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Sa, 2016-04-30 11:50
Bagdad (dpa)

Mindestens zwölf Tote bei Bombenanschlag im Irak

Bagdad (dpa) - Bei einem Anschlag mit einer Autobombe sind nahe der irakischen Hauptstadt Bagdad mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen. Mindestens 26 weitere Menschen wurden bei der Explosion in dem östlich von Bagdad gelegenen Ort Nahrawan verletzt, wie es aus Sicherheitskreisen am Samstag hieß. Der Autofahrer habe versucht, in eine Gruppe schiitischer Pilger zu fahren, berichtete die irakische Nachrichtenseite Al-Mada Press. Dafür gab es zunächst keine offizielle Bestätigung.

Zunächst war unklar, wer für den Anschlag verantwortlich war. Die sunnitische Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hatte sich in der Vergangenheit mehrfach zu Anschlägen gegen Schiiten in Bagdad und anderen Städten bekannt. Der IS beherrscht auch nach Rückschlägen in den vergangenen Monaten große Teile im Norden und Westen des Landes.

Sa, 2016-04-30 11:04
Stuttgart (dpa)

AfD-Parteitag begonnen - Polizei nimmt Hunderte Demonstranten fest

Stuttgart (dpa) - Begleitet von Protesten linker Demonstranten hat in Stuttgart der 5. Bundesparteitag der AfD begonnen. Rund 2 000 Parteimitglieder strömten am Samstagmorgen auf das Gelände der Stuttgarter Messe. Dort wurden sie von Linksautonomen empfangen, die ihnen «Flüchtlinge bleiben, Nazis vertreiben» und «Wir kriegen Euch alle» zuriefen. Die Polizei nahm Hunderte Demonstranten in Gewahrsam.

Die Alternative für Deutschland will erstmals seit ihrer Gründung vor drei Jahren ein Grundsatzprogramm verabschieden. Vor Beginn der zweitägigen Veranstaltung kursierten neben dem Leitantrag auch mehrere andere Entwürfe.

Nach übereinstimmenden Aussagen verschiedener Mitglieder des Bundesvorstandes soll der Satz «Der Islam gehört nicht zu Deutschland» in das Programm aufgenommen werden. Kontroverse Debatten sind zum Thema Mindestlohn zu erwarten. 

Rechtsnationale Kräfte aus den ostdeutschen Landesverbänden hatten sich in den vergangenen Tagen gegen eine weitere Abgrenzung der Partei nach rechts ausgesprochen und damit die Parteivorsitzende Frauke Petry herausgefordert. Als erster Redner ergriff am Samstag Partei-Vize Alexander Gauland das Wort. 

Sa, 2016-04-30 11:47
Berlin (dpa)

«Spiegel»: Merkel erteilt SPD Absage für Präsidentschaftskandidatur

Bundespräsident Gauck tut sich schwer mit der Frage, ob er 2017 mit 77 Jahren nochmals für das hohe Amt antreten soll. Falls er Nein sagt, kann die SPD für einen Bewerber aus ihren Reihen wohl keine CDU-Hilfe erhoffen, heißt es in einem Magazinbericht.

Berlin (dpa) - Wenige Wochen vor der Entscheidung von Bundespräsident Joachim Gauck über eine mögliche zweite Amtszeit hat Kanzlerin Angela Merkel (CDU) laut «Spiegel» ihre Ablehnung für einen SPD-Bewerber signalisiert. Wie das Magazin schreibt, teilte die CDU-Chefin dem SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel in einem vertraulichen Gespräch mit, sie könne in ihrer Partei mit Blick auf die Bundestagswahl im Herbst 2017 keinen sozialdemokratischen Kandidaten durchsetzen. Die CDU-Zentrale in Berlin wollte den Bericht am Samstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur «nicht kommentieren».

Gaucks Amtszeit endet im März 2017. Er will sich noch vor der diesjährigen Sommerpause zu seiner politischen Zukunft äußern. Falls Gauck (76) verzichtet, werde es nach Merkels Ansage wahrscheinlicher, dass Union und SPD jeweils mit einem eigenen Kandidaten in die Bundesversammlung zur Wahl des Staatsoberhaupts am 12. Februar 2017 ziehen würden, schreibt «Der Spiegel». Das Magazin brachte für die Sozialdemokraten Außenminister Frank-Walter Steinmeier ins Spiel.

Union, SPD, FDP und Grüne hatten Gauck 2012 gewählt. Die Parteien unterstützen eine zweite Amtszeit des früheren DDR-Bürgerrechtlers. Der Bundespräsident hatte erst vor einer Woche dem Deutschlandfunk gesagt: «Lassen Sie uns mal den Frühsommer kommen, und dann werde ich mich entschieden haben und werde das auch öffentlich kundtun.» Auf die Frage, ob er noch mit sich ringe, meinte der Präsident: «Offenkundig.» Es werde jedenfalls eine schwere Entscheidung sein.

Einerseits gebe es die Frage, ob er auch mit über 80 Jahren den Belastungen des Amtes gewachsen sei. Andererseits gebe es so viel Zuspruch aus der Bevölkerung, von Menschen, die ihm wichtig seien. Aus Altersgründen nur für eine halbe zweite Amtsperiode anzutreten, hält Gauck nicht für eine gute Lösung. «Also zur Person passt sie gar nicht und zur Präsidentschaft auch nicht so richtig.»

Sa, 2016-04-30 10:25
Damaskus (dpa)

Opfer bei Angriffen auf Rebellengebiete in nordsyrischer Stadt Aleppo

Damaskus (dpa) - Bei Luftangriffen auf Rebellengebiete in der nordsyrischen Stadt Aleppo hat es erneut Opfer gegeben. Nach Angaben von Rettungshelfern kam am Samstag mindestens ein Mensch ums Leben, fünf Menschen wurden verletzt. Der Medienaktivist Jasin Abu Raid meldete drei Tote. Regimegegner machten Syriens Luftwaffe für die Angriffe auf Viertel unter Kontrolle von Rebellen verantwortlich.

In Syrien gilt seit Ende Februar eine Waffenruhe, die zuletzt jedoch immer brüchiger geworden ist. Allein in Aleppo kamen in den vergangenen acht Tagen nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte rund 244 Menschen ums Leben. Am Mittwoch starben bei einem Luftschlag auf ein Krankenhaus in einem Rebellengebiet nach Berichten der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) mehr als 50 Menschen.

Syriens Armeeführung hatte am Freitag nach einer Einigung zwischen den USA und Russland eine neue vorübergehende Feuerpause für Teile des Bürgerkriegslandes erklärt. Aleppo ist davon aber ausgenommen.

Sa, 2016-04-30 10:58
Kiew (dpa)

Neuer Gouverneur für ostukrainisches Kriegsgebiet Luhansk

Kiew (dpa) - Mit der Ernennung des mittlerweile fünften Gouverneurs für das Unruhegebiet Luhansk seit dem Machtwechsel Anfang 2014 bemüht sich die ukrainische Regierung weiter um mehr Einfluss in der Region. Präsident Petro Poroschenko habe die nötigen Papiere für Juri Garbus unterzeichnet, berichteten Medien in Kiew am Samstag. Der 44-Jährige stammt aus dem Ort Milowe nahe der russischen Grenze und war bisher Abgeordneter der Präsidentenfraktion im Parlament.

