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Mo, 2016-05-02 04:30
York (dpa)

«Dschungelbuch» bleibt in Nordamerikas Kinos an der Spitze

Rote Hose, schwarze Haare: Mogli, Protagonist aus dem «Dschungelbuch», zieht das Publikum auch in der dritten Woche nach dem US-Kinostart in seinen Bann. Ein paar Neueinsteiger landen ebenfalls gute Ergebnisse.

New York (dpa) - Die Helden aus dem «Dschungelbuch» halten klar am Spitzenplatz in den nordamerikanischen Kinocharts fest. Mit Einnahmen von gut 42 Millionen Dollar (37 Mio. Euro) hielt die Geschichte um den Jungen Mogli die Konkurrenz auch am dritten Wochenende in Folge in Schach. Weltweit spielte der Film dem Branchendienst «Box Office Mojo» zufolge bereits knapp 685 Millionen Dollar (598 Mio. Euro) ein.

Das prominent besetzte 3D-Actionabenteuer «The Huntsman & The Ice Queen» mit Charlize Theron, Jessica Chastain und Chris Hemsworth hielt sich unterdessen auf Platz zwei mit Einnahmen von knapp 9,4 Millionen Dollar (8,2 Mio. Euro). Neu in die Charts kamen die Action-Komödie «Keanu» auf Platz drei und die Romantikkomödie «Mother's Day» mit Jennifer Aniston auf Platz vier.

«Keanu» handelt von zwei Freunden, die ein gestohlenes Kätzchen aus den Händen einer Gang befreien müssen und sich dafür als Drogendealer verkleiden. Im Fantasy-Film «The Huntsman & The Ice Queen» kämpfen die beiden Königsschwestern Ravenna und Freya gegeneinander, während die Armee der Huntsmen Freya zur Seite steht. Der Neueinsteiger «Rachet & Clank» nach einer Videospielserie der Playstation schaffte es immerhin auf Platz sieben.

Die Komödie «Barbershop - The Next Cut» mit den Rappern Ice Cube, Nicki Minaj und Common rutschte vom dritten auf den fünften Platz. Das Disney-Abenteuer «Zoomania» schaffte es noch auf den sechsten Platz. Der Anfang März auch in Deutschland gestartete Film handelt von einer von Tieren erschaffenen Stadt, mit Wüste, Savanne und Regenwald, aber auch mit Schnee und Eis, in der Judy und Nick das Verschwinden eines Otters aufklären sollen.

Mo, 2016-05-02 05:00
Hamburg (dpa/lno)

Biologe: Ablehnung der grünen Gentechnik hat wirtschaftliche Gründe

In Europa soll die Landwirtschaft frei von Gentechnik sein. Verbraucher, Bauern und Politiker fürchten Risiken für Gesundheit und Umwelt. Ein junger US-Biologe aus Jena meint jedoch: Es geht um eingebildete Gefahren und wirtschaftliche Interessen.

Hamburg (dpa/lno) - Die Ablehnung der grünen Gentechnik in Europa ist nach Ansicht des amerikanischen Biologen Matan Shelomi (28) wirtschaftlich motiviert. Alle wissenschaftlichen Studien zeigten, dass genveränderte Nahrungsmittel genauso sicher für den Verzehr seien wie herkömmliche, sagte der Insektenforscher vom Max-Planck-Institut für chemische Ökologie in Jena. «Es gibt 2000 verschiedene Publikationen, die sagen: genveränderte Organismen sind sicher.» Die europäischen Landwirte lehnten Gen-Pflanzen dennoch ab, weil sie damit nicht zusätzliche Gewinne machen könnten. Seit der Rinderwahn-Krise vor 15 Jahren stünden in Europa die Risiken in der Nahrungsmittelerzeugung im Vordergrund. Doch die «Anti-Gentechnik-Ideologie» der EU beruhe auf eingebildeten Gesundheitsgefahren.

Von der grünen Gentechnik profitierten vor allem die Kleinbauern in Entwicklungsländern, meint Shelomi. Sie machten schon 90 Prozent der Nutzer aus. «Jedes Jahr werden es mehr.» Dass sie in Abhängigkeit von Saatgutkonzernen geraten könnten, glaubt Shelomi nicht. Er verweist in diesem Zusammenhang auf das humanitäre Golden-Rice-Projekt. Das Saatgut für diese besonders nahrhafte Sorte soll für die Bauern lizenzfrei sein. Das Projekt wird aber trotzdem von Gentechnik-Gegnern abgelehnt, weil der wertvolle Betacarotin-Anteil, einem Grundstoff für Vitamin A, durch ein gentechnisches Verfahren eingefügt wurde.

«Wir halten das für den völlig falschen Ansatz», sagt der Gentechnik-Experte von Greenpeace, Dirk Zimmermann. Das Projekt sei keine Lösung, Die Menschen in armen Ländern bräuchten nicht nur mehr Vitamin A, sondern eine vielfältige Ernährung. Nur Reis anzubauen, sei eine ganz wesentliche Ursache für die Mangelernährung.

Der «Vater» des Golden-Rice-Projekts, der Freiburger Zellbiologe Peter Beyer, reagiert auf solche Kritik empört. «Erzählen Sie mal einem Kleinbauern, er möge außer Reis auch Karotten anbauen», sagt der Professor. «Das hat seit 40 Jahren nicht funktioniert.» Der Vitamin-A-Mangel führe bei Kindern zur Erblindung, erklärt Beyer. Außerdem werde ihr Immunsystem geschädigt, sie überlebten Kinderkrankheiten wie Masern nicht. Die Kindersterblichkeit könnte nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation um 25 Prozent gesenkt werden, wenn der Vitamin-A-Mangel beseitigt würde. Doch Greenpeace argumentiere nur politisch. «Es geht nicht darum, Mängel zu beseitigen, sondern Ängste zu schüren», meint Beyer.

Zimmermann sagt auf die Frage nach einer Studie, die die Gefahren genveränderter Nahrungsmittel belege: «Ein ganz krasses Beispiel kenne ich nicht.» Allerdings hätten derartige Agrarprodukte «allergenes Potenzial».

Das Bundesinstitut für Risikobewertung in Berlin weiß von keiner seriösen wissenschaftlichen Studie, die eine negative Auswirkung zugelassener genveränderter Organismen (GVO) auf Säugetiere oder den Menschen belegt. Eine Sprecherin erklärt: «Auch weitere Studien, die vermeintlich schädigende Effekte von GVO beschrieben haben, sind infolge gravierender wissenschaftlicher Mängel nicht für die Risikobewertung geeignet.» Als Beispiel nennt sie eine Untersuchung zu Effekten von Gen-Soja auf Ziegen. Die Gruppe um den italienischen Forscher Federico Infascelli stehe im Verdacht der Datenfälschung, eine Publikation sei deswegen bereits zurückgezogen worden.

Shelomi will seine Argumente am Freitag auf einer Konferenz der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften in Hamburg vortragen. Auf der Veranstaltung sollen die Ängste vor der grünen Gentechnik eines der Hauptthemen sein. Die in Roßdorf bei Darmstadt beheimatete Gesellschaft hat es sich zur Aufgabe gemacht, unbewiesene Behauptungen zu überprüfen und das wissenschaftliche Denken zu fördern.

Mo, 2016-05-02 05:00
Berlin (dpa)

Maaßen: Anschlagsgefahr in Deutschland unverändert hoch

Berlin (dpa) - Die Gefahr eines Terroranschlagen in Deutschland ist nach Einschätzung des Verfassungsschutzes unverändert hoch. «Der IS ist bestrebt, auch bei uns Anschläge zu begehen, wenn er die Möglichkeit dazu hat», sagte Hans-Georg Maaßen, Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, dem rbb Inforadio. Deutschland sei genauso gefährdet wie Frankreich oder Belgien. «Die Gefahrenlage sehen wir als sehr ernst an. Sie hat in den vergangenen Monaten in ganz Westeuropa zugenommen.»

An diesem Montag findet in Berlin ein Symposium des Bundesamtes für Verfassungsschutz zur Terrormiliz Islamischer Staat statt. Vertreter von Geheimdiensten und Polizeibehörden wollen über die globale Bedrohung, die Gefährdungslage in Deutschland und die Terrorabwehr diskutieren.

Mittlerweile seien mehr als 800 Personen aus Deutschland in die Kampfgebiete in Syrien ausgereist, sagte Maaßen. 260 von ihnen seien zurückgekehrt. Diese Personen sehe man als durchaus gefährlich an.

