Fr, 2015-03-06 03:50
Berlin (dpa)

Amnesty: Blogger Badawi in Todesgefahr - Gabriel soll helfen Von Tim Braune, dpa

Saudi-Arabien missachtet Menschenrechte, vollstreckt viele Todesurteile - und Wirtschaftsminister Gabriel fährt jetzt hin. Amnesty International fordert ihn auf, sich in Riad gerade im Fall Badawi nicht wegzuducken.

Berlin (dpa) - Klare Kante gegen Menschenrechtsverstöße, voller Einsatz für den verurteilten Blogger Raif Badawi: Amnesty International gibt Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) einen dicken Forderungskatalog mit auf seine Reise nach Saudi-Arabien an diesem Wochenende. Die Generalsekretärin von Amnesty Deutschland, Selmin Caliskan, sagte der Deutschen Presse-Agentur in Berlin: «Gabriel muss sich in Riad mehr trauen, weil sich der Fall Badawi zugespitzt hat.»

Der Blogger war im Mai 2014 zu zehn Jahren Haft, 1000 Stockschlägen und einer Geldstrafe verurteilt worden, weil er in einem Internetforum den Islam beleidigt haben soll. Badawis Verfahren wurde nach Amnesty-Informationen nun an ein Strafgericht in Dschidda zurückverwiesen. Dort drohe ihm eine neue Anklage wegen Abfalls vom Glauben - darauf stehe in dem islamisch-konservativen Königreich die Todesstrafe, sagte Caliskan. «Zuständig ist der gleiche Richter, der ihn schon zweimal wegen dieses Delikts anklagen wollte. Das ist eine Katastrophe für Herrn Badawi. Wir hoffen, dass er nicht die Todesstrafe bekommt.» Auch Badawis Ehefrau Ensaf, die in Kanada lebt, hat Gabriel um Hilfe gebeten.

Er fliegt am Samstag nach Riad. Der SPD-Chef hatte in dieser Woche in Berlin das saudische Königshaus in Anwesenheit des Ölministers Ali al-Naimi an die Einhaltung von Menschenrechten erinnert - ohne aber den Fall Badawi direkt zu erwähnen.

Bei Todesstrafen und vollstreckten Hinrichtungen liegt Saudi-Arabien nach Amnesty-Angaben hinter China, Iran und Irak weltweit auf Platz vier. 2014 seien mindestens 76 Menschen hingerichtet worden, im laufenden Jahr bereits 38 - teilweise durch öffentliche Enthauptungen. Bisher habe der neue König Salman keine Milde erkennen lassen: «Wir hätten eine Amnestie für alle, nicht nur für normale Kriminelle, sondern auch für Regimekritiker erwartet. Das ist nicht passiert.»

Caliskan kritisierte die Außen- und Sicherheitspolitik der Bundesregierung und des Westens, die Saudi-Arabien, Katar und andere für den Anti-Terror-Kampf aufgerüstet haben und enge Wirtschaftsbeziehungen mit Riad pflegen. «Ich finde es unverantwortlich, Menschenrechtsverletzer zu unterstützen, weil dadurch wieder neue Gewaltakteure geboren werden», sagte sie.

Sie forderte die über 80 Unternehmer, die Gabriel nach Saudi-Arabien, Katar und in die Vereinigten Arabischen Emirate begleiten, auf, nicht wegzuschauen und bei Verträgen auf die Einhaltung von Menschenrechten und Mindeststandards für Arbeiter zu pochen. Viele Konzerne sollten um ihr Image besorgt sein: «Unternehmen müssen sich kritisch hinterfragen, ob ihr Engagement am Golf bedeuten kann, dass sie sich selber an Menschenrechtsverletzungen mitschuldig machen.»

