Aktuell

Klimawandel / 01.Sep 2015

USA: Umweltschutz predigen, Öl fördern

Barack Obama reist zurzeit durch Alaska und propagiert dabei den Klimaschutz. Gleichzeitig hat er Shell vor zwei Wochen die Erlaubnis erteilt, in der arktischen See nach Öl zu bohren. Ein Widerspruch, den der US-Präsident nicht ausräumen kann.

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der Woche
Mi, 2015-09-02 07:50
Hamburg (dpa)

Von Homs nach Hamburg - Flüchtlingsalltag im «Gelben Dorf» Von Mathias Benirschke, dpa

Vor nicht allzu langer Zeit lebten sie noch zu Hause, im syrischen Homs oder im Südosten Afghanistans. Jetzt wohnen sie in Hamburg, in gelben Wohncontainern. Die Anwohner nennen die kleine Siedlung darum das «Gelbe Dorf».

Hamburg (dpa) - In diesen Tagen, in denen sich Kanzlerin und Vizekanzler die Klinke in die Hand geben, um Solidarität mit Flüchtlingen im sächsischen Heidenau zu demonstrieren und dabei ausgebuht werden; in denen der Bundespräsident in Berlin ein Flüchtlingsheim besucht und Ausländerfeinde scharf kritisiert; in denen fast täglich irgendwo eine Unterkunft beschmiert, geschmäht oder angezündet wird - in diesen Tagen wirkt das «Gelbe Dorf» in Hamburg-Rahlstedt wie ein Idyll.

Auf dem Parkplatz des Dörfleins aus gelben Wohncontainern üben Kinder Fahrradfahren, andere laufen ihnen in den Weg und springen dann lachend zur Seite. Eine Frau mit Kopftuch und einem langen roten Kleid trägt einen Wäschekorb unter dem Arm. Hier endet meist der öffentliche Blick auf die Flüchtlinge. Denn die Menschen sollen geschützt werden vor allzu Neugierigen, auch vor unangenehmen Begegnungen.

108 Menschen sind vor einem Jahr ins «Gelbe Dorf» eingezogen. «Seitdem sind vier Babys dazugekommen», wie die Leiterin der Unterkunft, Maren Oehmichen, sagt. «Wir haben hier Familien, vor allem aus Syrien, Afghanistan, Nigeria und Tschetschenien. Es sind Christen, Muslime, Jesiden.» Probleme habe es bisher nicht gegeben. «Die sind doch alle in der selben Situation. Und sie wissen das.»

Vor der Tür von Familie Saleh aus Afghanistan bilden zahllose Schuhe in allen Größen einen bunten Teppich - Sandalen, Halbschuhe, Sportschuhe, Flip-Flops. Aus der Wohnung dringen Kinderrufe. Eine Frau in einem traditionellen türkisfarbenen Kleid und rotem Tuch auf dem Kopf empfängt die Besucher. Auch sie lassen ihre Schuhe vor der Tür.

Neugierige Kinderaugen mustern die Fremden. Die Mutter Nazanine lächelt scheu. Sie spricht Farsi, ein Dolmetscher übersetzt. Im Mai 2014 ist sie in Deutschland angekommen, erzählt die hagere Frau, mit ihrer Schwiegermutter, den drei Söhnen und den beiden Töchtern. Sie wohnten in der Provinz Paktia im Südosten des Landes am Hindukusch, mehr als 5000 Kilometer von Hamburg entfernt.

Von dem Dorf ist es nicht weit nach Pakistan, zur Unruheregion Wasiristan, einer Hochburg von Taliban und Al-Kaida. «Mein Mann war Dolmetscher, arbeitete auch für die Regierung», erzählt Nazanine Saleh. «Das sehen die Taliban nicht gerne. Sie haben ihn erschossen», übersetzt der Dolmetscher. «Nicht gut Afghanistan, bumm, bumm», sagt die Frau und schlägt mit der Faust in ihre Handfläche.

Die Wohnung besteht aus Wohncontainern, gestapelt, miteinander verbunden, drei bis vier Zimmer, Küche, Bad. Die Wände sind steril-weiß. Nur an bestimmten Stellen kann man etwas anhängen, einen Haken anbringen, wenn man vorher eine kleine Plastikabdeckung entfernt. Im Wohnzimmer liegen Teppiche, es gibt eine typische deutsche Sofagarnitur und einen großen Flachbild-Fernseher.

Wie alt ist Nazanine? Sie blickt ratlos, gibt einem Neffen ihren Ausweis. «35», sagt der junge Mann, «Nazanine kann nicht schreiben und nicht alles lesen.» Doch eines weiß sie genau: «Wichtig ist, dass meine Kinder eine Ausbildung bekommen.» Es gebe hier so viele Möglichkeiten. «Nach Afghanistan wollen wir nicht zurück.»

Die Töchter Isat und Sinat sehen fast aus wie Zwillinge, beide haben lange schwarze Haare, tragen die gleichen dunkelgrün-karierten Kleider. Sinat ist acht, geht schon in die Schule. Manchmal hilft sie beim Übersetzen. «Ich habe auch schon Freundinnen in der Klasse.» Im Fernsehen sieht sie am Liebsten «Barbie», ein «Püppchen» will sie aber nicht werden, sondern «Doktor».

Ihr großer Bruder Sishan ist neun Jahre alt, geht jetzt in die dritte Klasse. Er hat noch keine «doofen Sprüche» in der Schule gehört, sagt er unbekümmert. Und die Mutter ergänzt: «Wir haben noch keine feindlichen Situationen hier erlebt. Und wenn, dann hätten wir solche Sprüche auch gar nicht verstanden.»

Am Nachmittag kommt plötzlich wieder Leben in den Platz zwischen den fünf doppelstöckigen Gebäuden. Mit Isat und Sinat läuft ein Dutzend Kinder ins Haupthaus zur wöchentlichen Bastelstunde. Jungen und Mädchen sitzen einträchtig beieinander und stecken bunte Plastikperlen zu Bildern zusammen. Hassan hat eine Mickey Maus gesteckt.

Der Zwölfjährige ist seit einem Jahr in Deutschland, zusammen mit seinen Eltern, sechs Schwestern und zwei Brüdern. Sie sind aus Syrien gekommen, aus der Stadt Hassake. Es sei nicht gut dort, «die töten einen da», sagt er beiläufig und schwenkt seine Mickey Maus. Seine Lieblingsfächer in der Schule sind Mathe und Deutsch und sein Lieblings-Fußballverein ist Real Madrid. «Ronaldo ist besser als Messi», sagt er voller Überzeugung, Widerspruch zwecklos.

Katharina Joanowitzsch hilft hier ehrenamtlich mit, malt und bastelt mit den Kindern. «Selten wird der Krieg thematisiert. Manchmal basteln die Jungs hier Waffen», sagt sie. «Aber in den Bildern, die die Kinder malen, hat sich der Krieg noch nicht gezeigt.»

Ihre Kollegin Maike Schwitale setzt auf Musik und Deutsch. Sie wird mit den Kindern Lieder singen. «Zum Stressabbau», wie sie sagt. Und um deutsche Wörter zu lernen. «Das fördert die Sprachentwicklung. Deutsch zu singen geht leichter, als Deutsch zu sprechen.»

Im «Gelben Dorf» helfen mehr als 30 Ehrenamtliche mit: Basteln, Nähen, Fahrräder reparieren, Deutsch für Erwachsene, Hausaufgabenhilfe, Singkreis und Kleiderkammer, sagt die Sozialpädagogin Maren Oehmichen. Neu im Programm ist Lach-Yoga für Frauen. «Und es wurde schon viel gelacht», berichtet sie, «das ist ansteckend.»

Nicht immer war die Lage so entspannt. «Als bekannt wurde, dass hier eine Flüchtlingsunterkunft entstehen soll, gab es Widerstand», erinnert sie sich. «Einige Geschäftsleute waren dagegen, Unterschriften wurden gesammelt.» Jetzt habe sich die Situation gewandelt. «Einige von denen, die gegen die Unterkunft waren, geben jetzt hier Deutschkurse. In diesem Jahr hatten wir gar keine Klagen. Vielleicht haben die Nachbarn die Kinder ja ins Herz geschlossen.»

Es gebe auch Patenschaften für Familien, sagt Oehmichen. Die Hilfsbereitschaft sei sehr groß. «Die Obdachlosen haben keine so starke Lobby.» Oehmichen hat elf Jahre mit Obdachlosen gearbeitet.

Nächste Station: die syrische Familie Ghaleb aus dem 3000 Kilometer entfernten Homs. Sie wohnen hier zu siebt in einer Vier-Zimmer-Wohnung auf etwa 70 Quadratmetern. Der 16-jährige Wasem übersetzt. «Wir haben Homs vor fast drei Jahren verlassen. Zwei Jahre waren wir in Libyen, kamen nicht weiter. Dann noch 21 Tage in Ägypten.» Von dort seien sie mit einem Boot Richtung Italien gefahren. «So etwa 300 Menschen waren auf dem 14 Meter langen Boot», erinnert sich Wasem, die Brüder nicken. «Das Schiff hatte Lecks, die Maschine ging kaputt.» Die Erwachsenen zahlten den Schleusern 1200 Dollar pro Kopf, für Kinder 500.

Der 14-jährige Abdullah meldet sich zu Wort, behauptet fast trotzig, auf der Überfahrt keine Angst gehabt zu haben. Ein Marineschiff nimmt die Bootsflüchtlinge schließlich auf und bringt sie nach Italien. Dann geht es weiter über Verona, Mailand und Österreich nach Deutschland.