Sein erst im Juli 2015 ernannter Vorgänger Georgi Tuka soll Stellvertreter des Ministers für die besetzten Gebiete werden. Ein großer Teil von Luhansk wird von prorussischen Separatisten beherrscht. Die in eine militärisch-zivile Verwaltung umgewandelte Administration musste daher von Luhansk nach Sewerodonezk umziehen.

Die Konfliktparteien im Donbass hatten am Freitag eine verstärkte Feuerpause über die Maifeiertage, die auch mit dem orthodoxen Osterfest zusammenfallen, vereinbart. Demnach sollten die Waffen von diesem Samstag um 0.00 Uhr Ortszeit an (Freitag 23.00 Uhr MESZ) bis mindestens zum Tag des Sieges der Sowjetunion über Hitler-Deutschland am 9. Mai schweigen.

Sa, 2016-04-30 10:43
Peking (dpa)

Inselstreit: Japans Außenminister besucht seit Jahren erstmals China

Peking (dpa) - Zum ersten Mal seit vier Jahren hat ein japanischer Außenminister China besucht. Beim Treffen zwischen Fumio Kishida und seinem chinesischen Kollegen Wang Yi am Samstag in Peking ging es nach Angaben von Chinas staatlicher Nachrichtenagentur Xinhua um den Abbau von Spannungen zwischen den beiden Ländern angesichts eines Streits um Inseln im Ostchinesischen Meer. Wang sagte demnach, er sei bereit, sich Kishidas Vorschläge anzuhören. Die Beziehungen der Nachbarn müssten auf Zusammenarbeit und nicht Konfrontation fußen.

Japan wisse selbst am besten, warum es in den vergangenen Jahren «Drehungen und Wendungen» in den Beziehungen gegeben habe, wurde Wang zitiert. Bei seinem ersten China-Besuch als japanischer Außenminister wollte sich Kishida am Samstag noch mit Premier Li Keqiang treffen.

Nach einem Appell der Außenminister der sieben großen Industrienationen (G7) für eine friedliche Beilegung des Territorialstreits im Süd- und Ostchinesischen Meer hatte China vor wenigen Wochen den Botschafter Japans und die Gesandten der anderen G7-Staaten einbestellt.

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Sa, 2016-04-30 09:27
Stuttgart (dpa)

Blockaden gegen AfD-Parteitag - Polizei setzt Protestler fest

Der AfD-Bundesparteitag an der Stuttgarter Messe löst einen massiven Polizeieinsatz aus. Hunderte Störer versuchen, die Veranstaltung zu blockieren - und werden festgesetzt.

Stuttgart (dpa) - Vor Beginn des AfD-Bundesparteitags in Stuttgart hat es am Samstagmorgen Rangeleien zwischen Demonstranten und der Polizei gegeben. Rund 400 Protestler wurden in der Nähe der Messe in Gewahrsam genommen, wie die Polizei berichtete. Sie sprach von gewaltbereiten Linksautonomen. Die Demonstranten steckten Autoreifen in Brand und zündeten Feuerwerkskörper. An der Messe will die rechtspopulistische AfD um 10.00 mit ihrem Bundesparteitag beginnen.

Auch in der Nähe des Tagungsorts blockierten Gegner den Zugang zu der Veranstaltung, wie eine dpa-Reporterin berichtete. Rufe wie «Nazis raus» oder «Ade, Ade zu AfD» waren zu hören. Die Polizei verfolgte mehrere Demonstranten quer über die Felder hinter dem Messegelände. Vor dem Eingang wurden mehr als ein Dutzend vorwiegend junger Demonstrationsteilnehmer mit Kabelbindern gefesselt und abgeführt. Die Demonstranten riefen «Flüchtlinge bleiben, Nazis vertreiben» und «Wir kriegen Euch alle».

Die Protestler sind teils schwarz vermummt. Demonstranten hätten Eisenstangen und Holzlatten dabei, berichtete die Polizei am Morgen. Auf der Bundesstraße 27 kam es zu Störungen, weil Demonstranten dort laut Polizei Autoreifen in Brand setzten. Die Straße war rund 20 Minuten gesperrt. Auch die Autobahn 8 Richtung München wurde von Protestlern kurzfristig auf einer Spur blockiert. Ein Augenzeuge berichtete, die Polizei habe bei den Protesten auch Pfefferspray eingesetzt.

Mehr als 1000 Sicherheitskräfte sind vor dem Stuttgarter Messegelände in der Nähe des Flughafens im Einsatz, um Konfrontationen zwischen AfD-Parteimitgliedern und linken Demonstranten zu verhindern. Auch Wasserwerfer stehen bereit. Für den Bundesparteitag haben sich mehr als 2000 AfD-Mitglieder angemeldet.

In der Stuttgarter Innenstadt war für den Mittag eine Kundgebung gegen den Parteitag geplant. Die Polizei befürchtete, dass sich die Proteste vom Messegelände in das Stadtgebiet verlagern könnten.

Sa, 2016-04-30 10:00
Essen (dpa)

Logistik-Riese Schenker bezieht neue Zentrale - Essen lockt Konzerne

Direkt am Essener Hauptbahnhof bezieht der Transportkonzern DB Schenker seine neue Zentrale. Dabei steht das Unternehmen möglicherweise vor großen Veränderungen. Wie auch bei der Bahn-Tochter Arriva prüft die Mutter einen Teilverkauf.

Essen (dpa) - Die möglicherweise vor einem Börsengang stehende Logistik-Tochter der Bahn, DB Schenker, bezieht eine neue Firmenzentrale in Essen. Die Schlüsselübergabe ist an diesem Dienstag (3.5.) geplant. Zu dem Festakt wird auch Bahnchef Rüdiger Grube erwartet. Einen Tag später wird der Aufsichtsrat der Bahn nach Informationen der dpa in einer Sondersitzung über die Zukunft nicht nur von Schenker, sondern auch über die Rolle der Auslandstochter Arriva beraten. Im kommenden Herbst könnte dann eine Entscheidung über einen Börsengang von Arriva fallen, ein Jahr später könne dann ein Teilverkauf der Logistiktochter beschlossen werden.

Mit den Einnahmen aus dem Verkauf sollen Schulden abgebaut und mehr Investitionen in den Schienenverkehr gesteckt werden. Nach früheren Medienberichten rechnet das Unternehmen mit Erlösen von rund 4,5 Milliarden Euro aus beiden Börsengängen zusammen. Beide Gesellschaften sollen aber integraler Bestandteil des Konzerns bleiben, die Mehrheit solle bei der Bahn bleiben.

In die neue Essener Zentrale sollen im Juni etwa 730 Mitarbeiter einziehen. Das neue Bürogebäude in der Nähe des Hauptbahnhofes sei mit mehr als 900 Arbeitsplätzen «auf Zuwachs geplant», sagte eine Sprecherin. Ab Anfang Juli werde im neuen Haus gearbeitet, das Schenker von einem Projektentwickler anmietet. «Das Umfeld ist auch wegen seiner vielen Universitäten hervorragend. Wir sind immer stark interessiert an sehr gut ausgebildetem Nachwuchs aus dem IT- oder Logistikbereich», sagte der Schenker AG-Chef Jochen Thewes.

