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Mo, 2016-05-30 05:30
Johannesburg (dpa)

Schwarzenegger noch nicht bereit für Trump

Johannesburg (dpa) - Arnold Schwarzenegger, «Terminator»-Star und ehemaliger Gouverneur von Kalifornien, will sich noch nicht hinter seinen republikanischen Parteikollegen Donald Trump stellen. Als er in einem Interview gefragt wurde, ob er Trump unterstütze, sagte der 68-Jährige: «Ich werde vor der Wahl eine Ankündigung machen, aber ich werde es auf meine Art tun, die immer ungewöhnlich ist.» Er wolle sich die Kandidaten genau anschauen und sich dann entscheiden. «Ich werde jemandem meine Unterstützung erklären, aber ich werde es nicht hier machen, weil das dann die Schlagzeile wäre.»

Nur Trump spricht für Trump

Washington (dpa) - Die Mitarbeiter aus dem Wahlkampfteam von Donald Trump haben nichts zu sagen - zumindest wenn es nach ihm selbst geht. «Glaubt den voreingenommenen und falschen Medien nicht, wenn sie Leute aus meinem Team zitieren. Die einzigen Zitate, die zählen, sind meine Zitate!», schrieb Trump bei Twitter. Die «Washington Post» hatte zuvor unter Berufung auf Mitarbeiter von einer rigiden Hierarchie und Spannungen in Trumps Mannschaft berichtet.

Libertarians wählen Gary Johnson zum Kandidaten

Orlando (dpa) - Wie erwartet haben die Libertarians den ehemaligen Gouverneur Gary Johnson zu ihrem Kandidaten für die Präsidentschaftswahl gekürt. Der 63-Jährige erhielt bei dem Parteitag am Sonntag im zweiten Wahlgang 55,8 Prozent der Stimmen. Johnson war als Republikaner von 1995 bis 2003 Gouverneur von New Mexico. Die Libertarians stehen für einen schlanken Staat, aber auch für soziale Gerechtigkeit und außenpolitische Zurückhaltung. Der Wahlkampf, der überwiegend von Trump dominiert wird, treibt ihnen derzeit ungeahnte Sympathien und Aufmerksamkeit zu.

Trump will nicht mit Sanders debattieren

Washington (dpa) - Viele hatten sich schon darauf gefreut, aber es kommt nicht dazu: Trump will nicht mit Bernie Sanders debattieren. Er halte eine Fernsehdiskussion mit der Nummer 2 im Vorwahlrennen der Demokraten für unangemessen, teilte Trump mit. Noch vor wenigen Tagen hatte er gesagt, dass er der von Sanders lancierten Idee offen gegenüberstehe. Zugleich stellte er die Bedingung, dass die Fernsehsender Wohltätigkeitseinrichtungen zehn bis 15 Millionen Dollar ihrer Einkünfte spenden. Sanders hinkt bei den demokratischen Vorwahlen klar hinter Ex-Außenministerin Hillary Clinton her.

Mo, 2016-05-30 06:00
Wiesbaden (dpa)

Mini-Inflation: Kein rasches Ende in Sicht Von Friederike Marx, dpa

Die niedrigen Ölpreise bremsen seit Monaten die Inflation. Verbraucher müssen weniger fürs Tanken und Heizen zahlen. Doch die Entwicklung hat auch Schattenseiten.

Wiesbaden (dpa) - Die Inflation ist seit Monaten im Keller. Verbraucher profitieren unter anderem von gesunkenen Energiepreisen. Der Europäischen Zentralbank (EZB) bereitet die Mini-Teuerung hingegen Sorgen. Die Währungshüter fluten daher die Märkte mit Geld und haben den Leitzins auf Null gesenkt - auch das bekommen Verbraucher zu spüren.

Warum ist die Inflation so niedrig?

Das liegt vor allem an den niedrigen Ölpreisen. Zwar wurde der Schmierstoff der Weltwirtschaft zuletzt wieder etwas teurer. Allerdings liegen die Rohölpreise mit um 50 Dollar je Barrel (159 Liter) immer noch weit entfernt von einstigen Höchstständen von mehr als 100 Dollar.

Welche Folgen hat das für die Entwicklung der Verbraucherpreise?

Energie - also Kraftstoffe und Heizöl, aber auch Gas und Strom - fließen mit fast elf Prozent in die Berechnung der Teuerungsrate ein. Niedrige Energiepreise dämpfen daher den Preisauftrieb insgesamt. Wie stark der Einfluss sein kann, zeigen zum Beispiel die April-Daten. Die Inflationsrate insgesamt lag um 0,1 Prozent niedriger als im Vorjahresmonat. Ohne Energie wäre sie nach Angaben des Statistischen Bundesamt aber um 0,9 Prozent gestiegen.

Was bedeutet das für Verbraucher?

Sie müssen weniger an der Tankstelle und fürs Heizen zahlen. Hinzu kommt: Bisher liegen die Tarifabschlüsse in Deutschland deutlich über der Inflationsrate. Weil die Preise 2016 kaum steigen dürften, könnte bei vielen unterm Strich mehr übrig bleiben. Die EZB rechnet im Gesamtjahr mit einem mageren Preisauftrieb von 0,1 Prozent im Euroraum. Die Bundesbank erwartet für Deutschland eine Teuerungsrate von einem viertel Prozent. Bereits im vergangenen Jahr schlugen die Lohnerhöhungen wegen der geringen Teuerung (0,3 Prozent) nahezu vollständig auf die Reallöhne durch.

Warum bereitet die Mini-Inflation der EZB Sorgen?

Dauerhaft niedrige oder gar sinkende Preise gelten als Risiko für die Konjunktur. Unternehmen und Verbraucher könnten Anschaffungen aufschieben, weil sie erwarten, dass es bald noch billiger wird. Die EZB strebt daher mittelfristig eine Teuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent im Euroraum an - weit genug entfernt von der Nullmarke. Um die Inflation anzukurbeln, senkten die Währungshüter im März den Leitzins auf Null, weiteten ihr milliardenschweres Kaufprogramm aus und brummten Banken und Sparkassen höhere Strafzinsen auf, wenn sie Geld bei der EZB parken. Das soll die Kreditvergabe beflügeln und so den Preisauftrieb anschieben.

Wirken die Maßnahmen?

Bis jetzt verharrt die Inflation in Deutschland und im Euroraum im Keller. Auch im Mai dürfte der Preisauftrieb gering ausfallen. EZB-Präsident Mario Draghi betont allerdings, die Währungshüter hätten mit ihrer Geldpolitik eine desaströse Deflation verhindert.

Sind weitere geldpolitische Schritte bei der Ratssitzung an diesem Donnerstag wahrscheinlich?

Aus Sicht von EZB-Chefvolkswirt Peter Praet sind weitere Zinssenkungen im Euroraum derzeit nicht angebracht. Es brauche noch Zeit, um die Wirkung zuletzt beschlossener Maßnahmen bewerten zu können. Nach Einschätzung von Ökonomen dürfte die EZB eher gegen Ende des Jahres noch einmal nachlegen, falls die Inflation weiter nicht in Schwung kommen sollte.

Welche Folgen hat die EZB-Politik für Sparer?

Gerade in Deutschland so beliebte Anlagen wie Tages- und Festgeld werfen kaum noch etwas ab. EZB-Präsident Draghi weist aber daraufhin, dass die niedrige Inflation die negativen Effekte der niedrigen Zinsen ausgleiche. «Was wirklich zählt, ist, was Sie an realen Erträgen für ihre Ersparnisse bekommen.» Derzeit liege die Verzinsung minus Inflation höher als im Durchschnitt der 1990er Jahre. «Zu der Zeit hatten Sie höhere Zinsen auf dem Sparbuch, aber zugleich meist Inflation, die weit darüber lag und alles auffraß», sagte Draghi jüngst der «Bild»-Zeitung. Bei langfristigen Sparanlagen machen sich die Folgen der Zinspolitik der EZB allerdings durch den Zinses-Zins-Effekt bemerkbar.

Mo, 2016-05-30 05:16
Gmünd/Braunsbach (dpa)

Drei Tote durch zerstörerische Überschwemmungen in Süddeutschland

Schwere Gewitter, extremer Regen und Sturm haben in Baden-Württemberg und Bayern immense Schäden angerichtet. Die Behörden sprechen von einer «Naturkatastrophe». Es gibt Tote und wohl auch zahlreiche Verletzte. Die Lage ist dramatisch.

Schwäbisch Gmünd/Braunsbach (dpa) - Bei schweren Unwettern und Überschwemmungen in Süddeutschland sind mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Im baden-württembergischen Schwäbisch Gmünd starb laut Stadtverwaltung ein Feuerwehrmann beim Versuch, einen Menschen zu retten, der letztlich nur noch tot geborgen werden konnte. Zuvor hatte die Polizei den Tod eines 60-Jährigen in einer überfluteten Tiefgarage in Weißbach im Hohenlohekreis gemeldet. Das Lagezentrum in Stuttgart bildete einen Krisenstab und bestätigte ferner mehrere Verletzte. Auch in Bayern - in der Region Ansbach und Teilen des Landkreises Neustadt/Aisch - richteten Unwetter in der Nacht zum Montag massive Schäden an.

Besonders betroffen von den Wassermassen war am Sonntagabend der kleine Ort Braunsbach im Norden Baden-Württembergs. Dort war nach heftigen Regenfällen ein Fluss über die Ufer getreten. Die reißenden Fluten strömten durch die 900-Einwohner-Gemeinde, wodurch ein Haus zerstört und mehrere erheblich beschädigt wurden. Rund 150 Kräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Rotem Kreuz suchten einsturzgefährdete Häuser ab, um sie zu evakuieren. Tote oder ernsthaft Verletzte gab es nach ersten Erkenntnissen nicht.

Auf Videoclips und Fotos in sozialen Netzwerken war zu sehen, wie Autos vom Schlammwasser mitgerissen, übereinander getürmten und in Schaufenster von Geschäften geschleudert wurden. Bei einigen Häusern stand das Wasser augenscheinlich bis in Höhe der untersten Fenster. Der Ort im Kreis Schwäbisch-Hall, der rund zehn Kilometer von der gleichnamigen Kreisstadt entfernt liegt, wurde weiträumig abgesperrt und war für Journalisten am Montagmorgen nicht zugänglich.

