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Mo, 2016-05-30 19:54
Jerusalem (dpa)

Lieberman im Parlament als Verteidigungsminister vereidigt

Jerusalem (dpa) - Der ultra-rechte Politiker Avigdor Lieberman ist am Montag im Parlament als Israels neuer Verteidigungsminister vereidigt worden. 55 von 120 Abgeordneten stimmten für die Ernennung und 43 dagegen. Der Rest enthielt sich oder war abwesend. Zuvor hatte bereits das Kabinett Liebermans Ernennung einstimmig gebilligt und damit eine handfeste Koalitionskrise beigelegt. Als Preis für seine Zustimmung konnte der Vorsitzende der Siedlerpartei, Naftali Bennett, die Einsetzung eines Militärattachés durchsetzen, der die Minister im sogenannten Sicherheitskabinett auf dem Laufenden hält. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte Liebermans Partei Israel Beitenu vergangene Woche in die Regierung geholt, um seine hauchdünne Mehrheit im Parlament auszubauen.

Mo, 2016-05-30 19:07
Brüssel (dpa)

Nach Terror in Brüssel: Flughafen kündigt Rückkehr zur Normalität an

Brüssel (dpa) - Rund zweieinhalb Monate nach dem Terroranschlag am Brüsseler Flughafen ist die Zeit der provisorischen Abfertigung vorbei. Von Donnerstag an werden alle Reisenden wieder in der Halle einchecken können, die bei der Attacke schwer beschädigt worden war, wie der Betreiber am Montag mitteilte. Bislang muss ein Großteil der Passagiere in einem separaten Bereich außerhalb der Halle abgefertigt werden.

Seit einigen Tagen ist den Angaben nach zudem ein neuer Flugplan in Kraft, nach dem die Zahl stündlichen Abflüge von zuletzt 22 auf 28 erhöht wurde. In den kommenden Wochen sollen bis zu 44 Flugzeuge pro Stunde in der belgischen Hauptstadt abheben, um der erhöhten Nachfrage im Sommer gerecht zu werden.

Bei den Attacken in Brüssel hatten sich islamistische Terroristen in der Abflughalle des Flughafens und in der U-Bahn im Zentrum in die Luft gesprengt und 32 Menschen mit in den Tod gerissen. Der Airport war für knapp zwei Wochen geschlossen.

Mo, 2016-05-30 19:16
Gmünd (dpa)

Tief «Elvira» bringt Tod und Verwüstung

Gewaltige Gewitter haben Tod und Chaos nach Süddeutschland gebracht. In Baden-Württemberg sterben vier Menschen. In den nächsten Tagen sinkt das Unwetterpotenzial.

Schwäbisch Gmünd (dpa) - Bei schweren Unwettern und verheerenden Überschwemmungen sind in Süddeutschland vier Menschen ums Leben gekommen. Am Montag bedecken Geröll und Schlamm viele Straßen, Keller müssen leer gepumpt, Böschungen gesichert werden. Tausende Helfer sind auch nach der Gewitternacht im Einsatz.

Sie retteten im Südwesten 42 Menschen aus lebensgefährlichen Situationen, wie der Innenminister von Baden-Württemberg, Thomas Strobl (CDU), am Abend mitteilte. Feuerwehr und Polizei hätten in den betroffenen Gebieten im Osten und Norden des Bundeslandes rund 520 Menschen vor den plötzlichen Wassermassen in Sicherheit gebracht. Für vier Menschen kam jedoch jede Hilfe zu spät.

In Schwäbisch Gmünd wurden erst nach Stunden zwei vermisste Männer tot geborgen, sie waren in einer Bahnunterführung von Wassermassen in einen Kanalschacht gesogen worden. Ein 38 Jahre alter Feuerwehrmann hatte dort vergeblich versucht, einen 21-Jährigen aus dem Schacht zu befreien - beide kamen um.

In Weißbach im Hohenlohekreis starb ein 60 Jahre alter Mann in einem überschwemmten Keller. Ein 13-jähriges Mädchen wollte unter einer Bahnbrücke bei Schorndorf Schutz vor dem Regen suchen und wurde dort von einem Zug erfasst und getötet.

Die Gewittergefahr durch das Tief «Elvira» schwächte sich am Montag zwar ab. In Nordrhein-Westfalen wurden bei heftigen Unwettern aber reihenweise Unterführungen und Keller überflutet. Mehrere Blitzeinschläge in Stellwerke und Oberleitungen störten am Morgen den Bahnverkehr. In Bottrop musste die Generalprobe für die Open-Air-Aufführung der Wagner-Oper «Fliegender Holländer» auf der Halde Haniel abgesagt werden. In Bochum wurde die Polizei selbst zum Opfer des Wetters: Nach einem Blitzeinschlag war die Notrufnummer 110 mehr als drei Stunden außer Betrieb.

In Süddeutschland bot sich am Montagmorgen vielerorts ein Bild der Verwüstung: Überschwemmte Straßen, zerstörte Häuser und Autos; überall Schlamm und Schutt. Wohl mit am schwersten wurde der kleine Ort Braunsbach im Norden Baden-Württembergs getroffen. Kleine Bäche verwandelten sich in einen reißenden Strom und rissen alles mit. Baumstämme wurden durch die Straßen gespült, Autos an Hauswände gedrückt oder von Schlamm und Geröll verschüttet.

Auch in Bayern - vor allem in Mittelfranken - richtete die Gewitterfront große Schäden an. In den Orten Flachslanden und Obernzenn bei Ansbach verwandelten sich in der Nacht zum Montag binnen kurzer Zeit schmale Bäche in reißende Flüsse und überfluteten viele Straßen und Keller, wie Einsatzleiter Thomas Müller berichtete. Erdrutsche blockierten Straßen. Verletzte habe es zum Glück nicht gegeben.

Im thüringischen Ort Ilmenau liefen infolge der Gewitter binnen Stunden mehr als 100 Keller voll. In Rheinland-Pfalz verursachte Hagel große Schäden in einigen Weinbergen, aus Hessen wurden Ernteschäden bei Erdbeeren und Zuckerrüben gemeldet.

