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kampagne / 02.Sep 2015

Müllflut stoppen: „Werde ein Becherheld!“

Wer sich seinen Coffee to go in einen mitgebrachten Mehrwegbecher füllen lässt, ist laut Deutscher Umwelthilfe ein „Becherheld“. Um die Müllflut durch den Unterwegs-Konsum zu stoppen, schlägt sie eine 20-Cent-Abgabe pro Becher vor.

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PRODUKT
der Woche
Do, 2015-09-03 10:30
Berlin (WWF)

Geiersterben in Afrika

"Afrikas Geier stehen vor dem Aus", befürchtet der WWF Deutschland. Die Naturschützer verweisen auf alarmierende neue Untersuchungen, die zeigen, dass die Populationen in 22 afrikanischen Ländern massiv zurückgehen. Biologen der kanadischen Universität von Britisch-Kolumbien überprüften die Bestände von acht der neun Afrikanischen Geierarten: Demzufolge hat sich ihre Zahl in den zurückliegenden drei Jahrzehnten mehr als halbiert. Bei sieben der acht untersuchten Vogelarten registrierten die Forscher sogar einen Rückgang um mehr als 80 Prozent. "Die Ergebnisse sind extrem alarmierend", so Arnulf Köhncke vom WWF Deutschland. "Geier sind quasi die Gesundheitspolizei der Savanne und spielen eine immens wichtige Rolle im Ökosystem." Ohne die Aasfresser müsse man beispielsweise davon ausgehen, dass sich Krankheiten wie Tollwut deutlich schneller und weiter verbreiten.Der WWF sieht einen engen Bezug zwischen dem Sturzflug der Geier und der gravierenden Wildereikrise in Afrika. Jäger, die auf Elfenbein oder Nashorn aus sind, haben es nicht direkt auf die Vögel abgesehen. Sie vergiften die Kadaver getöteter Elefanten aber dennoch, um sich die Vögel vom Hals zu schaffen. Denn kreisende Geier sind für Wildhüter ein unersetzbarer Hinweis auf akute Fälle von Wilderei. Die Vögel brauchen nicht einmal 30 Minuten um einen frisch getöteten Elefanten zu finden. Das erhöht für Wilderer die Gefahr erwischt zu werden, denn sie benötigen etwa doppelt so lange, um die Stoßzähne zu entfernen.

Die aktuelle Studie zeigt, dass insgesamt mehr als 60 Prozent der verendet aufgefundenen Geier, dem Gifttod zum Opfer gefallen sind. Neben Wilderern sind Rinderhirten für die Vergiftung der Vögel verantwortlich. Auch sie haben eigentlich nicht die Geier im Visier, sondern vergiften gerissene Tiere oder legen Giftköder aus, um sich potenzieller Räuber wie Hyänen, Löwen oder Schakalen zu entledigen. Neben dem Vergiften ist die gezielte, illegale Jagd auf Geier wichtiger Grund für ihren Sturzflug. Den Vögeln wird ein Wert in der traditionellen Medizin zugeschrieben.
Um die Geier vor dem Aussterben zu bewahren, ist nach Einschätzung des WWF ein Bündel von Maßnahmen nötig. Geierforscher fordern, die Nutzung von gefährlichen Giften strikter zu regulieren und den Strafvollzug gegen illegale Tötung von und Handel mit Geiern zu verschärfen. Auch der Kampf gegen die ausufernde Wilderei auf Elefanten und Nashörner könne indirekt den Geiern helfen.
 

Do, 2015-09-03 09:30
Berlin (dpa)

Kosten und Gewinn durch Flüchtlinge - Auf was kommt es jetzt an? Von Basil Wegener, dpa

Eine Herausforderung sind die immer zahlreicheren Flüchtlinge für das Land - aber auch ein Gewinn, betonen Politiker immer wieder. Was steckt hinter dieser Formel?

Berlin (dpa) - Milliardenkosten kommen auf Bund, Länder und Kommunen wegen der immer zahlreicheren Flüchtlinge zu. Doch sie bringen dem Land auch etwas. Welche Aspekte dabei jetzt im Vordergrund stehen.

Welche Kosten entstehen für Sozial- und Vermittlungsleistungen?

Bis zu 3,3 Milliarden Euro werden 2016 laut Bundessozialministerium an Sozialleistungen, Deutschkursen, Qualifizierungen für Flüchtlinge gebraucht - bis 2019 könnte der Bedarf auf sieben Milliarden Euro steigen. Die Summe ist abhängig davon, wie viele Asylbewerber anerkannt werden, wie umfangreich Bleibende in den Jobmarkt vermittelt werden können und wie viele Familienmitglieder nachkommen.

Was brauchen die Kommunen vom Bund für Unterbringung und Versorgung?

Bisher sind eine Milliarde Euro für dieses Jahr vorgesehen. SPD-Chef Sigmar Gabriel geht davon aus, dass der Bedarf «eher drei» Milliarden beträgt. Bund und Länder verhandeln im September auch über die dauerhafte Unterstützung des Bundes während der kommenden Jahre.

Wie ist die Finanzlage des Staats?

Gut. 21 Milliarden Euro Überschuss erzielten Bund, Länder, Kommunen und Sozialversicherungen im ersten Halbjahr. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) meinte bereits, am Geld werde das Meistern der Herausforderungen nicht scheitern.

Sind Flüchtlinge für Deutschland vor allem ein Kostenfaktor?

Nicht nur. «Wenn man die Geldflüsse insgesamt ansieht, ist die Bilanz nicht unbedingt negativ», sagt Ulrich Kober, Programmdirektor Integration und Bildung der Bertelsmann Stiftung. «Man kann die Mittel, die wir heute ausgeben, auch als Investitionen sehen, die das Land später zurückbekommt.» Manche Ökonomen erwarten zudem positive konjunkturelle Einflüsse, wenn etwa der Wohnungsbau angekurbelt wird.

Gibt es Kosten-Nutzen-Rechnungen zur Migration?