Fr, 2015-03-06 03:06
Berlin (dpa)

De Maizière: Inzwischen 650 Ausreisen Richtung Syrien und Irak

Berlin (dpa) - Die Zahl der Dschihadisten, die bislang aus Deutschland in Kampfgebiete in Syrien und im Irak ausgereist sind, liegt inzwischen bei 650. Dies sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung «maybrit illner». Deutschland verzeichne damit einen ähnlichen Trend wie etwa Frankreich und Belgien. Lediglich in Großbritannien gehe die Zahl derer, die sich dem Dschihad anschließen, etwas zurück, sagte der Minister.

Insgesamt wüssten die Sicherheitsbehörden «eine ganze Menge» über die islamistische Szene in Deutschland. So seien die 650 «Ausreiser» von den Behörden «ganz klar identifiziert». Auch die mehr als 1 000 sogenannten Gefährder «kennen wir ziemlich genau», sagte der CDU-Politiker. Die Zahl der Ausreisen in die Kampfgebiete geht seit vielen Monaten nach oben. Mitte Januar hatte de Maizière im Bundestag von rund 600 «Ausreisern» gesprochen.

Fr, 2015-03-06 02:40
Berlin (dpa)

Grüne: «Höchste Zeit für Agrarwende» - Sofortprogramm im Bundestag

Berlin (dpa) - Nach der Energiewende wollen die Grünen mit einer radikalen Agrarwende den Umbau der Landwirtschaft vorantreiben. In einem Sofortprogramm fordern sie ein Ende der Massentierhaltung sowie des ausufernden Einsatzes von Antibiotika. Über einen entsprechenden Antrag unter dem Titel «Für eine bäuerlich-ökologische Landwirtschaft und gutes Essen» soll der Bundestag an diesem Freitag beraten.

Darin sprechen sich die Grünen auch für eine Haltungs-Kennzeichnung für Fleisch aus - analog zur Eierkennzeichnung. Äcker und Lebensmittel in Deutschland und Europa müssten komplett gentechnikfrei sein. Alle Menschen müssten die Möglichkeit haben, sich gesund zu ernähren. Die Bundesregierung wird zugleich aufgefordert, ein Konzept für eine Nährwert-Ampel vorzulegen, die mit den Farben Grün, Gelb und Rot bei der Bewertung von Lebensmitteln einfache Orientierung gibt.

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter sagte der Deutschen Presse-Agentur, nach zehn Jahren Agrarpolitik unter CSU-Ministern stehe es schlecht um die Landwirtschaft. Die Sorge über Gentechnik und multiresistente Keime wachse, es fehle Klarheit über Herkunft und Qualität des Essens. Immer mehr Bäuerinnen und Bauern müssten sich der Wachse-oder-Weiche-Logik beugen.

«Deshalb ist es höchste Zeit für eine Agrarwende», sagte Hofreiter. «Wir wollen kleine und mittlere Betriebe stärken, den Antibiotika-Einsatz auf das notwendige Maß begrenzen, den Tierschutz verbessern und gutes Schulessen für alle Kinder ermöglichen.»

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Fr, 2015-03-06 00:30
Berlin (dpa)

Autor Kureishi besorgt über Rechtsradikalismus in Großbritannien

Berlin (dpa) - Der britische Schriftsteller und Regisseur Hanif Kureishi («Mein wunderbarer Waschsalon») hat sich besorgt über rechtsradikale Tendenzen in Großbritannien geäußert. «Es ist für uns Liberale eine deprimierende Zeit», sagte Kureishi dem «Kölner Stadt-Anzeiger» (Freitag). Während radikalislamische Strömungen zunähmen, erstarke auf der rechten Seite der «Faschismus».

Dazu zählt der Autor die europakritische Unabhängigkeitspartei Ukip, deren Politik der Ausgrenzung Kapital aus der Unzufriedenheit der weißen Arbeiterklasse schlage. «Menschen verlieren ihre Jobs und haben das Gefühl, an den Rand gedrängt zu werden. Und Ukip macht nicht den neoliberalen Kapitalismus verantwortlich, sondern die Einwanderer», klagte Kureishi dem Blatt. Die Ukip hatte bei jüngsten Nachwahlen zwei Parlamentssitze erobert.

