Mi, 2015-07-01 01:30
London (dpa)

Die friedliche Armee feiert Geburtstag - 150 Jahre Heilsarmee Von Carola Seifert, dpa

Nächstenliebe und christlicher Glaube, das sind die beiden Pfeiler, auf denen die Heilsarmee fußt. Seit 150 Jahren kümmern sich die «Heilssoldaten» um Arme, Kranke und Hungernde in aller Welt.

London (dpa) - In dunkelblauer Uniform und mit einem großen, leuchtendes «H» am Revers: So kennt die halbe Welt die Soldaten und Soldatinnen der Heilsarmee. Nach militärischen Grundsätzen organisiert und mit einem ungebrochenen Willen zur Missionierung der Welt nimmt die methodistisch geprägte Freikirche einen Sonderplatz unter den Hilfsorganisationen der Welt ein - und wird oft auch etwas kritisch beäugt. In Deutschland rückten viele die Salutisten lange Zeit in die Nähe einer Sekte. Die Organisation wird am 2. Juli 150 Jahre alt.  

William Booth gründete die Organisation im Jahr 1865 in London. Die Industrialisierung im East End hatte auch Elend gebracht: Viele Arbeiter lebten unter widrigen Bedingungen in Schmutz und Krankheit. Booth rief eine christliche Erweckungsgesellschaft ins Leben, aus ihr wurde später die «Salvation Army», die Heilsarmee. Er hatte erkannt, dass die wachsende Organisation eine Struktur brauchte, um zu funktionieren. Da nahm er sich das Militär zum Vorbild und nannte sich selbst General. Die Geistlichen der Freikirche sind bis heute «Offiziere». 

Booth stammte selbst aus ärmlichen Verhältnissen und kannte ein Leben im Elend. Seine Organisation machte es sich zur Aufgabe, der Unterschicht mit christlichem Glauben und sozialer Nächstenliebe zu helfen. Die Bandbreite der Hilfe wurde über die Jahre immer größer und auch internationaler. So gibt es weltweit Obdachlosenfürsorge, Heime für Kinder, Schulen, Krankenhäuser, Gefängnisfürsorge, Katastrophenhilfsdienste, Seelsorgearbeit, Personensuchdienste und auch Suchthilfe. Nach eigenen Angaben zählt die Organisation mittlerweile über 1,5 Millionen Mitglieder in 126 Ländern. Eines aber blieb über die Jahre: Die strenge Ausrichtung an der Bibel.

Rund 18 000 ihrer weltweit agierenden Heilssoldaten werden dieser Tage in London erwartet, wie Nigel Bovey sagt, Redakteur der englischen Ausgabe des Heilsarmee-Magazins. In der O2-Arena wird vom 1. bis zum 5. Juli der 150. Geburtstag der Organisation zelebriert. Während dieser Zeit finden zahlreiche Musicals, Konzerte, ein Filmfestival und Gebetstreffen statt. Als großer Abschluss ist ein Umzug mit den Heilsarmee-Bands vom Buckingham Palace zum Trafalgar Square geplant.

Die Heilsarmee ist heute an vielen Orten der Welt, wo es brennt. Nach den schweren Überschwemmungen in Chile, Ecuador und Peru verteilten mehrere Divisionen Lebensmittel und Trinkwasser. Beim Erdbeben in Nepal waren die Salutisten mit Katastrophenhilfsdiensten zur Stelle. Notfallseelsorger der Heilsarmee standen auch am Düsseldorfer Flughafen bereit, als der Absturz der Germanwings-Maschine in den französischen Alpen im März dieses Jahres bekannt wurde. 

Kritik an der Heilsarmee kam in der Vergangenheit unter anderem von Schwulen und Lesben. Sie warfen der christlichen Organisation Diskriminierung und Homophobie vor. Beispielsweise befanden sich auf der US-Website der Heilsarmee Links zu Seiten, auf denen eine «Heilung» von Homosexualität beworben wurde. 2012 stand die Heilsarmee in der Schweiz im Fokus. In einer Züricher Behindertenwerkstatt wurde die Leiterin entlassen, weil sie eine lesbische Beziehung mit einer Mitarbeiterin hatte.

2013 distanzierte sich die Heilsarmee von den Vorwürfen und stellte heraus, dass sie jedem Menschen helfen wolle, frei von Geschlecht, Gruppenzugehörigkeit oder sexueller Orientierung. «Gott liebt jeden, ohne Ausnahme», sagt Nigel Bovey.

Die deutsche Heilsarmee wurde 1886 in Stuttgart gegründet. Sie erhält keine staatliche Kirchensteuer und finanziert sich nach eigenen Angaben durch Spenden, Mitgliederbeiträge und Verkaufserlöse der Zeitschrift «Das Heilsarmee-Magazin».

Mi, 2015-07-01 05:30
Accra (dpa)

Kinderhände zerlegen in Ghana deutschen Elektromüll Von Mawusi Afele und Jürgen Bätz, dpa

Viele Tonnen Elektroschrott aus Deutschland landen jedes Jahr in Entwicklungsländern. In Ghana riskieren Slumbewohner beim Zerlegen der Geräte ihre Gesundheit. Aber es ist ihr Lebensunterhalt.

Accra (dpa) - In Ghana nennen sie den Stadtteil einfach Sodom und Gomorrha. Elektromüll aus Deutschland und dem Rest der Welt landet hier in einem Slum der Hauptstadt Accra. «Damit verdienen wir unser tägliches Brot», sagt Yussif Mahawakli. Mit einem Freund zusammen sitzt er vor seiner Wellblechhütte und weidet die weggeschmissenen Elektrogeräte aus, um verwertbare Teile zu finden. «Damit können wir uns selbst über Wasser halten und Geld sparen, das wir unseren Eltern im Norden schicken», sagt der 27-Jährige.

Die Deponie in dem Slum gilt als die größte Elektromüll-Halde der Welt. Tausende Jäger der Elektroreste setzen hier ihre Gesundheit aufs Spiel. Die Schweizer Umweltorganisation Green Cross zählt das Elendsviertel Agbogbloshie zu den zehn verseuchtesten Orten der Welt, auch Tschernobyl findet sich auf dieser Liste. Viele Kinder wachsen hier auf und machen sich oft mit bloßen Händen an dem Elektromüll zu schaffen. Sie zertrümmern die Geräte mit Steinen und suchen dann in dem Schrott nach verwertbaren Rohstoffen.

Blei, Cadmium, Dioxine und viele andere gesundheitsgefährdende Stoffe fallen hier als Abfallprodukte an. Was nicht brennt, wird entweder in den nahen Fluss geschmissen oder einfach auf dem stetig wachsenden Elektromüllberg liegen gelassen. Über dem Slum wabert oft schwarzer, beißender Rauch, der beim Verbrennen von Kabeln oder Isolierschaum entsteht. Manche der Chemikalien wirken sich auf die Fortpflanzung aus, andere können Krebs hervorrufen oder Gehirn und Nervensystem schädigen.

Bei der Besichtigung von Agbogbloshie sagte Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) im April: «Die meisten bei uns in Europa ausrangierten Elektronikgeräte kommen hierher - auch aus Deutschland, legal und illegal.» Die Verwertung des Elektromülls aus dem Ausland ist eine eigene Industrie in Ghana. Die Container mit dem Schrott kommen über den Hafen ins Land, dann beginnt eine komplizierte Verwertungskette. Alte Fernseher, Computer, Radios, Stereoanlagen, Bügeleisen, Kühlschränke, Klimaanlagen und Mobiltelefone sind hier begehrte Rohstoffe. «Wir kaufen alles. Wir nehmen es auseinander und holen uns, was wir brauchen können», sagt Mahawakli.

Er sucht in dem Schrott unter anderem nach anderem Kupfer, Aluminium, Zink und anderen Metallen, die er dann an Zwischenhändler weiterverkauft. «Wir packen die Metalle ab und bringen sie zu den Nigerianern», sagt Mahawakli. Diese verkaufen sie dann international weiter. Weltweit entstehen jährlich bis zu 50 Millionen Tonnen Elektromüll. Davon werden dem UN-Umweltprogramm (Unep) zufolge 60 bis 90 Prozent illegal verkauft oder entsorgt. Greenpeace schätzt, dass Elektroschrott inzwischen rund fünf Prozent der totalen Abfallmenge ausmacht, etwa genauso viel wie Plastik.

