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Di, 2015-08-04 18:06
Berlin (dpa)

Umweltverbände: Bahn könnte jeden dritten Inlandsflug ersetzen

Flugzeuge produzieren klimaschädliches Kohlendioxid. Unter dem Lärm beim Starten und Landen leiden die Anwohner. Die Regierung könnte mehr dagegen tun, meinen Verbände. Und legen Vorschläge vor.

Berlin (dpa) - Jeder dritte Inlandsflug könnte nach Berechnungen von Nichtregierungsorganisationen ohne Zeitverlust auf die Schiene verlagert werden. Heute gebe es für die rund 170 Kilometer zwischen Nürnberg und München täglich vier Flugverbindungen, dabei fahre auf der Strecke jede Stunde ein ICE, kritisierte Michael Müller-Görnert vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) am Dienstag in Berlin.

Fast 150 000 innerdeutsche und grenzüberschreitende Flüge könnten den Angaben zufolge sofort durch Zugverkehr ersetzt werden, mittelfristig weitere 50 000. Müller-Görnert sagte aber auch, dass die Bahn dafür in Sachen Komfort, Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit zulegen müsse.

Für mehr Klima- und Lärmschutz fordert das Bündnis neue Strukturen im Luftverkehr. «Wir sehen eine Riesen-Überkapazität im deutschen Flughafennetz», sagte Werner Reh, Luftverkehrsexperte des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Statt die sechs großen Flughäfen immer weiter auszubauen, sollten diese besser mit den zahlreichen schlecht ausgelasteten Regionalflughäfen kooperieren. Außerdem fordern die Organisationen eine Klimaabgabe von 10 Euro pro ausgestoßener Tonne CO2. Diese müsse bis zum Jahr 2030 auf 80 Euro steigen.

Der Kohlendioxid-Ausstoß im deutschen Flugverkehr konnte laut den Verbänden zwar seit 1990 um 16 Prozent reduziert werden, vor allem durch größere Maschinen. Pro Passagier und Kilometer sei er im Durchschnitt aber immer noch 16-mal so hoch wie bei der Bahn.

Um Anwohner vor Fluglärm zu schützen, setzt das Konzept auf konkrete Reduktionsziele. Damit soll der Lärm zunächst unter eine Obergrenze gebracht und dann in Jahresschritten weiter gesenkt werden.

Im Verkehrsministerium entsteht derzeit ein Luftverkehrskonzept, das sich Union und SPD 2013 in ihrem Koalitionsvertrag vorgenommen hatten. Aus Sicht der Umwelt- und Lärmschutzverbände geht es dabei aber zu sehr um Wachstum und die Förderung des Luftverkehrsstandorts Deutschland. Deshalb haben sie nun ein eigenes Konzept vorgelegt.

Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft hält die Vorschläge nicht für tragfähig. «Mit restriktiven staatlichen Eingriffen im nationalen oder europäischen Alleingang sind die im internationalen Wettbewerb stehenden deutschen Luftfahrtunternehmen immer im Wettbewerb deutlich benachteiligt und damit dauerhaft nicht lebensfähig», kritisierte Hauptgeschäftsführer Matthias von Randow.

Di, 2015-08-04 18:48
Brüssel (dpa)

Explosion bei Pharmafirma in Belgien verletzt Mann schwer

Brüssel (dpa) - Eine Explosion auf dem Gelände des Pharmaunternehmens Glaxo Smith Kline bei Brüssel hat am Dienstag mindestens einen Mann schwer verletzt. Wie die belgische Nachrichtenagentur Belga meldete, stehen außer dem Schwerzverletzten, der sich in einem kritischen Zustand befand, drei Mitarbeiter unter Schock.

Die Explosion sei in einer Ölheizung geschehen, meldete der Rundfunksender RTBF unter Berufung auf einen Unternehmenssprecher. Es habe einige Materialschäden gegeben, Sicherheit und Funktionalität der Anlage stünden aber nicht infrage. Die Pharmafirma betreibt etwa 20 Kilometer südöstlich von Brüssel in dem Ort Rixensart, der mit der Stadt Winterberg in Nordrhein-Westfalen verschwistert ist, ein Forschungs- und Entwicklungszentrum.

Di, 2015-08-04 17:52
Hannover (dpa)

Kater stirbt in Tierklinik: Besitzer muss trotzdem zahlen

Ein Kater ist krank. In einer Tierklinik wird er behandelt und verendet dennoch. Nun sträubt sich das Herrchen gegen die Kosten. Die Sache landet vor Gericht.

Hannover (dpa) - Ein Katzenbesitzer muss die Behandlung seines Katers namens Gizmo in einer Tierklinik trotz des anschließenden Todes des Tiers bezahlen. Zu diesem Schluss kam die Richterin Catharina Schwind am Dienstag am Amtsgericht Hannover: «Die Dokumentation legt nicht nahe, dass es einen Behandlungs- oder Diagnosefehler gibt.»

Der Tierbesitzer hatte den elf Jahre alten Kater im Mai 2011 in die Tierärztliche Hochschule Hannover gebracht, weil er kaum noch fraß und trank. Zudem habe er seit zwei Tagen keinen Kot mehr abgegeben. Die Ärzte stellten eine hochgradige Blutarmut fest und hatten den Verdacht einer Infektion. Beides wurde mittels Medikamenten und Bluttransfusionen behandelt.

Die Aussichten auf eine erfolgreiche Behandlung schätzte die Klinik aber lediglich auf 20 bis 40 Prozent. Die Bluttransfusionen führten zwar kurzzeitig zu Verbesserungen, doch die Wirkung ließ wieder nach. Anderthalb Wochen später starb Gizmo.

Eine Obduktion ergab eine noch unbekannte Herzerkrankung. Dies hätte die Klinik feststellen und behandeln müssen, argumentierte der Besitzer und weigerte sich, die Behandlung zu bezahlen. Die Richterin kam hingegen zu dem Schluss, dass der Kater zwar an einer Herzerkrankung litt, die Blutarmut aber viel schwerwiegender war. Außerdem sei der Allgemeinzustand des adipösen Katers schlecht gewesen. «Es müsste nachgewiesen werden, dass eine andere Diagnose zu einem anderen Ergebnis geführt hätte», sagte die Richterin.

Eine Einigung der Parteien scheiterte. Der Beklagte hat nun zwei Wochen Zeit, um Einspruch einzulegen.

À la Saison

Königliche Karotte

(Daucus carota subsp. sativus)
Viele Kinder glauben ja, dass Kühe lila sind und Möhren orange. Stimmt aber nicht. Wie ein ehedem unscheinbares Wurzelgemüse zu seinem knalligen Äußeren kam, erzählen wir hier.