«Ich wollte nicht weg von Zuhause. Ich hatte meine Freunde da», sagt Abdullah. «Aber 2012 war das Leben in Homs sehr gefährlich», hält Wasem dagegen. «Es gab nichts zu kaufen. Man konnte nicht raus. Große Katastrophe. Syrien ist eine Katastrophe.»

Die Mutter Rana serviert starken Mokka in kleinen Tassen. Sie ist schwanger. «Es wird ein Mädchen», weiß der neunjährige Abdelmomen, einer der fünf Brüder.

Die Familie ist hierhergekommen, um zu bleiben. Auf Smartphones zeigen die Söhne Bilder zerstörter Häuser in Homs, Trümmerfelder wie Mondlandschaften. «Das macht mich traurig», sagt Vater Murhaf. Er hat in Homs als Vergolder gearbeitet. Stolz zeigt der 49-Jährige Bilder seiner Arbeiten. Gerne würde er auch in Deutschland arbeiten. Aber im Jobcenter haben sie gesagt, Vergolder gebe es hier nicht, übersetzt Wasem.

«In Homs hatten wir am Ende keine Freunde mehr, alle waren geflohen», erzählt Murhaf. «Baschar [der syrische Präsident Al-Assad] hat gesagt, wir sollen nicht wiederkommen», sagt er bitter, «und wir gehen auch nicht wieder zurück». Die älteren Söhne nicken, denn bei einer Rückkehr müssten sie wohl zur Armee.

Wasem erzählt, dass er nicht mehr zur Schule gehen konnte, nachdem dort Raketen eingeschlagen waren. In Deutschland möchte der Jugendliche mit der modischen schwarzen Brille gerne Augenarzt werden. Abdullah will Apotheker werden. Freitags geht die Familie in die Moschee. Jeden Samstag spielen die Brüder im Park Fußball.

Unter großen Gefahren sind die Ghalebs aus Syrien geflohen. Aus Deutschland sind zugleich schon viele junge Muslime in das Bürgerkriegsland gegangen, um an der Seite des Islamischen Staates (IS) zu kämpfen. «Nicht gut», sagt Wasem, übersetzt die Einwürfe der Brüder. Den IS nennen sie Daesh. «Die vom Daesh sagen, sie sind gut. Aber sie sind nicht Islam», betont Wasem. Und die Leute, die Deutschland verlassen und dort kämpfen wollen? «Die sind verrückt!»

Mi, 2015-09-02 07:45
Singapur (dpa)

Ölpreise geben weiter nach

Singapur (dpa) - Die Ölpreise haben am Mittwoch an ihre Talfahrt vom Vortag angeknüpft. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Oktober 48,55 US-Dollar. Das waren 1,01 Dollar weniger als am Dienstag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 1,06 Dollar auf 44,35 Dollar.

Nach drei Handelstagen mit deutlichen Gewinnen waren die Ölpreise am Dienstag erneut unter Druck geraten. Einige Marktteilnehmer erklärten dies mit einer Gegenbewegung auf die vorherigen Zuwächse.

Andere verwiesen auf das nach wie vor hohe Angebot an Rohöl, das seit längerem deutlich über der Nachfrage liegt. Hinzu kamen abermals schwache Wirtschaftsdaten aus der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft China.

Mi, 2015-09-02 07:27
Lebach/Saarbrücken (dpa)

Notfallpraxis für Flüchtlinge - «Wir tun alles, was uns möglich ist» Vom Oliver Hilt, dpa

Pro Tag kommen derzeit rund 100 Flüchtlinge in der zentralen saarländischen Landesaufnahmestelle an. Auch medizinische Notfälle müssen versorgt werden. Dank ehrenamtlicher Helfer läuft das reibungslos.

Lebach/Saarbrücken (dpa) - Der Platz zwischen den drei Containern ist mit einer Plane überspannt. Darunter sitzen an Bierzeltgarnituren etwa zehn Flüchtlinge, die mit Rot-Kreuz-Helfern sprechen. So sieht das improvisierte Wartezimmer vor dem Arztcontainer in der zentralen Aufnahmestelle des Saarlands für Flüchtlinge in Lebach aus. Einige haben orangefarbene Westen an, sie übersetzen und vermitteln.

Die Westen werden an mehrsprachige Flüchtlinge ausgegeben, die sich als Dolmetscher zur Verfügung stellen, wie Erik Huber vom Deutschen Roten Kreuz erläutert. Er leitet diesen Abschnitt. In der Notfallpraxis behandelt ein aus Syrien stammender Arzt die Patienten. Viele Jahre hatte er eine Praxis im Saarland, inzwischen ist er im Ruhestand. Seine Hilfe hat er sofort angeboten, als klar war, wie sich die Situation in der Landesaufnahmestelle entwickeln würde. Selbst zu sprechen ist er an diesem Vormittag nicht. Der Rot-Kreuz-Helfer bittet um Verständnis und zeigt auf das volle «Wartezimmer».

Dorthin kommen die Menschen mit Beschwerden, die in der Regel Zeugnis von den Fluchtstrapazen geben: Entzündungen, Hautkrankheiten, Läuse, häufiger auch Knochenbrüche. «Hygienische und medizinische Probleme», fasst Gunter Hauptmann, Chef der Kassenärztlichen Vereinigung Saarland, zusammen. Dass Infektionskrankheiten eingeschleppt worden seien, davon habe er noch nichts gehört. Damit bestätigt Hauptmann Beobachtungen des DRK. Der Landesverband hatte sich kürzlich vehement gegen Gerüchte im Internet gewandt, die vor Infektionskrankheiten warnten: «Das ist Quatsch, und der schäbige Versuch, die Hilfe zu schmälern.»

Die improvisierte Praxis ist für Notfälle gedacht, unabhängig von der eigentlich umfangreichen Eingangsuntersuchung samt möglicher Impfungen. Auch dort gab es bislang nach Angaben des saarländischen Gesundheitsministeriums keine Hinweise auf besondere Gefahren. Acht Tuberkulose-Verdachtsfälle, zwei Hepatitis-B und zwei HIV-Fälle listet das Ministerium aus der Vergangenheit auf.

In Blickweite des Sanitätszentrums hat Saar-Innenminister Klaus Bouillon (CDU) in einem Container seine Schaltzentrale bezogen. «Wir haben speziell für die Frauen ein Frauenzelt, wir haben einen Wickelcontainer, wir haben Hebammen, wir haben sogar einen Zahnarzt, das alles in kürzester Zeit», listet der Minister auf. Für seine zupackende, unbürokratische und teils unkonventionelle Vorgehensweise hat er viel Zustimmung erhalten. Große Verärgerung hat dagegen die Absage der Bundeswehr («aufgrund mangelnder personeller Ressourcen») ausgelöst, die von Bouillon um Unterstützung mit Sanitätern und Ärzten gebeten worden war.

Ungeachtet dessen wird derzeit mit Hochdruck daran gearbeitet, aus den teils improvisierten Sofortmaßnahmen Dauereinrichtungen zu machen. In Lebach stellt man sich darauf ein, dass die Zahl neu ankommender Flüchtlinge unvermindert hoch bleibt. In den letzten Wochen waren es nach Angaben des Innenministeriums im Durchschnitt pro Tag etwa 100 Neuankömmlinge. Zwei Drittel davon werden auf andere Länder verteilt. In Lebach selbst sind aktuell rund 2200 Flüchtlinge untergebracht.

Kassenärztliche Vereinigung (KV), Ärztekammer und die beteiligten Ministerien (Innen und Gesundheit) bereiten eine feste Praxis vor, für eine «niederschwellige erste medizinische Versorgung», so Hauptmann. Um jeden Tag eine ganztägige Sprechstunde zu organisieren, brauche man etwa zehn Kollegen. Die Bereitschaft im Kollegenkreis sei sehr groß, ergänzt der KV-Chef. «Wir tun alles, was uns hier vor Ort möglich ist.» Wenn alles nach Plan verläuft, könnte die Praxis schon in Kürze ihren regelmäßigen Betrieb aufnehmen.

Geht doch!

Hoffnung für Hähnchen

Biobrütereien in der Alpenrepublik beenden ab 2017 das massenhafte Kükentöten
 

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Da männliche Küken später keine Eier legen, werden sie direkt nach dem Schlupf getötet. Damit wollen österreichische Biobrütereien spätestens ab 2017 Schluss machen: Im Nachbarland einigten sie sich mit dem Biodachverband und dem Lebensmitteleinzelhandel darauf, in Zukunft Bioeier nur noch dann als „bio“ zu kennzeichnen, wenn Henne und Hahn aufgezogen werden. Gelingen soll das mit einer robusten Legerasse, deren Brudertiere bei der Mast Fleisch ansetzen, wenn auch langsamer und weniger als sonst üblich. Die Branche rechnet mit Mehrkosten von zwei bis drei Cent pro Ei. Die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ hat die landesweite Lösung mit auf den Weg gebracht und hofft nun, dass diese wegweisend für ganz Europa sein wird. In Deutschland gibt es bislang nur kleine Projekte wie etwa die „Bruderhahn-Initiative“ oder „Ei-Care“. Doch auch hierzulande bewegt sich etwas: Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) will das Kükensterben mithilfe der Geschlechtsbestimmung im Ei beenden. Noch ist diese Technik nicht marktreif – und laut Deutschem Tierschutzbund auch nicht ausreichend: „Wir müssen das System ändern, dafür brauchen wir andere Zuchtlinien und andere Haltungssysteme.“
 

