Aktuell

filmtipp / 05.Feb 2016

Faszinierende Aufnahmen aus der Arktis

Bilder, die den Zuschauer frieren lassen und ihn dennoch in ihren Bann ziehen: Der Kurzfilm „In Between" erzählt auf poetische Weise von Moschusochsen in der norwegischen Arktis – und ihrer Bedrohung durch den Klimawandel. 

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So, 2016-02-07 09:44
Frankfurt/Main (dpa)

Pro Asyl: Verbot des Familiennachzugs bei Minderjährigen ist Skandal

Berlin/Frankfurt/Main (dpa) - Die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl hält es für verantwortungslos, den Familiennachzug auch für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge auszusetzen. «Es ist skandalös, Minderjährigen zu verweigern, mit ihren Eltern zusammenzuleben», sagte der Pro-Asyl-Geschäftsführer Günter Burkhardt der Deutschen Presse-Agentur. Kinder und Jugendliche seien besonders schutzbedürftig. Die Bundesregierung blende das aus.

«Das Motto des Innenministeriums ist: Wir machen die Gesetze so hart, wie es geht», beklagte Burkhardt. Das Innenressort nutze die Gelegenheit für jede erdenkliche Gesetzesverschärfung, ohne dass die SPD dies verhindere. Bei der Union spielten Menschenrechte offenbar keine Rolle mehr, sagte er. «Ich traue auch der SPD-Spitze im Moment keine Standhaftigkeit in Sachen Menschenrechte zu.»

Das Kabinett hatte am Mittwoch ein Gesetzespaket beschlossen, mit dem unter anderem der Familiennachzug für bestimmte Flüchtlingsgruppen für zwei Jahre ausgesetzt wird. SPD-Chef Sigmar Gabriel beklagte nun, dass dies auch für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge gelten soll, sei mit ihm nicht verabredet gewesen. Unions-Politiker reagierten irritiert und mit Unverständnis darauf.

So, 2016-02-07 09:48
Tunis (dpa)

Kampf gegen Terror: Tunesien baut Grenzwall zu Libyen fertig

Tunis (dpa) - Die tunesische Regierung hat zum Schutz vor einfallenden Dschihadisten einen 250 Kilometer langen Sandwall an der Grenze zum Bürgerkriegsland Libyen fertig gebaut. Zusammen mit Deutschen und amerikanischen Militärtechnikern werde die Barriere nun mit einem Überwachungssystem ausgestattet, berichtete die tunesische Staatsagentur Tap unter Verweis auf Aussagen des Verteidigungsministeriums vom Samstag.

Für den Bau hatte sich die Regierung nach der Terrorattacke im Badeort Sousse entschieden, bei der im Juni 38 Menschen starben. Der islamistische Attentäter soll in Libyen ausgebildet worden sein. In dem Bürgerkriegsland kämpfen zahlreiche tunesische Extremisten in den Reihen dschihadistischer Milizen. Über mehr als 500 Kilometer lange Grenze war bisher durchlässig für Waffenschmuggler und Milizionäre.

So, 2016-02-07 09:40
Berlin (dpa)

Berlins Innensenator: Straßen nicht «dem linken Mob» überlassen

Berlin (dpa) - Berlins Innensenator Frank Henkel hat die Randale vermummter Gewalttäter in Kreuzberg und Neukölln als «Terroraktionen» scharf verurteilt. Die Bilder zeigten, «dass es linken Chaoten nur um Zerstörung geht und sie vor dem Eigentum ihrer Mitbürger keinen Respekt haben», teilte er am Sonntag mit. Die Polizei ermittle auf Hochtouren, um die Täter zu ergreifen, unterstrich der CDU-Politiker. «Wir werden dem linken Mob nicht die Straßen überlassen.»

Bereits die zweite Nacht in Folge waren Maskierte randalierend durch Straßen gezogen und hatten zahlreiche Autos demoliert. In beiden Fällen gab es weder Verletzte noch Festnahmen. Der für politisch motivierte Straftaten zuständige Staatsschutz ermittelt.

In der Nacht zum Samstag hatten 20 bis 40 Maskierte auf Fahrrädern 28 Autos sowie Fensterscheiben beschädigt. In der Nacht zum Sonntag spielten sich dann ähnliche Szenen in der Neuköllner Weserstraße ab. Hier wurden 20 Autos demoliert, Zeugen sprachen von 50 bis 100 vermummten Tätern.

So, 2016-02-07 09:20
Paris (dpa)

Paris will nach nordkoreanischem Raketentest internationale Reaktion

Paris (dpa) - Frankreich verlangt nach dem Raketenstart in Nordkorea Konsequenzen. Der Start verletze Resolutionen des UN-Sicherheitsrates und sei einen Monat nach dem jüngsten nordkoreanischen Atomtest eine «sinnlose Provokation», hieß es am Sonntag aus dem Élyséepalast in Paris. «Frankreich fordert heute im Sicherheitsrat eine schnelle und harte Reaktion der internationalen Gemeinschaft.»

Nordkorea hatte in der Nacht erfolgreich eine Weltraumrakete gestartet, die den Satelliten Kwangmyongsong-4 (Leuchtender Stern) in eine Erdumlaufbahn transportierte. Darin wird ein verdeckter Test für das Atomwaffenprogramm des kommunistischen Regimes gesehen.

So, 2016-02-07 09:38
München (dpa)

Nur noch mäßige Lawinengefahr in deutschen Alpen

München (dpa) - Die Lawinengefahr in den deutschen Alpen hat sich leicht entspannt. Überall im bayerischen Alpenraum herrsche nur noch mäßige Lawinengefahr, teilte der Lawinenwarndienst Bayern am Sonntag in München mit. Auch in höheren Lagen habe sich die Schneedecke durch die milden Temperaturen zunehmend verfestigt. Dennoch könnten sich im felsdurchsetzten Steilgelände vor allem bei Sonneneinstrahlung Lawinen selbst auslösen, warnten die Experten. Zudem seien an steilen Wiesenhängen Nassschneelawinen möglich. Noch am Samstag hatte in den Hochlagen der deutschen Alpen erhebliche Lawinengefahr bestanden. In Tirol waren am Samstag fünf Menschen von einer Lawine getötet worden.

So, 2016-02-07 09:10
Düsseldorf (dpa)

Entscheidung über Düsseldorfer Rosenmontagszug fällt erst Montag

Absage oder nicht? Fast bis zur letzten Minuten wollen sich die Jecken in Düsseldorf die Entscheidung offen halten, ob sie den Rosenmontagszug wegen eines Sturmtiefs absagen. Meteorologen sind nicht sehr optimistisch.