 

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Früher war mehr Natur! Alles wuchs wild und frei, wie der Genpool es vorgesehen hatte. Es gab keine Bayers, Syngentas und Monsantos, die Ferkel oder Brokkoli patentieren ließen. Und Kinder glaubten noch nicht, dass Kühe lila sind. So weit, so wahr. Allerdings dachten Kinder auch zu Großmutters Zeiten schon, Möhren seien orange. Ein Irrtum! Karotten gibt es auch in den Farben weiß, gelb, rot und violett,
wie wir vom Wochenmarkt wissen, seit alte Sorten wieder modern sind.

Wilde Vorfahren der Gartenmöhre wurden möglicherweise schon vor 5000 Jahren in Asien kultiviert. Manche Forscher vermuten den Ursprung in Afghanistan, dem Iran, Irak oder Anatolien. Über Spanien und Italien soll die Doldenblütlerin nach Mittel- und Westeuropa gelangt sein. Eine Möhre in Orange wird erstmals 1721 schriftlich erwähnt – und zwar von niederländischen Gartenbauern, die große Karottenzüchter waren. In den Sandböden ihrer Heimat liegen die Wurzeln der orangen Rübe, die von gelben Sorten abstammen soll. Der Legende nach experimentierten königstreue Gärtner aus politischen Gründen mit der Farbskala: Sie wollten Wilhelm von Oranien (französisch: orange, niederländisch: oranje) für den Unabhängigkeitskampf gegen Spanien danken.

Bewiesen ist das ebenso wenig wie die Geschichte, dass Niederländer im Zweiten Weltkrieg zum Ehrentag der Königin mit royalen Rüben um die Häuser zogen. Vermutlich wäre es keinem Besatzer aufgefallen. Schließlich hatten die niederländischen Sorten „Horn“ und „Long Orange“ schon Jahrhunderte zuvor die Rübenzucht der Deutschen unterwandert. Der Name der Möhre geht auf althochdeutsche und slawische Ausdrücke für Wurzel zurück. Mit mehr als 600.000 Tonnen Erntemenge im Jahr ist sie in Deutschland Volksgemüse. Gut so. Denn sie ist die wichtigste heimische Karotinquelle. Der Farbstoff sorgt für einen gesunden Hautton, der Sonnencremes jedoch keineswegs überflüssig macht. Aus Beta-Karotin stellt der Körper Vitamin A her, das für das Sehvermögen wichtig ist. Außerdem enthalten Mohrrüben viele B-Vitamine, Vitamin C, Kalium, Kalzium und Eisen. Sie sind gut für das Immunsystem, wirken harntreibend und blutreinigend. Ihren milden Geschmack verdanken sie ihrem für ein Gemüse recht hohen Zuckergehalt, ätherischen Ölen und Fruchtsäuren.

Die zarten Möhrchen, die jetzt vom Feld kommen, haben eine so dünne Haut, dass man sie nicht schälen muss und roh knabbern kann. Der Körper kann Karotinoide allerdings besser verwerten, wenn Mohrrüben mit etwas Fett gegart werden. Sie sind eine der süßen, erdigen Grundlagen feiner Schmorküche und helfen, schwere Rotweinsoßen zu verfeinern. Die meisten Kinder lieben Möhrengemüse. Erwachsenen ist die Zuckerwurzel solo oft zu monoton.

„Karotten schätzen es, wenn man sie mit Familienmitgliedern zusammenbringt“, empfiehlt der britische Koch Nigel Slater – also mit anderen Doldenblütlern wie Kerbel, Koriander, Kreuzkümmel, Petersilie und Dill. Konsequent als Süßspeise behandeln die Schweizer Rübchen, wenn sie daraus schwere Torten (Rüeblichueche) zaubern – in der Tradition der Römer, die eine carota ebenfalls gerne mal als Dessert verzehrten.

Carota heißt „die Gebrannte“ und deutet auf ein ursprünglich feuerrotes Äußeres hin. Allerdings waren einige der in Asien kultivierten Karotten auch schon blau-blütig, bevor sie auf Holländer trafen, genauer gesagt – lila. Liebe Kinder, die Schokoladenonkels haben sich in der Spezies geirrt. Nicht die Kühe sind lila: It’s the carrot, stupid!

Neu frisch vom Feld gibt's die Karotte ab Juni, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

 

À la Saison

Schlangenmordende Schwarzwurzel

(Scorzonera hispanica)
Die Schwarzwurzel hieß noch im 17. Jahrhundert „Schlangenmord“ oder „Vipergras“. Tatsächlich ist sie eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel

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„Die Wurtzel“ sei „fleischig, saftig und voll Milch“ sowie „süß von Geschmacke, wann sie gesotten worden“, schrieb der französische Chemiker und Arzt Nicolas Lémery 1698 in ein Lexikon. Den Zeitgenossen mochte das gewagt erscheinen. War die Schwarzwurzel doch erst seit kurzem etwas zu Essen. Im Deutschen trug das neue Gemüse die Beinamen „Schlangenmord“ und „Vipergras“, die eher nach Hexenkessel als nach Eintopf klangen.

Schuld war der italienische Botaniker und Mediziner Pietro Andrea Mattioli, der die antike Heilpflanze 1544 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Der kaiserliche Leibarzt verwandte die Wurzel des Korbblütlers nicht nur gegen Wundfieber und Knochenbrüche, sondern auch „wider den Natterbiß“. Er taufte sie Scorzonera hispanica nach ihrem Herkunftsland Spanien und dem Namen einer schwarzen Giftschlange. Außerdem setzte er das Gewächs auch „wider die fallende Seuche, zu den Pocken und für die Pest“ ein, wie Lémery 150 Jahre
später notierte. Sie ist, kurzum, eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel.

„Proletenspargel“ oder „Spargel des armen Mannes“ heißt Mattiolis Zaubergemüse im Volksmund heute. Eine Delikatesse, die hierzulande – außer in Bayern – kaum groß--flächig angebaut wird. Wir importieren sie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, wo man offenbar weiß, was gut ist. In Wahrheit ist der im Inneren elfenbeinfarbene „Winterspargel“ dem Original überlegen, nicht nur was seine Länge von bis zu einem halben Meter angeht. Die kalzium-, eisen-, magnesium- und vitaminreiche Schwarzwurzel gibt es nicht nur mitten in der kalten Jahreszeit, sie ist auch robust, lagerfähig und wird nicht holzig.

Es ist richtig, dass ihre korkige Rinde beim Schälen ohne Handschuhe hässliche Flecken von großer Haltbarkeit in die Haut gerbt. Und es stimmt, dass ihr milchiger Saft klebt wie Pattex, wenn man sie – Tipp aus dem Kochbuch – erst nach dem Garen häutet. Und damit sie nicht braun anläuft, gehören etwas Zitrone und Milch ins Kochwasser. Ja, die Zubereitung der Scorzonera ist eine Zumutung. Genau das macht sie zur „alten Sorte“ und – einige Jahre nach ihrer nordamerikanischen Schwester Topinambur – zur zumindest unter Spitzenköchen wiederentdeckten Rarität.