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New York: Essen als Chance
Frisch aus dem Knast entlassenen Jugendlichen gibt das Sozialprojekt „Drive Change“ in New York City eine Perspektive: Im Team des mobilen „Snowday Food Truck“ schnippeln sie Gemüse, braten Hühnchen und bieten verschiedene Mittagessen an. Die jungen Menschen verdienen ihr eigenes Geld – für manche ist es der erste legale Job. Vor allem soll ihnen die Arbeit bei der Integration helfen, denn bisher werden zwei von drei jugendlichen Straftätern innerhalb von drei Jahren rückfällig.
snowdayfoodtruck.com

Italien: Soli-Kaffee
Von Neapel aus geht eine solidarische Idee um die Welt: Gäste können einen Kaffee bestellen – und zwei zahlen. Den Gratiskaffee bekommt irgendwann ein Obdachloser, der sich ein Heißgetränk nicht leisten kann. In Neapel wird diese Tradition schon seit mehr als hundert Jahren in der Weihnachtszeit gepflegt. Inzwischen gibt es die Geste der Nächstenliebe in fast 20 Ländern. Auch in Deutschland besteht in einigen Lokalen die Möglichkeit, einen Kaffee zu spenden.
coffeesharing.com

San Francisco: Warnung vor Limo
Werbeanzeigen für Softdrinks müssen laut Beschluss des Stadtrats von San Fransisco künftig mit Warnhinweisen versehen werden. So soll der Verbraucher erfahren, dass der zugesetzte Zucker Fettleibigkeit, Diabetes und Karies verursachen kann. Ein solches Warnlabel könnte es auch landesweit geben, die Demokraten haben einen entsprechenden Gesetzentwurf für den US-Staat Kalifornien eingereicht. Schon im vergangenen Jahr hatte Berkeley dem hohen Zuckerkonsum den Kampf angesagt. Als erste US-Stadt besteuerte die Nachbarin San Franciscos im November 2014 zuckerhaltige Getränke.
 

Geht doch!

Drohnen als Förster

Unbemannte Flugkörper sollen pro Jahr weltweit eine Milliarde Bäume pflanzen

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Jährlich werden auf der Erde rund 26 Milliarden Bäume gefällt. Der ehemalige Nasa-Ingenieur Lauren Fletcher nimmt den Kampf gegen die globale Entwaldung auf. Um den Schwund wettzumachen, entwickelte seine in Oxford ansässige, gemeinnützige Firma Bio Carbon Engineering eine innovative Drohne. Diese scannt auch unzugängliche Gegenden, kartografiert baumlose Regionen und bestimmt die Bodenart. Zusammen mit Ökologen entscheidet das Unternehmen, welche Bäume wo gepflanzt werden. Dann wird der Flugkörper ein zweites Mal losgeschickt. Per Druckluft schießt er kleine Saatgut-Kapseln in den Boden. Die Kapseln sind biologisch abbaubar und schützen das keimende Saatgut in der ersten Zeit. „Der industriellen Waldvernichtung können wir nur mit industrieller Aufforstung begegnen“, ist Fletcher überzeugt. Das Projekt befindet sich in der Entwicklungsphase, erste Tests sind im Laufe des Jahres geplant. Obwohl dem britischen Start-up noch Investoren fehlen, hofft Fletcher, dass die Firma schon bald Regierungen für Aufforstungsprojekte begeistern und jedes Jahr eine Milliarde Bäume pflanzen kann.
biocarbonengineering.com

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Frankreich: Wegwerfverbot für Essbares
Mit einem Ende Mai verabschiedeten Gesetz will die französische Nationalversammlung die Verschwendung von Lebensmitteln eindämmen: Große Supermärkte werden verpflichtet, überschüssige Produkte künftig an gemeinnützige Einrichtungen zu spenden. Für Menschen ungeeignete Reste können laut Beschluss des Parlaments auch kompostiert oder als Tierfutter verwendet werden. Dabei wandern in Frankreich pro Person und Jahr „nur“
bis zu 30 Kilogramm ungenutzt in den Müll. Hierzulande fallen pro Kopf und Jahr rund 82 Kilo Essensabfälle an.
 

Münster: Pestizidfreie Kommune
Seit 1989 dürfen in Münster auf kommunalen Flächen der westfälischen Stadt keine Pestizide mehr eingesetzt werden. Sprießendes Unkraut wird mit Heißluftwalzen oder Wildkrautbürsten entfernt. Diese Verfahren sind zwar aufwendiger und teurer, aber giftfrei. Dank einer Beratung durch den BUND verzichten inzwischen etliche Kommunen auf Pestizide. Dem Vorreiter Münster folgten zum Beispiel Saarbrücken, Tübingen und Bielefeld.
bund.net/pestizidfrei

Berlin: „Berliner Pflanze“
Heimischen Dünger stellen die Berliner Wasserwerke her, indem sie Phosphat aus Klärschlamm zurückgewinnen. Der Wasserversorger verkauft das recycelte Düngemittel unter dem Namen „Berliner Pflanze“ an Landwirte. Das Verfahren haben sich die Ingenieure patentieren lassen. Es dürfte weltweit auf Nachfrage stoßen, denn die globalen Phosphatvorräte gehen zur Neige.
bwb.de/berlinerpflanze
 

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

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Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

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Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

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Mi, 2015-09-02 07:00
(dpa)

Weinlese in der Champagne hat begonnen

Épernay (dpa) - In einem der bekanntesten französischen Anbaugebiete hat die Weinlese begonnen: In der Champagne nordöstlich von Paris sind dafür seit Mittwoch mehr als 100 000 Saisonarbeiter und Erntehelfer im Einsatz - noch bis zum 18. September.

Nach langer Trockenheit und Hitze haben erst Regenfälle in der zweiten Augusthälfte das Wachstum der Trauben beschleunigt, wie das Comité Champagne in der Stadt Épernay mitteilte. Es wird damit gerechnet, dass die zuvor festgelegte Höchstmenge von gut 10 000 Kilogramm Trauben pro Hektar im gesamten Anbaugebiet erreicht werden kann.

Anbau der Reben und Verarbeitung der Trauben für Champagner sind streng reglementiert und kontrolliert. Im vergangenen Jahr gingen 12,61 Millionen Flaschen des beliebten Schaumweins nach Deutschland. Weltweit kamen etwa 307 Millionen Flaschen aus der Champagne.

Mi, 2015-09-02 06:30
Bern (dpa)

Schweiz hofft auf Hilfe von der Kanzlerin des großen Kantons Von Thomas Burmeister, dpa

Kleine Schweiz, großes Deutschland. Es gibt Misstöne, doch im Grunde läuft es gut zwischen den Nachbarn südlich und nördlich des Rheins. Aber kann Angela Merkel den Eidgenossen bei der EU in Brüssel helfen?

Bern (dpa) - Helmut Kohl als Kanzler - die Zeit scheint sich mancher in der Eidgenossenschaft zurückzuwünschen. Zum offiziellen Schweiz-Besuch von Angela Merkel am Donnerstag (3.9.) liest man in der «Neuen Zürcher Zeitung»: «Im Gegensatz zum deutschen Altkanzler gilt Angela Merkel nicht als eine besondere Freundin der Schweiz.» Der Pfälzer habe wohl «eine größere kulturelle Nähe» zum Alpenland als seine in der DDR aufgewachsene Nachfolgerin.

Dennoch hofft die Regierung in Bern bei den Gesprächen mit Merkel auf deren Verständnis für ihre Lage. Und auf das eine oder andere gute Wort der mächtigen Kanzlerin bei der EU-Kommission in Brüssel. Das könnte die Schweiz gut brauchen, denn ihr Verhältnis zur Europäischen Union ist ramponiert.

Der Grund ist das Votum der Eidgenossen für die Initiative der rechtsnationalen Schweizerischen Volkspartei (SVP) gegen «Masseneinwanderung». Der Volksentscheid vom Februar 2014 verpflichtet die Regierung, bis 2017 erneut auch Kontingente für Zuwanderer aus der EU festzulegen, darunter für Deutsche. Bislang können sie auf der Basis entsprechender Vereinbarungen über die Personenfreizügigkeit noch ohne Einschränkungen in der Schweiz arbeiten und wohnen - ebenso wie Schweizer überall in der EU.

Die Annahme der Initiative, wenngleich mit nur 50,3 Prozent, könnte sich als Bumerang erweisen. Den Grundsatz der Personenfreizügigkeit hatte Brüssel nämlich mit der Schweiz nicht einfach so, sondern als Bestandteil eines Pakets bilateraler Vereinbarungen über ihr Verhältnis zu dem Nicht-EU-Mitglied vereinbart. Wird dagegen verstoßen, könnte Brüssel auch vieles infrage stellen, was der Schweiz enorme Vorteile bringt. Vor allem der zollfreie Zugang zum europäischen Binnenmarkt.

Das wäre eine Bürde auch für die Wirtschaftsbeziehungen zwischen der Schweiz und dem «großen Kanton», wie Deutschland südlich der Rhein-Grenze gern genannt wird. Immerhin ist die Bundesrepublik für Schweizer Exporte das wichtigste Zielland. Zugleich gehört die Schweiz zu den zehn wichtigsten Handelspartnern Deutschlands, etwa vier Prozent der gesamten deutschen Exporte gehen dorthin.

Doch könnte sich die Kanzlerin tatsächlich in Brüssel für eine Sonderbehandlung der Schweiz einsetzen? «Kaum vorstellbar, allein schon wegen David Cameron», hört man in diplomatischen Kreisen. Der britische Premier will der EU Sonderregelungen abringen, um den freien Zugang von Arbeitnehmern aus südlichen EU-Staaten zum britischen Arbeitsmarkt einschränken zu können. Zugeständnisse sogar an das Nicht-EU-Land Schweiz wären Wasser auf Camerons Mühlen.

