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Mo, 2016-05-02 13:59
Genf (dpa)

USA hoffen auf russisches Machtwort für Waffenruhe in Syrien

Genf (dpa) - Die USA hoffen nach den Worten von Außenminister John Kerry, dass Russland das Assad-Regime in Syrien zur Einstellung seiner Luftangriffe auf die Stadt Aleppo und zur Einhaltung einer landesweiten Waffenruhe bewegen wird. Die «tagtäglich vom syrischen Regime in Gang gesetzte Tötungsmaschine» müsse gestoppt werden, forderte Kerry am Montag vor Reportern in Genf. Darüber werde er noch am selben Tag am Telefon mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow sprechen.

Kerry warf der syrischen Regierung vor, die im Februar vereinbarte Waffenruhe massiv zu brechen. Gezielt seien zivile Einrichtungen in Aleppo bombardiert worden - darunter ein größeres Krankenhaus und drei Krankenstationen. «Das muss aufhören», forderte Kerry nach Gesprächen mit dem UN-Sondergesandten für Syrien, Staffan de Mistura, sowie den Außenministern Saudi-Arabiens und Jordaniens.

De Mistura erklärte, er werde am Dienstag nach Moskau fliegen, um mit der russischen Regierung über deren Unterstützung für die Wiederherstellung des Waffenstillstands in Syrien zu sprechen. Kerry sagte, Washington und Moskau hätten dafür bereits vereinbart, dass die Zahl der Experten, die von Genf aus Verstöße registrieren, aufgestockt werde, so dass die dafür zuständige UN-Kommission rund um die Uhr arbeiten könne.

Mo, 2016-05-02 13:58
Frankfurt/Main (dpa)

Asiatische Entwicklungsbank sieht Zukunft der Region zuversichtlich

Die Konjunktur in China schwächelt. Das geht nicht spurlos an anderen Ländern Asiens vorüber. Die Asiatische Entwicklungsbank sieht aber auch positive Signale.

Frankfurt/Main (dpa) - Trotz der Konjunkturabkühlung in China wird die Wirtschaft in der Region nach Einschätzung der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) teilweise deutlich zulegen. Das Wachstum sei beispielsweise in Indien und Indonesien robust, sagte ADB-Präsident Takehiko Nakao am Montag zum Auftakt der 49. Jahrestagung der regionalen Entwicklungsbank in Frankfurt. Für Indien erwartete die ADB zuletzt Wachstumsraten von 7,4 in diesem und 7,8 Prozent 2017. Für Asien insgesamt rechnet die ADB mit einem Plus von jeweils 5,7 Prozent.

Die Zukunftsaussichten Asiens seien «blendend», wenn Strukturreformen umgesetzt und in Infrastruktur investiert werde, sagte der ADB-Präsident. Man werde allerdings aufmerksam beobachten, ob es infolge von Zinserhöhungen in den USA zu Kapitalabflüssen aus Asien in großem Stil komme. Bisher seien die Aktien- und Devisenmärkte in vielen Ländern stabil. Die US-Notenbank Fed hatte im Dezember ihre jahrelange Nullzinspolitik beendet, weitere Zinserhöhungen könnten in diesem Jahr folgen. Für Investoren kann es daher lukrativer sein, Geld aus anderen Ländern abzuziehen und in den USA anzulegen.

Trotz des rasanten Wachstums müssen nach Angaben des deutschen Ministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung 1,3 Milliarden Menschen in Asien mit weniger als zwei US-Dollar am Tag auskommen. Sie hätten keine Möglichkeiten, sich gegen die Folgen einer zum Teil dramatischen Klimaveränderung zu schützen.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) forderte mehr Engagement privater Investoren im Kampf gegen Armut und Klimawandel weltweit. Mit öffentlichen Geldern allein sei es nicht möglich, den globalen Herausforderungen zu begegnen und UN-Ziele wie Armutsbekämpfung und Klimaschutz zu erreichen. «Wir brauchen Privatinvestitionen und fairen Handel.»

Deutschland ist erstmals Gastgeber der viertägigen Veranstaltung, mit bis zu 4000 Teilnehmern aus Asien, Europa, den USA und Kanada. Im Mittelpunkt steht die Wirtschafts- und Finanzkooperation zwischen Asien und Europa. Es geht unter anderem um Erneuerbare Energien, Klimawandel und berufliche Bildung. Deutschland ist Gründungsmitglied der ADB mit insgesamt 67 Mitgliedsstaaten. Ziel der ADB Entwicklungsbank ist es, die Armut in Asien und im Pazifikraum zu bekämpfen.

Mo, 2016-05-02 13:04
Brüssel (dpa)

EU-Kommission: Umwelt- und Verbraucherschutz wird nicht ausgehöhlt

Brüssel (dpa) - Nach der Veröffentlichung bisher geheimer TTIP-Dokumente weist die EU-Kommission Vorwürfe zurück, durch das transatlantische Freihandelsabkommen könnten der Umwelt- und Verbraucherschutz ausgehöhlt werden. Das Schutzniveau für Verbraucher, Lebensmittelsicherheit oder Umwelt werde durch ein neues EU-Handelsabkommen nicht sinken, versicherte die verantwortliche Kommissarin Cecilia Malmström am Montag in Brüssel.

Die Umweltorganisation Greenpeace hatte die Texte ins Netz gestellt. Sie fordert einen Stopp des geplanten Abkommens.

Laut Malmström spiegeln «zusammengeführte Texte» in der Handelspolitik die verschiedenen Verhandlungspositionen wider. «Und es sollte keine Überraschung sein, dass es Bereiche gibt, in denen die EU und die USA unterschiedliche Standpunkte haben.»

Die Zusammenstellung bedeute nicht, dass die andere Seite den Forderungen des Verhandlungspartners nachgebe. Viele «alarmistische Schlagzeilen» zu den Greenpeace-Veröffentlichungen seien deshalb überzogen, sagte die liberale Politikerin aus Schweden. Die Kommission vertritt die 28 EU-Staaten in der Handelspolitik.

Mo, 2016-05-02 13:12
Berlin (dpa)

«TTIP Leaks» befeuern Streit über Freihandelsabkommen

Seine Tragweite ist enorm, der Inhalt aber Geheimsache: Das geplante TTIP-Abkommen zwischen EU und USA ist nicht nur in Deutschland hoch umstritten. Nun holt Greenpeace die geheimen Papiere ins Licht der Öffentlichkeit und setzt die beteiligten Akteure so unter Zugzwang.

