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Di, 2016-07-26 07:51
Philadelphia (dpa)

Demi Lovato spricht vor Demokraten über psychische Erkrankungen

Philadelphia (dpa) - Die US-Sängerin und Schauspielerin Demi Lovato (23) hat auf dem Nominierungsparteitag der Demokraten offen über ihre psychischen Probleme geredet. «Wie Millionen von Amerikanern auch lebe ich mit einer psychischen Erkrankung. Aber ich habe Glück. Ich hatte die Mittel und die Unterstützung, um mich in einer Topeinrichtung behandeln zu lassen», sagte Lovato bei ihrer Rede in Philadelphia. Zu viele Amerikaner bekämen dagegen keine Hilfe. «Weil sie Angst vor Stigmatisierung haben oder sich die Behandlung nicht leisten können.»

Es gehe nicht um Politik, sondern darum, das Richtige zu tun. «Ich stehe hier heute als Beweis dafür, dass man ein normales und selbstständiges Leben mit einer psychischen Erkrankung führen kann.» Die 23-Jährige rief dazu auf, Hillary Clinton zur US-Präsidentin zu wählen. Denn sie würde sich dafür einsetzen, dass psychisch Kranke die Versorgung bekämen, die sie bräuchten.

2010 hatte sich der damals 18-jährige Teeniestar («Camp Rock») unter anderem wegen Essstörungen behandeln lassen. Später erklärte Lovato, sie leide unter einer bipolaren Störung. Seitdem spricht sie immer wieder offen über ihre Erkrankung.

Lovato, die auf dem Parteitag auch ihren Song «Confident» sang, war eine von mehreren Prominenten, die sich in Philadelphia für Clinton aussprachen. Auch die Schauspielerin Eva Longoria (41) und die Komikerin Sarah Silverman (45) hielten Reden. 

Di, 2016-07-26 08:00
Istanbul (dpa) 

Bericht: Regierungskritische Journalistin in der Türkei festgenommen

Istanbul (dpa) - Nach dem Putschversuch in der Türkei ist die prominente regierungskritische Journalistin Nazli Ilicak einem Medienbericht zufolge festgenommen worden. Die Polizei habe Ilicak am Dienstagmorgen im Ferienort Bodrum an der Ägäisküste in Gewahrsam genommen, meldete die Nachrichtenagentur DHA. Ilicak gehört zu 42 Journalisten, deren Festnahme die Staatsanwaltschaft in Istanbul am Montag im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen Medien aus dem Netzwerk des Predigers Fethullah Gülen angeordnet hatte. Die Regierung macht Gülen für den Putschversuch verantwortlich.

Ilicak war Ende 2013 von der regierungsnahen Zeitung «Sabah» entlassen worden, als sie im Rahmen von Korruptionsermittlungen den Rücktritt mehrerer Minister der Regierungspartei AKP forderte. Die Regierung hält die damaligen Korruptionsermittlungen für ein Gülen-Komplott. Ilicak hatte unter anderem auch für die Zeitung «Bugün» geschrieben, die den Gülen-Medien zugerechnet wurde. Die Regierung hatte «Bugün» im vergangenen Jahr unter Zwangsverwaltung gestellt, auf AKP-Kurs gezwungen und später geschlossen.

Seit dem Putschversuch sind mehr als 13 000 Menschen in der Türkei festgenommen worden. Zehntausende Staatsbedienstete wurden suspendiert. Das harte Vorgehen der Regierung hat Kritik aus der EU ausgelöst, die die Türkei zurückweist.

Di, 2016-07-26 07:21
Singapur (dpa)

Ölpreise legen etwas zu

Singapur (dpa) - Die Ölpreise sind am Dienstag leicht gestiegen. Am Morgen konnten die Notierungen etwas zulegen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im September kostete 44,91 US-Dollar. Das waren 19 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um zehn Cent auf 43,23 Dollar.

Händler erklärten den leichten Anstieg der Ölpreise mit der Aussicht auf einen weiteren Rückgang der Ölreserven in den USA. Am Abend wird das private American Petroleum Institut (API) neue Daten zu den Lagerbeständen an Rohöl in den USA veröffentlichen, bevor die US-Regierung die offiziellen Kennzahlen am Mittwoch veröffentlichen wird. Experten gehen davon aus, dass die Ölreserven die zehnte Woche in Folge gesunken sind. Dies ist ein Hinweis für ein geringeres Angebot oder eine stärkere Nachfrage nach Rohöl und stützt die Preise.

Di, 2016-07-26 07:15
Dhabi/Basel (dpa)

Mit der Sonne um die Erde - Schweizer Flugpioniere am Ziel Von Thomas Burmeister, dpa

Die Zukunft ist sauber, sie gehört den erneuerbaren Energien. Davon sind die Schweizer Flugpioniere Piccard und Borschberg überzeugt. Ihr grandioser Sonnenkraftflug um die Erde gibt Umweltschützern Auftrieb.

Abu Dhabi/Basel (dpa) - Ein Traum geht in Erfüllung. Die 17. und letzte Etappe einer der größten fliegerischen Pionierleistungen ist beendet. Am Dienstag landete das Experimentierflug «Solar Impulse 2» von Kairo kommend in Abu Dhabi - wie immer ohne einen einzigen Tropfen Kerosin, angetrieben von Elektromotoren, deren Energiequelle allein die Sonne ist. In der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate am Persischen Golf hatte die große Mission der beiden Schweizer Forscher und Piloten Bertrand Piccard und André Borschberg im März 2015 begonnen.

Ging es vor allem ums Abenteuer oder was war Sinn und Zweck?

Das Abenteuer kam zwar nicht zu kurz. Man denke nur an die tage- und nächtelangen Ozeanüberflüge. Im Vordergrund stand aber die Vision von einer Welt, die aufhört, ihre eigenen Ressourcen zu verschlingen und auf erneuerbare Energien setzt. «Wir könnten auch am Boden die gleichen Technologien einsetzen, um den weltweiten Energieverbrauch zu halbieren, die natürlichen Ressourcen zu schonen und unsere Lebensqualität zu verbessern», erklärten Piccard und Borschberg. Ihr «Solar Impulse»-Projekt haben sie mit der Umweltkampagne «Die Zukunft ist sauber» verbunden.

Wie funktioniert der Sonnenflieger?

Angetrieben wird das aus Karbonfasern gebaute 2,3 Tonnen schwere Flugzeug von vier Elektropropellern. Die beziehen ihre Energie aus 17 248 Solarzellen. Damit die Maschine nicht in der Dunkelheit vom Himmel fällt, wird Sonnenenergie in Batterien gespeichert. Viele technische Komponenten wurden in der zwölfjährigen Vorbereitungsphase eigens für diese Maschine entwickelt und gebaut. Der Flieger hat eine Spannweite von 72 Metern, also mehr als ein Jumbo Jet.

Sind diese Innovationen in anderen Bereichen nutzbar?

Mehrere Unternehmen - vor allem die Sponsoren von «Solar Impulse 2» - wollen sie serienreif machen. So sind die Solarzellen auf den Tragflächen extrem dünn und flexibel, so dass sie auch an gekrümmten Oberflächen verwendet werden können. Bei den effizienten Batterien und Elektromotoren gibt es Wechselwirkungen mit der Forschung für Elektro-Autos. Die sehr leichten Kunststofffenster des Fliegers aus Polycarbonat könnten helfen, das Gewicht von Autos - und damit den Kraftstoffverbrauch - zu verringern. Die Liste interessanter Ideen und Lösungen ist weit länger.

Wann wird es die ersten Sonnenkraft-Passagiermaschinen geben?

Bestimmt nicht in diesem Jahrhundert, vielleicht nie. Alle Experten - auch Piccard und Borschberg - sind sich einig, dass angesichts der geringen Antriebsleistung und Fluggeschwindigkeit, die mit Solarenergie erreichbar ist, damit keine größeren Maschinen in die Luft gebracht werden können. Das war auch nie die Absicht. Dass aber eines Tages Passagierflugzeuge mit Elektromotoren unterwegs sein könnten, hat auch «Solar Impulse 2» bestätigt.

Und wie würde das dann funktionieren?

Die Energiequelle für E-Flugzeuge würde nicht die Sonne sein, sondern zum Beispiel ein Hybrid aus Wasserstoffbrennzellen und Hochleistungsbatterien. Daran wird in mehreren Ländern gearbeitet. Vielversprechend erscheint der Elektro-Flieger «HY4», der im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt wird. Der Prototyp soll Ende September mit einem Piloten und drei Passagieren von Stuttgart aus zum Jungfernflug starten. DLR-Experten gehen davon aus, dass 20-sitzige Passagiermaschinen mit Wasserstoffbrennzellen in 15 Jahren und 70-Sitzer in 20 Jahren unterwegs sein könnten.

Di, 2016-07-26 08:00
Berlin (dpa)

Kinder mit Kalaschnikows: Was tun gegen Terror-Propaganda im Netz? Von Jenny Tobien, dpa

Besonders junge Menschen sind für islamistische Propaganda im Netz empfänglich. Experten schlagen Alarm. Und die Politik fordert mehr Verantwortung seitens der Plattformen. Aber das ist gar nicht so einfach.

Berlin (dpa) - Grausame Hinrichtungen und Kinder mit Kalaschnikows - mit drastischen Bildern versuchen Islamisten über das Internet Kämpfer für den «Heiligen Krieg» zu rekrutieren. Angesichts der Anschläge von Nizza, Würzburg und Ansbach will die Politik massiver gegen Propaganda im Netz vorgehen. Aber wie kann man die Hetze wirksam eindämmen? Mit welchen Strategien gehen die Dschihadisten vor? Und auf welche Kanäle verlagert sich der Islamismus im Internet?

Tatsache ist, dass Experten in den vergangenen Jahren eine klare Zunahme der Online-Hetze registrieren. «Es wird immer mehr und immer brutaler», sagt Patrick Frankenberger von der länderübergreifenden Stelle jugendschutz.net. «Das hängt mit der Eskalation des Syrienkonflikts und dem Auftreten des Islamischen Staats und dessen Propaganda zusammen.» Dieser setze auf harte Gewaltvideos, die es in dieser Form und vor allem in dieser Menge vorher nicht gegeben habe.

Der 36-Jährige ist Leiter des Projekts «Islamismus im Internet». Mit seinem Team durchsucht er von Mainz aus deutschsprachige Seiten nach islamistischer Propaganda: Die Mittel - also die Bildsprache, die Symbolik oder das Narrative - seien weltweit sehr ähnlich, erklärt er. «Es geht immer um das gemeinsame Bündnis gegen Ungläubige.»

Eine zentrale Rolle spielen dem Experten zufolge Kinder. Sie würden einerseits als Opfer präsentiert, indem Bilder toter Kinder gezeigt werden. «Je grausamer, desto effektiver. Das schürt Rachegelüste und stachelt an.» Auf der anderen Seite werden Kindersoldaten im militärischen Training gezeigt. «Damit wird demonstriert: Es wird ein lange Kampf, die nächste Generation steht bereit», erklärt er.