Ob bei so viel EU-«Zündstoff» während der nur rund sechsstündigen Merkel-Visite noch Zeit für bilaterale Probleme bleibt? Schwer vorstellbar. Dabei gäbe es manches zu besprechen. Von Schwarzgeld-Problemen bis zum Ärger in Südbaden über den Fluglärm vom Airport Zürich.

Zudem scheint die Chemie zwischen Deutschen und Eidgenossen nicht mehr zu stimmen. «Schweizer mobben deutsche Autofahrer», berichtete kürzlich das Schweizer Newsportal «20 Minuten». Es gäbe Fälle, in denen Hakenkreuze in Autos mit deutschen Kennzeichen geritzt worden seien. Deutsche würden sich auf Schweizer Autobahnen bedrängt fühlen.

«Schweizer ekeln Deutsche raus», titelte schon vor zwei Jahren die Boulevard-Zeitung «Blick». Eine SVP-Politikerin klagte öffentlich angesichts Zehntausender Deutscher im Gaststättengewerbe, im Gesundheitswesen, in der Finanzwirtschaft und an den Universitäten: «Es hätt zvill Tüütschi.»

Solche Stimmungen kochten immer mal hoch, sagt Matthias Estermann, der sein Geld als Versicherungsexperte in Luzern verdient und 2008 den Verein für Deutsche in der Schweiz gründete. Das werde aber meist überzogen dargestellt. «Man muss auch sehen, dass sich in der kleinen Schweiz rund eine halbe Million Deutsche aufhalten», sagt Estermann, der wie Merkel in der DDR aufwuchs. Rund 300 000 mit ständigem Wohnsitz, 100 000 als Grenzgänger und 100 000, die temporär für bis zu zwölf Monate in der Schweiz arbeiten. «Gemessen daran registrieren wir nur einige wenige unschöne Vorfälle, insgesamt ist das Verhältnis gut.»

Mi, 2015-09-02 06:09
München (dpa)

In der Nacht keine Flüchtlinge am Münchner Bahnhof angekommen

München (dpa) - Am Münchner Hauptbahnhof sind in der Nacht auf Mittwoch keine weiteren Flüchtlinge angekommen. Der letzte Zug sei gegen 1 Uhr eingetroffen, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Unter den Passagieren seien keine Flüchtlinge gewesen. Ab dem frühen Morgen sollten wieder Züge aus Ungarn anrollen. Ob Flüchtlinge an Bord waren, war zunächst unklar. «Da können wir keine Prognose abgeben», sagte der Polizeisprecher.

Bis zum frühen Abend waren am Dienstag etwa 2100 Flüchtlinge angekommen. Sie wurden registriert und mit Bussen in Erstaufnahmeeinrichtungen gebracht. Die Züge aus Ungarn lösten in der bayerischen Landeshauptstadt eine Welle der Hilfsbereitschaft aus. Hunderte Spender brachten Lebensmittel, Kleidung, Zahnbürsten, Windeln und andere Geschenke für die Asylbewerber zum Hauptbahnhof.

Mi, 2015-09-02 06:30
Washington/London (dpa)

Kommt sie oder kommt sie nicht? Finanzwelt starrt auf US-Zinswende Von Michael Donhauser, dpa

Wenn die US-Notenbank die Leitzinsen erhöht, sind Länder auf der ganzen Welt betroffen - manche positiv, andere negativ. Mitte September könnte es erstmals nach neun Jahren so weit sein. Die Fed lässt sich aber nur bedingt in die Karten schauen.

Washington/London (dpa) - Das glasklare Wasser in den Forellen-Teichen rund um Jackson Hole half auch nicht viel: Wer den Zeitpunkt einer Zinswende der US-Notenbank vorhersagen will, fischt weiter im Trüben. Beim traditionellen Treffen der Notenbanker aus aller Welt in den malerischen Rocky Mountains hielten sich am vergangenen Wochenende alle bedeckt. Zu ungewiss sind die Zeiten, zu turbulent geht es an den Märkten zu, zu wichtig ist die Entscheidung für Banken, Unternehmen, Staatshaushalte in aller Welt.

Mit der Chefin der Federal Reserve, Janet Yellen, und dem Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, waren die beiden wichtigsten Zentralbanker vorsichtshalber gar nicht erst angereist. Yellens Stellvertreter Stanley Fisher winkte ab: «Zu früh für Entscheidungen.» Die Nervosität steigt an den Märkten, wo manche Führungskraft noch nie eine US-Zinserhöhung aktiv miterlebt hat.

Am 16. oder 17. September könnte es soweit sein. Erstmals seit Juni 2006, erstmals seit dem Einbruch der US-Märkte nach einer schweren Immobilienkrise 2008, könnte die Fed bei der Sitzung ihres Offenmarktausschusses ihre Politik der Niedrigstzinsen auf quasi Nullniveau aufgeben und einen moderaten Schritt nach oben machen. Als Signal an die Märkte wäre das eine Zeitenwende, sagt Andreas Hoefert, Chefökonom der Schweizer Großbank UBS, der Deutschen Presse-Agentur. «Das wäre das Zeichen, dass die Krise vorbei ist.»

Von einer Anhebung um 0,25 Prozentpunkte ist die Rede. Ein erster kleiner Schritt in Richtung Normalität nach sieben wirtschaftlich mageren Jahren und ungebremster Geldschwemme von der Zentralbank. Die US-Wirtschaft wächst, laut Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF), um bis zu drei Prozent im nächsten Jahr, der Arbeitsmarkt sieht gut aus, viele Indikatoren stehen auf grün.

Doch trügt der Schein? Nicht alle Experten brechen mit Blick auf die größte Volkswirtschaft der Welt in lauten Jubel aus. Die Analysten der Investmentbank Morgan Stanley etwa haben ihre Wachstumsprognose für 2016 um 0,8 Punkte auf 1,8 Prozent zurückgenommen. In einem Worst-Case-Szenario sehen die Auguren um Chefökonomin Ellen Zentner sogar eine kleine Rezession für die USA aufziehen. Und auch Hoefert erkennt Unregelmäßigkeiten. So habe der US-Dollar zuletzt in der China-Krise nicht mehr von fallenden Aktienkursen profitiert.

Ein Problem ist die Inflation. Unter anderem wegen des von einer Ölschwemme gedrückten niedrigen Ölpreises von nur 40 US-Dollar pro Barrel (159 Liter) liegt sie derzeit bei 0,3 Prozent. Rechnet man die häufig Schwankungen unterworfenen Preise für Energie und Lebensmittel heraus, kommt man noch immer nur auf 1,2 Prozent. Ziel der Fed ist eine Inflation von zwei Prozent, um ein gesundes und nachhaltiges Wachstum der Wirtschaft zu gewährleisten.

Zieht die Notenbank die Zinsschraube zu früh an, könnte sie die von den Turbulenzen an den Märkten und der perspektivisch schwächer werdenden Nachfrage aus Schwellenländern wie China ohnehin irritierte US-Wirtschaft empfindlich abwürgen. Wartet sie zu lange und pumpt weiter billiges Geld in eine ohnehin galoppierende Wirtschaft, könnte die dümpelnde Inflation plötzlich sprunghaft steigen.

Die Finanzszene schaut mit Argusaugen deshalb auf den 4. September, wenn in den USA die Arbeitsmarktdaten für August bekanntgegeben werden. Fallen sie ausgesprochen gut aus, könnte dies ein Indiz mehr sein, dass die Fed das tut, was viele Fachleute vor der China-Krise erwartet haben - und die Zinsen erstmals leicht erhöhen.

Der Arbeitsmarkt hatte sich zuletzt stark erholt, bei einer Quote von 5,3 Prozent wurden in den vergangenen zwölf Monaten fast drei Millionen Jobs geschaffen. Die Fed geht davon aus, dass steigende Löhne bald auch die Inflation treiben könnten. Allerdings sind die August-Zahlen interpretationsfähig, enthalten sie doch viele Wiederaufnahmen von vorübergehend niedergelegten Arbeitsverhältnissen, etwa bei Lehrern.

So könnten rein US-interne Geschehnisse eine Zinsentscheidung beeinflussen, die die Welt bewegt. Denn in vielen Staaten herrscht pure Angst vor einer Zinserhöhung in den USA. Schwellenländer wie Brasilien und China haben enorme Staatsschulden in US-Dollar. Die ohnehin derzeit bärenstarke US-Währung würde durch eine Zinsanhebung weiter gestärkt, die Last der Schuldner dadurch automatisch höher.

Besonders betroffen wären die «Fragile Five», die «Zerbrechlichen Fünf», zu denen Volkswirte neben Indonesien, Kolumbien, Mexiko und Südafrika auch die Türkei zählen. Investoren, die dort ihr Geld geparkt haben, könnten es in Erwartung höherer Anlagezinsen abziehen und wieder in die USA verschieben. Der Internationale Währungsfonds fordert schon vorsichtshalber «Sicherheitsgurte» für die Schwellenländer. Exportstaaten wie Deutschland könnten sich wegen des dann weiter andauernden Drucks auf den Euro - zumindest kurzfristig - freuen. Die Zinsentscheidung der Fed nimmt darauf wohl kaum Rücksicht. «Der Dollar ist unsere Währung, aber euer Problem», sagte schon 1971 der damalige US-Finanzminister John Connally.

