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Mo, 2015-08-03 15:18
Düsseldorf (dpa)

NRW will junge Menschen mit Aufklärung immun gegen Salafismus machen

Düsseldorf (dpa) - Nordrhein-Westfalen will junge Menschen verstärkt über den extremistischen Salafismus aufklären und sie damit immun gegen dessen Propaganda machen. Innenminister Ralf Jäger (SPD) stellte dazu am Montag in Düsseldorf eine Broschüre vor. Mit aggressiver Propaganda werde versucht, junge Menschen für die gewaltbereiten Dschihadisten zu begeistern. Um den extremistischen Salafismus zu bekämpfen, müsse man ihn erkennen und entschlüsseln.

«Wir wollen junge Menschen immun machen gegen die Verführungen der religiösen Fanatiker», sagte Jäger laut Redemanuskript. Die Broschüre informiert unter anderem über Weltbild, Schlüsselwörter und den Kleiderkodex der Salafisten.

Seit 2012 sind aus Nordrhein-Westfalen mindestens 175 Islamisten aus Nordrhein-Westfalen in die Krisengebiete nach Syrien und den Irak ausgereist. Die Zahl der Aktivisten ist sprunghaft gestiegen: von etwa 500 im Jahr 2011 auf geschätzte 2000 im Mai 2015.

Mo, 2015-08-03 15:13
Washington/Moskau (dpa) 

CNN: US-Luftunterstützung für syrische Rebellen - Kritik aus Russland

Nach langen Beratungen soll US-Präsident Obama der Luftunterstützung für syrische Rebellen zugestimmt haben. Russland kritisiert den Plan scharf. Können die möglichen Luftangriffe die Lage in Syrien ändern?

Washington/Moskau (dpa) - Die USA wollen von ihnen ausgebildete Rebellen in Syrien dem Fernsehsender CNN zufolge auch aus der Luft unterstützen. Präsident Barack Obama habe nach monatelangen Beratungen diesem Vorgehen zugestimmt, hieß es unter Berufung auf einen ranghohen US-Regierungsvertreter. Im Norden Syriens waren bei Kämpfen zwischen Al-Kaida-Anhängern und US-geschulten Rebellen vergangene Woche sechs Kämpfer getötet worden. Sie gehörten zu einer in der Türkei von US-Soldaten ausgebildeten Einheit, die in Syrien gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) kämpfen soll.

Die USA wollen nach eigenen Angaben im Vorgehen gegen den IS jährlich rund 5000 syrische Rebellen ausbilden. Weil das Militär aber Probleme hat, vertrauenswürdige Kämpfer zu finden, sind US-Medienberichten von Sonntag (Ortszeit) zufolge bisher nur 54 Mann trainiert worden.

Russland warnte die USA mit Nachdruck vor Luftangriffen zum Schutz der Rebellen. Ein solches Vorgehen spiele den Terroristen in die Hände, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Montag in Moskau. «Es schwächt die Möglichkeiten der Regierung in Damaskus, (den) IS zu bekämpfen», meinte der Vertraute von Präsident Wladimir Putin der Agentur Interfax zufolge. Solche Hilfe für Syriens Opposition sei kontraproduktiv. Moskau gilt als Verbündeter des Regimes in Damaskus.

Mo, 2015-08-03 15:30
Raubling (dpa)

Flüchtlinge in Kastenwagen stürzen beinahe auf Autobahn

Raubling (dpa) - Eine lebensgefährliche Flucht auf der Ladefläche eines Transporters haben 31 Afghanen hinter sich: Weil bei der Fahrt auf der Autobahn Salzburg-München (A8) plötzlich die Hecktür aufsprang, wären einige der stehend in den Kastenwagen gepferchten Flüchtlinge fast auf die Fahrbahn gestürzt, wie die Bundespolizei am Montag in Rosenheim mitteilte. Erst nach einiger Zeit habe der Fahrer angehalten und die Tür geschlossen.

Die Flüchtlinge berichteten, dass sie in Athen gewaltsam in den Transporter gepfercht worden seien und während der fast neunstündigen Fahrt keinen Platz zum Sitzen gehabt hätten. In Raubling wurden sie schließlich aufgegriffen. Der mutmaßliche Schleuser aus Deutschland wurde festgenommen.

À la Saison

Königliche Karotte

(Daucus carota subsp. sativus)
Viele Kinder glauben ja, dass Kühe lila sind und Möhren orange. Stimmt aber nicht. Wie ein ehedem unscheinbares Wurzelgemüse zu seinem knalligen Äußeren kam, erzählen wir hier.


 

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Früher war mehr Natur! Alles wuchs wild und frei, wie der Genpool es vorgesehen hatte. Es gab keine Bayers, Syngentas und Monsantos, die Ferkel oder Brokkoli patentieren ließen. Und Kinder glaubten noch nicht, dass Kühe lila sind. So weit, so wahr. Allerdings dachten Kinder auch zu Großmutters Zeiten schon, Möhren seien orange. Ein Irrtum! Karotten gibt es auch in den Farben weiß, gelb, rot und violett,
wie wir vom Wochenmarkt wissen, seit alte Sorten wieder modern sind.

Wilde Vorfahren der Gartenmöhre wurden möglicherweise schon vor 5000 Jahren in Asien kultiviert. Manche Forscher vermuten den Ursprung in Afghanistan, dem Iran, Irak oder Anatolien. Über Spanien und Italien soll die Doldenblütlerin nach Mittel- und Westeuropa gelangt sein. Eine Möhre in Orange wird erstmals 1721 schriftlich erwähnt – und zwar von niederländischen Gartenbauern, die große Karottenzüchter waren. In den Sandböden ihrer Heimat liegen die Wurzeln der orangen Rübe, die von gelben Sorten abstammen soll. Der Legende nach experimentierten königstreue Gärtner aus politischen Gründen mit der Farbskala: Sie wollten Wilhelm von Oranien (französisch: orange, niederländisch: oranje) für den Unabhängigkeitskampf gegen Spanien danken.

Bewiesen ist das ebenso wenig wie die Geschichte, dass Niederländer im Zweiten Weltkrieg zum Ehrentag der Königin mit royalen Rüben um die Häuser zogen. Vermutlich wäre es keinem Besatzer aufgefallen. Schließlich hatten die niederländischen Sorten „Horn“ und „Long Orange“ schon Jahrhunderte zuvor die Rübenzucht der Deutschen unterwandert. Der Name der Möhre geht auf althochdeutsche und slawische Ausdrücke für Wurzel zurück. Mit mehr als 600.000 Tonnen Erntemenge im Jahr ist sie in Deutschland Volksgemüse. Gut so. Denn sie ist die wichtigste heimische Karotinquelle. Der Farbstoff sorgt für einen gesunden Hautton, der Sonnencremes jedoch keineswegs überflüssig macht. Aus Beta-Karotin stellt der Körper Vitamin A her, das für das Sehvermögen wichtig ist. Außerdem enthalten Mohrrüben viele B-Vitamine, Vitamin C, Kalium, Kalzium und Eisen. Sie sind gut für das Immunsystem, wirken harntreibend und blutreinigend. Ihren milden Geschmack verdanken sie ihrem für ein Gemüse recht hohen Zuckergehalt, ätherischen Ölen und Fruchtsäuren.

