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So, 2015-08-02 11:33
Kabul (dpa)

Neuer Taliban-Chef will «Heiligen Krieg» fortführen

Frieden in Afghanistan? Geht es nach dem neuen Taliban-Chef, dann gibt es den nur bei einem Sieg der Radikal-Islamisten. So sagt er es jedenfalls. Die Regierung glaubt weiter an Verhandlungen.

Kabul (dpa) - Der neue Anführer der radikal-islamischen Taliban, Achtar Mohammad Mansur, hat eine Fortsetzung des Kampfes in Afghanistan gegen die prowestliche Regierung angekündigt. «Unsere Einheit wird unsere Feinde besiegen», sagte Mansur in einer am Samstag verbreiteten Audio-Botschaft. Er dämpfte damit die Washington geäußerte Hoffnung auf eine Konfliktlösung auf dem Verhandlungswege. Die US-Regierung hatte zuvor die Taliban aufgerufen, das Versöhnungsangebot der afghanischen Regierung anzunehmen.

Am Mittwoch hatte die Regierung in Kabul erklärt, der historische Talibanführer Mullah Omar sei bereits im April 2013 in Pakistan gestorben. Einen Tag später bestätigten die Taliban Omars Tod und erklärten dessen Stellvertreter Mansur zum neuen Anführer. «Wir werden den Dschihad (Heiligen Krieg) fortführen, bis wir einen islamischen Staat erreichtet haben», verkündete dieser in seiner Botschaft vom Samstag.

Die US-Regierung hatte am Freitag die Ansicht vertreten, dass der Tod Omars eine Chance biete, auf dem Weg zu einem «stabilen, sicheren Afghanistan» voranzukommen. Afghanische Regierungsvertreter sagten, dass bei der nächsten Gesprächsrunde mit den Taliban ein Waffenstillstand auf der Tagesordnung stehen könnte. Die Gespräche, die eigentlich am Freitag in Pakistan stattfinden sollten, waren nach dem Bekanntwerden von Omars Tod abgesagt worden.

Omar hatte von 1996 bis 2001 an der Spitze der Taliban-Regierung in Afghanistan gestanden, Mansur war sein Luftwaffen- und Luftfahrtminister gewesen. Die Talibanherrschaft zeichnete sich durch schwere Menschenrechtsverletzungen, öffentliche Hinrichtungen und Unterdrückung der Frauen aus.

Nach dem US-geführten Einmarsch und dem Sturz der Taliban-Regierung war Omar Ende 2001 abgetaucht. Er wurde seitdem in Pakistan vermutet.

Aus zwei verschiedenen Taliban-Quellen verlautete, dass es in den Reihen der Islamisten auch Widerstand gegen Mansurs Ernennung gegeben habe. Die Taliban sehen sich rivalisierenden Bewegungen gegenüber, darunter Anhängern des Islamischen Staates (IS), die in Afghanistan eine Provinz des in Syrien und im Irak vom IS ausgerufenen Kalifats errichten wollen. Die IS-Anhänger zeigen sich völlig kompromisslos im Verhältnis zu Kabul und umwerben auch Taliban-Kämpfer.

So, 2015-08-02 11:03
Madrid (dpa)

«Nuklearkonflikt» um ein kleines Dorf - Pläne für spanisches Gorleben Von Hubert Kahl, dpa

Die großen Parteien in Spanien sind sich einig, dass das Land ein zentrales Atommüll-Lager benötigt. Die konservative Rajoy-Regierung entschied sich für ein Gelände in Kastilien-La Mancha. Die Region sträubt sich jedoch dagegen, auch Experten äußern sich skeptisch.

Madrid (dpa) - Ein karges und ödes Stück Erde ist in Spanien in den Mittelpunkt eines erbitterten Streits gerückt. Auf Ackerflächen und Brachland beim Dorf Villar de Cañas etwa 150 Kilometer südöstlich von Madrid soll das zentrale spanische Zwischenlager für Atommüll entstehen. So hatte die konservative Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy es Ende 2011 in einer ihrer ersten Amtshandlungen entschieden.

Die Aufsichtsbehörde CSN (Rat für Nukleare Sicherheit) gab kürzlich grünes Licht für das Vorhaben in der Provinz Cuenca. Aber die sozialistische Regierung der betroffenen Region Kastilien-La Mancha machte Madrid einen Strich durch die Rechnung. Sie stellte das Gebiet jetzt kurzerhand unter Naturschutz, indem sie die Fläche eines nahe gelegenen Schutzgebiets um das 25-fache erweiterte. «Nuklearkrieg um das Dorf Villar de Cañas», titelte die Zeitung «El Mundo».

«In dieser ausgetrockneten Gegend wird sich niemals ein Vogel niederlassen», beklagte der Bürgermeister der 500-Seelen-Gemeinde, José María Sáiz, der sich von dem Vorhaben für sein Dorf Hunderte von Arbeitsplätzen und Einnahmen in Millionenhöhe erhofft hatte. Als die Wahl vor knapp vier Jahren auf Villar de Cañas fiel, hatten die Bewohner dies beinahe wie einen Hauptgewinn in der Weihnachtslotterie gefeiert.

Viele von ihnen haben wenig Verständnis für den Einspruch der Regionalregierung. «Ein Naturschutzgebiet von 25 000 Hektar, nur weil an einem See in dieser Gegend an 15 Tagen im Jahr ein paar Kraniche einen Stopp einlegen?», fragte der Bürgermeister empört in der Zeitung «El País». Gäste der Dorfkneipe witzelten: «Man sollte hier gegrillte Kraniche anbieten.»

Dabei sind sich die großen Parteien einig, dass Spanien ein zentrales Zwischenlager für Atommüll braucht. Bisher werden die radioaktiven Abfälle der sieben spanischen Reaktoren innerhalb der einzelnen Kraftwerksgelände oder im Ausland gelagert. Die Sozialisten (PSOE) hatten unter Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero (2004-2011) den Bau eines «spanischen Gorleben» beschlossen. Die Konservativen (PP) entschieden, dass die Wahl auf Villar de Cañas fiel.

Damals hieß die Regierungschefin von Kastilien-La Mancha allerdings noch María Dolores de Cospedal, als PP-Generalsekretärin die Nummer zwei in der Partei von Rajoy. Dies änderte sich nach den Regionalwahlen im Mai dieses Jahres. Nun regiert in der Region die PSOE im Bündnis mit der neuen Linkspartei Podemos (Wir können). «Villar de Cañas wurde allein aus politischen Gründen ausgewählt», meint der neue Chef der Regionalregierung, Emiliano García-Page. Der Einfluss von De Cospedal habe eine entscheidende Rolle gespielt.

Der «Atommüll-Friedhof» ist eines der größten aktuellen Investitionsvorhaben des spanischen Staates. Die Kosten werden auf bis zu eine Milliarde Euro beziffert. Die hoch radioaktiven Abfälle sollen nicht in unterirdischen Stollen, sondern in einem Gebäudekomplex auf ebener Erde gelagert werden. Experten meldeten Zweifel an dem ausgewählten Standort an. Der Untergrund sei aufgrund von Gipsablagerungen instabil und müsste in einem aufwendigen Verfahren befestigt werden, wandte der Berufsverband der Geologen ein. Dies würde Zusatzkosten verursachen, deren Höhe nicht abzusehen sei.

Die spanische Zentralregierung überlegt nun, wie sie auf die Ausweitung des Naturschutzgebiets durch die Region reagieren soll. Justizminister Rafael Catalá meinte, Madrid könne ein «übergreifendes öffentliches Interesse» geltend machen. Dies hätte jedoch die Einschaltung der Gerichte und womöglich auch der EU zur Folge. Der Streit um das Zwischenlager dürfte sich noch einige Zeit hinziehen.