«Auch andere Orte und umliegende Landkreise sind von dem Unwetter betroffen», sagte ein Sprecher des Lagezentrums in Stuttgart. Als Schwerpunkte wurden die östlichen Teile Baden-Württembergs genannt - neben dem Hohenlohekreis unter anderem die Kreise Biberach, Heidenheim, Heilbronn, der Ostalbkreis, der Alb-Donau-Kreis, der Neckar-Odenwald-Kreis sowie die Stadt Ulm. Entspannung war zunächst nicht in Sicht. Ein Großaufgebot an Rettungskräften wurde mobilisiert. «Hier ist alles im Einsatz, was laufen kann», sagte ein Polizeisprecher in Heilbronn. «Es sieht düster aus, wirklich schlimm.»

In der bayrischen Region Ansbach seien nach einem Gewittersturm auf der Frankenhöhe Straßen überflutet und Autos mitgerissen worden. Auch viele Keller in der Region liefen voll, wie ein Sprecher der Integrierten Rettungsleitstelle Ansbach am Morgen mitteilte. Menschen wurden nach vorläufigen Erkenntnissen nicht verletzt.

Besonders schwer betroffen waren den Angaben zufolge mehrere Ortsteile von Flachslanden nördlich von Ansbach. Dort seien mehrere Autos von den Fluten der über die Ufer getretenen Fränkischen Rezat mitgerissen worden und einige Häuser einsturzgefährdet. Einsatzkräfte und Feuerwehr versuchten, die Gebäude zu sichern, wie die Leitstelle mitteilte.

Während der nächtlichen Unwetter in Süddeutschland fielen gewaltige Regenmengen. Im bayerischen Hohenthann bei Landshut etwa gingen innerhalb einer Stunde 67 Liter pro Quadratmeter nieder, in Landshut 57 Liter und in der Region um Weilheim stellenweise 53 Liter, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Das entspreche grob den Mengen, die normalerweise binnen zwei Wochen gemessen würden. Auf der Wetterseite des Meteorologen Jörg Kachelmann war von stellenweise 50 bis 100 Litern die Rede, die in Süddeutschland innerhalb von nur ein bis zwei Stunden gefallen seien. Aus dem baden-württembergischen Laupheim sei ein 100-jähriges Hochwasser gemeldet worden.

In Baden-Württemberg verzeichneten die Behörden Hunderte Notrufe. Allein das Führungs- und Lagezentrum des Polizeipräsidiums Ulm meldete, dass es zwischen 16.15 Uhr und 21.00 Uhr 490 Notrufe gegeben habe. Viele Straßen und Ortsdurchfahrten seien gesperrt, sagte Polizeiführer Hagen Guderlei der Deutschen Presse-Agentur. Hunderte Bürger seien auf den Polizeinotruf 110 ausgewichen, weil unter dem Notruf 112 kein Durchkommen gewesen sei. Von verletzten oder vermissten Menschen war dort zunächst nichts bekannt.

Dutzende Keller seien vollgelaufen und müssten ausgepumpt werden, sagte Guderlei. Das Wasser stehe an einigen Stellen 1,70 Meter hoch. Besonders stark von Hochwasser betroffen sei der Kreis Biberach. Dort kam es laut Polizei auch zu einem Erdrutsch, der Bäume und Schlamm auf ein Firmengelände schwemmte.

«Der Sachschaden wird immens», sagte Guderlei. Die Autobahn 7 im Kreis Heidenheim zwischen Giengen und Oberkochen sei wegen großer Hagelkörner, die bis zum Knöchel reichten, vier Stunden lang gesperrt gewesen. Die Autobahnmeisterei musste Schneepflüge einsetzen. In dem Landkreis war laut Polizei auch die Ortsdurchfahrt Steinheim am Albuch komplett unter Wasser.

In Ulm selbst waren mehrere Straßen nicht mehr befahrbar. Auch die Stadt Künzelsau im Hohenlohekreis teilte mit, dass die Innenstadt am Montag gesperrt bleibe für den Verkehr - wegen der Aufräumarbeiten. Dort waren neben Feuerwehr auch das Technische Hilfswerk und das Deutsche Rote Kreuz im Einsatz. In Schulen fällt der Unterricht am Montag aus. Auch die Kindergärten bleiben geschlossen. Bürgermeister Stefan Neumann sprach von einer «Naturkatastrophe».

Der Deutsche Wetterdienst verlängerte die Unwetterwarnung vor schweren Gewittern mit heftigem Starkregen und Sturmböen bis Montag, 7.00 Uhr. Besonders gefährdet seien demnach die Regierungsbezirke Karlsruhe, Stuttgart, Freiburg und Tübingen. Zu erwarten seien demnach um die 30 Liter pro Quadratmeter Regen pro Stunde sowie Sturmböen mit 70 Stundenkilometern. Es gebe zudem eine extreme Gefahr durch Blitzschlag und Überflutungen.

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Mo, 2016-05-30 05:30
Eriwan (dpa)

Armeniens Kampf um Anerkennung: Genozid-Gedenken prägt Kaukasusnation Von Thomas Körbel, dpa

Der Bundestag nimmt die Verfolgung der Armenier im Ersten Weltkrieg unter die Lupe. Für viele in Armenien ist die Sache klar: Nicht von «Völkermord» zu sprechen, ist wie den Holocaust zu leugnen. Doch die Lage der von Feinden umgebenen Ex-Sowjetrepublik ist knifflig.

Eriwan (dpa) - Für die Südkaukasusnation Armenien könnte die Sitzung des Bundestags an diesem Donnerstag zu einem zentralen Erfolgsmoment ihrer langjährigen Außenpolitik werden. Seit Jahrzehnten arbeitet die Ex-Sowjetrepublik darauf hin, dass die Massaker an den Armeniern durch das Osmanische Reich im Ersten Weltkrieg international als Genozid anerkannt werden.

Der Bundestag will mit einer Resolution von Union, SPD und Grünen die Gräueltaten als «Völkermord» verurteilen. Für Eduard Scharmasanow, Vize-Parlamentschef in der Hauptstadt Eriwan, standen die Chancen nie besser als jetzt. «Meine Überzeugung basiert auf informellen und formellen Kontakten (in Berlin)», sagt Scharmasanow.

Schätzungen zufolge kamen bei der Vertreibung, die vor 101 Jahr auf dem Gebiet der heutigen Türkei begann, bis zu 1,5 Millionen Armenier um. Die osmanische Führung verdächtigte die christliche Minderheit, mit dem Kriegsgegner Russland zu kollaborieren. Historiker sprechen von systematischer Verfolgung. Die Türkei - Rechtsnachfolgerin des Osmanischen Reiches - geht von deutlich weniger Toten aus und lehnt den Ausdruck «Genozid» entschieden ab.

Auch die Bundesregierung hat den Begriff bisher gemieden. Doch seit Bundespräsident Joachim Gauck und Bundestagspräsident Norbert Lammert 2015 das V-Wort ausdrücklich benutzt haben, zeichnet sich ein Wandel in Berlin ab. Deutschland wäre in der Riege der Staaten wie Frankreich und Russland, die den Genozid beim Namen nennen, umso gewichtiger, als das Deutsche Kaiserreich als Verbündeter der Osmanen im Ersten Weltkrieg nachweislich von den Massakern wusste.

«Der Völkermord ist nicht nur ein Problem des armenischen Volkes. Das ist ein Schmerz, den wohlwollende Menschen auf der ganzen Welt teilen», sagt der armenische Präsident Sersch Sargsjan. Es enttäuscht viele seiner Landsleute, wenn strategische Erwägungen einer Ächtung als Genozid im Wege stehen. So bleibt die Supermacht USA bisher zurückhaltend - wohl aus Rücksicht auf den Nato-Partner Türkei. Und auch Berlin steht mit der erwarteten Resolution unter Druck, gilt Ankara doch als wichtiger Partner in der EU-Flüchtlingskrise.

Zu den «wohlwollenden Menschen» zählt Russlands Präsident Wladimir Putin. Beim 100. Jahrestag 2015 hielt er in Eriwan eine bewegende Rede. Ein Besuch der Genozid-Gedenkstätte, deren mächtige Basaltstelen auf einem Hügel mahnend in den Himmel ragen, ist für russische Politiker obligatorisch. Erst im April legte Regierungschef Dmitri Medwedew hier Blumen nieder.

Russland ist Armeniens engster Verbündeter. Russische Marken prägen das Straßenbild in Eriwan, wo im Jahr gut 300 Tage die Sonne scheint. Das Land mit drei Millionen Einwohnern hängt von Energielieferungen Russlands ab. Militärisch gilt Putins Reich als Schutzmacht. Armenien sieht sich von Feinden umzingelt: Im Westen teilt das Land mehr als 300 Kilometer Grenze mit der Türkei, die wegen des Genozid-Streits dicht ist. Im Osten lauert der Erzfeind Aserbaidschan.

Gerade wegen der Vergangenheit ist Armenien so sensibel im Jahrzehnte alten Konflikt mit Aserbaidschan um das von Baku abtrünnige Gebiet Berg-Karabach. Erst im April war wieder Blut geflossen in der vor allem von Armeniern bewohnten Unruheregion. Mit rund 120 Toten war es die schwerste Eskalation seit gut 20 Jahren. «Wir werden keinen neuen Genozid an Armeniern zulassen», sagt Sargsjan entschlossen.

Das Andenken an das Leid ist den Armeniern in die Gene übergegangen. Auch die geschätzt zehn Millionen Mitglieder der Diaspora teilen den Wunsch nach Gerechtigkeit. Längst werden etwa in den USA die Rufe von Armeniern laut nach Entschädigung und Gerichtsverfahren.

Doch die Regierung weiß, dass Revanchismus nicht weiter führt, dass Dialog nötig ist. Die türkische Gesellschaft habe sich verändert, meint Sargsjan zum Jahrestag am 24. April. «Heute weiß sie mehr über ihre Geschichte als früher, morgen wird sie mehr wissen als heute.»

Mit einem Kurswechsel der Türkei rechnet in Eriwan aber niemand. Daran dürfte auch die Resolution des Bundestages nichts ändern. Doch Fürsprache kommt gut an bei den Armeniern. Mit Spannung erwarten sie Ende Juni den nächsten «wohlwollenden Gast»: Papst Franziskus. Das katholische Kirchenoberhaupt hatte bereits im vergangenen Jahr offen den «ersten Völkermord im 20. Jahrhundert» gebrandmarkt.

