Aktuell

umweltschutz / 12.Feb 2016

Fasten für eine bessere Welt

Das vorösterliche Fasten ist ein wenig aus der Mode gekommen. Doch nun erfinden viele Menschen es neu: Warum nicht die vierzig Tage dazu nutzen, einen umweltfreundlicheren Lebensstil auszuprobieren? Wir haben vier Anregungen zusammengestellt.​

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archiv

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So, 2016-02-14 15:43
Istanbul (dpa)

Opposition fordert unabhängige Untersuchung im türkischen Cizre

Istanbul (dpa) - Kurz nach dem offiziellen Ende des Militäreinsatzes im türkischen Cizre hat die Opposition eine internationale Untersuchung unter Leitung der Vereinten Nationen (UN) gefordert. Sicherheitskräfte hätten dort «Verbrechen gegen die Menschlichkeit» begangen, heißt es in einem offenen Brief der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP vom Sonntag, der unter anderem an das UN-Sekretariat gerichtet ist. Das Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, wurde von dem HDP-Abgeordneten Faysal Sariyildiz verfasst. 

Weiter heißt es: «Während der Blockade, die unter dem Deckmantel einer Ausgangssperre durchgeführt wurde, haben Sicherheitskräfte der Regierung schwere Waffen inklusive Artillerie im Stadtzentrum benutzt». Es gebe zudem Hinweise auf den Einsatz von chemischen Waffen. Die Partei befürchte, die Vernichtung von Beweisen.

Die südosttürkische Stadt Cizre steht seit Mitte Dezember unter Ausgangssperre. Sicherheitskräfte gehen dort und in weiteren Bezirken des Südostens gegen die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK vor. Beide Parteien liefern sich regelmäßig heftige Gefechte.

Innenminister Efkan Ala hatte den Einsatz in Cizre am Donnerstag für beendet erklärt. Er sagte jedoch auch, dass die Ausgangssperre vorerst in Kraft bleibe.

So, 2016-02-14 16:01
Istanbul (dpa)

Bericht: 29 Kämpfer in Syrien durch Beschuss aus Türkei getötet

Istanbul (dpa) - Die türkische Armee hat nach einem Bericht 29 kurdische Kämpfer in Syrien durch Artilleriebeschuss getötet. Die Opfer habe es in der Region Asas im Norden Syriens gegeben, meldete die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu am Sonntag unter Berufung auf einen Kommandeur der Rebellengruppe Jabhat Schamija.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte dagegen mit, bei Angriffen am Samstag und Sonntag seien mindestens zwei Kämpfer getötet und sieben weitere verletzt worden. Die Nachrichtenagentur Hawar, die den kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) nahe steht, meldete ebenfalls zwei getötete Kämpfer. In der Region waren YPG-Einheiten und arabische Verbündete zuletzt gegen islamistische Rebellen vorgerückt.

Bei der YPG handelt es sich um den syrischen Ableger der verbotenen Arbeiterpartei PKK. Die kurdischen Volksschutzeinheiten gehören im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien zum wichtigsten Verbündeten des Westens. Die Türkei bekämpft jedoch die PKK und befürchtet, dass die YPG und ihre Verbündeten die gesamte Grenze zur Türkei unter ihre Kontrolle bringen. Die Kurden haben dort in großen Gebieten bereits eine Selbstverwaltung errichtet.

So, 2016-02-14 15:47
Berlin (dpa)

Bericht: Bundesanwaltschaft ermittelt gegen Verfassungsschützer

Berlin (dpa) - Die Bundesanwaltschaft prüft nach einem Zeitungsbericht Vorwürfe gegen einen Verfassungsschützer wegen des Verdachts auf Unterstützung einer ausländischen Terrorvereinigung. Der Mitarbeiter des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) soll vor Jahren einen Informanten finanziert haben, um das Vertrauen eines Drahtziehers in der Berliner Islamisten-Szene zu gewinnen. Das Ermittlungsverfahren richte sich «gegen einen namentlich bekannten und weitere namentlich nicht bekannte Mitarbeiter», teilte die Bundesanwaltschaft nach Angaben der «Berliner Morgenpost» mit.

Die Ermittlungen gingen zurück auf Schilderungen eines aus der Islamisten-Szene ausgestiegenen einstigen V-Mannes. Der Mann hatte im Vorjahr öffentlich erklärt, er habe den Auftrag gehabt, mit einer Spende in Höhe von 500 Euro das Vertrauen einer wichtigen Führungsfigur der Berliner Islamisten-Szene zu erlangen. Sein Kontaktmann beim Verfassungsschutz habe gewusst, dass das Geld für das Terrornetzwerk Al-Kaida bestimmt war. Das Geld habe der Verfassungsschutz eigens dafür bereitgestellt.

So, 2016-02-14 14:06
Leonding (dpa)

Streit um Kinderlärm: Vater schlägt Senioren mit Eisenstange nieder

Leonding (dpa) - Im Streit über den Lärm seiner Kinder soll ein Mann in Oberösterreich ein benachbartes Ehepaar mit einer Eisenstange geschlagen und lebensgefährlich verletzt haben. Die beiden Opfer, ein 74-Jähriger und seine 71-jährige Ehefrau, erlitten Kopfverletzungen. Der 41 Jahre alte Tatverdächtige habe sich entschuldigt, teilte die Polizei am Sonntag mit. Offenbar habe sich das Ehepaar des Öfteren über den Lärm der beiden kleinen Kinder des Mannes aus Leonding beschwert. Als die Senioren am Samstag auf der Straße spazierten, nahm der 41-Jährige laut Polizei eine Eisenstange von einer Baustelle und schlug auf die beiden ein. Zeugen hörten Schreie und holten Hilfe.

So, 2016-02-14 14:49
München (dpa)

Bayern geht mit Spezialeinheit gegen Scheinfirmen von Terroristen vor

München (dpa) - Islamistische Terroristen betrügen die staatlichen Kassen in Deutschland nach einem Bericht des Bayerischen Rundfunks mittels Scheinfirmen um Millionenbeträge. Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) sagte dem Sender, die Täter gerieten ins Visier der Ermittler, da die Mechanismen bei der Terrorfinanzierung denen der Organisierten Kriminalität ziemlich ähnlich seien. 

Dabei gehe es auch um Geldwäsche, sagte Söder. «Darum haben wir jetzt extra Einheiten gebildet, die sich mit diesen Terrorfragen beschäftigen, und die insbesondere bestimmte Geschäftsfelder, aber auch regionale Aktivitäten überprüfen, um den Sumpf trocken zu legen, der sich durch Terror ergibt.» Manchmal würden bis zu 10 000 Einzelbuchungen verfolgt, um ein spezielles Muster zu erkennen.

Dem Bericht zufolge hat eine unter anderem in Deutschland aktive Tätergruppe in einem komplex angelegten Geflecht aus Scheinfirmen ein internationales Betrugskonzept entwickelt, mit dem ein dreistelliger Millionenbetrag umgesetzt wurde. Von den Finanzkassen hätten die Täter einen zweistelligen Millionenbetrag an Umsatzsteuer zurückgefordert - für Umsätze, die nie getätigt wurden. In einer Telefonüberwachung sprechen die Täter den Angaben zufolge selbst von «Economic Jihad», also einem Gotteskrieg auf wirtschaftlicher Basis.

So, 2016-02-14 14:29
Berlin (dpa)

Grünen-Politiker Palmer will mehr Flüchtlinge abweisen

Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer von den Grünen eckt gern an in seiner Partei und gibt den «Bad Boy». Jetzt fordert er Zäune gegen unkontrollierte Einwanderung von Flüchtlingen. Und wird von Parteikollegen nicht nur scharf kritisiert, sondern auch verhöhnt.

Berlin (dpa) - Der Grünen-Oberbürgermeister von Tübingen, Boris Palmer, spricht sich in der Flüchtlingspolitik für einen härteren Kurs aus und erntet dafür erneut scharfe Kritik aus den eigenen Reihen. «Es sind nicht die Zeiten für Pippi-Langstrumpf- oder Ponyhof-Politik», sagte Palmer dem «Spiegel». «Wir müssen die unkontrollierte Einwanderung beenden. Das bedeutet nicht, dass wir niemanden mehr reinlassen, aber wir entscheiden, wer reinkommt.»

Die EU-Außengrenzen sollen nach dem Willen Palmers mit einem Zaun und bewaffneten Grenzern gesichert werden, um deutlich mehr Flüchtlinge als bisher abzuweisen. Er sei dafür, dass Deutschland großzügig Menschen in Not aufnimmt, aber eben nicht alle. Palmer forderte die Grünen auf, die von der Union geforderte Erweiterung der Liste sogenannter sicherer Herkunftsländer um Algerien, Tunesien und Marokko mitzutragen und nicht im Bundesrat zu blockieren.

Proteste von Grünen-Politikern ließen nicht lange auf sich warten - auch mit Blick auf die Wahl in Baden-Württemberg am 13. März. Die Grünen-Vorsitzende Simone Peter warf Palmer im «Tagesspiegel» (Montag) vor: «Wer Zäune und Mauern zur Begrenzung der Einwanderung von Flüchtlingen fordert, spielt in erster Linie rechten Hetzern in die Hände.» Der innenpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Bundestag, Volker Beck, und die «Grüne Jugend» machten sich im Kurznachrichtendienst Twitter über Palmer lustig.