Berlin (dpa) - Die Bundesregierung pocht auch nach den «TTIP Leaks» auf einen raschen Erfolg der umstrittenen Freihandelsgespräche zwischen der EU und den USA. «Wir halten den zügigen Abschluss eines ehrgeizigen Abkommens für sehr wichtig», sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Zuvor hatte Greenpeace bislang geheime TTIP-Dokumente ins Internet gestellt und den USA vorgeworfen, mit dem geplanten Handelsabkommen europäische Umwelt- und Verbraucherschutz-Standards aushöhlen zu wollen.

Die Umweltschützer hatten Medien insgesamt 240 Seiten TTIP-Material zur Verfügung gestellt. Laut «Süddeutscher Zeitung», WDR und NDR geht daraus hervor, dass die US-Regierung Europa bei den Verhandlungen deutlich stärker unter Druck setzt als bisher bekannt.

So würden Exporterleichterungen für die europäische Autoindustrie blockiert, um im Gegenzug zu erreichen, dass die EU mehr US-Agrarprodukte abnimmt. Außerdem würden sich die USA dem dringenden europäischen Wunsch verweigern, umstrittene private Schiedsgerichte für Konzernklagen durch ein öffentliches Modell zu ersetzen.

Das bislang in Europa geltende Vorsorgeprinzip, das Produkte nur erlaubt, wenn sie für Mensch und Umwelt nachweislich unschädlich sind, drohe durch das in den USA angewandte Risikoprinzip ersetzt zu werden. Dadurch dürften in Europa auch umstrittene und bislang in vielen Ländern nicht zugelassene genmanipulierte Pflanzen und Lebensmittel so lange angebaut und konsumiert werden, bis ihre Schädlichkeit nachgewiesen sei.

Die EU-Kommission wies Vorwürfe zurück, durch TTIP könnten der Umwelt- und Verbraucherschutz ausgehöhlt werden. Das Schutzniveau für Verbraucher, Lebensmittelsicherheit oder Umwelt werde durch ein neues EU-Handelsabkommen nicht sinken, versicherte die verantwortliche Kommissarin Cecilia Malmström in Brüssel.

Die nun veröffentlichten TTIP-Dokumente zeigen laut Greenpeace die Verhandlungspositionen der USA und der EU-Kommission vor der gerade abgeschlossenen 13. Gesprächsrunde. Seibert sagte dazu, Kanzlerin Angela Merkel (CDU) habe ihre Position beim jüngsten Besuch von US-Präsident Barack Obama bei der Hannover Messe deutlich gemacht. TTIP sei eine große Chance, die Globalisierung zu gestalten. Die Exportnation Deutschland sei wie kaum eine andere Volkswirtschaft auf einen freien Welthandel angewiesen. Jeder vierte Arbeitsplatz in Deutschland hänge davon ab.

Mit Blick auf die in den «TTIP Leaks» dokumentierten US-Forderungen betonte Seibert: «Verhandlungspositionen sind keine Verhandlungsergebnisse.» Deutschland werde keine Absenkung von Sozial-, Umwelt- und Verbraucherschutz-Standards akzeptieren. Agrarminister Christian Schmidt (CSU) sagte im Bayerischen Rundfunk, die EU betrachte ihre Standards - etwa bei der Lebensmittelsicherheit - nicht als «Tauschobjekt gegen gemeinsame Technikstandards».

Eine Sprecherin von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD), der bei TTIP die Federführung hat, versicherte, Schutznormen für Mensch, Tiere und Umwelt würden durch TTIP nicht infrage gestellt. Gleiches gelte für das im EU-Recht verankerte Vorsorgeprinzip. Die EU werde auch die Kennzeichnungspflicht für gentechnisch veränderte Lebensmittel nicht ändern. «Hormonfleisch» werde es nicht geben.

Gleichwohl fordern die einflussreichen SPD-Linken im Bundestag nach den jüngsten TTIP-Veröffentlichungen den Abbruch der Verhandlungen. Auch CSU-Chef Horst Seehofer drohte mit einem Veto gegen das Abkommen, falls es nicht vollständige Offenheit zum Inhalt gibt.

«Die Dokumente scheinen zu bestätigen, was viele befürchtet haben», sagte Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter der Deutschen Presse-Agentur: «Es ist bitter, dass wieder einmal erst Whistleblower für mehr Transparenz sorgen mussten.»

Die EU und die USA verhandeln seit Mitte 2013 über die «Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft» (TTIP). Umwelt- und Verbraucherschützer, Gewerkschaften und Sozialverbände befürchten eine Angleichung von Standards auf geringerem Niveau.

Die Verhandlungen sind geheim, allerdings muss die EU-Kommission am Schluss ein mehrheitsfähiges Ergebnis vorlegen. Wenn das EU-Parlament und die Regierungen in den EU-Mitgliedstaaten diesem nicht zustimmen, wird es kein Freihandelsabkommen mit den USA geben. Zudem gilt es als sicher, dass TTIP auch dem Bundestag zur Abstimmung vorgelegt wird.

Mo, 2016-05-02 13:44
Berlin (dpa)

Maaßen für schärfere Führungsaufsicht oder Fußfessel für Islamisten

Berlin (dpa) - Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen unterstützt Pläne einer schärferen Führungsaufsicht für verurteilte Islamisten bis hin zur Einführung von Fußfesseln. «Ich kann mir vorstellen, dass beides in bestimmten Fällen helfen kann», sagte Maaßen am Montag in Berlin bei einem Symposium des Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV) zur Bedrohung durch die Terrormiliz Islamischer Staat. Er glaube allerdings nicht, «dass die Fußfessel wirklich hilft, wenn jemand einen Selbstmordanschlag verüben will».

Maaßen stellte sich hinter die Entscheidung der Bundesregierung, den Präsidenten des Bundesnachrichtendienstes (BND), Gerhard Schindler, zum 1. Juli durch den Verwaltungsjuristen Bruno Kahl zu ersetzen. Er sei schon etwas erstaunt über die «sehr negative Berichterstattung» über die Entscheidung. Es sei erstaunlich, die Entscheidung von Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU) nicht in Verbindung mit Schindlers Alter zu bringen. Dieser erreiche in weniger als eineinhalb Jahren die Pensionsgrenze. Da sei es nachvollziehbar, wenn der Neuanfang beim BND mit einer «frischen Personalie» begleitet werden solle. Ein Misstrauen der Bundesregierung gegenüber Schindler oder den Geheimdiensten allgemein könne er dabei nicht erkennen.

