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der Woche

Beutel-Set

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Der Kleinste hat es in sich: Öffnet man ihn, kommen noch zwei größere Beutel zum Vorschein. Alle drei bestehen aus T-Shirts, die wegen kleiner Produktions- fehler ausgemustert wurden. Sie haben einen praktischen Tunnelzug und sind vielseitig verwendbar, zum Beispiel auf Reisen für Schuhe oder Schmutz- wäsche, fürs Turn- oder Badezeug und manches andere. Genäht werden die Beutel in den Elbe-Werkstätten von Menschen mit Behinderung.

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Mi, 2015-07-29 10:55
Ankara (dpa)

Sondersitzung im türkischen Parlament wegen Angriffen auf PKK

Ankara (dpa) - Das türkische Parlament soll am Mittwochnachmittag die Luftangriffe auf Stellungen der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und der Terrormiliz IS diskutieren. Die oppositionelle pro-kurdische Partei HDP hatte die Sondersitzung beantragt. Auch das türkische Sicherheitskabinett soll am Abend zusammenkommen. Dies gab das Büro des Ministerpräsidenten bekannt.

PKK-nahe Medien berichteten am Dienstagabend von erneuten Angriffen auf Kurdenstellungen im Nordirak sowie von Zusammenstößen der Armee mit Kurden in der Südosttürkei. Staatschef Recep Tayyip Erdogan hatte am Dienstag den Friedensprozess mit den Kurden aufgekündigt.

Mi, 2015-07-29 11:58
Jerusalem (dpa)

Netanjahu erlaubt Bau von Siedlerwohnungen

Jerusalem (dpa) - Als Reaktion auf den Abbruch zweier Siedlerhäuser im Westjordanland hat Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu den sofortigen Bau von 300 neuen Wohneinheiten in derselben Siedlung erlaubt. Israelische Medien berichteten am Mittwoch übereinstimmend, Netanjahu habe auch Bauarbeiten in Ost-Jerusalem zugestimmt. Der Regierungssprecher war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Am Morgen hatte das Oberste Gericht Israels erneut verfügt, zwei illegal erbaute Siedlerhäuser in Bet El nahe Ramallah zu zerstören. Seit Montagnacht kommt es an den Häusern zu Ausschreitungen zwischen israelischen Sicherheitskräften und Siedlern, die die Räumung verhindern wollen. Medienberichten zufolge warfen die Siedler auch am Mittwoch Steine auf die Soldaten. Dennoch begann die israelische Armee am Mittwoch mit dem Abriss der Gebäude. Netanjahu hatte sich zuvor gegen die Zerstörung der Häuser ausgesprochen.

Nach Schätzungen der israelischen Menschenrechtsorganisation Betselem leben im Westjordanland 350 000 Siedler. Die Zahl hat sich damit seit Beginn des Osloer Friedensprozesses, der zu einem Palästinenserstaat führen sollte, mehr als verdreifacht. 1993 lebten nach Angaben des israelischen Statistikbüros rund 110 000 Siedler im Westjordanland.

Mi, 2015-07-29 12:28
Tunis (dpa)

Von der Leyen strebt engere Militärkooperation mit Tunesien an

Das Mutterland des «Arabischen Frühlings» ist von zwei schweren Terroranschlägen erschüttert worden. Die EU will Tunesien helfen, die Sicherheitslage zu verbessern. Verteidigungsministerin von der Leyen prüft vor Ort, was Deutschland tun kann.

Tunis (dpa) - Nach den Terroranschlägen auf Touristen in Tunesien stellt die Bundeswehr dem nordafrikanischen Land militärische Ausrüstung für 1,2 Millionen Euro zur Verfügung. Die tunesischen Streitkräfte erhalten ein schwimmendes Dock für die Reparatur von Booten, eine Barkasse für Patrouillen, fünf Kleinlastwagen sowie 3000 Helme und 700 Doppelfernrohre.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) bot bei ihrem Besuch in Tunis am Mittwoch weitere Hilfe etwa für die Grenzsicherung an. «Die Bundesregierung sieht sich in der Verantwortung, Ihnen in dieser Situation zur Seite zu stehen», sagte sie vor Parlamentariern.

Ende Juni hatte ein Attentäter im Badeort Sousse 38 Urlauber erschossen. Bereits im März waren bei einem Angriff auf das Nationalmuseum Bardo in Tunis mehr als 20 Touristen getötet worden.

Die Bundesregierung prüft nun, wie sie Tunesien bei der Sicherung der 600 Kilometer langen Grenze zu Libyen unterstützen kann, das in Herrschaftsgebiete zweier konkurrierender Regierungen und mehrerer Milizen zerfallen ist. Damit soll verhindert werden, dass aus dem Nachbarland islamistische Terroristen und Waffen ins Land gelangen.

Dabei handelt es sich aber in erster Linie um eine polizeiliche Aufgabe. Inwieweit die Bundeswehr dabei helfen kann, ist unklar. «Entscheidend ist für mich das, was Sie als unsere Partner benötigen, um den Kampf gegen den Terror anzugehen», sagte von der Leyen. «Deutschland und Tunesien können mit gemeinsamen Projekten ein wichtiges Signal setzen.»

Deutschland unterstützt Tunesien seit Jahrzehnten mit militärischer Ausrüstung. Zudem haben bisher 400 tunesische Soldaten in Deutschland Lehrgänge besucht.

À la Saison

Königliche Karotte

(Daucus carota subsp. sativus)
Viele Kinder glauben ja, dass Kühe lila sind und Möhren orange. Stimmt aber nicht. Wie ein ehedem unscheinbares Wurzelgemüse zu seinem knalligen Äußeren kam, erzählen wir hier.


 

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Früher war mehr Natur! Alles wuchs wild und frei, wie der Genpool es vorgesehen hatte. Es gab keine Bayers, Syngentas und Monsantos, die Ferkel oder Brokkoli patentieren ließen. Und Kinder glaubten noch nicht, dass Kühe lila sind. So weit, so wahr. Allerdings dachten Kinder auch zu Großmutters Zeiten schon, Möhren seien orange. Ein Irrtum! Karotten gibt es auch in den Farben weiß, gelb, rot und violett,
wie wir vom Wochenmarkt wissen, seit alte Sorten wieder modern sind.