Sei es, dass der Kopenhagener René Redzepi sie im Restaurant Noma mit Gotland-Trüffeln als Hors d’œuvre anrichtet, der spanische Molekularkoch Ferran Adrià sie zu Steinbutt serviert oder in einem Berner Grandhotel das Steak auf „seinem Bett von Schwarzwurzelragout“ kommt – sie harmoniert. Anders als der geltungssüchtige Spargel kann, aber muss sie kein Solo auf dem Teller spielen. Ganz gleich ob die Sorte „Hoffmanns Schwarzer Pfahl“, „Schwarzer Peter“ oder „Russischer Riese“ heißt – in der Schwarzwurzel verbindet sich das Beste (unbittere) des Spargels mit zarten Nussaromen und winterlicher Erdigkeit. Besonders gut schmeckt sie zu zerlassener Butter und gerösteten Semmelbröseln. Aber auch mit Béchamelsoße oder im Soufflé und selbst roh in den Salat geraspelt ist sie ein Genuss.

In Sachen Pest hat Mattioli die Wunderwurzel aber zweifellos überschätzt. Der Gelehrte starb 1577 am „Schwarzen Tod“ – und das vermutlich nicht, weil gerade keine Schwarzwurzel zur Hand war.

Neu frisch vom Feld gibt's die Schwarzwurzel ab Oktober, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Krautiger Kohlrabi

(Brassica oleracea var. gongylodes)
Ob das deutscheste aller Gemüse wirklich aus Deutschland kommt, liegt – ehrlich gesagt – im Dunkeln. Erfahren Sie mehr über dieses und weitere Geheimnisse aus der Kulturgeschichte des Kohlrabi.

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Es ist ein Irrtum, dass es sich beim deutschesten aller Gemüse um Weißkohl alias Sauerkraut handelt. Zwar hat die vergorene Spezialität den Deutschen in England den Spottnamen Krauts eingetragen, aber fragen Sie mal einen Russen, Ungarn, Japaner, Niederländer, Dänen, Schweden, Franzosen oder Briten, was Kohlrabi in seiner Sprache heißt. Die Antwort mag ka, karalábé, koolrabi, kaalrabi, kålrabbi, colrave oder kohlrabi lauten, phonetisch ist das Ergebnis das gleiche: Die Welt spricht Kohlrabi. Krautiger wird’s nimmer.

Ist es Begeisterung über den süßen, leicht nussigen, dezenten Kohlgeschmack, die Menschen zwischen Washington und Tokio veranlasst, die komisch klingende Knolle im Munde zu führen? Mitnichten. Nur das Wort, nicht das Gemüse kommt ihnen über die Lippen. Kohlrabi ist so deutsch, dass vor allem die Deutschen ihn essen. 40.000 Tonnen im Jahr wachsen hier, und weil das noch zu wenig ist, bauen auch die Niederlande, Polen und Frankreich den Kreuzblütler an – für den Export.

Im Gegensatz zu Weiß- oder Blumenkohl, bei denen Blätter oder Blütenstand verzehrt werden, verdickt sich beim Kohlrabi der untere Teil der oberirdischen Sprossachse und liegt grünweiß oder blauviolett auf der Erdkrume. Innen sind alle Kohlrabis hell. Die größte Sorte heißt „Superschmelz“ und kann – ohne holzig zu werden – zur Größe eines Kohlkopfs anwachsen. Und der einzige Speck, der auch Vegetariern schmeckt, dürfte „Blauer Speck“ sein.

In Wirklichkeit enthält Kohlrabi neben viel Wasser, etwas Zucker und Eiweiß nur 0,1 Prozent Fett. In Deutschland wurde die Knolle im 16. Jahrhundert erstmals erwähnt. Sie war ein Star der Barockküche – beispielsweise in Leipzig, wo sie dem Allerlei den letzten Schliff gab. Das Original hat übrigens nichts mit Erbsen-Möhren-Spargel-Dosenmatsch zu tun, sondern ist ein knackiger Genuss, der – serviert mit heller Soße und luftigen Semmelklößchen – auch Blumenkohl, Morcheln und Flusskrebsschwänze vereint.

Ein Festmahl, das noch nicht ganz vergessen war, als Kurt Tucholskys Alter Ego Peter Panter sich 1928 in einem Speiselokal über breiiges Gemüse beschwerte und die Bedienung antwortete: „Da müssen Sie mal zu meiner Mutter kommen, Herr Panter, die kocht Ihnen ein Leipziger Allerlei ...“ – „Liebe gnädige Frau, es ist so nett von Ihnen ... Aber alle Leute können doch nicht bei Ihrer Mama essen!“

Kohlrabi passt gut zu Rahmsoßen, die auch mal mit Safran oder Chili gewürzt sein dürfen. Am besten gart man ihn im Ganzen und schält und teilt ihn hinterher, damit Aroma und Nährstoffe besser erhalten bleiben: Selen, Senföle und viel Vitamin C stärken das Immunsystem. Roh harmoniert Kohlrabi mit Nüssen, Ziegenkäse, Lachs und Äpfeln. Sein Kraut gehört nicht in den Kompost, denn es enthält viele Mineralien, Karotin, B-Vitamine und Eiweiß. Die zarten Herzblätter schmecken gut in Salat und Suppe oder als Hauptgericht: In Südeuropa bereitet man aus ihrem Grün vegetarische Rouladen oder „Spinat“ zu.

Südeuropa?! Ob das vermeintlich deutsche Gemüse auch aus der Region stammt, in der es so gerne verspeist wird, liegt – um ehrlich zu sein – im Dunkeln. Es könnte genausogut ein Nachfahre des pompejanischen Kohls sein, den der Römer Plinius kurz nach der Zeitenwende beschrieb. Grimms Wörterbuch vermerkte im 19.Jahrhundert, der Begriff Kohlrabi sei „merkwürdig durch seine Gestalt, halb deutsch halb italienisch“. Klar ist: Italien spricht nicht kohlrabisch. Der inoffizielle Kulturbotschafter der Krauts heißt dort cavolo rapa, Kohlrübe.

Neu frisch aus dem Gewächshaus gibt's Kohlrabi ab April, frisch vom Feld im Mai.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen


In jeder Ausagebe des Greenpeace Magazins berichten wir über die Kulturgeschichte von Obst und Gemüse. Unsere neue Ausgabe erhalten Sie am Bahnhofskiosk, in unserem Warenhaus und für nur 33,50€ im Jahresabo

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Di, 2015-08-04 17:27
Hannover (dpa)

Nach Tod in Tierklinik: Herrchen muss Behandlung trotzdem zahlen

Hannover (dpa) - Kater Gizmo starb in einer Tierklinik, der Besitzer muss die Behandlungskosten in Höhe von fast 1500 Euro trotzdem zahlen. «Die Dokumentation legt nicht nahe, dass es einen Behandlungs- oder Diagnosefehler gibt», sagte die Richterin Catharina Schwind am Dienstag am Amtsgericht Hannover zur Begründung ihres Urteils.