Mo, 2016-05-02 13:53
Genf (dpa)

«Weltmaschine» wegen Marder mehrere Tage außer Betrieb

Genf (dpa) - Weil ein Marder einen Kurzschluss ausgelöst hatte, bleibt der größte Teilchenbeschleuniger der Welt wahrscheinlich noch bis Freitag außer Betrieb. Es müssten elektrische Verbindungen repariert und die Anlage müsse sorgfältig auf eventuelle Schäden untersucht werden, sagte der Sprecher des Europäischen Kernforschungszentrums, Arnaud Marsollier, am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Der Marder hatte am Freitag in einer Transformatoranlage des 27 Kilometer langen Beschleunigerrings Large Hadron Collider (LHC) zwischen dem französischen Jura und dem Genfer See einen Kurzschluss verursacht. Dies hatte laut LHC-Protokoll zu einer «schweren elektrische Störung» geführt, so dass die «Weltmaschine» den Betrieb einstellen musste.

Marsollier sagte, der Marder sei entgegen anfänglichen Vermutungen nicht in das LHC-Tunnelsystem vorgedrungen, sondern habe es «nur» in eine an der Erdoberfläche befindliche Trafo-Station geschafft. «Wir haben zwar Zäune, aber kleine Wildtiere können sie kaum aufhalten.» Der Marder wurde in der Anlage von einem Stromschlag getötet.

Der LHC hatte im Juni 2015 nach Modernisierungsarbeiten wieder in den Betrieb genommen worden. Zuvor hatten die Cern-Wissenschaftler mit seiner Hilfe die Existenz des Higgs-Boson nachgewiesen, des wichtigsten Elementarteilchens im Standardmodell der Materie.

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Mo, 2016-05-02 13:40
Washington (dpa)

CIA irritiert mit Tweets der Tötung bin Ladens

Washington (dpa) - Zum fünften Jahrestag der Tötung Osama Bin Ladens hat sich die CIA für eine Serie live anmutender Tweets Kritik und Spott eingefangen. Unter dem Hashtag #UBLRaid verbreitete der Geheimdienst eine ganze Serie von Tweets, die sämtlich den Eindruck erweckten, das Geschehen passiere genau jetzt. Der Anführer der Terrororganisation Al-Kaida war am 2. Mai 2011 im pakistanischen Abbottabad von einer US-Spezialeinheit getötet worden.

Beispiele: «3:39 pm EDT - Osama bin Laden im dritten Stock gefunden und getötet #UBLRaid», «7:01 pm EDT - @POTUS erhält Bestätigung, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit Osama bin Laden identifiziert wurde #UBLRaid». Eingebettet waren Fotos des Wohnhauses bin Ladens und aus dem «situation room» des Weißen Hauses.

Dazu meinte die populäre «Daily Show»: «Wenn Ihr anfangt, die Operation in der Schweinebucht live zu twittern, sagt uns Bescheid. Wenn nicht, hört einfach auf.» Eine ganze Reihe von Twitternutzern nannte die Aktion der CIA peinlich und grotesk. Die CIA hat auf Twitter 1,33 Millionen Follower.

Mo, 2016-05-02 13:50
Bagdad (dpa)

Viele Tote bei Serie von Anschlägen in Iraks Hauptstadt Bagdad

Bagdad (dpa) - Bei drei Anschlägen in Iraks Hauptstadt Bagdad sind mindestens 25 Menschen ums Leben gekommen. Allein in dem Stadtteil Saidija im Süden Bagdads starben am Montag 22 Menschen, als sich ein Selbstmordattentäter mit einem Wagen in die Luft sprengte, wie die lokale Polizei mitteilte. Bei den Opfern handelt es sich demnach um schiitische Besucher einer religiösen Gedenkfeier. Bei zwei weiteren Explosionen in anderen Stadtteilen seien drei Menschen gestorben.

Zunächst bekannte sich niemand zu den Attentaten. Erst am Wochenende waren im Irak bei zwei Anschlägen der sunnitischen Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auf Schiiten Dutzenden Menschen ermordet worden. Der IS verübt im regelmäßig Anschläge im Irak.

Die neuen Attentate treffen das Land inmitten einer schweren politischen Krise. Am Wochenende hatten aufgebrachte Anhänger des schiitischen Predigers Muktada al-Sadr die Hochsicherheitszone und das Parlament in Bagdad gestürmt. Sie fordern Reformen und einen schärferen Kampf gegen die weit verbreitete Korruption.

Mo, 2016-05-02 13:23
Bielefeld (dpa)

Lebensmittelriese Dr. Oetker wächst vor allem im Ausland

Bielefeld (dpa) - Das Auslandsgeschäft wird für den Lebensmittelkonzern Dr. Oetker immer wichtiger. Dank diverser Firmenübernahmen unter anderem in Mexiko, Australien und Rumänien stieg der Anteil der Auslandstöchter am Gesamtumsatz im vergangenen Jahr von 67 auf 70 Prozent, wie der persönlich haftende Gesellschafter der Dr. August Oetker KG, Richard Oetker, am Montag mitteilte.

Insgesamt erzielte das Familienunternehmen mit seiner Angebotspalette von der Tiefkühlpizza, über Backzutaten und Pudding bis zum Fertigmüsli eine Umsatzsteigerung um 10,2 Prozent auf knapp 2,4 Milliarden Euro. Bereinigt um Zukäufe und Währungseffekte lag das Wachstum bei 1,4 Prozent.

De Umsatz der inländischen Unternehmen stieg dabei nur leicht um 1,4 Prozent auf 716 Millionen Euro. Im Ausland erhöhten sich die Umsätze dagegen um 14,4 Prozent auf knapp 1,7 Milliarden Euro. Das Jahresergebnis bezeichnete Oetker als «ordentlich». Genaue Zahlen nennt das Familienunternehmen traditionell nicht. Die Anzahl der Beschäftigten wuchs um 6,3 Prozent auf 11 505 Mitarbeiter. Davon arbeiteten 4440 in Deutschland.

Die Dr. Oetker GmbH ist nur ein Teil der Oetker-Gruppe, zu der auch die Reederei Hamburg Süd, der deutsche Biermarktführer Radeberger, das Bankhaus Lampe sowie Luxushotel und zahlreiche kleinere Unternehmen gehören.

Geht doch!