Do, 2015-03-05 23:35
Washington (dpa)

US-Republikaner sehen von Kongressabstimmung zu Iran-Atomabkommen ab

Washington (dpa) - Der US-Kongress wird zunächst kein Mitspracherecht bei einem möglichen Atomabkommen mit dem Iran bekommen. Die Republikaner im Senat sagten am Donnerstag eine ursprünglich für Dienstag geplante Abstimmung über ein Gesetz ab, das Präsident Barack Obama gezwungen hätte, dem Parlament den Text einer Einigung innerhalb von fünf Tagen zur Prüfung vorzulegen. Das Vorhaben war umstritten, weil es die laufenden Atomgespräche mit dem Iran hätte torpedieren können.

Das Gesetz sah zugleich vor, dass die Sanktionen gegen Teheran für 60 Tage nach einer Einigung nicht ausgesetzt werden dürfen, während die Senatoren und Abgeordneten über das Abkommen beraten. Neue Sanktionen gegen den Iran sind aber nicht Teil des Vorhabens.

Das Gesetz wird eigentlich von einem breiten Bündnis aus Politikern beider Lager unterstützt. Der Mehrheitsführer im Senat, Mitch McConnell, kann den Entwurf aber nach Angabe seines Büros nicht wie geplant im Schnellverfahren zur Abstimmung bringen, weil die Demokraten sich dagegen sperren.

Der Iran steht im Verdacht, unter dem Deckmantel eines zivilen Nuklearprogramms an der Entwicklung der Atombombe zu arbeiten. Teheran weist das zurück. Gegenwärtig wird im schweizerischen Montreux verhandelt.

Do, 2015-03-05 23:32
Nimrud (dpa)

IS-Kämpfer planieren bedeutende Ruinenstadt Nimrud im Nordirak

Das irakische Antikenministerium ist alarmiert: IS-Kämpfer fallen im Nordirak über eine Jahrtausende alte assyrische Kultstätte her. Sie berufen sich bei ihrer Zerstörungswut auf den Propheten.

Nimrud (dpa) - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) setzt ihre Zerstörung einzigartiger altorientalischer Kulturgüter im Nordirak fort. Kämpfer des IS hätten die Jahrtausende alte Stadt Nimrud südlich von Mossul am Donnerstag überrannt, berichtete das irakische Altertumsministerium auf seiner Facebook-Seite. Demnach begannen sie damit, die antiken Stätten von Nimrud «mit schweren Militärfahrzeugen» zu zerstören.

Nimrud ist eine bedeutende assyrische Ruinenstätte knapp 40 Kilometer südlich der vom IS besetzten Stadt Mossul. Nimrud wurde um 1270 v. Chr. gegründet und war zeitweilig die Hauptstadt Assyriens. Der Name der Stadt leitet sich vom biblischen König Nimrod ab. Ausgrabungen brachten im 19. und 20. Jahrhundert Festungsruinen, Tempelanlagen, Obelisken und reich verzierte Reliefs hervor. Das irakische Altertumsministeriums befürchtet nun, die bedeutenden Ruinen für immer zu verlieren.

Erst Ende Februar hatten die IS-Dschihadisten ein Video veröffentlicht, das die Zerstörung assyrischer Kulturgüter aus der Provinz Ninive zeigt, darunter eine mehr als 2600 Jahre alte Figur. Der etwa fünf Minuten lange Film zeigt, wie Islamisten im Museum in der IS-Hochburg Mossul mit großen Hämmern auf die Stücke einschlagen oder sie umstürzen, so dass sie zu Bruch gehen. Auch mit einem Presslufthammer gehen die Dschihadisten auf Statuen los.

In dem Video erklärt ein IS-Anhänger, die Statuen hätten Assyrern und anderen Völkern der Vielgötterei gedient. Auch der Prophet Mohammed habe alle Götzenfiguren zerstört, als er nach Mekka gekommen sei. Der IS beruft sich dabei auf eine Interpretation des Islams, die die bildliche Darstellung von Menschen und Gott verbietet.

