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Einkaufen / 04.Sep 2015

App gegen das Wegwerfen

Eine App soll Verbraucher in Supermärkte lotsen, die Lebensmittel mit bald ablaufendem Mindesthaltbarkeitsdatum günstiger anbieten.

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Sa, 2015-09-05 08:46
Berlin (dpa)

Lucke-Partei Alfa für Asyl-Visa - Schlepperboote zurückdrängen

Am kommenden Montag will die AfD ihr Asylpapier vorstellen. Die von ihr abgespaltene Splitterpartei Alfa von Bernd Lucke kommt ihr jetzt zuvor.

Berlin (dpa) - Die von ehemaligen AfD-Mitgliedern gegründete Partei Alfa hat ein Konzept für eine völlig neue Asylpolitik vorgelegt. In dem Papier, das der baden-württembergische Europaabgeordnete Bernd Kölmel am Samstag veröffentlichte, wird die Zurückweisung von Schleuserbooten durch Marineeinheiten gefordert. Nur so könnten weitere tragische Todesfälle auf dem Mittelmeer vermieden werden, hieß es.

Asylbewerber sollen ihre Anträge nur in deutschen Auslandsvertretungen oder Erstaufnahmezentren in Nordafrika stellen dürfen. Asylanträge in EU-Staaten sollten nur noch in klar definierten Ausnahmefällen möglich sein. Antragsteller ohne Papiere sollten grundsätzlich nicht anerkannt werden.

Die Partei von Bernd Lucke wehrte sich gegen den Begriff der «Willkommenskultur». Sie sprach sich stattdessen für eine «Hilfskultur» aus. «Angesichts der vielen Hilfsbedürftigen darf Deutschland nicht den Eindruck erwecken, als ob es auch alle diejenigen willkommen heißt, die aus ganz anderen Gründen als aus Not und Verfolgung nach Deutschland wollen», erklärte Kölmel, der auch stellvertretender Bundesvorsitzender der Allianz für Fortschritt und Aufbruch (Alfa) ist. Wer in Deutschland nur auf einen Job und ein besseres Leben hoffe, dürfe nicht das Asylrecht missbrauchen.

Alfa sprach sich für die Wiedereinführung von Kontrollen an den Binnengrenzen des Schengen-Raums aus, «wenn dessen Außengrenzen nicht mehr zuverlässig gesichert und kontrolliert» werden könnten. Flüchtlinge, die Schlepper meldeten, sollten dafür eine Belohnung erhalten. Um Fluchtursachen zu bekämpfen, solle die deutsche Entwicklungszusammenarbeit Patenschaften für einzelne Entwicklungsländer übernehmen, anstatt Hilfe nach dem Gießkannenprinzip zu leisten.

Der liberal-konservative Flügel der AfD hatte auf dem Bundesparteitag im Juli eine Niederlage erlitten. Zur neuen Parteichefin wurde damals Frauke Petry gewählt. Sie erhielt viele Stimmen aus dem national-konservativen Flügel. Lucke konstatierte daraufhin einen «Rechtsruck» und gründete zusammen mit einigen Mitstreitern die Partei Alfa.

Sa, 2015-09-05 08:25
Berlin (dpa)

Milchkrise: Bauernverband fordert Soforthilfen und Exportoffensive

Europas Milchbauern geht es schlecht. Für den Liter Milch bekommen sie immer weniger Geld. Nun hoffen sie auf Unterstützung aus Brüssel. Der Deutsche Bauernverband hat klare Forderungen.

Berlin (dpa) - Zur Unterstützung der notleidenden Milchbauern fordert der Deutsche Bauernverband (DBV) finanzielle Soforthilfen und eine europäische Exportoffensive. Der Verfall des Milchpreises könne nur mit nachhaltigen Lösungen gestoppt werden, sagte Generalsekretär Bernhard Krüsken der Deutschen Presse-Agentur. «Kurzfristige oder befristete Maßnahmen, mit denen wir nach vier Wochen wieder in die alten Verhältnisse zurückfallen, machen keinen Sinn.»

Viele Milchbauern sind in Bedrängnis, weil der Preis für ein Kilo Rohmilch auf weniger als 30 Cent eingebrochen ist. Gründe sind unter anderem das Russland-Embargo in der Ukraine-Krise und die schwache Nachfrage in China. Die Bauern werfen den Handelsketten vor, die Preise angesichts des Überangebots zu drücken. An diesem Montag beraten die EU-Agrarminister bei einem Sondertreffen in Brüssel über Wege aus der Krise.

«Die Probleme sind groß - das kann der Ministerrat nicht alleine lösen», sagte Krüsken weiter. «Aber er muss ein Signal setzen und mit einer marktpolitischen Lösung flankieren und begleiten.»

In einem Forderungskatalog an die Minister, der dpa vorliegt, schlägt der Bauernverband vor, «zukunftsfähige Absatzmärkte in Drittländern zu erschließen». Potenzial sieht Krüsken etwa in Südostasien oder im Mittleren Osten. Landwirten, die akute Geldnöte haben, müsse aber schnell geholfen werden, etwa mit Bürgschaftsprogrammen des Bundes. Dabei sei auch eine Finanzierung aus europäischen Mitteln zu prüfen.

Krüsken betonte aber auch: «Mittel- und langfristig muss die Entlastung aus dem Markt kommen.» Als positives Beispiel nannte er Belgien, wo sich Landwirte, Handel und Nahrungsmittelindustrie darauf geeinigt haben, im nächsten halben Jahr für den Liter Milch etwa 2,7 Cent mehr zu bezahlen. Das sei auch in Deutschland wünschenswert.

Gegen Kritik des Bundesverbands Deutscher Milcherzeuger (BDM), der Bauernverband habe mit seinem Einsatz für den Wegfall der europäischen Milchquote die Krise mitverursacht, verwahrte sich Krüsken. «Eine Quote löst das Problem nicht», sagte er. «Wenn wir in Deutschland sagen, wir melken jetzt weniger, dann hat das keinen Preisentlastungseffekt - denn es gibt genug andere Akteure am Markt, die nur darauf warten, in die Lücke zu stoßen.»