Zudem steige der Druck auf ältere radikalisierte Jugendliche, die Jüngere kämpfen sähen und vermittelt bekämen: «Und ihr? Was sitzt ihr noch zu Hause rum?» Extrem brutale Videos oder Bilder würden zwar auch viele abschrecken. «Aber wenn nur ein minimaler Prozentsatz der Rezipienten darauf anspringt, ist das schon extrem gefährlich.»

«Die Propaganda dschihadistischer Gruppen im Internet zeigt immer mehr Wirkung und kann zu spontanen Tathandlungen mit verheerenden Folgen führen», warnte auch das Bundeskriminalamt. Angesichts des Attentats in Nizza mit 84 Totem, der Axt-Attacke eines Flüchtlings in der Nähe von Würzburg und dem Selbstmordattentat in Ansbach bekräftigten Politik und Ermittlungsbehörden erneut, massiver gegen die Propaganda im Netz vorgehen zu wollen.

«Ich finde es nicht zu viel verlangt, dass Hass-Mails, Anleitungen zum Bombenbauen und Ähnliches schneller aus dem Netz verschwinden», erklärte Innenminister Thomas de Maizière bereits in der vergangenen Woche. Der Staat wolle keine Zensur üben. Die Bekämpfung und Vorbeugung von Straftaten müsse aber auch im Internet möglich sein.

Der CSU-Innenpolitiker Hans-Peter Uhl fordert, die Regierung müsse noch vor der Bundestagswahl aktiv zu werden, um zumindest die anonyme Beschaffung von Waffen und Rauschgift entscheidend zu erschweren, wie er den Zeitungen des Redaktions-Netzwerks Deutschland sagte. Der Münchner Amokläufer hatte sich eine Pistole im sogenannten Darknet besorgt, einem abgelegenen Teil des Netzes.

Die Bundesregierung setzt in ihrem Maßnahmenpaket zur Terrorbekämpfung schon seit einigen Monaten auf eine «freiwillige Selbstverpflichtung der Unternehmen der Internetwirtschaft, zum selbstständigen und aktiven Vorgehen gegen terroristische Propaganda auf ihren Netzwerken». Zudem wird eine europarechtliche Verschärfung der Haftung der Host-Provider für Inhalte geprüft.

Das Problem momentan ist, dass Online-Dienste in der Regel erst tätig werden, wenn sie auf illegale Inhalte auf ihrer Plattform hingewiesen oder von Behörden um Hilfe ersucht werden. Eine Verpflichtung, proaktiv nach Rechtsverstößen zu suchen, würde eine ganz neue Situation schaffen und wird von vielen Netzaktivisten abgelehnt.

Für Frankenberger läuft die Zusammenarbeit mit den gängigen Online-Plattformen recht gut. «Wenn wir bei YouTube und Facebook Verstöße melden, verschwinden die gefährdenden Inhalte meist innerhalb von einem Tag», sagt er. Der Zeitfaktor spiele eine enorme Rolle: «Gerade aus der Perspektive des Jugendschutzes ist uns natürlich ganz stark daran gelegen, dass Propaganda rasch gefunden und gelöscht wird und sich nicht verbreitet.»

Doch die Dschihadisten finden immer neue Mittel und Wege. Twitter sei nach wie vor ein wichtiges Tool. Jedoch wichen sie verstärkt auf Messengerdienste wie WhatsApp und Telegram aus, sagt Frankenberger. «Die Rezipienten werden direkt auf dem Smartphone erreicht. In geschlossene WhatsApp-Gruppen kommen wir aber nicht rein.»

Laut Frankenberger spielen bei der Propaganda Emotion und Ästhetik eine große Rolle: «Angesichts der Flüchtigkeit der Sozialen Medien und der Zeitknappheit der User, muss die Propaganda schnell wirken - das wird durch Emotionalität erreicht.» Zudem setzten die Macher der Videos auf eine «hollywoodartige Ästhetik»: «Die in Szene gesetzte Gewalt erinnert an Serien wie «Games of Thrones», in denen ja auch geköpft wird.»

Neben den sehr brutalen Inhalten nutzen die Islamisten aber auch subtilere Elemente, um die jungen Menschen abzuholen. Dabei bedienten sie sich alltäglicher Mitteln der Jugendkultur, etwa aus den Bereichen Hip-Hop oder Gaming. «Damit wollen sie Interesse wecken und die Jugendlichen schrittweise empfänglich machen für die Ideologie.»

Ist der Kampf gegen den Islamismus im Netz für ihn denn ein Fass ohne Boden? «Schwer zu sagen. Es ist - vor allem global betrachtet - extrem viel, was sich da im Netz abspielt», sagt Frankenberger. «Für uns ist es schon ein Erfolg, wenn brisante Inhalte zügig gelöscht werden. Aber ganz beseitigen wird man die Propaganda sicher nicht.»

Di, 2016-07-26 07:06
Dhabi (dpa)

Die Schweizer Sonnenflieger Piccard und Borschberg

Abu Dhabi (dpa) - Bertrand Piccard und André Borschberg sind die treibenden Kräfte hinter dem «Solar Impulse»-Projekt. Piccard ist Vorsitzender des Unternehmens, Borschberg Geschäftsführer. Im Ein-Mann-Cockpit des Sonnenfliegers «Solar Impulse 2» (Si2) haben sie sich von Etappe zu Etappe abgewechselt.

Bertrand Piccard (58): Er ist der Ideengeber des Projekts. Weltbekannt ist der in Lausanne geborene Forscher, Pilot und Psychiater mit Spezialgebiet Hypnosetherapie spätestens seit er 1999 mit dem Briten Brian Jones in einem Ballon im Non-Stop-Flug die Erde umrundete. Er ist Spross einer prominenten Forscherfamilie: Sein Großvater Auguste - ein Freund von Albert Einstein - stieg 1931 mit einem Ballon in die Stratosphäre auf. 1953 tauchte er mit Sohn Jacques - später Bertrands Vater - in einem eigens entwickelten U-Boot mehr als 3100 Meter unter der Meeresoberfläche.

André Borschberg (63): Er teilt mit Piccard die Leidenschaft für die Erforschung neuer Technologien und fliegerische Herausforderungen. Borschberg kam in Zürich zur Welt. Sein fliegerisches Können erwarb er sich nach einem Ingenieur- und Management-Studium als Kampfjet-Pilot bei der Schweizer Luftwaffe. Beide halten dank Flügen mit «Solar Impulse 2» und dem Vorgänger-Modell mehrere Weltrekorde.

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Di, 2016-07-26 07:02
Dhabi (dpa)

Wunderwerk der Ingenieurskunst: Die Technik des Sonnenfliegers

Abu Dhabi (dpa) - Die Flügelspannweite ist mit 72 Metern größer als bei einem Jumbojet - dennoch wiegt der Sonnenflieger «Solar Impulse 2» («Si2») dank extremer Leichtbauweise mit 2,3 Tonnen gerade so viel wie ein großes Auto. Angetrieben wird das Experimentalflugzeug aus Karbonfasern von vier Elektromotoren mit einer maximalen Leistung von je 15 Kilowatt.

Die Energie wird mit Hilfe von 17 248 äußerst dünnen Solarzellen auf den Riesenflügeln aus Sonnenlicht gewonnen und in Lithium-Batterien gespeichert. Das Cockpit des Ein-Personen-Fliegers ist gerade mal 3,8 Kubikmeter groß, verfügt aber immerhin über eine Toilette, einen einfachen Autopiloten und einen Business-Class-Sitz, der in ein Bett verwandelt werden kann.

Zudem messen Apparate ständig den Neigungswinkel der Maschine sowie das Aufmerksamkeitsniveau des Piloten und machen ihn notfalls per Alarm wach. Das ist auch nötig, denn wegen der geringen Höchstgeschwindigkeit von 140 Kilometern pro Stunde bei einer maximalen Flughöhe von 8500 Metern können manche Flugetappen mehrere Tage und Nächte dauern.

Di, 2016-07-26 06:17
München (dpa)

Bio, öko, tierlieb - und braun Von Christoph Lemmer, dpa

«Umweltschutz ist Heimatschutz» - unter dieser Parole vertreten Neonazis Positionen, die gemeinhin als grün und links gelten: Gegen TTIP, für Biolandbau, gegen Gentechnik. Für die grüne Partei ist das eine Herausforderung.

München (dpa) - Fensterlose Baracken aus der DDR-Zeit auf einem riesigen umzäunten Gelände, das nördlich an die Bundesstraße 169 grenzt und im Süden an den Flugplatz Chemnitz-Jahnsdorf (Sachsen). An einem Einfahrtstor ein Firmenschild: «Eifrisch Vertriebsgesellschaft mbH». In den Baracken werden Legehennen gehalten, schätzungsweise einige hunderttausend.

Massentierhaltung, wie sie die Grünen abschaffen möchten. «In Deutschland brauchen wir keine Ställe mit 10 000 Schweinen oder 40 000 Hühnchen», begründete Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter seinen Vorstoß für ein Verbot. Das dürften nicht nur Parteifreunde so sehen, sondern auch Rechtsradikale bis hin zu militanten Gewalttätern. Die Firma «Eifrisch» stand sogar auf einer Liste mutmaßlicher Anschlagsziele des «Nationalsozialistischen Untergrunds» (NSU).

Bio und öko ist ein Thema, bei dem linke Grüne und rechte Braune viele gemeinsame Positionen vertreten: Für ökologische Landwirtschaft, für Bio-Lebensmittel und regionale Produkte, gegen Gentechnik, gegen Massentierhaltung. Diese Gemeinsamkeiten fallen natürlich auch denen auf, die sie politisch am stärksten betreffen.

«Wir erleben, dass AfD, Pegida und andere Gruppen bestimmte Themen ansprechen, die unseren ähneln oder sogar gleich klingen», sagt Gesine Agena, Mitglied im Vorstand von Bündnis 90/Die Grünen und zuständig für die Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus. 

Besonders augenfällig wurde das vergangenen Herbst, als 250 000 Menschen in Berlin gegen TTIP protestierten. Neben Gewerkschaften und linken Gruppen hatten auch die Grünen dafür mobilisiert - und eben auch rechtsradikale Gruppen. Die Grüne Agena räumt ein, dass «es nach der TTIP-Demo viel Kritik gab». Deshalb sei bei späteren Umweltdemonstrationen mit Lautsprecheransagen extra deutlich gemacht worden, dass «wir auch gegen Ausgrenzung und Rassismus» sind.