Mo, 2016-05-30 05:38
Stuttgart (dpa)

Innenminister Strobl spricht Angehörigen der Toten Mitgefühl aus

Stuttgart (dpa) - Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) hat den Angehörigen der Hochwasseropfer in Süddeutschland sein Mitgefühl ausgesprochen. «Leider sind auch Tote zu beklagen», sagte er einer Mitteilung seines Ministeriums zufolge am Montagmorgen. Die Behörden gehen von drei Toten aus. Besonders tragisch sei der Tod eines Feuerwehrmanns in Schwäbisch Gmünd, der beim Versuch ertrank, einen anderen Menschen zu retten, sagte Strobl. «Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Toten. Ich spreche ihnen meine aufrichtige Anteilnahme aus», sagte er.

Tausende Einsatzkräfte seien im Einsatz gegen das Hochwasser, das durch die schweren Regenfälle der vergangenen Tage entstanden sei. Ziel sei es, «Schlimmeres zu verhindern und die Schäden zu begrenzen», sagte Strobl. In der Nacht auf Montag seien rund 7000 Kräfte der Feuerwehren, des Technischen Hilfswerkes, der DLRG, der Sanitätsorganisationen, der Polizei und der Behörden im Einsatz gewesen.

Mo, 2016-05-30 05:25
Cairns (dpa)

Frau nach Krokodil-Attacke in Australien vermisst

Cairns (dpa) - Eine Frau ist bei einem nächtlichen Badeausflug an einem Strand in Australien von einem Krokodil angefallen worden. Ihre Freundin versuchte verzweifelt, die Frau aus den Fängen des Tieres zu retten, wie sie der Polizei berichtete. Das Krokodil habe die 46-Jährige aber aus hüfthohem Wasser mit sich fortgerissen. Rettungskräfte waren am Montag mit Schlauchbooten und Hubschraubern in der Region unterwegs, fanden aber keine Spur der Frau. Nach Informationen des Sender Channel 9 kam die Frau aus Großbritannien.

Der Zwischenfall passierte am Sonntag um 22.00 Uhr in Thornton Beach im Daintree-Nationalpark 130 Kilometer nördlich von Cairns. Der Abgeordnete Warren Entsch kritisierte den Leichtsinn der Frauen. Gerade nach Einbruch der Dunkelheit sie die Situation gefährlich. Überall stünden Warnschilder. «Dies ist eine Tragödie, aber sie war vermeidbar», zitierte ihn die «Brisbane Times».

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Mo, 2016-05-30 05:52
Berlin (dpa)

Milchbauern und Milchkonsum in Deutschland

Berlin (dpa) - In Deutschland gibt es laut Bundesagrarministerium noch 73 300 Milchviehbetriebe. Sie halten 4,3 Millionen Kühe, die jährlich mehr als 32 Millionen Tonnen Milch geben. Bedeutendste Erzeugerländer sind Bayern und Niedersachsen. Im Bundesschnitt hat ein Milchbauer 57 Milchkühe. Dabei sind die Bestände in Bayern mit durchschnittlich 35 Kühen relativ klein und mit mehr als 220 Kühen in Mecklenburg-Vorpommern am größten. Pro Kopf konsumierten die Bundesbürger zuletzt über 90 Kilogramm Frischmilchprodukte jährlich - darunter mehr als 50 Kilo Trinkmilch und rund 17 Kilo Joghurt. Dazu kommen mehr als 24 Kilo Käse und sechs Kilo Butter.

Mo, 2016-05-30 05:51
Berlin (dpa)

Schwere Unwetter der vergangenen Jahre

Berlin (dpa) - Schwere Unwetter haben in Deutschland schon mehrfach Tod und Zerstörung hinterlassen. Besonders heftige Stürme und Orkane sind in Erinnerung geblieben:

Januar 2015: Die Orkantiefs «Elon» und «Felix» richten in ganz Europa Verwüstungen an und legen vielerorts den Bahnverkehr lahm. Bei Unfällen gibt es Tote und Verletzte - auch in Deutschland.

Juni 2014: Mit Hagel, Starkregen und heftigem Wind hinterlässt Tief «Ela» vor allem in Nordrhein-Westfalen eine Spur der Verwüstung. Bilanz: Schäden in zweistelliger Millionenhöhe und mehrere Tote.

Dezember 2013: Mindestens zehn Menschen werden europaweit von Orkan «Xaver» in den Tod gerissen. Hunderttausende sind ohne Strom. Hamburg erlebt die zweithöchste Sturmflut seit Beginn der Aufzeichnungen 1825.

Oktober 2013: Der Orkan «Christian» knickt in Norddeutschland und Nordeuropa massenhaft Bäume um und deckt Dächer ab. Allein in Deutschland sterben mindestens sieben Menschen.

Februar 2010: Orkantief «Xynthia» verwüstet Teile Westeuropas. In Deutschland wütet er am heftigsten in Hessen, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Sieben Menschen sterben in der Bundesrepublik.

März 2008: «Emma» wütet über Europa, bundesweit sterben sieben Menschen. In Hamburg entgeht ein Lufthansa-Airbus nur knapp einer Katastrophe, als eine Tragfläche die Landebahn berührt.

Januar 2007: Orkan «Kyrill» tobt in Europa. 47 Menschen sterben, 11 von ihnen in Deutschland. Erstmals in der Geschichte der Bahn steht der Schienenverkehr fast völlig still.

Juni 2004: Ein Sommersturm über Teilen Deutschlands verursacht Millionenschäden. In Niedersachsen wird ein Autofahrer von einer Eiche erschlagen. Auf dem Chiemsee in Bayern ertrinkt ein Segler.

Juli 2002: Heftige Gewitter und ein Orkan ziehen über Berlin und Brandenburg. Acht Menschen sterben, zwei jugendliche Teilnehmer eines Zeltlagers auf der Insel Schwanenwerder im Wannsee werden von Bäumen erschlagen.

Dezember 1999: Zwei Tage nach Heiligabend fordert der Sturm «Lothar» in Deutschland und fünf weiteren Ländern 110 Menschenleben. Es entstehen Schäden in Milliardenhöhe.

Mo, 2016-05-30 05:31
Berlin (dpa)

Die Verfolgung der Armenier im Osmanischen Reich

Berlin (dpa) - Priester, Politiker, Kulturschaffende - vor mehr als hundert Jahren verhafteten die türkischen Behörden in Istanbul die gesamte Führungsschicht des armenischen Volkes. Es war der Auftakt zu ihrer systematischen Vertreibung und Vernichtung durch das Osmanische Reich. Nach unterschiedlichen Schätzungen kamen 1915/1916 bis zu 1,5 Millionen Menschen ums Leben. Ankara geht von erheblich weniger Opfern aus und weigert sich, die Gräueltaten als «Völkermord» anzuerkennen, wie es die Armenier verlangen.

Schon im Jahre 301 hatte Armenien als erster Staat überhaupt das Christentum zur Staatsreligion erklärt. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges lebten im Osmanischen Reich nach Schätzungen zwischen 2 und 2,5 Millionen Armenier. Im Kampf gegen das christliche Russland zweifelte die osmanische Regierung an ihrer Loyalität. Die gesamte Minderheit geriet in den Verdacht, mit dem Feind gemeinsame Sache zu machen und den osmanischen Truppen in den Rücken zu fallen. Hinzu kamen armenische Forderungen nach Reformen.

Die Armenier gerieten in die Mühlen des Krieges: Briten und Russen förderten ihren Nationalismus, um den Kriegsgegner Osmanisches Reich zu schwächen, dessen enger Verbündeter das Deutsche Kaiserreich war. Es kam zu Aufständen und brutaler Verfolgung. In seinem gleichnamigen Buch wirft der Journalist Jürgen Gottschlich Deutschland «Beihilfe zum Völkermord» vor. Deutsche Militärs und Diplomaten hätten von den Massakern gewusst und sie sogar gutgeheißen, gehe aus Dokumenten hervor.

Geht doch!

Saubere Profite

Als erste deutsche Stadt investiert die westfälische Kommune nur noch in ethisch-ökologische Anlagen

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Dem Stadtkämmerer von Münster bereiten die RWE-Verluste keine schlaflosen Nächte: Als erste deutsche Stadt hat die westfälische Grünen-Hochburg zum Jahresbeginn alle Geldgeschäfte mit Klimasündern eingestellt. Rückstellungen für die Beamtenpensionen – das sind immerhin 460 Millionen Euro – dürfen nicht mehr in Fonds angelegt werden, die Aktien von Öl- und Kohleunternehmen beinhalten. Mehr noch: Auch Atomenergiekonzerne, Gentechnikfirmen und Rüstungsindustrie sind tabu. Drahtzieher dieser „Divestment“-Premiere waren die örtliche Fossil-Free-Gruppe und die Grünen. Seit Sommer 2013 machten die Klima-Aktivisten Druck auf der Straße, und die Partei überzeugte schließlich den Stadtrat. „Jeder, der nicht will, dass seine Stadt durch ihre Geldgeschäfte den Klimawandel befeuert, kann eine solche Kampagne starten“, sagt Tine Langenkamp von der Klimaschutzorganisation 350.org. „Dafür muss man kein Finanzexperte sein.“ Vom Ausstieg profitiere nicht nur das Klima, er rechne sich auch noch. „Ethisch-ökologische Geldanlagen können sogar mehr Renditen abwerfen als konventionelle“, sagt der grüne Fraktionsvorsitzende Otto Reiners, „deshalb erwarten wir einen Domino-Effekt.“
gofossilfree.wordpress.com
gofossilfree.org/de

Frankreich: La vie est belle
Eben noch hat Frankreich Schlagzeilen gemacht, weil Supermärkte keine Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen und in Restaurants „Doggy Bags“ eingeführt werden. Nun gibt das Nachbarland in anderen Bereichen Gas: In den nächsten fünf Jahren sollen tausend Kilometer Straßenbelag mit neuartigen Solarpaneelen ausgerüstet werden – bereits zwanzig Quadratmeter könnten den Strombedarf eines Single-Haushalts decken. Und schon in diesem Sommer werden in Paris tausend E-Roller stehen, die jeder mieten kann – sie sollen für bessere Luft sorgen.

Thailand: Autarke Solarschule
In der Sisaengtham-Schule im Nordosten Thailands lernen schon kleine Kinder, nachhaltig zu leben: Sie pflanzen nicht nur ihr eigenes Gemüse an, sondern installieren und reparieren auch Solarzellen. Ziel des als „Solar-Mönch“ bekannten Gründers Phra Khru Wimon Panyakhun ist es, dass sich die Schule in allen Bereichen selbst versorgt. Die Energieernte deckt bereits den Bedarf. Außerdem entwickelten die Kinder mobile Ladestationen, mit denen Bauern die Bewässerungspumpen für ihre Reisfelder mit der Kraft der Sonne statt mit Dieselgeneratoren betreiben können.