Sa, 2015-09-05 08:00
Gütersloh (dpa)

Studie: Der typische Nichtwähler ist sozial benachteiligt

Gütersloh (dpa) - Sozial Schwache sind bei der vergangenen Bundestagswahl besonders häufig nicht wählen gegangen. Das belegt eine Analyse der Wahlbeteiligung je nach Zugehörigkeit zum gesellschaftlichen Milieu, die die Bertelsmann-Stiftung am Samstag veröffentlicht hat. Die Wahlforscher bedienten sich dafür der sogenannten Sinus-Milieus, einem soziologischen Modell, das die Bevölkerung je Sozialstatus und Wertegerüst in Gruppen unterteilt. Das Fazit: «Deutschland ist zu einer sozial gespaltenen Demokratie geworden. Zwischen Ober- und Unterschicht klafft eine deutliche Lücke in der Wahlbeteiligung», sagte Studienautor Robert Vehrkamp.

So lag diese in den sozial privilegierten Schichten um bis zu 40 Prozent höher als in den unteren Schichten. Besonders häufig verzichteten konsumfreudige Unter- und Mittelschichts-Angehörige auf ihre Stimmabgabe (47,7 Prozent).

Auch die von Zukunftsängsten und geringen Aufstiegschancen charakterisierten Menschen aus dem Milieu der Prekären gingen mit einer Wahlbeteiligung von 58,9 Prozent deutlich seltener wählen als der Durchschnitt in den ausgewählten 640 Stimmbezirken (72,2 Prozent).

Von den Menschen aus dem konservativen Establishment, der intellektuellen Bildungselite und der effizienzorientierten Leistungselite gingen dagegen mehr als acht von zehn Stimmberechtigten an die Urne.

Geht doch!

Hoffnung für Hähnchen

Biobrütereien in der Alpenrepublik beenden ab 2017 das massenhafte Kükentöten
 

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Da männliche Küken später keine Eier legen, werden sie direkt nach dem Schlupf getötet. Damit wollen österreichische Biobrütereien spätestens ab 2017 Schluss machen: Im Nachbarland einigten sie sich mit dem Biodachverband und dem Lebensmitteleinzelhandel darauf, in Zukunft Bioeier nur noch dann als „bio“ zu kennzeichnen, wenn Henne und Hahn aufgezogen werden. Gelingen soll das mit einer robusten Legerasse, deren Brudertiere bei der Mast Fleisch ansetzen, wenn auch langsamer und weniger als sonst üblich. Die Branche rechnet mit Mehrkosten von zwei bis drei Cent pro Ei. Die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ hat die landesweite Lösung mit auf den Weg gebracht und hofft nun, dass diese wegweisend für ganz Europa sein wird. In Deutschland gibt es bislang nur kleine Projekte wie etwa die „Bruderhahn-Initiative“ oder „Ei-Care“. Doch auch hierzulande bewegt sich etwas: Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) will das Kükensterben mithilfe der Geschlechtsbestimmung im Ei beenden. Noch ist diese Technik nicht marktreif – und laut Deutschem Tierschutzbund auch nicht ausreichend: „Wir müssen das System ändern, dafür brauchen wir andere Zuchtlinien und andere Haltungssysteme.“
 

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New York: Essen als Chance
Frisch aus dem Knast entlassenen Jugendlichen gibt das Sozialprojekt „Drive Change“ in New York City eine Perspektive: Im Team des mobilen „Snowday Food Truck“ schnippeln sie Gemüse, braten Hühnchen und bieten verschiedene Mittagessen an. Die jungen Menschen verdienen ihr eigenes Geld – für manche ist es der erste legale Job. Vor allem soll ihnen die Arbeit bei der Integration helfen, denn bisher werden zwei von drei jugendlichen Straftätern innerhalb von drei Jahren rückfällig.
snowdayfoodtruck.com

Italien: Soli-Kaffee
Von Neapel aus geht eine solidarische Idee um die Welt: Gäste können einen Kaffee bestellen – und zwei zahlen. Den Gratiskaffee bekommt irgendwann ein Obdachloser, der sich ein Heißgetränk nicht leisten kann. In Neapel wird diese Tradition schon seit mehr als hundert Jahren in der Weihnachtszeit gepflegt. Inzwischen gibt es die Geste der Nächstenliebe in fast 20 Ländern. Auch in Deutschland besteht in einigen Lokalen die Möglichkeit, einen Kaffee zu spenden.
coffeesharing.com

San Francisco: Warnung vor Limo
Werbeanzeigen für Softdrinks müssen laut Beschluss des Stadtrats von San Fransisco künftig mit Warnhinweisen versehen werden. So soll der Verbraucher erfahren, dass der zugesetzte Zucker Fettleibigkeit, Diabetes und Karies verursachen kann. Ein solches Warnlabel könnte es auch landesweit geben, die Demokraten haben einen entsprechenden Gesetzentwurf für den US-Staat Kalifornien eingereicht. Schon im vergangenen Jahr hatte Berkeley dem hohen Zuckerkonsum den Kampf angesagt. Als erste US-Stadt besteuerte die Nachbarin San Franciscos im November 2014 zuckerhaltige Getränke.
 

Geht doch!

Drohnen als Förster

Unbemannte Flugkörper sollen pro Jahr weltweit eine Milliarde Bäume pflanzen

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Jährlich werden auf der Erde rund 26 Milliarden Bäume gefällt. Der ehemalige Nasa-Ingenieur Lauren Fletcher nimmt den Kampf gegen die globale Entwaldung auf. Um den Schwund wettzumachen, entwickelte seine in Oxford ansässige, gemeinnützige Firma Bio Carbon Engineering eine innovative Drohne. Diese scannt auch unzugängliche Gegenden, kartografiert baumlose Regionen und bestimmt die Bodenart. Zusammen mit Ökologen entscheidet das Unternehmen, welche Bäume wo gepflanzt werden. Dann wird der Flugkörper ein zweites Mal losgeschickt. Per Druckluft schießt er kleine Saatgut-Kapseln in den Boden. Die Kapseln sind biologisch abbaubar und schützen das keimende Saatgut in der ersten Zeit. „Der industriellen Waldvernichtung können wir nur mit industrieller Aufforstung begegnen“, ist Fletcher überzeugt. Das Projekt befindet sich in der Entwicklungsphase, erste Tests sind im Laufe des Jahres geplant. Obwohl dem britischen Start-up noch Investoren fehlen, hofft Fletcher, dass die Firma schon bald Regierungen für Aufforstungsprojekte begeistern und jedes Jahr eine Milliarde Bäume pflanzen kann.
biocarbonengineering.com