Ralf Fücks, Vorstand der Grünen-nahen Heinrich-Böll-Stiftung, schreibt in einer Textsammlung unter dem Titel «Braune Ökologen», dass «Ökologie und Umweltschutz von völkisch-nationalistischen und rechtsextremistischen Ideologien vereinnahmt werden». Das sei kein neues Phänomen. «Zeugnisse dafür finden wir bereits in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts.» 

Rechtsradikale gehörten sogar zu den Gründern der Grünen. Dank blumiger Hippie-Outfits fielen sie zumindest optisch auch nicht unangenehm auf. Einer der prominenteren Grünen-Mitgründer war der als Ökobauer titulierte Baldur Springmann. Nach seinem Tod erschien eine Traueranzeige für ihn in der «Nordischen Zeitung», dem Blatt der rechtsradikalen «Artgemeinschaft - germanische Glaubensgemeinschaft».

Springmann, während der Nazizeit Mitglied der SA, sei ein «Förderer» der «Artgemeinschaft» gewesen und habe «einen wesentlichen Beitrag zur Gesundung unseres Volkes geleistet», heißt es in der Anzeige. Als Todesdatum, markiert mit der germanischen Rune statt des üblichen Kreuzes, ist der «24.10.3803» vermerkt - bezogen auf die Zeitrechnung «nach Stonehenge», die von rechtsextremen Esoterikern verwendet wird. Nach christlicher Zeitrechnung starb Springmann 2003. Die «Artgemeinschaft» gehört zu den Gruppen, die mutmaßlich von den NSU-Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt eine Geldspende aus dem Untergrund erhalten haben sollen.

Auch aktuell gehört Ökologie zu den Themen, mit denen Rechtsextreme jonglieren. «Heimatschutz ist Umweltschutz» lautet eine in der Szene beliebte Parole. NPD-Vorstandsmitglied Ronny Zasowk sagt, auch in seiner Partei sei der «Themenkomplex Natur- und Umweltschutz [...] elementar», wenngleich die NPD aber «in der Regel nicht wegen ihrer umweltpolitischen Forderungen und Inhalte» gewählt werde. An aktuellen Forderungen zählt er auf: «Kampf gegen TTIP, unser konsequentes Nein zum Anbau genetisch veränderter Lebensmittel und die Ablehnung riskanter Technologien wie Fracking». Und fügt hinzu, die «Ursachen der Natur- und Umweltzerstörung» seien «vor allem im kapitalistischen Wirtschaften begründet».

Da fällt die inhaltliche Abgrenzung nach links und grün schwer und erst recht die von allen Parteien immer wieder geforderte politische Auseinandersetzung mit Rechtsextremisten. «Wir halten es für extrem gefährlich, wenn Rechte versuchen, über die Ökologie ihre Themen zu transportieren», sagt Agena.

Trotz der ähnlich klingenden Ziele im Detail würden sich die Grünen ganz grundsätzlich von Rechten unterscheiden. «Die entscheidende Frage ist: Sind wir für internationale Gerechtigkeit oder für nationale Räume?» Die «Argumentation der Rechten» laute: «Blut und Boden, Lebensraum erhalten, das deutsche Volk erhalten». Die grüne Partei sei dagegen «klar progressiv und klar gegen Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit».

Und überdies hätten sich die Grünen schnell von ihren Rechtsauslegern getrennt gehabt - was im Fall Baldur Springmann jedenfalls stimmt: Der hatte die Partei 1980 schon nach nur einem Jahr wieder verlassen.

Di, 2016-07-26 07:00
Gronau (dpa)

Udo Lindenberg wird Ehrenbürger: Spurensuche bei den «Gronauten» Von Florentine Dame, dpa

Es ist die höchste Auszeichnung, die die Stadt vergeben kann: Udo Lindenberg wird Ehrenbürger in seinem Geburtsort Gronau. Obwohl er als Jugendlicher nur raus wollte, kappte er nie die Wurzeln ins Münsterland. Dort wird der Panikrocker als einer der ihren gefeiert.

Gronau (dpa) - Wer im Rathaus anruft, kann ihn hören, Gronaus ganzen Stolz und ab Dienstagabend sogar Ehrenbürger der Stadt: Udo Lindenberg läuft als Warteschleifenmusik. Spuren des Panikrockers findet man an vielen Stellen in seiner Geburtsstadt, die er als Jugendlicher schnell hinter sich lassen wollte und deren Bewohner er heute liebevoll «Gronauten» nennt.

Die Verbindung der Münsterländer mit «ihrem Udo» soll an diesem Dienstag hochoffiziell besiegelt werden: In einem abendlichen Festakt wird der Rocksänger Gronaus Ehrenbürger. Als Dankeschön wird er am Mittwoch vor 1500 Menschen ein Konzert in der Bürgerhalle geben. Intimes Heimspiel am Ende seiner gefeierten Deutschland-Tournee.

Dabei sein wird auch Chef-Gronautin qua Amt, Sonja Jürgens. Die 38-jährige Bürgermeisterin ist Fan seit früher Kindheit, erzählt sie. Unzählige Konzertbesuche später konnte sie Lindenberg auch als Mensch jenseits der Bühne kennenlernen. Sie habe jemanden erlebt, der nicht nur oberflächliche Show mache, sondern unglaublich bescheiden auftrete und «sehr, sehr tiefgründig» sei. «Es ist herzerwärmend zu sehen, wie bodenständig er ist und wie wichtig ihm die Menschen um ihn herum sind», schwärmt sie.

Udos musikalische Leidenschaft und sein Geburtsort sind kein purer Zufall: Gronau sei stets eine Musikstadt gewesen, sagt Otto Lohle vom Kulturbüro der Stadt. Schon zu den Hochzeiten der einst hier florierenden Textilindustrie musizierten die Gronauer in vielen Werkschören. Jazz, Swing, Dixieland, später Rock'n'Roll - all das schwappte nach dem Zweiten Weltkrieg aus den Niederlanden in die grenznahe Stadt. Heute gibt es ein renommiertes Jazzfestival. 

«Über dieses Jazzbiotop ist Udo zum Trommeln gekommen», sagt Lohle. Im Schützenhof von Gronau soll er zum ersten Mal am Schlagzeug gesessen haben. Doch den jungen Lindenberg hielt es nicht allzu lang. «Die beste Straße unserer Stadt, die führt aus ihr hinaus», hat er getextet. Heute hat Lindenberg ein Hotel in Hamburg als Wahlheimat.

Doch die öffentliche Ablehnung seiner Wurzeln im Münsterland sei nur eine Phase gewesen, sagt Hanspeter Dickel. Er ist Lindenberg-Wegbegleiter aus Jugendzeiten und unterhält heute Fans aus ganz Deutschland mit Lindenberg-Geschichten bei «panikhistorischen Rundgängen». Mit Lindenbergs Erfolg sei auch die nach außen gezeigte Nähe zur Stadt wieder gewachsen - und mit ihr die Liebe der Gronauer. «Viele, die ihn früher für einen reinen Spinner gehalten haben, sprechen heute von «unserem» Udo.»

«Er hat einfach nie vergessen, woher er kommt», betont Lohle vom Kulturbüro. Das zeigt Lindenberg auch: Er hat eine Patenschaft für seine Realschule übernommen, wo er ein Programm gegen Rassismus unterstützt. Er ist Ehrenmitglied im Schwimmverein. Die Grundidee für das rock'n'popmuseum und einige Exponate dort stammen von ihm. Er hat für den Erhalt der Kirchenorgel gespendet, Bilder für gute Zwecke versteigern lassen, Konzerte ohne Gage gegeben. Einen großen Auftritt hatte er zuletzt 2015, als Fans ihm ein überlebensgroßes Denkmal setzten.

Neben allem Engagement ist auch der Mensch Udo guter Grund für die Ehrenbürgerschaft, findet Bürgermeisterin Jürgens: «Ohne Udo Lindenberg würde uns eine Vorbildperson fehlen, die den Menschen hier Mut macht», sagt sie. Sein Beispiel zeige, «dass Türen offen stehen, wenn man für etwas brennt, dass es richtig ist, Position zu beziehen, sich einzumischen, die Welt mitzugestalten».

Geht doch!

Konfliktfrei surfen

Konzerne müssen Rohstoffe aus Krisengebieten offenlegen – Europa ringt um eine verpflichtende Regelung

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Ausgerechnet die USA machen vor, wie man große Firmen an die kurze Leine nimmt – zumindest in punkto Konfliktrohstoffe. Der „Dodd-Frank Act“ verpflichtet börsennotierte Unternehmen, offenzulegen, ob Handys, Laptops oder Autos Mineralien enthalten deren Verkauf Kriege oder bewaffnete Kämpfe in der DR Kongo und deren Nachbarländern finanziert. Dass das seit 2010 geltende Transparenzgesetz für Gold, Tantal, Wolfram und Zinn Wirkung zeigt, belegt nun ein Report des „Enough Project“: Inzwischen gebe es im Kongo mehr als 160 Minen, die als „konfliktfrei“ gelten, ermittelte die US-Organisation. Auch EU-Bürger wollen keine „blutigen“ Produkte. Deshalb verhandeln EU-Kommission, -Parlament und -Rat derzeit über eine Sorgfaltsregelung. Wie verbindlich diese sein wird, ist bislang offen. „Die EU-Regeln dürfen nicht hinter die US-Standards zurückfallen, das wäre ein Armutszeugnis“, sagt Christian Wimberger von der Christlichen Initiative Romero. Selbst eine verpflichtende Regelung für Konfliktmineralien könne nur ein erster Schritt sein. Als nächstes müsse der verbindliche Schutz von Menschenrechten und Umwelt auf alle industriellen Bergbauprojekte wie die Förderung von Coltan, Kupfer und Kohle ausgeweitet werden.
ci-romero.de (Rohstoffkampagne)
stop-mad-mining.org

Außerdem Interessant

Mailand: Cash fürs Radeln
Seit Jahren leiden die Mailänder unter Staus und schlechter Luft. Nun ergreift die Verwaltung der norditalienischen Metropole eine ungewöhnliche Maßnahme: Sie will jedem Pendler, der künftig mit dem Rad zur Arbeit fährt, eine Pauschale von 25 Cent pro gefahrenem Kilometer zahlen. Für das Anreizprogramm stehen insgesamt 35 Millionen Euro bereit. Die Fahrten sollen per App dokumentiert werden.

London: Strom von der Themse
Im Mai hat die britische Hauptstadt den größten schwimmenden Solarpark der Welt in Betrieb genommen. Für 7,3 Millionen Euro wurden in der Themse 23.000 Paneele mit einer Kapazität von 6,3 Megawatt verankert. Der produzierte Strom soll die Wasseraufbereitungsanlagen in und um London versorgen. Der Vorteil der schwimmenden Sonnenkraftwerke: Sie sind leichter und billiger herzustellen als Anlagen an Land, werden durch das fließende Wasser konstant gekühlt und nehmen keinen Platz weg.