Experten zufolge wird mehr als die Hälfte des weltweiten Elektronikschrotts nach Afrika verschifft, hauptsächlich aus Deutschland, anderen Ländern Europas oder den USA. Der Müll kommt nach Ghana oder auch nach Nigeria, häufig deklariert als Spende oder als gebrauchte Ware für den Wiederverkauf. Interpol zufolge ist eine Tonne Elektroschrott rund 500 US-Dollar wert. Damit ergäbe sich ein jährliches Handelsvolumen von fast 19 Milliarden US-Dollar.

Unep-Chef Achim Steiner hat im Mai gewarnt, dass die «beispiellose Menge Elektroschrott» auch eine «wachsende Bedrohung für die menschliche Gesundheit und die Umwelt darstellt.» Mahawakli jedoch macht sich keine Sorgen über seine Gesundheit, er sieht in dem Elektroschrott seinen Lebensunterhalt. «Ich habe gehört, dass es gefährlich sein soll, aber was sollen wir denn sonst machen?» fragt er. An einem guten Tag könne er 50 Cedis verdienen (10 Euro). Der Mindestlohn in Ghana liegt pro Tag nur bei 7 Cedis.

Doch seit letztem Monat sieht er seinen Lebensunterhalt in Gefahr. Die Behörden haben trotz massiver Proteste der geschätzt 40 000 Slumbewohner damit begonnen, Teile des Gebiets zu räumen. Die Stadtverwaltung will den Wasserfluss zum Ozean wiederherstellen, um Überschwemmungen zu vermeiden. Bei einer Überflutung und einem Feuer kamen im Juni 159 Menschen ums Leben.

«Jetzt können wir kaum mehr Elektroschrott zum Arbeiten mehr bekommen», klagt Mahawakli. Die Wellblechhütten, wo er Schrott einkaufte, seien dem Erdboden gleich gemacht worden. «Die Behörden hätten uns wenigstens informieren sollen.» Jetzt patrouilliert dort die Bereitschaftspolizei. Doch der Müll wird seinen Weg wieder finden, zeigt sich Mahawakli zuversichtlich. «Ich warte nur darauf, dass sich die Lage beruhigt, dann fangen wir wieder richtig an.»

Mi, 2015-07-01 11:30
London (Amnesty International)

India: Accountability still missing for human rights violations in Jammu and Kashmir

Twenty-five years after the introduction of the Armed Forces Special Powers Act in Jammu and Kashmir, the law continues to feed a cycle of impunity for human rights violations, Amnesty International said in a new report published today.

The report, “Denied: Failures in accountability for human rights violations by security force personnel in Jammu and Kashmir”, documents the obstacles to justice faced in several cases of human rights violations believed to have been committed by Indian security force personnel in Jammu and Kashmir. It focuses particularly on Section 7 of the Armed Forces (Jammu and Kashmir) Special Powers Act, 1990 (AFSPA), which grants virtual immunity to members of the security forces from prosecution for alleged human rights violations.

“5 July 2015 will mark 25 years since the AFSPA in effect came into force in Jammu and Kashmir. Till now, not a single member of the security forces deployed in the state has been tried for human rights violations in a civilian court. This lack of accountability has in turn facilitated other serious abuses,” said Minar Pimple, Senior Director of Global Operations at Amnesty International.

“The current Chief Minister of Jammu and Kashmir, Mufti Mohammed Sayeed, was the Union Minister for Home Affairs when the AFSPA was enacted by the Indian Parliament in 1990. He now has a historic opportunity to work to remove this oppressive law,” said Minar Pimple.

The report is based on in-depth research in Jammu and Kashmir, including interviews with 58 family members of victims of alleged human rights violations by security forces, Right to Information applications, examination of police and court records, and interviews with civil society groups, lawyers, and government officials.

The report reveals that the central government has denied permission, or ‘sanction’, to prosecute under section 7 of the AFSPA in every case brought against members of the army or paramilitary, or in a small number of cases, has kept the decision pending for years. It also documents a lack of transparency in the sanction process.

“Not a single family interviewed for the report had been informed by the authorities of the status or outcome of a sanction request in relation to their case,” said Divya Iyer, Research Manager at Amnesty International India.

Mohammad Amin Magray, uncle of 17-year-old Javaid Ahmad Magray, who was killed in April 2003 by security force personnel, told Amnesty International India, “If the Army knew they would be charged, and will have to go to court and be prosecuted, they will think ten times before they pull their triggers on an innocent…The AFSPA is a like a blank cheque from the government of India to kill innocents like my nephew”.

Many families interviewed said that the AFSPA also provides immunity for security force personnel indirectly.

“Police and court records pertaining to nearly 100 cases of human rights violations filed by families of victims between 1990 and 2012 showed that the Jammu and Kashmir police often failed to register complaints or take action on registered complaints until they were compelled,” said Divya Iyer. “In some cases, army personnel have been reluctant or refused to cooperate with police investigations.”

The army has dismissed more than 96 per cent of all allegations of human rights violations against its personnel in Jammu & Kashmir as “false or baseless”. However the evidence for finding the majority of allegations false is not publicly available.  Few details of the investigations or military trials conducted by the security forces are available to the public.

In a rare exception, in November 2014, the army had revealed that a court martial had convicted and sentenced to life imprisonment five soldiers for shooting and killing three men in a ‘fake encounter’ – a staged extrajudicial execution - in Machil, Jammu and Kashmir, in 2010.

“The convictions in the Machil case were a welcome measure. But for justice to be consistently delivered, security force personnel accused of human rights violations should be prosecuted in civilian courts,” said Divya Iyer.

There is growing acceptance internationally that military courts should not have jurisdiction to try security forces for human rights violations. Military courts in India also suffer from particular structural flaws related to their competence, independence and impartiality, which render them unsuitable for prosecuting human rights violations.

“By not addressing human rights violations committed by security force personnel in the name of national security, India has not only failed to uphold its international obligations, but has also failed its own Constitution,” said Minar Pimple.

“Impunity only breeds further violence and alienation, making it more difficult to combat abuses by armed groups.

“The AFSPA should not be used to shield soldiers from prosecution any more. By bringing alleged perpetrators to justice, the Indian government can send a clear signal that nobody is above the law, and that every person’s right to equality and justice will be respected and protected.”

À la Saison

Königliche Karotte

(Daucus carota subsp. sativus)
Viele Kinder glauben ja, dass Kühe lila sind und Möhren orange. Stimmt aber nicht. Wie ein ehedem unscheinbares Wurzelgemüse zu seinem knalligen Äußeren kam, erzählen wir hier.


 

weiterlesen

Früher war mehr Natur! Alles wuchs wild und frei, wie der Genpool es vorgesehen hatte. Es gab keine Bayers, Syngentas und Monsantos, die Ferkel oder Brokkoli patentieren ließen. Und Kinder glaubten noch nicht, dass Kühe lila sind. So weit, so wahr. Allerdings dachten Kinder auch zu Großmutters Zeiten schon, Möhren seien orange. Ein Irrtum! Karotten gibt es auch in den Farben weiß, gelb, rot und violett,
wie wir vom Wochenmarkt wissen, seit alte Sorten wieder modern sind.

Wilde Vorfahren der Gartenmöhre wurden möglicherweise schon vor 5000 Jahren in Asien kultiviert. Manche Forscher vermuten den Ursprung in Afghanistan, dem Iran, Irak oder Anatolien. Über Spanien und Italien soll die Doldenblütlerin nach Mittel- und Westeuropa gelangt sein. Eine Möhre in Orange wird erstmals 1721 schriftlich erwähnt – und zwar von niederländischen Gartenbauern, die große Karottenzüchter waren. In den Sandböden ihrer Heimat liegen die Wurzeln der orangen Rübe, die von gelben Sorten abstammen soll. Der Legende nach experimentierten königstreue Gärtner aus politischen Gründen mit der Farbskala: Sie wollten Wilhelm von Oranien (französisch: orange, niederländisch: oranje) für den Unabhängigkeitskampf gegen Spanien danken.