Mi, 2015-09-02 05:04
München/Budapest (dpa)

Steigende Flüchtlingszahlen heizen Diskussion um Lastenverteilung an

Die rasant steigenden Flüchtlingszahlen verschärfen die Diskussion um eine gerechte Verteilung der Kosten. Nicht nur zwischen den EU-Staaten, sondern auch innerhalb Deutschlands. Die Bundesländer wollen den Bund stärker in die Pflicht nehmen.

München/Budapest (dpa) - Angesichts von immer mehr Flüchtlingen dringen die Länder auf eine stärkere finanzielle Beteiligung des Bundes. Die Kommunen sollten künftig vom Bund die Kosten für die Aufnahme der Menschen weitgehend erstattet bekommen, forderte der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz, Brandenburgs Regierungschef Dietmar Woidke (SPD). «In der Erstaufnahme haben wir in Brandenburg monatlich circa 1200 Euro Kosten pro Flüchtling», sagte er der «Rheinischen Post» (Mittwoch). «Das sollte auch die Grundlage für die Berechnung sein, was der Bund künftig pauschal pro Flüchtling den Kommunen überweisen sollte.»

Der Innenausschuss des Bundestages berät am Mittwoch in einer Sondersitzung über den Umgang mit der rasant wachsenden Zahl an Flüchtlingen in Deutschland. Der Bund rechnet 2015 mit rund 800 000 Asylbewerbern. Das wären viermal so viele wie im vergangenen Jahr.

SPD-Chef Sigmar Gabriel kritisierte die Zurückhaltung vieler EU-Länder bei der Aufnahme von Flüchtlingen. «Es kann nicht sein, dass Deutschland, Österreich und Schweden einen Großteil dieser Menschen aufnehmen», sagte er der «Westdeutschen Allgemeinen Zeitung» (Mittwoch). Gerade die Osteuropäer profitierten besonders von offenen Grenzen. Die Gefahr für die EU sei größer als die während der Griechenland-Krise. «Die Aufgabe offener Grenzen wäre ein gigantischer Rückschritt in der europäischen Geschichte. Bei Griechenland besteht die Gefahr, Geld zu verlieren. Europa ist aber nun in der Gefahr, seinen Anstand zu verlieren», sagte Gabriel.

Das Flüchtlingsdrama am Budapester Ostbahnhof ging unterdessen weiter. Neben dem Bahnhof und in der angrenzenden Unterführung kampierten am Dienstagabend laut Augenzeugen mehrere tausend Flüchtlinge, die offensichtlich hauptsächlich aus dem arabischen Raum kamen. Polizisten hatten den Bahnhof am Vormittag für Flüchtlinge abgesperrt. Damit sollte verhindert werden, dass sie wie am Vortag Züge Richtung Westeuropa besteigen. Hunderte protestierten lautstark dagegen. Am Vortag hatten Ungarns Behörden die Flüchtlinge ungehindert per Bahn nach Deutschland reisen lassen.

In Bayern kamen am Dienstag 2500 Migranten an. Seit Wochenbeginn waren es fast 4300 Menschen. Zigtausende weitere warten in Ungarn und auf dem Balkan auf eine Möglichkeit zur Weiterreise in den Westen. Dramatisch bleibt die Lage in Griechenland, wo immer neue Migranten mit Booten aus der Türkei eintreffen.

In der österreichischen Hauptstadt Wien befreite die Polizei 24 junge Afghanen aus einem Klein-Lkw, dessen Fenster und Türen zugeschweißt oder versperrt waren. Die Nachrichtenagentur APA meldete unter die Berufung auf die Polizei, den Flüchtlingen gehe es gut. Das Fahrzeug kam demnach vermutlich aus Ungarn. Vor knapp einer Woche waren in einem Kühllastwagen in Österreich 71 erstickte Flüchtlinge entdeckt worden.

Nach Ansicht von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) ist der deutsche Abschiebestopp für Syrien-Flüchtlinge in EU-Ersteinreiseländer als «Freifahrtschein» verstanden worden. Die Ankündigung, dass Flüchtlinge aus Syrien nicht mehr nach der Dublin-Verordnung zurückgeführt werden, sei zwar gut gemeint gewesen, sagte er der «Passauer Neuen Presse» (Mittwoch). «Sie hat aber dazu geführt, dass eine große Zahl von Flüchtlingen aus Ungarn sie als Freifahrtschein verstanden hat», betonte Herrmann.

Mit der zunehmenden Zahl an Flüchtlingen in Deutschland erhöhen sich auch die staatlichen Ausgaben. Für Lebensunterhalt, Spracherwerb und Qualifizierung von Flüchtlingen hält Bundessozialministerin Andrea Nahles im kommenden Jahr 1,8 bis 3,3 Milliarden Euro zusätzlich für nötig. Diese Kosten würden auf rund 7 Milliarden Euro im Jahr 2019 steigen, sagte die SPD-Politikerin in Berlin.

Nach Informationen der Zeitung «Die Welt» sollen im Kampf gegen Schleuser im Mittelmeer sieben Kriegsschiffe, aber auch U-Boote, Drohnen und Flugzeuge außerhalb der libyschen Küstengewässer eingesetzt werden. Die Deutsche Presse-Agentur hatte am Freitag unter Berufung auf EU-Kreise berichtet, dass Soldaten bereits im Oktober damit beginnen könnten, außerhalb der libyschen Küstengewässer fahrende Schiffe von Menschenschmugglerbanden zu stoppen und zu zerstören. Nach dpa-Informationen ist die Bundesregierung bereit, sich an der geplanten Ausweitung des Einsatzes zu beteiligen. Sie will dafür allerdings ein Mandat des Bundestages beantragen.

Mi, 2015-09-02 05:30
Stuttgart (dpa)

Schokofabrikanten klagen über hohe Rohstoff-Kosten Von Wolf von Dewitz, dpa

Ob Vollmilch oder Zartbitter - Schokolade ist immer auch ein globales Produkt, die Bestandteile kommen aus Anbaugebieten aus der ganzen Welt. Doch der Rohstoff-Preis etwa für Kakao ist gestiegen. Wird Schokolade also teurer?

Stuttgart (dpa) - Für Schokoladenfabrikanten sind Zickzack-Kurse an den Rohstoffmärkten wie ranzige Milch: Sie verderben ihnen den Appetit. So gesehen durchlebt die Branche schwierige Zeiten. Denn die Preise für Kakao, Haselnüsse und Mandeln sind einem ständigen Auf und Ab unterworfen, was die Planbarkeit von Geschäften erschwert. Derzeit zeigt die Tendenz nach oben: Der Kakaopreis kletterte im Juli auf ein Vier-Jahres-Hoch, im August sank er nur leicht. Ein «massiver Preisanstieg» sei das gewesen, die Kurse blieben zudem sehr volatil, moniert beispielsweise die Schokoladenfirma Lindt Sprüngli.

Die Schweizer haben bereits hinter sich, was andere Wettbewerber wohl noch vor sich haben: Preisanhebungen beim Endprodukt. Man habe 2015 «punktuelle Preisanpassungen auf selektierte Produkte» vorgenommen, sagt eine Lindt-Sprecherin. Mit effizienteren Arbeitsabläufen und einer erhöhten Produktion gelinge es aber immerhin «teilweise, die Preiserhöhungen an den Rohstoffmärkten zu verkraften».

Der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) verpackt das sensible Thema teurerer Schokolade diplomatisch: «Die stark gestiegenen Rohstoffpreise, Energie- und Logistikkosten sowie Löhne können zu Preissteigerungen führen, die tendenziell an den Verbraucher weitergegeben werden müssen.» Aber darüber entscheide nun mal der Wettbewerb, sagt BDSI-Geschäftsführer Torben Erbrath. Milka-Inhaber Mondelez sowie Wettbewerber Nestlé wollen sich auf die Frage nicht äußern, ob der Verbraucher alsbald mit höheren Supermarktpreisen für Schokoriegel rechnen müssen.

Unlängst hatte Ritter-Sport-Chef Andreas Ronken der «Stuttgarter Zeitung» sein Leid geklagt. Gefragt, ob die Kunden etwa angesichts niedriger Milch- und Zuckerpreise auf eine Preissenkung hoffen dürfen, antwortete der Manager: «Davon kann leider keine Rede sein.» Milch und Zucker spielten nur eine untergeordnete Rolle, wichtiger seien Kakao und Haselnüsse. Der Preis für die Nüsse sei zuletzt «explodiert» und habe zu Mehrkosten von bis zu 30 Millionen Euro geführt. Auch wenn es Ronken nicht explizit sagte, sondern nur andeutete: Der Preis im Supermarktregal dürfte auf lange Sicht eher nach oben gehen.

Agrar-Rohstoffe sind an den Weltmärkten schon seit jeher großen Schwankungen unterworfen. Das Angebot hängt von der Ernte ab, die Erträge sind wegen Dürren oder Unwetter schlecht planbar - und der Klimawandel wird solche Schwankungen wohl noch verstärken. Die Firmen können sich zwar mit Zertifikaten auf einen gewissen Preis absichern, solche Absicherungen wiederum sind aber relativ teuer. Kurzum: Der schwankende Preis an den Rohstoffbörsen hat rasch Auswirkungen auf die Konten der Schokofirmen. Dies ist für die Unternehmen insofern misslich, da ihre Verträge mit dem Einzelhandel eher langfristig gelten. Soll heißen: Höhere Einkaufspreise für Kakao können die Firmen nicht direkt an den Endkunden weiterreichen.

