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Di, 2016-08-30 03:58
Washington (dpa)

Zeitung: Russische Hacker nahmen Arizonas Wahlsystem ins Visier

Washington (dpa) - Das Wahlsystem des US-Bundesstaates Arizona soll ins Visier von Hackern aus Russland geraten sein. Das berichtete am Montagabend (Ortszeit) die «Washington Post» unter Berufung auf die Staatsregierung in Arizona. Die Computersysteme seien jedoch unversehrt geblieben, lediglich ein Passwort sei gestohlen worden. Jedoch habe die Registrierung von Wählern für eine Woche unterbrochen werden müssen. Betroffen sei auch der Bundesstaat Illinois. Arizona sei im Juni vom FBI in Kenntnis gesetzt worden.

Es ist der neueste von mehreren Hacking-Vorwürfen aus den USA gegen Russland. Zuvor sollen bereits die Parteicomputer der US-Demokraten ausspioniert worden sein, auch die «New York Times» soll Ziel von Hackern gewesen sein. Erst am vergangenen Donnerstag ist ein russischer Hacker in den USA schuldig gesprochen worden, der von Kreditkarten bis zu 165 Millionen US-Dollar abgehoben haben soll. Moskau hat jede Beteiligung der russischen Regierung an den Vorfällen zurückgewiesen.

Di, 2016-08-30 00:20
Berlin (dpa)

Rohstoff Palmöl - Begehrt und schwer ersetzbar Von Bernd Röder, dpa

Palmöl ist billig, aber ein wertvoller Rohstoff für die Industrie, zum Teil als Ersatz für Erdöl. Der steigende Verbrauch führt jedoch zu ökologischen Problemen. Was also tun?

Berlin (dpa) - Weltweit gibt es riesige Plantagen, um Palmöl zu gewinnen - mit negativen Folgen für die Umwelt. Viele Verbraucher bevorzugen daher Alternativen wie Soja- oder Rapsöl. Doch das kann nach einer neuen Studie sogar noch größeren Schaden anrichten.

Was ist Palmöl?

Das rot-bräunliche Palmöl wird aus dem Fruchtfleisch der Ölpalme gewonnen. Außerdem gibt es Palmkernöl aus dem Samen der Frucht. Das Fruchtfleisch besteht bis zu 50 Prozent aus Öl.

Wo wachsen Ölpalmen?

In den Tropen. Sie werden vor allem in Südostasien, aber auch in Südamerika angebaut. Die globale Jahresproduktion von Palm- und Palmkernöl lag 2013 bei rund 60 Millionen Tonnen. Davon wurden 51 Prozent in Indonesien und 36 Prozent in Malaysia erzeugt, wie das US-Forschungsinstitut FAPRI (Food and Agricultural Policy Research Institute) berichtet. Die weltweite Palmanbaufläche hat sich seit 1990 nahezu verdreifacht auf 17 Millionen Hektar (2013).

Warum ist Palmöl so begehrt?

Der hohe Ertrag bei geringem Flächenbedarf ist entscheidend. Pro Hektar und Jahr werden aus der Palme im Durchschnitt 3,7 Tonnen Öl gewonnen. Bei Raps sind es lediglich 1,3 Tonnen, bei der Sonnenblume 0,9 Tonnen und bei der Kokosnuss 0,8 Tonnen. Kein anderes Pflanzenöl ist günstiger als Palmöl: Zuletzt kostete eine Tonne rund 600 Euro, Kokosöl mehr als das Doppelte. Palmöl ist vielseitig nutzbar. Es ist geschmacksneutral, hitzebeständig, bei Zimmertemperatur fest und lange haltbar. Für die Industrie ist es ein wichtiger Grundstoff, etwa für Tenside in Wasch- und Spülmitteln.

In welchen Produkten findet man Palmöl?

Palmöl wird vor allem in Asien zum Frittieren und Braten verwendet. Es findet sich aber auch in zahlreichen Nahrungsmitteln, zum Beispiel in Margarine, Schokolade, kakaohaltigen Brotaufstrichen, Eiscreme, Backwaren, Pizzen und anderen Fertigprodukten. Die Industrie mischt auch Palmöl in Tierfutter. Der hohe Anteil von Laurinsäure im Palmkernöl macht dieses zu einem begehrten Basisstoff für die Produktion von Tensiden für Waschmittel. Auch Seifen, Kosmetika, Kerzen und viele Schmierstoffe haben einen hohen Palmöl-Anteil. Schließlich wird Palmöl bei der Herstellung von Biosprit mitverwendet.

Wie viel Palmöl wird weltweit verbraucht, wie viel in Deutschland?

Das Bevölkerungswachstum in Asien, die zunehmende Nutzung als Kraftstoff und der steigende Gebrauch in Konsumgütern lassen die Nachfrage nach Palmöl wachsen. Die 60 Millionen Tonnen Palmöl entsprechen einem Drittel des Jahresverbrauchs aller Pflanzenöle. Deutschland verbraucht der WWF-Studie zufolge 1,8 Millionen Tonnen Palmöl (2013).

Lässt sich Palmöl durch andere Pflanzenöle ersetzen?

Zum Teil ist das möglich, etwa durch Öle aus Kokosnuss, Raps, Sonnenblume und Soja. Kokosnuss und Soja wachsen aber in denselben oder ökologisch ähnlich sensiblen Regionen wie die Ölpalme. Der Austausch des einen durch ein anderes Öl löse das Umweltproblem nicht, sondern verlagere es nur oder verschlimmere es sogar, weil größere Flächen benötigt würden, stellt die WWF-Studie fest. In Deutschland gebe es die Anbauflächen für Raps und Sonnenblume gar nicht, die man als Ersatz für Palmöl brauchte.

Und was soll man jetzt tun?

Nach Ansicht des WWF muss der Anbau von Ölpflanzen umwelt- und sozialverträglicher gestaltet werden. Außerdem sollten Verbraucher Produkte mit solchen Ölen, etwa Fertiggerichte, meiden. Auch die Verwendung in Biokraftstoffen lehnt der WWF ab. Der Naturschutzbund Deutschland brachte es einmal so auf den Punkt: «Den Regenwald im Tank unserer Autos zu verfeuern, ist einfach nur beschämend.»

Di, 2016-08-30 00:21
Edewecht (dpa)

Bauern blockieren Gelände einer Molkerei wegen niedriger Milchpreise

Edewecht (dpa) - Aus Protest gegen niedrige Milchpreise haben rund 120 Milchbauern in Niedersachsen die Einfahrt einer großen deutschen Molkerei blockiert. Rund 60 Trecker seien vor den Toren des Betriebsgeländes in Edewecht (Landkreis Ammerland) postiert worden, teilte die Arbeitsgemeinschaft bäuerlicher Landwirtschaft (AbL) am späten Montagabend mit. Der stellvertretende AbL-Vorsitzende Ottmar Ilchmann sagte angesichts niedriger Milchpreise: «Wir müssen uns wehren.» Die Polizei bestätigte die Aktion und beschrieb die Lage als friedlich. «Man kann gut mit den Leuten reden.»

Bereits vor wenigen Tagen hatten Milchbauern in Niedersachsen im Landkreis Leer aus denselben Gründen ein Zentrallager der Lebensmittelkette Aldi blockiert. Die Milchbauern geben Einzelhandelsketten wie Aldi, Lidl & Co. eine Mitschuld an der Krise.

Di, 2016-08-30 00:20
Berlin (dpa)

Studie: Ersatz von Palmöl kann Umweltprobleme verschärfen

Palmöl steht seit Jahren bei Umweltschützern in der Kritik, weil für die Plantagen Regenwald geopfert wird. Eine Studie stellt jetzt fest: Ohne Palmöl geht es auch nicht.

Berlin (dpa) - Der weltweit steigende Verbrauch von Palmöl belastet die Umwelt. Ein Ersatz durch andere Pflanzenöle ist aber schwierig. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Dienstag vorgelegte Studie der Beratungsfirma Agripol im Auftrag der Umweltschutzorganisation WWF (World Wide Fund For Nature) . «Der simple Austausch von Palmöl durch andere Pflanzenöle löst die Probleme nicht, sondern kann sie sogar verschlimmern», sagte WWF-Studienleiterin Ilka Petersen in Berlin.

Für Kokos-, Soja- und Rapsöl benötigte man noch weitaus größere Anbauflächen als für Ölpalmen. Dafür müsste im tropischen Gürtel weiterer Regenwald gerodet werden. Dadurch würden wiederum große Mengen an Kohlendioxid (CO2) zusätzlich freigesetzt und so der Treibhauseffekt verstärkt, heißt es in der Untersuchung. Die Abholzung sei schon jetzt beim Palmöl das Hauptproblem. Die Monokulturen verringern auch die biologische Vielfalt.

«Es führt daher kein Weg daran vorbei, den Anbau von Ölpflanzen ausnahmslos umwelt- und sozialverträglicher zu gestalten», stellte Petersen fest. Zugleich müssten die Konsumenten ihr Verhalten ändern: Weniger Fertiggerichte, Eiscreme, Schokolade, Süß- und Knabberwaren führe auch zu einem geringen Palmöl-Verbrauch. Palmöl dürfe auch nicht mehr in Biokraftstoffen verwendet werden, forderte sie.

In Deutschland werden nach der WWF-Studie jährlich rund 1,8 Millionen Tonnen Palmöl verbraucht. Davon gingen 41 Prozent in Biodiesel und 40 Prozent in Nahrungs- und Futtermittel. Weitere 17 Prozent werden den Angaben zufolge von der Industrie für Reinigungsmittel, Kosmetika und Pharmaprodukte verwendet.