Schenker beschäftigt bei mehr als 15 Milliarden Euro Jahresumsatz weltweit 66 000 Menschen, davon über 15 000 in Deutschland. Von der Essener Zentrale aus werden vor allem die Geschäfte mit den wichtigsten Geschäftskunden gesteuert. Das Unternehmen hat auch jetzt schon seinen Sitz in Essen, bisher waren die Mitarbeiter aber in der Ruhrgebietsstadt auf acht Standorte verteilt. Nicht einmal alle Vorstände saßen im selben Gebäude. Nun werde die Kommunikation deutlich erleichtert, erklärte das Unternehmen.

Mit der neuen Schenker-Zentrale sichert sich Essen einen weiteren Firmensitz eines Großunternehmens auf längere Sicht. Zu Jahresbeginn hatte der Energieriese Eon seinen Hauptsitz von Düsseldorf nach Essen verlegt. 2017 plant außerdem der Steinkohlebergbaukonzern RAG zusammen mit der mächtigen RAG-Stiftung den Bezug einer neu gebauten Firmenzentrale auf der stillgelegten Zeche Zollverein in Essen.

Sa, 2016-04-30 08:15
Stuttgart (dpa)

Die aktuellen Probleme der AfD

Stuttgart (dpa) - Die Alternative für Deutschland sieht ihren Programmparteitag in Stuttgart als wichtige Etappe auf dem Weg in den Bundestag. Wenn im Herbst 2017 nichts schiefgehen soll, muss die Partei noch einige Probleme bewältigen. Die größten Hürden für einen dauerhaften Erfolg der AfD sind...

- Personalquerelen. Der Bundesvorstand hat zwar die Parole ausgegeben, die Führungsstruktur solle bis zum Bundestagswahlkampf unangetastet bleiben. Doch unter dem Deckel brodelt es gewaltig.

- Meinungsverschiedenheiten. Bei den Themen Mindestlohn und Sozialhilfe liegen die Ansichten der AfD-ler besonders weit auseinander. In einigen westlichen Landesverbänden scheut man sich, die AfD als Partei der ökonomisch Abgehängten zu positionieren.

- die Abgrenzung nach rechts. Einigen Mitgliedern missfällt die «völkische» Terminologie, die vor allem aus ostdeutschen Landesverbänden gelegentlich zu hören ist. Ein weiterer Problemfall ist die Spitze des saarländischen Landesverbandes, die ihre Ablösung wegen Kontakten in rechtsextreme Kreise nicht akzeptieren will. Wo die Grenze künftig verläuft, ist für einige AfD-Mitglieder, die um ihre bürgerliche Ausrichtung bangen, entscheidend.

- das Fehlen qualifizierter Kandidaten und Mitarbeiter. In Länderparlamenten, in denen die AfD vertreten ist, zeigt sich vielerorts ein Mangel an Fachpolitikern und Mitarbeitern. Das liegt erstens an der Spaltung der Partei im Juli 2015, die einen Austritt vieler beruflich erfolgreicher AfD-ler nach sich zog. Zweitens ist die AfD von ihrem eigenen Erfolg überrollt worden. In Sachsen-Anhalt zog jetzt etwa jedes zehnte Parteimitglied in den Landtag ein. Auch scheuen gut qualifizierte Juristen und andere Fachleute oft davor zurück, für die AfD zu arbeiten, weil sie befürchten, dies könne ihre weitere Karriere behindern.

- etwaige rechtliche Fallstricke. In den jüngsten Landtagswahlkämpfen tauchten Pro-AfD-Werbematerialien auf, die nicht von der Partei, sondern von «anonymen Spendern» finanziert worden waren. Die Bundestagsverwaltung geht der Sache nach, hat aber noch Ergebnis.

Geht doch!

Saubere Profite

Als erste deutsche Stadt investiert die westfälische Kommune nur noch in ethisch-ökologische Anlagen

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Dem Stadtkämmerer von Münster bereiten die RWE-Verluste keine schlaflosen Nächte: Als erste deutsche Stadt hat die westfälische Grünen-Hochburg zum Jahresbeginn alle Geldgeschäfte mit Klimasündern eingestellt. Rückstellungen für die Beamtenpensionen – das sind immerhin 460 Millionen Euro – dürfen nicht mehr in Fonds angelegt werden, die Aktien von Öl- und Kohleunternehmen beinhalten. Mehr noch: Auch Atomenergiekonzerne, Gentechnikfirmen und Rüstungsindustrie sind tabu. Drahtzieher dieser „Divestment“-Premiere waren die örtliche Fossil-Free-Gruppe und die Grünen. Seit Sommer 2013 machten die Klima-Aktivisten Druck auf der Straße, und die Partei überzeugte schließlich den Stadtrat. „Jeder, der nicht will, dass seine Stadt durch ihre Geldgeschäfte den Klimawandel befeuert, kann eine solche Kampagne starten“, sagt Tine Langenkamp von der Klimaschutzorganisation 350.org. „Dafür muss man kein Finanzexperte sein.“ Vom Ausstieg profitiere nicht nur das Klima, er rechne sich auch noch. „Ethisch-ökologische Geldanlagen können sogar mehr Renditen abwerfen als konventionelle“, sagt der grüne Fraktionsvorsitzende Otto Reiners, „deshalb erwarten wir einen Domino-Effekt.“
gofossilfree.wordpress.com
gofossilfree.org/de

Frankreich: La vie est belle
Eben noch hat Frankreich Schlagzeilen gemacht, weil Supermärkte keine Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen und in Restaurants „Doggy Bags“ eingeführt werden. Nun gibt das Nachbarland in anderen Bereichen Gas: In den nächsten fünf Jahren sollen tausend Kilometer Straßenbelag mit neuartigen Solarpaneelen ausgerüstet werden – bereits zwanzig Quadratmeter könnten den Strombedarf eines Single-Haushalts decken. Und schon in diesem Sommer werden in Paris tausend E-Roller stehen, die jeder mieten kann – sie sollen für bessere Luft sorgen.

Thailand: Autarke Solarschule
In der Sisaengtham-Schule im Nordosten Thailands lernen schon kleine Kinder, nachhaltig zu leben: Sie pflanzen nicht nur ihr eigenes Gemüse an, sondern installieren und reparieren auch Solarzellen. Ziel des als „Solar-Mönch“ bekannten Gründers Phra Khru Wimon Panyakhun ist es, dass sich die Schule in allen Bereichen selbst versorgt. Die Energieernte deckt bereits den Bedarf. Außerdem entwickelten die Kinder mobile Ladestationen, mit denen Bauern die Bewässerungspumpen für ihre Reisfelder mit der Kraft der Sonne statt mit Dieselgeneratoren betreiben können.