Wilde Vorfahren der Gartenmöhre wurden möglicherweise schon vor 5000 Jahren in Asien kultiviert. Manche Forscher vermuten den Ursprung in Afghanistan, dem Iran, Irak oder Anatolien. Über Spanien und Italien soll die Doldenblütlerin nach Mittel- und Westeuropa gelangt sein. Eine Möhre in Orange wird erstmals 1721 schriftlich erwähnt – und zwar von niederländischen Gartenbauern, die große Karottenzüchter waren. In den Sandböden ihrer Heimat liegen die Wurzeln der orangen Rübe, die von gelben Sorten abstammen soll. Der Legende nach experimentierten königstreue Gärtner aus politischen Gründen mit der Farbskala: Sie wollten Wilhelm von Oranien (französisch: orange, niederländisch: oranje) für den Unabhängigkeitskampf gegen Spanien danken.

Bewiesen ist das ebenso wenig wie die Geschichte, dass Niederländer im Zweiten Weltkrieg zum Ehrentag der Königin mit royalen Rüben um die Häuser zogen. Vermutlich wäre es keinem Besatzer aufgefallen. Schließlich hatten die niederländischen Sorten „Horn“ und „Long Orange“ schon Jahrhunderte zuvor die Rübenzucht der Deutschen unterwandert. Der Name der Möhre geht auf althochdeutsche und slawische Ausdrücke für Wurzel zurück. Mit mehr als 600.000 Tonnen Erntemenge im Jahr ist sie in Deutschland Volksgemüse. Gut so. Denn sie ist die wichtigste heimische Karotinquelle. Der Farbstoff sorgt für einen gesunden Hautton, der Sonnencremes jedoch keineswegs überflüssig macht. Aus Beta-Karotin stellt der Körper Vitamin A her, das für das Sehvermögen wichtig ist. Außerdem enthalten Mohrrüben viele B-Vitamine, Vitamin C, Kalium, Kalzium und Eisen. Sie sind gut für das Immunsystem, wirken harntreibend und blutreinigend. Ihren milden Geschmack verdanken sie ihrem für ein Gemüse recht hohen Zuckergehalt, ätherischen Ölen und Fruchtsäuren.

Die zarten Möhrchen, die jetzt vom Feld kommen, haben eine so dünne Haut, dass man sie nicht schälen muss und roh knabbern kann. Der Körper kann Karotinoide allerdings besser verwerten, wenn Mohrrüben mit etwas Fett gegart werden. Sie sind eine der süßen, erdigen Grundlagen feiner Schmorküche und helfen, schwere Rotweinsoßen zu verfeinern. Die meisten Kinder lieben Möhrengemüse. Erwachsenen ist die Zuckerwurzel solo oft zu monoton.

„Karotten schätzen es, wenn man sie mit Familienmitgliedern zusammenbringt“, empfiehlt der britische Koch Nigel Slater – also mit anderen Doldenblütlern wie Kerbel, Koriander, Kreuzkümmel, Petersilie und Dill. Konsequent als Süßspeise behandeln die Schweizer Rübchen, wenn sie daraus schwere Torten (Rüeblichueche) zaubern – in der Tradition der Römer, die eine carota ebenfalls gerne mal als Dessert verzehrten.

Carota heißt „die Gebrannte“ und deutet auf ein ursprünglich feuerrotes Äußeres hin. Allerdings waren einige der in Asien kultivierten Karotten auch schon blau-blütig, bevor sie auf Holländer trafen, genauer gesagt – lila. Liebe Kinder, die Schokoladenonkels haben sich in der Spezies geirrt. Nicht die Kühe sind lila: It’s the carrot, stupid!

Neu frisch vom Feld gibt's die Karotte ab Juni, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

 

À la Saison

Schlangenmordende Schwarzwurzel

(Scorzonera hispanica)
Die Schwarzwurzel hieß noch im 17. Jahrhundert „Schlangenmord“ oder „Vipergras“. Tatsächlich ist sie eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel

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„Die Wurtzel“ sei „fleischig, saftig und voll Milch“ sowie „süß von Geschmacke, wann sie gesotten worden“, schrieb der französische Chemiker und Arzt Nicolas Lémery 1698 in ein Lexikon. Den Zeitgenossen mochte das gewagt erscheinen. War die Schwarzwurzel doch erst seit kurzem etwas zu Essen. Im Deutschen trug das neue Gemüse die Beinamen „Schlangenmord“ und „Vipergras“, die eher nach Hexenkessel als nach Eintopf klangen.

Schuld war der italienische Botaniker und Mediziner Pietro Andrea Mattioli, der die antike Heilpflanze 1544 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Der kaiserliche Leibarzt verwandte die Wurzel des Korbblütlers nicht nur gegen Wundfieber und Knochenbrüche, sondern auch „wider den Natterbiß“. Er taufte sie Scorzonera hispanica nach ihrem Herkunftsland Spanien und dem Namen einer schwarzen Giftschlange. Außerdem setzte er das Gewächs auch „wider die fallende Seuche, zu den Pocken und für die Pest“ ein, wie Lémery 150 Jahre
später notierte. Sie ist, kurzum, eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel.

„Proletenspargel“ oder „Spargel des armen Mannes“ heißt Mattiolis Zaubergemüse im Volksmund heute. Eine Delikatesse, die hierzulande – außer in Bayern – kaum groß--flächig angebaut wird. Wir importieren sie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, wo man offenbar weiß, was gut ist. In Wahrheit ist der im Inneren elfenbeinfarbene „Winterspargel“ dem Original überlegen, nicht nur was seine Länge von bis zu einem halben Meter angeht. Die kalzium-, eisen-, magnesium- und vitaminreiche Schwarzwurzel gibt es nicht nur mitten in der kalten Jahreszeit, sie ist auch robust, lagerfähig und wird nicht holzig.

Es ist richtig, dass ihre korkige Rinde beim Schälen ohne Handschuhe hässliche Flecken von großer Haltbarkeit in die Haut gerbt. Und es stimmt, dass ihr milchiger Saft klebt wie Pattex, wenn man sie – Tipp aus dem Kochbuch – erst nach dem Garen häutet. Und damit sie nicht braun anläuft, gehören etwas Zitrone und Milch ins Kochwasser. Ja, die Zubereitung der Scorzonera ist eine Zumutung. Genau das macht sie zur „alten Sorte“ und – einige Jahre nach ihrer nordamerikanischen Schwester Topinambur – zur zumindest unter Spitzenköchen wiederentdeckten Rarität.

Sei es, dass der Kopenhagener René Redzepi sie im Restaurant Noma mit Gotland-Trüffeln als Hors d’œuvre anrichtet, der spanische Molekularkoch Ferran Adrià sie zu Steinbutt serviert oder in einem Berner Grandhotel das Steak auf „seinem Bett von Schwarzwurzelragout“ kommt – sie harmoniert. Anders als der geltungssüchtige Spargel kann, aber muss sie kein Solo auf dem Teller spielen. Ganz gleich ob die Sorte „Hoffmanns Schwarzer Pfahl“, „Schwarzer Peter“ oder „Russischer Riese“ heißt – in der Schwarzwurzel verbindet sich das Beste (unbittere) des Spargels mit zarten Nussaromen und winterlicher Erdigkeit. Besonders gut schmeckt sie zu zerlassener Butter und gerösteten Semmelbröseln. Aber auch mit Béchamelsoße oder im Soufflé und selbst roh in den Salat geraspelt ist sie ein Genuss.