Die Schifffahrt auf dem Neckar wurde wegen des Hochwassers in den Nebenflüssen am Montag eingestellt. Die Bahn sperrte mehrere überschwemmte Strecken, wegen umgestürzter Bäume blieben einzelne Gleisabschnitte für Stunden unpassierbar.

Tief «Elvira» hatte seit dem Wochenende Gewitter, Regen und Windböen nach Mitteleuropa gebracht. Am Montag verlagerten sich die Gewitter nach Westen und Norden, der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte am Abend noch vor möglichen Unwettern im Nordwesten.

In der Nacht zum Dienstag sollten die Gewitter allmählich nachlassen, wie der DWD berichtete. Im Laufe des Dienstags könnten sich erneut teils kräftige Gewitter entwickeln, Schwerpunkt sei der Nordosten. Dabei seien auch wieder Unwetter durch Starkregen oder Hagel möglich. Auch in Süddeutschland könnten sich einzelne Gewitter entwickeln, die aber nicht so kräftig ausfallen wie im Nordosten, hieß es in der DWD-Prognose.

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Mo, 2016-05-30 18:31
München (dpa)

Désirée Nosbusch vermisst Anreize für Umweltschutz

München (dpa) - Désirée Nosbusch (51), Schauspielerin und Moderatorin, setzt beim Umweltschutz auf die kleinen Dinge. «Vieles kann man gut in den Alltag integrieren», sagte sie der Deutschen Presse-Agentur am Rande der Gala des GreenTec Awards in München. «Ich versuche, nicht nur Müll zu trennen, sondern ihn auch zu vermeiden.» Nosbusch wünscht sich mehr finanzielle Anreize, um die Gesellschaft zu mehr Umweltbewusstsein zu motivieren. «Aber solange die großen, starken Autos verkauft werden, wird man nicht dafür sorgen, dass es die anderen leichter zu kaufen gibt», meinte die Schauspielerin («Die Jahrhundert-Lawine») aus Luxemburg.

Mo, 2016-05-30 19:00
Berlin (dpa)

Merkel berät mit Ministerpräsidenten über Ökostromreform

Berlin (dpa) - Neue Runde im Ringen um die milliardenschwere Ökostromförderung: An diesem Dienstagabend (19.00 Uhr) treffen sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und der federführende Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) mit den Ministerpräsidenten der Länder, um nach Kompromissen zu suchen. Ob im Kanzleramt eine Einigung gelingt, galt als offen. Auch haben die Bundestagsfraktionen von Union und SPD bereits Korrekturbedarf angemeldet.

Kern des erneuten Umbaus des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) ist die Umstellung der bisherigen Förderung von festen Vergütungen auf Ausschreibungen, um Kosten zu senken. Aktuell müssen Verbraucher und Wirtschaft pro Jahr bis zu 24 Milliarden Euro per Umlagen für den Ausbau der grünen Stromerzeugung aus Wind, Sonne, Wasser und Biomasse bezahlen.

Die Bundesregierung bekennt sich grundsätzlich zum Ziel eines Anteils von 40 bis 45 Prozent erneuerbarer Energien am Stromverbrauch bis 2025 - will aus Kostengründen aber vor allem Windkraft an Land weniger stark fördern. Dagegen protestieren betroffene Länder und Umweltschützer.

Mo, 2016-05-30 18:36
Kassel (dpa)

Kasseler Neonazi zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt

Schon oft hat Bernd T. gezeigt, dass ihm am Rechtsstaat nichts liegt. Er ist Gründer des rechtsextremen Vereins «Sturm 18». Nun steht ihm eine erneute Haftstrafe unter anderem wegen Freiheitsberaubung bevor.

Kassel (dpa) - Wegen Freiheitsberaubung, Nötigung und Anstiftung zur Körperverletzung hat das Landgericht Kassel einen Neonazi zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Der 41-jährige Bernd T. habe seine «Rechtsfeindlichkeit deutlich gezeigt», sagte der Vorsitzende Richter am Montag. Fünf Mitangeklagte erhielten Strafen von Geldbußen (150 Tagessätze zu 10 Euro) bis zu Haftstrafen von bis zu 20 Monaten ohne Bewährung. Nach Überzeugung der Kammer hatte T. unter anderem einen jungen Mann in eine Wohnung drängen und schlagen lassen, damit dieser Mitglied des von T. initiierten Vereins «Sturm 18» bleibt.

Der rechtsextreme Verein ist mittlerweile verboten. Im Vereinsnamen wird der Bezug zum Nationalsozialismus deutlich. Die Zahl 18 steht für den ersten und achten Buchstaben im Alphabet und damit für die Initialen Adolf Hitlers. Der Richter sagte: «Einzelne Taten hatten mit «Sturm 18» zu tun und hatten einen politischen Hintergrund.» Es sei aber kein politisches Urteil.

Sein Verteidiger hatte gefordert, T. lediglich wegen Fahrens ohne Führerschein zu verurteilen. Er kündigte an, eine Revision zu prüfen. T. hat rund zwei Dutzend Vorstrafen und sitzt derzeit eine Haftstrafe von 27 Monaten wegen Körperverletzung ab.

T. habe sonst vor allem Leute gefunden, die alkoholkrank sind oder keinen anderen Halt im Leben hatten, sagte der Richter. «Einen jungen Mann, der sich den Verstand noch nicht weggesoffen hat, kann man gut gebrauchen.»

Andere Angeklagte schlugen einen weiteren Mann, traten ihm Schienbeine blutig und schoren ihm gegen seinen Willen eine Glatze. Bei einer der Taten hatte eine Mitangeklagte gefragt, ob sie auch mal zuschlagen darf. Die Angeklagten hätten Spaß gehabt, das Opfer zusammenzuschlagen, sagte der Richter.

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Mo, 2016-05-30 18:56
Istanbul (dpa) 

Türkei: Armenier-Resolution enthält «ungerechte» Anschuldigungen

Istanbul (dpa) - Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim hat die geplante Bundestagsresolution zu den Massakern an den Armeniern in einem Telefonat mit Bundeskanzlerin Angela Merkel kritisiert. Die Resolution, die die Massaker als «Völkermord» einstuft, enthalte «ungerechte und grundlose» Anschuldigungen, sagte Yildirim nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu bei dem Gespräch am Montag. Die Regierung in Ankara, die Türkei und Millionen Türken in Deutschland beobachteten die Entwicklung «mit Sorge». Es werde erwartet, dass die Bundesregierung und der Bundestag in der Angelegenheit «gesunden Menschenverstand» an den Tag legten.