«Ich glaube da hat ein südwestdeutscher OB zu viel Krummelus genascht», twitterte Beck in Anspielung auf Palmers Formulierung «Pippi-Langstrumpf-Politik». Krummelus-Pillen sind eine Wortschöpfung der Schriftstellerin Astrid Lindgren. Sie sollen in den Pipi-Langstrumpf-Kinderbüchern dafür sorgen, dass die Freunde Pipi, Annika und Thomas Kinder bleiben.

Die «Grüne Jugend» postete bei Twitter ein Bild, das den Oberkörper Wladimir Putins mit einem darauf montierten Kopf Palmers auf einem pinkfarbenen Einhorn zeigt, das unter einem Regenbogen hindurch reitet. Dazu heißt es: «Palmer will Zäune & weniger Ponyhof. Wir wollen weniger Zäune und konsequenten Menschrechtsschutz.»

Der streitbare Grünen-Politiker Palmer bringt regelmäßig seine Partei gegen sich auf. Der 43-Jährige hatte zuvor auch vor falscher Toleranz und einer Überforderung der Gesellschaft gewarnt. «Ich mache gern den Bad Boy, wenn es die Debatte weiterbringt», sagte Palmer dem «Spiegel». Es sei ein ungeheurer Kraftakt, etwas aufzugeben, was man 30 Jahre propagiert habe, sagte er mit Blick auf grüne Überzeugungen.

Seine Stadt Tübingen habe Probleme, den Andrang der Flüchtlinge zu bewältigen. In der Bevölkerung schwinde die Akzeptanz. «Spätestens seit den Übergriffen in der Silvesternacht in Köln kommen selbst grüne Professoren zu mir, die sagen: Ich habe zwei blonde Töchter, ich sorge mich, wenn jetzt 60 arabische Männer in 200 Meter Entfernung wohnen.»

Der Linken-Parteichef und Spitzenkandidat in Baden-Württemberg, Bernd Riexinger, attackierte Palmer mit den Worten: «Der reaktionäre Jungspund aus Baden-Württemberg betätigt sich wieder einmal als CSU-Sprecher und offenbart, wie die Grünen heute Politik machen: unsozial, ungerecht und scheinheilig.»

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So, 2016-02-14 14:21
Berlin (dpa)

«Dopingtests» für Autos - «Umweltabgabe» für Spritfresser?

Vor fünf Monaten wurde die Affäre um manipulierte Abgaswerte bei Volkswagen aufgedeckt. Seitdem wird über Konsequenzen diskutiert. Umstritten ist auch weiterhin, wie die schwächelnde Nachfrage nach Elektroautos angekurbelt werden kann.

Berlin (dpa) - Als Konsequenz der Abgasaffäre bei Volkswagen stellt Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) den Autobauern unangemeldete Abgastests in Aussicht. «Es wird Kontrollen für Kraftfahrzeuge im Stile von Dopingtests geben. Unangemeldet, jedes Jahr», sagte Dobrindt der «Bild am Sonntag». In der Diskussion um die Förderung von Elektroautos bringt Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) eine Abgabe für den Kauf besonders spritfressender Fahrzeuge ins Gespräch.

Dobrindt kündigte an: «Nach dem Zufallsprinzip werden Fahrzeuge beispielsweise über Autovermietungen ausgewählt und deren Schadstoffausstoß getestet.» Sein Ministerium wolle sicherstellen, dass Manipulationen nicht wieder passieren. Nach Dobrindts Worten sollen staatliche Prüfstände beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) aufgebaut werden. «Die Aufsicht über die Kontrollstellen hat das Bundesverkehrsministerium. Diese zusätzlichen Prüfungen sollen helfen, durch den VW-Skandal verspieltes Vertrauen in die Autoindustrie wiederherzustellen», sagte Dobrindt.

Im Januar hatte das Bundesverkehrsministerium bereits mehrere Neuregelungen in den Blick genommen. Technische Prüfdienste, die für einen Autohersteller tätig sind, sollten sich künftig in einer Rotation abwechseln, hatte ein Sprecher in Berlin mitgeteilt. Die VW-Untersuchungskommission des Ministeriums habe zudem vorgeschlagen, staatliche Prüfstände für Emissions-Nachmessungen aufzubauen. Damit könnten nach Ansicht von Experten wirtschaftliche Abhängigkeiten zwischen Prüfinstituten und Herstellern vermieden werden.

Außerdem sollen Hersteller dem KBA künftig ihre Motorsoftware offenlegen. Dadurch wäre es leichter, etwaige Abschaltvorrichtungen zu erkennen, mit denen ein Fahrzeug «merkt», ob gerade ein Abgastest läuft. Solche so genannten «Defeat Devices» stehen im Zentrum des VW-Abgasskandals: Die US-Umweltbehörde hatte Mitte September mitgeteilt, dass VW mit Hilfe einer solchen Software Stickoxid-Messwerte (NOx) von Dieselautos bei Tests auf Prüfständen manipuliert hat, um die Vorgaben der Behörden zu erfüllen. Manipuliert wurde bei Dieselmotoren in weltweit bis zu elf Millionen Autos verschiedener Konzernmarken.

Der Skandal hat die Diskussion um die Ankurbelung von emissionsarmen Elektroautos erneut angefacht. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) will eine Kaufprämie für Elektroautos zum Teil aus einer Abgabe für den Kauf besonders spritfressender Fahrzeuge finanzieren. «Ich habe großes Verständnis dafür, dass der Finanzminister Kaufanreize nicht aus dem Steuersäckel finanzieren will. Ich schlage deshalb eine Bonus-Malus-Regelung vor», sagte sie dem Nachrichtenmagazin «Der Spiegel».

Dabei gehe es um einen «fairen Ausgleich zwischen Fahrzeugen mit einem hohen CO2-Ausstoß und solchen, die mit geringen Emissionen zum Klimaschutz beitragen». Bei einem CO2-Ausstoß von 95 Gramm pro Kilometer wäre demnach ein einmaliger «Umweltbeitrag» von 50 Euro zu zahlen, «bei über 200 Gramm, da wäre man bei einem Porsche Cayenne, könnten 1000 Euro fällig werden». Als Alternative schlug Hendricks eine Anhebung der Dieselsteuer vor. «Derzeit zahlen Dieselfahrer insgesamt deutlich weniger Steuern als Benzinfahrer, auch wenn man die höhere Kfz-Steuer einrechnet», sagte sie. Da sei noch «genügend Spielraum» für eine Gegenfinanzierung der Elektroauto-Kaufprämie.

Derweil will Verkehrsminister Alexander Dobrindt als Anreiz für den Einsatz von E-Autos 15 000 zusätzliche Elektro-Ladesäulen in ganz Deutschland aufstellen lassen. Der CSU-Politiker sagte der «Bild am Sonntag»: «Dafür werden 300 Millionen Euro in die Hand genommen. Betrieben werden sollen diese Ladesäulen unter anderem von privaten Investoren. Für Supermarktketten, Shopping-Center oder Baumärkte kann das ein Geschäftsmodell sein.»

So, 2016-02-14 14:51
Kabul (dpa)

UN: Zahl der zivilen Opfer in Afghanistan erneut gestiegen

Der UN-Bericht zu zivilen Opfern in Afghanistan in 2015 enthält erschreckende Details: fast jedes vierte Opfer ist ein Kind, es gab vermehrt Exekutionen und Auspeitschungen von Frauen.

Kabul (dpa) - Im ersten Jahr nach Ende des Nato-Kampfeinsatzes in Afghanistan hat die Zahl der toten und verletzten Zivilisten einen neuen Höchststand erreicht. 11 002 Fälle hätten die Vereinten Nationen im Jahr 2015 verzeichnet, sagte die Chefin der Menschenrechtsabteilung der UN-Mission Unama, Danielle Bell, bei der Vorstellung des Zivilopferberichts in Kabul am Sonntag. Darunter seien 3545 Tote und 7457 Verletzte - 4 Prozent mehr als in 2014.

Die meisten Menschen wurden getötet (1116) oder verletzt (3021), als sie bei Gefechten der Konfliktparteien zwischen die Fronten gerieten. Besonders stark stiegen die Opferzahlen unter Frauen und Kindern: unter den Frauen um 37 Prozent auf 1246 Tote und Verletzte, unter den Kindern um 14 Prozent auf 2829. Damit sei fast jedes vierte Opfer ein Kind, sagte Bell.

Sie wies auch auf den «verstörenden Trend» hin, dass die Taliban vermehrt Frauen wegen «moralischer Verbrechen» exekutierten oder auspeitschten - ein Verhalten, das sich auch 2016 fortsetze. Afghanische Medien und Behörden berichteten allein in der vergangenen Woche von zwei Frauen, die ausgepeitscht wurden, und einer Frau, die erschossen wurde.

