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Fr, 2015-07-31 16:17
London (dpa)

Calais macht hilflos: Camerons Angstthema Migration Von Teresa Dapp, dpa

Angesichts der Flüchtlinge, die von Calais aus nach Großbritannien wollen, wirkt London überfordert. Abschreckung und Abschottung ist die Devise. Cameron muss den harten Macher geben - denn kaum ein Thema treibt die Briten so um wie Immigration.

London (dpa) - David Cameron will klingen, als habe er eine Lösung. «Die Situation ist nicht akzeptabel und es ist die absolute Priorität dieser Regierung, alles in unserer Macht stehende zu tun», sagt der britische Premier am Freitag in entschiedenem Tonfall über die Flüchtlingskrise in Calais. Die Vorschläge klingen aber eher hilflos: Spürhunde werde man auf die französische Seite des Eurotunnels schicken und Zäune errichten.

Es ist zweifelhaft, dass die Migranten, die auf ein besseres Leben in Großbritannien hoffen, sich davon abschrecken lassen. Hunderte versuchten in der Nacht zum Freitag wieder unter Lebensgefahr, auf Züge zu klettern, die ins englische Folkestone fahren. «Die Fähren sind zu schwierig geworden, deswegen versuchen sie jetzt die Züge», sagt Uhrad, ein 30 Jahre alter Eritreer, einem Reporter des «Telegraph». «Wenn das zu schwer wird, werden die Leute schwimmen.»

Frankreich und Großbritannien haben bereits viele Millionen in die Abschottung des Eurotunnels gesteckt. Das Flüchtlingscamp bei Calais, Dschungel genannt, wächst trotzdem. Und immer wieder gelingt es Migranten, das vermeintliche gelobte Land auf der anderen Seite des Ärmelkanals zu erreichen. Etwa am Freitag, als zwei sich auf dem Dach eines LKW festklammerten. Am Vortag waren zwölf Menschen im inneren eines Lasters entdeckt und festgenommen worden. Teile der britischen Presse und der ein oder andere Politiker reagieren auf solche Berichte, als stehe dem Land eine Invasion bevor.

Cameron hat deshalb gar keine Wahl, als den Macher zu geben, der die Lage im Griff hat oder wenigstens in den Griff bekommt. Noch von Vietnam aus hatte er am Vortag mehr Abschiebungen in Aussicht gestellt und härtere Gesetze. Die Debatte um Grenzen und Grenzschutz wird vor dem Referendum über die britische EU-Mitgliedschaft wieder hochkochen und von den Rechtspopulisten ausgeschlachtet werden. Das Thema Zuwanderung - ob nun illegal oder aus EU-Ländern - regt die ehemalige Weltmacht auf wie sonst nur ihr Gesundheitswesen.

Und es ist kein glückliches Thema für Cameron. Sein Vorhaben, die Zuwanderung auf 100 000 Menschen pro Jahr zu drücken, ist krachend gescheitert. Beim Feilschen um EU-Reformen droht wieder eine Niederlage: nicht nur Bundeskanzlerin Angela Merkel hat mehr als deutlich gemacht, dass am Prinzip der Arbeitnehmerfreizügigkeit in Europa nicht gerüttelt wird.

Doch gerade steht Calais ganz oben auf der Agenda. Auch, weil das Tunnel-Chaos zu langen Staus in Südengland führt. Das ärgert Urlauber, aber vor allem die Transportbranche. Bis zu 18 Stunden betragen die Wartezeiten der BBC zufolge, 5 Millionen Pfund - mehr als 7 Millionen Euro - koste das die britische Wirtschaft am Tag. «Wir haben Leute, die versuchen, illegal in unser Land zu kommen und hier in Großbritannien haben wir Lastwagenfahrer und Urlauber, auf die möglicherweise Staus zukommen», fasst Cameron die Lage zusammen.

Er sagt nichts zur Situation der Flüchtlinge, darunter Kinder und schwangere Frauen, die der Hilfsorganisation Doctors of the World zufolge schwer krank werden, weil ihnen Wasser, Nahrung und sanitäre Anlagen fehlen. Kein Wort zu einer langfristigen Lösung. «Die Migranten von Calais sind Europas Schande», schreibt die «Financial Times», «Europa könnte die Migrationskrise lösen - wenn es wollte», heißt es im «Guardian». Mit Hunden und Zäunen wird es jedenfalls nicht getan sein.

Fr, 2015-07-31 16:43
Kiew (dpa)

Ukraine und Niederlande wollen MH17-Tribunal durchsetzen

Kiew (dpa) - Trotz russischen Widerstands gegen ein UN-Tribunal zur abgeschossenen Maschine der Malaysia Airlines setzen sich die Ukraine und die Niederlande weiter für ein internationales Gericht ein. Beide Regierungen wollten alternative Vorschläge dafür ausarbeiten, teilte Staatschef Petro Poroschenko nach einem Telefonat mit dem niederländischen Ministerpräsidenten Mark Rutte am Freitag mit.

Die Führung in Moskau lehnt neue Initiativen für ein internationales Gericht ab. «Jetzt ist die Hauptsache, dass wir uns auf eine unvoreingenommene und objektive Ermittlung konzentrieren», meinte Kremlsprecher Dmitri Peskow in Moskau.

Die Maschine der Malaysia Airlines war im Juli 2014 mit 298 Menschen an Bord über dem Kriegsgebiet Donbass abgeschossen worden. Die meisten Passagiere des Flugs MH17 waren Niederländer. Die Ukraine und Russland machen sich gegenseitig für die Tragödie verantwortlich.

Eine Resolution über ein Tribunal hatte Russland am Mittwoch im UN-Sicherheitsrat mit einem Veto blockiert - unter scharfer Kritik des Westens. Die Untersuchung des Falls sei noch nicht abgeschlossen, argumentierte Moskau. «Das ist ein Veto gegen die Justiz. Die ganze Welt hat das gesehen», sagte Poroschenko dem Präsidialamt in Kiew zufolge.

Fr, 2015-07-31 16:51
Conakry/Genf (dpa)

Größter Erfolg in der Ebola-Forschung: Impfstoff schützt zuverlässig

Fieberhaft forschten Wissenschaftler an Impfstoffen gegen das Ebola-Virus. Nun berichten sie von einem außerordentlichen Fortschritt. Zugleich will die WHO künftig besser auf ähnliche Epidemien reagieren.

Conakry/Genf (dpa) - Erstmals wirkt ein Ebola-Impfstoff nachweislich: In einer großen Studie in Guinea schützte das Mittel VSV-ZEBOV die Teilnehmer zuverlässig vor einer Ansteckung mit dem Virus. Geimpft wurden Menschen, die mehr oder weniger Kontakt zu Neuinfizierten hatten und als besonders gefährdet galten. Die Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Margaret Chan, sprach von einer «sehr vielversprechenden» Entwicklung. Zudem wolle die WHO aus ihren Fehlern während der Ebola-Krise mit mehr als 11 000 Toten lernen und habe umfangreiche Reformen eingeleitet.

In dem Feldversuch wurden über 4000 Teilnehmer geimpft. Die Studie ergab, dass der Impfstoff nach zehn Tagen zu 100 Prozent vor einer Ebola-Ansteckung schützt, wenn er frühzeitig gegeben wird. Die Studie, an der auch die WHO und der US-Pharmakonzern Merck & Co beteiligt waren, wird im Fachblatt «The Lancet» vorgestellt.

Ein für Impfungen zuständiges WHO-Gremium sprach von einem akzeptablen Sicherheitsprofil. Es habe auch in vergangenen Versuchen mit VSV-ZEBOV bei einigen Geimpften Nebenwirkungen wie Fieber und Gelenkschmerzen gegeben, diese seien aber zu akzeptieren gewesen, bestätigte Prof. Stephan Becker von der Universität Marburg. Er war an mehreren anderen Ebola-Impfversuchen beteiligt.

«Dies könnte endlich das Ende der Ebola-Epidemie in Westafrika einleiten und auch in Zukunft für die Bekämpfung dieser Krankheit nützlich sein», sagte Ko-Autor Matthias Egger vom Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Bern (ISPM).

Norwegens Außenminister Børge Brende jubelte: «Dieser neue Impfstoff könnte die Königswaffe gegen Ebola werden.» Das Land hatte sich ebenso wie Kanada und Guinea an der Studie beteiligt. Allerdings kann der Einsatz des Impfstoffs nach Angaben der Studienautoren in Afrika problematisch sein, da das Mittel kalt gelagert werden muss.

«Ich bin wirklich heilfroh, dass das geklappt hat», lobte der Marburger Virologe Becker. «Es hatte keiner mehr zu hoffen gewagt, dass man bei diesem Ausbruch in Westafrika die Wirksamkeit eines Impfstoffes noch überzeugend beweisen kann.» Bisherige Versuche hätten mit Hilfe von Bluttests lediglich nachgewiesen, dass das Immunsystem auf die Impfung reagiert, «aber ob dies tatsächlich ausreicht, um einen Menschen sicher vor Ebola zu schützen, das konnte man erst jetzt zeigen».