Düsseldorf (dpa) - Beim Düsseldorfer Rosenmontagszug wollen die Organisatoren erst kurzfristig am Montagmorgen entscheiden, ob sie den Zug wegen einer Sturmwarnung absagen. Die Koordinierungsgruppe werde am Rosenmontag um 8.00 Uhr zusammenkommen und eine Entscheidung treffen, teilte das Comitee Düsseldorfer Karneval am Samstagabend mit. «Die unklare Wetterprognose lässt uns leider keine andere Wahl.» Die aktuellen Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes gaben wenig Grund zur Hoffnung.

Denn die Meteorologen korrigierten am Sonntag ihre Sturmprognose für NRW an Rosenmontag noch einmal nach oben. «Wir erwarten für den Vormittag Windstärke 8 bis 9, am Nachmittag teils auch Stärke 10», sagte die Meteorologin vom Dienst beim DWD in Essen am Sonntag.

Das Sicherheitskonzept des Düsseldorfer Karnevals sieht vor, dass der Zug ab Windstärke 8 abgesagt wird. Am Samstag hatten die Wettermodelle noch Hoffnungen geschürt, dass die Böen etwas schwächer ausfallen und gegen Mittag für einige Stunden lediglich Windstärke 7 erreichen. Davon ging der Wetterdienst am Sonntag aber nicht mehr aus. «7 ist definitiv nicht drin», sagte die Meteorologin.

Eine Absage des Düsseldorfer Zugs am Montagmorgen wäre zwar sehr kurzfristig, sagte der Sicherheits- und Organisationschef beim Comitee Carneval, Sven Gerling, am Sonntag. «Aber wenn es nötig ist, könnte man den Zug sogar noch absagen, wenn er schon losgefahren ist.» Ursprünglich sollte die Entscheidung, ob der Düsseldorfer Zug stattfindet, am Sonntagmittag fallen. Eine eigentlich geplante Pressekonferenz wurde abgesagt.

In den anderen Karnevalshochburgen gibt es keine strikte Grenze, ab welcher Windgeschwindigkeit der Zug abgesagt wird. Die Jecken in Köln wollen ihren Zug wenn irgendwie möglich auch bei starkem Wind stattfinden lassen - nur Not etwas reduziert. In Mainz wird überlegt, auf die «Schwellköppe», die überdimensionalen Pappmachéköpfe, zu verzichten.

Selbst wenn die Rosenmontagszüge stattfinden, auf ungemütliches Wetter müssen sich die Jecken allemal einstellen. Denn Tief «Ruzica» (gesprochen: Ruschiza) bringe neben Sturm auch starken, anhaltenden Regen und womöglich sogar Gewitter in die Karnevalshochburgen.

Am Sonntag waren die Bedingungen für den Straßenkarneval noch besser. In Köln sollten ab 10.30 Uhr die «Schull- un Veedelszöch» durch die Straßen ziehen. Angesichts der angespannten Sicherheitslage sollte die Kölner Polizei mit verstärkten Kräften vertreten sein. Der Zug umfasst insgesamt 8000 Teilnehmer aus 48 Schulen und 57 Vereinen. Etwa eine Viertelmillion Besucher dürften am Rand stehen und Kamelle fangen und die vielen Fußgruppen zum Durchhalten anfeuern. Die Schul- und Viertelszüge - wie sie auf Hochdeutsch heißen - gelten als die ursprünglichsten Karnevalsumzüge in Köln.

In Düsseldorf sind die Jecken in der Innenstadt unterwegs - dort zieht vor allem das Kö-Treiben auf der Königsallee viele Menschen an.

In Braunschweig wurden rund 200 000 Menschen zum größten Karnevalsumzug in Norddeutschland erwartet. Nach der Absage wegen einer Terrorwarnung im vergangenen Jahr steht der Umzug in diesem Jahr unter dem Motto «Jetzt erst recht».

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So, 2016-02-07 08:40
London (dpa)

Großbritannien droht Nordkorea nach Raketenstart Konsequenzen an

London (dpa) - Großbritannien hat Nordkorea nach dem Start einer Rakete Konsequenzen angedroht. Nordkorea sei sich bewusst, dass es damit mehrere UN-Sicherheitsrats-Resolutionen verletzt habe, sagte ein Sprecher des Londoner Außenministeriums am Sonntag. «Wir werden mit unseren Verbündeten und Partnern zusammenarbeiten, um eine robuste Antwort sicherzustellen», fügte er hinzu, ohne allerdings Einzelheiten zu nennen. Man werde Nordkorea deutlich machen, dass solche Aktionen das Land nur weiter isolieren. Die kommunistische Führung in Pjöngjang verkündete am Sonntag den erfolgreichen Start einer Trägerrakete. Diese habe einen Satelliten auf eine Erdumlaufbahn gebracht.

So, 2016-02-07 08:09
Düsseldorf (dpa)

Entscheidung über Düsseldorfer Rosenmontagszug fällt erst Montag

Düsseldorf (dpa) - Die Organisatoren des Düsseldorfer Rosenmontagsumzugs wollen erst kurzfristig am Montagmorgen entscheiden, ob sie den Zug wegen einer Sturmwarnung absagen. Die Wetterprognose sei noch zu unsicher, teilte das Comitee Düsseldorfer Karneval am Samstagabend mit. Die Koordinierungsgruppe werde am Rosenmontag um 8.00 Uhr zusammenkommen und eine Entscheidung treffen. Das sei zwar sehr kurzfristig, sagte der Sicherheits- und Organisationschef beim Comitee Carneval, Sven Gerling, am Sonntag. «Aber wenn es nötig ist, könnte man den Zug sogar noch absagen, wenn er schon losgefahren ist.» Ursprünglich sollte die Entscheidung am Sonntagmittag fallen. Eine für Sonntag geplante Pressekonferenz wurde abgesagt.

So, 2016-02-07 07:33
Seoul (dpa)

Südkorea will mit USA über Aufstellung von Abfangraketen reden

Seoul (dpa) - Nach dem nordkoreanischen Raketentest hat Südkorea den Beginn offizieller Gespräche mit den USA über die umstrittene Lieferung amerikanischer Abfangraketen angekündigt. Beide Länder hätten sich darauf geeinigt, über die Möglichkeit der Aufstellung von Raketen des Typs THAAD durch die US-Streitkräfte in Südkorea zu reden, teilte der stellvertretende Verteidigungsminister Yoo Jeh Seung am Sonntag in Seoul mit. 

Die Ankündigung dürfte vor allem China und Russland beunruhigen, die strikt gegen eine Aufstellung von THAAD-Raketen in Südkorea sind und diese als Bedrohung ansehen.

