Aktuell

Nachrichten-
archiv

Nachrichten-
archiv

Di, 2016-05-31 06:17
Peking (dpa)

Hochrangiger Politiker aus Nordkorea zu Besuch in Peking eingetroffen

Peking (dpa) - Einer der hochrangigsten Politiker Nordkoreas ist zu einem Besuch in China eingetroffen. Wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete, landete Ri Su Yong, ein stellvertretender Vorsitzender von Nordkoreas Arbeiterpartei und ehemaliger Außenminister des Landes, am Dienstag in Peking.

Es ist der erste Besuch eines wichtigen Vertreters aus Pjöngjang, seit Nordkorea im Januar seinen vierten Atomtest durchgeführt hatte und auch Peking damit verärgerte. China gilt zwar traditionell als Verbündeter des Regimes in Pjöngjang. Seit dort der junge Machthaber Kim Jong Un an der Macht ist, haben sich die Beziehungen beider Länder jedoch zunehmend abgekühlt.

Begleitetet wurde der Besuch Ri Su Yongs von Meldungen, wonach Nordkorea am Dienstag einen erneuten Raketentest unternommen hatte, der jedoch nach Angaben Südkoreas scheiterte. Schon im April waren laut Südkorea drei Tests von nordkoreanischen Mittelstreckenraketen fehlgeschlagen.

Auch US-Außenminister John Kerry wird in der kommenden Woche für strategische Gespräche in Peking erwartet. Bei dem Besuch dürfte es neben Nordkorea vor allem um die angespannte Lage im Südchinesischen Meer gehen. Die USA und China werfen sich gegenseitig eine Militarisierung der Region vor.

Di, 2016-05-31 05:45
Paris (dpa)

Die gescheiterten US-Initiativen für Frieden im Nahen Osten

Paris (dpa) - Schon mehrfach versuchten die USA, im Konflikt ihres Verbündeten Israel mit den Palästinensern zu vermitteln. Doch auch die Nahost-Friedensbemühungen von US-Präsident Barack Obama scheiterten. Das Verhältnis zu Israel sank auf einen historischen Tiefpunkt. Obamas Verhältnis zu Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu ist seit Jahren äußerst gespannt. Der Präsident hatte 2011 ein Tabu gebrochen und erstmals öffentlich vorgeschlagen, dass Gespräche auf Basis der Grenzen vor dem Sechstagekrieg 1967 beginnen könnten - mit einem gegenseitig vereinbarten Gebietsaustausch. Netanjahu wetterte öffentlich gegen diesen Vorschlag.

In den folgenden Jahren war US-Außenminister John Kerry unermüdlich für den Frieden unterwegs. Doch die Gespräche kamen nur zäh voran. Im März 2013 besuchte Obama Israel und die Palästinensergebiete. Im Rahmen seiner «Charmeoffensive» erhöhte er den Druck und forderte beide Seiten auf, die Gespräche fortzusetzen. Kerry kündigte im Juli 2013 nach seiner sechsten Vermittlungsreise in fünf Monaten sogar einen Durchbruch an. Israelis und Palästinenser seien wieder zu direkten Gesprächen bereit. Diese brachten aber keine substanzielle Annäherung. Kerry hatte die Gespräche forciert, seine Ziele am Ende aber immer weiter nach unten geschraubt.

Im März 2014 kam Netanjahu noch ins Weiße Haus, um eine Rahmenvereinbarung für Friedensverhandlungen zu erörtern. Doch Kerrys Friedensbemühungen waren nur einen Monat später gescheitert. Er und Obama machten beide Seiten dafür verantwortlich. Ein Knackpunkt war die Siedlungstätigkeit Israels in den Palästinensergebieten. Israel hatte sich zudem zunächst geweigert, eine Gruppe von Langzeithäftlingen freizulassen, wie das zum Auftakt der Gespräche vereinbart worden war. Die Palästinenser traten daraufhin einigen UN-Konventionen bei - auch das eine Verletzung der Rahmenbedingungen der Gespräche. Von der Nahost-Initiative blieb nur ein Scherbenhaufen. Erst im November 2015 besuchte Kerry Israel erneut - doch ohne die ehrgeizige Friedensagenda früherer Jahre.

Di, 2016-05-31 05:30
Paris (dpa)

Gegen den Status quo - Paris versucht sich als Nahost-Friedensstifter Von Sebastian Kunigkeit und Stefanie Järkel, dpa

Frankreich wagt sich an den Nahost-Konflikt. Ein Ministertreffen soll ein breites Bündnis für den Frieden schmieden und helfen, endlich wieder Bewegung in die verfahrene Situation zu bringen. Doch Israel hält von der französischen Initiative wenig.

Paris (dpa) - Die beiden wichtigsten Männer sitzen tausende Kilometer entfernt. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu und der Palästinenserpräsident Mahmud Abbas sind nicht mit am Tisch, wenn am Freitag (3. Juni) in Paris über Frieden im Nahen Osten gesprochen wird. Von ihnen hängt aber wesentlich ab, ob die Initiative Frankreichs eine Eintagsfliege bleibt oder tatsächlich Bewegung in den festgefahrenen Konflikt bringen kann.

Trotz großer Skepsis, zurückhaltender Signale aus den USA und eines recht barschen Empfangs vonseiten der Israelis hat Paris sich bislang nicht entmutigen lassen. Man wolle sich mit der Situation nicht abfinden, appellierte Außenminister Jean-Marc Ayrault vor einigen Tagen. «Ohne Frieden gibt es keine Sicherheit.»

Paris weist mit Sorge auf die neue Gewalt, seit September haben immer wieder Palästinenser israelische Soldaten und Zivilisten mit Messern attackiert. Französische Diplomaten beschreiben die Situation als Pulverfass - während die Welt auf Syrienkrieg und Flüchtlingskrise blickt. Seit dem Scheitern der Friedensbemühungen von US-Außenminister John Kerry 2014 herrscht Stillstand.

Nun sollen mehr als 20 Länder darüber beraten, wie man die Konfliktparteien an den Verhandlungstisch bringen kann. Wer genau dabei ist, will Frankreich Mitte der Woche bekanntgeben. Ziel war es, neben dem Nahost-Quartett (USA, Russland, EU und UN) auch die weiteren UN-Vetomächte, arabische Staaten und weitere Länder einzubinden.

Just dieses Format ist Israel aber ein Dorn im Auge. Das Land fürchtet, in die Ecke gedrängt zu werden. Netanjahu hat öffentlich immer wieder Unterstützung für eine Zwei-Staaten-Lösung betont - auch nachdem die Regierung vergangene Woche erneut nach rechts rückte. Die Pariser Initiative lehnt er jedoch ab, er will Verhandlungen allein mit den Palästinensern und wehrt sich gegen ein «internationales Diktat».

«Es besteht die Gefahr einer aufgezwungenen Lösung, welche die für Israel sehr wichtigen Sicherheitsinteressen nicht berücksichtigen würde», sagt auch die Politikwissenschaftlerin Zilla Herschko von der Bar-Ilan-Universität. Ohne direkten Dialog müssten die Palästinenser in dem Punkt keine Kompromisse eingehen, meint sie.

Ganz anders das Echo bei den Palästinensern - hier fürchtet man nach Einschätzung von Experten bei direkten Gesprächen als Schwächerer das Nachsehen. Entsprechend klar die Unterstützung für Paris: Präsident Abbas äußerte die Hoffnung, dass eine internationale Konferenz ähnlich wie die Gespräche im Atomstreit mit dem Iran zu einer Lösung führen könnten. «Wir haben 20 Jahre mit den Israelis verhandelt und nichts erreicht», sagte Ministerpräsident Rami Hamdallah.

Zudem erhofft Ramallah sich, dass die Franzosen im Fall eines Scheiterns einen Palästinenserstaat anerkennen könnten. Das hatte Ayraults Vorgänger in Aussicht gestellt, der neue Außenminister ruderte nach einer empörten Reaktion in Israel aber ein Stück zurück und betonte, dies sei kein Automatismus.

US-Chefdiplomat Kerry stellte kürzlich in Brüssel klar, am Ende gehe nichts ohne Verhandlungen zwischen den Parteien. Um aus der Zwickmühle zu kommen, rotiert seit Monaten die gut geölte französische Diplomatie-Maschine, Premier Manuel Valls war gerade erst als demonstrativer «Freund Israels» in Jerusalem. Paris hat auch innenpolitisch ein Interesse, den Dauerkonflikt zu lösen: In Frankreich leben sowohl die größte muslimische als auch die größte jüdische Gemeinschaft der EU.

Was kann ein Treffen ohne die Betroffenen tatsächlich leisten? Nach Einschätzung von Ofer Zalzberg, Nahost-Experte bei der International Crisis Group, setzen die Franzosen auf eine bessere Abstimmung der Weltgemeinschaft. Diskutiert werde etwa, mit welchen Anreizen man konkrete Fortschritte belohnen könne - besserer Zugang für israelische Firmen in arabischen Ländern zum Beispiel. «Die Anreize, die Israel am meisten interessieren, sind in der Hand der arabischen Staaten. Für die Palästinensische Autonomiebehörde hat Europa den stärksten Hebel», sagt Zalzberg.

In jedem Fall wäre der Weg steinig. «Das erfordert intensive diplomatische Anstrengungen für etwas, das keine sofortigen Ergebnisse bringt», so Zalzberg. Mehrfach sind Pariser Bemühungen im Treibsand des Konflikts steckenblieben. Erklärtes Ziel ist diesmal eine zweite Konferenz im Herbst - dann mit Israel und den Palästinensern.