Bewiesen ist das ebenso wenig wie die Geschichte, dass Niederländer im Zweiten Weltkrieg zum Ehrentag der Königin mit royalen Rüben um die Häuser zogen. Vermutlich wäre es keinem Besatzer aufgefallen. Schließlich hatten die niederländischen Sorten „Horn“ und „Long Orange“ schon Jahrhunderte zuvor die Rübenzucht der Deutschen unterwandert. Der Name der Möhre geht auf althochdeutsche und slawische Ausdrücke für Wurzel zurück. Mit mehr als 600.000 Tonnen Erntemenge im Jahr ist sie in Deutschland Volksgemüse. Gut so. Denn sie ist die wichtigste heimische Karotinquelle. Der Farbstoff sorgt für einen gesunden Hautton, der Sonnencremes jedoch keineswegs überflüssig macht. Aus Beta-Karotin stellt der Körper Vitamin A her, das für das Sehvermögen wichtig ist. Außerdem enthalten Mohrrüben viele B-Vitamine, Vitamin C, Kalium, Kalzium und Eisen. Sie sind gut für das Immunsystem, wirken harntreibend und blutreinigend. Ihren milden Geschmack verdanken sie ihrem für ein Gemüse recht hohen Zuckergehalt, ätherischen Ölen und Fruchtsäuren.

Die zarten Möhrchen, die jetzt vom Feld kommen, haben eine so dünne Haut, dass man sie nicht schälen muss und roh knabbern kann. Der Körper kann Karotinoide allerdings besser verwerten, wenn Mohrrüben mit etwas Fett gegart werden. Sie sind eine der süßen, erdigen Grundlagen feiner Schmorküche und helfen, schwere Rotweinsoßen zu verfeinern. Die meisten Kinder lieben Möhrengemüse. Erwachsenen ist die Zuckerwurzel solo oft zu monoton.

„Karotten schätzen es, wenn man sie mit Familienmitgliedern zusammenbringt“, empfiehlt der britische Koch Nigel Slater – also mit anderen Doldenblütlern wie Kerbel, Koriander, Kreuzkümmel, Petersilie und Dill. Konsequent als Süßspeise behandeln die Schweizer Rübchen, wenn sie daraus schwere Torten (Rüeblichueche) zaubern – in der Tradition der Römer, die eine carota ebenfalls gerne mal als Dessert verzehrten.

Carota heißt „die Gebrannte“ und deutet auf ein ursprünglich feuerrotes Äußeres hin. Allerdings waren einige der in Asien kultivierten Karotten auch schon blau-blütig, bevor sie auf Holländer trafen, genauer gesagt – lila. Liebe Kinder, die Schokoladenonkels haben sich in der Spezies geirrt. Nicht die Kühe sind lila: It’s the carrot, stupid!

Neu frisch vom Feld gibt's die Karotte ab Juni, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

 

À la Saison

Schlangenmordende Schwarzwurzel

(Scorzonera hispanica)
Die Schwarzwurzel hieß noch im 17. Jahrhundert „Schlangenmord“ oder „Vipergras“. Tatsächlich ist sie eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel

weiterlesen

„Die Wurtzel“ sei „fleischig, saftig und voll Milch“ sowie „süß von Geschmacke, wann sie gesotten worden“, schrieb der französische Chemiker und Arzt Nicolas Lémery 1698 in ein Lexikon. Den Zeitgenossen mochte das gewagt erscheinen. War die Schwarzwurzel doch erst seit kurzem etwas zu Essen. Im Deutschen trug das neue Gemüse die Beinamen „Schlangenmord“ und „Vipergras“, die eher nach Hexenkessel als nach Eintopf klangen.

Schuld war der italienische Botaniker und Mediziner Pietro Andrea Mattioli, der die antike Heilpflanze 1544 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Der kaiserliche Leibarzt verwandte die Wurzel des Korbblütlers nicht nur gegen Wundfieber und Knochenbrüche, sondern auch „wider den Natterbiß“. Er taufte sie Scorzonera hispanica nach ihrem Herkunftsland Spanien und dem Namen einer schwarzen Giftschlange. Außerdem setzte er das Gewächs auch „wider die fallende Seuche, zu den Pocken und für die Pest“ ein, wie Lémery 150 Jahre
später notierte. Sie ist, kurzum, eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel.

„Proletenspargel“ oder „Spargel des armen Mannes“ heißt Mattiolis Zaubergemüse im Volksmund heute. Eine Delikatesse, die hierzulande – außer in Bayern – kaum groß--flächig angebaut wird. Wir importieren sie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, wo man offenbar weiß, was gut ist. In Wahrheit ist der im Inneren elfenbeinfarbene „Winterspargel“ dem Original überlegen, nicht nur was seine Länge von bis zu einem halben Meter angeht. Die kalzium-, eisen-, magnesium- und vitaminreiche Schwarzwurzel gibt es nicht nur mitten in der kalten Jahreszeit, sie ist auch robust, lagerfähig und wird nicht holzig.

Es ist richtig, dass ihre korkige Rinde beim Schälen ohne Handschuhe hässliche Flecken von großer Haltbarkeit in die Haut gerbt. Und es stimmt, dass ihr milchiger Saft klebt wie Pattex, wenn man sie – Tipp aus dem Kochbuch – erst nach dem Garen häutet. Und damit sie nicht braun anläuft, gehören etwas Zitrone und Milch ins Kochwasser. Ja, die Zubereitung der Scorzonera ist eine Zumutung. Genau das macht sie zur „alten Sorte“ und – einige Jahre nach ihrer nordamerikanischen Schwester Topinambur – zur zumindest unter Spitzenköchen wiederentdeckten Rarität.

Sei es, dass der Kopenhagener René Redzepi sie im Restaurant Noma mit Gotland-Trüffeln als Hors d’œuvre anrichtet, der spanische Molekularkoch Ferran Adrià sie zu Steinbutt serviert oder in einem Berner Grandhotel das Steak auf „seinem Bett von Schwarzwurzelragout“ kommt – sie harmoniert. Anders als der geltungssüchtige Spargel kann, aber muss sie kein Solo auf dem Teller spielen. Ganz gleich ob die Sorte „Hoffmanns Schwarzer Pfahl“, „Schwarzer Peter“ oder „Russischer Riese“ heißt – in der Schwarzwurzel verbindet sich das Beste (unbittere) des Spargels mit zarten Nussaromen und winterlicher Erdigkeit. Besonders gut schmeckt sie zu zerlassener Butter und gerösteten Semmelbröseln. Aber auch mit Béchamelsoße oder im Soufflé und selbst roh in den Salat geraspelt ist sie ein Genuss.

In Sachen Pest hat Mattioli die Wunderwurzel aber zweifellos überschätzt. Der Gelehrte starb 1577 am „Schwarzen Tod“ – und das vermutlich nicht, weil gerade keine Schwarzwurzel zur Hand war.

Neu frisch vom Feld gibt's die Schwarzwurzel ab Oktober, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Krautiger Kohlrabi

(Brassica oleracea var. gongylodes)
Ob das deutscheste aller Gemüse wirklich aus Deutschland kommt, liegt – ehrlich gesagt – im Dunkeln. Erfahren Sie mehr über dieses und weitere Geheimnisse aus der Kulturgeschichte des Kohlrabi.

weiterlesen

Es ist ein Irrtum, dass es sich beim deutschesten aller Gemüse um Weißkohl alias Sauerkraut handelt. Zwar hat die vergorene Spezialität den Deutschen in England den Spottnamen Krauts eingetragen, aber fragen Sie mal einen Russen, Ungarn, Japaner, Niederländer, Dänen, Schweden, Franzosen oder Briten, was Kohlrabi in seiner Sprache heißt. Die Antwort mag ka, karalábé, koolrabi, kaalrabi, kålrabbi, colrave oder kohlrabi lauten, phonetisch ist das Ergebnis das gleiche: Die Welt spricht Kohlrabi. Krautiger wird’s nimmer.