Kamerun: Häuser aus Plastikmüll
Roger Milla, die afrikanische Fußball-Legende aus Kamerun, betreibt in seinem Heimatland eine Recyclinganlage. Aus Plastikmüll werden dort Bausteine gepresst: „Wir wollen die Umweltverschmutzung verringern und Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen“, sagt Milla. Ein ähnliches Projekt verfolgt die dänische Ingenieurstudentin Lise Fuglsang Vestergard in Indien: Sie lässt zerkleinerten Plastikmüll im „Solargrill“ zu Ziegelsteinen einschmelzen. 

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Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

 

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Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

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Großbritannien: Schlafende Konten
Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

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Mo, 2016-05-30 06:01
München (dpa)

Elefantenohr im Koffer: Den Wildtier-Schmuggel im Visier Von Sabine Dobel, dpa

Zehntausend Krokodilhäute, tiefgefrorene Singvögel, Rheumapflaster aus Affenhoden und Tigerknochen - all das haben Zollbeamte jüngst an deutschen Grenzen sichergestellt. Verboten zum Trotz.

München (dpa) - Was macht man eigentlich mit einem Elefantenohr? Keine Ahnung, sagen die Zollbeamten. Sie haben es kürzlich am Münchner Flughafen in einem Koffer gefunden und mussten prüfen, ob die Einfuhr nach Deutschland zulässig ist. Die meisten Elefanten genießen wie Tiger, Nashörner und Menschenaffen höchsten Schutz. Schmuggler und Wilderer hält das nicht ab.

Gerade erst hat Kenia ein Zeichen gesetzt und hundert Tonnen beschlagnahmtes Elfenbein verbrannt. Es soll die größte Menge sein, die je zerstört wurde. Der illegale Handel mit Wildtieren und ihren Produkten ist ein Problem, dem sich auch der Weltumwelttag am 5. Juni widmet.

Auch Touristen schaffen oft illegale Urlaubs-Souvenirs nach Hause. «Leider ist sehr weit verbreitet, dass Touristen artgeschützte Gegenstände mitbringen, oft aus Unwissenheit», sagt Dietmar Zwengel, Sprecher des für den Zoll zuständigen Bundesfinanzministeriums.

Prominenter Fall: Popstar Justin Bieber, der vor drei Jahren im Privatjet mit dem Kapuziner-Äffchen «Mally» in München landete. Ausreichende Papiere hatte er nicht. Der Mädchenschwarm zahlte mehrere Tausend Euro: Bußgeld und Pflegegeld für das Tier.

Öfter als Affen werden lebende Vogelspinnen, Reptilien und Vögel mitgebracht, etwa Graupapageien, berichtet der Umweltverband Pro Wildlife. Allein die Auffangstation Limbe Wildlife Centre in Kamerun nahm seit 2007 mehr als 3500 Graupapageien auf. «Sie wurden von den Behörden beschlagnahmt und waren für den illegalen Heimtiermarkt bestimmt», sagte Adeline Fischer von Pro Wildlife.

Besonders Produkte, die aus geschützten Tieren oder Pflanzen hergestellt sind, kommen «nicht mehr nur im Koffer aus dem Urlaub, sondern per Post über Internetbestellung», sagt Zwengel. «Was sehr oft vorkommt und als Trend zu erkennen ist: Pflanzliche Kapseln und Diätmittel werden häufig geschmuggelt», sagt Zwengel. Im vergangenen Jahr beschlagnahmte der Zoll bundesweit 480 000 Diät-Kapseln aus der streng geschützten indischen Kostuswurzel.

Speziell ausgebildete Artenschutzspürhunde sind zwischen Kisten und Koffern unterwegs, um Schmuggelware bei der Einfuhr aufzuspüren. Auch mit ihrer Hilfe wurden entdeckt: zehntausend Krokodilhäute, 24 Tonnen europäischen Aals und 1,5 Tonnen lebende Steinkorallen. In München fanden die Beamten kürzlich einen halb mumifizierten Affenschädel und Rheumapflaster aus Affenhoden und Tigerknochen.

Manches macht die Röntgenkontrolle im Gepäck sichtbar. «Dann wird der Reisende zur Kontrolle gebeten», sagt Thomas Meister vom Zoll in München. So fanden die Beamten im Koffer eines aus Rumänien kommenden Italieners 200 tiefgefrorene Singvögel für den Kochtopf. «Das kalte Grausen.» Dass die Tiere in der EU seit gut 35 Jahren streng geschützt sind, wusste der Mann angeblich nicht.

Politische Instabilität leiste dem illegalen Handel Vorschub, sagt Dietrich Jelden, Abteilungsleiter Artenschutzvollzug am Bundesamt für Naturschutz. Paramilitärisch organisierte und im politischen Umfeld operierende Gruppierungen wie im Kongo oder mafiaähnlich hochgerüstete kriminelle Organisationen in Kambodscha oder Indonesien machten ihre Geschäfte. Schildkröten würden ebenso gehandelt wie Kobras und Riesenschlangen, die in China als Delikatesse gelten. Das Leder lande als Damenhandtasche in europäischen Edelboutiquen.

«Es geht deshalb vor allem darum, im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit stärker einzugreifen», sagt Jelden. Die SPD-Bundestagabgeordnete Ute Vogt, die sich auch für Tierschutz einsetzt, sieht hier einen Schlüssel zur Bekämpfung des Wildtierhandels. In den betreffenden Ländern müsse individuell nach Lösungen gesucht werden. Etwa gebe es im Elefantenschutz Projekte, bei denen gezielt zugelassen werde, dass für viel Geld wenige Elefanten gejagt werden dürfen. «Das hat zur Folge, dass die Bevölkerung den Rest der Elefanten schützt.»

Die Weltartenschutzkonferenz will im Herbst in Südafrika über weitere Verschärfungen entscheiden - etwa beim Elfenbein. Die EU will mehrere Initiativen einbringen, um einen strengeren Schutz etwa für Berberaffen, Graupapageien und diverse Echsen zu erreichen. Auch Rosenholz soll weltweit besser geschützt, der Handel mit Jagdtrophäen eingeschränkt und der Kampf gegen die Korruption verschärft werden.

Gerade die EU hat bereits strikte Vorschriften, die über die Washingtoner Artenschutzabkommen hinaus gehen, wie Jelden vom Bundesamt für Naturschutz sagt. Aber immer noch sei trotz langer Listen mit Schutzgraden der Handel vielfach legal möglich: «Mehr als 90 Prozent der gelistete Arten kann man unter bestimmten Voraussetzungen gewerblich einführen.»

Im Fall des Elefantenohres am Münchner Flughafen haben Fachleute inzwischen entschieden: Das Stück darf nach Deutschland gebracht werden. Wozu es dient, blieb unbekannt.

Mo, 2016-05-30 05:05
Berlin (dpa)

Gefährliche Gase: NOx, CO2, SO2, Feinstaub - und der Katalysator

Berlin (dpa) - In Industrie, Verkehr, Landwirtschaft und Privathaushalten entstehen Tag für Tag Tausende Tonnen schädlicher Gase und Partikel. Um welche Stoffe geht es im Einzelnen - und wie lassen sie sich zumindest teilweise unschädlich machen?

STICKOXIDE (allgemein NOx) gelangen aus Verbrennungsprozessen zunächst meist in Form von Stickstoffmonoxid (NO) in die Atmosphäre. Dort reagieren sie mit dem Luftsauerstoff auch zum giftigeren Stickstoffdioxid (NO2). Die Verbindungen kommen in der Natur selbst nur in Kleinstmengen vor, sie stammen vor allem aus Autos und Kraftwerken. Die Stoffe können Schleimhäute angreifen, zu Atemproblemen oder Augenreizungen führen sowie Herz und Kreislauf beeinträchtigen. Pflanzen werden dreifach geschädigt: NOx sind giftig für Blätter und sie überdüngen und versauern die Böden. Außerdem tragen Stickoxide zur Bildung von Feinstaub und bodennahem Ozon bei.

KOHLENDIOXID (CO2) ist in nicht zu großen Mengen unschädlich für den Menschen, aber zugleich das bedeutendste Klimagas und zu 76 Prozent für die menschengemachte Erderwärmung verantwortlich. Der Straßenverkehr verursacht laut Umweltbundesamt rund 17 Prozent aller Treibhausgas-Emissionen in Deutschland - hier spielt CO2 die größte Rolle. Es gibt immer sparsamere Motoren, zugleich aber immer größere Autos und mehr Lkw-Transporte. Außerdem mehren sich Hinweise darauf, dass Autobauer nicht nur bei NOx-, sondern auch bei CO2-Angaben jahrelang getrickst haben könnten. Bei der Treibstoff-Verbrennung in vielen Schiffsmotoren fällt auch giftiges SCHWEFELDIOXID (SO2) an.

Winzige FEINSTAUB-Partikel entstehen entweder direkt in Automotoren, Kraftwerken und Industrieanlagen oder indirekt durch Stickoxide und andere Gase. Die Teilchen gelangen in die Lunge und dringen in den Blutkreislauf ein. Sie können Entzündungen der Atemwege hervorrufen, außerdem Thrombosen und Herzstörungen. Der Feinstaub-Ausstoß ist in Deutschland seit Mitte der 1980er Jahre deutlich gesunken. Städte haben Umweltzonen eingerichtet, um ihre Feinstaubwerte zu senken.

KATALYSATOREN haben die Aufgabe, gefährliche Gase zu anderen Stoffen abzubauen. In Autos wandelt der Drei-Wege-Kat giftiges Kohlenmonoxid (CO) mit Hilfe von Sauerstoff zu CO2, längere Kohlenwasserstoffe zu CO2 und Wasser sowie NO und CO zu Stickstoff und CO2 um. Der sogenannte Oxidations-Kat bei Dieselwagen ermöglicht jedoch nur die ersten beiden Reaktionen, so dass Dieselabgase noch mehr Stickoxide enthalten als Benzinerabgase. Eingespritzter Harnstoff («AdBlue») kann das Problem entschärfen: Im Abgasstrom bildet sich so zunächst Ammoniak, der anschließend in Stickstoff und Wasser überführt wird.

