Aktuell

filmtipp / 05.Feb 2016

Faszinierende Aufnahmen aus der Arktis

Bilder, die den Zuschauer frieren lassen und ihn dennoch in ihren Bann ziehen: Der Kurzfilm „In Between" erzählt auf poetische Weise von Moschusochsen in der norwegischen Arktis – und ihrer Bedrohung durch den Klimawandel. 

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Mo, 2016-02-08 06:16
Berlin (dpa)

Erfundene Vergewaltigungen: Stimmungsmache gegen Flüchtlinge Von Julia Naue, dpa

Eine Vergewaltigung ist ein schreckliches Verbrechen. Immer öfter wird Geflüchteten in letzter Zeit unterstellt, Frauen oder Kinder sexuell missbraucht zu haben. Was steckt dahinter?

Berlin (dpa) - «Unsere Kinder sind in Gefahr!» - Ein Satz, der Angst macht. Ein Satz, der im Januar auf einem Plakat bei einer Demonstration stand. Im Hintergrund wedelte die eine oder andere Deutschlandfahne. Die Anhänger des fremdenfeindlichen Pegida-Ablegers «Bärgida» demonstrierten gegen Gewalt. Sagten sie. Und gaben sich besorgt: Ein 13-jähriges Mädchen soll von Flüchtlingen entführt und vergewaltigt worden sein. Skandal! Doch tatsächlich stand schon zu dem Zeitpunkt fest: Alles nur heiße Luft. Die Polizei erklärte: Eine Vergewaltigung habe es nie gegeben.

Die Gerüchte darüber hatten sich zuvor rasant im Netz verbreitet. Doch das ist lange nicht die einzige Falschmeldung über vermeintlich kriminelle Flüchtlinge. Derartige Geschichten finden sich momentan landauf, landab - vor allem seit den massenhaften, teils sexuellen Übergriffen gegen Frauen in der Silvesternacht in Köln, an denen nach Erkenntnissen der Ermittler zahlreiche Nordafrikaner beteiligt waren.

Beispiel Schwäbisch Gmünd in Baden-Württemberg: Die Stadtverwaltung schrieb im Januar: «Unsägliche Gerüchte über angebliche Vergewaltigungen in Schwäbisch Gmünd kursieren derzeit auf Facebook-Seiten und in vielen Gesprächen in Schwäbisch Gmünd.» Eine 14-Jährige - so die Behauptung - soll vergewaltigt worden sein, es gebe weitere Fälle. Die Polizei würde das verschweigen, um die Flüchtlingspolitik nicht zu gefährden. Die Stadt stellte klar: «Es gibt diese Vergewaltigungen und genannten Fälle nicht.»

Das Ziel solcher Lügen sei eindeutig, erklärt der Soziologe Johannes Kiess. «Es geht darum, Unruhe zu stiften und andere zu verunsichern.» Kiess forscht an der Universität Siegen zum Thema Rechtsextremismus und stellt fest: «Das Perfide daran ist, dass es Zeit braucht, das zu widerlegen.» Und ob es stimmt oder nicht: «Das Gerücht ist in der Welt. Der erste Aufschrei, das erste Unwohlsein gegen Flüchtlinge ist schon produziert.» Damit sei die Strategie der Rechten schon aufgegangen.

Doch warum werden Geflüchteten immer wieder gerade Vergewaltigungen oder Belästigungen unterstellt? «Die Nazis haben verstanden, dass das ein Thema ist», erklärt Heike Radvan, Leiterin der Fachstelle Gender und Rechtsextremismus bei der Amadeu Antonio Stiftung. Die Furcht von Frauen, aber auch von Eltern werde für eine rechte Ideologie instrumentalisiert. «Sie spielen mit den Ängsten, es geht ihnen nicht um die Opfer sexueller Gewalt.» Den «Mythos des sexuell übergriffigen Fremden» gebe es schon seit dem Mittelalter, und damit könne man Menschen mobilisieren, warnt Radvan.

Doch wer verbreitet solche Falschmeldungen? «Das lässt sich schwer sagen», sagt Andre Wolf vom Verein Mimikama, der sich dem Phänomen im Netz widmet. Es gebe sowohl Privatpersonen als auch viele kleine Blogs, die «professionell» Lügen streuen. Wenn Privatpersonen in sozialen Netzwerken solche Falschmeldungen posten, sei die Darstellung oft extrem dramatisch. «Viele Großbuchstaben und Sonderzeichen oder Floskeln wie «Die Polizei darf eh nix machen» kommen dann häufig vor.» Vorsichtig müsse man immer sein, wenn es keine offiziellen Pressemeldungen der Polizei oder anderer Behörden zu den geschilderten Fällen gibt.

Manchmal behaupten die vermeintlichen Opfer auch selbst, dass Geflüchtete sie vergewaltigt haben. So etwa im thüringischen Sonneberg: Eine 21-Jährige hatte angegeben, von drei Flüchtlingen angegriffen und sexuell missbraucht worden zu sein. Die Polizei kam zu dem Ergebnis: Frei erfunden. Doch warum erzählen Frauen solche Lügen? «Es ist schon eine Strategie rechter Frauen, so etwas zu behaupten, um ihren Rassismus zu verbreiten», erklärt Radvan. Natürlich müsse man im Einzelfall gucken, was dahintersteckt. Gerade, wenn Kinder sich solche Geschichten ausdenken.

Also, alles Lüge oder was? Selbstverständlich gibt es sexualisierte Gewalt gegen Frauen und Kinder - auch bei Flüchtlingen. Deshalb müsse man jedem Fall nachgehen und ihn ernst nehmen, betont Radvan. Doch eben solche Lügen können dafür sorgen, dass den wirklichen Opfern irgendwann nicht mehr geglaubt wird - und, dass die Stimmung gegen Geflüchtete weiter aufgeheizt wird.

Mo, 2016-02-08 06:59
Essen (dpa)

Auch Essens zentraler Rosenmontagszug abgesagt - «schweren Herzens»

Essen (dpa) - Auch der zentrale Essener Rosenmontagszug im Stadtteil Rüttenscheid fällt wegen des drohenden Unwetters aus. «Wir haben uns schweren Herzens dazu entschieden», sagte der Erste Vorsitzende des Festkomitees Essener Karneval, Volker Sassen, am Montag. Bei Windstärke 6 müsse diese Entscheidung in Essen getroffen werden. Die Prognosen gingen aber von Stärke 10 aus. Unklar sei, ob der Zug komplett abgesagt oder zum Beispiel in den Sommer verschoben werde. «Aber ein Rosenmontagszug, der kann eigentlich auch nur an einem Rosenmontag stattfinden», sagte Sassen. Es waren 80 000 Zuschauer erwartet worden. Zuvor war in Essen bereits der Traditionszug im Stadtteil Kupferdreh abgesagt worden.

Mo, 2016-02-08 06:41
Singapur (dpa)

Ölpreise steigen leicht

Singapur (dpa) - Die Ölpreise sind zu Beginn der neuen Handelswoche leicht gestiegen. Am Montagmorgen kostete ein Barrel (195 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im April 34,41 US-Dollar. Das waren 35 Cent mehr als am Freitag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI zur Lieferung im März stieg um 26 Cent auf 31,15 Dollar.

Am Wochenende hatten sich die Ölminister von Saudi-Arabien und Venezuela in Riad getroffen, um über die derzeitige Lage am Ölmarkt zu reden. Die Opec-Länder vertreten unterschiedliche Positionen: Während Venezuela seit längerem für eine Verringerung der Ölförderung eintritt, um damit den Ölpreisverfall aufzuhalten, steht Saudi-Arabien für eine Fortsetzung der Ölschwemme. Konkrete Ergebnisse des Treffens wurden zunächst nicht bekannt.

Mo, 2016-02-08 05:12
Moines (dpa)

Weißes Haar, kehlige Botschaft: Der grantige Sozialist Bernie Sanders Von Maren Hennemuth, dpa

Bernie Sanders verspricht nicht weniger als eine politische Revolution. Wie er das bezahlen will, ist dabei nebensächlich. Viele weiß er fast so zu begeistern wie einst Barack Obama.

Des Moines (dpa) - Wenn Bernie Sanders spricht, kann er sich so richtig in ein Thema reinsteigern. Der 74-Jährige fuchtelt dann wild mit den Armen, seine Stimme wird laut, sie ist ohnehin schon ziemlich kehlig und markant, der Kopf läuft rot an. Der weißhaarige Senator aus Vermont wirkt in solchen Momenten durchaus so, als meine er es ernst.

Bernie Sanders präsentiert sich als Gegenentwurf zum Establishment, dabei ist er eigentlich tief in Washington verwurzelt. Er war ganze 16 Jahre lang Mitglied des Repräsentantenhauses, bevor er 2006 in den Senat gewählt wurde.

Sanders begeistert viele Menschen mit der Aussicht auf etwas anderes, so wie Barack Obama 2008 viele Menschen mit der Aussicht auf Wandel begeisterte, auf «change».

Vor allem junge Menschen mögen ihn, teilen seine Positionen, sehen sich seiner fundamentalen Systemkritik näher als der Haltung Hillary Clintons. Der Schauspieler Danny DeVito unterstützt ihn, Rapper machen für ihn Wahlkampf. Das Magazin «Rolling Stone» nannte ihn einen «grantigen Sozialisten», das war liebenswürdig gemeint.

Es gibt alte Fotos, auf denen Sanders ein bisschen so aussieht wie Woody Allen. Es gibt ein Folk-Album aus den Achtzigern, auf dem er statt zu singen die Liedtexte von Klassikern wie «We Shall Overcome» spricht.

Sanders gilt vielen als ein sehr europäischer Bewerber. In Deutschland würde er wohl gut in die SPD passen. Manche vergleichen ihn mit Oskar Lafontaine, weil der auf ähnliche Weise schon sehr lange und sehr robust für die gleichen Forderungen eintritt.

Sanders selbst wird nicht müde, sich als demokratischen Sozialisten zu bezeichnen. Und er verspricht nicht weniger als eine politische Revolution. Die sechs größten Banken des Landes will er zerschlagen, eine staatliche Krankenversicherung schaffen, die Studiengebühren an öffentlichen Hochschulen und Universitäten abschaffen. Nur wie er das alles bezahlen will, das lässt er weitgehend offen.

