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Sa, 2015-08-01 14:00
Ulm/Longuich (dpa)

Tierretter: Entlaufener Hund Flecki ist zurück

Ulm/Longuich (dpa) - Seit Tagen macht er deutschlandweit Schlagzeilen - jetzt ist der entlaufene Mischlingsrüde Flecki nach langer Ungewissheit zurück. Eine Frau habe ihn in ihrem Garten entdeckt und die Tierrettung alarmiert, teilten die Tierretter am Samstag mit. Den Angaben zufolge geht es dem Hund gut, er sei unverletzt.

Seine Besitzer aus Longuich bei Trier hatten tagelang an einem Rastplatz an der Autobahn 8 bei Ulm gewartet, wo ihnen der Hund weggelaufen war. Mehrfach wurde Flecki gesehen, kam jedoch nicht zurück. Am Donnerstag - nach eineinhalb Wochen - hatten Fleckis Besitzer den Rastplatz verlassen, dort sei der Hund immer wieder vertrieben worden. Das Paar hatte seither an einem geheimen Ort in der Gegend auf den Hund gewartet.

Sa, 2015-08-01 14:30
Oslo (dpa)

Zeitreise ins Trauma - Norwegische Ausstellung zu Breivik-Anschlägen Von Sigrid Harms, dpa

Vor vier Jahren tötete Anders Behring Breivik 77 Menschen. Jetzt dokumentiert eine Ausstellung in Oslo die Ereignisse. Vorab gab es die Sorge: Steht womöglich der Attentäter zu sehr Fokus? Es ist eine emotionale Zeitreise - nicht nur für Betroffene.

Oslo (dpa) - In dem kahlen, abgedunkelten Raum, der einmal der Empfang für das Büro des norwegischen Ministerpräsidenten war, flackert ein Film auf einer Leinwand. Er stammt aus einer Überwachungskamera und zeigt, wie der Terrorist Anders Behring Breivik am 22. Juli 2011 um 15:17 Uhr einen weißen Lieferwagen vor dem Eingang des Ministeriums parkt und sich entfernt. Sieben Minuten später explodiert das Auto in einer orangefarbenen Feuerwolke. Dann sieht man nur noch Rauch. Staub. Tausende Papierfetzen, die durch die Luft wirbeln.

Diese Explosion, die acht Menschen tötet, ereignete sich nur wenige Meter von der Leinwand entfernt. Und ihre zerstörerische Macht ist immer noch zu spüren. Die Betonwände sind kahl, die Decke muss mit Pfosten gestützt werden. Rund herum ist Baustelle, denn nach den Anschlägen werden nun drei Ministerialgebäude abgerissen.

Trotz des Chaos wurde mittendrin, in der ehemaligen Kantine des Hochhauses, zum vierten Jahrestag der Anschläge eine Dauerausstellung eröffnet. «Wir wollen in erster Linie ein Lernzentrum für Schulklassen sein», erklärt Mats Ravik Jupskås, der die Ausstellung mitbetreut. Doch noch sind Ferien und unter den Besuchern, die am Eingang Schlange stehen, sind viele Touristen.

Schon der Ort jagt vielen eine Gänsehaut ein, die Ausstellung erst recht. Eine 17 Meter lange Zeitleiste mit Bildern, Nachrichtensplittern und Twitter-Meldungen dokumentiert die Stunden vom ersten Anschlag im Osloer Regierungsviertel bis zur Festnahme Breiviks auf der Insel Utøya, wo er 69 Menschen kaltblütig umgebracht hatte. In einem Raum sind Bilder der Opfer zu sehen. Porträts von Menschen im Sonnenlicht, die meisten lächeln, darunter Namen und Alter: 17 Jahre, 16 Jahre, 18 Jahre. Die meisten Opfer auf Utøya waren Jugendliche.

Mittendrin in der großen Halle sind die Überreste des Bombenautos auf Paletten platziert. Nur mit viel Fantasie kann man die Achse des Wagens erkennen. Ein Zettel mit einer Nummer erinnert daran, dass es sich um ein Beweisstück aus dem Archiv der Polizei handelt.

Vor einem elf Meter breiten Bild der Insel Utøya steht ein Schaukasten mit Handys und Kameras. «Die haben den Jugendlichen auf Utøya gehört», erklärt Mats. «Die Polizisten, die bei der Rettungsaktion dabei waren, haben erzählt, dass es schrecklich war, neben den Toten die ständig klingelnden Handys zu hören.»  

Für die 28-jährige Christianie Sørmann sind die Filme mit den Augenzeugeninterviews am ergreifendsten, die in der ehemaligen Küche der Kantine gezeigt werden. In einem Clip führt ein Überlebender über die Insel und erzählt, wie er sich mit anderen vor Breivik versteckt hatte und zusehen musste, wie seine Kameraden erschossen wurden, wie er später über Tote stieg und nach Überlebenden suchte und schließlich mit seinen Kleidungsstücken ihre Wunden verband. «Das war für mich das Bedrückendste», sagt Christianie.

Ein älteres Ehepaar aus Bergen kommt sichtbar mitgenommen aus der Ausstellung. «Ich bin jetzt nur noch wütender», sagt die Frau, die ihren Namen nicht nennen will. «Das Kind meiner Cousine ist auf Utøya umgekommen.» Trotzdem wollte sie die Ausstellung sehen. «Ich wollte einfach mehr Details erfahren, als im Fernsehen zu sehen waren.»

Seit Eröffnung der Ausstellung - am 22. Juli - waren mehr als 10 000 Menschen dort. «Die Reaktionen der Besucher sind sehr gut und zeigen, dass das Center richtig und wichtig ist, auch wenn die Ausstellung schmerzhaft und anspruchsvoll ist», sagt Kommunalminister Jan Tore Sanner zum 22.-Juli-Center. Zuvor hatte es Bedenken gegeben, es könnte ein zu großer Fokus auf dem inhaftierten Attentäter liegen. Doch die Kritiker sind schnell verstummt. Auch Christianie hält die Mischung für sehr gelungen: «Es sind die Opfer, die hier im Mittelpunkt stehen, «er» ist nur ein Teil der Geschichte.»  

Sa, 2015-08-01 14:19
Kabul (dpa)

Mullah Achdar Mansur: Offiziell neuer Taliban-Chef

Kabul (dpa) - Mullah Achdar Mohammad Mansur wurde nach der Bekanntgabe des Todes von Mullah Omar zum Chef der Taliban ausgerufen. Er ist innerhalb der radikalislamischen Organisation aber nicht unumstritten. In seiner ersten Stellungnahme in neuer Funktion beschwor er die Fortsetzung des Kampfes zum Sturz der afghanischen Regierung. Er soll Verhandlungen mit Kabul im Prinzip offen gegenüberstehen, aber auch militärische Vorteile genau kalkulieren.