Mo, 2016-05-30 05:31
Berlin (dpa)

Völkermord - seit 1948 Straftatbestand im Völkerrecht

Berlin (dpa) - Auch wenn die Verfolgung von Minderheiten in der Geschichte immer wieder vorkam, ist der juristische Begriff «Völkermord» verhältnismäßig neu. Als Folge des Holocausts verabschiedete die Vollversammlung der Vereinten Nationen im Dezember 1948 das «Übereinkommen über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes». Erst die im Januar 1951 in Kraft getretene Konvention machte den Genozid zum völkerrechtlichen Straftatbestand.

Gemäß Artikel 2 der UN-Konvention handelt es sich um ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, «begangen in der Absicht, eine nationale, ethnische, rassische oder religiöse Gruppe ganz oder teilweise zu zerstören». Dabei geht es nicht nur um systematisches Töten, sondern auch um die vorsätzliche Verschlechterung von Lebensbedingungen sowie um Zwangsabtreibungen oder -adoptionen.

Auch wenn der Begriff «Völkermord» an das millionenfache Morden des Nazi-Regimes erinnert, spielt die Zahl der Opfer gemäß Konvention keine Rolle. Mit ihrer Ratifizierung haben sich die UN-Mitglieder verpflichtet, Verbrechen dieser Art zu verhüten und zu bestrafen.

Dennoch konnte die Völkergemeinschaft weitere Völkermorde in der jüngeren Geschichte nicht verhindern. Zu den schlimmsten Verbrechen seit dem Zweiten Weltkrieg gehören der von radikalen Hutu-Milizen an Hunderttausenden Tutsis begangene Völkermord in Ruanda (April 1994) sowie in Europa das von Serben an bosnischen Muslimen verübte Massaker in Srebrenica (Juli 1995).

À la Saison

Sagenhafter Spinat

(Spinacia oleracea)

Damit du groß und stark wirst? Von wegen! Spinat enthält gar nicht besonders viel Eisen. Weiß leider jedes Kind. Doch woher nimmt Popeye dann seine stahlharten Fäuste? Es ist... Ein Küchenkrimi.

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„Ich hab’ es geschafft. Der Spinat gab mir Kraft!“, singt ein Zeichentrickmann mit ballongroßen Unterarmen zu Militärmusik. „Ich bin Popeye der Seeheemann!“ Wir schreiben den 13. März 1942, und der Spinatmatrose hat irgendwo im Pazifik eine japanische Flotte zerlegt – im Alleingang, versteht sich. Alles, was er dafür braucht, ist eine Dose Spinat auf ex. Schon kommen die Superkräfte. Es ist die Zeit, in der selbst Comic-Helden im Dienst der US-Kriegspropaganda stehen. Die Botschaft „Der Spinat gab mir Kraft“ (im englischen Original: Strong to the finish, ’cos he eats his spinach) geht nicht nur an die Soldaten da draußen, sondern mindestens ebenso an deren Kinder daheim.

„Iss deinen Spinat!“ Wie viele Generationen hat dieser Befehl wohl gequält. Wie viel Leid war in der Welt, seit ein obskurer Chemiker im 19. Jahrhundert ein Komma falsch gesetzt und den Eisengehalt auf das Zehnfache potenziert hatte? Das Fuchsschwanzgewächs enthält gar nicht mehr von dem Spurenelement als andere Gemüse, enthüllte der Krebsexperte Terence Hamblin 1981 im British Medical Journal und folgerte spitz: „Als Eisenquelle hätte Popeye besser die Dosen verzehren sollen.“ Gute Pointe? Hier ist eine bessere: Den Rechenfehler hat es nie gegeben. Der Volksglaube, mit dem Hamblin ausgerechnet unter der Überschrift Fake! (Schwindel) aufräumte, ist selbst eine Sage. Ein „Supermythos“, wie Mike Sutton sagt. Der Kriminologe machte sich 2010 auf Spurensuche und fand: keine Quelle, nirgends. Als er Hamblin damit konfrontierte, mailte der zurück, er könne sich nicht recht erinnern. Er sei sich aber sicher, die Geschichte nicht erfunden zu haben.

Verbürgt sind Popeyes Verdienste um den Spinatabsatz in den USA. Dort hat der Matrose seine eigene Marke. Mehrere Gemeinden widmeten ihm Denkmäler. Crystal, Texas, und Alma, Alabama, konkurrieren sogar um den selbst erdachten Titel „Welthauptstadt des Spinats“. Er ist ein globales Gemüse. Im Fernen Osten zum ersten Mal kultiviert, verdankt er seinen Namen dem persischen aspanakh oder einem arabischen Poeten, der ihn als isfanatsch, Prinz aller Gemüse, pries. Im frühen Mittelalter erreichte er Spanien und verdrängte ein paar Jahrhunderte später auch seine Verwandte, die Gartenmelde, aus der deutschen Küche.

Frühjahrsspinat taugt zu mehr als grüner Pampe in Rahm. Zitrusfrüchte, auch Zitronengras stehen in frischem Kontrast zu den erdigeren Noten seiner Blätter. Als Salat oder gedünstet verträgt er sich mit gerösteten Pinienkernen, gebratenem Speck, salzigen Anchovis und beliebigen Mengen Knoblauch. Auch Joghurt schmeichelt ihm, wie die indische Küche beweist. Und Eiergerichte wie Soufflé ergänzt Spinat aufs Feinste. Aber natürlich: An kalten Apriltagen hat auch der durchpürierte Klassiker mit Muskat und „Blubb“ seine tröstende Berechtigung. Nur ein halber Mythos ist, dass man Spinat nicht wieder aufwärmen darf. Er enthält zwar Nitrat, das Bakterien in krebserregendes Nitrit umwandeln. Stellt man Reste aber rasch in den Kühlschrank, kann man die Entstehung giftiger Substanzen verzögern. Spinat à la Saison, frisch vom Feld und in Bioqualität, enthält übrigens am wenigsten Nitrat.

Und Superkräfte setzt der zarte Grüne wirklich frei. Forscher haben Eiweiße aus seinen Blättern isoliert und tüfteln damit an „Spinatzellen“ für künstliche Fotosynthese, die einst mehr leisten sollen als Solarzellen. Popeyes spinach power speist sich allerdings aus einer anderen Quelle: Im Juli 1932 isst der Matrose zum ersten Mal Spinat – frisch vom Beet. Seine Freundin Olivia ruft: „Lieber Himmel, bist du ein Pferd?“ Popeye spricht mit Pfeife im Mund: „Spinat ist voller Vitamin A. Das macht Menschen stark und gesund.“ Wie wahr. Und hoffentlich gilt das auch für Kettenraucher.

Frisch vom Feld gibt's Spinat ab März.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Mo, 2016-05-30 05:30
Braunsbach (dpa)

Wenn zwei Bäche zum Strom werden - Flut peitscht durch Braunsbach Von Bettina Grachtrup und Franziska Kraufmann , dpa

Idyllisch gelegen zwischen Kocher und Jagst - so wirbt die Gemeinde Braunsbach für sich. Die Nähe zum Wasser ist nun ihr Verhängnis: Nach heftigen Regenfällen werden zwei Bäche zum reißenden Strom, der dramatische Schäden verursacht.

Braunsbach (dpa) - Michael Knaus arbeitet seit 1984 für den Katastrophenschutz. Aber solche Bilder wie in der Nacht zum Montag in dem kleinen Ort Braunsbach schocken auch den Ersten Landesbeamten des Landkreises Schwäbisch Hall. «Ich habe so etwas noch nicht gesehen», sagt er am frühen Morgen während einer eilig einberufenen Pressekonferenz in der Feuerwache im benachbarten Schwäbisch Hall.

Braunsbach ist kaum mehr wiederzuerkennen. Zwei Bäche haben sich in einen reißenden Strom verwandelt. Bilder und Filme im Internet zeigen, wie Wassermassen durch den 900-Einwohner-Ort peitschen und alles in ihrem Weg mit sich reißen. Baumstämme werden durch die Straßen gespült, Autos an Hauswände gedrückt, Fensterscheiben eingedrückt. Der zerstörte Überrest eines Wagens steht da - er ist mit Schlamm, Geröll und Unrat aus Pflanzenresten bedeckt, die Motorhaube ist weggerissen.

Noch Stunden später stehen die Feuerwehrleute bis zu den Knien im Wasser. In der Nacht zum Montag versuchen rund 150 Kräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Rotem Kreuz, sich einen Überblick von der Lage zu verschaffen. Mindestens ein Haus in Braunsbach-Steinkirchen ist völlig zerstört, dort wurden auch zwei Brücken weggerissen. Viele Häuser sind einsturzgefährdet und deshalb unbewohnbar. Sie sollen evakuiert werden, doch teilweise weigern sich die Menschen, ihre Wohnungen zu verlassen, wie der Katastrophenschützer Knaus sagt. Strom, Wasserversorgung und Abwassersystem funktionieren in dem Ort nicht mehr.

Trotz des beträchtlichen Sachschadens ist in Braunsbach zunächst nichts von Verletzten oder gar Toten bekannt. Menschen seien zwar in den Gebäuden an der Hauptverkehrsstraße zunächst vom Wasser eingeschlossen gewesen, erklärt Knaus. Sie konnten aber schließlich in Sicherheit gebracht werden. Es gibt im Bereich des Flusses Jagst noch Meldungen, «dass da Autos eingeschlossen sind, weil durch verschiedene Bäche Holz, Schlamm und Geröll über die Straßen verteilt wurden», sagt Knaus. Der Bereich sollte am frühen Montag abgesucht werden. Knaus geht aber davon aus, dass es auch dort keine Verletzten gibt. «Schlimmstenfalls mussten die Leute die Nacht im Auto zubringen.»

Andernorts geht das Unwetter für die Menschen nicht so glimpflich aus. In Schwäbisch Gmünd kommt nach Behördenangaben ein Feuerwehrmann bei einem Bergungsversuch ums Leben. Auch die Person, die er retten wollte, ist tot. In Weißbach im Hohenlohekreis stirbt ein Mensch in einer überfluteten Tiefgarage.

Woher kommt urplötzlich all das Wasser? Das fragt man sich auch in Braunsbach. Der Schlossbach und der Orlacher Bach, die in den Fluss Kocher münden, sind eigentlich relativ klein. Sie verlaufen zum Teil unter den Straßen. Doch sei in den vergangenen Stunden so viel Regen pro Quadratmeter gefallen wie sonst in mehreren Monaten, sagt Knaus. Normalerweise fließt das Wasser über Äcker und Wiesen einfach über die Bäche ab. Welche Schäden die Fluten nun verursacht haben, werden die Braunsbacher erst bei Tageslicht so richtig erfassen können.