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Frankreich: Wegwerfverbot für Essbares
Mit einem Ende Mai verabschiedeten Gesetz will die französische Nationalversammlung die Verschwendung von Lebensmitteln eindämmen: Große Supermärkte werden verpflichtet, überschüssige Produkte künftig an gemeinnützige Einrichtungen zu spenden. Für Menschen ungeeignete Reste können laut Beschluss des Parlaments auch kompostiert oder als Tierfutter verwendet werden. Dabei wandern in Frankreich pro Person und Jahr „nur“
bis zu 30 Kilogramm ungenutzt in den Müll. Hierzulande fallen pro Kopf und Jahr rund 82 Kilo Essensabfälle an.
 

Münster: Pestizidfreie Kommune
Seit 1989 dürfen in Münster auf kommunalen Flächen der westfälischen Stadt keine Pestizide mehr eingesetzt werden. Sprießendes Unkraut wird mit Heißluftwalzen oder Wildkrautbürsten entfernt. Diese Verfahren sind zwar aufwendiger und teurer, aber giftfrei. Dank einer Beratung durch den BUND verzichten inzwischen etliche Kommunen auf Pestizide. Dem Vorreiter Münster folgten zum Beispiel Saarbrücken, Tübingen und Bielefeld.
bund.net/pestizidfrei

Berlin: „Berliner Pflanze“
Heimischen Dünger stellen die Berliner Wasserwerke her, indem sie Phosphat aus Klärschlamm zurückgewinnen. Der Wasserversorger verkauft das recycelte Düngemittel unter dem Namen „Berliner Pflanze“ an Landwirte. Das Verfahren haben sich die Ingenieure patentieren lassen. Es dürfte weltweit auf Nachfrage stoßen, denn die globalen Phosphatvorräte gehen zur Neige.
bwb.de/berlinerpflanze
 

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

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Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

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Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

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Sa, 2015-09-05 07:30
County (dpa)

US-Sturmgewehr mit Bibelvers soll muslimische Terroristen abhalten

Orange County (dpa) - Ein US-Waffenhersteller will mit einem Bibelvers auf seinem Sturmgewehr muslimische Terroristen vom Gebrauch der Waffe abhalten. Die Anfang September präsentierte, neue Schnellfeuerwaffe vom Typ «Crusader» (Kreuzfahrer) sorgte im Bundesstaat Florida prompt für Proteste. Der Rat für amerikanisch- islamische Beziehungen (CAIR) fordert, die Waffenlobby müsse aufhören, Vorurteile gegenüber Muslimen für ihren Profit zu missbrauchen. Die «Crusader» wird mit einem ebenfalls eingebrannten Kreuz für den Preis von 1395 Dollar (1268 Euro) angeboten.

Sa, 2015-09-05 08:00
County (dpa)

US-Sturmgewehr mit Bibelvers soll muslimische Terroristen abhalten

Auf der einen Seite ein Kreuz, auf der anderen ein Psalm: In den USA wirbt ein Rüstungsproduzent mit göttlichem Beistand für seine neue Schnellfeuerwaffe. Sein Argument: Kein Muslim werde zu der Waffe greifen.

Orange County (dpa) - Ein US-Waffenhersteller will mit einem Bibelvers auf seinem Sturmgewehr muslimische Terroristen vom Gebrauch der Waffe abhalten. Die Anfang September präsentierte, neue Schnellfeuerwaffe vom Typ «Crusader» (Kreuzritter) sorgte im Bundesstaat Florida prompt für Proteste. Ein regionaler Islam-Verband fordert, die Waffenlobby müsse aufhören, Vorurteile gegenüber Muslimen für ihren Profit auszunutzen.

Die «Crusader» wird mit einem ebenfalls eingebrannten Kreuz für den Preis von 1395 Dollar (1268 Euro) angeboten. «Wir haben schon einige Vorbestellungen. Das Interesse ist enorm», sagte Unternehmenssprecher James Judge der Deutschen Presse-Agentur. Der Waffenhersteller Spike's Tactical im Bundesstaat Florida ist nach eigenen Angaben ein Familienunternehmen mit 40 Mitarbeitern, das pro Jahr etwa 10 000 Schusswaffen produziert.

Spike's Tactical wirbt mit den Worten für seine Neuerscheinung, viele Amerikaner seien überzeugt davon, dass der islamistische Terror sich auch in den USA ausbreite. Deshalb müsse es einen wirksamen Schutz geben. Auf dem Sturmgewehr steht Psalm 144,1: «Gepriesen sei der Herr, mein Fels, der meine Hände unterweist zum Kampf, meine Finger zum Krieg.»

In einem Firmenvideo wirbt ein Entwickler mit den Worten: «Solch eine Waffe wollte ich haben: Sollte ein muslimischer Terrorist danach greifen, würde ihn ein Blitzschlag aus dem Himmel treffen.» Die Erfahrung im Irak habe zudem gezeigt, dass immer mehr Waffen aus US-Beständen in die Hände von Dschihadisten gelangen.

Der Rat für amerikanisch-islamische Beziehungen (CAIR) in Florida empfindet das Bibel-Sturmgewehr als Provokation. «Ist diese Waffe etwa für christliche Terroristen entworfen worden?», fragte Geschäftsführer Hasan Shibly in einem Interview der Zeitung «Orlando Sentinel». An den 205 Mehrfach-Morden im laufenden Jahr in den USA sei nur in einem Fall ein Muslim beteiligt gewesen.

Im Juli hatte der 24-jährige Mohammad Youssef Abdulalzeez in Chattanooga (Tennessee) vier Marineinfanteristen erschossen. In der US-Öffentlichkeit ist bis heute auch der Anschlag von Ford Hood in Erinnerung. Auf dem Militärstützpunkt in Texas hatte ein muslimischer US-Offizier 2009 um sich geschossen und 13 Menschen getötet.

