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umweltschutz / 12.Feb 2016

Fasten für eine bessere Welt

Das vorösterliche Fasten ist ein wenig aus der Mode gekommen. Doch nun erfinden viele Menschen es neu: Warum nicht die vierzig Tage dazu nutzen, einen umweltfreundlicheren Lebensstil auszuprobieren? Wir haben vier Anregungen zusammengestellt.​

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So, 2016-02-14 11:14
München (dpa)

«Ergebnisse» und zentrale Debatten der Münchner Sicherheitskonferenz

München (dpa) - Kontroversen über einen neuen «Kalten Krieg» und die Krise in Syrien haben die diesjährige Münchner Sicherheitskonferenz beherrscht. Ein Überblick über die wichtigsten Debatten:

KALTER KRIEG: Der russische Präsident Dmitri Medwedew sorgt in München mit drastischen Worten für Aufsehen: Er sieht Ost und West wieder in einem Kalten Krieg. Außenminister Frank-Walter Steinmeier meint dagegen, man könne den Zustand der Beziehungen zwischen dem Westen und Russland nicht so beschreiben. Die litauische Präsidentin Dalia Grybauskaite argumentiert mit Blick auf das russische Eingreifen in Syrien und in der Ukraine, es sei alles viel schlimmer: «Das ist alles andere als kalt - das ist jetzt schon heiß.»

SYRIEN: Kurz nach der Münchner Syrien-Konferenz dämpft Russlands Außenminister Sergej Lawrow die Hoffnungen auf eine baldige Waffenruhe. Als er gefragt wird, wie hoch er auf einer Skala von 1 bis 100 die Chance einschätze, dass es wirklich zu einer Feuerpause komme, sagt Lawrow nach einer sehr ausführlichen Antwort: «49». US-Außenminister John Kerry warnt vor einem Scheitern der Münchner Einigung, wonach es innerhalb einer Woche eine Waffenruhe geben soll. Ein extrem pessimistisches Bild malt US-Senator John McCain.

KAMPF GEGEN DEN TERROR: Frankreichs Premierminister Manuel Valls warnt vor weiteren islamistischen Terrorattacken in der Art der Pariser Anschläge: «Es wird weitere Angriffe geben, große Anschläge geben, so viel ist sicher.» Mit der Terrormiliz Islamischer Staat sei keine Diplomatie möglich, sagt er - den IS müsse man ausrotten. Auch Jordaniens König Abdullah II. und andere rufen zum gemeinsamen Kampf gegen den IS auf. Saudi-Arabiens Außenminister Adel al-Dschubair sagt in München: «Das ist eine Sekte, die geschlagen werden wird.»

FLÜCHTLINGSKRISE: Wenige Tage vor dem EU-Gipfel schließt Valls aus, dass Frankreich weitere Flüchtlinge aufnimmt. Er stellt sich damit gegen Pläne von Kanzlerin Angela Merkel (CDU), Schutzsuchende in der EU gleichmäßiger zu verteilen. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu fordert einen effektiven Kampf gegen Schleuser, eine Bekämpfung der Fluchtursachen und eine «kontrollierte Migration».

BUNDESWEHR: Die Bundeswehr soll syrische Flüchtlinge für den Wiederaufbau ihres Landes nach einem Ende des Bürgerkriegs ausbilden: Von der Leyen kündigt in ihrer Rede in München ein Programm zur Schulung von Handwerkern, Technikern oder auch Logistikern an.

UKRAINE: Ein Jahr nach der Minsker Einigung auf einen Friedensplan für die Ostukraine zieht Außenminister Steinmeier eine ernüchternde Bilanz. Man sei «ein ganzes Stück von der Umsetzung» entfernt, sagt er nach einem Treffen mit seinen Kollegen aus Russland, der Ukraine und Frankreich (Normandie-Format) am Rande der Sicherheitskonferenz.

NAHOST: Am Rande der Konferenz gibt es ein Treffen des sogenannten Nahost-Quartetts aus den USA, Russland, EU und Vereinten Nationen. Es wird vereinbart, so schnell wie möglich einen Bericht zur aktuellen Konfliktlage zu erstellen. Über dieses Gutachten sollen Israel und die Palästinenser zu neuen Friedensverhandlungen bewegt werden.

NATO/RUSSLAND: Es gibt zudem separate Gespräche über eine mögliche Wiederbelebung des sogenannten Nato-Russland-Rats. Doch Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg kann nach einer Diskussion mit Russlands Außenminister Sergej Lawrow keine Einigung verkünden.

LIBYEN: Mehrere Außenminister reden unter sich auch über die Krise in dem nordafrikanischen Land. Steinmeier bekräftigt die Bereitschaft Deutschlands zur Mithilfe bei der Stabilisierung Libyens, das als Rückzugsgebiet von Terroristen des sogenannten Islamischen Staats.

So, 2016-02-14 11:06
Wolfsburg (dpa)

«BamS»: VW-Spitze schon früh über drohende US-Ermittlungen informiert

Wolfsburg (dpa) - In der Abgasaffäre bei Volkswagen soll der zurückgetretene Vorstandschef Martin Winterkorn nach Informationen der «Bild am Sonntag» schon im Frühling 2014 von einer drohenden Suche der US-Behörden nach einer Betrugssoftware erfahren haben. Die Zeitung beruft sich auf interne Dokumente, die dem Blatt vorlägen. Aus den zitierten Passagen geht allerdings keine direkte Kenntnis Winterkorns von illegalen Manipulationen hervor.

Dem Zeitungsbericht zufolge soll Winterkorn fast eineinhalb Jahre vor dem Auffliegen der Affäre von einem Vertrauten einen Brief bekommen haben, in dem es heiße: «Es ist zu vermuten, dass die US-Behörden die VW-Systeme daraufhin untersuchen werden, ob Volkswagen eine Testerkennung in die Motorsteuergeräte-Software implementiert hat (sogenanntes Defeat Device).»

Ein Volkswagen-Sprecher sagte dazu am Wochenende der Deutschen Presse-Agentur: «Wir kommentieren den gesamten Vorgang nicht.» Er verwies auf laufende Untersuchungen. VW hat die US-Anwaltskanzlei Jones Day mit internen Ermittlungen beauftragt. Ergebnisse sollen im April bekanntgegeben werden. Winterkorn war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. «Auf BamS-Anfrage wollte sich der Ex-Firmenpatriarch wegen der laufenden Ermittlungen in der Affäre nicht äußern», schreibt die Zeitung.