Vize-Ministerpräsident und Regierungssprecher Numan Kurtulmus sagte am Montag nach einer Kabinettssitzung in Ankara, es sei nicht Aufgabe von Parlamenten, sondern von unabhängigen Historikern, die Vorgänge von damals aufzuklären. «Niemand wird dem Wort auch nur irgendeines Parlaments in dieser Sache Beachtung schenken.»

Der Bundestag will am Donnerstag eine gemeinsame Resolution von Union, SPD und Grünen beschließen, in der die Massentötung und Deportationen von Armeniern im Osmanischen Reich 1915 als Völkermord eingestuft werden. Nach Schätzungen kamen dabei vor rund 100 Jahren zwischen 800 000 und 1,5 Millionen Angehörige der christlichen Minderheit ums Leben. Die Türkei bedauert das, lehnt die Einstufung als Völkermord aber strikt ab.

Mo, 2016-05-30 19:00
München (dpa)

Prozess in München: Angehörige klagen für Recht auf Stolpersteine

München (dpa) - Die Stolpersteine zum Gedenken an Nazi-Opfer sind in München zu einem Fall für die Justiz geworden: Am Dienstag (9.00 Uhr) startet ein Prozess vor dem Verwaltungsgericht. Drei Männer wollen durchsetzen, dass sie mit Stolpersteinen an ihre von den Nationalsozialisten ermordeten Vorfahren erinnern dürfen. Die Stadt München hat sich offiziell gegen die Verlegung von Stolpersteinen entschieden: Die Namen von Nazi-Opfern sollen nicht mit Füßen getreten werden. Die Kläger wenden sich gegen den Bescheid, der das Verlegen der goldfarbenen Gedenksteine auf öffentlichen Straßen ablehnt. 

Mo, 2016-05-30 18:36
Kairo (dpa)

Führender Unterhändler der syrischen Opposition in Genf tritt zurück

Die Friedensgespräche um Syrien hängen bereits seit Wochen am seidenen Faden. Nun erleben sie einen weiteren Rückschlag.

Kairo (dpa) - Aus Protest gegen die Erfolglosigkeit der Syrien-Friedensgespräche in Genf ist ein ranghoher Unterhändler der Regimegegner zurückgetreten. Mohammed Allusch, Führungsmitglied der Rebellengruppe Dschaisch al-Islam, begründete seinen Schritt am Sonntagabend über Twitter mit der Kompromisslosigkeit des syrischen Regimes und den fortgesetzten Angriffen gegen Zivilisten. Zugleich kritisierte er die internationale Gemeinschaft, die ihre eigenen Entscheidungen nicht umsetze.

Womöglich werde auch der Chefunterhändler Asad al-Zubi zurücktreten, sagte am Montag Samir al-Naschar, ein Mitglied der Nationalen Syrischen Koalition (SNC), eines Zusammenschlusses syrischer Regimegegner. «Wir glauben alle, dass diese Verhandlungen eine Zeitverschwendung sind und das Regime keine der Entscheidungen der internationalen Gemeinschaft umsetzt.»

Syrien-Experte Charles Lister schrieb auf Twitter, der Rücktritt von Allusch sollte als «letzte Warnung gesehen werden: kein Fortschritt, keine Gespräche». Der Genfer Friedensprozess liege in seinen letzten Zügen, schrieb er.

Allusch gehört der Delegation des Hohen Verhandlungskomitees (HNC) der Regimegegner in herausgehobener Funktion an. Seine Gruppe, die radikal-islamische Dschaisch al-Islam, gehört zu den stärksten Rebellengruppen Syriens. Die Gruppe wird vom syrischen Regime und seinem Verbündeten Moskau als Terrororganisation betrachtet. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte zuletzt mit einem Vorstoß im UN-Sicherheitsrat versucht, die Brigade sowie die radikale Gruppe Ahrar al-Scham als Terrorgruppen ächten zu lassen.

Im April hatte die syrische Opposition die Friedensgespräche in Genf frühzeitig verlassen. Sie protestierte gegen einen Anstieg an Gewalt in dem Bürgerkriegland - trotz geltender Waffenruhe - und warf dem Regime vor, Hilfslieferungen für belagerte Städte zu blockieren. Die nächste Runde der Verhandlungen wird UN-Vermittler Staffan de Mistura zufolge nicht vor Mitte Juni beginnen.

Die Rebellen im Norden Syriens stehen zunehmend unter Druck der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). In den vergangenen Tagen rückten IS-Kämpfer in einer Enklave der Regimegegner nördlich der Stadt Aleppo vor und lieferten sich heftige Kämpfe mit Rebellen am Stadtrand von Marea.

Nördlich der IS-Hochburg Al-Rakka startete jedoch vergangene Woche ein von der Kurdenmiliz YPG geführtes Bündnis eine Offensive gegen die Terrormiliz. Australische Medien berichteten am Montag, ein Australier, der für die Kurden gekämpft habe, sei bei Gefechten mit dem IS umgekommen.

Die YPG ist in Syrien wichtigster Partner der US-geführten Koalition. Bei der Miliz handelt es sich um den syrischen Ableger der verbotenen türkischen Arbeiterpartei PKK. Die Türkei stuft beide Gruppen als Terrororganisation ein. Am Montag warf die YPG der Türkei vor, Stellungen der Gruppe im Norden Syriens beschossen zu haben. Türkische Kräfte hätten die Orte Ain Dikna und Bilunija mit Artillerie und Raketen angegriffen, berichtete die der Kurdenmiliz nahestehenden Nachrichtenagentur Hawar.

Geht doch!