Sanders stammt aus Brooklyn, was man noch deutlich an seinem breiten New Yorker Dialekt hört. Der Vater war ein jüdischer Einwanderer aus Polen, er verkaufte Farbe, die Verhältnisse der Familie waren bescheiden. «Weil das Geld fehlte, gab es Schwierigkeiten in meiner Familie, meine Eltern haben deswegen gestritten», erklärte er einmal. «Das ist etwas, was ich niemals vergessen habe. Und heute gibt es viele Millionen von Familien, denen es genauso geht.» Mit seiner Frau Jane hat er vier Kinder und sieben Enkelkinder.

Seine Konkurrentin Hillary Clinton ging ihn lange nicht hart an. Vielleicht hat sie ihn unterschätzt, das schrieb nicht nur die «New York Times». Sie machte dann aber doch einen wunden Punkt aus.

Sanders ist Senator von Vermont, einem Bundesstaat mit vielen Waffenbesitzern. Er hat zwei Mal für ein Gesetz gestimmt, das Waffenverkäufer vor Klagen schützt. Seine Begründung: Es verhindere, dass die Besitzer von kleinen Waffengeschäften zur Rechenschaft gezogen würden, wenn jemand mit einer Waffe eine Straftat begehe, die sie legal verkauft hätten. Das Thema Waffen ist auch bei den Demokraten hoch emotional besetzt, und es könnte Sanders noch Schwierigkeiten bereiten.

Mo, 2016-02-08 05:13
Concord (dpa)

New Hampshire

Concord (dpa) - New Hampshire liegt im Nordosten der USA und gehört zu den Neuengland-Staaten. Es grenzt im Norden an Kanada. Mit einer Fläche von 24 216 Quadratkilometern ist der Bundesstaat nur etwa so groß wie Mecklenburg-Vorpommern. Gerade einmal 1,3 Millionen Menschen leben dort, also etwa so viele wie in München. 95 Prozent von ihnen sind weiß. In dem «Granitstaat» gibt es eine kleine Bergbauindustrie. Neben dem Tiefengestein werden auch Sand, Kies und Edelsteine abgebaut. Die Wirtschaft ist sonst auf Dienstleistungen ausgerichtet. Der Tourismus spielt eine wichtige Rolle, vor allem der Wintersport.

Mo, 2016-02-08 05:35
Kabul (dpa)

Drei Tote bei Talibananschlag auf Armeebus nahe Masar-i-Scharif

Kabul (dpa) - Bei einem Talibananschlag auf einen Bus der afghanischen Armee sind in der nördlichen Provinz Balch drei Soldaten getötet worden. 18 Soldaten seien bei der Explosion am Montagmorgen (Ortszeit) verletzt worden, sagte der Sprecher des Gouverneurs, Munir Farhad. Es habe sich um einen Selbstmordanschlag gehandelt. Der Täter habe sich in Dehdadi in die Luft gesprengt, etwa 30 Minuten Fahrtzeit von der Provinzhauptstadt Masar-i-Scharif entfernt, nahe einem Armeecamp. Hier liegt auch die Nordzentrale der Armee. Die Taliban bekannten sich zu der Tat und sagten, sie hätten 30 Soldaten getötet und verwundet. Die radikalen Islamisten sind für übertriebene Erfolgsmeldungen bekannt.

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Mo, 2016-02-08 05:13
Concord (dpa)

«Lebe frei oder stirb»: Zehn Fakten über New Hampshire

Concord (dpa) - New Hampshire spielt traditionell eine wichtige Rolle im Wahlkampf um das Präsidentenamt. Auch sonst weist der kleine Staat im Nordosten einige Besonderheiten auf. Eine Übersicht:

- Das offizielle Motto lautet seit 1945 «Live Free or Die» («Lebe frei oder stirb»). Die Worte gehen zurück auf General John Stark, Soldat im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg. Er konnte 1809 nicht an einer Gedenkveranstaltung teilnehmen und schickte stattdessen einen Brief. Darin schrieb er: «Lebe frei oder stirb. Der Tod ist nicht das schlimmste Übel von allen.»

- Es ist der einzige US-Staat ohne Anschnallpflicht.

- Die Regierung erhebt weder eine Einkommenssteuer, noch eine Mehrwertsteuer.

- Es gibt eine recht große libertäre Bewegung. Ihre Anhänger treten für einen schlanken Staat ein, fordern mehr Deregulierung und einen größeren Schutz der Privatsphäre.

Diese Haltung findet sich auch im sogenannten Free State Project wieder. Die Initiative will 20 000 Menschen dazu bewegen, nach New Hampshire überzusiedeln und den US-Staat zu ihrer Basis für die libertäre Idee zu machen. Am vergangenen Mittwoch hatte das Projekt 20 000 Unterschrift zusammen.

- New Hampshire war einer der ersten Bundesstaaten, die die gleichgeschlechtliche Ehe erlaubten. Das Gesetz dazu stammt aus dem Jahr 2009, es trat ein Jahr später in Kraft.

- Der Staat ist nicht sehr repräsentativ für die USA, was die Bevölkerung angeht: 95 Prozent sind weiß.

- Umfragen zufolge legen Wähler hier viel wert auf die Themen Wirtschaft, nationale Sicherheit, Umwelt und Bildung.

- Die ersten Vorwahlen (Primaries) fanden hier im Jahr 1916 statt, also vor genau 100 Jahren.

- Wer kandidieren will, sollte sich an seinem Schreibtisch blicken lassen: Bill Gardner ist seit 1976 New Hampshires Staatssekretär und damit für die Organisation der Vorwahlen zuständig. In seinem Büro im Regierungsgebäude in der Hauptstadt Concord wird Wert auf Tradition gelegt. Bewerber sollten wenn möglich in Person erscheinen, um ihre Teilnahme zu erklären. Pflicht ist das zwar nicht, aber jeder macht es. Dann müssen sie ein offizielles Formular ausfüllen, 1000 US-Dollar zahlen und Fragen beantworten.

Nach New Hampshires Verfassung ist Gardner auch dazu verpflichtet, die Vorwahlen in seinem Staat bundesweit auf Platz eins zu halten. Das ist seit 1977 festgeschrieben. Und der 67-Jährige ist sehr bemüht, dass das eingehalten wird. Verlegt ein anderer Staat seine Vorwahlen nach vorne, macht New Hampshire dies auch.

- Seit 1952 sind nur wenige zum US-Präsidenten gewählt worden, die nicht auch die Vorwahlen in New Hampshire gewonnen haben. John F. Kennedys Siegeszug im Jahr 1960 begann in diesem Staat und Ronald Reagan stoppte hier 1980 seinen innerparteilichen Widersacher George H. W. Bush bei den Republikanern. Hillary Clinton gewann 2008 in New Hampshire, unterlag Barack Obama aber später im weiteren Verlauf.

Mo, 2016-02-08 06:00
Wolfsburg (dpa)

VW-Konzern lässt 12 Modelle elektrisch fahren - 20 weitere geplant

Wolfsburg (dpa) - Im VW-Konzern gibt es zwei rein elektrisch fahrende Fahrzeuge: den E-Golf und den E-Up. Beide sind per Stecker aufladbar und kommen auf knapp 200 Kilometer Reichweite. Die Wagen kosten viel mehr als ihre Verwandten mit Verbrennungsmotor. So startet der E-Golf bei 34 900 Euro - rund doppelt so viel wie der günstigste Benziner.

Zwölf weitere Modelle hat der Konzern bereits als sogenannte Hybride unter Strom gesetzt. Sie kombinieren Verbrennungsmaschinen mit einem größeren oder kleineren Batterieantrieb, dessen rein elektrische Reichweite von wenigen Kilometern (wie beim VW-Touareg Hybrid) bis hin zu 50 Kilometern beim VW-Golf GTE oder dem Audi A3 E-Tron reicht.

Nicht alle diese Modelle sind steckdosentauglich - was die Branche auch Plug-in-Hybrid nennt. Der Jetta Hybrid gilt als sogenannter Milder Hybrid, der nicht rein elektrisch fahren kann. Seine Batterie unterstützt aber den Verbrennungsmotor. Zu den zwölf Elektro-Hybriden im VW-Konzern gehören auch zwei limitierte Kleinstserien; der Rennwagen Porsche 918 Spyder (918 Stück) und der VW-XL1 (200 Stück).

VW-Konzernchef Matthias Müller kündigte im Januar an: «Bis 2020 werden wir 20 weitere Modelle mit Elektroantrieb oder als Plug-in-Hybrid auf den Markt bringen. Rein elektrische Reichweiten von mehr als 500 Kilometer sind in absehbarer Zeit machbar.»

Zu Absatzzahlen für alternative Antriebe äußert sich VW nicht. Jedoch rollten 2015 im Wolfsburger Stammwerk gut 14 000 E-Golf vom Band.

Mo, 2016-02-08 05:23
Kabul/Islamabad (dpa)

Friedensgespräche mit Taliban bis Ende Februar geplant

Die USA und China stehen dahinter: Noch im Februar sollen Verhandlungen der Taliban mit der afghanischen Regierung beginnen. Doch unklar bleibt, wie das gehen soll.

Kabul/Islamabad (dpa) - Die USA, China, Afghanistan und Pakistan wollen noch vor dem Monatsende direkte Verhandlungen Afghanistans mit den Taliban zur Beendigung des 15 Jahre andauernden Krieges zustande bringen. Vertreter der vier Staaten vereinbarten am Samstag in Islamabad einen entsprechenden Plan. Am 23. Februar solle bei einem weiteren Treffen in Kabul der konkrete Starttermin vereinbart werden, twitterte der Sprecher des afghanischen Präsidentenpalasts, Safar Haschemi.

Unklar blieb allerdings, wie die sich sträubenden Taliban in so kurzer Zeit an den Verhandlungstisch gebracht werden sollen. Derzeit sind die Aufständischen auf dem Schlachtfeld erfolgreich. Während der Gespräche in Islamabad waren große Teile der afghanischen Hauptstadt Kabul bereits den zehnten Tag ohne Stromversorgung, weil Taliban in der Provinz Bachlan Versorgungslinien sabotiert hatten und eine Reparatur wegen andauernder Kämpfe nicht möglich war.

Die Taliban haben Bedingungen für Friedensgespräche gestellt. Darunter waren die Abschaffung der UN-Sanktionen gegen die Taliban sowie die Freilassung von Gefangenen.

Die USA, China, Pakistan und Afghanistan riefen alle Gruppierungen der Taliban auf, an den Friedensgesprächen teilzunehmen. Am Ende des Versöhnungsprozesses müsse eine politische Lösung stehen, die zu dauerhaftem Frieden führe.