Winterkorn war wegen der Abgas-Affäre am 23. September 2015 zurückgetreten. Er übernahm damit die Verantwortung für die Unregelmäßigkeiten bei Dieselmotoren, obwohl er nach eigenem Bekunden und auch nach Aussage des Aufsichtsratspräsidiums keine Kenntnis von den illegalen Manipulationen hatte. «Ich tue dies im Interesse des Unternehmens, obwohl ich mir keines Fehlverhaltens bewusst bin», hatte Winterkorn erklärt. «Ich bin bestürzt über das, was in den vergangenen Tagen geschehen ist. Vor allem bin ich fassungslos, dass Verfehlungen dieser Tragweite im Volkswagen Konzern möglich waren.»

Die US-Umweltbehörde hatte fünf Tage zuvor mitgeteilt, dass VW mit Hilfe einer Software Stickoxid-Messwerte (NOx) von Dieselautos bei Tests auf Prüfständen manipuliert hat, um die Vorgaben der Behörden zu erfüllen. VW gab die Aktion zu, der Aktienkurs brach ein. Manipuliert wurde bei Dieselmotoren in weltweit bis zu 11 Millionen Autos verschiedener Konzernmarken.

So, 2016-02-14 11:43
Berlin (dpa)

Stahlkocher warnen vor Dumpingkonkurrenz und Lasten beim Klimaschutz

Berlin (dpa) - Die deutsche Stahlindustrie fürchtet übermäßige Belastungen wegen der Klimapolitik der EU. «Der Vorschlag zum Emissionshandel ab 2021 zeugt nicht von wirtschaftspolitischem Sachverstand: Arbeitsplätze, Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum sind mit dem Vorschlag jedenfalls nicht vereinbar», sagte der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Hans Jürgen Kerkhoff, der Berliner Zeitung «Tagesspiegel» (Montagausgabe). «Wenn die Grundstoffindustrien kaputtgehen, wird es gefährlich für die Industrie insgesamt.» Kerkhoff forderte außerdem die EU zu einem schärferen Vorgehen gegen Billigpreise chinesischer Stahlhersteller auf.

Die EU will ihren CO2-Ausstoß bis 2030 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken. In diesem Zusammenhang soll ab 2019 auch das Angebot an CO2-Zertifikaten knapper werden. Ab 2021 soll die verfügbare Zahl Verschmutzungsrechten noch mehr abnehmen.

Der Europachef des indischen Stahlherstellers Tata, Karl-Ulrich Köhler, unterstrich die Forderungen seiner Branche nach schärferen Anti-Dumping-Verfahren gegen Billigstahl vor allem aus China. «Wir wollen keine Geschenke, sondern faire Wettbewerbsbedingungen», sagte er dem «Handelsblatt» (Montagsausgabe). «Die Verfahren müssen schneller und direkter auf den Weg gebracht werden.»

Tausende Stahlarbeiter wollen am Montag in Brüssel aus Protest gegen die Billigkonkurrenz aus China auf die Straße gehen. Der Europäische Stahlverband Eurofer erwartet mehr als 5000 Teilnehmer zu der Demonstration. Die Stahlbranche in Europa ächzt unter einem Verfall der Stahl- und Rohstoffpreise. Branchengrößen wie ArcelorMittal und ThyssenKrupp kämpfen mit dem schwierigen Umfeld. In einem Brandbrief hatten Deutschland und sechs weitere Länder die EU zum Handeln aufgefordert. Die heimische Industrie müsse gegen «unfaire Handelspraktiken» geschützt werden, hieß es.

So, 2016-02-14 12:01
Bern (dpa)

Schweiz ermöglicht Iran und Saudi-Arabien diplomatische Kontakte

Bern (dpa) - Die neutrale Schweiz ermöglicht Saudi-Arabien und dem Iran künftig indirekte diplomatische Kontakte. Über ihre Botschaften werde sie die Interessen Saudi-Arabiens im Iran und umgekehrt jene des Irans in Saudi-Arabien wahrnehmen, teilte das Außenministerium in Bern am Sonntag mit. Die religiös und politisch zerstrittenen Länder hatten ihre diplomatischen Beziehungen Anfang Januar abgebrochen.

Vorausgegangen war die Erstürmung der Botschaft der Ölmonarchie in Teheran durch Bürger, die gegen die Hinrichtung des schiitischen Geistlichen Nimr al-Nimr und 46 weiteren Gefangenen in Saudi-Arabien protestierten. Der schiitische Iran und das sunnitisch geprägte Königreich ringen um die Vormachtstellung in ihrer Region. Im Syrien-Konflikt unterstützt Riad Rebellengruppen, während Teheran auf der Seite des Assad-Regimes steht.

Die Übernahme sogenannter Schutzmachtmandate für beide Länder gab die Schweiz nach einem eintägigen Besuch ihres Außenministers Didier Burkhalter in Riad bekannt. Die Schweiz wolle damit einen Beitrag für Stabilität in der Region leisten. Ein Schutzmachtmandat beinhalte eine Art diplomatische «Briefträgerfunktion», heißt es auf der Website des Ministeriums. Diese Dienstleistung erlaube es «den betroffenen Staaten, minimale Beziehungen aufrecht zu erhalten.»

So, 2016-02-14 11:17
Istanbul (dpa)

Saudi-Arabien bestätigt Verlegung von Kampfflugzeugen in die Türkei

Istanbul (dpa) - Saudi-Arabien hat die Entsendung von Jets in die Türkei zum Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bestätigt. Das Königreich habe Kampfflugzeuge zum Nato-Stützpunkt Incirlik nahe der syrischen Grenze geschickt, sagte ein saudischer Brigadegeneral dem arabischen Nachrichtenkanal Al Arabija in einem Bericht vom Sonntag. Die Maßnahme sei Teil des saudischen Plans, den Kampf gegen die Dschihadisten in Syrien zu intensivieren. Um wie viele Maschinen es sich handelt, blieb zunächst unklar.

Die Regierung in Ankara hatte die Verlegung der Flugzeuge bereits angekündigt. Das Land hatte im vergangenen Jahr nach langem Zögern die Nutzung der Luftwaffenbasis Incirlik für Luftschläge - auch der USA - gegen den IS erlaubt.

Außenminister Mevlüt Cavusoglu hatte zudem einen möglichen Bodeneinsatz der Türkei und Saudi-Arabiens gegen den IS in Syrien nicht ausgeschlossen. «Die Türkei und Saudi-Arabien könnten eine Bodenoperation starten», sagte er der Zeitung «Yeni Safak». Sie müsste allerdings Teil einer breiteren Anti-IS-Strategie sein.