Die sich ausbreitende Palmöl-Produktion wird auch ein Thema auf dem Weltnaturschutzkongress sein, der vom 1. bis 10. September auf Hawaii stattfindet. Zu dem Kongress der Weltnaturschutzunion (IUCN) werden etwa 6000 Teilnehmer erwartet, darunter rund 170 Regierungsvertreter.

Erst kürzlich hatte die IUCN Borneo-Orang-Utans (Pongo pygmaeus) auf ihrer Roten Liste als «vom Aussterben bedroht» eingestuft. Ein wichtiger Grund für die Entwicklung ist den Naturschützern zufolge: Wälder werden für Palmöl-Plantagen abgeholzt und damit der Lebensraum dieser Menschenaffen zerstört. Wissenschaftler warnten in einer Studie nach Auswertung von Anbaulizenzen vor ähnlichen Gefahren für Gorillas, Schimpansen und Bonobos in Teilen Afrikas. Forscher aus Singapur und der Schweiz konnten nachweisen, dass durch solche Plantagen viele Vogelarten in Südostasien ausgestorben sind.

Di, 2016-08-30 00:01
Berlin (dpa)

Studie: Ersatz von Palmöl birgt Risiken

Berlin (dpa) - Das weltweit verwendete Palmöl kann aus Sicht der Umweltschutzorganisation WWF nicht ohne weiteres durch andere Pflanzenöle ersetzt werden. Für Kokos-, Soja- und Rapsöl brauchte man noch weitaus größere Anbauflächen als bisher, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten WWF-Studie. Dafür müssten in den Tropen Wälder gerodet werden, wodurch zusätzlich große Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid freigesetzt würden. Umweltschützer kritisieren seit Jahren den steigenden Verbrauch von Palmöl für Nahrungsmittel, Reinigungsmittel und Kraftstoffe. Für neue Palmenplantagen wird in den meisten Fälle Regenwald abgeholzt.

Mo, 2016-08-29 20:30
Berlin (dpa)

CDU und CSU attackieren Gabriel scharf - «Bodenlose Unverschämtheit»

Riesenkrach in der Koalition: Nachdem der SPD-Chef dem Partner Blockade in der Migrationspolitik vorgeworfen hat, keilt die Union zurück. Die CDU erinnert Gabriel im TTIP-Streit an seinen Amtseid.

Berlin (dpa) - In der schwarz-roten Koalition spitzt sich der Streit über den Kurs von SPD-Chef Sigmar Gabriel in der Wirtschafts- und Flüchtlingspolitik zu. Führende Vertreter von CDU und CSU wiesen am Montag Blockadevorwürfe Gabriels ungewöhnlich scharf zurück. CDU-Generalsekretär Peter Tauber sagte nach einer Sitzung des Parteipräsidiums in Berlin, die Aussagen Gabriels zur Flüchtlingspolitik und zur inneren Sicherheit seien «nicht nur eine bodenlose Unverschämtheit, sondern in der Sache auch noch falsch. Wir haben gesagt: «Wir schaffen das». Und dieses «Wir schaffen das» folgt seit dem Parteitag im Dezember letzten Jahres einem klaren Plan.»

Gabriel hatte der Union am Wochenende vorgehalten, wesentliche Fortschritte in der Flüchtlingspolitik und bei der Integration von Migranten zu blockieren. Im ZDF sagte er, die Union habe die Herausforderung unterschätzt. Es sei «undenkbar, dass Deutschland jedes Jahr eine Million Menschen aufnimmt». Es reiche nicht, wie Merkel ständig zu sagen: «Wir schaffen das.» Kanzlerin und Union müssten «die Voraussetzungen dafür schaffen, dass wir es auch hinkriegen. Und das hat die CDU/CSU immer blockiert.» Zudem hatte Gabriel das umstrittene geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA für quasi gescheitert erklärt.

Tauber sagte, der Eiertanz Gabriels zwischen Parteivorsitz und Wirtschaftsminister sei nur schwer erträglich. «Als Wirtschaftsminister muss man ihn daran erinnern, dass sein Amtseid dem deutschen Volk gilt, nicht der SPD oder gar der Parteilinken.» Gabriel sei verpflichtet, für Arbeitsplätze zu streiten und für die Interessen deutscher Unternehmen. «Deswegen ist seine Haltung zum Freihandel und vor allem zu TTIP grundfalsch.» Dass Gabriel «die Koordinaten als Wirtschaftsminister abhanden gekommen sind, hat man ja bereits bei seiner einsamen Entscheidung zur Fusion von Edeka und Tengelmann gesehen», sagte Tauber.

In der Flüchtlings- und Migrationspolitik wäre die Regierung mit ihren Maßnahmen etwa zu den Asylregelungen möglicherweise noch ein wenig schneller gewesen, «wenn die SPD uns nicht bei jeder Gelegenheit im Wege gestanden hätte», kritisierte Tauber. Gabriel könne nun in der Debatte über die Einstufung nordafrikanischer Staaten zu sicheren Herkunftsländern zeigen, ob er als Parteichef die SPD-Länder im Bundesrat zu einer Zustimmung bewegen könne.

Tauber hielt Gabriel vor, es sei schwer festzustellen, für was der SPD-Chef stehe. «Man kann nicht als erstes Pegida als Pack beschimpfen und dann hinfahren, um mit denen zu reden. Man kann nicht Nazis den Stinkefinger zeigen und dann Ressentiments wecken, indem man den Eindruck erweckt, es sei Ziel deutscher Politik, jedes Jahr eine Million Flüchtlinge in Deutschland aufzunehmen», sagte Tauber.

CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer warf Gabriel vor, in der Debatte um eine Obergrenze für Flüchtlinge Slalom zu fahren. «Im Gegensatz zum Schlingerkurs der SPD steht der klare Kurs der CSU: Die CSU ist schon immer für eine Obergrenze», sagte Scheuer der dpa. «Die CSU steht für die Umsetzung der Obergrenze bereit.» CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt sagte, Gabriel habe offensichtlich den Sinn für die Realität verloren. «Ich erwarte von der SPD, dass sie nicht die Tatsachen verdreht, sondern sich konstruktiv an politischen Diskussionen beteiligt.»

AfD-Vize Alexander Gauland hielt Gabriel vor, nachdem Wahlen bevorstünden und sich die SPD im freien Fall befinde, drehe jener sich um 180 Grad und rede selbst von einer Art Obergrenze für Flüchtlinge. «Derartiger Wahlkampfopportunismus ist beinahe unerträglich», Gabriel sei «an Unglaubwürdigkeit kaum zu überbieten».

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Mo, 2016-08-29 20:29
Berlin/Landshut (dpa)

Rückhalt aus CDU für Kanzlerkandidatur Merkels - Seehofer bremst

Die Kanzlerin schweigt - dafür redet ihre Stellvertreterin. Julia Klöckner kündigt eine erneute Kandidatur Merkels für den CDU-Vorsitz an. CSU-Chef Seehofer will davon noch nichts hören - für ihn ist das eine Diskussion nur für «Micky Mäuse».

Berlin/Landshut (dpa) - In der CDU-Spitze gibt es breiten Rückhalt für eine erneute Kanzlerkandidatur von Parteichefin Angela Merkel. Merkel ließ aber auch am Montag im Parteipräsidium offen, ob sie ein weiteres Mal für den Parteivorsitz und die Kanzlerkandidatur zur Verfügung stehe. Das Thema habe in der Sitzung keine Rolle gespielt und werde entschieden, «wenn die Zeit dafür reif ist», sagte CDU-Generalsekretär Peter Tauber anschließend. CSU-Chef Horst Seehofer zeigte sich genervt von der Debatte gut ein Jahr vor der Bundestagswahl. «Das ist eine dämliche Diskussion, die ganz gewiss nicht von der CSU geführt wird», sagte er am Montagabend in Landshut.

Bei ihrem Eintreffen zu der Sitzung hatte CDU-Vize Julia Klöckner mitgeteilt: «Angela Merkel wird wieder antreten als Parteivorsitzende am Bundesparteitag und sie wird dann selbst entscheiden, wann sie verkünden wird, dass sie als Kanzlerkandidatin zur Verfügung steht.» Sie selbst könne sich für den Posten «keinen anderen vorstellen als Angela Merkel», ergänzte die rheinland-pfälzische CDU-Chefin. «Aber überlassen Sie es doch auch ihr, wann sie selbst entscheidet, das dann auch zu verkünden.» Neben Klöckner plädierten zahlreiche andere führende CDU-Politiker für eine erneute Kanzlerkandidatur Merkels.

Seehofer sagte, es sei klar abgesprochen zwischen ihm und Merkel, dass die Personalfragen für die Bundestagswahl erst nach den Sachthemen geklärt werden sollten. «Die ewigen Diskussionen über Personen sorgen für Politikverdrossenheit.» Es wäre falsch, mit großem zeitlichen Abstand zu den Wahlen schon über Namen zu sprechen. «Das können vielleicht Menschen machen, die wie Micky Mäuse in der Politik sind, aber keine Vollprofis.»

Der bayerische Ministerpräsident betonte, es sei der Wille der CSU, gemeinsam mit der CDU in den Bundestagswahlkampf zu gehen. «Aber wir müssen erst schwierige Fragen klären.» Er sei froh, dass die Union Merkel habe. Der CSU-Chef betonte aber auch, dass weder Merkel noch er selbst unersetzlich seien: «Niemand ist in keinem Bereich auf Gedeih und Verderb auf jemanden angewiesen.»