In Sachen Pest hat Mattioli die Wunderwurzel aber zweifellos überschätzt. Der Gelehrte starb 1577 am „Schwarzen Tod“ – und das vermutlich nicht, weil gerade keine Schwarzwurzel zur Hand war.

Neu frisch vom Feld gibt's die Schwarzwurzel ab Oktober, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Krautiger Kohlrabi

(Brassica oleracea var. gongylodes)
Ob das deutscheste aller Gemüse wirklich aus Deutschland kommt, liegt – ehrlich gesagt – im Dunkeln. Erfahren Sie mehr über dieses und weitere Geheimnisse aus der Kulturgeschichte des Kohlrabi.

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Es ist ein Irrtum, dass es sich beim deutschesten aller Gemüse um Weißkohl alias Sauerkraut handelt. Zwar hat die vergorene Spezialität den Deutschen in England den Spottnamen Krauts eingetragen, aber fragen Sie mal einen Russen, Ungarn, Japaner, Niederländer, Dänen, Schweden, Franzosen oder Briten, was Kohlrabi in seiner Sprache heißt. Die Antwort mag ka, karalábé, koolrabi, kaalrabi, kålrabbi, colrave oder kohlrabi lauten, phonetisch ist das Ergebnis das gleiche: Die Welt spricht Kohlrabi. Krautiger wird’s nimmer.

Ist es Begeisterung über den süßen, leicht nussigen, dezenten Kohlgeschmack, die Menschen zwischen Washington und Tokio veranlasst, die komisch klingende Knolle im Munde zu führen? Mitnichten. Nur das Wort, nicht das Gemüse kommt ihnen über die Lippen. Kohlrabi ist so deutsch, dass vor allem die Deutschen ihn essen. 40.000 Tonnen im Jahr wachsen hier, und weil das noch zu wenig ist, bauen auch die Niederlande, Polen und Frankreich den Kreuzblütler an – für den Export.

Im Gegensatz zu Weiß- oder Blumenkohl, bei denen Blätter oder Blütenstand verzehrt werden, verdickt sich beim Kohlrabi der untere Teil der oberirdischen Sprossachse und liegt grünweiß oder blauviolett auf der Erdkrume. Innen sind alle Kohlrabis hell. Die größte Sorte heißt „Superschmelz“ und kann – ohne holzig zu werden – zur Größe eines Kohlkopfs anwachsen. Und der einzige Speck, der auch Vegetariern schmeckt, dürfte „Blauer Speck“ sein.

In Wirklichkeit enthält Kohlrabi neben viel Wasser, etwas Zucker und Eiweiß nur 0,1 Prozent Fett. In Deutschland wurde die Knolle im 16. Jahrhundert erstmals erwähnt. Sie war ein Star der Barockküche – beispielsweise in Leipzig, wo sie dem Allerlei den letzten Schliff gab. Das Original hat übrigens nichts mit Erbsen-Möhren-Spargel-Dosenmatsch zu tun, sondern ist ein knackiger Genuss, der – serviert mit heller Soße und luftigen Semmelklößchen – auch Blumenkohl, Morcheln und Flusskrebsschwänze vereint.

Ein Festmahl, das noch nicht ganz vergessen war, als Kurt Tucholskys Alter Ego Peter Panter sich 1928 in einem Speiselokal über breiiges Gemüse beschwerte und die Bedienung antwortete: „Da müssen Sie mal zu meiner Mutter kommen, Herr Panter, die kocht Ihnen ein Leipziger Allerlei ...“ – „Liebe gnädige Frau, es ist so nett von Ihnen ... Aber alle Leute können doch nicht bei Ihrer Mama essen!“

Kohlrabi passt gut zu Rahmsoßen, die auch mal mit Safran oder Chili gewürzt sein dürfen. Am besten gart man ihn im Ganzen und schält und teilt ihn hinterher, damit Aroma und Nährstoffe besser erhalten bleiben: Selen, Senföle und viel Vitamin C stärken das Immunsystem. Roh harmoniert Kohlrabi mit Nüssen, Ziegenkäse, Lachs und Äpfeln. Sein Kraut gehört nicht in den Kompost, denn es enthält viele Mineralien, Karotin, B-Vitamine und Eiweiß. Die zarten Herzblätter schmecken gut in Salat und Suppe oder als Hauptgericht: In Südeuropa bereitet man aus ihrem Grün vegetarische Rouladen oder „Spinat“ zu.

Südeuropa?! Ob das vermeintlich deutsche Gemüse auch aus der Region stammt, in der es so gerne verspeist wird, liegt – um ehrlich zu sein – im Dunkeln. Es könnte genausogut ein Nachfahre des pompejanischen Kohls sein, den der Römer Plinius kurz nach der Zeitenwende beschrieb. Grimms Wörterbuch vermerkte im 19.Jahrhundert, der Begriff Kohlrabi sei „merkwürdig durch seine Gestalt, halb deutsch halb italienisch“. Klar ist: Italien spricht nicht kohlrabisch. Der inoffizielle Kulturbotschafter der Krauts heißt dort cavolo rapa, Kohlrübe.

Neu frisch aus dem Gewächshaus gibt's Kohlrabi ab April, frisch vom Feld im Mai.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen


In jeder Ausagebe des Greenpeace Magazins berichten wir über die Kulturgeschichte von Obst und Gemüse. Unsere neue Ausgabe erhalten Sie am Bahnhofskiosk, in unserem Warenhaus und für nur 33,50€ im Jahresabo

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Mi, 2015-07-29 11:08
Berlin (dpa)

Asyl und Zuwanderung - zwei unterschiedliche Dinge

Berlin (dpa) - In der Debatte über Ausländer, die nach Deutschland kommen, werden die Themen Asyl und Zuwanderung oft vermischt. Dabei handelt es sich um zwei unterschiedliche Dinge.

Das Recht auf Asyl ist ein Grundrecht - verankert im Artikel 16 a des Grundgesetzes. Wer in seiner Heimat politisch verfolgt wird, darf in Deutschland Zuflucht suchen. Ob jemand Asyl bekommt, hängt alleine von der politischen Verfolgung ab und nicht von anderen Faktoren wie Ausbildung, Sprachkenntnissen oder Familienstand. Auch gibt es keine Beschränkung oder eine Art Obergrenze dafür, wie vielen Menschen Deutschland Schutz gewährt.