Saudi-Arabien hatte Anfang des Monats seine Bereitschaft für einen Bodeneinsatz in dem Bürgerkriegsland im Rahmen der internationalen Koalition erklärt. Die USA und andere westliche Staaten lehnen aber den Einsatz eigener Bodentruppen in Syrien ab.

So, 2016-02-14 12:02
München (dpa)

UN kritisieren fehlende Sicherheitsgarantien für Syrien-Hilfe

München (dpa) - Die Vereinten Nationen haben am Sonntag noch immer auf Sicherheitsgarantien für dringend benötigte Hilfslieferungen in belagerte Bürgerkriegsgebiete in Syrien gewartet. «Es ist komplizierter als erwartet», sagte der stellvertretende UN-Generalsekretär Jan Eliasson der Deutschen Presse-Agentur am Rande der Sicherheitskonferenz in München. Neben der Zusicherung eines sicheren Zugangs durch die Konfliktparteien fehlten auch noch Papiere, für die das Regime von Machthaber Baschar al-Assad zuständig sei. «Da muss sich jetzt schnell etwas tun», forderte Eliasson. UN-Schätzungen zufolge sind in 50 belagerten Orten in Syrien etwa 400 000 Menschen eingeschlossen.

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So, 2016-02-14 11:02
Stockholm (dpa)

Eagles of Death Metal setzen nach Terrorattacken Europatour fort

Emotionale Tour-Rückkehr: Genau drei Monate, nachdem Terroristen beim Konzert der Eagles of Death Metal in Paris um sich schossen und 89 Menschen töteten, hat die Band ihre Europatournee fortgesetzt.

Stockholm (dpa) - Drei Monate nach der Terrorattacke bei ihrem Konzert in Paris hat die US-Band Eagles of Death Metal ihre Europatournee in Stockholm fortgesetzt. Die Musikgruppe spielte am Samstagabend in dem Club «Debaser Medis» in der schwedischen Hauptstadt. «Wir waren nie weg. Wir haben nur eine Pause gemacht», sagte der Frontmann der Band, Jesse Hughes, kurz vor dem Gig der Zeitung «Dagens Nyheter». Am Sonntag sollte der zweite Auftritt der wieder aufgenommenen Tour in der norwegischen Hauptstadt Oslo folgen.

Am Dienstag tritt die Band erstmals seit den Anschlägen wieder mit einem eigenen Konzert in Paris auf. Der Musikclub «Bataclan» war am 13. November 2015 während eines Auftritts der Gruppe von einem der drei Terrorkommandos überfallen worden. Dort starben die meisten der 130 Todesopfer der Attacken in Saint-Denis und Paris.

Er könne es nicht abwarten, zurück nach Paris zu kommen, sagte Hughes «Dagens Nyheter». Für das neue Konzert im «Olympia» konnten die Fans, die den Abend im «Bataclan» miterlebt hatten, eine kostenlose Karte bekommen. «Ich darf sie nur nicht enttäuschen», meinte der Sänger. Den Auftritt in Stockholm habe die Gruppe auch zum «Aufladen» vor der emotionalen Herausforderung in der französischen Hauptstadt gebraucht.

So, 2016-02-14 11:00
München (dpa)

Dobrindt: Seehofer ist «gefühlter Spitzenkandidat» bei Bundestagswahl

München (dpa) - Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt rät seiner Partei, im Bundestagswahlkampf 2017 voll auf CSU-Chef Horst Seehofer zu setzen - also nicht auf Kanzlerin Angela Merkel, falls sie wieder antritt. «Der gefühlte Spitzenkandidat der CSU für die Bundestagswahl wird Horst Seehofer sein», sagte der CSU-Politiker der «Bild am Sonntag». Auf die Frage, wer tatsächlich Spitzenkandidat sein werde, antwortete er: «Ich kann der CSU nur raten, bei der Bundestagswahl Horst Seehofer zu plakatieren.»

Zugleich verteidigte Dobrindt seine öffentliche Kritik an Merkels Flüchtlingspolitik. «Ich vertrete in der Koalition die CSU, und außerdem gehe ich davon aus, dass man in hohe politische Ämter gewählt wird, um für seine Überzeugung zu werben und diese nicht zu verstecken.» Seine deutlichen Worte hätten der Zusammenarbeit im Kabinett nicht geschadet.

So, 2016-02-14 10:50
Istanbul (dpa)

Türkische Armee beschießt Kurden im Norden Syriens - zwei Tote

Wenig macht der Türkei solche Sorge wie Erfolge kurdischer Kämpfer in Nordsyrien, auch wenn diese gegen Islamisten vorgehen. Am Wochenende beschoss die Armee neu eroberte Stellungen der Einheiten - vorgeblich wegen eines Angriffs der Kurden.

Istanbul (dpa) - Die türkische Armee hat im Norden Syriens Gebiete unter kurdischer Kontrolle mit Artillerie beschossen. Bei den Angriffen am Wochenende auf neu eroberte Stellungen der Einheiten nördlich der heftig umkämpften Großstadt Aleppo seien am Samstag und Sonntag mindestens zwei Kämpfer getötet und sieben verletzt worden, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. In der Region waren kurdische Volksschutzeinheiten (YPG) und arabische Verbündete zuletzt gegen islamistische Rebellen vorgerückt.

Die türkische Nachrichtenagentur Anadolu meldete am Samstag, bei dem Beschuss habe es sich um eine Reaktion auf einen Angriff auf die türkische Provinz Hatay gehandelt.

Bei der YPG handelt es sich um den syrischen Ableger der verbotenen Arbeiterpartei PKK. Die kurdischen Volksschutzeinheiten gehören im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien zum wichtigsten Verbündeten des Westens. Die Türkei bekämpft jedoch die PKK und befürchtet, dass die YPG und ihre Verbündeten die gesamte Grenze zur Türkei unter ihre Kontrolle bringen. Die Kurden haben dort in großen Gebieten bereits eine Selbstverwaltung errichtet.

Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde
Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

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Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

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Großbritannien: Schlafende Konten
Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

Geht doch!

Es muss nicht immer das Auto sein


Ein innovatives Mobilitätskonzept für Helsinki soll Mensch und Umwelt zugute kommen.