Tauber sagte, er verstehe die Äußerungen Klöckners so, «dass sie damit den Wunsch unserer Mitglieder zum Ausdruck gebracht hat, dass Angela Merkel die Union weiter führen möge» und die Partei und das Land in guten Händen bei Merkel sei. «Alles weitere steht dann zur Entscheidung an, wenn die Zeit dafür reif ist.» Auf die Frage, ob es eine automatischen Verknüpfung des Parteivorsitzes mit der Kanzlerkandidatur gebe, antwortete er: «Eine formelle Verknüpfung gibt es nicht. Aber es mag Ihnen überlassen sein, zu spekulieren, ob es eine gewisse Sinnhaftigkeit in einer Verknüpfung geben mag.»

Die «Bild»-Zeitung hatte berichtet, prominente Vertreter der CDU-Spitze rechneten damit, dass Merkel auf dem Bundesparteitag in Essen im Dezember ihre Kandidatur für den Vorsitz mit der Kanzlerkandidatur verknüpfen werde. Dies geschehe aus taktischem Kalkül heraus, um ihre parteiinternen Kritiker im Schach zu halten. Wer dann noch gegen sie stimme, schmälere die Erfolgschancen der CDU im Wahlkampf. «Das diszipliniert», zitierte das Blatt ein namentlich ungenanntes Präsidiumsmitglied. Merkels Beliebtheitswerte hatten in Umfragen zuletzt deutlich nachgelassen.

Klöckner sagte angesichts des Zwists mit der Schwesterpartei: «Ich gehe auch fest davon aus, dass CDU und CSU einen gemeinsamen Kanzlerkandidaten beziehungsweise Kanzlerkandidatin stellen.»

Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) sagte auf die Frage, ob Merkel wieder als Vorsitzende antreten solle: «Ich denke ja.» Der hessische Ministerpräsident und CDU-Vize Volker Bouffier sagte der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (Montag): «Ich halte es für richtig, dass Angela Merkel wieder als Kanzlerkandidatin antritt.» Die saarländische CDU-Regierungschefin Annegret Kramp-Karrenbauer erklärte dem Blatt: «Ich bin für eine weitere Legislaturperiode, weil Angela Merkel die Richtige ist.»

CDU-Vize Armin Laschet sagte der «FAZ», Merkel führe das Land mit Besonnenheit und klarem Kurs durch eine Zeit voller Krisen. «Deutschland ist heute wirtschaftlich und politisch der Hort der Stabilität in Europa. Damit dies so bleibt, sollte Angela Merkel auch nach 2017 Bundeskanzlerin sein», sagte er.

Merkel hat ihre Entscheidung über eine weitere Kanzlerkandidatur bei der Bundestagswahl 2017 bislang offen gelassen. Die 62-Jährige kündigte am Sonntagabend im ARD-Sommerinterview an, sie werde ihren Beschluss «zum gegebenen Zeitpunkt» fassen. Dies betreffe auch ihre Kandidatur als CDU-Vorsitzende auf dem Parteitag Anfang Dezember.

Mo, 2016-08-29 20:14
Landshut (dpa)

Seehofer: Debatte über Kanzlerkandidatur Merkels ist «dämlich»

Landshut (dpa) - CSU-Chef Horst Seehofer hat die Debatte über die politische Zukunft von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kritisiert. «Das ist eine dämliche Diskussion, die ganz gewiss nicht von der CSU geführt wird», sagte er am Montagabend am Rande einer CSU-Festveranstaltung im niederbayerischen Landshut. Es sei klar abgesprochen zwischen ihm und Merkel, dass die Personalfragen für die Bundestagswahl erst nach den Sachthemen geklärt werden sollten. «Die ewigen Diskussionen über Personen sorgen für Politikverdrossenheit.»

Es sei eine Politik der logischen Schritte. «Erst muss man darüber abstimmen, was man will und dann muss man sehen, mit welchen Personen man das machen kann», betonte Seehofer. Er könne aber verstehen, dass die Medien eine andere Diskussion führen wollten. Es wäre aber falsch, mit großem zeitlichen Abstand zu den Wahlen schon über Namen zu sprechen. Das gelte für den Bund wie für Bayern. «Das können vielleicht Menschen machen, die wie Micky Mäuse in der Politik sind, aber keine Vollprofis.»

Seehofer betonte, es sei der Wille der CSU, gemeinsam mit der CDU in den Bundestagswahlkampf zu gehen. «Aber wir müssen erst schwierige Fragen klären.» Er sei froh, dass die Union Merkel habe. Der CSU-Chef betonte aber auch, dass weder Merkel noch er selbst unersetzlich seien: «Niemand ist in keinem Bereich auf Gedeih und Verderb auf jemanden angewiesen.»

Mo, 2016-08-29 20:50
Berlin/München (dpa)

Die CDU und ihre Sorge vor einer Angela Merkel als «lahme Ente» Von Kristina Dunz und Marco Hadem, dpa

In der CDU wächst die Unruhe über Merkels Entscheidungsprozess. Tritt sie 2017 noch mal für das Kanzleramt an? Ja - sagt eine andere Frau. Abwarten - sagt der CSU-Chef.

Berlin/München (dpa) - Ist die Kanzlerin eine lahme Ente? So nennt man in den USA einen Präsidenten oder Politiker, der zwar noch im Amt ist, aber nicht wieder gewählt werden kann, will oder darf - und deswegen bereits als handlungsunfähig gilt. Ist die Kanzlerin, die immer noch nicht sagt, ob sie zur Bundestagswahl 2017 wieder antritt, also so eine «Lame Duck», wird Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin gefragt. Und, ob Merkels Handlungsfähigkeit als Regierungschefin belastet ist. «Auf beide Fragen ein klares Nein», antwortet Seibert.

Aber was bedeutet das, wenn Merkel keine «lahme Ente» ist? Heißt das, sie tritt wieder an? Merkel selbst sagt seit Monaten, dass sie ihre Entscheidung zu «gegebener Zeit» bekanntgeben werde. Sie habe nie etwas anderes angekündigt, betont Seibert. Aber wann genau ist das? Seibert hat auch darauf eine Antwort: «Der gegebene ist der richtige Zeitpunkt.»

Für viele CDU-Mitglieder ist der richtige Zeitpunkt längst gekommen. Schon allein deshalb, weil ein Wahlkampf immer eine sehr lange Vorbereitung braucht. Wenn man da gar nicht weiß, wen man plakatieren und auf wen die Kampagne zugeschnitten werden soll, wird es schwierig. Selbst aus dem engeren Umfeld der Parteivorsitzenden und Kanzlerin berichten Mitstreiter, sie wüssten auch noch nicht, was Merkel machen wird. Sie rechnen jedoch fest damit, dass sie zum vierten Mal in Folge für das Kanzleramt kandidiert. Und eine ganze Reihe prominenter CDU-Politiker tut das jetzt auch kund.

Die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner gibt das am Montag vor einer Präsidiumssitzung im Konrad-Adenauer-Haus forsch schon als Fakt bekannt: «Angela Merkel wird wieder antreten als Parteivorsitzende am Bundesparteitag und sie wird dann selbst entscheiden, wann sie verkünden wird, dass sie als Kanzlerkandidatin zur Verfügung steht.» Nicht, ob Merkel als Kandidatin zur Verfügung steht, sondern dass sie zur Verfügung steht. Dass Klöckner das ankündigt, erscheint ungewöhnlich.

CSU-Chef Horst Seehofer sieht das ganz anders: «Die ewigen Diskussionen über Personen sorgen für Politikverdrossenheit», sagt er im weit von Berlin entfernten Landshut. Die seit dem Wochenende laufende Debatte sei «dämlich». Es sei eine logische Folge und zwischsen ihm und Merkel abgstimmt, dass erst die offenen Sachfragen und dann die Personalien geklärt werden müssten. Nur «Micky Mäuse» würden anders handeln.

Doch vollends hinter Merkel will sich Seehofer am Tag eins nach seinem Urlaub nicht stellen. «Wir sind froh, dass wir sie haben», lobt er Merkel. «Aber wir müssen erst schwierige Fragen klären.» Der CSU-Chef betonte aber auch, dass weder Merkel noch er selbst unersetzlich seien: «Niemand ist in keinem Bereich auf Gedeih und Verderb auf jemanden angewiesen.»

Wie bei Seehofer darf man auch bei der CDU-Vize-Vorsitzenden Klöckner annehmen, dass sie im Bilde ist und so etwas nicht derart apodiktisch ohne Merkels Billigung sagen würde. Doch wer hat recht? Und wer zu viel oder zu wenig geplaudert? Der CDU-Parteitag findet im Dezember in Essen statt. Klöckner zufolge wird sich Merkel also dort wieder für den Vorsitz bewerben, den sie seit dem 10. April 2000 inne hat.

Parteivorsitz und Kanzlerkandidatur gelten für Merkel als untrennbar. Als ihr Vorgänger Gerhard Schröder 2004 den SPD-Vorsitz abgab, prophezeite die damalige Oppositionsführerin dem Kanzler einen «Autoritätsverlust auf ganzer Linie». Das sei «der Anfang vom Ende von Kanzler Gerhard Schröder». Ein Jahr später verlor Schröder die Bundestagswahl. Merkel löste ihn ab. So erscheinen Spekulationen, dass sie sich zwar zur CDU-Vorsitzenden wählen lassen könnte, aber erst später etwas zu ihrer Kanzlerkandidatur sagen oder dann darauf verzichten würde, unwahrscheinlich.