Der Tierbesitzer hatte den elf Jahre alten Kater im Mai 2011 in die Tierärztliche Hochschule Hannover gebracht, weil er nicht mehr viel gefressen und getrunken hatte. Die Ärzte stellten eine hochgradige Blutarmut fest und der Kater bekam Bluttransfusionen. Anderthalb Wochen später starb er trotzdem.

Eine Obduktion ergab eine noch nicht bekannte Herzerkrankung. Dies hätte der Klinik auffallen müssen, argumentiert der Besitzer und wollte die Kosten der Behandlung deswegen nicht tragen. Die Richterin kam hingegen zu dem Schluss, dass der Kater zwar an einer Herzerkrankung litt, die Blutarmut aber viel schwerwiegender war.

Eine Einigung der Parteien scheiterte. Der Beklagte hat nun zwei Wochen Zeit Einspruch einzulegen.

Di, 2015-08-04 17:16
Mannheim (dpa)

Tumult in Flüchtlingsunterkunft wegen Wassermangels

Mannheim (dpa) - In einer Flüchtlingsunterkunft in Mannheim ist es am Dienstag zu Tumulten gekommen, nachdem drei Männer bei der Wasserausgabe leer ausgegangen waren. Die Männer protestierten nach Polizeiangaben. Ihnen schlossen sich rund 200 Menschen an, die von Mitarbeitern der Unterkunft Getränke forderten. Dabei wurde versucht, ein Getränkelager aufzubrechen. Rund 50 Polizisten waren mit zwei Pferden im Einsatz, um die Lage zu beruhigen. Zwei der Männer wurden festgenommen, der dritte entkam zunächst. Verletzt wurde niemand.

Bei der Getränkeausgabe stand nach Angaben des Regierungspräsidiums Karlsruhe nicht genügend Wasser bereit. Die Männer erhalten regulär zwei Liter Wasser pro Tag, bei Hitze auch mehr. «Eine Knappheit darf in der Form nicht vorkommen», sagte ein Sprecher. Man habe geklärt, dass es das künftig nicht mehr geben werde. Nach 30 Minuten hätten Ersatzgetränke angeboten werden können.

Di, 2015-08-04 16:55
München/Stuttgart (dpa)

Mercedes Etappensieger in der Oberklasse - Herausforderung China Von Roland Losch, dpa

In den nächsten Jahren an BMW vorbeizuziehen und die Nummer eins zu werden - dieses Ziel haben Audi und Mercedes immer wieder bekräftigt. Aber die Entwicklung in China hat vieles durcheinandergewirbelt. Plötzlich stehen ganz andere Fragen auf der Tagesordnung.

München/Stuttgart (dpa) - Zum Amtsantritt des neuen BMW-Chefs Harald Krüger hatte Audi-Chef Rupert Stadler ihn willkommen geheißen «zum sportlichen Wettstreit» - und keck erklärt: «Einer von beiden wird die Nase vorn haben.» Ein Vierteljahr später sieht das Rennen der Autobauer um die Krone im Oberklasse-Segment aber ganz anders aus: BMW und Verfolger Audi verlieren beide an Tempo, während Mercedes mit Vollgas auf die Überholspur zieht. Ein Grund: das China-Geschäft.

Wie laufen die Geschäfte von BMW, Audi und Mercedes?

Die Verkündung von Rekordzahlen ist für die drei Autokonzerne fast schon zur Routine geworden. Die gute Nachricht vorweg: Alle drei steuern auch dieses Jahr auf neue Bestmarken bei Verkäufen, Umsatz und Gewinn zu und schaffen neue Arbeitsplätze, auch in Deutschland.

Wie lief es im ersten Halbjahr?

Sehr unterschiedlich. Audi legte beim Verkauf um 4 Prozent zu, BMW um 8 Prozent, Mercedes um 16 Prozent. Damit hat BMW in puncto Absatz mit 1,1 Millionen Autos die Nase vorn, Audi und Mercedes folgen fast gleichauf mit rund 900 000 Autos. Einschließlich verkaufter Lamborghini- und VW-Modelle setzte Audi 1,0 Millionen Autos ab, Mercedes kam einschließlich Smart-Verkäufe auf 960 000 Fahrzeuge. Aber beim Gewinn ist Mercedes klare Nummer eins, mit einer Umsatzrendite von 10,0 Prozent im Autogeschäft und einem Betriebsergebnis von 4,1 Milliarden Euro. Die BMW-Rendite sank dagegen auf 8,9 Prozent, das Betriebsergebnis im reinen Autobereich sank auf 3,6 Milliarden Euro. Die VW-Tochter Audi kam auf 9,8 Prozent Rendite und auf ein operatives Ergebnis von 2,9 Milliarden Euro.

Warum diese Unterschiede?

Mercedes ist mit einer neuen Modellpalette auf dem Markt und hat in China seine Löcher im Händlernetz inzwischen gestopft. Bei Audi steht der wichtige A4 noch in den Startlöchern, bei BMW das Flaggschiff, der 7er. BMW verkauft derzeit mehr Minis und kleine BMWs wie den neuen 2er-Van, die weniger Profit abwerfen als die großen Modelle. Entwicklungskosten sowie Milliarden-Investitionen in neue Werke und Technologien belasten. Audi verkauft jedes dritte Auto in China, BMW und Mercedes jedes fünfte - dort sind die Gewinnspannen doppelt so hoch wie im Rest der Welt, wie die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) erklärt. Dafür ist Audi auf dem boomenden US-Markt viel schwächer als die Konkurrenten aus München und Stuttgart.

Warum ist China so wichtig?

Bei den Bilanz-Pressekonferenzen von BMW, Audi und Mercedes war China das Hauptthema. Die Volksrepublik hatte 2009 die USA als größten Automarkt der Welt überholt und wuchs zweistellig - bislang. Jetzt wächst der Automarkt nur noch einstellig. Trotzdem haben BMW, Audi und Mercedes zusammen dort im ersten Halbjahr 670 000 Autos verkauft.

Was bremst die Nachfrage in China?

Die Wirtschaft wächst nicht mehr so extrem, die Immobilienpreise sind gesunken, der Börseneinbruch hat viele Anleger Geld gekostet. Eine Anti-Korruptions-Kampagne dämpft die Nachfrage nach Premium-Autos - der Briefumschlag vom Chef mit Bargeld für den Autokauf als Bonus ist seltener geworden, wie es bei einem Konzern heißt. Funktionäre wurden aufgefordert, mehr Fahrzeuge aus heimischer Produktion zu kaufen. Staus plagen die Städte - Peking, Schanghai und andere beschränken die Zulassung neuer Autos. Viele Kunden verschieben den Kauf, andere fordern Rabatte - das belastet Absatz und Gewinn der Autokonzerne.

