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rüstung / 31.Aug 2015

Kontrolle ohne Durchblick

Dass die erste Vertragsstaatenkonferenz zum UN-Abkommen über den Waffenhandel überhaupt stattgefunden hat, ist ein Erfolg. Allerdings konnten sich die Staaten nicht auf eine vollständige Offenlegung ihrer Waffenlieferungen einigen.

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der Woche
Di, 2015-09-01 08:04
Heidenau (dpa)

«Ich habe nichts gegen Flüchtlinge, aber...» Von Nils Bastek, dpa

Wegen rechter Krawalle vor einem Flüchtlingsheim ist das sächsische Heidenau nun deutschlandweit bekannt. Viele Menschen in der Kleinstadt haben Angst. Aber sind sie wirklich fremdenfeindlich?

Heidenau (dpa) - In Heidenau steht ein Hotel, das «Reichskrone» heißt. Der schlichte Altbau hat im Internet sehr gute Bewertungen, die Gäste schätzen Sauberkeit und Ordnung und die Nähe zur Elbe. Gegenüber vom Hotel steht ein Autohaus, daneben eine Schule. Die Welt ist in der sächsischen Kleinstadt zwar nicht sonderlich schön, aber sie war aus Sicht von Einwohnern und Urlaubern zumindest lange in Ordnung. «Bis das Theater losging», sagt Sylvia Fritzsche, Vize-Geschäftsführerin des Hotels.

Mit dem Theater meint die 29-Jährige die Ausschreitungen rund um eine Flüchtlingsunterkunft vor etwas mehr als einer Woche. Mehr als 30 Polizisten wurden dabei verletzt. Warum es dazu kam, ist zunächst einfach erklärt: Flüchtlinge sollten in einen alten Baumarkt einziehen, rechte Krawallmacher wollten das verhindern. Als sich die Polizei in den Weg stellte, wurde sie mit Steinen, Flaschen und Böllern beworfen. Nur unter massivem Polizeischutz konnten die Flüchtlinge einziehen. Mittlerweile wohnen knapp 600 von ihnen in dem alten Baumarkt.

Hotelmanagerin Fritzsche sitzt auf einer Ledercouch im Eingangssaal ihres Hotels. Sie hat wasserstoffblonde Haare, mehrere silberne Ohrringe baumeln an beiden Ohrläppchen. Die 29-Jährige kommt aus Heidenau. Dass ausgerechnet in dem von rechten Krawallen in die Schlagzeilen geratenen Ort ein Hotel mit dem Namen Reichskrone steht - Fritzsche seufzt. Der Name sei schon viel älter als das Dritte Reich, sagt sie. Das Hotel sei weit über 100 Jahre alt.

Vor ein paar Tagen war Comedian Oliver Pocher im Ort. «Wo ist wohl das Pack?», fragt er in seinem Internet-Video. «Natürlich in der Rrreichskrrone.» Fritzsche kann über die Szene nur kurz lachen. Dann seufzt sie wieder.

«Durch die ganze Geschichte mit den Ausschreitungen haben wir zahlreiche Stornos.» Viele Menschen riefen an und fragten, ob alles sicher sei in dem 16 000-Einwohner-Städtchen. Bisher sei nichts mehr passiert, sagt Fritzsche. «Aber wer weiß, wohin das alles noch führt?» - Das mit den ganzen Flüchtlingen.

Wo liegt der Ursprung des Problems? «Schwierig», sagt Fritzsche. Doch dann sagt sie, dass Heidenaus Bewohner langsam an ihre Grenzen kämen, was Flüchtlinge angehe. «Ich habe nichts gegen Flüchtlinge, aber wir wurden ja nicht mal gefragt.»

Wer in Heidenau über die Straßen geht, sieht trotz sonnigen Wetters nicht viele Menschen. Einige gehen im Supermarkt gegenüber der Flüchtlingsunterkunft einkaufen. Meistens junge Paare, die Männer tragen kurze, karierte Hosen. Viele sind auf dem Unterarm tätowiert. An zwei nebeneinander platzierten Buden gibt es «echte Thüringer Rostbratwurst» zu kaufen.

Nur die Hauptstraße des Ortes trennt die Rostbratwurst von den Flüchtlingen. Die sitzen auf der Wiese gegenüber im Schatten der Bäume. Manche hören Musik mit Kopfhörern, andere blicken auf die Straße oder unterhalten sich. Wie füllt man als Flüchtling eigentlich seinen Tag?

«Germany is so beautiful», sagt Mohammad Gomah. Deutschland ist so schön. Mohammad ist 19 Jahre alt und innerhalb von zwei Jahren aus seiner Heimatstadt Herat in Afghanistan nach Deutschland gelaufen, wie er sagt. Mehr als 5000 Kilometer zu Fuß. Mohammad zieht seine Sandalen aus. An seinen Zehen sind tiefe Wunden. «Turkey, Bulgaria, Serbia and now Germany», sagt er und tippelt dabei mit den Fingern in der Luft, um Fußbewegungen zu simulieren.

Der 19-Jährige sieht sportlich aus in seinem dunkelblauen Shirt. Immer wieder lobt er Deutschland und die Deutschen. Dass es in Heidenau viele Gegner der Flüchtlingsunterkunft gibt, störe ihn nicht. Da wo Mohammad herkommt, gibt es schlimmere Dinge. «Germany is so beautiful.»

In Heidenau sehen das viele mittlerweile anders. Nach der Wende haben sie ihren Ort zu dem aufgebaut, was er jetzt ist. Heidenau ist nicht schön, aber Heidenau ist auch nicht hässlich. Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen. Es gibt einige Hotels, ein Freibad und ein Erlebnisrestaurant. Auf der Radrennbahn der Stadt haben schon Weltklassesportler ihre Runden gedreht.

Einer, der mitgeholfen hat, das aufzubauen, steht gerade vor dem Vereinsheim des SSV Heidenau, die Radrennbahn im Rücken. Frank Müller ist der Präsident des größten Sportvereins der Stadt. Müller ist 68 Jahre alt und einem auf den ersten Blick sympathisch. Grauer Vollbart, Brille, kariertes Hemd. Sollte Heidenau zur Weihnachten ein Nikolaus-Double suchen, Müller wäre die Idealbesetzung.

Müller gerät ins Schwärmen, als er über die Radrennbahn spricht. «Das ist unser Aushängeschild», sagt er. Nach der Wende habe alles in dem kleinen Ort brach gelegen. Heidenau sei «ein Moloch» gewesen. Es habe Jahre gedauert, bis die Stadt zu dem werden konnte, was sie nun sei. «Und innerhalb eines Tages ist der ganze Ruf im Eimer.»

Müller meint die Ausschreitungen vor dem Flüchtlingsheim. Für ihn ist die Frage nach den Folgen der Krawalle vor allem eine Frage nach den Folgen für die Radrennbahn. Die Bahn hat eine mehr als 100 Jahre alte Geschichte. Wenn das kleine Heidenau wegen irgendetwas über die Grenzen von Sachsen hinaus bekannt war, dann auch wegen der Bahn. So war es zumindest bis vor etwas mehr als einer Woche. Mittlerweile ist Heidenau deutschlandweit bekannt. Nicht wegen der Radrennbahn. Müller senkt den Blick.

«Auf jeden Fall schämen wir uns für die Leute», sagt er über die rechten Krawallmacher in seiner Stadt. Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) nannte sie «Pack». Als Müller gefragt wird, warum das «Pack» ausgerechnet in Heidenau vertreten ist, spricht er von seiner Zeit als Biologie-Lehrer. Man könne sich die Entwicklung der rechten Szene in seinem Ort wie ein Pilzgeflecht in der Erde vorstellen. «Das sieht keiner und es kann sich problemlos im Verborgenen ausbreiten.»

Deutlich sichtbar wurde es erstmals im Oktober 2014, als die Facebook-Gruppe «Heidenau-Hört-Zu» gegründet wird. Damals gibt es in Heidenau erstmals Gerüchte, dass Asylbewerber in der Stadt untergebracht werden sollen. Beiträge wie «Nein zum Heim» werden in der Gruppe geteilt. Berichte über angeblich kriminelle Asylbewerber werden gepostet. Die Gruppe findet immer mehr Unterstützer. Bei der Kommunalwahl am 24. Mai zieht der 27-jährige Rico Rentzsch als einziger NPD-Kandidat in den Stadtrat ein.