Ja - zur aktuellen Lage können offizielle Stellen allerdings nicht mit konkreten Analysen dieser Art aufweisen. Laut einer Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung im Auftrag der Bertelsmann Stiftung sorgten die 6,6 Millionen Menschen ohne deutschen Pass 2012 aber für einen Überschuss von insgesamt 22 Milliarden Euro. «Jeder Ausländer zahlt demnach pro Jahr durchschnittlich 3300 Euro mehr Steuern und Sozialabgaben, als er an staatlichen Leistungen erhält», heißt es in der Studie. Die Autoren betonten: «Je besser qualifiziert die Zuwanderer, desto höher ihr Beitrag zur Finanzierung der öffentlichen Kassen.»

Warum fordert die Wirtschaft gesteuerte Zuwanderung und leichtere Arbeitsaufnahme für Asylbewerber?

Nach einer anderen Bertelsmann-Studie braucht Deutschland bis 2050 pro Jahr zwischen 276 000 und 491 000 Menschen aus Nicht-EU-Staaten zur Deckung des Bedarfs an Arbeitskräften. Denn dann wird der demografische Wandel immer stärker spürbar - und Zuwanderung aus EU-Ländern nimmt ab, weil das Älterwerden auch dort die Bevölkerung schrumpfen lässt.

Sind die Flüchtlinge also die Lösung für die Arbeitsmarktprobleme?

«Es wäre eine Augenwischerei zu behaupten, durch die Zuwanderung würde von heute auf morgen etwa der Fachkräftemangel beseitigt», sagt Kober. «Bei den derzeit in großer Zahl zu uns kommenden Menschen muss Deutschland seinen humanitären Verpflichtungen gerecht werden.» Die Debatte, ob man Kosten und Gewinn in dem Bereich überhaupt aufrechnen sollte, ist nicht neu - bereits im Dezember hatte sich der Deutschen Städte- und Gemeindebund dagegen gewandt.

Welche aktuelle Erfahrungen gibt es in dem Bereich auf dem Jobmarkt?

Aus den 15 Ländern, aus denen die meisten Asylbewerber kommen, waren im Juni laut Bundesagentur für Arbeit (BA) insgesamt 486 000 Beschäftigte registriert. Das sind sieben Prozent mehr als vor einem Jahr. Bei Syrern betrug der Anstieg 39 Prozent. Die Zahl der Arbeitslosen aus diesen Ländern erhöhte sich im Vorjahresvergleich um 18,4 Prozent auf 161 000, auch hier am stärksten bei den Syrern.

Auf was kommt es der Regierung jetzt bei vor allem an?

Arbeitsministerin Nahles und BA wollen schnell mehr Mittel für Deutschkurse und die gezielte Ermittlung von Qualifikationen der Flüchtlinge nach der Ankunft. So soll das Programm «Early Intervention» stark ausgeweitet werden. Hier geht die BA - bisher nur in Modellprojekten - gezielt auf Flüchtlinge zu, um sie nach ihren Fähigkeiten gezielt zu fördern. Experte Kober sagt: «Das ist nicht leicht, aber zahlt sich aus.»

Do, 2015-09-03 09:50
Berlin (dpa)

Geier im Sturzflug: WWF warnt vor Sterben der Aasfresser in Afrika

Berlin (dpa) - Sie geben Hinweise auf Wilderei und verhindern die Verbreitung von Krankheiten: Geier sind gewissermaßen die Gesundheitspolizei der Savanne. Die Umweltschutzorganisation WWF schlägt nun Alarm und warnt, dass die Vögel in Afrika vom Aussterben bedroht sind. «Afrikas Geier stehen vor dem Aus», teilten die Naturschützer am Donnerstag in Berlin mit. Der WWF bezieht sich dabei auf eine Studie der kanadischen Universität von Britisch-Kolumbien, deren Biologen die Entwicklung von acht der neun Geierarten untersucht haben. Demnach hat sich die Zahl der Tiere in den vergangenen drei Jahrzehnten mehr als halbiert.

Geht doch!

Hoffnung für Hähnchen

Biobrütereien in der Alpenrepublik beenden ab 2017 das massenhafte Kükentöten
 

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Da männliche Küken später keine Eier legen, werden sie direkt nach dem Schlupf getötet. Damit wollen österreichische Biobrütereien spätestens ab 2017 Schluss machen: Im Nachbarland einigten sie sich mit dem Biodachverband und dem Lebensmitteleinzelhandel darauf, in Zukunft Bioeier nur noch dann als „bio“ zu kennzeichnen, wenn Henne und Hahn aufgezogen werden. Gelingen soll das mit einer robusten Legerasse, deren Brudertiere bei der Mast Fleisch ansetzen, wenn auch langsamer und weniger als sonst üblich. Die Branche rechnet mit Mehrkosten von zwei bis drei Cent pro Ei. Die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ hat die landesweite Lösung mit auf den Weg gebracht und hofft nun, dass diese wegweisend für ganz Europa sein wird. In Deutschland gibt es bislang nur kleine Projekte wie etwa die „Bruderhahn-Initiative“ oder „Ei-Care“. Doch auch hierzulande bewegt sich etwas: Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) will das Kükensterben mithilfe der Geschlechtsbestimmung im Ei beenden. Noch ist diese Technik nicht marktreif – und laut Deutschem Tierschutzbund auch nicht ausreichend: „Wir müssen das System ändern, dafür brauchen wir andere Zuchtlinien und andere Haltungssysteme.“
 

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New York: Essen als Chance
Frisch aus dem Knast entlassenen Jugendlichen gibt das Sozialprojekt „Drive Change“ in New York City eine Perspektive: Im Team des mobilen „Snowday Food Truck“ schnippeln sie Gemüse, braten Hühnchen und bieten verschiedene Mittagessen an. Die jungen Menschen verdienen ihr eigenes Geld – für manche ist es der erste legale Job. Vor allem soll ihnen die Arbeit bei der Integration helfen, denn bisher werden zwei von drei jugendlichen Straftätern innerhalb von drei Jahren rückfällig.
snowdayfoodtruck.com