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Finnlands Hauptstadt will die Blechlawinen eindämmen. Aber nicht mit Verboten, sondern mit einer attraktiven Mobilitäts-App: Mit einem Klick verrät diese das optimale Verkehrsmittel für die jeweilige Route. Die Kunden können flexibel Carsharing, Leihräder, Busse, Bahnen oder auch Kleinbusse nutzen. Diese holen Passagiere nach Bedarf ab und bieten Gratis-Wi-Fi. Bezahlt werden muss nicht jeder Fahrschein einzeln, das System rechnet die Fahrten zentral ab. Bis 2025 will die Stadtverwaltung Helsinkis das innovative Konzept einführen und dadurch den öffentlichen Nahverkehr so einfach und günstig machen, dass private Autos überflüssig werden. Stadtentwickler und Verkehrsplaner schwärmen schon heute von den neuen Perspektiven für die Bewohner: Aus Parkplätzen werden Radwege, Alleen oder Fußgängerzonen und aus Parkhäusern Wohnraum. Die kommunale Verkehrsexpertin Sonja Heikkilä ist überzeugt, dass sich diese Vision realisieren lässt, zumal die junge Generation Autos nicht mehr als Statussymbol betrachte. Ein Wermutstropfen bleibt allerdings: An Konzernen wie Google führt bei dieser Mobilitätsnutzung kein Weg vorbei. Der Fahrgast wird gläsern.
hsl.fi/en/strategy

 

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Hamburg/Dortmund: Draht nach Hause
Angeblich um eine illegale Nutzung zu verhindern, stellen die Behörden in Flüchtlingsheimen oft keinen Internetzugang bereit. Private Initiativen wie die Freifunker wollen das ändern: Sie stellen WLAN-Router zur Verfügung und ermöglichen Hunderten von Flüchtlingen, mit ihren Familien in Kontakt zu bleiben, online Deutsch zu lernen oder sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden.
freifunk.net

USA: Ölfressende Pflanzen
Biologisch abbaubare Substanzen sollen in Zukunft Ölteppiche beseitigen. Aus Pflanzen entwickelten US-Wissenschaftler einen als Phytol bezeichneten Alkohol, der den Ölfilm zusammendrängt. Die organischen Moleküle werden im Wasser gespalten und abgebaut. Aufgelegt wurde das Forschungsprogramm nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko im Jahr 2010. Finanziert hat es ausgerechnet der Mineralölkonzern BP.

Kopenhagen: Reste à la carte
Im dänischen Restaurant „Rub & Stub“ kommt seit Herbst 2014 auf den Tisch, was sonst im Müll gelandet wäre. Das nachhaltige Konzept kommt gut an – die Gäste stehen Schlange und sind gespannt darauf, welches Menü die Küchencrew aus den gelieferten Zutaten zaubert. In Amsterdam und Berlin macht das Experiment Schule. „Restlos glücklich“ heißt der deutsche Ableger. Das deutsche Start-up rief Mitte August eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben. Die Macher wollen nicht nur Lebensmittel retten, sondern auch ihre Gäste zum Nachdenken über ihren Umgang mit Nahrungsmitteln anregen.

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So, 2016-02-14 10:48
München (dpa)

US-Senator McCain: Putin will nicht unser Partner sein

München (dpa) - US-Senator John McCain glaubt nicht an eine Feuerpause in Syrien. Auf der Münchner Sicherheitskonferenz kritisierte er am Sonntag das Abkommen über eine Eindämmung der Gewalt in dem Bürgerkrieg als unwirksam. «Es erlaubt Russland die Bombardements von Terroristen fortzusetzen», sagte McCain. Aber Moskau bestehe darauf, jeden als Terroristen ansehen zu können - sogar Zivilisten. «Ich wünschte, ich könnte die Einschätzung einiger meiner Freunde teilen, die diese Vereinbarung als potenziellen Durchbruch sehen. Aber leider kann ich das nicht.»

Der republikanische Hardliner machte deutlich, dass er keinerlei Vertrauen in den Willen des russischen Präsidenten Wladimir Putin zum Einlenken in dem Konflikt hat. «Herr Putin ist nicht daran interessiert, unser Partner zu sein», sagte er. Putin wolle das Regime von Baschar al-Assad stützen und Russland als eine wesentliche Macht im Nahen und Mittleren Osten etablieren. «Das einzige, das sich an Herrn Putins Einstellung geändert hat, ist, dass sein Appetit beim Essen steigt.»

So, 2016-02-14 10:19
Moskau (dpa)

Putin spricht mit Obama über Waffenruhe in Syrien und über Ostukraine

Moskau (dpa) - Kremlchef Wladimir Putin und US-Präsident Barack Obama haben sich bei einem Telefonat nach Angaben aus Moskau für weitere Verhandlungen über eine baldige Waffenruhe in Syrien ausgesprochen. Die Staatsoberhäupter lobten ausdrücklich die am Rande der Münchener Sicherheitskonferenz erzielten Ergebnisse, teilte der Kreml mit.

Putin habe erneut für eine internationale Anti-Terror-Koalition in Syrien geworben, hieß es am Sonntag. Enge Kontakte zwischen den Verteidigungsministerien Russlands und den USA seien weiterhin nötig - etwa auch für humanitäre Hilfe in dem Bürgerkriegsland. Dazu würden die Behörden beider Länder künftig noch intensiv zusammenarbeiten.

Russland stützt das Regime in Damaskus mit Luftangriffen. Der Westen wirft Moskau vor, auch Zivilisten und die Opposition zu treffen.

Putin und Obama sprachen dem Kreml zufolge auch über den Krieg in der Ostukraine. Dabei habe der russische Präsident von der Führung in Kiew gefordert, die vor einem Jahr in Minsk vereinbarten Punkte umzusetzen. Dazu gehört ein Sonderstatus für die Separatistengebiete.

Unter Vermittlung von Bundeskanzlerin Angela Merkel hatten sich die Konfliktparteien am 12. Februar 2015 auf einen Friedensplan geeinigt. Für die schleppende Umsetzung geben sich die prowestliche Regierung in Kiew und die prorussischen Aufständischen gegenseitig die Schuld.

So, 2016-02-14 10:49
dpa - Deutsche Presseagentur GmbH

US-Senator McCain über den russischen Präsidenten Wladimir Putin

«Das Einzige, das sich an Herrn Putins Einstellung geändert hat, ist, dass sein Appetit beim Essen steigt.»

(US-Senator John McCain am Sonntag bei der Münchner Sicherheitskonferenz über den russischen Präsidenten Wladimir Putin.)

