. Und der einzige Speck, der auch Vegetariern schmeckt, dürfte „Blauer Speck“ sein.

In Wirklichkeit enthält Kohlrabi neben viel Wasser, etwas Zucker und Eiweiß nur 0,1 Prozent Fett. In Deutschland wurde die Knolle im 16. Jahrhundert erstmals erwähnt. Sie war ein Star der Barockküche – beispielsweise in Leipzig, wo sie dem Allerlei den letzten Schliff gab. Das Original hat übrigens nichts mit Erbsen-Möhren-Spargel-Dosenmatsch zu tun, sondern ist ein knackiger Genuss, der – serviert mit heller Soße und luftigen Semmelklößchen – auch Blumenkohl, Morcheln und Flusskrebsschwänze vereint.

Ein Festmahl, das noch nicht ganz vergessen war, als Kurt Tucholskys Alter Ego Peter Panter sich 1928 in einem Speiselokal über breiiges Gemüse beschwerte und die Bedienung antwortete: „Da müssen Sie mal zu meiner Mutter kommen, Herr Panter, die kocht Ihnen ein Leipziger Allerlei ...“ – „Liebe gnädige Frau, es ist so nett von Ihnen ... Aber alle Leute können doch nicht bei Ihrer Mama essen!“

Kohlrabi passt gut zu Rahmsoßen, die auch mal mit Safran oder Chili gewürzt sein dürfen. Am besten gart man ihn im Ganzen und schält und teilt ihn hinterher, damit Aroma und Nährstoffe besser erhalten bleiben: Selen, Senföle und viel Vitamin C stärken das Immunsystem. Roh harmoniert Kohlrabi mit Nüssen, Ziegenkäse, Lachs und Äpfeln. Sein Kraut gehört nicht in den Kompost, denn es enthält viele Mineralien, Karotin, B-Vitamine und Eiweiß. Die zarten Herzblätter schmecken gut in Salat und Suppe oder als Hauptgericht: In Südeuropa bereitet man aus ihrem Grün vegetarische Rouladen oder „Spinat“ zu.

Südeuropa?! Ob das vermeintlich deutsche Gemüse auch aus der Region stammt, in der es so gerne verspeist wird, liegt – um ehrlich zu sein – im Dunkeln. Es könnte genausogut ein Nachfahre des pompejanischen Kohls sein, den der Römer Plinius kurz nach der Zeitenwende beschrieb. Grimms Wörterbuch vermerkte im 19.Jahrhundert, der Begriff Kohlrabi sei „merkwürdig durch seine Gestalt, halb deutsch halb italienisch“. Klar ist: Italien spricht nicht kohlrabisch. Der inoffizielle Kulturbotschafter der Krauts heißt dort cavolo rapa, Kohlrübe.

Neu frisch aus dem Gewächshaus gibt's Kohlrabi ab April, frisch vom Feld im Mai.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen


In jeder Ausagebe des Greenpeace Magazins berichten wir über die Kulturgeschichte von Obst und Gemüse. Unsere neue Ausgabe erhalten Sie am Bahnhofskiosk, in unserem Warenhaus und für nur 33,50€ im Jahresabo

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Di, 2015-07-07 14:37
Moskau/Minsk (dpa)

Kreml: Lage in der Ostukraine weiter instabil - Gespräche in Minsk

Moskau/Minsk (dpa) - Im Ukraine-Konflikt hat der Kreml mit großer Beunruhigung auf wiederholte Verstöße gegen die vereinbarte Waffenruhe reagiert. Von einer Stabilisierung der Lage im Donbass könne leider keine Rede sein, sagte Sprecher Dmitri Peskow am Dienstag der Agentur Interfax zufolge in Moskau. Täglich komme es in der Unruheregion zu Schusswechseln und Angriffen auf Wohngebiete.

«Die Umsetzung des Friedensabkommens von Minsk stockt - und das ist die größte Gefahr», sagte Peskow. Die ukrainische Führung und die prorussischen Separatisten hatten in der weißrussischen Hauptstadt Minsk am 12. Februar unter anderem eine Feuerpause vereinbart.

Die Aufständischen warfen den Regierungseinheiten den erneuten Beschuss von Wohngebiet vor. Dabei seien in Swobodne im Raum Donezk ein Mann und seine Mutter getötet und ein 14-jähriges Mädchen verletzt worden. Unabhängige Bestätigungen lagen zunächst nicht vor. Die Armee sprach von mindestens drei Verletzten in ihren Reihen.

In Minsk traf sich die Kontaktgruppe mit Vertretern der Ukraine, Russlands und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) zu Gesprächen. Arbeitsgruppen sollten vor allem humanitäre und wirtschaftliche Fragen des Konfliktgebiets erörtern.

Di, 2015-07-07 14:15
Offenbach (dpa)

Unwetter vertreiben Hitze - Temperatursturz erwartet

Der Sommer fährt Achterbahn: Das Thermometer geht um mehr als zehn Grad rauf und runter, heftige Gewitter am Tag, ein kühler Wind in der Nacht - aber am Wochenende kommt das Schwimmbadwetter zurück.