Einen starken Anstieg sahen die UN 2015 auch bei gezielten Morden an Zivilisten, zum Beispiel an Gemeindeführern, Mullahs, Richtern oder Regierungsmitgliedern.

Insgesamt machen die UN Taliban und andere Extremisten für 6858 tote und verletzte Zivilisten verantwortlich - 62 Prozent aller Opfer. 82 Fälle gehen auf das Konto der Terrormiliz Islamischer Staat.

Der Bericht sagt weiterhin, dass 14 Prozent der zivilen Opfer auf afghanische Streitkräfte zurückzuführen seien (ein Anstieg von 28 Prozent) und 2 Prozent auf internationales Militär. Obwohl der Nato-Kampfeinsatz 2014 zu Ende gegangen war, helfen Nato-Streitkräfte durch Luftangriffe und mit Spezialeinheiten am Boden aus. Die Mehrheit der weiteren Opfer war keiner Konfliktpartei zuzuordnen.

Die Taliban wiesen den UN-Bericht zurück. In einer am Abend (Ortszeit) verschickten Botschaft bezeichnete Talibansprecher Sabiullah Mudschahid den Bericht als «einseitig» und «Propaganda». Die Taliban versuchten immer, zivile Opfer zu vermeiden. Es stimme auch nicht, dass afghanische und internationale Streitkräfte zusammen nur 17 Prozent der Opfer zu verantworten hätten. Der Hauptgrund für zivile Opfer sei die fortgesetzte Anwesenheit internationaler Truppen in Afghanistan sowie ihre Luftschläge.

Seit Beginn der Zählung ziviler Opfer in 2009 hat die UN 58 736 Fälle verzeichnet - 21 323 Tote und 37 413 Verletzte. Sie zählt konservativ: Jedes Opfer muss durch drei Quellen bestätigt werden. Das wird zunehmend schwieriger, weil wegen der schlechten Sicherheitslage in den Provinzen viele UN-Büros geschlossen und Nichtregierungsorganisationen ihre Präsenz verkleinert haben. Experten nehmen an, dass es viel mehr undokumentierte Opfer gibt.

So, 2016-02-14 14:08
Lissabon/Madrid (dpa)

Überschwemmungen und Sturmwarnung im Norden Spaniens und Portugals

Lissabon/Madrid (dpa) - Ein Unwetter mit Sturm und Regen hat im Norden Spaniens und Portugals mehrere Wohngebiete, Fernstraßen und Bahnlinien unter Wasser gesetzt. Zwei Menschen wurden von Wassermassen mitgerissen und als vermisst gemeldet. Die Behörden lösten für einzelne Gebiete im Nordwesten der Iberischen Halbinsel am Sonntag wegen Sturmgefahr die höchste Alarmstufe aus. Bis zu sieben Meter hohe Wogen schlugen gegen die spanischen und portugiesischen Küsten.

In Portugal war der Verkehr auf der wichtigsten Bahnlinie des Landes zwischen Lissabon und Porto wegen Überschwemmungen auf zwei Abschnitten unterbrochen. Die Bahngesellschaft IP teilte mit, es sei nicht absehbar, wann der Verkehr wieder aufgenommen werde.

In Nordportugal und im Nordwesten Spaniens traten mehrere Flüsse über die Ufer. Im portugiesischen Bezirk Aveiro wurde ein Radfahrer vermisst, der von Wassermassen mitgerissen worden war. Bei der nordspanischen Küstenstadt Castro Urdiales wurde ein Fischer von einer Woge in den Atlantik gezerrt. Eine Suchaktion blieb zunächst erfolglos.

Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde
Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

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Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

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Großbritannien: Schlafende Konten
Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

Geht doch!

Es muss nicht immer das Auto sein


Ein innovatives Mobilitätskonzept für Helsinki soll Mensch und Umwelt zugute kommen.

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Finnlands Hauptstadt will die Blechlawinen eindämmen. Aber nicht mit Verboten, sondern mit einer attraktiven Mobilitäts-App: Mit einem Klick verrät diese das optimale Verkehrsmittel für die jeweilige Route. Die Kunden können flexibel Carsharing, Leihräder, Busse, Bahnen oder auch Kleinbusse nutzen. Diese holen Passagiere nach Bedarf ab und bieten Gratis-Wi-Fi. Bezahlt werden muss nicht jeder Fahrschein einzeln, das System rechnet die Fahrten zentral ab. Bis 2025 will die Stadtverwaltung Helsinkis das innovative Konzept einführen und dadurch den öffentlichen Nahverkehr so einfach und günstig machen, dass private Autos überflüssig werden. Stadtentwickler und Verkehrsplaner schwärmen schon heute von den neuen Perspektiven für die Bewohner: Aus Parkplätzen werden Radwege, Alleen oder Fußgängerzonen und aus Parkhäusern Wohnraum. Die kommunale Verkehrsexpertin Sonja Heikkilä ist überzeugt, dass sich diese Vision realisieren lässt, zumal die junge Generation Autos nicht mehr als Statussymbol betrachte. Ein Wermutstropfen bleibt allerdings: An Konzernen wie Google führt bei dieser Mobilitätsnutzung kein Weg vorbei. Der Fahrgast wird gläsern.
hsl.fi/en/strategy

 

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Hamburg/Dortmund: Draht nach Hause
Angeblich um eine illegale Nutzung zu verhindern, stellen die Behörden in Flüchtlingsheimen oft keinen Internetzugang bereit. Private Initiativen wie die Freifunker wollen das ändern: Sie stellen WLAN-Router zur Verfügung und ermöglichen Hunderten von Flüchtlingen, mit ihren Familien in Kontakt zu bleiben, online Deutsch zu lernen oder sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden.
freifunk.net

USA: Ölfressende Pflanzen
Biologisch abbaubare Substanzen sollen in Zukunft Ölteppiche beseitigen. Aus Pflanzen entwickelten US-Wissenschaftler einen als Phytol bezeichneten Alkohol, der den Ölfilm zusammendrängt. Die organischen Moleküle werden im Wasser gespalten und abgebaut. Aufgelegt wurde das Forschungsprogramm nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko im Jahr 2010. Finanziert hat es ausgerechnet der Mineralölkonzern BP.

Kopenhagen: Reste à la carte
Im dänischen Restaurant „Rub & Stub“ kommt seit Herbst 2014 auf den Tisch, was sonst im Müll gelandet wäre. Das nachhaltige Konzept kommt gut an – die Gäste stehen Schlange und sind gespannt darauf, welches Menü die Küchencrew aus den gelieferten Zutaten zaubert. In Amsterdam und Berlin macht das Experiment Schule. „Restlos glücklich“ heißt der deutsche Ableger. Das deutsche Start-up rief Mitte August eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben. Die Macher wollen nicht nur Lebensmittel retten, sondern auch ihre Gäste zum Nachdenken über ihren Umgang mit Nahrungsmitteln anregen.

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So, 2016-02-14 14:04
Washington (dpa)

Heftiger Streit nach Tod von Oberstem US-Richter Scalia

Das höchste Gericht der USA hat oft bei wichtigen Gesetzen das letzte Wort. Daher ist es enorm wichtig, ob es eher konservativ oder liberal ausgerichtet ist. Jetzt ist ein Platz plötzlich leer geworden - und es stehen wichtige Entscheidungen des Gerichtshofes an.

Washington (dpa) - Der überraschende Tod eines erzkonservativen Richters am Obersten Gerichtshof der USA hat neuen Zündstoff in den ohnehin schon erbitterten Wahlkampf gebracht. Führende Republikaner forderten, dass Präsident Barack Obama die Nominierung eines Nachfolgers für Richter Antonin Scalia dem nächsten Amtsinhaber überlässt. Anderenfalls drohen sie mit der Blockade eines Kandidaten.

Dennoch hat der Demokrat Obama angekündigt, dass er handeln werde. Der Senat muss aber seinem Bewerber zustimmen - und dort haben die Republikaner derzeit eine Mehrheit.

Das höchste Gericht in den USA hat generell ein größeres Gewicht als in den meisten anderen Ländern. Weil Parteienstreit im Kongress oft einen breiten Konsens verhindert, wird der Supreme Court immer wieder von der einen oder anderen Seite eingeschaltet, um bei Gesetzen ein Machtwort zu sprechen. Das macht ihn zu einer Art Ersatzparlament.

Von der Neubesetzung hängt es ab, ob künftig liberale oder konservative Richter im Supreme Court auf längere Sicht das Sagen haben. Die Richter dort werden auf Lebenszeit gewählt.

Scalia, unter anderem ein strikter Abtreibungsgegner und Befürworter der Todesstrafe, war am Samstag während eines Urlaubs in Texas im Alter von 79 Jahren gestorben. Mit ihm hatten die konservativen Richter eine Mehrheit von fünf zu vier Stimmen, viele Urteile fielen entlang dieser Linien.

In diesem Jahr stehen noch einige wichtige Entscheidungen an, so über die von den Republikanern angefochtene Anordnungen Obamas zum Klimaschutz und zur Lockerung von Einwanderungsregeln.