Denn dann würde Merkel das tun, was sie als schädlich für den Machterhalt der CDU empfände: Vorsitz und Kanzlerschaft nicht in einer Hand zu behalten. Vermutet wird vielmehr, dass Merkel die Vorstandswahl mit der Ankündigung ihrer Kanzlerkandidatur verknüpft - auch, um ein besseres Ergebnis zu bekommen. Denn anders als der SPD wird den Christdemokraten nicht zugetraut, dass sie ihre Kanzlerin und abermalige Kanzlerkandidatin bei einer Vorstandswahl beschädigen. Die CDU will regieren. Einen Dämpfer wegen ihrer Flüchtlingspolitik müsste Merkel eher dann fürchten, wenn sie auch in Essen immer noch zum Kanzleramt schwiege.

Aber knapp ein Jahr nach Merkels Entscheidung für eine offene Flüchtlingspolitik liegt noch immer eine tiefe Kluft zwischen CSU und CDU. Mit ganz pragmatischen wie weitreichenden Folgen: Nach wie vor fände sich an der CSU-Basis kaum jemand, der bereit wäre, Merkel im Wahlkampf zu unterstützen, heißt es etwa aus der CSU-Landtagsfraktion. Aber auch das ist in Bayern ein offenes Geheimnis: Letztlich will die CSU keinen dauerhaften Bruch mit der CDU.

Deshalb ist gerade in den höheren Parteikreisen ein gemeinsamer Kanzlerkandidat weiter klares Ziel. Schon aus eigenem Machtinteresse. Die große Angst in der CSU heißt «CDU-Landesverband Bayern». Ein hochrangiges CSU-Mitglied sagt, sollte sich die CDU entscheiden, auch bei Wahlen in Bayern anzutreten, «sind die Zeiten unserer absoluten Mehrheit endgültig vorbei».

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Können Regierungen Unsinn einfach verbieten?

Saures für Süßes – ein Pioniergesetz verbietet Naschereien, die Kinder mit Spielzeug locken

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Mit einem strengen Gesetz will Chile seine Kinder und Jugendlichen vor ungesunder Nahrung schützen: Seit Anfang Juli dürfen Süßigkeiten mit einer Spielzeug-Beigabe im ganzen Land nicht mehr verkauft werden. Überraschungseier von Ferrero und Kindermenüs von McDonald’s sind jetzt also illegal. Die Neuregelung legt außerdem fest, welche Lebensmittel als gesundheitsschädlich gelten. Alle, die pro 100 Gramm mehr als 400 Milligramm Salz, vier Gramm gesättigter Fettsäuren, 275 Kalorien oder zehn Gramm Zucker enthalten, müssen gut sichtbar mit Warnhinweisen gekennzeichnet sein. An Schulen dürfen sie nicht verkauft oder beworben werden. Der Grund für das Gesetz: In Chile ist inzwischen jedes dritte Kind unter sechs Jahren übergewichtig. Hersteller und auch einige Kritiker der Süßigkeitenindustrie bezweifeln aber, dass ein Verbot die richtige Maßnahme ist, um eine gesündere Ernährung zu erreichen. Entscheidend sei die konsumierte Menge, eine bessere Aufklärung der Kinder und vor allem gute Vorbilder – zum Beispiel gesünderes Schulessen.

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Ausgerechnet die USA machen vor, wie man große Firmen an die kurze Leine nimmt – zumindest in punkto Konfliktrohstoffe. Der „Dodd-Frank Act“ verpflichtet börsennotierte Unternehmen, offenzulegen, ob Handys, Laptops oder Autos Mineralien enthalten deren Verkauf Kriege oder bewaffnete Kämpfe in der DR Kongo und deren Nachbarländern finanziert. Dass das seit 2010 geltende Transparenzgesetz für Gold, Tantal, Wolfram und Zinn Wirkung zeigt, belegt nun ein Report des „Enough Project“: Inzwischen gebe es im Kongo mehr als 160 Minen, die als „konfliktfrei“ gelten, ermittelte die US-Organisation. Auch EU-Bürger wollen keine „blutigen“ Produkte. Deshalb verhandeln EU-Kommission, -Parlament und -Rat derzeit über eine Sorgfaltsregelung. Wie verbindlich diese sein wird, ist bislang offen. „Die EU-Regeln dürfen nicht hinter die US-Standards zurückfallen, das wäre ein Armutszeugnis“, sagt Christian Wimberger von der Christlichen Initiative Romero. Selbst eine verpflichtende Regelung für Konfliktmineralien könne nur ein erster Schritt sein. Als nächstes müsse der verbindliche Schutz von Menschenrechten und Umwelt auf alle industriellen Bergbauprojekte wie die Förderung von Coltan, Kupfer und Kohle ausgeweitet werden.
ci-romero.de (Rohstoffkampagne)
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Eben noch hat Frankreich Schlagzeilen gemacht, weil Supermärkte keine Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen und in Restaurants „Doggy Bags“ eingeführt werden. Nun gibt das Nachbarland in anderen Bereichen Gas: In den nächsten fünf Jahren sollen tausend Kilometer Straßenbelag mit neuartigen Solarpaneelen ausgerüstet werden – bereits zwanzig Quadratmeter könnten den Strombedarf eines Single-Haushalts decken. Und schon in diesem Sommer werden in Paris tausend E-Roller stehen, die jeder mieten kann – sie sollen für bessere Luft sorgen.

Thailand: Autarke Solarschule
In der Sisaengtham-Schule im Nordosten Thailands lernen schon kleine Kinder, nachhaltig zu leben: Sie pflanzen nicht nur ihr eigenes Gemüse an, sondern installieren und reparieren auch Solarzellen. Ziel des als „Solar-Mönch“ bekannten Gründers Phra Khru Wimon Panyakhun ist es, dass sich die Schule in allen Bereichen selbst versorgt. Die Energieernte deckt bereits den Bedarf. Außerdem entwickelten die Kinder mobile Ladestationen, mit denen Bauern die Bewässerungspumpen für ihre Reisfelder mit der Kraft der Sonne statt mit Dieselgeneratoren betreiben können.

Kamerun: Häuser aus Plastikmüll
Roger Milla, die afrikanische Fußball-Legende aus Kamerun, betreibt in seinem Heimatland eine Recyclinganlage. Aus Plastikmüll werden dort Bausteine gepresst: „Wir wollen die Umweltverschmutzung verringern und Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen“, sagt Milla. Ein ähnliches Projekt verfolgt die dänische Ingenieurstudentin Lise Fuglsang Vestergard in Indien: Sie lässt zerkleinerten Plastikmüll im „Solargrill“ zu Ziegelsteinen einschmelzen. 

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Mo, 2016-08-29 20:58
Schwerin (dpa)

Merkel will AfD-Wähler zurückgewinnen

Schwerin (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will enttäuschte Wähler, die sich der AfD zugewandt haben, zurückgewinnen. «Wir müssen sie immer wieder ansprechen, Lösungen zeigen und Taten. Nur mit gelösten Problemen kann man Wähler zurückgewinnen», sagte Merkel am Montag bei einer Wahlveranstaltung ihrer Partei in Schwerin. In Mecklenburg-Vorpommern wird am 4. September der Landtag neu gewählt. Die Union war in jüngsten Umfragen nur noch auf 22 Prozent gekommen. Sie lag damit deutlich hinter dem Koalitionspartner SPD, der 28 Prozent erreichte, und nur hauchdünn vor der AfD, die auf 21 Prozent kam.

Es bleibe der Anspruch der CDU, «zur Mitte hin zu integrieren», sagte Merkel. Die CDU müsse um die Wähler kämpfen, ohne die Kernaussagen ihrer Programmatik aufzugeben. Dazu gehörten das Bekenntnis zur sozialen Marktwirtschaft, die Ablehnung von Fremdenhass und Antisemitismus sowie die Verankerung in Nato und EU. «Da können wir keine Kompromisse machen», betonte Merkel. In der etwa einstündigen Diskussion mit Unternehmern der Region verteidigte Merkel ihre Flüchtlingspolitik und auch den Flüchtlingspakt mit der Türkei. Das Abkommen sei im Interesse der Türkei und der EU. Es hindere sie aber nicht daran, Demokratiedefizite in der Türkei anzusprechen

Mo, 2016-08-29 20:26
(dpa)

Kolumbianische Rebellengruppe ELN hält am bewaffneten Kampf fest

Bogotá (dpa) - Trotz des Friedensabkommens zwischen der kolumbianischen Regierung und der linken Guerillaorganisation Farc hält die kleinere Rebellengruppe ELN am bewaffneten Kampf fest. Die Organisation respektiere den Inhalt des Vertrags, teile ihn aber nicht, schrieb ELN-Kommandeur Nicolás Rodríguez alias «Gabino» in einem am Montag veröffentlichten Brief an die Farc. Er wünsche den Farc allerdings Erfolg bei ihrem Vorhaben, künftig als legale politische Bewegung für ihre Zeile einzutreten.

Nach vierjährigen Verhandlungen hatten sich die Regierung und die Farc vergangene Woche auf ein Friedensabkommen geeinigt. Für formelle Gespräche mit der ELN hat die Regierung die Freilassung aller Geiseln zur Bedingung gemacht. Die Rebellen lehnen das bislang ab. Die marxistisch-leninistische Nationale Befreiungsarmee (ELN) soll derzeit rund 2000 Kämpfer in ihren Reihen haben und verübt vor allem Anschläge auf die Infrastruktur des südamerikanischen Landes.