Offenbach (dpa) - Mit Blitz und Donner verabschiedet sich die Hitzewelle aus Deutschland. Schon am Dienstagnachmittag krachte es: «Mit Pauken und Trompeten ziehen Schauer und Gewitter von West nach Ost übers Land und sorgen mit Sturmböen, Hagel und Starkregen für viel Turbulenz in der Gewitterküche», sagte Magdalena Bertelmann von der Wettervorhersagezentrale des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach am Dienstag.

Die Folge ist ein Temperatursturz um teils mehr als zehn Grad: Während am Dienstag im Südwesten noch bis zu 37 Grad möglich waren, soll das Thermometer am Mittwoch nur noch auf durchschnittlich 20 Grad steigen. Nur vereinzelt sind bis zu 25 Grad drin. Am Donnerstag wird es sogar noch ein Stückchen kühler: 16 Grad an der See, 20 Grad im Ruhrgebiet, 23 Grad in Frankfurt und München.

Die Gewitter fallen im Laufe der Woche laut Vorhersage längst nicht mehr so stark aus und beschränken sich auf den Nordwesten und den Alpenrand. In der Nacht zum Freitag sollte man beim Draußensitzen ein Jäckchen dabei haben, sagt der DWD. Bei Tiefstwerten zwischen 13 und 6 Grad ist von Tropennächten keine Spur mehr.

Das dürfte auch sommerliche Probleme ganz anderer Art lösen: Eine Schule in Baden-Württemberg hatte sich bereits Strategien gegen allzu offenherzige Kleidung wie knappe Hotpants und bauchfreie Shirts bei den Schülerinnen überlegt. Die Gefahr von Blow-ups auf den Autobahnen geht mit rückläufigen Temperaturen ebenfalls wieder zurückgehen. Die Aufplatzungen drohen laut dem ADAC vor allem auf älteren Betonfahrbahnen aus den 70er und 80er Jahren bei Temperaturen um 30 Grad und höher.

«Pünktlich zum Wochenende geht es aber auch schon wieder aufwärts», sagte Bertelmann: Sonne, blauer Himmel, Temperaturen bis 27 Grad. «Nach einer kurzen Abkühlung und Zeit zum Durchlüften und Durchatmen kehrt der Sommer also wieder zurück.»

Di, 2015-07-07 14:15
Kabul (dpa)

Drei Selbstmordattentäter greifen afghanischen Geheimdienst an

Kabul (dpa) - Drei Selbstmordattentäter haben den afghanischen Geheimdienst in der Hauptstadt Kabul angegriffen. Einer der Attentäter habe sich am Dienstag vor dem Gebäude in die Luft gesprengt und einen Soldaten mit in den Tod gerissen, teilte das Innenministerium mit. Sicherheitskräfte hätten die beiden anderen Attentäter erschossen, bevor diese ihre Sprengsätze zünden konnten. Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag.

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Di, 2015-07-07 14:54
London (dpa)

London gedenkt der Opfer des U-Bahn-Terrors von 2005

Knapp vier Jahre nach dem 11. September in den USA erlebte auch London sein Terror-Drama. Selbstmordattentäter sprengten sich in U-Bahnen und einem Doppeldecker-Bus in die Luft. Zehn Jahre danach gedenkt London seiner Toten.

London (dpa) - Mit Gottesdiensten, Kranzniederlegungen und Schweigeminuten hat Großbritannien am Dienstag der Opfer der Selbstmordanschläge auf U-Bahnen und Busse in London vor zehn Jahren gedacht. Am 7. Juli 2005 hatten vier Selbstmordattentäter in der morgendlichen Stoßzeit mehrere Sprengsätze gezündet und 52 Menschen in den Tod gerissen.

Mehr als 700 Menschen trugen zum Teil schwerste Verletzungen davon. Die Attentäter, die die Bomben in Rucksäcken trugen und sich auch selbst in die Luft sprengten, wurden später von den Sicherheitsbehörden dem Umfeld des Terrornetzwerkes Al-Kaida zugeordnet. Es war eine der Aufsehen erregendsten Terrorattacken nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in den Vereinigten Staaten.

«Zehn Jahre mögen vergangen sein, aber unsere Erinnerung ist frisch», schrieb Londons Bürgermeister Boris Johnson auf eine Kondolenzkarte. «Heute kommt das Land zusammen, um der Opfer eines der tödlichsten Terroranschläge zu gedenken», sagte Cameron bei einer Kranzniederlegung am Denkmal für die Opfer im Hyde Park. Am Nachmittag wollte sich Prinz William mit Überlebenden treffen.

«Die Bedrohung durch den Terrorismus ist genauso real wie sie tödlich ist», sagte Cameron mit Blick auf den jüngsten Anschlag auf Touristen in Tunesien. Nahe der Stadt Sousse waren 30 Briten unter den 38 getöteten Urlaubern.