Mo, 2016-05-30 05:55
Berlin (dpa)

Soforthilfe und mehr - Darum geht's beim «Milchgipfel» Von Sascha Meyer, dpa

Was für Verbraucher verlockend ist, wird für viele Landwirte immer bedrohlicher: Die Milchpreise sind abgestürzt - baldige Trendwende nicht in Sicht. Die Bauern blicken nicht nur auf die Verbraucher.

Berlin (dpa) - Eine Packung Vollmilch für 46 Cent, ein Päckchen Butter für 70 Cent - und das noch nicht mal beim Discounter. In den Kühlregalen der Supermärkte werden Schnäppchenjäger gerade locker fündig. Tausenden Milchbauern in Deutschland gehen die Billigpreise aber mittlerweile an die Existenz. Viele bekommen nicht einmal mehr ihre Kosten herein, und das schon seit Monaten. Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) lädt deshalb am Montag zum «Milchgipfel», um Soforthilfen zu aktivieren. Die Spannungen in der Kette von den Höfen über Molkereien und Handel bis zu den Kunden gehen aber tiefer.

Wie dramatisch ist die Lage der Milchbauern?

«Es geht in diesen Tagen ums Ganze», heißt es beim Bauernverband. Ungefähr 23, 24 Cent bekommen Milcherzeuger im Schnitt aktuell noch für den Liter, in manchen Regionen sind es sogar weniger als 20 Cent. Dabei müssten es mindestens 30 oder 35 Cent sein, um kein Geld zu verbrennen. Ohne ausreichende Reserven oder nach teuren Investitionen gehen da manchen Betrieben die flüssigen Mittel aus. Das Höfesterben könnte sich noch weiter beschleunigen. Dabei halbierte sich die Zahl der Milchbetriebe seit dem Jahr 2000 schon auf gut 73 000.

Wo liegen Ursachen der Krise?

Schwankungen der Milchpreise sind nicht neu. Schon 2009 sackten sie teils unter 22 Cent, schwangen sich 2013 aber zeitweise wieder auf mehr als 40 Cent empor. Seitdem geht es abwärts. Gerade dämpft die schwächere Nachfrage in China und erdölexportierenden Ländern die Geschäfte. Weil Russland wegen der Konfrontation in der Ukraine-Krise Importe abblockt, bleibt mehr Milch in der EU und verwässert die Preise. In den USA und Neuseeland legte die Erzeugung zu - genau wie in einigen EU-Ländern nach dem Aus der limitierenden Milchquote 2015. Dazu kommt der Reflex, dass Bauern mehr produzieren, um die gewohnten Einnahmen zu erhalten. Das verschärft wieder den Preisdruck für alle.

Worum geht es beim «Milchgipfel» vor allem?

Gastgeber Schmidt hat schon in Aussicht gestellt, was die Bauern am dringendsten fordern: «schnelle, direkte Hilfen», die vor allem Liquiditätsengpässe überbrücken sollen. Konkret dürfte es auf weitere Möglichkeiten für Bürgschaften und Kredite sowie steuerliche Erleichterungen hinauslaufen. Während sich der Minister schon länger um die Krise kümmert, bekam das Thema zuletzt noch einmal Schub von höchster Stelle. Nachdem es wegen der neuen Milliardenförderung für Elektroautos intern rumorte, sicherte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Unionsfraktion höchstpersönlich Hilfen für die Bauern zu.

Was wird noch diskutiert?

Die Wurzel des Problems ist zu viel Milch auf dem Markt - da sind sich alle einig. Doch wie bringt man das Angebot herunter? Der Bauernverband sieht die Molkereien in der Pflicht, die etwa besser zu den Bauern rückkoppeln müssten, welche Mengen zu vernünftigen Preisen absetzbar sind. Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) schlägt vor, dass Molkereien einen «Bonus für Mengenvernunft» zahlen, wenn Milcherzeuger ihre Menge drosseln. Für eine Preiswende reichten schon zwei, drei Prozent weniger, erläutert AbL-Vize Ottmar Ilchmann. Das bekämen die Betriebe gut hin, indem sie zum Beispiel weniger Kraftfutter geben oder Kälber mit frischer Kuhmilch füttern.

Welche Rolle spielen die Verbraucher?

Die Risiken des Milchmarktes müssten fairer verteilt werden, mahnt Schmidt. «Im Moment zahlen unsere Bauern alleine die Zeche, Handel und Molkereien verdienen weiter.» Vor allem die Supermarktriesen mit ihrer großen Marktmacht bekommen Vorwürfe zu hören, dass ihr harter gegenseitiger Preiskampf auf die anderen in der Kette durchschlägt. Die Händler verweisen dagegen auf ein breites Angebot, das den Kunden auch diverse Preisstufen offeriert. Aktuell stehen im Kühlregal neben der 46-Cent-Milch zum Beispiel auch Markenmilch für 99 Cent oder Biomilch für 1,39 Euro.

Mo, 2016-05-30 05:30
Berlin (dpa)

Bauern wollen Molkereien und Handel mehr in die Pflicht nehmen

Was ist zu tun, damit Milch nicht immer billiger wird und Landwirte in den Ruin treibt? Bei einem «Gipfel» in Berlin will der Minister mit Marktbeteiligten beraten - nicht nur über akute Krisen-Linderung.

Berlin (dpa) - Für eine Stabilisierung der drastisch gesunkenen Milchpreise sieht der Bauernverband Molkereien und Handel stärker in der Pflicht. «Wir müssen mit beiden Partnern zu neuen Formen der Zusammenarbeit kommen», sagte Generalsekretär Bernhard Krüsken der Deutschen Presse-Agentur vor dem «Milchgipfel» am Montag (Pk 13.30) im Bundesagrarministerium in Berlin. «Wir brauchen bei den Molkereien mehr Verantwortung für Mengensteuerung.» Sie müssten den Erzeugern bessere Rückmeldungen geben, welche Mengen zu welchen Preisen zu vermarkten seien. Vom Lebensmittelhandel erwarte der Bauernverband das klare Signal: «Das Verramschen von Milch muss aufhören.»

Bei dem Krisentreffen will Minister Christian Schmidt (CSU) mit Vertretern von Bauern, Molkereien und Handel beraten. In Aussicht gestellt hat er schon Millionenhilfe, mit der Betriebe finanzielle Engpässe überbrücken können. «Unser gemeinsames Ziel muss es sein, die deutschen Bauern zu retten», bekräftigte Schmidt in der «Passauer Neuen Presse» (Montag). Vom Handel gebe es positive Signale, die nun in konkrete Zusagen umgemünzt werden müssten. Grundsätzlich gelte: «Wir brauchen weniger Milch für bessere Preise.» Dies sei Aufgabe der Marktbeteiligten, der Staat unterstütze dies aber mit Rahmenbedingungen, die etwa Absprachen zur Produktionsmenge zulassen.

Die Milchpreise für die Bauern sind zuletzt teils unter 20 Cent je Liter gefallen. Zum Decken der Kosten gelten mindestens 35 Cent als nötig. Ursache des schon seit Monaten andauernden Preisverfalls sind große Milchmengen auf den Märkten.

Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer kritisierte, die vorgesehenen Subventionen verlängerten die Krise nur. «Unsere Milchbauern brauchen keine Almosen oder Liquiditätshilfen in der geplanten Form - schon gar nicht nach dem Gießkannenprinzip», sagte der Grünen-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. «Viel sinnvoller sind wirksame Marktmechanismen mithilfe einer flexiblen Mengensteuerung.» Es sei unverständlich, dass die Agrarminister der Länder nicht zum Gipfel eingeladen worden seien.

Der Bundesverband der Milchviehhalter warf der Bundesregierung zu spätes Handeln vor und plant am Montag (10.00) eine Protestaktion am Brandenburger Tor. Notwendig seien Möglichkeiten, die Milchmenge eigenverantwortlich zu senken. Dies sollte mit staatlichen Bonuszahlungen unterstützt werden.

Teilnehmer des «Milchgipfels» sind laut Regierungskreisen neben dem Bauernverband der Raiffeisenverband, der Milchindustrie-Verband, die größte deutsche Molkerei «Deutsches Milchkontor», der Handelsverband Deutschland, der Bundesverband des Lebensmitteleinzelhandels, die Landwirtschaftliche Rentenbank und der Verband der Bayerischen Privaten Milchwirtschaft.

Mo, 2016-05-30 06:00
Berlin (dpa) 

Die Kippe und der Krebs: Was Raucher wissen sollten Von Valentin Frimmer, dpa

Mittlerweile weiß es jedes Kind: Rauchen kann Krebs - und viele andere Krankheiten - verursachen. Doch warum eigentlich? Und wie hoch ist das Krebsrisiko für Raucher tatsächlich? Ein Überblick.

Berlin (dpa) - «Rauchen verursacht tödlichen Lungenkrebs.» Der Warnhinweis prangt groß auf vielen Zigarettenpackungen. Jeder vierte Deutsche raucht trotzdem. Doch wie hängen Krebs und der blaue Dunst genau zusammen? Einige Antworten:

Warum fördert Rauchen Krebs?

Tabakrauch besteht laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) aus knapp 5000 verschiedenen chemischen Substanzen. Etwa 90 Stoffe sind nachgewiesenermaßen krebserregend oder stehen im Verdacht, krebserregend zu sein. Sie werden sowohl über die Schleimhäute und die Lunge aufgenommen als auch geschluckt.

Wie verursachen diese Stoffe Krebs?

Ob sich menschliche Zellen vermehren oder nicht, obliegt einer strengen Kontrolle im Körper. Der Schlüssel dazu liegt im Erbgut. Krebserregende Substanzen im Tabakrauch können diese Kontrolle stören: Sie verändern die DNA und lassen dadurch die Zellteilung aus dem Ruder laufen. Es kann zu einer massiven Bildung von neuen Zellen kommen, Krebs entsteht. Der Organismus hat zwar Möglichkeiten, solche DNA-Schäden zu beheben, bei Rauchern sind diese Reparaturmechanismen durch die Belastung mit Giftstoffen aber eingeschränkt.

Welche Krebsarten begünstigt Rauchen besonders?

Zigarettenrauch schädigt die DNA dort, wo er direkt mit Gewebe in Kontakt tritt, also beispielsweise im Mund- und Lungenbereich. Krebserregende Stoffe können aber auch im Körper zirkulieren und anderswo zu Tumoren führen. Raucher haben ein besonders hohes Risiko, an Lungen-, Kehlkopf-, Speiseröhren- und Mundhöhlenkrebs zu erkranken. Ebenso gibt es einen Zusammenhang mit Leukämie sowie Bauchspeicheldrüsen-, Nieren-, Harnblasen- und Gebärmutterhalskrebs.

