So, 2015-04-26 07:59
Jerusalem (dpa)

Neuer Auto-Anschlag nach Tod zweier Palästinenser

Jerusalem (dpa) - Nach dem Tod zweier Palästinenser hat ein arabischer Einwohner Jerusalems israelische Polizisten mit seinem Auto gerammt. Der Tatverdächtige sei am Sonntag festgenommen worden, teilte Polizeisprecher Micky Rosenfeld mit. Er soll sein Fahrzeug am Vorabend absichtlich in eine Gruppe von Polizisten gelenkt und dabei vier von ihnen verletzt haben. Die Tat folgte auf den Tod zweier Palästinenser, die israelische Sicherheitskräfte mit Messern angegriffen hatten.

In Hebron im Westjordanland wurde am Samstag ein Palästinenser erschossen, nachdem er auf einen israelischen Grenzpolizisten eingestochen hatte. Zuvor hatten in der Nacht zum Samstag Mitglieder der israelischen Grenzpolizei in Jerusalem einen 16-jährigen Palästinenser erschossen. In einer Mitteilung der Polizei hieß es, der junge Mann habe nahe eines Kontrollpostens ein großes Messer gezogen und sei damit auf die Sicherheitsbeamten zugerannt. Als er auf Warnschüsse nicht reagiert habe, sei er erschossen worden.

In Ost-Jerusalem kam es nach dem Vorfall zu gewaltsamen Protesten. In den vergangenen Wochen hatten sich dort zumeist junge Palästinenser immer wieder Auseinandersetzungen mit israelischen Sicherheitskräften geliefert.

So, 2015-04-26 08:45
Birkenfeld (dpa)

Eismacher verkauft Leberwurst-Eis für Hunde

Birkenfeld (dpa) - Eine Eisdiele in Rheinland-Pfalz hat Besonderes im Angebot: Leberwurst-Eis für Hunde. «Es kommt sehr gut an», sagt Marco Vazzola, der das Eiscafé in Birkenfeld betreibt. Er habe schon seit Jahren gemerkt, dass Hundebesitzer gerade an heißen Tagen oft für ihren Hund eine extra Kugel Eis gekauft haben. So sei ihm die Idee für ein Vierbeiner-Eis gekommen.

Der Sprecher des Verbandes für das Deutsche Hundewesen in Dortmund, Udo Kopernik, sagt, es sei eher selten, dass Eis für Vierbeiner in einer Eisdiele mit angeboten werde. Grundsätzlich spreche nichts dagegen, dass Hunde solch eine kühle Leckerei bekämen. Es komme aber auf die Menge an.

So, 2015-04-26 08:31
Luxemburg (dpa)

«Einfaches richtig gut machen»: Starköchin Léa Linster wird 60 Von Birgit Reichert, dpa

Léa Linster führt seit fast 30 Jahren ein Sterne-Restaurant in Luxemburg. Royals, Rapper, TV- und Filmstars essen bei ihr. Die aus dem Fernsehen bekannte Spitzenköchin kocht ihre Rezepte auswendig.

Luxemburg (dpa) - Sie hat schon für Lady Di, den spanischen König Felipe, Bundeskanzlerin Angela Merkel, den US-Rapper Snoop Dogg und Luxemburgs großherzogliche Familie gekocht. Auch Alfred Biolek und Schauspieler Michael Caine zählt die Sterneköchin Léa Linster in ihrem Restaurant im luxemburgischen Frisingen zu ihren Gästen.

«Das Besondere meiner Küche ist, dass ich nur das koche, was ich auch selbst liebe», sagt Linster, die seit fast 30 Jahren einen Michelin-Stern hält. Am 27. April feiert die Luxemburgerin, die bislang als weltweit einzige Frau die Kochtrophäe «Bocuse d'Or» gewonnen hat, ihren 60. Geburtstag.

Ob Lammrücken in Kartoffelkruste, Crème brûlée oder Madeleines: «Bei mir muss alles Weltklasse sein», sagt sie, legt ihre Schürze um und beginnt Teig in Formen zu füllen. Ihr Stil sei «léalinsterisch» - und der bedeute «Einfaches richtig gut machen». Das sei ihre luxemburgische Seite. «Ich habe lieber ein perfektes Butterbrot als mittelmäßigen Hummer.»

Den Küchenduft hat Linster schon als Kind aufgesogen. Ihre Eltern hatten in Frisingen ein Café, das Restaurant, Kegelbahn, Gasthaus, Tanzlokal und Tankstelle in einem war.

«Ich weiß, es klingt hart, aber als kleines Mädchen freute ich mich immer auf Beerdigungen», erzählt sie. Denn da sei immer das ganze Dorf ins Lokal ihrer Familie gekommen. «Es gab ein Festmahl und am Ende viel Schnaps und alle wurden lustig.»

Ihren Eltern schaute sie die Kniffe in der Küche ab. «Ich konnte schon als Kind alles kochen.» Sie sei das einzige von vier Kindern gewesen, das immer alles probiert habe. Auch heute wisse sie sofort, wenn etwas fehle. «Ich bin im Restaurant die Geschmacksbank.»

Ihr erstes größeres Essen zauberte sie demnach als Teenager, und mit 19 Jahren servierte sie ein Hochzeitsmenü für 45 Leute. Mit 25 Jahren übernahm sie nach dem Tod ihres Vaters das Café. «Mir war klar, ich wollte ein Sternelokal daraus machen.» 1987 war es dann soweit.

Zwei Jahre später kochte sie sich dann in Lyon bei einem nach der französischen Kochlegende Paul Bocuse benannten Wettkampf an die Spitze. Über die Jahre gewann sie viele Auszeichnungen: «Aber der Bocuse d'Or ist meine wichtigste.»

In ihrer Küche, in der sie immer ohne Rezept kocht, sei Qualität das A und O, sagt sie. «Das fängt bei der Butter an und hört nie auf.» Inzwischen betreibt Linster auch ein Café in Luxemburg-Stadt, in dem sie auch ihre Madeleines, Quiches und andere Delikatessen verkauft.

«Ich finde es besonders, bei einer luxemburgischen Sterneköchin mal eben einen Kaffee zu trinken», sagt der 64 Jahre alte Gast Joachim Friess aus dem hessischen Geisenheim.

«Wenn man in Luxemburg ist, muss man einfach hier herkommen», meint die Luxemburgerin Mara Cruciani. Auch wenn die Köchin nicht immer persönlich an der Theke steht oder im Hintergrund Madeleines bäckt. In Frisingen sei Linsters Restaurant «das Aushängeschild des Dorfes», sagt eine gute Freundin der Köchin.

In vielen TV-Sendungen («The Taste», «Die Küchenschlacht», «ZDF-Fernsehgarten») ist Linster bereits aufgetreten. Sie hat zig Kochbücher geschrieben und jüngst eine Autobiografie herausgebracht («Mein Weg zu den Sternen»).

«Ich habe noch so viele Ideen», sagt sie. Gerne würde sie sich auch in anderen Ländern geschäftlich niederlassen. «Mit einem Hotel oder Restaurant, in Berlin, Düsseldorf oder New York. Ich bin da offen», sagt sie. Konkrete Pläne gebe es aber noch nicht.

Vor ein paar Jahren ist Linster zudem unter die Winzer gegangen. Ein rund ein Hektar großer Weinberg, der an ihr Wohnhaus im luxemburgischen Remich grenzt, wirft im Jahr etwa 1500 Flaschen Elblingwein ab. Und mit dem deutschen Winzer Maximilian von Kunow aus Konz-Oberemmel (Rheinland-Pfalz) macht sie einen gemeinsamen Crémant aus Rieslingtrauben von beiden Seiten der Mosel («Crossmosel»). Er solle demnächst auch in New York verkauft werden, sagt Linster.

Was denn bei großem Hunger ihr Lieblingsessen sei? «Ich liebe Kartoffeln», verrät sie. Und zwar am liebsten «mit einem Klecks dicker Sahne» und wenn möglich ein bisschen Kaviar darauf. Anstelle des Kaviars sei auch gute Butter mit ein bisschen Salz und Schnittlauch möglich. In ihren runden Geburtstag wollte sie mit vielen Weggefährten in Frisingen reinfeiern. «Das wird eine super Fête», hatte sie angekündigt.