Bei einem Patt von vier zu vier Stimmen hätte die vorausgegangene Entscheidung der bisher höchsten gerichtlichen Instanz Bestand. Das würde etwa im Fall der Immigration bedeuten, dass Obamas Verfügung ausgesetzt bliebe.

Der republikanische Fraktionschef im Senat, Mitch McConnell, forderte nach Scalias Tod prompt: «Das amerikanische Volk sollte eine Stimme bei der Auswahl ihres nächsten Supreme-Court-Richters haben. Deshalb sollte der leere Platz nicht besetzt werden, bevor wir einen neuen Präsidenten haben.»

Auch republikanische Präsidentschaftsbewerber forderten in einer TV-Debatte am Samstagabend (Ortszeit) in South Carolina einhellig, die Entscheidung über die Nachfolge auf die Zeit nach der Präsidentenwahl im November zu vertagen. Sollte sich Obama darüber hinwegsetzen und einen moderaten Kandidaten nominieren, dann müsse der Senat ihn stoppen, sagte beispielsweise Multimilliardär Donald Trump, der derzeit das republikanische Feld anführt.

Sein erzkonservativer Mitbewerber Ted Cruz sagte, die Entwicklung unterstreiche die Bedeutung der kommenden Wahl. Es müsse verhindert werden, dass ein künftig liberalerer Supreme Court zivile Rechte der Bürger beschneide.

Scalia war vom damaligen republikanischen Präsidenten Ronald Reagan nominiert worden und seit 1986 im Obersten Gericht. Er galt als Anhänger einer strikten Auslegung der Verfassung in ihrem ursprünglichen Sinn. Unabhängig von den politischen Differenzen würdigten aber auch Obama und andere Demokraten Scalia am Samstag als einen «brillanten juristischen Kopf» und eine «bemerkenswerte Persönlichkeit».

So, 2016-02-14 14:23
München (dpa)

Die wichtigsten Zitate bei der Münchner Sicherheitskonferenz

München (dpa) - Der russische Regierungschef Dmitri Medwedew hat bei der Münchner Sicherheitskonferenz mit drastischen Worten zur Ost-West-Konfrontation für Furore gesorgt. Dazu gab es zahlreiche Reaktionen. Nachfolgend die wesentlichen Zitate bei der Sicherheitskonferenz vom Wochenende: 

«Wir sind in die Zeiten eines neuen Kalten Krieges abgerutscht.»

(Der russische Regierungschef Dmitri Medwedew am Samstag zur Konfrontation zwischen Ost und West.)

«Kann es wirklich sein, dass wir noch eine dritte weltweite Erschütterung brauchen, um zu verstehen, wie nötig jetzt die Zusammenarbeit ist und nicht die Konfrontation?»

«Ich bin zuversichtlich, dass wir heute weiser, erfahrener und verantwortungsbewusster sind.»

(Medwedew zum selben Thema.)

«Wir sollten den Rat von Präsident Kennedy während seines Berlin-Besuchs im ersten Jahr dieser Sicherheitskonferenz beherzigen: «Richten Sie den Blick über die Gefahren des Heute,» sagte er, «auf die Hoffnung des Morgen.»»

(US-Außenminister John Kerry am Samstag nach der Rede Medwedews in Anspielung auf die «Ich bin ein Berliner»-Rede von John F. Kennedy im Jahr 1963.)

«Wir wollen keinen neuen Kalten Krieg.»

(Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Samstag.)

«Ich habe ihn so verstanden: Wir müssen eine Situation vermeiden, die in einen Kalten Krieg führt.»

(Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier am Samstag in Reaktion auf Medwedews Rede.)

«Das einzige, das sich an Herrn Putins Einstellung geändert hat, ist, dass sein Appetit beim Essen steigt.»

(US-Senator John McCain am Sonntag über den russischen Präsidenten Wladimir Putin.)

«Wahrscheinlich stehen wir sogar vor einem heißen Krieg.»,

(Die litauische Präsidentin Dalia Grybauskaite am Samstag.)

«Die alten Instinkte scheinen also immer noch da zu sein.»

(Der russische Außenminister Sergej Lawrow am Samstag über die neue Konfrontation zwischen Ost und West.)

«Heute gibt es für die meisten Syrer keinen Hoffnungsschimmer.»

(Der Chef des Hohen Verhandlungskomitees der Regimegegner, Riad Hidschab, am Sonntag in München.)

«In Syrien gibt es keinen Bürgerkrieg, das sind Ihre Flugzeuge, die die Zivilbevölkerung bombardieren, Herr Putin.»

(Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko am Samstag an die Adresse des nicht anwesenden russischen Präsidenten Wladimir Putin.)

«Ein ganzes Krisengebräu kocht da gegenwärtig hoch in Europa. (...) Wir müssen um Europa kämpfen.»

(Steinmeier am Samstag)

«Es wird weitere Angriffe geben, große Anschläge geben, so viel ist sicher.»

(Frankreichs Premierminister Manuel Valls am Samstag über mögliche weitere islamistische Terrorattacken in der Art der Pariser Anschläge.)

«Kanzlerin Merkel und andere Führungspersönlichkeiten haben bemerkenswerten Mut bewiesen.»

(Kerry am Samstag zur Bewältigung der Flüchtlingskrise in Europa.)

«Ich hoffe, sie hat Erfolg. Das sage ich jetzt wirklich mit einem heißen Herzen. (...) Ich will mir jetzt gar nicht vorstellen, wenn das nicht funktionieren würde, was wir dann für Probleme haben.»

(Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer, CSU, am Samstag am Rande des Staatsempfangs anlässlich der Sicherheitskonferenz über Kanzlerin Angela Merkel, CDU, und den EU-Gipfel zur Verteilung der Flüchtlinge in Europa.)

«Die Erwartung der Partner ist es, dass wir uns nicht kleiner machen als Dänemark.»

(Der Chef der Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, am Freitag, über ein stärkeres militärisches Engagement Deutschlands gegen die Terrormiliz Islamischer Staat.)

«Ich bin übrigens als Ministerpräsident in meinem eigenen Land noch nie so kontrolliert worden wie heute.»

(Seehofer, der am Samstag vor einem Treffen mit Russlands Regierungschef Dmitri Medwedew mit seinem Wagen in eine Polizeikontrolle geriet.)

So, 2016-02-14 14:16
München (dpa)

Konferenz der Kälte Von Michael Fischer und Ansgar Haase, dpa

Die Münchner Sicherheitskonferenz begann mit einem Funken Hoffnung. Nach drei Tagen ist der aber fast schon wieder verglüht. Misstrauen und Konfrontation beherrschen die Tagung - nicht nur in Sachen Syrien.

München (dpa) - Das offizielle Programm einer Münchner Sicherheitskonferenz umfasst etwa 20 Stunden Reden und Diskussionen. Am Ende sind es aber meist nur ganz wenige Sätze, die über den Tag hinaus in Erinnerung bleiben. In diesem Jahr ist es vor allem ein Satz. Er stammt vom russischen Ministerpräsidenten Dmitri Medwedew und lautet: «Wir sind in die Zeiten eines neuen Kalten Krieges abgerutscht.»

Die düstere Analyse von Medwedew, vorgetragen im Auftrag von Kremlchef Wladimir Putin, sorgte in München für viele Debatten. «Wir sind bestimmt nicht in einem Kalten Krieg», meinte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier. Die litauische Präsidentin Dalia Grybauskaite fand die Lagebeschreibung des russischen Ministerpräsidenten dagegen sogar verharmlosend. Mit Blick auf das militärische Vorpreschen Russlands in der Ukraine und in Syrien sagte sie: «Das ist alles andere als kalt - das ist jetzt schon heiß.»

Der Wunsch von Konferenzchef Wolfgang Ischinger, dass von München ein Signal der Hoffnung und des neuen Vertrauens ausgehen sollte, blieb jedenfalls ein frommer. Dabei waren die Voraussetzungen gar nicht so schlecht.

Unmittelbar vor Beginn der Konferenz einigten sich fast alle für die Lösung des Syrien-Konflikts wichtigen Akteure in einer Nachtsitzung auf ein Papier, das die Fortsetzung des noch jungen Friedensprozesses ermöglichen soll. Es sieht humanitäre Hilfe für belagerte Gebiete und eine Feuerpause innerhalb einer Woche vor.

Die dringend benötigte humanitäre Hilfe ließ aber auch am Sonntag auf sich warten. Die vom Westen kritisierten Bombenangriffe der russischen Luftwaffe hielten an. Medwedew sprach gleichzeitig in München davon, dass Vertrauen wiederhergestellt werden müsse. «Kann es wirklich sein, dass wir noch eine dritte weltweite Erschütterung brauchen, um zu verstehen, wie nötig jetzt die Zusammenarbeit ist und nicht die Konfrontation?», fragte er. Der Prozess der Vertrauensbildung müsse ohne Vorbedingungen sofort beginnen.