Die zarten Möhrchen, die jetzt vom Feld kommen, haben eine so dünne Haut, dass man sie nicht schälen muss und roh knabbern kann. Der Körper kann Karotinoide allerdings besser verwerten, wenn Mohrrüben mit etwas Fett gegart werden. Sie sind eine der süßen, erdigen Grundlagen feiner Schmorküche und helfen, schwere Rotweinsoßen zu verfeinern. Die meisten Kinder lieben Möhrengemüse. Erwachsenen ist die Zuckerwurzel solo oft zu monoton.

„Karotten schätzen es, wenn man sie mit Familienmitgliedern zusammenbringt“, empfiehlt der britische Koch Nigel Slater – also mit anderen Doldenblütlern wie Kerbel, Koriander, Kreuzkümmel, Petersilie und Dill. Konsequent als Süßspeise behandeln die Schweizer Rübchen, wenn sie daraus schwere Torten (Rüeblichueche) zaubern – in der Tradition der Römer, die eine carota ebenfalls gerne mal als Dessert verzehrten.

Carota heißt „die Gebrannte“ und deutet auf ein ursprünglich feuerrotes Äußeres hin. Allerdings waren einige der in Asien kultivierten Karotten auch schon blau-blütig, bevor sie auf Holländer trafen, genauer gesagt – lila. Liebe Kinder, die Schokoladenonkels haben sich in der Spezies geirrt. Nicht die Kühe sind lila: It’s the carrot, stupid!

Neu frisch vom Feld gibt's die Karotte ab Juni, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

 

À la Saison

Schlangenmordende Schwarzwurzel

(Scorzonera hispanica)
Die Schwarzwurzel hieß noch im 17. Jahrhundert „Schlangenmord“ oder „Vipergras“. Tatsächlich ist sie eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel

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„Die Wurtzel“ sei „fleischig, saftig und voll Milch“ sowie „süß von Geschmacke, wann sie gesotten worden“, schrieb der französische Chemiker und Arzt Nicolas Lémery 1698 in ein Lexikon. Den Zeitgenossen mochte das gewagt erscheinen. War die Schwarzwurzel doch erst seit kurzem etwas zu Essen. Im Deutschen trug das neue Gemüse die Beinamen „Schlangenmord“ und „Vipergras“, die eher nach Hexenkessel als nach Eintopf klangen.

Schuld war der italienische Botaniker und Mediziner Pietro Andrea Mattioli, der die antike Heilpflanze 1544 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Der kaiserliche Leibarzt verwandte die Wurzel des Korbblütlers nicht nur gegen Wundfieber und Knochenbrüche, sondern auch „wider den Natterbiß“. Er taufte sie Scorzonera hispanica nach ihrem Herkunftsland Spanien und dem Namen einer schwarzen Giftschlange. Außerdem setzte er das Gewächs auch „wider die fallende Seuche, zu den Pocken und für die Pest“ ein, wie Lémery 150 Jahre
später notierte. Sie ist, kurzum, eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel.

„Proletenspargel“ oder „Spargel des armen Mannes“ heißt Mattiolis Zaubergemüse im Volksmund heute. Eine Delikatesse, die hierzulande – außer in Bayern – kaum groß--flächig angebaut wird. Wir importieren sie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, wo man offenbar weiß, was gut ist. In Wahrheit ist der im Inneren elfenbeinfarbene „Winterspargel“ dem Original überlegen, nicht nur was seine Länge von bis zu einem halben Meter angeht. Die kalzium-, eisen-, magnesium- und vitaminreiche Schwarzwurzel gibt es nicht nur mitten in der kalten Jahreszeit, sie ist auch robust, lagerfähig und wird nicht holzig.

Es ist richtig, dass ihre korkige Rinde beim Schälen ohne Handschuhe hässliche Flecken von großer Haltbarkeit in die Haut gerbt. Und es stimmt, dass ihr milchiger Saft klebt wie Pattex, wenn man sie – Tipp aus dem Kochbuch – erst nach dem Garen häutet. Und damit sie nicht braun anläuft, gehören etwas Zitrone und Milch ins Kochwasser. Ja, die Zubereitung der Scorzonera ist eine Zumutung. Genau das macht sie zur „alten Sorte“ und – einige Jahre nach ihrer nordamerikanischen Schwester Topinambur – zur zumindest unter Spitzenköchen wiederentdeckten Rarität.

Sei es, dass der Kopenhagener René Redzepi sie im Restaurant Noma mit Gotland-Trüffeln als Hors d’œuvre anrichtet, der spanische Molekularkoch Ferran Adrià sie zu Steinbutt serviert oder in einem Berner Grandhotel das Steak auf „seinem Bett von Schwarzwurzelragout“ kommt – sie harmoniert. Anders als der geltungssüchtige Spargel kann, aber muss sie kein Solo auf dem Teller spielen. Ganz gleich ob die Sorte „Hoffmanns Schwarzer Pfahl“, „Schwarzer Peter“ oder „Russischer Riese“ heißt – in der Schwarzwurzel verbindet sich das Beste (unbittere) des Spargels mit zarten Nussaromen und winterlicher Erdigkeit. Besonders gut schmeckt sie zu zerlassener Butter und gerösteten Semmelbröseln. Aber auch mit Béchamelsoße oder im Soufflé und selbst roh in den Salat geraspelt ist sie ein Genuss.

In Sachen Pest hat Mattioli die Wunderwurzel aber zweifellos überschätzt. Der Gelehrte starb 1577 am „Schwarzen Tod“ – und das vermutlich nicht, weil gerade keine Schwarzwurzel zur Hand war.

Neu frisch vom Feld gibt's die Schwarzwurzel ab Oktober, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Krautiger Kohlrabi

(Brassica oleracea var. gongylodes)
Ob das deutscheste aller Gemüse wirklich aus Deutschland kommt, liegt – ehrlich gesagt – im Dunkeln. Erfahren Sie mehr über dieses und weitere Geheimnisse aus der Kulturgeschichte des Kohlrabi.

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Es ist ein Irrtum, dass es sich beim deutschesten aller Gemüse um Weißkohl alias Sauerkraut handelt. Zwar hat die vergorene Spezialität den Deutschen in England den Spottnamen Krauts eingetragen, aber fragen Sie mal einen Russen, Ungarn, Japaner, Niederländer, Dänen, Schweden, Franzosen oder Briten, was Kohlrabi in seiner Sprache heißt. Die Antwort mag ka, karalábé, koolrabi, kaalrabi, kålrabbi, colrave oder kohlrabi lauten, phonetisch ist das Ergebnis das gleiche: Die Welt spricht Kohlrabi. Krautiger wird’s nimmer.