Saubere Profite

Als erste deutsche Stadt investiert die westfälische Kommune nur noch in ethisch-ökologische Anlagen

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Dem Stadtkämmerer von Münster bereiten die RWE-Verluste keine schlaflosen Nächte: Als erste deutsche Stadt hat die westfälische Grünen-Hochburg zum Jahresbeginn alle Geldgeschäfte mit Klimasündern eingestellt. Rückstellungen für die Beamtenpensionen – das sind immerhin 460 Millionen Euro – dürfen nicht mehr in Fonds angelegt werden, die Aktien von Öl- und Kohleunternehmen beinhalten. Mehr noch: Auch Atomenergiekonzerne, Gentechnikfirmen und Rüstungsindustrie sind tabu. Drahtzieher dieser „Divestment“-Premiere waren die örtliche Fossil-Free-Gruppe und die Grünen. Seit Sommer 2013 machten die Klima-Aktivisten Druck auf der Straße, und die Partei überzeugte schließlich den Stadtrat. „Jeder, der nicht will, dass seine Stadt durch ihre Geldgeschäfte den Klimawandel befeuert, kann eine solche Kampagne starten“, sagt Tine Langenkamp von der Klimaschutzorganisation 350.org. „Dafür muss man kein Finanzexperte sein.“ Vom Ausstieg profitiere nicht nur das Klima, er rechne sich auch noch. „Ethisch-ökologische Geldanlagen können sogar mehr Renditen abwerfen als konventionelle“, sagt der grüne Fraktionsvorsitzende Otto Reiners, „deshalb erwarten wir einen Domino-Effekt.“
gofossilfree.wordpress.com
gofossilfree.org/de

Frankreich: La vie est belle
Eben noch hat Frankreich Schlagzeilen gemacht, weil Supermärkte keine Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen und in Restaurants „Doggy Bags“ eingeführt werden. Nun gibt das Nachbarland in anderen Bereichen Gas: In den nächsten fünf Jahren sollen tausend Kilometer Straßenbelag mit neuartigen Solarpaneelen ausgerüstet werden – bereits zwanzig Quadratmeter könnten den Strombedarf eines Single-Haushalts decken. Und schon in diesem Sommer werden in Paris tausend E-Roller stehen, die jeder mieten kann – sie sollen für bessere Luft sorgen.

Thailand: Autarke Solarschule
In der Sisaengtham-Schule im Nordosten Thailands lernen schon kleine Kinder, nachhaltig zu leben: Sie pflanzen nicht nur ihr eigenes Gemüse an, sondern installieren und reparieren auch Solarzellen. Ziel des als „Solar-Mönch“ bekannten Gründers Phra Khru Wimon Panyakhun ist es, dass sich die Schule in allen Bereichen selbst versorgt. Die Energieernte deckt bereits den Bedarf. Außerdem entwickelten die Kinder mobile Ladestationen, mit denen Bauern die Bewässerungspumpen für ihre Reisfelder mit der Kraft der Sonne statt mit Dieselgeneratoren betreiben können.

Kamerun: Häuser aus Plastikmüll
Roger Milla, die afrikanische Fußball-Legende aus Kamerun, betreibt in seinem Heimatland eine Recyclinganlage. Aus Plastikmüll werden dort Bausteine gepresst: „Wir wollen die Umweltverschmutzung verringern und Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen“, sagt Milla. Ein ähnliches Projekt verfolgt die dänische Ingenieurstudentin Lise Fuglsang Vestergard in Indien: Sie lässt zerkleinerten Plastikmüll im „Solargrill“ zu Ziegelsteinen einschmelzen. 

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Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

 

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Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

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Großbritannien: Schlafende Konten
Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

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Mo, 2016-05-30 18:27
Kassel (dpa)

Kasseler Neonazi zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt

Kassel (dpa) - Wegen Freiheitsberaubung, Nötigung und Anstiftung zur Körperverletzung ist ein Kasseler Neonazi zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Der 41-jährige Bernd T. habe seine «Rechtsfeindlichkeit deutlich gezeigt», sagte der Vorsitzende Richter des Landgerichts Kassel am Montag. Fünf Mitangeklagte erhielten Geldbußen und Haftstrafen von bis zu 20 Monaten ohne Bewährung.

Nach Überzeugung der Kammer hatte T. unter anderem einen Mann festgehalten und von anderen schlagen lassen, damit dieser Mitglied bei dem von T. initiierten und mittlerweile verbotenen, rechtsextremen Verein «Sturm 18» bleibt. Sein Verteidiger hatte gefordert, T. lediglich wegen Fahrens ohne Führerschein zu verurteilen.

Mo, 2016-05-30 19:00
München (dpa) 

Kripo-Beamte sagen als Zeugen im NSU-Prozess aus

München (dpa) - Nach zwei Wochen Ferienpause geht am Dienstag in München der NSU-Prozess gegen die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe und vier mitangeklagte mutmaßliche Unterstützer weiter. Als Zeugen hat das Gericht vier Kriminalermittler geladen. Bei den Beweisthemen geht es um einen Camping-Urlaub der beiden Freunde Zschäpes, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt, unmittelbar nach dem Nagelbombenanschlag an der Kölner Keupstraße im Juni 2004. Außerdem sollen Beamte über Ermittlungen zur Anmietung von Autos und über einen Banküberfall im Jahr 2001 in Zwickau aussagen.

Zschäpe hatte mit Mundlos und Böhnhardt mutmaßlich 13 Jahre im Untergrund gelebt. Die beiden Männer sollen in dieser Zeit zehn Menschen ermordet haben, bis auf den Mord an einer Polizistin immer aus rassistischen Gründen. Zschäpe ist für diese Verbrechen als Mittäterin angeklagt, weil auch sie Mitglied des «Nationalsozialistischen Untergrunds» gewesen sein soll. 

Mo, 2016-05-30 18:34
Stuttgart (dpa)

Minister Strobl: 42 Menschen bei Unwetter aus Lebensgefahr gerettet

Stuttgart (dpa) - Bei dem schweren Unwetter haben Helfer im Südwesten 42 Menschen aus lebensgefährlichen Situationen gerettet. Das teilte der Innenminister von Baden-Württemberg, Thomas Strobl (CDU), am Montagabend in Stuttgart mit. In den betroffenen Gebieten im Osten und Norden des Bundeslandes hätten von Feuerwehr und Polizei rund 520 Menschen vor den plötzlichen Wassermassen in Sicherheit gebracht werden. Für vier Menschen kam aber jede Hilfe zu spät.