So, 2015-08-02 11:31
Berlin (dpa)

Preisverfall bei Milch: Agrarminister Schmidt will stärkeren Export

Die Milchpreise sind auf Talfahrt, der Bauernverband sieht viele Betriebe gefährdet. Agrarminister Schmidt sieht einen Ausweg in mehr Ausfuhren. Er appelliert aber auch den Handel.

Berlin (dpa) - Angesichts des Preisverfalls bei der Milch will Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) den Export deutscher Milchprodukte fördern. Ein «möglicher neuer Exportmarkt» sei der Nahe Osten, sagte Schmidt der «Welt am Sonntag». «Ich werde auch die Lage im Iran genau beobachten.» Auch der Absatz in China könne verbessert werden.

Die Unterstützung könne aber nicht darin bestehen, wieder Exporterstattungen zu gewähren. «Verbilligte europäische Exportprodukte gefährden lokale Märkte, zum Beispiel in Entwicklungsländern. Da mache ich nicht mit.»

Die Milchbauern forderte Schmidt auf, sich zu größeren Anbietergemeinschaften zusammenzuschließen, um eine bessere Verhandlungsposition gegenüber den Molkereien zu haben. Diese müssten mit dem Einzelhandel entsprechend höhere Preise vereinbaren.

In der «Bild am Sonntag» warnte Schmidt vor einem ruinösen Preiskampf bei Grundnahrungsmitteln und forderte vom Lebensmitteleinzelhandel faire Preise. «Ich appelliere an den Handel: Preiskampf mit Waschpulver meinetwegen - aber Finger weg von Fleisch und Milch.» Discounter hatten im Mai die Preise für Milch, Butter und Sahne erheblich gesenkt.

Viele Milchbauern sind aus Sicht des Bauernverbandes wegen der gesunkenen Preise in ihrer Existenz gefährdet. Die Erzeugerpreise bei Milchprodukten seien von 40 Cent je Liter Milch im Januar 2014 auf unter 28 Cent im Juli 2015 abgestürzt, hatte der Deutsche Bauernverband am vergangenen Donnerstag mitgeteilt. Gründe sind das Einfuhrverbot Russlands für Lebensmittel aus der EU sowie gesunkene Ausfuhren in Schwellenländer. Schmidt sagte, Angebot und Nachfrage auf dem Milchmarkt seien derzeit nicht im Gleichgewicht. Es sei viel Milch auf dem Markt, das drücke auf die Preise.

Der Vizepräsident des Bauernverbandes, Udo Folgart, hatte am Donnerstag gesagt, der aktuelle Milchauszahlungspreis sei nicht kostendeckend. Die Preise müssten dringend deutlich steigen. Er rief den Lebensmittelhandel zu einem «Ende der Niedrigpreisstrategie» auf. Nötig seien zudem eine Exportoffensive sowie verbesserte Molkereistrukturen.

À la Saison

Königliche Karotte

(Daucus carota subsp. sativus)
Viele Kinder glauben ja, dass Kühe lila sind und Möhren orange. Stimmt aber nicht. Wie ein ehedem unscheinbares Wurzelgemüse zu seinem knalligen Äußeren kam, erzählen wir hier.


 

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Früher war mehr Natur! Alles wuchs wild und frei, wie der Genpool es vorgesehen hatte. Es gab keine Bayers, Syngentas und Monsantos, die Ferkel oder Brokkoli patentieren ließen. Und Kinder glaubten noch nicht, dass Kühe lila sind. So weit, so wahr. Allerdings dachten Kinder auch zu Großmutters Zeiten schon, Möhren seien orange. Ein Irrtum! Karotten gibt es auch in den Farben weiß, gelb, rot und violett,
wie wir vom Wochenmarkt wissen, seit alte Sorten wieder modern sind.

Wilde Vorfahren der Gartenmöhre wurden möglicherweise schon vor 5000 Jahren in Asien kultiviert. Manche Forscher vermuten den Ursprung in Afghanistan, dem Iran, Irak oder Anatolien. Über Spanien und Italien soll die Doldenblütlerin nach Mittel- und Westeuropa gelangt sein. Eine Möhre in Orange wird erstmals 1721 schriftlich erwähnt – und zwar von niederländischen Gartenbauern, die große Karottenzüchter waren. In den Sandböden ihrer Heimat liegen die Wurzeln der orangen Rübe, die von gelben Sorten abstammen soll. Der Legende nach experimentierten königstreue Gärtner aus politischen Gründen mit der Farbskala: Sie wollten Wilhelm von Oranien (französisch: orange, niederländisch: oranje) für den Unabhängigkeitskampf gegen Spanien danken.

Bewiesen ist das ebenso wenig wie die Geschichte, dass Niederländer im Zweiten Weltkrieg zum Ehrentag der Königin mit royalen Rüben um die Häuser zogen. Vermutlich wäre es keinem Besatzer aufgefallen. Schließlich hatten die niederländischen Sorten „Horn“ und „Long Orange“ schon Jahrhunderte zuvor die Rübenzucht der Deutschen unterwandert. Der Name der Möhre geht auf althochdeutsche und slawische Ausdrücke für Wurzel zurück. Mit mehr als 600.000 Tonnen Erntemenge im Jahr ist sie in Deutschland Volksgemüse. Gut so. Denn sie ist die wichtigste heimische Karotinquelle. Der Farbstoff sorgt für einen gesunden Hautton, der Sonnencremes jedoch keineswegs überflüssig macht. Aus Beta-Karotin stellt der Körper Vitamin A her, das für das Sehvermögen wichtig ist. Außerdem enthalten Mohrrüben viele B-Vitamine, Vitamin C, Kalium, Kalzium und Eisen. Sie sind gut für das Immunsystem, wirken harntreibend und blutreinigend. Ihren milden Geschmack verdanken sie ihrem für ein Gemüse recht hohen Zuckergehalt, ätherischen Ölen und Fruchtsäuren.

Die zarten Möhrchen, die jetzt vom Feld kommen, haben eine so dünne Haut, dass man sie nicht schälen muss und roh knabbern kann. Der Körper kann Karotinoide allerdings besser verwerten, wenn Mohrrüben mit etwas Fett gegart werden. Sie sind eine der süßen, erdigen Grundlagen feiner Schmorküche und helfen, schwere Rotweinsoßen zu verfeinern. Die meisten Kinder lieben Möhrengemüse. Erwachsenen ist die Zuckerwurzel solo oft zu monoton.

„Karotten schätzen es, wenn man sie mit Familienmitgliedern zusammenbringt“, empfiehlt der britische Koch Nigel Slater – also mit anderen Doldenblütlern wie Kerbel, Koriander, Kreuzkümmel, Petersilie und Dill. Konsequent als Süßspeise behandeln die Schweizer Rübchen, wenn sie daraus schwere Torten (Rüeblichueche) zaubern – in der Tradition der Römer, die eine carota ebenfalls gerne mal als Dessert verzehrten.

Carota heißt „die Gebrannte“ und deutet auf ein ursprünglich feuerrotes Äußeres hin. Allerdings waren einige der in Asien kultivierten Karotten auch schon blau-blütig, bevor sie auf Holländer trafen, genauer gesagt – lila. Liebe Kinder, die Schokoladenonkels haben sich in der Spezies geirrt. Nicht die Kühe sind lila: It’s the carrot, stupid!

Neu frisch vom Feld gibt's die Karotte ab Juni, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

 

À la Saison

Schlangenmordende Schwarzwurzel

(Scorzonera hispanica)
Die Schwarzwurzel hieß noch im 17. Jahrhundert „Schlangenmord“ oder „Vipergras“. Tatsächlich ist sie eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel

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„Die Wurtzel“ sei „fleischig, saftig und voll Milch“ sowie „süß von Geschmacke, wann sie gesotten worden“, schrieb der französische Chemiker und Arzt Nicolas Lémery 1698 in ein Lexikon. Den Zeitgenossen mochte das gewagt erscheinen. War die Schwarzwurzel doch erst seit kurzem etwas zu Essen. Im Deutschen trug das neue Gemüse die Beinamen „Schlangenmord“ und „Vipergras“, die eher nach Hexenkessel als nach Eintopf klangen.