Italien: Soli-Kaffee
Von Neapel aus geht eine solidarische Idee um die Welt: Gäste können einen Kaffee bestellen – und zwei zahlen. Den Gratiskaffee bekommt irgendwann ein Obdachloser, der sich ein Heißgetränk nicht leisten kann. In Neapel wird diese Tradition schon seit mehr als hundert Jahren in der Weihnachtszeit gepflegt. Inzwischen gibt es die Geste der Nächstenliebe in fast 20 Ländern. Auch in Deutschland besteht in einigen Lokalen die Möglichkeit, einen Kaffee zu spenden.
coffeesharing.com

San Francisco: Warnung vor Limo
Werbeanzeigen für Softdrinks müssen laut Beschluss des Stadtrats von San Fransisco künftig mit Warnhinweisen versehen werden. So soll der Verbraucher erfahren, dass der zugesetzte Zucker Fettleibigkeit, Diabetes und Karies verursachen kann. Ein solches Warnlabel könnte es auch landesweit geben, die Demokraten haben einen entsprechenden Gesetzentwurf für den US-Staat Kalifornien eingereicht. Schon im vergangenen Jahr hatte Berkeley dem hohen Zuckerkonsum den Kampf angesagt. Als erste US-Stadt besteuerte die Nachbarin San Franciscos im November 2014 zuckerhaltige Getränke.
 

Geht doch!

Drohnen als Förster

Unbemannte Flugkörper sollen pro Jahr weltweit eine Milliarde Bäume pflanzen

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Jährlich werden auf der Erde rund 26 Milliarden Bäume gefällt. Der ehemalige Nasa-Ingenieur Lauren Fletcher nimmt den Kampf gegen die globale Entwaldung auf. Um den Schwund wettzumachen, entwickelte seine in Oxford ansässige, gemeinnützige Firma Bio Carbon Engineering eine innovative Drohne. Diese scannt auch unzugängliche Gegenden, kartografiert baumlose Regionen und bestimmt die Bodenart. Zusammen mit Ökologen entscheidet das Unternehmen, welche Bäume wo gepflanzt werden. Dann wird der Flugkörper ein zweites Mal losgeschickt. Per Druckluft schießt er kleine Saatgut-Kapseln in den Boden. Die Kapseln sind biologisch abbaubar und schützen das keimende Saatgut in der ersten Zeit. „Der industriellen Waldvernichtung können wir nur mit industrieller Aufforstung begegnen“, ist Fletcher überzeugt. Das Projekt befindet sich in der Entwicklungsphase, erste Tests sind im Laufe des Jahres geplant. Obwohl dem britischen Start-up noch Investoren fehlen, hofft Fletcher, dass die Firma schon bald Regierungen für Aufforstungsprojekte begeistern und jedes Jahr eine Milliarde Bäume pflanzen kann.
biocarbonengineering.com

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Frankreich: Wegwerfverbot für Essbares
Mit einem Ende Mai verabschiedeten Gesetz will die französische Nationalversammlung die Verschwendung von Lebensmitteln eindämmen: Große Supermärkte werden verpflichtet, überschüssige Produkte künftig an gemeinnützige Einrichtungen zu spenden. Für Menschen ungeeignete Reste können laut Beschluss des Parlaments auch kompostiert oder als Tierfutter verwendet werden. Dabei wandern in Frankreich pro Person und Jahr „nur“
bis zu 30 Kilogramm ungenutzt in den Müll. Hierzulande fallen pro Kopf und Jahr rund 82 Kilo Essensabfälle an.
 

Münster: Pestizidfreie Kommune
Seit 1989 dürfen in Münster auf kommunalen Flächen der westfälischen Stadt keine Pestizide mehr eingesetzt werden. Sprießendes Unkraut wird mit Heißluftwalzen oder Wildkrautbürsten entfernt. Diese Verfahren sind zwar aufwendiger und teurer, aber giftfrei. Dank einer Beratung durch den BUND verzichten inzwischen etliche Kommunen auf Pestizide. Dem Vorreiter Münster folgten zum Beispiel Saarbrücken, Tübingen und Bielefeld.
bund.net/pestizidfrei

Berlin: „Berliner Pflanze“
Heimischen Dünger stellen die Berliner Wasserwerke her, indem sie Phosphat aus Klärschlamm zurückgewinnen. Der Wasserversorger verkauft das recycelte Düngemittel unter dem Namen „Berliner Pflanze“ an Landwirte. Das Verfahren haben sich die Ingenieure patentieren lassen. Es dürfte weltweit auf Nachfrage stoßen, denn die globalen Phosphatvorräte gehen zur Neige.
bwb.de/berlinerpflanze
 

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

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Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

Außerdem Interessant

Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

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Do, 2015-09-03 09:19
Taiji (dpa)

Delfinjagd-Saison in Japan beginnt

Taiji (dpa) - Im japanischen Walfangort Taiji hat am Donnerstag die Saison für die Jagd auf Delfine begonnen. Die Fischerboote machten zwar laut lokalen Medienberichten auf dem Meer eine Schule an Delfinen aus. Doch gelang es ihnen nicht, die Tiere an die Küste zu treiben. Das Auslaufen der Fischerboote wurde von Protesten von einem guten Dutzend ausländischer Tierschützer begleitet.

Unter ihnen befand sich auch der bekannteste Gegner der japanischen Delfinjäger, der Amerikaner Richard O'Barry. Er war kurz vor Beginn der Jagdsaison von der Polizei festgenommen worden, da er seinen Pass nicht bei sich trug, wurde aber kurz darauf wieder freigelassen. O`Barry wirkte in dem Oscar-gekrönten Dokumentarfilm «Die Bucht» mit, mit dem das alljährliche Gemetzel in Taiji zu trauriger Berühmtheit gelangt war.

Taijis Fischer treiben die Meeressäuger während der Jagden in eine Bucht und sortieren die schönsten Tiere im Auftrag von Delfinarien im In- und Ausland aus. Die übrigen werden in einer Nachbarbucht abgeschlachtet. Die alljährlich zwischen September und März stattfindende Jagd auf die Delfine stößt auf weltweite Empörung.