Anlässlich des Jahrestages hatten sich auch zahlreiche religionsübergreifende Initiativen aus Christen, Juden und Muslimen gebildet, die der Opfer gedachten und jegliche Anwendung terroristischer Gewalt verurteilten. Die Religionen seien vereint, «in dem Entschluss, das Übel des Terrorismus zu überwinden», sagte der anglikanische Bischof von London, Richard Chartres.

Viele Londoner legten an den betroffenen U-Bahnstationen Aldgate, Edgeware Road und Russel's Square Blumen nieder oder versammelten sich zu Schweigeminuten.

Die Attentäter stammten aus dem nordenglischen Leeds und hatten pakistanische Wurzeln. Sie hatten sich zuvor in der Stadt Luton nördlich von London aufgehalten, wo sich damals ein Teil der islamistischen Szene Großbritanniens getroffen hatte.

Di, 2015-07-07 14:01
Greifswald (dpa)

Greifswalder Kernfusionsanlage soll noch 2015 erstes Plasma erzeugen Von Martina Rathke, dpa

Noch in diesem Jahr will das Max-Planck-Institut in Greifswald in der Kernfusionsanlage «Wendelstein 7-X» erstes Plasma erzeugen. Die Magnetspulen, lange Problemkind der Anlage, haben die Funktionstests gemeistert.

Greifswald (dpa) - Die Erzeugung des ersten Fusionsplasmas im Greifswalder Kernfusionsexperiment «Wendelstein 7-X» rückt näher. Die Tests der 70 Magnete, einer Schlüsselkomponente in der Fusionsanlage, seien erfolgreich abgeschlossen, teilte das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik am Dienstag in Greifswald mit. Noch in diesem Jahr soll in der Anlage, deren Inbetriebnahme sich immer wieder verzögert hatte, das erste Plasma erzeugt werden.

«Wendelstein 7-X» - Institutsangaben zufolge nach Fertigstellung die weltweit größte Fusionsanlage vom Typ Stellarator - soll noch keine Energie erzeugen, aber die Kraftwerkseignung untersuchen. «Die Anlage soll die wesentliche Eigenschaft dieses Fusionstyps zum Dauerbetrieb demonstrieren», sagte Sprecherin Isabella Milch. Im französischen Cadarache entsteht mit ITER die erste Demonstrationsanlage vom Typ Tokamak, der nur «gepulst» betrieben werden kann - das heißt, er muss zwischenzeitlich immer wieder neu gestartet werden.

In Kernfusionskraftwerken soll später - so die Erwartung der Forscher - analog zu den Prozessen auf der Sonne durch die Verschmelzung von Atomkernen Energie klima- und umweltfreundlich erzeugt werden. Wann die Technologie tatsächlich kraftwerksreif sein wird, ist bislang offen.

Vor einem Jahr hatten die Forscher mit der Betriebsvorbereitung der Greifswalder Anlage begonnen und die Komponenten der rund 725 Tonnen schweren Maschine geprüft. Mehrere Tests wie auch die Betriebsgenehmigung stünden nun noch aus. Zum einen muss ein «Ultrahoch-Vakuum» im Magnetkäfig erzeugt werden, wie Sprecherin Isabella Milch sagte. Die Techniker hatten anfangs mehrere kleinere Lecks entdeckt, die nun geschlossen und geprüft werden. Zudem müsse nach dem erfolgreichen Test der supraleitenden Magnetspulen das magnetische Feld ausgemessen werden, in dem später das bis zu 100 Millionen Grad heiße Plasma berührungsfrei schweben soll.  

Vor allem Probleme beim Bau der kompliziert gewundenen, je 3,50 Meter hohen Magnetspulen hatten das Projekt um Jahre zurückgeworfen. Die Gesamtkosten für das Greifswalder Fusionsexperiment, das aus dem Euroatom-Programm der EU, vom Bund und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert wird, hatten sich wegen der längeren Bauzeit von rund 500 Millionen auf über eine Milliarde Euro mehr als verdoppelt. Kritik an der Fusionsforschung kommt vor allem von den Grünen und Umweltverbänden. Sie sehen in ihr ein Hemmnis der Energiewende. Zudem hatten sie Zweifel an der Sicherheit der Anlage, die durch ein von der Genehmigungsbehörde beauftragtes TÜV-Gutachten ausgeräumt wurden.

Bei den ersten Plasmatests in Greifswald soll - vollkommen radioaktivfrei - zunächst mit normalem Wasserstoff gearbeitet werden. Frühestens ab 2017 soll älteren Angaben zufolge Deuterium (schwerer Wasserstoff) eingesetzt werden. Bei diesen Tests, bei denen ein kleiner Teil der Kerne verschmilzt, werden geringe Mengen Radioaktivität frei. Anders als bei der Kernspaltung in Atomkraftwerken ist bei der Fusion jedoch keine verheerende Kettenreaktion möglich. 

Nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Soziales als zuständiger Genehmigungsbehörde wird eine Betriebsgenehmigung erteilt, wenn die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen nachgewiesen ist. Nach derzeitigem Stand sei dies bis Ende 2015 zu erwarten, sagte eine Sprecherin des Landesamtes.

Di, 2015-07-07 14:28
München (dpa)

NSU-Prozess: Neuer Anwalt hellt Zschäpes Laune sichtlich auf Von Christoph Lemmer und Christoph Trost, dpa

Auf der Anklagebank im NSU-Prozess wird es eng: Am Dienstag nimmt dort erstmals ein vierter Pflichtverteidiger Platz, der offenkundig das Vertrauen von Beate Zschäpe genießt. Vor allem in einer kurzen Unterbrechung erlebt man die Hauptangeklagte redselig wie nie.

München (dpa) - Beate Zschäpe redet und redet und redet, sie hört gar nicht mehr auf. Sie lächelt immer wieder, sie gestikuliert wie wild mit den Händen, sie zieht die Augenbrauen hoch, schmunzelt. Und wenn sie einmal kurz nichts sagt, dann schaut sie ihrem neuen Anwalt Mathias Grasel - so wirkt es zumindest von der Zuschauertribüne - tief in die Augen. Kurzum: Derart gut gelaunt hat man die mutmaßliche Neonazi-Terroristin im Münchner Oberlandesgericht noch nie erlebt.

Dieser 216. Verhandlungstag bedeutet einen Einschnitt im Münchner NSU-Prozess. Denn erstmals nehmen neben Zschäpe nicht nur ihre drei bisherigen Anwälte Wolfgang Heer, Wolfgang Stahl und Anja Sturm Platz, sondern auch Grasel als vierter Pflichtverteidiger.

Es wird deshalb eng auf der Anklagebank, noch bevor die Angeklagte selber erscheint. Ein Justizbeamter trägt einen weiteren Stuhl herbei. Die vier Anwälte räumen Taschen und Roben hin und her. Am Ende sitzen Heer, Sturm und Stahl auf den drei Plätzen ganz links auf der Bank. Der Stuhl rechts von ihnen bleibt zunächst leer. Daneben nimmt Grasel Platz.

Als Zschäpe hereinkommt, drückt sie sich hinter ihren alten Anwälten vorbei auf den leeren Platz neben Grasel. Allein ihn begrüßt sie, und das nicht nur gemessen höflich, sondern freundlich lächelnd. Allein mit ihm spricht sie dann auch. Heer, Stahl und Sturm ignoriert sie, wie so oft in der letzten Zeit. Das, so sagen Prozessbeteiligte, sei natürlich auch dem Gericht aufgefallen, das ohnehin gerade erst Zschäpes Antrag auf Abberufung Sturms und vor einem Jahr die Entpflichtung aller drei Anwälte abgelehnt hatte.

Wohl deshalb hat der Senat auch auf eigene Initiative den vierten Zschäpe-Verteidiger installiert. Zschäpe selber hatte ihn gar nicht beantragt. Widerspruch gegen Grasels Berufung gab es auch hinter den Kulissen nicht, wie aus Kreisen von Prozessbeteiligten zu hören ist. Bundesanwalt Herbert Diemer lobt das Gericht sogar und spricht von einer richtigen Entscheidung zur «Sicherung des Verfahrens».

Warum aber ausgerechnet Mathias Grasel, der mit 30 Jahren noch sehr jung ist und bisher kein einziges großes Strafverfahren durchgefochten hat? Grasel selber will nicht verraten, wie er den Kontakt zu Zschäpe fand. Allerdings ist zu hören, dass er und einer seiner Büropartner in der Justizvollzugsanstalt Stadelheim immer wieder Kontakt zu Strafgefangenen gesucht hätten und dabei auf Zschäpe gestoßen seien. Grasel gibt immerhin preis, dass er schon seit einigen Wochen auch Kontakt zum Gericht hält und mit Mitgliedern des Senats telefoniert habe.

An seinem ersten Tag wirkt der Neue zwar noch ein bisschen nervös, bang ist ihm nach seinen eigenen Worten aber nicht: «Ich denke, mit Unterstützung des Senats und der bisherigen Kollegen lässt sich das bewerkstelligen.» Und einen ersten Erfolg kann er einheimsen: Das Gericht unterbricht den Prozess. Zwar nicht, wie von ihm beantragt, für gleich drei Wochen, sondern nur für eine und stückweise noch zwei weitere Verhandlungstage. An denen, so sagt es Götzl in seiner Begründung, könnten sich die nunmehr vier Verteidiger untereinander und mit Beate Zschäpe besprechen.

Das müssen sie wohl auch. Noch will Grasel nichts dazu sagen, wie es mit der neuen Besetzung im NSU-Prozess weitergehen wird, «weil da noch die Rücksprache mit den anderen drei nicht so weit fortgeschritten ist, um das beurteilen zu können».