Schuld war der italienische Botaniker und Mediziner Pietro Andrea Mattioli, der die antike Heilpflanze 1544 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Der kaiserliche Leibarzt verwandte die Wurzel des Korbblütlers nicht nur gegen Wundfieber und Knochenbrüche, sondern auch „wider den Natterbiß“. Er taufte sie Scorzonera hispanica nach ihrem Herkunftsland Spanien und dem Namen einer schwarzen Giftschlange. Außerdem setzte er das Gewächs auch „wider die fallende Seuche, zu den Pocken und für die Pest“ ein, wie Lémery 150 Jahre
später notierte. Sie ist, kurzum, eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel.

„Proletenspargel“ oder „Spargel des armen Mannes“ heißt Mattiolis Zaubergemüse im Volksmund heute. Eine Delikatesse, die hierzulande – außer in Bayern – kaum groß--flächig angebaut wird. Wir importieren sie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, wo man offenbar weiß, was gut ist. In Wahrheit ist der im Inneren elfenbeinfarbene „Winterspargel“ dem Original überlegen, nicht nur was seine Länge von bis zu einem halben Meter angeht. Die kalzium-, eisen-, magnesium- und vitaminreiche Schwarzwurzel gibt es nicht nur mitten in der kalten Jahreszeit, sie ist auch robust, lagerfähig und wird nicht holzig.

Es ist richtig, dass ihre korkige Rinde beim Schälen ohne Handschuhe hässliche Flecken von großer Haltbarkeit in die Haut gerbt. Und es stimmt, dass ihr milchiger Saft klebt wie Pattex, wenn man sie – Tipp aus dem Kochbuch – erst nach dem Garen häutet. Und damit sie nicht braun anläuft, gehören etwas Zitrone und Milch ins Kochwasser. Ja, die Zubereitung der Scorzonera ist eine Zumutung. Genau das macht sie zur „alten Sorte“ und – einige Jahre nach ihrer nordamerikanischen Schwester Topinambur – zur zumindest unter Spitzenköchen wiederentdeckten Rarität.

Sei es, dass der Kopenhagener René Redzepi sie im Restaurant Noma mit Gotland-Trüffeln als Hors d’œuvre anrichtet, der spanische Molekularkoch Ferran Adrià sie zu Steinbutt serviert oder in einem Berner Grandhotel das Steak auf „seinem Bett von Schwarzwurzelragout“ kommt – sie harmoniert. Anders als der geltungssüchtige Spargel kann, aber muss sie kein Solo auf dem Teller spielen. Ganz gleich ob die Sorte „Hoffmanns Schwarzer Pfahl“, „Schwarzer Peter“ oder „Russischer Riese“ heißt – in der Schwarzwurzel verbindet sich das Beste (unbittere) des Spargels mit zarten Nussaromen und winterlicher Erdigkeit. Besonders gut schmeckt sie zu zerlassener Butter und gerösteten Semmelbröseln. Aber auch mit Béchamelsoße oder im Soufflé und selbst roh in den Salat geraspelt ist sie ein Genuss.

In Sachen Pest hat Mattioli die Wunderwurzel aber zweifellos überschätzt. Der Gelehrte starb 1577 am „Schwarzen Tod“ – und das vermutlich nicht, weil gerade keine Schwarzwurzel zur Hand war.

Neu frisch vom Feld gibt's die Schwarzwurzel ab Oktober, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Krautiger Kohlrabi

(Brassica oleracea var. gongylodes)
Ob das deutscheste aller Gemüse wirklich aus Deutschland kommt, liegt – ehrlich gesagt – im Dunkeln. Erfahren Sie mehr über dieses und weitere Geheimnisse aus der Kulturgeschichte des Kohlrabi.

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Es ist ein Irrtum, dass es sich beim deutschesten aller Gemüse um Weißkohl alias Sauerkraut handelt. Zwar hat die vergorene Spezialität den Deutschen in England den Spottnamen Krauts eingetragen, aber fragen Sie mal einen Russen, Ungarn, Japaner, Niederländer, Dänen, Schweden, Franzosen oder Briten, was Kohlrabi in seiner Sprache heißt. Die Antwort mag ka, karalábé, koolrabi, kaalrabi, kålrabbi, colrave oder kohlrabi lauten, phonetisch ist das Ergebnis das gleiche: Die Welt spricht Kohlrabi. Krautiger wird’s nimmer.

Ist es Begeisterung über den süßen, leicht nussigen, dezenten Kohlgeschmack, die Menschen zwischen Washington und Tokio veranlasst, die komisch klingende Knolle im Munde zu führen? Mitnichten. Nur das Wort, nicht das Gemüse kommt ihnen über die Lippen. Kohlrabi ist so deutsch, dass vor allem die Deutschen ihn essen. 40.000 Tonnen im Jahr wachsen hier, und weil das noch zu wenig ist, bauen auch die Niederlande, Polen und Frankreich den Kreuzblütler an – für den Export.

Im Gegensatz zu Weiß- oder Blumenkohl, bei denen Blätter oder Blütenstand verzehrt werden, verdickt sich beim Kohlrabi der untere Teil der oberirdischen Sprossachse und liegt grünweiß oder blauviolett auf der Erdkrume. Innen sind alle Kohlrabis hell. Die größte Sorte heißt „Superschmelz“ und kann – ohne holzig zu werden – zur Größe eines Kohlkopfs anwachsen. Und der einzige Speck, der auch Vegetariern schmeckt, dürfte „Blauer Speck“ sein.

In Wirklichkeit enthält Kohlrabi neben viel Wasser, etwas Zucker und Eiweiß nur 0,1 Prozent Fett. In Deutschland wurde die Knolle im 16. Jahrhundert erstmals erwähnt. Sie war ein Star der Barockküche – beispielsweise in Leipzig, wo sie dem Allerlei den letzten Schliff gab. Das Original hat übrigens nichts mit Erbsen-Möhren-Spargel-Dosenmatsch zu tun, sondern ist ein knackiger Genuss, der – serviert mit heller Soße und luftigen Semmelklößchen – auch Blumenkohl, Morcheln und Flusskrebsschwänze vereint.

Ein Festmahl, das noch nicht ganz vergessen war, als Kurt Tucholskys Alter Ego Peter Panter sich 1928 in einem Speiselokal über breiiges Gemüse beschwerte und die Bedienung antwortete: „Da müssen Sie mal zu meiner Mutter kommen, Herr Panter, die kocht Ihnen ein Leipziger Allerlei ...“ – „Liebe gnädige Frau, es ist so nett von Ihnen ... Aber alle Leute können doch nicht bei Ihrer Mama essen!“

Kohlrabi passt gut zu Rahmsoßen, die auch mal mit Safran oder Chili gewürzt sein dürfen. Am besten gart man ihn im Ganzen und schält und teilt ihn hinterher, damit Aroma und Nährstoffe besser erhalten bleiben: Selen, Senföle und viel Vitamin C stärken das Immunsystem. Roh harmoniert Kohlrabi mit Nüssen, Ziegenkäse, Lachs und Äpfeln. Sein Kraut gehört nicht in den Kompost, denn es enthält viele Mineralien, Karotin, B-Vitamine und Eiweiß. Die zarten Herzblätter schmecken gut in Salat und Suppe oder als Hauptgericht: In Südeuropa bereitet man aus ihrem Grün vegetarische Rouladen oder „Spinat“ zu.