Mansurs Leben ist eng mit den Taliban verbunden. Er stammt aus Band-e-Timor, einem Dorf in der Provinz Kandahar, dem Geburtsort der Taliban. Mansur, der Ende Vierzig ist, kämpfte in den 1980er Jahren an der Seite Mullah Omars gegen die sowjetischen Besatzer. Während der Taliban-Herrschaft in den 1990ern befehligte er sowohl die Luftwaffe als auch das zivile Luftfahrtministerium.

Nach dem Sturz der Taliban-Regierung mit Hilfe der USA Ende 2001 floh Mansur nach Pakistan. Dort wurde er 2010 zum Vize-Chef der Taliban gekürt. Gegner werfen ihm vor, bis heute eng mit pakistanischen Militärkreisen verbunden zu sein.

Mansur wird als Pragmatiker beschrieben, ohne das geheimnisumwitterte Image seines Vorgängers. Als einer seiner Hauptrivalen bei den Taliban gilt Abdul Kajjum Sakir, Chef des Militärrates und ehemaliger Guantánamo-Insasse. Konkurrenz hat Mansur aber auch von außerhalb: Die Sunnitenmiliz Islamischer Staat versucht in Afghanistan eine Provinz ihres in Syrien und im Irak ausgerufenen Kalifats zu errichten und umwirbt dafür Taliban-Kämpfer.

À la Saison

Königliche Karotte

(Daucus carota subsp. sativus)
Viele Kinder glauben ja, dass Kühe lila sind und Möhren orange. Stimmt aber nicht. Wie ein ehedem unscheinbares Wurzelgemüse zu seinem knalligen Äußeren kam, erzählen wir hier.


 

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Früher war mehr Natur! Alles wuchs wild und frei, wie der Genpool es vorgesehen hatte. Es gab keine Bayers, Syngentas und Monsantos, die Ferkel oder Brokkoli patentieren ließen. Und Kinder glaubten noch nicht, dass Kühe lila sind. So weit, so wahr. Allerdings dachten Kinder auch zu Großmutters Zeiten schon, Möhren seien orange. Ein Irrtum! Karotten gibt es auch in den Farben weiß, gelb, rot und violett,
wie wir vom Wochenmarkt wissen, seit alte Sorten wieder modern sind.

Wilde Vorfahren der Gartenmöhre wurden möglicherweise schon vor 5000 Jahren in Asien kultiviert. Manche Forscher vermuten den Ursprung in Afghanistan, dem Iran, Irak oder Anatolien. Über Spanien und Italien soll die Doldenblütlerin nach Mittel- und Westeuropa gelangt sein. Eine Möhre in Orange wird erstmals 1721 schriftlich erwähnt – und zwar von niederländischen Gartenbauern, die große Karottenzüchter waren. In den Sandböden ihrer Heimat liegen die Wurzeln der orangen Rübe, die von gelben Sorten abstammen soll. Der Legende nach experimentierten königstreue Gärtner aus politischen Gründen mit der Farbskala: Sie wollten Wilhelm von Oranien (französisch: orange, niederländisch: oranje) für den Unabhängigkeitskampf gegen Spanien danken.

Bewiesen ist das ebenso wenig wie die Geschichte, dass Niederländer im Zweiten Weltkrieg zum Ehrentag der Königin mit royalen Rüben um die Häuser zogen. Vermutlich wäre es keinem Besatzer aufgefallen. Schließlich hatten die niederländischen Sorten „Horn“ und „Long Orange“ schon Jahrhunderte zuvor die Rübenzucht der Deutschen unterwandert. Der Name der Möhre geht auf althochdeutsche und slawische Ausdrücke für Wurzel zurück. Mit mehr als 600.000 Tonnen Erntemenge im Jahr ist sie in Deutschland Volksgemüse. Gut so. Denn sie ist die wichtigste heimische Karotinquelle. Der Farbstoff sorgt für einen gesunden Hautton, der Sonnencremes jedoch keineswegs überflüssig macht. Aus Beta-Karotin stellt der Körper Vitamin A her, das für das Sehvermögen wichtig ist. Außerdem enthalten Mohrrüben viele B-Vitamine, Vitamin C, Kalium, Kalzium und Eisen. Sie sind gut für das Immunsystem, wirken harntreibend und blutreinigend. Ihren milden Geschmack verdanken sie ihrem für ein Gemüse recht hohen Zuckergehalt, ätherischen Ölen und Fruchtsäuren.

Die zarten Möhrchen, die jetzt vom Feld kommen, haben eine so dünne Haut, dass man sie nicht schälen muss und roh knabbern kann. Der Körper kann Karotinoide allerdings besser verwerten, wenn Mohrrüben mit etwas Fett gegart werden. Sie sind eine der süßen, erdigen Grundlagen feiner Schmorküche und helfen, schwere Rotweinsoßen zu verfeinern. Die meisten Kinder lieben Möhrengemüse. Erwachsenen ist die Zuckerwurzel solo oft zu monoton.

„Karotten schätzen es, wenn man sie mit Familienmitgliedern zusammenbringt“, empfiehlt der britische Koch Nigel Slater – also mit anderen Doldenblütlern wie Kerbel, Koriander, Kreuzkümmel, Petersilie und Dill. Konsequent als Süßspeise behandeln die Schweizer Rübchen, wenn sie daraus schwere Torten (Rüeblichueche) zaubern – in der Tradition der Römer, die eine carota ebenfalls gerne mal als Dessert verzehrten.

Carota heißt „die Gebrannte“ und deutet auf ein ursprünglich feuerrotes Äußeres hin. Allerdings waren einige der in Asien kultivierten Karotten auch schon blau-blütig, bevor sie auf Holländer trafen, genauer gesagt – lila. Liebe Kinder, die Schokoladenonkels haben sich in der Spezies geirrt. Nicht die Kühe sind lila: It’s the carrot, stupid!

Neu frisch vom Feld gibt's die Karotte ab Juni, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

 

À la Saison

Schlangenmordende Schwarzwurzel

(Scorzonera hispanica)
Die Schwarzwurzel hieß noch im 17. Jahrhundert „Schlangenmord“ oder „Vipergras“. Tatsächlich ist sie eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel

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„Die Wurtzel“ sei „fleischig, saftig und voll Milch“ sowie „süß von Geschmacke, wann sie gesotten worden“, schrieb der französische Chemiker und Arzt Nicolas Lémery 1698 in ein Lexikon. Den Zeitgenossen mochte das gewagt erscheinen. War die Schwarzwurzel doch erst seit kurzem etwas zu Essen. Im Deutschen trug das neue Gemüse die Beinamen „Schlangenmord“ und „Vipergras“, die eher nach Hexenkessel als nach Eintopf klangen.

Schuld war der italienische Botaniker und Mediziner Pietro Andrea Mattioli, der die antike Heilpflanze 1544 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Der kaiserliche Leibarzt verwandte die Wurzel des Korbblütlers nicht nur gegen Wundfieber und Knochenbrüche, sondern auch „wider den Natterbiß“. Er taufte sie Scorzonera hispanica nach ihrem Herkunftsland Spanien und dem Namen einer schwarzen Giftschlange. Außerdem setzte er das Gewächs auch „wider die fallende Seuche, zu den Pocken und für die Pest“ ein, wie Lémery 150 Jahre
später notierte. Sie ist, kurzum, eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel.

