Aktuell

regenwälder / 27.Aug 2015

Die heimlichen Klimaretter

Mit den richtigen Maßnahmen könnten tropische Länder die Hälfte der zukünftigen Regenwald-Abholzung verhindern, haben Forscher berechnet. Tun sie es nicht, gehen bis 2050 Wälder von der Größe Indiens verloren. Das ist besonders wichtig, weil Regenwälder bei voranschreitendem Klimawandel auch mehr CO2 binden.

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der Woche
Do, 2015-08-27 08:42
Kodiak (dpa)

Walsterben in Alaska - Behörde leitet Untersuchung ein

Kodiak (dpa) - Mindestens 30 Wale sind seit Mai an Stränden im südlichen Alaska verendet. Jetzt hat die US-Behörde NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) eine Untersuchung eingeleitet. Die Vorgänge seien als ungewöhnlich eingestuft worden. Es sind nach Angaben der Behörde rund dreimal so viel Wale gestrandet wie im Durchschnitt. Verschiedene Arten seien betroffen.

«Wir kennen die Gründe dafür noch nicht, aber unsere Untersuchung wird uns wichtige Informationen über die Gesundheit der Wale und des Ökosystems, in dem sie leben, geben», wird NOAA-Expertin Teri Rowles in einer Mitteilung zitiert. Die Bevölkerung rief sie auf, alle Informationen über gestrandete Wale in der Gegend weiterzugeben. Bis Ergebnisse der Untersuchung vorliegen, könnte es Rowles zufolge allerdings noch Monate oder sogar Jahre dauern. Die NOAA-Behörde ist in den USA zuständig für die Bereiche Wetter, Klima und Meereskunde.

Do, 2015-08-27 08:52
Berlin (dpa)

Maas will mit Facebook über extremistische Inhalte reden

Der Eindruck ärgert viele Facebook-Nutzer seit längerem: Bei erotischen Bildern greift das Online-Netzwerk durch, während Hassbotschaften stehen bleiben. Kann die Bundesregierung an der Neonazi-Propaganda etwas ändern?

Berlin (dpa) - Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) hat das Online-Netwerk Facebook aufgefordert, die Verbreitung von Hassbotschaften durch Nutzer zu stoppen. In einem Schreiben an die Europa- und die Deutschland-Zentrale lädt er Unternehmensvertreter zu einem Gespräch ein. Das Schreiben vom 26. August, über das zuerst der «Tagesspiegel» (Donnerstag) berichtet hatte, liegt dpa vor. Bei dem für den 14. September vorgeschlagenen Termin solle es darum gehen, «die Effektivität und Transparenz ihrer Gemeinschaftsstandards zu verbessern».

Maas schreibt, im Zusammenhang mit den fremdenfeindlichen Angriffen auf Flüchtlinge und Flüchtlingsunterkünfte hätten sein Ministerium zahlreiche Beschwerden von Bürgern über rassistische Hetze im Internet erreicht. «Insbesondere beklagen Facebook-Nutzer, dass Ihr Unternehmen trotz entsprechender konkreter Hinweise rassistische und fremdenfeindliche «Posts» und Kommentare nicht effektiv unterbinde.»

Würden solche Inhalte gemeldet, erhalte der Nutzer häufig lediglich die Rückmeldung, der Beitrag sei zwar geprüft worden, verstoße aber nicht gegen die von Facebook aufgestellten Gemeinschaftsstandards. Eine weitergehende Begründung, die Anhaltspunkte für eine fundierte Prüfung oder Abwägung liefern könnte, «wird nach den mir vorliegenden Informationen offenbar selbst in evidenten Fällen nicht gegeben», kritisierte der Minister. Facebook sei aber gesetzlich verpflichtet, rechtswidrige Inhalte - etwa mit volksverhetzendem Charakter - unverzüglich nach Bekanntwerden zu löschen.

In Online-Netzwerken wie Facebook oder Twitter werden zum Teil offen rassistische Hetze und rechtsradikales Gedankengut verbreitet. Für einige Äußerungen sind zuletzt bereits Nutzer in Berlin und Bayern wegen Volksverhetzung zu hohen Geldstrafen verurteilt worden.

Do, 2015-08-27 07:47
Angeles/Stuttgart (dpa)

Daimler kommentiert Klage wegen fehlender Motorabschaltung nicht

Los Angeles/Stuttgart (dpa) - Daimler will sich zunächst nicht zu einer Sammelklage von Kunden in den USA gegen zehn Autobauer wegen Gefahren eines automatischen Startsystems äußern. Die Klage sei noch nicht zugestellt, sagte eine Daimler-Sprecherin am Donnerstag in Stuttgart. Bei den Vorwürfen geht es um neuere Fahrzeuge, die ohne traditionelle Schlüssel auskommen. Durch das Fehlen einer automatischen Motorabschaltung sei in einigen Fällen giftiges Kohlenmonoxid ausgetreten, argumentieren die Kläger. Die Sammelklage wurde am Mittwoch (Ortszeit) bei einem Bundesgericht im kalifornischen Los Angeles eingereicht.

Geht doch!

Hoffnung für Hähnchen

Biobrütereien in der Alpenrepublik beenden ab 2017 das massenhafte Kükentöten
 

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Da männliche Küken später keine Eier legen, werden sie direkt nach dem Schlupf getötet. Damit wollen österreichische Biobrütereien spätestens ab 2017 Schluss machen: Im Nachbarland einigten sie sich mit dem Biodachverband und dem Lebensmitteleinzelhandel darauf, in Zukunft Bioeier nur noch dann als „bio“ zu kennzeichnen, wenn Henne und Hahn aufgezogen werden. Gelingen soll das mit einer robusten Legerasse, deren Brudertiere bei der Mast Fleisch ansetzen, wenn auch langsamer und weniger als sonst üblich. Die Branche rechnet mit Mehrkosten von zwei bis drei Cent pro Ei. Die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ hat die landesweite Lösung mit auf den Weg gebracht und hofft nun, dass diese wegweisend für ganz Europa sein wird. In Deutschland gibt es bislang nur kleine Projekte wie etwa die „Bruderhahn-Initiative“ oder „Ei-Care“. Doch auch hierzulande bewegt sich etwas: Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) will das Kükensterben mithilfe der Geschlechtsbestimmung im Ei beenden. Noch ist diese Technik nicht marktreif – und laut Deutschem Tierschutzbund auch nicht ausreichend: „Wir müssen das System ändern, dafür brauchen wir andere Zuchtlinien und andere Haltungssysteme.“
 