Saubere Profite

Als erste deutsche Stadt investiert die westfälische Kommune nur noch in ethisch-ökologische Anlagen

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Dem Stadtkämmerer von Münster bereiten die RWE-Verluste keine schlaflosen Nächte: Als erste deutsche Stadt hat die westfälische Grünen-Hochburg zum Jahresbeginn alle Geldgeschäfte mit Klimasündern eingestellt. Rückstellungen für die Beamtenpensionen – das sind immerhin 460 Millionen Euro – dürfen nicht mehr in Fonds angelegt werden, die Aktien von Öl- und Kohleunternehmen beinhalten. Mehr noch: Auch Atomenergiekonzerne, Gentechnikfirmen und Rüstungsindustrie sind tabu. Drahtzieher dieser „Divestment“-Premiere waren die örtliche Fossil-Free-Gruppe und die Grünen. Seit Sommer 2013 machten die Klima-Aktivisten Druck auf der Straße, und die Partei überzeugte schließlich den Stadtrat. „Jeder, der nicht will, dass seine Stadt durch ihre Geldgeschäfte den Klimawandel befeuert, kann eine solche Kampagne starten“, sagt Tine Langenkamp von der Klimaschutzorganisation 350.org. „Dafür muss man kein Finanzexperte sein.“ Vom Ausstieg profitiere nicht nur das Klima, er rechne sich auch noch. „Ethisch-ökologische Geldanlagen können sogar mehr Renditen abwerfen als konventionelle“, sagt der grüne Fraktionsvorsitzende Otto Reiners, „deshalb erwarten wir einen Domino-Effekt.“
gofossilfree.wordpress.com
gofossilfree.org/de

Frankreich: La vie est belle
Eben noch hat Frankreich Schlagzeilen gemacht, weil Supermärkte keine Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen und in Restaurants „Doggy Bags“ eingeführt werden. Nun gibt das Nachbarland in anderen Bereichen Gas: In den nächsten fünf Jahren sollen tausend Kilometer Straßenbelag mit neuartigen Solarpaneelen ausgerüstet werden – bereits zwanzig Quadratmeter könnten den Strombedarf eines Single-Haushalts decken. Und schon in diesem Sommer werden in Paris tausend E-Roller stehen, die jeder mieten kann – sie sollen für bessere Luft sorgen.

Thailand: Autarke Solarschule
In der Sisaengtham-Schule im Nordosten Thailands lernen schon kleine Kinder, nachhaltig zu leben: Sie pflanzen nicht nur ihr eigenes Gemüse an, sondern installieren und reparieren auch Solarzellen. Ziel des als „Solar-Mönch“ bekannten Gründers Phra Khru Wimon Panyakhun ist es, dass sich die Schule in allen Bereichen selbst versorgt. Die Energieernte deckt bereits den Bedarf. Außerdem entwickelten die Kinder mobile Ladestationen, mit denen Bauern die Bewässerungspumpen für ihre Reisfelder mit der Kraft der Sonne statt mit Dieselgeneratoren betreiben können.

Kamerun: Häuser aus Plastikmüll
Roger Milla, die afrikanische Fußball-Legende aus Kamerun, betreibt in seinem Heimatland eine Recyclinganlage. Aus Plastikmüll werden dort Bausteine gepresst: „Wir wollen die Umweltverschmutzung verringern und Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen“, sagt Milla. Ein ähnliches Projekt verfolgt die dänische Ingenieurstudentin Lise Fuglsang Vestergard in Indien: Sie lässt zerkleinerten Plastikmüll im „Solargrill“ zu Ziegelsteinen einschmelzen. 

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Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

 

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Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

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Großbritannien: Schlafende Konten
Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

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Mo, 2016-05-02 13:38
Berlin (dpa)

Greenpeace stellt TTIP-Geheimpapiere in Glaskasten aus

Berlin (dpa) - Während die Verhandlungen zum transatlantischen Freihandelsabkommen TTIP hinter verschlossenen Türen laufen, hat Greenpeace mit einer ungewöhnlichen Aktion Transparenz geschaffen: Die Umweltorganisation machte ein Konvolut geheimer Papiere am Montag in einem Glaskasten am Brandenburger Tor in Berlin für die Öffentlichkeit zugänglich. In dem «TTIP-Leseraum» können die Dokumente gelesen, fotografiert und heruntergeladen werden. Zuvor hatte Greenpeace die Texte samt der Losung «Demokratie braucht Transparenz» in der Nacht auf das Reichstagsgebäude gebeamt.

«Wir machen das, um eine Debatte zu befeuern», sagte Stefan Krug, Leiter der Politischen Vertretung der Umweltorganisation. Bislang hätten Abgeordnete lediglich unter Aufsicht die TTIP-Dokumente einsehen dürfen, sich dabei aber weder Notizen machen noch Teile kopieren oder mit jemandem darüber reden dürfen. Dabei seien von den Vereinbarungen Hunderte Millionen Menschen betroffen, die wenig bis nichts über den Inhalt der Gespräche und deren Folgen wüssten. «Wir brauchen einen Stop dieser Verhandlungen und einen Start der Debatte», forderte Krug. 

Greenpeace wirft den USA vor, mit dem geplanten Handelsabkommen europäische Umwelt- und Verbraucherschutz-Standards aushöhlen zu wollen. Die TTIP-Dokumente, die die Verhandlungspositionen der USA und der EU-Kommission vor der gerade abgeschlossenen 13. Gesprächsrunde zeigten, wurden den Umweltschützern nach eigenen Angaben zugespielt. Allerdings seien nicht die Originaldokumente, sondern Abschriften publiziert worden. Die Originale seien speziell markiert, so dass bei einer Veröffentlichung der Quellenschutz nicht gewährleistet gewesen wäre, sagte Krug. Nach gemeinsamer Prüfung mit dem Recherche-Netzwerk von «Süddeutscher Zeitung», NDR und WDR sei man sicher, dass die Papiere echt seien, erklärte Greenpeace.

Mo, 2016-05-02 14:00
Berlin (dpa)

Maaßen: IS-Terror mit neuer Dimension - Scharfe Kritik am BKA-Urteil

Deutschland ist im Fadenkreuz des islamistischen Terrors. Der Verfassungsschutz warnt davor, die Geheimdienste im Kampf gegen Attentäter zu stark zu fesseln. Das dürfte manchen nicht passen.