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Royale Reneklode

(Prunus domestica subsp. italica)
Sie ist die wenig bekannte Königin der Hauspflaumen – oder zumindest eine ziemliche Prinzessin auf der Erbse. Und sie hat ihren hässlichen Namen auf keinen Fall verdient. Warum, erfahren Sie hier

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Das Deutsche verdankt dem Französischen wohlklingende Worte wie Aubergine, Bonbon und Croûton. Auch Éclair und Filet sind Einwanderer, die nicht zur Überintegration gezwungen wurden, ganz anders als die Kuvertüre und die Reneklode. Ein Wort, das sich im Mund nicht wie Steinobst, sondern wie ein Stein anfühlt und nur entfernt an seine Herkunft erinnert. Können Sie das Original aus dem Ärmel schütteln, aus der Lamäng (la main), wie der Deutsche sagt? Reine-Claude, Königin Claudia, nennen unsere Nachbarn die rare Süße. Ränklod müssten wir schreiben, wenn wir – wie im Fall der Kuvertüre – wenigstens den Klang des Wortes nachahmen wollten. Aber das wäre noch hässlicher.

Claudia von Frankreich war eine Renaissance-Dame, die Franz dem Ersten zwischen 1515 und 1524 acht Kinder gebar, jung starb und wenn vielleicht nicht den König, so doch Renekloden über alles geliebt haben soll. Es ist nicht klar, ob die Früchte möglicherweise auch nach dem Obstkundler René Claude heißen könnten. Auf jeden Fall dürften sie zu Reine Claudes Zeit der Dernier Cri (letzte Schrei) gewesen sein. Kam das aus Armenien stammende Rosengewächs – anders als das Gros der Pflaumenarten – doch nicht schon in der Antike, sondern erst im Spätmittelalter nach Europa.

Zart (délicate) wie ihre Namenspatronin und damit im Wortsinn eine Delikatesse ist die Reneklode. In der weitverzweigten Pflaumenfamilie ist sie die Prinzessin auf der Erbse: Sie ist schwer zu finden, und man erkennt sie an ihrer empfindlichen Haut. Weil sie behandelt werden will wie ein rohes Ei und schnell verdirbt, drückt sich der Handel vor ihr. Liebhaber pflanzen sie am besten im eigenen Obstgarten oder finden sie mit Glück auf dem Wochenmarkt – und auch dort nur selten. Von allen Vertreterinnen ihres Klans hat sie die kürzeste Ernteperiode. Renekloden reifen nur im Juli und August.

Doch der Beschaffungsaufwand lohnt sich. Das aprikosengroße, runde Obst, das je nach Sorte grasgrün, gelblich grün oder rötlich violett leuchtet, ist nicht nur erfrischender und saftiger als Hauspflaumen, Mirabellen und Zwetschgen, es hat dank seines würzigen Spiels von Süße und Säure auch ein intensiveres Aroma als die bürgerliche Verwandtschaft. Frisch vom Baum schmecken die im süddeutschen Raum auch Reinklaue, Ringlo oder Renglotta genannten Früchte am besten. Ihr üppiges grünweißes Fruchtfleisch ist meist fest mit dem Kern verwachsen, sodass die Verarbeitung – außer im Rezept rechts – mühsam ist. Für unverdrossene Fruchtpuler eignen sich Konfitüre (confiture) und Mus hervorragend zum Transport eines Stückchens Sommer in die kalte Jahreszeit. Renekloden passen aber auch zu Deftigem wie Wild und dunklen Soßen. Und falls es danach ein Digestif (Verdauungsschnaps) sein darf: Reneklodenbrände sind rar, aber umwerfend.

Gesund ist Ihre Majestät sowieso. Sie enthält mehr Eisen als andere Arten und viel weniger Zucker als ihr Geschmack vermuten lässt. Außerdem ist sie reich an Kalium, Vitamin A und hilft gegen Vitamin-B-Mangelsymptome wie eingerissene Mundwinkel. Und eben diese sollten wir nicht hängen lassen. Es muss doch möglich sein, eine Frucht von solcher Qualität formschön ins Deutsche zu übertragen. Die Schweizer nennen sie Edel-, die Österreicher Zuckerpflaume. Die Norweger und Italiener übersetzen unfrei: Reine-Claude und regina claudia. Und wir? Finden im Duden doch noch die alternative Schreibweise Reineclaude. Es ist nicht die empfohlene, aber bitte greifen Sie zu! Und genießen Sie den Augenschmaus. Wir schreiben doch hier auch nicht Allasäsong drüber.

Frisch vom Baum gibt's die Reneklode ab August.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen
 

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So, 2016-02-14 10:54
Athen (dpa)

Griechische Polizei nimmt Waffenschmuggler fest

Waffenschmuggler sind der griechischen Polizei ins Netz gegangen. Sind sie Dschihadisten oder kurdische Peschmerga? Die Polizei, die Hafenpolizei, Nachrichtendienste und Interpol ermitteln.

Athen (dpa) - Sicherheitskräfte in der griechischen Grenzstadt Alexandroupolis haben am Samstag drei Waffenschmuggler auf dem Weg nach Nahost festgenommen. Zudem seien große Mengen an Waffen und Munition sichergestellt worden. Nach Informationen des staatlichen Rundfunks handelt es sich bei den Festgenommenen um irakische Kurden, die mit britischen Pässen unterwegs waren. In ersten Berichten hatte es noch geheißen, es seien zwei mutmaßliche Dschihadisten festgenommen worden.  

Die Waffen und die Munition waren nach Berichten örtlicher Nachrichtensender in zwei Wohnmobilen versteckt. Das eine Wohnmobil wurde in der Nähe des Hafens von Alexandroupolis von Beamten der Hafenpolizei sichergestellt. Darin seien 20 000 Patronen und 18 Waffen entdeckt worden. Zwei Männer wurden festgenommen. Ein anderes Wohnmobil wurde am nahegelegenen Grenzübergang zur Türkei bei Kipoi-Ipsala durchsucht. Darin hätten die Behörden 200 000 Patronen und vier Waffen entdeckt, berichteten griechische Medien.

«Ja, es wurden mehrere Schusswaffen sowie reichlich Munition entdeckt», sagte ein Polizeioffizier der Deutschen Presse-Agentur. Weitere Einzelheiten wollte er nicht nennen. Er sei dazu nicht befugt, hieß es. Sicherheitsexperten seien aus Athen unterwegs nach Alexandroupolis. Interpol und die britischen Behörden wurden benachrichtigt.

Ende Januar hatte die griechische Polizei zwei mutmaßliche Dschihadisten an der Grenze zur Türkei festgenommen. Seitdem wird entlang der Grenze zur Türkei intensiv kontrolliert. 