Um die Abhängigkeit vom Börsenpreis zu reduzieren, setzt Ritter Sport nun auf den Bau einer eigenen Kakaoplantage in Nicaragua. Mit 1500 Hektar ist die Anlage geradezu riesig - im Gegensatz zu den meisten anderen Kakaoplantagen. 2017 soll erstmals geerntet werden. Vom kommenden Jahrzehnt an sollen die Erträge so hoch sein, dass etwa ein Drittel des Firmenbedarfs an Kakao gedeckt werden kann. Der Schritt von Ritter Sport ist ungewöhnlich, haben doch viele Wettbewerber eine ganz andere Auffassung. Branchenriese Nestlé etwa sagt, man betreibe «grundsätzlich keine kommerziellen Plantagen».

Nach Auffassung der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) macht die Investition im fernen Zentralamerika allerdings Sinn, auch andere Mittelständler hätten sich ähnlich entschieden. «Trotz hoher Kosten können sich die Firmen dadurch unabhängiger vom volatilen Weltmarkt machen», sagt BVE-Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff.

Andere Firmen wie Lindt setzen zwar nicht auf eigenen Anbau, verstärkten in den vergangenen Jahren aber ihre Ausgaben in den Produktionsländern - Bauern in Ghana werden beispielsweise beraten, wie sie den Ertrag steigern und Pilzbefall verhindern können. Die Branche müsse schließlich gewährleisten, dass die steigende Nachfrage nach Kakao gedeckt werden könne, sagt die Lindt-Sprecherin.

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À la Saison

Royale Reneklode

(Prunus domestica subsp. italica)
Sie ist die wenig bekannte Königin der Hauspflaumen – oder zumindest eine ziemliche Prinzessin auf der Erbse. Und sie hat ihren hässlichen Namen auf keinen Fall verdient. Warum, erfahren Sie hier

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Das Deutsche verdankt dem Französischen wohlklingende Worte wie Aubergine, Bonbon und Croûton. Auch Éclair und Filet sind Einwanderer, die nicht zur Überintegration gezwungen wurden, ganz anders als die Kuvertüre und die Reneklode. Ein Wort, das sich im Mund nicht wie Steinobst, sondern wie ein Stein anfühlt und nur entfernt an seine Herkunft erinnert. Können Sie das Original aus dem Ärmel schütteln, aus der Lamäng (la main), wie der Deutsche sagt? Reine-Claude, Königin Claudia, nennen unsere Nachbarn die rare Süße. Ränklod müssten wir schreiben, wenn wir – wie im Fall der Kuvertüre – wenigstens den Klang des Wortes nachahmen wollten. Aber das wäre noch hässlicher.

Claudia von Frankreich war eine Renaissance-Dame, die Franz dem Ersten zwischen 1515 und 1524 acht Kinder gebar, jung starb und wenn vielleicht nicht den König, so doch Renekloden über alles geliebt haben soll. Es ist nicht klar, ob die Früchte möglicherweise auch nach dem Obstkundler René Claude heißen könnten. Auf jeden Fall dürften sie zu Reine Claudes Zeit der Dernier Cri (letzte Schrei) gewesen sein. Kam das aus Armenien stammende Rosengewächs – anders als das Gros der Pflaumenarten – doch nicht schon in der Antike, sondern erst im Spätmittelalter nach Europa.

Zart (délicate) wie ihre Namenspatronin und damit im Wortsinn eine Delikatesse ist die Reneklode. In der weitverzweigten Pflaumenfamilie ist sie die Prinzessin auf der Erbse: Sie ist schwer zu finden, und man erkennt sie an ihrer empfindlichen Haut. Weil sie behandelt werden will wie ein rohes Ei und schnell verdirbt, drückt sich der Handel vor ihr. Liebhaber pflanzen sie am besten im eigenen Obstgarten oder finden sie mit Glück auf dem Wochenmarkt – und auch dort nur selten. Von allen Vertreterinnen ihres Klans hat sie die kürzeste Ernteperiode. Renekloden reifen nur im Juli und August.

Doch der Beschaffungsaufwand lohnt sich. Das aprikosengroße, runde Obst, das je nach Sorte grasgrün, gelblich grün oder rötlich violett leuchtet, ist nicht nur erfrischender und saftiger als Hauspflaumen, Mirabellen und Zwetschgen, es hat dank seines würzigen Spiels von Süße und Säure auch ein intensiveres Aroma als die bürgerliche Verwandtschaft. Frisch vom Baum schmecken die im süddeutschen Raum auch Reinklaue, Ringlo oder Renglotta genannten Früchte am besten. Ihr üppiges grünweißes Fruchtfleisch ist meist fest mit dem Kern verwachsen, sodass die Verarbeitung – außer im Rezept rechts – mühsam ist. Für unverdrossene Fruchtpuler eignen sich Konfitüre (confiture) und Mus hervorragend zum Transport eines Stückchens Sommer in die kalte Jahreszeit. Renekloden passen aber auch zu Deftigem wie Wild und dunklen Soßen. Und falls es danach ein Digestif (Verdauungsschnaps) sein darf: Reneklodenbrände sind rar, aber umwerfend.

Gesund ist Ihre Majestät sowieso. Sie enthält mehr Eisen als andere Arten und viel weniger Zucker als ihr Geschmack vermuten lässt. Außerdem ist sie reich an Kalium, Vitamin A und hilft gegen Vitamin-B-Mangelsymptome wie eingerissene Mundwinkel. Und eben diese sollten wir nicht hängen lassen. Es muss doch möglich sein, eine Frucht von solcher Qualität formschön ins Deutsche zu übertragen. Die Schweizer nennen sie Edel-, die Österreicher Zuckerpflaume. Die Norweger und Italiener übersetzen unfrei: Reine-Claude und regina claudia. Und wir? Finden im Duden doch noch die alternative Schreibweise Reineclaude. Es ist nicht die empfohlene, aber bitte greifen Sie zu! Und genießen Sie den Augenschmaus. Wir schreiben doch hier auch nicht Allasäsong drüber.

Frisch vom Baum gibt's die Reneklode ab August.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen
 

À la Saison

Königliche Karotte

(Daucus carota subsp. sativus)
Viele Kinder glauben ja, dass Kühe lila sind und Möhren orange. Stimmt aber nicht. Wie ein ehedem unscheinbares Wurzelgemüse zu seinem knalligen Äußeren kam, erzählen wir hier.


 

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Früher war mehr Natur! Alles wuchs wild und frei, wie der Genpool es vorgesehen hatte. Es gab keine Bayers, Syngentas und Monsantos, die Ferkel oder Brokkoli patentieren ließen. Und Kinder glaubten noch nicht, dass Kühe lila sind. So weit, so wahr. Allerdings dachten Kinder auch zu Großmutters Zeiten schon, Möhren seien orange. Ein Irrtum! Karotten gibt es auch in den Farben weiß, gelb, rot und violett,
wie wir vom Wochenmarkt wissen, seit alte Sorten wieder modern sind.

Wilde Vorfahren der Gartenmöhre wurden möglicherweise schon vor 5000 Jahren in Asien kultiviert. Manche Forscher vermuten den Ursprung in Afghanistan, dem Iran, Irak oder Anatolien. Über Spanien und Italien soll die Doldenblütlerin nach Mittel- und Westeuropa gelangt sein. Eine Möhre in Orange wird erstmals 1721 schriftlich erwähnt – und zwar von niederländischen Gartenbauern, die große Karottenzüchter waren. In den Sandböden ihrer Heimat liegen die Wurzeln der orangen Rübe, die von gelben Sorten abstammen soll. Der Legende nach experimentierten königstreue Gärtner aus politischen Gründen mit der Farbskala: Sie wollten Wilhelm von Oranien (französisch: orange, niederländisch: oranje) für den Unabhängigkeitskampf gegen Spanien danken.

Bewiesen ist das ebenso wenig wie die Geschichte, dass Niederländer im Zweiten Weltkrieg zum Ehrentag der Königin mit royalen Rüben um die Häuser zogen. Vermutlich wäre es keinem Besatzer aufgefallen. Schließlich hatten die niederländischen Sorten „Horn“ und „Long Orange“ schon Jahrhunderte zuvor die Rübenzucht der Deutschen unterwandert. Der Name der Möhre geht auf althochdeutsche und slawische Ausdrücke für Wurzel zurück. Mit mehr als 600.000 Tonnen Erntemenge im Jahr ist sie in Deutschland Volksgemüse. Gut so. Denn sie ist die wichtigste heimische Karotinquelle. Der Farbstoff sorgt für einen gesunden Hautton, der Sonnencremes jedoch keineswegs überflüssig macht. Aus Beta-Karotin stellt der Körper Vitamin A her, das für das Sehvermögen wichtig ist. Außerdem enthalten Mohrrüben viele B-Vitamine, Vitamin C, Kalium, Kalzium und Eisen. Sie sind gut für das Immunsystem, wirken harntreibend und blutreinigend. Ihren milden Geschmack verdanken sie ihrem für ein Gemüse recht hohen Zuckergehalt, ätherischen Ölen und Fruchtsäuren.

Die zarten Möhrchen, die jetzt vom Feld kommen, haben eine so dünne Haut, dass man sie nicht schälen muss und roh knabbern kann. Der Körper kann Karotinoide allerdings besser verwerten, wenn Mohrrüben mit etwas Fett gegart werden. Sie sind eine der süßen, erdigen Grundlagen feiner Schmorküche und helfen, schwere Rotweinsoßen zu verfeinern. Die meisten Kinder lieben Möhrengemüse. Erwachsenen ist die Zuckerwurzel solo oft zu monoton.