Berlin (dpa) - Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen hat angesichts einer neuen Dimension der Bedrohung durch islamistischen Terror für ausreichende Befugnisse der Geheimdienste geworben. «Wenn der Dienst nur mit bescheidenen Befugnissen und Ressourcen ausgestattet wird, kann er auch nur bescheidene Leistungen erbringen», sagte Maaßen am Montag in Berlin bei einem Symposium des Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV) zur Bedrohung durch die Terrormiliz Islamischer Staat. Er begrüße, dass die Regierung in diesem Zusammenhang über eine Aufstockung nachdenke.

Maaßen sagte dem rbb Inforadio, die Gefahr eines Terroranschlagen in Deutschland sei unverändert hoch. Mehr als 800 Personen seien aus Deutschland in die Kampfgebiete in Syrien ausgereist. 260 von ihnen seien zurückgekehrt. «Jetzt haben wir ein Szenario mit vielen möglichen Attentätern, die in Deutschland angreifen könnten: der Einzeltäter, das sogenannte Hit-Team, also Personen mit einem Auftrag, die vom IS zu uns geschickt werden, radikalisierte Personen in Deutschland und Einzelgruppen.» Derzeit gebe es aber keine Hinweise auf gefährliche Terrorzellen in Deutschland.

Kritik übte Maaßen am jüngsten Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum BKA-Gesetz. Die höchsten deutschen Richter hatten entschieden, dass die umfangreichen Befugnisse des Bundeskriminalamts (BKA) zur Terrorabwehr zum Teil verfassungswidrig sind. Der Richterspruch sei für die Arbeit des BKA ausgesprochen schädlich, so Maaßen. «Dieses Urteil wird den vom global agierenden islamistischen Terrorismus ausgehenden Gefahren und der damit veränderten Sicherheitssituation in Deutschland nicht hinreichend gerecht.» Es werde zudem den Austausch zwischen den internationalen Geheimdiensten nicht erleichtern.

Maaßen nannte es unfair, wenn nach den jüngsten islamistischen Attentaten von Paris und Brüssel ein besserer internationaler Datenaustausch gefordert werde, es aber zugleich Kritik gebe, wenn dies auf Grundlage deutscher Gesetze geschehe. Jeder Informationsaustausch hänge davon ab, dass es überhaupt Informationen gebe.

Die Befugnisse der Behörden dürften nicht skandalisiert werden, sondern müssten angesichts der Entwicklung der Lage angepasst werden, sonst gebe es ein Sicherheitsproblem, verlangte Maaßen. «Wenn die Sicherheitslage sich (..) verschlechtert, bedarf es entsprechender Nachjustierung oder eines klaren politischen Bekenntnisses zu einem weniger an Sicherheitsstandard», forderte der BfV-Chef. Dies müsse dann auch gegenüber der Bevölkerung vermittelt werden.

Zu Plänen für eine schärfere Führungsaufsicht für verurteilte Islamisten bis hin zur Einführung von Fußfesseln sagte Maaßen: «Ich kann mir vorstellen, dass beides in bestimmten Fällen helfen kann.» Er glaube allerdings nicht, «dass die Fußfessel wirklich hilft, wenn jemand einen Selbstmordanschlag verüben will».

Beim IS gehe es um Terrorismus als Teil einer asymmetrischen militärischen Auseinandersetzung, sagte der BfV-Präsident. Der IS gehe strategischer vor, als bisher von anderen Terrororganisationen bekannt. Aus diesem Grund plädierte Maaßen für eine stärkere internationale Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden.

Derzeit gehen nach Angaben von Maaßen täglich bis zu vier Hinweise auf mögliche islamistische Attentate in Deutschland bei den Sicherheitsbehörden ein. Die Analysten stünden vor der schwierigen Aufgabe, «die Spreu vom Weizen zu trennen» und aus unspezifischen Informationen wertvolle Hinweise für den Kampf gegen den Terror zu machen. Mit derzeit 8650 Salafisten sei diese Glaubensrichtung die am dynamischsten wachsende in Deutschland. In diesem Bereich werde das Feld für mögliche terroristische Einzeltäter bereitet.

Mo, 2016-05-02 13:28
Bielefeld (dpa)

Lebensmittelriese Dr. Oetker wächst vor allem im Ausland

Bielefeld (dpa) - Das Auslandsgeschäft wird für den Lebensmittelkonzern Dr. Oetker immer wichtiger. Dank diverser Firmenübernahmen unter anderem in Mexiko, Australien und Rumänien stieg der Anteil der Auslandstöchter am Gesamtumsatz im vergangenen Jahr von 67 auf 70 Prozent, wie der persönlich haftende Gesellschafter der Dr. August Oetker KG, Richard Oetker, am Montag mitteilte.

Insgesamt erzielte das Familienunternehmen mit seiner Angebotspalette von der Tiefkühlpizza, über Backzutaten und Pudding bis zum Fertigmüsli eine Umsatzsteigerung um 10,2 Prozent auf knapp 2,4 Milliarden Euro. Bereinigt um Zukäufe und Währungseffekte lag das Wachstum bei 1,4 Prozent.

De Umsatz der inländischen Unternehmen stieg dabei nur leicht um 1,4 Prozent auf 716 Millionen Euro. Im Ausland erhöhten sich die Umsätze dagegen um 14,4 Prozent auf knapp 1,7 Milliarden Euro. Das Jahresergebnis bezeichnete Oetker als «ordentlich». Genaue Zahlen nennt das Familienunternehmen traditionell nicht. Die Anzahl der Beschäftigten wuchs um 6,3 Prozent auf 11 505 Mitarbeiter. Davon arbeiteten 4440 in Deutschland.

Die Dr. Oetker GmbH ist nur ein Teil der Oetker-Gruppe, zu der auch die Reederei Hamburg Süd, der deutsche Biermarktführer Radeberger, das Bankhaus Lampe sowie Luxushotel und zahlreiche kleinere Unternehmen gehören.

À la Saison

Sagenhafter Spinat

(Spinacia oleracea)

Damit du groß und stark wirst? Von wegen! Spinat enthält gar nicht besonders viel Eisen. Weiß leider jedes Kind. Doch woher nimmt Popeye dann seine stahlharten Fäuste? Es ist... Ein Küchenkrimi.