So, 2016-02-14 10:09
München (dpa)

UN-Flüchtlingskommissar hofft auf schnellen Frieden in Syrien

München (dpa) - Der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Filippo Grandi, hofft auf ein möglichst rasches Ende des Syrien-Kriegs. Solange dort kein Frieden herrsche, seien alle anderen Maßnahmen im Kampf gegen die Flüchtlingskrise unzureichend, sagte Grandi am Sonntag auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Der libanesische Ministerpräsident Tammam Salam berichtete auf der Konferenz, sein Land habe bei ursprünglich vier Millionen Einwohnern inzwischen 1,5 Millionen Flüchtlinge aufgenommen. Er betonte deshalb: «Wir sind am Limit.»

So, 2016-02-14 10:58
Kopenhagen (dpa)

Ein Jahr nach dem Terror: Kopenhagen gedenkt der beiden Todesopfer

Kopenhagen (dpa) - Die Dänen haben am Sonntag der beiden Opfer der Kopenhagener Terrorangriffe vor einem Jahr gedacht. Dänemarks Regierungschef Lars Løkke Rasmussen und Kopenhagens Oberbürgermeister Frank Jensen legten am späten Vormittag Blumen an den beiden Tatorten, dem Kulturcafé Krudttønden und einer Synagoge in der Innenstadt, nieder.

Am Nachmittag wollte Løkke Rasmussen eine Rede bei einer Gedenkfeier im dänischen Parlament halten. Anschließend wollten sich die Kopenhagener mit einer Demonstration und einer Lichterkette aus Tausenden Kerzen zwischen den beiden Tatorten an den Filmemacher Finn Nørgaard und den Wachmann Dan Uzan erinnern.

Der Attentäter Omar El-Hussein hatte die beiden am 14. und 15. Februar 2015 bei zwei Terrorangriffen in der dänischen Hauptstadt erschossen, bevor ihn die Polizei tötete. Mehrere Polizisten waren verletzt worden.

So, 2016-02-14 09:10
Kabul (dpa)

UN: Zahl der zivilen Opfer in Afghanistan erneut gestiegen

Der UN-Bericht zu zivilen Opfern in Afghanistan in 2015 enthält erschreckende Details: fast jedes vierte Opfer ist ein Kind, es gab vermehrt Exekutionen und Auspeitschungen von Frauen.

Kabul (dpa) - Im ersten Jahr nach Ende des Nato-Kampfeinsatzes in Afghanistan hat die Zahl der toten und verletzten Zivilisten einen neuen Höchststand erreicht. 11 002 Fälle hätten die Vereinten Nationen in 2015 verzeichnet, sagte die Chefin der Menschenrechtsabteilung der UN-Mission Unama, Danielle Bell, bei der Vorstellung des Zivilopferberichts in Kabul am Sonntag. Darunter seien 3545 Tote und 7457 Verletzte - 4 Prozent mehr als in 2014.

Die meisten Menschen wurden getötet (1116) oder verletzt (3021), als sie bei Gefechten der Konfliktparteien zwischen die Fronten gerieten.

Besonders stark stiegen die Opferzahlen unter Frauen und Kindern: unter den Frauen um 37 Prozent auf 1246 Tote und Verletzte, unter den Kindern um 14 Prozent auf 2829. Damit sei fast jedes vierte Opfer ein Kind, sagte Bell.

Sie wies auch auf den «verstörenden Trend» hin, dass die Taliban vermehrt Frauen wegen «moralischer Verbrechen» exekutierten oder auspeitschten - ein Verhalten, das sich auch in 2016 fortsetze. Afghanische Medien und Behörden berichteten allein in der vergangenen Woche von zwei Frauen, die ausgepeitscht wurden, und einer Frau, die erschossen wurde.

Einen starken Anstieg sahen die UN in 2015 auch bei gezielten Morden an Zivilisten, zum Beispiel an Gemeindeführern, Mullahs, Richtern oder Regierungsmitgliedern.

Insgesamt machen die UN Taliban und andere Extremisten für 6858 tote und verletzte Zivilisten verantwortlich - 62 Prozent aller Opfer. 82 Fälle gehen auf das Konto der Terrormiliz Islamischer Staat.

Der Bericht sagt weiterhin, dass 14 Prozent der zivilen Opfer auf afghanische Streitkräfte zurückzuführen seien (ein Anstieg von 28 Prozent) und 2 Prozent auf internationales Militär. Obwohl der Nato-Kampfeinsatz 2014 zu Ende gegangen war, helfen Nato-Streitkräfte durch Luftangriffe und mit Spezialeinheiten am Boden aus. Die Mehrheit der weiteren Opfer war keiner Konfliktpartei zuzuordnen.

Seit Beginn der Zählung ziviler Opfer in 2009 hat die UN 58 736 Fälle verzeichnet - 21 323 Tote und 37 413 Verletzte. Sie zählt konservativ: Jedes Opfer muss durch drei Quellen bestätigt werden. Das wird zunehmend schwieriger, weil wegen der schlechten Sicherheitslage in den Provinzen viele UN-Büros geschlossen und Nichtregierungsorganisationen ihre Präsenz verkleinert haben. Experten nehmen an, dass es viel mehr undokumentierte Opfer gibt.

So, 2016-02-14 09:23
Kopenhagen (dpa)

Die Terrorangriffe von Kopenhagen

Kopenhagen (dpa) - Am Nachmittag des Valentinstags 2015 und der darauffolgenden Nacht erschüttern zwei Terroranschläge Kopenhagen. Zwei Menschen sterben, mehrere Polizisten werden verletzt. Täter ist ein 22 Jahre alter Däne palästinensischer Abstammung.

Omar El-Hussein schießt zuerst auf das Kulturcafé Krudttønden im Stadtteil Østerbro, wo gerade eine Diskussionsveranstaltung zum Thema «Kunst, Blasphemie und Meinungsfreiheit» stattfindet. Unter den 35 Gästen ist der schwedische Künstler Lars Vilks. Vor dem Café erschießt El-Hussein den 55-jährigen Filmemacher Finn Nørgaard. Die anschließende Großfahndung der Polizei bleibt erfolglos.

Später sucht der Täter eine Synagoge in der Innenstadt auf, wo zu dem Zeitpunkt etwa 80 Menschen eine Bat Mizwa feiern. Er erschießt den 37 Jahre alten freiwilligen Wachmann Dan Uzan.

Wieder kann der Schütze fliehen. Gegen fünf Uhr morgens trifft ihn die Polizei vor einem Haus im Stadtteil Nørrebro an. Der Attentäter eröffnet nach Angaben der Polizisten das Feuer und wird getötet.