Klar scheint aber eines zu sein: Zschäpe wird wohl auch mit ihrem neuen Anwalt jedenfalls fürs erste nichts über die Morde und die anderen Straftaten aussagen, die ihr vorgeworfen werden. Grasel: «Zum jetzigen Zeitpunkt ist alles andere außer Schweigen keine Option.»

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Drohnen als Förster

Unbemannte Flugkörper sollen pro Jahr weltweit eine Milliarde Bäume pflanzen

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Jährlich werden auf der Erde rund 26 Milliarden Bäume gefällt. Der ehemalige Nasa-Ingenieur Lauren Fletcher nimmt den Kampf gegen die globale Entwaldung auf. Um den Schwund wettzumachen, entwickelte seine in Oxford ansässige, gemeinnützige Firma Bio Carbon Engineering eine innovative Drohne. Diese scannt auch unzugängliche Gegenden, kartografiert baumlose Regionen und bestimmt die Bodenart. Zusammen mit Ökologen entscheidet das Unternehmen, welche Bäume wo gepflanzt werden. Dann wird der Flugkörper ein zweites Mal losgeschickt. Per Druckluft schießt er kleine Saatgut-Kapseln in den Boden. Die Kapseln sind biologisch abbaubar und schützen das keimende Saatgut in der ersten Zeit. „Der industriellen Waldvernichtung können wir nur mit industrieller Aufforstung begegnen“, ist Fletcher überzeugt. Das Projekt befindet sich in der Entwicklungsphase, erste Tests sind im Laufe des Jahres geplant. Obwohl dem britischen Start-up noch Investoren fehlen, hofft Fletcher, dass die Firma schon bald Regierungen für Aufforstungsprojekte begeistern und jedes Jahr eine Milliarde Bäume pflanzen kann.
biocarbonengineering.com

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Frankreich
Mit einem Ende Mai verabschiedeten Gesetz will die französische Nationalversammlung die Verschwendung von Lebensmitteln eindämmen: Große Supermärkte werden verpflichtet, überschüssige Produkte künftig an gemeinnützige Einrichtungen zu spenden. Für Menschen ungeeignete Reste können laut Beschluss des Parlaments auch kompostiert oder als Tierfutter verwendet werden. Dabei wandern in Frankreich pro Person und Jahr „nur“
bis zu 30 Kilogramm ungenutzt in den Müll. Hierzulande fallen pro Kopf und Jahr rund 82 Kilo Essensabfälle an.
 

Münster
Seit 1989 dürfen in Münster auf kommunalen Flächen der westfälischen Stadt keine Pestizide mehr eingesetzt werden. Sprießendes Unkraut wird mit Heißluftwalzen oder Wildkrautbürsten entfernt. Diese Verfahren sind zwar aufwendiger und teurer, aber giftfrei. Dank einer Beratung durch den BUND verzichten inzwischen etliche Kommunen auf Pestizide. Dem Vorreiter Münster folgten zum Beispiel Saarbrücken, Tübingen und Bielefeld.
bund.net/pestizidfrei

Berlin
Heimischen Dünger stellen die Berliner Wasserwerke her, indem sie Phosphat aus Klärschlamm zurückgewinnen. Der Wasserversorger verkauft das recycelte Düngemittel unter dem Namen „Berliner Pflanze“ an Landwirte. Das Verfahren haben sich die Ingenieure patentieren lassen. Es dürfte weltweit auf Nachfrage stoßen, denn die globalen Phosphatvorräte gehen zur Neige.
bwb.de/berlinerpflanze
 

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

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Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

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Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

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Styropor „To Go“

USA Mehr als 70 Städte verbieten aufgeschäumtes Plastik. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt den Kampf mit dem Müll auf.

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Ab Juli verbannt er Einwegbecher, -teller und andere Behältnisse aus Styropor. Auch Verpackungsfüllmaterial aus Schaumstoff darf dann nicht mehr verwendet werden. Laut Abfallbehörde hat sich eine Wiederverwertung ökologisch und ökonomisch als nicht sinnvoll erwiesen. Jedes Jahr hat die Müllabfuhr in der Metropole fast 30.000 Tonnen Abfall aus aufgeschäumtem Polystyrol eingesammelt, der Großteil stammt aus der Gastronomie. „Diese Produkte verursachen reale Umweltschäden“, sagt de Blasio. Sein Appell fruchtet auch bei Behörden: Ab Sommer sollen Styroporbehälter aus Schulkantinen verschwinden. Warum das Essen künftig auf kompostierbaren statt auf Keramiktellern serviert wird, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Schon mehr als 70 US-Städte, darunter Washington, San Francisco, Oakland und Seattle, haben sich vom Einwegplastik losgesagt. In Deutschland dagegen wird der biologisch nicht abbaubare Schaumstoff weiterhin großflächig eingesetzt: nicht nur für Fastfood-Verpackungen, sondern auch für die Wärmedämmung von Gebäuden.
Illustration: Christoph Niemann