Das aktive Eingreifen russischer Streitkräfte in den Syrien-Konflikt hat dazu geführt, dass Russland wieder als unverzichtbarer Player auf dem internationalen Parkett wahrgenommen wird. Moskau kann sich mittlerweile erlauben die Hand entgegenstrecken, ohne Gefahr zu laufen, als Bittsteller angesehen zu werden. Noch 2014 verspottete US-Präsident Barack Obama das größte Land der Erde als «Regionalmacht». In München nennt Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg Russland nun wieder eine «internationale Macht» - zum ersten Mal in einer großen Rede.

Sind die entgegenkommenden Worte Russlands ernst zu nehmen? Die dazu passenden Taten fehlen jedenfalls. Putin wolle das Regime von Baschar al-Assad stützen und die Machtposition Russlands im Nahen und Mittleren Osten stärken, wetterte der republikanische US-Senator John McCain in München. «Das einzige, das sich an Herrn Putins Einstellung geändert hat, ist, dass sein Appetit beim Essen steigt.»

Wenn am Wochenende etwas die Syrien-Diplomatie vorangebracht haben sollte, dann waren es nicht die Redebeiträge in München, sondern ein Telefonat zwischen Washington und Moskau. Putin und US-Präsident Barack Obama stellten sich dabei hinter die Vereinbarung von München zur Feuerpause. Immerhin.

Wie schwer die Umsetzung eines solchen Abkommens ist, zeigt aber das Beispiel Ostukraine. Ein Jahr nach dem Minsker Friedensplan gibt es dort immer noch Kämpfe. Bei einem Außenministertreffen am Rande der Sicherheitskonferenz zogen Russland, die Ukraine, Deutschland und Frankreich eine ernüchternde Bilanz. «Die offenen Punkte lassen sich leicht benennen, aber bleiben schwer zu lösen», sagte Steinmeier nach dem Treffen.

Fast ebenso düster wie die Aussichten auf Frieden in der Ukraine und Syrien sind die auf ein gemeinsames Vorgehen der EU in der Flüchtlingskrise. Kurz vor einem wegweisenden EU-Gipfel an diesem Donnerstag und Freitag in Brüssel machte der französische Premierminister Manuel Valls in München klar, dass die Weichen weiter auf Konfrontation stehen - und dass Kanzlerin Angela Merkel mit ihrem Kurs ziemlich alleine dasteht. «Frankreich hat sich engagiert, 30 000 Flüchtlinge aufzunehmen. Dazu sind wir bereit, aber nicht zu mehr», ließ Valls am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz erklären. Wohl kaum deutlicher hätte Deutschlands wichtigster Partner in der EU deutlich machen können, wo die Grenzen von Partnerschaft liegen.

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Royale Reneklode

(Prunus domestica subsp. italica)
Sie ist die wenig bekannte Königin der Hauspflaumen – oder zumindest eine ziemliche Prinzessin auf der Erbse. Und sie hat ihren hässlichen Namen auf keinen Fall verdient. Warum, erfahren Sie hier

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Das Deutsche verdankt dem Französischen wohlklingende Worte wie Aubergine, Bonbon und Croûton. Auch Éclair und Filet sind Einwanderer, die nicht zur Überintegration gezwungen wurden, ganz anders als die Kuvertüre und die Reneklode. Ein Wort, das sich im Mund nicht wie Steinobst, sondern wie ein Stein anfühlt und nur entfernt an seine Herkunft erinnert. Können Sie das Original aus dem Ärmel schütteln, aus der Lamäng (la main), wie der Deutsche sagt? Reine-Claude, Königin Claudia, nennen unsere Nachbarn die rare Süße. Ränklod müssten wir schreiben, wenn wir – wie im Fall der Kuvertüre – wenigstens den Klang des Wortes nachahmen wollten. Aber das wäre noch hässlicher.

Claudia von Frankreich war eine Renaissance-Dame, die Franz dem Ersten zwischen 1515 und 1524 acht Kinder gebar, jung starb und wenn vielleicht nicht den König, so doch Renekloden über alles geliebt haben soll. Es ist nicht klar, ob die Früchte möglicherweise auch nach dem Obstkundler René Claude heißen könnten. Auf jeden Fall dürften sie zu Reine Claudes Zeit der Dernier Cri (letzte Schrei) gewesen sein. Kam das aus Armenien stammende Rosengewächs – anders als das Gros der Pflaumenarten – doch nicht schon in der Antike, sondern erst im Spätmittelalter nach Europa.

Zart (délicate) wie ihre Namenspatronin und damit im Wortsinn eine Delikatesse ist die Reneklode. In der weitverzweigten Pflaumenfamilie ist sie die Prinzessin auf der Erbse: Sie ist schwer zu finden, und man erkennt sie an ihrer empfindlichen Haut. Weil sie behandelt werden will wie ein rohes Ei und schnell verdirbt, drückt sich der Handel vor ihr. Liebhaber pflanzen sie am besten im eigenen Obstgarten oder finden sie mit Glück auf dem Wochenmarkt – und auch dort nur selten. Von allen Vertreterinnen ihres Klans hat sie die kürzeste Ernteperiode. Renekloden reifen nur im Juli und August.

Doch der Beschaffungsaufwand lohnt sich. Das aprikosengroße, runde Obst, das je nach Sorte grasgrün, gelblich grün oder rötlich violett leuchtet, ist nicht nur erfrischender und saftiger als Hauspflaumen, Mirabellen und Zwetschgen, es hat dank seines würzigen Spiels von Süße und Säure auch ein intensiveres Aroma als die bürgerliche Verwandtschaft. Frisch vom Baum schmecken die im süddeutschen Raum auch Reinklaue, Ringlo oder Renglotta genannten Früchte am besten. Ihr üppiges grünweißes Fruchtfleisch ist meist fest mit dem Kern verwachsen, sodass die Verarbeitung – außer im Rezept rechts – mühsam ist. Für unverdrossene Fruchtpuler eignen sich Konfitüre (confiture) und Mus hervorragend zum Transport eines Stückchens Sommer in die kalte Jahreszeit. Renekloden passen aber auch zu Deftigem wie Wild und dunklen Soßen. Und falls es danach ein Digestif (Verdauungsschnaps) sein darf: Reneklodenbrände sind rar, aber umwerfend.

Gesund ist Ihre Majestät sowieso. Sie enthält mehr Eisen als andere Arten und viel weniger Zucker als ihr Geschmack vermuten lässt. Außerdem ist sie reich an Kalium, Vitamin A und hilft gegen Vitamin-B-Mangelsymptome wie eingerissene Mundwinkel. Und eben diese sollten wir nicht hängen lassen. Es muss doch möglich sein, eine Frucht von solcher Qualität formschön ins Deutsche zu übertragen. Die Schweizer nennen sie Edel-, die Österreicher Zuckerpflaume. Die Norweger und Italiener übersetzen unfrei: Reine-Claude und regina claudia. Und wir? Finden im Duden doch noch die alternative Schreibweise Reineclaude. Es ist nicht die empfohlene, aber bitte greifen Sie zu! Und genießen Sie den Augenschmaus. Wir schreiben doch hier auch nicht Allasäsong drüber.

Frisch vom Baum gibt's die Reneklode ab August.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen
 

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So, 2016-02-14 14:02
Berlin (dpa)

Autobauer müssen mit Abgastests «im Stile von Dopingtests» rechnen

Vor fünf Monaten wurde die Affäre um manipulierte Abgaswerte bei Volkswagen aufgedeckt. Seitdem wird über Konsequenzen für die ganze Branche diskutiert - die Emissionstests stehen schließlich seit längerem in der Kritik.

Berlin (dpa) - Als Konsequenz der Abgasaffäre bei Volkswagen stellt Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) den Autobauern unangemeldete Abgastests in Aussicht. «Es wird Kontrollen für Kraftfahrzeuge im Stile von Dopingtests geben. Unangemeldet, jedes Jahr», sagte Dobrindt der «Bild am Sonntag». «Nach dem Zufallsprinzip werden Fahrzeuge beispielsweise über Autovermietungen ausgewählt und deren Schadstoffausstoß getestet.» Sein Ministerium wolle sicherstellen, dass solche Manipulationen nicht wieder passieren.

Nach Dobrindts Worten sollen staatliche Prüfstände beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) aufgebaut werden. «Die Aufsicht über die Kontrollstellen hat das Bundesverkehrsministerium. Diese zusätzlichen Prüfungen sollen helfen, durch den VW-Skandal verspieltes Vertrauen in die Autoindustrie wiederherzustellen», sagte Dobrindt.

Im Januar hatte das Bundesverkehrsministerium bereits mehrere Neuregelungen in den Blick genommen. Technische Prüfdienste, die für einen Autohersteller tätig sind, sollten sich künftig in einer Rotation abwechseln, hatte ein Sprecher in Berlin mitgeteilt. Die VW-Untersuchungskommission des Ministeriums habe zudem vorgeschlagen, staatliche Prüfstände für Emissions-Nachmessungen aufzubauen. Damit könnten nach Ansicht von Experten wirtschaftliche Abhängigkeiten zwischen Prüfinstituten und Herstellern vermieden werden.