Südeuropa?! Ob das vermeintlich deutsche Gemüse auch aus der Region stammt, in der es so gerne verspeist wird, liegt – um ehrlich zu sein – im Dunkeln. Es könnte genausogut ein Nachfahre des pompejanischen Kohls sein, den der Römer Plinius kurz nach der Zeitenwende beschrieb. Grimms Wörterbuch vermerkte im 19.Jahrhundert, der Begriff Kohlrabi sei „merkwürdig durch seine Gestalt, halb deutsch halb italienisch“. Klar ist: Italien spricht nicht kohlrabisch. Der inoffizielle Kulturbotschafter der Krauts heißt dort cavolo rapa, Kohlrübe.

Neu frisch aus dem Gewächshaus gibt's Kohlrabi ab April, frisch vom Feld im Mai.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen


In jeder Ausagebe des Greenpeace Magazins berichten wir über die Kulturgeschichte von Obst und Gemüse. Unsere neue Ausgabe erhalten Sie am Bahnhofskiosk, in unserem Warenhaus und für nur 33,50€ im Jahresabo

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So, 2015-08-02 10:57
Berlin (dpa)

Bericht: Jäger führten 2014 elf Löwen als Trophäen ein

Die Tötung von Löwe «Cecil» im Juli sorgte weltweit für Empörung. Die Überreste von elf seiner Artgenossen wurden 2014 legal nach Deutschland gebracht - als Trophäen.

Berlin (dpa) - Die Jagdtrophäen von elf Löwen haben Jäger einem Bericht zufolge 2014 legal nach Deutschland eingeführt. Das geht aus den Daten des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) hervor, über die die «Welt am Sonntag» berichtet. Unter den Trophäen waren demnach auch 43 Schwarzbären, 36 Leoparden sowie sieben Afrikanische Elefanten und ein Eisbär. Insgesamt wurden dem Bericht zufolge 325 geschützte, aber dennoch getötete Tiere legal nach Deutschland eingeführt.

Der in Simbabwe von einem US-Zahnarzt getötete Löwe «Cecil» hätte dem Bericht zufolge nicht als Jagdtrophäe nach Deutschland gebracht werden dürfen: «Der Löwe «Cecil» wäre nach unserer Rechtsauslegung der entsprechenden EU-Artenschutzverordnungen nicht nach Deutschland gekommen», zitierte die Zeitung den zuständigen BfN-Abteilungsleiter für Artenschutz, Dietrich Jelden. Nach seinen Worten hätte das BfN eine Einfuhr dieser Trophäe nicht genehmigt, weil der Löwe in einem Nationalpark beheimatet war.

Die Tötung von «Cecil» hatte in der vergangenen Woche weltweit Empörung ausgelöst. Simbabwe will die Auslieferung des Jägers aus den USA erreichen. Der im Bundesstaat Minnesota lebende Zahnarzt Walter Palmer soll den 13 Jahre alten Löwen, der als eine Art Wahrzeichen eines Nationalparks im Nordwesten Simbabwes galt, Anfang Juli mit einem Trick aus dem Park gelockt haben.

Um geschützte Tiere als Trophäen nach Deutschland einführen zu können, benötigen Jäger eine entsprechende Genehmigung des BfN. «Jeder Einzelfall wird überprüft», sagte Jelden. «Der Jäger muss wahrheitsgemäße Angaben machen, wo und wann das Tier erlegt wurde. Außerdem muss eine Ausfuhrgenehmigung vorgelegt werden, die zeigt, dass es sich um eine legale und nachhaltige Jagd handelt.»

Widersprüchliche Berichte gibt es über «Jericho», den Bruder des Löwen «Cecil»: Während eine Tierschutzorganisation in Simbabwe am Samstag erklärte, «Jericho» sei ebenfalls getötet worden, erklärten Forscher laut CNN, ihrer Satellitenüberwachung zufolge sei das Tier im Hwange Nationalpark noch am Leben.

Die Wilderei - Opfer sind vor allem Elefanten und Nashörner - in Afrika hat Umwelt- und Tierschutzorganisationen zufolge zuletzt stark zugenommen. Dabei sterben jedes Jahr beispielsweise rund 30 000 Elefanten weltweit - Tendenz steigend.

So, 2015-08-02 11:00
Köln (dpa)

Cordalis und Herren kommen beim RTL-Sommerdschungel weiter Von Christof Bock und Marco Krefting, dpa

Ohne Kakerlaken, aber mit viel Glibber: Schlagersänger Costa Cordalis und Ex-«Lindenstraße»-Schauspieler Willi Herren sind bei «Ich bin ein Star - Lasst mich wieder rein!» eine Runde weiter.

Köln (dpa) - Sie haben gelästert, geschwitzt und Glibberduschen ertragen: Es gibt die ersten Kronprinzen für den Thron des RTL-Sommerdschungels. Schlagersänger Costa Cordalis (71) und Ex-«Lindenstraße»-Schauspieler Willi Herren (40) haben sich am Wochenende für das Finale der neuen Fernsehshow «Ich bin ein Star - Lasst mich wieder rein!» («Ibes») qualifiziert. Ihr Ziel: Sie wollen im kommenden Winter ein zweites Mal in den australischen Dschungel. Nur ein Rückkehrerplatz im RTL-Showklassiker ist zu vergeben. Die endgültige Entscheidung fällt am nächsten Samstag (8.8.).

«Ich hab richtig Lust!», versprach Herren am Samstag den Zuschauern. Schauspieler Herren (rundlicher geworden), Moderator Carsten Spengemann (grauhaariger geworden) und Sängerin Nadja Abd El Farrag (nicht unbedingt klüger geworden) mussten eine Aufgabe in einem Irrgarten aus Mais bewältigen.

Danach standen unter anderem eine anstrengende Nacht auf einem Braunkohlebagger und ein «Ibes»-Quiz, bei dem jede falsche Antwort eine gemeinsame Glibberdusche auslöste, auf dem Programm. Spengemann («Ich habe noch eine Rechnung mit dem Dschungel offen.») und «Naddel» («Ich hab so viele Dinge erlebt. Ich fand's lustig.») hatten beim Televoting dann das Nachsehen. Nach vielen gehässigen Zuschauerreaktionen im Netz betonte RTL in einer Erklärung auf Twitter: «Wir stellen klar: Es gab vorher keinen Alkohol! #ibes» 

Einen Tag zuvor war schon Sänger Costa Cordalis («Anita») weitergekommen. Er ließ das Spektakel mit buddhistischer Ruhe über sich ergehen. Er war 2004 erster Dschungelkönig überhaupt gewesen und ließ erneut zwei seiner ehemaligen Konkurrenten aus der ersten Staffel von «Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!» hinter sich: Musiker Werner Böhm alias Gottlieb Wendehals (74) und Schauspieler/Schauspieler-Sohn Dustin Semmelrogge (35).

Semmelrogge schien sich bei der Verkündung mehr über seine Niederlage zu freuen als Cordalis über den Sieg. Dabei hatte der Sänger noch betont, wie sehr er auf eine zweite Teilnahme hoffe. Natürlich nicht wegen des Geldes: «Der Weg ist die Meisterschaft.»

Das Trio musste unter anderem eine Nacht in einem Bunker verbringen und durfte dabei einen Geräuschpegel von 50 Dezibel nicht überschreiten - also etwa die übliche Gesprächslautstärke. 

Neben dem Moderatorenduo Sonja Zietlow (47) und Daniel Hartwich (36) erinnern beim Sommerdschungel auch die Jingles, Dr. Bob sowie Trailer mit Zeichentrick-Kandidaten an die Campshow. Der Ablauf des Formats und der einzelnen Folgen unterscheidet sich aber davon.

Die Wettkämpfe der Kandidaten wurden vorher aufgezeichnet. In einem Studio nahe Köln sitzt die Runde dann live zusammen. Filmchen mit Rückblicken auf die Erlebnisse vor Jahren in Australien nehmen viel Zeit ein. Das zieht sich phasenweise in die Länge.