Die Ermittler nehmen fünf Männer fest, die El-Hussein mit Waffen und Unterkunft geholfen haben sollen. Einen von ihnen entlassen die Behörden im Januar 2016 aus der Untersuchungshaft. Im März soll den mutmaßlichen Helfern der Prozess gemacht werden.

So, 2016-02-14 09:45
München (dpa)

Die wichtigsten Zitate bei der Münchner Sicherheitskonferenz

München (dpa) - Der russische Regierungschef Dmitri Medwedew hat bei der Münchner Sicherheitskonferenz mit drastischen Worten zur Ost-West-Konfrontation für Furore gesorgt. Dazu gab es zahlreiche Reaktionen. Nachfolgend die wesentlichen Zitate bei der Sicherheitskonferenz vom Wochenende: 

«Wir sind in die Zeiten eines neuen Kalten Krieges abgerutscht.»

(Der russische Regierungschef Dmitri Medwedew am Samstag zur Konfrontation zwischen Ost und West.)

«Kann es wirklich sein, dass wir noch eine dritte weltweite Erschütterung brauchen, um zu verstehen, wie nötig jetzt die Zusammenarbeit ist und nicht die Konfrontation?»

«Ich bin zuversichtlich, dass wir heute weiser, erfahrener und verantwortungsbewusster sind.»

(Medwedew zum selben Thema.)

«Wir sollten den Rat von Präsident Kennedy während seines Berlin-Besuchs im ersten Jahr dieser Sicherheitskonferenz beherzigen: «Richten Sie den Blick über die Gefahren des Heute,» sagte er, «auf die Hoffnung des Morgen.»»

(US-Außenminister John Kerry am Samstag nach der Rede Medwedews in Anspielung auf die «Ich bin ein Berliner»-Rede von John F. Kennedy im Jahr 1963.)

«Wir wollen keinen neuen Kalten Krieg.»

(Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Samstag.)

«Ich habe ihn so verstanden: Wir müssen eine Situation vermeiden, die in einen Kalten Krieg führt.»

(Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier am Samstag in Reaktion auf Medwedews Rede.)

«Wahrscheinlich stehen wir sogar vor einem heißen Krieg.»,

(Die litauische Präsidentin Dalia Grybauskaite am Samstag.)

«Die alten Instinkte scheinen also immer noch da zu sein.»

(Der russische Außenminister Sergej Lawrow am Samstag über die neue Konfrontation zwischen Ost und West.)

«In Syrien gibt es keinen Bürgerkrieg, das sind Ihre Flugzeuge, die die Zivilbevölkerung bombardieren, Herr Putin.»

(Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko am Samstag an die Adresse des nicht anwesenden russischen Präsidenten Wladimir Putin.)

«Ein ganzes Krisengebräu kocht da gegenwärtig hoch in Europa. (...) Wir müssen um Europa kämpfen.»

(Steinmeier am Samstag)

«Es wird weitere Angriffe geben, große Anschläge geben, so viel ist sicher.»

(Frankreichs Premierminister Manuel Valls am Samstag über mögliche weitere islamistische Terrorattacken in der Art der Pariser Anschläge.)

«Kanzlerin Merkel und andere Führungspersönlichkeiten haben bemerkenswerten Mut bewiesen.»

(Kerry am Samstag zur Bewältigung der Flüchtlingskrise in Europa.)

«Ich hoffe, sie hat Erfolg. Das sage ich jetzt wirklich mit einem heißen Herzen. (...) Ich will mir jetzt gar nicht vorstellen, wenn das nicht funktionieren würde, was wir dann für Probleme haben.»

(Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer, CSU, am Samstag am Rande des Staatsempfangs anlässlich der Sicherheitskonferenz über Kanzlerin Angela Merkel, CDU, und den EU-Gipfel zur Verteilung der Flüchtlinge in Europa.)

«Die Erwartung der Partner ist es, dass wir uns nicht kleiner machen als Dänemark.»

(Der Chef der Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, am Freitag, über ein stärkeres militärisches Engagement Deutschlands gegen die Terrormiliz Islamischer Staat.)

«Ich bin übrigens als Ministerpräsident in meinem eigenen Land noch nie so kontrolliert worden wie heute.»

(Seehofer, der am Samstag vor einem Treffen mit Russlands Regierungschef Dmitri Medwedew mit seinem Wagen in eine Polizeikontrolle geriet.)

So, 2016-02-14 08:15
Janeiro (dpa)

Zika-«Krieg» mit Flugblättern Von Georg Ismar, dpa

Soldaten kreuzen im Friseursalon auf, im Kiosk und im Lottogeschäft. Ihre Mission: Brasiliens «Staatsfeind Nummer 1» zu bekämpfen - eine Mücke, die Zika überträgt. Die Soldaten kommen aber nicht mit der Chemiekeule - sie verteilen Flugblätter. Ist Zika so zu besiegen?

Rio de Janeiro (dpa) - Die schärfste Waffe von Yuri Cardoso Diaz Barreto ist das Klebeband. Wild entschlossen reißt der Marinesoldat mit den Zähnen einen Klebestreifen ab. Ein prüfender Blick. Und auch im Friseursalon hängt nun ein Flugblatt - darauf rot durchgestrichen eine Mücke und der Slogan «#ZikaZero» («Null Zika»). Doch dieser Ort dürfte angesichts der Heißluft, die aus lauten Hochleistungsföhnen strömt, ohnehin kein attraktiver Lebensraum für die Moskitos sein.

So sieht er aus, der von Brasiliens Staatspräsidentin Dilma Rousseff erklärte «Krieg» gegen den Staatsfeind Nummer 1: die Gelbfiebermücke Aedes aegypti, die neben dem Dengue- und Chikungunya-Virus nun auch noch das Zika-Virus in Brasilien massenhaft überträgt. Zika ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits in 39 Ländern aufgetaucht, auch in Deutschland haben es rund 15 Reiserückkehrer eingeschleppt. Seit Februar gilt ein globaler Gesundheitsnotstand.

«Diese Aktion war ein Erfolg, aber ist erst der Anfang», sagt Rousseff nach einem beispiellosen Einsatz, den viele Bürger etwas erstaunt zur Kenntnis nehmen. 220 000 Soldaten sind am Samstag im ganzen Land unterwegs. Aber nicht in Schutzanzügen und mit Atemmasken ausgerüstet, um Stadtviertel mit Insektiziden einzunebeln. Nein, Yuri Cardoso ist in seiner blütenweißen Marineuniform unterwegs, in Dreiergruppen werden in Rio de Janeiro mehrere Straßen im Stadtteil Vila Isabel abgeklappert. Selbst am Fußballtempel Maracanã haben Soldaten Stellung im Zika-Kampf bezogen. Ebenso an der Copacabana.