À la Saison

Krautiger Kohlrabi

(Brassica oleracea var. gongylodes)
Ob das deutscheste aller Gemüse wirklich aus Deutschland kommt, liegt – ehrlich gesagt – im Dunkeln. Erfahren Sie mehr über dieses und weitere Geheimnisse aus der Kulturgeschichte des Kohlrabi.

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Es ist ein Irrtum, dass es sich beim deutschesten aller Gemüse um Weißkohl alias Sauerkraut handelt. Zwar hat die vergorene Spezialität den Deutschen in England den Spottnamen Krauts eingetragen, aber fragen Sie mal einen Russen, Ungarn, Japaner, Niederländer, Dänen, Schweden, Franzosen oder Briten, was Kohlrabi in seiner Sprache heißt. Die Antwort mag ka, karalábé, koolrabi, kaalrabi, kålrabbi, colrave oder kohlrabi lauten, phonetisch ist das Ergebnis das gleiche: Die Welt spricht Kohlrabi. Krautiger wird’s nimmer.

Ist es Begeisterung über den süßen, leicht nussigen, dezenten Kohlgeschmack, die Menschen zwischen Washington und Tokio veranlasst, die komisch klingende Knolle im Munde zu führen? Mitnichten. Nur das Wort, nicht das Gemüse kommt ihnen über die Lippen. Kohlrabi ist so deutsch, dass vor allem die Deutschen ihn essen. 40.000 Tonnen im Jahr wachsen hier, und weil das noch zu wenig ist, bauen auch die Niederlande, Polen und Frankreich den Kreuzblütler an – für den Export.

Im Gegensatz zu Weiß- oder Blumenkohl, bei denen Blätter oder Blütenstand verzehrt werden, verdickt sich beim Kohlrabi der untere Teil der oberirdischen Sprossachse und liegt grünweiß oder blauviolett auf der Erdkrume. Innen sind alle Kohlrabis hell. Die größte Sorte heißt „Superschmelz“ und kann – ohne holzig zu werden – zur Größe eines Kohlkopfs anwachsen. Und der einzige Speck, der auch Vegetariern schmeckt, dürfte „Blauer Speck“ sein.

In Wirklichkeit enthält Kohlrabi neben viel Wasser, etwas Zucker und Eiweiß nur 0,1 Prozent Fett. In Deutschland wurde die Knolle im 16. Jahrhundert erstmals erwähnt. Sie war ein Star der Barockküche – beispielsweise in Leipzig, wo sie dem Allerlei den letzten Schliff gab. Das Original hat übrigens nichts mit Erbsen-Möhren-Spargel-Dosenmatsch zu tun, sondern ist ein knackiger Genuss, der – serviert mit heller Soße und luftigen Semmelklößchen – auch Blumenkohl, Morcheln und Flusskrebsschwänze vereint.

Ein Festmahl, das noch nicht ganz vergessen war, als Kurt Tucholskys Alter Ego Peter Panter sich 1928 in einem Speiselokal über breiiges Gemüse beschwerte und die Bedienung antwortete: „Da müssen Sie mal zu meiner Mutter kommen, Herr Panter, die kocht Ihnen ein Leipziger Allerlei ...“ – „Liebe gnädige Frau, es ist so nett von Ihnen ... Aber alle Leute können doch nicht bei Ihrer Mama essen!“

Kohlrabi passt gut zu Rahmsoßen, die auch mal mit Safran oder Chili gewürzt sein dürfen. Am besten gart man ihn im Ganzen und schält und teilt ihn hinterher, damit Aroma und Nährstoffe besser erhalten bleiben: Selen, Senföle und viel Vitamin C stärken das Immunsystem. Roh harmoniert Kohlrabi mit Nüssen, Ziegenkäse, Lachs und Äpfeln. Sein Kraut gehört nicht in den Kompost, denn es enthält viele Mineralien, Karotin, B-Vitamine und Eiweiß. Die zarten Herzblätter schmecken gut in Salat und Suppe oder als Hauptgericht: In Südeuropa bereitet man aus ihrem Grün vegetarische Rouladen oder „Spinat“ zu.

Südeuropa?! Ob das vermeintlich deutsche Gemüse auch aus der Region stammt, in der es so gerne verspeist wird, liegt – um ehrlich zu sein – im Dunkeln. Es könnte genausogut ein Nachfahre des pompejanischen Kohls sein, den der Römer Plinius kurz nach der Zeitenwende beschrieb. Grimms Wörterbuch vermerkte im 19.Jahrhundert, der Begriff Kohlrabi sei „merkwürdig durch seine Gestalt, halb deutsch halb italienisch“. Klar ist: Italien spricht nicht kohlrabisch. Der inoffizielle Kulturbotschafter der Krauts heißt dort cavolo rapa, Kohlrübe.

Neu frisch aus dem Gewächshaus gibt's Kohlrabi ab April, frisch vom Feld im Mai.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen


In jeder Ausagebe des Greenpeace Magazins berichten wir über die Kulturgeschichte von Obst und Gemüse. Unsere neue Ausgabe erhalten Sie am Bahnhofskiosk, in unserem Warenhaus und für nur 33,50€ im Jahresabo

À la Saison

Schlangenmordende Schwarzwurzel

(Scorzonera hispanica)
Die Schwarzwurzel hieß noch im 17. Jahrhundert „Schlangenmord“ oder „Vipergras“. Tatsächlich ist sie eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel

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„Die Wurtzel“ sei „fleischig, saftig und voll Milch“ sowie „süß von Geschmacke, wann sie gesotten worden“, schrieb der französische Chemiker und Arzt Nicolas Lémery 1698 in ein Lexikon. Den Zeitgenossen mochte das gewagt erscheinen. War die Schwarzwurzel doch erst seit kurzem etwas zu Essen. Im Deutschen trug das neue Gemüse die Beinamen „Schlangenmord“ und „Vipergras“, die eher nach Hexenkessel als nach Eintopf klangen.

Schuld war der italienische Botaniker und Mediziner Pietro Andrea Mattioli, der die antike Heilpflanze 1544 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Der kaiserliche Leibarzt verwandte die Wurzel des Korbblütlers nicht nur gegen Wundfieber und Knochenbrüche, sondern auch „wider den Natterbiß“. Er taufte sie Scorzonera hispanica nach ihrem Herkunftsland Spanien und dem Namen einer schwarzen Giftschlange. Außerdem setzte er das Gewächs auch „wider die fallende Seuche, zu den Pocken und für die Pest“ ein, wie Lémery 150 Jahre
später notierte. Sie ist, kurzum, eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel.

„Proletenspargel“ oder „Spargel des armen Mannes“ heißt Mattiolis Zaubergemüse im Volksmund heute. Eine Delikatesse, die hierzulande – außer in Bayern – kaum groß--flächig angebaut wird. Wir importieren sie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, wo man offenbar weiß, was gut ist. In Wahrheit ist der im Inneren elfenbeinfarbene „Winterspargel“ dem Original überlegen, nicht nur was seine Länge von bis zu einem halben Meter angeht. Die kalzium-, eisen-, magnesium- und vitaminreiche Schwarzwurzel gibt es nicht nur mitten in der kalten Jahreszeit, sie ist auch robust, lagerfähig und wird nicht holzig.

Es ist richtig, dass ihre korkige Rinde beim Schälen ohne Handschuhe hässliche Flecken von großer Haltbarkeit in die Haut gerbt. Und es stimmt, dass ihr milchiger Saft klebt wie Pattex, wenn man sie – Tipp aus dem Kochbuch – erst nach dem Garen häutet. Und damit sie nicht braun anläuft, gehören etwas Zitrone und Milch ins Kochwasser. Ja, die Zubereitung der Scorzonera ist eine Zumutung. Genau das macht sie zur „alten Sorte“ und – einige Jahre nach ihrer nordamerikanischen Schwester Topinambur – zur zumindest unter Spitzenköchen wiederentdeckten Rarität.