Der an den Gesprächen in Islamabad beteiligte amerikanische Afghanistanbeauftragte Richard Olson sagte dem «Spiegel», die Taliban müssten sich «von Al-Kaida lösen, der Gewalt abschwören und die Verfassung» anerkennen, wenn sie wieder eine politische Rolle in Afghanistan spielen wollten. Die Lage in Afghanistan sei schwierig. Washington werbe daher in der Nato dafür, die Milliardenhilfen für die Sicherheitskräfte bis 2020 zu verlängern.

Der deutsche Nato-General Hans-Lothar Domröse hält ein Ende des Nato-Einsatzes in Afghanistan 2017 für möglich. Das letzte Wort habe aber die Politik. «Sollte die afghanische Luftwaffe, die wir gerade mit Hubschraubern und Flugzeugen aufbauen, im nächsten Jahr ausreichend einsatzfähig sein, so würde dies die Schlagkraft der Afghanen spürbar erhöhen», sagte er der Zeitung «Die Welt» (Samstag).

An dem Ausbildungseinsatz «Resolute Support» sind 12 000 Soldaten beteiligt, darunter 830 Bundeswehrsoldaten. Ein für 2016 geplanter weitreichender Truppenabzug wurde wegen des Vordringens der Taliban verschoben. Künftig sollen Nato-Ausbilder sogar wieder verstärkt direkt in Krisenregionen eingesetzt werden.

Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

Großbritannien: Schlafende Konten

Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

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Geht doch!

Es muss nicht immer das Auto sein


Ein innovatives Mobilitätskonzept für Finnlands Hauptstadt Helsinki soll die Verkehrsdichte lindern und Mensch und Umwelt zugute kommen.

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Finnlands Hauptstadt will die Blechlawinen eindämmen. Aber nicht mit Verboten, sondern mit einer attraktiven Mobilitäts-App: Mit einem Klick verrät diese das optimale Verkehrsmittel für die jeweilige Route. Die Kunden können flexibel Carsharing, Leihräder, Busse, Bahnen oder auch Kleinbusse nutzen. Diese holen Passagiere nach Bedarf ab und bieten Gratis-Wi-Fi. Bezahlt werden muss nicht jeder Fahrschein einzeln, das System rechnet die Fahrten zentral ab. Bis 2025 will die Stadtverwaltung Helsinkis das innovative Konzept einführen und dadurch den öffentlichen Nahverkehr so einfach und günstig machen, dass private Autos überflüssig werden. Stadtentwickler und Verkehrsplaner schwärmen schon heute von den neuen Perspektiven für die Bewohner: Aus Parkplätzen werden Radwege, Alleen oder Fußgängerzonen und aus Parkhäusern Wohnraum. Die kommunale Verkehrsexpertin Sonja Heikkilä ist überzeugt, dass sich diese Vision realisieren lässt, zumal die junge Generation Autos nicht mehr als Statussymbol betrachte. Ein Wermutstropfen bleibt allerdings: An Konzernen wie Google führt bei dieser Mobilitätsnutzung kein Weg vorbei. Der Fahrgast wird gläsern.
hsl.fi/en/strategy

Hamburg/Dortmund: Draht nach Hause
Angeblich um eine illegale Nutzung zu verhindern, stellen die Behörden in Flüchtlingsheimen oft keinen Internetzugang bereit. Private Initiativen wie die Freifunker wollen das ändern: Sie stellen WLAN-Router zur Verfügung und ermöglichen Hunderten von Flüchtlingen, mit ihren Familien in Kontakt zu bleiben, online Deutsch zu lernen oder sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden.
freifunk.net

USA – Ölfressende Pflanzen
Biologisch abbaubare Substanzen sollen in Zukunft Ölteppiche beseitigen. Aus Pflanzen entwickelten US-Wissenschaftler einen als Phytol bezeichneten Alkohol, der den Ölfilm zusammendrängt. Die organischen Moleküle werden im Wasser gespalten und abgebaut. Aufgelegt wurde das Forschungsprogramm nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko im Jahr 2010. Finanziert hat es ausgerechnet der Mineralölkonzern BP.

Kopenhagen – Reste à la carte
Im dänischen Restaurant „Rub & Stub“ kommt seit Herbst 2014 auf den Tisch, was sonst im Müll gelandet wäre. Das nachhaltige Konzept kommt gut an – die Gäste stehen Schlange und sind gespannt darauf, welches Menü die Küchencrew aus den gelieferten Zutaten zaubert. In Amsterdam und Berlin macht das Experiment Schule. „Restlos glücklich“ heißt der deutsche Ableger. Das deutsche Start-up rief Mitte August eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben. Die Macher wollen nicht nur Lebensmittel retten, sondern auch ihre Gäste zum Nachdenken über ihren Umgang mit Nahrungsmitteln anregen.

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Geht doch!

Hoffnung für Hähnchen

Biobrütereien in der Alpenrepublik beenden ab 2017 das massenhafte Kükentöten
 

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Da männliche Küken später keine Eier legen, werden sie direkt nach dem Schlupf getötet. Damit wollen österreichische Biobrütereien spätestens ab 2017 Schluss machen: Im Nachbarland einigten sie sich mit dem Biodachverband und dem Lebensmitteleinzelhandel darauf, in Zukunft Bioeier nur noch dann als „bio“ zu kennzeichnen, wenn Henne und Hahn aufgezogen werden. Gelingen soll das mit einer robusten Legerasse, deren Brudertiere bei der Mast Fleisch ansetzen, wenn auch langsamer und weniger als sonst üblich. Die Branche rechnet mit Mehrkosten von zwei bis drei Cent pro Ei. Die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ hat die landesweite Lösung mit auf den Weg gebracht und hofft nun, dass diese wegweisend für ganz Europa sein wird. In Deutschland gibt es bislang nur kleine Projekte wie etwa die „Bruderhahn-Initiative“ oder „Ei-Care“. Doch auch hierzulande bewegt sich etwas: Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) will das Kükensterben mithilfe der Geschlechtsbestimmung im Ei beenden. Noch ist diese Technik nicht marktreif – und laut Deutschem Tierschutzbund auch nicht ausreichend: „Wir müssen das System ändern, dafür brauchen wir andere Zuchtlinien und andere Haltungssysteme.“
 

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New York: Essen als Chance
Frisch aus dem Knast entlassenen Jugendlichen gibt das Sozialprojekt „Drive Change“ in New York City eine Perspektive: Im Team des mobilen „Snowday Food Truck“ schnippeln sie Gemüse, braten Hühnchen und bieten verschiedene Mittagessen an. Die jungen Menschen verdienen ihr eigenes Geld – für manche ist es der erste legale Job. Vor allem soll ihnen die Arbeit bei der Integration helfen, denn bisher werden zwei von drei jugendlichen Straftätern innerhalb von drei Jahren rückfällig.
snowdayfoodtruck.com

Italien: Soli-Kaffee
Von Neapel aus geht eine solidarische Idee um die Welt: Gäste können einen Kaffee bestellen – und zwei zahlen. Den Gratiskaffee bekommt irgendwann ein Obdachloser, der sich ein Heißgetränk nicht leisten kann. In Neapel wird diese Tradition schon seit mehr als hundert Jahren in der Weihnachtszeit gepflegt. Inzwischen gibt es die Geste der Nächstenliebe in fast 20 Ländern. Auch in Deutschland besteht in einigen Lokalen die Möglichkeit, einen Kaffee zu spenden.
coffeesharing.com

San Francisco: Warnung vor Limo
Werbeanzeigen für Softdrinks müssen laut Beschluss des Stadtrats von San Fransisco künftig mit Warnhinweisen versehen werden. So soll der Verbraucher erfahren, dass der zugesetzte Zucker Fettleibigkeit, Diabetes und Karies verursachen kann. Ein solches Warnlabel könnte es auch landesweit geben, die Demokraten haben einen entsprechenden Gesetzentwurf für den US-Staat Kalifornien eingereicht. Schon im vergangenen Jahr hatte Berkeley dem hohen Zuckerkonsum den Kampf angesagt. Als erste US-Stadt besteuerte die Nachbarin San Franciscos im November 2014 zuckerhaltige Getränke.
 

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Mo, 2016-02-08 05:12
Concord (dpa)

Zurück auf Los? Die Ausgangslage vor den Vorwahlen in New Hampshire Von Maren Hennemuth, dpa

In den USA richten sich alle Augen nach New Hampshire. Umfragen prophezeien Bernie Sanders und Donald Trump den Sieg bei den nächsten Vorwahlen. Aber es gibt einen Haken.

Concord (dpa) - Ein Diner an einer Straße in New Hampshire. «Seid Ihr mit einem der Bewerber hier?», will ein Mann wissen. Der Wahlkampf verfolgt die Einwohner des kleinen Bundesstaats im Nordosten der USA bis in die dunkelsten Sitzecken ihrer Schnellrestaurants. Wenn die Bewerber nicht selbst da sind, flimmern sie über Fernsehbildschirme an den Wänden. Nach Iowa steht hier am Dienstag die nächste Runde von Vorwahlen im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur bei Demokraten und Republikanern an. Alles auf Anfang oder setzt sich der Trend fort?

In den Umfragen sieht es nach einer klaren Entscheidung aus. Der linke Bernie Sanders führt bei den Demokraten haushoch. Der Milliardär Donald Trump liegt bei den Republikanern weit vorne.

Allerdings gibt es nicht erst seit Iowa Zweifel, wie aussagekräftig solche Zahlen tatsächlich sind. Dort hatten Umfragen lange einen Sieg Trumps prophezeit, am Ende gewann Ted Cruz, der erzkonservative Senator von Texas. Trump wurde Zweiter.

«Viele von ihnen sind problematisch», sagt der Politikwissenschaftler Dean Spiliotes über die Befragungen im Vorfeld. «Wir fokussieren uns zu stark auf sie. Und es gibt für so ziemlich jeden eine Umfrage, der ein bestimmtes Ergebnis sucht, was ihm gefällt.»

Und in New Hampshire gibt es eine große Gruppe, die ein bisschen schwer einzuschätzen ist. Abstimmen dürfen nämlich alle registrierten Wähler - also nicht nur eingetragene Demokraten und Republikaner. Wer keiner der beiden Parteien angehört, ist als «unabhängig» registriert und kann sich frei zwischen den Bewerbern beider Parteien entscheiden. Und auch erst am Wahltag entscheiden, für welches Lager er überhaupt stimmen will.