Ist der chinesische Traum für die Autobauer damit beendet?

Der Absatz von Audi und BMW ist dort im Juni gesunken, Audi hat seine Jahresprognose wegen China leicht nach unten korrigiert, und BMW-Chef Krüger sieht noch «keine zusätzlichen Nachfrage-Impulse - eher das Gegenteil». Die Normalisierung in China verlaufe schneller als erwartet, erklärte BMW-Finanzchef Friedrich Eichiner.

Was macht Hoffnung?

Die chinesische Wirtschaft und die Autonachfrage schrumpfen nicht - sie wachsen derzeit nur viel langsamer als bisher. In China besitzen nur rund 80 von 1000 Einwohnern ein Fahrzeug. Und die meisten Chinesen zahlen ihr Auto bisher bar, nur ein Viertel kauft auf Pump. In Deutschland ist es umgekehrt, in den USA nehmen laut LBBW sogar 85 Prozent der Käufer einen Autokredit in Anspruch. Auch hier haben die Konzerne noch viel Spielraum - und eine weitere Verdienstmöglichkeit.

Was sind die Kostentreiber für die Autokonzerne?

Die Modellpaletten werden immer größer. BMW, Audi und Mercedes haben zusammen aktuell über 100 Modelle im Angebot. Im Durchschnitt alle sieben Jahre wird ein Modell erneuert - und zur Halbzeit wird es oft mit einem Facelift überarbeitet. Wegen Klimaschutz-Vorgaben müssen die Autos leichter, die Benzin- und Dieselmotoren sparsamer und zudem Elektromotoren als alternative Antriebe entwickelt und gebaut werden. Auch die Digitalisierung schreitet voran - Käufer erwarten heute Head-up-Displays, Fahrassistenten und das vernetzte Auto. Zudem investieren die Konzerne Milliarden in neue Werke. Und sie stellen neue Mitarbeiter ein - in Deutschland mehrere tausend allein 2015.

Di, 2015-08-04 17:51
Hannover (dpa)

Kater stirbt in Tierklinik: Besitzer muss trotzdem zahlen

Ein Kater ist krank. In einer Tierklinik wird er behandelt und verendet dennoch. Nun sträubt sich das Herrchen gegen die Kosten. Die Sache landet vor Gericht.

Hannover (dpa) - Ein Katzenbesitzer muss die Behandlung seines Katers namens Gizmo in einer Tierklinik trotz des anschließenden Todes des Tiers bezahlen. Zu diesem Schluss kam die Richterin Catharina Schwind am Dienstag am Amtsgericht Hannover: «Die Dokumentation legt nicht nahe, dass es einen Behandlungs- oder Diagnosefehler gibt.»

Der Tierbesitzer hatte den elf Jahre alten Kater im Mai 2011 in die Tierärztliche Hochschule Hannover gebracht, weil er kaum noch fraß und trank. Zudem habe er seit zwei Tagen keinen Kot mehr abgegeben. Die Ärzte stellten eine hochgradige Blutarmut fest und hatten den Verdacht einer Infektion. Beides wurde mittels Medikamenten und Bluttransfusionen behandelt.

Die Aussichten auf eine erfolgreiche Behandlung schätzte die Klinik aber lediglich auf 20 bis 40 Prozent. Die Bluttransfusionen führten zwar kurzzeitig zu Verbesserungen, doch die Wirkung ließ wieder nach. Anderthalb Wochen später starb Gizmo.

Eine Obduktion ergab eine noch unbekannte Herzerkrankung. Dies hätte die Klinik feststellen und behandeln müssen, argumentierte der Besitzer und weigerte sich, die Behandlung zu bezahlen. Die Richterin kam hingegen zu dem Schluss, dass der Kater zwar an einer Herzerkrankung litt, die Blutarmut aber viel schwerwiegender war. Außerdem sei der Allgemeinzustand des adipösen Katers schlecht gewesen. «Es müsste nachgewiesen werden, dass eine andere Diagnose zu einem anderen Ergebnis geführt hätte», sagte die Richterin.

Eine Einigung der Parteien scheiterte. Der Beklagte hat nun zwei Wochen Zeit, um Einspruch einzulegen.

Di, 2015-08-04 17:01
Moskau (dpa) 

Russland schränkt Einfuhr von Blumen aus Niederlanden ein

Moskau (dpa) - Russland will Blumen aus den Niederlanden künftig nur noch nach einer Laboruntersuchung über die Grenze liefern lassen. Niederländische Schnittblumen müssten vom 10. August an vor der Einfuhr zunächst von Experten überprüft werden, teilte die Agraraufsicht in Moskau am Dienstag mit. Auf Bedenken der russischen Behörden über Gesundheitsstandards habe die Regierung in Den Haag nicht reagiert.

Niederländische Medien hatten bereits Ende Juli berichtet, dass Russland einen Importstopp für Schnittblumen plane. Sie brachten den Fall mit den schleppenden Ermittlungen zum Abschuss des malaysischen Passagierflugs MH17 über der Ostukraine in Verbindung. Russland wolle Druck auf die Niederlande machen, hieß es.

Den Haag leitet die Untersuchung des Unglücks, bei dem im vergangenen Jahr 298 Menschen ums Leben gekommen waren - die meisten von ihnen Niederländer. Erst vergangene Woche hatte Russland die Schaffung eines UN-Tribunals zu dem Fall mit einem Veto im Weltsicherheitsrat verhindert. Die Ukraine und Russland machen sich gegenseitig für den Abschuss verantwortlich.

Di, 2015-08-04 17:31
Lancaster (dpa)

Zirkuszelt bricht zusammen - Zwei Tote und Dutzende Verletzte

Lancaster (dpa) - Heftige Stürme haben im US-Staat New Hampshire ein Zirkuszelt während einer Vorführung zum Einsturz gebracht. Ein Vater und seine zweijährige Tochter starben, 32 Menschen wurden in Krankenhäusern behandelt, wie der staatliche Brandschützer William Degnan am Dienstag in der Stadt Lancaster mitteilte.

Es werde nun untersucht, ob das Zelt den Sicherheitsstandards entsprach und ob die Show rechtzeitig vorher hätte abgebrochen werden können. Nach Degnans Angaben hatte der nationale Wetterdienst 17 Minuten vor dem Vorfall eine Sturmwarnung ausgegeben, von der die Veranstalter aber möglicherweise nichts wussten.

Den Angaben zufolge riss eine Sturmböe mit einer Geschwindigkeit von fast 100 Stundenkilometern am späten Montagnachmittag (Ortszeit) das Zelt aus seiner Verankerung. Dann stürzte es auf die etwa 100 Zuschauer.