Sa, 2015-09-05 08:00
Berlin (dpa)

Grüne bestimmen mit Urwahl Spitzenkandidaten für 2017

Berlin (dpa) - Die Grünen wollen mit einem Mitgliederentscheid ihre beiden Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl 2017 bestimmen. Bundesgeschäftsführer Michael Kellner sagte am Samstag: «Wir setzen Segel Richtung Urwahl.» Im September 2016 beginnt das Verfahren; im Januar 2017 soll das Spitzenduo stehen.

Bisher hat als einziger Robert Habeck, der grüne Umweltminister in Schleswig-Holstein, seine Bereitschaft zur Kandidatur erklärt. Die Parteiführung geht aber davon aus, dass in den nächsten Monaten weitere Bewerber ihren Hut in den Ring werfen. Nach der Satzung muss unter den beiden Spitzenkandidaten mindestens eine Frau sein.

Bei einer grünen Urwahl entscheiden alle Parteimitglieder. Eine neue Wahlordnung schreibt aber vor, dass die Bewerber entweder als Direktkandidat oder auf einer Landesliste für den Bundestag kandidieren. Falls die Aufstellungen noch nicht beschlossen sind, genügt das Votum eines Landes- oder Kreisverbandes.

Vor der Wahl 2013 hatten mehr als ein Dutzend, zum Teil völlig chancenlose Bewerber, kandidiert. Am Ende wurden Katrin Göring-Eckardt und Jürgen Trittin als Spitzenkandidaten bestimmt.

Sa, 2015-09-05 08:01
Berlin (dpa)

Lucke-Partei Alfa für Zurückweisung von Schlepperbooten

Berlin (dpa) - Die von ehemaligen AfD-Mitgliedern gegründete Partei Alfa hat ein Konzept für eine völlig neue Asylpolitik vorgelegt. In dem Papier, das der baden-württembergische Europaabgeordnete Bernd Kölmel am Samstag veröffentlichte, wird die Zurückweisung von Schleuserbooten durch Marineeinheiten gefordert. Nur so könnten weitere tragische Todesfälle auf dem Mittelmeer vermieden werden, hieß es. Asylbewerber sollten ihre Anträge nur in deutschen Auslandsvertretungen oder Erstaufnahmezentren in Nordafrika stellen dürfen. Asylanträge in EU-Staaten sollten nur noch in klar definierten Ausnahmefällen möglich sein.

Die Partei von Bernd Lucke wehrt sich gegen den Begriff der «Willkommenskultur». «Angesichts der vielen Hilfsbedürftigen darf Deutschland nicht den Eindruck erwecken, als ob es auch alle diejenigen willkommen heißt, die aus ganz anderen Gründen als aus Not und Verfolgung nach Deutschland wollen», erklärte Kölmel, der auch stellvertretender Bundesvorsitzender der Alfa, der Allianz für Fortschritt und Aufbruch, ist.

Der liberal-konservative Flügel der AfD hatte auf dem Bundesparteitag im Juli eine Niederlage erlitten. Zur neuen Parteichefin wurde damals mit vielen Stimmen des national-konservativen Flügels Frauke Petry gewählt. Lucke konstatierte daraufhin einen «Rechtsruck» und gründete zusammen mit einigen Mitstreitern die Partei Alfa.

Sa, 2015-09-05 06:30
Berlin (dpa)

Warum der Milchpreise fällt

Berlin (dpa) - Seit Monaten sind die Milchpreise weltweit im Fall. Europas Bauern fordern staatliche Hilfe. Grund für die Krise ist die sinkende globale Nachfrage, es gibt aber auch hausgemachte Probleme. Hier die wichtigsten Gründe:

RUSSLAND hat infolge der Ukraine-Krise Einfuhrverbote für europäische Agrarprodukte verhängt - auch für Molkereiprodukte. Damit ist dieser Markt weggebrochen.

In CHINA lahmt wegen der Wirtschaftskrise die Nachfrage. China ist einer der wichtigsten Abnehmer vor allem von Milchpulver aus Europa.

Es gibt ein ÜBERANGEBOT auf dem Markt. Im letzten Wirtschaftsjahr haben die deutschen Milchbauern laut Bundeslandwirtschaftsministerium ihre Produktion um 3,7 Prozent gesteigert - das drückt auf die Preise. Viele sehen die Abschaffung der EU-Milchquote zum 1. April als Grund dafür an. Bauern haben seitdem die Möglichkeit, wieder so viel Milch zu produzieren, wie sie wollen.

Die großen HANDELSKONZERNE liefern sich einen Wettbewerb auf Kosten der Milchindustrie und der Milchbauern. Ein Liter Milch im Supermarkt kostet mittlerweile oft nur noch 55 Cent.

Viele MILCHBAUERN haben hohe Fixkosten und wenig finanzielle Puffer.

Sa, 2015-09-05 07:00
Würzburg (dpa)

Königin Silvia wirbt in Würzburg um Spenden Von Christiane Gläser, dpa

Seit Jahren setzt sich Königin Silvia von Schweden für benachteiligte Kinder ein. Auch junge Flüchtlinge sind eine Zielgruppe ihrer Stiftung. Um Geld dafür zu sammeln, kommt sie nun nach Bayern.

Würzburg (dpa) - Mit einer Benefizgala will Schwedens Königin Silvia viel Geld für benachteiligte Kinder sammeln. Am Mittwoch (9.9.) wird es deshalb am Abend in der Würzburger Residenz Musik, wichtige Worte und ein festliches Menü geben. Doch Ihre Majestät kommt nicht nur zur vergnüglichen Gala. In den Stunden zuvor wartet ein intensiver Arbeitstag auf die gebürtige Heidelbergerin. Denn ihre Stiftung World Childhood Foundation hat eine Fachtagung organisiert, die sich auch mit dem Missbrauch von Flüchtlingskindern beschäftigt.

Auf der Tagung sprechen Experten auch über die aktuellen Gefahren für Flüchtlingskinder. «Wir haben gesehen, dass der Missbrauch von minderjährigen Flüchtlingen ein immer wichtigeres Thema wird, das uns zudem dauerhaft begleiten wird», sagte Susanne Labonde, Geschäftsführerin des deutschen Ablegers der Childhood-Stiftung. Deshalb seien Hilfen für Flüchtlingskinder der Schwerpunkt der Tagung. «Es geht dabei um den Missbrauch im Sinne von Kinderhandel, also Schleppergeschichten, um Kinderarbeit auf der Flucht und sexuellen Missbrauch.» Diese Thematik sei bislang in den Medien bisher so gut wie nicht vorgekommen.