Becker rechnet mit einer vergleichsweise schnellen Zulassung des Impfstoffs. Er gehe zudem davon aus, dass es genügend Impfstoff gebe, da ihn mehrere Pharmafirmen produziert hätten und noch einige Versuche mit dem Impfstoff liefen. Der Impfstoff soll nach Angaben der Studienautoren zudem nicht flächendeckend eingesetzt werden wie bei Masern oder Kinderlähmung, sondern nur bei Ebola-Ausbrüchen.

Trotz des Erfolges sind nach WHO-Angaben noch mehr Nachweise für den sicheren Schutz von größeren Gruppen nötig: Deshalb werde die Testphase noch weiterlaufen.

Die Organisation Ärzte ohne Grenzen, die im Rahmen der Studie den Impfstoff 1200 Menschen in Guinea gespritzt hatte mahnte jedoch: Es bleibe unverzichtbar, Kontaktpersonen aufzuspüren sowie die Gesundheitsaufklärung und die Isolierung der Infizierten fortzusetzen.

Angesichts der zunächst schleppenden Reaktion auf den Ebola-Ausbruch werde die WHO ihre Fähigkeit zur raschen Reaktionen auf Gesundheitsnotlagen ausbauen, erklärte Generaldirektorin Chan. Die WHO habe mit dem Aufbau einer neuen ständigen Arbeitsgruppe für globale Gesundheitsnotlagen begonnen, die in dem Fall Ressourcen mobilisieren und Hilfe koordinieren soll.

Obwohl die Neuansteckungen in Guinea, Liberia und Sierra Leone seit Jahresbeginn stark zurückgegangen sind, ist das Virus noch nicht besiegt. Ein Erkrankter reicht, um die Epidemie wieder ausbrechen zu lassen. In den Ländern werden weiterhin einzelne Fälle nachgewiesen. In Westafrika wurden bereits mehr als 11 200 Ebola-Tote registriert, die meisten in den drei genannten Ländern.

À la Saison

Königliche Karotte

(Daucus carota subsp. sativus)
Viele Kinder glauben ja, dass Kühe lila sind und Möhren orange. Stimmt aber nicht. Wie ein ehedem unscheinbares Wurzelgemüse zu seinem knalligen Äußeren kam, erzählen wir hier.


 

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Früher war mehr Natur! Alles wuchs wild und frei, wie der Genpool es vorgesehen hatte. Es gab keine Bayers, Syngentas und Monsantos, die Ferkel oder Brokkoli patentieren ließen. Und Kinder glaubten noch nicht, dass Kühe lila sind. So weit, so wahr. Allerdings dachten Kinder auch zu Großmutters Zeiten schon, Möhren seien orange. Ein Irrtum! Karotten gibt es auch in den Farben weiß, gelb, rot und violett,
wie wir vom Wochenmarkt wissen, seit alte Sorten wieder modern sind.

Wilde Vorfahren der Gartenmöhre wurden möglicherweise schon vor 5000 Jahren in Asien kultiviert. Manche Forscher vermuten den Ursprung in Afghanistan, dem Iran, Irak oder Anatolien. Über Spanien und Italien soll die Doldenblütlerin nach Mittel- und Westeuropa gelangt sein. Eine Möhre in Orange wird erstmals 1721 schriftlich erwähnt – und zwar von niederländischen Gartenbauern, die große Karottenzüchter waren. In den Sandböden ihrer Heimat liegen die Wurzeln der orangen Rübe, die von gelben Sorten abstammen soll. Der Legende nach experimentierten königstreue Gärtner aus politischen Gründen mit der Farbskala: Sie wollten Wilhelm von Oranien (französisch: orange, niederländisch: oranje) für den Unabhängigkeitskampf gegen Spanien danken.

Bewiesen ist das ebenso wenig wie die Geschichte, dass Niederländer im Zweiten Weltkrieg zum Ehrentag der Königin mit royalen Rüben um die Häuser zogen. Vermutlich wäre es keinem Besatzer aufgefallen. Schließlich hatten die niederländischen Sorten „Horn“ und „Long Orange“ schon Jahrhunderte zuvor die Rübenzucht der Deutschen unterwandert. Der Name der Möhre geht auf althochdeutsche und slawische Ausdrücke für Wurzel zurück. Mit mehr als 600.000 Tonnen Erntemenge im Jahr ist sie in Deutschland Volksgemüse. Gut so. Denn sie ist die wichtigste heimische Karotinquelle. Der Farbstoff sorgt für einen gesunden Hautton, der Sonnencremes jedoch keineswegs überflüssig macht. Aus Beta-Karotin stellt der Körper Vitamin A her, das für das Sehvermögen wichtig ist. Außerdem enthalten Mohrrüben viele B-Vitamine, Vitamin C, Kalium, Kalzium und Eisen. Sie sind gut für das Immunsystem, wirken harntreibend und blutreinigend. Ihren milden Geschmack verdanken sie ihrem für ein Gemüse recht hohen Zuckergehalt, ätherischen Ölen und Fruchtsäuren.

Die zarten Möhrchen, die jetzt vom Feld kommen, haben eine so dünne Haut, dass man sie nicht schälen muss und roh knabbern kann. Der Körper kann Karotinoide allerdings besser verwerten, wenn Mohrrüben mit etwas Fett gegart werden. Sie sind eine der süßen, erdigen Grundlagen feiner Schmorküche und helfen, schwere Rotweinsoßen zu verfeinern. Die meisten Kinder lieben Möhrengemüse. Erwachsenen ist die Zuckerwurzel solo oft zu monoton.

„Karotten schätzen es, wenn man sie mit Familienmitgliedern zusammenbringt“, empfiehlt der britische Koch Nigel Slater – also mit anderen Doldenblütlern wie Kerbel, Koriander, Kreuzkümmel, Petersilie und Dill. Konsequent als Süßspeise behandeln die Schweizer Rübchen, wenn sie daraus schwere Torten (Rüeblichueche) zaubern – in der Tradition der Römer, die eine carota ebenfalls gerne mal als Dessert verzehrten.

Carota heißt „die Gebrannte“ und deutet auf ein ursprünglich feuerrotes Äußeres hin. Allerdings waren einige der in Asien kultivierten Karotten auch schon blau-blütig, bevor sie auf Holländer trafen, genauer gesagt – lila. Liebe Kinder, die Schokoladenonkels haben sich in der Spezies geirrt. Nicht die Kühe sind lila: It’s the carrot, stupid!

Neu frisch vom Feld gibt's die Karotte ab Juni, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

 

À la Saison

Schlangenmordende Schwarzwurzel

(Scorzonera hispanica)
Die Schwarzwurzel hieß noch im 17. Jahrhundert „Schlangenmord“ oder „Vipergras“. Tatsächlich ist sie eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel

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„Die Wurtzel“ sei „fleischig, saftig und voll Milch“ sowie „süß von Geschmacke, wann sie gesotten worden“, schrieb der französische Chemiker und Arzt Nicolas Lémery 1698 in ein Lexikon. Den Zeitgenossen mochte das gewagt erscheinen. War die Schwarzwurzel doch erst seit kurzem etwas zu Essen. Im Deutschen trug das neue Gemüse die Beinamen „Schlangenmord“ und „Vipergras“, die eher nach Hexenkessel als nach Eintopf klangen.

Schuld war der italienische Botaniker und Mediziner Pietro Andrea Mattioli, der die antike Heilpflanze 1544 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Der kaiserliche Leibarzt verwandte die Wurzel des Korbblütlers nicht nur gegen Wundfieber und Knochenbrüche, sondern auch „wider den Natterbiß“. Er taufte sie Scorzonera hispanica nach ihrem Herkunftsland Spanien und dem Namen einer schwarzen Giftschlange. Außerdem setzte er das Gewächs auch „wider die fallende Seuche, zu den Pocken und für die Pest“ ein, wie Lémery 150 Jahre
später notierte. Sie ist, kurzum, eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel.

„Proletenspargel“ oder „Spargel des armen Mannes“ heißt Mattiolis Zaubergemüse im Volksmund heute. Eine Delikatesse, die hierzulande – außer in Bayern – kaum groß--flächig angebaut wird. Wir importieren sie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, wo man offenbar weiß, was gut ist. In Wahrheit ist der im Inneren elfenbeinfarbene „Winterspargel“ dem Original überlegen, nicht nur was seine Länge von bis zu einem halben Meter angeht. Die kalzium-, eisen-, magnesium- und vitaminreiche Schwarzwurzel gibt es nicht nur mitten in der kalten Jahreszeit, sie ist auch robust, lagerfähig und wird nicht holzig.