„Proletenspargel“ oder „Spargel des armen Mannes“ heißt Mattiolis Zaubergemüse im Volksmund heute. Eine Delikatesse, die hierzulande – außer in Bayern – kaum groß--flächig angebaut wird. Wir importieren sie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, wo man offenbar weiß, was gut ist. In Wahrheit ist der im Inneren elfenbeinfarbene „Winterspargel“ dem Original überlegen, nicht nur was seine Länge von bis zu einem halben Meter angeht. Die kalzium-, eisen-, magnesium- und vitaminreiche Schwarzwurzel gibt es nicht nur mitten in der kalten Jahreszeit, sie ist auch robust, lagerfähig und wird nicht holzig.

Es ist richtig, dass ihre korkige Rinde beim Schälen ohne Handschuhe hässliche Flecken von großer Haltbarkeit in die Haut gerbt. Und es stimmt, dass ihr milchiger Saft klebt wie Pattex, wenn man sie – Tipp aus dem Kochbuch – erst nach dem Garen häutet. Und damit sie nicht braun anläuft, gehören etwas Zitrone und Milch ins Kochwasser. Ja, die Zubereitung der Scorzonera ist eine Zumutung. Genau das macht sie zur „alten Sorte“ und – einige Jahre nach ihrer nordamerikanischen Schwester Topinambur – zur zumindest unter Spitzenköchen wiederentdeckten Rarität.

Sei es, dass der Kopenhagener René Redzepi sie im Restaurant Noma mit Gotland-Trüffeln als Hors d’œuvre anrichtet, der spanische Molekularkoch Ferran Adrià sie zu Steinbutt serviert oder in einem Berner Grandhotel das Steak auf „seinem Bett von Schwarzwurzelragout“ kommt – sie harmoniert. Anders als der geltungssüchtige Spargel kann, aber muss sie kein Solo auf dem Teller spielen. Ganz gleich ob die Sorte „Hoffmanns Schwarzer Pfahl“, „Schwarzer Peter“ oder „Russischer Riese“ heißt – in der Schwarzwurzel verbindet sich das Beste (unbittere) des Spargels mit zarten Nussaromen und winterlicher Erdigkeit. Besonders gut schmeckt sie zu zerlassener Butter und gerösteten Semmelbröseln. Aber auch mit Béchamelsoße oder im Soufflé und selbst roh in den Salat geraspelt ist sie ein Genuss.

In Sachen Pest hat Mattioli die Wunderwurzel aber zweifellos überschätzt. Der Gelehrte starb 1577 am „Schwarzen Tod“ – und das vermutlich nicht, weil gerade keine Schwarzwurzel zur Hand war.

Neu frisch vom Feld gibt's die Schwarzwurzel ab Oktober, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Krautiger Kohlrabi

(Brassica oleracea var. gongylodes)
Ob das deutscheste aller Gemüse wirklich aus Deutschland kommt, liegt – ehrlich gesagt – im Dunkeln. Erfahren Sie mehr über dieses und weitere Geheimnisse aus der Kulturgeschichte des Kohlrabi.

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Es ist ein Irrtum, dass es sich beim deutschesten aller Gemüse um Weißkohl alias Sauerkraut handelt. Zwar hat die vergorene Spezialität den Deutschen in England den Spottnamen Krauts eingetragen, aber fragen Sie mal einen Russen, Ungarn, Japaner, Niederländer, Dänen, Schweden, Franzosen oder Briten, was Kohlrabi in seiner Sprache heißt. Die Antwort mag ka, karalábé, koolrabi, kaalrabi, kålrabbi, colrave oder kohlrabi lauten, phonetisch ist das Ergebnis das gleiche: Die Welt spricht Kohlrabi. Krautiger wird’s nimmer.

Ist es Begeisterung über den süßen, leicht nussigen, dezenten Kohlgeschmack, die Menschen zwischen Washington und Tokio veranlasst, die komisch klingende Knolle im Munde zu führen? Mitnichten. Nur das Wort, nicht das Gemüse kommt ihnen über die Lippen. Kohlrabi ist so deutsch, dass vor allem die Deutschen ihn essen. 40.000 Tonnen im Jahr wachsen hier, und weil das noch zu wenig ist, bauen auch die Niederlande, Polen und Frankreich den Kreuzblütler an – für den Export.

Im Gegensatz zu Weiß- oder Blumenkohl, bei denen Blätter oder Blütenstand verzehrt werden, verdickt sich beim Kohlrabi der untere Teil der oberirdischen Sprossachse und liegt grünweiß oder blauviolett auf der Erdkrume. Innen sind alle Kohlrabis hell. Die größte Sorte heißt „Superschmelz“ und kann – ohne holzig zu werden – zur Größe eines Kohlkopfs anwachsen. Und der einzige Speck, der auch Vegetariern schmeckt, dürfte „Blauer Speck“ sein.

In Wirklichkeit enthält Kohlrabi neben viel Wasser, etwas Zucker und Eiweiß nur 0,1 Prozent Fett. In Deutschland wurde die Knolle im 16. Jahrhundert erstmals erwähnt. Sie war ein Star der Barockküche – beispielsweise in Leipzig, wo sie dem Allerlei den letzten Schliff gab. Das Original hat übrigens nichts mit Erbsen-Möhren-Spargel-Dosenmatsch zu tun, sondern ist ein knackiger Genuss, der – serviert mit heller Soße und luftigen Semmelklößchen – auch Blumenkohl, Morcheln und Flusskrebsschwänze vereint.

Ein Festmahl, das noch nicht ganz vergessen war, als Kurt Tucholskys Alter Ego Peter Panter sich 1928 in einem Speiselokal über breiiges Gemüse beschwerte und die Bedienung antwortete: „Da müssen Sie mal zu meiner Mutter kommen, Herr Panter, die kocht Ihnen ein Leipziger Allerlei ...“ – „Liebe gnädige Frau, es ist so nett von Ihnen ... Aber alle Leute können doch nicht bei Ihrer Mama essen!“

Kohlrabi passt gut zu Rahmsoßen, die auch mal mit Safran oder Chili gewürzt sein dürfen. Am besten gart man ihn im Ganzen und schält und teilt ihn hinterher, damit Aroma und Nährstoffe besser erhalten bleiben: Selen, Senföle und viel Vitamin C stärken das Immunsystem. Roh harmoniert Kohlrabi mit Nüssen, Ziegenkäse, Lachs und Äpfeln. Sein Kraut gehört nicht in den Kompost, denn es enthält viele Mineralien, Karotin, B-Vitamine und Eiweiß. Die zarten Herzblätter schmecken gut in Salat und Suppe oder als Hauptgericht: In Südeuropa bereitet man aus ihrem Grün vegetarische Rouladen oder „Spinat“ zu.