Sei es, dass der Kopenhagener René Redzepi sie im Restaurant Noma mit Gotland-Trüffeln als Hors d’œuvre anrichtet, der spanische Molekularkoch Ferran Adrià sie zu Steinbutt serviert oder in einem Berner Grandhotel das Steak auf „seinem Bett von Schwarzwurzelragout“ kommt – sie harmoniert. Anders als der geltungssüchtige Spargel kann, aber muss sie kein Solo auf dem Teller spielen. Ganz gleich ob die Sorte „Hoffmanns Schwarzer Pfahl“, „Schwarzer Peter“ oder „Russischer Riese“ heißt – in der Schwarzwurzel verbindet sich das Beste (unbittere) des Spargels mit zarten Nussaromen und winterlicher Erdigkeit. Besonders gut schmeckt sie zu zerlassener Butter und gerösteten Semmelbröseln. Aber auch mit Béchamelsoße oder im Soufflé und selbst roh in den Salat geraspelt ist sie ein Genuss.

In Sachen Pest hat Mattioli die Wunderwurzel aber zweifellos überschätzt. Der Gelehrte starb 1577 am „Schwarzen Tod“ – und das vermutlich nicht, weil gerade keine Schwarzwurzel zur Hand war.

Neu frisch vom Feld gibt's die Schwarzwurzel ab Oktober, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Querulante Quitte

(Cydonia oblonga)
Die Quitte ist ein vergessenes Obst wie viele andere: Wiedersehen macht Mühe. Aber die Mühe lohnt sich. Quitten enthalten mehr Vitamin C als die meisten Äpfel, viele Mineralstoffe und Spurenelemente.

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„Wenn Krieg kommt und ich hätte nichts zu essen, dann ess’ ich die auch“, sagt eine Dame und hält den Quittenschnitz mit spitzen Fingern. „Hässlicher Apfel“, kommentiert ein anderer Teilnehmer. Und eine Oma schüttelt den Kopf: „Würde ich mir nicht kaufen.“ Der Mann von der Marktforschung nickt. Verstanden. Dann fliegt eine Schrift ins Bild. „Wir machen es trotzdem.“ „Quitteschön!“, plakatierte Bionade im Frühjahr 2009 frech. Aber Frechheit siegte nicht. Letzten Sommer musste der Limobrauer die Sorte unter regem Desinteresse der Öffentlichkeit wieder vom Markt nehmen. Was ist das für ein Land, in dem die Leute zwar so etwas Exotisches wie Holundersprudel bechern, aber Quittenbrause boykottieren?

Vor 154 Jahren reimte Wilhelm Busch: „Das Quarz sitzt tief im Bergesschacht, die Quitte stiehlt man bei der Nacht“. Seither hat die Wertschätzung der „Schönen aus dem Morgenland“ rapide abgenommen. In Deutschland liegt der kommerzielle Anbau so am Boden, dass praktisch jede Quitte ein Bio-Liebhaberstück ist. „Quitten für die Menschen zwischen Emden und Zittau“, forderte Max Goldt schon vor 20 Jahren in einem Plädoyer für das „unbeliebteste heimische Obst“. Aber auch er konnte die „Unverzehrbarkeit der Quitte im rohen Zustand“ nicht wegargumentieren: „Zum Zerteilen und Schälen bediene man sich der Erzeugnisse der Firma Black & Decker.“ Es hilft nichts. Die Quitte ist ein vergessenes Obst wie viele andere: Wiedersehen macht Mühe. (Aber die Mühe lohnt sich.)

Das Wort Quitte kommt vom lateinischen malum cidonium – Apfel aus Kydonia. Dort, im heutigen Chania auf Kreta, entdeckten die Römer einst das holzige Obst. Ursprünglich stammt es aus Vorderasien und ist viel älter als seine Kernobstgeschwister Apfel und Birne. Der „Zankapfel“ des Paris ist wohl eigentlich eine Quitte. Die goldene Frucht der Liebesgöttin Aphrodite galt in Griechenland als Symbol von Glück und Fruchtbarkeit. Bräute knabberten daran, um dem Atem Süße zu verleihen.

Quitten helfen aber nicht nur gegen Mundgeruch, sie sind auch gesund. Schon Hippokrates nutzte die rohe Frucht zum Blutstillen. Quitten enthalten mehr Vitamin C als die meisten Äpfel, viele Mineralstoffe und Spurenelemente. Das Wichtigste aber: Sie sind die letzten Sommerfrüchte und bringen, kühl und luftig gelagert, bis nach Weihnachten Sonne auf den Teller. Manch erdigem Herbstmahl verleihen ihre Rosen-, Honig- oder Birnennoten Leichtigkeit. Nuancen von Ananas und Mango wärmen mit tropischer Intensität aus der Region knurrende Wintermägen.

Das sture Obst fördert außerdem die Geduld. Quittengelee braucht zwei, Quittenbrot gar bis zu vier meditative Herbsttage. Noch in den Fünfzigerjahren war Quittenbrot das Konfekt des kleinen Mannes. Doch mit dem Aufstieg der Tafelschokolade begann sein Fall und damit auch der Niedergang der Quitte. Dabei schmeckt sie auch zu Fleisch oder im Apfelkuchen. Und Quittenchutney passt hervorragend zu Jakobsmuscheln. Alles ist erlaubt – außer Quittenmarmelade. Laut einer EG-Verordnung von 1982 darf Marmelade nämlich nur Zitrusfrüchte enthalten. Sonst muss sie Konfitüre heißen. Das ist natürlich grober Unsinn. Schließlich ist die Quitte die Mutter aller Marmeladen. Marmelade kommt von marmelo – Portugiesisch für Quitte.

Neu frisch vom Feld gibt's die Quitte ab Oktober.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Beschwippste Johannisbeere

(Ribes)
Dank ihres fast schon übelriechenden Moschusdufts verliebt man sich in die Johannisbeere eher auf den zweiten Blick. Aber diese Liebe kann umso länger dauern.

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Aus Mario Adorf spricht schiere Verzweiflung: „Isch scheiß dich so was von zu mit meinem Jeld, dass du keine ruhje Minute mehr hast!“, droht er in der Rolle des rheinischen Klebstofffabrikanten Heinrich Haffenloher dem Klatschreporter Baby Schimmerlos. Denn der will ihn partout nicht in seiner Society-Kolumne erwähnen. Die Szene stammt aus der Fernsehserie „Kir Royal“. Mitte der Achtziger ausgestrahlt, heißt die bitterböse Persiflage der Münchner Schickeria nach dem Trendgetränk der Zeit: nicht zu verwechseln mit „Kir“, der nur Sekt enthält. In der königlichen Variante gehört der Johannisbeerlikör bitteschön mit Champagner aufgegossen!

In Wirklichkeit war diese neue Mode mit mindestens 30 Jahren Verspätung über den Rhein geschwappt. Benannt ist der Aperitif nach Félix Kir, dem Bürgermeister von Dijon. Der Legende nach war dem katholischen Geistlichen der Wein in seiner Stammkneipe zu sauer, weshalb er Crème de Cassis vom Nachbartisch hineingoss. Dieser Cocktail mit dem Likör der Schwarzen Johannisbeere soll ihm derart gemundet haben, dass er fortan beim Wirt nur noch „Kir“ bestellte. Im November 1951 erlaubte er einem Cassis-Produzenten, mit seinem Namen zu werben.

Ihren hochdeutschen Namen haben die Früchte, die in Österreich nach ihrem lateinischen Namen Ribiseln und in der Schweiz aus ungeklärten Gründen Meertrübeli heißen, vom traditionellen Erntebeginn am Johannistag: Um den 24. Juni herum reifen zuerst die weißen, dann die roten Rispen. Diese leichtlebigeren Schwestern der bittersüßen Schwarzen Johannisbeere müssen nicht erst verbacken, verkocht oder vergoren werden, um ihr Aroma ganz zu entfalten. Die lieblich-süßen Weißen Johannisbeeren (Ribes album) schmecken zwar zu allem, sogar zu Linsen. Am besten sind sie aber frisch vom Strauch, wo Sonnenlicht ihre Haut durchschimmert. Die delikate Säure Roter Johannisbeeren (Ribes rubrum) bereichert roh zum Beispiel Obstsalate aus süßeren Früchten und harmoniert mit Quark, Vanilleeis und gezuckertem Eischnee.