«Jetzt haben wir ein Szenario mit vielen möglichen Attentätern, die in Deutschland angreifen könnten: der Einzeltäter, das sogenannte Hit-Team, also Personen mit einem Auftrag, die vom IS zu uns geschickt werden, radikalisierte Personen in Deutschland und Einzelgruppen.» Derzeit habe man allerdings keine Hinweise auf terroristische Zellen in Deutschland, die eine Gefahr darstellen könnten.

Mo, 2016-05-02 05:01
Hamburg (dpa)

Container verändern die Welt - doch nicht nur zu ihrem Vorteil Von Eckart Gienke, dpa

Die Erfindung des Containers hat die Welt stärker verändert als die meisten politischen Ideen und sie in ein globales Dorf verwandelt. Diese Globalisierung kennt Gewinner und Verlierer. Sie schafft Wohlstand, aber auch Ungleichheit und verbraucht viele Ressourcen.

Hamburg (dpa) - Globalisierung ist nicht neu. Schon in frühen Epochen der Menscheit gab es Handel über weite Distanzen. Mit der Erfindung des Containers aber sanken die Transportkosten auf fast Null und die gehandelten Gütermengen erreichten riesige Dimensionen. Es ist nicht mehr wichtig, die Güter in der Nähe der Rohstoffvorkommen oder der Absatzmärkte zu produzieren. Dazu kommt noch die Digitalisierung der vergangenen Jahrzehnte, die Informationen ohne Verzögerung global verfügbar gemacht hat. Wer profitiert von der Globalisierung und wer zählt zu den Verlierern?

Gewinner:

- Die Schifffahrt und das Transportwesen

Der Welthandel nahm einen enormen Aufschwung, nachdem sich der Container durchgesetzt hatte. Dazu brauchten die Reeder immer mehr und größere Schiffe - Südkorea und Japan bauten sie. Später kam auch China dazu. Diese drei Länder sind heute mit großem Abstand die bedeutendsten Schiffbauländer der Welt.

Weltweit sind fast 41 760 größere Handelsschiffe registriert, davon mehr als 5000 Containerschiffe. Sie transportieren jährlich rund 129 Millionen Standardcontainer (TEU) rund um die Welt. Mit den Transportleistungen vergrößerten sich die Häfen, vor allem in Asien. Unter den Top Ten der Weltrangliste ist kein europäischer und nur ein US-amerikanischer Hafen (Los Angeles).

- Die Verbraucher in den Industrieländern

Die Schiffe brachten immer günstigere Konsumgüter aus Asien nach Europa. Zunächst Haushaltsgeräte, Motorräder, Kameras und Spielsachen aus Japan, dann Fernseher und Unterhaltungselektronik aus Korea, Kleidung aus Pakistan, Mobiltelefone aus China. Und zuvor unbekannte Früchte und Pflanzen aus der gesamten Welt, Wein aus Chile oder Südafrika, Steaks aus Südamerika, Lämmer aus Neuseeland. Vielfalt, Qualität und Preiswürdigkeit des Warenangebotes für die Verbraucher in Europa und Nordamerika erhöhten sich deutlich.

- Die Entwicklungs- und Schwellenländer

Wegen schlechter Arbeitsbedingungen, überlanger Arbeitszeiten und unzureichender Bezahlung werden Arbeiter in Schwellenländern oft als Verlierer der Globalisierung angesehen. Doch das ist nur halb richtig. Tatsächlich hat die Integration in die Weltwirtschaft in vielen Ländern auch schlimmste Armut beseitigt und in Ländern wie Südkorea und Taiwan zu Wohlstand geführt. Auch China ist nach wie vor ein armes Land nach den Maßstäben der Industrienationen, aber es gibt eine wachsende Mittelklasse. Ähnlich ist es in Südamerika.

Nach dem Human Development Index der UN hat sich die Lebenserwartung, der Bildungsstand und das Pro-Kopf-Einkommen in nahezu allen Ländern verbessert - in den Entwicklungsländern mit mittlerem Einkommen zwischen 1975 und 2005 um etwa 32 Prozent, in den ärmsten Ländern um circa 22 Prozent. Vor 30 Jahren lebte die Hälfte der Menschheit von umgerechnet weniger als 1,25 Dollar am Tag, was als Grenze zur «absoluten Armut» galt. Heute sind es noch 18 Prozent, obwohl die Erdbevölkerung seither um fast 60 Prozent gewachsen ist. Gleichzeitig steigt die Ungleichheit innerhalb der Länder.

Verlierer:

- Die Umwelt

Mit dem Aufschwung des Welthandels einher ging auch eine erhebliche Zunahme an Umweltbelastungen. Containerschiffe verbrennen Schweröl, das besonders viele Schadstoffe wie Schwefel, Stickoxiden und CO2 emittiert. Die Schifffahrtsverbände weisen zwar darauf hin, dass die Schifffahrt gemessen an anderen Verkehrsträgern besonders umweltfreundlich ist, weil sie eben so große Gütermengen transportiert und je beförderter Tonne weniger Schadstoffe verursacht als Lastwagen oder Flugzeuge.

Das ändert aber nichts daran, dass die Schifffahrt rund 800 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr ausstößt, nach Angaben des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums (DLR). Das entspricht zehn Prozent der Emissionen aller Verkehrsträger. In einigen Fahrtgebieten wurden die Grenzwerte von der Internationalen Schifffahrtsorganisation bereits verschärft, zum Beispiel an den Küsten Nordamerikas oder in Nord- und Ostsee. Weitere Verschärfungen stehen in den nächsten Jahren bevor.

- Unternehmen und Beschäftigte in den Industrieländern

Unter dem Konkurrenzdruck vor allem aus Asien sind ganze Industriebranchen aus Europa und den USA abgewandert und verschwunden. Dazu gehören die Fertigung von Kleidung, Unterhaltungselektronik und Massenprodukten aller Art, die in großen Mengen vor allem in China gefertigt werden. Unternehmen, die sich nicht anpassen konnten, sind untergegangen. Viele Arbeitnehmer in den Industrieländern verloren durch die Globalisierung ihre Arbeit. Durch die Konkurrenz von hunderten Millionen billiger Arbeitskräfte stehen die Arbeitsplätze in den westlichen Industrieländern unter einem Dauerdruck.

- Die Vielfalt

Die Globalisierung hat nicht nur Marken-Konsumartikel bis in den letzten Winkel der Erde verfügbar gemacht. Überall gibt es Coca-Cola, McDonald's und Levi's. Doch nicht nur der Konsum, auch die Produktion hat sich weltweit angeglichen und standardisiert. Angepasste regionale Produktionsmethoden wurden ersetzt durch hoch technisierte westliche Methoden. Kulturell vereinheitlichen sich Kleidung, Musik, Filme, Konsum und Sprache tendenziell weltweit zu einem westlichen «Lifestyle».

Mo, 2016-05-02 04:04
München (dpa) 

ADAC am Scheideweg

Mit gefälschten Abstimmungen für den ADAC-Autopreis und der Verquickung von Interessen hat der Autoclub viel Ansehen verspielt. Jetzt steht der Reformkurs des neuen Präsidenten Markl zur Abstimmung. Es gibt Gegenwind.

München (dpa) - Vor zwei Jahren hatten Manipulationen beim Autopreis «Gelber Engel» Deutschlands größten Verein in die Krise gestürzt. Dienstflüge mit Rettungshubschraubern kamen ans Licht, die Vermischung von Vereins- und Wirtschaftsinteressen erschien suspekt. Der neue ADAC-Präsident August Markl hat inzwischen kräftig aufgeräumt. Doch nun steht sein Reformwerk auf der Kippe.

Am kommenden Samstag (7. Mai) entscheidet die ADAC-Hauptversammlung in Lübeck, ob der ADAC eine neue Struktur bekommt. Das milliardenschwere Konzerngeschäft soll vom Verein klar getrennt, der Vereinsstatus damit gesichert werden. Doch es gibt mächtige Gegner.

Was hat sich seit dem Skandal 2014 geändert?

Der damalige ADAC-Präsident Peter Meyer, der Schatzmeister, der Geschäftsführer, der Chefjurist und der Chefredakteur der ADAC-Zeitschrift «Motorwelt» nahmen ihren Hut. Markl brachte zusammen mit einem unabhängigen Beirat eine Reform auf den Weg, der die Hauptversammlung Ende 2014 einstimmig zustimmte.