Der nordkoreanische Atomtest im Januar und der Raketentest am Sonntag hätten gezeigt, dass ein solches Abfangsystem in Südkorea nötig sei, hieß es aus dem Verteidigungsministerium in Seoul. Die USA haben in Südkorea 28 500 Soldaten als Abschreckung stationiert. Die Raketen des Typs THAAD (Terminal High Altitude Area Defense) wurden für das Abfangen ballistischer Kurz- und Mittelstreckenraketen entwickelt.  

Nordkorea verkündete am Sonntag den erfolgreichen Start einer Trägerrakete. Diese habe einen Satelliten auf eine Erdumlaufbahn gebracht. Südkorea und die USA verurteilten den Start als verschleierten Test einer militärischen Langstreckenrakete. 

Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

Großbritannien: Schlafende Konten

Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

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Geht doch!

Es muss nicht immer das Auto sein


Ein innovatives Mobilitätskonzept für Finnlands Hauptstadt Helsinki soll die Verkehrsdichte lindern und Mensch und Umwelt zugute kommen.

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Finnlands Hauptstadt will die Blechlawinen eindämmen. Aber nicht mit Verboten, sondern mit einer attraktiven Mobilitäts-App: Mit einem Klick verrät diese das optimale Verkehrsmittel für die jeweilige Route. Die Kunden können flexibel Carsharing, Leihräder, Busse, Bahnen oder auch Kleinbusse nutzen. Diese holen Passagiere nach Bedarf ab und bieten Gratis-Wi-Fi. Bezahlt werden muss nicht jeder Fahrschein einzeln, das System rechnet die Fahrten zentral ab. Bis 2025 will die Stadtverwaltung Helsinkis das innovative Konzept einführen und dadurch den öffentlichen Nahverkehr so einfach und günstig machen, dass private Autos überflüssig werden. Stadtentwickler und Verkehrsplaner schwärmen schon heute von den neuen Perspektiven für die Bewohner: Aus Parkplätzen werden Radwege, Alleen oder Fußgängerzonen und aus Parkhäusern Wohnraum. Die kommunale Verkehrsexpertin Sonja Heikkilä ist überzeugt, dass sich diese Vision realisieren lässt, zumal die junge Generation Autos nicht mehr als Statussymbol betrachte. Ein Wermutstropfen bleibt allerdings: An Konzernen wie Google führt bei dieser Mobilitätsnutzung kein Weg vorbei. Der Fahrgast wird gläsern.
hsl.fi/en/strategy

Hamburg/Dortmund: Draht nach Hause
Angeblich um eine illegale Nutzung zu verhindern, stellen die Behörden in Flüchtlingsheimen oft keinen Internetzugang bereit. Private Initiativen wie die Freifunker wollen das ändern: Sie stellen WLAN-Router zur Verfügung und ermöglichen Hunderten von Flüchtlingen, mit ihren Familien in Kontakt zu bleiben, online Deutsch zu lernen oder sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden.
freifunk.net

USA – Ölfressende Pflanzen
Biologisch abbaubare Substanzen sollen in Zukunft Ölteppiche beseitigen. Aus Pflanzen entwickelten US-Wissenschaftler einen als Phytol bezeichneten Alkohol, der den Ölfilm zusammendrängt. Die organischen Moleküle werden im Wasser gespalten und abgebaut. Aufgelegt wurde das Forschungsprogramm nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko im Jahr 2010. Finanziert hat es ausgerechnet der Mineralölkonzern BP.

Kopenhagen – Reste à la carte
Im dänischen Restaurant „Rub & Stub“ kommt seit Herbst 2014 auf den Tisch, was sonst im Müll gelandet wäre. Das nachhaltige Konzept kommt gut an – die Gäste stehen Schlange und sind gespannt darauf, welches Menü die Küchencrew aus den gelieferten Zutaten zaubert. In Amsterdam und Berlin macht das Experiment Schule. „Restlos glücklich“ heißt der deutsche Ableger. Das deutsche Start-up rief Mitte August eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben. Die Macher wollen nicht nur Lebensmittel retten, sondern auch ihre Gäste zum Nachdenken über ihren Umgang mit Nahrungsmitteln anregen.

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Geht doch!

Hoffnung für Hähnchen

Biobrütereien in der Alpenrepublik beenden ab 2017 das massenhafte Kükentöten
 

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Da männliche Küken später keine Eier legen, werden sie direkt nach dem Schlupf getötet. Damit wollen österreichische Biobrütereien spätestens ab 2017 Schluss machen: Im Nachbarland einigten sie sich mit dem Biodachverband und dem Lebensmitteleinzelhandel darauf, in Zukunft Bioeier nur noch dann als „bio“ zu kennzeichnen, wenn Henne und Hahn aufgezogen werden. Gelingen soll das mit einer robusten Legerasse, deren Brudertiere bei der Mast Fleisch ansetzen, wenn auch langsamer und weniger als sonst üblich. Die Branche rechnet mit Mehrkosten von zwei bis drei Cent pro Ei. Die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ hat die landesweite Lösung mit auf den Weg gebracht und hofft nun, dass diese wegweisend für ganz Europa sein wird. In Deutschland gibt es bislang nur kleine Projekte wie etwa die „Bruderhahn-Initiative“ oder „Ei-Care“. Doch auch hierzulande bewegt sich etwas: Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) will das Kükensterben mithilfe der Geschlechtsbestimmung im Ei beenden. Noch ist diese Technik nicht marktreif – und laut Deutschem Tierschutzbund auch nicht ausreichend: „Wir müssen das System ändern, dafür brauchen wir andere Zuchtlinien und andere Haltungssysteme.“
 

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New York: Essen als Chance
Frisch aus dem Knast entlassenen Jugendlichen gibt das Sozialprojekt „Drive Change“ in New York City eine Perspektive: Im Team des mobilen „Snowday Food Truck“ schnippeln sie Gemüse, braten Hühnchen und bieten verschiedene Mittagessen an. Die jungen Menschen verdienen ihr eigenes Geld – für manche ist es der erste legale Job. Vor allem soll ihnen die Arbeit bei der Integration helfen, denn bisher werden zwei von drei jugendlichen Straftätern innerhalb von drei Jahren rückfällig.
snowdayfoodtruck.com

Italien: Soli-Kaffee
Von Neapel aus geht eine solidarische Idee um die Welt: Gäste können einen Kaffee bestellen – und zwei zahlen. Den Gratiskaffee bekommt irgendwann ein Obdachloser, der sich ein Heißgetränk nicht leisten kann. In Neapel wird diese Tradition schon seit mehr als hundert Jahren in der Weihnachtszeit gepflegt. Inzwischen gibt es die Geste der Nächstenliebe in fast 20 Ländern. Auch in Deutschland besteht in einigen Lokalen die Möglichkeit, einen Kaffee zu spenden.
coffeesharing.com