Es ist richtig, dass ihre korkige Rinde beim Schälen ohne Handschuhe hässliche Flecken von großer Haltbarkeit in die Haut gerbt. Und es stimmt, dass ihr milchiger Saft klebt wie Pattex, wenn man sie – Tipp aus dem Kochbuch – erst nach dem Garen häutet. Und damit sie nicht braun anläuft, gehören etwas Zitrone und Milch ins Kochwasser. Ja, die Zubereitung der Scorzonera ist eine Zumutung. Genau das macht sie zur „alten Sorte“ und – einige Jahre nach ihrer nordamerikanischen Schwester Topinambur – zur zumindest unter Spitzenköchen wiederentdeckten Rarität.

Sei es, dass der Kopenhagener René Redzepi sie im Restaurant Noma mit Gotland-Trüffeln als Hors d’œuvre anrichtet, der spanische Molekularkoch Ferran Adrià sie zu Steinbutt serviert oder in einem Berner Grandhotel das Steak auf „seinem Bett von Schwarzwurzelragout“ kommt – sie harmoniert. Anders als der geltungssüchtige Spargel kann, aber muss sie kein Solo auf dem Teller spielen. Ganz gleich ob die Sorte „Hoffmanns Schwarzer Pfahl“, „Schwarzer Peter“ oder „Russischer Riese“ heißt – in der Schwarzwurzel verbindet sich das Beste (unbittere) des Spargels mit zarten Nussaromen und winterlicher Erdigkeit. Besonders gut schmeckt sie zu zerlassener Butter und gerösteten Semmelbröseln. Aber auch mit Béchamelsoße oder im Soufflé und selbst roh in den Salat geraspelt ist sie ein Genuss.

In Sachen Pest hat Mattioli die Wunderwurzel aber zweifellos überschätzt. Der Gelehrte starb 1577 am „Schwarzen Tod“ – und das vermutlich nicht, weil gerade keine Schwarzwurzel zur Hand war.

Neu frisch vom Feld gibt's die Schwarzwurzel ab Oktober, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Krautiger Kohlrabi

(Brassica oleracea var. gongylodes)
Ob das deutscheste aller Gemüse wirklich aus Deutschland kommt, liegt – ehrlich gesagt – im Dunkeln. Erfahren Sie mehr über dieses und weitere Geheimnisse aus der Kulturgeschichte des Kohlrabi.

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Es ist ein Irrtum, dass es sich beim deutschesten aller Gemüse um Weißkohl alias Sauerkraut handelt. Zwar hat die vergorene Spezialität den Deutschen in England den Spottnamen Krauts eingetragen, aber fragen Sie mal einen Russen, Ungarn, Japaner, Niederländer, Dänen, Schweden, Franzosen oder Briten, was Kohlrabi in seiner Sprache heißt. Die Antwort mag ka, karalábé, koolrabi, kaalrabi, kålrabbi, colrave oder kohlrabi lauten, phonetisch ist das Ergebnis das gleiche: Die Welt spricht Kohlrabi. Krautiger wird’s nimmer.

Ist es Begeisterung über den süßen, leicht nussigen, dezenten Kohlgeschmack, die Menschen zwischen Washington und Tokio veranlasst, die komisch klingende Knolle im Munde zu führen? Mitnichten. Nur das Wort, nicht das Gemüse kommt ihnen über die Lippen. Kohlrabi ist so deutsch, dass vor allem die Deutschen ihn essen. 40.000 Tonnen im Jahr wachsen hier, und weil das noch zu wenig ist, bauen auch die Niederlande, Polen und Frankreich den Kreuzblütler an – für den Export.

Im Gegensatz zu Weiß- oder Blumenkohl, bei denen Blätter oder Blütenstand verzehrt werden, verdickt sich beim Kohlrabi der untere Teil der oberirdischen Sprossachse und liegt grünweiß oder blauviolett auf der Erdkrume. Innen sind alle Kohlrabis hell. Die größte Sorte heißt „Superschmelz“ und kann – ohne holzig zu werden – zur Größe eines Kohlkopfs anwachsen. Und der einzige Speck, der auch Vegetariern schmeckt, dürfte „Blauer Speck“ sein.

In Wirklichkeit enthält Kohlrabi neben viel Wasser, etwas Zucker und Eiweiß nur 0,1 Prozent Fett. In Deutschland wurde die Knolle im 16. Jahrhundert erstmals erwähnt. Sie war ein Star der Barockküche – beispielsweise in Leipzig, wo sie dem Allerlei den letzten Schliff gab. Das Original hat übrigens nichts mit Erbsen-Möhren-Spargel-Dosenmatsch zu tun, sondern ist ein knackiger Genuss, der – serviert mit heller Soße und luftigen Semmelklößchen – auch Blumenkohl, Morcheln und Flusskrebsschwänze vereint.

Ein Festmahl, das noch nicht ganz vergessen war, als Kurt Tucholskys Alter Ego Peter Panter sich 1928 in einem Speiselokal über breiiges Gemüse beschwerte und die Bedienung antwortete: „Da müssen Sie mal zu meiner Mutter kommen, Herr Panter, die kocht Ihnen ein Leipziger Allerlei ...“ – „Liebe gnädige Frau, es ist so nett von Ihnen ... Aber alle Leute können doch nicht bei Ihrer Mama essen!“

Kohlrabi passt gut zu Rahmsoßen, die auch mal mit Safran oder Chili gewürzt sein dürfen. Am besten gart man ihn im Ganzen und schält und teilt ihn hinterher, damit Aroma und Nährstoffe besser erhalten bleiben: Selen, Senföle und viel Vitamin C stärken das Immunsystem. Roh harmoniert Kohlrabi mit Nüssen, Ziegenkäse, Lachs und Äpfeln. Sein Kraut gehört nicht in den Kompost, denn es enthält viele Mineralien, Karotin, B-Vitamine und Eiweiß. Die zarten Herzblätter schmecken gut in Salat und Suppe oder als Hauptgericht: In Südeuropa bereitet man aus ihrem Grün vegetarische Rouladen oder „Spinat“ zu.

Südeuropa?! Ob das vermeintlich deutsche Gemüse auch aus der Region stammt, in der es so gerne verspeist wird, liegt – um ehrlich zu sein – im Dunkeln. Es könnte genausogut ein Nachfahre des pompejanischen Kohls sein, den der Römer Plinius kurz nach der Zeitenwende beschrieb. Grimms Wörterbuch vermerkte im 19.Jahrhundert, der Begriff Kohlrabi sei „merkwürdig durch seine Gestalt, halb deutsch halb italienisch“. Klar ist: Italien spricht nicht kohlrabisch. Der inoffizielle Kulturbotschafter der Krauts heißt dort cavolo rapa, Kohlrübe.

Neu frisch aus dem Gewächshaus gibt's Kohlrabi ab April, frisch vom Feld im Mai.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen


In jeder Ausagebe des Greenpeace Magazins berichten wir über die Kulturgeschichte von Obst und Gemüse. Unsere neue Ausgabe erhalten Sie am Bahnhofskiosk, in unserem Warenhaus und für nur 33,50€ im Jahresabo

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Fr, 2015-07-31 16:45
München (dpa)

Zschäpes neuer Anwalt wollte schon als Schüler Jurist werden Von Christoph Lemmer, dpa

Erstmal ist der NSU-Prozess gerettet. Beate Zschäpe muss auch künftig mit ihren drei Anwälten Heer, Stahl und Sturm leben. Reden tut sie aber allein mit ihrem vierten Verteidiger, Mathias Grasel. Und der könnte seine eigenen Pläne haben.

München (dpa) - Man sollte ihn nicht unterschätzen, den neuen Anwalt von Beate Zschäpe. Mathias Grasel, der an diesem Freitag (31. Juli) 31 Jahre alt wurde, scheint ausgesprochen zielstrebig zu sein. In der Abiturzeitung des Jahres 2003 des Montfort-Gymnasiums in Tettnang am Bodensee schreibt er über sich: «Ich - in zehn Jahren: wenn alles gut läuft, erfolgreicher Jurist». Mit leichter Verspätung von zwei Jahren könnte er das geschafft haben. Mit seinem Mandat für die NSU-Angeklagte Zschäpe ist er jedenfalls einer der derzeit bekanntesten Juristen Deutschlands.

Und einer der schweigsamsten. An seinen bisher fünf Verhandlungstagen im Münchner NSU-Prozess meldete er sich bisher kaum zu Wort, Interviewwünsche schlägt er konsequent aus. Anders als seine Kollegen lässt er sich auch in Prozesspausen nicht vor dem Gerichtsgebäude blicken. Dort treffen sich häufig kleine Grüppchen aus Verteidigern, Nebenklägern, Staatsanwälten, Journalisten und Zuschauern zum Small Talk bei einer Zigarette. Nur einmal war er dort zu sehen, da aber eilte er einsam über den Vorplatz und entschwand. Grasel, immerhin so viel war ihm zu entlocken, ist ohnehin Nichtraucher.