Ist es Begeisterung über den süßen, leicht nussigen, dezenten Kohlgeschmack, die Menschen zwischen Washington und Tokio veranlasst, die komisch klingende Knolle im Munde zu führen? Mitnichten. Nur das Wort, nicht das Gemüse kommt ihnen über die Lippen. Kohlrabi ist so deutsch, dass vor allem die Deutschen ihn essen. 40.000 Tonnen im Jahr wachsen hier, und weil das noch zu wenig ist, bauen auch die Niederlande, Polen und Frankreich den Kreuzblütler an – für den Export.

Im Gegensatz zu Weiß- oder Blumenkohl, bei denen Blätter oder Blütenstand verzehrt werden, verdickt sich beim Kohlrabi der untere Teil der oberirdischen Sprossachse und liegt grünweiß oder blauviolett auf der Erdkrume. Innen sind alle Kohlrabis hell. Die größte Sorte heißt „Superschmelz“ und kann – ohne holzig zu werden – zur Größe eines Kohlkopfs anwachsen. Und der einzige Speck, der auch Vegetariern schmeckt, dürfte „Blauer Speck“ sein.

In Wirklichkeit enthält Kohlrabi neben viel Wasser, etwas Zucker und Eiweiß nur 0,1 Prozent Fett. In Deutschland wurde die Knolle im 16. Jahrhundert erstmals erwähnt. Sie war ein Star der Barockküche – beispielsweise in Leipzig, wo sie dem Allerlei den letzten Schliff gab. Das Original hat übrigens nichts mit Erbsen-Möhren-Spargel-Dosenmatsch zu tun, sondern ist ein knackiger Genuss, der – serviert mit heller Soße und luftigen Semmelklößchen – auch Blumenkohl, Morcheln und Flusskrebsschwänze vereint.

Ein Festmahl, das noch nicht ganz vergessen war, als Kurt Tucholskys Alter Ego Peter Panter sich 1928 in einem Speiselokal über breiiges Gemüse beschwerte und die Bedienung antwortete: „Da müssen Sie mal zu meiner Mutter kommen, Herr Panter, die kocht Ihnen ein Leipziger Allerlei ...“ – „Liebe gnädige Frau, es ist so nett von Ihnen ... Aber alle Leute können doch nicht bei Ihrer Mama essen!“

Kohlrabi passt gut zu Rahmsoßen, die auch mal mit Safran oder Chili gewürzt sein dürfen. Am besten gart man ihn im Ganzen und schält und teilt ihn hinterher, damit Aroma und Nährstoffe besser erhalten bleiben: Selen, Senföle und viel Vitamin C stärken das Immunsystem. Roh harmoniert Kohlrabi mit Nüssen, Ziegenkäse, Lachs und Äpfeln. Sein Kraut gehört nicht in den Kompost, denn es enthält viele Mineralien, Karotin, B-Vitamine und Eiweiß. Die zarten Herzblätter schmecken gut in Salat und Suppe oder als Hauptgericht: In Südeuropa bereitet man aus ihrem Grün vegetarische Rouladen oder „Spinat“ zu.

Südeuropa?! Ob das vermeintlich deutsche Gemüse auch aus der Region stammt, in der es so gerne verspeist wird, liegt – um ehrlich zu sein – im Dunkeln. Es könnte genausogut ein Nachfahre des pompejanischen Kohls sein, den der Römer Plinius kurz nach der Zeitenwende beschrieb. Grimms Wörterbuch vermerkte im 19.Jahrhundert, der Begriff Kohlrabi sei „merkwürdig durch seine Gestalt, halb deutsch halb italienisch“. Klar ist: Italien spricht nicht kohlrabisch. Der inoffizielle Kulturbotschafter der Krauts heißt dort cavolo rapa, Kohlrübe.

Neu frisch aus dem Gewächshaus gibt's Kohlrabi ab April, frisch vom Feld im Mai.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen


In jeder Ausagebe des Greenpeace Magazins berichten wir über die Kulturgeschichte von Obst und Gemüse. Unsere neue Ausgabe erhalten Sie am Bahnhofskiosk, in unserem Warenhaus und für nur 33,50€ im Jahresabo

1 2 3
Mi, 2015-07-01 11:15
Berlin (Reporter ohne Grenzen)

Reporter ohne Grenzen verklagt den Bundesnachrichtendienst wegen Verletzung des Fernmeldegeheimnisses

Reporter ohne Grenzen (ROG) verklagt den Bundesnachrichtendienst wegen Verletzung des Fernmeldegeheimnisses. Die Klage wurde gestern (30. Juni 2015) beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig eingereicht.

ROG wirft dem Bundesnachrichtendienst vor, den E-Mail-Verkehr der Organisation mit ausländischen Partnern, Journalisten und anderen Personen im Zuge seiner strategischen Fernmeldeüberwachung ausgespäht zu haben. Dies beeinträchtigt massiv die Arbeit von ROG und verletzt die Interessen der Organisation. Für zahlreiche Journalisten aus Deutschland und aus autoritären Staaten wie Usbekistan, Aserbaidschan oder China ist ROG ein regelmäßiger und wichtiger Ansprechpartner, an den sie sich mit schutzwürdigen Anliegen oder vertraulichen Informationen wenden. Die Ausforschung der Kommunikation durch den BND bedeutet jedoch, dass sich die Journalisten mit ihren persönlichen Anliegen nicht mehr darauf verlassen können, dass ihre Kommunikation vertraulich bleibt.

UNVERHÄLTNISMÄSSIGE ÜBERWACHUNGSPRAXIS

Wie aus dem jährlichen Bericht des Parlamentarischen Kontrollgremiums vom 08. Januar 2015 hervorgeht, hat der BND im Zuge der strategischen Fernmeldeüberwachung im Jahr 2013 schätzungsweise hunderte Millionen Mails mit Suchbegriffen durchforstet und schließlich mehr als 15.000 Mails mit Treffern ermittelt, die genauer untersucht wurden. Zu den Schwerpunkten der Arbeit von ROG gehören die Staaten des Nahen und Mittleren Ostens und der ehemaligen Sowjetunion. Im fraglichen Zeitraum stand die Organisation mit zahlreichen Journalisten und zivilgesellschaftlichen Akteuren über Themen wie die Tätigkeit von Geheimdiensten in engem Austausch. Nach allem, was über die vom BND verwendeten Suchbegriffe bekannt ist, muss ROG deshalb davon ausgehen, dass auch zahlreiche E-Mails der Organisation erfasst und weitergehend bearbeitet wurden.

Reporter ohne Grenzen vertritt die Auffassung, dass diese Überwachungspraxis unverhältnismäßig ist und vom Gesetz zur Beschränkung des Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnisses (kurz G10-Gesetz) nicht gedeckt ist.

Angesichts dieser Überwachung sieht ROG den Informantenschutz für Journalisten nicht mehr garantiert und die freie Berichterstattung in Deutschland bedroht. Den Medien ist es nicht mehr ausreichend möglich, ihrer Rolle als vierte Gewalt in einer demokratischen Gesellschaft nachzukommen.  

MASSENÜBERWACHUNG SCHRECKT INFORMANTEN AB

Dabei genießen Journalisten in Deutschland wie auch in anderen demokratischen Ländern ein Zeugnisverweigerungsrecht, das sie dazu berechtigt, gegenüber Ermittlungsbehörden  die Quellen ihrer Recherchen zu verschweigen. Auch der Kommunikationsverkehr von Journalisten in der Demokratie steht unter einem besonderen Schutz. Mit seiner Klage will ROG dieses Recht von Journalisten durchsetzen.

Verschiedene Studien sind übereinstimmend zu dem Ergebnis gekommen, dass sich Journalisten angesichts von Massenüberwachung in ihrer Arbeit bedroht fühlen und gezwungen sehen, ihre Arbeitsweise zu ändern oder bestimmte Recherchen nicht weiter zu verfolgen. In Einzelfällen schrecken Informanten sogar davor zurück, Journalisten zu kontaktieren, weil sie fürchten, vom Geheimdienst enttarnt zu werden. Informanten und Whistleblower sind jedoch eine Grundvoraussetzung für unabhängige, journalistische Berichterstattung in einer Demokratie.  