Die Unabhängigen machen in New Hampshire rund 43 Prozent der Wähler aus, bei den Parteien sind es je etwa 30 Prozent. «Das macht es viel weniger berechenbar, weil die Parteien nicht kontrollieren können, was diese große Gruppe von Wählern in der Mitte tut», sagt Spiliotes.

Susanna Dunbar gehört zu ihnen. «Ich war früher bei den Republikanern registriert, aber ich war so angewidert von dieser Partei, genauso wie von den Demokraten, dass ich jetzt als unabhängig gemeldet bin», sagt sie. Die 56-Jährige findet, dass ziemlich viel falsch läuft. Sie sorgt sich, dass wieder ein Demokrat ins Amt kommen könnte.

Sie will deshalb Ted Cruz unterstützen. «Weil er wirklich an die Verfassung glaubt. Und er glaubt, dass Korruption falsch ist. Er ist bereit, für das zu kämpfen, woran er glaubt.»

Ted Cruz könnte es in New Hampshire aber schwerer haben als in in der vergangenen Woche. In Iowa konnte der 45 Jahre alte Senator aus Texas vor allem auf die Stimmen von evangelikalen Wählern zählen. Davon gibt es in New Hampshire nicht so viele. Ohnehin ist Religion hier nicht so wichtig. «Wir sind der am wenigsten religiöse Staat nach Vermont. In diesem Teil des Landes gibt es nicht viele Kirchgänger», sagt der Politikwissenschaftler Spiliotes.

Cruz und auch andere im republikanischen Feld schielen auf eine andere Gruppe. In New Hampshire gibt es eine große libertäre Bewegung. Mit dem Querdenker Rand Paul hätten sie eigentlich einen Republikaner gehabt, der ihre Ideale von weniger Staat und mehr Privatsphäre teilt. Aber Paul stieg in der vergangenen Woche aus dem Rennen aus.

Bei einer Fragerunde will ein Mann von Marco Rubio wissen, wen er und sein Sohn denn nun wählen sollten, jetzt da Rand Paul weg sei. Rubio lobt Paul in höchsten Tönen. «Ich will, dass die Bewegung, für die er steht, Teil der republikanischen Partei ist. Sie ist ein großartiges Gegengewicht in unserer Partei.» Der 44 Jahre alte Senator aus Florida sieht seine Chance, zum Kompromisskandidaten zu werden, seit er in Iowa den dritten Platz bei den Republikanern holte.

Hillary Clinton hat New Hampshire dagegen wohl schon aufgegeben. Sanders ist hier oben einfach zu stark, was zum Teil auch daran liegt, dass er aus dem Nachbarstaat stammt. Dabei konnte sich die Ex-Außenministerin noch die Unterstützung vieler hochrangiger Demokraten aus dem Staat sichern, darunter der Gouverneurin Maggie Hassan und der Senatorin Jeanne Shaheen.

Und auch auf ihren Wahlkampfveranstaltungen jubeln ihr viele Frauen zu. Etwa die 58 Jahre alte Robin. «Wenn sie es nicht wird, bekommen wir wahrscheinlich in den nächsten 20 Jahren keine Frau als Präsidentin», sagt sie. «Ich sehe einfach niemanden sonst, der stark genug ist.»

Aber Clinton hat ein Problem mit der Jugend: Bernie Sanders sammelte in Iowa in der Gruppe der 17- bis 29-jährigen Wähler der Demokraten satte 84 Prozent ein, Clinton nur 14. «Ich glaube, jüngere Frauen tun sich schwer mit ihr», sagt Robin. «Die wissen einfach nicht, wie hart es war, überhaupt an diesen Punkt zu kommen.»

Mo, 2016-02-08 05:35
Berlin (dpa)

Kaufanreize für E-Autos in anderen Ländern

Berlin (dpa) - In Deutschland wollen Bundesregierung und Autoindustrie die schleppende Nachfrage nach E-Autos ankurbeln. Im Gespräch ist unter anderem eine Kaufprämie in Höhe von 5000 Euro. Vor allem in China und den USA, aber auch in Großbritannien, Frankreich und Norwegen wurden 2015 einer Untersuchung des Autoexperten Stefan Bratzel zufolge mehr E-Autos verkauft als in Deutschland. Warum?

CHINA: Dank staatlicher Subventionen beim Kauf eines E-Autos ist das Reich der Mitte 2015 zum größten Markt für Elektrofahrzeuge aufgestiegen. Etwa 188 000 Wagen wurden abgesetzt. Das ist im Vergleich zum Gesamtmarkt mit jährlich mehr als 20 Millionen Autos zwar noch verschwindend wenig. Doch Peking hat zuletzt noch einmal unterstrichen, dass die grüne Revolution im Eiltempo voranschreiten soll: 12 000 neue Ladestationen und 4,8 Millionen Ladesäulen werden laut einer neuen Verordnung bis 2020 landesweit aufgestellt. Die Zahl der E-Autos soll bis dahin auf fünf Millionen steigen. China hofft durch einen höheren Anteil von Elektroautos, auch die Smog-Probleme in den Großstädten des Landes in den Griff zu kriegen. 

USA: Obwohl es nicht zuletzt dank dem Branchenpionier Tesla mit seinem schillernden Chef Elon Musk einen Hype um Elektroautos gibt, sind die USA von einer E-Revolution meilenweit entfernt. Bislang fristen die Fahrzeuge ein absolutes Nischendasein. 2015 hatten nur 0,3 Prozent der knapp 17,5 Millionen verkauften Neuwagen einen E-Antrieb. Zuletzt dämpfte der billige Sprit die Nachfrage noch zusätzlich. Experten gehen davon aus, dass der US-Markt frühestens ab 2017, wenn mit dem Tesla Model 3 und dem Chevrolet Bolt EV zwei für die breite Bevölkerung erschwingliche Modelle kommen, stärker unter Strom gerät. Dabei werden E-Autos auch in den USA gefördert. So soll der Kaufpreis für den Chevy Bolt bei gut 37 000 Dollar liegen, nach Abzug staatlicher Vergünstigungen aber auf etwa 30 000 Dollar sinken.

GROSSBRITANNIEN: Als «entscheidenden Beitrag» für den rasanten Anstieg von E-Autos wertet Ben Lane von der Online-Plattform nextgreencar die Fördergelder, mit denen der Staat den Kauf von Elektroautos bezuschusst. Wer sich in Großbritannien für ein Elektroauto entscheidet, kann seit 2011 bis zu 5000 Pfund (6618 Euro) vom Staat als Zuschuss bekommen. Außerdem sind Elektroautos steuerfrei. «Das hat hohen symbolischen Wert», sagt Lane. Bis 2020 wird die Regierung fast eine Milliarde Pfund an Fördergeldern beigesteuert haben, damit mehr Elektroautos fahren.

FRANKREICH: Hersteller können bei Elektroautos und Hybridvarianten seit Jahren eine breite Palette von Fahrzeugen anbieten. 2014 lag der Anteil bei den Neuzulassungen von Fahrzeugen mit reinem Elektroantrieb oder E-Anteil bei gut drei Prozent. Die Regierung will diese Form der Motorisierung weiter fördern. Bei der Anschaffung von E-Autos schießt Paris deswegen seit April vergangenen Jahres 10 000 Euro zum Kaufpreis dazu, für einen Hybrid sind es noch 3500 Euro.

NORWEGEN: In Norwegen boomt der Verkauf von Elektrofahrzeugen nach wie vor. Im vergangenen Jahr waren 17 Prozent der neu zugelassenen Autos elektrisch. Zu verdanken ist das vor allem den Steuervorteilen. Bei der Anschaffung eines Elektrofahrzeuges zahlt man in Norwegen keine Mehrwertsteuer. Außerdem entfallen die Kfz-Steuer und die Abgasabgaben. Parken auf kommunalen Parkplätzen ist kostenlos, das Aufladen dort ebenso und man darf die Busspuren benutzen. Hier kommt es allerdings immer mehr zu Einschränkungen. Weil es inzwischen so viele Elektroautos gibt, kommen die Busse nicht mehr durch. Zu Stoßzeiten ist also die schnelle Tour in die City auch für die Stromer nicht mehr möglich. 

Mo, 2016-02-08 05:09
York (dpa)

USA fordern nach Nordkoreas Raketentest «beispiellose» Sanktionen

Seoul/New York (dpa) - Nach Nordkoreas umstrittenem neuen Raketenstart wollen die USA im UN-Sicherheitsrat die bisher härtesten Sanktionen gegen das Regime in Pjöngjang durchsetzen. Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen in New York, Samantha Power, rief am Sonntag (Ortszeit) insbesondere China auf, sich «harten beispiellosen Maßnahmen» anzuschließen. Die Maßnahmen sollten auf diese Weise rasch ergriffen werden und die Erwartungen des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un übersteigen. 

Nordkorea hatte am Sonntag nach eigenen Angaben einen Satellitenstart zur Weltraumerforschung unternommen. Die Weltgemeinschaft sieht dahinter allerdings den verdeckten Test einer militärischen Langstreckenrakete. 

«Wir hoffen, dass China wie alle Ratsmitglieder die ernste Bedrohung des regionalen Friedens und der Sicherheit sehen wird», sagte Power kurz nach der Verurteilung des Raketenstarts durch das höchste UN-Gremium. Nach dem jüngsten nordkoreanischen Atomtest im Januar und dem neuen Raketenstart könne es nicht mehr so weitergehen wie bisher. 

Der Ratsvorsitzende Rafael Ramirez aus Venezuela hatte nach einer Dringlichkeitssitzung des UN-Gremiums angekündigt, dass eine weitere Resolution gegen Nordkorea vorbereitet werde. 

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Royale Reneklode

(Prunus domestica subsp. italica)
Sie ist die wenig bekannte Königin der Hauspflaumen – oder zumindest eine ziemliche Prinzessin auf der Erbse. Und sie hat ihren hässlichen Namen auf keinen Fall verdient. Warum, erfahren Sie hier

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Das Deutsche verdankt dem Französischen wohlklingende Worte wie Aubergine, Bonbon und Croûton. Auch Éclair und Filet sind Einwanderer, die nicht zur Überintegration gezwungen wurden, ganz anders als die Kuvertüre und die Reneklode. Ein Wort, das sich im Mund nicht wie Steinobst, sondern wie ein Stein anfühlt und nur entfernt an seine Herkunft erinnert. Können Sie das Original aus dem Ärmel schütteln, aus der Lamäng (la main), wie der Deutsche sagt? Reine-Claude, Königin Claudia, nennen unsere Nachbarn die rare Süße. Ränklod müssten wir schreiben, wenn wir – wie im Fall der Kuvertüre – wenigstens den Klang des Wortes nachahmen wollten. Aber das wäre noch hässlicher.