Gesellschaft sucht er auch im Gerichtssaal nicht. Er redet allein mit seiner Mandantin und sehr selten ein paar kurze Worte mit seinen Mitverteidigern Wolfgang Heer, Wolfgang Stahl und Anja Sturm. Eine seiner Mitschülerinnen, die dpa-Journalistin Doreen Fiedler, erinnert sich an ihn als «Außenseiter» unter seinen «jungen linken» Mitschülern. Davon zeugt auch, was Klassenkameraden über ihn in der Abiturzeitung festhielten. Er sei ein «Paragraphenreiter» und «Mr. Aktenkoffer». Aber auch: «Kann ganz okay sein, wenn er will.» Gelobt wird er, weil er häufig Mitschüler in seinem Auto mitnahm.

Unter Anwaltskollegen gilt er als unbeschriebenes Blatt. Manches, was über ihn erzählt wird, klingt spöttisch. Da geht es etwa um das Schildwappen, das er sich für den Internetauftritt seiner Münchner Kanzlei gestaltet hat. Darauf ist ein Paragrafenzeichen zu sehen und seine Initialen M und G. Dazu passt, dass er gleich nach seinem zweiten juristischen Staatsexamen auf seiner Facebook-Seite postete: «So, mal wieder neue Maßanzüge und Hemden bestellt.»

Ist er ein «juristisches Leichtgewicht», wie manche seiner Anwaltskollegen meinen? Im NSU-Prozess hat er sich still und leise nach den wenigen Prozesstagen eine zentrale Rolle erkämpft, nicht in der Verhandlung, sondern aus dem Hintergrund. Grasel dürfte auch Zschäpes Feder führen, die zuletzt immer häufiger handschriftliche Briefe ans Gericht schickte. Von allein wäre sie wohl kaum darauf gekommen, ihren drei alten Verteidigern Verstöße «gegen Paragraph 43 a Abs. 2 BRAO und Paragraph 2 BORA» vorzuwerfen - also gegen die Bundesrechtsanwaltsordnung und die Berufsordnung der Rechtsanwälte.

All das zeigt Wirkung. Nach mehr als zwei Jahren und Kosten von geschätzt 33 Millionen Euro stand der NSU-Prozess nie so nahe vor dem Scheitern. Dass Grasel keinen Plan und keine Strategie habe, wie manche behaupten, könnte sich als Irrtum erweisen. Da er schweigt, kann das kein Außenstehender beurteilen. Es könnte ebenso gut sein, dass er künftig an den Stühlen von Heer, Stahl und Sturm sägt, was er nach Einschätzung einiger Beobachter jetzt schon tut.

Vielleicht ist ja das sein Plan: den NSU-Prozess aus den Angeln zu heben und alles noch einmal von vorn zu beginnen, diesmal von Anbeginn mit ihm, dem dann vielleicht umstrittenen, aber gewiss erfolgreichen Juristen.

Fr, 2015-07-31 16:48
Calais/London (dpa)

Fünf Gründe, warum Flüchtlinge nach Großbritannien wollen

Calais/London (dpa) - Warum riskieren Migranten am Eurotunnel ihr Leben, um nach Großbritannien einzureisen? «Für die meisten ist Großbritannien nicht das ersehnte Eldorado, sondern eine Entscheidung mangels Alternativen», resümiert die katholische Hilfsorganisation Secours Catholique. Eine Übersicht über die Motive:

ASYLKRISE IN FRANKREICH: Frankreichs Asylsystem wird heftig kritisiert. Die Bearbeitungszeiten sind lang und es gibt für weniger als die Hälfte der Asylbewerber Platz in Unterkünften. Deshalb sitzen selbst Asylsuchende mit gültigen Papieren auf der Straße. Viele stellen dort daher erst gar keinen Asylantrag.

WIRTSCHAFTLICHE LAGE: Die Länder Südeuropas, wo viele Flüchtlinge als erstes ankommen, leiden unter hoher Arbeitslosigkeit. Auch Frankreich meldet immer wieder Höchstwerte. In Großbritannien liegt die Arbeitslosenquote mit 5,4 Prozent nur gut halb so hoch wie auf der anderen Seite des Ärmelkanals. Migranten hoffen, dort leichter Arbeit zu finden. Das es kein Meldegesetz gibt, hoffen viele auch, leichter als anderswo untertauchen und schwarz arbeiten zu können.

ASYLBEDINGUNGEN IN GROSSBRITANNIEN: Im Vereinigten Königreich wurden im vergangenen Jahr ein höherer Anteil der Asylanträge genehmigt als in Deutschland und Frankreich. Allerdings schafften es auch viel weniger Asylsuchende ins Land. Hilfsorganisationen wie das Rote Kreuz betonen zudem, das britische Asylgesetz sei ebenso streng wie anderswo. Die Bearbeitungszeiten sind kürzer als in Frankreich.

SPRACHBARRIERE UND COMMUNITY: Vielen Flüchtlingen fällt es leichter, Englisch zu sprechen, als etwa Französisch zu lernen. Manche hoffen, dass Freunde, Familie oder Landsleute in Großbritannien ihnen helfen. In Ballungszentren wie London oder Birmingham gibt es bereits große afrikanische und arabische Gemeinschaften.

UNWISSEN: Viele Migranten kennen die Asylregeln in der EU nicht und wissen nicht, wo sie Unterstützung finden können. Viel läuft über Mund-zu-Mund-Propaganda: Bei zahlreichen Flüchtlingen, mit denen der Secours Catholique sprach, waren Empfehlungen anderer Migranten ausschlaggebend für den Wunsch, nach Großbritannien zu gelangen.

Fr, 2015-07-31 16:46
Kassel/Berlin (dpa)

Auch Wintershall will sich an Nord-Stream-Ausbau beteiligen

Kassel/Berlin (dpa) - Auch Deutschlands größter Gasförderer Wintershall will sich am milliardenschweren Ausbau der Pipeline Nord Stream durch die Ostsee beteiligen. Man habe eine Absichtserklärung hierzu unterschrieben, berichtete der Mutterkonzern BASF am Freitag in Ludwigshafen. Die Kasseler Tochter hatte in den vergangenen Wochen bereits Gespräche bestätigt - eine Entscheidung stand aber noch aus.

Zwei neue Pipeline-Stränge sollen russisches Gas nach Westeuropa liefern. Zuvor hatten neben dem Staatsmonopolisten Gazprom auch Eon, Shell und OMV aus Österreich ihre Beteiligung am Ausbau angekündigt.

«In Anbetracht des steigenden Gasbedarfs des vereinten Europas wird der Ausbau der Gastransport-Infrastruktur (...) einen Beitrag zur weiteren Verbesserung der sicheren Gasversorgung des europäischen Kontinents leisten», sagte Gazprom-Manager Alexander Medwedew laut Mitteilung. BASF-Vorstand Hans-Ulrich Engel sprach von einem «wichtigen Infrastrukturprojekt».

Wintershall ist stark in Russland engagiert. An den beiden seit 2012 betriebenen Nord-Stream-Leitungen ist das Kasseler Unternehmen mit 15,5 Prozent beteiligt. Während die Stabilität der Gasversorgung auch in Deutschland mit den zusätzlichen Pipelines zunehmen soll, könnte die Ukraine ihren Status als wichtiges Gas-Transitland einbüßen.

Fr, 2015-07-31 16:53
Brüssel (dpa)

Irak bekommt Nato-Unterstützung im Kampf gegen IS-Dschihadisten

Brüssel (dpa) - Der Irak bekommt von der Nato indirekte Unterstützung im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Vertreter der 28 Alliierten beschlossen am Freitag ein von der Regierung in Bagdad gewünschtes Trainingsprogramm zur Stärkung der irakischen Verteidigungsfähigkeiten. Es umfasst Beratung bei Reformen im Sicherheitssektor, aber auch die konkrete Aus- und Weiterbildung von Soldaten und Militärplanern. Die Trainingsprogramme sollen in den irakischen Nachbarländern Türkei und in Jordanien organisiert werden. Im Irak selber solle nicht ausgebildet werden, sagte ein Nato-Sprecher.

Während der Kämpfe zwischen irakischen Regierungstruppen und IS-Dschihadisten wurden im Irak seit Anfang 2014 nach UN-Angaben mindestens 15 000 Zivilisten getötet und 30 000 verletzt.