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„Ich hab’ es geschafft. Der Spinat gab mir Kraft!“, singt ein Zeichentrickmann mit ballongroßen Unterarmen zu Militärmusik. „Ich bin Popeye der Seeheemann!“ Wir schreiben den 13. März 1942, und der Spinatmatrose hat irgendwo im Pazifik eine japanische Flotte zerlegt – im Alleingang, versteht sich. Alles, was er dafür braucht, ist eine Dose Spinat auf ex. Schon kommen die Superkräfte. Es ist die Zeit, in der selbst Comic-Helden im Dienst der US-Kriegspropaganda stehen. Die Botschaft „Der Spinat gab mir Kraft“ (im englischen Original: Strong to the finish, ’cos he eats his spinach) geht nicht nur an die Soldaten da draußen, sondern mindestens ebenso an deren Kinder daheim.

„Iss deinen Spinat!“ Wie viele Generationen hat dieser Befehl wohl gequält. Wie viel Leid war in der Welt, seit ein obskurer Chemiker im 19. Jahrhundert ein Komma falsch gesetzt und den Eisengehalt auf das Zehnfache potenziert hatte? Das Fuchsschwanzgewächs enthält gar nicht mehr von dem Spurenelement als andere Gemüse, enthüllte der Krebsexperte Terence Hamblin 1981 im British Medical Journal und folgerte spitz: „Als Eisenquelle hätte Popeye besser die Dosen verzehren sollen.“ Gute Pointe? Hier ist eine bessere: Den Rechenfehler hat es nie gegeben. Der Volksglaube, mit dem Hamblin ausgerechnet unter der Überschrift Fake! (Schwindel) aufräumte, ist selbst eine Sage. Ein „Supermythos“, wie Mike Sutton sagt. Der Kriminologe machte sich 2010 auf Spurensuche und fand: keine Quelle, nirgends. Als er Hamblin damit konfrontierte, mailte der zurück, er könne sich nicht recht erinnern. Er sei sich aber sicher, die Geschichte nicht erfunden zu haben.

Verbürgt sind Popeyes Verdienste um den Spinatabsatz in den USA. Dort hat der Matrose seine eigene Marke. Mehrere Gemeinden widmeten ihm Denkmäler. Crystal, Texas, und Alma, Alabama, konkurrieren sogar um den selbst erdachten Titel „Welthauptstadt des Spinats“. Er ist ein globales Gemüse. Im Fernen Osten zum ersten Mal kultiviert, verdankt er seinen Namen dem persischen aspanakh oder einem arabischen Poeten, der ihn als isfanatsch, Prinz aller Gemüse, pries. Im frühen Mittelalter erreichte er Spanien und verdrängte ein paar Jahrhunderte später auch seine Verwandte, die Gartenmelde, aus der deutschen Küche.

Frühjahrsspinat taugt zu mehr als grüner Pampe in Rahm. Zitrusfrüchte, auch Zitronengras stehen in frischem Kontrast zu den erdigeren Noten seiner Blätter. Als Salat oder gedünstet verträgt er sich mit gerösteten Pinienkernen, gebratenem Speck, salzigen Anchovis und beliebigen Mengen Knoblauch. Auch Joghurt schmeichelt ihm, wie die indische Küche beweist. Und Eiergerichte wie Soufflé ergänzt Spinat aufs Feinste. Aber natürlich: An kalten Apriltagen hat auch der durchpürierte Klassiker mit Muskat und „Blubb“ seine tröstende Berechtigung. Nur ein halber Mythos ist, dass man Spinat nicht wieder aufwärmen darf. Er enthält zwar Nitrat, das Bakterien in krebserregendes Nitrit umwandeln. Stellt man Reste aber rasch in den Kühlschrank, kann man die Entstehung giftiger Substanzen verzögern. Spinat à la Saison, frisch vom Feld und in Bioqualität, enthält übrigens am wenigsten Nitrat.

Und Superkräfte setzt der zarte Grüne wirklich frei. Forscher haben Eiweiße aus seinen Blättern isoliert und tüfteln damit an „Spinatzellen“ für künstliche Fotosynthese, die einst mehr leisten sollen als Solarzellen. Popeyes spinach power speist sich allerdings aus einer anderen Quelle: Im Juli 1932 isst der Matrose zum ersten Mal Spinat – frisch vom Beet. Seine Freundin Olivia ruft: „Lieber Himmel, bist du ein Pferd?“ Popeye spricht mit Pfeife im Mund: „Spinat ist voller Vitamin A. Das macht Menschen stark und gesund.“ Wie wahr. Und hoffentlich gilt das auch für Kettenraucher.

Frisch vom Feld gibt's Spinat ab März.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Mo, 2016-05-02 13:38
Berlin (dpa)

Ai Weiwei - Chinesischer Künstler und Regimekritiker

Berlin (dpa) - Ai Weiwei ist der wohl bekannteste chinesische Gegenwartskünstler. Für seine Kritik am kommunistischen System in China war er dort jahrelang geächtet. Erst im vergangenen Jahr durfte er nach Deutschland ausreisen.

In seiner Heimat gilt der 58-Jährige vielen als «soziales Gewissen», weil er in seinem Werk offen Korruption und Ungerechtigkeit anprangert. So dokumentierte er nach dem schweren Erdbeben 2008 in der chinesischen Provinz Sichuan die Namen der Kinder, die in ihren verantwortungslos gebauten Schulen ums Leben gekommen waren.

In den westlichen Metropolen wird der Bildhauer, Filmemacher, Installationskünstler und Menschenrechtler wie ein Superstar gefeiert. Im Berliner Martin-Gropius-Bau besuchte 2014 fast eine Viertel Million Menschen eine große Werkschau mit dem Titel «Evidence» (Der Beweis).

Bei den chinesischen Machthabern fiel Ai schon vor Jahren in Ungnade. 2011 wurde er wegen angeblicher Steuervergehen verschleppt und fast drei Monate in Einzelhaft gehalten. Danach stand er zunächst unter Hausarrest, die Behörden verweigerten ihm seinen Pass.

Im vergangenen Sommer durfte er überraschend nach Deutschland ausreisen. Seither lebt er mit seinem inzwischen siebenjährigen Sohn in Berlin, fährt aber immer wieder auch in die Heimat zurück. An der Berliner Universität der Künste übernahm er zum Wintersemester 2015/16 die dreijährige Einstein-Gastprofessur.