1 2 3
Di, 2016-05-31 05:06
Euskirchen (dpa)

Unwetter treffen Nordrhein-Westfalen - Retter im Großeinsatz

Euskirchen (dpa) - Wasser in Kellern, Schlamm auf den Straßen: Schwere Gewitter mit Starkregen haben Teile Nordrhein-Westfalens getroffen. Die Feuerwehr im Kreis Euskirchen rückte am Montagabend zu rund 125 Einsätzen aus. Betroffen waren vor allem das Stadtgebiet Mechernich und die Gemeinde Kall, wie die Feuerwehr mitteilte. So rissen die Wassermassen einen Flüssiggastank aus der Verankerung, der daraufhin seinen Inhalt verlor. In Kall stand die Produktionshalle eines Industriebetriebs unter Wasser. Das Deutsche Rote Kreuz versorgte Anwohner und rund 250 Helfer.

Auch in Stolberg im Rheinland standen die Notruftelefone am Abend nicht still, wie die Feuerwehr mitteilte. Laub und Schlamm verstopften Kanalrohre, das Wasser lief über Straßen in mehrere Keller. Die Einsatzkräfte pumpten das Wasser ab und bauten mit Sandsäcken Deiche, um die Häuser zu schützen. Ein kleiner Bach trat über die Ufer und flutete eine Straße. Schlamm und Geröll wurden entfernt. Am Hauptbahnhof stand die Unterführung zu den Gleisen unter Wasser. Verletzte gab es den Angaben zufolge nicht. Zur Höhe des Schadens gab es zunächst keine Informationen.

In Süddeutschland gehen die Aufräumarbeiten nach verheerenden Unwettern weiter. Tief «Elvira» hatte dort schwere Verwüstungen hinterlassen. Vier Menschen kamen ums Leben.

Di, 2016-05-31 06:00
Düsseldorf (dpa)

Die neuen «Superdiscounter» kommen: Aldi und Co. machen sich schön Von Erich Reimann, dpa

Mehr Licht, mehr Frische und mehr Service: Aldi und Lidl wollen in den nächsten Jahren Milliarden in die Verschönerung ihrer deutschen Filialen stecken. Der Verbraucher lässt ihnen keine andere Wahl.

Düsseldorf (dpa) - Deutschlands Discounter machen sich schön. Aldi und Lidl wollen in den nächsten Jahren Milliarden für die Aufwertung ihrer Filialen ausgeben, um im Wettbewerb mit den «klassischen» Supermärkten wie Edeka oder Rewe besser bestehen zu können.

Der Hintergrund: Den deutschen Konsumenten reicht «billig» allein nicht mehr aus. Sie legen immer mehr Wert auf ein angenehmes Ambiente beim Einkauf und stimmten mit den Füßen ab. Die oft noch spartanisch eingerichteten Billiganbieter verloren dadurch in den vergangenen Jahren spürbar Marktanteile an die «klassischen Supermärkte».

Doch nun wollen Aldi Süd und Lidl gegensteuern - mit schickerem Design, mehr Frischeprodukten und mehr Service. Lieblose Filialen mit Paletten und kaltem Neonlicht sollen bald der Vergangenheit angehören.

Allein Lidl will in den nächsten fünf Jahren mehr als drei Milliarden Euro in sein deutsches Filialnetz stecken und fast alle 3200 Verkaufstellen modernisieren. Das Investitionsprogramm werde dafür um 200 Millionen Euro aufgestockt, sagte Lidl-Vorstandschef Sven Seidel erst vor wenigen Tagen der «Heilbronner Stimme».

Doch auch viele Aldi-Süd-Kunden werden ihre Läden bald kaum noch wiedererkennen. In den nächsten drei Jahren will der Discounter allen 1860 Filialen in Deutschland eine freundlicheren, modernen Auftritt verpassen: mit mehr Tageslicht, warmen Holzverkleidungen, Kundentoiletten und sogar einem Kaffeeautomaten.

«Für die Kunden sind neben dem Preis viele andere Faktoren wichtig geworden», begründete Geschäftsführerin Jeanette Thull bei der Präsentation der «Filiale der Zukunft» in Unterhaching bei München Mitte März die Umbaupläne. Der Kunde suche beim Einkauf Ruhe, Entschleunigung und ein schönes Ambiente - nicht nur im Supermarkt, sondern auch beim Discounter.

Aldi Nord ist schon seit 2012 dabei, sein gesamtes Filialnetz zu modernisieren, um die Läden heller und freundlicher zu machen. «Wir überarbeiten das gesamte Ladenkonzept in Deutschland», betonte eine Unternehmenssprecherin. So ehrgeizig wie im Süden ist man bei Aldi Nord allerdings nicht. Statt den großen Wurf zu wagen, setzt man eher auf Detailverbesserungen.

Das Fachblatt «Lebensmittel Zeitung» spricht angesichts der Investitionsoffensive der Billiganbieter schon von einer neuen Generation von «Superdiscountern». Die Devise dabei laute: «Wir können auch Supermarkt.»

Wolfgang Adlwarth von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hält die Strategie von Aldi und Lidl trotz der hohen Kosten für eine folgerichtige Antwort auf die sich wandelnden Kundenbedürfnisse. «Wir sehen seit einiger Zeit den Trend, dass die Konsumenten höhere Ansprüche stellen und mehr Wert auf Qualität legen», meint der Marktforscher. «Daran versuchen sich die Discounter anzupassen.» Allerdings sei das eine Gratwanderung für Aldi und Co. - denn die Billiganbieter müssten ihre Läden den Supermärkten ähnlicher machen, ohne das eigene Preisimage zu gefährden, betont der Branchenkenner.

Funktioniert die Annäherung der Discounter an die Supermärkte, zu der auch die wachsende Zahl von Markenartikeln in den Aldi-Regalen gehört? Nach Einschätzung des GfK-Experten spricht einiges dafür. Zwar wachsen nach aktuellen Zahlen der Marktforscher die «klassischen Supermärkte» derzeit noch immer etwas schneller als die Discounter. Doch sind die Unterschiede im Wachstumstempo längt nicht mehr so groß wie noch vor einem Jahr. «Man kann das als ersten Erfolg der neuen Strategie interpretieren», meint Adlwarth.

Die Supermärkte sehen die Entwicklung nicht ohne Sorge. «Die Grenzen zwischen Supermarkt und Discountern verschwimmen zunehmend», meinte kürzlich Rewe-Chef Alain Caparros in einem Interview. Dann fügte er noch hinzu: «In fünf Jahren wird es keinen reinen Discounter mehr geben.»

Di, 2016-05-31 05:15
Berlin (dpa) 

Die Gräueltaten an den Armeniern - «Völkermord» oder nicht?

Waren die Gräueltaten an den Armeniern ein Völkermord? Mehr als 100 Jahre nach den Massakern ist die Frage weiter umstritten. Mit ihrer Haltung gerät die Türkei zunehmend ins Abseits.

Berlin (dpa) - Die Massaker, denen im Osmanischen Reich bis zu 1,5 Millionen Armenier zum Opfer fielen, liegen mehr als hundert Jahre zurück. Sie begannen mit der Festnahme Hunderter Intellektueller am 24. April 2015. Viele Parlamente stufen die Tragödie mittlerweile als «Völkermord» ein - wie die Armenier selbst. Am kommenden Donnerstag wird dies voraussichtlich auch der Bundestag tun. Ankara aber wehrt sich bis heute gegen den Begriff. Fragen und Antworten:

Wie war die Lage im Osmanischen Reich?

Zu Beginn des Ersten Weltkriegs lebten dort nach Schätzungen zwischen 2 und 2,5 Millionen Armenier. Im Kampf gegen das christliche Russland warf die osmanische Regierung den Armeniern vor, mit dem Feind zu paktieren. Es folgte ihre systematische Vertreibung und Vernichtung. Nach armenischen Angaben kamen 1,5 Millionen Menschen ums Leben. Die Türkei als Rechtsnachfolgerin des Osmanischen Reiches geht von deutlich weniger Toten aus.

Wer spricht heute von Völkermord?

Papst Franziskus zum Beispiel bezeichnete die Massaker als den «ersten Völkermord im 20. Jahrhundert». Auch Bundespräsident Joachim Gauck benannte die Tragödie in einem Gottesdienst zum 100. Jahrestag erstmals klar als Völkermord und verärgerte Ankara. Bereits 1987 hatte das Europaparlament die Gräueltaten als Völkermord eingestuft. Ähnliche Resolutionen verabschiedeten die Parlamente von mehr als zwei Dutzend Staaten, darunter Frankreich, Russland, Schweden, die Niederlande, Belgien und die Schweiz. Österreich, Luxemburg und Brasilien schlossen sich im vorigen Jahr an.

Wie ist die Haltung der Armenier? 

Das Gedenken an die Gräueltaten hat sich eingebrannt in das kollektive Gedächtnis der Armenier. Von Generation zu Generation geben die Bewohner der Südkaukasusrepublik die Erinnerung an Leid und Vertreibung weiter. Für die rund drei Millionen Bewohner der Ex-Sowjetrepublik wie auch die geschätzt zehn Millionen Mitglieder der armenischen Diaspora ist klar: «Das war ein Völkermord.» Mit großem Interesse beobachten die Armenier die Debatte in Deutschland. Eine Einstufung als Genozid wäre Balsam auf ihre Seelen. Doch zentral bleibt für sie die Haltung der Türkei. Sie empfinden es als Ungerechtigkeit, dass Ankara bis heute keine Verantwortung übernimmt.

Warum ist das Thema heute der Türkei noch so wichtig? 

Die Türkei fühlt sich in der Diskussion ungerecht behandelt. Als Rechtsnachfolgerin des Osmanischen Reichs bestreitet sie nicht, dass Armeniern dort in den Wirren des Ersten Weltkriegs großes Leid zugefügt wurde. Aus Sicht Ankaras fehlen aber historische Beweise, um die Gräueltaten nach internationalem Recht als Völkermord einzustufen. Vor allem sieht die Türkei keinen Beleg dafür, dass die Armenier gezielt vernichtet werden sollten. Ankara fordert, eine internationale Historikerkommission solle die Vorgänge von damals untersuchen, und hat angeboten, dafür die Archive zu öffnen.