Südeuropa?! Ob das vermeintlich deutsche Gemüse auch aus der Region stammt, in der es so gerne verspeist wird, liegt – um ehrlich zu sein – im Dunkeln. Es könnte genausogut ein Nachfahre des pompejanischen Kohls sein, den der Römer Plinius kurz nach der Zeitenwende beschrieb. Grimms Wörterbuch vermerkte im 19.Jahrhundert, der Begriff Kohlrabi sei „merkwürdig durch seine Gestalt, halb deutsch halb italienisch“. Klar ist: Italien spricht nicht kohlrabisch. Der inoffizielle Kulturbotschafter der Krauts heißt dort cavolo rapa, Kohlrübe.

Neu frisch aus dem Gewächshaus gibt's Kohlrabi ab April, frisch vom Feld im Mai.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen


In jeder Ausagebe des Greenpeace Magazins berichten wir über die Kulturgeschichte von Obst und Gemüse. Unsere neue Ausgabe erhalten Sie am Bahnhofskiosk, in unserem Warenhaus und für nur 33,50€ im Jahresabo

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Sa, 2015-08-01 14:06
Kabul (dpa)

Neuer Taliban-Chef verkündet Fortsetzung des Kampfes

Kabul (dpa) - Der neue Anführer der radikal-islamischen Taliban, Achtar Mohammad Mansur, hat eine Fortsetzung des Kampfes gegen die prowestliche Regierung in Kabul angekündigt. «Unsere Einheit wird unsere Feinde besiegen», sagte Mansur in einer am Samstag verbreiteten Audio-Botschaft und machte damit Hoffnungen Washingtons auf eine Befriedung Afghanistans zunichte. Die US-Regierung hatte zuvor die Taliban aufgerufen, das Versöhnungsangebot der afghanischen Regierung anzunehmen.

Am Mittwoch hatte die afghanische Regierung erklärt, der historische Talibanführer Mullah Omar sei bereits im April 2013 in Pakistan gestorben. Einen Tag später erklärten die Taliban dessen Stellvertreter Mansur zum neuen Anführer. Die US-Regierung hatte am Freitag die Hoffnung geäußert, dass der Tod Omars eine Chance biete, auf dem Weg zu einem «stabilen, sicheren Afghanistan» voranzukommen.

Omar hatte von 1996 bis 2001 an der Spitze der Taliban-Regierung in Afghanistan gestanden. Nach dem US-geführten Einmarsch tauchte er Ende 2001 ab und wurde seitdem in Pakistan vermutet. Mansur rief am Samstag seine Anhänger auf, ihren «Heiligen Krieg» für einen islamischen Staat in Afghanistan fortzusetzen.

Sa, 2015-08-01 12:57
Warschau/Riga (dpa)

Weizen für Ägypten, Äpfel für Tansania - Polens Embargobilanz Von Eva Krafczyk und Alexander Welscher, dpa

Patriotischer Apfelkonsum und Suche nach neuen Märkten - ein Jahr nach dem russischen Importverbot für Agrarprodukte aus der EU herrscht in Polen und im Baltikum weitgehend Erleichterung. Das Schreckensszenario vom Zusammenbruch der Agrarmärkte ist nicht eingetreten. Doch Probleme bleiben.

Warschau/Riga (dpa) - Wo immer der polnische Landwirtschaftsminister Marek Sawicki vor Kameras und Mikrofone tritt, ist ein Korb mit Äpfeln meist nicht weit. So auch bei der Bilanz zu dem vor einem Jahr verhängten russischen Importverbot für Agrarprodukte aus der EU. Doch ehe Sawicki am Freitag auf Exportzahlen zu sprechen kam, dankte er erst einmal seinen Landsleuten, die vor einem Jahr binnen kürzester Zeit dem polnischen Apfel zu weltweiter Aufmerksamkeit verholfen hätten.

Über soziale Netzwerke wurde der Verzehr von Äpfeln damals unter dem Hashtag #eatapples kurzerhand zum Aufbegehren gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin proklamiert. «An apple a day keeps Putin away» («Ein Apfel am Tag hält Putin fern») twitterten nicht nur Tausende Polen. Ein Jahr später liegen weiterhin an vielen Hotelrezeptionen, Kundenzentren von Banken oder Versicherungen Schalen mit Äpfeln aus, Restaurants haben verstärkt Apfelwein auf die Speisekarte genommen, in Supermärkten füllen Cidre-Flaschen die Regale.

Der polnische Apfel wurde zum Symbol des Embargos: Während in Polen bisher 600 000 Äpfel verspeist wurden, wurden vor dem Einfuhrverbot jährlich 677 000 Tonnen Äpfel nach Russland exportiert. Verstärkter Konsum im Land allein war jedoch nicht genug, um die befürchteten Einnahmeverluste für polnische Bauern und Produzenten aufzufangen.

Auch außerhalb Europas gebe es Alternativen, argumentiert Artur Gradziuk in einer Analyse des Polnischen Instituts für Internationale Angelegenheiten. Er verweist auf Saudi-Arabien, Ägypten oder Indien. Käse könne in Japan und Südkorea, aber auch im Nahen Osten neue Abnehmer finden und China oder Südafrika sollten als aussichtsreiche Märkte für polnisches Schweinefleisch umworben werden.

Allein bis Ende Mai verdreifachte sich der Handel mit Agrarprodukten nach Ägypten auf 112 Millionen Euro. Der Verkauf von Weizen nach Saudi-Arabien stieg um 47 Prozent und der Export nach Israel um 44 Prozent. Die Exporte nach Kenia stiegen um das neunfache, nach Tansania um das 28-fache. «Es scheint immer wahrscheinlicher, das wir in diesem Jahr Lebensmittel im Rekordniveau von 25 Milliarden Euro verkaufen», sagte Sawicki nun.

«Die Folgen des Embargos für den Bereich landwirtschaftliche Produkte sind nicht so einschneidend, wie anfangs befürchtet», sagte Bartosz Urbaniak von der Bank BGZ BNP Paribas. Zwar habe das Embargo die Konkurrenz innerhalb der EU deutlich verschärft. Aber gleichzeitig habe die Suche nach neuen Exportmärkten außerhalb der EU an Dynamik gewonnen. In einigen Bereichen sei die Folge des Verlustes des russischen Marktes völlig aufgefangen worden - etwa durch den Verkauf von Milchpulver nach Algerien und Pilzen nach Weißrussland.

Auch im Baltikum, ähnlich wie Polen von Landwirtschaft geprägt und mit engen Handelsbeziehungen nach Russland, wurden die Geschäftspläne überarbeitet, um die Folgen des russischen Embargos aufzufangen. «Die Sanktionen haben einen großen Einfluss auf den estnischen Nahrungsmittelsektor gehabt, aber wir haben es geschafft, in angemessener Weise darauf zu reagieren», meinte Agrarminister Ivari Padar in Tallinn.

Die Regierungen in Tallinn, Riga und Vilnius setzten ähnlich wie Polen auf neue Absatzmärkte, griffen Unternehmen mit Bürgschaften und Exporthilfen unter die Arme. Lettland gewährte sogar Steueraufschub. Hinzu kamen Finanzhilfen aus den Brüsseler EU-Töpfen.