Mo, 2016-08-29 19:44
Washington (dpa) 

USA erkennen zehntausendsten Flüchtling aus Syrien an

Washington (dpa) - Die USA haben am Montag den zehntausendsten Flüchtling aus Syrien anerkannt. Damit sei das bis Ende September gesteckte Ziel früher erreicht worden, teilte die nationale Sicherheitsberaterin Susan Rice mit.

Die USA stehen vor allem in Europa und auch in Deutschland in der Kritik, weil sie vergleichsweise wenige Flüchtlinge aus dem Bürgerkriegsland aufnehmen. Von 2011 bis in das vergangene Jahr wurden nur 1800 Flüchtlinge aufgenommen.

Für die Ausweitung auf 10 000 bekam Barack Obama massiven Gegenwind der Republikaner und vieler Gouverneure in den Bundesstaaten. Sie begründen das mit der Sorge vor einer Welle islamistischer Terroristen. Insgesamt sollen in diesem Jahr 85 000 Flüchtlinge in den USA anerkannt werden.

Das Thema spielt auch im Wahlkampf eine große Rolle. Der Republikaner Donald Trump unterstellt seiner Konkurrentin Hillary Clinton, sie wolle die Politik Barack Obamas fortsetzen und zehntausende Syrer ohne nähere Überprüfung ins Land lassen. Generell durchlaufen Flüchtlinge in den USA vor ihrer Anerkennung aber einen rigorosen Prozess der Überprüfung.

À la Saison

Woher nimmt der Apfel seine Zauberkraft?

(Malus domestica)

Ohne ihn säßen wir noch im Paradies. Doch wir sollten Eva nicht gram sein. Den Apfel durften wir beim Auszug ja mitnehmen. Und der schmeckt einfach paradiesisch.

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Woher nimmt der Apfel seine Zauberkraft?

Beginnen wir ausnahmsweise bei Adam, Eva und dem Baum der Erkenntnis. Dass dieser ein Apfelbaum gewesen sein soll, steht in der Bibel nirgends. Doch die Selbstverständlichkeit, mit der aus dem Wort „Frucht“ im Lauf der Jahrtausende „Apfel“ wurde, zeigt, dass dieser die Frucht schlechthin ist. Es gibt kein wichtigeres Kulturobst. Vom goldenen Zankapfel in Homers Ilias bis zum Reichsapfel als Emblem kaiserlicher Macht, von Martin Luthers Versprechen, im Angesicht des Weltuntergangs ein Apfelbäumchen zu pflanzen bis zu Schneewittchens Biss in ein vergiftetes Exemplar, von Wilhelm Tells Armbrustakrobatik bis zu Isaac Newtons von Fallobst inspiriertem Schwerkraft-gesetz, von René Magrittes Granny Smiths bis zu den Apple Records der Beatles und schließlich zum globalen Siegeszug als Firmenlogo einer kalifornischen Computermarke – ist die abendländische Geschichte ein gewaltiger Apfelstrudel. Unmöglich, sie ganz zu erzählen.

Dabei ist die Paradiesfrucht noch weit älter als das Alte Testament. Lange ging man davon aus, dass die ersten Äpfel um 3000 vor Christus im Baltikum wuchsen. Mithilfe von DNA-Analysen fanden Oxford-Forscher vor zehn Jahren jedoch heraus, dass Malus domestica seinen Ursprung wohl in Zentralasien hat. Sie fanden seinen Vorfahren, den Asiatischen Wildapfel, an den Hängen des Tienschan im Norden Chinas. Vielleicht schmecken Äpfel aus kühlerem Klima deshalb so gut.

Schon die Germanen machten daraus Mus und Met. Wie die Frucht nach Europa gekommen war, ist unklar. Der Ruf eines wundervollen Heilmittels eilte ihr voraus. Das englische Sprichwort An apple a day keeps the doctor away ist so berühmt, dass es sogar jenseits der anglophonen Welt oft unübersetzt zur Anwendung kommt. In vielen Fällen notgedrungen – wie Max Goldt einst mit dem Versuch deutlich machte, die Sentenz ins Deutsche zu übertragen. Das Resultat „Ein Apfel am Tag und der Arzt fährt nach Prag“ entschuldigte er mit der Bemerkung, es sei erstaunlich, wie wenige Wörter sich auf Tag reimten. Immerhin erlaube das dem Mediziner eine sicher wohlverdiente Städtereise. Experten sagen übrigens, dass ein Apfel am Tag zwar keine Garantie ist, den Arzt dauerhaft an die Moldau zu verabschieden. Doch die Chancen stehen nicht schlecht –
so viel Gutes enthält die Frucht, vor allem Pektin, Vitamin C und Flavonoide.

Der wichtigste Grund für die Aura des Apfels, der schon Eva verfiel, ist natürlich sein Geschmack. Er hat eine aromatische Bandbreite von Zitronen- über Erdbeer- bis hin zu Walnussnoten. Abseits der fünf, sechs globalen Handelsmarken sorgen alte würzige Varietäten für Küchenglück. Interessanter als in Klassikern mit Kuchenteig, Zimt und Nelken verhält der Apfel sich zu den erdigen Komponenten von Wildbret, Blutwurst oder Roter Bete. Apfelsoße kontrastiert auf der Zunge perfekt zum Fett gegrillter Makrele. Und was wären Kohlsalat oder Rotkohl ohne die süße Säure? Zu Hartkäse mit roher Zwiebel passt das Kernobst ebenso wie zu Nüssen und dunklen Beeren. Unschlagbar ist es in Kombination mit Beifuß als Füllung der Weihnachtsgans.

Aber noch ist Sommer, die Ernte beginnt gerade erst. Bis der letzte Cox gepflückt ist, vergehen noch Monate. Die Frucht schlechtin ist – streng botanisch gesehen – übrigens eine Scheinfrucht! Niemand entlarvt das Blendwerk eleganter als die 2004 in Leipzig gegründete Satire-Organisation Front Deutscher Äpfel. Die FDÄ parodiert rechtsextreme Parteien und spielte mit der Wahl ihres Namens auf den damaligen NPD-Vorsitzenden Holger Apfel an. Die Künstler und Aktivisten agitieren gegen eine Überfremdung des deutschen Obstbestands und fordern: „Südfrüchte raus!“ Jemand sollte ihnen sagen, dass auch der Apfel ein Ausländer ist. 

Frisch vom Baum gibt's Äpfel ab Septemberl

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Himmlische Himbeere

(Rubus idaeus)

Was haben glühende RAF-Terroristinnen und eiskalte Banker gemeinsam? Sie machen zu oft Ferien im Himbeerreich. Da wollen Sie auch hin? Ein Wegweiser.

 

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Himmlische Himbeere

Schokolade, Zigaretten, Marshmallows – für diese Schätze aus dem „Himbeerreich“ bedankt sich Gudrun Ensslin 1968 per Gefängnispost bei ihrem Verlobten und bestellt noch eine luxuriöse Feuchtigkeitscreme hinterher. Die üppige BRD-Warenwelt versüßt der Pfarrerstochter, die kurz darauf die RAF mitgründen wird, ihr Zellenleben. Das Dialektische daran ist Ensslins Haftgrund: Brandanschläge auf zwei Kaufhäuser. „Wer Himbeerreiche anzündet, kann nicht erwarten, deren Früchte zu ernten“, sinniert 2013 der Chauffeur Hans Helmut Hinz. Er meint aber keine konsumaffinen Linksterroristinnen, sondern bonusgetriebene Bankvorstände, deren Limousinen er durch die Finanzkrise kutschiert. Hinz ist eine Figur aus dem Theaterstück „Das Himbeerreich“. Dessen Autor Andres Veiel will uns ausdrücklich nicht sagen, dass Banker Terroristen sind. Aber eines wissen sie wohl so gut wie Bombenleger (und wir alle): Wo Himbeeren wachsen, wartet das Paradies.

Rubingleich funkeln die fragilen Früchte am stacheligen Strauch. Sie duften betörend, netzen die Fingerspitzen purpurn wie Theaterblut und zergehen sonnenwarm auf der Zunge – seit Jahrtausenden. Samenfunde in Steinzeitsiedlungen belegen, dass es sich um eine der ältesten Naschereien der Welt handelt. Die Himbeere ist echt „paläo“. Kultiviert wurde sie schon im alten Rom, wo sie als Heilpflanze auch gegen Schlangenbisse und Skorpionstiche helfen sollte. Der Erfolg ist fraglich. Gesund ist die Himbeere aber durchaus. Sie enthält enorme Mengen Vitamin C, viel Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen. Das stärkt den Kreislauf, das Immunsystem und wirkt entgiftend sowie entzündungshemmend.

Die Römer nannten die Beere, die eigentlich eine Sammelsteinfrucht ist, Rubus idaeus – nach der Nymphe Ida. Einst soll die Tochter des kretischen Königs ein weinendes Kind in den Bergen gefunden haben, den jungen Göttervater Jupiter. Als sie ihm eine Himbeere pflückte, stach sie sich an den Dornen. Blut tropfte auf die ehedem weißen Früchte und färbte sie rot. Toll, diese antiken Sagen. Diese aber hat der französische Arzt Henri Leclerc 1925 für sein Buch „Les fruits de France“ dreist erfunden. Es ist auch eher öde, dass wohl der türkische Berg Ida Namenspate des Obstes war. Und „Himbeere“ kommt vom althochdeutschen Wort hintperi – Beere der Hirschkuh, vielleicht weil sie sich in lichten Wäldern so wohlfühlt.