Frankreich: Palmöl – teurer durch Steuer
Um den Konsum zu drosseln und so die verheerenden Umweltschäden des Plantagenanbaus zu mindern, will die französische Regierung Palmöl besteuern: Ab 2017 sollen 30 Euro pro Tonne fällig werden, bis 2020 wird sich die Abgabe verdreifachen. In Deutschland ist bislang keine Palmölsteuer geplant. Der „Save Wildlife Conservation Fund“ drängt die Politik hierzulande schon länger zu diesem Schritt. Anders als in Frankreich dürfte sogenanntes „nachhaltiges Palmöl“ allerdings nicht ausgenommen werden, sagt eine Sprecherin der Stiftung, da es dafür noch immer keine verlässlichen Zertifizierungen gebe.
zeropalmoel.de

Geht doch!

Saubere Profite

Als erste deutsche Stadt investiert die westfälische Kommune nur noch in ethisch-ökologische Anlagen

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Dem Stadtkämmerer von Münster bereiten die RWE-Verluste keine schlaflosen Nächte: Als erste deutsche Stadt hat die westfälische Grünen-Hochburg zum Jahresbeginn alle Geldgeschäfte mit Klimasündern eingestellt. Rückstellungen für die Beamtenpensionen – das sind immerhin 460 Millionen Euro – dürfen nicht mehr in Fonds angelegt werden, die Aktien von Öl- und Kohleunternehmen beinhalten. Mehr noch: Auch Atomenergiekonzerne, Gentechnikfirmen und Rüstungsindustrie sind tabu. Drahtzieher dieser „Divestment“-Premiere waren die örtliche Fossil-Free-Gruppe und die Grünen. Seit Sommer 2013 machten die Klima-Aktivisten Druck auf der Straße, und die Partei überzeugte schließlich den Stadtrat. „Jeder, der nicht will, dass seine Stadt durch ihre Geldgeschäfte den Klimawandel befeuert, kann eine solche Kampagne starten“, sagt Tine Langenkamp von der Klimaschutzorganisation 350.org. „Dafür muss man kein Finanzexperte sein.“ Vom Ausstieg profitiere nicht nur das Klima, er rechne sich auch noch. „Ethisch-ökologische Geldanlagen können sogar mehr Renditen abwerfen als konventionelle“, sagt der grüne Fraktionsvorsitzende Otto Reiners, „deshalb erwarten wir einen Domino-Effekt.“
gofossilfree.wordpress.com
gofossilfree.org/de

Außerdem Interessant

Frankreich: La vie est belle
Eben noch hat Frankreich Schlagzeilen gemacht, weil Supermärkte keine Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen und in Restaurants „Doggy Bags“ eingeführt werden. Nun gibt das Nachbarland in anderen Bereichen Gas: In den nächsten fünf Jahren sollen tausend Kilometer Straßenbelag mit neuartigen Solarpaneelen ausgerüstet werden – bereits zwanzig Quadratmeter könnten den Strombedarf eines Single-Haushalts decken. Und schon in diesem Sommer werden in Paris tausend E-Roller stehen, die jeder mieten kann – sie sollen für bessere Luft sorgen.

Thailand: Autarke Solarschule
In der Sisaengtham-Schule im Nordosten Thailands lernen schon kleine Kinder, nachhaltig zu leben: Sie pflanzen nicht nur ihr eigenes Gemüse an, sondern installieren und reparieren auch Solarzellen. Ziel des als „Solar-Mönch“ bekannten Gründers Phra Khru Wimon Panyakhun ist es, dass sich die Schule in allen Bereichen selbst versorgt. Die Energieernte deckt bereits den Bedarf. Außerdem entwickelten die Kinder mobile Ladestationen, mit denen Bauern die Bewässerungspumpen für ihre Reisfelder mit der Kraft der Sonne statt mit Dieselgeneratoren betreiben können.

Kamerun: Häuser aus Plastikmüll
Roger Milla, die afrikanische Fußball-Legende aus Kamerun, betreibt in seinem Heimatland eine Recyclinganlage. Aus Plastikmüll werden dort Bausteine gepresst: „Wir wollen die Umweltverschmutzung verringern und Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen“, sagt Milla. Ein ähnliches Projekt verfolgt die dänische Ingenieurstudentin Lise Fuglsang Vestergard in Indien: Sie lässt zerkleinerten Plastikmüll im „Solargrill“ zu Ziegelsteinen einschmelzen. 

Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

 

Außerdem Interessant

Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

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Di, 2016-07-26 06:09
Philadelphia (dpa)

Erst Spalter, dann Versöhner - Sanders dominiert Parteitagsauftakt Von Michael Donhauser, dpa

Bernie Sanders, kometenhaft aufgestiegener Volkstribun der politischen Linken in den USA, hat noch einmal eine große Show. Auf dem Parteitag der Demokraten stellt er sich mit breiter Brust hinter Hillary Clinton. Seine Anhänger sollen folgen.

Philadelphia (dpa) - So hart müssen die Spin-Doktoren der US-Demokraten selten ran: Der Parteitag in Philadelphia, der eigentlich zum großen Schaulaufen für Hillary Clinton aufgebaut worden war, drohte schon zur Eröffnung zu kippen. Die Anhängerschaft ihres parteiinternen Rivalen Bernie Sanders war auch im Parteitagssaal kaum zu bändigen. Superstar Paul Simon und dessen Bau einer Brücke über tosenden Wassern («Bridge Over Troubled Water») waren nötig, um die Stimmung zu besänftigen. Fünf Erkenntnisse von einem turbulenten Parteitagsauftakt.  

Bernie Sanders lebt 

Der 74 Jahre alte Senator aus Vermont war am Montag der heimliche Star von Philadelphia. Dass der Konvent nicht ausartete, war seiner Um- und Einsicht zu danken. Er zwang nicht nur seine parteiinterne Feindin, Parteichefin Debbie Wasserman Schultz zum Rücktritt und nahm massiv Einfluss auf das Parteiprogramm. Sanders nötigte der Parteiführung auch eine genauso förmliche wie peinliche Entschuldigung für die Ungleichbehandlung im Vorwahlkampf ab. Gleichzeitig nahm er zum Schluss die Rolle des Versöhners und Brückenbauers ein. «Trump verhindern, Clinton wählen», heißt seine Devise.

Hillary Clinton ist verletzlich 

Die frühere Außenministerin und First Lady tut sich bei ihrer Kandidatur viel schwerer als erwartet. Auch wenn die Parteitagsregie alles versuchte, um die künftige Kandidaten im rechten Licht darzustellen: Die Partei bewegt sich nur zögernd auf die 68-Jährige zu, vielen gilt sie weiter als sperrig und unnahbar. 68 Prozent der Amerikaner halten sie nicht für glaubwürdig. Gegen Donald Trump liegt sie in Umfragen zurück. «Clinton muss die Südstaaten gewinnen», sagt ein Parteitagsdelegierter aus Kalifornien. 

Michelle Obama ist eine Wahlkampf-Wunderwaffe

Der First Lady fliegen die Sympathien zu. Ihr heftig umjubelter Auftritt in Philadelphia hat vielleicht mehr zur Einheit der Partei beigetragen, hat mehr zur Unterstützung Hillary Clintons im Kampf gegen Donald Trump geholfen, als viele Redner vor ihr. «Wegen Hillary Clinton nehmen es meine Töchter als gegeben an, dass eine Frau Präsidentin der Vereinigten Staaten werden kann», sagt sie. «Unglaubliche Rede einer unglaublichen Frau», lobte auch «Chef» Barack Obama.

Die Demokraten setzen auf Diversifizierung

Schon der erste Tag in Philadelphia machte es deutlich: Die Demokraten und Hillary Clinton setzen bei der Wahl am 8. November auf die Stimmen der Minderheiten. Latinos, Schwarze, Schwule, Lesben, Behinderte und Zuwanderer ohne Registrierung bekamen auf dem Podium eine Stimme - und setzen damit einen Kontrapunkt zu Donald Trump, dessen Anhängerschaft vor allem aus Männern besteht, fast 100 Prozent sind weißer Hautfarbe.

Der gemeinsame Gegner eint 

Wie bei den Republikanern Hillary Clinton, so ist bei den Demokraten Donald Trump das Feindbild, gegen das sich alle Lager in Stellung bringen. «Wir müssen Donald Trump schlagen», sagt Bernie Sanders. Das verstehen auch seine Anhänger, die angekündigt hatten, lieber den Immobilienmilliardär als Hillary Clinton wählen zu wollen. Für diese Gruppe hat die Kabarettistin und Sanders-Anhängerin Sarah Silverman auf dem Parteitag eine klare Ansage: «Ihr seid lächerlich.» 

Di, 2016-07-26 05:45
Philadelphia (dpa)

Sanders: Clinton muss Präsidentin werden

Philadelphia (dpa) - Hillary Clintons parteiinterner Rivale Bernie Sanders hat sich in einem flammenden Appell an die Delegierten des Parteitags von Philadelphia hinter die frühere Außenministerin gestellt. «Hillary Clinton muss die nächste Präsidentin der Vereinigten Staaten werden», rief Sanders den über 4700 Parteitagsdelegierten zu. Sie sollen Clinton am Dienstag (Ortszeit) zur Kandidatin für das Amt des nächsten US-Präsidenten und Nachfolgers von Barack Obama wählen. 

Zuvor hatte es um Sanders einen Eklat gegeben, der schließlich zum Rücktritt von Parteichefin Debbie Wasserman Schultz geführt hatte. Gehackte und von der Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlichte E-Mails der Demokraten hatten gezeigt, dass die Parteiführung im Vorwahlkampf einseitig auf der Seite Clintons stand. Sanders' Anhängerschaft reagierte wütend. Tausende demonstrierten auf den Straßen Philadelphias. 

Sanders richtete während seiner Rede zum Abschluss und Höhepunkt des ersten Tags des Demokraten-Konvents schwere Vorwürfe gegen den Republikaner-Kandidaten Donald Trump. Der politische Seiteneinsteiger spalte das Land und sorge dafür, dass die Ungleichheit zwischen Arm und Reich noch größer werde. 

Di, 2016-07-26 06:00
München (dpa)

Experte: Gewaltdarstellungen lassen Kinder abstumpfen

Computer-Ballerspiele, Leichen im Fernsehkrimi: Bilder von Gewalt sind auch für Kinder allgegenwärtig - mit Folgen, warnt ein Experte.

München (dpa) - Eine häufige Konfrontation mit Gewaltdarstellungen kann nach Ansicht des Trauerexperten Tobias Rilling bei Kindern und Jugendlichen zu Abstumpfung führen. Für Computerspiele gelte das ebenso wie für Filme und Fotos. «Wenn ich das dauernd präsentiert bekomme, dann ist das auch in der Realität schwierig, einzuordnen», sagte der Leiter des Lacrima-Zentrums für trauerende Kinder der Johanniter in München. «Wir haben ja selber Schwierigkeiten, uns vorzustellen, dass das tatsächlich passiert ist bei uns, (...) wie wenn wir in einem falschen Film sind.» Die Folge: Kinder könnten Ereignisse wie den Amoklauf in München nicht mehr in entsprechender Art und Weise würdigen und keine großen Empfindungen mehr aufbringen.