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Di, 2015-08-04 17:06
Potsdam (dpa)

Hitze gefährdet Bäume aus Zeit von Friedrich II. in Sanssouci

Potsdam (dpa) - Der Schlosspark von Potsdam-Sanssouci leidet unter Hitze und Trockenheit. «Für Pflanzen und Grünflächen ist das Wetter purer Stress», sagte der Sprecher der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Frank Kallensee, am Dienstag. Der Wassermangel mache die Gewächse anfälliger für Schädlinge und Krankheiten. «Die Gärtner kümmern sich derzeit fast nur um die Bewässerung.» Besondere Fürsorge gelte Neuanpflanzungen.

Schäden und erste Verluste seien im Unesco-Kulturerbe jedoch kaum noch zu übersehen, bemerkte der Sprecher. So starben zahlreiche Pfeifensträucher ab, die sonst von Mai bis Juli blühen. Auch Eiben, Eschen, Buchen und Ulmen wuchsen nur geringfügig. Die Fachleute sorgten sich um jahrhundertealte Bäume, viele davon aus der Zeit von Preußenkönig Friedrich II. (1712-1786).

Das trockene Frühjahr und der trockene Frühsommer begünstigten laut Kallensee auch Schädlinge. «Den Kastanien sieht man den Befall durch die Miniermotte an.» Platanen wiederum litten an der Massariakrankheit, einem bei Hitze auftretenden Pilz, der die Rinde absterben lässt. Auch bei Buchsbäumen wurde Pilzbefall gemeldet.

Di, 2015-08-04 17:07
Berlin (dpa)

An der Tonne top, im Verkehr ein Flop - Die Deutschen und die Umwelt

Berlin (dpa) - Bei der Mülltrennung zählen die Deutschen zu den Spitzenreitern in Europa. Doch nicht überall ist das Land so vorbildlich: Besonders düster sieht die Lage beispielsweise in den mit Dünger verschmutzten Flüssen und Bächen aus. Das zeigen die am Dienstag vom Umweltbundesamt vorgelegten Daten. Auch ein Blick auf die Straßen trübt das Bild der umweltfreundlichen Deutschen: «Im Verkehrssektor muss dringend mehr passieren», sagte die Präsidentin des Umweltbundesamtes, Maria Krautzberger. Wie haben es die Deutschen mit der Umwelt? Eine paar Ergebnisse:

VERKEHR: Der Verkehr verursacht derzeit rund 18 Prozent der Treibhausgasemissionen in Deutschland. Es ist der einzige Sektor, in dem die umweltschädlichen Ausstöße im Vergleich zu 1990 sogar noch gestiegen sind - um 0,6 Prozent bis 2014. Zwischen 2000 und 2013 ist der Güterverkehr auf der Straße um rund 31 Prozent gestiegen.

BADESEEN: Hier schaut es nicht schlecht aus: 98 Prozent der deutschen Badegewässer erfüllten 2014 den Angaben zufolge die Anforderungen der EU-Richtlinie.

FLÜSSE UND BÄCHE: Dagegen lässt der ökologische Zustand vieler Flüsse und Bäche in Deutschland zu wünschen übrig: Nur zehn Prozent der natürlichen deutschen Fließgewässer erreichen nach den EU-Richtlinien das Prädikat «gut». Tiere und Pflanzen leiden vor allem unter dem Stickstoff aus dem Dünger der Landwirtschaft.

DÜNGER: Der Stickstoff gelangt durch zu viel Dünger in Flüsse und Seen. Algenwachstum und zu wenig Sauerstoff sind dort die Folge.

ROHSTOFFE: Beim effizienten und sparsamen Einsatz von Rohstoffen ist noch Luft nach oben. Das Ziel, die Ressourcenproduktivität bis zum Jahr 2020 gegenüber 1994 zu verdoppeln, ist laut Umweltbundesamt erst gut zur Hälfte erreicht.

RECYCLING: EU-weit gehören die Deutschen beim Recycling zu den Spitzenreitern: 70 Prozent aller Abfälle werden den Angaben zufolge hierzulande recycelt. «Es reicht aber nicht aus, möglichst viele Wertstoffe zu sammeln und hochwertig zu recyceln. Besser ist, Abfälle gar nicht entstehen zu lassen», UBA-Präsidentin Krautzberger. Geräte sollten so konstruiert sein, dass sie lange halten und einfach zu reparieren sind.

Di, 2015-08-04 17:41
Brüssel/Istanbul (dpa)

EU tief besorgt über Entwicklungen in der Türkei - neue Anschläge

Der wieder aufgeflammte Kurdenkonflikt in der Türkei fordert immer mehr Opfer - die Sicherheitskräfte haben diesmal gleich bei zwei Anschlägen Tote zu beklagen. In der EU wächst die Sorge.

Brüssel/Istanbul (dpa) - Die eskalierende Gewalt zwischen kurdischen Kämpfern und türkischem Militär sorgt in der Europäischen Union zunehmend für Beunruhigung. In einem Gespräch mit dem türkischen EU-Minister Volkan Bozkir brachte EU-Kommissar Johannes Hahn die «tiefe Besorgnis der EU über die jüngsten Entwicklungen» zum Ausdruck. Diese hätten negative Auswirkungen auf den Friedensprozess mit den Kurden.

Die EU erkenne an, dass die Türkei ein Recht darauf habe, auf Terrorismus zu reagieren, hieß es in der Stellungnahme vom Dienstag. Die Antwort müsse allerdings angemessen und zielorientiert sein und dürfe nicht den demokratischen politischen Dialog im Land gefährden.

Die Gewalt dauerte an. Bei zwei Anschlägen in der südosttürkischen Provinz Sirnak seien am Dienstag insgesamt drei Angehörige der Sicherheitskräfte getötet und ebenso viele verletzt worden, teilte das Militär mit. Die Armee machte eine «separatistische Terrororganisation» verantwortlich, womit in der Türkei die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK umschrieben wird. Bei weiteren Anschlägen im Südosten wurden ein achtjähriges Mädchen und ein Polizist verletzt, wie die Nachrichtenagentur DHA meldete.

Die Lage in der Türkei eskaliert seit einem Selbstmordanschlag in der südosttürkischen Stadt Suruc am 20. Juli, der der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) angelastet wurde. Dabei kamen 32 Menschen ums Leben.

Nach dem Selbstmordattentat ermordeten PKK-Kämpfer zwei türkische Polizisten in Suruc, die sie der Kollaboration mit dem IS beschuldigten. Seitdem wurden bei Anschlägen und Gefechten in der Türkei mindestens 24 Menschen getötet, die meisten davon Sicherheitskräfte.

Zusätzlich kamen zahlreiche Menschen bei türkischen Luftangriffen auf PKK-Stellungen im Nordirak ums Leben. Die türkischen Streitkräfte flogen zwar auch vereinzelte Angriffe gegen den IS, das militärische Vorgehen konzentriert sich aber auf die PKK.

Geht doch!