GLAUBWÜRDIGKEIT GEGENÜBER AUTORITÄREN STAATEN STÄRKEN

Die juristische Überprüfung der Überwachungspraxis durch das Bundesverwaltungsgericht soll auch die Glaubwürdigkeit Deutschlands gegenüber der willkürlichen Praxis autoritärer Staaten wie China, Saudi-Arabien oder Turkmenistan stärken. Die UN-Vollversammlung hat Ende 2013 die Resolution „Right to Privacy in the Digital Age“ verabschiedet, die die Bundesregierung mit initiiert hatte.

Es erscheint uns jedoch wenig glaubwürdig, wenn die Bundesregierung einerseits versucht, andere Regierungen zu mehr Achtung der Informationsfreiheit zu bewegen, und deutsche Nachrichtendienste gleichzeitig einer ähnlichen Praxis folgen und Bürger ebenfalls massenhaft ausspähen. Die Bundesregierung muss stattdessen die in der Resolution genannten Forderungen auch im eigenen Land umsetzen und sicherstellen, dass die deutschen Geheimdienste sich bei ihren Überwachungsmaßnahmen an geltende Gesetze halten.

KLAGE RICHTET SICH AUCH GEGEN BND-DATENBANK VerAS

ROG klagt deswegen auch gegen den Einsatz des Verkehrsanalysesystems „VerAS“. Mit diesem Programm erhebt und verarbeitet der BND seit dem Jahr 2002 Metadaten auch von deutschen Bürgern, die im Zusammenhang mit ihrer Kommunikation anfallen. Dabei erfasst der Nachrichtendienst neben Telefonverbindungen, SMS und E-Mails auch das Surfen im Internet sowie die Nutzung von sozialen Netzwerken. Für diese Art von Datensammlung und -analyse gibt es keine gesetzliche Grundlage; sie muss deshalb sofort eingestellt werden.

Aus Sicht der Sicherheitsbehörden verfolgt  „VerAS“ das Ziel, Beziehungen zwischen Terrorverdächtigen zu erkennen und auf diese Weise geheime Pläne oder ganze Netzwerke aufzudecken. Dieses Verfahren wird so umfassend angewandt, dass auch Journalisten erfasst werden können, die nur indirekt und über bis zu vier weitere Kommunikationspartner mit einem Terrorverdächtigen in Verbindung gebracht werden können. Auf diese Weise kommt  der BND eigenen Angaben zufolge auf rund 500 Millionen Metadaten pro Monat, die er erfasst. Angesichts dieser immensen Datensammlung ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass auch die Verbindungsdaten von ROG als internationaler Organisation vom BND gespeichert wurden.  

Der Schutz des Post- und Telekommunikationsgeheimnisses ist ein weltweit geachtetes Menschenrecht. Deshalb haben Reporter ohne Grenzen und andere zivilgesellschaftliche Gruppen bereits im März eine umfassende Kontrolle der deutschen Geheimdienste angemahnt. Wir wiederholen heute unsere Forderung, dass es keine Überwachungsmaßnahmen ohne gesetzliche Grundlage geben darf, weder im Inland noch im Ausland.
 

Mi, 2015-07-01 00:10
Brüssel (dpa)

Luxemburg übernimmt EU-Ratspräsidentschaft

Brüssel (dpa) - Luxemburg hat am Mittwoch für ein halbes Jahr die EU-Ratspräsidentschaft übernommen. Es ist das zwölfte Mal, dass das Gründungsmitglied der Europäischen Union diese Aufgabe innehat. Die Kontakte der Luxemburger nach Brüssel sind eng: Der langjährige luxemburgische Premier Jean-Claude Juncker ist seit vergangenem November Präsident der EU-Kommission.

In den nächsten Monaten dürfte die Griechenlandkrise das beherrschende Thema bleiben. Die luxemburgische Regierung will sich laut Programm vor allem für Wachstum und Jobs, Klimaschutz, Lösungen in der Flüchtlingsproblematik, den Binnenmarkt und die außenpolitische Rolle der EU einsetzen. Auch in der Steuerpolitik werden Antworten erwartet. Luxemburg hatte jahrelang Unternehmen Schlupflöcher gewährt, damit diese möglichst wenig Steuern zahlen mussten («LuxLeaks-Affäre»).

Der Ratsvorsitz hat die Aufgabe, die Ministertreffen zu leiten und in der Gesetzgebung Kompromissvorschläge zwischen den Ländern und dem EU-Parlament und der EU-Kommission zu erarbeiten.

Alle sechs Monate wechselt die Ratspräsidentschaft zwischen den EU-Mitgliedsländern nach einer festgelegten Reihenfolge. Luxemburg übernimmt den Staffelstab von Lettland und wird ihn am 1. Januar nächsten Jahres an die Niederlande weitergeben.

Mi, 2015-07-01 10:45
Müchen (Testbiotech)

Beschwerde gegen EU-Importzulassungen von Gentechnik-Pflanzen

Betroffen sind herbizidresistenter Raps und Soja mit verändertem Ölgehalt

Mehrere Organisationen verlangen von der EU-Kommission eine Überprüfung der Zulassungen gentechnisch veränderter Pflanzen, die Ende März 2015 für den Import und die Verwendung in Lebens- und Futtermitteln erteilt wurden. Betroffen sind ein gentechnisch veränderter Raps von Monsanto, der gegen das Herbizid Glyphosat resistent gemacht wurde (MON88302), sowie mehrere Varianten gentechnisch veränderter Sojabohnen von Monsanto und DuPont, deren Ölzusammensetzung verändert wurde (MON87769, MON87705 und DP305423). Grundlage der Beschwerde ist die EU-Verordnung 1367/2006. Die Kommission hat jetzt zwölf Wochen Zeit, um zu antworten. Danach werden die Fälle möglicherweise dem Gerichtshof der Europäischen Union zur Entscheidung vorgelegt.

Nach Ansicht der Beschwerdeführer wurden bei der Zulassung unter anderem die Umweltrisiken einer unkontrollierten Ausbreitung der Rapspflanzen nicht ausreichend geprüft. Zwar geht auch die für die Risikoprüfung zuständige Europäische Lebensmittelbehörde EFSA davon aus, dass es nach Transportverlusten von Rapssamen zu einer Auswilderung der Pflanzen kommen kann, allerdings schätzt sie das Ausbreitungsrisiko als gering und damit vernachlässigbar ein. Demgegenüber verweisen die Beschwerdeführer auf mehrere Publikationen, die das Gegenteil zeigen: Tatsächlich breitet sich gentechnisch veränderter Raps entlang der Transportrouten aus und überträgt sein Erbgut in Felder und auch in Wildpopulationen.

Im Hinblick auf die Sojabohnen, deren Ölzusammensetzung verändert wurde, um die Nahrungsmittelqualität zu verändern, hat es die EFSA grundsätzlich versäumt, die tatsächlichen Auswirkungen auf Gesundheit und Ernährung zu untersuchen. Wie aus internen Unterlagen der EFSA hervorgeht, halten es auch die Experten der Behörde für notwendig, für die Risikoprüfung derartiger Gentechnik-Pflanzen spezielle Prüfrichtlinien zu entwickeln. Doch derartige Richtlinien wurden bislang nie erstellt. So wurden auch die Folgen eines Verzehrs dieser Pflanzen nicht geprüft, obwohl es deutliche Hinweise auf mögliche negative Auswirkungen gibt.

Die Beschwerdeführer gegen den Import der Rapspflanzen sind die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), der Bund für Umwelt und Naturschutz, die Interessengemeinschaft gentechnikfreie Lebensmittel und Landwirtschaft („Aktion Gen-Klage“), GeneWatch UK, die GEKKO-Stiftung, die Gen-ethische Stiftung, das Gen-ethische Netzwerk, der Verein Sambucus, und Testbiotech. Die Beschwerde wird zudem von der grassroots foundation unterstützt. Die Beschwerde gegen die Zulassung der gentechnisch veränderten Sojabohnen wurde von GeneWatch UK und Testbiotech eingelegt.

Seit 2013 ist bereits ein ähnlicher Fall beim Gerichtshof der Europäischen Union anhängig. Hier klagen das European Network of Scientists for Social and Environmental Responsibility (ENSSER), der Verein Sambucus und Testbiotech gegen die EU-Kommission wegen der Zulassung der gentechnisch veränderten Sojabohne Intacta, die ein Insektengift produziert. Die EU-Kommission wird in diesem Verfahren von der Regierung von Großbritannien, der EFSA und Monsanto unterstützt.
 