Außerdem sollen Hersteller dem KBA künftig ihre Motorsoftware offenlegen. Dadurch wäre es leichter, etwaige Abschaltvorrichtungen zu erkennen, mit denen ein Fahrzeug «merkt», ob gerade ein Abgastest läuft. Solche so genannten «Defeat Devices» stehen im Zentrum des VW-Abgasskandals: Die US-Umweltbehörde hatte Mitte September mitgeteilt, dass VW mit Hilfe einer solchen Software Stickoxid-Messwerte (NOx) von Dieselautos bei Tests auf Prüfständen manipuliert hat, um die Vorgaben der Behörden zu erfüllen. Manipuliert wurde bei Dieselmotoren in weltweit bis zu elf Millionen Autos verschiedener Konzernmarken.

Die Grünen sprachen angesichts Dobrindts Vorschlag von einem «schlechten Witz» und warfen dem Minister vor, mehr die Interessen der Autoindustrie als den Umwelt- und Verbraucherschutz zu verfolgen. «Das Kraftfahrtbundesamt hat bisher bei der Kontrolle der Autoindustrie versagt, warum sollte das auf einmal anders werden?», fragte Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter in einer Mitteilung. Die Fraktion der Linken kritisierte: «Was nützen die besten Dopingtests, wenn Doping im großen Stil erlaubt bleiben soll und nicht mal ein Sanktionskatalog für Dopingsünder zur Debatte steht.»

Der ADAC unterstützt die Pläne der Bundesregierung dagegen: «Das Vorhaben, unangemeldete Messungen durchzuführen und die Ergebnisse offenzulegen, geht in die richtige Richtung», sagte ADAC-Vizepräsident Thomas Burkhardt laut Mitteilung. «Zusätzlich sollten jedoch auch die tatsächlichen Emissionswerte über eine kontinuierliche Feldüberwachung nachvollziehbar erhoben werden, um höchstmögliche Transparenz für die Autofahrer in Deutschland zu schaffen.»

Angesichts des VW-Skandals dringt die schwarz-rote Koalition auf generelle Änderungen bei Abgasmessungen. «Um verloren gegangenes Vertrauen wiederzugewinnen, müssen die Aussagekraft von Emissionstests deutlich verbessert und umfassende Transparenz hergestellt werden», heißt es in einem Antrag von Union und SPD, über den der Bundestag voraussichtlich an diesem Donnerstag (18.2.) beraten soll.

Neuregelungen hat auch eine von Dobrindt eingesetzte Kommission zur Untersuchung des VW-Skandals vorgeschlagen. SPD-Fraktionsvize Sören Bartol sagte: «Manipulationen wie bei Volkswagen müssen in der Zukunft verhindert werden. Ansonsten leidet das Vertrauen der Verbraucher.» Notwendig seien mehr Transparenz und eine bessere staatliche Kontrolle.

In der EU rücken derweil realistischere Abgastests für Dieselfahrzeuge näher. Die EU-Länder stimmten am Freitag dem neuen Rechtsrahmen in Brüssel zu. Künftig sollen die Emissionen im Straßenverkehr und nicht im Labor getestet werden. Allerdings sollen jahrelang noch großzügige Abweichungen von geltenden Grenzwerten erlaubt sein. Das Europaparlament hatte bereits in der vergangenen Woche de facto zugestimmt.

So, 2016-02-14 13:38
Neu-Anspach (dpa)

Politiker unterstützen freien Eintritt für Flüchtlinge im Hessenpark

Seit fünf Monaten können sich Flüchtlinge kostenlos den Hessenpark anschauen. Plötzlich hagelt es Beschimpfungen. Die Politik stellt sich hinter das Freilichtmuseum in Hessen.

Neu-Anspach (dpa) - Die Betreiber eines Freilichtmuseums in Hessen bekommen von der Politik Unterstützung gegen massive Anfeindungen für ihre Entscheidung, Flüchtlingen freien Eintritt zu gewähren. «Es ist ein Beitrag zur Integration», sagte Finanzstaatssekretärin Bernadette Weyland (CDU) am Samstag im Museum Hessenpark in Neu-Anspach nördlich von Frankfurt. Sie ist dort auch Aufsichtsratschefin. Auch Vertreter von SPD, Grünen, FDP und Linken kamen in den Hessenpark, um Flagge gegen die Anfeindungen zu zeigen, mit denen die Mitarbeiter seit einer Woche zu kämpfen haben. Diese kamen überraschend, weil dort begleitete Flüchtlingsgruppen schon seit fünf Monaten kostenfreien Eintritt haben.

Im Internet wurde unter anderem mit dem Kommentar «Diskriminierung gegen uns Deutsche» ein Foto der Preisliste (8 Euro/Erwachsener) des Hessenparks veröffentlicht und zu Kommentaren aufgefordert. «Wir haben auch sehr heftige Mails und Beschimpfungen am Telefon erhalten», sagte eine Mitarbeiterin. Die schlimmsten Kommentare seien an die Polizei weitergeleitet worden. Diese ermittle wegen des Verdachts der Beleidigung und Volksverhetzung. Hessens SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel teilte mit: «Die Verbreitung von Hetze, Drohungen und Beleidigungen in übelster Form sind nicht zu tolerieren.»

Nach Worten der Museumsmitarbeiterin gab es auch viele positive Zuschriften. Darin sei der Hessenpark bestärkt worden, sich nicht einschüchtern zu lassen. Insgesamt hätten bislang 244 Flüchtlinge das Gratisangebot angenommen - bei 215 000 Besuchern im vergangenen Jahr. Flüchtlinge können auch viele andere Museen in Hessen kostenlos besuchen. Beschwerden darüber gab es bislang nach Recherchen der Deutschen Presse-Agentur kaum.

So, 2016-02-14 13:07
Jerusalem (dpa)

Drei palästinensische Angreifer im Westjordanland erschossen

Jerusalem (dpa) - Drei palästinensische Angreifer sind am Sonntag bei Zwischenfällen im Westjordanland erschossen worden. Nach Angaben der Armee hatten Palästinenser westlich von Dschenin Steine auf Autos geworfen. Herbeigerufene Soldaten seien mit einem Gewehr beschossen worden und hätten dann zwei Angreifer mit Schüssen getötet.

An einem Kontrollpunkt am südöstlichen Rand Jerusalems wurde später ein Palästinenser erschossen, der nach Polizeiangaben mit einem gezückten Messer auf Sicherheitskräfte zugelaufen war.

Am Samstag war in der Nähe der Patriarchengräber in Hebron im südlichen Westjordanland eine Palästinenserin durch Schüsse tödlich verletzt worden. Sie hatte nach Militärangaben versucht, einen israelischen Soldaten mit einem Messer anzugreifen.

Bei einer Gewaltwelle in Nahost sind seit Anfang Oktober 26 Israelis getötet worden. Mehr als 170 Palästinenser kamen ums Leben, die meisten von ihnen wurden bei ihren eigenen Anschlägen von Sicherheitskräften erschossen. Als Auslöser galt ein Streit um Besuchs- und Gebetsrechte auf dem Tempelberg in Jerusalem, der Juden und Muslimen heilig ist. Inzwischen hat die Gewalt jedoch eine Eigendynamik entwickelt.

So, 2016-02-14 13:03
Lagos (dpa)

Knapp 30 Tote bei Boko-Haram-Angriffen auf Dörfer in Nigeria

Lagos (dpa) - Bei zwei Angriffen der islamistischen Terrororganisation Boko Haram auf Dörfer im Nordosten Nigerias wurden nach Angaben eines Anwohners 28 Menschen getötet. Die bewaffneten Kämpfer griffen im Ort Yakshari im Bundesstaat Borno eine Moschee an und töteten 20 Menschen, erklärte Dorfbewohner Rabiu Inuwa am Sonntag.

Die Terroristen hätten den Opfern die Kehle durchgeschnitten oder sie erschossen. Bei einem separaten Angriff auf das nahe Dorf Kachifa wurden acht Menschen getötet, wie Inuwa weiter sagte. 

Die nigerianischen Behörden machten zunächst keine Angaben zu den Angriffen vom Freitagabend. Im gleichen Bezirk hatten mutmaßliche Boko-Haram-Kämpfer erst am Donnerstag einen Minibus überfallen und sechs Passagiere erschossen.

Der Bezirk Damboa liegt nur rund 40 Kilometer von Chibok entfernt, wo die sunnitischen Fundamentalisten im April 2014 mehr als 200 überwiegend christliche Schülerinnen entführt haben. Sie befinden sich weiter in der Gewalt von Boko Haram. 

Die Gruppe will im Nordosten Nigerias und angrenzen Gebieten einen sogenannten Gottesstaat errichten. Bei Angriffen und Anschlägen der Extremisten sind seit 2009 mindestens 14 000 Menschen getötet worden.

So, 2016-02-14 13:20
Istanbul (dpa)

Türkische Armee beschießt Kurden im Norden Syriens

Wenig bereitet der Türkei solche Sorgen wie Erfolge kurdischer Kämpfer in Nordsyrien - selbst wenn diese gegen Islamisten vorgehen. Am Wochenende beschoss die Armee neu eroberte Stellungen der Einheiten, vorgeblich wegen eines Angriffs der Kurden.