In der Küche ist diese Frucht ein Naturtalent: Sie ist vollkommen, so wie sie ist. Ein paar gute Begleiter gibt es aber doch. Alles Cremige unterstreicht ihren Wohlgeschmack, Ziegenkäse steht im würzigen Kontrast dazu. Mit Pfirsich (Melba!), Mandel und Rosenwasser verträgt sie sich schwesterlich. Immerhin stammen sie alle aus der Großfamilie der Rosengewächse. Haselnüsse stehen ihr – traditionell in Linzertorte – ebenfalls gut. Auch dunkle Schokolade, Minze und – ja – Zucker, etwa in Marmelade, kann sie aushalten. Die Kerne mögen stören, sorgen aber auch für feine Holznoten. Nicht zuletzt harmoniert das berauschende Aroma reifer Himbeeren ausgezeichnet mit Alkohol, in Sekt etwa oder köstlichem Himbeergeist.

Es gibt auch schwarze, weiße, rosa und gelbe Sorten. Sobald Himbeeren zu sehr glänzen, ist aber Vorsicht geboten. Etwa in Hollywood. Seit 1981 verleihen Cineasten am Vorabend der Oscars den Antipreis „Goldene Himbeere“. Der Name der Plastiktrophäe spielt auf die Redewendung to blow a raspberry an: laut losprusten. Die so geehrten Schauspieler erscheinen selten persönlich. Im Jahr 2005 stellte sich Halle Berry aka Catwoman der Schmach und sprach die wahren Worte: „Wer kein guter Verlierer ist, kann kein guter Gewinner sein.“ So golden munden Niederlagen nur mit Himbeere. Liebe Banker, es ist nie zu spät, die eigene Leistung infrage zu stellen. Möge der Sommer himbeerreich sein.

Frisch vom Feld gibt's Himbeeren ab Juni.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Sagenhafter Spinat

(Spinacia oleracea)

Damit du groß und stark wirst? Von wegen! Spinat enthält gar nicht besonders viel Eisen. Weiß leider jedes Kind. Doch woher nimmt Popeye dann seine stahlharten Fäuste? Es ist... Ein Küchenkrimi.

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Sagenhafter Spinat

„Ich hab’ es geschafft. Der Spinat gab mir Kraft!“, singt ein Zeichentrickmann mit ballongroßen Unterarmen zu Militärmusik. „Ich bin Popeye der Seeheemann!“ Wir schreiben den 13. März 1942, und der Spinatmatrose hat irgendwo im Pazifik eine japanische Flotte zerlegt – im Alleingang, versteht sich. Alles, was er dafür braucht, ist eine Dose Spinat auf ex. Schon kommen die Superkräfte. Es ist die Zeit, in der selbst Comic-Helden im Dienst der US-Kriegspropaganda stehen. Die Botschaft „Der Spinat gab mir Kraft“ (im englischen Original: Strong to the finish, ’cos he eats his spinach) geht nicht nur an die Soldaten da draußen, sondern mindestens ebenso an deren Kinder daheim.

„Iss deinen Spinat!“ Wie viele Generationen hat dieser Befehl wohl gequält. Wie viel Leid war in der Welt, seit ein obskurer Chemiker im 19. Jahrhundert ein Komma falsch gesetzt und den Eisengehalt auf das Zehnfache potenziert hatte? Das Fuchsschwanzgewächs enthält gar nicht mehr von dem Spurenelement als andere Gemüse, enthüllte der Krebsexperte Terence Hamblin 1981 im British Medical Journal und folgerte spitz: „Als Eisenquelle hätte Popeye besser die Dosen verzehren sollen.“ Gute Pointe? Hier ist eine bessere: Den Rechenfehler hat es nie gegeben. Der Volksglaube, mit dem Hamblin ausgerechnet unter der Überschrift Fake! (Schwindel) aufräumte, ist selbst eine Sage. Ein „Supermythos“, wie Mike Sutton sagt. Der Kriminologe machte sich 2010 auf Spurensuche und fand: keine Quelle, nirgends. Als er Hamblin damit konfrontierte, mailte der zurück, er könne sich nicht recht erinnern. Er sei sich aber sicher, die Geschichte nicht erfunden zu haben.

Verbürgt sind Popeyes Verdienste um den Spinatabsatz in den USA. Dort hat der Matrose seine eigene Marke. Mehrere Gemeinden widmeten ihm Denkmäler. Crystal, Texas, und Alma, Alabama, konkurrieren sogar um den selbst erdachten Titel „Welthauptstadt des Spinats“. Er ist ein globales Gemüse. Im Fernen Osten zum ersten Mal kultiviert, verdankt er seinen Namen dem persischen aspanakh oder einem arabischen Poeten, der ihn als isfanatsch, Prinz aller Gemüse, pries. Im frühen Mittelalter erreichte er Spanien und verdrängte ein paar Jahrhunderte später auch seine Verwandte, die Gartenmelde, aus der deutschen Küche.

Frühjahrsspinat taugt zu mehr als grüner Pampe in Rahm. Zitrusfrüchte, auch Zitronengras stehen in frischem Kontrast zu den erdigeren Noten seiner Blätter. Als Salat oder gedünstet verträgt er sich mit gerösteten Pinienkernen, gebratenem Speck, salzigen Anchovis und beliebigen Mengen Knoblauch. Auch Joghurt schmeichelt ihm, wie die indische Küche beweist. Und Eiergerichte wie Soufflé ergänzt Spinat aufs Feinste. Aber natürlich: An kalten Apriltagen hat auch der durchpürierte Klassiker mit Muskat und „Blubb“ seine tröstende Berechtigung. Nur ein halber Mythos ist, dass man Spinat nicht wieder aufwärmen darf. Er enthält zwar Nitrat, das Bakterien in krebserregendes Nitrit umwandeln. Stellt man Reste aber rasch in den Kühlschrank, kann man die Entstehung giftiger Substanzen verzögern. Spinat à la Saison, frisch vom Feld und in Bioqualität, enthält übrigens am wenigsten Nitrat.

Und Superkräfte setzt der zarte Grüne wirklich frei. Forscher haben Eiweiße aus seinen Blättern isoliert und tüfteln damit an „Spinatzellen“ für künstliche Fotosynthese, die einst mehr leisten sollen als Solarzellen. Popeyes spinach power speist sich allerdings aus einer anderen Quelle: Im Juli 1932 isst der Matrose zum ersten Mal Spinat – frisch vom Beet. Seine Freundin Olivia ruft: „Lieber Himmel, bist du ein Pferd?“ Popeye spricht mit Pfeife im Mund: „Spinat ist voller Vitamin A. Das macht Menschen stark und gesund.“ Wie wahr. Und hoffentlich gilt das auch für Kettenraucher.

Frisch vom Feld gibt's Spinat ab März.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Mo, 2016-08-29 19:20
Istanbul (dpa) 

Kinder bei Raketenbeschuss von türkischer Stadt Kilis verletzt

Istanbul (dpa) - Die südtürkische Grenzstadt Kilis ist aus Gebieten unter Kontrolle der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien erneut mit Raketen beschossen worden. Unter sechs Verletzten seien zwei Kinder, meldete die Nachrichtenagentur DHA. Insgesamt seien am Montagabend drei Raketen in Kilis eingeschlagen, zwei davon auf freiem Gelände, eine auf einer Straße. Seit Januar wurden bei Raketenbeschuss nach Angaben von DHA mehr als 20 Menschen in Kilis getötet. Weiter östlich war die türkische Armee vor wenigen Tagen in Nordsyrien eingerückt. Sie geht dort nach eigenen Angaben gegen den IS, aber auch gegen von Kurden angeführte Milizen vor.

Mo, 2016-08-29 19:13
Berlin/München (dpa)

Die CDU und ihre Sorge vor einer Angela Merkel als «lahme Ente» Von Kristina Dunz und Marco Hadem, dpa

In der CDU wächst die Unruhe über Merkels Entscheidungsprozess. Tritt sie 2017 noch mal für das Kanzleramt an? Ja - sagt eine andere Frau.

Berlin/München (dpa) - Ist die Kanzlerin eine lahme Ente? So nennt man in den USA einen Präsidenten oder Politiker, der zwar noch im Amt ist, aber nicht wieder gewählt werden kann, will oder darf - und deswegen bereits als handlungsunfähig gilt. Ist die Kanzlerin, die immer noch nicht sagt, ob sie zur Bundestagswahl 2017 wieder antritt, also so eine «Lame Duck», wird Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin gefragt. Und, ob Merkels Handlungsfähigkeit als Regierungschefin belastet ist. «Auf beide Fragen ein klares Nein», antwortet Seibert.

Aber was bedeutet das, wenn Merkel keine «lahme Ente» ist? Heißt das, sie tritt wieder an? Merkel selbst sagt seit Monaten, dass sie ihre Entscheidung zu «gegebener Zeit» bekanntgeben werde. Sie habe nie etwas anderes angekündigt, betont Seibert. Aber wann genau ist das? Seibert hat auch darauf eine Antwort: «Der gegebene ist der richtige Zeitpunkt.»

Für viele CDU-Mitglieder ist der richtige Zeitpunkt längst gekommen. Schon allein deshalb, weil ein Wahlkampf immer eine sehr lange Vorbereitung braucht. Wenn man da gar nicht weiß, wen man plakatieren und auf wen die Kampagne zugeschnitten werden soll, wird es schwierig. Selbst aus dem engeren Umfeld der Parteivorsitzenden und Kanzlerin berichten Mitstreiter, sie wüssten auch noch nicht, was Merkel machen wird. Sie rechnen jedoch fest damit, dass sie zum vierten Mal in Folge für das Kanzleramt kandidiert. Und eine ganze Reihe prominenter CDU-Politiker tut das jetzt auch kund.