Do, 2015-09-03 09:03
London (dpa)

Nissan steckt 136 Millionen Euro in britisches Werk

London (dpa) - Der japanische Autobauer Nissan investiert 100 Millionen Pfund (136 Mio Euro) in sein Werk in Nordengland. In Sunderland soll die neue Generation des Modells Juke gebaut werden, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Damit seien die 6700 Arbeitsplätze in dem Werk bis über das Jahr 2020 hinaus gesichert. In Großbritannien lässt Nissan auch die Modelle Qashqai und Note sowie das Elektroauto Leaf bauen. Finanzminister George Osborne nannte die Mitteilung eine «fantastische Neuigkeit». Der Autobau spielt eine wichtige Rolle bei Großbritanniens Versuch, künftig weniger stark auf die Finanz- und Dienstleistungsbranche angewiesen zu sein.

Do, 2015-09-03 09:11
Canberra (dpa)

Verlorenes Schaf «Chris» von 42 Kilogramm Wolle befreit

Canberra (dpa) - Ein seit Jahren ungeschorenes Schaf hat in Australien rekordverdächtige 42,3 Kilogramm Wolle auf die Waage gebracht. «Chris» sei mit seinem dicken Fell in Lebensgefahr gewesen, berichtete der Sender ABC am Donnerstag unter Berufung auf Tierärzte. Die Tierschutzorganisation RSPCA hatte das Merino-Schaf unter seine Fittiche genommen, als es herrenlos in der Nähe der Hauptstadt Canberra vor sich hintrottete. Es war mit dem Wollgewicht kaum in der Lage zu laufen.

So ein Fell habe er in 35 Jahren im Geschäft noch nie auf einem Schaf gesehen, sagte Scherer Ian Elkins. Die Prozedur dauerte eine Dreiviertelstunde. Schafe werden normalerweise jedes Jahr geschoren. Das dauert pro Tier drei Minuten und bringt im Schnitt fünf Kilogramm Wolle. Die Tierorganisation sucht nun jemand, der «Chris» aufnimmt.

Do, 2015-09-03 09:39
Heidenau (dpa)

Heidenaus Bürgermeister redet mit Einwohnern

Heidenau (dpa) - Nach den rechtsradikalen Protesten in Heidenau hat der Bürgermeister der Stadt, Jürgen Opitz (CDU), Einzelgespräche mit Einwohnern geführt. «Der Dialog in der kleinen Form ist ein Mechanismus, der unser Land vor über 25 Jahren vor schweren Auseinandersetzungen bewahrt hat. Er sollte wieder funktionieren», sagte Opitz in einem Interview mit der «Sächsischen Zeitung» (Donnerstag). Mehrfach bot Opitz Gespräche an. Am Montag nahm ein junger Mann das Angebot an. Einen Tag später führte der Bürgermeister mit rund 20 Handwerkern und Unternehmern rund zwei Stunden weitere Gespräche über die Asylpolitik. Missverständnisse seien dabei aufgeklärt worden, so Opitz.

Viele Menschen in Heidenau hießen die derzeitige Asylpolitik nicht gut. Hetze, Gewalt und Hass seien jedoch zu verurteilen. «Wir müssen aus dem Generalverdacht, Nazi oder Pack zu sein, raus», sagte Opitz.

Do, 2015-09-03 08:13
Frankfurt/Main (dpa)

Euro vor EZB-Entscheidungen über 1,12 Dollar

Frankfurt/Main (dpa) - Der Euro hat sich am Donnerstag vor neuen Entscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) kaum bewegt. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1225 US-Dollar und damit in etwa so viel wie am Mittwochabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwochmittag auf 1,1255 Dollar festgesetzt.

Am Donnerstag rückt die Geldpolitik in den Mittelpunkt. Der EZB-Rat wird neue Entscheidungen verkünden. Wesentliche Änderungen am sehr lockeren Kurs werden nicht erwartet. Dennoch könnte EZB-Präsident Mario Draghi in Erklärungsnot geraten: Es wird erwartet, dass die Notenbank ihre Inflationsprognosen weiter reduziert. Dabei haben die im März gestarteten Anleihekäufe gerade das Ziel, die ungewöhnlich schwache Inflation anzuheben. Das ist bisher, auch wegen anhaltend niedriger Energiepreise, nicht gelungen.

Do, 2015-09-03 08:12
Washington (dpa) 

Trump wegen möglicher unabhängiger Kandidatur zunehmend unter Druck

Washington (dpa) - Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump gerät wegen seiner Drohung, notfalls auch als unabhängiger Kandidat bei der Präsidentenwahl anzutreten, zunehmend in seiner Partei unter Druck. Der Polit-Milliardär werde sich am Donnerstag in New York mit führenden Republikanern treffen, berichtet die Zeitung «Wall Street Journal» am Mittwochabend (Ortszeit). Trump hat für Donnerstagnachmittag (20.00 Uhr MESZ) eine Erklärung angekündigt. Unter den republikanischen Kandidaten führt der 64-Jährige derzeit die Umfragen an. Strategen der Republikaner befürchten, dass eine unabhängige Kandidatur des Immobilienmagnaten einem republikanischen Kandidaten bei den Wahlen im November 2016 die notwendigen Stimmen zum Sieg nehmen könnte.

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À la Saison

Royale Reneklode

(Prunus domestica subsp. italica)
Sie ist die wenig bekannte Königin der Hauspflaumen – oder zumindest eine ziemliche Prinzessin auf der Erbse. Und sie hat ihren hässlichen Namen auf keinen Fall verdient. Warum, erfahren Sie hier

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Das Deutsche verdankt dem Französischen wohlklingende Worte wie Aubergine, Bonbon und Croûton. Auch Éclair und Filet sind Einwanderer, die nicht zur Überintegration gezwungen wurden, ganz anders als die Kuvertüre und die Reneklode. Ein Wort, das sich im Mund nicht wie Steinobst, sondern wie ein Stein anfühlt und nur entfernt an seine Herkunft erinnert. Können Sie das Original aus dem Ärmel schütteln, aus der Lamäng (la main), wie der Deutsche sagt? Reine-Claude, Königin Claudia, nennen unsere Nachbarn die rare Süße. Ränklod müssten wir schreiben, wenn wir – wie im Fall der Kuvertüre – wenigstens den Klang des Wortes nachahmen wollten. Aber das wäre noch hässlicher.