Den Grund sieht der Diakon der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Bayern in einem Realitätsverlust: Menschen unterschieden nicht mehr zwischen der gespielten und der wirklichen Welt. «Die Gefühle können nicht mehr ausgesprochen werden, weil man denkt, das ist doch nicht real.» Schwierig wird es seiner Ansicht nach, wenn über das Gesehene nicht geredet wird. «Diese vielen Filmtoten und Szenen können leider emotional nicht verarbeitet werden, sondern werden nur konsumiert», stellte der Trauerexperte fest. «Man konsumiert nur ungefiltert und reflektiert nicht, ein Gespräch findet nicht mehr statt.»

Auch wer nicht nach Gewaltdarstellungen suche, könne trotzdem damit konfrontiert werden, denn nach Ereignissen wie dem Münchner Amoklauf verbreiteten sich Tatortbilder rasend schnell in sozialen Medien. Fürchterliche Fotos von Leichen in einer Blutlache oder Filme von Schüssen auf die Opfer landeten unter anderem über WhatsApp in den Klassenchats von Schülern. «Da muss man natürlich auch reagieren als Erwachsener», sagte Rilling. Von Verboten hält er aber nichts, wenn Kinder die Bilder unbedingt sehen wollten. «Ich würde sie auffangen und sagen, schauen wir uns das gemeinsam an», empfahl er.

À la Saison

Himmlische Himbeere

(Rubus idaeus)

Was haben glühende RAF-Terroristinnen und eiskalte Banker gemeinsam? Sie machen zu oft Ferien im Himbeerreich. Da wollen Sie auch hin? Ein Wegweiser.

 

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Schokolade, Zigaretten, Marshmallows – für diese Schätze aus dem „Himbeerreich“ bedankt sich Gudrun Ensslin 1968 per Gefängnispost bei ihrem Verlobten und bestellt noch eine luxuriöse Feuchtigkeitscreme hinterher. Die üppige BRD-Warenwelt versüßt der Pfarrerstochter, die kurz darauf die RAF mitgründen wird, ihr Zellenleben. Das Dialektische daran ist Ensslins Haftgrund: Brandanschläge auf zwei Kaufhäuser. „Wer Himbeerreiche anzündet, kann nicht erwarten, deren Früchte zu ernten“, sinniert 2013 der Chauffeur Hans Helmut Hinz. Er meint aber keine konsumaffinen Linksterroristinnen, sondern bonusgetriebene Bankvorstände, deren Limousinen er durch die Finanzkrise kutschiert. Hinz ist eine Figur aus dem Theaterstück „Das Himbeerreich“. Dessen Autor Andres Veiel will uns ausdrücklich nicht sagen, dass Banker Terroristen sind. Aber eines wissen sie wohl so gut wie Bombenleger (und wir alle): Wo Himbeeren wachsen, wartet das Paradies.

Rubingleich funkeln die fragilen Früchte am stacheligen Strauch. Sie duften betörend, netzen die Fingerspitzen purpurn wie Theaterblut und zergehen sonnenwarm auf der Zunge – seit Jahrtausenden. Samenfunde in Steinzeitsiedlungen belegen, dass es sich um eine der ältesten Naschereien der Welt handelt. Die Himbeere ist echt „paläo“. Kultiviert wurde sie schon im alten Rom, wo sie als Heilpflanze auch gegen Schlangenbisse und Skorpionstiche helfen sollte. Der Erfolg ist fraglich. Gesund ist die Himbeere aber durchaus. Sie enthält enorme Mengen Vitamin C, viel Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen. Das stärkt den Kreislauf, das Immunsystem und wirkt entgiftend sowie entzündungshemmend.

Die Römer nannten die Beere, die eigentlich eine Sammelsteinfrucht ist, Rubus idaeus – nach der Nymphe Ida. Einst soll die Tochter des kretischen Königs ein weinendes Kind in den Bergen gefunden haben, den jungen Göttervater Jupiter. Als sie ihm eine Himbeere pflückte, stach sie sich an den Dornen. Blut tropfte auf die ehedem weißen Früchte und färbte sie rot. Toll, diese antiken Sagen. Diese aber hat der französische Arzt Henri Leclerc 1925 für sein Buch „Les fruits de France“ dreist erfunden. Es ist auch eher öde, dass wohl der türkische Berg Ida Namenspate des Obstes war. Und „Himbeere“ kommt vom althochdeutschen Wort hintperi – Beere der Hirschkuh, vielleicht weil sie sich in lichten Wäldern so wohlfühlt.

In der Küche ist diese Frucht ein Naturtalent: Sie ist vollkommen, so wie sie ist. Ein paar gute Begleiter gibt es aber doch. Alles Cremige unterstreicht ihren Wohlgeschmack, Ziegenkäse steht im würzigen Kontrast dazu. Mit Pfirsich (Melba!), Mandel und Rosenwasser verträgt sie sich schwesterlich. Immerhin stammen sie alle aus der Großfamilie der Rosengewächse. Haselnüsse stehen ihr – traditionell in Linzertorte – ebenfalls gut. Auch dunkle Schokolade, Minze und – ja – Zucker, etwa in Marmelade, kann sie aushalten. Die Kerne mögen stören, sorgen aber auch für feine Holznoten. Nicht zuletzt harmoniert das berauschende Aroma reifer Himbeeren ausgezeichnet mit Alkohol, in Sekt etwa oder köstlichem Himbeergeist.

Es gibt auch schwarze, weiße, rosa und gelbe Sorten. Sobald Himbeeren zu sehr glänzen, ist aber Vorsicht geboten. Etwa in Hollywood. Seit 1981 verleihen Cineasten am Vorabend der Oscars den Antipreis „Goldene Himbeere“. Der Name der Plastiktrophäe spielt auf die Redewendung to blow a raspberry an: laut losprusten. Die so geehrten Schauspieler erscheinen selten persönlich. Im Jahr 2005 stellte sich Halle Berry aka Catwoman der Schmach und sprach die wahren Worte: „Wer kein guter Verlierer ist, kann kein guter Gewinner sein.“ So golden munden Niederlagen nur mit Himbeere. Liebe Banker, es ist nie zu spät, die eigene Leistung infrage zu stellen. Möge der Sommer himbeerreich sein.

Frisch vom Feld gibt's Himbeeren ab Juni.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Sagenhafter Spinat

(Spinacia oleracea)

Damit du groß und stark wirst? Von wegen! Spinat enthält gar nicht besonders viel Eisen. Weiß leider jedes Kind. Doch woher nimmt Popeye dann seine stahlharten Fäuste? Es ist... Ein Küchenkrimi.

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„Ich hab’ es geschafft. Der Spinat gab mir Kraft!“, singt ein Zeichentrickmann mit ballongroßen Unterarmen zu Militärmusik. „Ich bin Popeye der Seeheemann!“ Wir schreiben den 13. März 1942, und der Spinatmatrose hat irgendwo im Pazifik eine japanische Flotte zerlegt – im Alleingang, versteht sich. Alles, was er dafür braucht, ist eine Dose Spinat auf ex. Schon kommen die Superkräfte. Es ist die Zeit, in der selbst Comic-Helden im Dienst der US-Kriegspropaganda stehen. Die Botschaft „Der Spinat gab mir Kraft“ (im englischen Original: Strong to the finish, ’cos he eats his spinach) geht nicht nur an die Soldaten da draußen, sondern mindestens ebenso an deren Kinder daheim.

„Iss deinen Spinat!“ Wie viele Generationen hat dieser Befehl wohl gequält. Wie viel Leid war in der Welt, seit ein obskurer Chemiker im 19. Jahrhundert ein Komma falsch gesetzt und den Eisengehalt auf das Zehnfache potenziert hatte? Das Fuchsschwanzgewächs enthält gar nicht mehr von dem Spurenelement als andere Gemüse, enthüllte der Krebsexperte Terence Hamblin 1981 im British Medical Journal und folgerte spitz: „Als Eisenquelle hätte Popeye besser die Dosen verzehren sollen.“ Gute Pointe? Hier ist eine bessere: Den Rechenfehler hat es nie gegeben. Der Volksglaube, mit dem Hamblin ausgerechnet unter der Überschrift Fake! (Schwindel) aufräumte, ist selbst eine Sage. Ein „Supermythos“, wie Mike Sutton sagt. Der Kriminologe machte sich 2010 auf Spurensuche und fand: keine Quelle, nirgends. Als er Hamblin damit konfrontierte, mailte der zurück, er könne sich nicht recht erinnern. Er sei sich aber sicher, die Geschichte nicht erfunden zu haben.

Verbürgt sind Popeyes Verdienste um den Spinatabsatz in den USA. Dort hat der Matrose seine eigene Marke. Mehrere Gemeinden widmeten ihm Denkmäler. Crystal, Texas, und Alma, Alabama, konkurrieren sogar um den selbst erdachten Titel „Welthauptstadt des Spinats“. Er ist ein globales Gemüse. Im Fernen Osten zum ersten Mal kultiviert, verdankt er seinen Namen dem persischen aspanakh oder einem arabischen Poeten, der ihn als isfanatsch, Prinz aller Gemüse, pries. Im frühen Mittelalter erreichte er Spanien und verdrängte ein paar Jahrhunderte später auch seine Verwandte, die Gartenmelde, aus der deutschen Küche.

Frühjahrsspinat taugt zu mehr als grüner Pampe in Rahm. Zitrusfrüchte, auch Zitronengras stehen in frischem Kontrast zu den erdigeren Noten seiner Blätter. Als Salat oder gedünstet verträgt er sich mit gerösteten Pinienkernen, gebratenem Speck, salzigen Anchovis und beliebigen Mengen Knoblauch. Auch Joghurt schmeichelt ihm, wie die indische Küche beweist. Und Eiergerichte wie Soufflé ergänzt Spinat aufs Feinste. Aber natürlich: An kalten Apriltagen hat auch der durchpürierte Klassiker mit Muskat und „Blubb“ seine tröstende Berechtigung. Nur ein halber Mythos ist, dass man Spinat nicht wieder aufwärmen darf. Er enthält zwar Nitrat, das Bakterien in krebserregendes Nitrit umwandeln. Stellt man Reste aber rasch in den Kühlschrank, kann man die Entstehung giftiger Substanzen verzögern. Spinat à la Saison, frisch vom Feld und in Bioqualität, enthält übrigens am wenigsten Nitrat.