Drohnen als Förster

Unbemannte Flugkörper sollen pro Jahr weltweit eine Milliarde Bäume pflanzen

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Jährlich werden auf der Erde rund 26 Milliarden Bäume gefällt. Der ehemalige Nasa-Ingenieur Lauren Fletcher nimmt den Kampf gegen die globale Entwaldung auf. Um den Schwund wettzumachen, entwickelte seine in Oxford ansässige, gemeinnützige Firma Bio Carbon Engineering eine innovative Drohne. Diese scannt auch unzugängliche Gegenden, kartografiert baumlose Regionen und bestimmt die Bodenart. Zusammen mit Ökologen entscheidet das Unternehmen, welche Bäume wo gepflanzt werden. Dann wird der Flugkörper ein zweites Mal losgeschickt. Per Druckluft schießt er kleine Saatgut-Kapseln in den Boden. Die Kapseln sind biologisch abbaubar und schützen das keimende Saatgut in der ersten Zeit. „Der industriellen Waldvernichtung können wir nur mit industrieller Aufforstung begegnen“, ist Fletcher überzeugt. Das Projekt befindet sich in der Entwicklungsphase, erste Tests sind im Laufe des Jahres geplant. Obwohl dem britischen Start-up noch Investoren fehlen, hofft Fletcher, dass die Firma schon bald Regierungen für Aufforstungsprojekte begeistern und jedes Jahr eine Milliarde Bäume pflanzen kann.
biocarbonengineering.com

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Frankreich
Mit einem Ende Mai verabschiedeten Gesetz will die französische Nationalversammlung die Verschwendung von Lebensmitteln eindämmen: Große Supermärkte werden verpflichtet, überschüssige Produkte künftig an gemeinnützige Einrichtungen zu spenden. Für Menschen ungeeignete Reste können laut Beschluss des Parlaments auch kompostiert oder als Tierfutter verwendet werden. Dabei wandern in Frankreich pro Person und Jahr „nur“
bis zu 30 Kilogramm ungenutzt in den Müll. Hierzulande fallen pro Kopf und Jahr rund 82 Kilo Essensabfälle an.
 

Münster
Seit 1989 dürfen in Münster auf kommunalen Flächen der westfälischen Stadt keine Pestizide mehr eingesetzt werden. Sprießendes Unkraut wird mit Heißluftwalzen oder Wildkrautbürsten entfernt. Diese Verfahren sind zwar aufwendiger und teurer, aber giftfrei. Dank einer Beratung durch den BUND verzichten inzwischen etliche Kommunen auf Pestizide. Dem Vorreiter Münster folgten zum Beispiel Saarbrücken, Tübingen und Bielefeld.
bund.net/pestizidfrei

Berlin
Heimischen Dünger stellen die Berliner Wasserwerke her, indem sie Phosphat aus Klärschlamm zurückgewinnen. Der Wasserversorger verkauft das recycelte Düngemittel unter dem Namen „Berliner Pflanze“ an Landwirte. Das Verfahren haben sich die Ingenieure patentieren lassen. Es dürfte weltweit auf Nachfrage stoßen, denn die globalen Phosphatvorräte gehen zur Neige.
bwb.de/berlinerpflanze
 

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

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Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

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Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

Geht doch!

Styropor „To Go“

USA Mehr als 70 Städte verbieten aufgeschäumtes Plastik. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt den Kampf mit dem Müll auf.

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Ab Juli verbannt er Einwegbecher, -teller und andere Behältnisse aus Styropor. Auch Verpackungsfüllmaterial aus Schaumstoff darf dann nicht mehr verwendet werden. Laut Abfallbehörde hat sich eine Wiederverwertung ökologisch und ökonomisch als nicht sinnvoll erwiesen. Jedes Jahr hat die Müllabfuhr in der Metropole fast 30.000 Tonnen Abfall aus aufgeschäumtem Polystyrol eingesammelt, der Großteil stammt aus der Gastronomie. „Diese Produkte verursachen reale Umweltschäden“, sagt de Blasio. Sein Appell fruchtet auch bei Behörden: Ab Sommer sollen Styroporbehälter aus Schulkantinen verschwinden. Warum das Essen künftig auf kompostierbaren statt auf Keramiktellern serviert wird, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Schon mehr als 70 US-Städte, darunter Washington, San Francisco, Oakland und Seattle, haben sich vom Einwegplastik losgesagt. In Deutschland dagegen wird der biologisch nicht abbaubare Schaumstoff weiterhin großflächig eingesetzt: nicht nur für Fastfood-Verpackungen, sondern auch für die Wärmedämmung von Gebäuden.
Illustration: Christoph Niemann

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Grenoble: Bäume statt Werbung
Die französische Alpenstadt will die erste werbefreie Stadt Europas werden: Der grüne Bürgermeister Éric Piolle hat alle Reklameverträge gekündigt. Wo bisher freie Sicht auf riesige Plakate herrschen musste, will er Bäume pflanzen lassen. Den Verzicht auf die optische Umweltverschmutzung lässt sich die Stadt jährlich 150.000 Euro kosten – so viel hat Grenoble bisher durch vermietete Werbeflächen pro Jahr eingenommen. Bislang verbietet nur eine Stadt Werbung im öffentlichen Raum: São Paulo in Brasilien, und das schon seit 2010.

Frankreich: Zu schnell kaputt
Mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe will Frankreich eingebaute Fehler, die zum vorzeitigen Verschleiß von langlebigen Verbrauchsgütern führen, als Betrug ahnden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist auf dem Weg. Niedersachsen will solche Art der Verbrauchertäuschung auch nicht hinnehmen. Landesverbraucherschutzminister Christian Meyer erwägt eine Verlängerung der Garantie bei bestimmten Produkten.

Hamburg: Steckdose für Cruiser
Die Bewohner des Elbufers können ein wenig aufatmen: Im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe werden ab diesem Sommer mit erneuerbarem Landstrom versorgt und können die luftverpestenden Dieselmotoren abstellen. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern, dass in Zukunft auch Containerschiffe zum Anschluss an den sauberen Landstrom verpflichtet werden.
 

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Di, 2015-08-04 16:56
Teheran (dpa)

Assads letzte Verbündete beraten über Beilegung des Syrien-Konflikts

Teheran (dpa) - Der Iran, Syrien sowie Russland verhandeln über eine diplomatische Lösung des Syrien-Konfliktes. Der Iran sowie Russland zählen zu den letzten verbliebenen Verbündeten des Regimes von Syriens Machthaber Baschar al-Assad. Wie die Nachrichtenagentur Fars am Dienstag weiter mitteilte, wollen die Außenminister des Irans und Syriens, Mohammed Dschawad Sarif und Walid al-Muallim, sowie der russische Vizeaußenminister und Nahostbeauftragte Michail Bogdanow ihre Gespräche am Mittwoch fortsetzen.

Der Iran hat wiederholt davor gewarnt, dass ein Sturz der Regierung in Damaskus den Weg für die Terrormiliz Islamischer Staat und andere Terrorgruppen ebnen würde.  