Außerdem Interessant

New York: Essen als Chance
Frisch aus dem Knast entlassenen Jugendlichen gibt das Sozialprojekt „Drive Change“ in New York City eine Perspektive: Im Team des mobilen „Snowday Food Truck“ schnippeln sie Gemüse, braten Hühnchen und bieten verschiedene Mittagessen an. Die jungen Menschen verdienen ihr eigenes Geld – für manche ist es der erste legale Job. Vor allem soll ihnen die Arbeit bei der Integration helfen, denn bisher werden zwei von drei jugendlichen Straftätern innerhalb von drei Jahren rückfällig.
snowdayfoodtruck.com

Italien: Soli-Kaffee
Von Neapel aus geht eine solidarische Idee um die Welt: Gäste können einen Kaffee bestellen – und zwei zahlen. Den Gratiskaffee bekommt irgendwann ein Obdachloser, der sich ein Heißgetränk nicht leisten kann. In Neapel wird diese Tradition schon seit mehr als hundert Jahren in der Weihnachtszeit gepflegt. Inzwischen gibt es die Geste der Nächstenliebe in fast 20 Ländern. Auch in Deutschland besteht in einigen Lokalen die Möglichkeit, einen Kaffee zu spenden.
coffeesharing.com

San Francisco: Warnung vor Limo
Werbeanzeigen für Softdrinks müssen laut Beschluss des Stadtrats von San Fransisco künftig mit Warnhinweisen versehen werden. So soll der Verbraucher erfahren, dass der zugesetzte Zucker Fettleibigkeit, Diabetes und Karies verursachen kann. Ein solches Warnlabel könnte es auch landesweit geben, die Demokraten haben einen entsprechenden Gesetzentwurf für den US-Staat Kalifornien eingereicht. Schon im vergangenen Jahr hatte Berkeley dem hohen Zuckerkonsum den Kampf angesagt. Als erste US-Stadt besteuerte die Nachbarin San Franciscos im November 2014 zuckerhaltige Getränke.
 

Geht doch!

Drohnen als Förster

Unbemannte Flugkörper sollen pro Jahr weltweit eine Milliarde Bäume pflanzen

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Jährlich werden auf der Erde rund 26 Milliarden Bäume gefällt. Der ehemalige Nasa-Ingenieur Lauren Fletcher nimmt den Kampf gegen die globale Entwaldung auf. Um den Schwund wettzumachen, entwickelte seine in Oxford ansässige, gemeinnützige Firma Bio Carbon Engineering eine innovative Drohne. Diese scannt auch unzugängliche Gegenden, kartografiert baumlose Regionen und bestimmt die Bodenart. Zusammen mit Ökologen entscheidet das Unternehmen, welche Bäume wo gepflanzt werden. Dann wird der Flugkörper ein zweites Mal losgeschickt. Per Druckluft schießt er kleine Saatgut-Kapseln in den Boden. Die Kapseln sind biologisch abbaubar und schützen das keimende Saatgut in der ersten Zeit. „Der industriellen Waldvernichtung können wir nur mit industrieller Aufforstung begegnen“, ist Fletcher überzeugt. Das Projekt befindet sich in der Entwicklungsphase, erste Tests sind im Laufe des Jahres geplant. Obwohl dem britischen Start-up noch Investoren fehlen, hofft Fletcher, dass die Firma schon bald Regierungen für Aufforstungsprojekte begeistern und jedes Jahr eine Milliarde Bäume pflanzen kann.
biocarbonengineering.com

Außerdem Interessant

Frankreich: Wegwerfverbot für Essbares
Mit einem Ende Mai verabschiedeten Gesetz will die französische Nationalversammlung die Verschwendung von Lebensmitteln eindämmen: Große Supermärkte werden verpflichtet, überschüssige Produkte künftig an gemeinnützige Einrichtungen zu spenden. Für Menschen ungeeignete Reste können laut Beschluss des Parlaments auch kompostiert oder als Tierfutter verwendet werden. Dabei wandern in Frankreich pro Person und Jahr „nur“
bis zu 30 Kilogramm ungenutzt in den Müll. Hierzulande fallen pro Kopf und Jahr rund 82 Kilo Essensabfälle an.
 

Münster: Pestizidfreie Kommune
Seit 1989 dürfen in Münster auf kommunalen Flächen der westfälischen Stadt keine Pestizide mehr eingesetzt werden. Sprießendes Unkraut wird mit Heißluftwalzen oder Wildkrautbürsten entfernt. Diese Verfahren sind zwar aufwendiger und teurer, aber giftfrei. Dank einer Beratung durch den BUND verzichten inzwischen etliche Kommunen auf Pestizide. Dem Vorreiter Münster folgten zum Beispiel Saarbrücken, Tübingen und Bielefeld.
bund.net/pestizidfrei

Berlin: „Berliner Pflanze“
Heimischen Dünger stellen die Berliner Wasserwerke her, indem sie Phosphat aus Klärschlamm zurückgewinnen. Der Wasserversorger verkauft das recycelte Düngemittel unter dem Namen „Berliner Pflanze“ an Landwirte. Das Verfahren haben sich die Ingenieure patentieren lassen. Es dürfte weltweit auf Nachfrage stoßen, denn die globalen Phosphatvorräte gehen zur Neige.
bwb.de/berlinerpflanze
 

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

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Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

Außerdem Interessant

Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

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Do, 2015-08-27 07:17
Singapur (dpa)

Ölpreise legen zu - Entspannung an Chinas Börsen stützt

Singapur (dpa) - Die Ölpreise sind am Donnerstag gestiegen. Eine Entspannung an den asiatischen Aktienmärkten habe die Ölpreise gestützt, hieß es aus dem Handel. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Oktober 44,07 US-Dollar. Das waren 93 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 80 Cent und lag bei 39,40 Dollar.