Claudia von Frankreich war eine Renaissance-Dame, die Franz dem Ersten zwischen 1515 und 1524 acht Kinder gebar, jung starb und wenn vielleicht nicht den König, so doch Renekloden über alles geliebt haben soll. Es ist nicht klar, ob die Früchte möglicherweise auch nach dem Obstkundler René Claude heißen könnten. Auf jeden Fall dürften sie zu Reine Claudes Zeit der Dernier Cri (letzte Schrei) gewesen sein. Kam das aus Armenien stammende Rosengewächs – anders als das Gros der Pflaumenarten – doch nicht schon in der Antike, sondern erst im Spätmittelalter nach Europa.

Zart (délicate) wie ihre Namenspatronin und damit im Wortsinn eine Delikatesse ist die Reneklode. In der weitverzweigten Pflaumenfamilie ist sie die Prinzessin auf der Erbse: Sie ist schwer zu finden, und man erkennt sie an ihrer empfindlichen Haut. Weil sie behandelt werden will wie ein rohes Ei und schnell verdirbt, drückt sich der Handel vor ihr. Liebhaber pflanzen sie am besten im eigenen Obstgarten oder finden sie mit Glück auf dem Wochenmarkt – und auch dort nur selten. Von allen Vertreterinnen ihres Klans hat sie die kürzeste Ernteperiode. Renekloden reifen nur im Juli und August.

Doch der Beschaffungsaufwand lohnt sich. Das aprikosengroße, runde Obst, das je nach Sorte grasgrün, gelblich grün oder rötlich violett leuchtet, ist nicht nur erfrischender und saftiger als Hauspflaumen, Mirabellen und Zwetschgen, es hat dank seines würzigen Spiels von Süße und Säure auch ein intensiveres Aroma als die bürgerliche Verwandtschaft. Frisch vom Baum schmecken die im süddeutschen Raum auch Reinklaue, Ringlo oder Renglotta genannten Früchte am besten. Ihr üppiges grünweißes Fruchtfleisch ist meist fest mit dem Kern verwachsen, sodass die Verarbeitung – außer im Rezept rechts – mühsam ist. Für unverdrossene Fruchtpuler eignen sich Konfitüre (confiture) und Mus hervorragend zum Transport eines Stückchens Sommer in die kalte Jahreszeit. Renekloden passen aber auch zu Deftigem wie Wild und dunklen Soßen. Und falls es danach ein Digestif (Verdauungsschnaps) sein darf: Reneklodenbrände sind rar, aber umwerfend.

Gesund ist Ihre Majestät sowieso. Sie enthält mehr Eisen als andere Arten und viel weniger Zucker als ihr Geschmack vermuten lässt. Außerdem ist sie reich an Kalium, Vitamin A und hilft gegen Vitamin-B-Mangelsymptome wie eingerissene Mundwinkel. Und eben diese sollten wir nicht hängen lassen. Es muss doch möglich sein, eine Frucht von solcher Qualität formschön ins Deutsche zu übertragen. Die Schweizer nennen sie Edel-, die Österreicher Zuckerpflaume. Die Norweger und Italiener übersetzen unfrei: Reine-Claude und regina claudia. Und wir? Finden im Duden doch noch die alternative Schreibweise Reineclaude. Es ist nicht die empfohlene, aber bitte greifen Sie zu! Und genießen Sie den Augenschmaus. Wir schreiben doch hier auch nicht Allasäsong drüber.

Frisch vom Baum gibt's die Reneklode ab August.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen
 

À la Saison

Königliche Karotte

(Daucus carota subsp. sativus)
Viele Kinder glauben ja, dass Kühe lila sind und Möhren orange. Stimmt aber nicht. Wie ein ehedem unscheinbares Wurzelgemüse zu seinem knalligen Äußeren kam, erzählen wir hier.


 

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Früher war mehr Natur! Alles wuchs wild und frei, wie der Genpool es vorgesehen hatte. Es gab keine Bayers, Syngentas und Monsantos, die Ferkel oder Brokkoli patentieren ließen. Und Kinder glaubten noch nicht, dass Kühe lila sind. So weit, so wahr. Allerdings dachten Kinder auch zu Großmutters Zeiten schon, Möhren seien orange. Ein Irrtum! Karotten gibt es auch in den Farben weiß, gelb, rot und violett,
wie wir vom Wochenmarkt wissen, seit alte Sorten wieder modern sind.

Wilde Vorfahren der Gartenmöhre wurden möglicherweise schon vor 5000 Jahren in Asien kultiviert. Manche Forscher vermuten den Ursprung in Afghanistan, dem Iran, Irak oder Anatolien. Über Spanien und Italien soll die Doldenblütlerin nach Mittel- und Westeuropa gelangt sein. Eine Möhre in Orange wird erstmals 1721 schriftlich erwähnt – und zwar von niederländischen Gartenbauern, die große Karottenzüchter waren. In den Sandböden ihrer Heimat liegen die Wurzeln der orangen Rübe, die von gelben Sorten abstammen soll. Der Legende nach experimentierten königstreue Gärtner aus politischen Gründen mit der Farbskala: Sie wollten Wilhelm von Oranien (französisch: orange, niederländisch: oranje) für den Unabhängigkeitskampf gegen Spanien danken.