Mit Bussen kommen die Soldaten an - und wirken wie Fremdkörper. Zusammen mit Yuri Cardoso sind Juracy Souza Magalhães und Nicolly Aguiar unterwegs - letztere macht sich auf einer Liste penibel Notizen, welche Häuser man in der Straße «28 de Setembro» schon besucht hat.

So ein Besuch sieht so aus: Klingeln. Warten. Man will schon wieder gehen. Ratlose Blicke. Sie sind andere Einsätze gewohnt, das ist ein komisches Terrain hier für Marinesoldaten. Ein Portier erscheint. «Wir sind von der Marine, wir sind im Kampf gegen die Moskitos Aedes aegypti», sagt Gruppenchef Juracy Souza Magalhães. Etwas ratloser Blick des Portiers, er lässt sich erklären, wie Aufzüge und Foyer freizuhalten sind von den Moskitos. Und verspricht, das Flugblatt aufzuhängen. Auf der Rückseite finden sich Tipps: Abflüsse trocknen, Flaschen komplett leeren, beim Gießen Wasserrückstände vermeiden.

Denn in noch so kleinen Wasserflächen legen die nur vier Millimeter großen Moskitos ihre Eier ab, sie vermehren sich rasend schnell, auf 80 Prozent der Landesfläche sind sie inzwischen aktiv. Als jüngst Gesundheitsminister Marcelo Castro diesen Krieg als verloren und aussichtslos einstufte, hagelte es massive Kritik für ihn. Rousseff hat betont: «Ein Moskito ist nicht stärker als ein ganzes Land» - dieser Satz prangt nun auch groß auf den vier Millionen Flugblättern.

Die Präsidentin selbst ist nach Rio gereist, es gilt die Bürger zu beruhigen und auf den gemeinsamen Kampf einzuschwören - denn viele Schwangere sind wegen Zika schwer verunsichert, es gibt Berichte über mehr Abtreibungen. Nach neuen Zahlen des Gesundheitsministeriums gibt es 41 bestätigte Fälle von Schädelfehlbildungen bei Babys, bei denen sich die Mütter zuvor definitiv mit Zika infiziert hatten. Bewiesen ist dieser Zusammenhang noch nicht. Die Präsidentin will auch ein Signal nach außen senden, schließlich sind im August Olympische Spiele in Rio. Zika droht Sportler und Touristen zu verschrecken.

«Bis zu den Olympischen Spielen werden wir beachtliche Erfolge bei der Vernichtung der Moskitos sehen», betont Rousseff. Und Rios Bürgermeister Eduardo Paes wird nicht müde zu betonen, im brasilianischen Winter komme die Moskitoart in der Stadt gar nicht vor. Rousseff flößt bei ihrem Besuch öffentlichkeitswirksam Insektizide in Abwasserrohre besuchter Wohnungen, um eine weitere Vermehrung der Moskitos zu verhindern.

Aber was soll die Flugblattaktion zigtausender Soldaten eigentlich bringen? «Das ist nur der erste Schritt, Aufklärung der Bürger», meint Korvettenkapitän Rodrigo Godoy. Als nächstes Manöver wird nun eine Moskito-Vernichtungsoffensive eingeleitet - mit 50 000 Soldaten.

32 Wohnungen in zwei Stunden hat das Marine-Trio in Vila Isabel geschafft, bei knapp einem Viertel machte keiner auf. Und die in Lottoläden, Kiosken und Imbissen angeklebten Flugblätter haben gerade einmal DIN-A5-Format. Eine Passantin eilt heran: «Was soll das?», fragt Maria Lucia Rocha (60). «In den Wohnungen schützen wir uns doch genug» - der Verkauf von Moskitosprays ist in den letzten Wochen um 50 Prozent gestiegen. «Da hinten, die Baustelle, da müsst ihr was machen.» Dort sind in der Tat großflächige Pfützen. «Besprühen steht erst ab Montag auf dem Programm», klärt Gruppenleiter Juracy Souza Magalhães auf. Man werde die mögliche Brutstelle aber notieren.

So, 2016-02-14 08:27
Athen (dpa)

Griechische Polizei nimmt Waffenschmuggler fest

Athen (dpa) - Sicherheitskräfte in der griechischen Grenzstadt Alexandroupolis haben am Samstag drei Waffenschmuggler auf dem Weg nach Nahost festgenommen. Zudem seien große Mengen an Waffen und Munition sichergestellt worden. Nach Informationen des staatlichen Rundfunks handelt es sich bei den Festgenommenen um irakische Kurden, die mit britischen Pässen unterwegs waren. In ersten berichten hatte es noch geheißen, es seien zwei mutmaßliche Dschihadisten festgenommen worden.  

Die Waffen und die Munition waren nach Berichten örtlicher Nachrichtensender in zwei Wohnmobilen versteckt. «Ja, es wurden mehrere Schusswaffen sowie reichlich Munition entdeckt. Mehr als 100 000 Patronen», sagte ein Polizeioffizier der Deutschen Presse-Agentur. Weitere Einzelheiten wollte er nicht nennen. Sicherheitsexperten seien aus Athen unterwegs nach Alexandroupolis. Eine offizielle Erklärung zum Fall werde es später geben, hieß es.   

Ende Januar hatte die griechische Polizei zwei mutmaßliche Dschihadisten an der Grenze zur Türkei festgenommen. Seitdem wird entlang der Grenze zur Türkei intensiv kontrolliert. 

So, 2016-02-14 08:26
Berlin (dpa)

AfD stabilisiert sich in Umfragen auf zweistelligem Niveau

Berlin (dpa) - Die AfD stabilisiert sich in den Umfragen auf zweistelligem Niveau. Zum dritten Mal in Folge erreichte die rechtspopulistische Partei im «Sonntagstrend» der «Bild am Sonntag» 12 Prozent. Damit wäre sie hinter CDU/CSU und SPD drittstärkste Kraft im Bundestag. Dort würde nach der Emnid-Umfrage auch die FDP wieder einziehen, die sich um einen Punkt auf 5 Prozent verbessert. Union, SPD und Grüne bleiben unverändert bei 35, 24 und 9 Prozent. Die Linke verliert einen Punkt und kommt nun auf 9 Prozent.

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

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Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate „ausgesetzt“. Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit „ausgesetzter“ Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

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