Der Fall erinnert an die Buddha-Statuen von Bamian, die den Taliban in Afghanistan zum Opfer fielen. Vor 14 Jahren begann das damals in Kabul herrschende radikalislamische Regime damit, die beiden 38 und 55 Meter hohen Statuen aus dem 6. Jahrhundert zerstören zu lassen.

Geht doch!

Styropor „To Go“

USA Mehr als 70 Städte verbieten aufgeschäumtes Plastik. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt den Kampf mit dem Müll auf.

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Ab Juli verbannt er Einwegbecher, -teller und andere Behältnisse aus Styropor. Auch Verpackungsfüllmaterial aus Schaumstoff darf dann nicht mehr verwendet werden. Laut Abfallbehörde hat sich eine Wiederverwertung ökologisch und ökonomisch als nicht sinnvoll erwiesen. Jedes Jahr hat die Müllabfuhr in der Metropole fast 30.000 Tonnen Abfall aus aufgeschäumtem Polystyrol eingesammelt, der Großteil stammt aus der Gastronomie. „Diese Produkte verursachen reale Umweltschäden“, sagt de Blasio. Sein Appell fruchtet auch bei Behörden: Ab Sommer sollen Styroporbehälter aus Schulkantinen verschwinden. Warum das Essen künftig auf kompostierbaren statt auf Keramiktellern serviert wird, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Schon mehr als 70 US-Städte, darunter Washington, San Francisco, Oakland und Seattle, haben sich vom Einwegplastik losgesagt. In Deutschland dagegen wird der biologisch nicht abbaubare Schaumstoff weiterhin großflächig eingesetzt: nicht nur für Fastfood-Verpackungen, sondern auch für die Wärmedämmung von Gebäuden.

Außerdem Interessant

Grenoble Die französische Alpenstadt will die erste werbefreie Stadt Europas werden: Der grüne Bürgermeister Éric Piolle hat alle Reklameverträge gekündigt. Wo bisher freie Sicht auf riesige Plakate herrschen musste, will er Bäume pflanzen lassen. Den Verzicht auf die optische Umweltverschmutzung lässt sich die Stadt jährlich 150.000 Euro kosten – so viel hat Grenoble bisher durch vermietete Werbeflächen pro Jahr eingenommen. Bislang verbietet nur eine Stadt Werbung im öffentlichen Raum: So Paulo in Brasilien, und das schon seit 2010.

Frankreich Mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe will Frankreich eingebaute Fehler, die zum vorzeitigen Verschleiß von langlebigen Verbrauchsgütern führen, als Betrug ahnden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist auf dem Weg. Niedersachsen will solche Art der Verbrauchertäuschung auch nicht hinnehmen. Landesverbraucherschutzminister Christian Meyer erwägt eine Verlängerung der Garantie bei bestimmten Produkten.

Hamburg Die Bewohner des Elbufers können ein wenig aufatmen: Im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe werden ab diesem Sommer mit erneuerbarem Landstrom versorgt und können die luftverpestenden Dieselmotoren abstellen. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern, dass in Zukunft auch Containerschiffe zum Anschluss an den sauberen Landstrom verpflichtet werden.
 

Geht doch!

Fit für Krisen

Weltweit wollen „Transition Town“-Initiativen einen Kultur- und Energiewandel bewirken. Inzwischen gibt es mehr als 4000 in etwa 50 Ländern.