An den asiatischen Börsen stehen die Zeichen am Morgen auf Erholung. Auch an den chinesischen Börsen ging es aufwärts, nachdem die Sorge vor einer ernsten Konjunkturflaute in China zuletzt für heftige Turbulenzen an den Börsen gesorgt hatte.

Neben der allgemeinen Entspannung an den Finanzmärkten habe auch die Entwicklung der US-Ölreserven die Ölpreise gestützt, hieß es. In der größten Volkswirtschaft der Welt waren die Lagerbestände an Rohöl zuletzt überraschend gesunken, was ein Hinweis auf eine höhere Nachfrage sein kann.

Do, 2015-08-27 06:55
Kabul (dpa)

«Drinnen herrscht Chaos» - Zu Besuch in einem Kabuler Krankenhaus Von Subel Bhandari, dpa

Bomben, Granatsplitter, Kugeln - afghanische Krankenhäuser behandeln täglich Opfer kriegerischer Gewalt. Nicht selten versorgen ausländische Organisationen die Patienten, doch das internationale Interesse am Konflikt droht zu schwinden.

Kabul (dpa) - Es ist zwei Uhr morgens, als Luca Radaelli einen kurzen Blick durch das weiße Tor des Kabuler Krankenhauses wirft. Der Italiener entschuldigt sich sofort, zum Reden ist jetzt keine Zeit. «Ich bin sehr beschäftigt. Drinnen herrscht das Chaos», sagt er und verschwindet wieder im Inneren des Gebäudes. Er muss sich um 90 Opfer eines schweren Bombenanschlags kümmern, die in das chirurgische Zentrum für Kriegstraumaopfer in der afghanischen Hauptstadt eingeliefert wurden. Unter den Opfern sind hauptsächlich Frauen und Kinder.

«Wir hatten im vergangenen Jahr 146 Prozent mehr Opfer als 2010», sagt Radaelli, der Afghanistan-Leiter der italienischen gemeinnützigen Organisation Emergency, bei einem weiteren Besuch. «In den ersten sieben Monaten dieses Jahres haben wir schon 30 Prozent mehr Opfer als 2014.» Allein im Juli wurden 362 Patienten im Kabuler Krankenhaus behandelt - ein Rekord für das Zentrum.

Seit 1994 leistet die humanitäre Organisation Emergency zivilen Armuts- und Kriegsopfern medizinische Hilfe. In Afghanistan gründete sie ihr erstes Krankenhaus 1999 im Pandschir-Tal im Nordosten des Landes. Zwei Jahre später wurde die Einrichtung in Kabul eröffnet. Ein ehemaliger Kindergarten aus der Sowjet-Ära wurde dafür umfunktioniert. In den Krankenhäusern und etlichen kleineren Kliniken der Organisation in dem Krisenland sind insgesamt 1500 Menschen beschäftigt, 40 davon aus dem Ausland.

«Die Situation ist sehr instabil, die Kämpfe werden immer schlimmer», erklärt Radaelli. Die Zivilbevölkerung sei immer stärker von der Gewalt betroffen.

Nicht selten sind es die Jüngsten, die besonders unter der Situation zu leiden haben. So wie der acht Jahre alte Naeem, der auf der Intensivstation liegt. An seinem Bett wacht sein besorgter Onkel Abdul Rahim. «Er spielte mit seinem Cousin in der Nähe einer Straße», erinnert sich der 60-Jährige aus der südöstlichen Provinz Paktika. «Er fand eine Bombe und fing an, damit zu spielen. Er wusste aber nicht, um was es sich handelte.»

Die Bombe explodierte, der Junge verlor seine rechte Hand und erlitt schwerste Verletzungen im Gesicht. Sein Kopf ist komplett bandagiert, nur eine kleine Öffnung lässt erahnen, wo Nase und Mund sind. Ob er jemals wieder sehen kann, wissen die Ärzte zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht.

Einige Zimmer weiter liegt die fünf Jahre alte Huma. «Eine Bombe explodierte neben einem afghanischen Militärkonvoi», erzählt ihre Großmutter Hawal Bibi aus Paktia, einer Provinz im Südosten des Landes. «Die Soldaten begannen, willkürlich um sich zu schießen.» Zwei Kugeln trafen Huma, während sie auf einem nahegelegenen Hof spielte.

Huma verlor eine Niere und Teile ihres Magens und ihrer Bauchspeicheldrüse. «Zum Glück waren die Lungen unversehrt», sagt Roberto, ein italienischer Krankenpfleger. «Aber es steckt noch immer eine Kugel in ihrem Körper.»

«Jedes Jahr werden mehr Kinder wie Huma und Naeem verletzt», sagt Roberto. Laut den Vereinten Nationen haben Frauen und Kinder in diesem Jahr in Afghanistan besonders unter konfliktbezogener Gewalt zu leiden. Zwischen Januar und Juni sind demnach 23 Prozent mehr Frauen und 13 Prozent mehr Kinder getötet oder verletzt worden als im Vorjahreszeitraum.

Einrichtungen wie das Emergency-Krankenhaus in Kabul veranschaulichen, wie dringend humanitäre Hilfe in Afghanistan benötigt wird. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz und Ärzte ohne Grenzen leiten ähnliche Einrichtungen in verschiedenen Teilen des Landes. Im vom Roten Kreuz geführten Mirwais-Krankenhaus in der südafghanischen Stadt Kandahar wurden im letzten Jahr rund 250 000 Menschen behandelt.

«Die Verletzungen sind schlimmer denn je, weil Straßenbomben und Minen eingesetzt werden», sagt Radaelli. Hinzu kommen die weiten Wege zu einem Krankenhaus. «Manchmal brauchen Patienten drei Tage, um hierher zu reisen.» Der Rückzug der internationalen Truppen aus Afghanistan und die immer geringere Finanzhilfe bereiten Radaelli Sorgen.

Die meisten der 90 Opfer des jüngsten Anschlags konnten gerettet werden, erzählt der Italiener. Zwei Patienten hätten aber nicht überlebt.

Do, 2015-08-27 05:15
Berlin (dpa)

Ärztepräsident: Politik soll Hilfe für kranke Flüchtlinge regeln

Die medizinische Versorgung in den Flüchtlingslagern wird zusehends schlechter. Es fehlen Ärzte. Die Gefahr, dass Infektionskrankheiten eingeschleppt werden, wächst.