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Grenoble: Bäume statt Werbung
Die französische Alpenstadt will die erste werbefreie Stadt Europas werden: Der grüne Bürgermeister Éric Piolle hat alle Reklameverträge gekündigt. Wo bisher freie Sicht auf riesige Plakate herrschen musste, will er Bäume pflanzen lassen. Den Verzicht auf die optische Umweltverschmutzung lässt sich die Stadt jährlich 150.000 Euro kosten – so viel hat Grenoble bisher durch vermietete Werbeflächen pro Jahr eingenommen. Bislang verbietet nur eine Stadt Werbung im öffentlichen Raum: São Paulo in Brasilien, und das schon seit 2010.

Frankreich: Zu schnell kaputt
Mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe will Frankreich eingebaute Fehler, die zum vorzeitigen Verschleiß von langlebigen Verbrauchsgütern führen, als Betrug ahnden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist auf dem Weg. Niedersachsen will solche Art der Verbrauchertäuschung auch nicht hinnehmen. Landesverbraucherschutzminister Christian Meyer erwägt eine Verlängerung der Garantie bei bestimmten Produkten.

Hamburg: Steckdose für Cruiser
Die Bewohner des Elbufers können ein wenig aufatmen: Im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe werden ab diesem Sommer mit erneuerbarem Landstrom versorgt und können die luftverpestenden Dieselmotoren abstellen. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern, dass in Zukunft auch Containerschiffe zum Anschluss an den sauberen Landstrom verpflichtet werden.
 

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Di, 2015-07-07 13:44
Brandenburg/Havel (dpa)

Ex-RAF-Anwalt Horst Mahler in Haft schwer erkrankt

Brandenburg/Havel (dpa) - Der verurteilte Rechtsextremist und frühere Anwalt von Mitgliedern der linksextremistischen Roten Armee Fraktion (RAF), Horst Mahler, ist in der Haft schwer erkrankt. Der 79-Jährige sei mit einer schweren Sepsis aus der Justizvollzugsanstalt Brandenburg/Havel in ein Krankenhaus verlegt worden, sagte Mahlers Tochter Wiebke am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Sie bestätigte damit einen Bericht der «Märkischen Allgemeinen». Die im Volksmund als Blutvergiftung bezeichnete Sepsis kann zum Versagen lebenswichtiger Organe und zum Tod führen.

Nach Angaben des Brandenburger Justizministeriums verbrachte Mahler einige Zeit auf einer neurologischen Intensivstation. Mittlerweile wurde er in einen separaten Teil eines Städtischen Krankenhauses überstellt. «Meinem Vater geht es immer noch sehr schlecht», sagte Wiebke Mahler. Die Familie bemüht sich um eine Haftverschonung.

Mahler verbüßt seit 2009 in Brandenburg/Havel eine zehnjährige Haftstrafe wegen Volksverhetzung und Leugnung des Holocausts. Im August wird er zwei Drittel seiner Haftstrafe abgesessen haben. Der Rest könnte auf Bewährung ausgesetzt werden. Weil es sich um ein Urteil der bayerischen Justiz handele, müsse aber diese hierüber befinden, erklärte ein Sprecher des Brandenburger Justizministeriums.

Di, 2015-07-07 13:01
Berlin (dpa)

Gewitter, Hagel, Tornado: Extreme Wetterphänomene nach Hitzeperioden

In einem Moment brütet man noch in der Sonne, im nächsten fallen eiskalte Hagelkörnchen vom Himmel. Zieht nach einer Hitzperiode eine Kaltfront auf, geht das oft mit heftigen Unwettern einher. Woran liegt das eigentlich?

Berlin (dpa) - Nach der Hitze der vergangenen Tage drohen Prognosen zufolge Tornados und Hagelstürme. Hitzeperioden enden häufig mit Wind und Starkregen - so soll es vielerorts auch am Dienstag sein, wie der Deutsche Wetterdienst warnt. Das liegt daran, dass die vorhandene Luft sehr schwül und heiß ist. Ein Gewitter entsteht etwa, wenn stark unterschiedlich warme Luftmassen aufeinandertreffen.

Die aufziehende Kaltfront bringt kältere Luft mit sich. Dieses Ungleichgewicht zwischen warmer und kalter Luft muss ausgeglichen werden. Feuchtwarme Luft steigt nach oben, kondensiert und bildet eine Gewitterwolke. In der Wolke baut sich ein immer größer werdendes elektrisches Spannungsfeld auf, das sich durch eine Art Kurzschluss - einen Blitz - wieder entlädt.