Wie wird die Türkei auf den Bundestagsbeschluss reagieren? 

Mit Sicherheit nicht positiv. Als Gauck vergangenes Jahr vom «Völkermord» an den Armeniern sprach, verlor das Außenministerium in Ankara jede diplomatische Zurückhaltung. «Das türkische Volk wird dem deutschen Präsidenten Gauck seine Aussagen nicht vergessen und nicht verzeihen», ließ das Ministerium damals wissen. Präsident Recep Tayyip Erdogan rief Deutschland und andere Staaten im vergangenen Jahr dazu auf, diese sollten zuerst «die dunklen Punkte ihrer eigenen Geschichte bereinigen».

Weshalb ist der Zeitpunkt der Resolution so heikel?

Wie wohl nie zuvor ist die Bundesregierung derzeit vom Wohlwollen der Türkei abhängig. In der Flüchtlingskrise hat Kanzlerin Angela Merkel voll auf die Zusammenarbeit mit Ankara gesetzt. Wegen des Streits um die Visaerleichterungen steht das EU-Türkei-Abkommen zur Reduzierung der Flüchtlingszahlen ohnehin auf der Kippe. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat bereits einen Bruch der Abmachungen mit der EU angedroht.

Die Welt besser machen.
Wie? Steht im Greenpeace Magazin!

6 Ausgaben im Jahr
gedruckt oder als App
ab 29,50 Euro

Produkt der Woche Button

Pflanzkelle

24,50 €
19,60 €

Diese Pflanzkelle hilft Ihnen beim An- und Umpflanzen in Beeten oder Blumenkästen. Sie wird in einem traditionsreichen Familienbetrieb im Frankenwald handwerklich gefertigt.

Jetzt bestellen
Di, 2016-05-31 05:30
Frankfurt/Main (dpa)

IG Metall will auch die nächste industrielle Revolution gestalten Von Christian Ebner, dpa

Die IG Metall ist die mächtigste Gewerkschaft in Deutschland. Das war keineswegs immer so, wie die Rückschau auf 125 Jahre Geschichte zeigt. Die Anliegen sind aber im Kern gleich geblieben.

Frankfurt/Main (dpa) - «Samstags gehört Vati mir!» Der populäre Gewerkschaftsslogan aus den 1950er Jahren belegt, dass sich in der deutschen Arbeitswelt seitdem einiges verändert hat. Die Sechs-Tage-Woche mit 55 Arbeitsstunden ist ebenso Vergangenheit wie der Norm-Urlaub von 15 Tagen im Jahr. Als treibende Kraft hinter vielen Veränderungen feiert die IG Metall an diesem Samstag (4. Juni) ihr 125-jähriges Bestehen. Und immer noch stehen neben der betrieblichen Mitbestimmung die Verhandlungen mit den Arbeitgebern über Arbeitszeit und weitere Arbeitsbedingungen ganz oben auf der Agenda der größten und wohl mächtigsten Einzelgewerkschaft der Welt.

An ihrer Spitze steht seit Oktober 2015 der Diplom-Ökonom Jörg Hofmann, der offensiv den Anspruch stellt, auch die nächste, nunmehr digitale Revolution des industriellen Produktionsprozesses zu gestalten. «Unsere Verantwortung ist, die Arbeitswelt sicher, gerecht und selbstbestimmt fortzuentwickeln», sagt Hofmann. «Deshalb reicht unser Anspruch über die Gestaltung von Industrie 4.0 hinaus. Es geht uns auch um Arbeit 4.0 und den Sozialstaat 4.0!»

Als historischen Bezugspunkt für ihr Jubiläum hat sich die Gewerkschaft den Gründungskongress des Deutschen Metallarbeiter-Verbands (DMV) vom 1. bis zum 6. Juni 1891 in Frankfurt ausgesucht. Im Kaiserreich hatte es schon zuvor Arbeitervereine gegeben, doch erst nach Aufhebung der Bismarck'schen Anti-Sozialistengesetze konnten sich die verschiedenen Berufsgruppen wie Klempner, Schlosser, Maschinenbauer oder Feilenhauer zu einer Metall-Industriegewerkschaft zusammenschließen.

Einige Berufsgruppen wie die Former und Schmiede blieben zunächst noch selbstständig, dennoch wuchs die neuartige Organisation schnell, gab eigene Zeitungen heraus und kümmerte sich um die politische Bildung ihrer Mitglieder. Unmittelbar vor Beginn des Ersten Weltkriegs stellte der DMV sämtliche Streiks ein und unterstützte damit wie die SPD die Kriegsziele des Reiches.

Widerstand gegen diese Linie kam von Berliner Arbeitern, die wilde Streiks organisierten und ein Netzwerk «revolutionärer Obleute» gründeten - Ausgangpunkt für die radikalen Arbeiter- und Soldatenräte, die in der Novemberrevolution 2018 alle Macht für sich beanspruchten. Die DMV-Mehrheit agierte hingegen reformorientiert und erhielt im Gegenzug die betriebliche Mitbestimmung, den Achtstunden-Tag und das Recht, allgemeinverbindliche Tarifverträge abzuschließen - bis heute neben der Verankerung in den Belegschaften die eigentliche Machtgrundlage der IG Metall.

Dem Regime der Nationalsozialisten hatten die organisierten Metaller 1933 aber wenig entgegenzusetzen, auch wenn viele Gewerkschafter in den Widerstand gingen. Noch am neu geschaffenen «Tag der nationalen Arbeit» am 1. Mai 1933 marschierten sie mit, um bereits am folgenden Tag den organisierten Nazi-Sturm auf die Gewerkschaftshäuser und dann die Gleichschaltung der einstmals freien Gewerkschaften mitzuerleben.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die IG Metall als Einheitsgewerkschaft - also ohne parteipolitische oder konfessionelle Bindung - neu gegründet. Montan-Mitbestimmung, Lohnfortzahlung im Krankheitsfalle, mehr Urlaub, mehr Geld und immer wieder der Kampf um kürzere Arbeitszeiten - teilweise begleitet von harten Arbeitskämpfen - waren die bestimmenden Themen in der Bundesrepublik. Ihre stärksten Truppen haben die Metaller in der Autoindustrie und reden besonders bei Volkswagen auch betrieblich ein gewichtiges Wort mit. Seit 2011 hat die größte deutsche Einzelgewerkschaft zudem den Mitgliederschwund gestoppt und wächst seitdem wieder leicht auf zuletzt 2,27 Millionen Mitglieder.

Erkennbarer Schwerpunkt der Ära Hofmann soll die Arbeitszeitpolitik werden, zu der die IG Metall im kommenden Jahr einen großen Kongress veranstaltet und daran anschließend zum Jahresbeginn 2018 eine harte Tarifrunde führen will. «Wir wollen Lösungen finden für sichere Arbeitszeit, die für jeden planbar ist, aber auch für gerechte Arbeitszeit, bei der geleistete Arbeitszeit vergütet wird. Und darüber hinaus brauchen wir selbstbestimmte Arbeitszeit, die Platz gibt für individuelle Anforderungen wie Kindererziehung, Pflege oder für berufliche Weiterbildung», steckt der Gewerkschaftschef zum Jubeltag den Rahmen ab.

All das lässt harte Auseinandersetzungen mit dem Arbeitgeberverband Gesamtmetall erwarten, dessen Chef Rainer Dulger sich für den gewerkschaftlichen Festakt in der Frankfurter Paulskirche angesagt hat. Hofmann empfängt seinen Verhandlungspartner in einem Interview mit dem «Tagesspiegel» mit leichtem Spott: «Gesamtmetall ist ja ein Jahr älter als wir und seit seiner Gründung eine Abwehrorganisation gegen Gewerkschaften. Ohne uns gäbe es sie nicht.»

Di, 2016-05-31 05:40
Berlin (dpa)

Grüne rufen Länder auf: Im Ökostrom-Streit die Energiewende schützen

Die geplante Ökostromreform ist eines der letzten Großprojekte der Energiewende, die die Koalition vor der Wahl noch umsetzen will. Die Zeit drängt, eine Einigung ist aber weiter fraglich.

Berlin (dpa) - Die Grünen haben die Bundesländer aufgefordert, der Bundesregierung im Streit um den Ökostrom-Ausbau Kontra zu geben. «Die Ministerpräsidenten müssen die Energiewende und den Klimaschutz vor der Bundesregierung schützen», sagte Fraktionschef Anton Hofreiter der Deutschen Presse-Agentur. Nur mit «kräftigem Rückenwind» für die Erneuerbaren sei das Klimaschutz-Ziel zu schaffen, die Erwärmung der Erde auf unter zwei Grad zu begrenzen. Das sei Deutschland künftigen Generationen schuldig.

«Bei den letzten EEG-Reformen wurde die Photovoltaik platt gemacht, dieses Mal ist die Windkraft dran», kritisierte Hofreiter. Das gefährde rund 450 000 Arbeitsplätze der Branche. Seine Parteichefin Simone Peter warnte in der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Dienstag): «Es droht das Aus für neue Bürgerwindparks und ein Einbruch des Windkraft-Zuwachses um bis zu 80 Prozent.» Das sei ökonomischer und ökologischer Irrsinn sowie eine Verhöhnung der UN-Klimabeschlüsse von Paris.

Am Dienstagabend wollen sich die Ministerpräsidenten ein zweites Mal mit Bundeskanzlerin Angla Merkel (CDU) treffen, um über die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) zu beraten. Ein Treffen vor zweieinhalb Wochen hatte keine Ergebnisse gebracht. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) will unter anderem den Neubau von Windkraftanlagen an Land drosseln. Es fehlt an Leitungen, um den Strom aus dem Norden in den Süden Deutschlands zu transportieren.