Die Höhe des Sachschadens ist laut Strobl noch nicht abschätzbar. Wo es «angebracht und notwendig» sei, prüfe das Land eine Soforthilfe. Der Innenminister lobte die Hilfsbereitschaft und «reibungslose» Arbeit der 7000 Rettungskräfte in den neun betroffenen Stadt- und Landkreisen. Auch die Solidarität der Helfer untereinander habe noch Schlimmeres verhindert.

Strobl kritisierte Menschen, die ein solches Ereignis für Gag-Videos im Internet nutzten. Solche, wo etwa Männer in eine Hochwasserfluss springen, seien recht schnell am Montag im Internet verbreitet worden. «Das ist kein Spaß, das ist Ernst.» Angesichts solcher Ereignisse sei es angebracht, Respekt vor Naturgewalten zu haben.

À la Saison

Sagenhafter Spinat

(Spinacia oleracea)

Damit du groß und stark wirst? Von wegen! Spinat enthält gar nicht besonders viel Eisen. Weiß leider jedes Kind. Doch woher nimmt Popeye dann seine stahlharten Fäuste? Es ist... Ein Küchenkrimi.

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„Ich hab’ es geschafft. Der Spinat gab mir Kraft!“, singt ein Zeichentrickmann mit ballongroßen Unterarmen zu Militärmusik. „Ich bin Popeye der Seeheemann!“ Wir schreiben den 13. März 1942, und der Spinatmatrose hat irgendwo im Pazifik eine japanische Flotte zerlegt – im Alleingang, versteht sich. Alles, was er dafür braucht, ist eine Dose Spinat auf ex. Schon kommen die Superkräfte. Es ist die Zeit, in der selbst Comic-Helden im Dienst der US-Kriegspropaganda stehen. Die Botschaft „Der Spinat gab mir Kraft“ (im englischen Original: Strong to the finish, ’cos he eats his spinach) geht nicht nur an die Soldaten da draußen, sondern mindestens ebenso an deren Kinder daheim.

„Iss deinen Spinat!“ Wie viele Generationen hat dieser Befehl wohl gequält. Wie viel Leid war in der Welt, seit ein obskurer Chemiker im 19. Jahrhundert ein Komma falsch gesetzt und den Eisengehalt auf das Zehnfache potenziert hatte? Das Fuchsschwanzgewächs enthält gar nicht mehr von dem Spurenelement als andere Gemüse, enthüllte der Krebsexperte Terence Hamblin 1981 im British Medical Journal und folgerte spitz: „Als Eisenquelle hätte Popeye besser die Dosen verzehren sollen.“ Gute Pointe? Hier ist eine bessere: Den Rechenfehler hat es nie gegeben. Der Volksglaube, mit dem Hamblin ausgerechnet unter der Überschrift Fake! (Schwindel) aufräumte, ist selbst eine Sage. Ein „Supermythos“, wie Mike Sutton sagt. Der Kriminologe machte sich 2010 auf Spurensuche und fand: keine Quelle, nirgends. Als er Hamblin damit konfrontierte, mailte der zurück, er könne sich nicht recht erinnern. Er sei sich aber sicher, die Geschichte nicht erfunden zu haben.

Verbürgt sind Popeyes Verdienste um den Spinatabsatz in den USA. Dort hat der Matrose seine eigene Marke. Mehrere Gemeinden widmeten ihm Denkmäler. Crystal, Texas, und Alma, Alabama, konkurrieren sogar um den selbst erdachten Titel „Welthauptstadt des Spinats“. Er ist ein globales Gemüse. Im Fernen Osten zum ersten Mal kultiviert, verdankt er seinen Namen dem persischen aspanakh oder einem arabischen Poeten, der ihn als isfanatsch, Prinz aller Gemüse, pries. Im frühen Mittelalter erreichte er Spanien und verdrängte ein paar Jahrhunderte später auch seine Verwandte, die Gartenmelde, aus der deutschen Küche.

Frühjahrsspinat taugt zu mehr als grüner Pampe in Rahm. Zitrusfrüchte, auch Zitronengras stehen in frischem Kontrast zu den erdigeren Noten seiner Blätter. Als Salat oder gedünstet verträgt er sich mit gerösteten Pinienkernen, gebratenem Speck, salzigen Anchovis und beliebigen Mengen Knoblauch. Auch Joghurt schmeichelt ihm, wie die indische Küche beweist. Und Eiergerichte wie Soufflé ergänzt Spinat aufs Feinste. Aber natürlich: An kalten Apriltagen hat auch der durchpürierte Klassiker mit Muskat und „Blubb“ seine tröstende Berechtigung. Nur ein halber Mythos ist, dass man Spinat nicht wieder aufwärmen darf. Er enthält zwar Nitrat, das Bakterien in krebserregendes Nitrit umwandeln. Stellt man Reste aber rasch in den Kühlschrank, kann man die Entstehung giftiger Substanzen verzögern. Spinat à la Saison, frisch vom Feld und in Bioqualität, enthält übrigens am wenigsten Nitrat.

Und Superkräfte setzt der zarte Grüne wirklich frei. Forscher haben Eiweiße aus seinen Blättern isoliert und tüfteln damit an „Spinatzellen“ für künstliche Fotosynthese, die einst mehr leisten sollen als Solarzellen. Popeyes spinach power speist sich allerdings aus einer anderen Quelle: Im Juli 1932 isst der Matrose zum ersten Mal Spinat – frisch vom Beet. Seine Freundin Olivia ruft: „Lieber Himmel, bist du ein Pferd?“ Popeye spricht mit Pfeife im Mund: „Spinat ist voller Vitamin A. Das macht Menschen stark und gesund.“ Wie wahr. Und hoffentlich gilt das auch für Kettenraucher.