Bewiesen ist das ebenso wenig wie die Geschichte, dass Niederländer im Zweiten Weltkrieg zum Ehrentag der Königin mit royalen Rüben um die Häuser zogen. Vermutlich wäre es keinem Besatzer aufgefallen. Schließlich hatten die niederländischen Sorten „Horn“ und „Long Orange“ schon Jahrhunderte zuvor die Rübenzucht der Deutschen unterwandert. Der Name der Möhre geht auf althochdeutsche und slawische Ausdrücke für Wurzel zurück. Mit mehr als 600.000 Tonnen Erntemenge im Jahr ist sie in Deutschland Volksgemüse. Gut so. Denn sie ist die wichtigste heimische Karotinquelle. Der Farbstoff sorgt für einen gesunden Hautton, der Sonnencremes jedoch keineswegs überflüssig macht. Aus Beta-Karotin stellt der Körper Vitamin A her, das für das Sehvermögen wichtig ist. Außerdem enthalten Mohrrüben viele B-Vitamine, Vitamin C, Kalium, Kalzium und Eisen. Sie sind gut für das Immunsystem, wirken harntreibend und blutreinigend. Ihren milden Geschmack verdanken sie ihrem für ein Gemüse recht hohen Zuckergehalt, ätherischen Ölen und Fruchtsäuren.

Die zarten Möhrchen, die jetzt vom Feld kommen, haben eine so dünne Haut, dass man sie nicht schälen muss und roh knabbern kann. Der Körper kann Karotinoide allerdings besser verwerten, wenn Mohrrüben mit etwas Fett gegart werden. Sie sind eine der süßen, erdigen Grundlagen feiner Schmorküche und helfen, schwere Rotweinsoßen zu verfeinern. Die meisten Kinder lieben Möhrengemüse. Erwachsenen ist die Zuckerwurzel solo oft zu monoton.

„Karotten schätzen es, wenn man sie mit Familienmitgliedern zusammenbringt“, empfiehlt der britische Koch Nigel Slater – also mit anderen Doldenblütlern wie Kerbel, Koriander, Kreuzkümmel, Petersilie und Dill. Konsequent als Süßspeise behandeln die Schweizer Rübchen, wenn sie daraus schwere Torten (Rüeblichueche) zaubern – in der Tradition der Römer, die eine carota ebenfalls gerne mal als Dessert verzehrten.

Carota heißt „die Gebrannte“ und deutet auf ein ursprünglich feuerrotes Äußeres hin. Allerdings waren einige der in Asien kultivierten Karotten auch schon blau-blütig, bevor sie auf Holländer trafen, genauer gesagt – lila. Liebe Kinder, die Schokoladenonkels haben sich in der Spezies geirrt. Nicht die Kühe sind lila: It’s the carrot, stupid!

Neu frisch vom Feld gibt's die Karotte ab Juni, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

 

À la Saison

Schlangenmordende Schwarzwurzel

(Scorzonera hispanica)
Die Schwarzwurzel hieß noch im 17. Jahrhundert „Schlangenmord“ oder „Vipergras“. Tatsächlich ist sie eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel

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„Die Wurtzel“ sei „fleischig, saftig und voll Milch“ sowie „süß von Geschmacke, wann sie gesotten worden“, schrieb der französische Chemiker und Arzt Nicolas Lémery 1698 in ein Lexikon. Den Zeitgenossen mochte das gewagt erscheinen. War die Schwarzwurzel doch erst seit kurzem etwas zu Essen. Im Deutschen trug das neue Gemüse die Beinamen „Schlangenmord“ und „Vipergras“, die eher nach Hexenkessel als nach Eintopf klangen.

Schuld war der italienische Botaniker und Mediziner Pietro Andrea Mattioli, der die antike Heilpflanze 1544 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Der kaiserliche Leibarzt verwandte die Wurzel des Korbblütlers nicht nur gegen Wundfieber und Knochenbrüche, sondern auch „wider den Natterbiß“. Er taufte sie Scorzonera hispanica nach ihrem Herkunftsland Spanien und dem Namen einer schwarzen Giftschlange. Außerdem setzte er das Gewächs auch „wider die fallende Seuche, zu den Pocken und für die Pest“ ein, wie Lémery 150 Jahre
später notierte. Sie ist, kurzum, eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel.

„Proletenspargel“ oder „Spargel des armen Mannes“ heißt Mattiolis Zaubergemüse im Volksmund heute. Eine Delikatesse, die hierzulande – außer in Bayern – kaum groß--flächig angebaut wird. Wir importieren sie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, wo man offenbar weiß, was gut ist. In Wahrheit ist der im Inneren elfenbeinfarbene „Winterspargel“ dem Original überlegen, nicht nur was seine Länge von bis zu einem halben Meter angeht. Die kalzium-, eisen-, magnesium- und vitaminreiche Schwarzwurzel gibt es nicht nur mitten in der kalten Jahreszeit, sie ist auch robust, lagerfähig und wird nicht holzig.

Es ist richtig, dass ihre korkige Rinde beim Schälen ohne Handschuhe hässliche Flecken von großer Haltbarkeit in die Haut gerbt. Und es stimmt, dass ihr milchiger Saft klebt wie Pattex, wenn man sie – Tipp aus dem Kochbuch – erst nach dem Garen häutet. Und damit sie nicht braun anläuft, gehören etwas Zitrone und Milch ins Kochwasser. Ja, die Zubereitung der Scorzonera ist eine Zumutung. Genau das macht sie zur „alten Sorte“ und – einige Jahre nach ihrer nordamerikanischen Schwester Topinambur – zur zumindest unter Spitzenköchen wiederentdeckten Rarität.

Sei es, dass der Kopenhagener René Redzepi sie im Restaurant Noma mit Gotland-Trüffeln als Hors d’œuvre anrichtet, der spanische Molekularkoch Ferran Adrià sie zu Steinbutt serviert oder in einem Berner Grandhotel das Steak auf „seinem Bett von Schwarzwurzelragout“ kommt – sie harmoniert. Anders als der geltungssüchtige Spargel kann, aber muss sie kein Solo auf dem Teller spielen. Ganz gleich ob die Sorte „Hoffmanns Schwarzer Pfahl“, „Schwarzer Peter“ oder „Russischer Riese“ heißt – in der Schwarzwurzel verbindet sich das Beste (unbittere) des Spargels mit zarten Nussaromen und winterlicher Erdigkeit. Besonders gut schmeckt sie zu zerlassener Butter und gerösteten Semmelbröseln. Aber auch mit Béchamelsoße oder im Soufflé und selbst roh in den Salat geraspelt ist sie ein Genuss.