Kamerun: Häuser aus Plastikmüll
Roger Milla, die afrikanische Fußball-Legende aus Kamerun, betreibt in seinem Heimatland eine Recyclinganlage. Aus Plastikmüll werden dort Bausteine gepresst: „Wir wollen die Umweltverschmutzung verringern und Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen“, sagt Milla. Ein ähnliches Projekt verfolgt die dänische Ingenieurstudentin Lise Fuglsang Vestergard in Indien: Sie lässt zerkleinerten Plastikmüll im „Solargrill“ zu Ziegelsteinen einschmelzen. 

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Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

 

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Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

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Großbritannien: Schlafende Konten
Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

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Sa, 2016-04-30 08:16
Berlin (dpa)

«Spiegel»: Merkel will Steinmeier nicht als Bundespräsidenten

Berlin (dpa) - Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat es laut «Spiegel» abgelehnt, eine Kandidatur von Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) für die Nachfolge von Bundespräsident Joachim Gauck mitzutragen. In einem vertraulichen Gespräch habe die CDU-Vorsitzende SPD-Chef Sigmar Gabriel mitgeteilt, sie könne in ihrer Partei knapp anderthalb Jahre vor der nächsten Bundestagswahl keinen sozialdemokratischen Kandidaten durchsetzen, berichtet das Nachrichtenmagazin in seiner neuesten Ausgabe.

Gaucks Amtszeit endet im März des kommenden Jahres, er will sich bis zum Frühsommer zu seiner politischen Zukunft äußern. Ob der 76-Jährige noch einmal antritt, ist ungewiss. Falls Gauck verzichtet, wird es damit wahrscheinlicher, dass Union und SPD jeweils mit einem eigenen Präsidentschaftskandidaten in die Bundesversammlung gehen würden. Die Wahl des Staatsoberhaupts findet am 12. Februar 2017 statt. Gauck ist dann 77 Jahre alt. Union, SPD, FDP und Grüne, die ihn 2012 gewählt haben, unterstützen eine zweite Amtszeit.

Sa, 2016-04-30 07:23
Bamberg (dpa)

Versteinerte Riesenschildkröte in Oberfranken entdeckt

Bamberg (dpa) - Eine riesige fossile Schildkröte ist im bayerischen Wattendorf (Oberfranken) gefunden worden. Das versteinerte Tier habe einen Durchmesser von 64 Zentimetern und sei eine neue Art, sagte Matthias Mäuser, Leiter des Naturkundemuseums in Bamberg.

Mäuser machte den Fund des 150 Millionen Jahre alten Fossils, das bereits im vergangenen Juni entdeckt worden war, erst nach 300 Stunden Präparationsarbeit öffentlich. Einen Namen habe die neue Art noch nicht, sagte Mäuser. Dazu muss ein Wissenschaftler das Fossil erst genau beschreiben.

Der Panzer ohne Kopf und Gliedmaßen war in einem Steinbruch gefunden worden. Die Wissenschaftler rekonstruierten die Geschichte des toten Tieres: Es sei tagelang in einer jurazeitlichen Lagune getrieben, an deren Stelle heute Ortschaften liegen. «Dann muss ein Krokodil einen Teil des Panzers abgebissen haben», erklärte Mäuser. Schließlich sank der Kadaver auf den Lagunenboden, der sauerstofflos und übersalzen war. Nur deshalb sei das Fossil erhalten.

Sa, 2016-04-30 07:00
Mönchengladbach (dpa)

Tücke der Natur: Pollenallergiker reagieren auf Apfel und Co. Von Elke Silberer, dpa

Eine kleine Gemeinheit der Natur: Das Allergen der Birke ist mit dem Allergen des Apfels verwandt. Der Körper kann das nicht unterscheiden. Immer mehr Pollenallergiker reagieren deshalb auf beides und stellen die Fachwelt vor die große Frage: Warum?

Mönchengladbach (dpa) - Marina Oppermann kauft mit dem Rotstift im Kopf ein: Nektarinen, Kirschen, Pflaumen, Aprikosen und Äpfel gehen für sie nicht. Vor allem von rohen Äpfeln bekommt sie richtig Schnupfen und Husten. Die 33-Jährige ist allergisch auf Birkenpollen. Sie reagiert aber gleichzeitig auf Lebensmittel, die scheinbar nichts mit der Birke zu tun haben: Stein- und Kernobst und auch Haselnüsse. Das ganze Jahr über, auch wenn keine Birkenpollen fliegen. Karotten sind ein Sonderfall: «Rohe Möhren gehen in der Pollenzeit nicht, in der pollenfreien Zeit geht es dann», sagt Oppermann.

Die Zahl der Pollenallergiker, die wie Marina Oppermann unter sogenannten Kreuzallergien leiden und auch auf bestimmte Lebensmittel reagieren, nimmt nach Einschätzung von Fachleuten zu. Nach Beobachtung des Deutschen Allergie- und Asthmabundes (DAAB) reagiert bereits mindestens jeder zweite Pollenallergiker auf bestimmte Obst- und Gemüsearten. «Am liebsten würde man einmal mit der Zahnbürste den Rachen herunterfahren», beschreibt DAAB-Sprecherin Sonja Lämmel das typische Kribbeln und Kratzen im Hals vieler Betroffenen.

Birke, Gräser, Beifuß und Traubenkraut sind demnach für Kreuzallergien auf bestimmtes Obst und Gemüse bekannt. Kleine Eiweißbausteine in den Pollen können beim Menschen Allergien auslösen. In bestimmten Obst- und Gemüsearten gibt es Allergieauslöser, die mit denen in den Pollen verwandt sind. Sonja Lämmel nennt ein Beispiel: «Den Baustein in der Birke gibt es genauso in Möhre, Sellerie, Soja, Kern- und Steinfrüchten. Der Körper kann das nicht auseinanderhalten und reagiert auf beides.»

Experten überlegen fieberhaft, warum die Zahl der Kreuzallergien innerhalb einer Generation so zugenommen hat. «Es vergeht fast kein Kongress, wo wir uns nicht Stunden, fast Tage lang den Kopf darüber zerbrechen», sagt Professor Ludger Klimek vom Allergiezentrum Wiesbaden. Es gebe zwar einige noch nicht spruchreife Thesen und Untersuchungen, aber noch keinen Durchbruch. «Ich glaube, es hängt wirklich damit zusammen, wie unser Immunsystem gefordert und gefördert wird. Aber man kennt den einen Grund nicht.»

Nur sehr wenige Patienten, die zu Klimek kommen, ist dieser Zusammenhang klar: «Die allermeisten sagen: Ich kenne das Problem, dass ich Heuschnupfen habe. Jetzt komme ich, weil ich viele Nahrungsmittel nicht vertrage», sagt Klimek. Es sei auch sehr schwierig, diesen Zusammenhang zu erkennen.

Denn Kreuzreaktionen können das ganze Jahr auftreten, also auch - wie bei Marina Oppermann - ohne Pollenflug der Birke. Außerdem ist Apfel nicht gleich Apfel, wie Sonja Lämmel schildert: Es gibt Sorten, bei denen das Polyphenol herausgezüchtet wird, um die Braunfärbung beim Anschnitt zu verhindern. «Je weniger Polyphenol, desto häufiger die Allergieauslöser», sagt sie.