Bei uns geht's um die Welt.
Kommen Sie doch mit!

6 Ausgaben
im Jahr für nur 33,50 Euro

Di, 2015-06-30 19:00
Luxemburg (dpa)

Europäischer Gerichtshof spricht Urteil zur Weservertiefung

Luxemburg (dpa) - Im Streit um die Vertiefung von Weser und Elbe spricht der Europäische Gerichtshof (EuGH) am Mittwoch (9.30 Uhr) ein wichtiges Urteil. Die Luxemburger Richter sollen klären, wie streng die EU-Gesetzgebung zum Gewässerschutz auszulegen ist.

Hintergrund ist eine Klage des «Bundes für Umwelt und Naturschutz» (BUND) vor dem Bundesverwaltungsgericht (BVG) in Leipzig gegen die Vertiefung der Weser von der Mündung bis Bremen. Dies soll den Fluss für größere Containerschiffe befahrbar machen.

Die Richter beim BVG setzten das Verfahren aus und baten ihre EuGH-Kollegen um Klärung einiger europarechtlicher Fragen. Das endgültige Urteil muss am Ende das zuständige BVG treffen, sich dabei aber an die Vorgaben aus Luxemburg halten.

Das EuGH-Urteil hat übrigens nicht nur Folgen für die Weser, sondern auch für die Elbe. Denn bevor der BVG eine ähnliche Klage zur Elbvertiefung entscheidet, will er das Urteil aus Luxemburg abwarten.

Di, 2015-06-30 23:07
Wien (dpa)

Russland und Ukraine einigen sich nicht auf neue Gastarife

Wien (dpa) - Russland und die Ukraine haben sich bei Verhandlungen in Wien nicht auf neue Lieferbedingungen für Gas verständigen können. «Die Parteien sind weiter weit voneinander entfernt», erklärte der als Vermittler fungierende EU-Kommissar Maros Sefcovic am Dienstagabend. Er werde nun mit neuen Ideen weitere Gespräche vorbereiten.

Bei den Verhandlungen geht es um eine langfristige Lösung für den Gasstreit zwischen Kiew und Moskau. Die Regierung der Ukraine fordert einen neuen Gasvertrag mit niedrigen Preisen. Russland lehnt dies ab und verweist auf ein noch bis 2019 laufendes Abkommen.

Von einer Einigung hängt ab, wie die vom Gas aus Russland abhängige Ukraine über den Winter kommt. Seitdem in Kiew eine pro-westliche Regierung an der Macht ist, sind die Beziehungen zwischen beiden Ländern extrem angespannt. Kiew wirft Moskau vor, völkerrechtswidrig die Schwarzmeerhalbinsel Krim annektiert zu haben und die pro-russischen Separatisten im Osten der Ukraine zu unterstützen.

Di, 2015-06-30 19:00
Berlin (dpa)

Gesundheit von Studenten: Krankenkasse stellt Studien vor

Berlin (dpa) - Zum zweiten Mal nach 2011 veröffentlicht die Techniker Krankenkasse (TK) am Mittwoch (11.00 Uhr) ihren Gesundheitsreport mit Arzneimittel- und Diagnose-Daten zu Studenten in Deutschland. Die bundesweit größte Krankenkasse hat dafür Informationen zu den rund 190 000 eigenständig bei ihr versicherten Hochschülern ausgewertet.

Vor vier Jahren hatte der TK-Gesundheitsreport gezeigt, dass Studenten insgesamt weniger gesundheitlich belastet sind, weniger Arztkontakte haben und weniger Arzneimittel verschrieben bekommen als ihre berufstätigen Altersgenossen. Beim Thema psychische Störungen entfielen auf diese Gruppe jedoch deutlich mehr Diagnosen und ein größeres Arzneimittelvolumen.

Weil der Gesundheitsreport keine Rückschlüsse auf Ursachen zulässt, befragte das Institut Forsa im Auftrag der TK 1000 repräsentativ ausgewählte Studierende zu ihrem Lebensstil - konkret zum Ernährungs- und Bewegungsverhalten, zum Umgang mit Stress und digitalen Medien. Die im «TK-CampusKompass» zusammengefassten Ergebnisse werden ebenfalls am Mittwoch in Berlin präsentiert.

- 20 %

PRODUKT
der Woche

Bienen-Buch

24,50 €
19,60 €

Bienen haben uns geformt wie kein anderes Insekt. Dieses leinengebundene Buch entführt in ihre Welt.

Jetzt bestellen

Geht doch!

Drohnen als Förster

Unbemannte Flugkörper sollen pro Jahr weltweit eine Milliarde Bäume pflanzen

weiterlesen

Jährlich werden auf der Erde rund 26 Milliarden Bäume gefällt. Der ehemalige Nasa-Ingenieur Lauren Fletcher nimmt den Kampf gegen die globale Entwaldung auf. Um den Schwund wettzumachen, entwickelte seine in Oxford ansässige, gemeinnützige Firma Bio Carbon Engineering eine innovative Drohne. Diese scannt auch unzugängliche Gegenden, kartografiert baumlose Regionen und bestimmt die Bodenart. Zusammen mit Ökologen entscheidet das Unternehmen, welche Bäume wo gepflanzt werden. Dann wird der Flugkörper ein zweites Mal losgeschickt. Per Druckluft schießt er kleine Saatgut-Kapseln in den Boden. Die Kapseln sind biologisch abbaubar und schützen das keimende Saatgut in der ersten Zeit. „Der industriellen Waldvernichtung können wir nur mit industrieller Aufforstung begegnen“, ist Fletcher überzeugt. Das Projekt befindet sich in der Entwicklungsphase, erste Tests sind im Laufe des Jahres geplant. Obwohl dem britischen Start-up noch Investoren fehlen, hofft Fletcher, dass die Firma schon bald Regierungen für Aufforstungsprojekte begeistern und jedes Jahr eine Milliarde Bäume pflanzen kann.
biocarbonengineering.com

Außerdem Interessant

Frankreich
Mit einem Ende Mai verabschiedeten Gesetz will die französische Nationalversammlung die Verschwendung von Lebensmitteln eindämmen: Große Supermärkte werden verpflichtet, überschüssige Produkte künftig an gemeinnützige Einrichtungen zu spenden. Für Menschen ungeeignete Reste können laut Beschluss des Parlaments auch kompostiert oder als Tierfutter verwendet werden. Dabei wandern in Frankreich pro Person und Jahr „nur“
bis zu 30 Kilogramm ungenutzt in den Müll. Hierzulande fallen pro Kopf und Jahr rund 82 Kilo Essensabfälle an.
 

Münster
Seit 1989 dürfen in Münster auf kommunalen Flächen der westfälischen Stadt keine Pestizide mehr eingesetzt werden. Sprießendes Unkraut wird mit Heißluftwalzen oder Wildkrautbürsten entfernt. Diese Verfahren sind zwar aufwendiger und teurer, aber giftfrei. Dank einer Beratung durch den BUND verzichten inzwischen etliche Kommunen auf Pestizide. Dem Vorreiter Münster folgten zum Beispiel Saarbrücken, Tübingen und Bielefeld.
bund.net/pestizidfrei

Berlin
Heimischen Dünger stellen die Berliner Wasserwerke her, indem sie Phosphat aus Klärschlamm zurückgewinnen. Der Wasserversorger verkauft das recycelte Düngemittel unter dem Namen „Berliner Pflanze“ an Landwirte. Das Verfahren haben sich die Ingenieure patentieren lassen. Es dürfte weltweit auf Nachfrage stoßen, denn die globalen Phosphatvorräte gehen zur Neige.
bwb.de/berlinerpflanze
 

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

weiterlesen

Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

Außerdem Interessant

Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

Geht doch!