In Sachen Pest hat Mattioli die Wunderwurzel aber zweifellos überschätzt. Der Gelehrte starb 1577 am „Schwarzen Tod“ – und das vermutlich nicht, weil gerade keine Schwarzwurzel zur Hand war.

Neu frisch vom Feld gibt's die Schwarzwurzel ab Oktober, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Do, 2015-09-03 07:30
Berlin/Köln (dpa)

Land der Hoffnung, Land der Ängste Von Caroline Bock und Christoph Driessen, dpa

Angela Merkel hat Deutschland ein «Land der Hoffnung» genannt, weil so viele Flüchtlinge hier Zuflucht suchen. Es ist aber auch ein Land unbestimmter Ängste. In den nächsten Monaten könnte sich zeigen, in welche Richtung das Pendel ausschlägt.

Berlin/Köln (dpa) - Hasan ist einer von 800 000. So viele Menschen sollen dieses Jahr neu nach Deutschland kommen. Hasan wartet zusammen mit ein paar hundert anderen auf dem staubigen Grünstreifen einer Berliner Behörde. Einen Monat war er von Syrien aus unterwegs, mit dem Bus, zu Fuß, im Zug und per Boot. «Was kann man machen?», fragt er. «Wenn wir in Syrien bleiben, sind wir tot.»

Wer würde anders handeln in seiner Situation? Und doch: 800 000, das ist eine Zahl, die vielen Deutschen Angst macht. Zum Beispiel einer Büroangestellten aus Köln, 55 Jahre alt und selbst mit einem Ausländer verheiratet: «Ich finde die Menge der Flüchtlinge, die zurzeit hier ankommt, beängstigend. Ich weiß nicht, wie das alles weiter gehen soll.»

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Flüchtlingshilfe zur nationalen Aufgabe erklärt, und das ist gewiss nicht nur Rhetorik. Zeltstädte, Auffanglager, Notunterkünfte - es gibt sie mittlerweile fast überall. «Deutsche Gründlichkeit ist super», sagte Merkel. «Aber es wird jetzt deutsche Flexibilität gebraucht». Dass so viele Flüchtlinge gerade nach Deutschland wollen, ist aus ihrer Sicht ein Grund, stolz zu sein: «Die Welt sieht Deutschland als ein Land der Hoffnung und der Chancen.»

Aus der Auslandspresse gibt es Beifall: «Eine heldenhafte Strategie», lobt der belgische «Standaard». Der britische «Observer» kommentiert: «Angela Merkels menschliche Haltung zur Einwanderung ist eine Lektion für uns alle.» «Independent»-Kolumnist Matthew Norman seufzt, nun sei es soweit gekommen, dass Großbritannien nach Deutschland blicken müsse «für einen Grundkurs in Mitleid».

Das alles klingt schmeichelhaft, aber natürlich ist da auch jenes «Dunkeldeutschland», von dem Bundespräsident Joachim Gauck gesprochen hat. Mord- und Bombendrohungen, Anschläge, Beschimpfungen im Jargon der Nationalsozialisten. «Was wir momentan erleben, ist ein Angriff auf unsere Demokratie», meint der Extremismusforscher Wolfgang Frindte. Der Wissenschaftler aus Jena vermisst «einen konzertierten Aufstand der Anständigen».

Lichterketten so wie nach den fremdenfeindlichen Mordanschlägen von 1992 und 1993 gibt es diesmal nicht. Aber es gibt anders als damals sehr viele Deutsche, die Flüchtlingen helfen und dadurch auf sehr konkrete, pragmatische Weise demonstrieren, wo sie stehen. Johanna (27) aus Berlin ist so jemand. Die Studentin unterrichtet ehrenamtlich Deutsch und hat übers Wochenende zwei gestrandete Pakistani zu sich und ihrem Freund in ihre kleine Wohnung geholt. Sie sagt, es habe sich angefühlt, als wären zwei Bekannte zu Gast. Abends im Bett kam sie ins Grübeln: Was die beiden wohl durchgemacht haben mögen? Danach zu fragen, wagte sie nicht.

Die Flüchtlingskrise zeigt, wie unterschiedlich Ost und West noch immer ticken. Fremdenhass und Rassismus sind in ganz Deutschland verbreitet. Aber es war Heidenau in Sachsen, wo die Kanzlerin als «Volksverräterin» beschimpft wurde. Und da sind die Zahlen: Die im ersten Halbjahr 2015 registrierten Angriffe auf Asylbewerberunterkünfte fanden zu mehr als 40 Prozent im Osten statt. Dabei stellen die Ost-Länder weniger als 20 Prozent der gesamtdeutschen Bevölkerung.

Es ist eine Debatte, wie es sie schon in den 90er Jahren gegeben hat: So braun ist der Osten, sagen die Wessis und winken mit Studien. Arrogante Wessis, sagen die Ossis und warnen vor Pauschalurteilen.

Für viele Menschen aus der DDR liegt die Erfahrung, die Heimat zu verlassen, gerade ein paar Jahrzehnte zurück. Schauspielerin Anna Loos erinnerte auf Facebook an ihre Familiengeschichte und ihre eigene Flucht aus der DDR. Sie kam als junges Mädchen über die Tschechoslowakei, Ungarn und Österreich in die Bundesrepublik. Weder Krieg noch Hunger trieben sie: «Ich bin aus einer Diktatur geflohen, die für mich unerträglich war und in der ich für mein Leben keine Zukunft sah.»

Die Autorin Sabine Rennefanz (41), in Brandenburg geboren, hat sich in ihrem Buch «Eisenkinder» mit der «stillen Wut der Wendegeneration» und den Anschlägen auf die Asylbewerberheime 1992 befasst. «Ich bin selbst erschrocken und entsetzt darüber, wie offen und hetzerisch einige ihre Wut und ihren Hass zeigen, als wären sie stolz darauf. Trotzdem glaube ich nicht, dass Rassismus ein spezifisches Ost-Problem ist. Wer das behauptet, meistens Westdeutsche, macht es sich einfach und lehnt sich selbst zurück. Wohl stimmt es aber, dass der Rassismus oft andere Gründe im Osten hat.»