Die Reaktionen können nicht nur unangenehm, sondern auch gefährlich sein. «Das geht hin bis zum allergischen Schock oder zu Todesfällen. Wenn Leute schwerwiegend reagieren, können sie an den Folgen der allergischen Reaktion ersticken oder anderweitig an Kreislaufversagen sterben», sagt Klimek. Diese Menschen brauchten eine Ernährungsberatung, um auch die versteckten Stoffe zu erkennen.

Auch Klimek macht deutlich, wie sehr es bei der Spurensuche manchmal aufs Detail ankommt: «Wie werden die Äpfel angebaut, wann wird geerntet. Bis hin zu Transport und Lagerung gibt es viele Einflüsse, wie sich Inhaltsstoffe und Allergene verändern. Das macht es leider für die Betroffenen sehr kompliziert.» Dazu kommen nach DAAB-Angaben noch andere Faktoren, die die allergischen Reaktionen beeinflussen können: Sport, Pollenflug oder Alkohol.

À la Saison

Sagenhafter Spinat

(Spinacia oleracea)

Damit du groß und stark wirst? Von wegen! Spinat enthält gar nicht besonders viel Eisen. Weiß leider jedes Kind. Doch woher nimmt Popeye dann seine stahlharten Fäuste? Es ist... Ein Küchenkrimi.

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„Ich hab’ es geschafft. Der Spinat gab mir Kraft!“, singt ein Zeichentrickmann mit ballongroßen Unterarmen zu Militärmusik. „Ich bin Popeye der Seeheemann!“ Wir schreiben den 13. März 1942, und der Spinatmatrose hat irgendwo im Pazifik eine japanische Flotte zerlegt – im Alleingang, versteht sich. Alles, was er dafür braucht, ist eine Dose Spinat auf ex. Schon kommen die Superkräfte. Es ist die Zeit, in der selbst Comic-Helden im Dienst der US-Kriegspropaganda stehen. Die Botschaft „Der Spinat gab mir Kraft“ (im englischen Original: Strong to the finish, ’cos he eats his spinach) geht nicht nur an die Soldaten da draußen, sondern mindestens ebenso an deren Kinder daheim.

„Iss deinen Spinat!“ Wie viele Generationen hat dieser Befehl wohl gequält. Wie viel Leid war in der Welt, seit ein obskurer Chemiker im 19. Jahrhundert ein Komma falsch gesetzt und den Eisengehalt auf das Zehnfache potenziert hatte? Das Fuchsschwanzgewächs enthält gar nicht mehr von dem Spurenelement als andere Gemüse, enthüllte der Krebsexperte Terence Hamblin 1981 im British Medical Journal und folgerte spitz: „Als Eisenquelle hätte Popeye besser die Dosen verzehren sollen.“ Gute Pointe? Hier ist eine bessere: Den Rechenfehler hat es nie gegeben. Der Volksglaube, mit dem Hamblin ausgerechnet unter der Überschrift Fake! (Schwindel) aufräumte, ist selbst eine Sage. Ein „Supermythos“, wie Mike Sutton sagt. Der Kriminologe machte sich 2010 auf Spurensuche und fand: keine Quelle, nirgends. Als er Hamblin damit konfrontierte, mailte der zurück, er könne sich nicht recht erinnern. Er sei sich aber sicher, die Geschichte nicht erfunden zu haben.

Verbürgt sind Popeyes Verdienste um den Spinatabsatz in den USA. Dort hat der Matrose seine eigene Marke. Mehrere Gemeinden widmeten ihm Denkmäler. Crystal, Texas, und Alma, Alabama, konkurrieren sogar um den selbst erdachten Titel „Welthauptstadt des Spinats“. Er ist ein globales Gemüse. Im Fernen Osten zum ersten Mal kultiviert, verdankt er seinen Namen dem persischen aspanakh oder einem arabischen Poeten, der ihn als isfanatsch, Prinz aller Gemüse, pries. Im frühen Mittelalter erreichte er Spanien und verdrängte ein paar Jahrhunderte später auch seine Verwandte, die Gartenmelde, aus der deutschen Küche.

Frühjahrsspinat taugt zu mehr als grüner Pampe in Rahm. Zitrusfrüchte, auch Zitronengras stehen in frischem Kontrast zu den erdigeren Noten seiner Blätter. Als Salat oder gedünstet verträgt er sich mit gerösteten Pinienkernen, gebratenem Speck, salzigen Anchovis und beliebigen Mengen Knoblauch. Auch Joghurt schmeichelt ihm, wie die indische Küche beweist. Und Eiergerichte wie Soufflé ergänzt Spinat aufs Feinste. Aber natürlich: An kalten Apriltagen hat auch der durchpürierte Klassiker mit Muskat und „Blubb“ seine tröstende Berechtigung. Nur ein halber Mythos ist, dass man Spinat nicht wieder aufwärmen darf. Er enthält zwar Nitrat, das Bakterien in krebserregendes Nitrit umwandeln. Stellt man Reste aber rasch in den Kühlschrank, kann man die Entstehung giftiger Substanzen verzögern. Spinat à la Saison, frisch vom Feld und in Bioqualität, enthält übrigens am wenigsten Nitrat.

Und Superkräfte setzt der zarte Grüne wirklich frei. Forscher haben Eiweiße aus seinen Blättern isoliert und tüfteln damit an „Spinatzellen“ für künstliche Fotosynthese, die einst mehr leisten sollen als Solarzellen. Popeyes spinach power speist sich allerdings aus einer anderen Quelle: Im Juli 1932 isst der Matrose zum ersten Mal Spinat – frisch vom Beet. Seine Freundin Olivia ruft: „Lieber Himmel, bist du ein Pferd?“ Popeye spricht mit Pfeife im Mund: „Spinat ist voller Vitamin A. Das macht Menschen stark und gesund.“ Wie wahr. Und hoffentlich gilt das auch für Kettenraucher.

Frisch vom Feld gibt's Spinat ab März.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Sa, 2016-04-30 06:15
Berlin (dpa)

Wer in der AfD den Ton angibt

Berlin (dpa) - Wer ist wer in der AfD? Und wer gibt den Ton an? Ein Überblick über die wichtigsten Köpfe der Partei:

FRAUKE PETRY (40) ist eine von zwei Vorsitzenden. Seit dem Austritt des Parteigründers Bernd Lucke im vergangenen Juli gilt sie als Aushängeschild der Partei. Im Bundesvorstand steht die aus Dresden stammende Chemikerin allerdings zunehmend isoliert da. Parteikollegen werfen ihr vor, sie lasse sich politisch zu stark von ihrem neuen Lebensgefährten Marcus Pretzell beeinflussen, der den NRW-Landesverband leitet. Die vierfache Mutter ist AfD-Fraktionschefin im sächsischen Landtag. Sie setzt sich für eine engere Vernetzung rechtsnationaler Parteien in Europa ein.

ALEXANDER GAULAND (75) steht als Stellvertreter zwar offiziell in der zweiten Reihe. Im Bundesvorstand ist er dennoch ein wichtiger Strippenzieher. Das liegt erstens daran, dass er als ehemaliger CDU-Staatskanzleichef in Hessen mehr politische Erfahrung hat als seine Parteikollegen. Zweitens sehen sie ihn aufgrund seines Alters nicht als direkten Konkurrenten. Gauland vertritt teilweise rechtsnationale Positionen. Er sieht die AfD als «Partei des kleinen Mannes».