«Solchen Leuten», sagt Müller über Rentzsch, «begegnet man hier im täglichen Leben nicht.» Mit Blick auf die knapp 600 Flüchtlinge in Heidenau sagt Müller aber auch: «Man braucht sich nicht wundern, dass die Leute Angst haben.» Ist denn schon irgendetwas passiert? «Nein», sagt Müller. «Ich habe nichts gegen Flüchtlinge, aber man kann die Grenze nicht abschätzen, wo es aufhört.»

Als am vergangenen Wochenende linke Demonstranten mit «Refugees Welcome»-Fahnen auf die Hauptstraße gehen, kommen die meisten nicht aus Heidenau, sondern aus Dresden. Einige Heidenauer stehen lediglich auf dem Parkplatz vom Supermarkt und beobachten das Treiben. Keiner hier weiß, was kommt. Aber fast alle haben Angst davor.

Di, 2015-09-01 07:59
München (dpa)

Milchbauern bekräftigen Forderung nach staatlichen Eingriffen

Seit Wochen protestieren in vielen Ländern Bauern gegen den Preisverfall bei der Milch. Die Landwirte bangen um ihre Existenz - und fordern staatliche Eingriffe. Doch die Politik ist uneins.

München (dpa) - Die deutschen Milchbauern haben angesichts des Preisverfalls bei der Milch erneut staatliche Eingriffe gefordert. Der Präsident des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM), Romuald Schaber, wiederholte in der «Passauer Neuen Presse» (Dienstag) seine Forderung nach einer Deckelung der Milchmenge.

«Die Situation ist mehr als bedrohlich. Jeder weiß, dass bei 25, 26 Cent je Liter Milch die Kosten nicht einmal annähernd gedeckt werden können», sagte Schaber. «Die Produktionskosten liegen in Deutschland in den günstigsten Regionen bei 40 Cent je Liter und in Bayern bei 50 Cent.» Seit Anfang vergangener Woche haben Landwirte bundesweit bei Staffelfahrten auf ihre Probleme aufmerksam gemacht, am Dienstag sollte es eine große Abschlusskundgebung in München geben.

Zu der Aktion erwartet der BDM mehr als 2000 Bäuerinnen und Bauern mit Hunderten Traktoren auf dem Münchner Odeonsplatz. Der Milchviehhalter-Verband macht für den Preisverfall das derzeitige Überangebot an Milch verantwortlich und fordert ein vorübergehendes Verbot der Überproduktion durch die Europäische Union. Wer weniger Milch herstelle, solle dafür einen finanziellen Ausgleich erhalten.

Der Auszahlungspreis, den die Milchbauern von den Molkereien erhalten, ist nach BDM-Angaben seit Ende 2013 im Schnitt von 41 auf 28 Cent pro Kilogramm Rohmilch gefallen. Viele der bundesweit rund 80 000 Milchbauern bangen wegen stark gesunkener Einnahmen um ihre Existenz.

Die Politik allerdings ist uneinig, mit welchen Maßnahmen sie gegen den Milchpreisverfall in Europa vorgehen soll. Nach einem Treffen von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) mit seinen französischen und polnischen Amtskollegen, Stéphane Le Foll und Marek Sawicki, am Montag wurde deutlich, dass Frankreich eine Intervention am Markt anstrebt. Schmidt lehnt dies ab. Am 7. September beraten die Agrarminister der EU auf einem Treffen die Lage der Bauern.

Schmidt rechnet mit einer zeitlich begrenzten Krise: «Zurück zu einer staatlich regulierten Produktion wollen wir nicht.» Er sieht vor allem in einer befristeten Lagerhaltung sowie in einer Exportförderung und vorgezogenen Direktzahlungen an die Bauern - unter anderem für Natur- und Umweltschutz - Möglichkeiten, die Krise kurzfristig und maßvoll zu beeinflussen.

Di, 2015-09-01 06:45
Caracas (dpa)

Der Jamaika-Brief und die trübe Gegenwart Von Georg Ismar, dpa

Vor 200 Jahren wurde die Vertreibung der spanischen Kolonialmacht aus Südamerika eingeleitet. Der «Befreier» Simón Bolívar entwarf mit den Briten in der «Carta de Jamaica» einen Masterplan - doch der ging nicht ganz auf. Heute ist es schlecht um sein Erbe bestellt.

Caracas (dpa) - Er ist gerade einmal 32 Jahre alt. Aufgewühlt. Simón Bolívar sieht eine historische Chance, jetzt wo Europa durch Napoleon in Unordnung geraten ist. Weg mit den spanischen Kolonialherren, die seit Kolumbus über 300 Jahre die Völker Südamerikas unterjocht haben. Die Französische Revolution ist das Vorbild: In vielen Wappen der Länder Südamerikas findet sich heute die Jakobinermütze als Symbol des Freiheitskampfes.

Bolívar sucht Verbündete. Rastlos ist er in Jamaika angekommen, vor den Spaniern geflohen, die erste Unabhängigkeitsbestrebungen in Kolumbien noch einmal zurückschlagen konnten. Er wendet sich an den Briten Henry Cullen. Die «Carta de Jamaica», die in dieser Zeit entsteht und am 6. September 1815 vollendet wird, wird zu einer Art Manifest für die Vertreibung der Spanier - mit britischer Hilfe. Vor allem für die Zeit danach.

«Es ist eine grandiose Idee, aus der gesamten Neuen Welt eine einzige Nation bilden zu wollen», bringt Bolívar zu Papier. «Da sie einen Ursprung, eine Sprache, einheitliche Gebräuche und eine Religion hat, müsste sie auch nur eine einzige Regierung haben, die einen Bund mit verschiedenen zu bildenden Staaten schließt.»

Zugleich muss er damals schon einräumen, dass eine «Gran Patria» - ein großes einiges Vaterland - kaum möglich sei. Unterschiedliche Lagen, gegensätzliche Interessen und unähnliche Charaktere würden Südamerika zu sehr teilen. Doch Bolívar hofft auf einen Staatenkongress: Eine Art Vorläufer der EU, der eine friedliche und eigenständige Entwicklung Südamerikas sichern soll.

Bolívar wird 1783 im heutigen Venezuela geboren. Er gehört zur wohlhabenden kreolischen Oberschicht der in Südamerika geborenen Nachfahren von Spaniern. Durch die französische Revolution und die folgenden Kriege wird Spanien so destabilisiert, dass auch die Kontrolle in Übersee verloren geht. «Die napoleonische Invasion in Spanien führte zu einer Verstärkung der amerikanischen Unabhängigkeitsbestrebungen», betont der Politologe Nikolaus Werz.

Doch warum ist die «Carta de Jamaica» - neben Einblicken in Bolívars Pläne und sein dem Liberalismus nahestehendes Gedankengut - als historische Quelle so wichtig? Sie zeige, welche politische Macht Bolívar in seinen Kampf gegen die spanischen Restaurationsversuche unterstützte, meint der an der Universität St. Augustine in Trinidad und Tobago lehrende österreichische Historiker Christian Cwik.

Nämlich: die Briten. Sie spielten laut Cwik ein doppeltes Spiel. Beim Wiener Kongress - der nach den napoleonischen Kriegen Europa neu ordnete - sei London im Gleichschritt mit den anderen europäischen Mächten gegen die revolutionären Bewegungen in den Kolonien aufgetreten. Doch in Südamerika unterstütze London Bolívar auf indirektem Wege: Die Logistik für Aufrüstung und Aufbau einer Befreiungsarmee Bolívars übernahmen Freimaurer - wodurch Großbritannien offiziell im Hintergrund bleiben konnte.

«Ziel war es, den Freihandel im befreiten Amerika durchzusetzen und die Rückkehr des spanischen Monopolhandels zu verhindern», sagt Cwik. Das sei aufgegangen.