Fr, 2015-07-31 15:26
Washington (dpa)

Ölmultis leiden weiter: Shell, BP, Exxon und Co. bleiben unter Druck Von Hannes Breustedt, dpa

Die Energieriesen müssen die Hoffnung auf steigende Ölpreise erstmal wieder begraben. Die Branche kämpft mit Gewinneinbrüchen und reagiert mit drastischen Sparmaßnahmen. Für die Verbraucher hätte eine anhaltende Phase mit billigem Öl allerdings viele Vorteile.

Washington (dpa) - Die Leidenszeit für die großen Ölkonzerne hält an: Branchenschwergewichte wie Shell, BP, Exxon Mobil oder Chevron müssen wegen der anhaltend niedrigen Ölpreise kräftige Abstriche beim Gewinn machen. Massiver Stellenabbau und tiefe Einschnitte bei den Investitionen sind die Folge. Die Hoffnung auf einen Preisanstieg ist zuletzt wieder geschwunden, das zwingt die Multis, sich auf eine Ära des billigen Öls einzustellen. Was den Konzernen das Leben schwer macht, ist für Verbraucher allerdings eine gute Nachricht.

«Die Ölmultis bleiben weiterhin in Bedrängnis», sagt Fondsmanager und Branchenexperte Roberto Cominotto vom Vermögensverwalter GAM. Das hätten die Geschäftszahlen für das vergangene Quartal deutlich gezeigt. Nahezu alle Unternehmen, deren Erträge von der Entwicklung des Ölpreises abhängen - neben den großen Förderern auch Servicedienstleister wie Schlumberger, Baker Hughes, Halliburton oder ConocoPhillips - mussten deutlich gesunkene Einnahmen hinnehmen.

Und die Konzerne reagieren. So will der Energieriese Royal Dutch Shell im laufenden Jahr 6500 Arbeitsplätze abbauen, die Investitionen um sieben Milliarden Dollar verringern, und Unternehmenswerte in Milliardenhöhe verkaufen. Im zweiten Quartal war der Gewinn um über ein Drittel eingebrochen. «Es ist ein schwieriges Umfeld für die Industrie», sagte Shell-Chef Ben van Beurden. Der Konzern stelle sich nun auf eine noch längere Phase niedriger Ölpreise ein.

Beim US-Branchenprimus ExxonMobil sieht es ähnlich aus: Von April bis Juni stürzte der Überschuss um rund die Hälfte auf 4,2 Milliarden Dollar (3,8 Mrd Euro) ab, wie der gemessen am Börsenwert weltgrößte Ölkonzern am Freitag mitteilte. Es war das schwächste Ergebnis seit sechs Jahren. Der Umsatz sank um etwa ein Drittel auf 74,1 Milliarden Dollar. Fast zeitgleich meldete auch der US-Rivale Chevron heftige Einbrüche bei Gewinn und Umsatz. In den letzten zwölf Monaten hat sich Rohöl um etwa die Hälfte verbilligt - und ein rascher Anstieg ist nicht in Sicht.

Der Preis je Barrel (159 Liter) Rohöl der US-Referenzsorte WTI hatte in der ersten Jahreshälfte zwar leichte Erholungstendenzen gezeigt, zuletzt fiel er jedoch wieder unter die kritische Marke von 50 Dollar. In den USA gilt die Faustregel, dass die Produktionskosten der Branche im Schnitt bei etwa 60 Dollar liegen. Das bedeutet, dass beim derzeitigen Preisniveau große Teile der Industrie nicht profitabel wirtschaften können. Das betrifft allerdings weniger die großen Multis, die trotz Gewinneinbrüchen noch immer Milliarden verdienen.

Experte Cominotto würde momentan trotzdem nicht in die großen Ölkonzerne investieren und sieht die Branche im Dilemma: «Die Förderausgaben müssten eigentlich drastisch gekürzt werden - dies wiederum würde aber zu einem deutlichen Rückgang der Produktionsvolumen und damit zu Umsatz- und Ertragseinbußen führen.» Im Gegensatz zu den vielen kleinen Firmen, die sich in der Schieferöl-Industrie tummeln, jammern die Multis allerdings noch auf relativ hohem Niveau.

Viele Unternehmen der über Jahre boomenden Fracking-Industrie in den USA könnten den Ölpreisabsturz hingegen mit dem eigenen Kollaps bezahlen. Die von Analysten erwartete Pleitewelle in der stark verschuldeten und häufig über hochverzinste Anleihen finanzierten Branche blieb zwar bislang noch aus. Aber das könnte sich schnell ändern. Die Uhr tickt - Absicherungsgeschäfte gegen sinkende Ölpreise laufen aus, Anleihen werden fällig, neue Schulden teurer.

Während das billige Öl die Fördererer zunehmend in Schwierigkeiten bringt, ist es für die breite Bevölkerung und viele andere Unternehmen ein Segen. Je günstiger der Rohstoff, desto geringer sind die Produktionskosten in der Industrie. Verbraucher haben mehr Geld übrig, weil sie weniger für Benzin und Heizen ausgeben. Das hat sich in den vergangenen Monaten schon positiv ausgewirkt. Ein anhaltender Ölpreisrückgang kann deshalb wie ein andauerndes Konjunkturpaket wirken.

Fr, 2015-07-31 15:27
Washington (dpa)

Tötung von Löwe Cecil: Simbabwe fordert Auslieferung des Jägers

Die Kritik an einem Löwen-Jäger aus den USA reißt nicht ab. Simbabwe will ihn zur Verantwortung ziehen. Auch Stimmen für ein Verbot von Großwildjagden in Afrika mehren sich.

Washington (dpa) - Nach der weltweit kritisierten Tötung des berühmten Löwen Cecil in Simbabwe will das südostafrikanische Land die Auslieferung des Jägers aus den USA beantragen. Er müsse sich vor Gericht in Simbabwe dafür verantworten, mit dem Löwen eine «Ikone» erlegt zu haben, sagte Umweltministerin Oppah Muchinguri am Freitag in der Hauptstadt Harare. «Wir haben den Prozess für die Auslieferung bereits eingeleitet», sagte die Politikerin. Es gebe in Simbabwe viele wütende Reaktionen auf die Tötung Cecils. «Wir nehmen diese Angelegenheit sehr ernst», fügte Muchinguri hinzu.

Der im Bundesstaat Minnesota lebende Zahnarzt Walter Palmer hatte den 13 Jahre alten Löwen, der als eine Art Wahrzeichen eines Nationalparks im Nordwesten Simbabwes galt, Anfang Juli mit einem perfiden Trick aus dem Park gelockt und getötet. Palmer gab an, von der Illegalität nichts gewusst zu haben. Die Aktion löste unter Tierschützern, im Internet und bei Prominenten einen Sturm der Entrüstung aus.

Inzwischen unterzeichneten mehr als 160 000 Menschen eine an US-Außenminister John Kerry und Justizministerin Loretta Lynch gerichtete Petition, Palmer an die Behörden in Simbabwe auszuliefern. Um eine Antwort der US-Regierung zu erhalten, waren nur 100 000 Unterschriften nötig.

Ein örtlicher Jäger, der Palmer half, und der Besitzer des Grundstücks, auf dessen Land das Tier getötet wurde, müssen sich wegen Verdachts auf Wilderei vor Gericht verantworten.

Auch die USA haben Ermittlungen gegen Palmer aufgenommen. «Wir werden uns von den Fakten leiten lassen», teilte die Behörde für Fischerei und Tiere (UWFWS) auf Twitter mit. Sie forderte den Jäger auf, sich umgehend bei der Behörde zu melden.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) begrüßte diesen Schritt. «Ich bin bestürzt und traurig. Im Hwange-Nationalpark gilt ein Jagdverbot, was man auch nicht durch Tricks umgehen kann», sagte die Ministerin der «Bild»-Zeitung. «Daher ist es gut, dass die zuständigen Stellen rasch ein Ermittlungsverfahren eingeleitet haben.»

Unterdessen haben die Vereinten Nationen auf Initiative Deutschlands erstmals mit einer Resolution zum Kampf gegen Wilderei aufgerufen. Das Töten von Wildtieren und der illegale Handel mit ihnen müsse als «ernstes Verbrechen» behandelt werden, lautet die Forderung in dem am Donnerstag von der UN-Vollversammlung in New York verabschiedeten Papier.

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Fr, 2015-07-31 15:49
Bangui (dpa)

Amnesty: Christen zwingen Muslime in Zentralafrika zu konvertieren

Bangui (dpa) - Muslime in der Zentralafrikanischen Republik sind von christlichen Milizen dazu gezwungen worden, ihren Glauben aufzugeben oder sogar zum Christentum zu konvertieren. Dies geht aus einem Bericht der Menschenrechtsorganisation Amnesty International hervor, der am Freitag veröffentlicht wurde. Muslime, die im Westen des Landes in ihre mittlerweile von Christen kontrollierten Heimatgebiete zurückgekehrt seien, dürften oftmals nicht mehr öffentlich ihre Religion ausüben. Es habe auch Todesdrohungen gegeben, hieß es.