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner rief die große Koalition auf, endlich mehr Marktwirtschaft in der Energiepolitik durchzusetzen. «Organisierte Einzelinteressen und Länder blockieren den unbedingt nötigen Politikwechsel», sagte Lindner der Deutschen Presse-Agentur. «Die Gelddruckmaschine EEG muss gestoppt werden, indem die automatische Gewährung von Dauersubventionen beendet wird.»

Nach Lindners Einschätzung rechnen sich Erneuerbare Energien oft bereits ohne die EEG-Umlage, die Verbraucher und Wirtschaft enorm belastet. «Die FDP will die EEG-Förderung für neue Anlagen vollständig streichen und zugleich die Stromsteuer senken», sagte der FDP-Chef. «Inzwischen ist die irrationale Energiepolitik die größte Gefahr für die deutsche Industrie.» Die FDP fordere, das Tempo des Ausbaus der Erneuerbaren zukünftig strikt am Netzausbau zu orientieren. «Alles andere führt zu ökonomischen Schildbürgerstreichen.»

Die EEG-Reform für mehr Wettbewerb ist ein wichtiger Pfeiler der Energiewende. Ab 2017 soll die Förderung des Ökostroms umgestellt werden. Dann fallen die auf 20 Jahre festgelegten Garantiepreise für die Stromabnahme für neue Anlagen weg. Stattdessen werden Projekte ausgeschrieben: Wer wenig Subventionen verlangt, erhält den Zuschlag. Es geht um Steuerung und Kosten. Aktuell müssen Verbraucher und Wirtschaft pro Jahr bis zu 24 Milliarden Euro per Umlagen für den Ausbau der Stromerzeugung aus Wind, Sonne, Wasser und Biomasse bezahlen.

Di, 2016-05-31 05:31
Berlin (dpa) 

Die Gräueltaten an den Armeniern - «Völkermord» oder nicht?

Waren die Gräueltaten an den Armeniern ein Völkermord? Mehr als 100 Jahre nach den Massakern ist die Frage weiter umstritten. Mit ihrer Haltung gerät die Türkei zunehmend ins Abseits.

Berlin (dpa) - Die Massaker, denen im Osmanischen Reich bis zu 1,5 Millionen Armenier zum Opfer fielen, liegen mehr als hundert Jahre zurück. Sie begannen mit der Festnahme Hunderter Intellektueller am 24. April 1915. Viele Parlamente stufen die Tragödie mittlerweile als «Völkermord» ein - wie die Armenier selbst. Am kommenden Donnerstag wird dies voraussichtlich auch der Bundestag tun. Ankara aber wehrt sich bis heute gegen den Begriff. Fragen und Antworten:

Wie war die Lage im Osmanischen Reich?

Zu Beginn des Ersten Weltkriegs lebten dort nach Schätzungen zwischen 2 und 2,5 Millionen Armenier. Im Kampf gegen das christliche Russland warf die osmanische Regierung den Armeniern vor, mit dem Feind zu paktieren. Es folgte ihre systematische Vertreibung und Vernichtung. Nach armenischen Angaben kamen 1,5 Millionen Menschen ums Leben. Die Türkei als Rechtsnachfolgerin des Osmanischen Reiches geht von deutlich weniger Toten aus.

Wer spricht heute von Völkermord?

Papst Franziskus zum Beispiel bezeichnete die Massaker als den «ersten Völkermord im 20. Jahrhundert». Auch Bundespräsident Joachim Gauck benannte die Tragödie in einem Gottesdienst zum 100. Jahrestag erstmals klar als Völkermord und verärgerte Ankara. Bereits 1987 hatte das Europaparlament die Gräueltaten als Völkermord eingestuft. Ähnliche Resolutionen verabschiedeten die Parlamente von mehr als zwei Dutzend Staaten, darunter Frankreich, Russland, Schweden, die Niederlande, Belgien und die Schweiz. Österreich, Luxemburg und Brasilien schlossen sich im vorigen Jahr an.

Wie ist die Haltung der Armenier? 

Das Gedenken an die Gräueltaten hat sich eingebrannt in das kollektive Gedächtnis der Armenier. Von Generation zu Generation geben die Bewohner der Südkaukasusrepublik die Erinnerung an Leid und Vertreibung weiter. Für die rund drei Millionen Bewohner der Ex-Sowjetrepublik wie auch die geschätzt zehn Millionen Mitglieder der armenischen Diaspora ist klar: «Das war ein Völkermord.» Mit großem Interesse beobachten die Armenier die Debatte in Deutschland. Eine Einstufung als Genozid wäre Balsam auf ihre Seelen. Doch zentral bleibt für sie die Haltung der Türkei. Sie empfinden es als Ungerechtigkeit, dass Ankara bis heute keine Verantwortung übernimmt.

Warum ist das Thema heute der Türkei noch so wichtig? 

Die Türkei fühlt sich in der Diskussion ungerecht behandelt. Als Rechtsnachfolgerin des Osmanischen Reichs bestreitet sie nicht, dass Armeniern dort in den Wirren des Ersten Weltkriegs großes Leid zugefügt wurde. Aus Sicht Ankaras fehlen aber historische Beweise, um die Gräueltaten nach internationalem Recht als Völkermord einzustufen. Vor allem sieht die Türkei keinen Beleg dafür, dass die Armenier gezielt vernichtet werden sollten. Ankara fordert, eine internationale Historikerkommission solle die Vorgänge von damals untersuchen, und hat angeboten, dafür die Archive zu öffnen.

Wie wird die Türkei auf den Bundestagsbeschluss reagieren? 

Mit Sicherheit nicht positiv. Als Gauck vergangenes Jahr vom «Völkermord» an den Armeniern sprach, verlor das Außenministerium in Ankara jede diplomatische Zurückhaltung. «Das türkische Volk wird dem deutschen Präsidenten Gauck seine Aussagen nicht vergessen und nicht verzeihen», ließ das Ministerium damals wissen. Präsident Recep Tayyip Erdogan rief Deutschland und andere Staaten im vergangenen Jahr dazu auf, diese sollten zuerst «die dunklen Punkte ihrer eigenen Geschichte bereinigen».

Weshalb ist der Zeitpunkt der Resolution so heikel?

Wie wohl nie zuvor ist die Bundesregierung derzeit vom Wohlwollen der Türkei abhängig. In der Flüchtlingskrise hat Kanzlerin Angela Merkel voll auf die Zusammenarbeit mit Ankara gesetzt. Wegen des Streits um die Visaerleichterungen steht das EU-Türkei-Abkommen zur Reduzierung der Flüchtlingszahlen ohnehin auf der Kippe. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat bereits einen Bruch der Abmachungen mit der EU angedroht.

Geht doch!

Saubere Profite

Als erste deutsche Stadt investiert die westfälische Kommune nur noch in ethisch-ökologische Anlagen

weiterlesen

Dem Stadtkämmerer von Münster bereiten die RWE-Verluste keine schlaflosen Nächte: Als erste deutsche Stadt hat die westfälische Grünen-Hochburg zum Jahresbeginn alle Geldgeschäfte mit Klimasündern eingestellt. Rückstellungen für die Beamtenpensionen – das sind immerhin 460 Millionen Euro – dürfen nicht mehr in Fonds angelegt werden, die Aktien von Öl- und Kohleunternehmen beinhalten. Mehr noch: Auch Atomenergiekonzerne, Gentechnikfirmen und Rüstungsindustrie sind tabu. Drahtzieher dieser „Divestment“-Premiere waren die örtliche Fossil-Free-Gruppe und die Grünen. Seit Sommer 2013 machten die Klima-Aktivisten Druck auf der Straße, und die Partei überzeugte schließlich den Stadtrat. „Jeder, der nicht will, dass seine Stadt durch ihre Geldgeschäfte den Klimawandel befeuert, kann eine solche Kampagne starten“, sagt Tine Langenkamp von der Klimaschutzorganisation 350.org. „Dafür muss man kein Finanzexperte sein.“ Vom Ausstieg profitiere nicht nur das Klima, er rechne sich auch noch. „Ethisch-ökologische Geldanlagen können sogar mehr Renditen abwerfen als konventionelle“, sagt der grüne Fraktionsvorsitzende Otto Reiners, „deshalb erwarten wir einen Domino-Effekt.“
gofossilfree.wordpress.com
gofossilfree.org/de

Frankreich: La vie est belle
Eben noch hat Frankreich Schlagzeilen gemacht, weil Supermärkte keine Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen und in Restaurants „Doggy Bags“ eingeführt werden. Nun gibt das Nachbarland in anderen Bereichen Gas: In den nächsten fünf Jahren sollen tausend Kilometer Straßenbelag mit neuartigen Solarpaneelen ausgerüstet werden – bereits zwanzig Quadratmeter könnten den Strombedarf eines Single-Haushalts decken. Und schon in diesem Sommer werden in Paris tausend E-Roller stehen, die jeder mieten kann – sie sollen für bessere Luft sorgen.

Thailand: Autarke Solarschule
In der Sisaengtham-Schule im Nordosten Thailands lernen schon kleine Kinder, nachhaltig zu leben: Sie pflanzen nicht nur ihr eigenes Gemüse an, sondern installieren und reparieren auch Solarzellen. Ziel des als „Solar-Mönch“ bekannten Gründers Phra Khru Wimon Panyakhun ist es, dass sich die Schule in allen Bereichen selbst versorgt. Die Energieernte deckt bereits den Bedarf. Außerdem entwickelten die Kinder mobile Ladestationen, mit denen Bauern die Bewässerungspumpen für ihre Reisfelder mit der Kraft der Sonne statt mit Dieselgeneratoren betreiben können.