Ist es Begeisterung über den süßen, leicht nussigen, dezenten Kohlgeschmack, die Menschen zwischen Washington und Tokio veranlasst, die komisch klingende Knolle im Munde zu führen? Mitnichten. Nur das Wort, nicht das Gemüse kommt ihnen über die Lippen. Kohlrabi ist so deutsch, dass vor allem die Deutschen ihn essen. 40.000 Tonnen im Jahr wachsen hier, und weil das noch zu wenig ist, bauen auch die Niederlande, Polen und Frankreich den Kreuzblütler an – für den Export.

Im Gegensatz zu Weiß- oder Blumenkohl, bei denen Blätter oder Blütenstand verzehrt werden, verdickt sich beim Kohlrabi der untere Teil der oberirdischen Sprossachse und liegt grünweiß oder blauviolett auf der Erdkrume. Innen sind alle Kohlrabis hell. Die größte Sorte heißt „Superschmelz“ und kann – ohne holzig zu werden – zur Größe eines Kohlkopfs anwachsen. Und der einzige Speck, der auch Vegetariern schmeckt, dürfte „Blauer Speck“ sein.

In Wirklichkeit enthält Kohlrabi neben viel Wasser, etwas Zucker und Eiweiß nur 0,1 Prozent Fett. In Deutschland wurde die Knolle im 16. Jahrhundert erstmals erwähnt. Sie war ein Star der Barockküche – beispielsweise in Leipzig, wo sie dem Allerlei den letzten Schliff gab. Das Original hat übrigens nichts mit Erbsen-Möhren-Spargel-Dosenmatsch zu tun, sondern ist ein knackiger Genuss, der – serviert mit heller Soße und luftigen Semmelklößchen – auch Blumenkohl, Morcheln und Flusskrebsschwänze vereint.

Ein Festmahl, das noch nicht ganz vergessen war, als Kurt Tucholskys Alter Ego Peter Panter sich 1928 in einem Speiselokal über breiiges Gemüse beschwerte und die Bedienung antwortete: „Da müssen Sie mal zu meiner Mutter kommen, Herr Panter, die kocht Ihnen ein Leipziger Allerlei ...“ – „Liebe gnädige Frau, es ist so nett von Ihnen ... Aber alle Leute können doch nicht bei Ihrer Mama essen!“

Kohlrabi passt gut zu Rahmsoßen, die auch mal mit Safran oder Chili gewürzt sein dürfen. Am besten gart man ihn im Ganzen und schält und teilt ihn hinterher, damit Aroma und Nährstoffe besser erhalten bleiben: Selen, Senföle und viel Vitamin C stärken das Immunsystem. Roh harmoniert Kohlrabi mit Nüssen, Ziegenkäse, Lachs und Äpfeln. Sein Kraut gehört nicht in den Kompost, denn es enthält viele Mineralien, Karotin, B-Vitamine und Eiweiß. Die zarten Herzblätter schmecken gut in Salat und Suppe oder als Hauptgericht: In Südeuropa bereitet man aus ihrem Grün vegetarische Rouladen oder „Spinat“ zu.

Südeuropa?! Ob das vermeintlich deutsche Gemüse auch aus der Region stammt, in der es so gerne verspeist wird, liegt – um ehrlich zu sein – im Dunkeln. Es könnte genausogut ein Nachfahre des pompejanischen Kohls sein, den der Römer Plinius kurz nach der Zeitenwende beschrieb. Grimms Wörterbuch vermerkte im 19.Jahrhundert, der Begriff Kohlrabi sei „merkwürdig durch seine Gestalt, halb deutsch halb italienisch“. Klar ist: Italien spricht nicht kohlrabisch. Der inoffizielle Kulturbotschafter der Krauts heißt dort cavolo rapa, Kohlrübe.

Neu frisch aus dem Gewächshaus gibt's Kohlrabi ab April, frisch vom Feld im Mai.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen


In jeder Ausagebe des Greenpeace Magazins berichten wir über die Kulturgeschichte von Obst und Gemüse. Unsere neue Ausgabe erhalten Sie am Bahnhofskiosk, in unserem Warenhaus und für nur 33,50€ im Jahresabo

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Mo, 2015-08-03 15:52
York (dpa)

Vereinte Nationen wollen bis 2030 Hunger und Armut besiegen

Mit den Jahrtausendzielen waren die Vereinten Nationen erfolgreich, jetzt soll es einen Schritt weiter gehen. Die 193 Staaten nehmen sich viel vor - und bleiben am Schluss wohlweislich etwas vage.

New York (dpa) - Die Vereinten Nationen wollen bis 2030 Armut und Hunger auf der Welt besiegen. Außerdem soll allen Menschen Zugang zu sauberem Wasser, einer vernünftigen Toilette und einer kostenlosen Grundschulausbildung garantiert werden, wie die Vertreter der 193 Nationen am Sonntagabend (Ortszeit) in New York mitteilten. Dort hatten sie zuvor einen Katalog mit 17 sogenannten Nachhaltigen Entwicklungszielen (SDG) verabschiedet, der den in vielen Punkten erreichten sogenannten Jahrtausendziele nachfolgt.

Die in mehr als zwei Jahren ausgehandelten Vorsätze sollen vor allem den Ärmsten der Welt helfen und die Erfolge der Jahrtausendziele sichern. Der Katalog soll im September auf einem Gipfel in New York von den Staats- und Regierungschefs aus aller Welt verabschiedet werden.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks lobte die Vorsätze am Montag als «historisch». «Erstmals verbindet die Weltgemeinschaft systematisch die Bekämpfung von Armut mit der Bewahrung unseres Planeten.» Entwicklungsminister Gerd Müller mahnte an, dass es sich bei den Vorsätzen nicht um «theoretische Vorgaben» handele, sondern um «nationale Verpflichtungen für jedes einzelne Land. Auch für uns».

Mit den SDG nimmt sich die Menschheit vor, innerhalb der nächsten 15 Jahre «die Armut überall auf der Welt und in jeder ihrer Formen» und den Hunger zu beseitigen. Weiter soll das Wasserproblem gelöst werden, also allen Menschen Zugang zu sauberem Wasser und einer vernünftigen Toilette garantiert werden. Überall auf der Erde sollen Jungen und Mädchen eine kostenlose Grundschulbildung bekommen. Eine Benachteiligung von Frauen und Mädchen soll es nicht mehr geben und jeder Mensch soll Zugang zu verlässlicher, umweltschonender Energie bekommen.

Mit den Nachhaltigen Entwicklungszielen sollen aber auch «Ungleichheiten» zwischen den Staaten abgebaut und weltweit Wachstum geschaffen werden. Es soll eine weitere Industrialisierung, aber in «nachhaltiger» Form geben. Die Ozeane sollen umsichtig genutzt und das Klima geschützt werden. Knackpunkt bleibe allerdings weiter die noch nicht geregelte Finanzierung, mahnte die Hilfsorganisation Brot für die Welt an.

Im Jahr 2000 hatten Politiker aus aller Welt unter dem UN-Dach die Millenniumsziele verabschiedet. Innerhalb von 15 Jahren sollte die Zahl der Hungernden demnach halbiert, jedes Kind eine Grundschulbildung bekommen, die Kindersterblichkeit um zwei Drittel gesenkt und Frauen und Mädchen gleichberechtigt werden. Auch der Kampf gegen Krankheiten und Klimawandel war Teil der acht Ziele, für die zum Teil das Jahr 1990 als Vergleichsbasis gewählt wurde.