Aber diese Gründe rechtfertigen aus ihrer Sicht keinen Hass, keinen Neid, keine hässliche Hetze. «Man könnte sogar meinen, gerade Ostdeutsche, die 1989 von einem besseren Leben träumten, meinetwegen auch von der Levis-Jeans, sollten Leute verstehen, die sich auch aufmachen, weil sie für sich und ihre Familie ein besseres, ein sicheres Leben wollen.»

Deutsch-deutsche Befindlichkeiten. Hasan aus Syrien weiß davon noch nichts. Er hat genug damit zu tun, sich zurechtzufinden. Sein Fernziel: als Physiotherapeut in einem Krankenhaus arbeiten und die Familie nachholen. «Ich habe drei Kinder. Meinen kleinen Jungen wollte ich auf die Flucht mitnehmen, weil er krank ist. Aber als wir das Boot und die Gefahren gesehen haben, habe ich meinen Bruder gebeten, ihn wieder mitzunehmen.»

Der Vater trennt sich vom Sohn - ein solches Schicksal berührt auch die Kölner Büroangestellte. Dennoch findet sie: «Nicht alle Flüchtlinge, die zu uns kommen, stehen kurz vor der Heiligsprechung. Dabei sind auch Menschen, die ihre Heimatkonflikte mit hierher bringen. Unsere Gesellschaft wird sich durch den massenhaften Zuzug weiter verändern.» Damit dürfte sie eine Sorge aussprechen, die viele umtreibt: Was passiert, wenn so viele Fremde auf einmal kommen? Und was, wenn es in den nächsten Jahren immer so weitergeht?

Die Kölnerin, Mutter zweier erwachsener Kinder, meint, dass in Nordrhein-Westfalen schon jetzt überall Geld fehlt. Sie zählt auf: marode Brücken, verdreckte Klassen, geschlossene Turnhallen mit runterfallenden Deckenplatten. Wo sollen da die Milliarden für die Flüchtlinge herkommen? Und wie kann es sein, dass die Politiker trotzdem immer noch mehr Menschen reinlassen? Der Gedanke, dass die Flüchtlinge einfach von selbst kommen und die Politiker gar nicht viel daran ändern können, ist für viele Bürger schwer zu akzeptieren.

So ist das «Land der Hoffnung» auch ein Land unbestimmter Ängste, und in den nächsten Monaten könnte sich zeigen, zu welcher Seite das Pendel ausschlägt. Der Politologe Herfried Münkler ruft in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur dazu auf, alles zu tun, damit «diese Angst nicht die Mitte der Gesellschaft ergreift». Denn dann würde die Stimmung zwangsläufig kippen.

«Jetzt kommt es darauf an, aus den Menschen, die kommen und die bleiben wollen und dürfen, Deutsche zu machen», fordert Münkler. «Wir müssen die Menschen in unsere Arbeitswelt eingliedern mit dem entsprechenden Arbeitsethos, und wir müssen sie zweitens in unsere politische Kultur eingliedern mit dem entsprechenden Toleranzethos.» Wenn das gelinge und die Flüchtlinge am Ende die demografische Lücke im alternden und schrumpfenden Deutschland füllten, dann - so glaubt er - werden auch die Skeptiker sagen: Ja, es stimmt. Die Flüchtlinge sind eine Bereicherung.

Do, 2015-09-03 07:01
Genf (dpa)

WHO meldet zwei Polio-Fälle in der Ukraine

Genf (dpa) - Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat zwei Fälle von Kinderlähmung (Poliomyelitis, kurz: Polio) in der Ukraine bestätigt. Zwei kleine Kinder aus dem Südwesten des Landes seien erkrankt, teilte die WHO am Mittwoch in Genf mit. Dabei handele es sich um die ersten Fälle in Europa seit fünf Jahren. Den Angaben zufolge war 2014 lediglich die Hälfte der Kinder in dem Land gegen Polio geimpft.

Kinderlähmung ist eine hoch ansteckende Krankheit. Sie trifft nach WHO-Angaben vor allem Kinder unter fünf Jahren. Eine von 200 Infektionen mit dem Poliovirus führt zu dauerhaften Lähmungen. Etwa fünf bis zehn Prozent der Gelähmten sterben, weil ihre Atemmuskeln unbeweglich werden. Die Krankheit ist unheilbar. Einer Ansteckung kann aber mit Impfungen vorgebeugt werden.

Die WHO hatte 1988 ein globales Programm zur Ausrottung der Kinderlähmung gestartet. Die Zahl der Infektionen ist seither um weit mehr als 99 Prozent zurückgegangen. In Deutschland gab es 1992 die letzten Polio-Fälle.

In Europa hatte es 2010 einen Polio-Ausbruch in Tadschikistan gegeben. In dem Land und Nachbarstaaten starben 29 Menschen.

Do, 2015-09-03 07:40
Singapur (dpa)

Ölpreise geben leicht nach

Singapur (dpa) - Die Ölpreise sind am Donnerstag leicht gesunken. Starke Impulse im Handel blieben zunächst aus. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Oktober 50,33 US-Dollar. Das waren 17 Cent weniger als am Mittwoch. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 21 Cent auf 46,04 Dollar.

Seit der vergangenen Woche schwanken die Ölpreise ungewöhnlich stark. Nach Kursgewinnen von 25 Prozent in nur drei Tagen ging es zunächst wieder deutlich abwärts, dann wieder etwas aufwärts. Marktbeobachter tun sich mit Erklärungen für das Hin und Her schwer. Die Commerzbank stellte in einer Studie fest: «Verlässliche Vorhersagen über die kurzfristige Preisentwicklung sind im Augenblick kaum zu treffen. Diese haben derzeit kaum die Halbwertzeit von wenigen Stunden.»

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate „ausgesetzt“. Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit „ausgesetzter“ Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU. 
Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen. 

ERPRESSO
Die Leere des Portemonnaies
 

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Schaurige Leistung.
Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten.

Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich.

VW. Das Böse.
 

 

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Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

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