Denn ab 1819 erringt der «Befreier» Amerikas signifikante Geländegewinne in seiner Heimat. Er gründet das unabhängige Groß-Kolumbien und wird 1821 auch der erste Präsident des Territoriums, welches das heutige Venezuela, Panama, Kolumbien und Ecuador umfasst - und seinen Visionen von Jamaika relativ nahe kommt. Und: Großbritannien wird erster Handelspartner Groß-Kolumbiens. Aus Sicht Cwiks schafften es die Briten, so dauerhaft den Einfluss in Amerika zu stärken.

Der Unabhängigkeitsdrang lässt Bolívar noch gen Süden in Richtung Peru vorstoßen. Mit Hilfe von General Antonio José de Sucre werden die Spanier endgültig geschlagen. Das 1825 unabhängig gewordene Bolivien benennt sich nach Bolívar - und die Hauptstadt nach Sucre.

Aber rasch kommt es überall zu Fragmentierung und Konflikten. Nach Bolívars frühem Tod 1830 zerbricht wenig später auch sein Groß-Kolumbien in mehrere Staaten. Fast überall reiht sich ein Putsch an den nächsten, statt einem Band der Einheit dominieren machtgierige «Caudillos» (Anführer). Seine Visionen bleiben Visionen.

Bis heute werden Bolívars Ideen verehrt. Doch die Realität sieht anders aus: Anno 2015 verheddern sich die Staaten des früheren Groß-Kolumbiens in Konflikten. Nachdem jüngst an der Grenze zu Kolumbien drei venezolanische Soldaten verletzt worden sind, gab Präsident Nicolás Maduro rechten kolumbianische Paramilitärs die Schuld. 1100 Kolumbianer wurden ausgewiesen, die Botschafter beider Staaten zurückgerufen. Und die Grenze zwischen Cúcuta und San Antonio de Táchira wurde geschlossen. Dabei trägt die Kolumbien und Venezuela verbindende Grenzbrücke einen besonderen Namen: «Simón Bolívar».

Geht doch!

Hoffnung für Hähnchen

Biobrütereien in der Alpenrepublik beenden ab 2017 das massenhafte Kükentöten
 

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Da männliche Küken später keine Eier legen, werden sie direkt nach dem Schlupf getötet. Damit wollen österreichische Biobrütereien spätestens ab 2017 Schluss machen: Im Nachbarland einigten sie sich mit dem Biodachverband und dem Lebensmitteleinzelhandel darauf, in Zukunft Bioeier nur noch dann als „bio“ zu kennzeichnen, wenn Henne und Hahn aufgezogen werden. Gelingen soll das mit einer robusten Legerasse, deren Brudertiere bei der Mast Fleisch ansetzen, wenn auch langsamer und weniger als sonst üblich. Die Branche rechnet mit Mehrkosten von zwei bis drei Cent pro Ei. Die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ hat die landesweite Lösung mit auf den Weg gebracht und hofft nun, dass diese wegweisend für ganz Europa sein wird. In Deutschland gibt es bislang nur kleine Projekte wie etwa die „Bruderhahn-Initiative“ oder „Ei-Care“. Doch auch hierzulande bewegt sich etwas: Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) will das Kükensterben mithilfe der Geschlechtsbestimmung im Ei beenden. Noch ist diese Technik nicht marktreif – und laut Deutschem Tierschutzbund auch nicht ausreichend: „Wir müssen das System ändern, dafür brauchen wir andere Zuchtlinien und andere Haltungssysteme.“
 

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New York: Essen als Chance
Frisch aus dem Knast entlassenen Jugendlichen gibt das Sozialprojekt „Drive Change“ in New York City eine Perspektive: Im Team des mobilen „Snowday Food Truck“ schnippeln sie Gemüse, braten Hühnchen und bieten verschiedene Mittagessen an. Die jungen Menschen verdienen ihr eigenes Geld – für manche ist es der erste legale Job. Vor allem soll ihnen die Arbeit bei der Integration helfen, denn bisher werden zwei von drei jugendlichen Straftätern innerhalb von drei Jahren rückfällig.
snowdayfoodtruck.com

Italien: Soli-Kaffee
Von Neapel aus geht eine solidarische Idee um die Welt: Gäste können einen Kaffee bestellen – und zwei zahlen. Den Gratiskaffee bekommt irgendwann ein Obdachloser, der sich ein Heißgetränk nicht leisten kann. In Neapel wird diese Tradition schon seit mehr als hundert Jahren in der Weihnachtszeit gepflegt. Inzwischen gibt es die Geste der Nächstenliebe in fast 20 Ländern. Auch in Deutschland besteht in einigen Lokalen die Möglichkeit, einen Kaffee zu spenden.
coffeesharing.com

San Francisco: Warnung vor Limo
Werbeanzeigen für Softdrinks müssen laut Beschluss des Stadtrats von San Fransisco künftig mit Warnhinweisen versehen werden. So soll der Verbraucher erfahren, dass der zugesetzte Zucker Fettleibigkeit, Diabetes und Karies verursachen kann. Ein solches Warnlabel könnte es auch landesweit geben, die Demokraten haben einen entsprechenden Gesetzentwurf für den US-Staat Kalifornien eingereicht. Schon im vergangenen Jahr hatte Berkeley dem hohen Zuckerkonsum den Kampf angesagt. Als erste US-Stadt besteuerte die Nachbarin San Franciscos im November 2014 zuckerhaltige Getränke.
 

Geht doch!

Drohnen als Förster

Unbemannte Flugkörper sollen pro Jahr weltweit eine Milliarde Bäume pflanzen

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Jährlich werden auf der Erde rund 26 Milliarden Bäume gefällt. Der ehemalige Nasa-Ingenieur Lauren Fletcher nimmt den Kampf gegen die globale Entwaldung auf. Um den Schwund wettzumachen, entwickelte seine in Oxford ansässige, gemeinnützige Firma Bio Carbon Engineering eine innovative Drohne. Diese scannt auch unzugängliche Gegenden, kartografiert baumlose Regionen und bestimmt die Bodenart. Zusammen mit Ökologen entscheidet das Unternehmen, welche Bäume wo gepflanzt werden. Dann wird der Flugkörper ein zweites Mal losgeschickt. Per Druckluft schießt er kleine Saatgut-Kapseln in den Boden. Die Kapseln sind biologisch abbaubar und schützen das keimende Saatgut in der ersten Zeit. „Der industriellen Waldvernichtung können wir nur mit industrieller Aufforstung begegnen“, ist Fletcher überzeugt. Das Projekt befindet sich in der Entwicklungsphase, erste Tests sind im Laufe des Jahres geplant. Obwohl dem britischen Start-up noch Investoren fehlen, hofft Fletcher, dass die Firma schon bald Regierungen für Aufforstungsprojekte begeistern und jedes Jahr eine Milliarde Bäume pflanzen kann.
biocarbonengineering.com

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Frankreich: Wegwerfverbot für Essbares
Mit einem Ende Mai verabschiedeten Gesetz will die französische Nationalversammlung die Verschwendung von Lebensmitteln eindämmen: Große Supermärkte werden verpflichtet, überschüssige Produkte künftig an gemeinnützige Einrichtungen zu spenden. Für Menschen ungeeignete Reste können laut Beschluss des Parlaments auch kompostiert oder als Tierfutter verwendet werden. Dabei wandern in Frankreich pro Person und Jahr „nur“
bis zu 30 Kilogramm ungenutzt in den Müll. Hierzulande fallen pro Kopf und Jahr rund 82 Kilo Essensabfälle an.
 