Die Zahl der Menschen, die am Tag mit 1,25 Dollar auskommen müssen, hat sich den UN zufolge in den vergangenen 25 Jahren von 1,9 Milliarden auf 836 Millionen mehr als halbiert. Die Kindersterblichkeit fiel um etwas mehr als die Hälfte - angestrebt waren zwei Drittel - von 90 auf 43 Tote je 1000 Kindern unter fünf. Die Müttersterblichkeit sank um 45 Prozent. Bessere Prävention und Betreuung hätten den Tod von 6,2 Millionen Menschen durch Malaria und 37 Millionen durch Tuberkulose verhindert. Auch bei der Beteiligung von Mädchen und Frauen seien «dramatische Fortschritte» gemacht worden.

Mo, 2015-08-03 14:54
Hamburg (dpa)

«Der Mann, der bewegt» - Til Schweiger

Ein «Vorzeigeheim für Flüchtlinge» will Til Schweiger bauen. Seit zwei Wochen mischt sich der Filmstar auf seine ganz spezielle Weise in die Flüchtlingsdebatte ein. Eigentlich eher ein «Zufall», wie er gesteht.

Hamburg (dpa) - So ist das oft bei Til Schweiger: Er macht den Mund auf - und «kriegt eins auf die Fresse», wie er es selbst formuliert. Manchmal für die Art, wie er sich äußert, nämlich mit seiner nuschelnden Stimme. Manchmal für den Inhalt, etwa wenn er das «empathielose Pack» auf seiner Facebook-Seite «zum Kotzen» findet. Gerade einmal zwei Wochen sind diese Einträge zu ausländerfeindlichen Kommentaren im sozialen Netzwerk alt - da erscheint der oftmals belächelte Schauspieler so manchem in ganz anderem, positiven Licht.

Der 51-Jährige polarisierte schon immer. «Die einen mögen mich, die anderen können mich auf den Tod nicht ausstehen», sagt er selbst. Auch deshalb sehe er sich als «Der Mann, der bewegt», erklärte er, als die gleichnamige Biografie über ihn erschien. Er mochte den Titel nicht nur wegen der Anspielung auf den Kinoerfolg «Der bewegte Mann», der ihn 1994 - nach der «Lindenstraße» und «Manta, Manta» - einem noch größerem Publikum bekanntmachte. Er bewege ja tatsächlich etwas, sagte Schweiger. «In der deutschen Filmlandschaft habe ich viel bewegt - nicht nur für mich, sondern auch für andere.» Der Filmemacher lockte mit «Keinohrhasen»- und «Kokowähh»-Komödien Millionen in die Kinos.

Und nun - wenige Monate, nachdem er mit der Tragikomödie «Honig im Kopf» seinen größten Kinoerfolg auf die Leinwand brachte - bewegt er an ganz anderer Stelle. Einen Spendenaufruf für Flüchtlinge hatte er im sozialen Netzwerk Facebook unterstützt - und steckt jetzt mittendrin in der Flüchtlingsdebatte. Als er ausländerfeindliche Kommentare auf seinem Facebook-Eintrag fand, beschimpfte er die Verfasser wütend und derbe («Verpisst euch von meiner Seite, empathieloses Pack!»). Von da an wurden seine Nachrichten von «Tatort»-Dreharbeiten immer seltener, seine Kommentare und Aufrufe gegen Rassismus dafür immer häufiger - Schweiger wurde zum «digitalen Don Quijote» (Branchendienst «Meedia».)

Es ist nicht das erste Mal, dass der Star des Hamburger NDR-«Tatorts» den Mund zu gesellschaftlichen Themen aufmacht - und kein Blatt davor nimmt. Im ZDF-Talk mit Markus Lanz forderte der vierfache Vater vor vier Jahren einen härteren Umgang mit Sexualstraftätern. «Deutsches Gutmenschentum kotzt mich an», sagte er und redete sich in Rage.

Als er im Film «Schutzengel» die Situation von Kriegsrückkehrern aus Afghanistan thematisierte, wurden Farbbeutel gegen sein Haus in Hamburg geworfen - weil er angeblich die Afghanistan-Einsätze der Bundeswehr verherrlicht hatte. Angst, selbst zum Ziel zu werden, habe er nicht: «Wenn ich Angst hätte, hätte ich vor zwei Jahren nicht dazu aufgerufen, die Soldatenfamilien zu unterstützen, obwohl zuvor ein Anschlag auf mein Haus und das Auto meiner damaligen Freundin verübt worden war», sagte Schweiger der «Bild am Sonntag» (BamS).

Seit Mitte Juli nun meldet sich Schweiger auf seine Art in der Flüchtlingsdebatte zu Wort, forderte via Facebook «Frau Merkel, Herr Gabriel bitte übernehmen Sie!!!!!!». SPD-Chef Sigmar Gabriel meldete sich dann tatsächlich bei ihm. Nun will Schweiger nicht nur Flüchtlingsunterkünfte besuchen, sondern gleich selbst ein «Vorzeigeheim» bauen. Dass er eigentlich nicht vorgehabt habe, sich zum «Sprachrohr für Flüchtlinge» zu machen, erklärte er in der «BamS» ebenfalls. «Das jetzt war Zufall», sagte er. «Was ich an Reaktionen sehe, ist so bitter. Da mache ich jetzt Stimmung. Dafür kriege ich viel auf die Fresse. Aber das ist mir egal.»

Mo, 2015-08-03 13:56
Espoo/Berlin (dpa) 

Kooperationen in der Autobranche

Espoo/Berlin (dpa) - Kooperationen sind in der Autobranche nicht so gängig wie unter IT-Unternehmen, wo fast jede Firma auch auf einer anderen Ebene mit Konkurrenten zusammenarbeitet. Ein Schulterschluss der größten Rivalen wie von Daimler, Audi und BMW im Falle von Nokia Here ist tatsächlich eher ungewöhnlich. Trotzdem arbeiten sie bereits an verschiedenen Stellen zusammen - wie einige Beispiele zeigen: 

DAIMLER/RENAULT-NISSAN Die Schwaben und die Allianz von Renault und Nissan arbeiten seit 2010 zusammen. Eines der größten aktuellen Projekte ist der Bau einer gemeinsamen Kompaktwagenfabrik in Mexiko. Außerdem produzieren die beiden Motoren in den USA und haben eine gemeinsame Plattform für die Stadtautos smart und Twingo entwickelt.

DAIMLER/BMW Daimler und BMW pflegen seit Jahren eine Einkaufskooperationen bei nicht wettbewerbsrelevanten Teilen. Unter dieser Klammer entwickeln die Rivalen zum Beispiel gemeinsam Technologie für kabellose Ladestationen von E-Autos.