Mo, 2016-05-02 13:17
Wolfsburg (dpa)

Abgas-Rückruf: 15 000 Diesel-Golf dürfen ab Dienstag in Werkstätten

Wolfsburg (dpa) - Nach wochenlangen Verzögerungen beim größten Rückruf in der VW-Geschichte dürfen zumindest 15 000 Besitzer eines manipulierten Golf-Diesels in ganz Europa nun auf eine Lösung hoffen. Am Dienstag sollen die Eigentümer des Golf TDI Blue Motion mit 2,0 Liter-Motor und Schaltgetriebe per Post aus Wolfsburg über den Rückrufstart informiert werden. Dies hatten in der vergangenen Woche VW-Chef Matthias Müller und Markenvorstand Herbert Diess bei der Jahrespressekonferenz von VW in Wolfsburg angekündigt.

Zeitgleich soll den Werkstätten die Software zur Verfügung gestellt werden. «Grundsätzlich sind sie dann ab sofort in der Lage, die Aktion bei den Modellen durchzuführen», sagte ein VW-Sprecher am Montag in Hannover. Das Aufspielen soll rund 30 Minuten dauern.

Mit dem Golf wird damit ein Modell im Diesel-Rückruf vorgezogen, weil die bisherige Planung wegen technischer Probleme seit Wochen überfällig ist. Ursprünglich sollten rund 160 000 Passat-Modelle bereits Ende Februar zurückgerufen werden. Das Kraftfahrt-Bundesamt verweigert bislang aber die Freigabe. Offizielle Begründungen gibt es keine, jedoch soll es Probleme mit den Verbrauchswerten geben.

Als Reaktion auf die Manipulationen von mehr als elf Millionen Fahrzeugen weltweit, davon rund 2,5 Millionen in Deutschland, hatte Volkswagen im Januar mit dem Rückruf des Pick-up Modells Amarok begonnen. Von den rund 8500 Fahrzeugen konnten bis Anfang Mai laut VW-Nutzfahrzeuge rund 6300 umgerüstet werden. Auch die VW-Töchter Audi und Seat durften zwischenzeitlich einige Autos zurückrufen.

Mo, 2016-05-02 12:43
Berlin (dpa)

Verkehrsministerium: Bisher keine Hinweise auf höhere CO2-Werte

Berlin (dpa) - Das Bundesverkehrsministerium hat angesichts einer geplanten Sonderuntersuchung der CO2-Werte von mehr als 50 Fahrzeugen vorerst keine konkreten Hinweise auf Überschreitungen. «Es gibt noch keine Hinweise», sagte ein Sprecher am Montag in Berlin. Geplant ist, CO2-Werte gesondert zu bewerten, die im Zuge von Nachmessungen wegen des VW-Skandals bei mehr als 50 Diesel-Modellen erhoben worden waren. Zusätzliche Messungen kündigte der Sprecher dafür nun nicht an. Wann ein Bericht mit Ergebnissen zu erwarten ist, stehe noch nicht fest.

Daneben laufe eine weitere Untersuchung in Zusammenhang mit einer auffälligen zeitabhängigen Abschaltung der Abgasreinigung. Auch dazu sei ein Bericht geplant. Ein entsprechender Verdacht war bei den Nachmessungen des Kraftfahrt-Bundesamts bei einigen Fiat-Modellen ins Auge gefallen, wie das Ministerium bereits mitgeteilt hatte.

Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte am Wochenende gesagt, dass die Untersuchungskommission zur Aufklärung des VW-Abgasskandals weiterarbeite. «Stickoxid steht gerade im Vordergrund, aber auch CO2 kann uns beschäftigen», sagte er der «Süddeutschen Zeitung» (Samstag) gesagt. CO2 ist das wichtigste Treibhausgas und zu 76 Prozent für die menschengemachte Erderwärmung verantwortlich.

Mo, 2016-05-02 12:07
Frankfurt/Main (dpa)

Minister Müller fordert mehr Privatinvestitionen für Nachhaltigkeit

Frankfurt/Main (dpa) - Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat mehr Engagement privater Investoren im Kampf gegen Armut und Klimawandel weltweit gefordert. Mit öffentlichen Geldern allein sei es nicht möglich, den globalen Herausforderungen zu begegnen und UN-Ziele wie Armutsbekämpfung und Klimaschutz zu erreichen, sagte Müller am Montag bei der Eröffnung der 49. Jahrestagung der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) in Frankfurt. «Wir brauchen Privatinvestitionen und fairen Handel», so der Minister.

Deutschland ist erstmals Gastgeber der Veranstaltung, mit bis zu 4000 Teilnehmern aus Asien, Europa, den USA und Kanada. Im Mittelpunkt steht die Wirtschafts- und Finanzkooperation zwischen Asien und Europa. Es geht unter anderem um Erneuerbare Energien, Klimawandel und berufliche Bildung. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wurde am Abend als Rednerin erwartet. Deutschland ist Gründungsmitglied der ADB mit insgesamt 67 Mitgliedsstaaten.

Mo, 2016-05-02 12:33
Berlin (dpa)

TTIP-Prinzipienstreit - Vorsorge contra Risiko

Berlin (dpa) - Bei den Verhandlungen über das Freihandelsabkommen TTIP wird auch über das Vorsorge- und das Risikoprinzip gestritten.

- Das bislang in Europa geltende VORSORGEPRINZIP gilt als ein Grundpfeiler der EU-Umweltpolitik. Es erlaubt Produkte nur, wenn sie für Mensch und Umwelt nachweislich unschädlich sind. Produkte können darum auch vorsorglich vom Markt genommen werden, wenn die verfügbaren wissenschaftlichen Daten noch keine umfassende Risikobewertung zulassen. Das ermöglicht in der EU eine schnelle Reaktion auf mögliche Gesundheits- und Umweltgefahren.

- Dem in den USA angewandten RISIKOPRINZIP zufolge muss die Regulierungsbehörde zweifelsfrei nachweisen, dass von einem Stoff eine Gefahr ausgeht, damit er vom Markt genommen werden kann. Bis das der Fall ist, bleibt er zugelassen. Demnach sind in den USA etliche Produkte auf dem Markt, die in der EU nicht gehandelt werden dürfen. Das gilt für Hormonfleisch sowie genmanipulierte Pflanzen und Lebensmittel ebenso wie für viele Chemikalien in Kosmetika.

Mo, 2016-05-02 12:15
Berlin (dpa)

Merkel will TTIP-Abkommen weiter unverzüglich abschließen

Berlin (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) pocht auch nach den «TTIP Leaks» unverändert auf einen raschen Erfolg der Verhandlungen zwischen EU und USA. «Wir halten den zügigen Abschluss eines ehrgeizigen Abkommens für sehr wichtig», sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Dies sei «einhellige Meinung» der gesamten Regierung. Die Kanzlerin habe ihre Position bereits beim jüngsten Besuch von US-Präsident Barack Obama bei der Hannover Messe deutlich gemacht.