Claudia von Frankreich war eine Renaissance-Dame, die Franz dem Ersten zwischen 1515 und 1524 acht Kinder gebar, jung starb und wenn vielleicht nicht den König, so doch Renekloden über alles geliebt haben soll. Es ist nicht klar, ob die Früchte möglicherweise auch nach dem Obstkundler René Claude heißen könnten. Auf jeden Fall dürften sie zu Reine Claudes Zeit der Dernier Cri (letzte Schrei) gewesen sein. Kam das aus Armenien stammende Rosengewächs – anders als das Gros der Pflaumenarten – doch nicht schon in der Antike, sondern erst im Spätmittelalter nach Europa.

Zart (délicate) wie ihre Namenspatronin und damit im Wortsinn eine Delikatesse ist die Reneklode. In der weitverzweigten Pflaumenfamilie ist sie die Prinzessin auf der Erbse: Sie ist schwer zu finden, und man erkennt sie an ihrer empfindlichen Haut. Weil sie behandelt werden will wie ein rohes Ei und schnell verdirbt, drückt sich der Handel vor ihr. Liebhaber pflanzen sie am besten im eigenen Obstgarten oder finden sie mit Glück auf dem Wochenmarkt – und auch dort nur selten. Von allen Vertreterinnen ihres Klans hat sie die kürzeste Ernteperiode. Renekloden reifen nur im Juli und August.

Doch der Beschaffungsaufwand lohnt sich. Das aprikosengroße, runde Obst, das je nach Sorte grasgrün, gelblich grün oder rötlich violett leuchtet, ist nicht nur erfrischender und saftiger als Hauspflaumen, Mirabellen und Zwetschgen, es hat dank seines würzigen Spiels von Süße und Säure auch ein intensiveres Aroma als die bürgerliche Verwandtschaft. Frisch vom Baum schmecken die im süddeutschen Raum auch Reinklaue, Ringlo oder Renglotta genannten Früchte am besten. Ihr üppiges grünweißes Fruchtfleisch ist meist fest mit dem Kern verwachsen, sodass die Verarbeitung – außer im Rezept rechts – mühsam ist. Für unverdrossene Fruchtpuler eignen sich Konfitüre (confiture) und Mus hervorragend zum Transport eines Stückchens Sommer in die kalte Jahreszeit. Renekloden passen aber auch zu Deftigem wie Wild und dunklen Soßen. Und falls es danach ein Digestif (Verdauungsschnaps) sein darf: Reneklodenbrände sind rar, aber umwerfend.

Gesund ist Ihre Majestät sowieso. Sie enthält mehr Eisen als andere Arten und viel weniger Zucker als ihr Geschmack vermuten lässt. Außerdem ist sie reich an Kalium, Vitamin A und hilft gegen Vitamin-B-Mangelsymptome wie eingerissene Mundwinkel. Und eben diese sollten wir nicht hängen lassen. Es muss doch möglich sein, eine Frucht von solcher Qualität formschön ins Deutsche zu übertragen. Die Schweizer nennen sie Edel-, die Österreicher Zuckerpflaume. Die Norweger und Italiener übersetzen unfrei: Reine-Claude und regina claudia. Und wir? Finden im Duden doch noch die alternative Schreibweise Reineclaude. Es ist nicht die empfohlene, aber bitte greifen Sie zu! Und genießen Sie den Augenschmaus. Wir schreiben doch hier auch nicht Allasäsong drüber.

Frisch vom Baum gibt's die Reneklode ab August.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen
 

À la Saison

Königliche Karotte

(Daucus carota subsp. sativus)
Viele Kinder glauben ja, dass Kühe lila sind und Möhren orange. Stimmt aber nicht. Wie ein ehedem unscheinbares Wurzelgemüse zu seinem knalligen Äußeren kam, erzählen wir hier.


 

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Früher war mehr Natur! Alles wuchs wild und frei, wie der Genpool es vorgesehen hatte. Es gab keine Bayers, Syngentas und Monsantos, die Ferkel oder Brokkoli patentieren ließen. Und Kinder glaubten noch nicht, dass Kühe lila sind. So weit, so wahr. Allerdings dachten Kinder auch zu Großmutters Zeiten schon, Möhren seien orange. Ein Irrtum! Karotten gibt es auch in den Farben weiß, gelb, rot und violett,
wie wir vom Wochenmarkt wissen, seit alte Sorten wieder modern sind.

Wilde Vorfahren der Gartenmöhre wurden möglicherweise schon vor 5000 Jahren in Asien kultiviert. Manche Forscher vermuten den Ursprung in Afghanistan, dem Iran, Irak oder Anatolien. Über Spanien und Italien soll die Doldenblütlerin nach Mittel- und Westeuropa gelangt sein. Eine Möhre in Orange wird erstmals 1721 schriftlich erwähnt – und zwar von niederländischen Gartenbauern, die große Karottenzüchter waren. In den Sandböden ihrer Heimat liegen die Wurzeln der orangen Rübe, die von gelben Sorten abstammen soll. Der Legende nach experimentierten königstreue Gärtner aus politischen Gründen mit der Farbskala: Sie wollten Wilhelm von Oranien (französisch: orange, niederländisch: oranje) für den Unabhängigkeitskampf gegen Spanien danken.

Bewiesen ist das ebenso wenig wie die Geschichte, dass Niederländer im Zweiten Weltkrieg zum Ehrentag der Königin mit royalen Rüben um die Häuser zogen. Vermutlich wäre es keinem Besatzer aufgefallen. Schließlich hatten die niederländischen Sorten „Horn“ und „Long Orange“ schon Jahrhunderte zuvor die Rübenzucht der Deutschen unterwandert. Der Name der Möhre geht auf althochdeutsche und slawische Ausdrücke für Wurzel zurück. Mit mehr als 600.000 Tonnen Erntemenge im Jahr ist sie in Deutschland Volksgemüse. Gut so. Denn sie ist die wichtigste heimische Karotinquelle. Der Farbstoff sorgt für einen gesunden Hautton, der Sonnencremes jedoch keineswegs überflüssig macht. Aus Beta-Karotin stellt der Körper Vitamin A her, das für das Sehvermögen wichtig ist. Außerdem enthalten Mohrrüben viele B-Vitamine, Vitamin C, Kalium, Kalzium und Eisen. Sie sind gut für das Immunsystem, wirken harntreibend und blutreinigend. Ihren milden Geschmack verdanken sie ihrem für ein Gemüse recht hohen Zuckergehalt, ätherischen Ölen und Fruchtsäuren.

Die zarten Möhrchen, die jetzt vom Feld kommen, haben eine so dünne Haut, dass man sie nicht schälen muss und roh knabbern kann. Der Körper kann Karotinoide allerdings besser verwerten, wenn Mohrrüben mit etwas Fett gegart werden. Sie sind eine der süßen, erdigen Grundlagen feiner Schmorküche und helfen, schwere Rotweinsoßen zu verfeinern. Die meisten Kinder lieben Möhrengemüse. Erwachsenen ist die Zuckerwurzel solo oft zu monoton.

„Karotten schätzen es, wenn man sie mit Familienmitgliedern zusammenbringt“, empfiehlt der britische Koch Nigel Slater – also mit anderen Doldenblütlern wie Kerbel, Koriander, Kreuzkümmel, Petersilie und Dill. Konsequent als Süßspeise behandeln die Schweizer Rübchen, wenn sie daraus schwere Torten (Rüeblichueche) zaubern – in der Tradition der Römer, die eine carota ebenfalls gerne mal als Dessert verzehrten.

Carota heißt „die Gebrannte“ und deutet auf ein ursprünglich feuerrotes Äußeres hin. Allerdings waren einige der in Asien kultivierten Karotten auch schon blau-blütig, bevor sie auf Holländer trafen, genauer gesagt – lila. Liebe Kinder, die Schokoladenonkels haben sich in der Spezies geirrt. Nicht die Kühe sind lila: It’s the carrot, stupid!

Neu frisch vom Feld gibt's die Karotte ab Juni, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

 

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Mo, 2016-02-08 05:15
Berlin (dpa)

Folgt der Abwrack- die Elektroprämie? Förderidee wirft Fragen auf Von Heiko Lossie, dpa

Vor sieben Jahren lockten 2500 Euro Neuwagenkäufer zum Verschrotten ihrer Altwagen. Zwei Millionen Menschen profitierten dabei von fünf Milliarden Euro Staatsknete. Für Elektroautos könnte diese Förderung nun in Neuauflage gehen. Doch der Teufel steckt im Detail.

Berlin (dpa) - Ums Verschrotten geht es diesmal nicht. Das Ziel aber ist ähnlich: Die Kunden sollen neue Fahrzeuge kaufen - diesmal jene mit Elektroantrieben. Für sie ist die Nachfrage kaum vorhanden, die E-Autos sind hierzulande seltener als Oldtimer. Daher soll der Staat wieder eingreifen. Hauptprofiteur der Abwrackprämie als Reaktion auf die Finanz- und Wirtschaftskrise 2009 war der Marktführer Volkswagen - Geschichte könnte sich nun wiederholen. Seinerzeit waren es 2500 Euro Prämie. Nun sind 5000 Euro im Gespräch, an der sich die Autoindustrie diesmal aber beteiligen soll. Doch die Geldspritze hat ihre Kritiker.

Die Entscheidung könnte wirtschaftspolitische Geschichte schreiben - so wie schon die Abwrackprämie. Die schwarz-rote Bundesregierung und die führenden Auto-Manager haben sich Anfang Februar darauf geeinigt, rasch etwas festzuzurren. «Bundesregierung und Automobilindustrie wollen dafür bis März einen gemeinsamen Handlungsrahmen entwickeln», kündigte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) an.