Frisch vom Feld gibt's Spinat ab März.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Mo, 2016-05-30 18:38
Stuttgart (dpa)

Minister Strobl: 42 Menschen bei Unwetter aus Lebensgefahr gerettet

Stuttgart (dpa) - Bei dem schweren Unwetter haben Helfer im Südwesten 42 Menschen aus lebensgefährlichen Situationen gerettet. Das teilte der Innenminister von Baden-Württemberg, Thomas Strobl (CDU), am Montagabend in Stuttgart mit. In den betroffenen Gebieten im Osten und Norden des Bundeslandes hätten Feuerwehr und Polizei rund 520 Menschen vor den plötzlichen Wassermassen in Sicherheit gebracht. Für vier Menschen kam aber jede Hilfe zu spät.

Die Höhe des Sachschadens ist laut Strobl noch nicht abschätzbar. Wo es «angebracht und notwendig» sei, prüfe das Land eine Soforthilfe. Der Innenminister lobte die Hilfsbereitschaft und «reibungslose» Arbeit der 7000 Rettungskräfte in den neun betroffenen Stadt- und Landkreisen. Auch die Solidarität der Helfer untereinander habe noch Schlimmeres verhindert.

Strobl kritisierte Menschen, die ein solches Ereignis für Gag-Videos im Internet nutzten. Solche, wo etwa Männer in eine Hochwasserfluss springen, seien recht schnell am Montag im Internet verbreitet worden. «Das ist kein Spaß, das ist Ernst.» Angesichts solcher Ereignisse sei es angebracht, Respekt vor Naturgewalten zu haben.

Mo, 2016-05-30 19:00
Wolfsburg (dpa)

VW legt Quartalszahlen vor - Rabattaktionen dürften belastet haben

Wolfsburg (dpa) - Der VW-Konzern legt am Dienstag seine Geschäftszahlen für das erste Quartal vor. Anleger sind gespannt, wie der Konzern den Abgas-Skandal bislang verdaut hat. Zwar müssen Insidern zufolge wohl vorerst keine neuen Rücklagen für mögliche Folgen der Affäre gebildet werden. Erwartet wird aber, dass etwa Rabattaktionen auf das Ergebnis gedrückt haben. Analysten rechnen bei Volkswagen für das erste Quartal 2016 mit einem leicht geringeren Umsatz sowie einem deutlich gesunkenen Ergebnis vor Zinsen und Steuern. Im vergangenen Jahr musste VW infolge des Skandals den höchsten Verlust in seiner Geschichte verkraften.

Mo, 2016-05-30 17:36
Frankfurter/Main (dpa)

Prozess gegen Ex-Deutsche-Bank-Mitarbeiter geht im Juni zu Ende

Halfen Mitarbeiter der Deutschen Bank beim schmutzigen Handel mit Luftverschmutzungsrechten? Das Landgericht Frankfurt hat sich ein Urteil gebildet und will es bald verkünden.

Frankfurter/Main (dpa) - Der Prozess gegen Ex-Mitarbeiter der Deutschen Bank wegen Steuerbetrugs beim Handel mit Luftverschmutzungsrechten geht auf die Zielgerade: Am 13. Juni will die Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Frankfurt ihr Urteil verkünden, wie der Vorsitzende Richter Martin Bach am Montag ankündigte.

Die Generalstaatsanwaltschaft, die von «schwerer bandenmäßiger Steuerhinterziehung» ausgeht, forderte für drei der sieben Angeklagten Haftstrafen zwischen zweieinhalb und vier Jahren. Die übrigen vier Männer könnten mit Bewährungsstrafen davonkommen - allerdings drohen ihnen als Auflage bis zu 500 000 Euro Geldbuße.

Die Verteidigung des Hauptangeklagten beantragte am Montag Freispruch: Der frühere Abteilungsleiter könne nicht für rund 145 Millionen Euro Steuerschaden verantwortlich gemacht werden. Der Mann hatte als einziger in dem seit Februar laufenden Prozess kein Geständnis abgelegt. Daher fordert die Staatsanwaltschaft für ihn als «treibende Kraft im Umsatzsteuerkarussell» mit vier Jahren Haft die höchste Strafe.

Die Angeklagten sollen sich von Herbst 2009 bis Frühjahr 2010 an einem kriminellen Umsatzsteuer-Karussell beteiligt haben - als Geschäftskundenbetreuer, Mitarbeiter der Handelsabteilung oder der Steuerabteilung der Deutschen Bank. Beim Handel mit Rechten zum Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxid (CO2) wurden nach Erkenntnissen der Ermittler über deutsche Gesellschaften Emissionsrechte aus dem Ausland gekauft und im Inland über Zwischenfirmen weiterverkauft, ohne Umsatzsteuer zu bezahlen. Die jeweils letzte Gesellschaft in der Kette veräußerte die Papiere wieder ins Ausland. Dafür ließen sich die Betrüger vom Finanzamt Umsatzsteuer zurückerstatten, die nie gezahlt worden war.

In einem ersten Prozess im dem Komplex waren 2011 sechs Kunden der Bank wegen schwerer Steuerhinterziehung rechtskräftig zu Haftstrafen zwischen drei Jahren sowie sieben Jahren und zehn Monaten verurteilt worden. Die Deutsche Bank sitzt auch im aktuellen Prozess nicht auf der Anklagebank.

Mo, 2016-05-30 17:39
Brüssel (dpa)

im letzten Satz des 1. Absatzes) Umstrittene TTIP-Verhandlungen sollen Thema bei EU-Gipfel werden

Brüssel (dpa) - Die Zukunft der umstrittenen Freihandelsgespräche mit den USA soll Thema beim EU-Gipfel Ende Juni werden. Nach Einschätzung von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sei es an der Zeit, dass die Staats- und Regierungschefs erneut darüber diskutierten, wo die Verhandlungen über TTIP stehen und wohin sie führen sollen, sagte ein Sprecher am Montag in Brüssel. «Wir müssen sicher stellen, dass wir alle in dieselbe Richtung rudern.»

Die Gespräche über das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA (TTIP) waren zuletzt durch das Bekanntwerden geheimer Verhandlungspapiere belastet worden. Verbraucher- und Umweltschützer werteten die Dokumente als weiteren Beleg dafür, dass durch das Abkommen europäische Standards gesenkt werden könnten. Die EU-Kommission und die Bundesregierung widersprechen dieser Sichtweise. Sie betonen, dass die EU keine Verwässerung von Standards akzeptieren werde.