Danach beschränkt sich der Verein künftig auf Pannenhilfe, technische und touristische Beratung für die 19 Millionen Mitglieder und den Motorsport. Zu verkehrspolitischen Fragen wie Maut oder Tempolimit meldet sich der ADAC nur noch zu Wort, wenn er zuvor die Meinung der Mitglieder erkundet hat.

Die 18 Regionalvereine und der Dachverband ADAC e.V. in München haben sich Compliance-Regeln verpasst. Verbraucherschutz und Kommerz wurden getrennt, das gleichzeitige Testen und Verkaufen von Kindersitzen oder Schneeketten wurde abgestellt.

Was soll mit dem ADAC-Konzern passieren?

ADAC-Firmen verkaufen Versicherungen, Fährtickets, Autobatterien und Kreditkarten, vermieten Autos und verlegen Zeitschriften. Diese Unternehmen sind in einer GmbH zusammengefasst, die 2014 gut 1,1 Milliarden Euro Umsatz und 104 Millionen Euro Gewinn erzielt hat.

Bei der GmbH haben ehrenamtliche ADAC-Funktionäre aus der Zentrale und den Regionalvereinen das Sagen. Jetzt soll die GmbH in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden, mit einem weisungsunabhängigen Vorstand, der von einem unabhängigen, nicht ADAC-dominierten Aufsichtsrat kontrolliert wird.

Außerdem soll der ADAC e.V. 25,1 Prozent der Aktienanteile an eine neue, gemeinnützige Stiftung abtreten, die sich um Luftrettung, Verkehrsopfer und Unfallforschung kümmert und von einem ebenfalls unabhängigen Stiftungsrat kontrolliert wird.

Wie begründet die neue ADAC-Führung die Aufspaltung?

Markl sagt, die transparente Struktur und klare Aufteilung helfe, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen. Und der ADAC werde rechtssicher aufgestellt. Denn das Registergericht München prüft, ob der ADAC seinen Vereinsstatus mit Steuervorteilen noch zu Recht hat.

Was sagen die Gegner des Reformplans?

Meyer ist weiterhin Präsident des größten Regionalclubs, des ADAC Nordrhein. Dieser kritisiert, mit der Aufteilung würde der Verein «jeglichen Einfluss auf die ADAC-Stiftung und die wirtschaftlichen Aktivitäten verlieren». Weil «es Zweifel gibt, ob dieses Modell mit allen Konsequenzen durchdacht ist», holte er zwei Gutachten ein. ADAC-Ehrenpräsident Otto Flimm kritisiere, die Aufteilung entziehe den ADAC-Mitgliedern Vereinsvermögen.

Was sagen die Befürworter?

Der Beirat, dem unter anderem der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts Hans-Jürgen Papier angehörte, lobte den Reformkurs. Er sei «gewissenhaft, konsequent und nachhaltig vorangetrieben» worden. Die «Trennung des eingetragenen Vereins von den wirtschaftlichen Aktivitäten ist nötig, um den Vereinsstatus zu bewahren.»

Wie stehen die Chancen?

Markl sagt, es gebe keine Alternative. Die neue ADAC-Spitze besuchte die Regionalvereine und warb für die Reform. Große Regionalclubs wie Niedersachsen/Sachsen-Anhalt oder Hessen-Thüringen oder sprechen sich klar dafür aus. Inzwischen rechnet man nicht nur in der Zentrale mit einer klaren Zustimmung in Lübeck. Der ADAC Nordrhein erklärte, sollte dort «ein gültiger Beschluss gefasst werden, wäre dieser hinzunehmen und umzusetzen».

Wie geht es bei einem positiven Votum weiter?

Wenn die Hauptversammlung zustimmt, wechseln in Kürze rund 1000 Mitarbeiter vom verein zur Aktiengesellschaft oder umgekehrt. Spätestens zum Jahresende soll der Umbau abgeschlossen sein.

Mo, 2016-05-02 04:00
Dresden (dpa)

TU Dresden richtet Anlaufstelle für Opfer von Fremdenhass ein

Dresden (dpa) - Die Technische Universität Dresden will Anfeindungen ihrer ausländischen Studenten und Mitarbeiter nicht länger hinnehmen und richtet eine Anlaufstelle für Opfer von Fremdenhass ein. Diese solle für all jene da sein, «die sich in Dresden beleidigt, gedemütigt oder bedroht fühlen und Rat und Hilfe suchen», sagte Rektor Hans Müller-Steinhagen der Deutschen Presse-Agentur. «Unser Ziel ist es, die Willkommenskultur an der TU Dresden zur besten aller Universitäten deutschlandweit zu entwickeln.»

Müller-Steinhagen hatte unlängst betroffene Studenten zu einer Veranstaltung mit Politikern in den Landtag eingeladen. Dabei konnten sie von ihren Erfahrungen mit Alltagsrassismus in der sächsischen Landeshauptstadt berichten. «Ich bin selten so traurig und nachdenklich aus einem Gespräch gegangen», sagte der Rektor.

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Mo, 2016-05-02 04:00
Berlin (dpa)

Union und SPD attackieren AfD - Stegner: «Wirre Rechtsaußen-Partei»

Berlin (dpa) - Nach dem Programmparteitag der AfD haben Politiker von Union und SPD jede Zusammenarbeit mit der rechtskonservativen Partei erneut ausgeschlossen. Die Träume von AfD-Chefin Frauke Petry von einer Regierungsbeteiligung scheiterten schon daran, «dass keine andere demokratische Partei mit ihr zusammenarbeiten will», sagte die Chefin der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Gerda Hasselfeldt, der «Welt» (Montag). SPD-Vize Ralf Stegner bezeichnete die AfD als «zerstrittene und wirre Rechtsaußen-Partei». «Ihr Prinzip ist es, Sündenböcke zu benennen, aber keine Lösungen anzubieten.»

Die Alternative für Deutschland hatte am Sonntag auf einem Bundesparteitag in Stuttgart erstmals ein Grundsatzprogramm verabschiedet. Darin heißt es, der Islam gehöre nicht zu Deutschland. Die AfD wendet sich unter anderem gegen Burkas, den Bau von Minaretten und das Schächten von Tieren, die von Juden und Muslimen praktizierte Schlachtung. Beim Thema Familienpolitik entschieden die Delegierten, Abtreibungen dürften nicht gefördert werden und seien kein Menschenrecht.

Mo, 2016-05-02 01:07
Bamako (dpa)

Steinmeier und Ayrault sichern Mali Hilfe zu

Bamako (dpa) - Deutschland und Frankreich haben dem westafrikanischen Krisenstaat Mali Unterstützung bei der weiteren Stabilisierung des Landes zugesichert. Die beiden Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Jean-Marc Ayrault lobten zu Beginn eines gemeinsamen Besuchs in der Hauptstadt Bamako am Sonntagabend (Ortszeit) das ausgehandelte Friedensabkommen zwischen Zentralregierung und Rebellengruppen. Allerdings sei «noch vieles zu tun, um dieses Friedensabkommen tatsächlich in die Tat umzusetzen», sagte Steinmeier.

In Mali - einer ehemaligen französischen Kolonie - ist zusammen mit anderen internationalen Truppen auch die Bundeswehr mit mehreren hundert Soldaten im Einsatz. Der Norden des Landes war 2012 für einige Monate in der Hand teils islamistischer Rebellen gefallen, bevor er Anfang 2013 von Truppen unter französischer Führung zurückerobert wurde. Ayrault sagte: «Ohne die Intervention wäre Mali heute unter Kontrolle der Terroristen.» Islamistische Gruppierungen terrorisieren die Gegend bis heute.

Der Bundestag wird voraussichtlich Mitte Mai die Ausweitung des deutschen Mali-Einsatzes beschließen. Künftig sollen Militärausbilder auch im Norden tätig werden können, wo jetzt schon in der Nähe der Stadt Gao etwa 230 deutsche Blauhelm-Soldaten im Einsatz sind. Steinmeier rief die Regierung zugleich auf, die eigenen Anstrengungen nicht zu vernachlässigen. «Wir wissen, dass die Zukunft dieses Landes in Mali selbst liegt.» 