Dennoch machen in der Fleisch- und Milchbranche deutlich sinkende Preise auf den Erzeugermärkten Landwirten und Verarbeitungsbetrieben zunehmend zu schaffen. Vor allem Milchbauern klagen, dass die Preise oftmals nicht mehr die Betriebskosten deckten. In allen drei baltischen Staaten haben Agrarbetriebe ihren Viehbestand reduziert, die Produktion gedrosselt und Beschäftigte entlassen.

Zudem fällt es den baltischen Staaten im Vergleich zu Polen schwer, mit ihren relativ geringen Erntemengen Fuß auf dem Weltmarkt zu fassen. Die Exporte in neue Märkte in Asien, Nordafrika und die arabische Welt sind zudem geringer als die bisherigen Lieferungen nach Russland. Immer mehr Erzeuger flüchten sich deshalb in die Nische und setzen auf ökologischen Landbau und Bioprodukte.

Sa, 2015-08-01 13:13
Berlin (dpa)

CDU kommentiert Berichte über vierte Amtszeit Merkels nicht

Berlin (dpa) - Die CDU hat nach Informationen des «Spiegels» erste Überlegungen zur Wahlkampfstrategie für 2017 erörtert. CDU-Chefin und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe bei einem Strategietreffen mit ihrem Generalsekretär Peter Tauber und CDU-Bundesgeschäftsführer Klaus Schüler bereits besprochen, wer für die Kampagne der Union in gut eineinhalb Jahren zuständig sein soll, berichtete der «Spiegel» (Samstag).

Nach diesem Bericht soll die Kampagne für die Wahlkampfführung vom Konrad-Adenauer-Haus aus geführt werden. Es solle keine externe Kampagne geben, wie sie der frühere SPD-Geschäftsführer Franz Müntefering für Gerhard Schröder gegründet hatte. Als Ergebnis der Unterredung seien schon erste Helfer angesprochen worden.

Weiter schreibt das Magazin, Merkel habe sich offenbar entschieden, bei der Bundestagswahl 2017 noch einmal anzutreten. Intern habe sie erklärt, sie werde die Entscheidung über eine Kandidatur offiziell erst Anfang 2016 bekanntgeben. In der CDU-Zentrale hieß es: «Nicht jede Meldung im Sommerloch ist es wert, kommentiert zu werden.»

Ganz allgemein wird damit gerechnet, dass Merkel 2017 wieder antritt. Spannend dürfte vor allem die Frage sein, ob sie die ganze Legislaturperiode macht.

Auch mit CSU-Chef Horst Seehofer habe die CDU-Vorsitzende vor einigen Wochen strategische Fragen des Wahlkampfs erörtert, so der «Spiegel». Seehofer sei dafür, dass die Union eine absolute Mehrheit als Wahlziel ausgebe. Merkel habe sich skeptisch gezeigt.

Sa, 2015-08-01 13:02
Berlin (dpa)

Der Generalbundesanwalt - Vertreter der Exekutive

Berlin (dpa) - Geht es um Terrorismus oder Spionage, kommt die Bundesanwaltschaft ins Spiel. Die Staatsanwaltschaft des Bundes mit ihren 200 Mitarbeitern verfolgt Straftaten gegen die innere und äußere Sicherheit des Landes. Ihr Leiter ist der Generalbundesanwalt, seinen Amtssitz hat er beim Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe.

Der «Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof», so die offizielle Bezeichnung, ist politischer Beamter. Der Bundespräsident ernennt ihn auf Vorschlag des Bundesjustizministers und nach Zustimmung des Bundesrates.

Für den Generalbundesanwalt, seit November 2011 Harald Range, gelten dieselben beamtenrechtlichen Regelungen wie für andere Bundes- und Staatsanwälte beim Bundesgerichtshof. Diese sehen unter anderem vor, dass seine «kriminalpolitischen Ansichten und Zielsetzungen» mit denen der Regierung übereinstimmen.

Der Generalbundesanwalt untersteht der Dienstaufsicht des Bundesjustizministers, der die politische Verantwortung trägt. Er ist also nicht Teil der Judikative - der rechtsprechenden dritten Gewalt - sondern gehört der Exekutive an. Gegenüber den Staatsanwaltschaften der Länder hat der Generalbundesanwalt kein Weisungsrecht. Er kann jederzeit und ohne weitere Begründung in den einstweiligen Ruhestand versetzt werden.

Sa, 2015-08-01 13:22
Erbil (dpa)

Bericht: Erbil ruft PKK zum Abzug aus dem irakischen Kurdistan auf

Erbil (dpa) - Die Regierung des autonomen irakischen Kurdistans hat die Kurdische Arbeiterpartei (PKK) angesichts neuer türkischer Luftschläge aufgefordert, den Nordirak zu verlassen. Das berichtete die kurdische Zeitung «Rudaw» am Samstag unter Berufung auf eine Erklärung des Büros von Präsident Massud Barsani.

Danach verurteilte der Chef der Autonomieregion die jüngsten Bombardements und rief die Türkei und die PKK auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Die PKK solle die Region Kurdistan verlassen, um nicht das Leben kurdischer Zivilisten zu gefährden, forderte Barsani demnach.

Am Samstagmorgen hatte die türkische Luftwaffe erneut vermutete PKK-Einrichtungen im Nordirak angegriffen. Dabei seien mindestens acht Zivilisten getötet worden, berichteten Anwohner der Deutschen Presse-Agentur. Vergangene Woche hatte die Türkei einen ausgedehnten Luftkrieg gegen die PKK im irakischen Kurdistan begonnen und den Friedensprozess mit der Organisation aufgekündigt. Die PKK hat mehrfach Polizisten in der Türkei angegriffen.

Sa, 2015-08-01 13:00
Hamburg (dpa)

Skepsis gegen Riesenschiffe - Bald mehr als 21 000 Container Von Eckart Gienke, dpa

Erst im Januar begrüßte Hamburg die «CSCL Globe» als größtes Containerschiff. An diesem Wochenende ist es die «MSC Zoe», die wieder ein paar Container mehr tragen kann. Die Kritik an den Mega-Carriern wird zunehmend lauter.

Hamburg (dpa) - Riesige Containerschiffe gehören zur Faszination, die der Hamburger Hafen auf viele Menschen ausübt. Zu Hunderten versammeln sie sich am Elbufer, wenn wieder einmal ein Mega-Carrier von zuvor ungekannter Größe sich den Strom heraufbewegt. Die «MSC Zoe», die am Wochenende zu ihrer Taufzeremonie den Hamburger Hafen anlief, ist das jüngste Beispiel. Sie kann 19 224 Container (TEU) tragen, so viel wie sonst nur ihre beiden Schwesterschiffe. Im Januar erst war die «CSCL Globe» als größtes Containerschiff begrüßt worden, die diesen Titel schnell wieder verloren hat.