Die komplexeste der drei Ribiseln aus der Familie der Stachelbeergewächse ist jedoch die Schwarze (Ribes nigrum), die im Juli reift. Dank ihres fast schon übelriechenden Moschusdufts verliebt man sich in sie eher auf den zweiten Blick. Aber diese Liebe kann umso länger dauern: Denn die „Gichtbeere“ ist nicht nur ein Rheumamittel, sie hat auch den höchsten Eisengehalt aller Beeren und mehr als dreimal so viel Vitamin C wie Zitronen. Zudem wirkt diese volksmedizinische Wunderwaffe blutdrucksenkend, entzündungshemmend und vieles mehr. Verständlich, dass ihr Most in Kriegszeiten für Krankenhäuser reserviert war. Prosit ist übrigens auch Latein – und heißt: Es möge nützen!

Neu frisch vom Feld gibt's die Johannisbeere ab Juni.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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So, 2015-04-26 08:14
York (dpa)

Iran: Atomverhandlungen werden in New York fortgesetzt

Teheran/New York (dpa) - Die Verhandlungen über das umstrittene iranische Atomprogramm werden nach Angaben aus Teheran kommende Woche in New York fortgesetzt. Die Gespräche zwischen dem Iran, den fünf UN-Vetomächten sowie Deutschland seien am Mittwoch am Rande der UN-Konferenz für atomare Abrüstung auf Vizeaußenminister- und Expertenebene geplant, meldete die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna am Sonntag. 

Auch der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif nimmt demnach an der Konferenz teil. In New York werde Sarif auch seinen amerikanischen Amtskollegen John Kerry treffen und den weiteren Fortgang der Verhandlungen besprechen, so Irna. Im gleichen Zusammenhang sei ein Treffen mit der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini geplant.

Bei den Verhandlungen geht es um den Entwurf für das bis Ende Juni geplante Abkommen in dem zwölfjährigen Atomstreit. Nach Angaben der iranischen Seite geht die Arbeit an dem Entwurf gut, aber langsam voran. Das Abkommen soll dem Iran die zivile Nutzung von Atomkraft  ermöglichen, aber jeden Weg zu Atomwaffen versperren. Anfang April hatten sich alle Beteiligten in Lausanne auf Eckpunkte verständigt.

So, 2015-04-26 08:04
Kathmandu (dpa)

Zahl der Toten am Mount Everest steigt auf mindestens 18

Kathmandu (dpa) - Die Zahl der Lawinen-Toten am Mount Everest nach dem schweren Erdbeben ist offiziellen Angaben zufolge auf mindestens 18 gestiegen. Ausgelöst wurde das Schneebrett von dem gewaltigen Erdstoß, der Nepal, Indien, Chinas und Bangladesch am Samstag erschüttert hatte. Damit starben in diesem Jahr am höchsten Berg der Welt mehr Menschen als im vergangenen Jahr. Damals waren beim bisher schwersten Unglück in der Geschichte des Everest-Bergsteigens 16 Nepalesen in einer Lawine ums Leben gekommen.

Die Leichen seien von einem Expeditions-Team der indischen Armee gefunden worden. «Und das sind nur diejenigen im Basislager. Es gibt auch noch Camp 1 und 2 darüber», sagte ein Armeesprecher am Sonntag. Die Polizei in Lukla sprach zunächst von 17 toten Bergsteigern. «Wir wissen, dass 61 Menschen aus dem Basislager gerettet wurden», erklärte Polizeisprecher Bhanubhakta Nepal. Zu den höheren Camps hätten sie derzeit keinen Zugang.

Zum Zeitpunkt des Unglücks am Samstag hielten sich nach offiziellen Angaben etwa 1000 Bergsteiger und Träger am Mount Everest auf. Derzeit ist die Hauptsaison am 8848 Meter hohen Berg in vollem Gange. Nach Angaben von Expeditionsleitern und Angehörigen sind unter den Toten ein Australier, ein US-Amerikaner und ein Chinese. Laut Polizei starben auch mehrere Dorfbewohner durch weitere Lawinen und Erdrutsche in der Region.

So, 2015-04-26 08:53
Berlin (dpa)

Politische Woche - Themen und Termine

Berlin (dpa) - Mit den traditionellen DGB-Kundgebungen zum «Tag der Arbeit» steht die politische Woche im Zeichen des 1. Mai. Zunächst aber reist Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit wichtigen Ministern zu deutsch-polnischen Regierungskonsultationen nach Warschau. Bundespräsident Joachim Gauck besucht Österreich, Tunesien und Malta. Bei einem Treffen der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) wird ein neuer Präses gewählt. In Dachau findet die zentrale Gedenkfeier zum 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers statt.

MONTAG, 27. April

- In Warschau finden deutsch-polnische Regierungskonsultationen statt. Neben bilateralen und europapolitischen Fragen stehen die Lage in der Ukraine und die Vorbereitung des Gipfels der Östlichen Partnerschaft in Riga im Mai auf der Agenda.

- Bundespräsident Joachim Gauck nimmt in Wien an einem Staatsakt zur Gründung der Zweiten Republik Österreich teil. Anschließend reist er zu einem Staatsbesuch nach Tunesien.

- In Kiew findet ein EU-Ukraine-Gipfel statt. Zu dem Treffen haben sich EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker und Ratspräsident Donald Tusk angekündigt.

- In Kuala Lumpur endet ein Gipfeltreffen der Südostasiatischen Staatengemeinschaft (Asean).

- Eine Fachtagung zur Zukunft der Pflege veranstalten in Berlin die Kassenärztliche Bundesvereinigung, die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung und die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege.

- Der Wissenschaftsrat informiert bei seiner Frühjahrs-Pk in Berlin u.a. über ein Positionspapier zum Thema «wissenschaftliche Integrität» (Plagiate etc.).

- Der Publizist Jürgen Todenhöfer stellt in Berlin sein Buch «Inside IS - 10 Tage im Islamischen Staat» über seine Erfahrungen mit der Terrormiliz vor.

- In Mainz findet eine nicht öffentliche Tagung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge und des Landeskriminalamts Rheinland-Pfalz zum Thema «Innere Sicherheit in Zeiten von Islamischer Staat (IS)» statt.

- Die IG Bau informiert in Sachen Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit über das Thema «Unterschätztes Berufsrisiko: Lungen- und Hautkrebs».

DIENSTAG, 28. April

- Das Statistische Bundesamt unterrichtet in Berlin über die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland bis 2060.

- Ein Jahresgutachten über Deutschlands Migrations- und Integrationspolitik im internationalen Vergleich stellt der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration in Berlin vor.

- Der Paritätische Gesamtverband legt in Berlin sein Jahresgutachten zur sozialen Lage in Deutschland vor.

- Die Linke startet in Berlin ihre bundesweite Kampagne gegen prekäre Arbeits- und Lebensbedingungen unter dem Motto «Das muss drin sein».

- Zum Hochwasserschutz in Deutschland äußert sich in Berlin Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD).

- Die Bundesärztekammer informiert in Berlin über den 118. Deutschen Ärztetag vom 12. bis 15. Mai in Frankfurt am Main.

- Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm stellt in Frankfurt/Main eine Denkschrift der Evangelischen Kirche in Deutschland zu den Themen Arbeit, Sozialpartnerschaften und Gewerkschaften vor.

- In Lüneburg wird der Prozess gegen den 93-jährigen Oskar Gröning wegen Beihilfe zum Mord in 300 000 Fällen im NS-Vernichtungslager Auschwitz fortgesetzt (weiterer Verhandlungstag am Mittwoch).

- Am Oberlandesgericht München geht der Prozess gegen die rechte Terrorzelle NSU weiter (weiterer Verhandlungstag am Mittwoch).

- Die EU-Kommission stellt in Straßburg ein Strategiepapier gegen Terrorismus, organisierte Kriminalität und Cyberkriminalität vor.

- Bundespräsident Gauck setzt seinen Staatsbesuch in Tunesien fort.

- Japans Ministerpräsident Shinzo Abe trifft den US-Präsidenten Barack Obama im Weißen Haus. Thema dürfte unter anderem das transpazifische Freihandelsabkommen TTIP sein.