So, 2016-05-01 23:22
Rom/Tripolis (dpa)

Mindestens 40 Vermisste nach neuer Flüchtlingstragödie vor Libyen

Rom/Tripolis (dpa) - Nach einem neuen Flüchtlingsunglück werden nach Angaben der libyschen Marine vor der Küste des nordafrikanischen Landes mindestens 40 Menschen vermisst. 21 Migranten hätten in der Nacht zum Samstag gerettet werden können, als ihr Boot unweit der Stadt Sabrata an der Grenze zu Tunesien in Seenot geraten und gesunken sei, zitierte die italienische Nachrichtenagentur Ansa Marinesprecher Ayoub Qassem.

«Wir haben in der Nacht einen Hilferuf von einem Boot mit afrikanischen Migranten erhalten», sagte Qassem. Die libysche Marine habe daraufhin zusammen mit italienischen Kollegen eine Hilfsaktion eingeleitet, aber nur 21 Menschen retten können. 

Jedoch gab es unterschiedliche Zahlen zu der Tragödie. Anderen Quellen zufolge, die sich auf die Aussagen Überlebender stützten,  könnte es mehr als doppelt so viele Vermisste geben. Wie die Internationale Organisation für Migration (IOM) über Twitter mitteilte, sollen 26 Menschen überlebt haben. Sie hätten berichtet, auf dem Schlauchboot hätten sich 110 Menschen befunden. Demnach könnten bis zu 84 Flüchtlinge ums Leben gekommen sein. 

Geht doch!

Saubere Profite

Als erste deutsche Stadt investiert die westfälische Kommune nur noch in ethisch-ökologische Anlagen

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Dem Stadtkämmerer von Münster bereiten die RWE-Verluste keine schlaflosen Nächte: Als erste deutsche Stadt hat die westfälische Grünen-Hochburg zum Jahresbeginn alle Geldgeschäfte mit Klimasündern eingestellt. Rückstellungen für die Beamtenpensionen – das sind immerhin 460 Millionen Euro – dürfen nicht mehr in Fonds angelegt werden, die Aktien von Öl- und Kohleunternehmen beinhalten. Mehr noch: Auch Atomenergiekonzerne, Gentechnikfirmen und Rüstungsindustrie sind tabu. Drahtzieher dieser „Divestment“-Premiere waren die örtliche Fossil-Free-Gruppe und die Grünen. Seit Sommer 2013 machten die Klima-Aktivisten Druck auf der Straße, und die Partei überzeugte schließlich den Stadtrat. „Jeder, der nicht will, dass seine Stadt durch ihre Geldgeschäfte den Klimawandel befeuert, kann eine solche Kampagne starten“, sagt Tine Langenkamp von der Klimaschutzorganisation 350.org. „Dafür muss man kein Finanzexperte sein.“ Vom Ausstieg profitiere nicht nur das Klima, er rechne sich auch noch. „Ethisch-ökologische Geldanlagen können sogar mehr Renditen abwerfen als konventionelle“, sagt der grüne Fraktionsvorsitzende Otto Reiners, „deshalb erwarten wir einen Domino-Effekt.“
gofossilfree.wordpress.com
gofossilfree.org/de

Frankreich: La vie est belle
Eben noch hat Frankreich Schlagzeilen gemacht, weil Supermärkte keine Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen und in Restaurants „Doggy Bags“ eingeführt werden. Nun gibt das Nachbarland in anderen Bereichen Gas: In den nächsten fünf Jahren sollen tausend Kilometer Straßenbelag mit neuartigen Solarpaneelen ausgerüstet werden – bereits zwanzig Quadratmeter könnten den Strombedarf eines Single-Haushalts decken. Und schon in diesem Sommer werden in Paris tausend E-Roller stehen, die jeder mieten kann – sie sollen für bessere Luft sorgen.

Thailand: Autarke Solarschule
In der Sisaengtham-Schule im Nordosten Thailands lernen schon kleine Kinder, nachhaltig zu leben: Sie pflanzen nicht nur ihr eigenes Gemüse an, sondern installieren und reparieren auch Solarzellen. Ziel des als „Solar-Mönch“ bekannten Gründers Phra Khru Wimon Panyakhun ist es, dass sich die Schule in allen Bereichen selbst versorgt. Die Energieernte deckt bereits den Bedarf. Außerdem entwickelten die Kinder mobile Ladestationen, mit denen Bauern die Bewässerungspumpen für ihre Reisfelder mit der Kraft der Sonne statt mit Dieselgeneratoren betreiben können.

Kamerun: Häuser aus Plastikmüll
Roger Milla, die afrikanische Fußball-Legende aus Kamerun, betreibt in seinem Heimatland eine Recyclinganlage. Aus Plastikmüll werden dort Bausteine gepresst: „Wir wollen die Umweltverschmutzung verringern und Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen“, sagt Milla. Ein ähnliches Projekt verfolgt die dänische Ingenieurstudentin Lise Fuglsang Vestergard in Indien: Sie lässt zerkleinerten Plastikmüll im „Solargrill“ zu Ziegelsteinen einschmelzen. 

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Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

 

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Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

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Großbritannien: Schlafende Konten
Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

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So, 2016-05-01 22:56
Bamako (dpa)

Steinmeier und Ayrault beginnen Westafrika-Reise in Mali

Bamako (dpa) - Zum Auftakt einer Westafrika-Reise sind Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und Frankreichs Außenminister Jean-Marc Ayrault am Sonntag in Mali eingetroffen. In der Hauptstadt Bamako stehen Gespräche mit der politischen Führung auf dem Programm. Wichtigste Themen sind der Kampf gegen islamistischen Terror und die Flüchtlingskrise. Die Minister wollen auch deutsche und französische Soldaten besuchen, die als Teil von internationalen Truppen in Mali stationiert sind.

Der Norden des Landes war 2012 für einige Monate in die Hände teils islamistischer Rebellen gefallen, bevor er Anfang 2013 von französischen und afrikanischen Truppen zurückerobert wurde. Islamistische Gruppierungen terrorisieren die Gegend bis heute. Der Bundestag wird voraussichtlich Mitte Mai die Ausweitung des Mali-Einsatzes beschließen. Künftig sollen deutsche Militärausbilder auch im Norden tätig werden können. Damit werden im Mali künftig etwa 600 deutsche Soldaten im Einsatz sein.

Zweite Station der Reise ist das Nachbarland Niger. Die ehemalige französische Kolonie ist eines der wichtigsten Transitländer für afrikanische Flüchtlinge, die übers Mittelmeer nach Europa gelangen wollen.

So, 2016-05-01 21:12
Berlin (dpa)

Geheime TTIP-Papiere enthüllt - USA üben Druck auf EU aus

Seit fast drei Jahren verhandeln USA und EU über TTIP. Vor allem in Deutschland ist der Widerstand gegen das Freihandelsabkommen groß. Jetzt kündigt Greenpeace die Veröffentlichung brisanter Details an.

Berlin (dpa) - Die US-Regierung setzt Europa bei den Verhandlungen über das transatlantische Handelsabkommen TTIP deutlich stärker und weitreichender unter Druck als bisher bekannt. Das geht aus Abschriften geheimer Verhandlungsdokumente hervor, die «Süddeutscher Zeitung», WDR und NDR vorliegen. Das Material von insgesamt 240 Seiten stellte Greenpeace zur Verfügung.

Die Umweltschutzorganisation kündigte an, das Material an diesem Montag zu veröffentlichen. Sie kritisierte am Sonntagabend, dass Europa durch das Handelsabkommen deutlich schwächere Umweltstandards drohten.

Das bislang in Europa geltende Vorsorgeprinzip, das Produkte nur erlaubt, wenn sie für Mensch und Umwelt nachweislich unschädlich sind, drohe durch das in den USA angewandte Risikoprinzip ersetzt zu werden. Dadurch dürften in Europa auch hoch umstrittene und bislang in vielen Ländern nicht zugelassene genmanipulierte Pflanzen und Lebensmittel so lange angebaut und konsumiert werden, bis ihre Schädlichkeit nachgewiesen sei.

«Was bislang aus diesen Geheimverhandlungen an die Öffentlichkeit drang, klang wie ein Albtraum. Jetzt wissen wir, daraus könnte sehr bald Realität werden», sagt Greenpeace-Handelsexperte Jürgen Knirsch.

Mehrere mit den Verhandlungen vertraute Personen bestätigten den Medien, dass es sich bei den vorliegenden Dokumenten um aktuelle Papiere handelt. Greenpeace ist nach eigenen Angaben im Besitz der Originale.