Kamerun: Häuser aus Plastikmüll
Roger Milla, die afrikanische Fußball-Legende aus Kamerun, betreibt in seinem Heimatland eine Recyclinganlage. Aus Plastikmüll werden dort Bausteine gepresst: „Wir wollen die Umweltverschmutzung verringern und Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen“, sagt Milla. Ein ähnliches Projekt verfolgt die dänische Ingenieurstudentin Lise Fuglsang Vestergard in Indien: Sie lässt zerkleinerten Plastikmüll im „Solargrill“ zu Ziegelsteinen einschmelzen. 

Außerdem Interessant

Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

weiterlesen

Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

 

Außerdem Interessant

Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

weiterlesen

Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

Außerdem Interessant

Großbritannien: Schlafende Konten
Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

1 2 3
Di, 2016-05-31 05:20
Istanbul (dpa) 

Bei diesen Punkten knirscht es zwischen Deutschland und der Türkei

Istanbul (dpa) - Die Türkei ist EU-Beitrittskandidat und Nato-Mitglied. Offiziell sind Deutschland und die Türkei Partner. Doch zwischen Berlin und Ankara gibt es jede Menge Konfliktpunkte: 

ARMENIER: Am kommenden Donnerstag will der Bundestag eine Resolution beschließen, mit der die Gräuel an den Armeniern im Osmanischen Reich vor gut 100 Jahren als «Völkermord» eingestuft werden. Die Türkei lehnt das strikt ab. Schon im vergangenen Jahr - als Bundespräsident Joachim Gauck von «Völkermord» sprach - gab es gewaltigen Ärger. Neuer Streit ist programmiert.

FLÜCHTLINGSPAKT: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan droht damit, die Zusammenarbeit mit der EU in der Flüchtlingskrise aufzukündigen. Hintergrund ist eine EU-Forderung, die Anti-Terror-Gesetze der Türkei zu reformieren, damit sie nicht politisch missbraucht werden. Ohne Reform will die EU die Visumpflicht für Türken nicht aufheben. Ohne Visumfreiheit fühlt sich Erdogan nicht an die Flüchtlings-Abkommen gebunden.

PARLAMENT: Auf Betreiben Erdogans hat das Parlament beschlossen, vielen Abgeordneten die Immunität zu entziehen. Betroffen ist vor allem die pro-kurdische HDP, der Erdogan Terrorvorwürfe macht. Parlamentariern droht Strafverfolgung - für Kanzlerin Angela Merkel «Grund tiefer Besorgnis». Nach einem Treffen mit Erdogan vergangene Woche sagte sie: «Wir brauchen eine unabhängige Justiz, wir brauchen unabhängige Medien und wir brauchen ein starkes Parlament.»

PRESSEFREIHEIT: Kürzlich wurden zwei Journalisten der Zeitung «Cumhuriyet» zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Andere kritische Medien wurden unter Zwangsverwaltung gestellt und auf Regierungskurs gezwungen. Auf der Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen (ROG) liegt die Türkei auf Platz 151 von 180 Staaten. Erdogan meint dennoch, Medien in der Türkei seien frei.

BÖHMERMANN-AFFÄRE: Erdogan hat sich öffentlich nicht über das Schmähgedicht des ZDF-Moderators Jan Böhmermann geäußert, aber dagegen geklagt. Merkel nannte ihre Äußerung, Böhmermanns Gedicht sei «bewusst verletzend», später einen Fehler.

Di, 2016-05-31 05:30
Berlin (dpa)

Dauerstreit um Ökostrom-Reform Von Tim Braune und André Stahl, dpa

Seit Monaten hakt es mit der EEG-Reform. Bund und Länder streiten über das Tempo beim Ökostrom-Ausbau - jedes Land vertritt seine Interessen, der Netzausbau kommt nicht voran. Auch in der Koalition knirscht es noch. Eine rasche Lösung ist nicht in Sicht.

Berlin (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder beraten an diesem Dienstagabend erneut über den Ökostrom-Ausbau. Es geht um mehr Wettbewerb, geringere Kosten für die Stromkunden und den Ausbau der Netze. Die Zeit drängt, eine Einigung ist aber weiter fraglich. Denn es soll keine Beschlüsse geben, solange nicht die Interessen der Fraktionen von Union und SPD sowie der Länder zusammengeführt sind:

Was ist Kern der geplanten EEG-Reform?

Die EEG-Reform für mehr Wettbewerb ist ein wichtiger Pfeiler der Energiewende. Ab 2017 soll die Förderung des Ökostroms umgestellt werden. Dann fallen die auf 20 Jahre festgelegten Garantiepreise für die Stromabnahme für neue Anlagen weg. Stattdessen werden Projekte ausgeschrieben: Wer wenig Subventionen verlangt, erhält den Zuschlag. Es geht um Steuerung und Kosten. Aktuell müssen Verbraucher und Wirtschaft pro Jahr bis zu 24 Milliarden Euro per Umlagen für den Ausbau der Stromerzeugung aus Wind, Sonne, Wasser und Biomasse bezahlen.

Worum dreht sich der Bund-Länder-Streit?

Es geht im Kern um Umfang und Tempo beim Ausbau des Ökostroms in den nächsten zehn Jahren. Die Ausbauziele für Wind, Sonne und Biomasse sollen so angepasst werden, dass der festgelegte Korridor nicht überschritten wird. Bis zum Jahr 2025 sollen etwa 40 bis 45 Prozent des Stromverbrauchs aus Ökostrom-Quellen kommen. Derzeit liegt der Anteil bei etwa 33 Prozent. Geplant war bisher, jährlich jeweils 2500 Megawatt Wind- sowie Solarenergie neu zu installieren. Was letztlich aber zu deutlich mehr Ökostrom führen würde als angepeilt. Auch die Union pocht auf Kürzungen bei der Windenergie. Die Länder wiederum verfolgen höchst unterschiedliche Interessen: Für Bayern ist Solarenergie und Biomasse wichtig, die Nord- und andere Flächenländer setzen mehr auf Windenergie.

Was hat Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) vorgeschlagen?

Gabriel will den Neubau von Windkraftanlagen an Land drosseln, da Stromleitungen fehlen, um Strom aus dem Norden in den Süden zu transportieren. Ohne Beschränkungen würden die auf die Verbraucher umgelegten Netzkosten deutlich steigen. Daher sollte der Windausbau an Land (Onshore-Windparks) weniger stark gefördert werden.

Was hat der Bund zuletzt konkret vorgeschlagen?

Für den besonders umstrittenen Ausbau von Windkraftanlagen an Land soll es bisher eine jährliche fixe Ausschreibungsmenge von 2500 Megawatt brutto geben. Das Volumen ist aber noch strittig. Zur Kostensenkung wird vorgeschlagen, im ersten Quartal 2017 einmalig die feste Vergütung um fünf Prozent zu kürzen - zuletzt war von 7,5 Prozent die Rede. Die Ausschreibungsmenge für Biomasse ist strittig. Hier macht die CSU Druck. Bei Windparks auf See (Offshore) sind bisher keine wesentlichen Änderungen vorgesehen.

Und wie sieht es bei Photovoltaik-Anlagen und Netzen aus?

Der Bund schlägt den Ländern dem Vernehmen nach vor, jährlich 600 Megawatt Solarleistung auszuschreiben. Auch sollen «Netzengpassgebiete» ausgewiesen werden, in denen der Ausbau gebremst würde. Um beim Bau von Stromautobahnen voranzukommen, hatte die Bundesregierung im Herbst 2015 beschlossen, Gleichstrom-Leitungen vorrangig unterirdisch zu verlegen. Sie sollen vor allem Windstrom von Norden in die Industriegebiete des Westens und nach Süden bringen. Es ist fraglich, ob den Ländern die jüngsten Zugeständnisse reichen werden. Schließlich stellen die Grünen in den Ländern inzwischen zehn Energieminister. Allerdings braucht der Bund bei der EEG-Reform nicht die Zustimmung der Länder im Bundesrat.

Was sagen Kritiker zu den Plänen des Bundes?

Nach Angaben von Grünen-Experte Oliver Krischer führen die Pläne dazu, den Windenergieausbau um fast 80 Prozent zu reduzieren. Mitte des Jahrzehnts könnte es sogar zum Rückbau kommen, wenn besonders viele Anlagen aus der EEG-Förderung fallen. Zusätzlich plane der Bund eine Ausbaubremse für Norddeutschland, weil die Netze zunehmend überlastet seien. Andere warnen: Es könnte noch beihilferechtliche Probleme mit der EU-Kommission geben.

Di, 2016-05-31 05:10
Berlin (dpa)

Grüne rufen Länder auf: Im Ökostrom-Streit die Energiewende schützen

Berlin (dpa) - Die Grünen haben die Bundesländer aufgefordert, der Bundesregierung im Streit um den Ökostrom-Ausbau Kontra zu geben. «Die Ministerpräsidenten müssen die Energiewende und den Klimaschutz vor der Bundesregierung schützen», sagte Fraktionschef Anton Hofreiter der Deutschen Presse-Agentur. Nur mit «kräftigem Rückenwind» für die Erneuerbaren sei das Klimaschutz-Ziel zu schaffen, die Erwärmung der Erde auf unter zwei Grad zu begrenzen. Das sei Deutschland künftigen Generationen schuldig.

«Bei den letzten EEG-Reformen wurde die Photovoltaik platt gemacht, dieses Mal ist die Windkraft dran», kritisierte Hofreiter. Das gefährde rund 450 000 Arbeitsplätze der Branche.

Am Dienstagabend wollen sich die Ministerpräsidenten ein zweites Mal mit Bundeskanzlerin Angla Merkel (CDU) treffen, um über die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) zu beraten. Ein Treffen vor zweieinhalb Wochen hatte keine Ergebnisse gebracht. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) will unter anderem den Neubau von Windkraftanlagen an Land drosseln. Es fehlt an Leitungen, um den Strom aus dem Norden in den Süden Deutschlands zu transportieren.