Auch die «MSC Zoe» und die anderen Schiffe der Olympic-Klasse der Reederei MSC werden nicht lange an der Spitze der Größenentwicklung stehen. Die japanische Werft Imabari baut für einen unbekannten Auftraggeber elf Frachter, die 20 000 TEU transportieren können. Das erste Schiff soll Anfang 2018 fertig sein. Die französische Reederei CMA CGM hat bei Hanjin in Korea drei Schiffe mit 20 600 Containern Tragfähigkeit geordert, von denen das erste schon 2017 kommen soll. Den Vogel abschießen wird aber die Reederei OOCL aus Hongkong: Sie hat bei Samsung sechs Schiffe bestellt, die 21 100 TEU tragen können, plus sechs Optionen. Technisch möglich wären nach Ansicht der Prüfgesellschaft DNV GL schon heute 24 000 TEU.

Getrieben wird die Entwicklung zu immer größeren Schiffen durch wirtschaftlichen Druck und den harten Konkurrenzkampf zwischen den global agierenden Schifffahrtskonzernen. Seit Jahren drücken Überkapazitäten und niedrige Frachtraten auf die Erträge. Große Schiffe ermöglichen günstige Preise; eine Reederei mit einer alten Flotte wäre nicht konkurrenzfähig. Das ist in den Häfen deutlich zu spüren. An jedem Tag kommen statistisch zwei sehr große Frachtschiffe mit mehr als 10 000 TEU in den Hamburger Hafen. Das ist eine Herausforderung für Nautiker und Logistiker, Umschlagbetriebe und alle Glieder der Transportkette.

Kritik an dieser Entwicklung gab es schon länger, aber sie wird zunehmend lauter und vielstimmiger. «Das Risiko wächst mit den Schiffen mit», heißt es vom «Aktionsbündnis lebendige Tideelbe», in dem mehrere Umweltverbände zusammengeschlossen sind. Sie verweisen auf die Gefahr einer Havarie, wenn die riesigen Schiffe auf der engen Elbe manövrieren. Die Schiffe sind länger als die Fahrrinne breit ist und könnten sie komplett blockieren. Sollte einmal ein großes Containerschiff samt seiner Ladung auf See verloren gehen, wären die Verluste gigantisch. Die Versicherungsgesellschaft Allianz schrieb in einer Studie, die Branche müsste sich auf Risiken von einer Milliarde Dollar einrichten. Damit werden auch die Prämien sehr hoch.

Die Linken in der Hamburger Bürgerschaft gehen noch einen Schritt weiter: «Immer größere Schiffe erfordern immer tiefere Häfen und Flüsse, größere Terminals und Brücken», sagt ihr Hafenpolitiker Norbert Hackbusch. «Gegen diese Spirale des Wahnsinns sollte Hamburg eine Initiative der Hafenstädte in Europa setzen.» Für ein paar Euro eigener Ersparnis verursachten die Reeder riesige Kosten für die Häfen und damit die öffentlichen Kassen.

Rückendeckung bekommt der Linke von der OECD, der Organisation der Industrieländer. Sie schätzt die Kosten für zusätzliche Infrastruktur durch die Mega-Carrier auf 400 Millionen Dollar jährlich. Die Zweifel gehen tief. «Wir sind dicht an dem Punkt, an dem größere Schiffe keinen Sinn mehr ergeben», sagt Olaf Merk von der OECD, der bei der Welthafenkonferenz in Hamburg im Juni eine Studie zu dem Thema vorstellte. «Oder wir haben ihn bereits überschritten.» Rund 60 Prozent der Kosteneinsparungen der Großschiffe würden durch modernere Motoren erreicht, nicht durch die Größe. Zudem zementierten die vielen neuen Riesenschiffe die Überkapazitäten auf den Weltmärkten, so dass die Kostenvorteile durch geringere Erlöse zum Teil zunichte gemacht würden.

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Sa, 2015-08-01 12:53
Berlin (dpa)

Maas fordert besseren Schutz von Asylbewerbern

Mehr als 200 Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte in einem halben Jahr - Justizminister Maas nennt das beschämend. Alle Bürger seien für die Sicherheit der Asylbewerber verantwortlich.

Berlin (dpa) - Bundesjustizminister Heiko Maas fordert einen besseren Schutz von Asylbewerbern vor ausländerfeindlichen Übergriffen. «Das beste Einwanderungsgesetz wird nichts nützen, wenn Unterkünfte angezündet werden», schreibt Maas in einem Beitrag für das Redaktionsnetzwerk Deutschland. «Ganz gleich, aus welchen Gründen Menschen zu uns kommen und wie lange sie bleiben - wir müssen sie besser schützen.» Dies sei eine Aufgabe nicht nur für die Behörden, sondern für alle Bürger.

Deutschland sei in den 20 Jahren seit den Brandanschlägen von Solingen und Mölln weltoffener geworden. «Dieses neue, tolerante Deutschland müssen wir heute mit aller Macht verteidigen», sagte Maas. «Angesichts der größten Flüchtlingskrise seit Ende des Zweiten Weltkriegs sind wir dabei alle gefragt.»

Mehr als 200 Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte allein in der ersten Hälfte dieses Jahres seien eine schreckliche und für Deutschland beschämende Bilanz. «Jede Attacke auf ein Flüchtlingsheim ist ein Angriff auf unsere Gesellschaft und auf unsere freiheitliche Grundordnung», schreibt Maas. «Deswegen braucht jede Form von Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz Widerspruch - je entschiedener und lauter, desto besser.»

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund sprach sich für eine Task Force aus, die auf Bundesebene die Flüchtlingspolitik in Deutschland steuert. «Das wäre ein wirksames Mittel, um die Reaktionszeiten zu verkürzen und die Koordination zu verbessern», sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Samstag). In einer solchen Arbeitsgruppe müsse allerdings der Sachverstand der Kommunen Gehör finden, Bund und Länder müssten die Situation vor Ort stärker als bisher in den Blick nehmen.

FDP-Chef Christian Lindner forderte die Übernahme sämtlicher Kosten für Asylverfahren und Unterkunft durch den Bund. «Die Aufnahmeverfahren und die Unterbringung von Flüchtlingen und Asylbewerbern sind eine gesamtstaatliche Aufgabe und nicht Sache von Ländern und Kommunen», sagte er der Berliner «B.Z.».

Angesichts steigender Flüchtlingszahlen hatte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) vor kurzem in der «Bild»-Zeitung eine Flüchtlings-Task-Force ins Spiel gebracht.

Dreyer plädierte unterdessen für die Ausweitung des Kreises «sicherer Herkunftsländer». «Ich persönlich könnte mir weitere «sichere Herkunftsländer» vorstellen», sagte sie der «Frankfurter Rundschau» (Samstag). Sie verband die Frage mit der Forderung nach einem Einwanderungsgesetz: «Wenn wir das Einwanderungsgesetz hätten, könnten wir womöglich eine Situation schaffen, in der auch grüne Kolleginnen und Kollegen zu überzeugen wären.» Hier müsse sich dann aber auch die Union bewegen - CDU und CSU lehnen bislang ein Einwanderungsgesetz mehrheitlich ab, allerdings deutete sich zuletzt Bewegung in der Frage an.