Berlin (dpa) - Der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, hat die Politik aufgefordert, eine bessere ärztliche Versorgung der Flüchtlinge zu organisieren. «Die Versorgung ist machbar, wenn sie auf viele Schultern verteilt wird. Die Behörden müssen das organisieren», sagte Montgomery der Deutschen Presse-Agentur. Zugleich betonte er die Bereitschaft der Ärzte, bei der Versorgung der Flüchtlinge mitzumachen. Es gehe dabei nicht nur um Amtsärzte, sondern auch um niedergelassene, pensionierte und Krankenhausärzte, die mitmachen könnten und sollten.

Die Flüchtlinge müssten nach der Erstversorgung möglichst schnell in die Regelversorgung. Zur Zeit fänden weder die Erstversorgung noch die Tuberkulose-Untersuchung bei der Ankunft noch die Versorgung nach dem Asylbewerberleistungsgesetz «zeitgerecht statt», kritisierte Montgomery. Auch für Infektionskrankheiten, Mangelerkrankungen oder Verletzungen, die sich Flüchtlinge unterwegs zugezogen hätten, «ist angesichts der schieren Zahl im Moment keine ausreichende ärztliche Versorgung gewährleistet».

Deutschland diskutiere immer wieder über die Ungleichbehandlung von Privat- und Kassenpatienten. «Und hier schaffen wir eine dritte Kategorie Asylbewerber-Patienten, die sogar schlechter behandelt werden als Kassen-Patienten. Das kann nicht sein. Hier muss der Staat schnell handeln», mahnte der Ärztekammer-Präsident.

«Als allererstes muss man mit mobilen Ärzteteams in die Aufnahmelager.» Und die müssten dann dort regelmäßige Sprechstunden anbieten. Aber: «Wir haben noch drei Monate Zeit, dann wird es so kalt, dass man Menschen nicht mehr in solchen Zeltlagern unterbringen kann», sagte Montgomery. «Statt jetzt zu lamentieren und alle diese Lager zu besuchen, sollte man lieber ganz schnell diese Leute in feste Unterkünfte bringen.»

Die ärztliche Versorgung geschehe nicht nur aus reiner Nächstenliebe, sondern - bei Infektionserkrankungen - auch «zu unserem eigenen Schutz», erklärte Montgomery. Viele dieser Menschen brächten multiresistente Tuberkulosen mit, die zum Teil erst in Deutschland ausbrächen. Durch häufig auf der Flucht abgebrochene medikamentöse Therapien bildeten sich Resistenzen. Deswegen müssten die Eingangsuntersuchungen schnell erfolgen.

Gefährlich ist vor allem die Tuberkulose. Die Gefahr, dass Ebola eingeschleppt wird, hält Montgomery für sehr gering. Die meisten Flüchtlinge kämen auch nicht aus Ebola-Gebieten, sondern aus Syrien und Albanien.

«Manche aber sind uns bestens bekannte Infektionskrankheiten: Tuberkulose und Krankheiten, die gerne dann auftreten, wenn Menschen unter besonders schlechten hygienischen Bedingungen leben müssen, also Läuse, Wanzen, Flöhe und Krätze.» Das sei alles zu beherrschen, aber nicht unter den Lebensbedingungen der Flüchtlinge.

Do, 2015-08-27 05:30
Essen (dpa)

Einzelhandel ringt um Strategie im Kampf gegen die Plastiktüte Von Uta Knapp, dpa

Soll man Kunden nach dem Luxusshopping aus Umweltgründen noch ein paar Cent für die Plastiktüte abknöpfen? Die Handelsbranche ist in dieser Frage gespalten. Händler fürchten auch um den Verlust einer Werbefläche, wenn Einkäufe künftig im anonymen Beutel landen.

Essen (dpa) - Der deutsche Einzelhandel sucht nach einer Strategie im Kampf gegen die Plastiktüte. Ins Visier geraten ist dabei vor allem die Flut kostenlos an den Kunden abgegebener Tüten, für die künftig eine Gebühr verlangt werden könnte. Einige Händler wie etwa der Düsseldorfer Textilfilialist C&A oder der Textildiscounter KiK sind bereits aktiv geworden und wollen die ungeliebte Plastiktüte bereits ganz verbannen, oder den Kunden künftig dafür zur Kasse bitten. Doch es gibt auch Bedenken.

Allein rund 500 Tonnen des Kunststoffs Polyethylen könnten durch den ab 1. Oktober zunächst in den rund 2800 Filialen in Deutschland, Österreich und den Niederlanden geplant Verzicht auf Plastiktüten eingespart werden, hieß es etwa beim Textildiscounter KiK. Plastiktüten stehen in der Kritik, weil sie sich in der Natur praktisch nicht zersetzen und Kleinteile von Seetieren wie Fischen oder Vögeln gefressen werden.

Beim Handelsverband Deutschland (HDE) will man bei dem Problem auf eine freiwillige Selbstverpflichtung der Läden setzen. Danach sollen künftig alle Tragetaschen nur noch gegen eine Gebühr abgegeben werden. Doch auch rund 100 000 deutsche Händler sollen bei einer Mitgliederbefragung zu Wort kommen. Die Ergebnisse einer von dem Verband angestoßenen Befragung werde in den kommenden Wochen vorgelegt, kündigte HDE-Geschäftsführer Kai Falk an.

Andere Händler haben Bedenken. «Wenn jemand einen Herrenanzug für 499 Euro kauft, schaut er ziemlich entgeistert, wenn er dann für die Tüte zur Kasse gebeten werden soll», formuliert der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands des deutschen Textileinzelhandels (BTE), Jürgen Dax, die Bedenken. Zusammen mit anderen Handelsbranchen wie Juweliere oder Parfümerien stünden die Textilhändler bei dem Thema vor ganz anderen Problemen als etwa der Lebensmittelhandel.

Textilien könne man eben nicht «in den Einkaufskorb stecken zwischen Zwiebeln und Kartoffeln». Zudem sei in der Regel keine Möglichkeit zum knitterfreien Transport vorhanden. «Wer geht schon mit einem Koffer in die Stadt?», fragt Dax. Zudem seien die bedruckten Tragetaschen für viele Händler ein wichtiges Marketinginstrument.