Bei Menschen aus Nicht-EU-Staaten, die aus anderen Zwecken - etwa zum Arbeiten - nach Deutschland kommen, hat der Staat dagegen durchaus Möglichkeiten, steuernd einzugreifen. Er kann zum Beispiel vorschreiben, dass jemand einen Arbeitsvertrag, eine Sprachprüfung oder ein Mindestgehalt vorweisen muss. So gibt es auf der einen Seite Beschränkungen und auf der anderen Seite spezielle Anreize zur Arbeitsmigration. Es handelt sich hierbei aber nicht um ein unverrückbares Grundrecht wie beim Asyl. Für EU-Bürger gibt es keine Beschränkungen, für sie gilt die Arbeitnehmerfreizügigkeit.

Das Asylsystem ist von anderen Zuwanderungswegen auch strikt getrennt. Wer in Deutschland einen Asylantrag stellt, kann nicht einfach aus diesem Verfahren ausscheren und ein Arbeitsvisum beantragen.

Mi, 2015-07-29 11:21
Berlin (dpa)

Pro Asyl: Gewalt gegen Flüchtlinge hat längst «terroristische Züge»

Berlin (dpa) - Die Flüchtlingsorganisation Pro Asyl fordert eindringlich einen besseren Schutz von Asylbewerbern vor rechten Übergriffen. Seit Wochen komme es in Deutschland fast jeden Tag zu rassistisch motivierten Gewalttaten gegen Flüchtlinge, Asylbewerberunterkünfte oder Menschen, die Flüchtlinge unterstützen, beklagte die Organisation am Mittwoch. Ziel der Täter sei es, Angst und Schrecken zu verbreiten und politische Gegner einzuschüchtern. «Die rassistische Gewalt hat damit längst terroristische Züge angenommen.»

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die zuständigen Minister dürften diese erschreckende Entwicklung nicht länger schweigend hinnehmen. Die Flüchtlinge in Deutschland bräuchten besseren Schutz.

Pro Asyl rief unter anderem dazu auf, die Polizeipräsenz rund um Flüchtlingsheime zu erhöhen, mehrsprachige Notrufangebote einzurichten und für ausreichend Rauchmelder, Feuerlöscher und Fluchtwege in den Unterkünften zu sorgen. Auch müssten bedrohliche Versammlungen von Rechtsextremen vor Flüchtlingsheimen verboten werden.

Die Zahl der - meist rechtsmotivierten - Übergriffe auf Asylbewerberunterkünfte ist in den vergangenen Monaten rasant gestiegen. Die Polizei registrierte allein im ersten Halbjahr 2015 gut 200 Delikte dieser Art - und damit etwa so viel wie im gesamten vergangenen Jahr.

Mi, 2015-07-29 11:07
München (dpa)

NSU-Prozess: Keine Ermittlungen gegen Zschäpes Verteidiger

Beate Zschäpe will ihre ursprünglichen Verteidiger im NSU-Prozess loswerden, hat sie sogar bei der Staatsanwaltschaft angezeigt. Zumindest diese Strafanzeige verläuft nun im Sande.

München (dpa) - Die Strafanzeige der mutmaßlichen Neonazi-Terroristin Beate Zschäpe gegen ihre drei ursprünglichen Pflichtverteidiger im NSU-Prozess bleibt für die Anwälte ohne Folgen. Die Staatsanwaltschaft München I lehnte die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens «mangels Straftat» ab, wie die Behörde am Mittwoch in München mitteilte.

Zschäpe hatte Wolfgang Heer, Wolfgang Stahl und Anja Sturm vorgeworfen, sie hätten bei Gesprächen mit dem Vorsitzenden Richter Manfred Götzl ihre anwaltliche Verschwiegenheitspflicht verletzt. Dabei sei insbesondere die Frage erörtert worden, ob sich die Angeklagte im NSU-Prozess zur Sache äußere oder nicht.

Die Prüfung dieser Vorwürfe habe ergeben, «dass das Verhalten der Rechtsanwälte keinen Straftatbestand erfüllt», teilte die Staatsanwaltschaft nun mit. «Vielmehr handelt es sich bei den Angaben gegenüber dem Gericht um ein legitimes Verhalten von Verteidigern, die als Organe der Rechtspflege selbstständig und unabhängig von der Angeklagten agieren.»

Es seien keinerlei Informationen an das Gericht weitergegeben worden, «die sich auf die Frage der Schuld oder Unschuld der Angeklagten beziehen». Weil kein Straftatbestand erfüllt sei, habe man die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens abgelehnt.

Zschäpe wird mittlerweile noch von einem vierten Anwalt, dem Münchner Mathias Grasel, vertreten. Die Krise zwischen ihr und den drei anderen Verteidigern war in der vergangenen Woche eskaliert. Parallel zu ihrer Strafanzeige forderte Zschäpe das Gericht erneut auf, die drei Anwälte zu entpflichten. Frühere ähnliche Anträge sowohl Zschäpes als auch der Verteidiger hatte der Senat bisher abgelehnt. Auch diesmal rechnen Verfahrensbeteiligte damit, dass Zschäpes Entpflichtungs-Antrag abgelehnt wird.

Zschäpe muss sich als Mittäterin für sämtliche Taten verantworten, die die Anklage dem «Nationalsozialistischen Untergrund» (NSU) vorwirft. Darunter sind zehn überwiegend rassistisch motivierte Morde.

Am Mittwoch waren mehrere Ermittler des Bundeskriminalamtes und der thüringischen Polizei als Zeugen geladen. Sie sollen über frühere Ermittlungen gegen das NSU-Trio aussagen. Einer der Beamten hatte sich mit den Aliasnamen beschäftigt, die die drei im Untergrund verwendet hatten. Außerdem hat das Gericht einen Beamten des brandenburgischen Verfassungsschutzes als Zeugen geladen.

Mi, 2015-07-29 12:42
München (dpa)

«Tatort»-Kommissar Milberg besucht NSU-Prozess

München (dpa) - «Tatort»-Kommissar Axel Milberg (58) hat den Prozess um die Mordserie des «Nationalsozialistischen Untergrunds» besucht. «Ich wohne in der Nähe und wollte mir das Spektakel mal anschauen», sagte Milberg der «Bild»-Zeitung (Mittwoch). Demnach hatte der «Tatort-Kommissar» am Dienstag das Mammutverfahren am Münchner Oberlandesgericht besucht. Als Hauptangeklagte beim NSU-Prozess steht Beate Zschäpe vor Gericht. Sie muss sich als Mittäterin für sämtliche Taten verantworten, die die Bundesanwaltschaft dem NSU vorwirft. Darunter sind zehn überwiegend rassistisch motivierte Morde.