Gleichzeitig sollen aber auch die positiven Seiten in den Fokus gerückt werden - die bereits erfolgreichen Flüchtlingshilfsprojekte in Deutschland, die von Childhood mitfinanziert werden. «Mit der Tagung wollen wir vor allem eines erreichen: Mut machen für das Thema minderjährige Flüchtlinge», sagte Labonde weiter. Es gehe darum, die unterschiedlichen Akteure aus Wirtschaft, Vereinen und Einrichtungen an einen Tisch zu bringen. «Wir wollen zeigen, dass es schon jetzt viele gute Beispiele gibt, die funktionieren. Und hoffen, dass wir damit zum Nachahmen anregen.» Auf der Fachtagung werden verschiedene Flüchtlings-Hilfsprojekte aus ganz Deutschland vorgestellt.

Ein wichtiger Teil der Fachtagung wird die Unterzeichnung einer Ausbildungscharta sein, mit der sich mindestens elf Arbeitgeber verpflichten, jungen Flüchtlingen eine Chance in ihrem Unternehmen zu geben. «Das gab es noch nie. Das ist ein Debüt anlässlich der Tagung in Würzburg», sagte Labonde.

Königin Silvia (71) hat die Childhood-Stiftung 1999 gegründet und besucht mindestens einmal im Jahr Deutschland, um dort um Spenden für deutsche Projekte zu werben. Die gebürtige Heidelbergerin lernte als Hostess bei den Olympischen Spielen 1972 den schwedischen Kronprinzen Carl Gustav kennen und lieben. Er wurde ein Jahr später König, sie wurde 1976 seine Frau.

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À la Saison

Royale Reneklode

(Prunus domestica subsp. italica)
Sie ist die wenig bekannte Königin der Hauspflaumen – oder zumindest eine ziemliche Prinzessin auf der Erbse. Und sie hat ihren hässlichen Namen auf keinen Fall verdient. Warum, erfahren Sie hier

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Das Deutsche verdankt dem Französischen wohlklingende Worte wie Aubergine, Bonbon und Croûton. Auch Éclair und Filet sind Einwanderer, die nicht zur Überintegration gezwungen wurden, ganz anders als die Kuvertüre und die Reneklode. Ein Wort, das sich im Mund nicht wie Steinobst, sondern wie ein Stein anfühlt und nur entfernt an seine Herkunft erinnert. Können Sie das Original aus dem Ärmel schütteln, aus der Lamäng (la main), wie der Deutsche sagt? Reine-Claude, Königin Claudia, nennen unsere Nachbarn die rare Süße. Ränklod müssten wir schreiben, wenn wir – wie im Fall der Kuvertüre – wenigstens den Klang des Wortes nachahmen wollten. Aber das wäre noch hässlicher.

Claudia von Frankreich war eine Renaissance-Dame, die Franz dem Ersten zwischen 1515 und 1524 acht Kinder gebar, jung starb und wenn vielleicht nicht den König, so doch Renekloden über alles geliebt haben soll. Es ist nicht klar, ob die Früchte möglicherweise auch nach dem Obstkundler René Claude heißen könnten. Auf jeden Fall dürften sie zu Reine Claudes Zeit der Dernier Cri (letzte Schrei) gewesen sein. Kam das aus Armenien stammende Rosengewächs – anders als das Gros der Pflaumenarten – doch nicht schon in der Antike, sondern erst im Spätmittelalter nach Europa.

Zart (délicate) wie ihre Namenspatronin und damit im Wortsinn eine Delikatesse ist die Reneklode. In der weitverzweigten Pflaumenfamilie ist sie die Prinzessin auf der Erbse: Sie ist schwer zu finden, und man erkennt sie an ihrer empfindlichen Haut. Weil sie behandelt werden will wie ein rohes Ei und schnell verdirbt, drückt sich der Handel vor ihr. Liebhaber pflanzen sie am besten im eigenen Obstgarten oder finden sie mit Glück auf dem Wochenmarkt – und auch dort nur selten. Von allen Vertreterinnen ihres Klans hat sie die kürzeste Ernteperiode. Renekloden reifen nur im Juli und August.

Doch der Beschaffungsaufwand lohnt sich. Das aprikosengroße, runde Obst, das je nach Sorte grasgrün, gelblich grün oder rötlich violett leuchtet, ist nicht nur erfrischender und saftiger als Hauspflaumen, Mirabellen und Zwetschgen, es hat dank seines würzigen Spiels von Süße und Säure auch ein intensiveres Aroma als die bürgerliche Verwandtschaft. Frisch vom Baum schmecken die im süddeutschen Raum auch Reinklaue, Ringlo oder Renglotta genannten Früchte am besten. Ihr üppiges grünweißes Fruchtfleisch ist meist fest mit dem Kern verwachsen, sodass die Verarbeitung – außer im Rezept rechts – mühsam ist. Für unverdrossene Fruchtpuler eignen sich Konfitüre (confiture) und Mus hervorragend zum Transport eines Stückchens Sommer in die kalte Jahreszeit. Renekloden passen aber auch zu Deftigem wie Wild und dunklen Soßen. Und falls es danach ein Digestif (Verdauungsschnaps) sein darf: Reneklodenbrände sind rar, aber umwerfend.

Gesund ist Ihre Majestät sowieso. Sie enthält mehr Eisen als andere Arten und viel weniger Zucker als ihr Geschmack vermuten lässt. Außerdem ist sie reich an Kalium, Vitamin A und hilft gegen Vitamin-B-Mangelsymptome wie eingerissene Mundwinkel. Und eben diese sollten wir nicht hängen lassen. Es muss doch möglich sein, eine Frucht von solcher Qualität formschön ins Deutsche zu übertragen. Die Schweizer nennen sie Edel-, die Österreicher Zuckerpflaume. Die Norweger und Italiener übersetzen unfrei: Reine-Claude und regina claudia. Und wir? Finden im Duden doch noch die alternative Schreibweise Reineclaude. Es ist nicht die empfohlene, aber bitte greifen Sie zu! Und genießen Sie den Augenschmaus. Wir schreiben doch hier auch nicht Allasäsong drüber.