Hintergrund der Diskussion ist ein Vorstoß der EU zur Drosselung des Verbrauchs an umweltschädlichen Plastiktüten. Künftig sollen sich die EU-Staaten nationale Ziele zur Verminderung setzen. Demnach dürften bis Ende 2019 pro Kopf und Jahr nur noch 90 Plastiktüten verwendet werden. Bis zum Jahr 2025 soll der Wert weiter sinken auf höchstens 40 pro Jahr.

Deutschland stehe mit einem Verbrauch von 71 Tüten pro Kopf und Jahr im internationalen Vergleich schon heute «relativ gut» gut da, argumentiert der Handelsverband HDE. Nach den Zahlen aus dem Jahr 2010 lag der durchschnittliche Verbrauch in der EU bei 198 Tüten pro Person und Jahr. Kritiker werfen der Branche dagegen auch in Deutschland die mangelnde Verbindlichkeit einer freiwilligen Selbstverpflichtung vor und fordern eine Verbrauchsabgabe.

Umweltschützer hatten in diesem Sommer zu einem plastiktütenfreien Tag aufgerufen und eine Abgabe auf Einwegtüten gefordert. Die Grünen setzen sich seit einiger Zeit etwa für eine Verbrauchsabgabe von 22 Cent je Tüte ein. Damit könne vielleicht auch ein «Wildwuchs» wie in der Modebranche eingedämmt werden, meint der umweltpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Peter Meiwald. Vorbild dafür könne etwa Irland sein, wo ein solcher Schritt deutliche Erfolge gezeigt habe.

Von «überwiegend positiven» Kundenreaktionen bei der Abschaffung kostenloser Plastik-Abreißbeutel berichtet der Chef der Drogeriemarktkette dm, Erich Harsch. Die abschließende Entscheidung über den Verzicht auf die Gratis-Beutel hat das Unternehmen jedoch den jeweiligen Märkten vor Ort überlassen.

Do, 2015-08-27 05:05
Berlin (dpa)

Maas: Die Straße nicht den Hetzern überlassen

Die rechtsextremen Krawalle in Sachsen haben die Bundespolitik aufgeschreckt. Nun kommen Kanzlerin und Minister nach Heidenau und in andere Flüchtlingsunterkünfte. Justiz-Ressortchef Maas fordert mehr Engagement der Anständigen.

Berlin (dpa) - Nach den rechtsextremen Krawallen im sächsischen Heidenau und den Pöbeleien beim Besuch der Bundeskanzlerin im dortigen Flüchtlingsheim hat Justizminister Heiko Maas (SPD) die schweigende Mehrheit aufgerufen, sich zu engagieren. «Die Bundesregierung wird alles dafür tun, um die Sicherheit von Flüchtlingen in Deutschland zu gewährleisten. Wir alle sind aber auch als Bürger gefragt, die Straße nicht den Hetzern und den Rechtsextremen zu überlassen», sagte er der «Passauer Neuen Presse» (Donnerstag). «Wir brauchen ein klares Signal aus der Gesellschaft: Deutschland ist ein weltoffenes, tolerantes Land.»

Maas will an diesem Donnerstagvormittag nach Heidenau fahren und mit Gymnasiasten über den Hass und die Krawalle diskutieren, bei denen in dem Ort bei Dresden am Wochenende mehr als 30 Polizisten verletzt worden waren. Vor Kanzlerin Angela Merkel war am Montag bereits der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel in Heidenau. Er will am Nachmittag erneut eine Flüchtlingsunterkunft besuchen: In der rheinland-pfälzischen Erstaufnahmeeinrichtung in Ingelheim will er mit Flüchtlingen und Helfern reden.

Innenminister Thomas de Maizière (CDU) wird seinerseits das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Nürnberg besuchen. Mit dem Präsidenten Manfred Schmidt und weiteren Mitarbeitern will de Maizière über die Herausforderungen bei der Bewältigung der hohen Asylantragszahlen sprechen. In Deutschland werden in diesem Jahr bis zu 800 000 Flüchtlinge erwartet. Obwohl die Dauer der Asylverfahren von 7,1 auf 5,4 Monate verkürzt werden konnte, nimmt die Zahl der offenen Verfahren weiter zu. Derzeit liegt sie bei etwa 250 000.

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt unterstützte den Vorschlag ihres Parteifreundes, des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann, Syrer ganz aus dem Asylverfahren herauszunehmen. «Die Idee dahinter ist ja, dass man die Flüchtlinge aus Syrien schnell verteilt, weil man ja schon weiß, dass sie asylberechtigt sind. Dadurch kann man den Verfahrensstau bei den Asylanträgen auflösen», sagte sie der Mediengruppe «Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung» (Donnerstag).

Das Bundeskabinett hat am Mittwoch beschlossen, in diesem Jahr weitere 500 Millionen für Länder und Kommunen zur Flüchtlingsversorgung bereitzustellen. Diese Verdopplung der Bundesmittel war bereits länger vereinbart.

Der Bundesrechnungshof kündigte an, die Verwendung der Gelder zu kontrollieren. «Das Geld muss dort ankommen, wo es benötigt wird: bei den hilfesuchenden Menschen in den Kommunen», sagte Rechnungshof-Präsident Kay Scheller der «Welt» (Donnerstag).

Am 24. September wollen Bund und Länder bei einem Spitzentreffen über weitere Hilfsmaßnahmen beraten. Merkel kündigte am Mittwoch dazu auch Gesetzesänderungen an. Das Innenministerium hat bereits eine Liste mit Änderungen vorgelegt, um die Zahl der Asylanträge zu reduzieren. Vorgesehen ist etwa eine längere maximale Aufenthaltsdauer in Erstaufnahmeeinrichtungen, um schnelle Abschiebungen zu erleichtern.

US-Präsident Barack Obama würdigte nach Angaben des Weißen Hauses Merkels Engagement in der Flüchtlingskrise. Er hob dabei die gelockerten Vorgaben für die Aufnahme syrischer Asylbewerber hervor.