Mi, 2015-07-29 12:43
Berlin (dpa)

Bericht: Gutachten sieht Atom-Rückstellungen in Gefahr

Berlin (dpa) - Angesichts der Krise der Energiebranche fürchten Experten einem Medienbericht zufolge um die Sicherheit der milliardenschweren Atom-Rückstellungen der größten deutschen Versorger Eon und RWE. Ein Gutachten im Auftrag der Grünen nährt nach Informationen der «Süddeutschen Zeitung» Zweifel, ob die beiden Unternehmen in den nächsten Jahren ihren Milliardenverpflichtungen beim Rückbau der Kernkraftwerke nachkommen können. Sollten die Konzerne nicht mehr zahlen, müssten die Steuerzahler einspringen.

Eon und RWE wiesen die Bedenken allerdings zurück. Auf Nachfrage von dpa betonten die Konzerne am Mittwoch, dass die Angemessenheit der Rückstellungen regelmäßig von unabhängigen Wirtschaftsprüfern überprüft werde.

Die Gutachter Wolfgang Irrek und Michael Vorfeld von der Hochschule Ruhr West (HRW) warnen laut SZ in dem Gutachten: «Sowohl bei Eon als auch bei RWE ist festzustellen, dass die vorhandene materielle Substanz derzeit höchstens annähernd ausreicht, um die Gesamtheit langfristiger Verpflichtungen decken zu können».

Die Professoren gehen davon aus, dass sich die Lage in den nächsten Jahren sogar noch zuspitzen könnte, wenn die schwierige Branchensituation andauere. Im Jahr 2024 könnten die wesentlichen Vermögenswerte und Beteiligungen der Konzerne nur noch weniger als die Hälfte der langfristigen Verpflichtungen ausmachen. Bei RWE stünden einem Vermögen von 19 Milliarden Euro Verbindlichkeiten von 51 Milliarden Euro gegenüber.

Irrek und Vorfeld empfehlen dem Bericht zufolge deshalb, den Konzernen die Rückstellungen abzunehmen und sie in einen öffentlich-rechtlichen Fonds zu übertragen.

Mi, 2015-07-29 12:21
Kiew (dpa)

Poroschenko fordert Panzerabwehrraketen von den USA

Kiew (dpa) - Für den Kampf gegen prorussische Separatisten im Donbass hat der ukrainische Präsident Petro Poroschenko seine Forderung nach Hunderten Panzerabwehrraketen aus den USA bekräftigt. «Wir brauchen nur 1240 Javelin-Raketenkomplexe, und das ist völlig angemessen», sagte Poroschenko dem «Wall Street Journal». Ebenso viele Atomsprengköpfe habe Kiew 1994 nach dem Zerfall der Sowjetunion abgegeben und dafür Sicherheitsgarantien der USA, Großbritanniens und Russlands erhalten, erklärte der Staatschef.

Die Vereinten Nationen sprechen von mehr als 6800 Toten in dem mehr als ein Jahr andauernden Krieg in der Ostukraine. Auch am Mittwoch warfen sich die Konfliktparteien wieder gegenseitig Beschuss vor. Die Militärführung in Kiew berichtete von zwei verletzten Soldaten.

«Wir verlangen nicht, dass britische, amerikanische oder französische Soldaten hierherkommen und für uns kämpfen», sagte Poroschenko. Dies machten die Ukrainer selbst. Die USA und andere westliche Staaten unterstützen die Ukraine mit technischer Ausrüstung wie Nachtsichtgeräten und Geländewagen sowie mit Ausbildern. Russland kritisiert die ukrainischen Bitten um westliche Waffenlieferungen, in denen es eine Bedrohung seiner eigenen Sicherheit sieht.

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Mi, 2015-07-29 11:27
Leverkusen (dpa)

Pharmageschäft boomt bei Bayer wie noch nie

Nach der beschlossenen Trennung vom Kunststoffgeschäft steht Bayer schon heute besser da als je zuvor. Die boomende Pharmasparte hält das Unternehmen auf Rekordkurs.

Leverkusen (dpa) - Ein florierendes Gesundheitsgeschäft und eine stabile Entwicklung der Sparten Agrar und Kunststoffe halten den Bayer-Konzern auf Rekordkurs. Im ersten Halbjahr kletterte der Umsatz um 16,5 Prozent auf fast 24 Milliarden Euro und der Gewinn um mehr als 3,3 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro. Im zweiten Quartal verbesserte sich der Überschuss sogar um 21 Prozent. Vorstandschef Marijn Dekkers sprach am Mittwoch von einer erfreulichen Entwicklung, vor allem in der Sparte Gesundheit mit den neuen Pharma-Produkten.

Diese entwickeln sich immer stärker zu den tragenden Pfeilern des Geschäftes: Erstmals erlöste Bayer mit den zwei Krebsmitteln, einem Blutgerinnungshemmer und Augenmedikament sowie einem Lungenhochdruckmittel mehr als 1 Milliarde Euro in einem Quartal. Dekkers hatte vor einiger Zeit eine Jahresumsatzvolumen für diese Medikamente in der Spitze von 7,5 Milliarden Euro genannt.

Unterdessen passte Bayer seine Umsatzprognose aufgrund veränderter Wechselkurse und dem nicht mehr fortzuführenden Diabetes-Geschäft an. Statt Erlösen von 48 Milliarden bis zu 49 Milliarden Euro rechnet der Konzern bis zum Jahresende mit Umsätzen in einer Größenordnung von 47 Milliarden Euro. Bis zum Jahresende geht Bayer zudem von Sonderaufwendungen in Höhe von 900 Millionen Euro aus. Diese entfielen hauptsächlich auf die Integration der erworbenen Konsumgeschäfte von Merck & Co (USA) und den erwarteten Kosten für den Börsengang von Bayer MaterialScience.

Bei der Abspaltung der Kunststoffsparte komme das Unternehmen planmäßig voran, hieß es weiter. Der Teilkonzern, der im zweiten Quartal vor allem von niedrigeren Rohstoffkosten und einer verbesserten Nachfragesituation profitierte, startet am 1. September unter seinem neuen Namen Covestro. Bis spätestens Mitte 2016 soll das Unternehmen an die Börse gebracht werden.

Die starken Geschäftszuwächse des Bayer-Konzerns im zweiten Quartal feierten Börsianer unteressen mit einem deutlichen Kursaufschlag für die Bayer-Aktie. Mit einem Plus von zeitweise mehr als 4 Prozent gehörte der Anteilsschein im Tagesverlauf zu den klaren Gewinnern im DAX.