JÖRG MEUTHEN (54) teilt sich seit Juli 2015 mit Petry den Vorsitz. Ursprünglich sollte er nach einigen Monaten in die Riege der Stellvertreter zurücktreten. Durch eine Satzungsänderung auf dem Parteitag in Hannover im November bekam er dann aber ein «Upgrade» (O-Ton Meuthen), so dass beide weiterhin gleichberechtigt sind. Der Volkswirt ist zum zweiten Mal verheiratet und hat fünf Kinder. Er ist AfD-Fraktionsvorsitzender im Stuttgarter Landtag und gehört zu den Überbleibseln des liberalen Flügels. Dieser Flügel war nach dem Abgang von Lucke stark geschrumpft.

BEATRIX VON STORCH (44) steht für stramm konservative Positionen. Sie ist Abtreibungsgegnerin und tritt für die Abschaffung des «Gender Mainstreaming» ein. Die stellvertretende Parteivorsitzende sitzt für die AfD im Europaparlament und steht dem Berliner Landesverband vor. Nach Äußerungen zum Einsatz von Schusswaffen gegen Flüchtlinge warfen ihr politische Gegner im vergangenen Februar eine Torte ins Gesicht. Für ihren Ausspruch «Der Islam ist an sich eine politische Ideologie, die mit dem Grundgesetz nicht vereinbar ist» erntete sie von Politikern und Verbänden viel Widerspruch.

BJÖRN HÖCKE (44) ist zwar nur Fraktionsvorsitzender in Thüringen. Doch der beurlaubte Lehrer hat durchaus Ambitionen, die darüber hinausreichen. Er gilt als wichtigster Vertreter des rechtsnationalen Flügels. Unter Lucke drohte ihm ein Parteiausschlussverfahren, weil er die Auffassung vertrat, nicht jedes einzelne NPD-Mitglied sei extremistisch. Heute sitzt Höcke wieder fest im Sattel. Gauland stützt ihn. Im Bundesschiedsgericht der AfD sitzen viele Gleichgesinnte.

Sa, 2016-04-30 05:15
Berlin (dpa)

Umfrage: Viele Bürger gehen nachlässig mit ihrem Impfschutz um

Berlin (dpa) - Nur 43 Prozent der Deutschen überprüfen nach einer Umfrage regelmäßig, ob sie ihre Impfungen auffrischen müssen. Bei den Jüngeren zwischen 18 und 24 Jahren kümmern sich sogar nur 35 Prozent um einen ausreichenden Schutz. Das geht aus einer Umfrage im Auftrag des Verbandes der Privaten Krankenversicherung (PKV) hervor, die der dpa vorliegt. Ab 65 nimmt das Interesse an einem ausreichenden Impfschutz dann zu: 58 Prozent prüfen regelmäßig, ob er aufgefrischt werden muss.

An diesem Samstag geht die Europäische Impf-Woche unter dem Motto «Impflücken schließen» zu Ende. PKV-Direktor Volker Leienbach sagte der dpa: «Viele Deutsche sehen das Thema Impfung leider zu lässig, das gilt vor allem bei jüngeren Leuten. Dagegen hilft nur beharrliche Aufklärung - wie in der Europäischen Impf-Woche.»

Nach der Umfrage überprüfen bei den Frauen 46 Prozent ihren Impfschutz regelmäßig, bei den Männern sind dies nur 40 Prozent. Und aufgeteilt nach Ost und West ergibt sich, dass 50 Prozent im Osten sich um ihren Impfschutz regelmäßig kümmern, im Westen sind dies nur 41 Prozent.

Fragt man gezielt nach dem Impfschutz gegen Masern und Röteln, die in diesem Jahr im Vordergrund der Impf-Woche standen, seien insgesamt 68 Prozent ausreichend geimpft, 70 Prozent bei den Frauen und 65 Prozent bei den Frauen.

Beim West-Ost-Vergleich zeigen sich hier deutliche Unterschiede. Während in den alten Ländern zwei Drittel (65 Prozent) gegen Masern und Röteln geimpft seien, treffe das in den neuen Bundesländern auf acht von zehn Befragten (79 Prozent) zu.

Sa, 2016-04-30 05:15
Bamberg (dpa)

Versteinerte Riesenschildkröte in Oberfranken entdeckt

Bamberg (dpa) - Ein riesige fossile Schildkröte ist im bayerischen Wattendorf (Oberfranken) gefunden worden. Das versteinerte Tier habe einen Durchmesser von 64 Zentimetern und sei eine neue Art, sagte Matthias Mäuser, Leiter des Naturkunde-Museums in Bamberg.

Mäuser machte den Fund des 150 Millionen Jahre alten Fossils, das bereits im vergangenen Juni entdeckt worden war, erst nach 300 Stunden Präparationsarbeit öffentlich. Einen Namen habe die neue Art noch nicht, sagte Mäuser. Dazu muss ein Wissenschaftler das Fossil erst genau beschreiben.

Der Panzer ohne Kopf und Gliedmaßen war in einem Steinbruch gefunden worden. Die Wissenschaftler rekonstruierten die Geschichte des toten Tieres: Es sei tagelang in einer jurazeitlichen Lagune getrieben, an deren Stelle heute Ortschaften liegen. «Dann muss ein Krokodil einen Teil des Panzers abgebissen haben», erklärte Mäuser. Schließlich sank der Kadaver auf den Lagunenboden, der sauerstofflos und übersalzen war. Nur deshalb sei das Fossil erhalten.

Sa, 2016-04-30 04:05
Berlin (dpa) 

Vor Teheran-Reise: Gabriel fordert offenen Dialog mit dem Iran

Berlin (dpa) - Vor seiner zweitägigen Reise in den Iran hat Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) einen offenen Dialog mit Teheran gefordert. Deutschland und Europa hätten ein Interesse daran, dass der Iran in Zukunft auch zur Stabilität und Sicherheit im Nahen und Mittleren Osten beitrage, sagte der SPD-Chef den Zeitungen des Redaktionsnetzwerk Deutschlands. Deutsche Unternehmen seien sehr an der Wiederaufnahme intensiver Wirtschaftsbeziehungen mit dem Iran interessiert, betonte Gabriel. «Aber auch die deutschen Unternehmen sind verpflichtet, bei ihren Investitionen oder in ihren Niederlassungen auf die Einhaltung der Menschenrechte zu achten.»

Gabriel bewertete die Menschenrechtslage im Iran als «sehr problematisch», betonte aber zugleich, man dürfe dieses Bild nicht zementieren. «Wir müssen darauf setzen, dass die junge Bevölkerung ein unbefangenes und offenes Verhältnis zum Westen aufbaut. Wer eine berufliche Perspektive hat, der radikalisiert sich aller Wahrscheinlichkeit nach nicht, weder religiös noch politisch», sagte der Vizekanzler, der bei seinem Besuch im Iran am Montag und Dienstag von einer großen Wirtschaftsdelegation begleitet wird.