Die Vorzeichen für die Elektroprämie sind ganz andere als damals bei der Abwrackprämie. In der Wirtschaftskrise lag der Neuwagenabsatz am Boden, Jobs standen auf dem Spiel. Alte Autos, die in der Regel mehr Abgase ausstießen und unsicherer waren als neue, verschwanden mit der Staatsknete von den Straßen. Diesmal aber geht es nicht nur um das Prinzip «Aus alt mach' neu». Mit der alternativen Antriebsform geht es ums Herz der Autotechnologie und um einen grundlegenden Wandel für die Branche, die mit ihren Diesel und Benzinern Milliardengewinne anhäuft, aber im Zeitalter des endlichen Öls und immer strikterer CO2-Vorgaben aus Brüssel zum Umrüsten auf E-Mobilität verdammt ist.

Dabei ist die Gemengelage heikel. Lange sperrten sich Politiker gegen eine E-Auto-Prämie, etwa Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU). Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) lehnt das Geldgeschenk ab. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich nicht öffentlich festgelegt.

Der Flurschaden des Abgas-Skandals bei Volkswagen treibt das Thema an. «Die Debatte ist, das muss man offen sagen, noch einmal deutlich unterstützt worden durch die vielen Dieseldiskussionen», sagt der niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD). Er kämpft seit Jahren für eine E-Prämie und hält einen staatlichen Eingriff in den Markt auch wegen der Jobsicherheit für nötig.

«Wenn wir Produktion und Innovation hier halten wollen, dann brauchen wir auch einen Markt dafür. Denn ohne den gibt es hier auch keine Produktion und Innovation. Dann fahren wir in Zukunft Elektromobilität aus Asien, und die Arbeitsplätze der Zukunft gehen hier verloren», argumentiert Lies. Zudem hält er eine E-Prämie haushaltstechnisch sogar für ein Nullsummenspiel. Denn über die zusätzlich generierte Mehrwertsteuer fließe das Geld aus der Förderung wieder zurück an den Fiskus.

Branchenexperten sehen die E-Prämie auch in anderem Licht. «Wenn sie nicht eingebettet ist in ein schlüssiges Gesamtkonzept, dann ist sie negativ, dann droht ein Strohfeuer», sagt Professor Stefan Bratzel von der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach. «Das Ziel muss eine langfristige, nachhaltige Steigerung sein», sagt er.

Bisher sind reine Elektroautos Exoten. 2015 kamen gerade einmal gut 12 000 rein batteriebetriebene Wagen in Deutschland zusätzlich auf die Straße - sie machten 0,4 Prozent aller Neuzulassungen aus. Anfang 2015 lag der Bestand erst bei knapp 19 000, aktuellere Zahlen gibt es noch nicht. Bei den Hybriden, die den Batterieantrieb mit Verbrennern kombinieren, war der Bestand vor einem Jahr immerhin schon auf gut 100 000 geklettert. Doch das Ziel der Bundesregierung, bis 2020 eine Millionen E-Autos auf die Straße zu bekommen, wirkt unerreichbar.

Ein nachhaltiges Gesamtkonzept mahnt auch der verkehrspolitische Sprecher des ökologischen Verkehrsclubs VCD, Gerd Lottsiepen, an. «Da fehlt es der Bundesregierung bisher an Fantasie. Außer der Busspurnutzung und dem freien Parken ist ihr nichts eingefallen.»

Ohnehin ist die Öko-Frage eine Kernfrage. «E-Mobilität macht keinen Sinn, wenn der Strom nicht regenerativ produziert wird», gibt Bratzel zu bedenken. Studien stützen das Argument, dass Dieselwagen im ganzen Lebenszyklus - also vom Rohstoffabbau über Produktion und Betrieb bis zum Recycling - umweltfreundlicher sind als batteriebetriebene Autos. Das ändere sich nur, wenn erneuerbare Energien im Strommix zulegen.

Und da wäre noch die Frage, wie sozial gerecht eine E-Prämie wäre. «In der Regel ist das etwas für Besserverdienende», sagt Bratzel. Ein Beispiel zeigt das: Deutschlands meistverkauftes Auto, der VW-Golf, startet als günstigster Benziner bei knapp 18 000 Euro. Ein E-Golf aber kostet rund doppelt so viel. Auch Käufer eines Porsche Cayenne S E-Hybrid, zu haben ab 83 000 Euro, würden eine E-Prämie abgreifen.

Schon bei der Frage, wer ein E-Auto daheim laden könnte, deutet sich eine Zweiklassengesellschaft an: Hier die Gutverdiener mit Eigenheim und Doppelgarage im Speckgürtel der Innenstädte, dort Mieter in den Innenstädten, die sich täglich einen neuen Parkplatz suchen müssen.

«Der Aufbau einer dichten Schnelllade-Infrastruktur ist essenziell», sagt Bratzel. «Doch dahinter steht noch kein Geschäftsmodell.» Auch besondere Abschreibemöglichkeiten für Betriebe und die öffentliche Hand seien wichtig, damit rasch ein E-Auto-Gebrauchtmarkt entsteht.

Greenpeace regt an, statt Kaufprämien die öffentliche Busflotte auf E-Antriebe umzurüsten. Bei einer Abschaffung der Steuervergünstigung für Diesel lägen sieben Milliarden Euro frei, sagt Daniel Moser, Greenpeace-Verkehrsexperte. Auch Bratzel hält diese Richtung für gut. Eine flexible Steuer für Rohölpreisschwankungen überfordere keinen.

Mo, 2016-02-08 05:44
Essen (dpa)

Sturmtief «Ruzica» erreicht Nordrhein-Westfalen

Essen (dpa) - Die ersten Ausläufer des Karnevals-Sturmtiefs «Ruzica» haben den Westen Nordrhein-Westfalens erreicht. Im Münsterland seien die ersten Böen mit Windstärke 8 gemessen worden, sagte eine Sprecherin des Deutschen Wetterdiensts am Montagmorgen. Bei Aachen an der belgischen Grenze sei der Wind zum Teil sogar noch stärker. Am Der Wetterdienst warnte für den Morgen vor Windgeschwindigkeiten zwischen 75 und 80 Kilometern pro Stunde. Später seien Böen mit bis zu 100 Kilometern pro Stunde zu erwarten. Für das Sauerland besteht eine Unwetterwarnung für Böen von bis zu 120 Stundenkilometern.

In vielen Städten Nordrhein-Westfalens und in Rheinland-Pfalz stehen wegen des schlechten Wetters die Rosenmontagsumzüge auf der Kippe. Münster, Duisburg und die Karnevalshochburg Mainz haben ihre Umzüge bereits abgesagt. In Düsseldorf entscheidet eine Koordinierungsgruppe am Montagmorgen.

Mo, 2016-02-08 05:00
Concord (dpa)

US-Wahlkampf: Die nächste Hürde heißt New Hampshire

Vom mittleren Westen geht es hoch in den Nordosten. Nach Iowa müssen sich die Bewerber am Dienstag in New Hampshire den Wählern stellen. Schon so mancher ist hier auf der Strecke geblieben.

Concord (dpa) - Mit den Vorwahlen im Bundesstaat New Hampshire wird am Dienstag in den USA die Auswahl der Präsidentschaftskandidaten fortgesetzt. Bei den Demokraten liegt Bernie Sanders in Umfragen deutlich vor Ex-Außenministerin Hillary Clinton. Der 74 Jahre alte Senator mit einem für US-Verhältnisse ausgesprochen linken Programm kommt aus dem Nachbarstaat Vermont. Bei den Republikanern führt der umstrittene Milliardär Donald Trump vor Marco Rubio. Der Senator aus Florida wird nach seinem dritten Platz in Iowa als Kompromisskandidat gefeiert.

Bei den Vorwahlen sieben die beiden großen Parteien ihre Bewerber aus. Wen sie letzten Endes ins Rennen schicken, bestimmen Delegierte der Republikaner und Demokraten auf Nominierungsparteitagen im Sommer. Die Präsidentschaftswahl folgt am 8. November.

In Iowa im mittleren Westen fand in der vergangenen Woche mit dem sogenannten Caucus der Auftakt statt. Bei den Republikanern gewann der erzkonservative Senator Ted Cruz. Trump, der in diesem Wahlkampf alle Konventionen des Politikgeschäfts gebrochen hat, wurde Zweiter. Er hatte vorher in Umfragen geführt. Bei den Demokraten holte Ex-Außenministerin Hillary Clinton einen hauchdünnen Sieg; sie lag nur 0,2 Prozentpunkte vor Sanders.

Die frühen Staaten gelten als eine Art Testsystem. «Die politische Landschaft beider Parteien», schreibt Elaine C. Kamarck in ihrem Buch «Primary Politics», «ist voll mit den Leichen zuvor wahrscheinlicher Präsidenten, die in diesen frühen Staaten entweder nicht gewonnen oder diesen Test ausgelassen haben.» Schon in der vergangenen Woche stiegen einige Bewerber aus dem Rennen aus.

Organisiert werden die Vorwahlen in New Hampshire im Unterschied zu dem Caucus in Iowa nicht von den Parteien, sondern von der Regierung des Bundesstaates. Es gibt 307 Wahllokale. Gewählt wird geheim.

Abstimmen dürfen alle registrierten Wähler - also nicht nur eingetragene Demokraten und Republikaner. Wer keiner der beiden Parteien angehört, wird unter «unabhängig» geführt und kann entweder für die Bewerber von Demokraten oder für die der Republikaner stimmen. Derzeit gehören 389 472 Menschen der Gruppe der Unabhängigen an. 231 376 sind bei den Demokraten registriert und 262 111 bei den Republikanern.

New Hampshire hat zahlenmäßig geringe Bedeutung für die Kandidatenkür. Die Demokraten schicken 32 Delegierte aus dem kleinen Staat auf ihren Parteitag, die Republikaner 23.

Mit ersten Trends aus den einzelnen Wahllokalen wird am Dienstag gegen 23.00 Uhr (Ortszeit/03.00 MEZ) gerechnet. Das offizielle Endergebnis soll am Mittwochvormittag vorliegen.

Mo, 2016-02-08 04:30
Kapstadt (dpa)

Afrikas Rohstoff-Dilemma: In der Krise liegt die Chance Von Kristin Palitza, dpa

Experten erwarten ein schmerzvolles Jahr für Afrikas Bergbausektor. Nach dem drastischen Verfall der Rohstoffpreise ist kein Aufschwung in Sicht. Doch Investoren sehen die Krise als Chance.

Kapstadt (dpa) - Einst waren sie wortwörtlich Boden-Schätze: Gold, Eisenerz, Öl, Kohle, Platin, Silber und Kupfer. Doch nun sind die Kurse im Keller, die Rohstoffe viel weniger wert. Experten rechnen mit einem weiteren schmerzvollen Jahr für den afrikanischen Bergbau.