Münster: Pestizidfreie Kommune
Seit 1989 dürfen in Münster auf kommunalen Flächen der westfälischen Stadt keine Pestizide mehr eingesetzt werden. Sprießendes Unkraut wird mit Heißluftwalzen oder Wildkrautbürsten entfernt. Diese Verfahren sind zwar aufwendiger und teurer, aber giftfrei. Dank einer Beratung durch den BUND verzichten inzwischen etliche Kommunen auf Pestizide. Dem Vorreiter Münster folgten zum Beispiel Saarbrücken, Tübingen und Bielefeld.
bund.net/pestizidfrei

Berlin: „Berliner Pflanze“
Heimischen Dünger stellen die Berliner Wasserwerke her, indem sie Phosphat aus Klärschlamm zurückgewinnen. Der Wasserversorger verkauft das recycelte Düngemittel unter dem Namen „Berliner Pflanze“ an Landwirte. Das Verfahren haben sich die Ingenieure patentieren lassen. Es dürfte weltweit auf Nachfrage stoßen, denn die globalen Phosphatvorräte gehen zur Neige.
bwb.de/berlinerpflanze
 

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

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Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

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Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

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Di, 2015-09-01 07:52
München (dpa)

Gründe für den Milchpreisverfall

München (dpa) - Erneut protestieren Bauern gegen den Verfall der Milchpreise. Mehrfach trafen solche Krisen die Landwirte in den vergangenen Jahren. Diesmal liegt der Preissturz vor allem an der Abschaffung der Milchquote. Seit April schreibt die EU den Bauern nicht mehr vor, wie viel sie produzieren dürfen. Jetzt ist zu viel Milch auf dem Markt und das Überangebot drückt den Preis.

Hinzu kommt Russlands Einfuhrverbot für europäische Milchprodukte, der russische Markt ist europäischen Landwirten derzeit verschlossen. Auch in China ist die Nachfrage nach Milch aus Europa verhalten. Für einen Liter Milch bekommen die deutschen Bauern zurzeit nur rund 26 Cent. Sie fordern 40 Cent, um kostendeckend produzieren zu können.

Darunter leiden Bauern quer durch Europa. Auch in anderen Ländern gab es in den vergangenen Wochen immer wieder Proteste und Forderungen nach politischer Unterstützung und vor allem finanzieller Hilfe. EU-Landwirtschaftskommissar Phil Hogan bereitet ein Sondertreffen der europäischen Agrarminister am 7. September vor.

Di, 2015-09-01 06:33
München (dpa)

Hunderte Flüchtlinge am Morgen in München erwartet

München (dpa) - Erneut sind Flüchtlingszüge aus Ungarn auf dem Weg zum Münchner Hauptbahnhof. Die Bundespolizei rechnet im Laufe des Morgens mit der Ankunft Hunderter Menschen, wie ein Sprecher sagte. Nach der Ankunft eines Zuges gegen 01.00 Uhr habe es zunächst eine Pause gegeben, ehe in den frühen Morgenstunden wieder erste Züge anrollten. Die Lage am Hauptbahnhof sei ruhig gewesen.

Etwa 1600 Flüchtlinge sind am späten Montagabend auf dem Weg nach Deutschland am Bahnhof in Salzburg angekommen, wie ein Sprecher der Landespolizeidirektion sagte. Ehe sie am Dienstagmorgen mit den ersten Zügen nach München weiterreisen konnten mussten sie jedoch die Nacht am Bahnhof verbringen. Gegen 04.00 sei schließlich der erste Zug gestartet.

Am Montag hatte die ungarische Polizei am größten Budapester Bahnhof aufgehört, Flüchtlinge am Besteigen der Züge Richtung Westen zu hindern. Im ersten Zug waren am Abend rund 400 Flüchtlinge. Knapp die Hälfte von ihnen wurde bereits in Rosenheim zur Registrierung in eine ehemalige Kaserne gebracht. Etwa 200 konnten nach München weiterreisen. Am Abend erreichten erneut Züge den Münchner Hauptbahnhof.

Di, 2015-09-01 07:08
Beirut (dpa)

in der Überschrift) UN bestätigen Zerstörung des Baaltempels in Palmyra

Beirut (dpa) - Die Zerstörung des Baaltempels durch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im syrischen Palmyra ist nach Einschätzung der Vereinten Nationen aufgrund von Satellitenbildern bewiesen. Die Satelliten-Analyse von Unosat bestätige, dass das Hauptgebäude des Tempels zerstört sei, teilte die UN-Organisation in der Nacht zum Dienstag im Kurznachrichtendienst Twitter mit. Dem britischen Sender BBC sagte der Manager der UN-Agentur Unosat, Einar Bjorgo, am frühen Dienstagmorgen, die Bilder zeigten dass das Hauptgebäude des Tempels zerstört sei. Das gelte auch für die Säulenreihe in der Nähe.

Aktivisten hatten berichtet, die Extremisten hätten den rund 2000 Jahre alten Baaltempel gesprengt. Der IS kündigte an, weitere Tempel und andere einzigartige Altertümer in Schutt und Asche zu legen. Die Zerstörung gehe bis zum letzten Gebäude weiter, zitierte die syrische Oppositionsseite Masar Press einen Anhänger der Extremisten.

Der weltberühmte Baaltempel aus römischer Zeit bildet den größten Komplex in dem Unesco-Weltkulturerbe. Erst vor einer Woche hatten Aktivisten gemeldet, der IS habe in Palmyra den rund 2000 Jahre alten Tempel Baal Schamin gesprengt. Der IS hatte Palmyra Ende Mai eingenommen, nachdem zuvor Regierungstruppen niedergekämpft worden waren. Seitdem herrscht weltweit Sorge, dass die Extremisten die historischen Stätten als «Zeugnisse der Vielgötterei» nach und nach zerstören - so wie sie es bereits im Nordirak mehrfach getan haben.

Di, 2015-09-01 07:53
Singapur (dpa)

Ölpreise geben Zuwächse teilweise wieder ab

Singapur (dpa) - Die Ölpreise haben am Dienstag einen Teil ihrer am Montag erzielten Gewinne wieder abgegeben. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Oktober 52,60 US-Dollar. Das waren 1,55 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 1,52 Dollar auf 47,68 Dollar.

Trotz der deutlichen Verluste haben die Ölpreise in den vergangenen Tagen stark zugelegt. Seit Donnerstag summieren sich die Gewinne auf etwa acht Dollar. Als Grund nennen Beobachter die tendenziell etwas weniger schlechte Börsenstimmung, nicht zuletzt in China.

Allerdings gab es am Dienstag einen Rückschlag, weil chinesische Wirtschaftsdaten abermals eine Konjunkturabschwächung andeuteten. Mit den asiatischen Börsen geriet auch der Rohölmarkt unter Druck.

Di, 2015-09-01 06:00
Düsseldorf (dpa)

Das Geschäft mit den Flüchtlingsunterkünften Von David Fischer, dpa

Wer Wohnungen an Flüchtlinge vermietet, passt pauschal in keine Schablone. Die einen betreiben Modellprojekte, die anderen effiziente Geschäfte. Und manche machen aus der Not von Menschen gnadenlos Profit.

Düsseldorf (dpa) - Lächelnde Kinder mit strahlend weißen Zähnen. Ein schwarzhäutiger Jugendlicher, der mit einem Asiaten und einer Europäerin posiert. Die Welt ist im Einklang, zumindest auf den Internetseiten der Betreiber von Flüchtlingsunterkünften. Mit der Realität in vielen deutschen Wohnstätten, mit den müden Gesichtern und den ausgezehrten Körpern, haben diese Bilder nur wenig zu tun.

800 000 Menschen werden in diesem Jahr nach Schätzungen des Bundesinnenministeriums in Deutschland Schutz suchen. In Zeiten steigender Flüchtlingszahlen haben sich die Betreuung von Asylbewerbern und der Betrieb von Unterkünften als lohnenswerte Einnahmequelle etabliert. Aber Privatfirmen stehen unter besonderer Beobachtung. Sie tragen Namen wie Human-Care - oder European Homecare. Die Firma aus Essen gilt als Marktführer im Betrieb von Flüchtlingsunterkünften. Nach eigenen Angaben versorgt der private Heimbetreiber momentan rund 5000 Asylbewerber in 50 Einrichtungen.