Und Superkräfte setzt der zarte Grüne wirklich frei. Forscher haben Eiweiße aus seinen Blättern isoliert und tüfteln damit an „Spinatzellen“ für künstliche Fotosynthese, die einst mehr leisten sollen als Solarzellen. Popeyes spinach power speist sich allerdings aus einer anderen Quelle: Im Juli 1932 isst der Matrose zum ersten Mal Spinat – frisch vom Beet. Seine Freundin Olivia ruft: „Lieber Himmel, bist du ein Pferd?“ Popeye spricht mit Pfeife im Mund: „Spinat ist voller Vitamin A. Das macht Menschen stark und gesund.“ Wie wahr. Und hoffentlich gilt das auch für Kettenraucher.

Frisch vom Feld gibt's Spinat ab März.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Di, 2016-07-26 05:15
Francisco (dpa)

US-Richter entscheidet über Milliarden-Vergleich im VW-Dieselskandal Von Felix Frieler, dpa-AFX, und Hannes Breustedt, dpa

Kriegt VW im Abgas-Skandal die Kurve? Mit dem teuersten Vergleich, den es in der Autobranche bislang gegeben hat, will der Konzern den Mammut-Rechtsstreit mit zahlreichen Klägern in den USA beilegen. Das letzte Wort hat jedoch der Richter.

San Francisco (dpa) - Alle Augen sind auf Charles Breyer gerichtet. Mal wieder. Der US-Richter muss entscheiden, ob er der Einigung zwischen Volkswagen und Hunderten Klägern in der Abgas-Affäre zustimmt. Der geplante Kompromiss könnte den Autobauer fast 15 Milliarden Dollar kosten - es wäre der bislang teuerste Vergleich in der Geschichte der Auto-Industrie. Aber wäre der finanzielle Kraftakt für VW auch wirklich ein Befreiungsschlag? Können die Wolfsburger die «Dieselgate»-Krise damit abhaken? Fragen und Antworten: 

Der Milliardenvergleich steht - was ist nun noch zu entscheiden?

VW hat sich zwar mit fast allen US-Klägern auf einen Vergleich verständigt, aber US-Richter Breyer muss dem Entwurf noch seinen Segen geben. Er entscheidet, ob mit dem Vergleich dem US-Recht Genüge getan wurde. Wenn ja, gibt er der Einigung seine «vorläufige Zustimmung» («preliminary approval»). Breyers erklärtes Ziel war von Anfang an eine Lösung, um die manipulierten Dieselwagen in Einklang mit den US-Abgasnormen zu bringen oder von der Straße zu holen.

Kann Richter Breyer VW noch in Bedrängnis bringen?

Theoretisch ja. Er könnte schlichtweg seine Zustimmung verweigern. Damit würde er Volkswagen gehörig in die Parade fahren, denn der Konzern müsste einen neuen Kompromiss mit den Klägern aushandeln - und das war schon im ersten Anlauf schwer genug. Es gilt allerdings als sehr unwahrscheinlich, dass Breyer tatsächlich sein Veto einlegt.

Was passiert, wenn der Richter dem Vergleichsvorschlag zustimmt?

Dann beginnt eine Frist von 45 Tagen, in der sich die klagenden Kunden in den USA überlegen können, ob sie das Vergleichsangebot annehmen, oder allein vor Gericht weiterklagen wollen. Bis zum 16. September müssen sich geschädigte VW-Dieselhalter entscheiden. Je mehr von ihnen sich dem Vergleich anschließen, desto übersichtlicher wird die Situation für VW in den USA.

Was sind die wichtigsten Punkte des Vergleichs?

VW muss bis zu 14,7 Milliarden Dollar (etwa 13,4 Mrd Euro) für Wiedergutmachung ausgeben. 4,7 Milliarden Dollar fließen in einen Umweltfonds und die Förderung emissionsfreier Autos. Der weitaus größte Teil aber wird an Kunden gehen, die in den USA einen manipulierten VW oder Audi besitzen. Die reine Entschädigung für Autobesitzer soll zwischen 5100 und knapp 10 000 Dollar pro Fahrzeug liegen. Dabei kommt es auf die Modelltypen an und darauf, wie alt das Auto ist. Zusätzlich muss der Konzern den Kunden anbieten, ihre Fahrzeuge zurückzukaufen oder durch Reparatur in einen gesetzeskonformen Zustand zu bringen.

Zahlt VW dann ab morgen die Entschädigung an US-Kunden?

Nein. Die Entschädigung soll es frühestens ab Oktober geben. Dann könnte der Vergleich endgültig besiegelt und damit wirksam werden.

Wäre der US-Vergleich der Schlussstrich für VW im Abgas-Skandal?

Nein. Gerade in der vergangenen Woche haben die Generalstaatsanwälte mehrerer US-Bundesstaaten neue Klagen gegen den Konzern eingereicht. Außerdem steht weiterhin eine Einigung für die rund 85 000 Dieselautos in den USA mit größeren Drei-Liter-Motoren aus, die mit verbotener Software ausgestattet sind. Einen Rückrufplan des Konzerns hatten die Behörden Mitte Juli noch krachend abgelehnt. Die Chefin des kalifornischen Umweltamtes, Mary Nichols, äußerte sich jedoch zuletzt in einem Interview mit dem «Handelsblatt» (Montag) optimistisch: «Wir glauben, dass Volkswagen die meisten Autos reparieren kann. Aber wir müssen die Details dazu noch erarbeiten.»

Darüber hinaus laufen wegen möglicher krimineller Vergehen im Zusammenhang mit dem Abgas-Skandal auch noch strafrechtliche Ermittlungen gegen VW. Die vom Konzern beauftragte Kanzlei Jones Day liefert unter anderem Ergebnisse an das US-Justizministerium. Auch das FBI ist in die Ermittlungen eingebunden.

Di, 2016-07-26 05:33
Philadelphia (dpa)

Sanders stiehlt Clinton beim Demokraten-Parteitag die Auftaktshow

Bernie Sanders kostet den Wahlkampf auch auf dem Parteitag der Demokraten voll aus - und stiehlt damit Hillary Clinton zunächst die Show. Doch dann schlüpft der 74-Jährige in die Rolle des Versöhners.

Philadelphia (dpa) - Tiefe Gräben bei den US-Demokraten: Zum Auftakt des Nominierungsparteitags für die künftige Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton hat ihr Rivale Bernie Sanders noch einmal die Show gestohlen. Umjubelt von Tausenden Delegierten, stellte sich Sanders als der große Versöhner nach einem verbissen geführten Vorwahlkampf den wütenden Protesten seiner Anhängerschaft noch auf dem Parteitag. «Hillary Clinton muss die nächste Präsidentin der Vereinigten Staaten werden», steckte Sanders die Marschrichtung ab. 

«Unsere Revolution zur Transformation Amerikas geht weiter», rief Sanders, mit minutenlangem Jubel empfangen, den Delegierten in Philadelphia zu. «Der Kampf geht weiter!» Bereits zuvor hatte er den Fokus auf den gemeinsamen Gegner gerichtet. «Wir müssen Trump schlagen, und wir müssen Hillary Clinton wählen», sagte der Senator am Montag vor Hunderten von Menschen in Philadelphia. 

Trump sei der schlimmste Kandidat in der modernen Geschichte der USA. Die Rede des 74-Jährigen hatte die Parteitagsregie kurzfristig als Schluss- und Höhepunkt des ersten Tages von Philadelphia geplant. Michelle Obama musste nach vorne rücken.

Dennoch lieferte die First Lady einen flammenden Appell für die frühere Außenministerin ihres Mannes als nächste Präsidentin der USA. «Wegen Hillary Clinton nehmen es meine Töchter als gegeben an, dass eine Frau Präsidentin der Vereinigten Staaten werden kann», sagte Obama. «In diesem Wahlkampf bin ich bei Hillary Clinton», rief sie zur Begeisterung der mehr als 4700 Delegierten. Clintons Rede wird erst für Donnerstag erwartet. 

Der Parteitag in Philadelphia drohte zu seinem Beginn die Gräben zwischen den Lagern von Hillary Clinton und Bernie Sanders zu vertiefen. Die Sanders-Anhänger sind unzufrieden, weil sie sich von der Parteiführung betrogen und benachteiligt fühlen. Eine E-Mail-Affäre, kurz vor dem Parteitag von der Plattform Wikileaks enthüllt, schürte die Stimmung weiter an. Parteichefin Debbie Wasserman Schultz musste unter dem Druck der Affäre zurücktreten und war nicht einmal mehr - wie eigentlich geplant - zur Eröffnung der Versammlung vor die Delegierten getreten.

Die verbliebene Parteiführung entschuldigte sich in einem Statement offiziell bei Sanders. «Im Namen Aller im Nationalen Komitee der Demokraten möchten wir eine tiefgreifende und aufrichtige Entschuldigung anbieten, an Bernie Sanders, seine Anhänger und die gesamte demokratische Partei, für die unentschuldbaren Bemerkungen in E-Mails», heißt es in der Mitteilung. 

Sanders selbst, der Vorwahlen in 23 Staaten gegen Clinton gewonnen und 1900 der mehr als 4700 Delegiertenstimmen für sich verbucht hatte, rief seine Anhänger zur Mäßigung auf. Sie demonstrierten seit Sonntag zu Tausenden in den Straßen von Philadelphia und prägten mit provakanten Plakaten wie «Never Clinton» das Bild. 

Hinter den Kulissen verabredeten sich die Lager Clintons und Sanders', zu einem Nichtangriffspakt. Sanders richtete laut «Washington Post» eine Textnachricht an ausgewählte Delegierte, um das lautstarke Ausbuhen Clintons auf dem Parteitagsparkett zu stoppen. Beide Lager schärften den Rednern ein, die Gemeinsamkeiten hervorzuheben.

Sanders hatte sich im Wahlkampf für Themen wie einen Mindestlohn von 15 Dollar, für den Kampf gegen Klimawandel und gegen das Diktat der Finanzbranche eingesetzt und die Demokraten damit inhaltlich nach links gerückt. «Wir haben das progressivste Parteiprogramm in der Geschichte», sagte der demokratische Abgeordnete Keith Ellison.

Di, 2016-07-26 05:30
Washington (dpa)

First Gentleman, Dude oder Laddie - was wäre Bill im Weißen Haus? Von Gabriele Chwallek, dpa

Es ist noch längst nicht so weit. Aber Historiker und Gelehrte grübeln schon. Wird Hillary Clinton Präsidentin, wäre Bill - ja was? Einige Ideen kursieren schon, und nicht alle sind ganz ernst gemeint.

Washington (dpa) - Es ist jetzt schon etwas kompliziert. Amerika hat mehr als einen Präsidenten. Nicht nur der Noch-Amtsinhaber Barack Obama wird mit Mr. President angesprochen, sondern auch alle noch lebenden einstige Bewohner des Weißen Hauses: Jimmy Carter, die beiden Bushes George und George W. und Bill Clinton. Und nun wird es vielleicht noch komplizierter.