BMW/TOYOTA Die Münchner arbeiten mit Toyota beim Thema Brennstoffzelle zusammen - und dürften mit Technologie-Unterstützung der Japaner etwa 2020 ein Modell mit Brennstoffzelle auf die Straße bringen. Toyota bekommt dafür von BMW Dieselmotoren für Autos, die in Europa verkauft werden. Im Frühjahr 2014 kam der Toyota Verso mit BMW-Motor auf den Markt, Auris und Avensis folgten im Mai 2015.

DAIMLER/VOLKSWAGEN Die Zusammenarbeit von Daimler und Volkswagen bei Großtransportern läuft dagegen aus. Der VW Crafter und Daimlers Sprinter waren bislang fast identische Lieferwagen. Bis Ende 2016 fertigt Daimler den Crafter noch im VW-Auftrag in Mercedes-Werken in Düsseldorf und Ludwigsfelde. Für die Zeit danach baut Volkswagen in Westpolen eine eigene Crafter-Fabrik.

VOLKSWAGEN/SUZUKI Die Kooperation von Suzuki und Volkswagen endete dagegen weniger friedlich. Die beiden planten einen gemeinsamen Aufschlag in Indien und bei technischer Zusammenarbeit. Dann warf VW Suzuki bei der Motorenbestellung Fremdgehen mit dem Rivalen Fiat vor und Suzuki klagte über zu wenig Einblicke in die streng geschützte Volkswagen-Entwicklung. Das Problem: Volkswagen will die Beteiligung an Suzuki nicht zurückgeben. Der Fall liegt immer noch vor dem Schiedsgericht der Internationalen Handelskammer in London.

SONDERFALL CHINA In dem wichtigen Automarkt ist es politische Vorgabe, dass sich deutsche Firmen in Schlüsselindustrien Kooperationspartner suchen. Daimler produziert beispielsweise Autos in einem Gemeinschaftsunternehmen mit Beijing Automotive (BAIC). Mit ihrem chinesischen Partner BYD (Build Your Dreams) stellen die Stuttgarter das Elektroauto Denza her. BMW hat ein Gemeinschaftsunternehmen mit Brilliance in Shenyang - dort werden X1, 3er und 5er-Langversion gebaut. Auch Volkswagen hat zwei Gemeinschaftsunternehmen in China, über die Geschäfte abgewickelt werden.

Mo, 2015-08-03 14:47
Berlin (dpa)

Regierung: Krim-Reise von Abgeordneten wäre problematisch

Berlin (dpa) - Die Bundesregierung sieht angebliche Pläne von Abgeordneten skeptisch, auf die vor gut einem Jahr von Russland annektierte ukrainische Halbinsel Krim zu reisen. Es sei sehr zweifelhaft, ob eine solche Reise in der jetzigen Zeit, da die Krim unter dem Einfluss Russlands stehe, der Konfliktbeilegung diene, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Christiane Wirtz am Montag in Berlin. Eine solche Reise müsste auch mit Kiew abgesprochen werden, sagte Wirtz weiter. Grundsätzlich aber seien die Abgeordneten frei in ihrer Entscheidung, Auslandsreisen zu planen.

Der Linken-Bundestagsabgeordnete Alexander Neu wies indessen Darstellungen der russischen Zeitung «Iswestija» zurück, er und andere Bundestagsabgeordnete planten eine Reise auf die Krim. Solche Überlegungen stünden derzeit nicht an. Eventuell kämen sie im Herbst auf die Tagesordnung der Fraktion. Eine Reise sei aber jetzt «absolut nicht spruchreif».

Französische Abgeordnete waren im Juli auf eigene Initiative nach Moskau und auf die Krim gereist. Der ukrainische Geheimdienst SBU verhängte danach ein dreijähriges Einreiseverbot gegen die zehn Parlamentarier. Ähnliche Reisepläne gibt es laut Neu auch unter italienischen Abgeordneten. Im Bericht der «Iswestija» war der Linken-Abgeordnete mit den Worten zitiert worden, die Reise der Franzosen sei «richtig und vorbildlich» gewesen.

Mo, 2015-08-03 14:22
Kiew (dpa)

Mindestens vier Soldaten bei Kämpfen in Ostukraine getötet

Kiew (dpa) - Bei Kämpfen zwischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten in der Ostukraine sind mindestens vier Soldaten getötet und 15 weitere verletzt worden. Die Aufständischen hätten mehrfach schwere Artillerie eingesetzt, teilte Präsidialamtssprecher Andrej Lyssenko am Montag in Kiew mit. Die Separatisten warfen ihrerseits der Armee den Beschuss der Stadt Horliwka vor.

Vertreter Kiews und der Aufständischen wollten am Montag bei einem Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe in der weißrussischen Hauptstadt Minks über Friedensschritte beraten. Den Separatisten zufolge seien unter anderem die Wasserversorgung und die Wiederherstellung des Bankensystems der von Kiew abtrünnigen Gebiete Thema. Kiew sei zudem an der Lieferung von Kohle für Wärmekraftwerke interessiert.

Präsident Petro Poroschenko hatte zudem zuvor angekündigt, dass bis zum 3. August ein weiteres Abkommen über den Abzug von Kriegsgerät von der Front unterzeichnet werden solle. Ob es in Minsk dazu kommen würde, war zunächst offen. An der Kontaktgruppe ist neben der Ukraine und Russland auch die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) beteiligt. Bereits im Februar hatten die Konfliktparteien in Minsk einen Friedensplan unterzeichnet.

Mo, 2015-08-03 13:55
Berlin (dpa)

Merkel die Vierte? Warum die Kanzlerin schwer Nein sagen kann Von Kristina Dunz, dpa

Es gibt kaum Zweifel, dass Angela Merkel auch bei der Bundestagswahl 2017 die Kanzlerkandidatin der Union sein wird. Das birgt große Chancen für CDU und CSU - und eine Gefahr für Merkel.

Berlin (dpa) - Kommt Angela Merkel überhaupt noch an einer vierten Kandidatur für das Kanzleramt vorbei? Ist der Druck aus der Union angesichts der guten Umfragewerte nicht schon viel zu groß, um Nein zu sagen? In der CDU gilt die Vorsitzende seit Monaten als die beste und einzig logische Wahl. Und CSU-Chef Horst Seehofer hat jetzt die Vision einer absoluten Mehrheit für die Union bei der Bundestagswahl 2017 mit Merkel an der Spitze zum Besten gegeben - was Merkel die Urlaubslaune vermiest haben könnte. Denn sie mag es nicht, die Latte so hoch zu legen, dass man auch darunter durchlaufen kann. Merkel wolle offenbar die vierte Amtszeit, schreibt der «Spiegel». Für den Politikwissenschaftler Oskar Niedermayer gab es schon im März nur einen Grund, warum Merkel abtreten könnte: Krankheit.