RTL erreichte zum Auftakt am späten Freitagabend 3,03 Millionen Zuschauer, was für den sommerlichen Sendeplatz ein gutes Ergebnis ist. Bei der zweiten Ausgabe sackte dieser Wert ab. Daran könnte allerdings auch die Fußballübertragung im ZDF Anteil gehabt haben. Nur noch 2,08 Millionen sahen am Samstag im Schnitt bei «Ibes» zu. 

Das Original in der deutschen Winterzeit garantiert RTL seit Jahren gute Quoten. Die neunte Staffel Anfang dieses Jahres verfolgten im Schnitt rund 6,8 Millionen Menschen. Mit durchschnittlich 8,0 Millionen Zuschauern war die Ausgabe im vergangenen Jahr die erfolgreichste Staffel der Dschungelshow.

Auch an den nächsten Abenden treten je drei Kandidaten einer «Ibes»-Staffel gegeneinander an. Unter den 27 Promis sind auch Schlagersänger Michael Wendler, die Schauspieler Ingrid van Bergen und Mathieu Carrière sowie Boulevard-Größen wie Micaela Schäfer und Walter Freiwald. Sonja Zietlow ätzte: «Peking hat Winter-Olympia, wir haben den Sommer-Dschungel. Der einzige Unterschied ist, dass wir hier nicht ganz so auf die Menschenrechte achten.»

So, 2015-08-02 10:07
Garza (dpa)

Schmutzfinken am Pranger: Mexikanische Stadt stellt Müllsünder bloß Von Denis Düttmann, dpa

Wer in San Nicolás de los Garza Abfall auf die Straße schmeißt, wird auf Werbetafeln als «Ferkel» geoutet. Mit der Aktion will der Bürgermeister das Bewusstsein für ein sauberes Stadtbild schärfen. Menschenrechtler sehen einen Angriff auf die Persönlichkeitsrechte.

San Nicolás de los Garza (dpa) - Jaime Antonio M. kennt jetzt jeder in San Nicolás de los Garza. Als Schmutzfink, der die adrette Stadt im Nordosten von Mexiko verschandelt. Dreimal wurde der Mann dabei erwischt, wie er Müll auf die Straße warf. Zur Strafe prangt sein Konterfei im Stil eines Fahndungsfotos der Polizei nun auf einer riesigen Werbetafel an einer Straßenkreuzung. Vor seiner Brust ein Schild mit der Aufschrift: «Festgenommen, weil er ein Ferkel ist.»

San Nicolás de los Garza am Rande der Industriemetropole Monterrey ist eine der wohlhabendsten Gemeinden Mexikos. Hier wird Wert auf Ordnung und Sauberkeit gelegt. Dreck auf den Straßen passt da nichts ins Bild. «Wir müssen wirklich etwas tun, damit sich was ändert», sagt Bürgermeister Pedro Salgado Almaguer. «In San Nicolás bieten wir den Bürgern die beste Müllabfuhr des Landes, und trotzdem müssen wir noch jeden Tag 25 Tonnen Müll auf den Straßen und in den Parks aufsammeln.»

Der Rathauschef hat sich deshalb das Programm «Für ein sauberes San Nicolás» ausgedacht. Wer zum ersten Mal beim achtlosen Wegwerfen von Müll in der Öffentlichkeit ertappt wird, erhält eine Verwarnung. Beim zweiten Mal setzt es eine Geldstrafe. Und beim dritten Mal wird der Missetäter mit Foto an den öffentlichen Pranger gestellt.

Menschenrechtler sehen allerdings einen massiven Eingriff in die Persönlichkeitsrechte. «Das ist ein grausamer Akt, der die Integrität der Person und seiner Familie verletzt», sagt die Präsidentin der Menschenrechtskommission des Bundesstaates Nuevo León, Minerva Martínez Garza.

Örtliche Gesetze stünden nicht über der Verfassung, nach der die Preisgabe der Identität eines Verdächtigen nur bei einem formellen Haftbefehl zulässig sei. «Niemand darf willkürlichen und missbräuchlichen Eingriffen in sein Privatleben ausgesetzt sein», sagt Martínez Garza. «Das sind illegale Angriffe auf die Ehre und Reputation.»

Die Menschenrechtskommission forderte die Stadtverwaltung von San Nicolás de los Garza auf, Müllsünder künftig nicht mehr öffentlich bloßzustellen. Die Preisgabe von Fotos und persönlichen Daten sei eine Verletzung der Menschenrechte.

Bürgermeister Salgado Almaguer ficht das alles nicht an. Er wolle unter den Bürgern ein Bewusstsein dafür schaffen, dass man die Stadt nicht so einfach verschmutzen dürfe. Auch die Bezeichnung als Ferkel findet er nicht zu hart. «Wir müssen die Dinge beim Namen nennen.»

«San Nicolás - der beste Ort zum Leben», lautet der Werbeslogan der Stadt. Solange sein überdimensionales Foto an der Ausfallstraße hängt, dürfte sich Jaime Antonio M. dort allerdings nicht besonders wohlfühlen.

So, 2015-08-02 10:20
Berlin (dpa)

Jeder Dritte wäscht sein Auto nur alle paar Monate - oder seltener

Die Deutschen, ein Volk von Autowasch-Fanatikern? Nicht wirklich, wie eine aktuelle Umfrage zeigt.

Berlin (dpa) - Mehr als jeder dritte Autobesitzer wäscht seinen Wagen nur alle paar Monate oder sogar noch seltener (36 Prozent). Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur hervor. Demnach wird bei 14 Prozent der Befragten der Wagen jede Woche gewaschen. Bei 16 Prozent passiert das alle zwei Wochen, bei 33 Prozent einmal im Monat. Ein Prozent gab an, das eigene Auto werde niemals gereinigt.

Mehr als jeder Dritte wäscht sein Auto auch auf dem eigenen Grundstück oder dem eigenen Stellplatz (35 Prozent), obwohl dies in vielen Fällen nicht erlaubt ist: Wer sein Auto auf unbefestigtem Grund wäscht, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Auch wenn der Boden befestigt ist und ein Anschluss an einen Abwasserkanal besteht, ist in einigen Gemeinden das Autowaschen im Freien verboten. Trotzdem sagt gut jeder Fünfte, er nutze fürs Autowaschen nie eine Waschanlage (21 Prozent).

Ist es den Befragten peinlich, mit einem schmutzigen Auto durch die Gegend zu fahren? Die größte Gruppe der Autobesitzer (38 Prozent) sagt von sich: «Ich fahre auch mit einem dreckigen PKW, aber es ist mir unangenehm.» Für 27 Prozent ist ein Auto «Mittel zum Zweck, die Optik ist mir ziemlich egal». Und jeder Dritte achtet nach eigenen Worten darauf, dass der Pkw «immer schön sauber ist» (33 Prozent).

Für 70 Prozent der Autobesitzer ist die innere und äußere Sauberkeit des Fahrzeugs «gleich wichtig», für 8 Prozent «gleich unwichtig». 13 Prozent sagen, der Pkw solle vor allem innen sauber sein, 9 Prozent wollen ihren Wagen vor allem äußerlich sauber sehen.

So, 2015-08-02 10:46
Warschau (dpa)

Polen gedenkt des Warschauer Aufstands - «Lektion fürs Leben»

Sirenenklänge und Schweigeminuten: In Warschau und vielen Städten Polens ist an den Beginn des Warschauer Aufstands vor 71 Jahren erinnert worden. Selbst auf dem größten Open Air-Festival des Landes verharrten Hunderttausende schweigend.