«Ein völlig normalisiertes Verhältnis zu Deutschland wird es erst geben, wenn auch der Iran das Existenzrecht Israels ebenso akzeptiert wie das Existenzrecht eines eigenen palästinensischen Staates», fügte der Minister hinzu.

Sa, 2016-04-30 05:00
Nürnberg (dpa)

GfK-Umfrage: Nur jeder Siebte erwägt Kauf eines E-Autos

Nürnberg (dpa) - Der hohe Anschaffungspreis, die geringe Reichweite und fehlende Ladestationen bleiben für deutsche Verbraucher die maßgeblichen Gründe, derzeit kein Elektro-Auto zu kaufen. Laut einer repräsentativen GfK-Umfrage halten zwei Drittel der Befragten die Anschaffungskosten für zu hoch. Auch Kaufprämien ändern demnach an dieser Einschätzung nichts. Die geringe Reichweite der Fahrzeuge schrecken 56 Prozent der Befragten ab, gut die Hälfte moniert fehlende Ladestationen und lange Ladezeiten.

Nur für jeden siebten Bundesbürger kommt so beim nächsten Pkw-Kauf ein Elektro-Auto in Frage. Für mehr als die Hälfte der Interessenten ist dabei jedoch nicht eine Kaufprämie entscheidend, sondern Umweltaspekte und geringere Verbrauchskosten durch die Einsparung von Benzin.

Eine Ladestation zu Hause wünschen sich drei Viertel der Befragten, ein Aufladen an der Arbeitsstelle könnten sich 37 Prozent vorstellen. Dafür würden auch längere Ladezeiten akzeptiert. Für 46 Prozent der Befragten ist es wichtig, das E-Auto auch schnell an der Tankstelle laden zu können.

«Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass das Laden zu Hause die Grundvoraussetzung für eine weitere Verbreitung der Elektromobilität ist», betonte Philipp Schmidt, Energie- und Umweltexperte beim Marktforschungsunternehmen GfK. Zudem müsse es ein möglichst breites Netz auch für kurze Ladezeiten geben.

Die Bundesregierung hatte sich in der abgelaufenen Woche mit der Autoindustrie auf ein Förderpaket verständigt, um die Nachfrage nach batteriegetriebenen Wagen spürbar anzukurbeln. Käufer von Elektroautos sollen als zusätzlichen Anreiz ab Mai bis zu 4000 Euro Zuschuss bekommen. Daneben sollen tausende neue Ladestellen installiert werden. Von Verbraucher- und Umweltverbänden sowie aus Teilen der Industrie gab es scharfe Kritik an den Kaufprämien.

Sa, 2016-04-30 04:00
Lima (dpa)

Fliegende Löwen: Dutzende Großkatzen kehren heim nach Afrika Von Denis Düttmann, dpa

In Kolumbien und Peru ist es den 33 Löwen schlecht ergangen. Nachdem der Einsatz von Wildtieren in Zirkussen verboten wurde, kehren die Großkatzen nun heim ins Land ihrer Vorväter. Im afrikanischen Busch sollen die Löwen zu ihren Wurzeln finden.

Lima (dpa) - «Zeus» und «Shakira», «Junior» und «Barbie» sind durch die Hölle gegangen - jetzt reisen sie ins Paradies. Die Löwen aus Zirkussen in Südamerika wurden zum Teil schwer misshandelt, in Südafrika sollen sie nun ihren Lebensabend genießen können. Die Tierschutzorganisation Animal Defenders International (ADI) bringt mit einem Charterflug insgesamt 33 Löwen von Peru nach Südafrika. Am Samstag wurden die Großkatzen in Johannesburg erwartet.

Die Tiere werden künftig im Reservat Emoya Big Cat Sanctuary leben. «Die Löwen kehren dorthin zurück, wo sie hingehören. Das ist ihr Geburtsrecht», sagt die Gründerin des Tierschutzparks, Savannah Heuser. «Afrikanische Sonne, afrikanischer Nachthimmel, der afrikanische Busch, Geräusche, Sommergewitter - dort können sie sich daran erinnern, wer sie sind.»

24 Löwen wurden bei verschiedenen Razzien in Peru befreit, neun Löwen aus Kolumbien wurden von ihren Besitzern freiwillig abgegeben. Die Tiere hätten in äußerst schlechten Bedingungen gelebt, sagt ADI-Chefin Jan Creamer. Fast allen seien die Krallen entfernt worden, ein Tier habe ein Auge verloren, ein anderes sei fast blind. Viele hätten kaputte Zähne und könnten in freier Wildbahn nicht überleben.

«Diese Löwen haben die Hölle auf Erden erlebt, jetzt fahren sie heim ins Paradies», sagt Creamer. «Das ist die Welt, die die Natur für diese Tiere vorgesehen hat.» Das Emoya-Reservat liegt in naturbelassenem Buschland, es gibt Wasserstellen, Plattformen und Spielzeug. In den kommenden Monaten soll der Lebensraum der Löwen Stück für Stück ausgedehnt werden, damit sich die Großkatzen langsam an die neue Situation und aneinander gewöhnen können.

In dem 5000 Hektar großen Tierschutzgebiet würden die Tiere eingeteilt in soziale Gruppen oder Familien ausgesiedelt, sagt ADI-Tierärztin Anés Nole. «Wir rechnen nicht mit harten Revierkämpfen. Außerdem werden sie ja von Menschen betreut.»

Nach Angaben von ADI ist der Flug der Löwen von Lima über São Paulo nach Johannesburg einer der größten Tier-Transporte dieser Art. Die One-Way-Tickets zu je 10 000 US-Dollar wurden über Spenden finanziert.

Möglich wurde die aufwendige Tierrettungsaktion durch Gesetzesänderungen in Peru und Kolumbien. Zuletzt wurde dort der Einsatz von Wildtieren in Zirkussen verboten. In der Europäischen Union gibt es bereits in 17 Ländern ein Verbot oder eine starke Einschränkung von Wildtieren im Zirkus. Auch in Deutschland wird über ein solches Verbot diskutiert. Weil die Tiere in Zirkussen nicht artgerecht gehalten werden könnten, rief der Bundesrat kürzlich die Bundesregierung zum Handeln auf.

Unter den Löwen, die nun nach Südafrika gebracht werden, ist auch «Smith». Er hatte 2014 bei einer Showeinlage in der peruanischen Stadt Cusco eine Lehrerin angegriffen, die mit ihrer Schulklasse eine Vorstellung des Zirkus Mónaco besuchte. Zunächst sollte «Smith» eingeschläfert werden, doch ADI konnte ihn retten.  

Minunette Heuser vom Emoya-Reservat plädiert für ein weltweites Verbot von Wildtieren im Zirkus. «Die traurige Wahrheit ist, dass die geretteten Tiere einfach durch den nächsten Wurf Junge ersetzt werden, für die nächste Masche zum Geldmachen», sagt sie. «Dass die Gesetzte geändert wurden, bedeutet wenigstens, dass diese Löwen die letzten waren, die in Peru ausgebeutet wurden.»