Styropor „To Go“

USA Mehr als 70 Städte verbieten aufgeschäumtes Plastik. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt den Kampf mit dem Müll auf.

weiterlesen

Ab Juli verbannt er Einwegbecher, -teller und andere Behältnisse aus Styropor. Auch Verpackungsfüllmaterial aus Schaumstoff darf dann nicht mehr verwendet werden. Laut Abfallbehörde hat sich eine Wiederverwertung ökologisch und ökonomisch als nicht sinnvoll erwiesen. Jedes Jahr hat die Müllabfuhr in der Metropole fast 30.000 Tonnen Abfall aus aufgeschäumtem Polystyrol eingesammelt, der Großteil stammt aus der Gastronomie. „Diese Produkte verursachen reale Umweltschäden“, sagt de Blasio. Sein Appell fruchtet auch bei Behörden: Ab Sommer sollen Styroporbehälter aus Schulkantinen verschwinden. Warum das Essen künftig auf kompostierbaren statt auf Keramiktellern serviert wird, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Schon mehr als 70 US-Städte, darunter Washington, San Francisco, Oakland und Seattle, haben sich vom Einwegplastik losgesagt. In Deutschland dagegen wird der biologisch nicht abbaubare Schaumstoff weiterhin großflächig eingesetzt: nicht nur für Fastfood-Verpackungen, sondern auch für die Wärmedämmung von Gebäuden.
Illustration: Christoph Niemann

Außerdem Interessant

Grenoble: Bäume statt Werbung
Die französische Alpenstadt will die erste werbefreie Stadt Europas werden: Der grüne Bürgermeister Éric Piolle hat alle Reklameverträge gekündigt. Wo bisher freie Sicht auf riesige Plakate herrschen musste, will er Bäume pflanzen lassen. Den Verzicht auf die optische Umweltverschmutzung lässt sich die Stadt jährlich 150.000 Euro kosten – so viel hat Grenoble bisher durch vermietete Werbeflächen pro Jahr eingenommen. Bislang verbietet nur eine Stadt Werbung im öffentlichen Raum: São Paulo in Brasilien, und das schon seit 2010.

Frankreich: Zu schnell kaputt
Mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe will Frankreich eingebaute Fehler, die zum vorzeitigen Verschleiß von langlebigen Verbrauchsgütern führen, als Betrug ahnden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist auf dem Weg. Niedersachsen will solche Art der Verbrauchertäuschung auch nicht hinnehmen. Landesverbraucherschutzminister Christian Meyer erwägt eine Verlängerung der Garantie bei bestimmten Produkten.

Hamburg: Steckdose für Cruiser
Die Bewohner des Elbufers können ein wenig aufatmen: Im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe werden ab diesem Sommer mit erneuerbarem Landstrom versorgt und können die luftverpestenden Dieselmotoren abstellen. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern, dass in Zukunft auch Containerschiffe zum Anschluss an den sauberen Landstrom verpflichtet werden.
 

1 2 3
Di, 2015-06-30 19:21
Washington (dpa)

Obama: Noch harte Verhandlungen bei Atomgesprächen mit Iran

Washington (dpa) - Bei den Atomgesprächen mit dem Iran stehen nach Einschätzung von US-Präsident Barack Obama noch harte Verhandlungen bevor. Ob es zu einem Erfolg komme, hänge von Teheran ab, sagte Obama am Dienstag in Washington. «Ich werde die Verhandlungen verlassen, falls es ein schlechtes Abkommen ist.» Entscheidend sei, dass sich der Iran an das vor Monaten vereinbarte Rahmenabkommen halte.

Kurz zuvor hatten sich die Verhandlungsführer in Wien geeinigt, die Frist für eine Einigung bei den Atomverhandlungen bis zum 7. Juli zu verlängern. Bei den Gesprächen geht es um die Gewissheit, dass der Iran keine Atombombe baut. Die Führung in Teheran möchte, dass der Westen seine Sanktionen so schnell wie möglich aufhebt.  

Di, 2015-06-30 22:11
Berlin (dpa)

Merkel ruft Religionen zu gegenseitiger Wertschätzung auf

Fastenzeiten wie der Ramadan der Muslime können der Selbstbesinnung dienen, sagt Kanzlerin Merkel. Dazu gehöre auch, mehr Offenheit für einander zu haben, ohne die eigenen Wurzeln zu vergessen.

Berlin (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat anlässlich des islamischen Fastenmonats Ramadan zu gegenseitiger Wertschätzung der Religionen aufgerufen. Bei einem Empfang in Berlin verwies die Kanzlerin am Dienstagabend vor Vertretern unterschiedlicher Glaubensrichtungen auf die weltweiten Gewalttaten im Namen einer Religion, zu oft leider im Namen des Islams.

Doch jede Ausgrenzung von Muslimen in Deutschland, jeder Generalverdacht verbiete sich, sagte Merkel. Die allermeisten Muslime seien rechtschaffene und verfassungstreue Bürgerinnen und Bürger. «Es ist offenkundig, dass der Islam inzwischen unzweifelhaft zu Deutschland gehört.» 

Zugleich verwies die Kanzlerin auf Übergriffe auf Gläubige und ihre Gotteshäuser, auf Synagogen, Moscheen und Kirchen. «Solche Taten richten sich gegen uns alle», sagte sie. Dies seien Anschläge auf die Glaubensfreiheit und auch auf die Demokratie. Als Bürger müsse man hier klar Stellung beziehen. Die Mehrheit dürfe keine schweigende Mehrheit sein.

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD), rief ebenfalls zu mehr gesellschaftlichem Zusammenhalt auf. Es sei wichtig, über Religionsgrenzen hinweg für Vielfalt einzutreten. Sie verurteilte Terroranschläge im Namen von Religionen sowie Ausgrenzung und Vorurteile gegen Menschen unterschiedlichen Glaubens. Phänomene wie Antisemitismus und Islamfeindlichkeit nähmen täglich zu. Um so wichtiger sei es, auf Begegnung und Austausch zu setzen.

Teilnehmer der Veranstaltung waren neben der Kanzlerin und der Integrationsbeauftragen unter anderem die Sprecherin des Koordinationsrats der Muslime in Deutschland, Nurhan Soykan, der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, und der Präsident des Zentralkomitees der Katholiken in Deutschland, Alois Glück.

Di, 2015-06-30 18:12
Brüssel (dpa)

Luxemburg übernimmt EU-Ratspräsidentschaft

Brüssel (dpa) - Luxemburg übernimmt am Mittwoch (1. Juli) für ein halbes Jahr die EU-Ratspräsidentschaft. Es ist das zwölfte Mal, dass das Gründungsmitglied der Europäischen Union diese Aufgabe innehat. Die luxemburgische Regierung will sich in dieser Zeit laut Programm vor allem für Wachstum und Jobs, Klimaschutz, die Flüchtlingspolitik, den Binnenmarkt und die außenpolitische Rolle der EU einsetzen.

Zudem dürfte die Griechenlandkrise die nächsten Monate das beherrschende Thema bleiben. Der Ratsvorsitz hat die Aufgabe, die Ministertreffen zu leiten und in der Gesetzgebung Kompromissvorschläge zwischen den Ländern und dem EU-Parlament und der EU-Kommission zu erarbeiten.

Alle sechs Monate wechselt die Ratspräsidentschaft zwischen den EU-Mitgliedsländern nach einer festgelegten Reihenfolge. Luxemburg übernimmt den Staffelstab von Lettland und wird ihn am 1. Januar nächsten Jahres an die Niederlande weitergeben.

Di, 2015-06-30 18:03
Damaskus (dpa) 

IS erobert Teil von Grenzstadt zurück - plant Türkei Intervention?

Die Kurden eroberten in Syrien eine wichtige Grenzstadt vom IS, doch die Extremisten geben sich nicht geschlagen. In der Türkei hält sich das Gerücht, die Armee wolle ins Nachbarland Syrien einmarschieren.

Damaskus (dpa) - Kämpfer der Terrormiliz IS haben einen Teil der wichtigen Grenzstadt Tell Abjad in Nordsyrien von kurdischen Einheiten zurückerobert. Die Dschihadisten kontrollierten Bereiche im Osten des Ortes, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Dienstag mit. Die Nachrichtenagentur Hawar, die den kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) nahe steht, berichtete von anhaltenden Kämpfen. Kurdische Einheiten hätten die sunnitischen IS-Extremisten eingekreist.