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England: Es begann in der britischen Stadt Totens
Genug geredet, jetzt wird gehandelt! Nach diesem Motto agieren inzwischen mehr als 4000 „Transition Town“-Initiativen in etwa 50 Ländern. Sie alle wollen in ihren Städten den „Übergang“ (Transition) zu einem nachhaltigen Lebensstil einleiten. Gemeinsam bauen sie Solaranlagen auf Hausdächer, führen Regio-Währungen ein, teilen Maschinen, Werkzeug und Besitztümer, reparieren Elektrogeräte, gärtnern auf öffentlichen Plätzen oder gründen Gemeinwohlunternehmen. Dass sich die Erde erwärmt, das Öl zur Neige geht und der Ressourcenverbrauch unsere Lebensgrundlagen zerstört, war längst bekannt, als der britische Umweltaktivist Rob Hopkins im Jahr 2006 in seiner Heimatstadt Totens die erste „Transition Town“-Initiative startete. Ein Weiter-so-wie-bisher kam für ihn und die wachsende Übergangsbewegung nicht in Frage. Gerd Wessling, Netzwerksprecher für die rund 120 Initiativen im deutschsprachigen Raum, begreift das Ganze als langfristiges Experiment. Ihm ist klar, dass Lastenfahrräder und Blumenkübel allein die Welt nicht retten können. Die Summe aller Aktivitäten könnte aber einen Wandel bewirken, hofft er. Wessling fühlt sich bestärkt durch das kontinuierliche Anwachsen der Bewegung. Es zeige, dass die Idee viele anstecke und jeder Einzelne in seinem Umfeld sehr wohl etwas ändern könne.
transition-initiativen.de

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Bodensee: Wild und bunt
Auf rund 65 Hektar blühen in den Landkreisen Schwarzwald-Baar und Konstanz Malven, Steinklee und zwei Dutzend weitere Wildpflanzen. Die bunte Vielfalt erfreut Imker, Jäger, Touristen – und Bauern. Denn sie gewinnen aus der Ernte Biogas. Allerdings liegt der Ertrag dieser Biomasse etwa ein Drittel unter dem von Mais, berichtet die Bodensee-Stiftung. Sie fördert den Wildpflanzenanbau und will so die Monokulturen der Energiepflanzen eindämmen. Dafür müssen weniger Pestizide gespritzt werden.
bioenergie-region-bodensee.de

Steiermark: Laubbläser verboten
Sie stinken, lärmen und verpesten die Luft – deshalb ist der Einsatz von Laubbläsern seit dem 1. Oktober im österreichischen Bundesland Steiermark verboten. Verstöße sollen mit Geldstrafen bis zu 7250 Euro geahndet werden. Ausschlaggebend war eine Studie der Universität Graz: Laubbläser wirbelten am Boden abgelagerte Ruß- und Staubpartikel auf, stellten die Forscher fest. Im Vergleich zur Besenreinigung gelange so zehnmal mehr Feinstaub in die Luft.

Südtirol: Pestizidfreie Gemeinden
Die Gemeinde Malosco in der italienischen Provinz Trentino ist Vorreiter im Kampf gegen Pestizide: Trotz heftigen Widerstands der Bauernlobby hat der Bürgermeister den Einsatz vieler Agrargifte verboten. Er will die Gesundheit seiner Bürger schützen. Auf diesen Präzedenzfall beruft sich die Kommune Mals im benachbarten Vinschgau. Anfang September hat das Dorf abgestimmt: 76 Prozent votierten für ein Verbot aller giftigen, gesundheits- und umweltschädlichen Pestizide auf dem Gemeindegebiet.

Geht doch!

Mehr Vogelschutz

80 Millionen Vögel kommen in Europa jedes Jahr um, weil sie mit Fensterscheiben kollidieren. Die Stadt Bonn will diese Gefahr nun bekämpfen

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Bonn: Stadt will gläserne Vogelfallen vermeiden 