Wie stark ist das Krebsrisiko bei Rauchern erhöht?

Insgesamt verursacht das Rauchen nach Angaben der BZgA 25 bis 30 Prozent aller Krebstodesfälle. Männliche Raucher haben beispielsweise ein 20- bis 30-mal so hohes Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken wie Nichtraucher, wie das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg (DKFZ) schreibt. Bei rauchenden Frauen sei das Risiko 9-mal so hoch wie bei Nichtraucherinnen. Insgesamt erkrankt laut DKFZ rund jeder zehnte Raucher im Laufe seines Lebens an Lungenkrebs. Dabei spielt es auch eine Rolle, wie stark ein Mensch raucht.

Wie viele Menschen sterben durch Tabakkonsum?

Im Jahr 2013 starben nach Angaben im «Tabakatlas Deutschland 2015» hierzulande 121 000 Menschen an den Folgen des Rauchens. Das sind 13,5 Prozent aller Todesfälle. Allein 58 758 Menschen starben den Zahlen zufolge an durch Rauchen verursachten Krebs.

Erhöht auch Passivrauchen das Krebsrisiko?

Ja. Auch wer nicht selbst an einer Zigarette zieht, atmet noch viele verschiedene Schadstoffe ein. Nach Schätzungen des DKFZ erkranken 280 Menschen pro Jahr durch Passivrauchen an Lungenkrebs, andere Quellen sprechen von mehr als 400 pro Jahr.

Was bringt ein Rauch-Stopp konkret mit Blick auf das Krebsrisiko?

Nach einigen Jahren Verzicht sinkt das Risiko für die meisten Krebsarten deutlich. Nach einer Dekade hat der Ex-Raucher laut DKFZ nur noch ein halb so hohes Risiko für Lungenkrebs, wie wenn er weitergeraucht hätte. Bis das Niveau eines Nichtrauchers erreicht ist, dauere es aber zwanzig bis dreißig Jahre.

Sind auch (Wasser-)Pfeifen- und Zigarrenraucher stark krebsgefährdet?

Ja. Dabei gibt es kleine Unterschiede: Zigarrenraucher erkranken besonders häufig an Krebs im Rachenraum, weil sie den Rauch länger im Mund halten. Pfeifenraucher bekommen etwas seltener Lungenkrebs als Zigarettenraucher. Über Wasserpfeifen können Konsumenten mehr Schadstoffe aufnehmen als über filterlose Zigaretten.

Verursachen auch E-Zigaretten Krebs?

Bei E-Zigaretten verbrennt kein Tabak, stattdessen wird eine Art nikotinhaltiger Dampf eingeatmet. Dennoch sehen Experten des DKFZ gesundheitliche Gefahren. Die Flüssigkeiten in den E-Zigaretten enthielten auch giftige Zusätze mit krebserzeugendem Potenzial. Unter bestimmten Voraussetzungen können zudem mehr krebserzeugende Aldehyde freigesetzt werden als bei Tabakzigaretten.

Mo, 2016-05-30 05:00
Berlin (dpa)

Das globale NOx-Problem - Skandal-Gas beschäftigt viele Branchen Von Jan-Henrik Petermann, dpa

Gesundheitsschädliche Stickoxide in die Luft zu blasen - das klingt noch immer vor allem nach Diesel-Affäre. Doch der hohe Ausstoß der Gase treibt beileibe nicht nur die Autobauer um. Das Reizthema NOx macht einer ganzen Reihe von Wirtschaftszweigen zu schaffen.

Berlin (dpa) - In großen Mengen wirken sie als Atemgifte, in großen Industrien kommt man um ihre Entstehung aber nicht herum: Stickoxide sind der zentrale Konfliktstoff im Abgas-Skandal, der bei VW seinen Anfang nahm. Weit gefehlt allerdings, wer glaubt, das sei nur ein Problem der Autohersteller. Die mit der Sammelformel NOx bezeichneten Gase fallen in Haushalten, jedoch auch in vielen Wirtschaftsbranchen an. Was tun etwa Energieerzeuger, Luft- und Schiffsverkehr, Chemie und Landwirtschaft im Kampf gegen die gefährlichen Substanzen?

- «Die Stickoxid-Emissionen aus Kraftwerken gehen zurück», heißt es beim Bundesverband der ENERGIE- UND WASSERWIRTSCHAFT (BDEW). Weil die gesetzlichen Bestimmungen in den nächsten Jahren strikter würden, halte der Trend an. Der NOx-Gesamtausstoß Deutschlands sank zwischen 1990 und 2013 laut Umweltbundesamt (UBA) um 56,1 Prozent, die Behörde nennt auch den Einsatz emissionsärmerer Brennstoffe und eine bessere Energieeffizienz als Gründe dafür. Die im Rahmen der Energiewende abnehmende Stromproduktion konventioneller Kohle- und Gaskraftwerke spiele ebenso eine Rolle, ergänzt der BDEW. Auch viele ältere Meiler nutzten Filtertechnik oder «Entstickungsanlagen» für Rauchgase. Regelmäßige Kontrollen sollen die Einhaltung von Standards absichern. «Durch neue EU-Vorschriften, die im nächsten Jahr verabschiedet werden sollen, werden die Anforderungen an die Stickoxid-Emissionen der Kraftwerke zudem absehbar weiter verschärft werden.»

- Neben Auto- und Energiekonzernen steht der FLUGVERKEHR oft im Fokus der Abgas-Debatte. Der Branchenverband BDL erklärt: «Den größten Teil der Verbesserungen bei NOx-Emissionen muss und kann das Triebwerk liefern.» Pro Passagier und 100 Kilometer hätten deutsche Airlines den Verbrauch seit 1990 um 42 Prozent gesenkt. Damit der NOx-Ausstoß weiter verringert werden könne, müssten die Unternehmen aber genügend Spielraum für Investitionen in die nötige Technik behalten. Der verkehrspolitische Rahmen sei da: Auf den mit der EU-Kommission 2001 verabredeten Reduktionsplan «Vision 2020» - er schreibt um 80 Prozent gesenkte NOx-Emissionen bei Neuflugzeugen verglichen mit dem Jahr 2000 vor - sei 2011 der «Flightpath 2050» gefolgt. Dieser habe das Ziel auf minus 90 Prozent ausgeweitet. «Der Luftverkehrssektor arbeitet schon seit einigen Jahren intensiv an der Reduktion der NOx-Emissionen», so der BDL - «unabhängig von der Automobilbranche.»

- SCHIFFE können große Mengen Stickoxide und Ruß in die Atmosphäre schleudern - jedenfalls, wenn sie alte Technik an Bord haben. «Alle Schiffe ab dem Baujahr 2011 dürfen nicht mehr als 14 Gramm pro Kilowattstunde Stickoxide ausstoßen - allein dieser Schritt sorgte bereits für einen Rückgang der NOx-Emissionen um 20 Prozent», sagt Ralf Nagel aus dem Präsidium des Verbands Deutscher Reeder (VDR). Antriebe mit verflüssigtem Erdgas machten sogar ein NOx-Minus von 80 Prozent realistisch. Immer wieder lenken aber auch Umweltschützer den Blick auf das Thema Abgase, zuletzt Anfang Mai beim Kreuzfahrt-Riesen «AIDAprima». «In Wahrheit müssen Passagiere und Hafenanwohner weiter giftige Rußpartikel einatmen», kritisierte Nabu-Experte Dietmar Oeliger nach eigenen Messungen. Das Unternehmen verteidigte sich: ««AIDAprima» verfügt über die modernste Umwelttechnologie weltweit, die derzeit technisch auf einem Passagierschiff machbar ist.» Das Abgassystem werde erst erprobt, die Zulassung stehe noch aus.

- Eine wichtige Industrie, in der NOx bei verschiedenen Reaktionen anfällt, ist außerdem die CHEMIE. «Die Firmen unternehmen vielfältige Anstrengungen, ihre Emissionen in Luft, Wasser und Boden stetig zu verringern», sagt Gerd Romanowski vom Branchenverband VCI. Dies geschieht etwa mit Techniken, die auch in Autokatalysatoren genutzt werden: Ammoniak oder Harnstoff «reduzieren» Stickoxide zu reinem Stickstoff und Wasser. Auch besondere Brenner können den NOx-Ausstoß drücken. «Mit diesen Verfahren erreichen die Unternehmen bereits sehr gute Ergebnisse.» Der Chemie-Anteil am deutschen Gesamtausstoß betrage 2,2 Prozent. «Nichtsdestotrotz nimmt die Branche die Verringerung ihrer NOx-Emissionen sehr ernst», betont Romanowski - etwa durch Nachrüstungen und moderne Verbrennungstechnik. Mit der erhöhten Aufmerksamkeit wegen der VW-Affäre habe das nichts zu tun.

- In der LANDWIRTSCHAFT entstehen Stickoxide vor allem durch Düngeprozesse in Ackerböden. Von 1990 bis 2014 weisen UBA-Daten für die Agrarbranche einen von 5 auf 10 Prozent erhöhten Emissionsanteil auf. Dies liege jedoch daran, dass der absolut gesunkene Ausstoß (minus 12 Prozent) hier hinter das verringerte NOx-Gesamtvolumen der Bundesrepublik zurückfiel, betont der Bauernverband - und verweist auf die «rund viermal so hohen» Emissionen des Verkehrssektors. Die NOx-Konzentration sei in Städten und Ballungsräumen höher als auf dem Land. Ziel sei eine noch bessere Effizienz, um «eine möglichst hohe Ausnutzung des eingesetzten Stickstoffdüngers zu erreichen».

Mo, 2016-05-30 04:18
Landshut (dpa)

Blitz trifft telefonierende Frau - Unwetter tobt über Niederbayern

Landshut (dpa) - Heftige Unwetter mit Starkregen und Blitzeinschlägen haben am Sonntagabend auch Niederbayern getroffen. Wie die Polizei weiter mitteilte, wurde in Sankt Englmar (Landkreis Straubing-Bogen) eine Frau beim Telefonieren von einem einschlagenden Blitz getroffen und leicht verletzt. Sie kam ins Krankenhaus. Die Polizei zählte mehr als 200 wetterbedingte Einsätze in der Zeit von 18.00 bis 24.00 Uhr. Die Autobahn 93 war nahe Abensberg (Landkreis Kelheim) gesperrt, weil die Fahrbahn unter Wasser stand. Außerdem wurden etliche vollgelaufene Keller in der gesamten Region leer gepumpt. Angaben zum Sachschaden konnte die Polizei am frühen Montagmorgen noch nicht machen.