Frisch vom Baum gibt's die Reneklode ab August.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen
 

À la Saison

Königliche Karotte

(Daucus carota subsp. sativus)
Viele Kinder glauben ja, dass Kühe lila sind und Möhren orange. Stimmt aber nicht. Wie ein ehedem unscheinbares Wurzelgemüse zu seinem knalligen Äußeren kam, erzählen wir hier.


 

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Früher war mehr Natur! Alles wuchs wild und frei, wie der Genpool es vorgesehen hatte. Es gab keine Bayers, Syngentas und Monsantos, die Ferkel oder Brokkoli patentieren ließen. Und Kinder glaubten noch nicht, dass Kühe lila sind. So weit, so wahr. Allerdings dachten Kinder auch zu Großmutters Zeiten schon, Möhren seien orange. Ein Irrtum! Karotten gibt es auch in den Farben weiß, gelb, rot und violett,
wie wir vom Wochenmarkt wissen, seit alte Sorten wieder modern sind.

Wilde Vorfahren der Gartenmöhre wurden möglicherweise schon vor 5000 Jahren in Asien kultiviert. Manche Forscher vermuten den Ursprung in Afghanistan, dem Iran, Irak oder Anatolien. Über Spanien und Italien soll die Doldenblütlerin nach Mittel- und Westeuropa gelangt sein. Eine Möhre in Orange wird erstmals 1721 schriftlich erwähnt – und zwar von niederländischen Gartenbauern, die große Karottenzüchter waren. In den Sandböden ihrer Heimat liegen die Wurzeln der orangen Rübe, die von gelben Sorten abstammen soll. Der Legende nach experimentierten königstreue Gärtner aus politischen Gründen mit der Farbskala: Sie wollten Wilhelm von Oranien (französisch: orange, niederländisch: oranje) für den Unabhängigkeitskampf gegen Spanien danken.

Bewiesen ist das ebenso wenig wie die Geschichte, dass Niederländer im Zweiten Weltkrieg zum Ehrentag der Königin mit royalen Rüben um die Häuser zogen. Vermutlich wäre es keinem Besatzer aufgefallen. Schließlich hatten die niederländischen Sorten „Horn“ und „Long Orange“ schon Jahrhunderte zuvor die Rübenzucht der Deutschen unterwandert. Der Name der Möhre geht auf althochdeutsche und slawische Ausdrücke für Wurzel zurück. Mit mehr als 600.000 Tonnen Erntemenge im Jahr ist sie in Deutschland Volksgemüse. Gut so. Denn sie ist die wichtigste heimische Karotinquelle. Der Farbstoff sorgt für einen gesunden Hautton, der Sonnencremes jedoch keineswegs überflüssig macht. Aus Beta-Karotin stellt der Körper Vitamin A her, das für das Sehvermögen wichtig ist. Außerdem enthalten Mohrrüben viele B-Vitamine, Vitamin C, Kalium, Kalzium und Eisen. Sie sind gut für das Immunsystem, wirken harntreibend und blutreinigend. Ihren milden Geschmack verdanken sie ihrem für ein Gemüse recht hohen Zuckergehalt, ätherischen Ölen und Fruchtsäuren.

Die zarten Möhrchen, die jetzt vom Feld kommen, haben eine so dünne Haut, dass man sie nicht schälen muss und roh knabbern kann. Der Körper kann Karotinoide allerdings besser verwerten, wenn Mohrrüben mit etwas Fett gegart werden. Sie sind eine der süßen, erdigen Grundlagen feiner Schmorküche und helfen, schwere Rotweinsoßen zu verfeinern. Die meisten Kinder lieben Möhrengemüse. Erwachsenen ist die Zuckerwurzel solo oft zu monoton.

„Karotten schätzen es, wenn man sie mit Familienmitgliedern zusammenbringt“, empfiehlt der britische Koch Nigel Slater – also mit anderen Doldenblütlern wie Kerbel, Koriander, Kreuzkümmel, Petersilie und Dill. Konsequent als Süßspeise behandeln die Schweizer Rübchen, wenn sie daraus schwere Torten (Rüeblichueche) zaubern – in der Tradition der Römer, die eine carota ebenfalls gerne mal als Dessert verzehrten.

Carota heißt „die Gebrannte“ und deutet auf ein ursprünglich feuerrotes Äußeres hin. Allerdings waren einige der in Asien kultivierten Karotten auch schon blau-blütig, bevor sie auf Holländer trafen, genauer gesagt – lila. Liebe Kinder, die Schokoladenonkels haben sich in der Spezies geirrt. Nicht die Kühe sind lila: It’s the carrot, stupid!

Neu frisch vom Feld gibt's die Karotte ab Juni, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

 

À la Saison

Schlangenmordende Schwarzwurzel

(Scorzonera hispanica)
Die Schwarzwurzel hieß noch im 17. Jahrhundert „Schlangenmord“ oder „Vipergras“. Tatsächlich ist sie eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel

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„Die Wurtzel“ sei „fleischig, saftig und voll Milch“ sowie „süß von Geschmacke, wann sie gesotten worden“, schrieb der französische Chemiker und Arzt Nicolas Lémery 1698 in ein Lexikon. Den Zeitgenossen mochte das gewagt erscheinen. War die Schwarzwurzel doch erst seit kurzem etwas zu Essen. Im Deutschen trug das neue Gemüse die Beinamen „Schlangenmord“ und „Vipergras“, die eher nach Hexenkessel als nach Eintopf klangen.

Schuld war der italienische Botaniker und Mediziner Pietro Andrea Mattioli, der die antike Heilpflanze 1544 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Der kaiserliche Leibarzt verwandte die Wurzel des Korbblütlers nicht nur gegen Wundfieber und Knochenbrüche, sondern auch „wider den Natterbiß“. Er taufte sie Scorzonera hispanica nach ihrem Herkunftsland Spanien und dem Namen einer schwarzen Giftschlange. Außerdem setzte er das Gewächs auch „wider die fallende Seuche, zu den Pocken und für die Pest“ ein, wie Lémery 150 Jahre
später notierte. Sie ist, kurzum, eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel.