Mi, 2015-07-29 12:49
Beirut (dpa)

Aktivisten: Fünf Tote bei israelischem Luftschlag auf Syrien

Beirut (dpa) - Bei einem israelischen Luftangriff sind in Syrien nach Angaben von Aktivisten fünf Menschen getötet worden. Wie die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte, kamen zwei Mitglieder der libanesischen Hisbollah-Miliz sowie drei weitere Milizionäre, die der Regierung in Damaskus nahestanden, bei dem Bombardement in der Golan-Region am Mittwoch ums Leben.

Eine Sprecherin der israelischen Armee wollte die Berichte nicht kommentieren. Der Hisbollah-Fernsehsender Al-Manar meldete, dass der Angriff von einer Drohne ausging.

Im Januar waren bei einem ähnlichen Bombardement in der Provinz sechs Hisbollah-Kämpfer ums Leben gekommen, darunter ein iranischer Soldat sowie ein Sohn des 2008 getöteten Hisbollah-Militärkommandeurs Imad Mughnijeh. Die schiitische Hisbollah kämpft im syrischen Bürgerkrieg an der Seite der Truppen von Präsident Baschar al-Assad.

Mi, 2015-07-29 11:04
Berlin (dpa)

«Einwanderungsgesetz oder so» - Nur eine Frage des Namens? Von Kristina Dunz und Christiane Jacke, dpa

Die CDU könnte noch in diesem Jahr ihren Widerstand gegen ein Einwanderungsgesetz aufgeben. Damit würde ein brisantes Thema gar nicht erst in den Wahlkampf 2017 geraten. Dafür müssen sich Christ- und Sozialdemokraten aber noch ordentlich am Riemen reißen.

Berlin (dpa) - Die Kanzlerin hält mit ihrer Meinung noch hinter dem Berg. Seit dem Vorstoß ihres Generalsekretärs Peter Tauber im Januar zu einem Einwanderungsgesetz lässt die CDU-Chefin - was sie gern im Bemühen um Konsens in ihrer Partei tut - die Debatte laufen. So nennt Innenminister Thomas de Maizière ein Einwanderungsgesetz zunächst überflüssig, da es ein Aufenthaltsgesetz gebe. Zu viele Vorschriften in verschiedenen Gesetzen, alles zu unübersichtlich, hält CDU-Vize Armin Laschet dagegen. Und Angela Merkel? Sie schweigt.

Doch es sieht so aus, als ob sich die Taubers und die Laschets in der CDU behaupten können. Beim Festakt zum 70. Geburtstag der Partei Ende Juni machte Merkel schon eine Andeutung. «Deutschland ist das zweitbeliebteste Einwanderungsland», sagte sie dort. «Die CDU spricht darüber nicht so gerne. Aber das lernen wir auch noch.» Vielleicht geht es damit nun schneller, als manche denken.

Nämlich schon im Dezember beim Bundesparteitag in Karlsruhe, wenn über ein Strategiepapier von Laschet abgestimmt wird, in dem es heißt: «Isoliert betrachtet gibt es viele gelungene Ansätze für die Gestaltung der Einwanderungsgesellschaft. Wir müssen diese guten Ansätze widerspruchsfrei und besser miteinander verknüpfen und in einem Gesetz zusammenführen.» Dem Kongress wird auch ein Papier von CDU-Vize Julia Klöckner vorgelegt. Darin steht: «Der volkswirtschaftliche Nutzen qualifizierter Arbeitszuwanderung ist für Deutschland dann am größten, wenn sie auf Dauer angelegt ist.» Beide Papiere sollen Mitte September vom CDU-Vorstand beschlossen werden.

Kürzlich wich Merkel im ARD-Sommerinterview der Frage noch aus, ob Deutschland ein Einwanderungsgesetz brauche: «Wir haben ja inzwischen viele, viele Regelungen zu einer geregelten Einwanderung. Wir sind im Augenblick dabei zu überprüfen: Muss man da gesetzlich noch etwas ändern, muss man die Namen der Gesetze ändern?»

«Merkel-Versteher» in der CDU deuten das so: Sie hält die Zuwanderung für geregelt, aber verschließt sich einer Bündelung der Regeln nicht, wenn das zu mehr Klarheit für Migranten führen kann. Denn wichtig sei, dass Ausländer erkennen, welcher Weg nach Deutschland für sie erfolgversprechend ist: Asyl oder die Chance auf Arbeit. Nicht zu vergessen ist der Druck des CDU-Wirtschaftsflügels, Fachkräfte aus dem Ausland zu gewinnen, die Deutschland fehlen.

Wie das Gesetz am Ende heißt, ist für die CDU nicht ganz unproblematisch. Denn sie würde sich gerne von SPD und Grünen abheben, die seit vielen Jahren ein Einwanderungsgesetz fordern. Merkels Herz aber hänge nicht an einem bestimmten Namen - eben «Einwanderungsgesetz oder so». Tauber und de Maizière arbeiten dem Vernehmen nach inzwischen gemeinsam an einer Lösung. Sie seien bemüht, auch die CSU ins Boot zu holen, die partiell noch de Maizières Auffassung vom Januar vertritt.

«Es geht nicht darum, die Tore aufzumachen», sagte Tauber schon im März, um die Skeptiker in der Union nicht völlig zu verschrecken. Er will das bisherige Aufenthaltsgesetz zu einem Einwanderungsgesetz erweitern, die Willkommenskultur mit mehrsprachigen Dokumenten, Bürokratieabbau und ehrenamtlichen Paten für Migranten verbessern und im Ausland mit «Einwanderungs-Attachés» an deutschen Botschaften gezielt für die Bundesrepublik werben lassen.

Die SPD beobachtet mit Genugtuung, dass sich bei der Union in Sachen Einwanderungsgesetz etwas tut. SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann warb schon vor Monaten eifrig dafür. Seine Idee: ein struktureller Umbau hin zu einem Punktesystem nach kanadischem Vorbild. Fast hatte sich die SPD schon damit abgefunden, dass es in dieser Wahlperiode und in dieser Koalition nichts wird mit den Plänen. Umso aufmerksamer beäugt sie nun die Bewegung bei der Union.

Und um etwas nachzuhelfen, locken die Sozialdemokraten den Koalitionspartner. SPD-Bundesvize Thorsten Schäfer-Gümbel hat der Union einen Deal vorgeschlagen: Sollten CDU und CSU einem Einwanderungsgesetz zustimmen, das mehr sei als die Bündelung der bestehenden Regeln unter neuer Überschrift - ja, dann könnte die SPD auch weiteren Asyl-Verschärfungen für Balkan-Staaten zustimmen.