San Francisco: Warnung vor Limo
Werbeanzeigen für Softdrinks müssen laut Beschluss des Stadtrats von San Fransisco künftig mit Warnhinweisen versehen werden. So soll der Verbraucher erfahren, dass der zugesetzte Zucker Fettleibigkeit, Diabetes und Karies verursachen kann. Ein solches Warnlabel könnte es auch landesweit geben, die Demokraten haben einen entsprechenden Gesetzentwurf für den US-Staat Kalifornien eingereicht. Schon im vergangenen Jahr hatte Berkeley dem hohen Zuckerkonsum den Kampf angesagt. Als erste US-Stadt besteuerte die Nachbarin San Franciscos im November 2014 zuckerhaltige Getränke.
 

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So, 2016-02-07 07:28
Moskau (dpa)

Russland protestiert gegen nordkoreanischen Raketenstart

Moskau (dpa) - Russland hat den Start einer nordkoreanischen Langstreckenrakete als Verstoß gegen internationale Vereinbarungen verurteilt. «Solche Handlungen führen zu einer Verschärfung auf der koreanischen Halbinsel und im Nordosten Asiens», hieß es in einer Erklärung des Außenministeriums in Moskau vom Sonntag. «Wir sind gezwungen festzustellen, dass Nordkorea ein weiteres Mal internationales Recht provokativ missachtet hat.» Die kommunistische Führung von Nordkorea teilte mit, eine Rakete habe am Sonntag einen Satelliten ins All gebracht. Die internationale Gemeinschaft sieht dies als verdeckten Test für das nordkoreanische Atomwaffenprogramm.

So, 2016-02-07 07:00
Frankfurt/Main (dpa)

Starker Konsum: Deutsche Wirtschaft auf Wachstumskurs

Die Verbraucher sind in Kauflaune, die Teuerung ist angesichts der niedrigen Ölpreise gering und die Beschäftigung ist hoch. Vieles spricht dafür, dass die deutsche Wirtschaft auch im Schlussquartal 2015 gewachsen ist.

Frankfurt/Main (dpa) - Die Konsumlust der Verbraucher hält die deutsche Wirtschaft auf Kurs. Ökonomen gehen von soliden Konjunkturdaten auch für das Schlussquartal 2015 aus. An diesem Freitag (12.2) veröffentlicht das Statistische Bundesamt eine erste Schätzung zur Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes für die letzten drei Monate 2015. Im Gesamtjahr hatte die deutsche Wirtschaft nach ersten Berechnungen der Wiesbadener Behörde um 1,7 Prozent zugelegt.

Für den Zeitraum Oktober bis Dezember gingen die Statistiker zuletzt von ungefähr einem Viertel Prozent Wachstum im Vergleich zum Vorquartal aus. Ökonomen von Banken rechnen mit einem Plus von etwa 0,3 Prozent. «Eine Wachstumbeschleunigung hat damit nicht stattgefunden», erklären Experten der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba).

Im dritten Quartal hatte die Wirtschaftsleistung im Vergleich zum Vorquartal nach bisherigen Zahlen um 0,3 Prozent zugelegt. Im Frühjahr waren es 0,4 Prozent, zu Jahresbeginn 2015 ebenfalls 0,3 Prozent.

Die Turbulenzen in China sowie die Probleme in anderen Schwellenländern machten allerdings wenig Hoffnung auf ein schon bald wieder stärkeres Wachstum, sagte Commerzbank-Analyst Marco Wagner.

Getragen wurde das Wirtschaftswachstum im vergangenen Jahr vor allem von konsumfreudigen Verbrauchern. Ihnen sitzt das Geld locker, weil Sparen kaum noch belohnt wird und die gesunkenen Energiepreise die Haushalte zusätzlich entlasten. Wegen der geringen Teuerung schlugen die Lohnerhöhungen nahezu vollständig auf die Reallöhne durch, sodass die Menschen tendenziell mehr Geld im Portemonnaie haben. Zudem ist die Lage auf dem Arbeitsmarkt historisch günstig.

Auch der staatliche Konsum trug 2015 kräftig zum Wachstum bei - unter anderem, weil der Staat für die Versorgung und Integration Hunderttausender Flüchtlinge viel Geld in die Hand nehmen muss.

Die Konsumfreude der deutschen Verbraucher dürfte auch in diesem Jahr eine wichtige Konjunkturstütze bleiben. Nach Prognosen des Marktforschungsunternehmens GfK werden die Bundesbürger mit ihrer Kauflust wahrscheinlich sogar noch stärker als 2015 zum deutschen Wirtschaftswachstum beitragen.

In den deutschen Chefetagen machte sich dagegen zuletzt die Furcht vor einem Abwärtssog in der Weltwirtschaft breit. Zum Start ins Jahr sank der Ifo-Geschäftsklimaindex überraschend deutlich. Die Wachstumsschwäche in China und die Börsenturbulenzen verunsicherten viele Unternehmen in Deutschland.

So, 2016-02-07 05:26
Manchester (dpa)

«Underdogs» dominieren TV-Debatte der Republikaner    

Manchester (dpa) - Wenige Tage vor der wichtigen zweiten Vorwahl im US-Präsidentschaftsrennen sind die «Underdogs» im republikanischen Bewerberfeld in die Offensive gegangen. In einer TV-Debatte am Samstagabend in Manchester (New Hampshire) lieferten sich Floridas Ex-Gouverneur Jeb Bush und der Gouverneur von New Jersey, Chris Christie, teils heftige Schlagabtausche mit dem derzeitigen Spitzenreiter Donald Trump und dem zunehmend aussichtsreichen Senator Marco Rubio.

So hielt Christie dem erst 44-jährigen Rubio vor, er habe nicht das Zeug für das höchste Amt, niemals für eine wirklich wichtige Entscheidung geradestehen müssen und sondere in erster Linie auswendig gelernte «25-Sekunden»-Kurzstatements ab. Bei vielen Abstimmungen im Senat habe Rubio zudem gefehlt: «Das ist nicht Führungskraft. Das ist Schwänzerei.»

Bush nahm sich Multimilliardär Trump vor, warf ihm unter anderem herzlose Praktiken als Unternehmer vor. «Wie stark ist es, einer alten Frau den Grundbesitz wegzunehmen?» konterte er, als Trump ihm vorhielt, er versuche, sich als «starker Mann» zu profilieren.