Sparmaßnahmen werden an der Tagesordnung stehen, warnt die Unternehmensberatung Deloitte in ihrer Konjunkturprognose für 2016. Firmen müssten ihre Kosten bis an die Schmerzgrenze minimieren, um profitabel zu bleiben. Zahlreiche Fusionen und Unternehmenskäufe stünden bevor.

Wie man den Gürtel enger schnallt, wird auch auf der «Mining Indaba» ein Thema sein. Die mit 7000 Teilnehmern weltweit größte Konferenz der Bergbauindustrie beginnt am Montag im südafrikanischen Kapstadt.

Die niedrigen Preise treffen Afrikas Volkswirtschaften und Bergbauunternehmen hart, denn etwa 30 Prozent der weltweiten Mineralreserven befinden sich nach Angaben der afrikanischen Entwicklungsbank (AfDB) auf dem Kontinent. Afrika mit seinen 1,2 Milliarden Einwohnern ist für ein Zehntel der globalen Ölproduktion und zwei Drittel aller abgebauten Diamanten verantwortlich.

Auch ausländische Investoren sind massiv von dem Preisverfall betroffen. Immerhin war Afrika mit Direktinvestitionen von rund 45 Milliarden Euro nach Angaben der Unternehmensberatung Ernst & Young 2015 das zweitgrößte Investitionsziel der Welt. Der Großteil der Summe floss in den Bergbausektor. Das könnte sich jedoch ändern.

«Investoren werden ihre Optionen über die nächsten Jahre extrem vorsichtig abwägen», sagt Ross Harvey, Bergbauexperte des Südafrikanischen Instituts für Internationale Angelegenheiten (SAIIA). Die besten Aussichten auf Anlagen aus dem Ausland hätten gut verwaltete Projekte, die nahe an Produktionsstätten liegen und gesunde Kapitalflüsse vorweisen könnten. Die Chancen für Länder, die für Korruption, schlechte Arbeitspraktiken oder fehlende Umweltschutzmaßnahmen bekannt seien, stünden hingegen schlecht.

Die verschärften Kriterien werden selbst in einem wirtschaftlichen Vorzeigeland wie Südafrika zu spüren sein. Denn das Massaker an streikenden Minenarbeitern, das die Welt 2012 schockierte, ist bis heute nicht aufgearbeitet. Die Polizei öffnete damals das Feuer auf Bergleute, die in der Stadt Marikana nordwestlich von Johannesburg für höhere Löhne streiken, und tötete 34 Arbeiter. Es war der schlimmste Ausbruch von Gewalt seit dem Ende der Apartheid. Zudem kommt es immer wieder zu Unglücken: 2015 starben insgesamt 77 Minenarbeiter in Südafrika bei Unfällen. Erst am Freitag mussten Dutzende Kumpel gerettet werden, nachdem ein technisches Gebäude und ein Schacht eingestürzt waren.

«Für europäische und nordamerikanische Firmen ist Reputation alles», so Harvey. «Im Zusammenhang mit niedrigen Wachstumsraten könnten sich Investoren sehr gut für andere Regionen entscheiden.»

Trotz des Gegenwindes für den Bergbau gehen Prognosen allerdings weiter von Wachstum für Afrikas Wirtschaft aus. Die Weltbank erwartet für die Region südlich der Sahara ein Wirtschaftswachstum von 4,6 Prozent im Jahr 2015 auf 5,1 Prozent 2017. Somit dürften Unternehmen, die den Konjunktureinbruch überleben, stärker, effizienter und innovativer aus der Krise herauskommen, sagen Experten. Damit bleibt die Region für Investoren mit guter Liquidität, die nicht auf schnelle Rendite angewiesen sind, attraktiv.  

Auch Bosch will als Zulieferer von Industrietechnik und Dienstleistungen im afrikanischen Bergbau Fuß fassen. «Wir sehen langfristig großes Zukunftspotenzial in Afrika», sagt Michael Kloss, der Geschäftsführer von Bosch südlich der Sahara. Zwar hätten sich die dramatisch gesunkenen Preise auch teilweise in den Umsätzen vor Ort bemerkbar gemacht, so Kloss. Dennoch plane das Unternehmen, seine Präsenz in der Region massiv auszubauen. Bosch hat bereits zehn Büros südlich der Sahara eröffnet. Die Zahl soll sich über die nächsten Jahre verdoppeln.

«Wir legen zurzeit Investitionen aus unserem eigenen Cashflow vor, um langfristig unser Geschäft erfolgreich auf- und auszubauen», erklärt Kloss. «Wir sehen in der Krise auch eine Chance.»

Mo, 2016-02-08 04:13
Berlin (dpa)

Ex-Generalinspekteur Kujat warnt vor Nato-Einsatz in Syrien

Berlin (dpa) - Der frühere Generalinspekteur der Bundeswehr, Harald Kujat, sieht den möglichen Einsatz von Awacs-Flugzeugen der Nato in Syrien kritisch. Eine Beteiligung der Militärallianz am Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in dem Bürgerkriegsland setze ein strategisches Konzept und ein politisches Ziel voraus, sagte Kujat der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Montag). «Wir dürfen uns nicht in Trippelschritten in einen Konflikt hineinziehen lassen, ohne zu wissen, was der nächste Schritt sein wird und was am Ende dabei herauskommt.» Die Nato-Staaten müssten sich zunächst fragen, welches strategische Ziel sie erreichen wollten.

Klar sei, dass der von den USA geforderte Einsatz von Awacs-Aufklärungsflugzeugen alleine nicht ausreiche, so Kujat. «Die Nato kann nicht mit ein paar Awacs-Flugzeugen den Bürgerkrieg in Syrien entscheiden.» Um den IS wirklich zu schlagen, seien Bodentruppen nötig. Dann stelle sich auch die Frage, «ob die Nato diesen Krieg wirklich übernehmen will».

Derzeit geht eine internationale Allianz gegen den IS in Syrien und im Irak vor, ihr gehört auch Deutschland an. Luftangriffe fliegen neben den USA aber nur wenige Länder, etwa Frankreich, Großbritannien oder einige arabische Staaten. Russlands Luftwaffe greift unabhängig davon gemeinsam mit Truppen von Machthaber Baschar al-Assad Rebellen an, der Westen kritisiert dieses Vorgehen.

Mo, 2016-02-08 05:00
Kiel (dpa) 

Wegwerf-Labore für das schnellere Erkennen von Krankheiten Von André Klohn, dpa

Hightech zum Wegwerfen: Kieler Forscher wollen mit Chiplaboren Indikatoren für Krankheiten im Blut nachweisen. Langfristig könnten sie so manchen Arztbesuch ersparen.

Kiel (dpa) - Auf den ersten Blick erweckt der Wegwerf-Chip nicht den Eindruck eines angehenden Hightech-Produkts. Das von Forschern der Kieler Christian-Albrechts-Universität (CAU) entwickelte durchsichtige Plastikplättchen hat es aber in sich. In einem Schritt filtert es darauf getröpfeltes Blut und leitet das Serum anschließend an einen Sensor weiter. «Der soll gleich mehrere Indikatoren für eine Krankheit in einem Vorgang ausschließen können», sagt Elektroingenieurin Sabrina Jahns, die den Wegwerf-Chip maßgeblich entwickelt. Ihre optische Messmethode haben sich die Forscher bereits patentieren lassen.

In der Handhabung sind die kleinen Wegwerf-Labore aus Kiel so einfach wie ein Schwangerschaftstest. Ist eine Frau schwanger, kann in ihrem Urin ein bestimmtes Hormon, das HCG (Humanes Chorion-Gonadotropin) nachgewiesen werden. Dieses HCG ist ein sogenannter Biomarker. Das sind Indikatoren wie Zellen, weitere Hormone oder Enzyme, die auf Krankheiten, Gesundheit oder eine Schwangerschaft hinweisen. «Unsere Messtechnik kann mit nur einem Blutstropfen bis zu 100 unterschiedliche Biomarker nachweisen», sagt Martina Gerken von der Technischen Fakultät der CAU. 

Soweit ist das Kieler Chiplabor noch nicht. Elektroingenieurin Jahns kann mit dessen Hilfe aber bereits Konzentrationen der Proteine Thrombin, CD40 Ligand, EGF und Biotin nachweisen. Thrombin beispielsweise ist wichtig für die Blutgerinnung. «Fällt dessen Konzentration im zu Blut hoch aus, ist das ein Indikator für die erhöhte Anfälligkeit des Patienten eine Thrombose zu bekommen».

Die Idee hinter der Miniaturisierung ist simpel. Chiplabore sollen die Analysekosten für Blutuntersuchungen erheblich reduzieren. Im Idealfall entfällt der Versand einer Blutprobe an ein Speziallabor ganz. Noch stehen die Kieler allerdings erst am Anfang ihrer Forschung. Bislang ist es ihnen erst möglich, den Chip mit sieben Biomarkern zu bestücken. Damit es in ein paar Jahren 100 sein werden, hat das Land Schleswig-Holstein die Entwicklung mit 200 000 Euro gefördert.

An vielen Instituten weltweit arbeiten Wissenschaftler an der Miniaturisierung von Laborprozessen. «Beim sogenannten lab-on-a-chip versuchen Forscher, klassische Labore nicht nur in der Größe zu schrumpfen, sondern dabei - ähnlich wie in der Mikroelektronik - vor allem die Leistungsfähigkeit durch Systemintegration zu erhöhen», sagt Detlev Belder von der Universität Leipzig. Positiver Nebeneffekt bei solchen Mikrolaboren kann deren geringerer Preis sein, was interessant für Einwegsysteme ist.

Viele kommerzialisierte diagnostische Verfahren basieren auf sogenannten Antigen-Antikörper-Reaktionen nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip. «Wenn man genügend viele spezifische Schlösser anbietet, kann man auch beliebig viele Schlüssel finden», erklärt Belder das Prinzip. Sogenannte DNA-Chips könnten beispielsweise einzelne DNA-Moleküle unterscheiden. Ähnlich funktioniert das Kieler Chiplabor.

Langfristig könnten sich Patienten den Arztbesuch möglicherweise in bestimmten Fällen sparen. «Der Wunschtraum ist es, irgendwann einfach einen Blutstropfen auf ein Handy zu geben, und das weiß anschließend alles», sagt Belder. Die wissenschaftliche Herausforderung besteht seiner Ansicht nach darin, nicht nur das Laborgerät zu schrumpfen, sondern viele Gerätschaften künftig auf einem Substrat unterzubringen.