Da schreckten Meldungen am letzten Juli-Wochenende auf, Merkel sei in einer Kaffeepause während der Neuinszenierung der Richard-Wagner-Oper «Tristan und Isolde» in Bayreuth vom Stuhl und in Ohnmacht gefallen. Verwunderlich wäre es vielleicht nicht gewesen, und es wäre auch nicht als erstes einer stundenlangen Oper zugeschrieben worden. Denn die 61-Jährige hat Monate höchster Anstrengung mit nächtelangen Verhandlungen über Frieden für die Ukraine und die finanzielle Rettung Griechenlands, einen G7-Gipfel in Deutschland, etliche Auslandsreisen und innenpolitische Sorgen hinter sich. Der Grund war nach Regierungsangaben aber ein anderer: ein kaputter Stuhl.

Ausgerechnet der Stuhl der Kanzlerin, obwohl doch eigentlich nichts dem Zufall überlassen wird, wo die mächtigste Frau der Welt steht und geht - und sitzt. Die mächtigste Frau der Welt - noch so ein Druck, der Merkel zum Weitermachen bewegen könnte. Sie hat sich von Moskau bis Washington den Ruf erarbeitet, Krisen mit viel Geduld und Ausdauer lösen zu wollen - und auch zu können. Selbst wenn sie sich wie in der Griechenland-Krise im Ausland nicht beliebt gemacht hat. Sie gilt als Garantin für Kontinuität und Stabilität in Europa. Sie ist die dienstälteste europäische Regierungschefin. Viele andere haben die Finanz- und Schuldenkrise nicht überstanden.

Und ausgerechnet die SPD könnte dazu beitragen, dass Merkel 2017 wieder in den Wahlkampf zieht. «Ich glaube, es ist schwer, gegen diese Bundeskanzlerin zu gewinnen», sagt Schleswig- Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD), der von Genossen dafür offen gescholten wurde - und intern recht bekam. Elfmeter für Merkel.

Sie wird als glaub- und vertrauenswürdig wahrgenommen. Beide Eigenschaften spielen bei Wahlen die zentrale Rolle, sagt der Meinungsforscher Klaus-Peter Schöppner dem «Kölner Stadt-Anzeiger». «Die CDU wäre schlecht beraten, wenn sie nicht auf Angela Merkel setzen würde», glaubt er. Auch, weil die Partei die Nachfolge nicht geklärt habe. «Es bedürfte dafür eines jüngeren Politikers mit hoher Glaubwürdigkeit, einer Merkel-Fortsetzung sozusagen.»

Dieser Anspruch mag allerdings ein wenig hochgegriffen sein. Im April 2000, als Merkel mit 45 Jahren erstmals CDU-Chefin wurde, sei sie als Übergangskandidatin belächelt worden. Auch ihr knapper Sieg bei der Bundestagswahl 2005 habe niemanden ahnen lassen, welche Weltkarriere die Frau aus der DDR einmal machen werde, heißt es in der CDU. Eine nahtlose Merkel-Fortsetzung könne es gar nicht geben.

Merkel selbst hat es bisher versäumt, sich um ihre Nachfolge zu kümmern. Das könnte sie nachholen, wenn sie erneut antritt und während der Legislaturperiode ihr Amt abgibt. Aber eine halbe Amtszeit passt nicht zu Merkel. Das müsste sie nach ihrem eigenen Verständnis den Wählern wohl vorher auch sagen. Fraglich wäre zudem, ob Merkel sich der Chance beraubte, Helmut Kohl mit 16 Jahren Rekord- Kanzlerschaft einzuholen. Und hier liegt vielleicht die größte Gefahr für Merkel: Dass sie den richtigen Zeitpunkt verpasst, selbstbestimmt zu gehen. Wie es großen Politikern vor ihr ergangen ist, die sich für unentbehrlich hielten. Etwa Kohl, der 1998 abgewählt wurde.

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Mo, 2015-08-03 14:42
Brüssel (dpa)

Hoffnung auf Wandel: EU überweist Burkina Faso 60 Millionen Euro

Brüssel (dpa) - Im Vorfeld von mit Spannung erwarteten Präsidentschafts- und Parlamentswahlen hat die Europäische Union dem bitterarmen Land Burkina Faso 60 Millionen Euro überwiesen. Mit dem Geld solle ein Beitrag zur politischen, wirtschaftlichen und sozialen Stabilität des westafrikanischen Staates geleistet werden, teilte die EU-Kommission am Montag in Brüssel mit. Weitere 60 Millionen Euro könnten fließen, wenn die für den 11. Oktober angesetzten Wahlen ordnungsgemäß verlaufen und der demokratische Übergang erfolgreich abgeschlossen wird.

«Wir untermauern heute unser Vertrauen in den von Präsident (Michel) Kafando geführten Übergangsprozess und in das Versprechen, an dem vorgesehenen Datum Wahlen zu organisieren», kommentierte der zuständige EU-Kommissar Neven Mimica. Er kündigte auch die Entsendung einer EU-Wahlbeobachtungsmission sowie Unterstützung für nationale Medien sowie die Wahlkommission an.

In Burkina Faso war im vergangenen Jahr Langzeitpräsident Blaise Compaoré nach 27 Jahren an der Macht gestürzt worden. Vorausgegangen waren Massenproteste gegen seine Ankündigung, sich durch eine Verfassungsänderung eine erneute Kandidatur zu ermöglichen. Seit November 2014 regiert jetzt Kafando als Übergangspräsident. Burkina Faso gehört einem UN-Entwicklungsindex zufolge zu den zehn ärmsten Ländern weltweit.

Mo, 2015-08-03 14:32
Berlin (dpa)

Linke mahnt zur Zurückhaltung bei Flüchtlings-Debatte

Berlin (dpa) - Nach zahlreichen Übergriffen auf Flüchtlingsheime in Deutschland warnt die Linke vor einer weiteren Zuspitzung der politischen Debatte. Es sei hochgefährlich, das Thema Asyl fast ausschließlich als Bedrohung oder Belastung für das Land zu sehen, sagte Bundesgeschäftsführer Matthias Höhn am Montag in Berlin. Aussagen über vermeintlichen Asylmissbrauch seien die ideologische Unterfütterung für fremdenfeindliches und rassistisches Verhalten.

Pläne für einen vorgezogenen Flüchtlings-Gipfel im September unterstützte Höhn hingegen ausdrücklich. Notwendig seien vor allem zusätzliches Personal für die Bearbeitung der Asylanträge sowie eine vollständige Übernahme der Unterbringungskosten durch den Bund.

Mo, 2015-08-03 13:23
Haag (dpa)

Badeverbot in Holland nach Invasion von Meeresleuchttierchen

Den Haag (dpa) - Nach einer Invasion von Meeresleuchttierchen ist an drei Stränden der holländischen Küste ein Badeverbot verhängt worden. Die in Schwärmen auftretenden rötlich leuchtenden Mikroorganismen seien zwar nicht giftig, könnten aber Irritation der Haut und der Atemwege verursachen, sagte am Montag ein Sprecher des Wasserwirtschaftsbüros Rijkswaterstaat. «Es erscheint uns darum besser, wenn Menschen nicht ins Wasser gehen.»