Für Bush und Christie geht es nach ihrem äußerst schlechten Abschneiden bei der ersten Vorwahl in Iowa nun am Dienstag in New Hampshire ums politische Überleben. Kommentatoren bescheinigten ihnen sowie dem Gouverneur von Ohio, John Kasich, bei der TV-Debatte am Samstagabend ihre bisher stärkste Leistung im Fernsehen.

Trump geht als Favorit in die Vorwahl in New Hampshire, ist aber nach seiner Niederlage gegen den erzkonservativen texanischen Senator Ted Cruz in Iowa angeschlagen. Rubio hat wachsende Aussichten, sich als Alternative zu Trump und Cruz zu positionieren, die beide vom Partei-Establishment abgelehnt werden.

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Royale Reneklode

(Prunus domestica subsp. italica)
Sie ist die wenig bekannte Königin der Hauspflaumen – oder zumindest eine ziemliche Prinzessin auf der Erbse. Und sie hat ihren hässlichen Namen auf keinen Fall verdient. Warum, erfahren Sie hier

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Das Deutsche verdankt dem Französischen wohlklingende Worte wie Aubergine, Bonbon und Croûton. Auch Éclair und Filet sind Einwanderer, die nicht zur Überintegration gezwungen wurden, ganz anders als die Kuvertüre und die Reneklode. Ein Wort, das sich im Mund nicht wie Steinobst, sondern wie ein Stein anfühlt und nur entfernt an seine Herkunft erinnert. Können Sie das Original aus dem Ärmel schütteln, aus der Lamäng (la main), wie der Deutsche sagt? Reine-Claude, Königin Claudia, nennen unsere Nachbarn die rare Süße. Ränklod müssten wir schreiben, wenn wir – wie im Fall der Kuvertüre – wenigstens den Klang des Wortes nachahmen wollten. Aber das wäre noch hässlicher.

Claudia von Frankreich war eine Renaissance-Dame, die Franz dem Ersten zwischen 1515 und 1524 acht Kinder gebar, jung starb und wenn vielleicht nicht den König, so doch Renekloden über alles geliebt haben soll. Es ist nicht klar, ob die Früchte möglicherweise auch nach dem Obstkundler René Claude heißen könnten. Auf jeden Fall dürften sie zu Reine Claudes Zeit der Dernier Cri (letzte Schrei) gewesen sein. Kam das aus Armenien stammende Rosengewächs – anders als das Gros der Pflaumenarten – doch nicht schon in der Antike, sondern erst im Spätmittelalter nach Europa.

Zart (délicate) wie ihre Namenspatronin und damit im Wortsinn eine Delikatesse ist die Reneklode. In der weitverzweigten Pflaumenfamilie ist sie die Prinzessin auf der Erbse: Sie ist schwer zu finden, und man erkennt sie an ihrer empfindlichen Haut. Weil sie behandelt werden will wie ein rohes Ei und schnell verdirbt, drückt sich der Handel vor ihr. Liebhaber pflanzen sie am besten im eigenen Obstgarten oder finden sie mit Glück auf dem Wochenmarkt – und auch dort nur selten. Von allen Vertreterinnen ihres Klans hat sie die kürzeste Ernteperiode. Renekloden reifen nur im Juli und August.

Doch der Beschaffungsaufwand lohnt sich. Das aprikosengroße, runde Obst, das je nach Sorte grasgrün, gelblich grün oder rötlich violett leuchtet, ist nicht nur erfrischender und saftiger als Hauspflaumen, Mirabellen und Zwetschgen, es hat dank seines würzigen Spiels von Süße und Säure auch ein intensiveres Aroma als die bürgerliche Verwandtschaft. Frisch vom Baum schmecken die im süddeutschen Raum auch Reinklaue, Ringlo oder Renglotta genannten Früchte am besten. Ihr üppiges grünweißes Fruchtfleisch ist meist fest mit dem Kern verwachsen, sodass die Verarbeitung – außer im Rezept rechts – mühsam ist. Für unverdrossene Fruchtpuler eignen sich Konfitüre (confiture) und Mus hervorragend zum Transport eines Stückchens Sommer in die kalte Jahreszeit. Renekloden passen aber auch zu Deftigem wie Wild und dunklen Soßen. Und falls es danach ein Digestif (Verdauungsschnaps) sein darf: Reneklodenbrände sind rar, aber umwerfend.

Gesund ist Ihre Majestät sowieso. Sie enthält mehr Eisen als andere Arten und viel weniger Zucker als ihr Geschmack vermuten lässt. Außerdem ist sie reich an Kalium, Vitamin A und hilft gegen Vitamin-B-Mangelsymptome wie eingerissene Mundwinkel. Und eben diese sollten wir nicht hängen lassen. Es muss doch möglich sein, eine Frucht von solcher Qualität formschön ins Deutsche zu übertragen. Die Schweizer nennen sie Edel-, die Österreicher Zuckerpflaume. Die Norweger und Italiener übersetzen unfrei: Reine-Claude und regina claudia. Und wir? Finden im Duden doch noch die alternative Schreibweise Reineclaude. Es ist nicht die empfohlene, aber bitte greifen Sie zu! Und genießen Sie den Augenschmaus. Wir schreiben doch hier auch nicht Allasäsong drüber.

Frisch vom Baum gibt's die Reneklode ab August.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen
 

À la Saison

Königliche Karotte

(Daucus carota subsp. sativus)
Viele Kinder glauben ja, dass Kühe lila sind und Möhren orange. Stimmt aber nicht. Wie ein ehedem unscheinbares Wurzelgemüse zu seinem knalligen Äußeren kam, erzählen wir hier.


 

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Früher war mehr Natur! Alles wuchs wild und frei, wie der Genpool es vorgesehen hatte. Es gab keine Bayers, Syngentas und Monsantos, die Ferkel oder Brokkoli patentieren ließen. Und Kinder glaubten noch nicht, dass Kühe lila sind. So weit, so wahr. Allerdings dachten Kinder auch zu Großmutters Zeiten schon, Möhren seien orange. Ein Irrtum! Karotten gibt es auch in den Farben weiß, gelb, rot und violett,
wie wir vom Wochenmarkt wissen, seit alte Sorten wieder modern sind.