Im vergangenen Jahr waren Bosnien-Herzegowina, Serbien und Mazedonien als «sichere Herkunftsstaaten» eingestuft worden - im Bundesrat stimmte damals auch der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) nach langer Diskussion zu. Mit der Zunahme von Flüchtlingen aus Albanien und dem Kosovo gab es zuletzt - auch in der SPD - vermehrt Überlegungen, diese Staaten einzubeziehen, um Asylanträge von Menschen aus diesen Ländern schneller ablehnen zu können.

Sa, 2015-08-01 12:43
dpa - Deutsche Presseagentur GmbH

Zitat: Demirtas zur Lage der Türkei

«Die mühsam erarbeitete Demokratie in der Türkei entwickelt sich zurück. Es wird von Tag zu Tag schlimmer.»

(Der Chef der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP Selahattin Demirtas in einem am Samstag veröffentlichten «Spiegel»-Interview)

Sa, 2015-08-01 12:16
Aden (dpa)

Jemens Ministerpräsident aus dem Exil nach Aden zurückgekehrt

Aden (dpa) - Nach der Vertreibung von Huthi-Rebellen aus Gebieten im Südjemen ist der Ministerpräsident Chaled Bahah aus dem Exil in die Hafenstadt Aden zurückgekehrt. Nach Angaben lokaler Journalisten traf er gemeinsam mit anderen Regierungsvertretern am Samstag in einer Maschine aus Saudi-Arabien am internationalen Flughafen ein.

Bahah sagte vor Journalisten, er habe die Aden-Reise geplant, seit die Stadt Mitte Juli «befreit» worden sei. Wie lange Bahah, der auch Vizepräsident ist, im Jemen bleibt, war zunächst unklar.

Im Juli waren die schiitischen Huthi-Rebellen vollständig aus Aden zurückgedrängt worden. Die Huthis und ihre Verbündeten hatten die Hafenstadt im März überrannt und den sunnitischen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi sowie die Regierung zur Flucht nach Saudi-Arabien gezwungen. Die Huthis beherrschen noch immer große Teile des Jemens. Ein von Saudi-Arabien geführtes Bündnis fliegt regelmäßig Luftangriffe auf Stellungen der Rebellen.

Geht doch!

Drohnen als Förster

Unbemannte Flugkörper sollen pro Jahr weltweit eine Milliarde Bäume pflanzen

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Jährlich werden auf der Erde rund 26 Milliarden Bäume gefällt. Der ehemalige Nasa-Ingenieur Lauren Fletcher nimmt den Kampf gegen die globale Entwaldung auf. Um den Schwund wettzumachen, entwickelte seine in Oxford ansässige, gemeinnützige Firma Bio Carbon Engineering eine innovative Drohne. Diese scannt auch unzugängliche Gegenden, kartografiert baumlose Regionen und bestimmt die Bodenart. Zusammen mit Ökologen entscheidet das Unternehmen, welche Bäume wo gepflanzt werden. Dann wird der Flugkörper ein zweites Mal losgeschickt. Per Druckluft schießt er kleine Saatgut-Kapseln in den Boden. Die Kapseln sind biologisch abbaubar und schützen das keimende Saatgut in der ersten Zeit. „Der industriellen Waldvernichtung können wir nur mit industrieller Aufforstung begegnen“, ist Fletcher überzeugt. Das Projekt befindet sich in der Entwicklungsphase, erste Tests sind im Laufe des Jahres geplant. Obwohl dem britischen Start-up noch Investoren fehlen, hofft Fletcher, dass die Firma schon bald Regierungen für Aufforstungsprojekte begeistern und jedes Jahr eine Milliarde Bäume pflanzen kann.
biocarbonengineering.com

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Frankreich
Mit einem Ende Mai verabschiedeten Gesetz will die französische Nationalversammlung die Verschwendung von Lebensmitteln eindämmen: Große Supermärkte werden verpflichtet, überschüssige Produkte künftig an gemeinnützige Einrichtungen zu spenden. Für Menschen ungeeignete Reste können laut Beschluss des Parlaments auch kompostiert oder als Tierfutter verwendet werden. Dabei wandern in Frankreich pro Person und Jahr „nur“
bis zu 30 Kilogramm ungenutzt in den Müll. Hierzulande fallen pro Kopf und Jahr rund 82 Kilo Essensabfälle an.
 

Münster
Seit 1989 dürfen in Münster auf kommunalen Flächen der westfälischen Stadt keine Pestizide mehr eingesetzt werden. Sprießendes Unkraut wird mit Heißluftwalzen oder Wildkrautbürsten entfernt. Diese Verfahren sind zwar aufwendiger und teurer, aber giftfrei. Dank einer Beratung durch den BUND verzichten inzwischen etliche Kommunen auf Pestizide. Dem Vorreiter Münster folgten zum Beispiel Saarbrücken, Tübingen und Bielefeld.
bund.net/pestizidfrei

Berlin
Heimischen Dünger stellen die Berliner Wasserwerke her, indem sie Phosphat aus Klärschlamm zurückgewinnen. Der Wasserversorger verkauft das recycelte Düngemittel unter dem Namen „Berliner Pflanze“ an Landwirte. Das Verfahren haben sich die Ingenieure patentieren lassen. Es dürfte weltweit auf Nachfrage stoßen, denn die globalen Phosphatvorräte gehen zur Neige.
bwb.de/berlinerpflanze
 

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

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Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

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Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

Geht doch!

Styropor „To Go“

USA Mehr als 70 Städte verbieten aufgeschäumtes Plastik. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt den Kampf mit dem Müll auf.

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Ab Juli verbannt er Einwegbecher, -teller und andere Behältnisse aus Styropor. Auch Verpackungsfüllmaterial aus Schaumstoff darf dann nicht mehr verwendet werden. Laut Abfallbehörde hat sich eine Wiederverwertung ökologisch und ökonomisch als nicht sinnvoll erwiesen. Jedes Jahr hat die Müllabfuhr in der Metropole fast 30.000 Tonnen Abfall aus aufgeschäumtem Polystyrol eingesammelt, der Großteil stammt aus der Gastronomie. „Diese Produkte verursachen reale Umweltschäden“, sagt de Blasio. Sein Appell fruchtet auch bei Behörden: Ab Sommer sollen Styroporbehälter aus Schulkantinen verschwinden. Warum das Essen künftig auf kompostierbaren statt auf Keramiktellern serviert wird, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Schon mehr als 70 US-Städte, darunter Washington, San Francisco, Oakland und Seattle, haben sich vom Einwegplastik losgesagt. In Deutschland dagegen wird der biologisch nicht abbaubare Schaumstoff weiterhin großflächig eingesetzt: nicht nur für Fastfood-Verpackungen, sondern auch für die Wärmedämmung von Gebäuden.
Illustration: Christoph Niemann

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Grenoble: Bäume statt Werbung
Die französische Alpenstadt will die erste werbefreie Stadt Europas werden: Der grüne Bürgermeister Éric Piolle hat alle Reklameverträge gekündigt. Wo bisher freie Sicht auf riesige Plakate herrschen musste, will er Bäume pflanzen lassen. Den Verzicht auf die optische Umweltverschmutzung lässt sich die Stadt jährlich 150.000 Euro kosten – so viel hat Grenoble bisher durch vermietete Werbeflächen pro Jahr eingenommen. Bislang verbietet nur eine Stadt Werbung im öffentlichen Raum: São Paulo in Brasilien, und das schon seit 2010.