Das christlich geprägte Land versinkt im Chaos, seit muslimische Seleka-Rebellen im März 2013 kurzzeitig die Macht an sich gerissen hatten. Seither wütet ein blutiger Konflikt, der vor allem religiöse Hintergründe hat.

«Nachdem sie Zehntausende Muslime aus dem Westen Zentralafrikas vertrieben haben, unterdrücken die Anti-Balaka-Milizen jetzt die religiöse Identität Hunderter Muslime, die geblieben oder zurückgekehrt sind», sagte Amnesty-Expertin Joanne Mariner. In den betroffenen Gebieten seien so gut wie keine UN-Friedenstruppen im Einsatz, um die Bevölkerung zu schützen.

Die Muslime dürften weder beten noch ihre traditionelle Kleidung tragen, hieß es. Für den Bericht hatte Amnesty 12 Dörfer besucht und 85 Menschen interviewt. Insgesamt sind durch den Konflikt rund eine Million Menschen vertrieben worden.

Fr, 2015-07-31 15:32
Ramon (dpa)

Ölpreisverfall lässt Chevron-Gewinn massiv einbrechen

San Ramon (dpa) - Der Ölpreisverfall setzt Chevron weiter heftig zu. Im zweiten Quartal brach der Überschuss um 90 Prozent verglichen mit dem Vorjahreswert auf 571 Millionen Dollar (516 Mio Euro) ein, wie der gemessen am Börsenwert zweitgrößte US-Ölkonzern am Freitag mitteilte. Das Unternehmen hatte hohe Sonderkosten zu verkraften, weil die langfristigen Geschäftspläne aufgrund der Aussicht auf dauerhaft niedrige Ölpreise neu aufgestellt werden mussten.

«Die Quartalsergebnisse waren schwach, sie spiegeln den Ölpreisrückgang von fast 50 Prozent im Jahresvergleich», sagte Chevron-Chef John Watson. Der Umsatz sank um 30 Prozent auf 40,4 Milliarden Dollar. Am Markt kamen die Zahlen nicht gut an, obwohl die Erwartungen der Analysten beim Umsatz übertroffen wurden. Die Chevron-Aktie fiel vorbörslich zunächst um etwa 2,5 Prozent.

Fr, 2015-07-31 15:36
Conakry (dpa)

Größter Erfolg in der Ebola-Forschung: Impfstoff schützt zuverlässig

Fieberhaft forschten Wissenschaftler an Impfstoffen gegen das Ebola-Virus. Nun berichten sie von einem außerordentlichen Fortschritt. Kann die Epidemie in Westafrika damit besiegt werden?

Conakry (dpa) - Erstmals wirkt ein Ebola-Impfstoff nachweislich: In einer großen Studie in Guinea schützte das Mittel VSV-ZEBOV die Teilnehmer zuverlässig vor einer Ansteckung mit dem Virus. Geimpft wurden Menschen, die engen Kontakt zu Neuinfizierten hatten und als besonders gefährdet galten. Die Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Margaret Chan, sprach von einer «sehr vielversprechenden» Entwicklung. «Eine wirksame Impfung wird ein ganz wichtiges Mittel gegen laufende und zukünftige Ausbrüche von Ebola sein.»

In dem Feldversuch wurden über 4000 Teilnehmer geimpft. Sie erhielten den Impfstoff entweder, kurz nachdem bekanntwurde, dass ein ihnen nahestehender Mensch erkrankt war, oder aber erst mit einer Verzögerung von 21 Tagen. Die Studie ergab, dass der Impfstoff nach zehn Tagen zu 100 Prozent vor einer Ebola-Ansteckung schützt. Von jenen Teilnehmern, die erst mit dreiwöchiger Verzögerung geimpft wurden, erkrankten 16. Die Studie, an der auch die WHO und der US-Pharmakonzern Merck & Co beteiligt waren, wird im Fachblatt «The Lancet» vorgestellt.

Ein für Impfungen zuständiges WHO-Gremium sprach von einem akzeptablen Sicherheitsprofil. Es habe auch in vergangenen Versuchen mit VSV-ZEBOV bei einigen Geimpften Nebenwirkungen wie Fieber und Gelenkschmerzen gegeben, diese seien aber zu akzeptieren gewesen, bestätigte Prof. Stephan Becker von der Universität Marburg. Er war bereits an mehreren Ebola-Impfversuchen beteiligt, jedoch nicht an der neuen Studie.

«Das ist Guineas Geschenk an Westafrika und den Rest der Welt», erklärte der nationale Koordinator Guineas für die Bekämpfung Ebolas, Sakoba Keita. Allerdings kann der Einsatz des Impfstoffs nach Angaben der Studienautoren in Afrika problematisch sein, da das Mittel kalt gelagert werden muss.

Die Impfstudie erfolgte nach der sogenannten Ringmethode, die auch schon bei der Bekämpfung von Pocken erfolgreich eingesetzt wurde. Dabei wird jeder geimpft, der mit einem Infizierten mehr oder weniger engen Kontakt hatte. «Diese Strategie soll einen schützenden Ring um ein infiziertes Individuum errichten und weitere Ansteckungen verhindern», erklärt John-Arne Røttingen vom norwegischen Gesundheitsamt NIPH. Das Land hatte sich ebenso wie Kanada und Guinea an der Studie beteiligt.

«Dies könnte endlich das Ende der Ebola-Epidemie in Westafrika einleiten und auch in Zukunft für die Bekämpfung dieser Krankheit nützlich sein», sagte Ko-Autor Matthias Egger vom Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Bern (ISPM). Norwegens Außenminister Børge Brende jubelte: «Dieser neue Impfstoff könnte die Königswaffe gegen Ebola werden.»

«Ich finde das Ergebnis großartig. Ich bin wirklich heilfroh, dass das geklappt hat», lobte der Marburger Virologe Becker. «Es hatte keiner mehr zu hoffen gewagt, dass man bei diesem Ausbruch in Westafrika die Wirksamkeit eines Impfstoffes noch überzeugend beweisen kann.» Bisherige Versuche hätten mit Hilfe von Bluttests lediglich nachgewiesen, dass das Immunsystem auf die Impfung reagiert, «aber ob dies tatsächlich ausreicht, um einen Menschen sicher vor Ebola zu schützen, das konnte man erst jetzt zeigen».

Becker rechnet mit einer vergleichsweise schnellen Zulassung des Impfstoffs. «Ich glaube nicht, dass die US-Gesundheitsbehörde FDA angesichts des Erfolges noch große Hürden in den Weg legt.» Er gehe zudem davon aus, dass es genügend Impfstoff gebe, da ihn mehrere Pharmafirmen produziert hätten und noch einige Versuche mit dem Impfstoff liefen. «Man braucht ja jetzt keine zig-Millionen Dosen davon.» Der Impfstoff soll nach Angaben der Studienautoren nicht flächendeckend eingesetzt werden wie bei Masern oder Kinderlähmung, sondern nur bei Ebola-Ausbrüchen.

Trotz des Erfolges sind nach WHO-Angaben noch mehr Nachweise für den sicheren Schutz von größeren Gruppen nötig: Deshalb werde die Testphase noch weiterlaufen.

«Die Ergebnisse sind vielversprechend und wir sollten den Impfstoff für Risikogruppen unbedingt so bald wie möglich zur Verfügung stellen», schreibt die Organisation Ärzte ohne Grenzen, die im Rahmen der Studie den Impfstoff 1200 Menschen in Guinea gespritzt hatte, unter anderem auch medizinischen Helfern. Es bleibe jedoch unverzichtbar, Kontaktpersonen aufzuspüren sowie die Gesundheitsaufklärung und die Isolierung der Infizierten fortzusetzen.

Obwohl die Neuansteckungen in Guinea, Liberia und Sierra Leone seit Jahresbeginn stark zurückgegangen sind, ist das Virus noch nicht besiegt. Ein Erkrankter reicht, um die Epidemie wieder ausbrechen zu lassen. In den Ländern werden weiterhin einzelne Fälle nachgewiesen. In Westafrika wurden bereits mehr als 11 200 Ebola-Tote registriert, die meisten in den drei genannten Ländern.

Geht doch!