Das macht sich auch in der Bilanz bemerkbar. Bereits von 2012 auf 2013 machte der Umsatz des Unternehmens einen Sprung um 72 Prozent auf rund 16,7 Millionen Euro, der Gewinn legte um deutlich mehr als das Doppelte von 585 000 auf mehr als 1,4 Millionen Euro zu. «Der Anstieg erklärt sich durch die gestiegene Zahl an Asylbewerbern sowie die Sicherung neuer Projekte», heißt es in der im Bundesanzeiger veröffentlichten Bilanz von European Homecare. «Das Marktumfeld ist aufgrund der gestiegenen Zustände etwas günstiger geworden.» Aktuelle Zahlen gibt es zwar nicht, sie dürften aber deutlich höher liegen.

Über öffentliche Ausschreibungen für Flüchtlingsunterkünfte informiert das Onlineportal TED der EU. Und eine Analyse dieser Aufträge zeigt: Wer das billigste Angebot abgibt, erhält oft den Zuschlag. Auch bei den Behörden muss es dieser Tage etwas rascher zur Sache gehen, da werden auch mal einzelne Anbieter abtelefoniert, wie aus Verwaltungskreisen zu hören ist. Von «Verhandlungsverfahren ohne Aufruf zum Wettbewerb» oder von «zwingender Dringlichkeit» ist zu lesen, wenn Beamte die Wahl zu einem Schnellverfahren begründen.

Im Frühjahr suchte zum Beispiel ein Landkreis in Thüringen einen Betreiber einer Asylbewerberunterkunft für 210 Bewohner. Anzahl der eingegangenen Angebote: eins. Zuschlagskriterien: Niedrigster Preis. Der Auftrag in Höhe von drei Millionen Euro ging an Human-Care GmbH, eine Firma aus Bremen. Auch in Wolfsburg kassiert das Unternehmen seit Anfang des Jahres mehr als 300 000 Euro jährlich für die Betreuung einer Containeranlage von Asylbewerbern.

Sein Unternehmen nutze keinesfalls eine aktuelle Notlage aus, betont Human-Care-Geschäftsführer Holger Wollesen. Er verweist auf die «langjährige Erfahrung», die «qualifizierte Betreuung» und «gut ausgestatteten Wohnraum». Kurze Dienstwege, rasche Entscheidungen, umfangreiche Beratung - als privates Wirtschaftsunternehmen könne Human-Care «schnell agieren».

Doch längst mischen auch gnadenlose Profiteure mit im Geschäft. Nach einem Bericht von «NDR Info» hatte in Elmshorn (Schleswig-Holstein) ein Immobilienmakler dem Sozialamt angeboten, Flüchtlinge für 23,90 Euro pro Tag in einem Wohnblock unterzubringen - ein Vielfaches des regulären Mietpreises.

In Duisburg grassiert ein anderes Problem. Geschäftstreiber kaufen baufällige Schrott-Immobilien für einen Bruchteil und vermieten sie zu horrenden Preisen an Flüchtlinge weiter. Einer syrischen Familie nahm ein Vermieter für eine heruntergekommene Wohnung 636 Euro ab - 50 Cent unter der Mietgrenze, wie ein Betroffener der «WAZ» berichtete. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kündigte bei ihrem Besuch im Duisburger Problemviertel Marxloh an, gegen zwielichtige Unternehmer vorzugehen und Gesetzeslücken zu prüfen. «Menschen werden praktisch wie Ware behandelt und ausgebeutet», sagte sie.

«Die junge Flüchtlingsindustrie lockt mit traumhaften Renditen von bis zu 20 Prozent pro Jahr» - das ziehe Glücksritter an, sagt der mittelfränkische Immobilienentwickler Markus Gildner. Von der Sanierung von Altlasten über das Dickicht der Verwaltungsparagrafen: Die Unterbringung von Flüchtlingen sei kein Geschäft für Anfänger, berichtet der Investor nach eigener Erfahrung.

Kopfpauschalen von 30 Euro pro Tag seien für potenzielle Betreiber zwar verlockend. Jedoch könnte sich die Flüchtlingsbetreuung auch als finanzielles Desaster herausstellen. Nach Abzug von Nebenkosten, Energieverbrauch, Reparaturen und Steuern bliebe nicht viel übrig - außer man sei als Betreiber spezialisiert. Und das seien nur wenige.

Gildner startete im vergangenen Jahr die private Initiative «The Peoples Project». Seine Idee: Für Flüchtlinge günstige Reihenhäuser bauen statt sie in baufälligen Gebäuden unterzubringen. Sie sollen sich dadurch besser integrieren, und die Gebäude können später weitergenutzt werden. Seit Mai wird am Pilotprojekt in Eckental (Bayern) zwischen Erlangen und Nürnberg gebaut. 60 Flüchtlinge sollen bald in sechs Reihenhäusern unterkommen.

In Berlin indes geriet ein Betreiber von Flüchtlingsheimen zuletzt in die Kritik. Wegen überhöhter Rechnungen fordert die Stadt von der Professionellen Wohn- und Betreuungsgesellschaft (PeWoBe) mehr als 162 000 Euro zurück. Das Unternehmen soll Geld für Personal abgerechnet haben - das aber tatsächlich gar nicht gearbeitet hat. Die Vorwürfe seien aus der Luft gegriffen, sagt indes Firmenchef Helmuth Penz. Einem Medienbericht zufolge will er sich nun verstärkt auf das Geschäft mit Unterkünften für Obdachlose konzentrieren.

Das hat auch mit der Wohnungssuche für Flüchtlinge zu tun: Berlin gibt nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Soziales täglich bis zu 50 Euro für die Unterbringung eines Flüchtlings - etwa in einem Hostel - aus, wenn Notunterkünfte oder andere Einrichtungen belegt sind. Dadurch schießen die Preise für die Zimmer in die Höhe. Mittlerweile seien Flüchtlinge einigen Betreibern willkommener als Obdachlose, für die sie 25 Euro pro Tag kassieren, berichtet der «Tagesspiegel».

Die Flüchtlingshilfsorganisation Pro Asyl sieht da Geschäftsgebaren privater Betreiber kritisch. «Es muss das Ziel der Politik sein, zu verhindern, dass sich einige an den Notlagen von Menschen eine goldene Nase verdienen», sagt Vize-Geschäftsführer Bernd Mesowic. Im Vergleich mit dem staatlichen Wohnungsbau und seinen langwierigen Verfahren hätten Privatfirmen zwar auch Vorteile: Sie könnten Häuser in vergleichsweise kurzer Zeit errichten und Wohnungen dann anbieten, wenn Kommunen sie am Nötigsten brauchen, meint Mesowic. Allerdings bleibe ein Risiko, wenn etwa windige Geschäftsleute rasch Kasse machen wollten ohne Rücksicht auf Bau- und Hygienevorschriften.

Nach Meinung von Pro Asyl hat der Bund es in den vergangenen Jahren verpasst, genügend Wohnungen zu schaffen. In vielen größeren deutschen Städten steigen die Mieten rasant an. Auch der Deutsche Mieterbund fordert, dass bis Ende 2017 eine Million Wohnungen - darunter 250 000 für sozial Bedürftige - zusätzlich entstehen.

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) mahnt: Die Qualität dürfe dabei nicht zu kurz kommen. Wenn neue Unterkünfte für Flüchtlinge entstehen, sollten sie so gebaut werden, dass sie später Bedürftige auch als Sozialwohnungen nutzen können. Bis dahin seien jedoch viele Kommunen auf private Betreiber angewiesen - und säßen damit am «kürzeren Hebel», sagt Pro-Asyl-Sprecher Mesowic.

Di, 2015-09-01 05:30
München (dpa)

Reichweite, Infrastruktur, Preis - E-Autos bleiben Nischenfahrzeuge Von Roland Losch, dpa

Die Fahrer von Elektroautos können sich als Vorreiter fühlen. Nicht nur, weil sie an der Ampel fast jeden Benziner abhängen. BMW und Tesla werben mit ganz unterschiedlichen Konzepten um Käufer. Und haben doch drei gemeinsame Probleme.