Warschau (dpa) - Mit Kranzniederlegungen und Gedenkveranstaltungen haben die Menschen in Polen am Samstag an den Beginn des Warschauer Aufstands gegen die deutsche Besatzung vor 71 Jahren erinnert. Um 17.00 Uhr - der Stunde der ersten Kämpfe des Aufstands - schrillten in ganz Warschau die Sirenen. Tausende Menschen standen schweigend auf Plätzen und großen Verkehrskreuzungen der polnischen Hauptstadt sowie vor den Gräbern und Denkmälern der Aufständischen. Busse und Straßenbahnen unterbrachen die Fahrt. Auf dem Open Air-Festival «Przystanek Woodstock» im westpolnischen Kostrzyn wurde vor mehr als 500 000 Besuchern das Bühnenprogramm unterbrochen. Jugendliche verharrten minutenlang schweigend.

Die Untergrundkämpfer hätten auch den heutigen Polen eine «Lektion über das Leben» gegeben, sagte Parlamentspräsidentin Malgorzata Kidawa-Blonska bei einer Gedenkveranstaltung in Warschau. Freiheit und Demokratie seien nicht selbstverständlich, man müsse «bereit sein, sich zu ihrer Verteidigung zu erheben», sagte sie. Regierungschefin Ewa Kopacz erklärte, die Aufständischen hätten gezeigt, «dass der Kampf um Freiheit wichtiger ist als das Leben».

Im ehemaligen deutschen Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau erinnerte Gedenkstättenleiter Piotr Cywinski an die etwa 13 000 Warschauer, die nach dem Aufstand nach Auschwitz deportiert wurden. «Der Aufstand war auch die Hölle für zehntausende Familien», sagte er.

Der Aufstand der im Untergrund aktiven «Heimatarmee» scheiterte im Oktober 1944 tragisch. Mehr als 180 000 Menschen kamen ums Leben, die meisten von ihnen Zivilisten. Während der Kämpfe verübten die Deutschen Massaker an der Zivilbevölkerung; nach der blutigen Niederschlagung wurde Warschau systematisch zerstört. Die Rote Armee, die bereits die Stadtteile am östlichen Weichselufer erreicht hatte, griff nicht ein.

Die Bewertung des Aufstands spaltet Polen bis heute: Für die einen ist er Ausdruck von Heldentum, für die anderen sinnloses Blutvergießen.

So, 2015-08-02 10:18
Istanbul (dpa)

Zwei Militärpolizisten bei Anschlag in Osttürkei getötet

Istanbul (dpa) - Bei einem Anschlag in der osttürkischen Provinz Agri sind zwei Gendarmen getötet und 24 weitere verletzt worden. Kämpfer der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK hätten den Stützpunkt der Militärpolizei am frühen Sonntagmorgen mit einem mit Bomben beladenen Traktor attackiert, berichtete die private türkische Nachrichtenagentur DHA unter Berufung auf den Provinzgouverneur. Ob der Attentäter ebenfalls getötet wurde, blieb zunächst unklar.

Bei einem weiteren mutmaßlichen PKK-Anschlag in der südosttürkischen Provinz Mardin wurden am Sonntag ein Soldat getötet und mindestens acht weitere verletzt, wie DHA meldete. Das Fahrzeug der Soldaten sei auf eine zuvor verlegte Mine gefahren. Die PKK bekannte sich zunächst zu keinem der Anschläge.

In Nusaybin an der türkisch-syrischen Grenze gab es in der Nacht zu Sonntag Gefechte zwischen einer PKK-Jugendorganisation und der Polizei, wie DHA weiter berichtete.

Zuletzt eskalierte der Konflikt zwischen der PKK und der türkischen Regierung. Innerhalb von elf Tagen starben bei Anschlägen und Gefechten mindestens 21 Menschen, die meisten davon Sicherheitskräfte.

Die türkische Armee fliegt seit mehr als einer Woche Luftschläge auf Einrichtungen der PKK. Dabei wurden nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu rund 260 PKK-Kämpfer getötet und Hunderte verletzt. Am Samstag hatten türkische Kampfjets erneut vermutete PKK-Stellungen im Nordirak bombardiert und dabei nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur acht Zivilisten getötet. Das türkische Außenministerium kündigte Ermittlungen an.

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So, 2015-08-02 09:59
Berlin (dpa)

Preisverfall bei Milch: Agrarminister Schmidt will stärkeren Export

Berlin (dpa) - Angesichts des Preisverfalls bei der Milch will Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) den Export deutscher Milchprodukte fördern. Ein «möglicher neuer Exportmarkt» sei der Nahe Osten, sagte Schmidt der «Welt am Sonntag». «Ich werde auch die Lage im Iran genau beobachten.» Auch der Absatz in China könne verbessert werden.

In der «Bild am Sonntag» warnte Schmidt vor einem ruinösen Preiskampf bei Grundnahrungsmitteln und forderte vom Lebensmitteleinzelhandel faire Preise.

Viele Milchbauern sind aus Sicht des Bauernverbandes wegen der gesunkenen Preise in ihrer Existenz gefährdet. Die Erzeugerpreise bei Milchprodukten seien von 40 Cent je Liter Milch im Januar 2014 auf unter 28 Cent im Juli 2015 abgestürzt, hatte der Deutsche Bauernverband am vergangenen Donnerstag mitgeteilt. Gründe sind das Einfuhrverbot Russlands für Lebensmittel aus der EU sowie gesunkene Ausfuhren in Schwellenländer.

So, 2015-08-02 10:51
Kirchzarten (dpa)

Wildschwein springt «wie von Sinnen» durch geschlossene Haustür

Kirchzarten (dpa) - Ein wild gewordenes Wildschwein ist durch die Schwarzwald-Gemeinde Kirchzarten gewetzt und durch eine geschlossene Haustür in eine Wohnung gesprungen. Nach Angaben der Polizei rannte das Tier am Samstag «wie von Sinnen» durch den Ort und durchbrach dann die doppelverglaste Tür. Dabei verletzte es sich, verließ das Haus aber wieder und lief orientierungslos davon. Jäger und Polizisten fahndeten nach dem Wildschwein - allerdings ohne Erfolg, wie ein Polizeisprecher am Sonntag sagte.

Möglicherweise habe es im Vorbeirennen im Spiegelbild der Glastür einen Konkurrenten gesehen, spekulierten die Beamten. Jedenfalls versetzte das Wildschwein vielen Anwohner einen gehörigen Schrecken.

So, 2015-08-02 09:45
Berlin (dpa)

Bericht: Elf Löwen-Jagdtrophäen 2014 nach Deutschland eingeführt

Berlin (dpa) - Die Jagdtrophäen von elf Löwen haben Jäger einem Bericht zufolge 2014 legal nach Deutschland eingeführt. Das geht aus den Daten des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) hervor, über die die «Welt am Sonntag» berichtet. Die Tötung des Löwen «Cecil» am Rande eines Nationalparks in Simbabwe löste in der vergangenen Woche weltweit Empörung aus. Simbabwe will die Auslieferung des Jägers aus den USA erreichen.

Unter den nach Deutschland eingeführten Jagdtrophäen waren 2014 dem «Welt am Sonntag»-Bericht zufolge 43 Schwarzbären, 36 Leoparden sowie sieben Afrikanische Elefanten und ein Eisbär. Insgesamt seien 325 geschützte, aber dennoch getötete Tiere legal nach Deutschland eingeführt worden.

Um geschützte Tiere als Trophäen nach Deutschland einführen zu können, benötigen Jäger eine entsprechende Genehmigung des BfN. «Jeder Einzelfall wird überprüft», zitierte die Zeitung den zuständigen BfN-Abteilungsleiter für Artenschutz, Dietrich Jelden. «Der Jäger muss wahrheitsgemäße Angaben machen, wo und wann das Tier erlegt wurde. Außerdem muss eine Ausfuhrgenehmigung vorgelegt werden, die zeigt, dass es sich um eine legale und nachhaltige Jagd handelt.»

Geht doch!