Drohnen als Förster

Unbemannte Flugkörper sollen pro Jahr weltweit eine Milliarde Bäume pflanzen

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Jährlich werden auf der Erde rund 26 Milliarden Bäume gefällt. Der ehemalige Nasa-Ingenieur Lauren Fletcher nimmt den Kampf gegen die globale Entwaldung auf. Um den Schwund wettzumachen, entwickelte seine in Oxford ansässige, gemeinnützige Firma Bio Carbon Engineering eine innovative Drohne. Diese scannt auch unzugängliche Gegenden, kartografiert baumlose Regionen und bestimmt die Bodenart. Zusammen mit Ökologen entscheidet das Unternehmen, welche Bäume wo gepflanzt werden. Dann wird der Flugkörper ein zweites Mal losgeschickt. Per Druckluft schießt er kleine Saatgut-Kapseln in den Boden. Die Kapseln sind biologisch abbaubar und schützen das keimende Saatgut in der ersten Zeit. „Der industriellen Waldvernichtung können wir nur mit industrieller Aufforstung begegnen“, ist Fletcher überzeugt. Das Projekt befindet sich in der Entwicklungsphase, erste Tests sind im Laufe des Jahres geplant. Obwohl dem britischen Start-up noch Investoren fehlen, hofft Fletcher, dass die Firma schon bald Regierungen für Aufforstungsprojekte begeistern und jedes Jahr eine Milliarde Bäume pflanzen kann.
biocarbonengineering.com

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Frankreich
Mit einem Ende Mai verabschiedeten Gesetz will die französische Nationalversammlung die Verschwendung von Lebensmitteln eindämmen: Große Supermärkte werden verpflichtet, überschüssige Produkte künftig an gemeinnützige Einrichtungen zu spenden. Für Menschen ungeeignete Reste können laut Beschluss des Parlaments auch kompostiert oder als Tierfutter verwendet werden. Dabei wandern in Frankreich pro Person und Jahr „nur“
bis zu 30 Kilogramm ungenutzt in den Müll. Hierzulande fallen pro Kopf und Jahr rund 82 Kilo Essensabfälle an.
 

Münster
Seit 1989 dürfen in Münster auf kommunalen Flächen der westfälischen Stadt keine Pestizide mehr eingesetzt werden. Sprießendes Unkraut wird mit Heißluftwalzen oder Wildkrautbürsten entfernt. Diese Verfahren sind zwar aufwendiger und teurer, aber giftfrei. Dank einer Beratung durch den BUND verzichten inzwischen etliche Kommunen auf Pestizide. Dem Vorreiter Münster folgten zum Beispiel Saarbrücken, Tübingen und Bielefeld.
bund.net/pestizidfrei

Berlin
Heimischen Dünger stellen die Berliner Wasserwerke her, indem sie Phosphat aus Klärschlamm zurückgewinnen. Der Wasserversorger verkauft das recycelte Düngemittel unter dem Namen „Berliner Pflanze“ an Landwirte. Das Verfahren haben sich die Ingenieure patentieren lassen. Es dürfte weltweit auf Nachfrage stoßen, denn die globalen Phosphatvorräte gehen zur Neige.
bwb.de/berlinerpflanze
 

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

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Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

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Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

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Styropor „To Go“

USA Mehr als 70 Städte verbieten aufgeschäumtes Plastik. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt den Kampf mit dem Müll auf.

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Ab Juli verbannt er Einwegbecher, -teller und andere Behältnisse aus Styropor. Auch Verpackungsfüllmaterial aus Schaumstoff darf dann nicht mehr verwendet werden. Laut Abfallbehörde hat sich eine Wiederverwertung ökologisch und ökonomisch als nicht sinnvoll erwiesen. Jedes Jahr hat die Müllabfuhr in der Metropole fast 30.000 Tonnen Abfall aus aufgeschäumtem Polystyrol eingesammelt, der Großteil stammt aus der Gastronomie. „Diese Produkte verursachen reale Umweltschäden“, sagt de Blasio. Sein Appell fruchtet auch bei Behörden: Ab Sommer sollen Styroporbehälter aus Schulkantinen verschwinden. Warum das Essen künftig auf kompostierbaren statt auf Keramiktellern serviert wird, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Schon mehr als 70 US-Städte, darunter Washington, San Francisco, Oakland und Seattle, haben sich vom Einwegplastik losgesagt. In Deutschland dagegen wird der biologisch nicht abbaubare Schaumstoff weiterhin großflächig eingesetzt: nicht nur für Fastfood-Verpackungen, sondern auch für die Wärmedämmung von Gebäuden.
Illustration: Christoph Niemann

Außerdem Interessant

Grenoble: Bäume statt Werbung
Die französische Alpenstadt will die erste werbefreie Stadt Europas werden: Der grüne Bürgermeister Éric Piolle hat alle Reklameverträge gekündigt. Wo bisher freie Sicht auf riesige Plakate herrschen musste, will er Bäume pflanzen lassen. Den Verzicht auf die optische Umweltverschmutzung lässt sich die Stadt jährlich 150.000 Euro kosten – so viel hat Grenoble bisher durch vermietete Werbeflächen pro Jahr eingenommen. Bislang verbietet nur eine Stadt Werbung im öffentlichen Raum: São Paulo in Brasilien, und das schon seit 2010.

Frankreich: Zu schnell kaputt
Mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe will Frankreich eingebaute Fehler, die zum vorzeitigen Verschleiß von langlebigen Verbrauchsgütern führen, als Betrug ahnden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist auf dem Weg. Niedersachsen will solche Art der Verbrauchertäuschung auch nicht hinnehmen. Landesverbraucherschutzminister Christian Meyer erwägt eine Verlängerung der Garantie bei bestimmten Produkten.

Hamburg: Steckdose für Cruiser
Die Bewohner des Elbufers können ein wenig aufatmen: Im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe werden ab diesem Sommer mit erneuerbarem Landstrom versorgt und können die luftverpestenden Dieselmotoren abstellen. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern, dass in Zukunft auch Containerschiffe zum Anschluss an den sauberen Landstrom verpflichtet werden.
 

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Fr, 2015-07-31 15:44
München/Berlin (dpa)

Asylbewerber-Zahl steigt im Juli auf Rekordhoch

Ein «Allzeitrekord» bei den Asylbewerber-Zahlen - und gleichzeitig der enorme Bearbeitungsstau bei den Asylanträgen: Zwei Seiten einer Medaille in der deutschen Flüchtlingsdebatte.

München/Berlin (dpa) - Im Juli sind so viele Asylbewerber nach Deutschland gelangt wie noch nie zuvor in einem Monat. Derzeit kämen sehr viele Asylbewerber aus den Kriegs- und Krisenregionen in Syrien, im Irak und in Afghanistan, sagte der Präsident des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF), Manfred Schmidt. Er sprach am Freitag in München von einem «Allzeitrekord». Mit 79 000 Menschen habe es im Juli «den höchsten Zugang aller Zeiten» gegeben, betonte auch Bayerns Sozialministerin Emilia Müller (CSU). Ende August will das Bundesamt seine Prognose für 2015 aktualisieren. Bisher rechnet Schmidt in diesem Jahr mit 450 000 Asylbewerbern.

Erste Priorität für den BAMF-Chef hat die beschleunigte «Rückführung» von Aylbewerbern aus Südosteuropa, möglichst innerhalb von vier bis sechs Wochen nach der Ankunft. «Wir werden uns im ersten Schritt auf Albanien konzentrieren.» Innerhalb weniger Wochen habe es «über 30 000 Zugänge allein aus Albanien mit einer Schutzquote von nur 0,1 Prozent» gegeben. Momentan seien 209 000 Asylanträge in Bearbeitung, sagte Schmidt. Davon seien 94 000 vom Balkan und 40 000 aus Syrien.

Nach Einschätzung des Migrationsforschers Dietrich Thränhardt sind ineffiziente Strukturen im deutschen Asylsystem der Grund für den enormen Stau bei der Bearbeitung von Asylanträgen. Das BAMF schiebe eine immense Bugwelle unerledigter Anträge vor sich her, sagte Thränhardt der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Im europäischen Vergleich liege Deutschland hier weit an der Spitze, und eine Besserung sei nicht in Sicht. Neben einem Mangel an «Entscheidern» in der Behörde sieht Thränhardt vor allem den großen Verwaltungsaufwand für sogenannte Widerrufsprüfungen und «Dublin»-Fälle als Ursache.

Im ersten Halbjahr stellten fast 180 000 Menschen einen Asylantrag in Deutschland. Die Zahl der unbearbeiteten Anträge war Ende Juni doppelt so hoch wie ein Jahr zuvor. «In der Bundesrepublik gibt es so viele unerledigte Anträge wie in allen anderen EU-Ländern zusammen», sagte Thränhardt. Der Berg wachse seit 2008 ununterbrochen an. Das Problem habe seinen Ursprung also vor dem rasanten Anstieg der Flüchtlingszahlen.