„Karotten schätzen es, wenn man sie mit Familienmitgliedern zusammenbringt“, empfiehlt der britische Koch Nigel Slater – also mit anderen Doldenblütlern wie Kerbel, Koriander, Kreuzkümmel, Petersilie und Dill. Konsequent als Süßspeise behandeln die Schweizer Rübchen, wenn sie daraus schwere Torten (Rüeblichueche) zaubern – in der Tradition der Römer, die eine carota ebenfalls gerne mal als Dessert verzehrten.

Carota heißt „die Gebrannte“ und deutet auf ein ursprünglich feuerrotes Äußeres hin. Allerdings waren einige der in Asien kultivierten Karotten auch schon blau-blütig, bevor sie auf Holländer trafen, genauer gesagt – lila. Liebe Kinder, die Schokoladenonkels haben sich in der Spezies geirrt. Nicht die Kühe sind lila: It’s the carrot, stupid!

Neu frisch vom Feld gibt's die Karotte ab Juni, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

 

À la Saison

Schlangenmordende Schwarzwurzel

(Scorzonera hispanica)
Die Schwarzwurzel hieß noch im 17. Jahrhundert „Schlangenmord“ oder „Vipergras“. Tatsächlich ist sie eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel

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„Die Wurtzel“ sei „fleischig, saftig und voll Milch“ sowie „süß von Geschmacke, wann sie gesotten worden“, schrieb der französische Chemiker und Arzt Nicolas Lémery 1698 in ein Lexikon. Den Zeitgenossen mochte das gewagt erscheinen. War die Schwarzwurzel doch erst seit kurzem etwas zu Essen. Im Deutschen trug das neue Gemüse die Beinamen „Schlangenmord“ und „Vipergras“, die eher nach Hexenkessel als nach Eintopf klangen.

Schuld war der italienische Botaniker und Mediziner Pietro Andrea Mattioli, der die antike Heilpflanze 1544 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Der kaiserliche Leibarzt verwandte die Wurzel des Korbblütlers nicht nur gegen Wundfieber und Knochenbrüche, sondern auch „wider den Natterbiß“. Er taufte sie Scorzonera hispanica nach ihrem Herkunftsland Spanien und dem Namen einer schwarzen Giftschlange. Außerdem setzte er das Gewächs auch „wider die fallende Seuche, zu den Pocken und für die Pest“ ein, wie Lémery 150 Jahre
später notierte. Sie ist, kurzum, eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel.

„Proletenspargel“ oder „Spargel des armen Mannes“ heißt Mattiolis Zaubergemüse im Volksmund heute. Eine Delikatesse, die hierzulande – außer in Bayern – kaum groß--flächig angebaut wird. Wir importieren sie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, wo man offenbar weiß, was gut ist. In Wahrheit ist der im Inneren elfenbeinfarbene „Winterspargel“ dem Original überlegen, nicht nur was seine Länge von bis zu einem halben Meter angeht. Die kalzium-, eisen-, magnesium- und vitaminreiche Schwarzwurzel gibt es nicht nur mitten in der kalten Jahreszeit, sie ist auch robust, lagerfähig und wird nicht holzig.

Es ist richtig, dass ihre korkige Rinde beim Schälen ohne Handschuhe hässliche Flecken von großer Haltbarkeit in die Haut gerbt. Und es stimmt, dass ihr milchiger Saft klebt wie Pattex, wenn man sie – Tipp aus dem Kochbuch – erst nach dem Garen häutet. Und damit sie nicht braun anläuft, gehören etwas Zitrone und Milch ins Kochwasser. Ja, die Zubereitung der Scorzonera ist eine Zumutung. Genau das macht sie zur „alten Sorte“ und – einige Jahre nach ihrer nordamerikanischen Schwester Topinambur – zur zumindest unter Spitzenköchen wiederentdeckten Rarität.

Sei es, dass der Kopenhagener René Redzepi sie im Restaurant Noma mit Gotland-Trüffeln als Hors d’œuvre anrichtet, der spanische Molekularkoch Ferran Adrià sie zu Steinbutt serviert oder in einem Berner Grandhotel das Steak auf „seinem Bett von Schwarzwurzelragout“ kommt – sie harmoniert. Anders als der geltungssüchtige Spargel kann, aber muss sie kein Solo auf dem Teller spielen. Ganz gleich ob die Sorte „Hoffmanns Schwarzer Pfahl“, „Schwarzer Peter“ oder „Russischer Riese“ heißt – in der Schwarzwurzel verbindet sich das Beste (unbittere) des Spargels mit zarten Nussaromen und winterlicher Erdigkeit. Besonders gut schmeckt sie zu zerlassener Butter und gerösteten Semmelbröseln. Aber auch mit Béchamelsoße oder im Soufflé und selbst roh in den Salat geraspelt ist sie ein Genuss.

In Sachen Pest hat Mattioli die Wunderwurzel aber zweifellos überschätzt. Der Gelehrte starb 1577 am „Schwarzen Tod“ – und das vermutlich nicht, weil gerade keine Schwarzwurzel zur Hand war.

Neu frisch vom Feld gibt's die Schwarzwurzel ab Oktober, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Mi, 2015-09-02 05:00
Glottertal (dpa)

Heilung statt Quote - Echtes Leben in der «Schwarzwaldklinik» Von Jürgen Ruf, dpa

Als «Schwarzwaldklinik» ist das Sanatorium bei Freiburg weltberühmt geworden. Fans kommen noch heute. Doch hinter den Gardinen der TV-Kulisse liegen echte Patienten.

Glottertal (dpa) - Professor Brinkmann und Oberschwester Hildegard sind auf den Krankenhausfluren nicht anzutreffen. Doch sie sind hier Teil der Geschichte. In dem markanten Klinikgebäude in Glottertal bei Freiburg arbeiten echte Ärzte und Schwestern, sie betreuen reale Patienten. Draußen vor der Tür schauen Touristen vorbei auf der Suche nach der «Schwarzwaldklinik». Denn das Gebäude, in dem die Thure-von- Uexküll-Klinik ihre neue Heimat gefunden hat, diente der weltweit bekannten Fernsehserie aus dem Schwarzwald als Kulisse. Heute, 30 Jahre nach dem Start der Serie, stoßen hier Welten aufeinander.

«Es ist ein Glücksfall, ein derart prominentes und geschichtsträchtiges Gebäude nutzen zu dürfen», sagt Klinikchef Franz-Josef Luxem. Das vor genau 101 Jahren erbaute Sanatorium, in dem schon Kanzler Ludwig Erhard (1897-1977) kurte, gehört zu den bekanntesten Fernsehkulissen Deutschlands. In den 1980er Jahren gab das Carlsbau genannte Haus mitten im Schwarzwald der ZDF-Serie «Schwarzwaldklinik» das Gesicht und wurde so weltweit bekannt.

Fast zehn Jahre, bis zum Herbst 2014, stand das im Jugendstil erbaute Krankenhaus leer. Dann zog die aus Freiburg stammende Uexküll-Klinik ein. Sie residiert nun dort, wo vor 30 Jahren Fernsehgeschichte geschrieben wurde. Psychosomatische Medizin steht im Vordergrund. Betreut werden Menschen mit Depressionen, Essstörungen und anderen Leiden, die psychisch bedingt sind.

Die «Schwarzwaldklinik» ist nach Angaben des ZDF die bis heute populärste und erfolgreichste deutsche Fernsehunterhaltungsserie. Bis zu 28 Millionen Zuschauer saßen in Deutschland pro Folge vor den Bildschirmen. Es wurden insgesamt 75 Folgen gesendet, die erste im Oktober 1985. Auch international war die Serie um Professor Brinkmann ein Renner: Sie wurde in 43 Ländern ausgestrahlt.

An den Drehorten im Schwarzwald löste sie einen Touristenboom aus. So extrem wie damals ist es nicht mehr. Doch noch immer ist die Klinik im Glottertal, wie auch andere Drehorte im Schwarzwald, ein Anziehungspunkt, vor allem in der Sommersaison. «Menschen, die vor der Klinik stehen und fotografieren sowie in Erinnerungen schwelgen, gehören für uns zum täglichen Bild», sagt Luxem.

Das auffällige Schild «Schwarzwaldklinik» über der Eingangstür, das von den Dreharbeiten stammt, hängt heute noch da. «Wir haben es bewusst dran gelassen», sagt Melcher Franck, Geschäftsführer der Kur und Reha Klinik GmbH, dem Träger der Klinik. Die Serie gehöre zur Historie des Hauses, deshalb dürften auch Besucher bis vors Gebäude.

Doch am Eingang zum Parkplatz ist Schluss. Weil die nach dem Freiburger Mediziner Thure von Uexküll (1908-2004) benannte Klinik Menschen mit psychosomatischen Erkrankungen behandelt, ist für mehr Rummel kein Platz. Rein in die Klinik oder in den Garten dürfen «Schwarzwaldklinik»-Fans nicht.

«Es ist ambivalent», sagt Franck. Die idyllische Lage des Hauses mitten im Schwarzwald garantiere Ruhe und Abgeschiedenheit. Das sei für Patienten wichtig, deshalb ist die Klinik hierher gezogen. Dies mit der «Schwarzwaldklinik» unter einen Hut zu bringen, sei nicht immer einfach: «Es gab auch schon Touristen, die in die Küche gegangen sind und gefragt haben, was es heute zu Essen gibt», erzählt Luxem. Das gehe natürlich nicht. Und auch die Beschäftigten sind betroffen. Dort, wo in der Serie die Notaufnahme war, ist heute die Mitarbeiterkantine. Blicke von Schaulustigen durchs Fenster auf den Teller der Mediziner und Pfleger kommen immer mal wieder vor.