Gegen Flüchtlingshetzer machen auch die beiden großen Kirchen Front. «Ich weiß nicht, wie ich mit solchen Leuten diskutieren soll», sagte der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, der Münchner Kardinal Reinhard Marx, dem Fernsehsender Phoenix. «Man muss die rechtsstaatlichen Mittel anwenden.» Der stellvertretende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, der sächsische Bischof Jochen Bohl, fügte in der «Rheinischen Post» (Donnerstag) hinzu: «Wir werden uns durch Brandstifter in unserem Engagement nicht einschüchtern oder entmutigen lassen.»

Do, 2015-08-27 05:01
Bonn (dpa) 

Neue Ausbildungsberufe

Bonn (dpa) - Berufe verändern sich stetig, nicht immer entstehen daraus aber komplett neue Berufsbilder. Das Bundesinstitut für Berufsbildung hat die Aufgabe, in Abstimmung mit Verbänden, Kammern, Betrieben und Gewerkschaften die Ausbildungsordnungen neu zu fassen - und gegebenenfalls auch neue Berufe auf den Markt zu bringen. Zuletzt war das 2013 der Fall mit der «Fachkraft für Metalltechnik» und dem «Stanz - und Umformmechaniker». In den Jahren darauf wurden Ausbildungspläne modernisiert. Zuletzt gehörten dazu neben dem «Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik» auch der Dachdecker, der Fischwirt, der Graveur oder der Hörgeräteakustiker.

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À la Saison

Royale Reneklode

(Prunus domestica subsp. italica)
Sie ist die wenig bekannte Königin der Hauspflaumen – oder zumindest eine ziemliche Prinzessin auf der Erbse. Und sie hat ihren hässlichen Namen auf keinen Fall verdient. Warum, erfahren Sie hier

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Das Deutsche verdankt dem Französischen wohlklingende Worte wie Aubergine, Bonbon und Croûton. Auch Éclair und Filet sind Einwanderer, die nicht zur Überintegration gezwungen wurden, ganz anders als die Kuvertüre und die Reneklode. Ein Wort, das sich im Mund nicht wie Steinobst, sondern wie ein Stein anfühlt und nur entfernt an seine Herkunft erinnert. Können Sie das Original aus dem Ärmel schütteln, aus der Lamäng (la main), wie der Deutsche sagt? Reine-Claude, Königin Claudia, nennen unsere Nachbarn die rare Süße. Ränklod müssten wir schreiben, wenn wir – wie im Fall der Kuvertüre – wenigstens den Klang des Wortes nachahmen wollten. Aber das wäre noch hässlicher.

Claudia von Frankreich war eine Renaissance-Dame, die Franz dem Ersten zwischen 1515 und 1524 acht Kinder gebar, jung starb und wenn vielleicht nicht den König, so doch Renekloden über alles geliebt haben soll. Es ist nicht klar, ob die Früchte möglicherweise auch nach dem Obstkundler René Claude heißen könnten. Auf jeden Fall dürften sie zu Reine Claudes Zeit der Dernier Cri (letzte Schrei) gewesen sein. Kam das aus Armenien stammende Rosengewächs – anders als das Gros der Pflaumenarten – doch nicht schon in der Antike, sondern erst im Spätmittelalter nach Europa.

Zart (délicate) wie ihre Namenspatronin und damit im Wortsinn eine Delikatesse ist die Reneklode. In der weitverzweigten Pflaumenfamilie ist sie die Prinzessin auf der Erbse: Sie ist schwer zu finden, und man erkennt sie an ihrer empfindlichen Haut. Weil sie behandelt werden will wie ein rohes Ei und schnell verdirbt, drückt sich der Handel vor ihr. Liebhaber pflanzen sie am besten im eigenen Obstgarten oder finden sie mit Glück auf dem Wochenmarkt – und auch dort nur selten. Von allen Vertreterinnen ihres Klans hat sie die kürzeste Ernteperiode. Renekloden reifen nur im Juli und August.

Doch der Beschaffungsaufwand lohnt sich. Das aprikosengroße, runde Obst, das je nach Sorte grasgrün, gelblich grün oder rötlich violett leuchtet, ist nicht nur erfrischender und saftiger als Hauspflaumen, Mirabellen und Zwetschgen, es hat dank seines würzigen Spiels von Süße und Säure auch ein intensiveres Aroma als die bürgerliche Verwandtschaft. Frisch vom Baum schmecken die im süddeutschen Raum auch Reinklaue, Ringlo oder Renglotta genannten Früchte am besten. Ihr üppiges grünweißes Fruchtfleisch ist meist fest mit dem Kern verwachsen, sodass die Verarbeitung – außer im Rezept rechts – mühsam ist. Für unverdrossene Fruchtpuler eignen sich Konfitüre (confiture) und Mus hervorragend zum Transport eines Stückchens Sommer in die kalte Jahreszeit. Renekloden passen aber auch zu Deftigem wie Wild und dunklen Soßen. Und falls es danach ein Digestif (Verdauungsschnaps) sein darf: Reneklodenbrände sind rar, aber umwerfend.

Gesund ist Ihre Majestät sowieso. Sie enthält mehr Eisen als andere Arten und viel weniger Zucker als ihr Geschmack vermuten lässt. Außerdem ist sie reich an Kalium, Vitamin A und hilft gegen Vitamin-B-Mangelsymptome wie eingerissene Mundwinkel. Und eben diese sollten wir nicht hängen lassen. Es muss doch möglich sein, eine Frucht von solcher Qualität formschön ins Deutsche zu übertragen. Die Schweizer nennen sie Edel-, die Österreicher Zuckerpflaume. Die Norweger und Italiener übersetzen unfrei: Reine-Claude und regina claudia. Und wir? Finden im Duden doch noch die alternative Schreibweise Reineclaude. Es ist nicht die empfohlene, aber bitte greifen Sie zu! Und genießen Sie den Augenschmaus. Wir schreiben doch hier auch nicht Allasäsong drüber.

Frisch vom Baum gibt's die Reneklode ab August.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen
 

À la Saison

Königliche Karotte

(Daucus carota subsp. sativus)
Viele Kinder glauben ja, dass Kühe lila sind und Möhren orange. Stimmt aber nicht. Wie ein ehedem unscheinbares Wurzelgemüse zu seinem knalligen Äußeren kam, erzählen wir hier.