Eine Grundsatzeinigung über TTIP soll eigentlich bis Ende dieses Jahres stehen. In etlichen EU-Staaten gibt es aber mittlerweile große Zweifel, ob der Fahrplan angesichts der noch immer weit auseinanderliegenden Positionen von EU und USA haltbar ist. Die für die EU verhandelnde EU-Kommission will jetzt von den Staats- und Regierungschefs ein klares Signal, dass sie weiter hinter dem Vorhaben stehen.

Mit der «Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft» (TTIP) soll der weltgrößte Wirtschaftsraum mit rund 800 Millionen Verbrauchern entstehen.

Mo, 2016-05-30 17:40
Stuttgart (dpa) 

Versicherungen rechnen nach Unwettern mit hohen Schäden

Stuttgart (dpa) - Die heftigen Unwetter im Südwesten haben auch die Versicherungsbranche hart erwischt. Bei der Sparkassenversicherung (SV) dürften Schäden im mindestens zweistelligen Millionen-Euro-Bereich anfallen, sagte ein Sprecher am Montag in Stuttgart. Konkrete Zahlen könne man aber erst am Dienstag nennen, wenn immer mehr Schadensmeldungen gekommen seien. Die Versicherung deckt als ehemaliger Monopolist immer noch etwa 70 Prozent der Gebäude in dem Bundesland ab.

Auch die Württembergische Versicherung rechnet mit deutlich spürbaren finanziellen Folgen. Man erwarte ein «beträchtliches Schadensaufkommen», sagte ein Sprecher. Dabei verwies er auf zahlreiche vollgelaufene Keller, Zerstörungen auf Straßen und defekte Abwassersysteme. Allein am Montagvormittag habe es 450 Anrufe wegen Schadensmeldungen gegeben. Eine Prognose zur Gesamtschadenshöhe sei noch nicht möglich.

Mo, 2016-05-30 17:27
Brüssel/Moskau (dpa)

EU-Kommissionschef Juncker trifft Putin bei Wirtschaftsforum

Die Ukraine-Krise hat die Stimmung zwischen der EU und Russland vergiftet. Nun kündigt EU-Kommissionspräsident Juncker überraschend seine Teilnahme an Russlands wichtigster Wirtschaftskonferenz an. Setzt zwischen Moskau und Brüssel Tauwetter ein?

Brüssel/Moskau (dpa) - In der tiefsten Krise zwischen der EU und Russland seit Jahrzehnten will EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker zum Wirtschaftsforum nach St. Petersburg reisen (16. bis 18. Juni). Juncker habe eine Einladung zu der renommierten internationalen Konferenz bekommen, sagte ein Sprecher am Montag in Brüssel. Russland verbinde mit dem Besuch die Hoffnung auf eine Verbesserung der Beziehungen zur EU, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow in Moskau. Ein Treffen mit Präsident Wladimir Putin werde vorbereitet, sagte er.

Juncker verteidigte den Besuch. «Ich reise nicht nach Moskau, sondern zu einem Wirtschaftsgipfel», sagte er am Montag der Deutschen Presse-Agentur am Rande eines Treffens der christdemokratischen Europäischen Volkspartei (EVP) in Luxemburg. Zur Frage, ob er Putin treffen werde, sagte er: «Ich rede mit denen, die da sind.» Die Sanktionen der EU gegen Russland würden im Juli verlängert.

Die Krim-Annexion durch Russland hatte die schwerste Krise in den Beziehungen zwischen Moskau und dem Westen seit dem Ende des Kalten Krieges ausgelöst. Russland hatte der benachbarten Ukraine die Schwarzmeerhalbinsel im März 2014 entrissen. Die Bundesregierung wie auch EU und USA sehen darin einen Völkerrechtsbruch und haben schmerzhafte Sanktionen gegen das Riesenreich verhängt. «Ich finde es wichtig, dass man zumindest in ökonomischen Fragen versucht, sich mit Russland wieder anzunähern. Aber in St. Petersburg wird es zu keiner Aufweichung europäischer Positionen kommen», sagte Juncker.

Das Verhältnis zwischen Moskau und Brüssel ist stark beschädigt. «Die Verschlechterung in der Sanktionsrethorik sowie die Ablehnung von Gesprächen und Zusammenarbeit auf zahlreichen Gebieten (durch die EU) - das alles hat natürlich einen negativen Einfluss», sagte Kremlsprecher Peskow. Putin habe immer wieder seine Gesprächsbereitschaft betont. Zugleich gab sich Peskow zurückhaltend: «Das nachlassende Vertrauen muss wieder hergestellt werden. Dafür braucht es Zeit, das gelingt nicht in einer Nacht.»

Beim Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg solle es in diesem Jahr vor allem auch um die Beziehungen zwischen EU und Russland gehen, kündigte Peskow an. Unter anderem sei eine öffentliche Diskussionsrunde zu dem Thema mit Außenminister Sergej Lawrow geplant. Kremlberater Juri Uschakow kündigte zudem bilaterale Treffen Putins mit dem italienischen Ministerpräsidenten Matteo Renzi sowie dem kasachischen Staatschef Nursultan Nasarbajew an.

Das jährliche Petersburger Forum ist die wichtigste Wirtschaftskonferenz Russlands und Moskaus Gegenentwurf zum Weltwirtschaftsforum im Schweizer Kurort Davos. Der Kreml will damit vor allem dringend benötigte ausländische Investitionen ins Land locken und eigene Konzerne im Glanz der ehemaligen Zarenmetropole präsentieren. «Das Forum ist eine hervorragende Gelegenheit zum Uhrenvergleich mit internationalen Wirtschaftsvertretern», meinte Peskow.

Im vergangenen Jahr hatten westliche Konzernchefs das Forum wegen der Ukraine-Krise weitgehend gemieden. Der wichtigste Gast war 2015 der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras.

Juncker werde beim Wirtschaftsforum die Gelegenheit nutzen, der russischen Führung die europäische Sicht auf den aktuellen Stand der Beziehungen darzulegen, hieß es aus Brüssel. Der Luxemburger reist zum ersten Mal als EU-Kommissionspräsident nach Moskau. Er hatte das Amt 2014 nach der Eskalation der Ukraine-Krise übernommen.