- Das höchste US-Gericht berät über die Legalität der Homo-Ehe. Ein Urteil, das dann für alle 50 US-Bundesstaaten gelten soll, wird im Juni erwartet. 36 US-Staaten erkennen Homo-Ehen an, 14 andere nicht.

- In Prag wird ein deutsch-tschechisches Polizeiabkommen unterzeichnet.

MITTWOCH, 29. April

- Das EU-Parlament debattiert in Straßburg mit dem EU-Ratspräsidenten Donald Tusk über die Seenotrettung von Flüchtlingen. Es geht dabei um die Ergebnisse des EU-Sondergipfels vom 23. April.

- Das oberste US-Gericht beginnt Beratungen über die Todesstrafe. Es geht um eine Klage von drei Todeskandidaten aus dem Bundesstaat Oklahoma, die sich gegen eine umstrittene Giftmischung bei ihrer Hinrichtung wehren.

- In London findet eine Ukraine-Geberkonferenz statt. Zum Aufbau eines Hilfsfonds sind bisher 1,5 Milliarden Euro zugesagt.

- Japans Ministerpräsident Shinzo Abe spricht vor dem US-Kongress.

- Bundespräsident Gauck beginnt einen Staatsbesuch in Malta.

- Vertreter der Wissenschaftsakademien der G7-Staaten übergeben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Stellungnahmen zu Themen wie Antibiotika-Resistenzen, armutsbedingte Krankheiten, Zukunft der Meere. Deutschland hat derzeit den Vorsitz in der Gruppe der wichtigsten westlichen Industriestaaten (G7).

- An einer katholischen Gedenkfeier zum 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau nehmen der Vorsitzende der Polnischen Bischofskonferenz, Erzbischof Stanislaw Gadecki, und der Münchner Kardinal Reinhard Marx teil.

- Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge veranstaltet in Halbe (Brandenburg) eine Gedenkveranstaltung zum Ende des Zweiten Weltkriegs vor 70 Jahren.

- In München findet die Pressevorbesichtigung eines NS-Dokumentationszentrums statt, das am 1. Mai eröffnet wird.

- Das Bistum Limburg stellt die Finanzberichte für die Jahre 2012 und 2013 vor. Hintergrund ist der Skandal um den Bau des mehr als 31 Millionen Euro teuren Bischofssitzes, der ein wesentlicher Grund für die Abberufung von Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst war.

- Das Bundesarbeitsgericht in Erfurt entscheidet über die Klage eines Industriemechanikers aus Bayern wegen angemessener Ausbildungsvergütung für Lehrlinge.

DONNERSTAG, 30. April

- Mit einem Festakt wird in München ein NS-Dokumentationszentrum eröffnet. Dabei sind Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU), Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, und Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats deutscher Sinti und Roma.

- In einem Berufungsverfahren entscheidet das Oberlandesgericht Köln über eine Schadenersatzklage von Opfern des Bombardements zweier Tanklaster 2009 in Afghanistan, bei dem 100 Menschen starben.

- Bundespräsident Gauck beendet seinen Staatsbesuch in Malta.

- Vietnam feiert das Ende des Vietnamkriegs vor 40 Jahren. Damals flüchteten die letzten US-Soldaten vom Dach der US-Botschaft in Saigon (heute Ho-Chi-Minh-Stadt).

- Der Bundesgerichtshof verhandelt über die Verurteilung eines früheren Bürgermeisters aus Ruanda wegen Völkermordes in dem afrikanischen Land. Das Oberlandesgericht Frankfurt hatte den Mann zu 14 Jahren Haft verurteilt.

FREITAG, 1. Mai

- Der DGB veranstaltet bundesweit Kundgebungen zum Tag der Arbeit unter dem Motto: «Die Arbeit der Zukunft gestalten wir!». In Berlin redet der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann, in München der IG-Metall-Vorsitzende Detlef Wetzel, in Essen der Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske.

- In Berlin findet das «MyFest» in Kreuzberg und am Abend die «Revolutionäre 1. Mai-Demonstration» linker und linksradikaler Gruppen statt. Wie jedes Jahr werden bei der Demo Ausschreitungen befürchtet.

- In Würzburg treffen sich die Mitglieder der 12. Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Hauptpunkt ist die Wahl eines neuen Präses am Samstag.

SAMSTAG, 2. Mai

- Die Tagung der 12. EKD-Synode geht mit der Kandidatenvorstellung für das Präsesamt und der anschließenden Wahl weiter.

- In der Pegida-Hochburg Dresden hat ein Bündnis von Musikschaffenden und -veranstaltern zu einer «Tolerade - Parade für Respekt und Toleranz» aufgerufen.

SONNTAG, 3. Mai

- In Dachau findet die zentrale Gedenkfeier zum 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers statt, mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU).

- Mit einer Kranzniederlegung am Cap Arcona Ehrenmal und einer Gedenkfahrt zu den Untergangsstellen der Häftlingsschiffe «Cap Arcona» und «Thielbek» in der Neustädter Bucht wird in Schleswig-Holstein der Opfer der Bombardierung der KZ-Schiffe gedacht, mit Ministerpräsident Torsten Albig (SPD).

- Mit einem Abschlussgottesdienst geht die Tagung der 12. EKD-Synode in Würzburg zu Ende.

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So, 2015-04-26 06:58
Hiddingen (dpa)

Farm will demnächst eigene Kamelmilch vertreiben

Hiddingen (dpa) - Beke und Andreas Marquard züchten auf ihrem Hof in Hiddingen im Landkreis Rotenburg/Wümme Kamele - und wollen künftig als wohl erster Betrieb bundesweit auch eigene Kamelmilch vertreiben. «Vor ein paar Wochen haben wir mit dem Melken begonnen», sagt Andreas Marquard. Die Genehmigung für den Verkauf sei beantragt. Er erwartet, dass es ein Jahr dauern wird, bis sie erteilt wird. Das Produkt soll tiefgefroren an die Kunden verschickt werden. Der Geschmack von Kamelmilch ähnele dem der nicht pasteurisierten Kuhmilch. Anfragen kämen vor allem von Menschen mit Neurodermitis und Allergien. Nach Erkenntnissen eines Vereins privater Kamelhalter gibt es bundesweit keinen weiteren Betrieb, der eigene Kamelmilch anbietet.

So, 2015-04-26 07:00
Hiddingen (dpa)

Wüstenschiffe in der norddeutschen Tiefebene Von Janet Binder, dpa

Niedersachsen ist bekannt als Pferdeland, Familie Marquard bevorzugt jedoch ganz andere Vierbeiner: Sie betreibt eine Kamelfarm. Die Wüstenschiffe sind nicht nur als Reittiere beliebt, die Marquards haben auch noch andere Pläne.

Hiddingen (dpa) - Beke und Andreas Marquard lieben das Besondere. Auf seinem Hof in Hiddingen im Landkreis Rotenburg/Wümme züchtet das Ehepaar denn auch keine Pferde, wie es in Niedersachsen viele machen, sondern - Kamele. «Standard «Nullachtfuffzehn» ist nicht unser Programm», sagt Beke Marquard. Rund 50 Trampeltiere und Dromedare leben auf der Farm, die die beiden Vermessungstechniker seit über zwei Jahrzehnten im Nebenerwerb betreiben. Oft kommen Besucher, um auf den Tieren zu reiten. Dann werden die Kamele hintereinander gebunden und als Karawane durch den «Hiddinger Bruch» geführt.

Am Anfang wurde das Treiben der Marquards von den Nachbarn skeptisch beobachtet. «Wir sind ein kleines Dorf mit 500 Einwohnern», sagt Beke Marquard. Das Eis brach, als jemand die Idee hatte, den Schützenkönig mit einem Kamel nach Hause bringen zu lassen. Inzwischen haben sich die Hiddinger längst an den Anblick gewöhnt. Nur Fremde reiben sich noch verwundert die Augen, wenn sie eine Kamelkarawane treffen.