München (dpa) - Stolz sitzt der Dreikäsehoch am Steuer des BMW i8. Sein Papa fotografiert durch die offene Flügeltür des Sportwagens. Plötzlich springt der Kleine heraus und stürmt auf eine Kundenberaterin zu: «Wie viel fährt der?» Im Münchner BMW-Pavillon für Elektromobilität hinterm Stachus ist ebenso wie im Tesla-Store am Viktualienmarkt viel von Nachhaltigkeit die Rede. Aber am Schluss geht es doch meistens um ganz andere Dinge - da unterscheidet die E-Autos kaum etwas von herkömmlichen Benziner- oder Diesel-Modellen. Ansonsten aber haben die Elektro-Fahrzeuge noch deutlichen Nachholbedarf, meinen Fachleute.

Hoher Preis, geringerer Nutzen: Für die meisten Autokäufer seien E-Autos heute kein Thema, sagt Autoexperte Stefan Bratzel von der Fachhochschule der Wirtschaft Bergisch Gladbach. «R.I.P.: Reichweite, Infrastruktur, Preis - solange das nicht gelöst ist, ruht die E-Mobilität in Frieden», so der Professor. Auch Christoph Stürmer, Autoexperte bei der Unternehmensberatung PWC, sieht E-Autos aktuell als Nischenfahrzeuge: Eher für Betuchte mit Bahn-Netzkarte, Lufthansa-Meilenkarte und anderen Autos in der Garage. Der Kundenkreis hat auch andere Fragen - etwa, ob die Golftasche auf die Kindersitze passt.

Im BMW-i-Pavillon waren schon der Prinz von Dänemark und Sternekoch Eckart Witzigmann, prominente Fußballer und Filmgrößen zu Besuch, wie Schauraum-Leiter Ralf Reichert sagt. Allianz-Chef Oliver Bäte fährt nach eigenen Worten den kleinen i3 als Dienstwagen.

«Ich verkaufe auch ein Image», sagt Reichert. Mit Solaranlage auf dem Haus lasse sich der i3 klimafreundlich betanken, die Türverkleidung ist aus Pflanzenfasern, die Sitze können mit Recyclingstoff bezogen werden - oder mit Leder. Ein junger Araber im FC-Bayern-Trikot zeigt auf den i8 und hält Reichert ein Smartphone mit dem Foto des gleichen Wagens in grün vor die Nase: «Mein Auto! In den Emiraten.»

Auf solche Eindrücke zielt auch Tesla: «Ein Auto ist für viele die emotionalste Sache, die man kaufen kann», sagt Tesla-Store-Manager Benedikt Bucher. Viele Interessenten, die in den Laden kommen, seien bereits gut informiert. «Die wollen sich das mal live anschauen, mal reinsitzen und fahren.»

So wie Stephanie Schwindhammer aus dem Allgäu. Mit Mann und Kindern hat sie eben eine Probefahrt in einem Tesla absolviert. «Mir hat gefallen, dass er so leise war. Sehr geräumig innen.» Aber: «Ich war skeptisch, ob das Auto noch sexy ist, wir sind eine gewisse Kraft gewöhnt.» Der Vorführwagen von Tesla hat 700 PS. «Die Beschleunigung ist beeindruckend», lobt Schwindhammer. Aber ob sie ihn kauft? Da ist sie noch unentschlossen.

Laut Kraftfahrt-Bundesamt hat Tesla im ersten Halbjahr in Deutschland knapp 700 Autos verkauft. Der BMW i3 fand rund 1000 Käufer, der i8 etwa 250. Insgesamt machten Elektrofahrzeuge 3 Promille der Zulassungen aus.

Tesla-Mann Bucher sagt: «Viele Leute haben Spaß an der Beschleunigung.» In drei Sekunden von 0 auf 100, das ist ein Verkaufsargument. Und außerdem auch noch «für lau laden». An den Tesla-Schnellladestationen kann der Kunde kostenlos Strom tanken. In 75 Minuten ist der Akku wieder voll.

Aber: In München gibt es keine einzige Tesla-Ladestation - in ganz Deutschland gerade mal 46. Reicht das? «Die Frage nach der Reichweite kommt natürlich immer», räumt Bucher ein. Das Spitzenmodell fährt etwa 500 Kilometer weit - unter idealen Bedingungen. Wenn der Käufer der zwischen 75 000 und 150 000 Euro teuren Autos aber Vollgas gibt, Klimaanlage oder Heizung aufdreht und auch noch Radio oder Scheibenwischer anmacht, geht schon nach der halben Strecke der Saft aus. Notfalls kann der Tesla auch an einer normalen Steckdose aufgeladen werden. Ein Mal abschleppen ist im Kaufpreis mit drin.

Täglich bis zu 1500 Besucher kämen in den BMW-Schaupavillon für Elektromobilität, auch viele Touristen, sagt Reichert. An den Ladestationen stehen zwei i3 für Probefahrten bereit. «Wer gefahren ist, ist 100 Prozent begeistert.» Der Kleinwagen sei spritzig und finde überall einen Parkplatz: Ein ideales Stadtauto. Aber mit bis zu 160 Kilometer Radius sei er nicht für den Wochenendtrip zum Gardasee geschaffen. An einer normalen Steckdose lädt er über 10 Stunden. «Für manchen ist das Konzept tatsächlich nicht nutzbar», meint Reichert.

Der Wagen werde von umweltbewussten Familien gekauft, von Behörden oder als Zweitwagen. Das Basismodell kostet 34 950 Euro, mit Zusatzausstattung kommt man aber leicht auf 45 000 Euro, ein i8 ist sogar erst ab 130 000 Euro zu haben. «Wenn sie den Preis hören, schlucken manche», sagt Reichert.

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À la Saison

Royale Reneklode

(Prunus domestica subsp. italica)
Sie ist die wenig bekannte Königin der Hauspflaumen – oder zumindest eine ziemliche Prinzessin auf der Erbse. Und sie hat ihren hässlichen Namen auf keinen Fall verdient. Warum, erfahren Sie hier

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Das Deutsche verdankt dem Französischen wohlklingende Worte wie Aubergine, Bonbon und Croûton. Auch Éclair und Filet sind Einwanderer, die nicht zur Überintegration gezwungen wurden, ganz anders als die Kuvertüre und die Reneklode. Ein Wort, das sich im Mund nicht wie Steinobst, sondern wie ein Stein anfühlt und nur entfernt an seine Herkunft erinnert. Können Sie das Original aus dem Ärmel schütteln, aus der Lamäng (la main), wie der Deutsche sagt? Reine-Claude, Königin Claudia, nennen unsere Nachbarn die rare Süße. Ränklod müssten wir schreiben, wenn wir – wie im Fall der Kuvertüre – wenigstens den Klang des Wortes nachahmen wollten. Aber das wäre noch hässlicher.

Claudia von Frankreich war eine Renaissance-Dame, die Franz dem Ersten zwischen 1515 und 1524 acht Kinder gebar, jung starb und wenn vielleicht nicht den König, so doch Renekloden über alles geliebt haben soll. Es ist nicht klar, ob die Früchte möglicherweise auch nach dem Obstkundler René Claude heißen könnten. Auf jeden Fall dürften sie zu Reine Claudes Zeit der Dernier Cri (letzte Schrei) gewesen sein. Kam das aus Armenien stammende Rosengewächs – anders als das Gros der Pflaumenarten – doch nicht schon in der Antike, sondern erst im Spätmittelalter nach Europa.

Zart (délicate) wie ihre Namenspatronin und damit im Wortsinn eine Delikatesse ist die Reneklode. In der weitverzweigten Pflaumenfamilie ist sie die Prinzessin auf der Erbse: Sie ist schwer zu finden, und man erkennt sie an ihrer empfindlichen Haut. Weil sie behandelt werden will wie ein rohes Ei und schnell verdirbt, drückt sich der Handel vor ihr. Liebhaber pflanzen sie am besten im eigenen Obstgarten oder finden sie mit Glück auf dem Wochenmarkt – und auch dort nur selten. Von allen Vertreterinnen ihres Klans hat sie die kürzeste Ernteperiode. Renekloden reifen nur im Juli und August.