Gewinnt die Demokratin Hillary Clinton im November den voraussichtlichen Zweikampf mit dem Republikaner Donald Trump, hätten die USA nicht nur erstmals eine Frau im Oval Office. Sie hätten auch eine Madame President und einen Mr. President auf einen Schlag.

Was schon jetzt, bei der schieren Vorstellung, bei manchen ungute Erinnerungen wachruft. 1992 hatte Bill in seinem Wahlkampf verkündet, dass er und Hillary im Zweierpack kämen: «Kaufe einen, kriegst du den zweiten gratis dazu.»

Überhaupt machen sich Historiker und Gelehrte schon längst Gedanken darüber, wie man denn Bills Position im Weißen Haus korrekt bezeichnen könnte. Amerikaner lieben Titel, und schließlich würde ja auch der bald 70-jährige Bill im Fall eines Wahlsieges seiner Frau (68) eine Glasdecke durchbrechen.

Er würde der Erste - ja was? First Husband, Erster Ehemann? Wahrscheinlicher, so meinen Medien, ist wohl First Gentleman, das würde eher dem Titel der First Lady entsprechen und auch gut zu einer Madame President passen.

Aber da gibt es einen Haken, wie einige Medien bereits anmerkten: Der Titel First Gentleman würde Late-Night-Satiriker geradezu zum Blödeln einladen. Schließlich, so heißt es, sei Bills Verhalten in der Lewinsky-Affäre nun gar nicht gentlemanlike gewesen.

Aber auch wenn man Vergangenes vergangen sein lässt, gibt es noch ein weiteres Titelproblem. Der Präsident wird im Fachjargon Potus (kurz für President of the United States) genannt, die bessere Hälfte Flotus (First Lady of the United States). Das ginge für Bill nun überhaupt nicht. Aber was ist die Alternative? Fgotus für den Gentleman, Fhotus für den Husband?

Bill Clinton selber hat früher einmal augenzwinkernd die Bezeichnung «First Laddie» aus dem Schottischen ins Spiel gebracht, «das käme der First Lady am nächsten», sagte er 2007 der TV-Talk-Diva Oprah Winfrey. Komödiant Darrell Hammond hatte eine andere Idee. Als Bill ulkte er in der Show «Saturday Night Live», dass Hillary eine großartige Präsidentin abgeben würde. Er selber aber noch einen besseren «First Dude».

Einen Vorteil haben beide Clintons: Sie müssten sich nicht erst von ihren Vorgängern, den Obamas, durchs Haus führen lassen. Das kennen sie sicher noch gut aus alten Zeiten. Aber jeder Präsident, pardon, jede Präsidentin hat natürlich das Recht auf Möbelstücke nach eigenem Geschmack, und auch das Tafelgeschirr für Staatsbankette kann sie oder er sich auch neu aussuchen.

Normalerweise kümmert sich darum die First Lady, aber da hat Hillary Clinton schon eine Linie gezogen: Um Teller und Tassen und den Blumenschmuck im Weißen Haus würde sie sich wahrscheinlich selber kümmern, sagte sie in mehreren Interviews.

Aber welche Rolle würde Bill dann als Was-auch-immer im Weißen Haus spielen? Zumindest eine grobe Vorstellung hat die potenzielle Präsidentin schon. Sie möchte, dass ihr Mann sie in Sachen Wirtschaft berät. Dass er darin gut sei, habe er schließlich während seiner Präsidentschaft bewiesen.

«Ich möchte, dass er bei der Wirtschaft hilft. Ich möchte, dass er uns hilft, mehr gute Jobs mit mehr Einkommen zu bekommen», sagte Hillary dem «People»-Magazin. «Ich werde ihn nach seinen Ideen, seinem Rat fragen, und ich werde ihn als einen Goodwill-Botschafter nutzen, der durch das Land reist und die besten Ideen ausfindig macht, die wir haben.»

Glaubt man dem konservativen Buchautoren Daniel Halper, (Clinton Inc: The Audacious Rebuilding of a Political Machine), wäre das Reisen vielleicht ein Job nach Bill Clintons Geschmack. Halper zitiert in seiner unschmeichelhaften Biografie über die Clinton-Familie Quellen, nach denen es Bill bei der Vorstellung grause, 2017 ins Weiße Haus zurückzukehren und dort «gefangen» zu sein, an der Leine seiner Frau.

Eines lässt sich gewiss sagen. Bill Clinton gilt nicht unbedingt als ein Typ, der ständig nur die zweite Geige spielen will oder seiner berufstätigen Frau ein Lunch einpackt - eine Aufgabe, über die er 2000 einmal selber ulkte.

Man kann sich ihn auch schlecht als jemanden vorstellen, der einen Gemüsegarten anlegt, mit Kindern Hampelmänner macht wie die sport- und gesundheitsbewusste Michelle Obama oder Schulen besucht wie die stille Laura Bush, um zum Lesenlernen anzuspornen. Und eine Modeikone wie Nancy Reagan oder Jacky Kennedy wird er wohl auch nie werden.

Aber er hat ja ein Vorbild, wie man auch als Ehepartner im Weißen Haus mitmischen kann: seine eigene Frau. Viele glauben, dass Hillary Clinton die stärkste First Lady seit Eleanor Roosevelt war.

Di, 2016-07-26 05:30
Istanbul (dpa) 

Bosporus-Brücke wird in «Brücke der Märtyrer des 15. Juli» umbenannt

Seit 43 Jahren verbindet die Bosporus-Brücke die europäische und die asiatische Seite Istanbuls. Jetzt bekommt sie einen neuen Namen - zum Gedenken an die Opfer des Putschversuches in der Türkei.

Istanbul (dpa) - Zum Gedenken an die Opfer des Putschversuches in der Türkei wird die Bosporus-Brücke in Istanbul umbenannt. Die Brücke über die Meerenge zwischen Asien und Europa in der Millionenmetropole werde künftig den Namen «Brücke der Märtyrer des 15. Juli» tragen, kündigte Ministerpräsident Binali Yildirim nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu am Montagabend nach einer Kabinettssitzung an. Die Sitzung fand im Präsidentenpalast in Ankara unter Vorsitz von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan statt.

Putschisten aus den Reihen der Streitkräften hatten die Brücke in der Nacht vom 15. auf den 16. Juli mit Panzern besetzt. Die Umstürzler eröffneten das Feuer auf Zivilisten, die aus Protest gegen den Putschversuch auf die Brücke vordrangen. Das Bauwerk heißt bislang nur Bosporus-Brücke und verbindet die europäische und asiatische Hälfte der Metropole seit 1973. Weiter nördlich gibt es noch eine zweite Brücke über den Bosporus, eine dritte soll bald öffnen.

Yildirim sagte weiter, in Istanbul und Ankara sollten den «Märtyrern» Denkmäler errichtet werden. Per Dekret würden außerdem die Gendarmerie - aus der mehrere Putschisten gekommen sein sollen - und die Küstenwache dem Innenministerium unterstellt werden. Sie gehören derzeit zu den Streitkräften. Unter dem seit Donnerstag herrschenden Ausnahmezustand kann Erdogan weitgehend per Dekret regieren. Der Putschversuch kostete mindestens 270 Menschen das Leben.

Yildirim kündigte an, seine AKP werde gemeinsam mit anderen Parteien an begrenzten Verfassungsänderungen arbeiten, zu denen er sich nicht konkret äußerte. Ein Treffen auf Einladung Erdogans mit den Chefs der Oppositionsparteien CHP und MHP am Montag habe gezeigt, dass die notwendigen Gemeinsamkeiten dafür vorhanden seien. Auch die pro-kurdische HDP - die nicht zu dem Treffen eingeladen war - könne sich beteiligen. Ziel sei weiterhin, eine ganz neue Verfassung gemeinsam mit den anderen Parteien zu entwerfen.

Di, 2016-07-26 06:00
Düsseldorf (dpa)

Vorbild Tankstelle: Wie das Internet die Preise in Bewegung bringt Von Erich Reimann, dpa

Rauf, runter, rauf: Online-Händler jonglieren immer stärker mit den Preisen. Manchmal sogar mehrmals am Tag. Für die Kunden ist das oft schwer durchschaubar. Doch hilflos ausgeliefert sind sie der Achterbahnfahrt nicht.

Düsseldorf (dpa) - Wer öfter im Internet einkauft, merkt es schnell: Viele Preise fahren Achterbahn. Online-Shops wie Amazon verändern die Preise viel, viel öfter als der Laden nebenan. Der auf E-Commerce spezialisierte Marktforscher Metoda zählte allein bei Amazon in Deutschland im vergangenen April über 3,4 Millionen Preisbewegungen.

Für den Kunden ist das schon heute oft verwirrend. Doch ist der Marketingexperte Martin Fassnacht von der Wirtschaftshochschule WHU überzeugt: «Die Preise im Online-Handel werden in den nächsten Jahren noch mehr in Bewegung geraten. So wie an Tankstellen oder bei Flugreisen werden sie je nach Tageszeit und Nachfrage schwanken.»

Möglich ist das nur, weil die Preise immer öfter vom Computer festgesetzt werden. Eines der Unternehmen, die sich darauf spezialisiert haben, ist der Karlsruher Big-Data-Spezialist Blue Yonder. Sein Gründer, der Physiker Michael Feindt, hat im Zuge seiner Arbeit am Europäischen Kernforschungszentrum CERN einen Algorithmus zur Auswertung großer Datenmengen entwickelt. Das Computerprogramm nutzt er heute, um Unternehmen wie den Versender Otto.de bei der Preisfestsetzung mit wissenschaftlicher Methodik unter die Arme zu greifen.

Das Urteil von Feindt über die Preispolitik vieler deutscher Einzelhändler fällt verheerend aus. «Heute wird noch viel mit dem Bauchgefühl gemacht, oder es gibt einen Preisführer wie Aldi und alle anderen versuchen, hinterher zu laufen. Doch Beides ist ziemlicher Blödsinn», meint Feindt. Stattdessen setzt der Wissenschaftler darauf, mit Computerhilfe die im Handel vorhandenen Datenberge über die Preis- und Umsatzentwicklungen der Vergangenheit zu analysieren, um den idealen Preis für die Gegenwart zu finden. Und der kann durchaus morgens ein anderer sein als abends. Eine wichtige Rolle spielen dabei auch die Ziele des Unternehmens: Soll der Marktanteil gesteigert werden, steht ein höherer Ertrag im Vordergrund oder müssen volle Lager kassenschonend geleert werden.

Für den Kunden macht der High-Tech-Preiszauber den Einkauf nicht einfacher. Selbst wenn er weiß, was er wo kaufen will, wird die Entscheidung über den Zeitpunkt zum Glücksspiel. Zwar gibt etwa der Preisbeobachtungsdienst Spottster einige Tipps für Verbraucher: So seien Elektronikprodukte tendenziell Dienstag etwas günstiger als an anderen Tagen, Wein dagegen sei am Donnerstag billiger, verriet das Unternehmen kürzlich dem Hessischen Rundfunk.