„Proletenspargel“ oder „Spargel des armen Mannes“ heißt Mattiolis Zaubergemüse im Volksmund heute. Eine Delikatesse, die hierzulande – außer in Bayern – kaum groß--flächig angebaut wird. Wir importieren sie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, wo man offenbar weiß, was gut ist. In Wahrheit ist der im Inneren elfenbeinfarbene „Winterspargel“ dem Original überlegen, nicht nur was seine Länge von bis zu einem halben Meter angeht. Die kalzium-, eisen-, magnesium- und vitaminreiche Schwarzwurzel gibt es nicht nur mitten in der kalten Jahreszeit, sie ist auch robust, lagerfähig und wird nicht holzig.

Es ist richtig, dass ihre korkige Rinde beim Schälen ohne Handschuhe hässliche Flecken von großer Haltbarkeit in die Haut gerbt. Und es stimmt, dass ihr milchiger Saft klebt wie Pattex, wenn man sie – Tipp aus dem Kochbuch – erst nach dem Garen häutet. Und damit sie nicht braun anläuft, gehören etwas Zitrone und Milch ins Kochwasser. Ja, die Zubereitung der Scorzonera ist eine Zumutung. Genau das macht sie zur „alten Sorte“ und – einige Jahre nach ihrer nordamerikanischen Schwester Topinambur – zur zumindest unter Spitzenköchen wiederentdeckten Rarität.

Sei es, dass der Kopenhagener René Redzepi sie im Restaurant Noma mit Gotland-Trüffeln als Hors d’œuvre anrichtet, der spanische Molekularkoch Ferran Adrià sie zu Steinbutt serviert oder in einem Berner Grandhotel das Steak auf „seinem Bett von Schwarzwurzelragout“ kommt – sie harmoniert. Anders als der geltungssüchtige Spargel kann, aber muss sie kein Solo auf dem Teller spielen. Ganz gleich ob die Sorte „Hoffmanns Schwarzer Pfahl“, „Schwarzer Peter“ oder „Russischer Riese“ heißt – in der Schwarzwurzel verbindet sich das Beste (unbittere) des Spargels mit zarten Nussaromen und winterlicher Erdigkeit. Besonders gut schmeckt sie zu zerlassener Butter und gerösteten Semmelbröseln. Aber auch mit Béchamelsoße oder im Soufflé und selbst roh in den Salat geraspelt ist sie ein Genuss.

In Sachen Pest hat Mattioli die Wunderwurzel aber zweifellos überschätzt. Der Gelehrte starb 1577 am „Schwarzen Tod“ – und das vermutlich nicht, weil gerade keine Schwarzwurzel zur Hand war.

Neu frisch vom Feld gibt's die Schwarzwurzel ab Oktober, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Sa, 2015-09-05 06:30
Warschau/Budapest (dpa)

Flüchtlingselend in Europa wird zum Déjà-vu für Opfer der Nazi-Zeit Von Eva Krafczyk, dpa

Die Bilder vom Elend der Flüchtlinge und den Tragödien auf ihrem Weg nach Europa reißen bei Holocaust-Überlebenden alte Wunden auf. Erinnerungen an die verzweifelte Suche nach einem sicheren Land werden wach.

Warschau/Budapest (dpa) -  Es gibt viel Solidarität mit Flüchtlingen zu beobachten in diesen Tagen, aber auch Ablehnung, Gleichgültigkeit, und eine Bürokratie, die aus Menschen Nummern macht. Bilder von überfüllten Booten und toten Kindern an den Ufern des Mittelmeers, vom ungarischen Grenzstacheldraht gegen Flüchtlinge, von den Nummern, die bei einem Flüchtlingstransport auf die Hände von Syrern, Eritreern oder Afghanen gekritzelt werden - sie lassen alte Wunden aufreißen und Alpträume wiederkehren, nicht nur bei Roman Kent.

Der 86-jährige Präsident des Internationalen Auschwitz-Komitees, der im polnischen Lodz geboren wurde und heute in den USA lebt, hat Auschwitz, Dachau und andere deutsche Konzentrationslager überlebt. Was er jetzt sieht, erinnert Kent an die verzweifelte Suche der europäischen Juden nach einer sicheren Zuflucht. «Damals war das Boot voll, und die Herzen waren leer», sagte er vor wenigen Tagen bei einer Begegnung mit deutschen Jugendlichen in der Gedenkstätte Auschwitz.

Und auch bei anderen werden nun böse Erinnerungen wach. «Das ist ein Bild, das wir nicht ertragen können», sagte Ruth Dureghello, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Roms, über die Markierung von Flüchtlingen mit Filzstiften durch tschechische Polizisten. Bilder davon sorgten in Sozialen Netzwerken über die Landesgrenzen hinaus für Empörung.

Maram Stern, Vize-Generalsekretär des Jüdischen Weltkongresses, schrieb in einem Kommentar: «Viele Juden blenden beim Anblick der Flüchtenden im kollektiven Gedächtnis wahrscheinlich 80 Jahre zurück.» Auch damals seien die Grenzen der meisten Staaten geschlossen gewesen. Schlimmer noch: «Flüchtende Juden wurden von manchen Ländern sogar nach Nazi-Deutschland zurückgeschickt, als schon klar war, was sie dort erwarten würde.» Die Grenzen Europas dicht zu machen, sei damals wie heute nicht die passende Antwort.

Mit dem Bau eines Zaunes aus rasiermesserscharfem Nato-Stacheldraht an seiner Grenze zu Serbien hat Ungarn auf die Tausenden Menschen reagiert, die über die sogenannte Balkan-Route nach Europa zu gelangen versuchen. Ungarische Holocaust-Überlebende klagen seit langem über den innenpolitischen Kurs des rechtskonservativen Regierungschefs Viktor Orban, über Hetze gegen die Roma-Minderheit, wodurch sich auch die ungarischen Juden an die Pogromstimmung vor fast 80 Jahren erinnert fühlen.