Mo, 2016-05-30 05:00
Berlin/Hamburg (dpa)

Die Lust am Rauchen lässt nach - auch bei den Tabak-Geldgebern Von Eckart Gienke und André Stahl, dpa

Rauchen ist schädlich - keine Frage. Die Maßnahmen gegen das Qualmen zeigen Wirkung, in Deutschland greifen immer weniger Menschen zum Glimmstängel. Was den Expertenstreit über Kosten der Nikotinsucht und den neuen Trend E-Zigarette keineswegs eindämmt.

Berlin/Hamburg (dpa) - Die Botschaft ist klar: Die Auswirkungen des Rauchens auf den Menschen seien dramatisch und die Kosten für die Wirtschaft enorm. So begründete der französische Versicherungsriese Axa jüngst den Ausstieg aus seinen Investments in der Tabak-Branche. Es geht um Unternehmensanleihen und Aktien im Wert von 1,8 Milliarden Euro. Der Allianz-Rivale ist nicht der erste Investor, der sich aus dem Tabakgeschäft zurückzieht.

Für die Zigarettenindustrie ist die Axa-Entscheidung wenige Tage vor dem Welt-Nichtrauchertag am 31. Mai ein weiterer Rückschlag - womöglich schwerer als die vielen staatlichen Auflagen. Ob Jugendschutz, Rauchverbote, Steuererhöhungen und jetzt auch noch große Schockbilder auf Verpackungen sowie bald ein weitreichendes Werbeverbot - für die Zigaretten- und Tabakhersteller wird es enger.

Die Zahl der Raucher sinkt seit längerem. In den vergangenen 15 Jahren hat sich der Absatz in Deutschland im legalen Bereich nach Branchenangaben auf 80 Milliarden Zigaretten pro Jahr halbiert. Mit weiteren Rückgängen von ein bis zwei Prozent pro Jahr werde gerechnet. Insgesamt würden etwa 100 Milliarden Zigaretten im Jahr geraucht. Schätzungsweise jede fünfte Zigarette ist aber nicht hierzulande versteuert - ein Großteil davon ist Schmuggelware oder eine Fälschung. 

In der Tat greifen immer weniger Menschen zum Glimmstängel. Nach einer Umfrage des Statistischen Bundesamtes hat sich 2013 der Anteil der Nichtraucher im Vergleich zur Erhebung 2009 um vier Prozentpunkte erhöht. 75 Prozent der Bevölkerung über 15 Jahren seien Nichtraucher. Das Krebsforschungszentrum verweist darauf, dass der Raucheranteil unter Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren von 28 Prozent im Jahr 2001 auf 10 Prozent im Jahr 2014 gesunken sei. Dazu hätten «verschiedene Tabakkontrollmaßnahmen» beigetragen.

Zwischen 1991 und 2015 ist der Umsatz der Branche von 15,9 auf fast 21,7 Milliarden Euro geklettert. Was auch daran liegt, dass der Preis pro Zigarette und die Tabaksteuer kontinuierlich gestiegen sind. Nahezu drei Viertel des Preises machen Steuern aus. Als effektivstes Anti-Nikotin-Mittel gelten Preiserhöhungen.

Unstrittig ist: Wer täglich qualmt, erhöht die Wahrscheinlichkeit, an Krebs, Diabetes, Atemwegs- oder Herz-Kreislauf- Leiden zu erkranken. Die Weltgesundheitsbehörde WHO schätzt, dass jährlich sechs Millionen Menschen an den Folgen des Rauchens sterben. Im Jahr 2030 könnten es acht Millionen sein.

In Deutschland sterben nach Angaben der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Marlene Mortler, jährlich etwa 3300 Menschen allein durch Passivrauchen. Aus Sicht der Deutschen Krebshilfe führt Zigarettenrauchen zu mehr Todesfällen als Aids, Alkohol, illegale Drogen, Verkehrsunfälle, Morde und Selbstmorde zusammen. Jedes Jahr würden etwa 121 000 Menschen vorzeitig an den Folgen aktiven Rauchens sterben.

Und das kostet die Gesellschaft viel Geld. Es gibt unterschiedlichste Zahlen - stets alarmierend. Nicht jede Studie zur Nikotinsucht aber ist nachvollziehbar. Eigentlich gibt es kaum valide Daten, allenfalls Schätzungen. Kritiker bemängeln, dass viele Experten keine eigenen Daten erheben würden, sondern vielmehr internationale Studien auswerteten und Sterbezahlen einfach an die Raucherzahlen in Deutschland anpassten. Die Krebshilfe beziffert die tabakbedingten Kosten auf fast 80 Milliarden Euro jährlich.

Prof. Michael Adams und Tobias Effertz von der Universität Hamburg errechneten in einer älteren Studie für das Jahr 2007 direkte und indirekte Kosten von 33,6 Milliarden Euro pro Jahr als Untergrenze. Darin sind nicht nur Kosten für medizinische Behandlungen, Pflege und Reha enthalten, sondern weitere Faktoren wie nicht geleistete Arbeit, Frühverrentung und Verluste durch Zigarettenpausen. In einer späteren Studie verwies Effertz dann - dank genauerer Daten - auf weit höhere volkswirtschaftliche Schäden von 79 Milliarden Euro.

Ganz anders Prof. Berthold Wigger und Florian Steidl vom Karlsruher Institut für Technologie, die die Nettoeffekte untersucht haben: Nach ihren Berechnungen entlasten Raucher in Deutschland sogar die Gesellschaft jährlich unter dem Strich um Milliardenbeträge - weil sie ungefähr fünf Jahre früher sterben und dementsprechend keine Altersrenten und Ruhegehälter beziehen. Dieser Effekt sei weit stärker als Mehrkosten durch medizinische Behandlung oder frühzeitiges Ausscheiden von Rauchern aus dem Erwerbsleben.

Die beiden Forscher ließen statistisch eine theoretische Nichtrauchergesellschaft gegen die reale Gesellschaft über einen Zeitraum von 89 Jahren antreten. Ergebnis: Die reale Gesellschaft, in der 30 Prozent der Männer und 21 Prozent der Frauen rauchen, ist um 36,4 Milliarden Euro günstiger. Zusätzlich zahlen die Raucher in ihrer Lebenszeit auch noch 376 Milliarden Euro Tabaksteuer.

Umstritten unter Wissenschaftlern sind auch Nutzen und Gefahren der E-Zigarette, zu der laut der Branche überwiegend Ex-Raucher greifen und die in Deutschland jetzt auch reguliert wird. In der elektronischen Zigarette wird eine meist nikotinhaltige Flüssigkeit verdampft, anstatt Tabak zu verbrennen. Nach Angaben des unabhängigen Internetportals «e-garage» wird inzwischen von mehr als zweieinhalb Millionen «Dampfern» ausgegangen.

Einige Experten warnen vor einer neuen Einstiegsdroge. E-Zigaretten sind freilich nicht gesund, gelten zumeist aber als unschädlicher als Tabak-Zigaretten. Der Frankfurter Suchtforscher Prof. Heino Stöver sieht in der E-Zigarette jedenfalls auch eine Ausstiegshilfe. Die Gesundheitsgefährdung durch elektronische Dampferzeugnisse sei im Vergleich zum konventionellen Tabakkonsum geringer. Aber auch Stöver kritisiert die Forschungslücken.

Mo, 2016-05-30 04:52
Stuttgart (dpa)

Ministerium bestätigt drei Tote bei Überschwemmungen im Südwesten

Stuttgart (dpa) - Der Krisenstab im baden-württembergischen Innenministerium hat die drei Todesfälle bei den Überschwemmungen und Unwettern im Südwesten bestätigt. Unter den Opfern sei ein Feuerwehrmann, sagte ein Sprecher des Lagezentrums am Montag in Stuttgart. Der Mann war in Schwäbisch Gmünd bei dem Versuch ums Leben gekommen, einen anderen Menschen zu retten, wie die Stadtverwaltung mitteilte. Auch die Person, die gerettet werden sollte, starb. Die Identität der Opfer war zunächst unklar. In Weißbach im Hohenlohekreis sei zudem ein 60 Jahre alter Mann in einer überschwemmten Tiefgarage gestorben. Außerdem gebe es mehrere Verletzte, sagte der Sprecher weiter.

Besonders betroffen von Hochwasser nach starken Regenfällen waren demnach die östlichen Teile Baden-Württembergs - neben dem Hohenlohekreis unter anderem die Kreise Biberach, Heidenheim, Heilbronn, der Ostalbkreis, der Alb-Donau-Kreis, der Neckar-Odenwald-Kreis sowie die Stadt Ulm. Entspannung war zunächst nicht in Sicht. In Baltringen im Kreis Biberach hätten 80 Einwohner ihrer Häuser verlassen müssen wegen Hochwassergefahr, hieß es im Lagezentrum.

Mo, 2016-05-30 04:27
Berlin/Frankfurt (dpa)

Meteorologen: Teils fast 70 Liter Regen pro Stunde in Süddeutschland

Berlin/Frankfurt (dpa) - Während der nächtlichen Unwetter in Süddeutschland ist stellenweise binnen einer Stunde so viel Regen gefallen wie sonst binnen eines halben Monats. Im bayerischen Hohenthann bei Landshut etwa gingen innerhalb einer Stunde 67 Liter pro Quadratmeter nieder, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) am frühen Montagmorgen mitteilte. In Landshut selbst waren es 57 Liter, in der Region um das oberbayerische Weilheim stellenweise 53 Liter pro Stunde. Dies entspreche grob den Regenmengen, die normalerweise binnen zwei Wochen gemessen würden.

Auf der Wetterseite des Meteorologen Jörg Kachelmann war von stellenweise 50 bis 100 Litern die Rede, die in Süddeutschland innerhalb von nur ein bis zwei Stunden gefallen seien. Aus dem baden-württembergischen Laupheim sei ein 100-jähriges Hochwasser gemeldet worden.

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STUPID.T ist die erste und einzige Maschine, die auf Knopfdruck Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der menschlichen Zivilisation erzeugt. Man stecke eine überteuerte Einwegkapsel mit etwas 08/15-Tee ins Gerät, betätige die Taste – und schon gibt’s jede Menge bunten Alu- und Plastikabfall.

Entdecken Sie die neue, besonders überflüssige Art der Müllerzeugung.
Mehr auf greenpeace-magazin.de/special-t.

 

 

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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

Keine Anzeige!

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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