Wilde Vorfahren der Gartenmöhre wurden möglicherweise schon vor 5000 Jahren in Asien kultiviert. Manche Forscher vermuten den Ursprung in Afghanistan, dem Iran, Irak oder Anatolien. Über Spanien und Italien soll die Doldenblütlerin nach Mittel- und Westeuropa gelangt sein. Eine Möhre in Orange wird erstmals 1721 schriftlich erwähnt – und zwar von niederländischen Gartenbauern, die große Karottenzüchter waren. In den Sandböden ihrer Heimat liegen die Wurzeln der orangen Rübe, die von gelben Sorten abstammen soll. Der Legende nach experimentierten königstreue Gärtner aus politischen Gründen mit der Farbskala: Sie wollten Wilhelm von Oranien (französisch: orange, niederländisch: oranje) für den Unabhängigkeitskampf gegen Spanien danken.

Bewiesen ist das ebenso wenig wie die Geschichte, dass Niederländer im Zweiten Weltkrieg zum Ehrentag der Königin mit royalen Rüben um die Häuser zogen. Vermutlich wäre es keinem Besatzer aufgefallen. Schließlich hatten die niederländischen Sorten „Horn“ und „Long Orange“ schon Jahrhunderte zuvor die Rübenzucht der Deutschen unterwandert. Der Name der Möhre geht auf althochdeutsche und slawische Ausdrücke für Wurzel zurück. Mit mehr als 600.000 Tonnen Erntemenge im Jahr ist sie in Deutschland Volksgemüse. Gut so. Denn sie ist die wichtigste heimische Karotinquelle. Der Farbstoff sorgt für einen gesunden Hautton, der Sonnencremes jedoch keineswegs überflüssig macht. Aus Beta-Karotin stellt der Körper Vitamin A her, das für das Sehvermögen wichtig ist. Außerdem enthalten Mohrrüben viele B-Vitamine, Vitamin C, Kalium, Kalzium und Eisen. Sie sind gut für das Immunsystem, wirken harntreibend und blutreinigend. Ihren milden Geschmack verdanken sie ihrem für ein Gemüse recht hohen Zuckergehalt, ätherischen Ölen und Fruchtsäuren.

Die zarten Möhrchen, die jetzt vom Feld kommen, haben eine so dünne Haut, dass man sie nicht schälen muss und roh knabbern kann. Der Körper kann Karotinoide allerdings besser verwerten, wenn Mohrrüben mit etwas Fett gegart werden. Sie sind eine der süßen, erdigen Grundlagen feiner Schmorküche und helfen, schwere Rotweinsoßen zu verfeinern. Die meisten Kinder lieben Möhrengemüse. Erwachsenen ist die Zuckerwurzel solo oft zu monoton.

„Karotten schätzen es, wenn man sie mit Familienmitgliedern zusammenbringt“, empfiehlt der britische Koch Nigel Slater – also mit anderen Doldenblütlern wie Kerbel, Koriander, Kreuzkümmel, Petersilie und Dill. Konsequent als Süßspeise behandeln die Schweizer Rübchen, wenn sie daraus schwere Torten (Rüeblichueche) zaubern – in der Tradition der Römer, die eine carota ebenfalls gerne mal als Dessert verzehrten.

Carota heißt „die Gebrannte“ und deutet auf ein ursprünglich feuerrotes Äußeres hin. Allerdings waren einige der in Asien kultivierten Karotten auch schon blau-blütig, bevor sie auf Holländer trafen, genauer gesagt – lila. Liebe Kinder, die Schokoladenonkels haben sich in der Spezies geirrt. Nicht die Kühe sind lila: It’s the carrot, stupid!

Neu frisch vom Feld gibt's die Karotte ab Juni, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

 

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So, 2016-02-07 05:04
Seoul (dpa)

Nordkorea brüskiert Weltgemeinschaft mit Raketenstart

Die Vereinten Nationen sehen mehrere UN-Resolutionen verletzt, Washington droht mit «ernsten Konsequenzen»: Der erneute Abschuss einer Weltraumrakete wird vom nordkoreanischen Regime als Erfolg gefeiert. Dabei isoliert er das Land noch mehr vom Rest der Welt.

Seoul (dpa) - Allen internationalen Warnungen zum Trotz hat Nordkorea nur einen Monat nach seinem weltweit kritisierten Atomtest eine Weltraumrakete gestartet. Die Trägerrakete habe den Satelliten «Kwangmyongsong-4» (Leuchtender Stern) erfolgreich auf eine Erdumlaufbahn gebracht, berichteten die Staatsmedien am Sonntag unter Berufung auf die nationale Raumfahrtbehörde. Die USA, Südkorea und Japan werteten den Start als schwere Provokation und sehen in ihm einen verdeckten Test für das Atomwaffenprogramm des kommunistischen Regimes. Eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats wurde angesetzt.

Die Trägerrakete sei um 9.00 Uhr («Pjöngjang-Zeit»; 1.30 Uhr MEZ) von der Abschussrampe in Sohae an der Westküste abgehoben, erklärte die nordkoreanische Raumfahrtbehörde den Berichten zufolge. Der Satellit habe 9:46 Minuten nach dem Start den Orbit erreicht. Eine unabhängige Bestätigung dafür gab es zunächst nicht. 

Die Behörde verteidigte den Start gegen Kritik. Nordkorea habe bloß sein «legitimes Recht auf die Weltraumforschung zu unabhängigen und friedlichen Zwecken» ausgeübt. Das Land werde in Zukunft noch mehr Satelliten ins All schießen. 

Südkorea, die USA und Japan befürchten, dass Pjöngjang vor allem die Technologie atomar bestückter Interkontinentalraketen testen will. Die drei Länder beantragten eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats in New York, die auf Sonntagvormittag 11.00 Uhr (Ortszeit; 17.00 Uhr MEZ) terminiert wurde. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte den Raketenstart, der bestehende Resolutionen des Sicherheitsrats verletze.

Erst vor einem Monat hatte der vierte nordkoreanische Atomtest weltweit Empörung ausgelöst. Später kündigte Nordkorea an, einen «Erdbeobachtungssatelliten» ins All schießen zu wollen. Das Datum hierfür wurde dann vorverlegt, nachdem ursprünglich ein Startfenster zwischen dem 8. und 25. Februar vorgesehen gewesen war.

Die USA bezeichneten den Raketenstart als «destabilisierend, provokativ und flagrante Verletzung» zahlreicher UN-Resolutionen. Die Vereinigten Staaten würden sich für «ernste Konsequenzen» einsetzen, teilte US-Sicherheitsberaterin Susan Rice in Washington mit. Außenminister John Kerry erklärte, die USA würden mit ihren Partnern und Mitgliedern des UN-Sicherheitsrates weiter an «bedeutenden Maßnahmen» arbeiten, um Nordkorea zur Rechenschaft zu ziehen.