À la Saison

Sagenhafter Spinat

(Spinacia oleracea)

Damit du groß und stark wirst? Von wegen! Spinat enthält gar nicht besonders viel Eisen. Weiß leider jedes Kind. Doch woher nimmt Popeye dann seine stahlharten Fäuste? Es ist... Ein Küchenkrimi.

weiterlesen

„Ich hab’ es geschafft. Der Spinat gab mir Kraft!“, singt ein Zeichentrickmann mit ballongroßen Unterarmen zu Militärmusik. „Ich bin Popeye der Seeheemann!“ Wir schreiben den 13. März 1942, und der Spinatmatrose hat irgendwo im Pazifik eine japanische Flotte zerlegt – im Alleingang, versteht sich. Alles, was er dafür braucht, ist eine Dose Spinat auf ex. Schon kommen die Superkräfte. Es ist die Zeit, in der selbst Comic-Helden im Dienst der US-Kriegspropaganda stehen. Die Botschaft „Der Spinat gab mir Kraft“ (im englischen Original: Strong to the finish, ’cos he eats his spinach) geht nicht nur an die Soldaten da draußen, sondern mindestens ebenso an deren Kinder daheim.

„Iss deinen Spinat!“ Wie viele Generationen hat dieser Befehl wohl gequält. Wie viel Leid war in der Welt, seit ein obskurer Chemiker im 19. Jahrhundert ein Komma falsch gesetzt und den Eisengehalt auf das Zehnfache potenziert hatte? Das Fuchsschwanzgewächs enthält gar nicht mehr von dem Spurenelement als andere Gemüse, enthüllte der Krebsexperte Terence Hamblin 1981 im British Medical Journal und folgerte spitz: „Als Eisenquelle hätte Popeye besser die Dosen verzehren sollen.“ Gute Pointe? Hier ist eine bessere: Den Rechenfehler hat es nie gegeben. Der Volksglaube, mit dem Hamblin ausgerechnet unter der Überschrift Fake! (Schwindel) aufräumte, ist selbst eine Sage. Ein „Supermythos“, wie Mike Sutton sagt. Der Kriminologe machte sich 2010 auf Spurensuche und fand: keine Quelle, nirgends. Als er Hamblin damit konfrontierte, mailte der zurück, er könne sich nicht recht erinnern. Er sei sich aber sicher, die Geschichte nicht erfunden zu haben.

Verbürgt sind Popeyes Verdienste um den Spinatabsatz in den USA. Dort hat der Matrose seine eigene Marke. Mehrere Gemeinden widmeten ihm Denkmäler. Crystal, Texas, und Alma, Alabama, konkurrieren sogar um den selbst erdachten Titel „Welthauptstadt des Spinats“. Er ist ein globales Gemüse. Im Fernen Osten zum ersten Mal kultiviert, verdankt er seinen Namen dem persischen aspanakh oder einem arabischen Poeten, der ihn als isfanatsch, Prinz aller Gemüse, pries. Im frühen Mittelalter erreichte er Spanien und verdrängte ein paar Jahrhunderte später auch seine Verwandte, die Gartenmelde, aus der deutschen Küche.

Frühjahrsspinat taugt zu mehr als grüner Pampe in Rahm. Zitrusfrüchte, auch Zitronengras stehen in frischem Kontrast zu den erdigeren Noten seiner Blätter. Als Salat oder gedünstet verträgt er sich mit gerösteten Pinienkernen, gebratenem Speck, salzigen Anchovis und beliebigen Mengen Knoblauch. Auch Joghurt schmeichelt ihm, wie die indische Küche beweist. Und Eiergerichte wie Soufflé ergänzt Spinat aufs Feinste. Aber natürlich: An kalten Apriltagen hat auch der durchpürierte Klassiker mit Muskat und „Blubb“ seine tröstende Berechtigung. Nur ein halber Mythos ist, dass man Spinat nicht wieder aufwärmen darf. Er enthält zwar Nitrat, das Bakterien in krebserregendes Nitrit umwandeln. Stellt man Reste aber rasch in den Kühlschrank, kann man die Entstehung giftiger Substanzen verzögern. Spinat à la Saison, frisch vom Feld und in Bioqualität, enthält übrigens am wenigsten Nitrat.

Und Superkräfte setzt der zarte Grüne wirklich frei. Forscher haben Eiweiße aus seinen Blättern isoliert und tüfteln damit an „Spinatzellen“ für künstliche Fotosynthese, die einst mehr leisten sollen als Solarzellen. Popeyes spinach power speist sich allerdings aus einer anderen Quelle: Im Juli 1932 isst der Matrose zum ersten Mal Spinat – frisch vom Beet. Seine Freundin Olivia ruft: „Lieber Himmel, bist du ein Pferd?“ Popeye spricht mit Pfeife im Mund: „Spinat ist voller Vitamin A. Das macht Menschen stark und gesund.“ Wie wahr. Und hoffentlich gilt das auch für Kettenraucher.

Frisch vom Feld gibt's Spinat ab März.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

weiterlesen

 

„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

weiterlesen

Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

1 2 3
Di, 2016-05-31 05:17
Passau (dpa)

Schmidt will Lebensmittelverschwendung gemeinsam mit Handel eindämmen

Passau (dpa) - Bundesernährungsminister Christian Schmidt (CSU) setzt einem Medienbericht zufolge im Kampf gegen Lebensmittelverschwendung auf freiwillige Vereinbarungen mit der Wirtschaft und nicht auf gesetzliche Vorgaben. Dies sieht eine von ihm geplante nationale Strategie gegen das Wegwerfen von Nahrungsmitteln vor, wie die «Passauer Neue Presse» (Dienstag) unter Berufung auf den «Ernährungspolitischen Bericht der Bundesregierung 2016» berichtete. Dieser soll demnach am Mittwoch im Bundeskabinett beraten werden.

Die noch vorhandenen Potenziale zur Verringerung der Lebensmittelverluste wie etwa Optimierungen im Produktions- und Distributionsbereich oder bedarfsgerechtere Packungsgrößen sollten ausgeschöpft werden. «In die Strategie sollen neben den Bundesländern auch alle Akteure der Wertschöpfungskette - so auch Industrie, Großverbraucher und Handel - mit dem Ziel eingebunden werden, konkrete Beiträge zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung zu erreichen», heißt es demnach darin.

Schmidt setzt sich seit längerem dafür ein, dass Nahrungsmittel möglichst nicht weggeworfen werden. Laut einer 2012 vorgestellten Studie für sein Ministerium landen in Deutschland jährlich rund 11 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Davon stammen 6,7 Millionen Tonnen von Privathaushalten.

Di, 2016-05-31 05:15
Mülheim/Essen (dpa)

Er half der Kohle zum sanften Ausstieg - Werner Müller wird 70 Von Rolf Schraa, dpa

Werner Müller war Bundeswirtschaftsminister und Chef des Steinkohlekonzerns RAG. Dass Deutschland aus der unrentabel gewordenen Kohleförderung ohne harte Kündigungen ausstieg, ist wesentlich sein Verdienst.

Mülheim/Essen (dpa) - Werner Müller ist der letzte Kohlekönig im Revier. Als Vorstandschef der milliardenschweren deutschen Steinkohlestiftung überwacht er den Ausstieg der letzten beiden deutschen Zechen mit derzeit noch gut 7000 Kumpeln aus der Förderung. Er trägt die Verantwortung, dass ab 2019 die öffentliche Hand für die Dauerlasten des Bergbaus nicht zur Kasse gebeten wird. Und er organisiert schon jetzt eine würdevolle Erinnerung an die Branche - etwa mit dem massiven Ausbau des Bergbaumuseums in Bochum. An diesem Mittwoch (1. Juni) wird der Mülheimer 70 Jahre alt - ohne große Feier. Stattdessen wandert er mit seiner Frau in den Schweizer Alpen.

«Große Feiern zum runden Geburtstag liegen mir nicht», sagt Müller. Der Energie- und Kohlemanager tritt lieber zurückhaltend auf. Müller spricht leise, langsam und überlegt. Seine Pläne verfolgt er mit langem Atem - wie die von ihm mit Unterstützung der Gewerkschaften durchgesetzte Stiftungslösung für einen deutschen Kohleausstieg ohne betriebsbedingte Kündigungen. Dass in der unrentabel gewordenen Branche Zehntausende Jobs ohne dramatische Kündigungswellen und Massenproteste abgebaut werden konnten, gilt als eine wichtige Leistung, an der Müller großen Anteil hat.

Müller ist Volkswirt und promovierter Sprachwissenschaftler - kein Ingenieur. Ins Büro kommt er meist im seriösen Dreiteiler. Von 1998 bis 2002 war er parteiloser Bundeswirtschaftsminister unter Gerhard Schröder, mit dem ihn bis heute ein freundschaftliches Verhältnis verbindet. In seinem Büro läuft fast immer Musik aus einem kleinen CD-Player - am liebsten Bach. Auch privat spielt er mit Begeisterung Klavier - ein Intellektueller an der Spitze einer Branche, die unter Tage bis heute tagtäglich von schweißtreibender Arbeit geprägt ist.

Die deutsche Kohle - in besten Zeiten mit mehr als 500 000 Jobs - war schon lange auf hohe Subventionen angewiesen, als Müller 2003 den deutschen Zechenbetreiber RAG mit damals noch rund 100 000 Mitarbeitern übernahm. Bei Fördertiefen jenseits von 1000 Metern sowie teuren Sicherheits- und Sozialstandards konnte die einstige Ruhrkohle AG mit dem Ausland nicht mehr mithalten.