Doch warnt Feindt davor, zu große Hoffnungen in solche Tipps zu setzen. «Ein echt cleverer Preisfestsetzungsalgorithmus ist nicht leicht voraussehbar», betont der Experte. Sonst sei die Gefahr zu groß, das er ausgenutzt werde.

Völlig ausgeliefert ist der Kunde den Computer-Algorithmen dennoch nicht, ist Marketingexperte Fassnacht überzeugt: «Es ist das alte Spiel: Wenn sie günstigere Preise haben wollen, müssen sie sich als Kunde bei der Suche mehr Mühe geben und mehr Zeit investieren. Dann finden sie wahrscheinlich noch ein günstigeres Angebot.»

Aber auch wenn der Kunde den idealen Zeitpunkt zum Einkauf verpasst: Der Schaden dürfte sich nach Einschätzung von Preisfachmann Feindt in den meisten Fällen Grenzen halten. «Die Schwankungen sind in der Regel nicht idiotisch groß. Sie liegen vielleicht bei fünf Prozent, nicht bei 30 Prozent», betont er.

Der Handelsexperte Kai Hudetz vom Kölner Institut für Handelsforschung (IFH) dämpft ebenfalls die Sorgen angesichts der verwirrenden, neuen Preisvielfalt. Letztlich sei der Spielraum der Händler durch die hohe Preistransparenz und die zumeist geringen Gewinnmargen im Online-Handel sehr begrenzt. «Bei zu extremen Preisbewegungen nach unten oder oben drohen rote Zahlen oder die Gefahr, auf der Ware sitzen zu bleiben», meint er.

Die in Deutschland weit verbreitete Angst, dass Online-Händler Kundendaten nutzen könnten, die Preise ganz individuell nach der Zahlungsfähigkeit und -bereitschaft des einzelnen Kunden auszurichten, hält Hudetz erst recht für übertrieben. «In dem harten Wettbewerb im Online-Handel kann kein Anbieter so einfach höhere Preise diktieren, nur weil der Besteller etwa ein iPhone benutzt oder in einem besseren Viertel wohnt.»

Di, 2016-07-26 05:13
dpa - Deutsche Presseagentur GmbH

Bernie Sanders: Clinton muss Präsidentin werden.

«Hillary Clinton muss die nächste Präsidentin der Vereinigten Staaten werden.» 

(Bernie Sanders, im Vorwahlkampf unterlegener Clinton-Rivale, am Montag auf dem Parteitag der US-Demokraten in Philadelphia.)

Di, 2016-07-26 05:11
Philadelphia (dpa)

Sanders stiehlt Clinton beim Demokraten-Parteitag die Auftaktshow

Bernie Sanders kostet den Wahlkampf auch auf dem Parteitag der Demokraten voll aus - und stiehlt damit Hillary Clinton zunächst die Show. Doch dann schlüpft der 74-Jährige in die Rolle des Versöhners.

Philadelphia (dpa) - Tiefe Gräben bei den US-Demokraten: Zum Auftakt des Nominierungsparteitags für die künftige Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton hat ihr Rivale Bernie Sanders noch einmal die Show gestohlen. Umjubelt von Tausenden Delegierten, stellte sich Sanders als der große Versöhner nach einem verbissen geführten Vorwahlkampf den wütenden Protesten seiner Anhängerschaft noch auf dem Parteitag. «Hillary Clinton muss die nächste Präsidentin der Vereinigten Staaten werden», steckte Sanders die Marschrichtung ab. 

«Unsere Revolution zur Transformation Amerikas geht weiter», rief Sanders, mit minutenlangem Jubel empfangen, den Delegierten in Philadelphia zu. «Der Kampf geht weiter!» Bereits zuvor hatte er den Fokus auf den gemeinsamen Gegner gerichtet. «Wir müssen Trump schlagen, und wir müssen Hillary Clinton wählen», sagte der Senator am Montag vor Hunderten von Menschen in Philadelphia. 

Trump sei der schlimmste Kandidat in der modernen Geschichte der USA. Die Rede des 74-Jährigen hatte die Parteitagsregie kurzfristig als Schluss- und Höhepunkt des ersten Tages von Philadelphia geplant. Michelle Obama musste nach vorne rücken.

Dennoch lieferte die First Lady einen flammenden Appell für die frühere Außenministerin ihres Mannes als nächste Präsidentin der USA. «Wegen Hillary Clinton nehmen es meine Töchter als gegeben an, dass eine Frau Präsidentin der Vereinigten Staaten werden kann», sagte Obama. «In diesem Wahlkampf bin ich bei Hillary Clinton», rief sie zur Begeisterung der mehr als 4700 Delegierten. Clintons Rede wird erst für Donnerstag erwartet. 

Der Parteitag in Philadelphia drohte zu seinem Beginn die Gräben zwischen den Lagern von Hillary Clinton und Bernie Sanders zu vertiefen. Die Sanders-Anhänger sind unzufrieden, weil sie sich von der Parteiführung betrogen und benachteiligt fühlen. Eine E-Mail-Affäre, kurz vor dem Parteitag von der Plattform Wikileaks enthüllt, schürte die Stimmung weiter an. Parteichefin Debbie Wasserman Schultz musste unter dem Druck der Affäre zurücktreten und war nicht einmal mehr - wie eigentlich geplant - zur Eröffnung der Versammlung vor die Delegierten getreten.

Die verbliebene Parteiführung entschuldigte sich in einem Statement offiziell bei Sanders. «Im Namen Aller im Nationalen Komitee der Demokraten möchten wir eine tiefgreifende und aufrichtige Entschuldigung anbieten, an Bernie Sanders, seine Anhänger und die gesamte demokratische Partei, für die unentschuldbaren Bemerkungen in E-Mails», heißt es in der Mitteilung. 

Sanders selbst, der Vorwahlen in 23 Staaten gegen Clinton gewonnen und 1900 der mehr als 4700 Delegiertenstimmen für sich verbucht hatte, rief seine Anhänger zur Mäßigung auf. Sie demonstrierten seit Sonntag zu Tausenden in den Straßen von Philadelphia und prägten mit provakanten Plakaten wie «Never Clinton» das Bild. 

Hinter den Kulissen verabredeten sich die Lager Clintons und Sanders', zu einem Nichtangriffspakt. Sanders richtete laut «Washington Post» eine Textnachricht an ausgewählte Delegierte, um das lautstarke Ausbuhen Clintons auf dem Parteitagsparkett zu stoppen. Beide Lager schärften den Rednern ein, die Gemeinsamkeiten hervorzuheben.

Sanders hatte sich im Wahlkampf für Themen wie einen Mindestlohn von 15 Dollar, für den Kampf gegen Klimawandel und das Diktat der Finanzbranche eingesetzt und die Demokraten damit inhaltlich nach links gerückt. «Wir haben progressivste Parteiprogramm in der Geschichte», sagte der demokratische Abgeordnete Keith Ellison.

Di, 2016-07-26 04:35
Philadelphia (dpa)

Michelle Obmama erobert Demokraten-Parteitag

Philadelphia (dpa) - Mit einem flammenden Wahlaufruf für Hillary Clinton hat First Lady Michelle Obama die Herzen der Delegierten beim Demokraten-Parteitag in Philadelphia erobert. «Sie hat die Größe und das Herz», sagte Obama über Hillary Clinton, die auf dem Parteitag zur Kandidatin für das Präsidentenamt der Vereinigten Staaten gewählt werden soll.

«Wegen Hillary Clinton halten es meine Töchter für gegeben, dass eine Frau Präsidentin der Vereinigten Staaten werden kann», sagte Obama. Clinton bewirbt sich für die Demokraten um die Nachfolge Barack Obamas, ihr Gegner wird der Republikaner Donald Trump sein. 

Schon bei der Ankündigung des Namens von Michelle Obama sprangen die Delegierten von den Sitzen und hielten pinkfarbene «Michelle»-Stelen in die Höhe. Die First Lady lieferte die meistumjubelte Rede des ersten Tages des Demokraten-Konvents ab. «Unglaubliche Rede von einer unglaublichen Frau», twitterte der Präsident höchstpersönlich.

Di, 2016-07-26 04:30
Berlin/Ansbach (dpa)

Kriminologe: Berichte über Gewalttaten können Nachahmer motivieren

Berlin/Ansbach (dpa) - Die mediale Berichterstattung über die Gewalttaten von Nizza, Würzburg und München hat aus Expertensicht womöglich zum Anschlag im fränkischen Ansbach beigetragen. Es sei denkbar, dass die intensive Berichterstattung über die Gewalttaten der vergangenen Wochen ein «Auslösemoment» für den Täter war, sagte der Kriminologe und ehemalige niedersächsische Justizminister Christian Pfeiffer der Deutschen Presse-Agentur. «Die mediale Intensität ist ein Verstärkungseffekt für diese Menschen, die alle auf der Kippe stehen.» Seiner Meinung nach war der Zeitpunkt des Bombenanschlags in Ansbach daher kein Zufall.

Bei einer Explosion am Sonntagabend in der bayerischen Kleinstadt wurden mindestens 15 Menschen verletzt. Verantwortlich war mutmaßlich ein 27-jähriger syrischer Flüchtling, der bei dem Anschlag getötet wurde. Vor einer Woche hatte ein 17-Jähriger in einem Regionalzug bei Würzburg mit einer Axt und einem Messer fünf Menschen verletzt, am Freitag erschoss in München ein 18-jähriger Amokläufer neun Menschen. Vor knapp zwei Wochen fuhr ein 31-jähriger Tunesier in eine Menschenmenge in Nizza und tötete 84 Menschen.

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Das Wissen zu den Anlagetricks von morgen.

Und die Skrupellosigkeit meines Beraters. 
Unsere Experten analysieren globale Trends im Geldwäschesektor. Panama war gestern, morgen finden wir anderswo ein trockenes Plätzchen für Ihr Schwarzgeld. Vertrauen Sie uns: Wir mischen aus Tradition in jedem Finanzskandal mit. Und ob Waffenfabriken, Atom- oder Kohlekraftwerke – wir stecken Ihr Geld in jede tödliche Industrie.
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Unser Wissen für Ihr schmutziges Geld.
Gewissenlos aus Gewinnsucht

Kohleschlote? Atomwaffensilos? Keine Ahnung. Wir lassen Gras über die Sachen wachsen.

 

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STUPID.T ist die erste und einzige Maschine, die auf Knopfdruck Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der menschlichen Zivilisation erzeugt. Man stecke eine überteuerte Einwegkapsel mit etwas 08/15-Tee ins Gerät, betätige die Taste – und schon gibt’s jede Menge bunten Alu- und Plastikabfall.

Entdecken Sie die neue, besonders überflüssige Art der Müllerzeugung.
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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb, selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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