Diese Gewitter gehen häufig mit Hagel einher. Der entsteht, wenn in Gewitterwolken heftige Aufwinde kleine Wassertröpfchen nach oben wirbeln. Die Gewitterwolken sind sehr hochreichend, deshalb gefrieren die Wassertröpfchen. Sie fallen und steigen wieder auf. Je größer die Gewitterwolke und je stärker die Aufwinde, desto häufiger wiederholt sich dieser Vorgang, bis die Eisklumpen schließlich so groß sind, dass sie der Aufwind nicht mehr trägt und sie zu Boden fallen.

Auch Tornados sind diesmal örtlich möglich, wie der Wetterdienst warnt. Sie entstehen durch die großen Luftdruckunterschiede, die die Atmosphäre auszugleichen versucht. Unter der Wolke steigt Warmluft nach oben. In diesem Gefüge entsteht eine rotierende Bewegung in der eigentlichen Wolke, die nach unten herauswächst und dann wie ein Rüssel aussieht. Für solche Wetterphänomene ist die vorhandene Luft verantwortlich. Während Hitzeperioden ist sie sehr energiereich. Kalte Luft ist hingegen viel weniger energiereich. Deshalb gibt es bei einem Temperaturwandel von kalt auf warm in der Regel keine heftigen Stürme.

Di, 2015-07-07 13:16
Berlin (dpa)

Kanzlerin Merkel reist nach Albanien, Serbien und Bosnien-Herzegowina

Die Balkan-Staaten eint der Wunsch nach Zugehörigkeit zur EU. Sonst sind die Gräben zwischen den Volksgruppen immer noch tief. Die Kanzlerin dürfte die europäische Perspektive bei ihrem Besuch in mehreren Hauptstädten mit der Mahnung zum Kompromiss verbinden.

Berlin (dpa) - Unter dem Eindruck der Griechenland-Krise beginnt Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch eine zweitägige Reise nach Albanien, Serbien und Bosnien-Herzegowina. Alle drei Balkan-Staaten streben in die Europäische Union, müssen dafür aber noch große Reformanstrengungen unternehmen. Die Bundesregierung sieht in einer Beitrittsperspektive den Schlüssel für die Beilegung der zahlreichen Konflikte, die den Balkan nach den Bürgerkriegen der 1990er Jahre immer noch spalten.

Erstes Ziel der Kanzlerin ist ALBANIEN, eines der ärmsten Länder Europas, das mit Korruption und organisiertem Verbrechen zu kämpfen hat. In der Hauptstadt Tirana trifft Merkel mit Ministerpräsident Edi Rama und Präsident Bujar Nishani zusammen. Vor der Weiterreise ins serbische Belgrad ist eine Rede bei der Abschlusssitzung der Deutsch-Albanischen Wirtschaftskonferenz geplant.

Der SERBIEN-Besuch dürfte vor allem unter dem Eindruck des ungelösten Kosovo-Konflikts stehen. Deutschland erkennt die Unabhängigkeit der früheren serbischen Provinz an, Belgrad nicht. Bei einem Besuch des kosovarischen Ministerpräsidenten Isa Mustafa Ende Juni in Berlin hatte Merkel beide Seiten zu Kompromissen aufgefordert. Zuvor war ein neuer EU-Vermittlungsversuch gescheitert.

Die Kanzlerin will in Belgrad außerdem die schwierige Lage der Roma zur Sprache bringen. Sie würden immer noch erheblich diskriminiert, sagte sie in ihrer wöchentlichen Video-Botschaft. Zugleich verteidigte sie die Entscheidung der Bundesregierung, Serbien gemeinsam mit Mazedonien und Bosnien-Herzegowina als «sicheres Herkunftsland» einzustufen, so dass Asylbewerber schneller in ihre Heimat zurückgeschickt werden können. Zuletzt war auch die Zahl der Asylbewerber aus Albanien stark angestiegen.

Am Donnerstag kommt Merkel nach BOSNIEN-HERZEGOWINA, ihr letztes Reiseziel. Das Land ist bis heute tief gespalten, die beiden fast selbstständigen Landesteile blockieren sich gegenseitig. Zwei Tage vor dem offiziellen Gedenken an das Massaker von Srebrenica vor 20 Jahren trifft die Kanzlerin in der Hauptstadt Sarajevo mit Hinterbliebenen zusammen. Außerdem besucht sie eine Ausstellung, die 2012 zur Erinnerung an die rund 8000 Ermordeten eröffnet wurde.

Di, 2015-07-07 12:57
Madrid (dpa)

Mutmaßliche IS-Anwerberin auf Urlaubsinsel Lanzarote festgenommen

Madrid (dpa) - Die spanische Polizei hat auf den Kanaren einer mutmaßlichen Angehörigen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) das Handwerk gelegt. Die Frau soll zum Zeil sehr junge Mädchen für den Krieg in Syrien angeworben haben. Die Mädchen, die sich vorwiegend aus religiöser Überzeugung hätten rekrutieren lassen, seien in Syrien sexuell ausgebeutet worden oder hätten Hilfsdienste etwa bei der Pflege verletzter Kämpfer oder als Beobachterinnen geleistet. Die Spanierin sei auf der Urlaubs-Insel Lanzarote in der Gemeinde Arrecife festgenommen worden, teilte das Madrider Innenministerium am Dienstag mit.