Die will die Union schon lange. Im vergangenen Herbst hatte die Bundesregierung Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina als «sichere Herkunftsstaaten» eingestuft, um Asylbewerber von dort schneller zurückschicken zu können. Ihre Anträge werden fast immer abgelehnt. Die Einstufung zeigte zwar nur begrenzte Wirkung. Da aber auch viele Menschen aus Albanien, dem Kosovo und Montenegro ins Land kommen, ist eine Erweiterung der Länder-Liste im Gespräch. Bislang war der Widerstand dagegen zu groß. Die SPD sträubte sich, Grüne und Linke sowieso. Im Bundesrat war bisher keine Mehrheit zu kriegen. Doch der Widerstand verfliegt allmählich - angesichts der großen Probleme der Länder, mit den vielen Asylsuchenden fertig zu werden.

Die SPD will nun beide Themen verknüpfen. Ihre Argumentation: Wichtig sei, den vielen Asylbewerbern vom Balkan legale Zuwanderungswege aufzuzeigen. Und da komme ein Einwanderungsgesetz ins Spiel. Tatsächlich hätten einige der Asylbewerber vom Balkan eine Bleibeperspektive, wenn sie ein Arbeitsvisum für Deutschland beantragen würden und nicht Asyl. Pfleger etwa oder Leute aus anderen «Mangelberufen» sind hier gefragt. Nur wissen das die meisten nicht.

Über das Angebot mit den «sicheren Herkunftsstaaten» dürfte sich die Union freuen. Aber wie kommt sie beim Einwanderungsgesetz mit der SPD zusammen? Die CDU hält nichts von einem Punktesystem. Ohnehin dürften die Gespräche schwierig werden. Politiker von Union und SPD haben verschiedene Dinge im Kopf, wenn sie von einem Einwanderungsgesetz reden. Die Namensfindung ist da noch das kleinere Problem.

Geht doch!

Drohnen als Förster

Unbemannte Flugkörper sollen pro Jahr weltweit eine Milliarde Bäume pflanzen

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Jährlich werden auf der Erde rund 26 Milliarden Bäume gefällt. Der ehemalige Nasa-Ingenieur Lauren Fletcher nimmt den Kampf gegen die globale Entwaldung auf. Um den Schwund wettzumachen, entwickelte seine in Oxford ansässige, gemeinnützige Firma Bio Carbon Engineering eine innovative Drohne. Diese scannt auch unzugängliche Gegenden, kartografiert baumlose Regionen und bestimmt die Bodenart. Zusammen mit Ökologen entscheidet das Unternehmen, welche Bäume wo gepflanzt werden. Dann wird der Flugkörper ein zweites Mal losgeschickt. Per Druckluft schießt er kleine Saatgut-Kapseln in den Boden. Die Kapseln sind biologisch abbaubar und schützen das keimende Saatgut in der ersten Zeit. „Der industriellen Waldvernichtung können wir nur mit industrieller Aufforstung begegnen“, ist Fletcher überzeugt. Das Projekt befindet sich in der Entwicklungsphase, erste Tests sind im Laufe des Jahres geplant. Obwohl dem britischen Start-up noch Investoren fehlen, hofft Fletcher, dass die Firma schon bald Regierungen für Aufforstungsprojekte begeistern und jedes Jahr eine Milliarde Bäume pflanzen kann.
biocarbonengineering.com

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Frankreich
Mit einem Ende Mai verabschiedeten Gesetz will die französische Nationalversammlung die Verschwendung von Lebensmitteln eindämmen: Große Supermärkte werden verpflichtet, überschüssige Produkte künftig an gemeinnützige Einrichtungen zu spenden. Für Menschen ungeeignete Reste können laut Beschluss des Parlaments auch kompostiert oder als Tierfutter verwendet werden. Dabei wandern in Frankreich pro Person und Jahr „nur“
bis zu 30 Kilogramm ungenutzt in den Müll. Hierzulande fallen pro Kopf und Jahr rund 82 Kilo Essensabfälle an.
 

Münster
Seit 1989 dürfen in Münster auf kommunalen Flächen der westfälischen Stadt keine Pestizide mehr eingesetzt werden. Sprießendes Unkraut wird mit Heißluftwalzen oder Wildkrautbürsten entfernt. Diese Verfahren sind zwar aufwendiger und teurer, aber giftfrei. Dank einer Beratung durch den BUND verzichten inzwischen etliche Kommunen auf Pestizide. Dem Vorreiter Münster folgten zum Beispiel Saarbrücken, Tübingen und Bielefeld.
bund.net/pestizidfrei

Berlin
Heimischen Dünger stellen die Berliner Wasserwerke her, indem sie Phosphat aus Klärschlamm zurückgewinnen. Der Wasserversorger verkauft das recycelte Düngemittel unter dem Namen „Berliner Pflanze“ an Landwirte. Das Verfahren haben sich die Ingenieure patentieren lassen. Es dürfte weltweit auf Nachfrage stoßen, denn die globalen Phosphatvorräte gehen zur Neige.
bwb.de/berlinerpflanze
 

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

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Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

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Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

Geht doch!

Styropor „To Go“

USA Mehr als 70 Städte verbieten aufgeschäumtes Plastik. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt den Kampf mit dem Müll auf.

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Ab Juli verbannt er Einwegbecher, -teller und andere Behältnisse aus Styropor. Auch Verpackungsfüllmaterial aus Schaumstoff darf dann nicht mehr verwendet werden. Laut Abfallbehörde hat sich eine Wiederverwertung ökologisch und ökonomisch als nicht sinnvoll erwiesen. Jedes Jahr hat die Müllabfuhr in der Metropole fast 30.000 Tonnen Abfall aus aufgeschäumtem Polystyrol eingesammelt, der Großteil stammt aus der Gastronomie. „Diese Produkte verursachen reale Umweltschäden“, sagt de Blasio. Sein Appell fruchtet auch bei Behörden: Ab Sommer sollen Styroporbehälter aus Schulkantinen verschwinden. Warum das Essen künftig auf kompostierbaren statt auf Keramiktellern serviert wird, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Schon mehr als 70 US-Städte, darunter Washington, San Francisco, Oakland und Seattle, haben sich vom Einwegplastik losgesagt. In Deutschland dagegen wird der biologisch nicht abbaubare Schaumstoff weiterhin großflächig eingesetzt: nicht nur für Fastfood-Verpackungen, sondern auch für die Wärmedämmung von Gebäuden.
Illustration: Christoph Niemann

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Grenoble: Bäume statt Werbung
Die französische Alpenstadt will die erste werbefreie Stadt Europas werden: Der grüne Bürgermeister Éric Piolle hat alle Reklameverträge gekündigt. Wo bisher freie Sicht auf riesige Plakate herrschen musste, will er Bäume pflanzen lassen. Den Verzicht auf die optische Umweltverschmutzung lässt sich die Stadt jährlich 150.000 Euro kosten – so viel hat Grenoble bisher durch vermietete Werbeflächen pro Jahr eingenommen. Bislang verbietet nur eine Stadt Werbung im öffentlichen Raum: São Paulo in Brasilien, und das schon seit 2010.