Auf einem Kamel reiten - das möchte auch Konstanze Buddruss aus der Nähe von Frankfurt am Main, die Urlaub in der Lüneburger Heide macht. Sie kennt sich aus mit Reiten, allerdings auf Pferden. Mit einem Blick wird ihr schlagartig klar, um wie viel höher man auf einem Kamel sitzt. «In 23 Jahren ist noch keiner runtergefallen», beruhigt Andreas Marquard. Für den Aufstieg steht eine Treppe bereit. Als Buddruss auf «Aladin» sitzt, ist sie überrascht. «Das ist sehr bequem», sagt sie. Michaela Canzar aus Essen sitzt auf «Halef». «Das ist eine ganz andere Bewegung als auf einem Pferd», sagt sie. «Es kommt mir eher wie Bauchtanz vor.»

Wie kommt man dazu, in Norddeutschland eine Kamelfarm zu betreiben? «Ich habe schon als Kind davon geträumt, ein Kamel zu haben», erzählt Andreas Marquard. Er war allerdings schon erwachsen, als er sich das erste Tier zulegte. Da Kamele Herdentiere sind, blieb es nicht bei einem. Inzwischen betreibt Ehepaar Marquard wohl eine der größten Kamelfarmen in Deutschland, auch die Kinder Fe und Marten helfen mit. Beke Marquard schätzt, dass es bundesweit rund 100 private und gewerbliche Kamelhalter inklusive Zoos gibt.

«Grundsätzlich können Altweltkamele, sowohl Dromedare als auch Trampeltiere, problemlos unter mitteleuropäischen Umweltbedingungen gehalten werden», sagt der Tierarzt und Agrarwissenschaftler an der Universität Bozen, Matthias Gauly. Entscheidend sei gutes Wissen in Sachen Fütterung, Pflege und Haltung. Beke Marquard setzt sich im Vorstand des 2009 gegründeten Vereins Altweltkamele für die artgerechte Haltung der Wüstenschiffe und für die Vermeidung von Inzucht in Europa ein. «Wer ein Tier kauft, bekommt meist keinen Abstammungsnachweis», sagt die 44-Jährige. Der Verein bietet deshalb eine Plattform an, um alle Tiere zu registrieren.

Auch die Marquards züchten; sieben Jungtiere wurden im laufenden Jahr schon geboren. Die beiden jüngsten Trampeltiere kamen allerdings nicht auf dem Hof zur Welt: Eines stammt aus dem Zoo Dresden, eines aus dem Zoo Münster. «Sie wurden von ihren Müttern nicht angenommen», erzählt Beke Marquard. Die Zoos baten das Ehepaar um Hilfe. Nun werden die Babys per Flasche groß gezogen.

Das nächste Projekt der Marquards ist der Vertrieb von Kamelmilch. «Vor ein paar Wochen haben wir mit dem Melken begonnen», sagt Andreas Marquard. Die Genehmigung für den Verkauf ist beantragt. Der 48-Jährige rechnet damit, dass es noch ein Jahr dauern wird, bis sie erteilt wird. Die Kamelfarm wäre auch nach Einschätzung des Vereins wohl die einzige in Deutschland, die eigene Milch anbietet. «Es gibt nur einen Betrieb in Holland und einen in der Schweiz, der auch melkt», sagt Andreas Marquard.

Das Produkt soll tiefgefroren an die Kunden verschickt werden. Der Geschmack von Kamelmilch ähnele dem der frischen, nicht pasteurisierten Kuhmilch. «Wir haben schon viele Anfragen», sagt Beke Marquard. Vor allem Menschen mit Neurodermitis und Allergien seien interessiert, selbst aus den USA gab es schon eine Anfrage. «Die würden die gesamte Milch aufkaufen», sagt Beke Marquard. Auch eine Nische, mit der man sich vom Standard abheben kann.

So, 2015-04-26 06:00
Mainz (dpa)

Sommelière im G7-Schlosshotel will deutschen Wein anbieten

Mainz (dpa) - Wenn sich die Staatschefs der sieben größten westlichen Industriestaaten zu ihrem G7-Gipfel auf Schloss Elmau in Bayern treffen, steht ihnen auch eine Kostprobe deutscher Weine bevor. Dafür will zumindest die Sommelière des Schlosses, Marie-Helen Krebs, sorgen. «Wenn man um meine Vorschläge bittet, würde ich gerne deutsche Weine empfehlen. Es wäre doch schade, keine Weine von hier anzubieten, da diese von exzellenter Qualität sind», sagte sie der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. Krebs war zur Weinbörse des Verbandes Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) in das Rhein-Main-Gebiet gekommen. Sie ist Restaurantleiterin und Chefsommelière des Schlosses.

Die Staats- und Regierungschefs der sieben größten westlichen Industriestaaten (G7) kommen unter deutscher Präsidentschaft am 7. und 8. Juni zusammen. Einen besonderen Druck angesichts der prominenten Schloss-Gäste verspürt Weinexpertin Krebs nach eigenen Angaben noch nicht. «Regierungschefs sind auch nur Menschen, die sich beim Essen wohlfühlen wollen.»

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

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Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

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Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

Geht doch!

Styropor „To Go“

USA Mehr als 70 Städte verbieten aufgeschäumtes Plastik. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt den Kampf mit dem Müll auf.

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Ab Juli verbannt er Einwegbecher, -teller und andere Behältnisse aus Styropor. Auch Verpackungsfüllmaterial aus Schaumstoff darf dann nicht mehr verwendet werden. Laut Abfallbehörde hat sich eine Wiederverwertung ökologisch und ökonomisch als nicht sinnvoll erwiesen. Jedes Jahr hat die Müllabfuhr in der Metropole fast 30.000 Tonnen Abfall aus aufgeschäumtem Polystyrol eingesammelt, der Großteil stammt aus der Gastronomie. „Diese Produkte verursachen reale Umweltschäden“, sagt de Blasio. Sein Appell fruchtet auch bei Behörden: Ab Sommer sollen Styroporbehälter aus Schulkantinen verschwinden. Warum das Essen künftig auf kompostierbaren statt auf Keramiktellern serviert wird, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Schon mehr als 70 US-Städte, darunter Washington, San Francisco, Oakland und Seattle, haben sich vom Einwegplastik losgesagt. In Deutschland dagegen wird der biologisch nicht abbaubare Schaumstoff weiterhin großflächig eingesetzt: nicht nur für Fastfood-Verpackungen, sondern auch für die Wärmedämmung von Gebäuden.
Illustration: Christoph Niemann

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Grenoble: Bäume statt Werbung
Die französische Alpenstadt will die erste werbefreie Stadt Europas werden: Der grüne Bürgermeister Éric Piolle hat alle Reklameverträge gekündigt. Wo bisher freie Sicht auf riesige Plakate herrschen musste, will er Bäume pflanzen lassen. Den Verzicht auf die optische Umweltverschmutzung lässt sich die Stadt jährlich 150.000 Euro kosten – so viel hat Grenoble bisher durch vermietete Werbeflächen pro Jahr eingenommen. Bislang verbietet nur eine Stadt Werbung im öffentlichen Raum: São Paulo in Brasilien, und das schon seit 2010.

Frankreich: Zu schnell kaputt
Mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe will Frankreich eingebaute Fehler, die zum vorzeitigen Verschleiß von langlebigen Verbrauchsgütern führen, als Betrug ahnden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist auf dem Weg. Niedersachsen will solche Art der Verbrauchertäuschung auch nicht hinnehmen. Landesverbraucherschutzminister Christian Meyer erwägt eine Verlängerung der Garantie bei bestimmten Produkten.

Hamburg: Steckdose für Cruiser
Die Bewohner des Elbufers können ein wenig aufatmen: Im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe werden ab diesem Sommer mit erneuerbarem Landstrom versorgt und können die luftverpestenden Dieselmotoren abstellen. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern, dass in Zukunft auch Containerschiffe zum Anschluss an den sauberen Landstrom verpflichtet werden.
 

Geht doch!

Fit für Krisen

Weltweit wollen „Transition Town“-Initiativen einen Kultur- und Energiewandel bewirken. Inzwischen gibt es mehr als 4000 in etwa 50 Ländern.