Doch der Beschaffungsaufwand lohnt sich. Das aprikosengroße, runde Obst, das je nach Sorte grasgrün, gelblich grün oder rötlich violett leuchtet, ist nicht nur erfrischender und saftiger als Hauspflaumen, Mirabellen und Zwetschgen, es hat dank seines würzigen Spiels von Süße und Säure auch ein intensiveres Aroma als die bürgerliche Verwandtschaft. Frisch vom Baum schmecken die im süddeutschen Raum auch Reinklaue, Ringlo oder Renglotta genannten Früchte am besten. Ihr üppiges grünweißes Fruchtfleisch ist meist fest mit dem Kern verwachsen, sodass die Verarbeitung – außer im Rezept rechts – mühsam ist. Für unverdrossene Fruchtpuler eignen sich Konfitüre (confiture) und Mus hervorragend zum Transport eines Stückchens Sommer in die kalte Jahreszeit. Renekloden passen aber auch zu Deftigem wie Wild und dunklen Soßen. Und falls es danach ein Digestif (Verdauungsschnaps) sein darf: Reneklodenbrände sind rar, aber umwerfend.

Gesund ist Ihre Majestät sowieso. Sie enthält mehr Eisen als andere Arten und viel weniger Zucker als ihr Geschmack vermuten lässt. Außerdem ist sie reich an Kalium, Vitamin A und hilft gegen Vitamin-B-Mangelsymptome wie eingerissene Mundwinkel. Und eben diese sollten wir nicht hängen lassen. Es muss doch möglich sein, eine Frucht von solcher Qualität formschön ins Deutsche zu übertragen. Die Schweizer nennen sie Edel-, die Österreicher Zuckerpflaume. Die Norweger und Italiener übersetzen unfrei: Reine-Claude und regina claudia. Und wir? Finden im Duden doch noch die alternative Schreibweise Reineclaude. Es ist nicht die empfohlene, aber bitte greifen Sie zu! Und genießen Sie den Augenschmaus. Wir schreiben doch hier auch nicht Allasäsong drüber.

Frisch vom Baum gibt's die Reneklode ab August.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen
 

À la Saison

Königliche Karotte

(Daucus carota subsp. sativus)
Viele Kinder glauben ja, dass Kühe lila sind und Möhren orange. Stimmt aber nicht. Wie ein ehedem unscheinbares Wurzelgemüse zu seinem knalligen Äußeren kam, erzählen wir hier.


 

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Früher war mehr Natur! Alles wuchs wild und frei, wie der Genpool es vorgesehen hatte. Es gab keine Bayers, Syngentas und Monsantos, die Ferkel oder Brokkoli patentieren ließen. Und Kinder glaubten noch nicht, dass Kühe lila sind. So weit, so wahr. Allerdings dachten Kinder auch zu Großmutters Zeiten schon, Möhren seien orange. Ein Irrtum! Karotten gibt es auch in den Farben weiß, gelb, rot und violett,
wie wir vom Wochenmarkt wissen, seit alte Sorten wieder modern sind.

Wilde Vorfahren der Gartenmöhre wurden möglicherweise schon vor 5000 Jahren in Asien kultiviert. Manche Forscher vermuten den Ursprung in Afghanistan, dem Iran, Irak oder Anatolien. Über Spanien und Italien soll die Doldenblütlerin nach Mittel- und Westeuropa gelangt sein. Eine Möhre in Orange wird erstmals 1721 schriftlich erwähnt – und zwar von niederländischen Gartenbauern, die große Karottenzüchter waren. In den Sandböden ihrer Heimat liegen die Wurzeln der orangen Rübe, die von gelben Sorten abstammen soll. Der Legende nach experimentierten königstreue Gärtner aus politischen Gründen mit der Farbskala: Sie wollten Wilhelm von Oranien (französisch: orange, niederländisch: oranje) für den Unabhängigkeitskampf gegen Spanien danken.

Bewiesen ist das ebenso wenig wie die Geschichte, dass Niederländer im Zweiten Weltkrieg zum Ehrentag der Königin mit royalen Rüben um die Häuser zogen. Vermutlich wäre es keinem Besatzer aufgefallen. Schließlich hatten die niederländischen Sorten „Horn“ und „Long Orange“ schon Jahrhunderte zuvor die Rübenzucht der Deutschen unterwandert. Der Name der Möhre geht auf althochdeutsche und slawische Ausdrücke für Wurzel zurück. Mit mehr als 600.000 Tonnen Erntemenge im Jahr ist sie in Deutschland Volksgemüse. Gut so. Denn sie ist die wichtigste heimische Karotinquelle. Der Farbstoff sorgt für einen gesunden Hautton, der Sonnencremes jedoch keineswegs überflüssig macht. Aus Beta-Karotin stellt der Körper Vitamin A her, das für das Sehvermögen wichtig ist. Außerdem enthalten Mohrrüben viele B-Vitamine, Vitamin C, Kalium, Kalzium und Eisen. Sie sind gut für das Immunsystem, wirken harntreibend und blutreinigend. Ihren milden Geschmack verdanken sie ihrem für ein Gemüse recht hohen Zuckergehalt, ätherischen Ölen und Fruchtsäuren.

Die zarten Möhrchen, die jetzt vom Feld kommen, haben eine so dünne Haut, dass man sie nicht schälen muss und roh knabbern kann. Der Körper kann Karotinoide allerdings besser verwerten, wenn Mohrrüben mit etwas Fett gegart werden. Sie sind eine der süßen, erdigen Grundlagen feiner Schmorküche und helfen, schwere Rotweinsoßen zu verfeinern. Die meisten Kinder lieben Möhrengemüse. Erwachsenen ist die Zuckerwurzel solo oft zu monoton.

„Karotten schätzen es, wenn man sie mit Familienmitgliedern zusammenbringt“, empfiehlt der britische Koch Nigel Slater – also mit anderen Doldenblütlern wie Kerbel, Koriander, Kreuzkümmel, Petersilie und Dill. Konsequent als Süßspeise behandeln die Schweizer Rübchen, wenn sie daraus schwere Torten (Rüeblichueche) zaubern – in der Tradition der Römer, die eine carota ebenfalls gerne mal als Dessert verzehrten.

Carota heißt „die Gebrannte“ und deutet auf ein ursprünglich feuerrotes Äußeres hin. Allerdings waren einige der in Asien kultivierten Karotten auch schon blau-blütig, bevor sie auf Holländer trafen, genauer gesagt – lila. Liebe Kinder, die Schokoladenonkels haben sich in der Spezies geirrt. Nicht die Kühe sind lila: It’s the carrot, stupid!

Neu frisch vom Feld gibt's die Karotte ab Juni, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

 

À la Saison

Schlangenmordende Schwarzwurzel

(Scorzonera hispanica)
Die Schwarzwurzel hieß noch im 17. Jahrhundert „Schlangenmord“ oder „Vipergras“. Tatsächlich ist sie eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel

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„Die Wurtzel“ sei „fleischig, saftig und voll Milch“ sowie „süß von Geschmacke, wann sie gesotten worden“, schrieb der französische Chemiker und Arzt Nicolas Lémery 1698 in ein Lexikon. Den Zeitgenossen mochte das gewagt erscheinen. War die Schwarzwurzel doch erst seit kurzem etwas zu Essen. Im Deutschen trug das neue Gemüse die Beinamen „Schlangenmord“ und „Vipergras“, die eher nach Hexenkessel als nach Eintopf klangen.

Schuld war der italienische Botaniker und Mediziner Pietro Andrea Mattioli, der die antike Heilpflanze 1544 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Der kaiserliche Leibarzt verwandte die Wurzel des Korbblütlers nicht nur gegen Wundfieber und Knochenbrüche, sondern auch „wider den Natterbiß“. Er taufte sie Scorzonera hispanica nach ihrem Herkunftsland Spanien und dem Namen einer schwarzen Giftschlange. Außerdem setzte er das Gewächs auch „wider die fallende Seuche, zu den Pocken und für die Pest“ ein, wie Lémery 150 Jahre
später notierte. Sie ist, kurzum, eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel.