Frankreich: Zu schnell kaputt
Mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe will Frankreich eingebaute Fehler, die zum vorzeitigen Verschleiß von langlebigen Verbrauchsgütern führen, als Betrug ahnden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist auf dem Weg. Niedersachsen will solche Art der Verbrauchertäuschung auch nicht hinnehmen. Landesverbraucherschutzminister Christian Meyer erwägt eine Verlängerung der Garantie bei bestimmten Produkten.

Hamburg: Steckdose für Cruiser
Die Bewohner des Elbufers können ein wenig aufatmen: Im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe werden ab diesem Sommer mit erneuerbarem Landstrom versorgt und können die luftverpestenden Dieselmotoren abstellen. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern, dass in Zukunft auch Containerschiffe zum Anschluss an den sauberen Landstrom verpflichtet werden.
 

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Mi, 2015-07-29 11:06
Berlin (dpa)

Paragrafendschungel Aufenthaltsrecht

Berlin (dpa) - Wer als Ausländer auf Dauer in Deutschland leben will, bekommt es mit einer Vielzahl an rechtlichen Vorschriften zu tun. Mehr als 90 Rechtsgrundlagen für die Erteilung eines Aufenthaltstitels gibt es. Welcher Aufenthaltstitel für einen Ausländer infrage kommt, variiert, je nachdem zu welchem Zweck er ins Land kommt - für die Ausbildung, zum Arbeiten, aus familiären Gründen oder wegen politischer Verfolgung in seiner Heimat.

EU-Bürger haben uneingeschränkten Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt. Wer aus Nicht-EU-Staaten zum Arbeiten herkommen will, muss dagegen bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Für Hochqualifizierte, Forscher oder Menschen aus besonders gefragten Berufen gibt es vereinfachte Verfahren - zum Beispiel die «Blue Card» für akademische Fachkräfte. Es gibt aber auch viele Bestimmungen für Ehepartner oder andere Familienangehörige, die nach Deutschland nachkommen wollen, oder spezielle Regelungen für Saisonkräfte in der Landwirtschaft oder Gastronomie. Auch für Menschen, die in Deutschland um Asyl bitten, existieren verschiedene Aufenthaltstitel.

Die rechtlichen Vorgaben sind im Wesentlichen im Aufenthaltsgesetz geregelt. Kritiker beklagen, das geltende Recht sei zu unübersichtlich und zu kompliziert - gerade für die Fälle, in denen es darum gehe, gezielt Fachkräfte aus dem Ausland anzulocken.

Mi, 2015-07-29 11:30
Tunis (dpa)

Von der Leyen bietet Tunesien engere Militärkooperation an

Tunis (dpa) - Nach den Terroranschlägen auf Touristen in Tunesien hat Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen dem nordafrikanischen Land eine engere militärische Zusammenarbeit angeboten. «Entscheidend ist für mich das, was Sie als unsere Partner benötigen, um den Kampf gegen den Terror anzugehen», sagte sie am Mittwoch in einer Rede vor Parlamentariern in Tunis. «Deutschland und Tunesien können mit gemeinsamen Projekten ein wichtiges Signal setzen.»

Ende Juni hatte ein Attentäter im Badeort Sousse 38 Urlauber erschossen. Bereits im März waren bei einem Angriff auf das Nationalmuseum Bardo in Tunis mehr als 20 Touristen getötet worden. «Die Bundesregierung sieht sich in der Verantwortung, Ihnen in dieser Situation zur Seite zu stehen», sagte von der Leyen.

Die Bundesregierung will Tunesien vor allem bei der Sicherung der 600 Kilometer langen Grenze Tunesiens zu Libyen unterstützen. So soll verhindert werden, dass aus dem Nachbarland islamistische Terroristen und Waffen ins Land gelangen.

Deutschland unterstützt Tunesien seit Jahrzehnten mit militärischer Ausrüstung. Zudem haben bisher 400 tunesische Soldaten in Deutschland Lehrgänge besucht.

Mi, 2015-07-29 11:18
Potsdam (dpa)

SPD-Minister: Gutscheine für Asylbewerber aus sicheren Staaten

Potsdam (dpa) - Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) hat sich dafür ausgesprochen, bestimmten Asylbewerbern kein Bargeld mehr auszuzahlen. «Wenn Armutsflüchtlinge aus sicheren Herkunftsländern die Erstaufnahme nach drei Monaten verlassen, sollten sie statt Bargeld wieder Gutscheine und Sachleistungen erhalten», sagte Schröter der «Bild»-Zeitung (Mittwoch). Die «wirtschaftlichen Anreize» müssten herabgesetzt werden. Fast die Hälfte der Ankommenden habe keinen Asylgrund, so Schröter.

Die Bundesregierung hatte 2014 Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina als «sichere» Herkunftsländer klassifiziert, um Asylbewerber von dort schneller wieder zurückschicken zu können. Wegen sehr vieler Asylsuchender aus dem Kosovo und Albanien wird nun darüber diskutiert, beide Staaten sowie Montenegro in die Liste aufzunehmen.

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 5.12

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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"Ich hab's nicht so mit Broteschmieren."

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“

Erschienen in Ausgabe 3.12

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Erschienen in Ausgabe 2.12

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Erschienen in Ausgabe 1.12

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

Erschienen in Ausgabe 6.11

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Immer noch - umweltschädlicher Becher Becher wird künftig vielleicht recycelt. ActiIrreführus - bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

Erschienen in Ausgabe 5.11

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Tödlich.  Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord. Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

Erschienen in Ausgabe 4.11
 

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate "ausgesetzt". Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit "ausgesetzter" Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

Erschienen in Ausgabe 3.11
 

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU.  Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen.  Erpresso Die Leere des Portemonnaies

Erschienen in Ausgabe 2.11
 

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Schaurige Leistung. Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten. Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich. VW Das Böse.

Erschienen in Ausgabe 1.11

 

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Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

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Wir fördern Gier und Pfusch. Statt Alternativen. Seit Jahren basteln wir fleißig an unserem grünen Image. Doch anstatt konsequent auf erneuerbare Energien zu setzen, plündern wir die letzten Ölreserven unseres Planeten – zum Beispiel im Golf von Mexiko. Ohne Skrupel. Ohne Rücksicht auf Verluste. Und ohne Plan B, falls was schiefgeht – wie jetzt. bp big problems

Erschienen in Ausgabe 4.10

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