Die USA drängen China, schärferen Sanktionen gegen Nordkorea zuzustimmen, dessen Rückhalt bei der Führung in Peking seit geraumer Zeit schwindet. Der größte Wirtschaftspartner des Landes hatte Pjöngjang mehrfach vergeblich zur Zurückhaltung aufgefordert, um die Spannungen in der Region nicht weiter eskalieren zu lassen. Nach dem dennoch erfolgten Raketenstart machte Chinas Regierung über die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua denn auch ihr «Bedauern» publik.

Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye warf dem kommunistischen Regime in Pjöngjang eine schwere Provokation vor, die nicht toleriert werden könne. Sie forderte - wie schon nach dem Atomtest des Nachbarns - harte Sanktionen des UN-Sicherheitsrats gegen Nordkorea.

Auch Japans Ministerpräsident Shinzo Abe sprach von einem Verstoß gegen UN-Resolutionen. Sein Regierungssprecher Yoshihide Suga sagte, der Raketenabschuss sei eine Bedrohung für den Frieden und die Sicherheit der Welt. Man werde bei Pjöngjang vehement protestieren.

Nordkorea hatte zuletzt Ende 2012 eine Weltraumrakete abgefeuert. Schon der Start damals wurde weltweit verurteilt. Nach dem vierten Atomtest Nordkoreas am 6. Januar dieses Jahres nahm der UN-Sicherheitsrat Diskussionen über schärfere Sanktionen gegen Pjöngjang auf.

So, 2016-02-07 06:00
Bonn/Berlin (dpa)

Solarworld-Chef will Sonderbonus für selbst erzeugten Autostrom

Bonn/Berlin (dpa) - In der Debatte über Kaufanreize für Elektroautos schlägt Solarworld-Chef Frank Asbeck einen Sonderbonus für Käufer vor, die ihren Autostrom mit Solar- oder Windkraft selbst erzeugen oder Grünstrom für das Auto zukaufen. «Ein Elektroauto ist nur dann wirklich umweltfreundlich, wenn der Strom dafür aus erneuerbaren Energien stammt», sagte Asbeck der Deutschen Presse-Agentur. Deshalb müssten Elektroauto-Fahrer mit einem Anreiz dazu gebracht werden, entsprechende Anlagen zu nutzen.

Ein solcher Sonderbonus könnte zugleich den Photovoltaik-Zubau in Deutschland wieder steigern, der 2015 hinter dem Ziel der Bundesregierung von 2,5 Gigawatt deutlich zurückgeblieben war. Selbst erzeugter Strom koste nur rund ein Drittel des Haushaltsstrom-Durchschnittspreises von knapp 30 Cent pro Kilowattstunde. Neben dem Sonderbonus könnte das für den Autofahrer ein starker Anreiz zum Umstieg sein, sagte Asbeck.

Asbecks Firma Solarworld stellt Solarmodule her und würde von einem stärkeren Zubau in Deutschland profitieren. Staatliche Verkaufsprämien für Elektroautos hatte unter anderem Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) in Gespräch gebracht. Medienberichten zufolge soll es dabei um bis zu 5000 Euro für batteriebetriebene Pkw gehen. Kritiker befürchten Mitnahmeeffekte etwa durch Preiserhöhungen der Hersteller.

So, 2016-02-07 04:08
Manchester (dpa)

Trump für noch «viel schlimmere» Methoden als Waterboarding

Manchester (dpa) - Der republikanische US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump will im Fall eines Wahlsieges nicht nur die höchst umstrittene Verhörmethode «Waterboarding» gegen Terroristen wiedereinführen. Er würde noch «verdammt viel Schlimmeres» zulassen, als diese Form des simulierten Ertränkens, sagte der Multimilliardär am Samstagabend (Ortszeit) in der letzten TV-Debatte der republikanischen Kandidaten vor der nächsten Vorwahl am Dienstag im Bundesstaat New Hampshire.

Der erzkonservative Senator Ted Cruz erklärte, er würde in Notfällen, wenn es etwa um die Verhinderung einer unmittelbar drohenden Terrorattacke gehe, ebenfalls «offen» für das Waterboarding von Terrorverdächtigen sein.

Der Ex-Gouverneur von Florida, Jeb Bush, sagte dagegen, er würde an dem von Präsident Barack Obama verkündeten Verbot dieser Praxis, die nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in geheimen CIA-Gefängnissen angewendet worden war, nicht rütteln. «Ich denke, es ist angemessen, wo wir jetzt stehen», sagte der Bruder des früheren US-Präsidenten George W. Bush.

So, 2016-02-07 04:57
Peking (dpa)

China «bedauert» Raketenstart Nordkoreas

Peking (dpa) - China hat den Start einer Langstreckenrakete durch Nordkorea «bedauert». Das berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Die Regierung in Peking hatte Pjöngjang zuvor mehrfach vergeblich zur Zurückhaltung aufgefordert, um die Spannungen in der Region nicht weiter eskalieren zu lassen. Am Dienstag war sogar der Unterhändler im Atomstreit mit Nordkorea, Wu Dawei, zu Gesprächen in Pjöngjang. Zu dem Zeitpunkt verkündete Nordkorea die Pläne für den Satellitenstart, sodass einige Beobachter schon über eine mögliche Brüskierung seines großen Wirtschaftspartners spekulierten. Die USA drängen China, schärferen Sanktionen gegen Nordkorea zuzustimmen.

So, 2016-02-07 04:31
York (dpa)

Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats zu nordkoreanischem Raketenstart

New York (dpa) - Die Vereinten Nationen haben den Start einer Weltraumrakete aus Nordkorea verurteilt und für Sonntag eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats in New York einberufen. Der Raketenstart verletzte bestehende Resolutionen des Sicherheitsrats und sei «tief beklagenswert», erklärte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon am Samstagabend (Ortszeit). Das mächtigste Gremium soll nun um 11.00 Uhr (Ortszeit; 17 Uhr MEZ) darüber beraten.

Nordkorea hatte zuvor den erfolgreich verlaufenen Start einer Trägerrakete verkündet. Diese habe einen Satelliten auf eine Erdumlaufbahn gebracht, berichteten nordkoreanische Staatsmedien am Sonntag (Ortszeit) unter Berufung auf die nationale Raumfahrtbehörde. Südkorea, die USA und Japan hatten den Start als verschleierten Test einer militärischen Langstreckenrakete verurteilt. 

So, 2016-02-07 03:11
Seoul (dpa)

Nordkorea brüskiert Nachbarländer mit Raketenstart

Das Regime in Pjöngjang hat offenkundig einmal mehr alle Warnungen ignoriert: Es lässt eine Rakete abfeuern, die angeblich einen «Erdbeobachtungssatelliten» ins All bringen sollte. Die USA und Südkorea sehen das als Test für eine militärische Langstreckenrakete.