An den auch bei deutschen Urlaubern beliebten Stränden von Scheveningen, Wassenaar und Katwijk (Provinz Südholland) wurde die rote Warnflagge gehisst. Meeresleuchttierchen (Noctiluca scintillans) sind Einzeller, die sich vor allen von Plankton ernähren und die Fähigkeit besitzen, Licht zu erzeugen. Niederländische Medien nannten die leuchtenden Schwärme «Rode Gloed» (Rote Glut). Die Mikroorganismen treten an der Nordseeküste in den warmen Monaten immer wieder in großen Schwärmen auf, verschwinden aber meist nach kurzer Zeit. 

Geht doch!

Drohnen als Förster

Unbemannte Flugkörper sollen pro Jahr weltweit eine Milliarde Bäume pflanzen

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Jährlich werden auf der Erde rund 26 Milliarden Bäume gefällt. Der ehemalige Nasa-Ingenieur Lauren Fletcher nimmt den Kampf gegen die globale Entwaldung auf. Um den Schwund wettzumachen, entwickelte seine in Oxford ansässige, gemeinnützige Firma Bio Carbon Engineering eine innovative Drohne. Diese scannt auch unzugängliche Gegenden, kartografiert baumlose Regionen und bestimmt die Bodenart. Zusammen mit Ökologen entscheidet das Unternehmen, welche Bäume wo gepflanzt werden. Dann wird der Flugkörper ein zweites Mal losgeschickt. Per Druckluft schießt er kleine Saatgut-Kapseln in den Boden. Die Kapseln sind biologisch abbaubar und schützen das keimende Saatgut in der ersten Zeit. „Der industriellen Waldvernichtung können wir nur mit industrieller Aufforstung begegnen“, ist Fletcher überzeugt. Das Projekt befindet sich in der Entwicklungsphase, erste Tests sind im Laufe des Jahres geplant. Obwohl dem britischen Start-up noch Investoren fehlen, hofft Fletcher, dass die Firma schon bald Regierungen für Aufforstungsprojekte begeistern und jedes Jahr eine Milliarde Bäume pflanzen kann.
biocarbonengineering.com

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Frankreich
Mit einem Ende Mai verabschiedeten Gesetz will die französische Nationalversammlung die Verschwendung von Lebensmitteln eindämmen: Große Supermärkte werden verpflichtet, überschüssige Produkte künftig an gemeinnützige Einrichtungen zu spenden. Für Menschen ungeeignete Reste können laut Beschluss des Parlaments auch kompostiert oder als Tierfutter verwendet werden. Dabei wandern in Frankreich pro Person und Jahr „nur“
bis zu 30 Kilogramm ungenutzt in den Müll. Hierzulande fallen pro Kopf und Jahr rund 82 Kilo Essensabfälle an.
 

Münster
Seit 1989 dürfen in Münster auf kommunalen Flächen der westfälischen Stadt keine Pestizide mehr eingesetzt werden. Sprießendes Unkraut wird mit Heißluftwalzen oder Wildkrautbürsten entfernt. Diese Verfahren sind zwar aufwendiger und teurer, aber giftfrei. Dank einer Beratung durch den BUND verzichten inzwischen etliche Kommunen auf Pestizide. Dem Vorreiter Münster folgten zum Beispiel Saarbrücken, Tübingen und Bielefeld.
bund.net/pestizidfrei

Berlin
Heimischen Dünger stellen die Berliner Wasserwerke her, indem sie Phosphat aus Klärschlamm zurückgewinnen. Der Wasserversorger verkauft das recycelte Düngemittel unter dem Namen „Berliner Pflanze“ an Landwirte. Das Verfahren haben sich die Ingenieure patentieren lassen. Es dürfte weltweit auf Nachfrage stoßen, denn die globalen Phosphatvorräte gehen zur Neige.
bwb.de/berlinerpflanze
 

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

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Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

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Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

Geht doch!

Styropor „To Go“

USA Mehr als 70 Städte verbieten aufgeschäumtes Plastik. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt den Kampf mit dem Müll auf.

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Ab Juli verbannt er Einwegbecher, -teller und andere Behältnisse aus Styropor. Auch Verpackungsfüllmaterial aus Schaumstoff darf dann nicht mehr verwendet werden. Laut Abfallbehörde hat sich eine Wiederverwertung ökologisch und ökonomisch als nicht sinnvoll erwiesen. Jedes Jahr hat die Müllabfuhr in der Metropole fast 30.000 Tonnen Abfall aus aufgeschäumtem Polystyrol eingesammelt, der Großteil stammt aus der Gastronomie. „Diese Produkte verursachen reale Umweltschäden“, sagt de Blasio. Sein Appell fruchtet auch bei Behörden: Ab Sommer sollen Styroporbehälter aus Schulkantinen verschwinden. Warum das Essen künftig auf kompostierbaren statt auf Keramiktellern serviert wird, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Schon mehr als 70 US-Städte, darunter Washington, San Francisco, Oakland und Seattle, haben sich vom Einwegplastik losgesagt. In Deutschland dagegen wird der biologisch nicht abbaubare Schaumstoff weiterhin großflächig eingesetzt: nicht nur für Fastfood-Verpackungen, sondern auch für die Wärmedämmung von Gebäuden.
Illustration: Christoph Niemann

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Grenoble: Bäume statt Werbung
Die französische Alpenstadt will die erste werbefreie Stadt Europas werden: Der grüne Bürgermeister Éric Piolle hat alle Reklameverträge gekündigt. Wo bisher freie Sicht auf riesige Plakate herrschen musste, will er Bäume pflanzen lassen. Den Verzicht auf die optische Umweltverschmutzung lässt sich die Stadt jährlich 150.000 Euro kosten – so viel hat Grenoble bisher durch vermietete Werbeflächen pro Jahr eingenommen. Bislang verbietet nur eine Stadt Werbung im öffentlichen Raum: São Paulo in Brasilien, und das schon seit 2010.

Frankreich: Zu schnell kaputt
Mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe will Frankreich eingebaute Fehler, die zum vorzeitigen Verschleiß von langlebigen Verbrauchsgütern führen, als Betrug ahnden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist auf dem Weg. Niedersachsen will solche Art der Verbrauchertäuschung auch nicht hinnehmen. Landesverbraucherschutzminister Christian Meyer erwägt eine Verlängerung der Garantie bei bestimmten Produkten.

Hamburg: Steckdose für Cruiser
Die Bewohner des Elbufers können ein wenig aufatmen: Im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe werden ab diesem Sommer mit erneuerbarem Landstrom versorgt und können die luftverpestenden Dieselmotoren abstellen. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern, dass in Zukunft auch Containerschiffe zum Anschluss an den sauberen Landstrom verpflichtet werden.
 

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Mo, 2015-08-03 13:17
Abuja (dpa)

Nigerias Militär rettet 180 Geiseln aus den Fängen der Boko Haram

Soldaten befreien in Nigeria zahlreiche Geiseln aus den Fängen der Boko Haram. Viele sind noch Kinder - und von den Qualen schwer gezeichnet. Von den Chibok-Mädchen fehlt aber weiter jede Spur.