Drohnen als Förster

Unbemannte Flugkörper sollen pro Jahr weltweit eine Milliarde Bäume pflanzen

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Jährlich werden auf der Erde rund 26 Milliarden Bäume gefällt. Der ehemalige Nasa-Ingenieur Lauren Fletcher nimmt den Kampf gegen die globale Entwaldung auf. Um den Schwund wettzumachen, entwickelte seine in Oxford ansässige, gemeinnützige Firma Bio Carbon Engineering eine innovative Drohne. Diese scannt auch unzugängliche Gegenden, kartografiert baumlose Regionen und bestimmt die Bodenart. Zusammen mit Ökologen entscheidet das Unternehmen, welche Bäume wo gepflanzt werden. Dann wird der Flugkörper ein zweites Mal losgeschickt. Per Druckluft schießt er kleine Saatgut-Kapseln in den Boden. Die Kapseln sind biologisch abbaubar und schützen das keimende Saatgut in der ersten Zeit. „Der industriellen Waldvernichtung können wir nur mit industrieller Aufforstung begegnen“, ist Fletcher überzeugt. Das Projekt befindet sich in der Entwicklungsphase, erste Tests sind im Laufe des Jahres geplant. Obwohl dem britischen Start-up noch Investoren fehlen, hofft Fletcher, dass die Firma schon bald Regierungen für Aufforstungsprojekte begeistern und jedes Jahr eine Milliarde Bäume pflanzen kann.
biocarbonengineering.com

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Frankreich
Mit einem Ende Mai verabschiedeten Gesetz will die französische Nationalversammlung die Verschwendung von Lebensmitteln eindämmen: Große Supermärkte werden verpflichtet, überschüssige Produkte künftig an gemeinnützige Einrichtungen zu spenden. Für Menschen ungeeignete Reste können laut Beschluss des Parlaments auch kompostiert oder als Tierfutter verwendet werden. Dabei wandern in Frankreich pro Person und Jahr „nur“
bis zu 30 Kilogramm ungenutzt in den Müll. Hierzulande fallen pro Kopf und Jahr rund 82 Kilo Essensabfälle an.
 

Münster
Seit 1989 dürfen in Münster auf kommunalen Flächen der westfälischen Stadt keine Pestizide mehr eingesetzt werden. Sprießendes Unkraut wird mit Heißluftwalzen oder Wildkrautbürsten entfernt. Diese Verfahren sind zwar aufwendiger und teurer, aber giftfrei. Dank einer Beratung durch den BUND verzichten inzwischen etliche Kommunen auf Pestizide. Dem Vorreiter Münster folgten zum Beispiel Saarbrücken, Tübingen und Bielefeld.
bund.net/pestizidfrei

Berlin
Heimischen Dünger stellen die Berliner Wasserwerke her, indem sie Phosphat aus Klärschlamm zurückgewinnen. Der Wasserversorger verkauft das recycelte Düngemittel unter dem Namen „Berliner Pflanze“ an Landwirte. Das Verfahren haben sich die Ingenieure patentieren lassen. Es dürfte weltweit auf Nachfrage stoßen, denn die globalen Phosphatvorräte gehen zur Neige.
bwb.de/berlinerpflanze
 

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

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Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

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Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

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Styropor „To Go“

USA Mehr als 70 Städte verbieten aufgeschäumtes Plastik. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt den Kampf mit dem Müll auf.

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Ab Juli verbannt er Einwegbecher, -teller und andere Behältnisse aus Styropor. Auch Verpackungsfüllmaterial aus Schaumstoff darf dann nicht mehr verwendet werden. Laut Abfallbehörde hat sich eine Wiederverwertung ökologisch und ökonomisch als nicht sinnvoll erwiesen. Jedes Jahr hat die Müllabfuhr in der Metropole fast 30.000 Tonnen Abfall aus aufgeschäumtem Polystyrol eingesammelt, der Großteil stammt aus der Gastronomie. „Diese Produkte verursachen reale Umweltschäden“, sagt de Blasio. Sein Appell fruchtet auch bei Behörden: Ab Sommer sollen Styroporbehälter aus Schulkantinen verschwinden. Warum das Essen künftig auf kompostierbaren statt auf Keramiktellern serviert wird, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Schon mehr als 70 US-Städte, darunter Washington, San Francisco, Oakland und Seattle, haben sich vom Einwegplastik losgesagt. In Deutschland dagegen wird der biologisch nicht abbaubare Schaumstoff weiterhin großflächig eingesetzt: nicht nur für Fastfood-Verpackungen, sondern auch für die Wärmedämmung von Gebäuden.
Illustration: Christoph Niemann

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Grenoble: Bäume statt Werbung
Die französische Alpenstadt will die erste werbefreie Stadt Europas werden: Der grüne Bürgermeister Éric Piolle hat alle Reklameverträge gekündigt. Wo bisher freie Sicht auf riesige Plakate herrschen musste, will er Bäume pflanzen lassen. Den Verzicht auf die optische Umweltverschmutzung lässt sich die Stadt jährlich 150.000 Euro kosten – so viel hat Grenoble bisher durch vermietete Werbeflächen pro Jahr eingenommen. Bislang verbietet nur eine Stadt Werbung im öffentlichen Raum: São Paulo in Brasilien, und das schon seit 2010.

Frankreich: Zu schnell kaputt
Mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe will Frankreich eingebaute Fehler, die zum vorzeitigen Verschleiß von langlebigen Verbrauchsgütern führen, als Betrug ahnden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist auf dem Weg. Niedersachsen will solche Art der Verbrauchertäuschung auch nicht hinnehmen. Landesverbraucherschutzminister Christian Meyer erwägt eine Verlängerung der Garantie bei bestimmten Produkten.

Hamburg: Steckdose für Cruiser
Die Bewohner des Elbufers können ein wenig aufatmen: Im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe werden ab diesem Sommer mit erneuerbarem Landstrom versorgt und können die luftverpestenden Dieselmotoren abstellen. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern, dass in Zukunft auch Containerschiffe zum Anschluss an den sauberen Landstrom verpflichtet werden.
 

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So, 2015-08-02 08:30
Düsseldorf (dpa)

NRW reaktiviert pensionierte Beamte für Flüchtlingshilfe

Pensionierte Beamte sollen in NRW helfen, den Bürokratie-Stau in der Flüchtlingsaufnahme aufzulösen. Auch Arbeitgeber und Kirchen können aus Sicht von NRW-Ministerpräsidentin Kraft einen Beitrag leisten. Dem Bund setzt sie ein Ultimatum.

Düsseldorf (dpa) - Nordrhein-Westfalen mobilisiert pensionierte Beamte, um die steigenden Flüchtlingszahlen zu bewältigen. Wie Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf sagte, haben sich bereits 150 Pensionäre aus dem Bereich des Innenministeriums gemeldet. «Da ist schon eine große Hilfsbereitschaft erkennbar.» Nach den Polizeibeamten würden nun auch ehemalige Lehrer und anschließend weitere Pensionäre angeschrieben, kündigte die Regierungschefin an.

Pensionäre können eingesetzt werden, um Neuankömmlinge in Erstaufnahme-Einrichtungen des Landes zu registrieren. Für die Aufgabe sollen sie bezahlt werden. Derzeit kommen rund 1000 Flüchtlinge täglich nach NRW - 90 000 werden in diesem Jahr erwartet.

Das größte Problem sei der Bearbeitungsstau bei den Anträgen, kritisierte Kraft. «Der Bund muss im Herbst verbindlich zusagen, wie er über das Bisherige hinaus seiner Verantwortung bei der Flüchtlingsbetreuung nachkommen wird. Wir können uns monatelange Verhandlungen nicht leisten.» Nötig seien mehr Entscheider beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und mehr bundeseigene Flächen und Gebäude.

Unterstützung sei aber von vielen Seiten nötig, betonte die Ministerpräsidentin. Sie appellierte insbesondere an Arbeitgeber, Beschäftigte freizustellen, die sich ehrenamtlich für Flüchtlinge engagieren. Diese Hilfe sei weiterhin unverzichtbar.