In einem Gutachten für die Informationsplattform Mediendienst Integration schreibt der Wissenschaftler, sehr viel Aufwand für das Bundesamt verursachten bisher die Widerrufs-Prüfverfahren: Hat ein Asylantrag Erfolg, bekommen die Betroffenen eine Aufenthaltserlaubnis für bis zu drei Jahre. Danach muss das Bundesamt überprüfen und entscheiden, ob der Asylstatus erhalten bleibt - oder eben widerrufen wird. Dieses Vorgehen gebe es nur in Deutschland, sagte Thränhardt. Der Nutzen sei jedoch fraglich, weil es nur in den wenigsten Fällen zum Widerruf des Flüchtlingsstatus komme. Im Vorjahr habe die Behörde rund 16 000 solche Verfahren eingeleitet, von denen weniger als 5 Prozent zum Widerruf geführt hätten.

Durch eine Gesetzesänderung zum 1. August soll sich die Zahl dieser Einzelfallprüfungen laut BAMF deutlich verringern. Schmidt nannte die Neuerung eine wesentliche Entlastung.

Eine andere Belastung für die Behörde sind laut Thränhardt aber auch die sogenannten Dublin-Fälle. Viele Menschen, die in Deutschland einen Asylantrag stellen, sind über einen anderen EU-Staat nach Europa eingereist und müssen laut Dublin-Verordnung eigentlich dorthin zurück. Im vergangenen Jahr traf das auf etwa jeden fünften Asyl-Erstantrag zu. Nur in 14 Prozent der Fälle wurden Asylbewerber aber tatsächlich in ein anderes Land überstellt. Zum Teil gehen andere Staaten schlicht nicht auf solche «Übernahmeersuchen» ein.

Angesichts der Stimmungsmache gegen Flüchtlinge in Deutschland warnt der Verfassungsschutz vor rechtsextremistischen Anschlägen. «Die Lage hat sich in den vergangenen Wochen zugespitzt», sagte Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen dem Magazin «Focus». «Wir schließen nicht mehr aus, dass Rechtsextremisten gezielt Anschläge auf bewohnte Flüchtlingsunterkünfte verüben, bei denen es auch zu Opfern kommen könnte.» Die mehr als 200 Straftaten gegen Flüchtlingsheime allein im ersten Halbjahr zeigten, wie sehr sich die fremdenfeindliche Stimmung in Teilen der Bevölkerung aufgeheizt habe.

Fr, 2015-07-31 14:56
Warschau (dpa)

Polen erwartet trotz russischer Einfuhrverbote Agrar-Rekordverkauf

Warschau (dpa) - Trotz des vor einem Jahr verhängten russischen Einfuhrverbots für Obst und andere Lebensmittel rechnet der polnische Landwirtschaftsminister Marek Sawicki für dieses Jahr mit Rekordwerten beim Verkauf von Lebensmitteln. Allein von Januar bis Mai seien landwirtschaftliche Produkte im Wert von 9,3 Milliarden Euro exportiert worden, sagte er am Freitag in Warschau. Das sei ein Zuwachs um 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bis Jahresende könne der Wert der Agrar-Exporte bei 25 Milliarden Euro liegen.

«Das russische Embargo führte zu einer deutlichen Preisminderung auf dem heimischen, dem europäischen und internationalen Märkten», sagte Sawicki. Durch Erschließung neuer Märkte etwa in Asien und im Nahen Osten sei das Handelsvolumen jedoch deutlich gesteigert worden.

Fr, 2015-07-31 15:20
Ankara (dpa) 

Türkische Staatsanwaltschaft weitet Ermittlungen gegen HDP aus

Nach der Aufkündigung des Friedensprozesses mit der kurdischen PKK durch Präsident Erdogan geht die türkische Justiz verstärkt gegen die kurdische Opposition vor. Nicht nur gegen HDP-Chef Demirtas wird ermittelt. Analysten sprechen von einem verdächtigen Timing.

Ankara (dpa) - Die Staatsanwaltschaft in der Türkei weitet ihre Ermittlungen gegen die pro-kurdische Oppositionspartei HDP aus. Nach HDP-Chef Selahattin Demirtas droht nun auch der Ko-Vorsitzenden Figen Yuksekdag ein Prozess. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, Propaganda für die kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) und damit für eine «Terrorgruppe» gemacht zu haben, wie die regierungsnahe Nachrichtenagentur Anadolu am Freitag berichtete. Demirtas wies im ZDF und im Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» Vorwürfe zurück, er habe zu bewaffneten Protesten angestachelt. Auch gegen weitere HDP-Mitglieder soll ermittelt werden.

Die HDP hatte bei den Parlamentswahlen im Juni aus dem Stand gut 13 Prozent erreicht und der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP damit entscheidende Stimmen für die absolute Mehrheit abgejagt. Staatschef und AKP-Mitbegründer Recep Tayyip Erdogan drohte jüngst führenden HDP-Politikern mit strafrechtlicher Verfolgung.

«Das Timing zeigt, dass die Vorwürfe politisch motiviert sind und dass die Türkei ganz klar keine unabhängige Justiz hat», sagte der Wissenschaftler Gareth Jenkins vom Silk Road Studies Program der Deutschen Presse-Agentur in Istanbul. Die HDP wirft der AKP angesichts schwieriger Koalitionsgespräche vor, Neuwahlen und die Alleinregierung anzustreben.

Die kurdischen Volksschutzeinheiten YPG bekämpfen die Terrormiliz IS in Syrien und sind damit Verbündete der USA. Die Führung in Ankara befürchtet die Gründung eines Kurdenstaats, der die Unabhängigkeitsbestrebungen der Kurden in der Türkei beflügeln könnte. Nach Terroranschlägen mit Dutzenden Toten in der vergangenen Woche fliegt die Türkei Luftangriffe auf Stellungen des IS und der PKK. Sowohl die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK als auch Erdogan erklärten den 2013 gestarteten Friedensprozess für beendet.

Missbilligend äußerte sich Semirtas im «Spiegel» über die Haltung der USA zu den Bombardements auf PKK-Stellungen. «Ich kritisiere die USA dafür, dass sie die türkischen Luftangriffe auf die PKK in den Kandil-Bergen im Nordirak zugelassen haben, nur damit die Türkei ihnen die Nutzung des Luftwaffenstützpunktes Incirlik im Kampf gegen den IS erlaubt.»

Im ZDF-«heute-journal» sagte Semirtas, die HDP habe zur PKK überhaupt keine Beziehungen. Die HDP bekomme «von niemandem Anweisungen, ... auch nicht von der PKK». Die internationale Gemeinschaft müsse darauf dringen, dass «sich die Türkei mit der PKK wieder an den Verhandlungstisch setzt». Sollte es zur Anklage kommen, drohen Demirtas 24 Jahre Haft.

Der Präsident des autonomen Gebiets Kurdistan im Nordirak, Massud Barsani, macht die PKK mitverantwortlich für das Ende des Aussöhnungsprozesses in der Türkei. «Dass der Friedensprozess zwischen Türken und Kurden bedroht ist, liegt nicht nur am türkischen Präsidenten Erdogan, sondern auch an Hardlinern bei der PKK, die keinen Frieden wollen», sagte er dem Magazin «Focus».

Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Hans-Peter Bartels, stellt den Bundeswehreinsatz in der Türkei trotz aller Spannungen nicht infrage. «Die Gründe für den Einsatz bestehen fort», sagte Bartels in Flensburg. «Die Umstände haben sich geändert.» Am Donnerstag waren verschärfte Sicherheitsvorkehrungen für die in der Türkei stationierte deutsche Patriot-Einheit bekanntgeworden.

Bei einem Angriff kurdischer Aufständischer auf ein Polizeirevier in Adana im Süden der Türkei wurden am Freitag zwei Rebellen und zwei Polizisten getötet, wie die Nachrichtenagentur Dogan berichtete.

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
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Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

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*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 5.12

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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"Ich hab's nicht so mit Broteschmieren."

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“

Erschienen in Ausgabe 3.12

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Erschienen in Ausgabe 2.12

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Erschienen in Ausgabe 1.12

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

Erschienen in Ausgabe 6.11

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Immer noch - umweltschädlicher Becher Becher wird künftig vielleicht recycelt. ActiIrreführus - bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

Erschienen in Ausgabe 5.11

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Tödlich.  Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord. Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

Erschienen in Ausgabe 4.11
 

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate "ausgesetzt". Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit "ausgesetzter" Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

Erschienen in Ausgabe 3.11
 

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU.  Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen.  Erpresso Die Leere des Portemonnaies

Erschienen in Ausgabe 2.11
 

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Schaurige Leistung. Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten. Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich. VW Das Böse.

Erschienen in Ausgabe 1.11

 

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Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

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Wir fördern Gier und Pfusch. Statt Alternativen. Seit Jahren basteln wir fleißig an unserem grünen Image. Doch anstatt konsequent auf erneuerbare Energien zu setzen, plündern wir die letzten Ölreserven unseres Planeten – zum Beispiel im Golf von Mexiko. Ohne Skrupel. Ohne Rücksicht auf Verluste. Und ohne Plan B, falls was schiefgeht – wie jetzt. bp big problems

Erschienen in Ausgabe 4.10

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