Istanbul (dpa) - Die türkische Armee hat im Norden Syriens Gebiete unter kurdischer Kontrolle mit Artillerie beschossen. Bei den Angriffen am Wochenende auf neu eroberte Stellungen der Einheiten nördlich der heftig umkämpften Großstadt Aleppo seien am Samstag und Sonntag mindestens zwei Kämpfer getötet und sieben verletzt worden, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. In der Region waren kurdische Volksschutzeinheiten (YPG) und arabische Verbündete zuletzt gegen islamistische Rebellen vorgerückt.

Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu bestätigte den Beschuss am Samstag. Die Armee habe gemäß der Einsatzregeln auf einen Angriff aus der nordsyrischen Region Asas reagiert, sagte er nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu vor Journalisten im osttürkischen Erzincan. Die YPG solle sich aus der Region Asas zurückziehen, forderte er. Zu dem Beschuss vom Sonntag gab es zunächst keine offizielle Stellungnahme der türkischen Regierung.

Bei der YPG handelt es sich um den syrischen Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK. Die kurdischen Volksschutzeinheiten gehören im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien zum wichtigsten Verbündeten des Westens. Die Türkei bekämpft jedoch die PKK und befürchtet, dass die YPG und ihre Verbündeten die gesamte Grenze zur Türkei unter ihre Kontrolle bringen. Die Kurden haben dort in großen Gebieten bereits eine Selbstverwaltung errichtet. Eine autonome Kurdenregion in Syrien könnte auch die Unabhängigkeitsbestrebungen der Kurden in der Türkei befeuern, so die Sorge Ankaras.

So, 2016-02-14 13:37
München/Moskau (dpa)

Zittern um Waffenruhe in Syrien - «Kalter-Krieg»-Debatte in München Von Henning Otte, dpa

Die Waffen schweigen in Syrien noch längst nicht: Der Münchner Hoffnungsschimmer vom Freitag auf ein Ende des blutigen Bürgerkriegs

wird immer kleiner. Die Kontrahenten Russland und die USA reden zwar miteinander - doch die Rhetorik lässt nichts Gutes erahnen.

München/Moskau (dpa) - Die Hoffnungen auf Frieden in Syrien und ein Ende der Massenflucht in Richtung Europa haben am Wochenende einen schweren Dämpfer erhalten. Die am Freitag in München vereinbarte Waffenruhe in dem blutigen Bürgerkrieg und der Beginn der humanitären Hilfen in belagerten Orten waren nicht in Sicht. Stattdessen verstärkte Russland, das Machthaber Baschar al-Assad unterstützt, die Bombenangriffe auf Regimegegner in Syrien.

Nachdem der russische Ministerpräsident Dmitri Medwedew bei der Sicherheitskonferenz in München einen «neuen Kalten Krieg» beklagt hatte, telefonierten Kremlchef Wladimir Putin und US-Präsident Barack Obama am Sonntag miteinander. Sie hätten ausdrücklich die Einigung auf eine Feuerpause gelobt und weitere Verhandlungen vereinbart, hieß es aus Moskau.

Die Sicherheitskonferenz stand im Zeichen der Ost-West-Konfrontation und gegenseitigen Misstrauens. Medwedew schockte die Teilnehmer mit drastischen Worten: «Wir sind in die Zeiten eines neuen Kalten Krieges abgerutscht.» Russland und die EU hätten ein «verdorbenes Verhältnis».

Dann schlug er einen anderen Ton an: Angesichts der Konflikte in der Ukraine und in Syrien müsse jetzt wieder Vertrauen aufgebaut werden. Dies sei zwar ein schwieriger Weg. «Aber wir müssen diesen Prozess anfangen. Und da darf es keine Vorbedingungen geben», sagte Medwedew.

Die USA warnten die Russen davor, zu glauben, sie könnten an der Seite Assads den Bürgerkrieg gewinnen. «Wir sind an einem Scheidepunkt», sagte US-Außenminister John Kerry.

Moskau müsse auf die Feuerpause hinarbeiten und den Beschuss von Zivilisten einstellen. Bei einem Scheitern der Waffenruhe stünden die USA vor «schwierigen Optionen». Ob das den Einsatz von Bodentruppen umfasst, sagte Kerry nicht.

Russland, die USA und wichtige Regionalmächte wie der Iran, die Türkei und Saudi-Arabien hatten sich in der Nacht zu Freitag in München auf das Ziel einer Feuerpause in Syrien geeinigt, die innerhalb von einer Woche in Kraft treten soll.

Ausgenommen sind Angriffe auf die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und die Al-Nusra-Front, Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida. Zudem soll es schnelle Hilfslieferungen geben.

Dem fünfjährigen Bürgerkrieg sind Hunderttausende Menschen zum Opfer gefallen, Millionen sind auf der Flucht. Die syrische Opposition warf Assad und Moskau eine «Politik der zwangsweisen Vertreibung» vor. Er glaube nicht, dass sie eine Waffenruhe wollten, sagte Riad Hidschab vom Hohen Verhandlungskomitees der Regimegegner. «Heute gibt es für die meisten Syrer keinen Hoffnungsschimmer.»

Russland verstärkte seine Luftangriffe im Norden Syriens nach Angaben von Aktivisten weiter. Die Intensität der Angriffe habe am Samstag zugenommen und sei am Sonntag auf hohem Niveau geblieben, berichtete der Leiter der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman, der Deutschen Presse-Agentur.

Er gehe davon aus, dass dies der Vorbereitung eines weiteren Vormarsches der Regime-Anhänger nördlich der umkämpften Metropole Aleppo diene. Nach Angaben der Menschrechtler starben am Sonntag sieben Zivilisten in der Großstadt Aleppo bei Luftangriffen.

Die Armee und ihre Verbündeten hatten Anfang des Monates mit russischer Luftunterstützung im Norden Syriens große Geländegewinne erzielt. So konnten sie etwa die wichtigste Nachschubroute der Rebellen aus der umkämpften Stadt Aleppo in Richtung Türkei kappen.

US-Senator John McCain zweifelt an einer Feuerpause in Syrien. «Herr Putin ist nicht daran interessiert, unser Partner zu sein», sagte der republikanische Hardliner am Sonntag in München.

Dagegen stellte der russische Außenminister Sergej Lawrow infrage, ob die Amerikaner zu weiteren Schritten bereit seien. Die Chance auf eine Feuerpause schätzte er auf 49 Prozent.

Die Vereinten Nationen warteten auf Sicherheitsgarantien für die Transporte. «Da muss sich jetzt schnell etwas tun», forderte der Vize-UN-Generalsekretär Jan Eliasson. UN-Schätzungen zufolge sind in 50 belagerten Orten in Syrien etwa 400 000 Menschen eingeschlossen.

Nahe der Grenze zur Türkei beschoss die türkische Armee derweil von syrischen Kurden neu eroberte Gebiete mit ihrer Artillerie - mindestens zwei Kämpfer starben. Die Türkei befürchtet, dass die Kurden, die mit der verbotenen Arbeiterpartei PKK verbunden sind, und ihre Verbündeten die gesamte Grenze zur Türkei unter ihre Kontrolle bringen könnten.

Saudi-Arabien bestätigte zudem, dass es Kampfjets zum türkischen Nato-Stützpunkt Incirlik geschickt habe. Die Maßnahme sei Teil des saudischen Plans, den Kampf gegen die Terrormiliz IS in Syrien zu intensivieren. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu schloss auch einen möglichen Bodeneinsatz der Türkei und Saudi-Arabiens gegen den IS nicht aus.

So, 2016-02-14 13:41
Janeiro (dpa)

Brasilien im «Zika-Krieg» - Präsidentin: Lösung bis Olympia Von Georg Ismar und Juan Garff, dpa

Im August sind die Olympischen Spiele in Rio, die Welt schaut auf Brasilien. Die Zika-Epidemie kommt zur Unzeit. Am Wochenende zieht das Militär in den Kampf gegen die Mücken, die das Virus übertragen. Mit Flugblättern. Die Präsidentin verspricht: Olympia wird Zika-frei.

Rio de Janeiro (dpa) - Mit Hilfe von 220 000 Soldaten hat Brasilien den Großeinsatz gegen das mysteriöse Zika-Virus gestartet. Das Militär verteilte am Samstag vier Millionen Flugblätter mit Tipps zur Moskitobekämpfung, bevor als nächste Etappe Zehntausende Soldaten ab Montag mit Insektiziden den Mücken zu Leibe rücken. Zika wird von der Gelbfiebermücke (Aedes aegypti) übertragen. «Bis zu den Olympischen Spielen werden wir beachtliche Erfolge bei der Vernichtung der Moskitos schaffen», versprach Staatspräsidentin Dilma Rousseff. Erste Sportler erwägen bereits einen Verzicht auf die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro, die vom 5. bis 21. August 2016 stattfinden.