Mo, 2016-05-30 17:30
Frankfurter/Main (dpa)

Urteil im Steuerbetrugs-Prozess gegen Ex-Deutsch-Banker im Juni

Frankfurter/Main (dpa) - Der Prozess gegen Ex-Mitarbeiter der Deutschen Bank wegen millionenschweren Steuerbetrugs beim Handel mit Luftverschmutzungsrechten geht auf die Zielgerade: Am 13. Juni will die Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Frankfurt ihr Urteil verkünden, wie der Vorsitzende Richter Martin Bach am Montag ankündigte. Die Generalstaatsanwaltschaft, die von «schwerer bandenmäßiger Steuerhinterziehung» ausgeht, forderte für drei der sieben Angeklagten Haftstrafen zwischen zweieinhalb und vier Jahren. Die übrigen vier Männer könnten mit Bewährungsstrafen davonkommen - allerdings drohen ihnen als Auflage bis zu 500 000 Euro Geldbuße. Die Verteidigung des Hauptangeklagten beantragte am Montag Freispruch.

Mo, 2016-05-30 17:46
München (dpa)

Kuh verletzt Joggerin - Viehhändler freigesprochen

Eine Kuh entwischt dem Schlachter, rast in Panik in Richtung Münchner Theresienwiese, nimmt eine Joggerin auf die Hörner. Der Viehhändler muss vor den Kadi - fahrlässige Körperverletzung durch Unachtsamkeit beim Entladen, so lautet der Vorwurf.

München (dpa) - Die Attacke einer entwischten Kuh auf eine Joggerin ist für einen Viehhändler mit einem Freispruch vor dem Amtsgericht München zu Ende gegangen. Das Urteil entsprach dem Antrag der Verteidigung. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Geldstrafe von 3500 Euro gefordert, da ihrer Ansicht nach schlampiges Abstellen des Transportfahrzeugs dem Rindvieh eine Lücke zwischen Anhänger und Schutzgatter gelassen und ihm so das Entkommen ermöglicht habe. Dazu habe die Polizei aber keine ausreichenden Feststellungen getroffen, befand der Richter.

Die Kuh war frühmorgens am 2. September 2014 beim Entladen auf dem Schlachthof ausgerissen und hatte auf ihrer panischen Flucht an der Oktoberfestwiese eine junge Joggerin niedergetrampelt. Die jetzt 30 Jahre alte Frau erlitt unter anderem eine Gehirnerschütterung und Prellungen am ganzen Rücken. Sie leidet nach ihren Angaben immer noch unter Angstzuständen und ist in psychotherapeutischer Behandlung.

Für die Kuh endete die Flucht tödlich. Die Polizei besorgte sich nach vergeblichen Schüssen aus ihren Dienstpistolen ein Gewehr mit großkalibriger Munition und streckte das etwa 750 Kilogramm schwere Tier unterhalb der Bavaria an der Theresienwiese nieder. «Rinder sind Herdentiere», sagte der Viehhändler, «sobald die einzeln sind, drehen sie durch.» Dann könne so ein Tier auch schon mal ein zwei Meter hohes Hindernis überwinden.

Zwei Zeugen konnten nicht genau sagen, wie das Rind entkommen konnte. Einer von ihnen, ein Metzger beim Schlachthof, bestätigte die Aussage des Angeklagten, er sei «wie immer» beim Entladen des Viehs dabei gewesen. «Ich habe nie alleine abgeladen», hatte der Viehhändler versichert. Die Staatsanwaltschaft war vom Gegenteil ausgegangen.

Der Richter glaubte dem Angeklagten: «Er hat die Vorschrift erfüllt». Auch war nach der Aussage eines Experten der Berufsgenossenschaft der Viehhändler für das Geschehen ohnehin nicht zuständig. Ab dem Entladevorgang, so der Sachgebietsleiter, liege die Verantwortung beim Schlachthof. Diese Auffassung hatte die Verteidigung von Anfang an vertreten. Der Schlachthof habe dem auch Rechnung getragen und mittlerweile noch zwei Extra-Tore installiert.

Mo, 2016-05-30 17:29
Berlin (dpa) 

Erfolg auf Pump: Wenn der Staat der Wirtschaft hilft

Berlin (dpa) - Immer wieder versuchen Bund und Länder, angeschlagene Unternehmen und Industriebranchen aus der Misere zu retten. Ein Überblick:

BANKENRETTUNG: In der Finanzkrise eilte der Staat dem Bankensektor zu Hilfe. Der Fortbestand der schwer angeschlagenen Hypo Real Estate etwa konnte 2008 nur mit staatlichen Hilfen in Höhe von 87 Milliarden Euro gesichert werden. Die Commerzbank erhielt rund 18 Milliarden Euro und wurde teilverstaatlicht.

ABWRACKPRÄMIE: Für das Verschrotten ihres alten Autos bekamen Neuwagenkäufer in Deutschland 2009 eine staatliche Prämie von 2500 Euro. Bedingung war, dass das alte Auto mindestens neun Jahre alt sein musste und ein Neu- oder Jahreswagen zugelassen wurde. Die Bundesregierung stellte insgesamt fünf Milliarden Euro zur Verfügung, 1,99 Millionen Menschen profitierten davon.

E-AUTO-PRÄMIE: Bund und Autobranche stellen bis längstens 2019 jeweils 600 Millionen Euro für direkte Kaufzuschüsse bereit. Sobald die Summe verbraucht ist, endet die Prämie. Für reine E-Autos soll es 4000 Euro geben, für Hybride mit Ladestecker 3000 Euro. Das Ladenetz soll mit weiteren 300 Millionen aus gebaut werden.

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STUPID.T ist die erste und einzige Maschine, die auf Knopfdruck Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der menschlichen Zivilisation erzeugt. Man stecke eine überteuerte Einwegkapsel mit etwas 08/15-Tee ins Gerät, betätige die Taste – und schon gibt’s jede Menge bunten Alu- und Plastikabfall.

Entdecken Sie die neue, besonders überflüssige Art der Müllerzeugung.
Mehr auf greenpeace-magazin.de/special-t.

 

 

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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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