Die Untersuchung auf Dutzende Krankheiten bequem mit einem einzigen Blutstropfen auf der eigenen Couch hält der Professor für analytische Chemie zwar noch für «absolute Zukunftsmusik, aber nicht für unvorstellbar».

Mo, 2016-02-08 02:22
Seoul (dpa)

Südkorea feuert Warnschüsse auf nordkoreanisches Patrouillenboot

Seoul (dpa) - Südkoreas Streitkräfte haben nach eigenen Angaben mit Warnschüssen ein Militärboot aus Nordkorea aus südkoreanischen Gewässern vertrieben. Der Zwischenfall ereignete sich demnach am Montag unweit der Insel Socheong an der umstrittenen Seegrenze im Gelben Meer. Das nordkoreanische Patrouillenboot sei nach den Schüssen wieder abgedreht, teilte der Generalstab der südkoreanischen Armee mit.

Der Grund für die angebliche Grenzverletzung blieb unklar. Nicht selten überqueren Patrouillenboote des Nordens auch bei der Kontrolle von Fischkuttern die Seegrenze.

Die Lage auf der koreanischen Halbinsel ist nach einem neuen Atomtest Nordkoreas im Januar und einem Raketentest des Landes am Wochenende sehr angespannt. Nach nordkoreanischen Angaben brachte eine Trägerrakete am Sonntag einen Satelliten zur Erdbeobachtung auf seine Umlaufbahn. Die internationale Gemeinschaft sieht dahinter jedoch den verdeckten Test einer militärischen Langstreckenrakete.

Der UN-Sicherheitsrat verurteilte den Raketenstart in einer Dringlichkeitssitzung in New York scharf und kündigte eine weitere Resolution gegen das weitgehend isolierte Land an. 

Mo, 2016-02-08 03:00
Tübingen (dpa)

Arztpraxis auf vier Rädern rollt Flüchtlingen zu Hilfe Von Jonas Schöll, dpa

Flüchtlinge medizinisch zu versorgen, macht vielen ländlichen Regionen zu schaffen. Der Gang zum Arzt ist aber auch für Asylbewerber schwierig. In Tübingen gibt es eine Idee, wie beide Probleme zu lösen sind.

Tübingen (dpa) - Am liebsten wäre Aymann al Hassan heute gar nicht aus dem Bett gestiegen. Der 30 Jahre alte Geflüchtete aus Syrien hat Husten und Schnupfen. Da trifft es sich gut, dass der Weg zum Doktor nicht weit ist - denn heute parkt die Arztpraxis direkt vor seiner Haustür an der Tübinger Flüchtlingsunterkunft. Eingehüllt in Daunenjacke, Schal und Mütze steigt al Hassan in den Kleinbus.

Was von draußen aussieht wie ein gewöhnliches Wohnmobil, offenbart sich drinnen als Arztpraxis im Mini-Format. In Regalfächern liegen Tabletten, Tropfen und Salben. Es gibt einen Schreibtisch, ein Waschbecken und sogar ein Ultraschallgerät. Al Hassan setzt sich auf die Krankenliege. Notärztin Lisa Federle schaut ihm in den Mund, hört seine Lunge ab und misst Fieber. «Bronchitis», lautet die Diagnose.

Al Hassan blickt hilfesuchend zu Zayn Hamdan. Der 28-jährige Tübinger Medizinstudent gehört zum Team und übersetzt alles auf Arabisch: dass al Hassan einen Hustensaft gegen den Schleim in den Bronchien bekommt und ein Nasenspray gegen den Schnupfen. Die Medikamente gibt es gleich auf die Hand, zur Apotheke muss al Hassan nicht.

Wie dem jungen Mann im baden-württembergischen Tübingen fällt es vielen Asylbewerbern in Deutschland schwer, zum Arzt zu gehen. Die meisten sprechen wenig Deutsch, berichtet Federle. Eine Apothekerin zu verstehen, ist gar nicht so einfach. Selbstständig einen Arzt zu finden, kann auch ein Problem sein. 

«Wenn die Flüchtlinge nicht zum Arzt kommen können, dann kommt der Arzt eben zu ihnen», sagt Notärztin Federle. Sie als ehrenamtliche Präsidentin des DRK-Kreisverbands hat das Projekt der mobilen Arztpraxis für Flüchtlinge im Kreis Tübingen ins Leben gerufen. Die Idee der mobilen Sprechstunde trifft auch andernorts einen Nerv. So versorgt mittlerweile auch im Kreis Esslingen eine mobile Praxis Flüchtlinge in großen Unterkünften. Dort stellt der Malteser Hilfsdienst Fahrzeug und Personal bereit. Anrufe bekommt Federle aus ganz Deutschland - das Konzept spricht sich rum.

Die Tübinger Flüchtlingspraxis fährt etwa 16 Asylunterkünfte im Landkreis ab - mit rund 20 Ärzten. Zum Team gehören auch mehrere Pfleger und Übersetzer. Sprechstunden sind von Montag bis Freitag. 70 000 Euro hat das umgebaute Mobil gekostet. Finanziert wurde es durch Spenden, etwa von der Stiftung des Schauspielers Til Schweiger, mit dem Federle befreundet ist.

In Unterkünften ohne eigene stationäre Praxen sei das Personal häufig überfordert mit den Beschwerden der Flüchtlinge, sagt Martina Guizetti vom Tübinger Landratsamt, das die Stundensätze der Ärzte sowie die notwendigen Medikamente finanziert. «Dieses Personal kann natürlich nicht einschätzen, ob die Schmerzen möglicherweise etwas Ernsthaftes bedeuten.» Gerade nachts oder außerhalb ärztlicher Sprechzeiten schicke man die Menschen dann einfach in die Kliniken.

Überfüllte Krankenhäuser, überlastete Hausärzte und unnötige Einsätze der Notdienste seien vielerorts die Konsequenzen der fehlenden Gesundheitsversorgung in den Einrichtungen, sagt Notärztin Federle. «Die Kosten für die ständigen Notarzteinsätze sind enorm gestiegen», sagt sie. Egal ob Grippe, ein fehlendes Asthmaspray oder eine Windel-Dermatitis - in vielen Fällen könne das Arztmobil Abhilfe schaffen. Die mobile Sprechstunde spare dem Land Kosten und entlaste die Ärzte, meint auch Guizetti. Und sie hat Aymann al Hassan entlastet. Er ist längst wieder im Bett.

Mo, 2016-02-08 02:40
Düsseldorf (dpa)

Mainz sagt Rosenmontagszug ab - droht auch Düsseldorf das Aus?

Mainz und Münster haben ihre Rosenmontagszüge wegen des Wetters bereits abgesagt. Köln will trotzdem feiern, Düsseldorf zittert bis kurz vor knapp - aber auch dort könnten schwere Windböen den Karnevalisten einen Strich durch die Rechnung machen.

Düsseldorf (dpa) - Nach der Absage der Rosenmontagszüge wegen einer Sturmwarnung in Mainz und Münster warten die Jecken in Düsseldorf auf die Entscheidung ihres Karnevalsvereins am Morgen. Das Orkantief «Ruzica» (gesprochen: Ruschiza) soll am Montag schwere Böen bringen - nach den letzten Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes wird der Sturm sogar noch etwas stärker als zunächst erwartet. In Köln soll es dennoch den Rosenmontagszug geben - wenn auch mit einigen Einschränkungen.

«Ruzica» soll besonders im Westen Deutschlands Sturmböen mit einer Windstärke zwischen 8 und 9 bringen. Nach Angaben des Deutschen Wetterdiensts vom Montagmorgen ist deshalb im Tagesverlauf mit Sturmböen von bis zu 90 Stundenkilometern zu rechnen.

Der Mainzer Carneval Verein (MCV) hatte am Sonntagabend entschieden, den Zug abzusagen. Kurz darauf folgte die Absage aus Münster. Es sei unverantwortlich, den Zug bei einer vorhergesagten Windstärke von 8 oder gar 9 laufen zu lassen, sagte der Vizepräsident vom Bürgerausschuss Münsterscher Karneval, Helge Nieswandt, am Sonntagabend der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatten bereits Duisburg, Hagen, das sauerländische Wenden und ein Essener Stadtteil ihre Rosenmontagszüge aus Sicherheitsgründen abgeblasen.

In Düsseldorf will eine Koordinierungsgruppe um 8.00 Uhr ein letztes Mal über die Wetterprognosen beraten und eine Entscheidung treffen. Planmäßig soll der Zug um 12.30 Uhr starten. Anstelle einer Absage könnte eine mögliche Option sein, den Zug eine Stunde später starten zu lassen, wie der Sprecher des Comitee Düsseldorfer Carneval sagte. Voraussetzung wäre, dass der Sturm bereits am Vormittag aufzieht und abflaut. Dem Sicherheitskonzept zufolge muss der Zug ab Windstärke 8 abgesagt werden.

Der Kölner Rosenmontagszug soll auf jeden Fall stattfinden, allerdings in abgespeckter Version. Die Prunkwagen samt Figuren sollen wie geplant rollen. Nur Großfiguren in den Fußgruppen sind nicht zugelassen, ebenso wie Fahnen und Trageschilder. Der Zug findet außerdem ohne die sonst üblichen 500 Pferde statt. An den Zuschauertribünen werden Dächer und Rückwände entfernt, damit sich diese nicht lösen und umherfliegen können. Ob noch weitere Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden müssen, wollen die Verantwortlichen von Karnevalsverein, Stadt, Polizei und Feuerwehr am Montagmorgen beschließen.

Trotz der Absage des Mainzer Rosenmontagszuges stellt sich die Polizei auf zahlreiche feiernde Besucher in der Stadt ein. Man werde mit starken Kräften vor Ort sein, sagte ein Sprecher am Sonntagabend. Vor der Absage hatte die Polizei geplant, den traditionellen Zug und die erwarteten mehreren hunderttausend Besucher mit rund 1100 Einsatzkräften zu sichern. Der Einsatz werde trotz der Absage stattfinden, sagte der Polizeisprecher, mit wie vielen Kräften, stehe allerdings noch nicht fest.

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.


Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volks-wagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate „ausgesetzt“. Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit „ausgesetzter“ Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU. 
Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen. 

ERPRESSO
Die Leere des Portemonnaies
 

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