Die 33 Zirkus-Löwen aus Südamerika haben das Schlimmste nun wohl hinter sich. «Die Vorväter dieser Löwen wurden aus Afrika verschleppt, in die USA gebracht und an Zirkusse in Lateinamerika verkauft», sagt ADI-Präsidentin Creamer. «Jetzt kehren diese Tiere, die ihr ganzen Leben in Gefangenschaft verbracht haben, nach Hause zurück.»

Sa, 2016-04-30 00:30
Caracas (dpa)

1,5 Millionen Unterschriften für Absetzung von Venezuelas Präsident

Caracas (dpa) - In dem von einer dramatischen Versorgungskrise erschütterten Venezuela sind innerhalb von zwei Tagen 1,5 Millionen Unterschriften gegen Präsident Nicolás Maduro gesammelt worden. Damit seien die Voraussetzungen für die Beantragung eines Referendums zur Abwahl des sozialistischen Präsidenten mehr als erfüllt worden, betonte Oppositionsführer Henrique Capriles am Freitag am Rande eines Besuchs bei dem inhaftierten Oppositionspolitiker Leopoldo López.

Kommende Woche würden die Unterschriften dem Nationalen Wahlrat (CNE) zur Prüfung vorgelegt, sagte der Gouverneur des Bundesstaats Miranda. Notwendig waren für diesen ersten Schritt nur 195 721 Unterschriften, ein Prozent der wahlberechtigten Bevölkerung.

Um das Referendum durchzusetzen, müssen dann in einem zweiten Schritt knapp vier Millionen Unterschriften gesammelt werden, das entspricht 20 Prozent der Wahlberechtigten. «Maduro ist sehr beunruhigt über das, was in den vergangenen 48 Stunden im Land passiert ist», meinte Capriles mit Blick auf den enormen Zulauf bei der Unterschriftensammlung.

Das Land mit den größten Ölreserven der Welt steht nach 16 Jahren sozialistischer Regierung vor dem Ruin, eine schwere Energie- und Versorgungskrise erschüttert Venezuela. Um Strom zu sparen, wird am Sonntag sogar die Uhrzeit um eine halbe Stunde vorgestellt. Es gibt zudem die höchste Inflation und Rezession weltweit. Im Dezember hatte die Opposition die Parlamentswahl triumphal gewonnen, sie will noch in diesem Jahr Präsident Maduro per Referendum absetzen lassen.

Fr, 2016-04-29 21:10
Rom (dpa)

Trevi-Brunnen in blutrotem Licht: Erinnerung an verfolgte Christen

Rom (dpa) - Der Trevi-Brunnen in Rom ist am Freitagabend in blutrotes Licht getaucht worden - als Mahnung und Erinnerung an verfolgte Christen in aller Welt. Mit der Aktion wollte das päpstliche Hilfswerk «Kirche in Not» auf das «Blut der Märtyrer» aufmerksam machen, «die noch heute wegen ihres Glaubens getötet werden». Christen seien die am schlimmsten verfolgte religiöse Gruppe und die Situation verschlimmere sich in vielen Ländern weiter, in denen die Religionsfreiheit immer weiter eingeschränkt werde, hatte das Hilfswerk im Vorfeld der Aktion mitgeteilt.

Nach seinen Schätzungen werden derzeit rund 200 Millionen Christen in aller Welt verfolgt. Besonders hart treffe es Gläubige in Afrika, wo islamistische Gruppen wie Boko Haram oder Al-Shabaab an Boden gewinnen würden, aber auch in Teilen Asiens und im Irak, hieß es. Bei der Aktion war auch der chaldäisch-katholische Bischof der syrischen Stadt Aleppo, Antoine Audo, anwesend. Die Zahl der in Syrien lebenden Christen sei seit Ausbruch des blutigen Konfliktes in dem Land im Jahr 2011 von 1,5 Millionen auf 500 000 zurückgegangen, hatte der Geistliche zuvor betont.

Fr, 2016-04-29 19:36
Washington (dpa)

US-Militär: Angriff auf Krankenhaus in Kundus kein Kriegsverbrechen

42 Menschen starben, als die USA im Oktober ein Krankenhaus im afghanischen Kundus bombardierten. Nun zieht das Militär Konsequenzen. Strafrechtliche Folgen müssen die Beteiligten aber nicht fürchten

Washington (dpa) - Das US-Militär stuft den Angriff auf ein Krankenhaus im nordafghanischen Kundus nicht als Kriegsverbrechen ein. Das ist das Ergebnis einer internen Untersuchung, die General Joseph Votel am Freitag in Washington vorstellte. Es habe sich nicht um einen absichtlichen Angriff gehandelt, sagte er. Er bestätigte, dass Disziplinarmaßnahmen gegen 16 Armeeangehörige verhängt wurden. Strafrechtliche Konsequenzen müssen sie nicht fürchten.

Bei der Bombardierung des Hospitals der Organisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) waren am 3. Oktober vergangenen Jahres 42 Menschen getötet worden, 24 Patienten und 18 Mitarbeiter. Die Hilfsorganisation warf den USA wenig später vor, das Gebäude absichtlich bombardiert zu haben. In einer ersten Reaktion zeigte sich MSF-Präsidentin Meinie Nicolai nicht zufrieden mit den Ergebnissen der Untersuchung.

Votel sprach von technischen und menschlichen Fehlern. Die Ermittlungen hätten ergeben, dass das Krankenhaus auf einer Liste von Gebäuden stand, die nicht hätten angegriffen werden dürfen. Die Besatzung habe aber keinen Zugriff auf diese Liste gehabt, weil ihr Funksystem nicht funktioniert habe. Ihr Einsatz sei zudem sehr kurzfristig erfolgt.

Sie hätten das Krankenhaus deshalb für ein Gebäude gehalten, das von den Taliban kontrolliert werde, sagte Votel. «Sie hatten keine Ahnung, dass das, was sie angreifen, eine medizinische Einrichtung ist.» Wer die Beteiligten sind, wollte der General nicht sagen. Er erklärte lediglich, dass sich darunter auch ein höherer Offizier befinde. Manche von ihnen seien vom Dienst suspendiert worden, andere hätten eine schriftliche Verwarnung erhalten.

Votel kündigte Entschädigungszahlungen für Betroffene an. Zudem stelle das Verteidigungsministerium 5,7 Millionen US-Dollar für den Wiederaufbau der medizinischen Einrichtung bereit. Nach dem Angriff hatte Ärzte ohne Grenzen den Einsatz in Kundus aus Sicherheitsgründen beendet.

MSF-Präsidentin Nicolai erklärte am Freitag: «Es ist unbegreiflich, warum der Angriff unter den von den USA beschriebenen Umständen nicht abgebrochen wurde.» Die Organisation hatte wiederholt eine unabhängige Untersuchung gefordert.

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STUPID.T ist die erste und einzige Maschine, die auf Knopfdruck Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der menschlichen Zivilisation erzeugt. Man stecke eine überteuerte Einwegkapsel mit etwas 08/15-Tee ins Gerät, betätige die Taste – und schon gibt’s jede Menge bunten Alu- und Plastikabfall.

Entdecken Sie die neue, besonders überflüssige Art der Müllerzeugung.
Mehr auf greenpeace-magazin.de/special-t.

 

 

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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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