Rousseff nahm am Samstag in Rio de Janeiro an der Aktion teil und erklärte Bürgern, dass selbst kleine Pfützen und Wasserrückstände vermieden werden müssen. Gelbfiebermücken legen dort ihre Eier ab und vermehren sich so. Sie setze Insektizide in Abwasserrohre ein, um den Kampf symbolisch zu unterstützen. Verteidigungsminister Aldo Rebelo betonte: «Die Hauptbrutstätten sind innerhalb der Häuser.» Die Bürger müssten jeden Tag etwas Zeit zur Trockenlegung aufwenden. Die Regierung sah die Aktion vor allem als Maßnahme, um die Bürger wachzurütteln und zum Mitmachen zu animieren.

Auch per SMS wurden die Brasilianer mit Hinweisen zur Moskitobekämpfung auf das große Ziel «Zero Zika» («Null Zika») eingeschworen. Aber bis dahin wird es ein weiter Weg sein - die Moskitoart hat sich zuletzt dramatisch vermehrt und soll auf rund 80 Prozent der Landesfläche aktiv sein. Sie überträgt auch das Dengue- und das Chikungunya-Virus.

Die 220 000 Soldaten und Tausende Mitarbeiter der Gesundheitsbehörden schwärmten in 353 Städten mit Informationsblättern aus, um knapp drei Millionen Häuser zu besuchen. Besonders in den Favelas vieler Städte gibt es mangels moderner Abwassersysteme Brutstellen für Moskitos. Allerdings mieden die Soldaten Favelas vielerorts. So sollte das Risiko von Zusammenstößen mit Drogenhändlern vermieden werden.

Rousseff betonte, die Aufklärungsaktion sei nur der Anfang. Als nächster Schritt sollen nun in besonders betroffenen Gegenden Moskitos und Eiablageplätze mit Insektiziden eliminiert werden. Insgesamt hat die Regierung für 2016 Ausgaben von 2,4 Milliarden Reais (526 Mio. Euro) zur Bekämpfung der Mücken vorgesehen.

Die Behörden schätzen die Zahl der Zika-Infektionen in Brasilien auf 500 000 bis 1,5 Millionen - viele bleiben unerkannt, da die Symptome oft eher harmlos sind. Das Virus steht aber im Verdacht, bei Infektionen von Schwangeren Schädelfehlbildungen bei ihren Babys zu verursachen. Die Zahl der bestätigten Fälle dieser Mikrozephalie bei Babys, deren Mütter sich in der Schwangerschaft mit Zika infiziert haben, ist laut Gesundheitsministerium auf 41 Fälle gestiegen.

In der Vorwoche waren erst 17 Fälle bekannt. Insgesamt gibt es 462 bestätigte und 3852 Verdachtsfälle von Mikrozephalie. Die steigenden Zahlen hängen auch damit zusammen, dass es seit Oktober wegen des Verdachts eines Zusammenhangs mit Zika eine Meldepflicht gibt. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist Zika mittlerweile in 39 Ländern aufgetaucht. Daher soll rasch ein Impfstoff entwickelt werden.

So, 2016-02-14 13:31
Düsseldorf (dpa)

Bundesländer warnen EU vor Kollapsbedingungen für Stahlindustrie

In der europäischen Stahlindustrie herrscht Krisenstimmung. Preisverfall, Billig-Importe aus China - nun bergen geplante Änderungen in der Klimapolitik Risiken. Davor warnen auch die Wirtschaftsminister aus vier Bundesländern in einem Brief an die EU.

Düsseldorf (dpa) - Mehrere Bundesländer haben die EU-Kommission vor «existenzbedrohenden Kostenbelastungen» für die deutsche Stahlindustrie gewarnt. Die internationale Wettbewerbsfähigkeit der energieintensiven Grundstoffindustrien müsse bei der geplanten Novellierung des C02-Emissionshandels angemessen berücksichtigt werden. Das fordern die Wirtschaftsminister aus NRW, Brandenburg, Niedersachsen und dem Saarland in einem der dpa vorliegenden Brief an EU-Industriekommissarin Elzbieta Bienkowska. Auch die deutsche Stahlindustrie fürchtet übermäßige Belastungen wegen der EU-Klimapolitik.

«Der Vorschlag zum Emissionshandel ab 2021 zeugt nicht von wirtschaftspolitischem Sachverstand: Arbeitsplätze, Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum sind mit dem Vorschlag jedenfalls nicht vereinbar.» Das kritisierte der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Hans Jürgen Kerkhoff, in der Berliner Zeitung «Tagesspiegel» (Montagausgabe). «Wenn die Grundstoffindustrien kaputtgehen, wird es gefährlich für die Industrie insgesamt.»

Ähnlich äußerten sich die vier Bundesländer: Der Vorschlag der Kommission für die Handelsperiode 2021 bis 2030 würde «für die deutsche Stahlindustrie auf substanzielle und existenzbedrohende Kostenbelastungen hinauslaufen», betonten sie in ihrem Schreiben an die EU. Setze man den Vorschlag der Kommission um, werde das «aufgrund zusätzlicher ordnungspolitischer und umweltpolitischer Vorgaben die heimische Stahlindustrie gegenüber ihren globalen Wettbewerbern benachteiligen.» Arbeitsplätze würden gefährdet. Letztlich sei eine «Verlagerung von CO2-Emissionen in Länder mit niedrigeren Klimaschutzstandards» zu befürchten.

Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsminister Garrelt Duin appellierte in Düsseldorf: «Durch die Reform des Emissionshandels darf der Wettbewerb keinesfalls zulasten der europäischen Industrie verzerrt werden.» Der SPD-Politiker gab zu bedenken: «Wenn chinesische Stahlproduzenten mit unfairen Praktiken die deutschen Hersteller aus dem Markt drängen, bedeutet das auch einen deutlich höheren C02-Ausstoß.» Die Kommission müsse ihren Entwurf grundlegend überarbeiten, wenn sie den größten europäischen Stahlstandort - Duisburg - nicht gefährden wolle.

Am Montag ist eine Konferenz der EU-Kommission zur Lage des Stahlsektors in Brüssel geplant. Zeitgleich werden Tausende Stahlarbeiter zu Protesten gegen günstige Importe aus China und gegen geplante Verschärfungen der Umweltauflagen erwartet.

Die EU will ihren CO2-Ausstoß bis 2030 um 40 Prozent gegenüber 1990 senken. In diesem Zusammenhang soll ab 2019 auch das Angebot an CO2-Zertifikaten knapper werden. Ab 2021 soll die verfügbare Zahl Verschmutzungsrechten noch mehr abnehmen.

Der Europachef des indischen Stahlherstellers Tata, Karl-Ulrich Köhler, unterstrich die Forderungen seiner Branche nach schärferen Anti-Dumping-Verfahren gegen Billigstahl vor allem aus China. «Wir wollen keine Geschenke, sondern faire Wettbewerbsbedingungen», sagte er dem «Handelsblatt» (Montagsausgabe). «Die Verfahren müssen schneller und direkter auf den Weg gebracht werden.»

Die Stahlbranche in Europa ist in einer schwierigen Lage, ächzt unter einem Verfall der Stahl- und Rohstoffpreise, die auch Branchenriesen wie ThyssenKrupp oder ArcelorMittal treffen. Angesichts der Krisenstimmung hatten jüngst Deutschland und sechs weitere Länder die EU zum Handeln aufgefordert, um heimische Unternehmen gegen Importe zu Kampfpreisen zu schützen.

Den Brief an die EU-Kommissarin hatten NRW-Minister Duin, Brandenburgs Energieminister Albrecht Gerber (SPP), Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD), die stellvertretende saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) sowie Stahl-Präsident Kerkhoff unterzeichnet.

So, 2016-02-14 13:11
Düsseldorf (dpa)

Bundesländer warnen EU vor Kollapsbedingungen für Stahlindustrie

Düsseldorf (dpa) - Mehrere Bundesländer haben die EU-Kommission vor «existenzbedrohenden Kostenbelastungen» für die deutsche Stahlindustrie gewarnt. Die internationale Wettbewerbsfähigkeit der energieintensiven Grundstoffindustrien müsse bei der geplanten Novellierung des C02-Emissionshandels angemessen berücksichtigt werden. Das fordern die Wirtschaftsminister aus NRW, Brandenburg, Niedersachsen und dem Saarland in einem der dpa vorliegenden Brief an EU-Industriekommissarin Elzbieta Bienkowska. Der derzeitige Vorschlag der EU-Kommission für die Handelsperiode 2021 bis 2030 würde «für die deutsche Stahlindustrie auf substanzielle und existenzbedrohende Kostenbelastungen hinauslaufen.» Über den Brief berichtet auch die Berliner Zeitung «Tagesspiegel» (Montagausgabe).

Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) appellierte in Düsseldorf: «Durch die Reform des Emissionshandels darf der Wettbewerb keinesfalls zulasten der europäischen Industrie verzerrt werden.» Die Kommission müsse ihren Entwurf grundlegend überarbeiten, wenn sie den größten europäischen Stahlstandort - Duisburg - nicht gefährden wolle. Am Montag will die EU-Kommission in Brüssel zur Lage des Stahlsektors tagen. Zeitgleich werden Tausende Stahlarbeiter zu Protesten gegen Billig-Importe aus China und geplante Verschärfungen der Umweltauflagen erwartet.

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate „ausgesetzt“. Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit „ausgesetzter“ Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

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