Frankreich: Zu schnell kaputt
Mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe will Frankreich eingebaute Fehler, die zum vorzeitigen Verschleiß von langlebigen Verbrauchsgütern führen, als Betrug ahnden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist auf dem Weg. Niedersachsen will solche Art der Verbrauchertäuschung auch nicht hinnehmen. Landesverbraucherschutzminister Christian Meyer erwägt eine Verlängerung der Garantie bei bestimmten Produkten.

Hamburg: Steckdose für Cruiser
Die Bewohner des Elbufers können ein wenig aufatmen: Im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe werden ab diesem Sommer mit erneuerbarem Landstrom versorgt und können die luftverpestenden Dieselmotoren abstellen. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern, dass in Zukunft auch Containerschiffe zum Anschluss an den sauberen Landstrom verpflichtet werden.
 

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Sa, 2015-08-01 12:54
Berlin (dpa)

Antisemitische Schmierereien an East Side Gallery

Berlin (dpa) - Das Bild «Vaterland» an der Berliner East Side Gallery ist mit antisemitischen Parolen beschmiert worden. Das Mauerbild, das einen Davidstern vor dem Hintergrund der Deutschlandfahne zeigt, sei nun provisorisch abgedeckt, bis die Schmierereien entfernt würden. Der Staatsschutz ermittele, teilte die Polizei am Samstag mit.

Die Schmierereien seien bereits am Freitagnachmittag entdeckt worden. Was genau dort stand, wurde nicht angegeben. Der Maler des Bildes, Günther Schaefer, sagte der Deutschen Presse-Agentur, er werde die Parolen im Laufe des Samstags übermalen. Zunächst müsse er sich einen Eindruck vom Ausmaß des Schadens machen. Die bemalten Reste der Berliner Mauer sind eine Touristenattraktion.

Schon am Vortag war eine Gruppe junger Juden am Rande der jüdischen Makkabi-Sportwettkämpfe in Berlin antisemitisch angepöbelt worden. Zudem wurden zwei Wachleute vor einem Hotel antisemitisch beleidigt, in dem 2000 jüdische Sportler wohnen. Sie alarmierten die Polizei, die einen Mann arabischer Herkunft festnahm. Die Polizei verstärkte ihre Schutzmaßnahmen und schickte zusätzliches Personal auf Streifen.

Die Frage der Sicherheit spielt bei den seit Dienstag laufenden Makkabi-Spielen eine große Rolle. Erstmals finden die Amateur-Wettkämpfe des jüdischen Sports in Deutschland statt.

Sa, 2015-08-01 12:39
Teheran (dpa)

Iran: Beziehungen mit USA möglich, Anerkennung Israels aber nicht

Teheran (dpa) - Nach der Atomeinigung zieht der Iran die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu den USA in Betracht, die Anerkennung Israels bleibt jedoch ausgeschlossen. Die neue außenpolitische Doktrin von Präsident Hassan Ruhani beinhalte eine konstruktive Zusammenarbeit mit allen Staaten. «Die Ausnahme ist das zionistische Regime, weil wir dieses Regime weiterhin nicht anerkennen werden», sagte Vizeaußenminister Madschid Tacht-Rawanchi am Samstag.

Der Iran hatte jüngst mit den USA und den anderen UN-Vetomächten sowie Deutschland eine Vereinbarung geschlossen, die ihm das Recht auf ein ziviles Atomprogramm zugesteht, den Aufbau einer Atomstreitmacht aber verwehrt. Im Zuge der Verwirklichung sollen gegen den Iran gerichtete Wirtschaftssanktionen fallen.

«Die Umsetzung des Atomabkommens wird zeigen, ob der Wille zu einer Verbesserung seitens der USA vorhanden ist, um auch die anderen Probleme zu lösen», sagte Tacht-Rawanchi. Priorität bleibe jedoch die Verbesserung der Beziehungen zu den Nachbarländern und den EU-Staaten, sagte der Vizeminister und Mitglied des iranischen Atomteams im Interview des Nachrichtenportals Khabar-Online.

Nach der Atomeinigung hatte die EU auf eine Verbesserung der Beziehungen zwischen dem Iran und Israel gehofft, zumindest auf Irans Anerkennung des israelischen Staates. Teheran hat jedoch mehrmals betont, dass eine Anerkennung Israels auch nach der Einigung nicht in Frage komme. Israel hat sich dem Atomabkommen hartnäckig widersetzt und versucht, es über den US-Kongress noch zu kippen.

Sa, 2015-08-01 11:32
Berlin (dpa)

Umfrage: Zwei Drittel für Aufstellung eines SPD-Kanzlerkandidaten

Berlin (dpa) - Zwei Drittel der Deutschen sind laut einer Meinungsumfrage dafür, dass die SPD zur nächsten Bundestagswahl 2017 einen eigenen Kanzlerkandidaten aufstellt. In einer am Samstag veröffentlichten Befragung für das Nachrichtenmagazin «Focus» befürworteten 64 Prozent die Aufstellung eines SPD-Kandidaten, 21 Prozent lehnten das ab und 15 Prozent machten keine Angabe. Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) hatte vor einigen Tagen an den Siegchancen seiner Partei gezweifelt und infrage gestellt, ob die SPD einen eigenen Kanzlerkandidaten braucht.

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 5.12

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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"Ich hab's nicht so mit Broteschmieren."

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“

Erschienen in Ausgabe 3.12

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Erschienen in Ausgabe 2.12

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Erschienen in Ausgabe 1.12

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

Erschienen in Ausgabe 6.11

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Immer noch - umweltschädlicher Becher Becher wird künftig vielleicht recycelt. ActiIrreführus - bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

Erschienen in Ausgabe 5.11

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Tödlich.  Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord. Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

Erschienen in Ausgabe 4.11
 

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate "ausgesetzt". Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit "ausgesetzter" Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

Erschienen in Ausgabe 3.11
 

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU.  Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen.  Erpresso Die Leere des Portemonnaies

Erschienen in Ausgabe 2.11
 

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Schaurige Leistung. Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten. Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich. VW Das Böse.

Erschienen in Ausgabe 1.11

 

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Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

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Wir fördern Gier und Pfusch. Statt Alternativen. Seit Jahren basteln wir fleißig an unserem grünen Image. Doch anstatt konsequent auf erneuerbare Energien zu setzen, plündern wir die letzten Ölreserven unseres Planeten – zum Beispiel im Golf von Mexiko. Ohne Skrupel. Ohne Rücksicht auf Verluste. Und ohne Plan B, falls was schiefgeht – wie jetzt. bp big problems

Erschienen in Ausgabe 4.10

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