 

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Früher war mehr Natur! Alles wuchs wild und frei, wie der Genpool es vorgesehen hatte. Es gab keine Bayers, Syngentas und Monsantos, die Ferkel oder Brokkoli patentieren ließen. Und Kinder glaubten noch nicht, dass Kühe lila sind. So weit, so wahr. Allerdings dachten Kinder auch zu Großmutters Zeiten schon, Möhren seien orange. Ein Irrtum! Karotten gibt es auch in den Farben weiß, gelb, rot und violett,
wie wir vom Wochenmarkt wissen, seit alte Sorten wieder modern sind.

Wilde Vorfahren der Gartenmöhre wurden möglicherweise schon vor 5000 Jahren in Asien kultiviert. Manche Forscher vermuten den Ursprung in Afghanistan, dem Iran, Irak oder Anatolien. Über Spanien und Italien soll die Doldenblütlerin nach Mittel- und Westeuropa gelangt sein. Eine Möhre in Orange wird erstmals 1721 schriftlich erwähnt – und zwar von niederländischen Gartenbauern, die große Karottenzüchter waren. In den Sandböden ihrer Heimat liegen die Wurzeln der orangen Rübe, die von gelben Sorten abstammen soll. Der Legende nach experimentierten königstreue Gärtner aus politischen Gründen mit der Farbskala: Sie wollten Wilhelm von Oranien (französisch: orange, niederländisch: oranje) für den Unabhängigkeitskampf gegen Spanien danken.

Bewiesen ist das ebenso wenig wie die Geschichte, dass Niederländer im Zweiten Weltkrieg zum Ehrentag der Königin mit royalen Rüben um die Häuser zogen. Vermutlich wäre es keinem Besatzer aufgefallen. Schließlich hatten die niederländischen Sorten „Horn“ und „Long Orange“ schon Jahrhunderte zuvor die Rübenzucht der Deutschen unterwandert. Der Name der Möhre geht auf althochdeutsche und slawische Ausdrücke für Wurzel zurück. Mit mehr als 600.000 Tonnen Erntemenge im Jahr ist sie in Deutschland Volksgemüse. Gut so. Denn sie ist die wichtigste heimische Karotinquelle. Der Farbstoff sorgt für einen gesunden Hautton, der Sonnencremes jedoch keineswegs überflüssig macht. Aus Beta-Karotin stellt der Körper Vitamin A her, das für das Sehvermögen wichtig ist. Außerdem enthalten Mohrrüben viele B-Vitamine, Vitamin C, Kalium, Kalzium und Eisen. Sie sind gut für das Immunsystem, wirken harntreibend und blutreinigend. Ihren milden Geschmack verdanken sie ihrem für ein Gemüse recht hohen Zuckergehalt, ätherischen Ölen und Fruchtsäuren.

Die zarten Möhrchen, die jetzt vom Feld kommen, haben eine so dünne Haut, dass man sie nicht schälen muss und roh knabbern kann. Der Körper kann Karotinoide allerdings besser verwerten, wenn Mohrrüben mit etwas Fett gegart werden. Sie sind eine der süßen, erdigen Grundlagen feiner Schmorküche und helfen, schwere Rotweinsoßen zu verfeinern. Die meisten Kinder lieben Möhrengemüse. Erwachsenen ist die Zuckerwurzel solo oft zu monoton.

„Karotten schätzen es, wenn man sie mit Familienmitgliedern zusammenbringt“, empfiehlt der britische Koch Nigel Slater – also mit anderen Doldenblütlern wie Kerbel, Koriander, Kreuzkümmel, Petersilie und Dill. Konsequent als Süßspeise behandeln die Schweizer Rübchen, wenn sie daraus schwere Torten (Rüeblichueche) zaubern – in der Tradition der Römer, die eine carota ebenfalls gerne mal als Dessert verzehrten.

Carota heißt „die Gebrannte“ und deutet auf ein ursprünglich feuerrotes Äußeres hin. Allerdings waren einige der in Asien kultivierten Karotten auch schon blau-blütig, bevor sie auf Holländer trafen, genauer gesagt – lila. Liebe Kinder, die Schokoladenonkels haben sich in der Spezies geirrt. Nicht die Kühe sind lila: It’s the carrot, stupid!

Neu frisch vom Feld gibt's die Karotte ab Juni, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

 

À la Saison

Schlangenmordende Schwarzwurzel

(Scorzonera hispanica)
Die Schwarzwurzel hieß noch im 17. Jahrhundert „Schlangenmord“ oder „Vipergras“. Tatsächlich ist sie eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel

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„Die Wurtzel“ sei „fleischig, saftig und voll Milch“ sowie „süß von Geschmacke, wann sie gesotten worden“, schrieb der französische Chemiker und Arzt Nicolas Lémery 1698 in ein Lexikon. Den Zeitgenossen mochte das gewagt erscheinen. War die Schwarzwurzel doch erst seit kurzem etwas zu Essen. Im Deutschen trug das neue Gemüse die Beinamen „Schlangenmord“ und „Vipergras“, die eher nach Hexenkessel als nach Eintopf klangen.

Schuld war der italienische Botaniker und Mediziner Pietro Andrea Mattioli, der die antike Heilpflanze 1544 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Der kaiserliche Leibarzt verwandte die Wurzel des Korbblütlers nicht nur gegen Wundfieber und Knochenbrüche, sondern auch „wider den Natterbiß“. Er taufte sie Scorzonera hispanica nach ihrem Herkunftsland Spanien und dem Namen einer schwarzen Giftschlange. Außerdem setzte er das Gewächs auch „wider die fallende Seuche, zu den Pocken und für die Pest“ ein, wie Lémery 150 Jahre
später notierte. Sie ist, kurzum, eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel.

„Proletenspargel“ oder „Spargel des armen Mannes“ heißt Mattiolis Zaubergemüse im Volksmund heute. Eine Delikatesse, die hierzulande – außer in Bayern – kaum groß--flächig angebaut wird. Wir importieren sie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, wo man offenbar weiß, was gut ist. In Wahrheit ist der im Inneren elfenbeinfarbene „Winterspargel“ dem Original überlegen, nicht nur was seine Länge von bis zu einem halben Meter angeht. Die kalzium-, eisen-, magnesium- und vitaminreiche Schwarzwurzel gibt es nicht nur mitten in der kalten Jahreszeit, sie ist auch robust, lagerfähig und wird nicht holzig.