Nach Informationen der «Süddeutsche Zeitung» droht Washington damit, Exporterleichterungen für die europäische Autoindustrie zu blockieren, um im Gegenzug zu erreichen, dass die EU mehr US-Agrarprodukte abnimmt. Die Dokumente offenbaren den Angaben zufolge zudem, dass sich die USA dem dringenden europäischen Wunsch verweigern, die umstrittenen privaten Schiedsgerichte für Konzernklagen durch ein öffentliches Modell zu ersetzen. Sie haben stattdessen einen eigenen Vorschlag gemacht, der bisher unbekannt war.

Mit der Veröffentlichung der TTIP-Unterlagen würden die Bürger erstmals ungefiltert Einblick in die Verhandlungen zwischen USA und Europa erhalten, schreibt die Zeitung weiter. Seit Beginn der Gespräche vor knapp drei Jahren ist die Öffentlichkeit vor allem auf Vermutungen angewiesen, worüber beide Seiten wirklich reden. Auch deshalb wachse der Widerstand gegen TTIP. Während die EU ihre Vorschläge veröffentlicht, beharren die USA auf Geheimhaltung ihrer Positionen.

Die USA zielten auch auf gentechnisch veränderte Lebensmittel, die in Europa weitgehend verboten sind. «Es ist sehr interessant zu sehen, was die USA fordern», zitiert die Zeitung Klaus Müller, Vorstand des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, zu den Dokumenten. «Es bestätigen sich in den Texten bisher so ziemlich alle unsere Befürchtungen bezogen auf das, was die US-Amerikaner bei TTIP in Bezug auf den Lebensmittelmarkt erreichen wollen», sagte Müller.

US-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatten bei ihrem Treffen in Hannover am Sonntag vergangener Woche zur Eile bei den TTIP-Verhandlungen gemahnt. Merkel betonte, das Freihandelsabkommen sei aus europäischer Perspektive sehr wichtig für das Wirtschaftswachstum in Europa. Obama brachte zwar seine Hoffnung zum Ausdruck, bis Anfang 2017 die Verhandlungen zu beenden. Er ging aber nicht von einer Ratifizierung des Abkommens aus. Das liege auch am US-Wahlkampf. Einen Tag vor dem Besuch Obamas hatten in Hannover Zehntausende gegen TTIP demonstriert.

So, 2016-05-01 20:29
Berlin (dpa)

Geheime TTIP-Papiere enthüllt - USA üben Druck auf EU aus

Berlin (dpa) - Die US-Regierung setzt Europa bei den Verhandlungen über das transatlantische Handelsabkommen TTIP deutlich stärker und weitreichender unter Druck als bisher bekannt. Das geht aus Abschriften geheimer Verhandlungsdokumente hervor, die «Süddeutscher Zeitung», WDR und NDR vorliegen. Das Material von insgesamt 240 Seiten stellte Greenpeace zur Verfügung; es soll an diesem Montag veröffentlicht werden, wie die «Süddeutsche Zeitung» berichtet.

Mehrere mit den Verhandlungen vertraute Personen bestätigten den Medien, dass es sich bei den Dokumenten um aktuelle Papiere handelt. Greenpeace ist nach eigenen Angaben im Besitz der Originale.

Demnach droht Washington damit, Exporterleichterungen für die europäische Autoindustrie zu blockieren, um im Gegenzug zu erreichen, dass die EU mehr US-Agrarprodukte abnimmt. Gleichzeitig attackiere die US-Regierung das grundlegende Vorsorgeprinzip beim EU-Verbraucherschutz, der 500 Millionen Europäer derzeit vor Gentechnik und Hormonfleisch in Nahrungsmitteln bewahre, heißt es in dem Bericht der «Süddeutschen Zeitung».

Die Dokumente offenbaren den Angaben zufolge zudem, dass sich die USA dem dringenden europäischen Wunsch verweigern, die umstrittenen privaten Schiedsgerichte für Konzernklagen durch ein öffentliches Modell zu ersetzen. Sie haben stattdessen einen eigenen Vorschlag gemacht, der bisher unbekannt war.

À la Saison

Sagenhafter Spinat

(Spinacia oleracea)

Damit du groß und stark wirst? Von wegen! Spinat enthält gar nicht besonders viel Eisen. Weiß leider jedes Kind. Doch woher nimmt Popeye dann seine stahlharten Fäuste? Es ist... Ein Küchenkrimi.

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„Ich hab’ es geschafft. Der Spinat gab mir Kraft!“, singt ein Zeichentrickmann mit ballongroßen Unterarmen zu Militärmusik. „Ich bin Popeye der Seeheemann!“ Wir schreiben den 13. März 1942, und der Spinatmatrose hat irgendwo im Pazifik eine japanische Flotte zerlegt – im Alleingang, versteht sich. Alles, was er dafür braucht, ist eine Dose Spinat auf ex. Schon kommen die Superkräfte. Es ist die Zeit, in der selbst Comic-Helden im Dienst der US-Kriegspropaganda stehen. Die Botschaft „Der Spinat gab mir Kraft“ (im englischen Original: Strong to the finish, ’cos he eats his spinach) geht nicht nur an die Soldaten da draußen, sondern mindestens ebenso an deren Kinder daheim.

„Iss deinen Spinat!“ Wie viele Generationen hat dieser Befehl wohl gequält. Wie viel Leid war in der Welt, seit ein obskurer Chemiker im 19. Jahrhundert ein Komma falsch gesetzt und den Eisengehalt auf das Zehnfache potenziert hatte? Das Fuchsschwanzgewächs enthält gar nicht mehr von dem Spurenelement als andere Gemüse, enthüllte der Krebsexperte Terence Hamblin 1981 im British Medical Journal und folgerte spitz: „Als Eisenquelle hätte Popeye besser die Dosen verzehren sollen.“ Gute Pointe? Hier ist eine bessere: Den Rechenfehler hat es nie gegeben. Der Volksglaube, mit dem Hamblin ausgerechnet unter der Überschrift Fake! (Schwindel) aufräumte, ist selbst eine Sage. Ein „Supermythos“, wie Mike Sutton sagt. Der Kriminologe machte sich 2010 auf Spurensuche und fand: keine Quelle, nirgends. Als er Hamblin damit konfrontierte, mailte der zurück, er könne sich nicht recht erinnern. Er sei sich aber sicher, die Geschichte nicht erfunden zu haben.

Verbürgt sind Popeyes Verdienste um den Spinatabsatz in den USA. Dort hat der Matrose seine eigene Marke. Mehrere Gemeinden widmeten ihm Denkmäler. Crystal, Texas, und Alma, Alabama, konkurrieren sogar um den selbst erdachten Titel „Welthauptstadt des Spinats“. Er ist ein globales Gemüse. Im Fernen Osten zum ersten Mal kultiviert, verdankt er seinen Namen dem persischen aspanakh oder einem arabischen Poeten, der ihn als isfanatsch, Prinz aller Gemüse, pries. Im frühen Mittelalter erreichte er Spanien und verdrängte ein paar Jahrhunderte später auch seine Verwandte, die Gartenmelde, aus der deutschen Küche.

Frühjahrsspinat taugt zu mehr als grüner Pampe in Rahm. Zitrusfrüchte, auch Zitronengras stehen in frischem Kontrast zu den erdigeren Noten seiner Blätter. Als Salat oder gedünstet verträgt er sich mit gerösteten Pinienkernen, gebratenem Speck, salzigen Anchovis und beliebigen Mengen Knoblauch. Auch Joghurt schmeichelt ihm, wie die indische Küche beweist. Und Eiergerichte wie Soufflé ergänzt Spinat aufs Feinste. Aber natürlich: An kalten Apriltagen hat auch der durchpürierte Klassiker mit Muskat und „Blubb“ seine tröstende Berechtigung. Nur ein halber Mythos ist, dass man Spinat nicht wieder aufwärmen darf. Er enthält zwar Nitrat, das Bakterien in krebserregendes Nitrit umwandeln. Stellt man Reste aber rasch in den Kühlschrank, kann man die Entstehung giftiger Substanzen verzögern. Spinat à la Saison, frisch vom Feld und in Bioqualität, enthält übrigens am wenigsten Nitrat.