Die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner gibt das am Montag vor einer Präsidiumssitzung im Konrad-Adenauer-Haus forsch schon als Fakt bekannt: «Angela Merkel wird wieder antreten als Parteivorsitzende am Bundesparteitag und sie wird dann selbst entscheiden, wann sie verkünden wird, dass sie als Kanzlerkandidatin zur Verfügung steht.» Nicht, ob Merkel als Kandidatin zur Verfügung steht, sondern dass sie zur Verfügung steht. Dass Klöckner das ankündigt, erscheint ungewöhnlich.

Man darf annehmen, dass die Vize-Vorsitzende im Bilde ist und so etwas nicht derart apodiktisch ohne Merkels Billigung sagen würde. Der Parteitag der CDU findet im Dezember in Essen statt. Klöckner zufolge wird sich Merkel also dort wieder für den Vorsitz bewerben, den sie seit dem 10. April 2000 inne hat.

Parteivorsitz und Kanzlerkandidatur gelten für Merkel als untrennbar. Als ihr Vorgänger Gerhard Schröder 2004 den SPD-Vorsitz abgab, prophezeite die damalige Oppositionsführerin dem Kanzler einen «Autoritätsverlust auf ganzer Linie». Das sei «der Anfang vom Ende von Kanzler Gerhard Schröder». Ein Jahr später verlor Schröder die Bundestagswahl. Merkel löste ihn ab. So erscheinen Spekulationen, dass sie sich zwar zur CDU-Vorsitzenden wählen lassen könnte, aber erst später etwas zu ihrer Kanzlerkandidatur sagen oder dann darauf verzichten würde, unwahrscheinlich.

Denn dann würde Merkel das tun, was sie als schädlich für den Machterhalt der CDU empfände: Vorsitz und Kanzlerschaft nicht in einer Hand zu behalten. Vermutet wird vielmehr, dass Merkel die Vorstandswahl mit der Ankündigung ihrer Kanzlerkandidatur verknüpft - auch, um ein besseres Ergebnis zu bekommen. Denn anders als der SPD wird den Christdemokraten nicht zugetraut, dass sie ihre Kanzlerin und abermalige Kanzlerkandidatin bei einer Vorstandswahl beschädigen. Die CDU will regieren. Einen Dämpfer wegen ihrer Flüchtlingspolitik müsste Merkel eher dann fürchten, wenn sie auch in Essen immer noch zum Kanzleramt schwiege.

Für die CSU ist Merkels persönliche Zukunftsfrage nur ein Aspekt im nicht eben einfachen Eheleben mit der großen CDU. Um dies auch außerhalb Bayerns verstehen zu können, muss man den Bogen nicht nur weiter spannen, sondern auch die mächtige Parteibasis bedenken. «Wir sind der politische Dienstleister mit absoluter Mehrheit in Bayern und haben weit mehr zum Ziel als andere Parteien mit 12 oder 20 Prozent», sagt CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer. Genau dieses Selbstverständnis ist für die CSU Fluch und Segen zugleich. So kann Parteichef Horst Seehofer, so mächtig er auch in der Union ist, nicht alleine entscheiden, ob die CSU Merkels Kandidatur unterstützt oder eben nicht. Er muss die Basis bei der Entscheidungsfindung mitnehmen.

Knapp ein Jahr nach Merkels Entscheidung für eine offene Flüchtlingspolitik liegt noch immer eine tiefe Kluft zwischen CSU und CDU. Mit ganz pragmatischen wie weitreichenden Folgen: Nach wie vor fände sich an der CSU-Basis kaum jemand, der bereit wäre, Merkel im Wahlkampf zu unterstützen, heißt es etwa aus der CSU-Landtagsfraktion. Aber auch das ist in Bayern ein offenes Geheimnis: Letztlich will die CSU keinen dauerhaften Bruch mit der CDU.

Deshalb ist gerade in den höheren Parteikreisen ein gemeinsamer Kanzlerkandidat weiter klares Ziel. Schon aus eigenem Machtinteresse. Die große Angst in der CSU heißt «CDU-Landesverband Bayern». Ein hochrangiges CSU-Mitglied sagt, sollte sich die CDU entscheiden, auch bei Wahlen in Bayern anzutreten, «sind die Zeiten unserer absoluten Mehrheit endgültig vorbei».

Mo, 2016-08-29 19:36
Berlin (dpa)

Incirlik-Streit: Steinmeier weist türkische Bedingung zurück

Berlin (dpa) - Die Bundesregierung will sich im Streit mit der Türkei über das Besuchsverbot für Bundestagsabgeordnete auf der Luftwaffenbasis Incirlik nicht unter Druck setzen lassen. Außenminister Frank-Walter Steinmeier wies am Montag die Forderung seines türkischen Amtskollegen Mevlüt Cavusoglu nach einer Verknüpfung dieser Frage mit der Armenier-Resolution des Bundestags zurück. «Ich sehe nicht diesen unmittelbaren Zusammenhang und das habe ich dem türkischen Kollegen auch gesagt», sagte Steinmeier in einem Interview für die ARD-Sendung «Farbe bekennen» (Ausstrahlung 20.15 Uhr).

Die Türkei verweigert deutschen Abgeordneten seit Verabschiedung der Armenier-Resolution den Besuch bei den in Incirlik stationierten Bundeswehrsoldaten. Der Bundestag bezeichnete in dem Beschluss das Vorgehen des Osmanischen Reichs gegen die Armenier vor mehr als 100 Jahren als Völkermord.

Cavusoglu hatte am Montag in Ankara ein deutsches Entgegenkommen in der Frage zur Bedingung für eine Lösung des Incirlik-Streits gemacht. «Wenn Deutschland die notwendigen Schritte unternimmt, werden wir den Besuch ermöglichen», sagte er, verschwieg aber, welche konkreten Schritte er meint.

Die SPD will das zum Jahresende auslaufende Bundestagsmandat für den Bundeswehreinsatz nicht verlängern, sollte es keine Bewegung in dem Streit geben. Steinmeier äußerte Verständnis dafür. Wenn Mandate beschlossen würden, müssten die Abgeordneten auch die Möglichkeit haben, die Soldaten zu besuchen, sagte er in dem ARD-Interview.

Mo, 2016-08-29 18:14
Kairo/Braunschweig (dpa)

Deutsche Experten sollen bei Aufklärung von Ägypten-Absturz helfen

Kairo/Braunschweig (dpa) - Zwei deutsche Experten sollen bei der Aufklärung des Flugzeugabsturzes über der ägyptischen Sinai-Halbinsel vor zehn Monaten helfen. In dem russischen Ferienflieger, der aus dem Badeort Sharm el Scheich kommend auf dem Sinai zerschellte, waren Ende Oktober vergangenen Jahres 224 Menschen gestorben. Die Fachleute der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) sollen das internationale Team in Kairo bei der Untersuchung unterstützen. Das teilte die Bundesstelle am Montag mit.

Das zivile Luftfahrtministerium Ägyptens berichtete von deutschen und russischen Vertretern, die den Ort des Auseinanderbrechens anhand der gefundenen Wrackteile herausfinden sollen. Dem BFU zufolge sollen die neuen Experten das bereits seit Monaten in Ägypten arbeitende internationale Team auch deshalb verstärken, weil die Ressourcen in Kairo nach dem Absturz einer Egyptair-Maschine über dem östlichen Mittelmeer knapp sind. Momentan arbeiten zwei Untersuchungskommissionen parallel.

Auch wenn es zehn Monate nach dem Vorfall noch immer keinen Bericht der Kommission gibt, so wird doch davon ausgegangen, das es sich um einen Terrorakt durch eine Bombe an Bord gehandelt hat. Ägyptens Staatspräsident Abd al-Fattah al-Sisi hatte dies indirekt zugegeben. Ein auf dem Sinai agierender Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hatte die Tat für sich beansprucht.

Mo, 2016-08-29 18:28
Tripolis (dpa)

IS-Selbstmordattentäter verletzt Kämpfer in Libyen

Tripolis (dpa) - Ein Selbstmordattentäter der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat in der libyschen IS-Hochburg Sirte mehrere Menschen verletzt. Mindestens fünf Kämpfer regierungstreuer Milizen seien bei dem Vorfall am Montag verletzt worden, teilte die Führung der Militäroperation mit. Am Sonntag hatten heftige Gefechte und mindestens zwölf Autobomben der Dschihadisten 38 Anti-IS-Kämpfer getötet und mehr als 180 verletzt. Angaben über tote Extremisten gab es nicht.

Der Militärführung in der Küstenstadt Misrata zufolge kontrollieren die verbliebenen Mitglieder der Terrormiliz nur noch zwei Stadtteile Sirtes teilweise. Sie sind von den Milizionären eingekesselt.

Regierungstreue Milizen hatten im Mai eine Offensive gegen die Dschihadisten gestartet, nachdem das IS-Einflussgebiet in Zentrallibyen auf etwa 300 Kilometer Länge angewachsen war. Innerhalb weniger Wochen rückten Truppen von allen Seiten auf das Zentrum Sirtes, das als eine Art Hauptstadt des IS in Libyen gilt, vor. Offiziell geführt wird das Bündnis von der Einheitsregierung in Tripolis.