Das Handelsabkommen TTIP sei eine große Chance, die Globalisierung zu gestalten. Die Exportnation Deutschland sei wie kaum eine andere Volkswirtschaft auf einen freien Welthandel angewiesen. Jeder vierte Arbeitsplatz in Deutschland hänge davon ab, erläuterte Seibert.

Die Echtheit der von Greenpeace im Internet veröffentlichten Dokumente zum Verhandlungsstand zwischen Washington und Brüssel könne er nicht bestätigen. Er kenne diese Papiere nicht, betonte Seibert.

Grundsätzlich fügte er zu den in den «TTIP Leaks» dokumentierten US-Forderungen an: «Verhandlungspositionen sind keine Verhandlungsergebnisse.» Es sei normal, dass beide Seiten ihre Interessen durchsetzen wollten. Deutschland werde keine Absenkung von Sozial-, Umwelt- und Verbraucherschutz-Standards akzeptieren.

Eine Sprecherin von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD), der bei TTIP die Federführung hat, erklärte: «Es wird kein Hormonfleisch geben.» Die EU werde auch die Kennzeichnungspflicht für gentechnisch veränderte Lebensmittel nicht ändern. Schutzstandards für Mensch, Tiere und Umwelt würden durch TTIP nicht infrage gestellt, ebenso wenig das im EU-Recht verankerte Vorsorgeprinzip.

Mo, 2016-05-02 12:55
Berlin (dpa)

Jüdischer Weltkongress prangert Hass-Videos auf YouTube an

Berlin (dpa) - Der Jüdische Weltkongress (WJC) hat eine massenhafte Verbreitung von Neonazi-Musik auf YouTube angeprangert. In einem am Montag veröffentlichten Brief an den Deutschland-Chef von Google, Philipp Justus, beklagte sich der WJC-Vorsitzende Robert Singer, dass insbesondere das Lied «In Belsen» der Neonazi-Band «Kommando Freisler» noch auf dem Google-Dienst zu finden sei. Über den Brief hatte die «Bild» zuerst berichtet.

Singer verwies auf ein Schreiben des Leiters der Bergen-Belsen-Gedenkstätte, Jens-Christian Wagner, vom September 2015, in dem er die Entfernung «In Belsen» von der Video-Platform verlangt habe. In dem Lied würden das Hitler-Regime und der Massenmord an sechs Millionen Juden verherrlicht. Nach dem Bericht in der «Bild» am vergangenen Samstag seien zwar einige der «In Belsen»-Clips gelöscht worden, das Lied finde sich aber weiterhin auf YouTube.

Auch die übrigen Songs des Albums «Geheime Reichssache» könnten ebenso wie die Songs vieler anderer verbotener Nazi-Bands noch abgerufen werden. Google reagiere nur sehr langsam bis gar nicht auf Aufforderungen, solche Clips - die in Deutschland illegal sind - zu entfernen.

Ein YouTube-Sprecher erklärte, der Dienst habe «klare Richtlinien, die Hassbotschaften gegen bestimmte Gruppen oder volksverhetzende Inhalte verbieten». «Wir entfernen alle Videos, die gegen diese Richtlinien verstoßen, sobald sie gemeldet werden. Dies gilt ebenso für verbotene rechtsextreme Musikstücke.»

Mo, 2016-05-02 12:28
Berlin (dpa)

Vattenfall-Chef Hall: Energiekonzern baut weiter Personal ab

Berlin (dpa) - Der schwedische Energiekonzern Vattenfall baut weiter Personal ab. «Wir müssen die Zahl unserer Mitarbeiter perspektivisch verringern», sagte Vattenfall-Chef Magnus Hall der «Berliner Morgenpost» und dem «Hamburger Abendblatt» (Montag). Die deutsche Tochter hat ihren Sitz in Berlin. Hall ließ offen, wie viele Mitarbeiter in Deutschland betroffen sein könnten.

Das Energiegeschäft stehe unter Druck durch die Energiewende, sagte der Manager. «Wenn wir nicht Schritt halten und so effizient wie möglich arbeiten, wird weder Vattenfall noch irgendein anderes Energieunternehmen in der Lage sein, zu investieren und die Existenz für die nächsten 30 oder 50 Jahre abzusichern.»

Die Unternehmensspitze spreche darüber mit den Beschäftigten und Betriebsräten. «Wir bauen Personal sozialverträglich ab, versuchen, die Leute beim Wechsel zu unterstützen.»

Mo, 2016-05-02 12:38
Berlin (dpa)

Druck für Gabriel: SPD-Linke fordert Abbruch der TTIP-Verhandlungen

Berlin (dpa) - Die einflussreichen SPD-Linken im Bundestag fordern nach den jüngsten TTIP-Veröffentlichungen den Abbruch der Verhandlungen zwischen EU und USA. Der Sprecher des linken Flügels, Matthias Miersch, erklärte, die neuen Enthüllungen bestätigten das tief sitzende Misstrauen gegenüber der amerikanischen Position. «Ich sehe in dieser Situation keine Grundlage mehr, um neues Vertrauen aufzubauen. Unter solchen Bedingungen macht es keinen Sinn, weiter zu verhandeln», sagte Miersch am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Mit der aktuellen Festlegung der mit fast 90 Abgeordneten größten Gruppe in der SPD-Bundestagsfraktion auf ein Nein zu TTIP dürfte es für Parteichef und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel noch schwieriger werden, die geplanten Handelsabkommen mit Nordamerika in den eigenen Reihen durchzusetzen.

Die SPD hatte auf ihrem Dezember-Parteitag rote Verhandlungslinien bekräftigt, ohne deren Einhaltung die Partei die EU-Abkommen mit den USA (TTIP) und Ceta (Kanada) nicht mittragen will.

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STUPID.T ist die erste und einzige Maschine, die auf Knopfdruck Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der menschlichen Zivilisation erzeugt. Man stecke eine überteuerte Einwegkapsel mit etwas 08/15-Tee ins Gerät, betätige die Taste – und schon gibt’s jede Menge bunten Alu- und Plastikabfall.

Entdecken Sie die neue, besonders überflüssige Art der Müllerzeugung.
Mehr auf greenpeace-magazin.de/special-t.

 

 

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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

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Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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