Der Moskauer Tageszeitung «Kommersant» zufolge strebt Russland eine neue internationale Koalition gegen den Islamischen Staat (IS) an. Demnach soll ein Plan von Kremlchef Wladimir Putin eine «Koalition der Gleichgesinnten» unter Teilnahme der syrischen und der irakischen Armee sowie von Kurden und Anrainerländern vorsehen - mit einem Mandat des Weltsicherheitsrats. US-Außenminister John Kerry habe den Vorschlag zurückhaltend aufgenommen, berichtete das Blatt.

Kerry hatte am Montag mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow versucht, eine gemeinsame Linie in der Syrien-Krise zu finden. Aus Sicht der USA hat die Brutalität des Regimes von Syriens Machthaber Baschar al-Assad gegen die eigene Bevölkerung die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) und die Anwesenheit von ausländischen Kämpfern in Syrien gefördert. Für Assad sei kein Platz in einem künftigen Syrien, sagte Kerry.

Di, 2015-08-04 16:29
Francisco (dpa)

Feuer springt über Highway - Rückschlag in Kalifornien

An den Feuerfronten in Kalifornien ist keine Entspannung in Sicht. Ganz im Gegenteil. Ein Brand bei San Francisco frisst sich in knochentrockenem Wald-und Buschland rapide voran. Sprühende Funken lösen immer neue Feuerherde aus.

San Francisco (dpa) - Die Feuerwehr in Kalifornien hat einen Rückschlag erlitten: Ein heftiger Busch- und Waldbrand bei San Francisco breitet sich ungeachtet aller Löschversuche weiter aus. Das Feuer sprang am Montagabend (Ortszeit) über einen Highway, der Brandbekämpfern bisher als Schneise gedient hatte, wie der «San Francisco Chronicle» berichtete.

Das sogenannte Rocky Fire rund 160 Kilometer nördlich der Küstenmetropole hat schon ungefähr 250 Quadratkilometer Wald- und Buschland vernichtet. Etwa 13 000 Menschen flohen aus ihren Häusern. Der Brand ist der größte von 21 Feuern, die zurzeit im dürregeplagten US-Westküstenstaat lodern, und war am Dienstagmorgen (Ortszeit) erst zu 12 Prozent eingedämmt.

Am Montagnachmittag hatten etwas kühlere Temperaturen und nachlassender Wind den etwa 3000 eingesetzten Feuerwehrleuten zunächst geholfen, den Brand bei San Francisco in Schach zu halten. Dann änderte sich dem «Chronicle» zufolge die Windrichtung plötzlich. Funken seien über die Köpfe der Brandbekämpfer auf die andere Seite des Highways geflogen und hätten im Nu das knochentrockene Gras in Flammen gesetzt.

«Es gab zu viele Feuerstellen, um damit mithalten zu können», zitierte die Zeitung Carl Schwettmann von der kalifornischen Waldbehörde. Angesichts der extremen Trockenheit fräßen sich die Flammen mit hoher Geschwindigkeit voran.

Di, 2015-08-04 16:18
Genf (dpa)

UNHCR-Direktor: «Wirtschaftsmigranten» blockieren Asylsysteme

Weltweit fliehen immer mehr Menschen vor Gewalt und Verfolgung. Gleichzeitig hoffen auch etliche Menschen aus ärmeren Staaten auf eine Zukunft etwa in Mitteleuropa. Der Europa-Direktor des UN-Flüchtlingshilfswerks plädiert für effizientere Asylsysteme.

Genf (dpa) - «Wirtschaftsmigranten», die kaum Chancen auf Asyl haben, sollten nach Ansicht des Europa-Direktors des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) schneller in ihre Herkunftsländer zurückgebracht werden. «Es braucht faire und effiziente Systeme, die Asylanträge schnell bearbeiten und nicht schutzbedürftige Menschen zurückschaffen», sagte Vincent Cochetel im Interview der Deutschen Presse-Agentur.

In Deutschland sei dies etwa ein Problem. «Nur wenige europäische Länder haben in den vergangenen zwei Jahren so viel getan wie Deutschland», sagte Cochetel. «Viele Asylsuchende aus dem Balkan blockieren aber das System, da sie keinen internationalen Schutz benötigen. Sie sollten schneller zurückgeschafft werden, um Platz für wirklich Schutzbedürftige zu gewähren.»

Nur so verstehe die Bevölkerung, dass diejenigen, die blieben, wirklich schutzbedürftig seien, sagte Cochetel weiter. «Das ist die beste Antwort an fremdenfeindliche Leute.»

Der größte Teil an Flüchtlingen und Zuwanderern in die EU kam 2015 laut UNHCR mit Booten in Italien oder Griechenland an. Die meisten der Flüchtlinge stammten aus Syrien, sehr viele Menschen kamen außerdem aus Afghanistan und Eritrea. Die überwiegende Mehrheit von ihnen sei wegen Krieg, Konflikten und Verfolgung geflohen.

Die Empfangssituation in Griechenland sei «fürchterlich», sagte Cochetel. Flüchtlinge müssten selbst nach Wasser, Essen und Obdach suchen. Wegen den Sparmaßnahmen fehle das Personal, um Hilfsgüter schnell zu verteilen. Dieses Jahr hätten von über 110 000 Ankömmlingen nur 5000 Asyl in Griechenland gesucht. «Viele wurden nicht richtig registriert und gingen irregulär weiter in andere europäische Länder.» Griechenland und auch Italien müsse mehr Solidarität entgegengebracht werden. «EU-Politiker müssen entscheiden, ob sie einen geregelten Prozess wollen oder das jetzige Chaos».

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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"Ich hab's nicht so mit Broteschmieren."

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“

Erschienen in Ausgabe 3.12

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Erschienen in Ausgabe 2.12

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)


Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Erschienen in Ausgabe 1.12

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

Erschienen in Ausgabe 6.11

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Immer noch - umweltschädlicher Becher Becher wird künftig vielleicht recycelt. ActiIrreführus - bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

Erschienen in Ausgabe 5.11

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Tödlich.  Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord. Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

Erschienen in Ausgabe 4.11
 

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate "ausgesetzt". Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit "ausgesetzter" Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

Erschienen in Ausgabe 3.11
 

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU.  Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen.  Erpresso Die Leere des Portemonnaies

Erschienen in Ausgabe 2.11
 

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Schaurige Leistung. Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten. Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich. VW Das Böse.

Erschienen in Ausgabe 1.11

 

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Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

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Wir fördern Gier und Pfusch. Statt Alternativen. Seit Jahren basteln wir fleißig an unserem grünen Image. Doch anstatt konsequent auf erneuerbare Energien zu setzen, plündern wir die letzten Ölreserven unseres Planeten – zum Beispiel im Golf von Mexiko. Ohne Skrupel. Ohne Rücksicht auf Verluste. Und ohne Plan B, falls was schiefgeht – wie jetzt. bp big problems

Erschienen in Ausgabe 4.10

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