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England: Es begann in der britischen Stadt Totens
Genug geredet, jetzt wird gehandelt! Nach diesem Motto agieren inzwischen mehr als 4000 „Transition Town“-Initiativen in etwa 50 Ländern. Sie alle wollen in ihren Städten den „Übergang“ (Transition) zu einem nachhaltigen Lebensstil einleiten. Gemeinsam bauen sie Solaranlagen auf Hausdächer, führen Regio-Währungen ein, teilen Maschinen, Werkzeug und Besitztümer, reparieren Elektrogeräte, gärtnern auf öffentlichen Plätzen oder gründen Gemeinwohlunternehmen. Dass sich die Erde erwärmt, das Öl zur Neige geht und der Ressourcenverbrauch unsere Lebensgrundlagen zerstört, war längst bekannt, als der britische Umweltaktivist Rob Hopkins im Jahr 2006 in seiner Heimatstadt Totens die erste „Transition Town“-Initiative startete. Ein Weiter-so-wie-bisher kam für ihn und die wachsende Übergangsbewegung nicht in Frage. Gerd Wessling, Netzwerksprecher für die rund 120 Initiativen im deutschsprachigen Raum, begreift das Ganze als langfristiges Experiment. Ihm ist klar, dass Lastenfahrräder und Blumenkübel allein die Welt nicht retten können. Die Summe aller Aktivitäten könnte aber einen Wandel bewirken, hofft er. Wessling fühlt sich bestärkt durch das kontinuierliche Anwachsen der Bewegung. Es zeige, dass die Idee viele anstecke und jeder Einzelne in seinem Umfeld sehr wohl etwas ändern könne.
transition-initiativen.de
Illustration: Christoph Niemann

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Bodensee: Wild und bunt
Auf rund 65 Hektar blühen in den Landkreisen Schwarzwald-Baar und Konstanz Malven, Steinklee und zwei Dutzend weitere Wildpflanzen. Die bunte Vielfalt erfreut Imker, Jäger, Touristen – und Bauern. Denn sie gewinnen aus der Ernte Biogas. Allerdings liegt der Ertrag dieser Biomasse etwa ein Drittel unter dem von Mais, berichtet die Bodensee-Stiftung. Sie fördert den Wildpflanzenanbau und will so die Monokulturen der Energiepflanzen eindämmen. Dafür müssen weniger Pestizide gespritzt werden.
bioenergie-region-bodensee.de

Steiermark: Laubbläser verboten
Sie stinken, lärmen und verpesten die Luft – deshalb ist der Einsatz von Laubbläsern seit dem 1. Oktober im österreichischen Bundesland Steiermark verboten. Verstöße sollen mit Geldstrafen bis zu 7250 Euro geahndet werden. Ausschlaggebend war eine Studie der Universität Graz: Laubbläser wirbelten am Boden abgelagerte Ruß- und Staubpartikel auf, stellten die Forscher fest. Im Vergleich zur Besenreinigung gelange so zehnmal mehr Feinstaub in die Luft.

Südtirol: Pestizidfreie Gemeinden
Die Gemeinde Malosco in der italienischen Provinz Trentino ist Vorreiter im Kampf gegen Pestizide: Trotz heftigen Widerstands der Bauernlobby hat der Bürgermeister den Einsatz vieler Agrargifte verboten. Er will die Gesundheit seiner Bürger schützen. Auf diesen Präzedenzfall beruft sich die Kommune Mals im benachbarten Vinschgau. Anfang September hat das Dorf abgestimmt: 76 Prozent votierten für ein Verbot aller giftigen, gesundheits- und umweltschädlichen Pestizide auf dem Gemeindegebiet.

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So, 2015-04-26 06:46
Bristol (dpa)

Weg mit der Queen: Der Wahlkampf der Grünen in Großbritannien Von Johanna Heckeley, dpa

Die Monarchie abschaffen, die Mitgliedschaft in Terrororganisationen straffrei machen, Drogen legalisieren - einige Pläne der britischen Green Party klingen sehr radikal. Hat die Partei, der die deutschen Grünen Vorbild sind, Chancen bei der Wahl am 7. Mai?

Bristol (dpa) - Leere Plastikflaschen auf den Straßen, und im Supermarkt drängt der Kassierer seinen Kunden Einkaufstüten geradezu auf: Die Briten erscheinen nicht gerade als Vorreiter in Sachen Umweltbewusstsein. Doch es tut sich etwas: Die Green Party, Großbritanniens Grüne Partei, hofft auf zwölf Sitze bei der Parlamentswahl am 7. Mai.

Ihre Mitgliederzahl ist von rund 13 000 Ende 2013 auf nun 60 000 gestiegen. Schon ist von einer «Grünen Welle» die Rede. Die etablierten Parteien haben reagiert und mehr Umweltthemen in ihre Programme aufgenommen. Geht auf der Insel also bald eine grüne Saat auf? Wenn es nach Darren Hall geht, der für die Green Party in Bristol West kandidiert, dann ist die Zeit dafür reif: «Die Leute wissen, dass sich jetzt einiges ändern muss.»

Im Wahlprogramm geht es natürlich viel um Umweltschutz: gegen übermäßigen CO2-Ausstoß, für mehr Recycling, ein besseres öffentliches Verkehrssystem und die Abschaffung der britischen Atomwaffen. Die Partei will aber auch eine fairere Wirtschaft etablieren, die lokale Firmen und Geschäfte stärkt, sowie bezahlbaren Wohnraum und ein besseres Gesundheitssystem schaffen.

Und dann gibt es da noch die Forderungen nach einem Grundeinkommen für alle und einem höheren Steuersatz für Reiche. Außerdem sollen Drogen legalisiert, Militärausgaben gedrosselt sowie die Mitgliedschaft in Terrororganisationen nicht mehr bestraft und die Monarchie abgeschafft werden. Solche Pläne klingen in britischen Ohren ziemlich radikal - und erinnern unwillkürlich an die parlamentarischen Anfänge der deutschen Grünen in den 1980er Jahren.

«Ja, wir sind radikal. Aber wir bieten den Leuten eine Alternative. Und wir werden zu unseren Werten stehen», verspricht Darren Hall. In seinem Bezirk Bristol West könnte der ehemalige Ingenieur der Luftstreitkräfte tatsächlich Gewinnchancen haben. Hier wohnen viele Künstler und Kreative, die sich schon seit Jahren für die Umwelt und die Gemeinschaft engagieren. Bristol wurde außerdem zur europäischen grünen Hauptstadt 2015 ernannt.

«Die Leute sind es, die hier grün sind - nicht die Politiker», meint Hollie Lewis. Sie verkauft im «Little Shop» Werke von lokalen Künstlern, zu denen auch sie selbst gehört.

«Es wäre gut, wenn die Aktivisten von den Politikern unterstützt würden», finden Catie und Marianna vom Restaurant «Skipchen», in dem sie Gerichte aus Zutaten mit abgelaufenem Verfallsdatum anbieten. «Zum Beispiel, in dem sie Gesetze ändern, die die Leute hier in ihrem Engagement stoppen.»

Die Green Party hat jüngere Wähler als der Durchschnitt, hat Sarah Birch, Professorin für vergleichende Politikwissenschaft an der Universität Glasgow, herausgefunden. «Diese Partei wird jetzt als eine brauchbare Protestpartei wahrgenommen.» Wie viele Experten glaubt jedoch auch sie, dass die Grünen im neuen Parlament - wie bisher - höchstens auf einen Sitz kommen werden. Die «Grüne Welle» werde man eher bei den Wahlen in den Kommunen bemerken.

Das liegt auch am Wahlsystem in Großbritannien. Dabei zählen in einem Wahlkreis nur die Stimmen des Gewinners. Während Parteien in Deutschland zwar einen Wahlkreis verlieren, aber über die Zweitstimmen dennoch ins Parlament einziehen können, gehen im britischen Wahlsystem alle Stimmen der jeweils unterlegenen Parteien verloren. Das macht es für kleine Parteien noch schwerer, ins Parlament einzuziehen.

Verständlich, dass Caroline Lucas die Frage in einer öffentlichen Fragerunde, was sie sich von einer guten Fee wünschen würde, mit «Verhältniswahl» beantwortete. Die 54-Jährige kandidiert im Seebad Brighton und kämpft um ihre Wiederwahl. Sie ist derzeit die einzige grüne Politikerin im Unterhaus. Einige Vorhersagen gehen davon aus, dass sie ihr Mandat wieder gewinnen kann.