Und nun dieser Zaun. «Jüdische Auschwitz-Überlebende in Ungarn empfinden das Taktieren ihrer Regierung in der Flüchtlingsfrage als abstoßend» sagt Christoph Heubner, Vize-Exekutivpräsident des Internationalen Auschwitz-Komitees.

Die Szenen auf dem Budapester Bahnhof Keleti wühlten viele Überlebende auf, sagt Heubner. «Sie sehen Familien, Frauen und Kinder, Menschen, die verzweifelt versuchen, zusammenzubleiben, um ein Ziel der Hoffnung zu erreichen - und das alles erinnert sie fatal an ihr eigenes Schicksal, ihre eigenen Ängste und die Gleichgültigkeit so vieler, die ihrem Elend zugesehen haben.»

Umso wichtiger sind gerade für einstige Nazi-Opfer die anderen Bilder, die von Solidarität und Hilfsbereitschaft. «Es ist wichtig, dass Deutschland in der Flüchtlingsfrage eine Haltung an den Tag legt, die nicht auf Abschottung zielt, sondern auf menschliche Lösungen», betont Stern. «Deutschland zieht die richtigen Lehren aus seiner Geschichte. Die Judenverfolgung der Nazis und später der Zweite Weltkrieg waren damals ursächlich für gewaltige Flüchtlingsströme. Die gewaltige Welle der Solidarität überrascht, aber sie tut gut.»

Ganz so positiv sieht Kent die Lage nicht. «Wie über die Not und die Probleme der Flüchtlinge heute an vielen Orten gesprochen wird, das ist gefühlskalt und hetzerisch», meint er. «Ich bin mir nicht mehr sicher, ob die Welt, in die heute Kinder hineingeboren werden, nicht noch weniger vertrauenswürdig ist als die, in die wir hineingeboren wurden. Das ist ein sehr bitteres Fazit für einen alten Mann.»

Sa, 2015-09-05 05:16
Kiel (dpa)

Kubicki: FDP wird bei Wahlen 2016 mindestens sieben Prozent holen

Erst in die Länderparlamente - und 2017 wieder in den Bundestag: FDP-Vize Kubicki strotzt vor Optimismus und kündigt eine Erfolgsserie an.

Kiel (dpa) - Die FDP wird nach Einschätzung von Parteivize Wolfgang Kubicki mit Erfolgen im Superwahljahr 2016 die Voraussetzungen für den Wiedereinzug in den Bundestag ein Jahr später schaffen. «Ich bin überzeugt davon, dass wir nach Bremen und Hamburg auch bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt im kommenden Frühjahr um die sieben Prozent und mehr holen werden», sagte Kubicki der Deutschen Presse-Agentur. Da die Ausgangslagen sehr unterschiedlich seien, werde es für diese Wahlen am 13. März keine gleichlaufende Strategie geben.

In Baden-Württemberg erwartet Kubicki einen medialen Zweikampf zwischen Grünen und CDU, weil die Grünen mit Winfried Kretschmann den Ministerpräsidenten stellen und die CDU nicht verwunden habe, dass sie nach Jahrzehnten aus der Regierung katapultiert wurde. «SPD und FDP werden es aller Voraussicht nach im Wahlkampf schwer haben, medial ausreichend wahrgenommen zu werden», sagte der Kieler Fraktionschef voraus. «Für unseren Spitzenkandidaten Hans-Ulrich Rülke wird es darauf ankommen, deutlich zu machen, dass eine vernünftige Politik vor allem auch für den im Südwesten stark verankerten Mittelstand nur mit der FDP möglich ist.»

«In Rheinland-Pfalz haben wir die Option zu einem wirklichen Politikwechsel - mit Schwarz-Gelb oder auch Rot-Gelb», sagte Kubicki. Neben den Spitzenkandidatinnen Julia Klöckner (CDU), Regierungschefin Malu Dreyer (SPD) und Wirtschaftsministerin Eveline Lemke (Grüne) sei Volker Wissing von der FDP der einzige Mann auf dem Spielfeld. «Das ist bei dieser Konstellation nicht von Nachteil.»

Besonders spannend ist aus Kubickis Sicht das Rennen in Sachsen-Anhalt. «Die FDP muss dort dokumentieren, dass sie auch in einem ostdeutschen Bundesland Wahlen gewinnen kann.» Sie habe mit dem jungen Unternehmer Frank Sitta einen charismatischen und angesehenen Spitzenkandidaten. «Da die Wähler im Osten nicht so an Parteien gebunden sind, glaube ich, dass wir dort erfolgreich sein können.»

Für 2017 sieht Kubicki die FDP auf einem guten Weg zurück in den Bundestag. «Wir werden zuvor bei allen Wahlen erfolgreich sein.» 2016 wird auch noch in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern gewählt, 2017 vor der Bundestagswahl in Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und im Saarland. Er fügte hinzu: «Bis 2017 werden die Menschen, die wir erreichen können, dieser großen Koalition in Berlin extrem überdrüssig sein und eine andere Konstellation wollen.»

Sa, 2015-09-05 06:00
Berlin (dpa)

Milchkrise: Bauernverband fordert Soforthilfen und Exportoffensive

Berlin (dpa) - Zur Unterstützung der notleidenden Milchbauern fordert der Deutsche Bauernverband finanzielle Soforthilfen und eine europäische Exportoffensive. Der Verfall des Milchpreises könne nur mit nachhaltigen Lösungen gestoppt werden, sagte Generalsekretär Bernhard Krüsken der Deutschen Presse-Agentur. «Kurzfristige oder befristete Maßnahmen, mit denen wir nach vier Wochen wieder in die alten Verhältnisse zurückfallen, machen keinen Sinn.»

Viele Milchbauern sind in Bedrängnis, weil der Preis für ein Kilo Rohmilch auf weniger als 30 Cent eingebrochen ist. Gründe sind unter anderem das Russland-Embargo in der Ukraine-Krise und die schwache Nachfrage in China. An diesem Montag beraten die EU-Agrarminister bei einem Sondertreffen in Brüssel über Wege aus der Krise.

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate „ausgesetzt“. Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit „ausgesetzter“ Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU. 
Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen. 

ERPRESSO
Die Leere des Portemonnaies
 

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Schaurige Leistung.
Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten.

Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich.

VW. Das Böse.
 

 

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Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

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