Und Superkräfte setzt der zarte Grüne wirklich frei. Forscher haben Eiweiße aus seinen Blättern isoliert und tüfteln damit an „Spinatzellen“ für künstliche Fotosynthese, die einst mehr leisten sollen als Solarzellen. Popeyes spinach power speist sich allerdings aus einer anderen Quelle: Im Juli 1932 isst der Matrose zum ersten Mal Spinat – frisch vom Beet. Seine Freundin Olivia ruft: „Lieber Himmel, bist du ein Pferd?“ Popeye spricht mit Pfeife im Mund: „Spinat ist voller Vitamin A. Das macht Menschen stark und gesund.“ Wie wahr. Und hoffentlich gilt das auch für Kettenraucher.

Frisch vom Feld gibt's Spinat ab März.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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So, 2016-05-01 20:16
Berlin (dpa)

Geheime TTIP-Papiere enthüllt - USA üben Druck auf EU aus

Berlin (dpa) - Die US-Regierung setzt Europa bei den Verhandlungen über das transatlantische Handelsabkommen TTIP deutlich stärker und weitreichender unter Druck als bisher bekannt. Das geht aus Abschriften geheimer Verhandlungsdokumente hervor, die «Süddeutscher Zeitung», WDR und NDR vorliegen. Das Material von insgesamt 240 Seiten stellte Greenpeace zur Verfügung; es soll an diesem Montag veröffentlicht werden, wie die «Süddeutsche Zeitung» berichtet.

Mehrere mit den Verhandlungen vertraute Personen bestätigten den Medien, dass es sich bei den Dokumenten um aktuelle Papiere handelt. Greenpeace ist nach eigenen Angaben im Besitz der Originale.

Demnach droht Washington damit, Exporterleichterungen für die europäische Autoindustrie zu blockieren, um im Gegenzug zu erreichen, dass die EU mehr US-Agrarprodukte abnimmt. Gleichzeitig attackiere die US-Regierung das grundlegende Vorsorgeprinzip beim EU-Verbraucherschutz, der 500 Millionen Europäer derzeit vor Gentechnik und Hormonfleisch in Nahrungsmitteln bewahre, heißt es in dem Bericht der «Süddeutschen Zeitung».

Die Dokumente offenbaren den Angaben zufolge zudem, dass sich die USA dem dringenden europäischen Wunsch verweigern, die umstrittenen privaten Schiedsgerichte für Konzernklagen durch ein öffentliches Modell zu ersetzen. Sie haben stattdessen einen eigenen Vorschlag gemacht, der bisher unbekannt war.

So, 2016-05-01 20:08
Kuwait-Stadt (dpa)

Jemen-Gespräche auf der Kippe - Regierung setzt Beteiligung aus

Seit Monaten tobt im südarabischen Jemen ein Bürgerkrieg. Zwar gilt seit mehr als zwei Wochen eine Waffenruhe, doch diese ist brüchig. Die Regierung reagiert verärgert auf einen Angriff der Rebellen.

Kuwait-Stadt (dpa) - Die Regierung des Jemens hat ihre Beteiligung an den in Kuwait unter UN-Initiative geführten Friedensverhandlungen ausgesetzt. Außenminister Abdel-Malak al-Mekhlafi habe als Grund die Einnahme eines wichtigen Militärstützpunktes nördlich der Hauptstadt Sanaa durch die Huthi-Rebellen genannt, meldete die offizielle jemenitische Nachrichtenagentur Saba am Sonntag.

«Wir haben die entschieden, die Gespräche (mit den Rebellen) solange auszusetzen, bis wir eine Lösung und Garantien haben», wurde der Minister weiter zitiert. Die Huthis hätten die geltende Waffenruhe immer wieder verletzt. Die Rebellen hatten am Samstag einen Stützpunkt von Anhängern der Regierung im Norden des Jemens gestürmt. Der Nachrichtenkanal Al-Arabija meldete, die Regierung wolle sich aber weiter an indirekten Gesprächen beteiligen.

UN-Vermittler Ismail Ould Cheikh Ahmed erklärte, er könne den Auslöser der Entscheidung verstehen, rufe aber alle auf, sich wohlwollend in die Gespräche einzubringen. Alle Probleme müssten auf den Verhandlungstisch gebracht werden. Der einzige Weg für eine Lösung des Konflikts sei ein friedlicher Dialog.

Die Friedensgespräche hatten erst vergangenen Donnerstag mit mehreren Tagen Verzögerung begonnen, weil die Huthis verspätet nach Kuwait gereist waren. Im vergangenen Jahr waren die Verhandlungen über ein Ende des Bürgerkriegs bereits nach drei Runden gescheitert.

Die schiitischen Huthi-Rebellen kämpfen im armen Jemen im Süden der Arabischen Halbinsel seit Monaten gemeinsam mit Verbündeten gegen die Anhänger von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi und haben große Teile des Landes überrannt. Im März 2015 begann ein Bündnis aus arabischen Ländern unter Führung Saudi-Arabiens, Stellungen der Rebellen zu bombardieren. Seit über zwei Wochen gilt eine brüchige Waffenruhe.

So, 2016-05-01 20:40
Stuttgart (dpa) 

Kandidaten für Ministerämter unter Grün-Schwarz im Südwesten

Am 12. Mai soll der Stuttgarter Landtag Winfried Kretschmann zum Regierungschef wählen. Aber wer wird in seinem Kabinett Minister? Bei den Grünen scheint die Sache relativ klar. Bei der CDU ist die Lage noch unübersichtlich.

Stuttgart (dpa) - Wer wird was in der grün-schwarzen Regierung von Ministerpräsident Winfried Kretschmann in Baden-Württemberg? Einige Kanidaten sind gesetzt - andere dagegen noch unsicher. Bis zum 12. Mai müssen Grüne und CDU ihre Personalien festzurren.

THOMAS STROBL (CDU): Der CDU-Landesvorsitzende und CDU-Bundesvize soll Vize-Regierungschef und Minister eines starken Ressorts werden. Da der 56-Jährige bisher als stellvertretender Fraktionschef der Union im Bundestag die Innere Sicherheit beackert, liegt das Innenministerium nahe.

GUIDO WOLF (CDU): Der gescheiterte CDU-Spitzenkandidat und derzeitige CDU-Fraktionsvorsitzende im Landtag hat von Strobl das Angebot bekommen, Minister zu werden. Infrage käme zum Beispiel das Wirtschafts- oder das Justizressort. Möglicherweise geht der 54 Jahre alte Jurist aber gar nicht ins Kabinett und bleibt Fraktionschef - und somit vielleicht ein CDU-interner Gegenspieler zu Strobl.

ALEXANDER BONDE (Grüne): Noch offen ist, wie sehr dem 41-Jährigen die jüngsten Schlagzeilen über eine außereheliche Affäre schaden. Dem Vernehmen nach wäre Bonde am liebsten Minister für den Ländlichen Raum geblieben. Doch das Ressort geht nun an die CDU. Bonde könnte auch Finanzen, schließlich arbeitete er sich in seiner Zeit als Bundestagsabgeordneter in das Gebiet ein.

THERESIA BAUER (Grüne): Als Wissenschaftsministerin im ersten Kabinett Kretschmann machte die 51-Jährige nach Auffassung vieler einen guten Job. Gut möglich, dass sie ihr Haus weiterführt.

WINFRIED HERMANN (Grüne): Der 63-Jährige war als Verkehrsminister das CDU-Feinbild Nummer eins. Hermann gehört dem linken Flügel der Grünen an. Um diesen einzubinden und weil die Grünen seine Arbeit als Ressortchef schätzen, dürfte Hermann Kabinettsmitglied bleiben.

FRANZ UNTERSTELLER (Grüne): Der bisherige Umweltminister gilt als Kabinettsmitglied gesetzt. Manche Beobachter halten es aber nicht für ausgeschlossen, dass der 59-Jährige sein Fachgebiet wechseln könnte.

SUSANNE EISENMANN (CDU): Die angesehene Schulbürgermeisterin von Stuttgart könnte helfen, das CDU-Versprechen einzulösen, mehr Frauen Führungspositionen anzuvertrauen. Infrage käme die 51-Jährige für das Kultusministerium. Eisenmann war früher Büroleiterin des früheren Ministerpräsidenten Günther Oettinger (CDU).

PETER HAUK (CDU): Der 55-Jährige war schon einmal Minister, von 2005 bis 2010 für Ernährung und Ländlichen Raum. Der Forstwirt könnte auch jetzt den Finger heben, um das Ressort noch einmal zu übernehmen.