Mit der Aktion auf den Kanaren sei die Zahl der in diesem Jahr in Spanien festgenommenen mutmaßlichen IS-Angehörigen auf 40 geklettert, so das Ministerium. Die meisten Festnahmen seien in Katalonien sowie in den spanischen Nordafrika-Exklaven Ceuta und Melilla erfolgt. Innenminister Jorge Fernández Díaz hatte am Sonntag gesagt, die dschihadistische Bedrohung sei in Spanien so akut wie nie zuvor. Erst am Montag waren nach Behördenangaben zwei Spanier bei der Rückkehr in ihre Heimat unter dem Vorwurf festgenommen worden, für den IS in Syrien und dem Irak gekämpft zu haben.

Di, 2015-07-07 13:53
Wien (dpa)

Mogherini: Iran-Atomgespräche werden verlängert

Wien (dpa) - Die Atomverhandlungen der internationalen Gemeinschaft mit dem Iran werden um einige Tage verlängert. Das teilte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini am Dienstag wenige Stunden vor Ablauf einer eigentlich um Mitternacht auslaufenden Frist vor Reportern in Wien mit. Auch wenn einige der Außenminister der sieben beteiligten Länder nun zunächst abreisten, bedeute das keine Unterbrechung der Gespräche. Weiterhin sei das Ziel, in dieser Runde zu einem Abschluss zu kommen. «Wenn, dann jetzt», sagte Mogherini.

Der Iran verhandelt mit der 5+1-Gruppe - das sind die UN-Vetomächte USA, Russland, China, Großbritannien und Frankreich sowie Deutschland. Die internationale Gemeinschaft will mit einem Abkommen sicherstellen, dass die Islamische Republik keine Atombombe baut, die Kernkraft aber zivil nutzen kann. Im Gegenzug soll der Westen die Wirtschaftssanktionen gegen Teheran schrittweise aufheben. Das Ausmaß der nuklearen Beschränkungen ist kein Streitpunkt mehr.

Die Verlängerung könnte weitreichende Konsequenzen haben. Liegt dem US-Kongress eine Übereinkunft bis Donnerstag vor, hätten die Abgeordneten 30 Tage Zeit zur Überprüfung. Bei Verzögerungen verdoppelt sich diese Zeit, denn der Kongress geht dann in die Sommerpause. Das würde Gegnern eines Abkommens - besonders in den USA, im Iran und auch in Israel - mehr Zeit geben, eine Übereinkunft zu torpedieren.

Di, 2015-07-07 13:40
Offenbach (dpa)

Unwetter vertreiben Hitze - Temperatursturz erwartet

Offenbach (dpa) - Mit Blitz und Donner verabschiedet sich die Hitze vorerst aus Deutschland. Von Dienstagnachmittag an ziehen von Westen her Gewitter ins Land, die Sturmböen, Hagel und viel Regen im Gepäck haben können, wie der Deutsche Wetterdienst in Offenbach mitteilte. Die Folge ist ein Temperatursturz von etwa bis zu zehn Grad: Am Mittwoch steigen die Temperaturen verbreitet nur noch auf 20 Grad, vereinzelt wird es der Vorhersage zufolge noch bis 25 Grad warm. Am Donnerstag ist es demnach sogar noch ein Stückchen kühler. Im Südwesten waren am Dienstag noch bis zu 37 Grad vorausgesagt.

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 5.12

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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"Ich hab's nicht so mit Broteschmieren."

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“

Erschienen in Ausgabe 3.12

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Erschienen in Ausgabe 2.12

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Erschienen in Ausgabe 1.12

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

Erschienen in Ausgabe 6.11

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Immer noch - umweltschädlicher Becher Becher wird künftig vielleicht recycelt. ActiIrreführus - bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

Erschienen in Ausgabe 5.11

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Tödlich.  Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord. Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

Erschienen in Ausgabe 4.11
 

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate "ausgesetzt". Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit "ausgesetzter" Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

Erschienen in Ausgabe 3.11
 

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU.  Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen.  Erpresso Die Leere des Portemonnaies

Erschienen in Ausgabe 2.11
 

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Schaurige Leistung. Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten. Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich. VW Das Böse.

Erschienen in Ausgabe 1.11

 

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Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

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Wir fördern Gier und Pfusch. Statt Alternativen. Seit Jahren basteln wir fleißig an unserem grünen Image. Doch anstatt konsequent auf erneuerbare Energien zu setzen, plündern wir die letzten Ölreserven unseres Planeten – zum Beispiel im Golf von Mexiko. Ohne Skrupel. Ohne Rücksicht auf Verluste. Und ohne Plan B, falls was schiefgeht – wie jetzt. bp big problems

Erschienen in Ausgabe 4.10

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