Seoul (dpa) - Trotz internationaler Warnungen hat Nordkorea nach südkoreanischen Angaben eine Langstreckenrakete abgefeuert. Der Start sei am Sonntagmorgen um etwa 9.30 Uhr (Ortszeit; 1.30 Uhr MEZ) an der Westküste des Landes erfolgt, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul mit. Südkoreanische Medien berichteten zunächst, der Start sei womöglich fehlgeschlagen. Später meldete die Nachrichtenagentur Yonhap dann, die Rakete habe offenbar ein Objekt auf eine Erdumlaufbahn gebracht.

Das nordkoreanische Regime kündigte eine Stellungnahme für den Mittag an. Südkorea, die USA und Japan beantragten eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats in New York. Mehrere UN-Diplomaten sagten dem US-Sender Fox News, die Sitzung sei für Sonntagvormittag um 11 Uhr (Ortszeit) beantragt worden.

Erst vor einem Monat hatte ein neuer nordkoreanischer Atomtest weltweit Empörung ausgelöst. Kürzlich kündigte Nordkorea dann an, einen «Erdbeobachtungssatelliten» ins All schießen zu wollen. Südkorea, die USA und Japan sehen darin jedoch einen verschleierten Test für die Technologie von Interkontinentalraketen. Solche Raketen sind das wichtigste Trägermittel für atomare Sprengköpfe. Südkorea und Japan hatten gedroht, die Rakete abzuschießen, sollte sie ihr Territorium bedrohen.

Den Raketenstart am Sonntag kritisierten die USA als «destabilisierend, provokativ und flagrante Verletzung» zahlreicher UN-Resolutionen. Zugleich setzten sich die Vereinigten Staaten für «ernste Konsequenzen» ein, erklärte US-Sicherheitsberaterin Susan Rice in Washington. Auch Außenminister John Kerry erklärte, die USA würden mit ihren Partnern und Mitgliedern des UN-Sicherheitsrates weiter an «bedeutenden» Maßnahmen arbeiten, um Nordkorea zur Rechenschaft zu ziehen.

Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye warf dem kommunistischen Regime in Pjöngjang eine schwere Provokation vor, die nicht toleriert werden könne. Japans Ministerpräsident Shinzo Abe übte ebenfalls scharfe Kritik und sprach von einem Verstoß gegen UN-Resolutionen. Sein Regierungssprecher Yoshihide Suga sagte in Tokio, der Raketenabschuss sei eine Bedrohung für den Frieden und die Sicherheit der Welt. Man werde beim Regime in Pjöngjang vehement protestieren.

Nordkorea hatte den Raketenstart vorverlegt, ursprünglich war ein Startfenster zwischen dem 8. und 25. Februar vorgesehen gewesen.

Das Land hatte zuletzt Ende 2012 eine Weltraumrakete gestartet. Der Start wurde damals weltweit verurteilt. Nach dem vierten Atomtest Nordkoreas am 6. Januar dieses Jahres nahm der UN-Sicherheitsrat Diskussionen über schärfere Sanktionen gegen das kommunistische Regime in Pjöngjang auf.

So, 2016-02-07 03:50
Seoul (dpa)

Nordkorea: Rakete bringt Satelliten erfolgreich auf Erdumlaufbahn

Seoul (dpa) - Nordkorea hat den erfolgreich verlaufenen Start einer Weltraumrakete verkündet. Die Trägerrakete habe einen Satelliten auf eine Erdumlaufbahn gebracht, berichteten nordkoreanische Staatsmedien am Sonntag unter Berufung auf die nationale Raumfahrtbehörde. Südkorea, die USA und Japan hatten den Start als verschleierten Test einer militärischen Langstreckenrakete verurteilt. 

So, 2016-02-07 03:38
Pjöngjang (dpa)

Die abgeschottete Diktatur und inoffizielle Atommacht Nordkorea

Pjöngjang (dpa) - Das politisch weitgehend isolierte Nordkorea ist nach Jahrzehnten kommunistischer Diktatur ein verarmter Staat, der sogar Hungersnöte kennt. An der Spitze der «Demokratischen Volksrepublik Korea» steht seit Ende 2011 Kim Jong Un, um den ein intensiver Personenkult betrieben wird. Bereits sein Vater Kim Jong Il und sein Großvater, der Staatsgründer Kim Il Sung, herrschten ähnlich über das Land.

Alle Medien in Nordkorea sind gleichgeschaltet. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes setzt die Führung auf «ideologische Erziehung» der Menschen und Abschottung gegen Ideen aus dem Ausland. Ein UN-Bericht vom Februar 2014 warf Nordkorea schwere Menschenrechtsverletzungen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor. So würden als unzuverlässig betrachtete Menschen gefoltert und als Arbeitssklaven in Straflagern missbraucht.

Zudem beunruhigt Nordkoreas Atomprogramm die internationale Gemeinschaft seit vielen Jahren. Vier Atomtests hat es bislang gegeben, den bislang letzten im Januar. Zum Waffenprogramm des Landes ist ansonsten aber relativ wenig bekannt. Als gesichert gilt, dass Nordkorea in kurzer Zeit einsatzbereite Atombomben herstellen kann. Diese potenzielle Fähigkeit haben auch mehrere Nicht-Atommächte. Ob Nordkorea auch seine ballistischen Raketen bereits mit entsprechend konfigurierten Atomsprengköpfen bestücken kann, ist unklar.

So, 2016-02-07 02:06
Washington (dpa)

Auch Kerry fordert «bedeutende Maßnahmen» gegen Nordkorea

Washington (dpa) - US-Außenminister John Kerry hat den nordkoreanischen Raketenstart als Bedrohung für die Sicherheit der Region und der USA angeprangert. Er unterstrich am Sonntag, dass die USA der Verteidigung ihrer Verbündeten, darunter Südkorea und Japan, «eisenhart» verpflichtet seien. Die USA würden mit ihren Partnern und Mitgliedern des UN-Sicherheitsrates weiter an «bedeutenden» Maßnahmen arbeiten, um Nordkorea zur Rechenschaft zu ziehen. «Die Zeit ist jetzt gekommen, das entschlossen und vereint zu tun», erklärte Kerry. Zuvor hatte schon die nationale Sicherheitsberaterin Susan Rice den nordkoreanischen Raketenabschuss verurteilt.

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.


Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volks-wagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

Keine Anzeige!

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate „ausgesetzt“. Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit „ausgesetzter“ Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU. 
Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen. 

ERPRESSO
Die Leere des Portemonnaies
 

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