Es ist richtig, dass ihre korkige Rinde beim Schälen ohne Handschuhe hässliche Flecken von großer Haltbarkeit in die Haut gerbt. Und es stimmt, dass ihr milchiger Saft klebt wie Pattex, wenn man sie – Tipp aus dem Kochbuch – erst nach dem Garen häutet. Und damit sie nicht braun anläuft, gehören etwas Zitrone und Milch ins Kochwasser. Ja, die Zubereitung der Scorzonera ist eine Zumutung. Genau das macht sie zur „alten Sorte“ und – einige Jahre nach ihrer nordamerikanischen Schwester Topinambur – zur zumindest unter Spitzenköchen wiederentdeckten Rarität.

Sei es, dass der Kopenhagener René Redzepi sie im Restaurant Noma mit Gotland-Trüffeln als Hors d’œuvre anrichtet, der spanische Molekularkoch Ferran Adrià sie zu Steinbutt serviert oder in einem Berner Grandhotel das Steak auf „seinem Bett von Schwarzwurzelragout“ kommt – sie harmoniert. Anders als der geltungssüchtige Spargel kann, aber muss sie kein Solo auf dem Teller spielen. Ganz gleich ob die Sorte „Hoffmanns Schwarzer Pfahl“, „Schwarzer Peter“ oder „Russischer Riese“ heißt – in der Schwarzwurzel verbindet sich das Beste (unbittere) des Spargels mit zarten Nussaromen und winterlicher Erdigkeit. Besonders gut schmeckt sie zu zerlassener Butter und gerösteten Semmelbröseln. Aber auch mit Béchamelsoße oder im Soufflé und selbst roh in den Salat geraspelt ist sie ein Genuss.

In Sachen Pest hat Mattioli die Wunderwurzel aber zweifellos überschätzt. Der Gelehrte starb 1577 am „Schwarzen Tod“ – und das vermutlich nicht, weil gerade keine Schwarzwurzel zur Hand war.

Neu frisch vom Feld gibt's die Schwarzwurzel ab Oktober, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Do, 2015-08-27 04:05
Berlin (dpa)

Kirchen wenden sich gegen rechtsextreme Hetzer

Berlin (dpa) - Die katholische und die evangelische Kirche haben sich scharf gegen Rechtsextremisten gewandt, die gegen Flüchtlinge hetzen.

Er gehe nicht davon aus, dass sie durch Worte zu beeindrucken seien, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Münchner Kardinal Reinhard Marx, dem Fernsehsender Phoenix. «Ich weiß nicht, wie ich mit solchen Leuten diskutieren soll.» Und er fügte hinzu: «Man muss die rechtsstaatlichen Mittel anwenden.»

Der stellvertretende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, der sächsische Landesbischof Jochen Bohl, verurteilte «jede Form von Gewalt gegen Menschen und Einrichtungen aufs Schärfste». In der «Rheinischen Post» (Donnerstag) fügte er hinzu: «Wir werden uns durch Brandstifter in unserem Engagement nicht einschüchtern oder entmutigen lassen. Es kann keine Rede davon sein, dass der Wohlstand unseres Landes durch die Flüchtlinge bedroht wäre.»

Do, 2015-08-27 04:22
York (dpa)

UN: Fortgang der Libyen-Friedensgespräche stimmt optimistisch

New York (dpa) - Der UN-Sonderbeauftragte Bernardino León hat den Fortgang der Friedensgespräche für Libyen positiv bewertet. Nach siebenmonatigen Gesprächen unter UN-Vermittlung stünden die verfeindeten Parteien vor einer Übereinkunft zur Machtteilung, sagte León am Mittwoch vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in New York. Die Verhandlungen steuerten auf ihr Ende zu. Zugleich wies er auf die schlechte humanitäre Lage und das Erstarken der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in dem Land hin. Zudem befänden sich schätzungsweise 250 000 Flüchtlinge in Libyen, die nach Europa wollten, sagte er.

Das ölreiche Land in Nordafrika kommt seit dem Sturz von Diktator Muammar al-Gaddafi 2011 nicht zur Ruhe. Die zwei rivalisierenden Regierungen in Tobruk und Tripolis streiten um die Macht. Auch Dschihadisten wollen das Chaos für sich nutzen.

Do, 2015-08-27 04:15
Berlin (dpa)

Ärztepräsident: Politik soll Hilfe für kranke Flüchtlinge regeln

Berlin (dpa) - Der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, hat die Politik aufgefordert, eine bessere ärztliche Versorgung der Flüchtlinge zu organisieren. «Die Versorgung ist machbar, wenn sie auf viele Schultern verteilt wird. Die Behörden müssen das organisieren», sagte Montgomery der Deutschen Presse-Agentur. Zugleich betonte er die Bereitschaft der Ärzte, bei der Versorgung der Flüchtlinge mitzumachen. Es gehe dabei nicht nur um Amtsärzte, es gehe auch etwa um niedergelassene, pensionierte und Krankenhausärzte, die da mitmachen könnten und sollten.

Die ärztliche Versorgung geschehe nicht nur aus reiner Nächstenliebe, sondern - bei Infektionserkrankungen - auch «zu unserem eigenen Schutz». Viele dieser Menschen brächten multiresistente Tuberkulosen mit, die zum Teil erst in Deutschland ausbrächen. Durch häufig auf der Flucht abgebrochene medikamentöse Therapien bildeten sich erst Resistenzen. Deswegen müssten die Eingangsuntersuchungen schnell erfolgen.

Die Gefahr, dass Ebola eingeschleppt werde, sei sehr gering. Die meisten Flüchtlinge kämen auch nicht aus Ebola-Gebieten, sondern aus Syrien und Albanien.

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate „ausgesetzt“. Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit „ausgesetzter“ Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU. 
Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen. 

ERPRESSO
Die Leere des Portemonnaies
 

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Schaurige Leistung.
Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten.

Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich.

VW. Das Böse.
 

 

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Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

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