„Proletenspargel“ oder „Spargel des armen Mannes“ heißt Mattiolis Zaubergemüse im Volksmund heute. Eine Delikatesse, die hierzulande – außer in Bayern – kaum groß--flächig angebaut wird. Wir importieren sie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, wo man offenbar weiß, was gut ist. In Wahrheit ist der im Inneren elfenbeinfarbene „Winterspargel“ dem Original überlegen, nicht nur was seine Länge von bis zu einem halben Meter angeht. Die kalzium-, eisen-, magnesium- und vitaminreiche Schwarzwurzel gibt es nicht nur mitten in der kalten Jahreszeit, sie ist auch robust, lagerfähig und wird nicht holzig.

Es ist richtig, dass ihre korkige Rinde beim Schälen ohne Handschuhe hässliche Flecken von großer Haltbarkeit in die Haut gerbt. Und es stimmt, dass ihr milchiger Saft klebt wie Pattex, wenn man sie – Tipp aus dem Kochbuch – erst nach dem Garen häutet. Und damit sie nicht braun anläuft, gehören etwas Zitrone und Milch ins Kochwasser. Ja, die Zubereitung der Scorzonera ist eine Zumutung. Genau das macht sie zur „alten Sorte“ und – einige Jahre nach ihrer nordamerikanischen Schwester Topinambur – zur zumindest unter Spitzenköchen wiederentdeckten Rarität.

Sei es, dass der Kopenhagener René Redzepi sie im Restaurant Noma mit Gotland-Trüffeln als Hors d’œuvre anrichtet, der spanische Molekularkoch Ferran Adrià sie zu Steinbutt serviert oder in einem Berner Grandhotel das Steak auf „seinem Bett von Schwarzwurzelragout“ kommt – sie harmoniert. Anders als der geltungssüchtige Spargel kann, aber muss sie kein Solo auf dem Teller spielen. Ganz gleich ob die Sorte „Hoffmanns Schwarzer Pfahl“, „Schwarzer Peter“ oder „Russischer Riese“ heißt – in der Schwarzwurzel verbindet sich das Beste (unbittere) des Spargels mit zarten Nussaromen und winterlicher Erdigkeit. Besonders gut schmeckt sie zu zerlassener Butter und gerösteten Semmelbröseln. Aber auch mit Béchamelsoße oder im Soufflé und selbst roh in den Salat geraspelt ist sie ein Genuss.

In Sachen Pest hat Mattioli die Wunderwurzel aber zweifellos überschätzt. Der Gelehrte starb 1577 am „Schwarzen Tod“ – und das vermutlich nicht, weil gerade keine Schwarzwurzel zur Hand war.

Neu frisch vom Feld gibt's die Schwarzwurzel ab Oktober, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Di, 2015-09-01 05:00
Hamburg/Berlin (dpa)

Foodwatch gegen Unilever - Entscheidung im Margarine-Streit erwartet

Hamburg/Berlin (dpa) - Im Streit um die cholesterinsenkende Margarine «Becel pro.activ» des Herstellers Unilever wird am Dienstag eine Entscheidung des Hanseatischen Oberlandesgerichts (OLG) erwartet. Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch wirft dem Lebensmittelkonzern vor, Nebenwirkungen dieser Margarine zu verschleiern und will ihm Äußerungen zu seinem Produkt untersagen lassen (Az: 7 U 7/13).

Der Pressesenat des Oberlandesgerichts hatte in der Verhandlung aber bereits deutlich gemacht, dass er die Entscheidung der Vorinstanz für richtig halte. Das Hamburger Landgericht hatte eine Aussage über das Lebensmittel in einer Unilever-Pressemitteilung als Meinungsäußerung und nicht als Tatsachenbehauptung bewertet.

Die Verbraucherschutzorganisation will sich noch nicht geschlagen geben. Am Montag stellte Foodwatch bei der EU-Kommission den Antrag, der Margarine die Zulassung als Lebensmittel zu entziehen. In ihrem Schreiben an den EU-Kommissar für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Vytenis Andriukaitis, heißt es: «Seit der Zulassung im Jahr 2000 sind mehrere Studien veröffentlicht worden, in denen die Sicherheit dieser Produkte infrage gestellt wird.»

Der stellvertretende Geschäftsführer von Foodwatch, Matthias Wolfschmidt, erklärte: «Auch wenn das Presserecht es nicht verhindern kann, dass Unilever Hinweise auf Nebenwirkungen leugnet, sind die entsprechenden Studien in der Welt.» Die EU-Kommission dürfe an der Zulassung nicht festhalten, wenn Zweifel an der Sicherheit der Produkte bestünden. Foodwatch bezieht sich auf Studien, die ihren Angaben zufolge nahe legen, «dass hochkonzentriert zugesetzte Pflanzensterine das verursachen könnten, was sie eigentlich verhindern sollen: Ablagerungen in den Gefäßen und damit ein erhöhtes Risiko auf Herzkrankheiten.»

Di, 2015-09-01 05:00
Osnabrück (dpa)

Krebshilfe: Rauchverbot im Auto muss auch für E-Zigaretten gelten

Osnabrück (dpa) - Die Deutsche Krebshilfe hat den Vorstoß für ein Rauchverbot in Autos, wenn Minderjährige mitfahren, unterstützt und noch nachgelegt. Ein solches Rauchverbot sollte nicht nur für herkömmliche Tabakwaren, sondern auch für elektronische Inhalationsprodukte wie E-Zigaretten gelten, sagte der Vorstandsvorsitzende Gerd Nettekoven der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Dienstag). Denn Kinder seien besonders betroffen, wenn geraucht werde.

Die Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Marlene Mortlers (CSU), hatte zuvor ein Rauchverbot innerhalb des Kinder- und Jugendschutzes vorgeschlagen, um mitfahrende Kinder vor Zigarettenqualm zu bewahren.

Nettekoven wies den Angaben des Blattes zufolge darauf hin, dass passives Inhalieren von Tabakrauch die sich entwickelnde Lunge schädige und für Kinder ein erhöhtes Risiko für Atemwegsbeschwerden und -erkrankungen sowie für Mittelohrentzündungen berge. Nicht zuletzt könne es auch zu Lungenkrebs führen.

Di, 2015-09-01 05:00
München (dpa)

Studie: Viele Flüchtlingskinder psychisch belastet

München (dpa) - Viele Flüchtlingskinder leiden einer Studie zufolge an einer körperlichen Krankheit, jedes fünfte an einer posttraumatischen Belastungsstörung. Dies ergab die Untersuchung von 100 syrischen Flüchtlingskindern in der Bayernkaserne in München. Die Ergebnisse der Studie werden am Dienstag (11.00 Uhr) in München vorgestellt.

Bei den körperlichen Erkrankungen der Kinder handele es sich oft um Karies, fehlende Impfungen und Atemwegserkrankungen. Die Autoren der Studie sehen jedoch vor allem die hohe Rate bei den psychischen Erkrankungen kritisch. «Gerade die posttraumatische Belastungsstörung ist eine große Herausforderung für uns», erklärte Volker Mall, Professor für Sozialpädiatrie an der Technischen Universität München.

Die Erlebnisse von Krieg und Folter in den Heimatländern und die oft monatelange Flucht nach Europa belasteten die Kinder in hohem Maße. Aber auch die Situation in Deutschland trage zur psychischen Belastung bei.

Viele Kinder erlebten soziale Isolation und Diskriminierung. «Hier fehlt es ganz klar an einer Willkommenskultur in Deutschland», betonte Mall. Der Mediziner plädierte dafür, den Flüchtlingskindern mehr Aufmerksamkeit zu widmen: «Kinder fallen an vielen Stellen durch die Netze. Wir fordern eine höhere Priorität der Versorgung von Familien mit Kindern.»

Am Mittwoch beginnt im Internationalen Congress Center München die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin. 3000 Ärzte beraten über neue Forschungsergebnisse und Therapiemöglichkeiten für Kinder und Jugendliche.

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate „ausgesetzt“. Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit „ausgesetzter“ Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU. 
Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen. 

ERPRESSO
Die Leere des Portemonnaies
 

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Schaurige Leistung.
Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten.

Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich.

VW. Das Böse.
 

 

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Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

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