FRIEDLINDE GURR-HIRSCH (CDU): Die 61-Jährige war von 2004 bis 2011 bereits Parlamentarische Staatssekretärin im Ministerium für Ländlichen Raum. Sie wäre Anfang 2015 gerne Landtagspräsidentin geworden, doch ihre Fraktion sprach sich - trotz versprochener Frauenförderung - damals für den Sozialpolitiker Wilfried Klenk aus.  

WOLFGANG REINHART (CDU): Ein «Joker» seiner Partei. Der 59-Jährige gilt als Wirtschafts- und Finanzexperte und war ebenfalls schon Minister: von 2005 bis 2011, zuständig für Bundesrat und Europa.

So, 2016-05-01 19:44
Bagdad (dpa)

Sturm auf Iraks Parlament: Demonstranten verschärfen Krise Von Jan Kuhlmann, dpa

Der Irak ringt mit der IS-Terrormiliz. Dennoch streiten die Parteien seit Wochen über Reformen. Weil diese nicht vorankommen, stürmen Demonstranten das Parlament. Beim Abzug drohen sie der Staatsführung.

Bagdad (dpa) - Aufgebrachte irakische Demonstranten haben vorübergehend das Parlament in Bagdads Hochsicherheitszone gestürmt und damit die politische Krise im Land weiter verschärft. Anhänger des schiitischen Predigers Muktada al-Sadr brachten am Samstag das Abgeordnetenhaus unter ihre Kontrolle. Sie forderten die Einsetzung eines Kabinetts unabhängiger Technokraten, um die Korruption einzudämmen.

Parlamentarier verließen das Gebäude fluchtartig, während die Demonstranten wie bei einem Volksfest feierten. Am Sonntag verließen die Demonstranten den als Grüne Zone bekannten, schwer gesicherten Bereich im Zentrum der Hauptstadt wieder. Zuvor hatte Regierungschef Haidar al-Abadi die Sicherheitskräfte angewiesen, die Demonstranten festzunehmen.

Die Anführer der Demonstranten warnten jedoch im Fernsehen, sie würden die Proteste ausweiten und den Regierungschef, den Parlamentspräsidenten und den Staatschef stürzen, falls ihre Forderungen nicht erfüllt würden. Dann müsse es Neuwahlen geben.

Gegen die Einsetzung eines Technokratenkabinetts gibt es jedoch massiven Widerstand mehrerer Parteien, die um ihren Einfluss fürchten. Al-Abadi war bisher zu schwach, um das von ihm versprochene Technokratenkabinett und andere Reformen durchsetzen zu können.

Die neue Eskalation der Lage in Bagdad erschwert auch den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), die noch immer große Teile im Norden und Westen des Iraks kontrolliert. Die Regierung des Schiiten al-Abadi und das Parlament sind seit Wochen gelähmt. Im Zentrum steht ein heftiger Konflikt um Reformen und ein Ende des Proporz- und Klientelsystems, das als Hauptursache für die im Land weit verbreitete Korruption gilt.

Nachdem am Samstag eine Abstimmung im Parlament über ein Technokratenkabinett verschoben worden war, drangen Tausende Anhänger Al-Sadrs in die Grüne Zone ein. Dort liegen neben dem Parlament auch Ministerien und Botschaften. TV-Bilder zeigten, wie die Demonstranten meterhohe Betonschutzwände umstürzten oder darüber kletterten. Hunderte Demonstranten zogen danach weiter Richtung Parlament. Die Armee verstärkte nach eigenen Angaben die Sicherheitsmaßnahmen in Bagdad und sperrte alle Zufahrtsstraßen in die Hauptstadt ab.

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini äußerte sich beunruhigt und warnte, die Demonstrationen könnten die ohnehin schon angespannte Lage eskalieren lassen. «Es handelt sich offenbar um die absichtliche Unterbrechung des demokratischen Prozesses», erklärte sie.

Seit Monaten kommt es in vielen irakischen Städten immer wieder zu Demonstrationen für Reformen. An die Spitze der Protestbewegung hat sich der Schiitenprediger Al-Sadr gesetzt, der seine Anhänger vor allem in den armen Vierteln Bagdads findet.

Zugleich erschütterten erneut Terroranschläge das Land. Östlich von Bagdad starben am Samstag mindestens 24 Menschen, als in dem Ort Al-Nahrawan eine Autobombe explodierte. Die sunnitische IS-Terrormiliz bekannte sich zu der Tat. Am Sonntag rissen in der vor allem von Schiiten bewohnten Stadt Samawa südlich von Bagdad zwei IS-Selbstmordattentäter mindestens 30 Menschen mit in den Tod.

So, 2016-05-01 19:02
Nairobi (dpa)

Über 100 Tonnen Elfenbein stehen in Kenia in Flammen Von Anna Kerber, dpa

Über 100 Tonnen Elfenbein stehen in Flammen. Kenias Präsident Uhuru Kenyatta will damit ein Zeichen gegen Wilderei setzen. Es ist die größte Menge an Elefantenstoßzähnen, die jemals vernichtet wurde.

Nairobi (dpa) - Im Nairobi Nationalpark am Rand der kenianischen Hauptstadt brennen derzeit rund 105 Tonnen Elfenbein. Es stammt von tausenden Elefanten. Präsident Uhuru Kenyatta hatte am Samstag den ersten der zehn Stapel in Flammen gesetzt. Noch nie wurde eine so große Menge Elfenbein dem Feuer überlassen. Es soll rund 48 Stunden dauern, bis es vernichtet ist, sagte Alexander Rhodes, Leiter der Organisation Stop Ivory, die die kenianischen Behörden bei der Vernichtungsaktion begleitet hatte. «Die Verbrennung läuft gut», sagte der Sprecher der kenianischen Naturschutzbehörde (KWS), Paul Gathitu, am Sonntag.

Alles funktioniere nach Plan, sagte auch Muraya Githingi vom KWS. Nach einer Bestandsaufnahme vor Ort sei er zuversichtlich. «Wir erwarten, dass das Elfenbein bis Montagabend verbrannt sein soll.»

Nach den heftigen Regenfällen in den vergangenen Wochen stand das Gelände am Samstag unter Wasser. Hunderte Umweltschützer, Schaulustige und Medienvertreter liefen in Gummistiefeln durch den Schlamm. Die Aktion zur Elfenbein-Vernichtung steht am Ende einer zweitägigen Konferenz zum Schutz von Wildtieren in Afrika, an der Staatschefs und Prominente teilgenommen hatten, darunter Gabuns Präsident Ali Bongo Ondimba und Ugandas Präsident Yoweri Museveni. Hollywood-Stars wie Leonardo DiCaprio, die ursprünglich angekündigt waren, blieben allerdings aus.

Die Botschaft sei klar, sagte Kenias Präsident Kenyatta, bevor er den ersten der zehn Elfenbeintürme anzündete: «Das Elfenbein gehört den Elefanten.» Manche kritisierten, dass ein armes Land wie Kenia Elfenbein in einem Wert von geschätzten 150 Millionen Dollar verbrenne, sagte Kenyatta. Kenia sei vielleicht arm, aber es sei reich an Natur, und die gehöre geschützt. «Zukünftige Generationen werden uns für den heutigen Tag danken», sagte der Präsident. Sein Amtskollege aus Gabun Ali Bongo Ondimba warnte bei der Verbrennungsaktion die Wilderer und erntete dafür den Applaus der Menge: «Eure Tage sind gezählt!»

Rund 35 000 Elefanten wurden im vergangenen Jahr nach Angaben der Organisation African Wildlife Foundation (AWF) auf dem afrikanischen Kontinent getötet. Kenias Engagement hatte in den vergangenen Jahren bereits Wirkung gezeigt, wie die kenianische Naturschutzbehörde (KWS) mitteilte. Wurden 2012 noch rund 384 Elefanten in dem ostafrikanischen Land von Wilderern getötet, waren es im vergangenen Jahr nur mehr 96.

So, 2016-05-01 19:50
Istanbul (dpa) 

Terror und Gewalt überschatten Mai-Feiertag in der Türkei

Kein friedlicher 1. Mai in der Türkei: In Gaziantep detoniert eine Autobombe, in Nusaybin eine Sprengfalle, in Kilis schlagen Raketen ein. In Istanbul geht die Polizei mit Tränengas und Wasserwerfern gegen Demonstranten vor - und nimmt mehr als 200 von ihnen fest.