Mo, 2016-08-29 18:21
Vilnius (dpa) 

Litauen gedenkt der Holocaust-Opfer von Moletai vor 75 Jahren

Vilnius (dpa) - Die litauische Präsidentin Dalia Grybauskaite hat bei einer Gedenkveranstaltung an die vor 75 Jahren in Moletai ermordeten Juden erinnert. Der Holocaust sei eine Tragödie für ganz Litauen gewesen, sagte sie am Montag in der Gedenkstätte nahe der Kleinstadt im Osten des baltischen Landes. In Moletai wurden am 29. August 1941 während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg mehr als 2000 Juden umgebracht, darunter fast 1500 Kinder. 

Grybauskaite legte zum Zeichen des Gedenkens einen kleinen Stein auf einen Grabstein. Mehr als 1000 Menschen erinnerten zudem mit einem Gedenkmarsch an die Opfer des Holocaust, für die ein neues Denkmal an der Gedenkstätte enthüllt wurde. 

Der 29. August 1941 sei ein «tragischer Tag» in der Geschichte von Moletai, sagte Bürgermeister Stasys Zvinys. Der Holocaust sei von Nazi-Deutschland nach Litauen gebracht worden. Es seien daran aber auch litauische Kollaborateure beteiligt gewesen, sagte er.

Während der deutschen Besatzung zwischen 1941 und 1944 ermordeten die Nationalsozialisten und einheimische Helfer mehr als 90 Prozent aller damals rund 200 000 in Litauen lebenden Juden. Das Simon-Wiesenthal-Zentrum in Jerusalem warf Litauen wiederholt eine unzureichende Aufarbeitung der eigenen Mittäterschaft vor.

Mo, 2016-08-29 18:37
York (dpa)

Neue Vorwürfe: Clinton-Vertraute Abedin verlässt Anthony Weiner

New York (dpa) - Huma Abedin, engste Vertraute Hillary Clintons, verlässt ihren Mann Anthony Weiner nach Vorwürfen eines neuen Sexskandals. «Nach langen und schmerzhaften Überlegungen habe ich beschlossen, mich zu trennen», teilte Abedin am Montag mit.

Der frühere Kongressabgeordnete Weiner hatte 2011 mit dem Twittern erotischer Selfies seine hoffnungsvolle politische Karriere zerstört. Am Wochenende wurden neue Vorwürfe laut, Weiner solle erneut über Monate anzügliche Bilder von sich an eine andere Frau geschickt haben. Seit Montagmorgen (Ortszeit) ist Weiners Twitteraccount stillgelegt. Der «New York Post» sagte Weiner zu den neuen Vorwürfen, die Frau und er seien eine Zeit lang befreundet gewesen. Sie habe ihn gebeten, keinen Kommentar abzugeben, lege aber Wert darauf, dass ihr Austausch immer angemessen gewesen sei.

Abedin ist eine der wichtigsten Beraterinnen und Vertrauten der demokratischen Präsidentschaftskandidatin. Wegen ihrer engen Verbundenheit mit Clinton ist sie immer wieder auch Zielscheibe des politischen Gegners, auch im Zusammenhang mit Clintons E-Mail-Affäre fällt oft der Name Abedins.

Mo, 2016-08-29 19:00
Neustrelitz (dpa)

Schwarz-Grün, Wahlkampf: Grünen-Spitze tagt in Mecklenburg-Vorpommern

Neustrelitz (dpa) - Der Bundesvorstand der Grünen kommt am Dienstag für zwei Tage (11.00 Uhr) in Mecklenburg-Vorpommern zusammen. In Neustrelitz soll es nach tagelangen Debatten um Schwarz-Grün um den Wahlkampf gehen. Die Parteivorsitzenden Simone Peter und Cem Özdemir bereiten mit den anderen Vorstandsmitgliedern unter anderem die Urwahl des Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl 2017 vor. Im Rennen sind neben der Fraktionsvorsitzenden Katrin Göring-Eckardt Parteichef Özdemir, Fraktionschef Anton Hofreiter und Robert Habeck, der Vize-Ministerpräsident Schleswig Holsteins.

Außerdem werden die Bundes-Grünen ihre Länderkollegen vor der Landtagswahl am kommenden Sonntag unterstützen. Spitzenkandidatin Silke Gajek wird mit Peter und Özdemir auftreten, Themen sollen ländlicher Raum und Rechtsextremismus sein. «Die Parteikollegen haben es da nicht leicht, denn die Radikalen von AfD und NPD sind gerade im ländlichen Raum optisch und physisch stark präsent was Plakate angeht», sagte Özdemir der Deutschen Presse-Agentur. «Das ist ein wunderschönes Land, das wollen wir nicht den rechten Fanatikern überlassen.»

Mo, 2016-08-29 17:54
Berlin (dpa)

Breiter CDU-Rückhalt für erneute Kanzlerkandidatur Merkels

Die Kanzlerin schweigt - dafür redet ihre Stellvertreterin. Julia Klöckner kündigt eine erneute Kandidatur Merkels für den CDU-Vorsitz an. Die CSU erklärt vielsagend, sie wolle sich aus der K-Debatte heraushalten.

Berlin (dpa) - In der CDU-Spitze gibt es breiten Rückhalt für eine erneute Kanzlerkandidatur von Parteichefin Angela Merkel. Merkel ließ aber auch am Montag im Parteipräsidium offen, ob sie ein weiteres Mal für den Parteivorsitz und die Kanzlerkandidatur zur Verfügung stehe. Das Thema habe in der Sitzung keine Rolle gespielt und werde entschieden, «wenn die Zeit dafür reif ist», sagte CDU-Generalsekretär Peter Tauber anschließend.

Bei ihrem Eintreffen zu der Sitzung hatte CDU-Vize Julia Klöckner mitgeteilt: «Angela Merkel wird wieder antreten als Parteivorsitzende am Bundesparteitag und sie wird dann selbst entscheiden, wann sie verkünden wird, dass sie als Kanzlerkandidatin zur Verfügung steht.» Sie selbst könne sich für den Posten «keinen anderen vorstellen als Angela Merkel», ergänzte die rheinland-pfälzische CDU-Chefin. «Aber überlassen Sie es doch auch ihr, wann sie selbst entscheidet, das dann auch zu verkünden.» Neben Klöckner plädierten zahlreiche andere führende CDU-Politiker für eine erneute Kanzlerkandidatur Merkels.

Tauber sagte, er verstehe die Äußerungen Klöckners so, «dass sie damit den Wunsch unserer Mitglieder zum Ausdruck gebracht hat, dass Angela Merkel die Union weiter führen möge» und die Partei und das Land in guten Händen bei Merkel sei. «Alles weitere steht dann zur Entscheidung an, wenn die Zeit dafür reif ist.» Auf die Frage, ob es eine automatischen Verknüpfung des Parteivorsitzes mit der Kanzlerkandidatur gebe, antwortete er: «Eine formelle Verknüpfung gibt es nicht. Aber es mag Ihnen überlassen sein, zu spekulieren, ob es eine gewisse Sinnhaftigkeit in einer Verknüpfung geben mag.»

Die «Bild»-Zeitung hatte berichtet, prominente Vertreter der CDU-Spitze rechneten damit, dass Merkel auf dem Bundesparteitag in Essen im Dezember ihre Kandidatur für den Vorsitz mit der Kanzlerkandidatur verknüpfen werde. Dies geschehe aus taktischem Kalkül heraus, um ihre parteiinternen Kritiker im Schach zu halten. Wer dann noch gegen sie stimme, schmälere die Erfolgschancen der CDU im Wahlkampf. «Das diszipliniert», zitierte das Blatt ein namentlich ungenanntes Präsidiumsmitglied. Merkels Beliebtheitswerte hatten in Umfragen zuletzt deutlich nachgelassen.

Klöckner sagte angesichts des Zwists mit der Schwesterpartei: «Ich gehe auch fest davon aus, dass CDU und CSU einen gemeinsamen Kanzlerkandidaten beziehungsweise Kanzlerkandidatin stellen.» CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer sagte der dpa über die CDU-Kandidatenfrage: «Die CSU wird sich an dieser Diskussion nicht beteiligen. Vereinbart ist, Inhalte vor Personal. Für uns bedeutet K-Frage Konzentration auf Inhalte und nicht Köpfe oder Koalitionen.»

Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) sagte auf die Frage, ob Merkel wieder als Vorsitzende antreten solle: «Ich denke ja.» Der hessische Ministerpräsident und CDU-Vize Volker Bouffier sagte der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (Montag): «Ich halte es für richtig, dass Angela Merkel wieder als Kanzlerkandidatin antritt.» Die saarländische CDU-Regierungschefin Annegret Kramp-Karrenbauer erklärte dem Blatt: «Ich bin für eine weitere Legislaturperiode, weil Angela Merkel die Richtige ist.»

CDU-Vize Armin Laschet sagte der «FAZ», Merkel führe das Land mit Besonnenheit und klarem Kurs durch eine Zeit voller Krisen. «Deutschland ist heute wirtschaftlich und politisch der Hort der Stabilität in Europa. Damit dies so bleibt, sollte Angela Merkel auch nach 2017 Bundeskanzlerin sein», sagte er.

Merkel hat ihre Entscheidung über eine weitere Kanzlerkandidatur bei der Bundestagswahl 2017 bislang offen gelassen. Die 62-Jährige kündigte am Sonntagabend im ARD-Sommerinterview an, sie werde ihren Beschluss «zum gegebenen Zeitpunkt» fassen. Dies betreffe auch ihre Kandidatur als CDU-Vorsitzende auf dem Parteitag Anfang Dezember.

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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb, selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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