Hunderttausende Vögel kommen jedes Jahr allein in Deutschland um, weil sie mit Fensterscheiben oder Glasfassaden kollidieren. In Europa sterben daran jährlich schätzungsweise 80 Millionen Tiere. Die Stadt Bonn will diese Unfallgefahr nun bekämpfen. Nabu und BUND hatten Unterschriften gesammelt, einen Bürgerantrag gestellt und den Rat der Stadt gedrängt, bei Neubauten Vogelschutzmaßnahmen vorzuschreiben. Außerdem regt das Gremium eine NRW-weit einheitliche Präventionsregelung an. Die Zahl der toten Vögel ließe sich mit einfachen Mitteln senken: Jalousien, Vorhänge, Muster- oder Streifenfolien, die im Abstand von wenigen Zentimetern aufgeklebt werden, nehmen die Tiere wahr und umfliegen das Hindernis. Ebenso reduzieren der Verzicht auf gläserne Eckkonstruktionen, Fassadenbepflanzung, Holzverkleidungen oder UV-Spezialgläser die Crash-Gefahr. Die oft auf Fenstern zu sehenden einzelnen Greifvögel-Silhouetten sind wirkungslos. Naturschutzverbände beobachten, dass das Bewusstsein für die Gefahr langsam wächst – aber gleichzeitig wächst eben auch die Glasfläche. Vorsorgemöglichkeiten gibt es reichlich, doch bisher werden nur wenige Pionierprojekte in die Praxis umgesetzt: Im Münchner Zoo Hellabrunn wurde UV-Spezialglas eingesetzt und in Köln eine 20 Meter hohe Lärmschutzwand mit Streifenfolie versehen.
vogelglas.info

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Brasilien: Digitaler Vorreiter
Das südamerikanische Land garantiert sowohl die Netzneutralität als auch den Schutz der Privatsphäre im Netz. Unternehmer und Internetanbieter dürfen persönliche Daten der Nutzer nicht für kommerzielle Zwecke verwenden und müssen diese über Nutzung und Speicherung ihrer Daten informieren. Darüber hinaus wollte Brasilien Internetkonzerne verpflichten, die Daten brasilianischer Internetnutzer auf Servern in Brasilien zu speichern, Microsoft, Google und Facebook lehnten das aber ab.

Wien: Begrünte Parkplätze
Wo eben noch Autos parkten, wachsen jetzt Radieschen, Minze und Wiesenblumen. Von Mai bis September nehmen zahlreiche Wiener mit Genehmigung des Magistrats öffentliche Parkplätze in Beschlag und wandeln sie in Grünflächen um. Die Idee des Kunstvereins Hinterland macht inzwischen Schule: In der österreichischen Hauptstadt wurden in diesem Jahr schon eine Handvoll Oasen gesichtet, sogar in der Schweiz und im Ruhrgebiet entstehen Ableger.
krongarten.at

Holland: Mehr Raum für Flüsse
Die Niederländer setzen nicht nur auf Deicherhöhungen, um sich vor Fluten zu schützen. Sie renaturieren Flüsse und geben ihnen vor allem mehr Raum – auch wenn dafür manchmal Menschen wegziehen müssen. In Deutschland kritisiert der BUND in einer Bilanz ein Jahr nach der Hochwasserkatastrophe entlang der Elbe zu geringen und falschen Hochwasserschutz. Die Naturschützer fordern auch hierzulande Deichrückverlegungen sowie mehr Rückhalteräume und Überschwemmungsflächen.

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Do, 2015-03-05 22:53
Bagdad (dpa)

IS-Kämpfer planieren Jahrtausende alte Kulturstätte im Nordirak

Bagdad (dpa) - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat nach Angaben der irakischen Regierung mit der Zerstörung der einzigartigen historischen Stadt Nimrud im Nordirak begonnen. Kämpfer des IS hätten die südlich von Mossul gelegene, altorientalische Stadt am Donnerstag überrannt, berichtete das irakische Altertumsministerium auf seiner Facebook-Seite. «Mit schweren Militärfahrzeugen» hätten sie danach begonnen, Nimruds antike Stätten zu zerstören.

Nimrud ist eine bedeutende assyrische Kultstätte, deren Ursprünge mehr als 3000 Jahre zurück liegen. Zeitweilig fungierte Nimrud als Hauptstadt des assyrischen Reiches. Der Name der Stadt leitet sich vom biblischen König Nimrod ab. Die Stätte beherbergt Festungsruinen, Tempelanlagen, Obelisken und reich verzierte Reliefs.