Abuja (dpa) - Die nigerianische Armee hat nach eigenen Angaben fast 180 Menschen aus der Gewalt der Terrormiliz Boko Haram befreit und einen der Anführer der Islamistengruppe lebend gefasst. Unter den befreiten Geiseln seien mehr als 100 Kinder und fast 70 Frauen, hieß es in einer am Sonntagabend verbreiteten Mitteilung des Militärsprechers Tukur Gusau.

Einige der Ex-Geiseln seien in einem sehr schlechten Zustand, sagte Mohammed Kanar von der Nationalen Notfallagentur am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Sie seien unter äußerst schweren und harschen Bedingungen von den Extremisten festgehalten worden. «Wenn die Streitkräfte ein Camp der Boko Haram erobern, dann finden sie dort immer Menschen in schlechtem Zustand, weil sie misshandelt werden», so Kanar. Die befreiten Geiseln würden nun betreut.

Bei dem Einsatz rund um Bama nahe der Stadt Maiduguri im nordöstlichen Bundesstaat Borno hatte die Armee zahlreiche Lager der Islamisten erobert. Wann das Militär zuschlug, blieb unklar.

Entführte Frauen und Mädchen werden von den Extremisten häufig zum Übertritt zum Islam gezwungen, zwangsverheiratet oder als Sklavinnen missbraucht. Kinder werden dazu benutzt, Sicherheitskräfte auszuspionieren, Material und Waffen zu transportieren und auch bei Angriffen mitzuwirken oder Selbstmordattentate zu begehen.

Im April 2014 hatte die Boko Haram mehr als 200 Mädchen aus einer Schule in dem Ort Chibok entführt, der etwa 200 Kilometer südlich von Bama liegt. Die Tat hatte weltweit Entsetzen ausgelöst und eine Welle der Solidarität in Gang gesetzt. Obwohl nigerianische Truppen immer wieder Geiseln aus den Händen der Islamisten befreien, konnten die Mädchen bisher nicht aufgespürt werden.

Die Terrorgruppe will im Norden Nigerias einen sogenannten Gottesstaat aufbauen und verübt auch immer wieder Anschläge in den Nachbarländern Niger, Kamerun und Tschad. Bei dem blutigen Terror der Boko Haram sind seit 2009 mindestens 14 000 Menschen ums Leben gekommen.

Mo, 2015-08-03 13:25
Celle (dpa)

Celler Prozess gegen zwei mutmaßliche IS-Kämpfer gestartet

Sie sollen sich der Terrorgruppe Islamischer Start angeschlossen haben. Nach ihrer Rückkehr aus dem Kampfgebiet müssen sich zwei mutmaßliche IS-Kämpfer nun in Celle vor Gericht verantworten. Einer gab an, zur Ausbildung an der Waffe gezwungen worden zu sein.

Celle (dpa) - Zum Beginn des Prozesses gegen zwei mutmaßliche Unterstützer der Terrorgruppe Islamischer Staat hat einer der Angeklagten vor dem Oberlandesgericht Celle zu seinem Einsatz im Irak und in Syrien ausgesagt. Der 27-jährige gebürtige Wolfsburger Ayoub B. ließ am Montag über seinen Verteidiger erklären, er sei eigentlich nur zum Studium des Islams aufgebrochen und habe sich nicht zum Kämpfen in ein Krisengebiet begeben wollen. Vor Ort sei er dann zur Ausbildung an der Waffe gezwungen worden und habe schnell Pläne zur Flucht zurück nach Deutschland geschmiedet.

Die Bundesanwaltschaft wirft Ayoub B. und einem weiteren mutmaßlichen IS-Heimkehrer aus Wolfsburg, Ebrahim H. B. (26), die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vor. Ayoub B. ist auch wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat angeklagt, weil er an Kampfübungen teilgenommen haben soll. Ayoub B. soll laut Anklage auch zur Waffe gegriffen haben, während Ebrahim H. B. demnach kurz davor stand, einen Selbstmordanschlag in Bagdad zu begehen. Den beiden Angeklagten drohen bei einer Verurteilung bis zu zehn Jahre Haft.

Der Prozess begann unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen. In seiner verlesenen Aussage schilderte sich Ayoub B. als das schwarze Schaf unter seinen Geschwistern, dem es nach Schul- und Drogenproblemen nur mit Mühe gelungen sei, als Zeitarbeiter bei VW in Wolfsburg unterzukommen. Im Werk sei er von einem anderen Muslim zum Gebet eingeladen worden und in radikale Kreise geraten. Richtung Syrien und Irak sei er dann aufgebrochen, obwohl sein Vater, der im Vorstand der tunesischen Moschee aktiv ist, bereits vorher das Landeskriminalamt eingeschaltet hatte, um dies zu verhindern.

Wolfsburg hat sich nach Einschätzung der Behörden in den vergangenen Jahren zu einem Zentrum radikaler Islamisten entwickelt. Es soll dort rund 30 bis 40 Menschen mit Bezug zum Kampfgeschehen in Syrien und dem Irak geben, 20 Islamisten sollen sich auf den Weg in die Kampfgebiete gemacht haben.

Mo, 2015-08-03 13:23
Berlin (dpa)

Berlin signalisiert Unterstützung für Obamas Klimapolitik

Berlin (dpa) - Die Klima-Pläne von US-Präsident Barack Obama stoßen bei der Bundesregierung auf ein positives Echo. «Wir begrüßen, dass die USA sich der Herausforderung des Klimawandels stellen», sagte eine Sprecherin des Bundesumweltministeriums am Montag in Berlin. Die angepeilten Maßnahmen seien ein wichtiges Signal für den Klima-Gipfel im Dezember in Paris. Dem Vernehmen will Obama erreichen, dass die Kohlekraftwerke in den Vereinigten Staaten ihren Schadstoffausstoß bis zum Jahr 2030 um 32 Prozent im Vergleich zu 2005 verringern.

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 5.12

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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"Ich hab's nicht so mit Broteschmieren."

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“

Erschienen in Ausgabe 3.12

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Erschienen in Ausgabe 2.12

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Erschienen in Ausgabe 1.12

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

Erschienen in Ausgabe 6.11

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Immer noch - umweltschädlicher Becher Becher wird künftig vielleicht recycelt. ActiIrreführus - bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

Erschienen in Ausgabe 5.11

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Tödlich.  Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord. Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

Erschienen in Ausgabe 4.11
 

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate "ausgesetzt". Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit "ausgesetzter" Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

Erschienen in Ausgabe 3.11
 

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU.  Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen.  Erpresso Die Leere des Portemonnaies

Erschienen in Ausgabe 2.11
 

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Schaurige Leistung. Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten. Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich. VW Das Böse.

Erschienen in Ausgabe 1.11

 

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Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

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Wir fördern Gier und Pfusch. Statt Alternativen. Seit Jahren basteln wir fleißig an unserem grünen Image. Doch anstatt konsequent auf erneuerbare Energien zu setzen, plündern wir die letzten Ölreserven unseres Planeten – zum Beispiel im Golf von Mexiko. Ohne Skrupel. Ohne Rücksicht auf Verluste. Und ohne Plan B, falls was schiefgeht – wie jetzt. bp big problems

Erschienen in Ausgabe 4.10

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