Müller gliederte den damals noch bunt gemischten Konzern um. Hunderte Tochterfirmen wurden verkauft und der Nicht-Kohlebereich mit dem späteren Evonik-Chemiebetrieb abgetrennt. Der Durchbruch kam mit der Idee einer Stiftung, für die Müller unermüdlich trommelte. Die Stiftung übernahm für einen Euro die RAG-Anteile von Ex-Eigentümern wie RWE, Eon und Thyssenkrupp. Dafür waren die einen Großteil der Haftung los. Müller wurde 2007 erster Evonik-Chef und ist seit 2012 Vorsitzender der RAG-Stiftung.

Die Stiftung sammelt aus ihren Beteiligungen - vor allem der börsennotierten Evonik - hohe Einnahmen und legt sie für die künftigen Kohlelasten an. Die Belegschaften werden schrittweise und sozialverträglich mit Unterstützung staatlicher Förderung über viele Jahre bis Ende 2018 abgebaut. Nur wenige hundert Beschäftigte bleiben dauerhaft etwa für das Abpumpen von Grubenwasser.

Der sozialverträgliche Ausstieg ist inzwischen fast geschafft. Ohne Müller mit seiner Beharrlichkeit und seinen politischen Kontakten nach Berlin wäre das so wohl nicht möglich gewesen, wie auch Kritiker einräumen. Zu den Gegnern zählte etwa Nordrhein-Westfalens früherer Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU), der, so lange er konnte, Müllers Wechsel an die Spitze der Stiftung blockierte.

Für Müller ist das längst Vergangenheit. «Ich sehe im Rückblick keine großen Niederlagen.» Jetzt zählt anderes: Unter dem Motto «Glückauf Zukunft» will er dem deutschen Bergbau einen glanzvollen Abschied bereiten - mit einer internationalen großen Abschiedsfeier 2018.

Di, 2016-05-31 04:30
Gmünd (dpa)

Rettungskräfte räumen nach verheerenden Gewittern auf

Unwetter haben im Süden Deutschlands vieles weggespült - und mehrere Menschen aus dem Leben gerissen. Jetzt müssen sich die Helfer weiter durch Wassermassen und Geröll arbeiten.

Schwäbisch Gmünd (dpa) - Nach den verheerenden Unwettern mit mehreren Toten in Süddeutschland laufen die Aufräumarbeiten. «Die Schäden sind nicht so schnell zu beseitigen. Das wird noch einige Zeit dauern», sagte ein Sprecher der Polizei in Heilbronn am frühen Dienstagmorgen. Die Unwetter waren in der Nacht nach Westen abgezogen.

Tief «Elvira» hatte am Montag Verwüstungen im Süden Deutschlands hinterlassen. Vier Menschen kamen ums Leben, Tausende Helfer waren bereits kurz nach der Gewitternacht im Einsatz.

Der Oberbürgermeister von Schwäbisch Gmünd, Richard Arnold, startete eine Anlaufstelle für freiwillige Helfer. Für manche Bürger sei es schwierig, die Schäden allein zu beheben, teilte die Stadtverwaltung mit. Zudem wurde ein Spendenkonto eingerichtet. In der Stadt waren zwei Menschen im Hochwasser ums Leben gekommen - ein 21-Jähriger und ein 38 Jahre alter Feuerwehrmann, der ihn retten wollte.

Auch auf versperrten Wegen sind die Helfer im Einsatz. Straßen seien blockiert und Brücken verstopft, teilte etwa die Straßenmeisterei für den Landkreis Schwäbisch Hall mit, zu dem auch der besonders stark betroffene Ort Braunsbach gehört. Viele Passagen müssten noch von einer Spezialfirma freigeräumt werden. Auch in Bayern - vor allem in Mittelfranken - hatte die Gewitterfront große Schäden angerichtet.

Die Arbeit mit Bagger und Schaufel soll auch in Rheinland-Pfalz weitergehen. «Der Schlamm muss weg», sagte ein Sprecher des Katastrophenschutzes in Bad Kreuznach. Zahlreiche Schäden werden die Einsatzkräfte noch länger beschäftigen. Zumindest wird in den kommenden Tagen nur wenig Regen erwartet. «Die Lage entspannt sich zusehends», sagte ein Sprecher des Lagezentrums in Mainz.

Welchen Sachschaden die Unwetter hinterließen, war noch unklar. Bei der Sparkassenversicherung dürften Schäden im mindestens zweistelligen Millionen-Euro-Bereich anfallen, hatte ein Sprecher in Stuttgart am Montag gesagt. Konkrete Zahlen könne man aber erst am Dienstag nennen, wenn immer mehr Schadensmeldungen gekommen seien.

Auch die Württembergische Versicherung rechnet mit deutlich spürbaren finanziellen Folgen. Der Innenminister von Baden-Württemberg, Thomas Strobl (CDU), kündigte an, wo es «angebracht und notwendig» sei, prüfe das Land eine Soforthilfe.

Im Werk des Autobauers Audi in Neckarsulm gehen ebenfalls die Aufräumarbeiten weiter. Der starke Regen hatte Teile des Werks im Kreis Heilbronn unter Wasser gesetzt. Die Produktion wurde am Montag vorübergehend gestoppt, erst mit der Spätschicht lief sie in Teilen wieder an. Ob sie am Dienstag wieder komplett laufen kann, war einer Sprecherin zufolge aber noch unklar. «Jetzt wird natürlich mit Hochdruck aufgeräumt und dann schauen wir weiter.»

Di, 2016-05-31 04:49
Stuttgart (dpa)

Schlamm, Schutt, Überlastung - Herausforderungen für Einsatzkräfte

Wenn Helfer von Polizei, Technischem Hilfswerk oder Feuerwehr zu einem Einsatz gerufen werden, müssen sie so einiges beachten - auch, um sich nicht selbst in Gefahr zu bringen.

Stuttgart (dpa) - Bei schweren Unwettern und verheerenden Überschwemmungen sind auch die Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) schnell vor Ort. Dabei müssen sich die Einsatzkräfte zahlreichen Herausforderungen stellen: 

STEIGENDE PEGELSTÄNDE: Schwierig sind für die Helfer vor allem schnell steigende Pegelstände und starke Strömungen. «Oft kann man kann nur reagieren und der Lage hinterherlaufen», sagt Olaf Joerdel vom THW-Landesverband Baden-Württemberg. «Große Gefahren bergen auch Hindernisse, die man in dem trüben Wasser nicht sieht.» In dem kleinen Ort Braunsbach im Norden Baden-Württembergs spülten die Wassermassen Baumstämme durch die Straßen, drückten Autos an Hauswände oder verschütteten sie unter Schlamm und Geröll.

WECHSELNDE LAGE: Was den Helfern die Arbeit auch erschweren kann: «Die Lage ist oft dynamisch», sagt Joerdel. «Das heißt, die Situation kann sich sehr schnell ändern.» Zudem gelte: Wenn das Wasser nach einer Überschwemmung erst mal weg ist, liegt viel Schutt und Schlamm auf den Straßen. Und wenn Schutt trocknet, werde er sehr hart und lasse sich schlecht entfernen. «Am besten ist es, wenn man ihn schnell wegbekommt, beispielsweise mit Wasser wegspritzen kann.»

PSYCHE: Neben der technischen Seite macht den Einsatzkräften manchmal auch das Erlebte zu schaffen. «Während des Einsatz ist man teilweise total beschäftigt», sagt Joerdel. «Das kommt eventuell erst hinterher hoch.» Schwierig sei es besonders, wenn man im eigenen oder in einem Nachbarort eingesetzt werde. Besonders hart treffe es die Helfer, wenn ein Kamerad verunglücke. In Schwäbisch Gmünd hatte ein 38 Jahre alter Feuerwehrmann vergeblich versucht, einen 21-Jährigen aus einem Kanalschacht in einer Unterführung zu befreien - beide kamen um.

ÜBERLASTUNG: Um den Einsatz auch über einen längeren Zeitraum durchzuhalten, müsse man zudem die Kräfte der Helfer gut einteilen. «Das Unwetter ging beispielsweise am Abend los, da waren viele Einsatzkräfte schon den Tag über auf den Beinen», sagt Joerdel. «Auch das ist eine Herausforderung, rechtzeitig die Ablösung für das personal zu organisieren.» Nur wer auch Pausen mache, könne anschließend wieder gut anpacken.

Di, 2016-05-31 03:09
Seoul (dpa)

Seoul: Nordkorea misslingt offenbar Raketenstart

Seoul (dpa) - Nordkoreas Militär ist der neuerliche Test einer Rakete nach Angaben Südkoreas offenbar misslungen. Nordkorea habe am Dienstag an der Ostküste eine Rakete abgefeuert, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul mit. Man gehe davon aus, dass der Start missglückt sei. Um was für eine Rakete es sich handelte, war zunächst unklar.

Im April waren nach Angaben Südkoreas drei Tests von nordkoreanischen Mittelstreckenraketen gescheitert. Die Lage in der Region ist seit einem Atomtest Nordkoreas im Januar und dem umstrittenen Start einer Weltraumrakete sehr gespannt. Der UN-Sicherheitsrat hatte die Sanktionen gegen Nordkorea im März verschärft.

Di, 2016-05-31 03:30
Kettershausen (dpa)

Hundehotels liegen im Trend - Fernsehraum, Pool und Familienanschluss Von Birgit Ellinger, dpa

Toben, planschen und entspannen, während Herrchen und Frauchen im Urlaub sind: In Hundehotels können Vierbeiner unter ihresgleichen Ferien machen und dabei so manchen Luxus und Service genießen.

Kettershausen (dpa) - Bruno und Mila haben ein Doppelzimmer gebucht und fühlen sich dort sichtlich wohl. Während er am Fenster steht und ins Grüne blickt, macht sie es sich auf dem Bett bequem. Als Besuch erscheint, laufen beide mit wedelndem Schwanz an die Tür. Schäferhund Bruno holt sich zuerst die Streicheleinheiten von Claudia Volz ab.