Die SPD-Politikerin mahnte, angesichts sinkender Akzeptanz der Bevölkerung sensibel mit dem Thema Flüchtlinge umzugehen - auch sprachlich. Dies sei dem bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) mit seiner Kritik an «massenhaftem Missbrauch» des Asylrechts nicht geglückt. «Das ist keine verantwortungsvolle Kommunikation. Niemand verlässt sein Heimatland leichten Herzens, sondern nur, wenn er Tod und Verfolgung fürchtet oder für sich und seine Familie keine Perspektive sieht.»

So, 2015-08-02 08:27
Istanbul (dpa)

Zwei Militärpolizisten bei Selbstmordanschlag in Osttürkei getötet

Istanbul (dpa) - Bei einem Selbstmordanschlag in der osttürkischen Provinz Agri sind zwei Gendarmen getötet und 24 weitere verletzt worden. Kämpfer der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK hätten den Stützpunkt der Militärpolizei am frühen Sonntagmorgen mit einem mit Bomben beladenen Landwirtschaftsfahrzeug attackiert, berichtete die Nachrichtenagentur DHA unter Berufung auf den Provinzgouverneur.

Bei einem weiteren mutmaßlichen PKK-Anschlag in der südosttürkischen Provinz Mardin wurden am Sonntag ein Soldat getötet und mindestens acht weitere verletzt, wie DHA meldete. Das Fahrzeug der Soldaten sei auf eine zuvor verlegte Mine gefahren. Die PKK bekannte sich zunächst zu keinem der Anschläge.

So, 2015-08-02 08:00
Celle (dpa)

Die Verheißung: Wenn Träume deutscher IS-Kämpfer platzen Von Valentin Frimmer, dpa

Zwei IS-Heimkehrer stehen in Niedersachsen vor Gericht. Was wollten sie in Syrien und dem Irak, wie geht es dort tatsächlich zu? Ebrahim H. B. macht schon vor seinem Prozess den Mund auf.

Celle (dpa) - «Wenn Du da hin gehst, Du bist entweder tot oder tot.» Ebrahim H. B. findet drastische Worte über seine Zeit beim sogenannten Islamischen Staat (IS) in Syrien und im Irak. Der 26-Jährige hat überlebt und will reden. Zusammen mit dem 27-jährigen Ayoub B. steht er ab Montag vor dem Oberlandesgericht in Celle.

Die Generalbundesanwaltschaft wirft den Deutsch-Tunesiern vor, sich 2014 dem IS angeschlossen zu haben. Beide sind weitgehend geständig. Die Wolfsburger wurden nach ihrer Rückkehr festgenommen. Was hat sie geritten, wie Hunderte weitere Deutsche in den Dschihad zu ziehen?

«Wir hatten mit Religion nichts zu tun», sagt Ebrahim H. B. einem Team von NDR, WDR und «Süddeutscher Zeitung» im Gefängnis. Der 26-Jährige wurde laut den Ermittlungen in Wolfsburg (Niedersachsen) von einem IS-Mitglied angeworben. «Die radikale Clique traf sich ein paar Mal in verschiedenen Moscheen und bekam Hausverbot», sagt Yilmaz Kilic, Landesvorsitzender der Türkisch-Islamischen Union (Ditib).

Der Werber des IS baut Druck auf: «Wie kannst Du in Ruhe schlafen, also in der Wärme mit Heizung, wo junge Muslime gerade verhungern oder Frauen vergewaltigt werden?», soll er gefragt haben. Der Mann malt aber auch das Bild eine rosigen Zukunft. «In Syrien kannst Du das teuerste Auto fahren, das Du Dir in Deutschland gar nicht leisten kannst», lockte laut Ebrahim H.B. der IS-Mann. Man könne dort bauen und vier Frauen heiraten. «Wer möchte keine vier Frauen haben, um ehrlich zu sein», begründet Ebrahim H.B. seine Begeisterung.

Der 26-Jährige in kariertem Hemd und dunkler Strickjacke zeichnet von sich das Bild eines naiven jungen Mannes, der gutgläubig dem Werber folgte. Aber stimmt das? Die IS-Propaganda mit grausamen Sprüchen und abgeschnittenen Köpfen ist kaum zu ignorieren. Sie kursiert im Netz.

Anfang Juni 2014 reisen die beiden Wolfsburger laut Anklage über die Türkei nach Syrien. In einem Ausbildungslager werden ihnen Handy und Pass, aber auch Zahnpasta und Shampoo abgenommen, erzählt Ebrahim H. B. «Geduscht wird nur Freitags in einem dreckigen See.» Ayoub B. gibt laut dem Bericht zu Protokoll: «Jeder Tag war gleich. Außer Freitags, da gab es immer Pepsi und Schokolade.» Nachmittags musste man üben, Kalaschnikows zusammenzubauen.

Die Ausländer werden laut Ebrahim H. B. entweder Kämpfer oder Selbstmordattentäter und die beiden Gruppen voneinander getrennt. «Jeder muss sich entscheiden.» Ayoub B. soll laut Anklage zunächst mit Waffen trainiert und sich später im Irak an IS-Offensiven beteiligt haben. «Wir mussten immer zuhören und gehorchen», sagt er.

Ebrahim H. B. soll sich zu einem Selbstmordanschlag in Bagdad bereiterklärt haben. Der Plan platzte laut Anklage aber, weil einige Mitstreiter zuvor verhaftet wurden. Dazu will H. B. erst vor Gericht Stellung nehmen. Aber warum sprengen sich junge Menschen überhaupt in die Luft? «Die werden vollgequatscht und überredet, damit die sterben», sagt H. B. Im Extremfall würden sie gezwungen.

Der 26-Jährige schildert eine grausame Szene: Ein junger Mann sei unter Spionageverdacht geraten und umgebracht worden. «Dann hat man dieses Quietschen gehört.» Die Leiche habe man ihm dann ins Zimmer gebracht und den Kopf daraufgelegt. «Zum Abschrecken.» 

Ebrahim H. B. distanziert sich in dem Interview vom IS. «Wenn man richtig die Augen aufmacht, sieht man, dass es falsch ist. Dass es mit dem Islam nichts zu tun hat. Aber die jungen Leute haben ja keine Ahnung.» Mit seiner Offenheit könnte er beim Gericht punkten. Lange wurde auf einen Insider gewartet, der redet. «Gefängnis in Deutschland ist mir viel lieber als Freiheit in Syrien.»

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
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Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 5.12

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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"Ich hab's nicht so mit Broteschmieren."

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“

Erschienen in Ausgabe 3.12

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Erschienen in Ausgabe 2.12

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Erschienen in Ausgabe 1.12

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

Erschienen in Ausgabe 6.11

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Immer noch - umweltschädlicher Becher Becher wird künftig vielleicht recycelt. ActiIrreführus - bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

Erschienen in Ausgabe 5.11

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Tödlich.  Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord. Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

Erschienen in Ausgabe 4.11
 

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate "ausgesetzt". Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit "ausgesetzter" Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

Erschienen in Ausgabe 3.11
 

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU.  Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen.  Erpresso Die Leere des Portemonnaies

Erschienen in Ausgabe 2.11
 

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Schaurige Leistung. Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten. Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich. VW Das Böse.

Erschienen in Ausgabe 1.11

 

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Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

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Wir fördern Gier und Pfusch. Statt Alternativen. Seit Jahren basteln wir fleißig an unserem grünen Image. Doch anstatt konsequent auf erneuerbare Energien zu setzen, plündern wir die letzten Ölreserven unseres Planeten – zum Beispiel im Golf von Mexiko. Ohne Skrupel. Ohne Rücksicht auf Verluste. Und ohne Plan B, falls was schiefgeht – wie jetzt. bp big problems

Erschienen in Ausgabe 4.10

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