Istanbul (dpa) - Gut eine Woche nach dem Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel in der südosttürkischen Stadt Gaziantep ist auf das dortige Polizei-Hauptquartier ein Autobomben-Anschlag verübt worden. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete, zwei Polizisten seien bei der Detonation vor dem Gebäude am Morgen des Maifeiertages getötet worden. 18 Polizisten und vier Zivilisten seien verletzt worden. Das Gouverneursamt sprach von einem «heimtückischen Angriff».

Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. In der Region agiert die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), die sich zu dem Mord an einem IS-kritischen syrischen Journalisten vor drei Wochen in Gaziantep bekannt hatte. In der Südosttürkei ist zudem die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK aktiv. Der IS und die PKK haben in den vergangenen Monaten mehrere Anschläge in türkischen Städten verübt.

In der Türkei galten am Sonntag wegen des Maifeiertages verschärfte Sicherheitsvorkehrungen. Anadolu berichtete, Sicherheitskräfte hätten in der Hauptstadt Ankara vier mutmaßliche IS-Anhänger aus Syrien festgenommen, die verdächtigt würden, einen Anschlag auf eine 1.-Mai-Demonstration geplant zu haben. Die Nachrichtenagentur DHA berichtete, in der südosttürkischen Stadt Adana seien die Maifeierlichkeiten wegen Anschlagswarnungen abgesagt worden.

In Istanbul hatten die Behörden 1.-Mai-Demonstrationen auf dem zentralen Taksim-Platz verboten. Gewerkschaften riefen in diesem Jahr deswegen und aus Sicherheitsgründen zu einer Versammlung außerhalb des Zentrums auf. Gegen regierungskritische Demonstranten, die versuchten, dennoch auf den Taksim-Platz vorzudringen, setzte die Polizei wie in den vergangenen Jahren Wasserwerfer und Tränengas ein.

Anadolu berichtete unter Berufung auf den Gouverneur von Istanbul, 207 Menschen seien festgenommen worden. Die Polizei habe unter anderem 40 Molotow-Cocktails beschlagnahmt. Nach Anadolu-Angaben waren rund 24 500 Polizisten, 120 Wasserwerfer und mehrere Hubschrauber in Istanbul im Einsatz. DHA meldete, ein 57-Jähriger sei bei dem Versuch, eine Straße zu überqueren, versehentlich von einem Wasserwerfer angefahren und tödlich verletzt worden.

Bei Operationen gegen die PKK in der Südosttürkei wurden am Sonntag mindestens drei Soldaten getötet. 14 Soldaten seien bei dem Angriff der PKK im Distrikt Nusaybin verletzt worden, teilte die Armee mit. Anadolu berichtete, die Sicherheitskräfte seien in eine Sprengfalle geraten. In Nusaybin liegt ein Schwerpunkt der seit Monaten andauernden Militäroperationen gegen die PKK. Anadolu meldete weiter, in der Grenzstadt Kilis seien am Sonntag erneut Raketen aus Syrien eingeschlagen. Acht Menschen seien verletzt worden.

Bundeskanzlerin Merkel hatte am Samstag vor einer Woche die Stadt Gaziantep und ein Flüchtlingscamp in der gleichnamigen Provinz besucht. Die Provinz grenzt an Syrien an. Das Auswärtige Amt rät von Reisen in das Grenzgebiet zu Syrien und zum Irak dringend ab und nennt dabei auch Gaziantep.

So, 2016-05-01 19:33
York (dpa)

«Dschungelbuch» bleibt in Nordamerikas Kinos an der Spitze

New York (dpa) - Die Helden aus dem «Dschungelbuch» halten klar am Spitzenplatz in den nordamerikanischen Kinocharts fest. Mit Einnahmen von gut 42 Millionen Dollar (37 Mio. Euro) hielt die Geschichte um den Jungen Mogli die Konkurrenz auch am dritten Wochenende in Folge in Schach. Weltweit spielte der Film dem Branchendienst «Box Office Mojo» zufolge bereits knapp 685 Millionen Dollar (598 Mio. Euro) ein.

Das prominent besetzte 3D-Actionabenteuer «The Huntsman & The Ice Queen» mit Charlize Theron, Jessica Chastain und Chris Hemsworth hielt sich unterdessen auf Platz zwei mit Einnahmen von knapp 9,4 Millionen Dollar (8,2 Mio Euro). Neu in die Charts kamen die Action-Komödie «Keanu» und die Romantikkomödie «Mother's Day» mit Jennifer Aniston.

Die Komödie «Barbershop - The Next Cut» mit den Rappern Ice Cube, Nicki Minaj und Common rutschte vom dritten auf den fünften Platz. Das Disney-Abenteuer «Zoomania» schaffte es noch auf den sechsten Platz. Der Anfang März auch in Deutschland gestartete Film handelt von einer von Tieren erschaffenen Stadt, mit Wüste, Savanne und Regenwald, aber auch mit Schnee und Eis, in der Judy und Nick das Verschwinden eines Otters aufklären sollen.

So, 2016-05-01 19:20
Bagdad (dpa)

Demonstranten ziehen aus Bagdads Hochsicherheitszone ab

Bagdad (dpa) - Hunderte Demonstranten haben einen Tag nach der Erstürmung der Hochsicherheitszone in der irakischen Hauptstadt Bagdad den Rückzug angetreten. Sie hatten die Einsetzung eines Kabinetts unabhängiger Experten gefordert, um die Korruption einzudämmen. Zuvor hatte Regierungschef Haidar al-Abadi die Sicherheitskräfte angewiesen, die Demonstranten festzunehmen, die Polizisten und Abgeordnete angegriffen sowie im Parlament große Schäden angerichtet hatten.

Die Anführer der Demonstranten, die Anhänger des schiitischen Predigers Muktada al-Sadr sind, warnten jedoch im Fernsehen, sie würden die Proteste ausweiten und den Regierungschef, den Parlamentspräsidenten und den Staatschef stürzen, falls ihre Forderungen nicht erfüllt würden. Dann müsse es Neuwahlen geben.

Die Demonstranten wollen eine Regierungsmannschaft, die nicht mehr mit Parteigängern besetzt sein soll, sondern mit Fachleuten. Allerdings gibt es dagegen massiven Widerstand mehrerer Parteien, die um ihren Einfluss fürchten. Al-Abadi war bisher zu schwach, um das von ihm versprochene Technokratenkabinett und andere Reformen durchsetzen zu können.

So, 2016-05-01 19:00
Bamako (dpa)

Steinmeier und Ayrault zu Besuch bei Truppen in Mali

Bamako (dpa) - Die Außenminister aus Deutschland und Frankreich, Frank-Walter Steinmeier und Jean-Marc Ayrault, sind am Montag bei internationalen Truppen im westafrikanischen Krisenland Mali zu Besuch. In der Hauptstadt Bamako besichtigen die beiden Minister eine EU-Ausbildungsmission für Malis Armee. Dabei geht es insbesondere um den Kampf gegen islamistische Milizen. Dann reisen sie weiter zu einer UN-Blauhelmtruppe nach Gao im Norden des Landes, der als besonders gefährlich gilt. In beiden Missionen sind deutsche und französische Soldaten im Einsatz.

Der Norden des Landes war 2012 in die Hände teils islamistischer Rebellen gefallen, bevor er Anfang 2013 von französischen und afrikanischen Truppen zurückerobert wurde. Islamistische Gruppierungen terrorisieren die Gegend bis heute. Der Bundestag wird voraussichtlich Mitte Mai die Ausweitung des Mali-Einsatzes beschließen. Künftig sollen deutsche Militärausbilder auch im Norden tätig werden können. Insgesamt werden dann etwa 600 deutsche Soldaten in Mali stationiert sein.

Am Abend reisen beide Minister weiter ins Nachbarland Niger. Die ehemalige französische Kolonie ist eines der wichtigsten Transitländer für afrikanische Flüchtlinge, die übers Mittelmeer nach Europa gelangen wollen.

 

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STUPID.T ist die erste und einzige Maschine, die auf Knopfdruck Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der menschlichen Zivilisation erzeugt. Man stecke eine überteuerte Einwegkapsel mit etwas 08/15-Tee ins Gerät, betätige die Taste – und schon gibt’s jede Menge bunten Alu- und Plastikabfall.

Entdecken Sie die neue, besonders überflüssige Art der Müllerzeugung.
Mehr auf greenpeace-magazin.de/special-t.

 

 

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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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