Erst Ende Februar hatten die IS-Dschihadisten ein Video veröffentlicht, das die Zerstörung assyrischer Kulturgüter in Ninive zeigt, darunter eine mehr als 2600 Jahre alte Figur. Die sunnitischen Extremisten zerstörten die Figur mit einem Presslufthammer.

Do, 2015-03-05 22:40
Nimrud (dpa)

IS-Kämpfer planieren Jahrtausende alte Kulturstätte im Nordirak

Nimrud (dpa) - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat nach Angaben der irakischen Regierung mit der Zerstörung der einzigartigen historischen Stadt Nimrud im Nordirak begonnen. Kämpfer des IS hätten die altorientalische Stadt südlich von Mossul am Donnerstag überrannt, berichtete das irakische Altertumsministerium auf seiner Facebook-Seite. «Mit schweren Militärfahrzeugen» hätten sie danach begonnen, Nimruds antiken Stätten zu zerstören. Nimrud ist eine bedeutende assyrische Kultstätte, deren Ursprünge mehr als 3000 Jahre zurück liegen.

Do, 2015-03-05 19:58
Havanna (dpa)

Kolumbianisches Militär verhandelt mit Farc-Rebellen über Waffenruhe )

Havanna (dpa) - Die kolumbianischen Streitkräfte verhandeln mit der linksgerichteten Guerillaorganisation Farc über einen beidseitigen Waffenstillstand. Am Donnerstag loteten mehrere hochrangige Militärs am Rande der Friedensverhandlungen in Havanna Möglichkeiten für eine Feuerpause aus. Die Farc hatten im Dezember eine einseitige Waffenruhe verkündet. Die kolumbianische Regierung weigert sich bislang, ihre Militäraktionen gegen die Rebellen einzustellen.

In dem seit rund 50 Jahren andauernden Bürgerkrieg sind mehr als 220 000 Menschen ums Leben gekommen. Millionen wurden aus ihren Heimatdörfern vertrieben. Seit Ende 2012 verhandelt die Regierung von Präsident Juan Manuel Santos mit den Farc über eine Beilegung des Konflikts.

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„WIR DACHTEN, STROM KOMMT AUS DER STECKDOSE!“

Doch mit dreckigem RWE-Strom fahren Autos noch klimaschädlicher als mit Benzin. Da helfen auch ein paar Windräder nichts.

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Erschienen in Ausgabe 5.14

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Ihr seltsames Verhältnis zu BILD,
Gregor Gysi, Philipp Lahm, Udo Lindenberg, Katharina Saalfrank, 
Barbara Schöneberger und Richard von Weizsäcker? 

„Wir werben ohne Skrupel für Volksverdummung“

Meine schlechte BILDung!

Mehr zum Thema:

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

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Grünfärber – Der Käse mit der grünen Hülle

Unseren Grünländer nennen wir „den Käse mit der grünen Seele“ und
„einen natürlichen Genuss, der natürlich schmeckt“. Dabei sind das
natürlichste am Grünländer die „natürlich gereiften Löcher“ – das Drumherum wird aus Milch von Kühen hergestellt, die Gen-Soja aus Amerika im Trog haben. Für die Zukunft geloben wir Besserung. Aber unserer Konkurrenz werben wir jetzt schon mal umweltbewusste Kunden ab.

Echten Biokäse gibt's im Bioladen und im SB-Regal.

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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2500 Kilometer lang und weithin zubetoniert

An der [einst] traumhaften Mittelmeerküste der Türkei warten eindrucksvolle Entdeckungen auf Sie. Erleben Sie ein [noch vor wenigen Jahren] unvergleichliches Paradies mit [ehemals] bezaubernden Stränden, einer [zuvor] türkisblauen See und [früher mal] verwunschenen Stränden [wo nun Touristen Partys feiern]. Suchen Sie mit der Lupe nach Plätzen wie diesem für eine Reise in die Vergangenheit - vor dem Massentourismus.

Mittelmeer hat's schwer

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