Zwölf Sitze sind also eher Wunschdenken bei der Green Party - auch wenn die aus Australien stammende Parteichefin Natalie Bennett den Gewinn von sechs Mandaten als «konservative Schätzung» bezeichnet. Wahlforscher halten es für höchst unwahrscheinlich, dass die Grünen zum Königsmacher einer Linksregierung werden könnten. Deutlich mehr wird etwa der schottischen Unabhängigkeitspartei SNP zugetraut, die in Umfragen derzeit bei über 40 Sitzen liegt.

So, 2015-04-26 06:10
Karlsruhe (dpa)

Lärm vor Gericht

Karlsruhe (dpa) - Lärm stört - und beschäftigt bisweilen auch die Gerichte. Beispiele für Krach vor dem Kadi:

ROCKKONZERT: Anwohner müssen bei Freiluftkonzerten im Einzelfall auch nachts Lärm erdulden. Bei nur einmal jährlich stattfindenden Veranstaltungen können Grenzwerte überschritten werden, entschied im September 2003 der Bundesgerichtshof (BGH). Anwohner im schwäbischen Güglingen hatten sich über die Beschallung durch ein Rockkonzert zum Sommerfest des Sportvereins beklagt.

PARTY: Laute Party-Touristen in der Nachbarschaft können ein Grund zur Mietminderung sein, entschied der BGH im Februar 2012. Teile einer Wohnanlage in Berlin-Mitte waren zu Ferienwohnungen geworden. Ein Dauermieter klagte über viele laute Partys von Kurzzeit-Nachbarn und minderte die Miete. Der Vermieter kündigte ihm und bekam zunächst vor dem Landgericht Berlin recht. Der BGH hob das Urteil aber auf.

HUNDEGEBELL: Nachbarn des Veterinärmedizinischen Instituts der Freien Universität in Berlin scheiterten im Juni 2014 mit ihrer Klage gegen Tierlärm vor dem Verwaltungsgericht Berlin. Es gebe keine erhebliche Belästigung im Sinne des Bundesimmissionsschutzgesetzes, hieß es. Die Hausbesitzer, deren Grundstücke an das Uni-Gelände grenzen, müssten den Lärm durch die Tiere hinnehmen.

KINDERWEINEN: Mieter dürfen weder fristlos kündigen, noch die Miete mindern, weil aus einer Wohnung auch nach 22.00 Uhr Weinen oder Lärmen von Kindern zu hören ist. Kinder hätten einen natürlichen Spiel- und Bewegungsdrang, der häufig mit Geräuschen verbunden sei, urteilte im September 2010 im das Amtsgericht Hamburg-Bergedorf.

KITA: Das Oberverwaltungsgericht Hamburg verbot im Oktober 2008 den Betrieb einer Kindertagesstätte mit 60 Plätzen im Stadtteil Othmarschen. Eine Kita dieser Größenordnung sei in dem «besonders geschützten Wohngebiet» nicht zulässig, gab das Gericht klagenden Nachbarn Recht.

So, 2015-04-26 06:00
Karlsruhe (dpa)

Kickende Jugendliche: BGH verhandelt über Mietminderung

Fußball ist Volkssport Nummer Eins. Doch der Spaß hört schnell auf, wenn vor dem Haus gekickt wird. In einem Streit über Jugendliche auf einem Bolzplatz und benachbarten Mietern ist nun der BGH am Zuge.

Karlsruhe (dpa) - Inwieweit Mieter den Lärm eines benachbarten Bolzplatzes dulden müssen, will ab Mittwoch der Bundesgerichtshof (BGH) klären. Die Richter wollen prüfen, ob die Mieter ihre Miete wegen kickender Jugendliche mindern dürfen. Ein Urteil ist noch für Mittwoch zu erwarten. (Az.: VIII ZR 197/14)

Der Bolzplatz war nachträglich auf einem Schulgelände in Hamburg errichtet worden. Benachbarte Mieter hatten ihre Miete um 20 Prozent gekürzt. Sie sehen sich durch Jugendliche gestört, die außerhalb der Öffnungszeiten des Bolzplatzes kicken. Ihre Vermieter verklagten sie daraufhin. Die Stadt Hamburg trat dem Streit bei.

Die Mieter hatten die Erdgeschosswohnung 1993 gemietet. Sie liegt direkt neben der Schule. 2010 wurde auf dem Schulgelände ein neuer Bolzplatz gebaut - 20 Meter von der Terrasse des Paares entfernt. Eigentlich sollen auf dem von einem hohen Metallzaun umschlossenen Bolzplatz mit einem Tor nur Kinder bis zu zwölf Jahren spielen und das auch nur unter der Woche bis 18.00 Uhr.

Ab Sommer 2010 beschwerten sich die Mieter gegenüber ihren Vermietern jedoch über Lärmbelästigungen. Sie stören sich an Jugendlichen, die abends und am Wochenende kicken. «Dabei geht es ihnen nicht um spielende Kinder», sagt die Hamburger Anwältin der Mieter Catharina Narjes.

Weil nur ein Tor da sei, kickten die Spieler den Ball ständig gegen den Metallzaun oder gegen nebenstehende Container, sagt die Anwältin. Besonders dieser Lärm setze ihren Mandanten und der gesamten Nachbarschaft zu, die Terrasse sei kaum noch nutzbar. Die Mieter kürzten die Miete ab Oktober 2010.

Die Vorinstanzen billigten die Mietminderung: Während der Schulzeiten müsse das Paar den Lärm zwar akzeptieren, entschied das Landgericht Hamburg zuletzt. Beim Abschluss des Mietvertrages 1993 hätten sie die Entwicklungen auf dem Bolzplatz aber noch nicht absehen können. Dieser Lärm sei nicht vom Mietvertrag umfasst, die Mieter dürften also kürzen.

Der BGH wird prüfen, ob das Urteil Bestand haben kann. Dabei wird auch eine Regelung eine Rolle spielen, wonach die Lebensäußerungen von Kindern von Nachbarn akzeptiert werden müssen und in der Regel keine «schädliche Umwelteinwirkung» sind. 

Das Landgericht war der Meinung, dass dieser Paragraf 22 Absatz 1a des Bundesimmissionsschutzgesetzes nicht zulasten der Mieter auf den Fall anwendbar ist. Die Norm war erst 2011 eingeführt worden, nachdem es vermehrt Prozesse gegen Kindertagesstätten gab.

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

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Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
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Erschienen in Ausgabe 5.14

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 5.12

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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"Ich hab's nicht so mit Broteschmieren."

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“

Erschienen in Ausgabe 3.12

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Erschienen in Ausgabe 2.12

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Erschienen in Ausgabe 1.12

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

Erschienen in Ausgabe 6.11

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Immer noch - umweltschädlicher Becher Becher wird künftig vielleicht recycelt. ActiIrreführus - bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

Erschienen in Ausgabe 5.11

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Tödlich.  Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord. Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

Erschienen in Ausgabe 4.11
 

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate "ausgesetzt". Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit "ausgesetzter" Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

Erschienen in Ausgabe 3.11
 

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU.  Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen.  Erpresso Die Leere des Portemonnaies

Erschienen in Ausgabe 2.11
 

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Schaurige Leistung. Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten. Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich. VW Das Böse.

Erschienen in Ausgabe 1.11

 

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Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

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Wir fördern Gier und Pfusch. Statt Alternativen. Seit Jahren basteln wir fleißig an unserem grünen Image. Doch anstatt konsequent auf erneuerbare Energien zu setzen, plündern wir die letzten Ölreserven unseres Planeten – zum Beispiel im Golf von Mexiko. Ohne Skrupel. Ohne Rücksicht auf Verluste. Und ohne Plan B, falls was schiefgeht – wie jetzt. bp big problems

Erschienen in Ausgabe 4.10

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Ohne Garantie: Palmöl und Urwald in Harmonie Terror Activ. Unser neuer Reiniger glänzt mit einem zweifelhaften Siegel. Damit putzen wir alles weg. Sogar den Regenwald.

 

www.regenwald.org/rspo-siegel

Erschienen in Ausgabe 3.10

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