«Wir merken, dass sich die Hunde bei uns wohlfühlen. Das ist natürlich das Allerwichtigste», sagt die 49-Jährige, die in Kettershausen im Unterallgäu ein Hundehotel betreibt.

Für die Vierbeiner gibt es dort helle Einzel- und Doppelzimmer mit Postern an den Wänden, einen großen Außenbereich zum Toben, einen Spieleparcours und einen See zum Abkühlen. Auf Wunsch ist auch eine Unterbringung mit Familienanschluss möglich.

Hundehaltern fällt es oft schwer, entspannt in den Urlaub zu fahren. Wer kümmert sich um das Tier, wenn die lang ersehnten Ferien oder kurzfristige Geschäftsreisen anstehen? Die Lösung: Die Vierbeiner machen zeitgleich selbst Ferien - in einer Hundepension oder in einem Hundehotel. Damit sich die Tiere wohlfühlen, lassen sich manche Herbergen einiges einfallen.

«Der Trend zu Hundehotels mit Swimmingpool und allem drum und dran wächst. Vielen Leuten ist es wichtig, zu wissen, dass ihr Hund während der Trennung ein angenehmes Zuhause hat», sagt Heiko Anton, Vorstand des Internationalen Hundeverbands im sächsischen Moritzburg. Ein Hund habe heute eine andere soziale Stellung als früher, als er vorwiegend zum Schutz von Haus und Hof gehalten wurde. «Für viele ist der Hund ein Familienangehöriger. Und wenn ich es mir leisten kann, ihn dort unterzubringen, wo er betreut, bespaßt und ausgebildet wird, ist das doch eine tolle Sache.»

Auch das Hundehotel Volz bietet neben der Tages- und Wochenbetreuung ein individuelles Hundetraining an. «Es gibt immer wieder Kunden, die beides miteinander verbinden. Sie bringen uns ihren Hund und äußern den Wunsch, dass er während ihres Urlaubs lernt, besser zu folgen», sagt Volz, die seit vielen Jahren Hunde ausbildet.

Bei der Arbeit unterstützt wird sie von ihrem Mann, der Diensthundeführer bei der Polizei war, von ihren Kindern, einer Mitarbeiterin und einer Auszubildenden. «Wir haben manchmal bis zu 25 Hunde hier - das geht natürlich nur, wenn man ein Team hat.»

Volz' Kunden kommen nicht nur aus dem Allgäu, sondern reisen auch aus Stuttgart, Ulm, Augsburg oder München an. Den weiten Weg nehmen sie laut Volz auf sich, weil das Hundehotel in Kettershausen etwas Besonderes bietet: eine Unterbringung mit Familienanschluss. Wenn gewünscht, darf Bello in der Wohnung der Familie übernachten, dort abends vor dem Sofa sitzen, wenn der Fernseher läuft und dabei sein, wenn die Familie beim Essen zusammensitzt.

«Der direkte Familienanschluss wird immer mehr gebucht. Die Leute wollen, dass ihre Hunde so untergebracht sind wie zu Hause», sagt Volz. Dieser Service ist aber nur mit Aufschlag zu bekommen: 50 Euro pro Tag kostet die Rundumbetreuung im familiären Umfeld. Wer ein Doppelzimmer für seinen Vierbeiner bucht, ist mit 25 bis 29 Euro dabei. Das Unterhaltungsprogramm mit Spielen, Kuscheln und Gassi gehen ist für alle Hunde inklusive.

Damit sich Hund und Hundehalter während der Trennung wohlfühlen, sei es wichtig, auf die Wünsche der Kunden einzugehen, sagt Herbert Volz. Dazu gehöre, dass Herrchen oder Frauchen für ihren Liebling eine Decke, ein Kissen, ein Spielzeug oder das eigene Futter mitbringen dürfen. «Wir hatten auch schon einen Hund hier, der bekam sein Futter auf einem Silbertablett serviert.»

Keine Hundewünsche offen lassen - das wollen auch andere Hotels. Im niedersächsischen Saterland ließ ein Ehepaar sein Hundehotel nach der Lehre von Feng Shui umgestalten. Nun hören die vierbeinigen Gäste in ihren Boxen Entspannungsmusik, sehen auf Grünpflanzen und auf in Flieder und Gelb gestrichene Wände. Tiere, deren Umgebung nach dem Feng-Shui-Prinzip gestaltet werde, fühlten sich besser, könnten besser entspannen, heißt es auf der Internetseite des Hundehotels.

Auch die «Dog Lodge» der Familie Peukert in Tannheim bei Memmingen bietet einen Aufenthalt zum Wohlfühlen: Auf die Urlaubsgäste warten Bungalows mit Fußbodenheizung und Klimaanlage, ein Schwimmteich und jede Menge Sand zum Buddeln. Je nach Wunsch kann für den Hund ein 35 Quadratmeter großes Superior-Zimmer oder die Deluxe-Suite gebucht werden. Im «Blauen Salon» gibt es eine Ruhezone, in der die Vierbeiner entspannt auf dem Sofa sitzen und fernsehen können.

Die Hütten der «Dog Lodge» und der Außenbereich sind mit 16 Webcams ausgestattet. So können die Hundehalter ihren Liebling via Smartphone beobachten, während sie in Thailand am Strand liegen, sagt Eva Peukert. «Dieses Angebot gefällt den Leuten. Gerade beim ersten Mal können sich viele Hundebesitzer schlecht von ihrem Hund trennen und wollen wissen, wie es ihm geht.»

Di, 2016-05-31 03:42
Berlin (dpa)

FDP-Chef Lindner: Energiepolitik braucht mehr Marktwirtschaft

Berlin (dpa) - Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner hat die große Koalition aufgefordert, endlich mehr Marktwirtschaft in der Energiepolitik durchzusetzen. «Organisierte Einzelinteressen und Länder blockieren den unbedingt nötigen Politikwechsel», sagte Lindner der Deutschen Presse-Agentur. «Die Gelddruckmaschine EEG muss gestoppt werden, indem die automatische Gewährung von Dauersubventionen beendet wird.»

Nach Lindners Einschätzung rechnen sich Erneuerbare Energien oft bereits ohne die EEG-Umlage, die Verbraucher und Wirtschaft enorm belastet. «Die FDP will die EEG-Förderung für neue Anlagen vollständig streichen und zugleich die Stromsteuer senken», sagte der FDP-Chef. «Inzwischen ist die irrationale Energiepolitik die größte Gefahr für die deutsche Industrie.» Die FDP fordere, das Tempo des Ausbaus der Erneuerbaren zukünftig strikt am Netzausbau zu orientieren. «Alles andere führt zu ökonomischen Schildbürgerstreichen.»

An diesem Dienstagabend (19.00 Uhr) treffen sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und der federführende Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) mit den Ministerpräsidenten der Länder, um nach Kompromissen für die milliardenschwere Ökostromförderung zu suchen. Ob im Kanzleramt eine Einigung gelingt, galt als offen.

Di, 2016-05-31 00:04
Berlin (dpa)

Umfrage: Koalition rutscht unter 50 Prozent

Berlin (dpa) - Die Zustimmung der Deutschen zur großen Koalition ist nach einem Bericht der «Bild»-Zeitung in einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa erstmals unter die Marke von 50 Prozent gesunken. Das berichtet das Blatt (Dienstag) unter Berufung auf den neuen Meinungstrend des Instituts. Wäre am Sonntag Bundestagswahl, kämen CDU/CSU demnach auf 30 Prozent - ein halber Punkt weniger als in der Vorwoche. Die SPD verliert der Umfrage zufolge ebenfalls einen halben Punkt und liegt nur noch auf 19 Prozent. Auch die Linke (9,5 Prozent) müsste im Vergleich zur Vorwoche einen halben Punkt abgeben, dagegen gewänne die FDP einen Punkt auf acht Prozent hinzu. Grüne und AfD halten demnach mit 13 Prozent und 15 Prozent ihre Ergebnisse der Vorwoche.

Mo, 2016-05-30 22:12
Abuja (dpa)

Tote bei Protesten von Biafra-Separatisten in Nigeria

Abuja (dpa) - Bei gewalttätigen Zusammenstößen nigerianischer Separatisten mit Polizei und Militär sind im Süden des Landes mehrere Menschen ums Leben gekommen. Es habe Tote auf beiden Seiten gegeben, sagte Polizeisprecher Charles Muka am Montag. Nach Angaben Mukas wurden fünf Separatisten und zwei Polizisten bei Auseinandersetzungen in der Stadt Asaba getötet. Die Separatisten sprachen hingegen von über 30 weiteren Toten aus ihren Reihen in der Nachbarstadt Onitsha.

Auch darüber, von wem die Gewalt ausgegangen ist, gab es widersprüchliche Angaben. Die Separatisten feierten nach eigenen Angaben friedlich den 49. Jahrestag der Proklamation der Unabhängigkeit der Region Biafra. Die Polizei sagte, die Demonstranten hätten sie angegriffen.

Die Separatisten aus dem Volk Igbo setzen sich für die Unabhängigkeit der Region Biafra ein. Sie haben Biafra im Südosten Nigerias in den 1960er Jahren für unabhängig erklärt. Das nigerianische Militär zwang sie schließlich zur Kapitulation, Hunderttausende Menschen starben.

Keine Anzeige

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

STUPID.T ist die erste und einzige Maschine, die auf Knopfdruck Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der menschlichen Zivilisation erzeugt. Man stecke eine überteuerte Einwegkapsel mit etwas 08/15-Tee ins Gerät, betätige die Taste – und schon gibt’s jede Menge bunten Alu- und Plastikabfall.

Entdecken Sie die neue, besonders überflüssige Art der Müllerzeugung.
Mehr auf greenpeace-magazin.de/special-t.

 

 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

 

Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

Seiten