Die Volksschutzeinheiten hatten Tell Abjad vor zwei Wochen befreit und dem IS damit eine schwere Niederlage zugefügt. Vergangene Woche nahmen sie zudem den Ort Ain Issa ein und rückten bis auf rund 50 Kilometer an die IS-Hochburg Al-Rakka heran. Die Extremisten verloren ihre wichtigsten Nachschubwege in die Türkei.

Mit der Eroberung dehnten die Kurden ihre Kontrolle auf ein zusammenhängendes Gebiet aus, das sich Hunderte Kilometer entlang der Grenze zur Türkei ausdehnt. Die türkische Regierung befürchtet, dass die Kurden in Syrien einen eigenen Staat ausrufen und damit auch die Unabhängigkeitsbestrebungen der Kurden im eigenen Land anheizen könnten. Die YPG ist eng mit der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK verbunden.

Der türkische Oppositionsführer Kemal Kilicdarolu warnte am Dienstag vor einer Intervention der Armee im Bürgerkriegsland. «Bloß nicht», sagte der Chef der größten Oppositionspartei CHP der Tageszeitung «Hürriyet» (Dienstag). Die Regierung solle die Türkei nicht in ein Abenteuer stürzen. Kilicdaroglu reagierte damit auf Medienberichte über einen möglichen Einmarsch türkischer Truppen und der damit verbundenen Absicht, eine Pufferzone in Syrien einzurichten.

Der Sprecher des Präsidenten, Ibrahim Kalin, sagte am Dienstag, die Türkei plane keinen Alleingang in Syrien. Es sei jedoch Aufgabe eines Landes, seine Grenzen zu schützen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Präsident Recep Tayyip Erdogan machte vergangene Woche klar, dass die Türkei die Gründung eines solchen Staates nicht dulden werde.

Truppen des Regimes von Präsident Baschar al-Assad gelang es, in der umkämpften Stadt Hasaka im Nordosten Syriens IS-Kämpfer zurückzudrängen. Auch die Kurden, die den Norden der Stadt kontrollieren, eroberten einen Stadtteil von den Extremisten.

Di, 2015-06-30 18:46
Aviv (dpa)

Israeli stirbt nach Anschlag - Zugang zum Tempelberg begrenzt

Tel Aviv (dpa) - Ein Israeli, der bei einem Anschlag schwer verwundet wurde, ist an den Folgen seiner Schusswunden gestorben. Das berichteten israelische Medien am Dienstag. Er hatte in einem Wagen gesessen, der Montagnacht im Westjordanland an einer Straßenkreuzung beschossen worden war. Drei weitere Insassen wurden dabei verletzt.

Es war der zweite tödliche Angriff auf Israelis im Westjordanland binnen zwei Wochen. Am 19. Juni waren zwei Israelis nahe der Siedlung Dolev beschossen worden. Ein Mann starb. Die israelische Armee geht von einem terroristischen Hintergrund aus.

Zudem hatte eine Palästinenserin am Montag eine israelische Soldatin mit einem Messer angegriffen. Als Reaktion auf die Häufung der Angriffe in den vergangenen Wochen hat die israelische Armee nach eigenen Angaben am Dienstag den Zugang zum Tempelberg (Haram al-Scharif) beschränkt.

Di, 2015-06-30 18:40
York (dpa)

UN-Bericht: Jeder dritte Mensch ohne Zugang zu Toilette

Bis zum Jahr 2015 wollten die Vereinten Nationen den Zugang zu Toiletten deutlich steigern - und damit Krankheiten vorbeugen. Nun zeigt ein Bericht: Das Ziel wurde verfehlt - vor allem in ländlichen Regionen.

New York (dpa) - Jeder dritte Mensch auf der Erde hat keinen Zugang zu vernünftigen Toiletten. Das fördere die Verbreitung von Krankheiten und steigere die Kindersterblichkeit, bemängelt ein am Dienstag veröffentlichter Bericht des UN-Kinderhilfswerks Unicef und der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Demnach verfügen 2,4 Milliarden Menschen nicht über ausreichende sanitäre Anlagen. Fast eine Milliarde Menschen, genau 946 Millionen, verrichte die Notdurft im Freien. Gerade in ländlichen Regionen habe sich die Situation zu wenig verbessert, heißt es weiter.

Ursprünglich hatten die Vereinten Nationen in ihren im Jahr 2000 festgelegten Millenniumszielen angestrebt, die Zahl der Menschen mit Zugang zu sanitären Anlagen bis 2015 deutlich zu steigern. Seit 1990 hat sich die Situation dem Bericht zufolge zwar für etwa 2,1 Milliarden Menschen verbessert, anvisiert waren allerdings etwa 2,8 Milliarden Menschen. Heute würden 68 Prozent der Weltbevölkerung über vernünftige Toiletten verfügen, stellt der Bericht fest.

Die weitaus meisten Menschen ohne diese Möglichkeit leben demnach in ländlichen Regionen. 90 Prozent der Menschen, die ihre Notdurft im Freien verrichten, wohnen in Südasien und in Afrika südlich der Sahara.

«Solange nicht jeder Mensch Zugang zu angemessenen sanitären Anlagen hat, ist die Qualität der Wasserversorgung beeinträchtigt, und viele Menschen werden weiterhin an mit Wasser verbundenen Krankheiten sterben», erklärt Maria Neira, Leiterin der für öffentliche Gesundheit zuständigen WHO-Sektion. Dem Bericht zufolge sterben jeden Tag noch fast 1000 Kinder unter fünf Jahren an Durchfallerkrankungen, die mit schlechter Wasserqualität und mangelnden sanitären Anlagen zusammenhängen. Im Jahr 2000 waren es allerdings noch mehr als doppelt so viele.

Als Gründe dafür, warum das Millenniumsziel verfehlt wurde, nennt der Bericht unter anderem zu geringe Investitionen in den Bau von Toiletten und ungenügende Aufklärungskampagnen. «Bisher sah der globale Ansatz vor, dass die Reicheren vorangehen und die Ärmeren nachziehen», betont der Unicef-Vertreter Sanjay Wijesekera. «Doch wenn wir den Zugang für alle bis 2030 erreichen wollen, müssen wir sicherstellen, dass die Ärmsten sofort Fortschritte machen.»

Gleichwohl verzeichnet der Bericht auch Erfolge. So haben inzwischen 91 Prozent der Weltbevölkerung sauberes Trinkwasser. In den vergangenen 25 Jahren erhielten demnach etwa 2,6 Milliarden Menschen Zugang dazu, die Zahl steige weiter.

Mangelnde Hygiene und fehlendes Trinkwasser sind laut UN auch die Hauptprobleme bei der Bekämpfung von 16 der 17 sogenannten vernachlässigten tropischen Krankheiten - darunter Trachom oder Schistosomiase. Solche Krankheiten, die unter anderem zu Blindheit, Entstellungen und Tod führen können, bedrohen demnach 1,5 Milliarden Menschen in 149 Ländern.

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

 

Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 5.12

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

"Ich hab's nicht so mit Broteschmieren."

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“

Erschienen in Ausgabe 3.12

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Erschienen in Ausgabe 2.12

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!


Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Erschienen in Ausgabe 1.12

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!


Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

Erschienen in Ausgabe 6.11

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Immer noch - umweltschädlicher Becher Becher wird künftig vielleicht recycelt. ActiIrreführus - bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

Erschienen in Ausgabe 5.11

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Tödlich.  Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord. Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

Erschienen in Ausgabe 4.11
 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate "ausgesetzt". Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit "ausgesetzter" Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

Erschienen in Ausgabe 3.11
 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU.  Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen.  Erpresso Die Leere des Portemonnaies

Erschienen in Ausgabe 2.11
 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Schaurige Leistung. Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten. Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich. VW Das Böse.

Erschienen in Ausgabe 1.11

 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Wir fördern Gier und Pfusch. Statt Alternativen. Seit Jahren basteln wir fleißig an unserem grünen Image. Doch anstatt konsequent auf erneuerbare Energien zu setzen, plündern wir die letzten Ölreserven unseres Planeten – zum Beispiel im Golf von Mexiko. Ohne Skrupel. Ohne Rücksicht auf Verluste. Und ohne Plan B, falls was schiefgeht – wie jetzt. bp big problems

Erschienen in Ausgabe 4.10

Seiten