«Wir versuchen, den Spagat hinzubekommen, bislang ist uns das ganz gut gelungen», sagt Franck. Die meisten Besucher verhielten sich korrekt und zurückhaltend. Für die Patienten selbst sei die Krankenhausserie nicht so wichtig, sagt Luxem. «Das ist am Anfang bei manchen ein Aha-Effekt. Aber unsere Patienten sind froh, dass sie einen Klinikplatz gefunden haben und dass ihnen geholfen wird, dass ihre Nöte ernst genommen und ihre Leiden behandelt werden.» Professor Brinkmann und seine TV-Ärzte spielten dabei keine Rolle.

Die Thure-von-Uexküll-Klinik behandelt Akut- und Reha-Patienten, das Haus hat nach eigenen Angaben mehr als 60 Behandlungsplätze und beschäftigt über 70 Mitarbeiter. Auf Entdeckungssuche im der Klinik müssen Serien-Fans nicht gehen, sagt Luxem: Die Innenaufnahmen wurden damals alle in Fernsehstudios in Hamburg gedreht.

Glottertal mit seinen 3100 Einwohnern ist froh über die Mediziner - über die im Krankenhaus und jene im Fernsehen. «Unsere Gemeinde ist ein überregional bekannter Gesundheitsstandort», sagt Bürgermeister Karl Josef Herbstritt (CDU). Patienten kämen aus ganz Deutschland. Die «Schwarzwaldklinik» habe die Gemeinde berühmt gemacht und sei bis heute Symbol. «Aber auf dem TV-Ruhm ruhen wir uns nicht aus.»

Das gilt auch für das frühere Ärztehaus direkt neben der Klinik. Dort wurde jahrelang die ARD-Kinderserie «Tiere bis unters Dach» gedreht. Weil diese zu Ende ist, soll auch hier wieder reales Leben einziehen.

Mi, 2015-09-02 04:13
Aviv (dpa)

UN-Handelsexperten: Gazastreifen droht Unbewohnbarkeit

Genf/Tel Aviv (dpa) - UN-Experten haben ein düsteres Zukunftsszenario für den Gazastreifen gezeichnet. Sollte sich an den gegenwärtigen ökonomischen Entwicklungen nichts ändern, könnte das Küstengebiet bis 2020 unbewohnbar werden, teilte die Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung (UNCTAD) in einem am Dienstagabend in Genf veröffentlichten Bericht mit. Neben einer achtjährigen Wirtschaftsblockade habe es in den vergangenen sechs Jahren drei Militäreinsätze im dicht besiedelten Gazastreifen gegeben. Diese hätten der ohnehin maroden Infrastruktur weiteren Schaden zugefügt sowie Wiederaufbau und wirtschaftliche Erholung behindert.

Allein im vergangenen Jahr waren in dem 50-tägigen Krieg zwischen Israel und der radikalen Palästinenserorganisation Hamas mehr als 2200 Palästinenser und mehr als 70 Israelis getötet worden. Ende August 2014 verkündeten Israel und die Palästinenser eine Waffenruhe.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bot Palästinenserpräsident Mahmud Abbas nun sofortige und direkte Friedensgespräche an. Dafür sei er bereit, an jeden Ort zu fahren, ohne Vorbedingungen, hieß es auf der Internetseite des Regierungschefs.

Mi, 2015-09-02 04:30
Mallorca (dpa)

Rekordandrang im Sommer: Nun will Mallorca mehr Winterurlauber Von Stephanie Schuster, dpa

Im Sommer zu voll, im Winter zu leer: Mallorcas neue Regierung sucht nach Wegen, um die Touristenmassen besser über das Jahr zu verteilen. Bisher waren die Versuche, mehr Urlauber im Herbst oder Winter auf die Insel zu locken, jedoch wenig erfolgreich.

Palma de Mallorca (dpa) - Es wird immer voller - an den Stränden, in den Hotels, in den Jachthäfen und Ankerbuchten. Knapp 1,7 Millionen Touristen wurden im Juli auf Mallorca gezählt, gut 300 000 mehr als noch vor fünf Jahren. Nach dem Spitzenjahr 2014 zeichnet sich gerade ein neuer Rekord ab. Die neue Linksregierung auf der spanischen Inselgruppe der Balearen will gegen den extremen Andrang zur Hauptsaison ankämpfen und die Insel verstärkt als Winterreiseziel bewerben.

So mancher Urlauber, der das Gedränge allmählich satthat, würde es den Politikern danken. Doch die Hoteliers prophezeien schon jetzt: Das wird nicht klappen. Die Leute kämen schließlich nach Mallorca, um im Sommer in der Sonne am Strand zu liegen und im Meer zu baden.

Mallorca-Urlauber Bernd Grundmann aus Hamburg erzählt, er und seine Familie hielten sich im Urlaubsort Cala Ratjada, wo ihr Hotel steht, meist nur abends und zum Schlafen auf. «An den beiden kleinen Stränden ist es uns zu voll», sagt er. Seine Frau Sylvia pflichtet ihm bei: Sie habe das kleine Fischerdorf vor über 25 Jahren als verschlafenes Nest mit gerade mal einer Diskothek kennengelernt und sei nun regelrecht schockiert über die Auswüchse des Massentourismus. «Man hätte schon längst etwas tun müssen, um das zu verhindern», meint sie.

Die neue Balearen-Regierung will es nun versuchen. «Die Touristenzahlen in den Sommermonaten sind extrem, inzwischen haben die Urlauber selbst das Gefühl, dass sich zu viele Menschen auf der Insel drängen», sagte Tourismusminister Biel Barceló von der Linkspartei Més der Deutschen Presse-Agentur. Im August 2014 verzeichnete Mallorca über 1,7 Millionen Urlauber, im Dezember kamen dagegen gerade mal 122 000 Besucher. Dieses Ungleichgewicht zwischen Haupt- und Nebensaison gelte es zu entschärfen.

Die Frage ist nur wie. Man müsse die Insel verstärkt als Reiseziel zum Wandern, Radfahren und für andere Sportaktivitäten anpreisen, schlägt Barceló vor - wohlwissend, dass diese Idee nicht ganz neu ist. Auch Mallorcas Gastronomie, die Märkte und Dorffeste lohnten ganzjährig einen Besuch. «Wir müssen den Leuten klarmachen, dass die Insel auch im Winter viel zu bieten hat», sagte der Minister.

Doch die Sache hat einen Haken - an dem schon so mancher Tourismusminister gescheitert ist: So lange es im Winter keine besseren Flugverbindungen und billigere Tickets gibt, werden die Besucherzahlen kaum steigen. «Diese Barriere müssen wir als erste überwinden», betonte Barceló. Man wolle mit den Fluggesellschaften verhandeln. Ein britischer Billigflieger kündigte immerhin an, die Insel künftig schon im Februar statt erst im März anzusteuern.

Dass die Airlines den Mallorca-Flugplan im Winter deutlich eindampfen, liegt auch daran, dass in der Nebensaison kaum Hotels geöffnet sind - ein Missstand, den die Balearen-Regierung zu beseitigen versucht. Allerdings scheinen die Hoteliers, die sich über die ab Herbst 2016 geplante Touristensteuer ärgern, wenig kooperativ.

«Die Leute wollen Sonne und Strand», sagte Inmaculada Benito, die Geschäftsführerin des inselweiten Hotelverbands. Eine Umverteilung der Touristenscharen von der Haupt- auf die Nebensaison werde daher nicht gelingen. Für 2016 rechnet Benito erneut mit Spitzenwerten. «Die Aussichten sind gut, wir hoffen, dass die Urlauberzahlen nicht zurückgehen», sagte sie der Deutschen Presse-Agentur.

Dagegen fordert Miquel Ángel March, der Bürgermeister von Pollença, mit den immer neuen Besucherrekorden müsse Schluss sein. «Wir müssen uns von der Fixierung auf die Urlauberzahlen verabschieden», sagte der Ex-Chef des Umweltverbandes Gob der «Mallorca Zeitung». Das touristische Angebot und die Übernachtungsplätze in Hotels und Appartements dürften nicht weiter zunehmen. «Jeder schreit nach Qualitätstourismus, aber wenn am Ende nicht elf, sondern nur noch zehn Millionen Urlauber kommen, sind alle entsetzt.»

Eine Maßnahme, die ein weiteres Ansteigen der Touristenzahlen verhindern könnte, bestünde im rigorosen Verbot der Ferienvermietung von Privatappartements. Solche Vermietungen finden bisher in einer gesetzlichen Grauzone statt und treiben immer wildere Blüten. Ein Verbot hält March allerdings für kaum durchsetzbar. «Das würde die Leute nicht davon abhalten, es trotzdem zu tun.» Barceló beteuert, man wolle das Vermieten von Privatwohnungen regeln und beispielsweise Mindeststandards festlegen.

Es ist kein leichtes Unterfangen also, die Jahr für Jahr wachsenden Touristenzahlen in den Griff zu bekommen. Das ist auch Urlauber Bernd Grundmann klar. «Ein bisschen weniger wäre wirklich schön, aber wie will man selektieren?», fragt sich der Hamburger. Für ihn steht schon jetzt fest: «Wenn es hier noch voller wird, werde ich mir wohl ein anderes Reiseziel suchen.»

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate „ausgesetzt“. Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit „ausgesetzter“ Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU. 
Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen. 

ERPRESSO
Die Leere des Portemonnaies
 

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Schaurige Leistung.
Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten.

Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich.

VW. Das Böse.
 

 

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Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

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